Besser

10. April 2019

Natürlich ist Lingen besser. Besser als der Durchschnitt, nämlich! Beim gestern in Berlin präsentierten Ergebnis des Fahrradklimatests 2018 des ADFC erreicht unsere Stadt zwar nur Rang 40 von 106 Städten zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern, und gar nur Platz 8 der 12 niedersächsischen Teilnehmerstädte. Aber mit einem Schulnotenwert von 3,89 lagen wir deutlich besser als der  deutsche Städtedurchschnitt von 3,90. Trotzdem war Lingen nicht dsbei, als Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die erfolgreichsten deutschen Städte im Fahrradklimatest auszeichnete. Nun, Spaß beiseite:

170.000 Radfahrer*innen nahmen an dem vierten ADFC-Test seit 2012 teil und unsere Nachbarstadt Nordhorn rückte auf den beachtlichen Platz 2 der Mittelstädte vor – mit einem Bewertungsdurchschnitt von 2,6. In Nordhorn wendet man auch stolze 22 Euro pro Einwohner für die Verbesserung der Bedingungen für die Radfahrer auf. Das zahlt sich aus. Zum Vergleich: In Lingen ist es nach meiner Erinnerung ein einstelliger Euro-Betrag und zwar in Haushaltsstellen, bei denen man die Gelder auch für den Pkw-Verkehr umschichten kann; Budgetierung nennt man diesen Trick. Was in den 1990ern als liberale Entbürokratisierung gefeiert wurde, ist tatsächlich längst zu einer Stärkung der Verwaltung verkommen, die auf diesem Weg machen kann, was sie will: Zum Beispiel mit Fahrradgeldern Autoparkplätze oder Straßen für Autos bauen.

Zuletzt präsentierte die Stadtverwaltung dabei z.B. die völlig missglückte Ampelkreuzung Weidestraße/Meppenerstraße/Wilhelmstraße/Konrad-Adenauer-Ring, wo einmal mehr mit rechtlichen Argumenten (Radfahrer hat auf dem Zebrastreifen keine Vorfahrt!) nichts Gescheites für Radfahrer herausgekommen ist. Im Gegenteil: Die Lage für die Zweiradfahrer hat sich dort deutlich verschlechtert. Die müssen jetzt nämlich wegen der Autos auf einer kleinen Verkehrsinsel anhalten und abwarten, bei Grün 3 Meter weiterfahren zu können. Ein wirklicher Mistplan, den sich das Rathaus da ausgedacht hat.

Geehrt hat der ADFC am Dienstag also die besten deutschen Städte, jeweils drei aus sechs Stadtgrößenklassen und die Kommunen, die sich in der jeweilige Klasse am stärksten verbessern konnte, sowie die familienfreundlichste Stadt, die ermittelt wurde. Diesen Titel trägt übrigens nun das westfälische Wettringen. Großstadt Karlsruhe (300.000 bis 500.000 Einwohner) hat das längst auf der Stelle trippelnde Vorbild Münster in seiner Größenklasse überholt und steht auf Platz 1. Bei den Großstädten über 500.000 Einwohner*innen liegt Bremen vorne.

Allerdings ist Zufriedenheit der Radfahrenden in Deutschland bundesweit gesunken, zudem fühlen sich Radfahrende immer unsicherer. Rebecca Peters (ADFC-Bundesvorstand) erläuterte, dass beim ADFC-Fahrradklima-Test vor allem Vielfahrende teilgenommen haben. 74 Prozent gaben an, das Fahrrad täglich zu nutzen. „Wenn schon die Vielfahrenden sich unsicher fühlen, wie fühlen sich dann diejenigen, die nicht so oft aufs Rad steigen?“, fragte Peters gestern. Lag der Wert im Jahr 2014 noch bei 3,7, ist er inzwischen auf 3,9 gefallen. „Es ist ein Trauerspiel“, so Peters weiter, „der Spaß am Radfahren nimmt kontinuierlich ab.“ Ihre klare Botschaft: Die Ergebnisse sind alarmierend. Wenn Radfahrende sich nicht sicher fühlen, verlieren sie die Lust am Radfahren. Dagegen müsse etwas unternommen werden.

Auch da ist Lingen gar nicht gut: Hier werden immer noch sog. Fahrradschutzstreifen gebaut und gepflegt, die alles andere schützen – bloß keine Radfahrer. Im Ortsteil Schepsdorf soll in diesem Jahr die Nordhorner (!) Straße allen Warnungen zum Trotz schutzstreifig umgebaut werden. Dann werden dort aus jetzt vorhandenen bequemen und breiten Mehrzweckstreifen diese gefährlichen Fahrradschutzstreifen – u.a. zugunsten von Pkw-Parkplätzen und zwar davon völlig sinnloserweise sieben vor dem Fahrradgeschäft des Schepsdorfer Ortsbürgermeister, der die gar nicht braucht, weil er angrenzend schon vor vielen Jahren einen Pkw-Parkplatz mit 16 Einstellplätzen gebaut hat, wenn ich richtig nachgezählt habe. Diese Posse kann man sich nicht ausdenken.

Der ADFC präsentiert uns daher sozusagen die Krone-Sinkkurve. Sie zeigt: Seit dem Amtsantritt des jetzigen Oberbürgermeisters Dieter Krone 2010 hat sich die Bewertung der Radfahrerfreundlichkeit kontinuierlich verschlechtert. Es reicht eben nicht, ab und zu mit dem Rad ins Büro zu fahren, aber sonst in erster Linie Politik für Autofahrer zu machen. Die gab es zuletzt mit Krones Idee, bei vier Ampel auf dem Konrad-Adenauer-Ring eine 400m lange grüne Auto-Welle einzuführen, weshalb Autos 400m später im Stau stehen aber vorher bereits Fußgänger wie Radfahrer wegen der Grünphase für Kfz länger an den Überwegen warten müssen. Da wünsch‘ ich mir, dass sich Stadtbaurat Lothar Schreinemacher, tatsächlich ein überzeugter Radfahrer, gegen Krone und dessen Autopolitik durchsetzt.

Positiv hat der ADFC für Lingen ermittelt, dass hier Alt und Jung radfahren  und es auch Werbung für das Radfahren gibt (bei Werbung ist Lingen immer ganz vorn!). Doch schon die dritte positive Einschätzung lässt mich stutzen, dass unsere Stadt nämlich komfortable und sichere Abstellmöglichkeiten habe. Wo das denn, frage ich in die Leserrunde? Auch die positive Behauptung, es gebe in Lingen für Radfahrer geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung lässt mich eher stutzen. Mir fällt insoweit nur der kleine Bereich Kirch-, Mühlentor- und Kivelingstraße ein. Gibt es noch weitere?

Alle weiteren Punkte zeigt die ADFC-Zusammenstellung auf, die ich zum allgemeinen Studium dringend empfehle, weil deutlich wird, wo gehandelt werden muss Die Bewertung von Nordhorn sollte man daneben legen, dann erkennt man es noch besser. Übrigens: Meppen ist offenbar gar nicht erst dabei. Beim nächsten Mal 2020 rechne ich zwar nicht mit einer inhaltlichen Verbesserung für Radfahrer in unserer Stadt, aber damit, dass die PR-Abteilung durch alle Rathausbüros läuft, damit dort dann positiver bewertet wird. Es sei denn, es wird Politik für Radfahrer gemacht. Endlich.

(mehr beim NDR und bei DRadio Kultur)

Gärten des Grauens

8. April 2019

Niedersachsens Ex-Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) sagte vor ein paar Tagen Selbstverständliches: „Insekten und andere kleine Tiere brauchen Nahrung. Zubetonierte und zugeschotterte Gärten des Grauens lassen unsere Natur jedoch verarmen. Dies ist nach der Bauordnung nicht zulässig. Freiflächen müssen begrünt sein. “ Meyer informierte konkret: „Nach § 9 Abs. 2 der Niedersächsischen Bauordnung  ‚müssen nicht überbaute Flächen der Baugrundstücke Grünflächen sein, soweit sie nicht für eine andere zulässige Nutzung erforderlich sind.“ Von Schotteraufschüttungen, die nach unten mit Folie abgesperrt sind, lese ich im Landesbaugesetz nichts.

Diese, meist nur vor den Häusern entstandene Gestaltungsform heißt euphemistisch „Steingarten„, und wird in ganz Deutschland immer zahlreicher. Tatsächlich sind sie bloß „Gärten des Grauens. Gärten des Grauens enthalten wenig oder gar keine Pflanzen. Häufig werden zudem Neophyten -also importierte Pflanzen, die hier zuvor nicht heimisch waren, gepflanzt, die sich dann außerhalb ausbreiten und die heimischen Pflanzen verdrängen.

Die modischen Kiesschüttungen sind folglich schädlich, weil gerade Vorgärten und kleine Grünflächen besondere Bedeutung für die Artenvielfalt haben, und sie beeinflussen negativ das Klima in der Stadt. „Sie bilden“, informiert der NABU, „ökologische Trittsteine für Pflanzenarten, Insekten und Vögel, die auf der Suche nach Nahrung und Nistplätzen von Trittstein zu Trittstein wandern. Grünflächen liefern saubere, frische Luft. Kies- und Steinflächen heizen sich dagegen stärker auf, speichern Wärme und strahlen sie wieder ab. Für das Stadtklima wird die Zunahme an Kies- und Steingärten zum Problem, vor allem, wenn zusätzlich notwendige Kaltluftschneisen durch neue Bebauungen wegfallen. Zudem stammen die Steine meist nicht aus dem heimischen Steinbruch, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit aus China oder Indien.“ Die Arbeitsbedingungen dort sind bekanntlich katastrophal.

Bauherren müssen aber nicht nur die Vorschriften der Bauordnung beachten. Sie müssen sich außerdem auch an das örtliche Baurecht halten, das in den Bebauungsplänen steht. Hier können, sagt der NABU,  auch Städte und Gemeinde die Gestaltung von Freiflächen festlegen, beispielsweise die Menge an Laubbäumen. Da ist in unserer Stadt noch nichts geschehen, auch wenn das Thema vor sechs Wochen selbst die „Ortsbürgermeisterdienstversammlung“ erreichte.

Es wird Zeit, dass sich das ändert. Warum, zeigt eindrucksvoll dieser SWR-Beitrag aus dem vergangenen Sommer:

Die Gärten des Grauens sind übrigens nicht einmal sonderlich pflegeleicht, wie ihre Eigentümer meinen, weiß der NABU: „Wer seinen Garten mit Steinen abdeckt und ein Vlies unter die Steinschicht legt, erwartet wenig Arbeit, da Rasenmähen, Gießen und Unkraut jäten wegfallen sollen. Doch auch im Steingarten gibt es immer etwas zu tun. Blätter fallen auf die steinernen Flächen und müssen abgesammelt werden, denn sonst siedeln sich in den Steinfugen Gräser und Pflanzen an. Ebenso bildet sich Moos auf den Steinen, wenn diese nicht regelmäßig gereinigt werden. Ein naturnaher Garten würde genauso viel oder wenig Arbeit machen „Heimische Pflanzen brauchen, im Gegensatz zu standortfremden Pflanzen, weniger Pflege. Außerdem locken sie Schmetterlinge, Hummeln und Vögel in den Garten. Wer seinen Garten standortgerecht plant, schafft ein Stück Natur und trägt zur Artenvielfalt bei“, sagt NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb.“

(Quelle: SWR, NABU, PM Meyer, Foto: NABU)

Bettina und Michael Schaper hatten im vergangenen Sommer die zündende Idee, am Neuen Hafen in Lingen (Ems) eine „Hafenbar“ einzurichten. Sie sollte auf einer Grünfläche entstehen, die zwischen Dortmund-Ems-Kanal und  Pestalozzistraße liegt und in den letzten Jahren einen Spielplatz aufweist. In den sozialen Medien wurde kräftig diskutiert. Die üblichen Verdächtigen lobte das Projekt und freuten sich

Dem Vorhaben mag man manches abgewinnen in einer Zeit, in der die lokale Gastroszene eher schwächelt und ein amtierender OB unerreichbaren, ihm als Prestigeprojekte erscheinende Ketten wie Vapiano oder Hans-im-Glück hinterherläuft. Ich war vor einem Jahr eher skeptisch, weil schon sechsstellige Beträge in eine „Hafenbar“ investiert werden müssten und sier dann vom Wetter abhängt. Aber vor allem war ich nicht nicht Feuer und Flamme, was den Standort betrifft. Der, war nicht nur meine Meinung, sollte besser Spielplatz bleiben und mehr als Kneipe vor dem Fenster hätten auch die alten Leute verdient, die nur in paar Schritte entfernt in rund zwei Dutzend  Altenwohnungen leben. Außerdem gibt es seit dem vergangenen Frühjahr das Kunst-Projekt „Pfad der Tugenden“ in Lingen, das ausgerechnet auf derselben Fläche eine anspruchsvolle Skulptur verwirklichen will.

Doch sicherlich gab und gibt es Alternativen: Beispielsweise auf der Reuschberger Seite des Kanals unterhalb der „Meckerbrücke“ oder am ESV-Bootshaus an der Jahnstraße, wo allerdings auch Ruhe suchende Anlieger wohnen. Kurzum: Es gab genügend Gesprächsbedarf, um das Hafenbar-Lingen-Vorhaben zu diskutieren und zu verwirklichen.

Jetzt aber scheint das Projekt gestorben. Die Projektentwickler  haben resigniert. Auf der im vergangenen Jahr eigenes eingerichteten Internetseite Hafenbar-Lingen.de hieß es an diesem Wochenende: „Es hätte so schön werden können…“ und in einem umfangreichen Beitrag wird „Das Ende“ des Vorhabens beschrieben. „Nicht gut dabei weg“ (emsländisch) kommen die CDU mit ihrem, sich wohl nur aufgeschlossen gebenden  Vorsitzenden des CDU-Ortsverbandes Lingen-Mitte vTobias Dankert und ihren, das Projekt blockierenden Granden (Schaper: „entscheidende Personen aus Politik“)  in den städtischen Gremien. Die CDU-Leute, so der heutige eindruck, haben sich wohl eher um des öffentlichen Effekts willen geäußert, doch in der Sache nur halbherzig. Diesen eindruck bekommt man bei der Lektüre des wütend-resignierenden „Ende der Hafenbar“ .

Gar nicht positiv äußern sich die beiden Schapers außerdem über Stadtbaurat Lothar Schreinemacher. Aber auch diese Kritik scheint mir nicht alles wiederzugeben , was zu sagen ist, streiten die Initiatoren doch gerade mit Schreinemacher über ein sehr (und nach einhelliger Ansicht der Ratsgremien auch zu)  groß dimensioniertes Bauvorhaben (ich bin mir nicht sicher, aber glaube, dieses) an der Meppener Straße.

Dann lese ich das Resümee:

„Es macht uns nachdenklich, wenn es in Lingen als „Kampagne gegen den Rat“ gewertet wird, wenn Bürger mit Ideen zur möglichen Verbesserung unserer Stadt an die Öffentlichkeit treten und die Meinung und Beteiligung der Mitbürger suchen, anstatt sich erst in Sitzungen, Gremien und Ausschüssen zu rechtfertigen. Wir hoffen, dass sich in Zukunft auch die Verantwortlichen der Stadt und des Rates und besonders unser Oberbürgermeister den neuen Medien öffnen und neue Wege der Bürgerbeteiligung in Lingen unterstützen.“

es stimmt! Eigentlich müsste jetzt ein starker Oberbürgermeister die Situation aufgreifen und lösen – auch wenn es nicht sofort ein strahlendes Foto in dem einzigen täglichen Printmedium der Stadt gibt und auch trotz des Risikos zu scheitern.

Hätten wir übrigens in unserer Stadt eine gewachsene Diskussionskultur oder auch nur eine „Kultur der Kritik“ müsste man Schaper, Schreinemacher & Co. jetzt und sofort an einen Tisch holen und öffentlich diskutieren lassen. So etwas haben wir aber nicht. Leider. Also wird es wohl keine solche Hafenbar-Diskussion geben – es sei denn unsere BürgerNahen entschließen sich morgen dazu. Was bleibt? Allenfalls am Dienstag, nachdem dieser Blogbeitrag und anderes in den sozialen Medien zum Thema gelesen wurde, erschnt ein kleiner Beitrag in der Lokalzeitung, und dann folgt unter Verschiedenes eine Anfrage in einem Ratsausschuss, wo dann aber wieder nicht Halbes und nichts Ganzes geantwortet wird.

Sehr schade eigentlich, dass das Projekt Hafenbar Lingen so zu Ende geht.

 


Korrektur:
In einer früheren Version dieses Beitrags habe ich Tobias Dankert als CDU-Stadtverbandsvorsitzenden bezeichnet. Das ist er aber nicht,; Tobias Dankert ist Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Lingen-Mitte.

 

Streichholzschnitt

22. Februar 2019

Ich möchte Crowdfunding machen. Allerdings weiß ich nicht genau, wie das geht. Also: Der Grund sind für mich die Baumschnittmaßnahmen, die uns der städtische Bauhof einmal mehr angedeihen lässt. Sie machen nämlich bei den Bäumen im Stadtzentrum (außerhalb werden sie meist sofort gefällt) immer nur den Streichholzschnitt. Danach wachsen die Stadtbäume hoch und höher. Dabei wäre doch ein Kronenschnitt angesagt, also keine Bechneidung der Befugnisse eines Amtsinhabers sondern eine Baumpflegeschnitt der Krone von Stadtbäumen. „Diese (Beschneidung) ist entweder aufbauend (Erziehungsschnitt, Kronenpflege), indem sie den Baum darin unterstützt, eine stabile und gesunde Krone aufzubauen, oder sie wird vorsorglich oder aus Gründen der Verkehrssicherheit als Sicherungsmaßnahme durchgeführt (Kronenauslichtung, Kroneneinkürzung, Einkürzung von Kronenteilen, Kronensicherungsschnitt).“

„Bei der Ausführung ist darauf zu achten, dass z. B. Zeitpunkt der Maßnahme, Volumenverlust und Auswirkungen auf den Habitus des Baumes auch mit den entsprechenden Naturschutzgesetzen des Bundes und des jeweiligen Landes einhergehen“

Vor dem ehemaligen Ratskeller direkt neben dem historischen Rathaus hat es gestern die Anfang der 1980er Jahre gepflanzte Linde erwischt. Unser Lingener OberBaumfachmann hatte schon vor einem halben Jahr diesen alternativen Kronenschnitt angekündigt. Zuvor hatten die mit dem Betrieb des ehem. Ratskellers überforderten Baba-Can-Türken frech behauptet, ihr wirtschaftlicher Misserfolg sei auf die in besagter Linde sitzenden Vögel und deren Kotabwurf zurückzuführen: Das sorgte damals zwar für große Heiterkeit in den sozialen Medien, und vor 30 Jahren hätte man darüber nur gesagt, dass man dies „einem erzählen kann, der die Hose mit der Beißzange zumacht.“  Baumexperte OB Krone versprach aber, sofort zu handeln, ließ etwas Schamfrist ins Land gehen und gestern wurde dann direkt neben dem Blickfang Lingens, die nächste Lingener Streichholzbeschneidung vorgenommen – eine Woche nach einem unsere Stadt verschandelnden, gärtnerischen Komplettkahlschlag an der Klasing- und Gymnasialstraße und genauso unanständig-unangekündigt.

Wir sehen heute: Es sieht Scheiße aus. Ebenso spargelig wie bei en Platanen vor dem neuen Rathaus oder auch vor ein paar Tagen die aktuelle Platanen-Streichholzbeschneidung auf dem Parkplatz an der VHS – auch da nur dieser schreckliche Lingensche Einheits-Streichholz-Sägeschnitt.

Daher möchte ich jetzt für die Macher im städtischen Bauhof einen Fortbildungskursus finanzieren, damit sie sehen und lernen, dass und wie es auch anders geht als „steil hoch“ und „mit Säge ab“. Eben mit einem behutsamen Kronenschnitt wie an allen anderen Orten in Deutschland. Daher das Crowdfunding. Macht jemand mit?

(Zitate aus wikipedia)

 

„Wood is the New Good“

13. Februar 2019

Lingener Architekturreihe
Vera Hartmann (Sauerbruch Hutton, Berlin)
„Wood is the New Good – Urbaner Holzbau als Chance und Versprechen einer nachhaltigen Verdichtung der Stadt“
Lingen (Ems) – IT-Zentrum Lingen, Kaiserstraße 10b
Donnerstag, 14. Febr. ’19 – 19 Uhr
Eeintritt frei

Die Architektin Vera Hartmann von Sauerbruch Hutton (Berlin) kommt im Rahmen der Architekturreihe der Stadt Lingen (Ems) in das IT-Zentrum nach Lingen. Ihr Werkvortrag trägt den Titel „Wood is the New Good – Urbaner Holzbau als Chance und Versprechen einer nachhaltigen Verdichtung der Stadt.

Zum Werkvortrag: Das Thema Holz ist in aller Munde. Der traditionsreiche Baustoff ermöglicht eine ökologisch nachhaltige, kostengünstige und zeiteffiziente Verdichtung unserer Städte. Dank moderner Vorfertigungstechniken und Konstruktionen sind inzwischen selbst Wolkenkratzer aus Holz möglich und in Planung. Sauerbruch Hutton erforschen mit der Immanuelkirche in Köln, dem Hager Forum im Elsass, dem Umweltbundesamt in Dessau, der Metropolitan School in Berlin und dem derzeit weltweit größten Wohnbau aus Holzmodulbauweise in Hamburg ein breites Spektrum an Möglichkeiten, die Holzbauweise anzuwenden.

Die Dipl.-Ing. Architektin Vera Hartmann, 1970 in Gießen geboren, studierte an der BTU Cottbus, der Escola Tècnica Superior d‘Arquitectura de Barcelona sowie an der Hochschule der Künste Berlin. Seit Anfang des Jahres 2000 arbeitet sie als Projektleiterin bei Sauerbruch Hutton Berlin, einem international renommierten Büro für Architektur, Städtebau und Gestaltung. Vera Hartmann verantwortet dort zahlreiche Projekte in sämtlichen Leistungsphasen, unter anderem leitete sie den Neubau der Immanuelkirche Köln, für den Sauerbruch Hutton den Deutschen Architekturpreis 2015 erhielt. Verantwortlich war sie auch für das im vergangenen Jahr abgeschlossener Projekt Berlin Metropolitan School.


Die Architekturreihe der Stadt Lingen (Ems) steht in diesem Jahr unter dem Titel „Architektur & Urbanität“. In diesem Rahmen will die Stadt Lingen renommierten Architekten, Gestaltern und Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, in ungezwungener Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. „Wir möchten Lust auf Architektur und Baukultur machen“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee zu der Reihe. Der Austausch sei dabei besonders wichtig. Angesprochen sind Architekten, Planer und alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region.

(Text; Foto: Vera Hartmann, (c) Sauerbruch Hutton)

Gauerbach 5

11. Januar 2019

Auf dem Neujahrsempfang verkündete OB Dieter Krone die Ausweisung weiterer „Baugebiete“, wie künftige Wohnbereiche in der Stadt Lingen (Ems) immer genannt worden sind. Er brüskierte damit die Mitglieder des Lingener Stadtrats, die nicht der CDU angehören. Die nämlich wusste und weiß offenbar, von Krone informiert, wo die Stadtverwaltung Bauland kauft. Da heißt es dann gern im informellen Gespräch mit den nicht informierten Kolleginnen und Kollegen der Minderheitsfraktionen, „ich habe etwas gehört“, man dürfe „darüber aber noch nicht sprechen, weil…“ etc. etc.

Daher herrschte gestern im Ortsrat Laxten auch eine Mischung von Unverständnis und Empörung, als der Plan für den „Gauerbach 5“ auf den Tisch flatterte. Empört war die Mehrheitsriege nämlich, dass der Bereich überhaupt genannt wurde, der da südlich der Lengericher Straße zwischen dem ältesten Teil des Gauerbachs und dem Kreisverkehr eingangs Brockhausen künftig „Baugebiet“ werden soll. Nr 5 heißt der flächenverbrauchende Bereich, weil es sich um die fünfte Erweiterung des 1969 gegründeten Stadtteils handelt, mit dem die damals selbständige Gemeinde Laxten  sich einen Einkommensteuerteil der Neubürger sichern wollte; damals erhielten die Stadträte und Gemeinden erstmals einen Anteil von 14% an der Einkommensteuer. Das wollte sich Laxten nicht entgehen lassen und erdachte den Gauerbach.

Die Flächen gehören übrigens ausgerechnet einem Bruder des  Ortsvorstehrsr von Brockhausen, Stefan Koors. Beie wurden bereits am Laxtener Brook nahe des Kreisverkehrs mit einem sog. Altenteiler-Haus beglückt, das ein Bauen im unbeplanten Außenbereich ermöglicht, was sonst von Gesetzes wegen nicht möglich ist. Der 45jährige Stefan Koors wohnt dort, arbeitet aber als Ingenieur für Versorgungstechnik als Mitarbeiter der Stadtwerke Lingen. „Altenteiler“ ist er also gar nicht…

Hier also das vorgesehene Bauland, das in weiser Vorausschau schon vor 15 oder mehr Jahren im Rahmen des Flächennutzungsplanung zu „Bauerwartungsland hochgezogen“ wurden. Jetzt sollen mindestens 120-Bauplätze entstehen.

Warum der OB nicht alle Ratsmitglieder informiert, bevor er mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit geht, weiß ich nicht. Ausdruck planvollen oder gar starken Handelns ist das nicht.

Kleines Bonbon am Rande: Die Fläche liegt gar nicht -wie der übrige Gauerbach – im Lingener Ortsteil  Laxten, sondern in Brockhausen. Ohne Änderung der Ortsteilsgrenzen düfen die neuen Bewohner also nicht die Laxtener Ortsratsvertretung mitwählen, sondern bekommen mit dem Grunderwerb Ortsvorsteher Stefan Kroos als Oberhaupt mitgeliefert.

Und jetzt Lingen? Wie weit treiben wir den Flächenverbrauch?

——

In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, dass Stefan Koors die Flächen verkaufe und mit dem Altenteiler-Haus nahe des Kreisverkehrs beglückt worden sei. Dies trifft so nicht zu, tatsächlich stehen die Flächen und das Altenteilerhaus im Eigentum seines Bruders.

 

Lingen & Denkmal

13. November 2018

Architekturreihe Lingen & Denkmal
Prof Johannes Schilling (Köln)
„Transzendente Räume – Architektur zwischen Radikalität und Illusion“

Lingen (Ems) – IT-Zentrum, Kaiserstraße 10b
Do 15. Nov. 2018 – 19 Uhr
Eintritt: frei

Die Architekturreihe Lingen & Denkmal wird an diesem Donnerstag mit einem Vortrag des Kölner Architekten Johannes Schilling fortgesetzt. Die Stadtverwaltung kündigt den Vortrag mit diesen Worten an:
„Architektur ist die Kunst, einen allgemeinen Zustand des Übergangs, von der räumlichen Idee über die gebaute Form bis zu den Empfindungen der Nutzer, in der Schwebe zu halten. Dieses vielschichtige Wissen um die Architektur wird von Schilling Architekten fortwährend erweitert. Mit jedem Projekt stellt sich die Frage nach dem Wesen und dem Umfang von Architektur neu. Johannes Schilling vollzieht in seiner Architektur eine beständige Evolution von Form und Ausdruck in dem von Raum und Kontext gesetzten Rahmen. Historie, soziale Belange und schlichtweg Funktionalität mögen die Architektur prägen, aber bestimmt wird sie von der Sensibilität, die Dinge in einem erweiterten Verständnis aufzunehmen und zu reflektieren. Der Widerhall, der dabei in uns Betrachtern und Nutzern erzeugt wird, ist der eigentliche Gewinn. So bleibt die Architektur gleichermaßen zugänglich und voller lebhafter Überraschungen – mit anderen Worten, ein Phänomen.
Prof. Johannes Schilling, Jahrgang 1956, studierte Architektur an der RWTH Aachen, an der Kunstakademie Düsseldorf und an der NSTC Halifax. 1984 gründete er das Büro Schilling Architekten in Köln und hat seit 2003 eine Professur an der Münster School of Architecture inne.“


Mit der Reihe „Lingen & Denkmal“ will die Stadt Lingen (Ems) renommierten Architekten, Gestaltern und Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, in ungezwungener Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. Im Jahr 2018 steht dabei das Thema „Lingen & Denkmal – Neue Architektur in alten Mauern“ im Mittelpunkt. „Wir möchten Lust auf Architektur und Baukultur machen“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee zu der Reihe. Der Austausch sei dabei besonders wichtig. „Ich wünsche mir, dass die Architekten und Bauschaffenden einmal abseits von konkreten Projekten miteinander ins Gespräch kommen“, so der Stadtbaurat. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen vor allem alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region.

 

(Foto © Stadt Lingen(Ems))

Wir müssen reden

28. September 2018

Wir müssen reden. Die Sparkasse Emsland plant, ihren Standort am Lingener Marktplatz entgegen früherer Vereinbarungen in eine Kassenfiliale umzuwandeln. Es gehen dabei Dutzende qualifizierter Arbeitsplätze verloren. Dazu will sie das bisherige Sparkassengebäude Am Markt 3 verkaufen und das vor knapp 50 Jahren als Non-plus-ultra errichtete Haus nebenan zur Geschäftsstelle (neudeutsch: Servicecenter) umbauen. Dazu hat sie einen Architektenwettbewerb veranstaltet und im Frühjahr abgeschlossen.

Das alles führt sie ohne große Diskussionen sowie im wesentlichen an der Stadt Lingen (Ems) und ihren Repräsentanten  vorbei. Allein OB Dieter Krone und Stadtbaurat Lothar Schreinemacher durften nach -sagen wir- dringlich formulierter Bitte im Preisgericht des Wettbewerbs unter Vorsitz von Prof. Dr. Volker Droste (Oldenburg) dabei sein. Doch die Fach-  und Sachpreisrichter im Gremium kamen überwiegend aus Meppen: Landrat Reinhard Winter, und der Vorstand der Sparkasse Emsland, Ludwig Momann, Oliver Roosen und Marco Menne, der privat im Gauerbach lebt. Es entschied sich aber letztlich gar nicht sondern vergab … zwei erste Plätze, ein kleingiebeliger Entwurf des weltbekannten Schweizer Architekten Max Dudler (oben; mehr) kam ebenso auf Platz 1 wie ein großgiebeliger Entwurf des Architekturbüros B-Werk aus Spelle ().

OB Dieter Krone damals: „Es ist den Planern gelungen, eine herausragende architektonische Gestaltung im Zusammenhang mit der städtebaulichen Entwicklung im Herzen der Stadt Lingen zu realisieren.“ Deutlich nüchterner sah dies dann der Lingener Planungs- und Bauausschuss.

Damals berichtete die Lingener Tagespost über die „Bitte“ von CDU-Fraktionschef Uwe Hilling , „dass über die weiteren Planungen im Planungs- und Bauausschuss informiert wird. Es handelt sich um ein sehr zentral gelegenes Grundstück in der Stadt. Wir wollen die Sparkasse dort erhalten, die auch eine Verpflichtung gegenüber der Stadt hat“, sagte. Es solle sich aber später nicht ausschließlich als reines Bürogebäude präsentieren. Es gebe weitere Nutzungen, die ebenfalls interessant seien.

Sein Fraktionskollege Jürgen Herbrüggen ergänzte: „Eine optische Zweiteilung der Funktionsbereiche der Innenstadt, hier Einzelhandel, dort Büros, gilt es zu vermeiden. Im Erdgeschoss sollte es etwas geben, was Handels- und Büronutzung verbindet.“ Thomas Pertz titelte für die Lokalzeitung: „Ausschuss in Lingen gegen ‚reine Büro- und Gardinenfront'“ – und bei dieser Formulierung fühlte nicht nur ich mich in die frühen 80er Jahre zurück versetzt, als genau dasselbe über die jetzige, damals neu entstehende Sparkassen-Geschäftsstelle am Markt 3-5 gesagt wurde und dann doch alles genauso büro- und gardinenmäßig kam wie befürchtet.

In dieser Woche hat nun der Verwaltungsrat der Sparkasse beschlossen, wie es beim aktuellen Projekt weitergehen soll. Inzwischen haben die B-Werk-Architekten nachgearbeitet und aus dem flotten Giebelbild ist ein eher phantasieloses Einerlei mit zwei nahezu gleichförmigen Giebeln entstanden (Zeichnung oben). Vorangegangen war die im April von einem Pressesprecher der Sparkasse Emsland angekündigte Prüfung der „prämierten Wettbewerbsarbeiten auf Umsetzungsdetails und „wirtschaftliche Realisierbarkeit“

Über das Ergebnis dieser Prüfung der wirtschaftlichen Realisierbarkeit wird zu reden sein, nachdem der städtebaulich anspruchsvollere und keineswegs wuchtigere (so aber gestern die LT)  Dudler-Entwurf gar nicht erst auf den Weg gelassen wurde. Die Speller B-Werker haben jedenfalls einen eher gleichförmigen Wir-bauen-eine-Bank-Entwurf  vorgelegt, der den (ge)werblichen Belangen der Sparkasse bequem entspricht, nicht aber den Anforderungen an das Stadtbild. Schade ist das.

Interessant wie spannend ist daher, ob „Rat und Verwaltung“ und vor allem die Bürgerschaft in Lingen, also unsere kommunale Selbstverwaltung, das Vorhaben mit seinen Gardinen und Schießscharten-Fenstern in Erdgeschoss durchwinken  oder ob sie deutliche Nachbesserungen verlangen.

Nicht minder interessanter ist, ob sie es auch akzeptieren, die verbindlichen Zusagen nicht mehr zu beachten, die im Rahmen der Vereinbarung geschlossen wurde, als die Sparkasse Emsland vor 17 Jahren mit den Kassen in Meppen und Papenburg vereinigt wurde. Da wurde der Verbleib Dutzender hochqualifizierter Sparkassen-Arbeitsplätze in Lingen vereinbart, von denen fast keine mehr vorhanden sind…

(Fotos oben:  © Thomas Pertz, LT)

wenn Mütter sie gestalten

14. September 2018

Natalie Mayroth hat einen Beitrag von Christine Murray in der britischen Zeitung „The Guardian“ entdeckt und auf dieser feinen piqd-Plattform dargestellt. Ich meine, das diskutiere ich in meiner Familie immer wieder: Architektur aus der Sicht von Müttern: Wie sähen unsere Städte aus, wenn Mütter sie gestalten? Man muss ja nur die lokale Zeitung durchblättern, um zu sehen, wie weit diese Vorstellung von der Realität entfernt ist: Denn alles, was mit Bauen zu tun hat, wird als Männersache begriffen. Dazu braucht man keine feministischen Ansätze sondern nur die Bilder von Spatenstichen und Einweihungen sehen. Es gibt jedenfalls in unserer Region nur ganz wenige Ausnahmen, beispielsweise die Unternehmerin Annemarie Lühn, die jenseits des Wellbergs ein besonderes städtebauliches Projekt natürlich mit Kita verwirklichen will und auch sonst eigene Akzente setzt. Beispielsweise gab es vor zwei Wochen ein Betriebsfest der Firma LühnBau, das familien- und nicht männerorientiert veranstaltet wurde. Vorbildlich, da hätten selbst der OB und die Lingener CDU dazulernen können – beide waren aber nicht da bzw. vertreten…. Hier der Mayrothsche Mütter-Beitrag:

„Wie immer, wenn es um Fragen der Zukunft geht – wie wollen wir leben, wie wollen wir gestalten, wie wollen wir wohnen – ist es auch eine Frage der Repräsentanz, dem Mitbedenken, dass eine Gesellschaft vielfältig ist und unterschiedliche Bedürfnisse hat.

Doch wie soll das geschehen, wenn die EntscheiderInnen alle allzu gleich sind? Beziehungsweise wie äußert sich das? Wer schon einmal mit einem Kinderwagen unterwegs war – es muss nicht mit dem eigenen Kind gewesen sein oder mit Kleinkind(ern) – der sieht Städte anders. Und das ist der Punkt, an dem Christine Murray ansetzt.

What would our cities be like if mothers had more of a role in designing them? There would be ramps everywhere, for a start. Schlepping a pushchair around makes you think differently about stairs. I cried when my nearest station was revamped without the inclusion of a lift. To stand at the bottom of that flight of steps with two kids and a newborn in a pram is to experience the kind of despair usually reserved for rat-infested dungeons. Any station or public building undergoing refurbishment should by law be made step-free.

Ja, was wäre, wenn nicht nur Frauen, sondern Mütter die Architektur von Städten wie London gestalten würden? Von mir aus auch die Väter, die mit Kind in der Stadt unterwegs sind und die öffentlichen Verkehrsmittel statt den Kombi nutzen. Ich denke, nicht nur London hat da Nachholbedarf. In deutschen Städten könnte man sich die Frage auch stellen beziehungsweise richte ich dieses Gedankenspiel ans piqd-Publikum.

Was meint ihr: Wie sähen unsere Städte aus, wenn wir mehr Stadtplanerinnen mit Kindern an den entscheidenden Positionen hätten? Bei einem weiteren Punkt stimme ich Murray zu, junge Leute und Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, einzubeziehen, würde für uns alle die Stadt lebenswerter machen. Wenn wir, wenn die Politik das will.“

Peter Wilson

11. September 2018

Peter Wilson
„Über dem Horizont – Projekte von Bolles+Wilson in Deutschland und andere europäischen Ländern“
Architekturreihe „Lingen & Denkmal“
Lingen (Ems) – Kaiserstraße 10b (IT-Zentrum)
Do 13. Sept. 2018 – 19 Uhr
kein Eintritt
Im Rahmen der Architekturreihe “Lingen & Denkmal” kommt der Architekt Peter Wilson vom Büro Bolles+Wilson aus Münster am Donnerstag, 13. September 2018, um 19 Uhr in das IT-Zentrum nach Lingen. Sein Werkvortrag trägt den Titel „Über dem Horizont – Projekte von Bolles+Wilson in Deutschland und andere europäischen Ländern“.
BOLLES+WILSON sind international bekannt für hohe Architekturqualität bei einer großen Bandbreite an Projekten, jedes von ihnen entwickelt als individuelle Lösung mit sorgfältiger Beachtung des kulturellen und des urbanistischen Kontextes, den es zu optimieren gilt. Ob kulturelles Programm (Neues Luxor Theater Rotterdam), Wohnen/Gewerbe (Hamburger Ensemble: Cinnamon Turm, Altes Hafenamt & Infopavillon) oder Einzelhandel/ Entertainment (Spuimarkt Block Den Haag), das Programm ist immer der Generator der Gebäudeform. Ihre Philosophie konzentriert sich auf die Inszenierung der praktischen Notwendigkeiten und der Aufgabe, die ein Gebäude durch kreative Erfindung erfüllen muss. Letztlich müssen das Praktische, das Technische wie auch die Nachhaltigkeit auf selbstverständliche und elegante Weise in Architektur und in Räume mit einer besonderen und ganz eigenen Aura verwandelt werden. Bolles+Wilson haben ihren Sitz in Deutschland, operieren aber international mit Projekten in Albanien, Australien, Dänemark, Großbritannien, Italien, Japan, Korea, Libanon und den Niederlanden. An jedem Standort gibt es eine enge Kooperation mit lokalen Partnerbüros.
Mit der Reihe „Lingen & Denkmal“ will die Stadt Lingen renommierten Architekten, Gestaltern und Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, in ungezwungener Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. Im Jahr 2018 steht dabei das Thema „Lingen & Denkmal – Neue Architektur in alten Mauern“ im Mittelpunkt. BOlles + Wilson sind in Lingen keine Unbekannten. Schauen Sie mal hier.
Die Architketur-Reihe 2018 endet am 15. November mit Prof. Johannes Schilling von Schilling Architekten aus Köln. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen vor allem alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region.
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Peter L. Wilson Born in Melbourne/Australia
1969-71 Architectural Studies University of Melbourne
1972-74 Studies at the AA London
1974 AA Diploma Prize
1974-75 Teaching Assistant, AA London
1976-79 Intermediate Unit Master, AA London
1980-88 Diploma Unit Master, AA London
1994-96 Visiting professor, Kunsthochschule Weißensee Berlin
2006-08 Visiting professor Accademia di Architettura, Mendrisio (CH)
President’s Prize 2009 of the Australian Institute of Architects
Gold Medal 2013 of the Australian Institute of Architects
2013-14 Visiting professor Edinburgh School of Architecture and Landscape Architecture
since 2014 International Fellow of the RIBA
2018 Speculative to Operative ESALA conference on the early work of Peter Wilson