„Es war ein warmer Tag im späten August. Ich arbeitete auf einer Baustelle in der Sophie Charlotten Straße in Charlottenburg, beizte Farbe von den graugrünen Altbaubalkons. In der Frühstückspause legte ein Kollege seine BILD-„Zeitung“ auf den Tisch im nach Pisse stinkenden Keller, in dem wir wir unser Zeug lagerten. Rio Reiser sei gestorben, stand auf dem Titelblatt. Mein Rio Reiser, der mich durch so viele Stunden meiner Jugend begleitete. Ich liebte ihn. Vermutete Drogen und war den Tag über sehr, sehr traurig und gedanklich nicht mehr wirklich bei der Sache. Nach Feierabend fuhr ich mit der U-Bahn nach Hause und packte mir alle Scherben und Rio Reiser Platten nacheinander auf meine Plattenspieler.

Oft dachte ich in den darauf folgenden Jahren, „Rio fehlt. Rio fehlt sehr.“ Auch heute denke ich das noch manchmal. Und dann aber auch, „vielleicht wäre der auch so wie Nena geworden“. Kann man ja nicht wissen. Was bleibt ist seine Musik und die Erinnerung an den vielleicht größten singenden Poeten, den dieses Land je hervorgebracht hat.“

(Ronny heute früh auf: Das Kraftfuttermischwerk)