Mustafa, 14

5. Januar 2017

Unicef erzählt Integrationsgeschichten von Flüchtlingskindern

When he was 13, Mustafa survived a dangerous journey across the Mediterranean with his mother: https://www.youtube.com/watch?v=__bty… This is a story that inspired ‚Unfairy Tales: Mustafa goes for a walk‚. A year later, he has settled in Hof, Germany where he adjusts to a completely new life far from his father and sister. „The Germans ask me who I am and where I’m from. It’s their right to….I tell them we are people just like you.”

He is taking classes with other refugee children and quickly learning German. One in 200 children today is a refugee. Find out more in the UNICEF-report on children uprooted globally.

Hausarrest

4. Januar 2017

Grün, rot, blau und golden erstrahlte der Himmel in der Silvesternacht. Während Millionen auf den Straßen feierten, mussten dutzende Asylbewerber, zumeist Nordafrikaner aus sogenannten sicheren Herkunftsländern, das Spektakel aus dem Inneren ihrer Asylantenheime beobachten. Sie hatten von den Bürgermeistern der Gemeinden auf Grund von verschiedenen Delikten „Hausarrest“ bekommen. Aber dürfen [niederländische] Bürgermeister die Rechte von Asylbewerbern überhaupt dermaßen einschränken? Das Vorgehen sorgt in den Niederlanden für Diskussionen.

terapelasylumIn Asylbewerberheimen von Ter Apel (Foto lks) bis Onnen, von Heerlen über Venray – überall gab es Fälle in denen einzelne Asylanten von den Bürgermeistern ihrer Gemeinden über Silvester Hausarrest auferlegt bekamen. Aber wenn es um die „Hausarrestdebatte“ geht, dann geht es vor allem um das Nordlimburgische Weert. Hier erteilte die Gemeinde gleich einer ganzen Gruppe kollektiven Hausarrest. Rund 20 Asylanten durften sich zwischen Weihnachten und Silvester nur sehr eingeschränkt bewegen. Der amtierende Bürgermeister, Jos Heijmans, verteidigt seine Entscheidung.

Die Van Hornekaserne in Weert dient seit 2015 als Auffanglager für Flüchtlinge. Erst als Notauffanglager, später als reguläres Asylbewerberheim. In der Kaserne dürfen in den nächsten vier Jahren maximal 1000 Menschen beherbergt werden. 26 Asylsuchende sind es, die laut Bürgermeister Heijmans zurzeit systematisches Fehlverhalten an den Tag legen. Die Männer aus Marokko, Tunesien, Algerien und Libyen sind zwischen 20 und 30 Jahre alt und sind wiederholt durch Diebstähle, Prügeleien und Vandalismus aufgefallen. Auch sollen sie Menschen eingeschüchtert und bespuckt haben. Grund genug für den Bürgermeister als Strafe Hausarrest für die Übeltäter zu verhängen.

Eine Stunde am Tag, zwischen ein Uhr und zwei Uhr am Mittag, dürfen die Männer die Kaserne verlassen um zum Arzt zu gehen oder Einkäufe zu machen. Ansonsten dürfen sie das Gebäude nicht verlassen. Drei Mal am Tag müssen sie sich beim Sicherheitsdienst melden. Verstoßen sie gegen diese Auflagen wird ein Bußgeld von 3.600 Euro oder eine Gefängnisstrafe von drei Monaten fällig. In den Augen des D’66 Bürgermeisters ist das eine völlig verhältnismäßige Strafe. Den Vergleich mit einem Gefängnisregime kann er nicht nachvollziehen. Er kenne keinen Gefangenen, der eine Stunde am Tag nach draußen dürfe, um zu shoppen. Außerdem dürften sich die Bestraften schließlich frei auf dem Kasernengelände bewegen.

Jos Heijmans ist in seiner Argumentation unbeirrbar: „Ich bin verantwortlich für die öffentliche Ordnung und diese stand durch diese Gruppe auf dem Spiel.“ Auch sagte er in Anspielung auf die Silvesternacht von Köln im letzten Jahr: „Ein Teil der Asylsuchenden kommt aus Deutschland und wenn ich etwas nicht will in Weert, dann sind das kölnische Zustände.“ Und ja, Bürgermeister sind in der Tat dafür verantwortlich, die öffentliche Ordnung und Sicherheit in ihren Gemeinden zu gewährleisten, aber übertritt ein Gemeindevorsteher mit solchen Maßnahmen nicht seine Kompetenzen?

janbrouwer„Ja“, meint Jura-Professor und Direktor des Zentrums für öffentliche Ordnung und Sicherheit Jan Brouwer und unterscheidet zwischen dem Einschränken von Freiheit und dem Freiheitsentzug. Ein niederländischer Bürgermeister habe als Notmaßnahme durchaus das Recht, Individuen in ihrer Freiheit zu beschränken. Bestimmte Personen dürften sich dann beispielsweise nicht in einem bestimmten Bereich aufhalten. So könne ein Bürgermeister beispielsweise Hooligans den Zutritt zu einem Fußballstadion verwehren. Der Freiheitsentzug ist laut Brouwer allerdings ein ganz anderes Kaliber: „Der Hausarrest erklärt die ganze Welt, also nicht nur Weert für diese Gruppe von Asylsuchenden zum verbotenen Terrain. Das erinnert mich daran, wie wir verfügen, dass Menschen zu Hause ihre Strafe absitzen müssen, allerdings geht es hier um Menschen, die schon verurteilt wurden. Das kann ein Bürgermeister einfach nicht entscheiden.“

Die Einschätzung der Rechtsgelehrten ist eindeutig: Eine solche Maßnahme verstoße gegen das Gesetz. Die Entscheidung über Freiheitsentzug könne nur ein Richter fällen. Bürgermeister Heijmans hält allerdings dagegen: „Ob es juristisch möglich ist, interessiert mich nicht. Es ist notwendig.“ Kernige Worte, die der festen Überzeugung entspringen, dass, wenn er nichts gegen die Probleme unternehme, es keiner tue. Die Strafverfolgungsbehörden seien mit ihrem Latein am Ende und andere Instanzen redeten lieber statt aktiv zu werden, so Heijmans. Auch darüber, dass er sich vor Klaas Dijkhoff, dem Staatssekretär für Sicherheit und Justiz, verantworten muss, mache er sich keine Sorgen: „Dijkhoff hat die Bürgermeister gerade dazu ermutigt, bei dieser Art von Problemen zu tun, was in ihrer Macht liegt, und das tue ich dann auch.“

In einem Kommentar der niederländischen Zeitung Trouw hat sich die Redaktion in dieser Sache auf die Seite der Juristen gestellt. Die Verfasser weisen allerdings darauf hin, dass eine Beschleunigung der Asylverfahren lobenswert sei, da es sich bei den Betroffenen häufig um Flüchtlinge handle, die auf Grund ihrer Herkunft keine Chance auf Asyl hätten.

Die betroffenen Flüchtlinge äußerten sich nicht zu der Situation.

Das Centraal Orgaan opvang Asielzoekers gab an, keine genauen Zahlen über die Anzahl der Asylsuchenden zu haben, die während des Jahreswechsels unter Hausarrest standen. Insgesamt sollen es um die 40 Menschen gewesen sein. Denn auch Gemeinden wie Heerlen, Venray und Delfzijl wollten durch diese Maßnahme verhindern, dass Menschen in der Silvesternacht zu Schaden kommen. Bei alldem sollte aber nicht vergessen werden, dass viele andere Gemeinden, die ein Asylantenheim in ihrer Mitte haben, keine derartigen Maßnahmen ergriffen haben. In den allermeisten Fällen begrüßten Niederländer und Flüchtlinge gemeinsam und friedlich das neue Jahr.

(Quelle/entnommen bei: NiederlandeNet)

Refuge

17. Dezember 2016

REFUGE | Human stories from the refugee crisis
Weil man jene, die es direkt betrifft, eher selten Gehör schenkt.

„A small team of filmmakers set out for Greece, documenting human stories from the frontlines of the European Refugee Crisis, focused on humanity and hope. The world was changing and we found ourselves at a crossroads in history, so we set out to help in the way that we knew best – with the telling, and sharing, of stories.

RefugeProject.co

A film by Matthew K. Firpo

This was made to be watched full screen and loud.

Quelle. Das Kraftfuttermischwerk

Ankommen

25. November 2016

„Aus Syrien geflohen zu sein ist allein kein Grund, in Deutschland politisches Asyl zu bekommen. Das entschied am Mittwoch der 3. Senat des Schleswiger Oberverwaltungsgerichts (OVG). Die Vorsitzende Richterin Uta Strzyz begründete das Urteil damit, dass es keine gesicherten Anhaltspunkte dafür gebe, dass nach Syrien zurückkehrenden Flüchtlingen, die zuvor politisch nicht verfolgt wurden, Repressionen drohten.“ So steht es in einer taz-Meldung über eine politische Entscheidung aus dem Norden (Urt. v. 23.11.2016, Az. 3 LB 17/16), das „präjudizierende Wirkung“ für die deutsche Rechtssprechung hat. Denn zum ersten Mal urteilte eines der 15 Oberverwaltungsgerichte in der Streitfrage:  Rund 113.500 Geflüchteten – darunter allein 94.000 Syrern – hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nur subsidiären Schutz zuerkannt. 32.500 von ihnen klagen derzeit. Allein in Schleswig-Holstein sind derzeit noch 111 weitere Verfahren anhängig.

Geflohene Menschen aus Syrien, die vor den Schrecken des Bürgerkriegs flohen, aber nicht glaubhaft nachweisen können, politisch verfolgt worden zu sein, haben nach dieser OVG-Rechtssprechung nun keinen Anspruch mehr auf mindestens dreijähriges Asyl und Familiennachzug.

Fast zeitgleich hat aber das Verwaltungsgericht Oldenburg einem 1986 geborenen Syrer die Flüchtlingseigenschaft nach der Genfer Flüchtlingskonvention zugesprochen, auch wenn er nicht individuell vor seiner Flucht verfolgt worden ist (Az 2 A 5162/16). Das Gericht stellt unter anderem darauf ab, dass dem Kläger bei einer Rückkehr nach Syrien mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine Verfolgung im Sinne von § 3 Asylgesetz drohe. Die Furcht des Klägers vor Verfolgung sei unter Berücksichtigung der gegenwärtigen politischen Verhältnisse in Syrien, der Asylantragstellung und des Aufenthalts im westlichen Ausland begründet. Auch sei mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit trotz bereits abgeleistetem Wehrdienst damit zu rechnen, dass der Mann erneut mit seiner Einberufung zu rechnen habe. Dann aber sei er Teil einer Armee, aus deren Reihen heraus Kriegsverbrechen und Folter begangen würden. Aus der konkreten Gefahr der Rekrutierung in diese Armee ergebe sich eine weitere Verfolgungshandlung. Auch das ist ein politisches Urteil, und zwar eines das den Flüchtling als Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen hat diese „erste neuere Entscheidung eines niedersächsischen Verwaltungsgerichts zum Schutzstatus von Personen aus Syrien“ begrüßt. „Die Verfolgungssituation dort besteht unverändert fort, so dass voller GFK-Flüchtlingsschutz zu gewähren ist“, so Kai Weber, Geschäftsführer des Flüchtlingsrats.

Seit einigen Monaten hatte sich die Entscheidungspraxis des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge deutlich verändert, erläuterte Weber. Nachdem 2015 noch annähernd alle syrischen Schutzsuchenden den Flüchtlingsschutz erhalten hatten, wird nunmehr seitens des BAMF monatlich mehr Syrer nur noch der sogenannte subsidiäre Schutzstatus zugesprochen. Bei Personen mit diesem Status ist aber seit Mitte März 2016 der Familiennachzug  für zwei Jahre ausgesetzt worden.

Die Folge ist, dass viele Betroffene den Klageweg gehen müssen. Allein beim Verwaltungsgericht Osnabrück sind 550 solcher Klagen syrischer Flüchtlinge anhängig, denen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nicht den vollen Flüchtlingsstatus, sondern nur den sogenannten subsidiären Schutzstatus zugesprochen hat.

Der verweigerte Familiennachzug trägt, so der Flüchtlingsrat, auch zu neuen Toten auf dem Mittelmeer bei, da Familienangehörige keine andere Perspektive sehen. „Auch macht er den hier getrennt lebenden Personen ein Ankommen nur schwer möglich.“

„Die Änderung der Entscheidungspraxis beim BAMF war allein politisch motiviert, um den Familiennachzug zu begrenzen. Wir hoffen jetzt, dass auch die anderen niedersächsischen Verwaltungsgerichte bald die dort liegenden Fälle entscheiden“, analysiert Weber.

Hintergrund:
Ähnlich zugunsten Schutzsuchender aus Syrien hatten vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg bereits die Verwaltungsgerichte in Köln, Würzburg, Magdeburg, Trier, Regensburg, Schleswig und Münster in unterschiedlichen Konstellationen und unterschiedlicher Begründung entschieden. Das BAMF akzeptiert diese Entscheidungen aber nicht sondern treibt die Rechtsfrage in vielen Bundesländern systematisch vor die Oberverwaltungsgerichte. Am 23.11.2016 hatte es nun damit in Schleswig-Holstein Erfolg.

bockig

15. September 2016

Sprengsatz„Warum ziert sich Angela Merkel denn so? Und tut nicht, was die CSU verlangt? Es ist doch ganz einfach:

Merkel muss doch nur zugeben, dass sie 2015  im Zustand moralischer Umnachtung eine Fehlentscheidung nach der anderen gefällt hat.

Die Öffnung der Grenzen für die in Ungarn unter unmenschlichen Bedingungen lebenden Flüchtlinge zum Beispiel. Wobei noch schwerer wiegt, dass sie zuvor nicht das Einverständnis von Horst Seehofer eingeholt hat.

Dass dieser sein Handy ausgeschaltet hatte, ist doch kein Argument. Merkel hätte doch beim nächsten Polizeiposten anrufen und einen Beamten mit der Bitte zu Seehofer (Laptop und Lederhose) schicken können, doch die Mindesterreichbarkeit für Riesenstaatsmänner wieder herzustellen.

Aber was macht Merkel, der alle zehn Minuten der österreichische Kanzler und die ungarische Regierung im Genick sitzen? Sie lässt die auf der Autobahn umhervagabundierenden Flüchtlinge ins Land. Unter Zustimmung so nebensächlicher Figuren wie Sigmar Gabriel und Frank Walter Steinmeier.

Und dann der zweite Fehler. Sie hätte sofort mit allen vorhandenen Polizeikräften die Grenze abriegeln lassen müssen. Da hätte doch auch die Bundeswehr helfen können. Grundgesetz hin oder her. Dass dabei die EU in die Vor-Schengen -Zeit zurückversetzt worden und so gut wie tot gewesen wäre – wenn schert`s ? Wo gehobelt wird, da fallen Späne.

Ja, und natürlich hätte sie, wenn sie schon Seehofer nicht erreicht, noch in der Nacht alle anderen EU-Staaten in ihre Entscheidung einbinden müssen. Damit diese auch Flüchtlinge aufnehmen, worauf sie doch schon seit Wochen ganz scharf waren.

Und wenn die Grenze zu Österreich geschlossen worden wäre (es sind ja nur 800 Kilometer), dann hätte sie sofort für die Zukunft eine Obergrenze festlegen müssen. Obwohl das Asylrecht keine Obergrenze kennt. Aber, siehe oben: Wo gehobelt wird, da fallen Späne – notfalls auch Späne des Grundgesetzes.

Warum ziert sich Merkel nur so? Der beste Ort für die Entschuldigung und das Eingeständnis ihrer Fehlentscheidungen wäre der nächste CSU-Parteitag. Dort kommt es doch auf eine Demütigung der Kanzlerin mehr nicht mehr an.

Und dann verspricht sie noch, in Mecklenburg-Vorpommern alle Burkas zu verbieten und Horst Seehofer als Superminister für alles mit einem Vetorecht gegen alles in ihr nächstes Kabinett aufzunehmen. Seehofer beendet den Parteitag mit den historischen Worten: “Wir haben sie geschafft”.

Dann würde sie auch wieder Kanzlerkandidatin der CSU. So einfach wäre das. Dann würde sicher auch die AfD wieder in dem Nichts verschwinden, aus dem sie gekommen ist. Glaubt zumindest die CSU.

Aber warum ziert sich diese Frau nur so? Diese Leute aus der Uckermark sind einfach zu bockig.“

(gefunden bei Michael Spreng, Sprengsatz)

Keine Satire

14. August 2016

Manche Probleme lösen sich von selbst: Bevor man in Deutschland von Flüchtlingen beraubt/missbraucht/verspeist wird, wählen viele Deutsche die Flucht ins Ausland. Immobilienmakler Ottmar Heyde macht gerade den Reibach seines Lebens mit Deutschen, die nach Ungarn flüchten, um dort nicht weiter Opfer von Merkels Flüchtlingspolitik zu sein. Und weil Satire dieser Tage nicht immer von Realität unterschieden werden kann, sagen wir es direkt: Der folgende Beitrag von ZDF heute ist keine Satire bzw. hatte hier niemand die Absicht, eine Satire zu produzieren. (Quelle)

Weltflüchtlingstag

20. Juni 2016

In vielen deutschen Städten bildeten Bürger an diesem Wochenende Menschenketten, um gegen Rassismus zu protestieren. Anlass war der Weltflüchtlingstag. Unter dem Motto „Hand in Hand gegen Rassismus“ fanden gestern u.a. Kundgebungen in Berlin, Hamburg und Leipzig statt. In der Bundeshauptstadt versammelten sich rund 5.000 Demonstranten. in Leipzig ungefähr 1.500. Insgesamt kamen deutschlandweit mehr als 30.000 Bürger zusammen, um aus Solidarität mit Flüchtlingen Menschenketten zu bilden.

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni hatte ein deutschlandweites Bündnis aus kirchlichen Organisationen, sozialen Vereinen, Menschenrechts- und Wohlfahrtsverbänden zu den Menschenketten aufgerufen. Dazu gehören unter anderen Amnesty International, Pro Asyl, Terre des Hommes, Brot für die Welt, Miseror, der Paritätische Gesamtverband wie auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Unterstützung erhielten sie dabei von den Schauspielern Benno Fürmann und Michaela May, dem Kabarettisten Urban Priol sowie dem Musiker Michael „Breiti“ Breitkopf von den Toten Hosen.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, lobte die Aktionen als „ganz wichtiges Zeichen der Verbundenheit“. Es sei wichtig, immer wieder Menschen zusammenzubringen auf den Straßen, sagte er dem Sender NDR Info. Vor allen Dingen müsse auch deutlich gemacht werden, „dass wir durch Begegnungen zusammenstehen. Diese Begegnungen sind das Allerwichtigste“. Die Muslime rief Mazyek auf, sich angesichts eines verschlechterten gesellschaftlichen Klimas nicht zu verkriechen, sondern sich zu zeigen, auf die Straße zu gehen – „dass wir uns deutlich positionieren: Wenn Menschen aufgrund ihrer Religion, ihrer Ethnie, ihrer sexuellen Ausrichtung diskriminiert werden, dann werden wir Muslime vor ihnen stehen und werden ganz deutlich sagen, dass wir das nicht zulassen.“

Bereits am Samstag hatten rund 8500 Bürger in Bochum mit einer Menschenkette gegen Rassismus demonstriert. Der Chef der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, schlug dabei vor, gemeinsam mit den Arbeitgebern ein Integrationsjahr für Flüchtlinge zu schaffen. Für den sozialen Frieden sei es „elementar wichtig, dass diejenigen, die im Niedriglohnbereich arbeiten, nicht das Gefühl bekommen, dass Flüchtlinge ihre Arbeitsbedingungen weiter verschlechtern“. Auch in Bonn, Gießen, Kassel und Speyer fanden Demonstrationen statt. In Osnabrück beteiligten sich 1200  aus Kirchengemeinden, Flüchtlingshilfsorganisationen, Parteien und Gewerkschaften an der Aktion,

 

arabische Untertitel

6. Juni 2016

Allaa Faham, 19, Abdul Abbasi, 22, und Fayez Roman, 25, sind drei Flüchtlinge aus Syrien. Sie drehen Videos über ihr Leben in Deutschland – mit Humor und arabischen Untertiteln.

Vor sechs Monaten begannen sie mit dem Video „Eine Nachricht“. Es ist eines der wenigen, das ohne Witze und gespielte Szenen auskommt. Zu sehen ist Allaa, er sitzt auf einer Bank und spricht direkt in die Kamera. Seine Nachricht richtet sich an alle Deutschen – und an die Syrer, die nach Deutschland gekommen sind:

„Wir möchten, dass wir zusammen friedvoll leben und zueinanderstehen, weil wir zusammen stärker sind. Und das alles schaffen wir allein nicht und ihr ohne uns auch nicht. Daher sollten wir uns gegenseitig unterstützen.“

Am Anfang veröffentlichten GLS meist Videos über die deutsche Sprache. Inzwischen haben sich die Themen verändert: Jetzt geht es in den Videos um die Unterschiede der beiden Kulturen. Die Videos richten sich vor allem an junge Syrer, die neu in Deutschland sind, aber auch an Deutsche. Bei Youtube hat ihr Kanal gut 9000 Abonnenten, bei Facebook folgen ihnen mehr als 70 000 Menschen.

In diesem aktuellen Video geht es beispielsweise um Peinliches:

(mehr…)

ps. 9 Jahre für eine neue Brücke ist übrigens auch ausgesprochen peinlich. Darüber gibt’s aber noch kein GLS-Video, schon gar nicht mit arabischen Untertiteln…

Rathaus_OsnabrückNicht in Lingen (Ems) aber in Osnabrück hat sich eine Initiative gegründet, die die aktive Aufnahme von Flüchtlingen, die sich im Lager in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenzen befinden, fordert. Ähnlich wie während der Save-Me-Kampagne wird die Stadt Osnabrück aufgefordert, sich für die Aufnahme bei Land und Bund einzusetzen und sich selber zu verpflichten, mindestens 50 Flüchtlinge aus Idomeni aufzunehmen. Zu den Erstunterzeichnern zählt das Bistum Osnabrück, vertreten durch Generalvikar Theo Paul.

Eine Initiative, die absolut nachahmenswert ist, da sie dazu beträgt, die Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen nicht zu vergessen – denn wir scheinen uns hier in Deutschland gut damit abzufinden, dass andere Staaten die Flüchtlingsabwehr übernehmen – und gleichzeitig praktisch tätig zu werden, um Menschen auf der Flucht konkrete Hilfe in Aussicht zu stellen.

Alle Informationen über die Initiative finden sich hier und hier der Text des Offenen Briefes der Initiative, über den der Osnabrücker Stadtrat am 14. Juni diskutieren wird:

Fünfzig Menschen aus Idomeni nach Osnabrück bringen
Auf ihrer Flucht vor Krieg und Verfolgung stecken mehr als 10.000 Menschen an der mazedonischen Grenze in Idomeni fest. Die Bedingungen dort sind Augenzeugenberichten zufolge erbärmlich: Die provisorische Zeltstadt steht mitten im Schlamm, durch tagelange Regenfälle sind die Menschen durchnässt, der Zugang zu Lebensmitteln und die medizinische Betreuung vor Ort sind völlig unzureichend, die hygienischen Zustände katastrophal.

Die Menschen haben weder die Möglichkeit, in die Kriegsgebiete ihrer Heimatländer zurückzukehren, noch die Grenze zu überqueren, da die mazedonische Polizei sie mit Blendgranaten, Gummigeschossen und Tränengas daran hindert.
 In Griechenland zu bleiben und dort einen Asylantrag zu stellen, ist für die Geflüchteten keine Option, da das Asylsystem in Griechenland gravierende systemische Mängel aufweist: Wie der Europäische Gerichtshof festgestellt hat, kam und kommt es dort regelmäßig zu Menschenrechtsverletzungen an Schutzsuchenden.

Wir, eine Initiative von Osnabrücker Organisationen und Einzelpersonen, wollen ein Zeichen setzen und fünfzig Menschen aus Idomeni nach Osnabrück holen. Das ist nicht viel und doch mehr als nichts.

Osnabrück leistet Großartiges in der Hilfe für geflüchtete Menschen. Die Stadt, gemeinnützige Organisationen, Kirchengemeinden und unzählige Ehrenamtliche unterstützen die Ankommenden in einem Maß, wie es kaum jemand für möglich gehalten hätte. Wir sind uns sicher: Hier ist auch Platz für weitere 50 Personen!
 Als BürgerInnen von Osnabrück bitten wir Sie daher, uns zu unterstützen und als Stadt den Beschluss zu fassen, 50 Flüchtlinge aus Idomeni aufzunehmen!

Damit die Geflüchteten auch wirklich den Weg hierher finden, bitten wir Sie, sich beim Land Niedersachsen und der Bundesregierung dafür einzusetzen, im Rahmen des Kontingents gem. § 23 Abs. 1 AufenthG die Aufnahme dieser Flüchtlinge in Deutschland zu bewilligen und ihnen die sichere Einreise zu ermöglichen.
Wir werden Sie dabei ausdauernd und mit all unseren Möglichkeiten unterstützen.

ErstunterzeichnerInnen:
Dr. Renate Vestner-Heise für die Flüchtlingshilfe Rosenplatz e.V.
Theo Paul, Generalvikar, für das Bistum Osnabrück
Andreas Neuhoff, für EXIL e.V.
Franz-Joseph Lotte für Pax Christi Regionalverband Osnabrück/Hamburg
Stefan Wilker für attac Osnabrück
Antonia Martin-Sanabria, Elisabeth-Siegel-Preisträgerin 2016
Pastor Dr. Matthias Jung, Referent für den KDA (Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt)
Lioba Meyer, ehemalige Bürgermeisterin der Friedensstadt Osnabrück
Guy Hofmann für „Pflege am Boden Osnabrück“
Norbert Grehl-Schmitt für die Bundesgeschäftsstelle von Pro Asyl
Dr. Carl-Heinrich Bösling

Mein Kommentar:
Copy and paste und ersetze dann Osnabrück durch Lingen. Oder? Es kann eine geringere Zahl als in der benachbarten Großstadt sein, denen geholfen wird. Bspw. 20 Menschen zu helfen, ist doch auch ein erstrebenswertes Ziel.

(Foto: Rathaus Osnabrück http://www.mein-osnabrück.de CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

wir-zusammen.de

4. März 2016

In Teilen der Bevölkerung dreht sich die Stimmung gegen Zuwanderung. Doch die deutsche Wirtschaft widersetzt sich dem und startete jetzt eine groß angelegte Initiative zur Integration von Flüchtlingen. 36 deutsche Top-Enternehmen haben sich zusammengetan, um Flüchtlinge besser zu integrieren. Dafür setzen sie auf zusätzliche Stellen, Fortbildungen und Patenschaften. Das ist einmalig in der Flüchtlingskrise: wir-zusammen.de [mehr…]

Welche Unternehmen in unserer vollbeschäftigten Region sind dabei? Meyer-Werft, Krone, BP, engie? Bisher kein einziges. Aber was nicht ist, darf noch werden…