hochschule_bochum_logo_2007-svgIm Rahmen der Architekturreihe „Lingen & Wohnen“ spricht Prof. Jörg Probst (Gertec GmbH, Essen) am Donnerstag, 16. Februar, 19 Uhr, im IT-Zentrum, Kaiserstr. 10b,  zum Thema „Nachhaltiges Bauen und Wohnen: Die Suche nach dem roten Faden“. „Prof. Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH)“ -so der offizielle Titel- Jörg Probst stellt dabei die Frage in den Mittelpunkt, wie nachhaltiges Bauen funktionieren kann, wo die Systemgrenzen liegen und welche Ergebnisse überhaupt erzielt werden können.

Probst ist Geschäftsführer der Gertec GmbH aus Essen. Seit mehr als 25 Jahren ist er im Bereich Energiewirtschaft mit den Schwerpunkten Energieeffizienz und -versorgung tätig. Dabei arbeitet er mit großen Architekturbüros sowie kommunalen Trägern zusammen. Seit 2009 hat der Referent eine Professur im Fachbereich Architektur an der Hochschule Bochum inne und forscht sowie lehrt dort zum Thema „Nachhaltige Gebäudetechnik“.

Mit der Reihe „Lingen & Wohnen“ will die Stadt Lingen renommierten Architekten, Gestaltern und Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, in ungezwungener Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt dabei auf den Themen Wohnen und Wohnungsbau.

probst2Neben Prof. Jörg Probst (Foto lks @Gertec) konnte die Stadt Lingen dafür weitere renommierte Referenten gewinnen. Stefan Forster des gleichnamigen Architekturbüros in Frankfurt stellt am 4. Mai das Thema „Architektur für den Lebensraum Stadt“ in den Mittelpunkt. Nach der Sommerpause wird der Leiter des Dezernates für Stadtentwicklung, Planen und Bauen aus Köln, Franz-Josef Höing, nach Lingen kommen. „Typus und Topos – endgültig ungültig. Die Zusammenhänge von Klima und Wohnen“ heißt der Titel des voraussichtlich letzten Werkvortrags 2017 von Prof. Günter Pfeifer am 9. November.

„Wir möchten Lust auf Architektur und Baukultur machen“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee zu der Reihe. Der Austausch stehe dabei im Mittelpunkt. „Ich wünsche mir, dass die Architekten und Bauschaffenden einmal abseits von konkreten Projekten miteinander ins Gespräch kommen“, so der Stadtbaurat. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen vor allem alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Handbuch DIY Stadtanleitung

29. Oktober 2016

Sich aktiv in die Stadtgestaltung einzubringen ist manchmal gar nicht so einfach. Oft sind bereits die bürokratischen Hürden das Ende vom Engagement. Die Stadt Wien möchte das ändern – mit einer DIY Anleitung.

Wer schon mal ein Straßenfest organisiert hat oder ein Mural genehmigen musste, weiß, wie umständlich das Prozedere sein kann. Alleine den richtigen Ansprechpartner im richtigen Amt zu finden kann schon Tage dauern. Bis dann der Antrag mit allen benötigten Unterlagen beim Amt vorliegt und bearbeitet ist, können schon mal mehrere Wochen und die Lust vergehen.

Um den Zugang für die Stadtmitgestaltung im eigenen Kiez zu erleichtern, hat die Stadt Wien über die ein Handbuch veröffentlicht. Das Handbuch DIY StadtanleitungHandbuch DIY Stadtanleitung gibt auf rund 100 Seiten Tipps, wie man sich durch Projekte aktiv in die Stadtplanung einbringen kann und wie man diese realisiert. Anhand von Beispielen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen wird erklärt, wie man ein Open Air genehmigt, einen Nachbarschaftsgarten ins Leben ruft, Sitzmöbel aus Paletten für den öffentlichen Raum baut oder ein Mural in der Nachbarschaft realisiert. Insgesamt enthält das Handbuch 20 Praxisbeispiele. Und dabei sieht das Buch auch noch ziemlich schick aus, was man längst nicht von allen Amtsbroschüren sagen kann.

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„Die „DIY Stadtanleitung“ – konzipiert und realisiert von der GB*6/14/15 – stellt praktische und theoretische Anleitungen vor, die helfen die Stadt individuell zu verschönern, zu verändern und zu beleben. Die Broschüre bietet Ideen, Anregungen und Anleitungen zum Mitgestalten und geht in einzelnen Beiträgen auch auf die aktuellen Herausforderungen einer aktiven und motivierten Stadtgesellschaft ein.“

Das Handbuch ist bereits die zweite, aktualisierte Auflage. Die Publikation gibt als gedrucktes Buch in Wien und als Download. Herausgeber ist die Wiener Gebietsbetreuung 6/14/15 (GB* 6/14/15)*

* Am Namen muss das Amt allerdings noch Arbeiten. „Wo bekomme ich das Heft? Bei 6/14/15. Ah, verstehe…“

(gefunden bei urbanshit)

Da denke ich:
Auch für unser Städtchen ist dies eine gute Idee, wo wir doch vor allem Plastikzäune, Werbetafeln,  Mülleimer and andere misslungene Dinge in und an die Straßen stellen..

 

umfahren

11. Oktober 2016

Seit gestern haben die Stadtwerke Lingen an der Kurt-Schumacher-Brücke „mit notwendigen Sanierungsarbeiten an den Erdgasleitungen“ begonnen. Bis voraussichtlich Freitag, 14. Oktober, ist die viel befahrene Linksabbiegespur Richtung Rheiner Straße gesperrt. Wir lesen: „Um den Verkehrsfluss möglichst wenig zu behindern, finden die Arbeiten in den Herbstferien statt. Umleitungen werden ausgeschildert. Ortskundige werden gebeten, die Sperrung weiträumig zu umfahren.“ Man darf sich bei so viel Herbstferien-Zynismus beiseite lachen.

Denn abgesehen davon, dass es in unserer Stadt große Experten im zügigen Straßenbau gibt und auch wenn viele Autofahrer über die Untätigkeit nur den Kopf schütteln: Seit gestern ist klar, weshalb man die Arbeiten nicht im Stück von Samstag 18 Uhr bis Montag 6 Uhr erledigt hat. Die Antwort: Gut Ding will eben öffentliche Dienstweile haben! Guckst Du hier:

 

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Gestern, Montag, 10.10.2016, 8.20 Uhr (vertrauliche Bitte: Der Leser/die Leserin beachte die zahlreichen Arbeitskräfte auf der Großbaustelle). Und erst am gestrigen Montag um 17.00 Uhr. Bei twitter würde es jetzt heißen: @wroglingen übernehmen Sie!

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Ganz wichtig war übrigens, von der schönen Betonsäule unten den wilden Wein abzukratzen. Dessen herbstliches Rot störte nun wirklich…

„Lingen & …“

4. September 2016

Architekturreihe: „Lingen & …“
Cornelius Wens: Neue Lernlandschaften!
Lingen (Ems) – IT-Zentrum (Kaiserstr. 38b)
Do, 8.9.2016 – 19 Uhr
Eintritt: frei

0826architekturreihe_wensIm Rahmen der Architekturreihe „Lingen & …“ kommt Cornelius Wens von dem Büro „CROSS Architecture“ am Donnerstag, 8. September, in das IT-Zentrum nach Lingen. Unter der Überschrift „Neue Lernlandschaften“ wird der Partner in dem Aachener Büro unter anderem das mit dem BDA Preis Niedersachsen 2015 prämierte Hörsaalgebäude Osnabrück vorstellen. Beginn ist um 19 Uhr im IT-Zentrum (Kaiserstraße 10b in Lingen).

CROSS Architecture ist ein neues, internationales Architektennetzwerk, das Anfang 2016 von Markus Sporer und Cornelius Wens in Aachen gegründet worden ist. Im Juni folgte die Gründung des Standortes in Amsterdam durch Marcel Blom. Mit seiner deutsch-niederländischen DNA steht das Unternehmen für eine Architektur von hoher räumlicher und gestalterischer Qualität, die die unkonventionelle und experimentierfreudige Herangehensweise der niederländischen Architekturschule mit der technischen Präzision und Wertigkeit der deutschen Baukultur verbindet. So entsteht „best of both worlds“ – heißt es auf der Internetseite des Büros.

CROSS Architecture hat bereits vielfältige Projekte im Bereich Öffentliche Bauten realisiert, von Universitätsgebäuden über Museen, Kulturbauten und Shopping-Centern, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Cornelius Wens wird neben dem Hörsaalgebäude in Osnabrück weitere abgeschlossene und laufende Projekte des Büros vorstellen.

(Foto: (c) Stadt Lingen)


Mit der Reihe „Lingen & …“ will die Stadt Lingen (Ems) renommierten Architekten, Gestaltern und Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, in ungezwungener Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. „Wir möchten Lust auf Architektur und Baukultur machen“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee. Der Austausch stehe dabei im Mittelpunkt. „Ich wünsche mir, dass die Architekten und Bauschaffenden einmal abseits von konkreten Projekten miteinander ins Gespräch kommen“, so der Stadtbaurat. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen vor allem alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region. 

statt Bauer und Vieh

1. September 2016

Der Niedersächsische Staatspreis für Architektur geht dieses Jahr an das UNESCO Weltkulturerbe „Mariendom Hildesheim mit Dommuseum und Annexbauten“.

Der Staatspreis ist die höchste Architekturauszeichnung Niedersachsens und wird vom Land in Kooperation mit der Architektenkammer Niedersachsen vergeben. Dieses Jahr stand er unter dem Titel „Bauen für die Öffentlichkeit“.Die Jury hat den Preisträger aus 96 Bewerbungen  ermittelt. Alle Ergebnisse werden jetzt in einer Dokumentation veröffentlicht und in einer Wanderausstellung an verschiedenen Standorten Niedersachsens gezeigt.

Rathaus_Bissendorf2Sozusagen den 2. Preis, exakt: eine von zwei Nominierungen, erhielt in diesem Jahr das neue Rathaus in Bissendorf bei Osnabrück, also ein Bauvorhaben ganz in unserer  Nähe. Die Jury befand: „Durch die versetzte Anordnung der Baukörper gelingt es den Architekten beispielhaft, den öffentlichen Raum zu gliedern und neu zu definieren. Die herausgearbeiteten Freiräume des Kirchplatzes und des Bürgergartens bieten exzellente Orte öffentlichen Gemeindelebens. Mit seiner markanten Giebelform schiebt sich der Bürgersaal bis auf den Kirchplatz vor und formuliert zusammen mit dem Turmbau der St. Dionysius Kirche eine identitätsstiftende Silhouette. Aufgrund seiner exponierten Lage sowie des bis in den Dachraum offen gestalteten Innenraums wird der Bürgersaal zum Sinnbild eines offen-demokratischen Gemeindelebens.“

Jahrhundertelang wurde das niederdeutsche Hallenhaus („Niedersachsenhaus“) im ländlich-bäuerlichen Norddeutschland gebaut und prägt noch heute viele Gemeinden. In Bissendorf  kommt nun in einem modernen Hallenhaus mit Steilgiebel statt Bauer und Vieh der Gemeinderat zusammen. Die Stuttgarter Architekten Blocher Blocher Partners hatten 2013 den Wettbewerb mit 15 Teilnehmern zum Neubau dieses Rathauses gewonnen. Die Schwaben entwarfen das Ensemble aus Verwaltungsriegel und Bürgersaal in Form eines Hallenhauses, das nun in Nachbarschaft seiner historischen Vorgänger am Bissendorfer Kirchplatz steht. Statt als Fachwerk ist es in Beton konstruiert und verklinkert.

(Quelle und mehr…)

Foto: MirwaldM CC Attribution-Share Alike 4.0 International).

bisher nicht erkennbar

24. August 2016

Bildschirmfoto 2016-08-23 um 23.09.54Sie lebt, agiert und handelt, weil man sie nach ihrem Eindruck gerade veräppelt: die Bürgerinitiative pro Altenlingener Forst. Ihre Webseite ist inzwischen zu wordpress.com umgezogen und die LingenerInnen können dort Erstaunliches lesen, nachdem doch verkündet worden war, dass jetzt alles Friede, Freude, Eierkuchen sei:

„Nachdem alle Gespräche und Bemühungen zur nachhaltigen Sicherung des Restwaldes zwischen Waldstraße, Hohenpfortenweg, Bahn und Straße Im Brooke“ – wie im vorherigen Blogbeitrag dargelegt -fruchtlos verlaufen sind,  hat die BI Pro Altenlingener Forst e.V. der Stadt Lingen durch ihren Fachanwalt eine offizielle Rüge übermittelt.

[im Wortlaut…

Sinn dieser Rüge ist es, die Ernsthaftigkeit der BI zu unterstreichen, im Zweifelsfalle erneut den Weg einer Normenkontrollklage zu beschreiten, da eine nachhaltige Sicherung des Waldes gemäß Protokoll des Treffens zwischen Vertretern der Stadt Lingen, BP Raffinerie und der BI  am 21.Dez. 2015 bisher nicht erkennbar ist.

Die Aussagen der CDU hierzu entsprechen nicht der juristischen Realität.

[Zitat aus diesem Blogbeitrag: „Im Kommunalwahlkampf rühmt sich die CDU (LT 18.Aug. 2016): „Wir haben unser Wort gehalten, als wir 2011 gesagt haben, dass mehr Wald nicht wegkommt, …..“.

Warum dann nicht diese Flächen in den relevanten Planungen als „Wald“ festlegen??Vertrauen ist eine Sache, Planungssicherheit erreicht man aber nur durch planerische Festlegungen. So ist das…“]

Vor einer eventuellen Klage soll so der Stadt Lingen und den maßgeblichen politischen Akteuren noch einmal die Gelegenheit gegeben werden, die in Frage stehenden Gebiete endgültig planerisch als Wald festzulegen und die Streichung des Güterverkehrszentrum (GVZ) aus allen relevanten Planungen zeitnah in die Wege zu leiten.“

Gestern gab es ein Pressegespräch, in dem Vertreter der Bürgerinitiative ihre Kritik noch einmal unterstrichen haben. Ich bin gespannt, was darüber zu lesen sein wird.

Alle drei Jahr vergibt der Landesverband Niedersachsen des Bund Deutscher Architekten (BDA) den BDA Preis Niedersachsen. Diese inzwischen zum 15. Mal vergebene Auszeichnung wird für beispielgebende baukünstlerische Leistungen verliehen – zuletzt im vergangenen Jahr. In einer Ausstellung werden anschließend die prämierten Arbeiten gezeigt. Die Ausstellung ist jetzt vom Mittwoch, 27. Juli, bis zum Freitag, 26. August, im Foyer des Neuen Rathauses in Lingen zu sehen.
Zu den Preisträgern 2015 zählt auch ein Lingener Bauwerk: Das neue Schöpfwerk des Mühlenbachs in Reuschberge ist vom Lingener Architekturbüro Vickers & Krieger. Es ist bereits mit dem Förderpreis für junge Architekten in Niedersachsen „max 45“ ausgezeichnet worden. Im November 2015 konnte Arnd Vickers die Auszeichnung des BDA in Hannover entgegen nehmen.
Harald Kiefer, Vorsitzender des Bundes Deutscher Architekten (BDA), wird die Ausstellung am Donnerstag, 4. August, 19 Uhr im Foyer des Rathauses eröffnen und dabei auch das Schöpfwerk sowie die anderen Preisträger näher vorstellen. Dazu lädt die Stadt Lingen alle Interessierten herzlich ein. Der Eintritt an diesem Abend ist frei.
Der Landesverband hat den BDA Preis Niedersachsen übrigens 2015 zum 15. Mal ausgelobt. Es handelt sich um den ältesten und bedeutendsten Architekturpreis in Niedersachsen. Die Wanderausstellung der prämierten Bauten ist in allen Regionen Niedersachsens zu sehen – im August nun auch in Lingen.

Außenwelt

21. Juli 2016

Ein lokaler Zwischenruf:

Gestern hat wieder eine kleine Schar Arbeiter Leitungen im Bereich des gesperrten Kreisverkehrs Burgstraße/Wilhelmstraße/Rosemeyerstraße verlegt – etwa acht Stunden, dann war Schluss. Außerdem ist immer ab Freitagmittag bis Montagmorgen Arbeitsstopp. Die Baustelle an einem zentralen Punkt unseres Städtchens und damit die Sperrung der Burgstraße zieht sich ausgesprochen träge und zäh, was vorhersehbar war und was vorhergesagt wurde. Es war klar, dass täglich Tausende (!) durch die Sperrung genervt, belästigt und und behindert werden. Als ich dazu zu Beginn der Baustelle Kritik übte, wurde ich öffentlich belehrt. Es sei ja etwas anderes, körperliche Arbeit zu leisten als im Büro oder in einer Redaktion zu sitzen, und wenn es schneller gehen solle, sei bald alles wieder kaputt – Argumente aus dem wohlfeilen Almanach „Dummdreistes aus dem Schatzkästlein des 19. Jahrhunderts“. Die Twitterdiskussion ist hier teilweise nachzulesen.

Notwendig ist die Frage, weshalb nicht in zwei Schichten gearbeitet wird: 16 Stunden am Tag und jedenfalls auch samstags; Immerhin kommt nach den Leitungsarbeiten noch die Grunderneuerung der Straßenoberfläche, die ebenfalls Wochen dauern soll. Würde mit mehr „Manpower“ gearbeitet, wäre heute die Baustelle nahezu fertig. Stattdessen alles zusammen: 7 Wochen für 100m Straße. Und hinterher stehen dann die Verantwortlichen (übrigens nie die bauausführenden Arbeiter!) strahlend auf ’nem Farbfoto in der Lokalpresse, was sie doch für tolle Hechte sind, dass jetzt die XY-Straße wieder in Ordnung ist, usw usw. Man kennt das zur Genüge und es ist und bleibt einfach nur doof.

 

Also, liebe Stadtverwaltung Lingen: Warum so träge? WARUM GEHT DAS NICHT MIT MEHR EINSATZ? BÜRGERFREUNDLICHER? MIT MEHR RÜCKSICHT?! Man könnte wirklich den Eindruck gewinnen, dass es Euch wurscht ist.

Doris Lindhaus hat diesen Eindruck offenbar. Sie arbeitet in einem  Einzelhandelsbetrieb in der Burgstraße und ist faktisch ohne Arbeit. „Abgeschnitten von der Außenwelt“, schreibt sie. Daher hat sie sich heute in einer Leserzuschrift geäußert und ein Konzept für die schönste Straße in unserer Stadt gefordert. Das fehlt total. Jedes ihrer Worte stimmt.

 

 

Tag der Architektur

26. Juni 2016

TdA2016

Heute ist Tag der Architektur. Fast bundesweit. Die Veranstaltung bietet ein breites Spektrum architektonischer Leistungen: Privathäuser, neue Miet- und Eigentumswohnungen, Bauwerke für Büro und Verwaltung, für Schule und Bildung, für Senioren und Kinder, für Handwerk und Gewerbe bis hin zu Gärten und Parks.

Für die Besucher ergibt sich der besondere Reiz dieses Tages daraus, dass die meisten Objekte üblicherweise nicht für Interessierte offen stehen. Außerdem können sie neben vielfältigen Anregungen für eigene Planungs- und Baumaßnahmen auch im direkten Gespräch mit den Fachleuten vor Ort Positionen diskutieren, Probleme lösen und Fragen erörtern.

Das Besuchsprogramm kann per App geplant werden, die auf der TdA-Webseite heruntergeladen werden kann.  In unserer Region gibt es folgende neue Architektur zu entdecken:

Heede, Verwaltung mit Restaurant und Café (Kanneloni)

Lingen (Ems), Bürogebäude am Fiskediek in Laxten

Nordhorn, Erweiterung Evangelisches Gymnasium

Nordhorn, MoveInn, Hostel der Lebenshilfe

Nordhorn, Neue Hauptstelle der Grafschafter Volksbank

Nordhorn, Wohn- und Geschäftshaus auf dem ehem. RAWE-Gelände

Rheine, Modernes Penthouse am Markt (Sanierung nach Brandschaden)

Spelle, Technologiezentrum Fa Bernard Krone

 

Stadhuiskwartier

4. Mai 2016

Tatverdächtige müssen bekanntlich ihre Fingerabdrücke bei der Polizei abgeben, inzwischen jedermann auch bei der Einreise in die USA oder beim Freischalten seines iPhone. Die Bürgerinnen und Bürger im benachbarten Deventer an der Ijssel können ihre Fingerabdrücke seit kurzem auf der Fassade des neuen, vor ein paar Tagen eröffneten Rathauses wiederfinden. Vielfach vergrößert hat die niederländische Künstlerin Loes ten Anscher 2.264 einzigartige Fingerabdrücke in Aluminium gegossen und in Eichenholz gerahmt.  Bei Nacht verleihen sie dem von Architect Michiel Riedijk (Neutelings Riedijk Architectenentworfenen Gebäude eine goldig-warme Aura, schreibt BauNetz.

Mit dem Rathaus-Projekt in Deventer haben die bekannten Rotterdamer Architekten einen fast vollständig neuen Baukörper geplant (Video unten), der sich trotz seines Volumens perfekt in die historische Altstadt einfügt. Nur 4.000 Quadratmeter des insgesamt 24.000 Quadratmeter umfassenden Gebäudekomplexes macht der vorhandene denkmalgeschützte Bestand aus.

Das in der Planungsphase außerordentlich umstrittene Rathaus füllt fast einen ganzen Block in der Altstadt („Stadhuiskwartier“), organisiert sich um zwei Innenhöfe und schafft gleichzeitig mit dem „Mayor’s Square“ einen zusätzlichen überdachten Platz. Mehrere öffentliche Wege führen durch die Erdgeschosszone und verbinden die Innenhöfe mit zwei wichtigen öffentlichen Plätzen den „Grote Kerkhof“ und den Brink-Platz. Der Neubau knüpft damit an die historisch gewachsenen Stadtstrukturen Deventers mit ihren Gärten, Plätzen, verbindenen Pfaden und Wegen an.

Im Inneren wechseln sich öffentliche mit privaten Räumen ab und sind auch in ihrer Materialität verschieden. Robuste Materialien und einfache Details charakterisieren die öffentlich zugänglichen Bereiche. Boden, Wände, Säulen und Deckenpaneele sind entweder aus Beton gegossen oder aus schwerer Eiche gezimmert.

Die Eröffnung des Neubau für die ehemalige Hansestadt (einschließlich eines beeindruckenden Ratssaals) mit inzwischen fast 100.000 Einwohner war ein halbes Jahr später als geplant. Es kostete mehr als  65 Mio Euro und damit übrigens nominal etwa fünf Mal mehr als vor 20 Jahren die Rathausrenovierung in unserer halb so großen Stadt. Allemal unterstreicht es, wie wichtig qualitätsvolle Architektur im Zentrum einer Stadt ist. Bei uns gibt es da noch reichlich Nachholbedarf – nicht zuletzt wegen der von 2006 bis 2014 andauernden grandiosen Fehlbesetzung im Amt des Stadtbaurats.

Geplant sind in Lingen für die nächsten zehn Jahre  u.a. die Randbebauung des Universitätsplatzes, die Erweiterung und Modernisierung des Emslandmuseums und eine Brücke von der Innenstadt nach Reuschberge – allesamt notwendig und Gelegenheiten, unter Beweis zu stellen, dass gute Architektur auch im Emsland machbar ist.

(Quelle: Baunetz/lr; arch.daily, Neutelinks Riedijk Architecten)