Bildschirmfoto 2016-08-13 um 00.11.11Alle bekannten Überwachungskameras der Welt auf einer Landkarte anschauen? Das geht jetzt – mit einer neuen interaktiven Karte, die Überwachungseinträge aus dem Openstreetmap-Projekt anzeigt. Aktuell entsteht eine Weltkarte der Videoüberwachung. Unter dem Namen „Surveillance under Surveillance“ ist ein Kartografierungsprojekt gestartet, das Überwachungskameras weltweit anzeigt. Das Projekt visualisiert die Surveillance-Einträge von Openstreetmap. Es handelt sich dabei zumeist um Überwachungskameras, die nicht auf der regulären Openstreetmap-Karte angezeigt werden.

Kameratyp, Blickwinkel, privat oder öffentlich – alles ist erfasst

Auf der Karte ist ersichtlich, ob es sich um klassische Kameras oder um Dome-Kameras handelt, die rundherum filmen können. Zudem wird erfasst, ob es sich um öffentliche Kameras, um Indoor-Kameras oder um Kameras handelt, die im Außenbereich hängen. Eingetragen werden kann auch der Blickwinkel der Kameras. So entsteht eine detaillierte Karte der mittlerweile fast überall präsenten Videoüberwachung.

Max Kamba, der das Projekt ins Leben gerufen hat, stört sich seit Jahren an der rasant wachsenden Anzahl der Überwachungskameras:

In unseren Städten gibt es kaum noch öffentlichen Raum, der nicht unter dauernder Beobachtung steht. Vielen scheinen die Kameras nicht mal aufzufallen und wenn doch, nicht zu stören. Dient ja der „Sicherheit“ und „wer nichts zu verbergen hat“…

Um andere darauf hinzuweisen, wie schlimm es schon um das Thema Videoüberwachung bestellt ist, habe ich früher gerne auf das französische Projekt „osmcamera“ verlinkt, das genau wie Surveillance under Surveillance die weltweiten Surveillance-Einträge von Openstreetmap auf einer Karte dargestellt hat. Leider wurde die Seite kurz nach den Anschlägen auf die Konzerthalle Bataclan in Paris offline genommen. Das hat mich veranlasst, den noch auf Github verfügbaren Code zu forken und mit meinem eigenen Projekt an den Start zu gehen.

Mitmachen erwünscht

Die Anzahl der Kameras in den jeweiligen Städten gibt allerdings keine Auskunft darüber, ob in einer Stadt besonders viele Kameras installiert sind. Max Kamba erklärt das so:

Die auf der Karte gezeigten Daten stellen aber nur ein sehr verzerrtes Bild der Situation dar. Abhängig vom Engagement einzelner bei Openstreetmap Aktiven sind Daten erfasst oder eben nicht. In Hannover, durch diverse Antikameraaktionen des AK-Vorrat bekannt, gibt es mit über 1100 Einträgen z. B. mehr erfasste Kameras als in Berlin (knapp über 1000). Kassel hingegen ist ein weißer Fleck. Da scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, was ich allerdings nicht glauben kann.

Alle Menschen, die einen Openstreetmap-Account haben, können weitere Kameras erfassen oder bereits verzeichnete Kameras korrigieren und damit die Karte noch weiter verbessern. Max Kamba will mit seinem Projekt auch die Arbeit derjenigen würdigen, die fleißig Kameras erfassen, obwohl sie in der regulären Openstreetmap-Karte nicht angezeigt werden. So entstand eine Weltkarte der Videoüberwachung.

Projekte zur Erfassung von Überwachungskameras gibt es schon lange. Viele arbeiteten nebeneinander her. Mit der Fokussierung des Projektes auf die Surveillance-Einträge bei Openstreetmap könnten nun erstmals die Erkenntnisse zusammengefügt werden.

Update:
Weil es so viele Nachfragen gab, wie man mitmachen kann, möchten wir ein bisschen ergänzen. Wie das mit dem Anmelden bei Openstreetmap funktioniert, steht hier und an andere Stelle gibt es weitere Anleitungen. Wer in der Openstreetmap Kameras verzeichnen möchte, kann dazu den Tag surveillance verwenden. Weitere spannende Details wie Blickwinkel, Kamera-Typ und ob aufgezeichnet wird oder nicht, sind zwar schon seit langem nur „vorgeschlagene“ Eigenschaften, werden aber – sofern vorhanden -von „Surveillance under Surveillance“ abgebildet.

Nachbemerkung:
Oben links ist ein Ausriss aus der surveillance-Karte unserer Region. Was soll ich sagen? Es ist -mit Ausnahme von Neugnadenfeld (!) in der Niedergrafschaft Bentheim- weiß wie das erwähnte Kassel, obwohl es an Ems und Vechte zahlreiche Überwachungskameras gibt. Die übelsten stehen übrigens die an der niederländisch-deutschen Grenze. Von den ehemals so liberalen Nachbarn im Westen kann jedes einreisende Fahrzeug mit Fahrerund Beifahrer aufgenommen werden…

(Quelle: Ein Beitrag von Markus Reuter auf netzpolitik.org; Creative Commons BY-NC-SA 3.0)

nicht von selbst!

23. Januar 2016

GrafschaftBentheimNonno de Vries, ehemaliger Landrat im Landkreis Grafschaft Bentheim (Wappen lks), hat an diesem Mittwochabend  in Schüttorf aus seinem 800-Seiten-Manuskript über die Grafschaft vor und während des Nationalsozialismus vorgelesen. Die Suche nach einem Herausgeber gestaltet sich schwierig.

Der Sozialdemokrat ist dazu tief in die Lokal- und Regionalgeschichte eingetaucht. Für sein umfangreiches Buchprojekt hat den Vries drei Jahre lang Quellen studiert und Sekundärliteratur gesichtet. Herausgekommen ist ein 800-seitiges Buchmanuskript mit dem Titel „Demokratie kommt nicht von selbst! – Ein Beitrag zur Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit in der Grafschaft Bentheim bis 1945“. Einen Herausgeber hat er noch nicht gefunden.

Ursprünglich hatte die Grafschafter SPD an de Vries gebeten, ein Buch zur lokalen Parteigeschichte zu schreiben. Es sollte 2013 zum 150-jährigen Bestehen der Sozialdemokraten erscheinen. Dazu kam es nicht: „Ich wollte mich zeitlich nicht unter Druck setzen lassen und nur die Zeit bis 1945 beleuchten, weil ich an der Zeit danach selbst beteiligt bin“, sagte de Vries am Mittwochabend dazu. Dort trug er einen kleinen Auszug seines Manuskriptes zum Thema „Kirchenkampf in der Grafschaft Bentheim“ vor. Bei seinen Recherchen hatte de Vries außerdem festgestellt, dass es zur Geschichte der SPD in der Grafschaft nur sehr wenig Material für die Zeit vor 1945 gibt. Vieles sei von den Nationalsozialisten nach dem Parteiverbot vernichtet worden. „Aus der Not habe ich dann eine Tugend gemacht und überparteilich über Kaiserreich, Weimarer Republik und Nationalsozialismus geschrieben“, sagte der Schüttorfer, der selbst lange in der Lokalpolitik aktiv war.

[Quelle und mehr bei den Grafschafter Nachrichten].

Vorbilder

20. November 2014

Bildschirmfoto 2014-11-17 um 05.48.02
Für Horst Dudeck (Foto u. re.) ist die Sache eindeutig: Ihm geht es bei seiner Facebook-Seite über Historische Häuser in der Grafschaft Bentheim „ebenso wenig um Heimattümelei oder gar Rückwärtsgewandheit wie um die Ablehnung von Fortschritt und Modernität. Im Gegenteil – ohne Achtsamkeit für das Vergangene fehlt uns der (unverstellte?) Blick auf das Gegenwärtige und das Kommende. Beides hat seine Berechtigung oder anders gesagt: das Eine ist nichts ohne das Andere.“

Der in Neuenhaus lebende Fotograf präsentiert historische Bauwerke in der benachbarten Grafschaft, „die es wert sind, hier einer – hoffentlich weiter wachsenden – interessierten „Fangemeinde“ präsentiert zu werden“.

DudeckFast alle der gezeigten Häuser zeigen sich von ihrer besten Seite. Mit viel Liebe und Geld saniert bzw. restauriert, weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand belassen bzw. wieder hergerichtet, in Teilen modernisiert und an die heutigen Bedürfnisse angepasst, zeigen sie diesen einzigartigen Charme, der von alten Häusern ausgeht. Bei den meisten abgebildeten Objekten gibt es zusätzlich für den Betrachter Informationen durch den -wie er sich nennt- Bildermacher, wann und durch wen das Haus errichtet und genutzt wurde.

So ist die Dudeck-Seite mit inzwischen weit mehr als 1200 Fans angesichts all des kleinbürgerlichen Gemoseres „auf Facebook“ ein echter, positiver Hingucker. Einziger Kritikpunkt mag sein, dass die abgebildeten historischen Gebäude einfach zu schön, zu ästhetisch wirken; architektonische Sorgenkinder findet man nämlich nicht, obwohl es auch in der Grafschaft Bentheim -wie allerorten- zügellose Eingriffe in historische Bausubstanz und verfallende Baudenkmale gibt; an die denkt man angesichts all der abgebildeten architektonischen Juwelen sofort, für die der Initiator Horst Dudeck ausdrücklich darum bittet, die Fotos und Beiträge „zu teilen“, wie Facebook das Weiterverbreiten nennt.

„Sie haben recht, wenn Sie dies sagen“, antwortet Horst Dueck und ergänzt: „Zurzeit sehe ich für mich zeitlich allerdings keine Möglichkeit, dieses „Fass aufzumachen“. Es ist ja nicht damit getan, auf vom Verfall oder vom Abriss bedrohte Gebäude aufmerksam zu machen. Dadurch wird vielmehr auch ein Prozess in Gang gesetzt, der eine intensive Beschäftigung mit der Thematik  voraussetzt. Dies wäre zwar wünschenswert, ist von mir momentan aber nicht zu leisten. Immerhin schärft die Facebookseite bei den Menschen das Bewusstsein für die Wahrnehmung und den lohnenswerten Erhalt dieser Gebäude. Und das ist gut so und schon mal ein guter Anfang.“

Hoffen wir also, dass die Dudeck-Vorbilder auf diese Weise auch den anderen, bedrohten Baudenkmalen helfen können.

(Foto: Bildschirmfoto oben und Porträt Horst Dudeck © Facebook/privat)

Tag des offenen Denkmals

13. September 2014

DSC04462Denk mal: Vielleicht hätten wir an oder zu diesem morgigen  Tag des offenen Denkmals (rechts im Wortsinn ein lingentypyisches  offenes Baudenkmal) einmal gemeinsam aufarbeiten können, bei wievielen Baudenkmalen in unserem Städtchen die Bauverwaltung in der letzten Zeit kräftig daran mitgewirkt hat, ihnen den Garaus zu machen und warum.

Man könnte auch nachfragen, weshalb es keinen Denkmalschutzbeauftragten in Lingen gibt. OK, die Antwort auf diese Frage ist einfach: Eine Kultur der Kritik ist in Lingen nicht vorhanden und ein solcher Ehrenamtler könnte ja Probleme machen, wenn mal wieder jemand zulasten eines Baudenkmals Mammon in die Hand nimmt.

Außerdem wissen wir doch alle, dass unsere Behörden keine Fehler machen (niemals !) und die kleinen alltäglichen Desaster an Emstunnel, Ausländerabschiebereien, Tierschutz, Geld im Altenlingener Forst versenken und eben Denkmalabriss keine Fehlleistungen der jeweiligen Verwaltung sondern notwendig und richtig sind. Also entschuldige ich mich gleich dafür, über derlei überhaupt nachgedacht zu haben. Und das Ende Juli zerstampfte Arbeiterwohnhaus in der Kaiserstraße war ja gar kein Arbeiterwohnhaus und konnte daher weg, weil es natürlich kein Baudenkmal sondern eine Signalstation der oberen Denkmalschutzbehörde in Oldenburg war. Vor dem Abriss wurde nämlich signalisiert, dass…

Kommen wir auf den Denkmal-Tag zurück: Dieses Jahr steht der Tag des offenen Denkmals am morgigen Sonntag unter dem Motto „Farbe“. Da nun fehlen dem aufmerksamen Lingener mindestens zwei Bauwerke in seiner Stadt: Einmal die alte Schepsdorfer Kirche die farblich  eingeflattert ist (Bild re) und natürlich das rot-blaue Farbspiel a la Baurat Lisiecki in der Schützenstraße (Bild lks), wo mal eben ein Baudenkmal des Lingener Architekten Hans Lühn durch das OK der Bauverwaltung verhunzt wurde.

Immerhin wird der Denkmal-Tag dieses Jahr nicht vergessen, wie weiland zu Zeiten des uns gottseidank abhanden gekommenen Oldenburgers, der als Stadtbaurat Lingen acht Jahre überwiegend schreckliche Architektur hinterlassen hat; doch Architektur ist ja nur Geschmacksache, wusste eine Ratskollegin jüngst zu plappern. Na dann ist sie ja auch nicht wichtig!

Unten die regionale Denkmal-Programmkarte für Sonntag, den Tag des Denkmals [bitte Grafik anklicken; viel Spaß dabei]. Hier noch ein kleiner Hinweis, was Sie selbst tun können, um Baukultur vor Kommerz und privatem Klüngel zu sichern.

Bildschirmfoto 2014-09-12 um 22.06.26

Abfall

16. Mai 2014

Der NDR meldet: „Biogasanlagen stehen als Maisvernichter in der Kritik. Nun könnte das Image der Verwertungsanlagen weiter beschädigt werden: Im Emsland und Südoldenburg soll mit illegalen Müllmischungen gehandelt worden sein. Die Staatsanwaltschaften Osnabrück und Oldenburg ermitteln gegen mehrere Betreiber in den Landkreisen Emsland, Grafschaft Bentheim, Cloppenburg und Osnabrück. Im Visier steht auch eine niederländische Firma, die den Abfall verkauft haben soll.

Geklärt werden muss…“ [weiter beim NDR]

Weihnachtstelefon

23. Dezember 2013

zoom_NDR_logo_08Für viele Menschen ist Heiligabend nicht nur eine „stille Nacht“, sondern auch eine „einsame Nacht“. Für sie gibt es das NDR 1 Weihnachtstelefon: Evangelische und katholische Christen sind Heiligabend am Telefon von 18 bis 22 Uhr erreichbar – unter ihnen katholische Ordensleute, evangelische Pastorinnen und Pastoren und ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger. Sie bieten Gespräche und auf Wunsch auch einen weihnachtlichen Segen an.
In allen norddeutschen Landesprogrammen wird während der Weihnachtssendungen auf die kostenlose Telefonnummer (08000) 60 70 80 hingewiesen. [mehr…]

Ich besetze übrigens an diesem Weihnachtsfest das Notdienst-Telefon der Strafverteidiger im Emsland und der Grafschaft Bentheim. Nummer 0172 2866905. Da wünsche ich Ihnen allerdings (nicht ganz selbstlos), dass Sie diese Nummer nicht anrufen müssen. Denn schöne und ruhige Weihnachten sind schon etwas richtig Feines.

Für Marc

20. Dezember 2013

…den (seit Gerhard Rachuts Zeiten) emanzipiertesten Vorsitzenden des großartigsten Ausschusses, den der Lingener Stadtrat vorzuweisen hat: Der Verkehrsausschuss. Für Marc (m)ein Weihnachtsgeschenk aus der Grafschaft Bentheim. Ein Nordhorner Frauenparkplatz.

Nordhorn_P

weiterhin

29. Dezember 2012

Noch zum Jahresende eine erfreuliche Nachricht für deutsche Kiffer (und ihre Anwälte) durch taz-Blogger Falk Madeja:

„Ausländer dürfen weiterhin in den Niederlanden kiffen. Diverse Gemeinden können einfach nicht auf die Einnahmen verzichten, so Amsterdam, Rotterdam und Enschede. Es gab den Versuch, Coffeehop-Besucher nur noch lokal mit Hilfe einer Anwesenheitspflicht in der jeweiligen Gemeinden zuzulassen. Gecancelt.
Das Staatsfernsehen NOS befragte 100 Gemeinden mit einem oder mehr Coffeeshops, es reagierten 55. Dvon gaben 26 an, dass Ausländer weiter kiffen dürfen.“

Also werden weiterhin in Coevorden, Emmen, Winschoten, Groningen, Hengelo, Enschede  und anderswo nebenan niederländische Polizeibeamte nahe den einschlägigen Coffeeshops in ihren Autos sitzen und bei ihren deutschen Kollegen anrufen, dass jetzt gleich der und der Coffeeshop-Besucher mit dem und dem NOH-, LER- oder EL-Kennzeichen angerauscht kommt und man ihn doch erwarten möge.

HanfDann sehen die Bundesdeutschen kurz oder weit hinter der Grenze überrascht eine Polizeikelle und hören nach dem Stopp aus polizeilichem Mund die Lüge des Jahres: „Allgemeine Verkehrskontrolle!“, dürfen („wegen des intensiven Marihuanageruchs“) aussteigen, damit sodann bundesdeutsche Ordnungshüter oft nicht vorhandene, aber dann -im Gegensatz zum Kollegentipp aus den Niederlanden- allemal aktenkundig gemachte, gerötete Skleren feststellen; alsdann darf „natürlich freiwillig“ am Straßenrand gepinkelt und die Urinprobe sofort positiv getestet werden; der dann fälligen Blutprobe stimmt der überforderte Kiffer wiederum freiwillig mittels Unterschrift auf Formblatt zu, der längst herbeigerufene Arzt zapft Blut ab. Die roten Skleren sind dann zwar nicht selten weg, wenn der Arzt nachschaut, aber es reicht selbst bei Minigehalt von THC im Blut meistens für eine fette Ordnungswidrigkeit mit mindestens 500 Schleifen,  einem Monat Fahrverbot und vier Punkten. Vor allem ist spätestens nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens auch die Fahrerlaubnis futsch, weil man zwar (grundsätzlich und in Grenzen) unter Alkohol fahren darf, sofern man kein Führerscheinneuling ist, aber nicht einmal minimalst angekifft, wobei unter Umständen sogar Dabeisitzen, also passiver Konsum reicht. Dann ist der Lappen weg; das praktiziert die Straßenverkehrsbehörde. Gnadenlos.

Also Freunde des auf Gottes Erde wachsenden Hanfes (Foto), wenn ihr schon in den Niederlanden kifft, nutzt Bus und Bahn, fahrt frühestens nach Tagen wieder und denkt daran, dass der Erwerb zwar im Nachbarland nicht bestraft wird aber hierzulande auch dann strafbar ist, wenn ihr -sofern Deutsche/r- in Holland die Zubereitungen der indischen Hanfsorte Cannabis sativa kauft und sie dort konsumiert. Dies ergibt sich aus § 7  Abs. 2 StGB und dem Umstand, dass der Kauf von Cannabis auch in den Niederlanden strafbar ist (allerdings dort nicht verfolgt wird). Deshalb sollte man strikt schweigenund nichts sagen, falls man  polizeilich kontrolliert und befragt wird und außerdem überhaupt nichts unterschreiben. Immer!  Und nach dem Verlassen der Polizeiwache einen nicht im Miet- oder Erbrecht sondern in BtM-Sachen erfahrenen Anwalt aufsuchen oder anrufen.

(Foto. Hanf  (C) Bart Pogoda / www.bartpogoda.com)

Um Grenzen, Zoll und Schmuggel geht es an diesem Mittwoch, 10. Oktober um 16.00 und um 19.30 Uhr, im Lingener Emslandmuseum. Museumsleiter Dr. Andreas Eyinck präsentiert Spannendes, Tricks und Schliche aus der Welt der heimlichen Grenzgänger von einst. Den Rahmen der Veranstaltung bildet die aktuelle Ausstellung „von Räumen und Grenzen“.

Um 1800 führte die damalige französische Verwaltung im Binnenland das „Douane-System“ ein, mit Zöllen an den Außengrenzen und Freihandel im Binnenland. Leittragende dieser an sich sehr fortschrittlichen Art der Besteuerung waren die Grenzregionen, deren Wirtschaftsradius durch die neuen Zollgrenzen beschnitten wurde.

Die umgehende Reaktion der Grenzbewohner darauf war die heimliche Einfuhr von Waren an den Zollstationen vorbei – der Schmuggel oder Schleichhandel.

Die Schmuggler hatten die bessere Ortskenntnis. Nachts fuhren sie mit Booten über die Ems oder fuhren ihre Frachten durch unbewohntes Gelände fernab der Kontrollstellen. Geöffnete Giebelluken oder weiße Bettlaken zeigten an, wo Gefahr durch die Douanebeamten drohte und wo die Luft rein war. Später verlagerte sich der Schmuggel an die niederländische Grenze, denn neue Zölle und Steuern führten ab 1815 zu einem ganz unterschiedlichen Preisgefüge diesseits und jenseits der Grenze. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 nahm wegen der hohen Einfuhrzölle der Schmuggel stark zu, und auch die Grenzkontrollen wurden kontinuierlich verstärkt. Zollstreifen entlang der Grenze und im gesamt Zollgrenzbezirk machten den Schmugglern das Leben schwer, aber immer wieder kamen sie auf neue Tricks und fanden neue Schmugglerpfade.

Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde das Schmuggeln entlang der Grenze im Emsland und der Grafschaft Bentheim zur echten Massenbewegung und war für viele Familien die einzige Möglichkeit, in den Genuss von Kaffee, Tabak oder anderen Gütern zu kommen, die in Holland viel preiswerter waren. Doch auch gewerbliche Schmugglerbanden schalteten sich ein und ließen ihre Waren von ortkundigen Trägern im Ameisenverfahren über die Grenze schaffen.

Mit Romantik hatte das ganze wenig zu tun – Schmuggeln erfüllte schließlich zu allen Zeiten den Tatbestand der Steuerhinterziehung. Die Grenzbewohner sahen das zwar anders, aber manche Schmugglertour endete mit tödlichem Ausgang. Und hohe Geld- oder sogar Gefängnisstrafen waren an der Tagesordnung. Auch über diese Schattenseiten des Schmugglerwesens wird bei der Veranstaltung anschaulich berichtet.

Wegen der Umbauarbeiten im Emslandmuseum findet die Veranstaltung in den benachbarten Räumen der früheren Buchhandlung van Acken (Burgstraße 30) statt. Beginn ist um 16.00 Uhr bzw. um 19.30 Uhr.
Eintritt 5 Euro (Mitglieder des Heimatvereins 3 Euro)
(Quelle)

Tag des offenen Denkmals

7. September 2012

Rund ums Holz – der diesjährige Tag des offenen Denkmals widmet sich dem Naturbaustoff Holz. Deutschlandweit lädt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Besucher an diesem Wochenende zur Besichtigung von Bau- und Bodendenkmälern ein. Es ist der 27. Tag des offenen Denkmals.

Holz hat als zentraler Baustoff eine lange Tradition, entsprechend facettenreich ist das Programm: Unter den 8.000 geöffneten Denkmälern sind von sakralen Bauten über königliche Holzlager, Fachwerkhäuser bis hin zu Brückenbauten zu entdecken. Die Schauplätze können selbständig oder über die angebotenen Führungen besichtigt werden. Engagierte Bürger wie Fachleute werden ihre Bauten mit Fokus auf dem Baustoff Holz vorstellen und dabei auf seine Eigenschaften und vielseitige Verwendbarkeit eingehen.

Auch in der Region an Ems und Vechte finde ich mehrere „offene Denkmale“, bei deren Präsentation mir allerdings bisweilen die kulturelle Qualität der Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Denkmal zugunsten von reiner Unterhaltung und manchem Trallala zu sehr in den Hintergrund rückt. Mag kann mich gern für puristisch halten, aber was beispielsweise Kutschfahrten am Tag des offenen Denkmals für eine Bedeutung haben, erschließt sich mir nicht. Nun denn -mit einem Klick auf die Karte gelangen sie auf die niedersächsische Seite der Aktion und können sich dort weiter orientieren.

Die bundesweite Eröffnung findet übrigens in der Hansestadt Bremen mit einem musikalischen Rahmenprogramm statt. Hier das Programm zum Tag des offenen Denkmals:

www.tag-des-offenen-denkmals.de

Das Programm zum Tag des offenen Denkmals gibt es auch als mobile App!  Infos finden sich hier.

(Text/Quelle)