„Und im Fenster der Himmel“
Lesung von Johanna Reiss
Lingen (Ems) – Kreuzkirche, Universitätsplatz 1
Mo 19. Juni 2017 – 19 Uhr
kein Eintritt

Die Holocaust-Überlebende Johanna Reiss berichtet in dieser Lesung von ihrer Kindheit im besetzten Holland. Als kleines Kind überlebte die 1932 als Johanna (Annie) de Leeuw im niederländischen Winterswijk geborene Autorin den Holocaust in einem geheimen Versteck auf einem Dachboden. Über ihre Kindheit im Versteck und die Erlebnisse während des Zweiten Weltkrieges berichtet sie eindrucksvoll in dem Buch „Und im Fenster der Himmel“. Am 19. Juni 2017 kommt die heute 84-jährige Reiss, die seit Mitte der 1950 Jahre in New York lebt, zum zweiten Mal nach Lingen (Ems) und liest um 19 Uhr in der Kreuzkirche aus ihrem Buch.

In der Lesung nimmt die Autorin ihre Zuhörer mit in die Niederlande im Herbst 1941: Als die Deutschen die Niederlande besetzen, geraten die damals neunjährige Annie und ihre Familie in große Gefahr – weil sie Juden sind. Hilfreiche Bauern aus einem Dorf bei Enschede verstecken sie und ihre große Schwester in einer kleinen Kammer auf dem Dachboden. Fast drei Jahre lang leben sie dort in drangvoller Enge, sehnen sich nach frischer Luft und Bewegung und fürchten sich vor dem Entdecktwerden. „Es war eine traumatische Zeit, doch Angst und Bedrängnis haben sie nicht gebrochen. Wer sie erlebt, könnte im ersten Moment glauben, einen Menschen mit glücklicher Vergangenheit vor sich zu haben. Die 84-jährige ist ein Energiebündel, sprühend vor Humor und Lebensfreude,“ so die Lingener Tagespost zur Lesung im vergangenen Jahr.

Die Erinnerungen an diese schwere Zeit wollte Reiss eigentlich nur für ihre beiden Töchter aufschreiben. 1972 erschienen sie dann jedoch in den USA unter dem Titel „The Upstairs Room“. Sechs Jahre später wurde das Buch erstmals auch in deutscher Sprache veröffentlicht und mehrfach ausgezeichnet. 2015 hat der dtv-Verlag das Werk komplett neu übersetzen und gestalten lassen. Veranstaltet wird die Lesung von der Stadtbibliothek und dem Heimatverein Lingen in Zusammenarbeit mit dem Forum Juden Christen. Die Lesung ist auch Bestandteil des diesjährigen Julius-Clubs und insbesondere für Kinder und Jugendliche interessant.

(Quelle)

Remarque

6. Juni 2017

Krieg, Diktatur, Vertreibung und Exil sind Zentralthemen in den Romanen von Erich Maria Remarque, der am 22. Juni 1898 in Osnabrück geboren wurde. Einige Zeit lang unterrichtete Remarque als Volksschullehrer im emsländischen Klein-Berßen und auch im benachbarten Lohne; dessen Kirchgänger lehnten  vor einigen Jahren in einer Versammlung ihrer Kirchengemeinde den Vorschlag ihres damaligen Pfarrers Reinhard Trimpe ablehnten, auf dem Kirchplatz an den großen deutschen Schriftsteller zu erinnern. Angesichts dieser Peinlichkeit entschlossen sich die Nachbarn später eine _immerhin 50m lange- Straße nach ihrem Volksschullehrer zu benennen. Nun, damit müssen sie selbst klarkommen.

Remarque sprach sich zeitlebens konsequent gegen den Krieg als Mittel der Politik und  gegen jegliche Heldenverehrung aus. Der durch Krieg, Vertreibung und Verfolgung entwurzelte Mensch beschäftigte ihn in seinen Romanen bis zu seinem Tode 1970. Die Ausbürgerung machte den Schriftsteller 1938 „zum Weltbürger wider Willen“. Zuvor war sein Buch  „Im Westen nichts Neues“ 1933 in Berlin bei der Bücherverbrennung dem Feuer preisgegeben worden, die Nazis entfernten es aus den öffentlichen Bibliotheken.

Nach diesem Wochenende ist Zeit, daran zu erinnern. Denn kein geringerer als Friedensnobelpreisträger Bob Dylan hat in seiner „Nobel Lecture“ – der Vorlesung, die jeder Nobelpreisträger hält – über Songs und Literatur gesprochen, die ihn beeinflusst haben. Vorn dabei und ausführlich gewürdigt: Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues.“

Guckst und hörst Du hier auf der Seite der Schwedischen Nobelakademies.

update, 14.6.17:
Abgeschrieben?

Familienbild

2. Juni 2017

Jürgen Becker zum Familienbild der CSU

via kunterbunt8780

Bibiana

29. Mai 2017

ps Eigentlich wollte ich mich zum Pavillon auf der Wilhelmshöhe äußern. Aber das muss warten. Denn mein Kurzurlaub kam dazwischen. ..

Entnazifizierung

15. Mai 2017

Meine Güte! Soll das SS-Mitglied Rosemeyer einer Entnazifizierung zugeführt werden, liebe SPD Lingen? 

Schleswig-Holstein

8. Mai 2017

Live-Bilder aus Kiel, genauer vom Rennen um den Sieg bei der Schleswig-Holsteinischen Landtagswahl am gestrigen Sonntag. Auf dem Video das Auto des sozialdemokratischen Spitzenmannes Thorsten-ich-gebe-der-Bunten-ein-döspaddeliges-Interview-Albig. Ins selbstgesteckte Ziel gekommen ist er damit nicht.

kann, darf und wird

24. April 2017

„Das kann, darf und wird auch aus unserer Sicht nicht so sein…“

Originalzitat Lingen 2017 – Quelle: LBSV von 1838  eV *

Bernd Rosemeyer –

in Lingen geboren am 14. Oktober 1909 – Sieger bei vielen Motorrad- und Autorennen und Weltmeister im Automobil-Sport, verstarb am 28. Januar 1938 bei einem Rekordversuch auf der Reichsautobahn Frankfurt-Darmstadt, bei Mörfelden-Walldorf bei Tempo 430 km.

Ganz Deutschland trauerte um ihn und er bekam von den Machthabern ein Staatsbegräbnis.

Wir sind nicht mehr die Lingener Generation, die Bernd gekannt und erlebt hat, aber unsere Mütter und Väter, die konnten über ihn erzählen – von Lausbubenstreichen und Fahren auf dem Motorrad über den Marktplatz. Natürlich freihändig, oder mit den Füßen auf dem Lenkrad, oder Sattel usw. usw.

Wenn wir Anno 2009 den 100-jährigen Geburtstag Bernd Rosemeyers in Lingen begehen konnten, dann muss ich gestehen, die Stadt Lingen hat für sein Andenken in meinen Augen nicht genügend getan.

Vielleicht werden andere Stadtobere einmal nüchtener, realer denken und das anerkennen was Bernd Rosemeyer war – ein junger Rennfahrer, aus relativ kleinen Verhältnissen, der nach oben wollte und so auch die Förderung und Förderer annahm, die ihn sich seinen Traum verwirklichen ließen.

Fakt ist, er war zu seiner Zeit ein ganz Großer des Automobilsports und die Versuche ihn in eine Ecke mit der „ Braunen Macht“ zu stellen, das kann, darf und wird auch aus unserer Sicht nicht so sein.

Dass es in Lingen einen Motorsport-Club Bernd Rosemeyer gibt, einen erfolgreichen Club, – das liegt in der Natur der Sache….

*Nachtrag:
Es gab heute tagsüber zwei fassungslose Anfragen. Tenor: Der Text sei meiner unwürdig.

Freunde und Leser dieses kleinen Blogs:
Der Text ist ein Zitat. Ein schrecklich entlarvendes Zitat. Deshalb ist er hier wiedergegeben. Wer den ganzen unsäglichen Text nachlesen will, darf  
hier klicken. Die im Beitrag zum Ausdruck kommende, ganze Geschichtslosigkeit empfinde ich als schrecklich. 

Ich hätte auch einen früheren städtischen Angestellten zitieren können. Er formulierte: „Für Bernd Rosemeyer war der frühzeitige Eintritt in die SS offensichtlich das einzige größere Zugeständnis an den Nationalsozialismus.“ Diesen ganzen Text kann man hier nachlesen. Auch diese Einordnung ist für mich fürchterlich.

nicht dem Christentum

16. April 2017

Bündnis’90/Die Grünen sind offenbar in der Krise. Sie haben aber einen Popstar – allerdings in den Niederlanden. Jesse Klaver, der Vorsiotzende der niederländischen Groen-Links-Partei, über die Rezepte, mit denen die Grünen die europäischen Probleme lösen könnten. Ein Interview in DIE WELT, u.a. mit folgenden, bemerkenswerten Sätzen:

„Erinnern wir uns an Wilhelm von Oranien, der 1580 schrieb: „Dieses Land könnte ohne Religionsfreiheit keine drei Tage bestehen.“ Hier liegen unsere Wurzeln! Es ist unerlässlich, diese Grundwerte zu bewahren, die uns auch in die Emanzipationsbewegungen der Sechziger- und Siebzigerjahre geführt haben.

Ich denke, die Christdemokraten und die Konservativen irren sich, wenn sie sagen, dass unsere Werte in der christlich-jüdischen Tradition ihren Ursprung haben. Das Wahlrecht und die Rechte der Homosexuellen haben wir nicht dem Christentum zu verdanken: Das sind die Früchte dieser Emanzipationsbewegung…“

Dylan!

13. April 2017

Was für EmslandArena-Macher Stefan Epping im Herbst 2016 auf dem heimischen Sofa und eher fiebrig begann und zunächst vielleicht am Karfreitag Realität werden sollte, wurde schon am Karmittwoch in der Emslandarena Wirklichkeit. Dabei prangte über den wenigen Plakaten des binnen Stunden ausverkauften Konzerts mit Gästen aus den USA, aus der Scjweiz und Tausenden aus unserem Landstrich an Ems und Vechte das Wort „Emslandhalle“. Aber: Schwamm drüber.

160 Leute hinter den Kulissen ermöglichten gestern das große Bob Dylan-Konzert vor knapp 3700 Fans. Dylan krönte mit seinem großartigen Auftritt sozusagen die drei Jahre alte, gestern natürlich ausverkaufte Emslandarena, und er spielte den Blues -was für einen großartigen Blues. Klar,  rein,  ohne jeden Schnickschnack und mit einer Begleitband hochprofessioneller Musiker in grauen Anzügen, die ihren Part absolut lässig und perfekt herunterspielten. Der schwarz gewandete Dylan, wie üblich ohne jede Begrüßung, ohne Moderation oder Vorstellung seiner Band, saß und stand zunächst noch hinterm Elektrikpiano (Foto), blickte wenig ins Publikum und eröffnete sein Lingener Konzert -bei erst nicht optimal eingestellter Tonanlage- mit dem Oscar-prämierten Stück „Things Have Changed“ – sein Leben nach dem Literatur-Nobelpreis meinte er damit kaum. Er bekam zunehmend Spaß, improvisierte an den Tasten und seine Fans applaudierten enthusiastisch. Der Meister spielte manch‘ Altes wie „Highway 61“, „Desolation Row“, „Tangled Up In Blue“ und natürlich viele Songs aus dem Spätwerk („Love sick“, „Pay In Blood“).

Die 75jährige Legende verfremdete seine Songs kaum, anders als es früher die Art des eigenwilligen Künstlers war. Er sang -fast muss man sagen- sprach häufig mit seiner tiefen, unverwechselbaren Stimme ins Mikro und stolzierte zu „Melancholy Mood“ über die Bühne.

Nach eindreiviertel Stunden -inklusive Zugabe- dann der Schlussakkord. Das Programm aus einem Guss war gespielt, Dylan offenbar zufrieden, Macher Stefan Epping nach all der Anspannung anschließend gar gelöst und stolz.

Bemerkenswert: Fast alle Besucher der Emslandarena ließen gar das Fotografieren sein, was sich Bob Dylan grundsätzlich ausbedingt. Die Emslandarena sah jedenfalls nicht oft so disziplinierte Besucher. Erst in der Zugabe Dylans mit dem verjazzten ‚Blowin‘ in the Wind“ und „Ballad Of A Thin Man“ machte sich das überwiegend ergraute Publikum auf den kurzen Weg zur Bühne und fraß Dylan längst aus der Hand. Bis dahin hatten nur Fans in Block K gestanden, jetzt klatschte es frenetisch. Die Dylan-Neulinge, die den Meister vor allem wegen des Nobelpreises sehen wollten, verließen -wie tags zuvor in Hamburg- die Arena ohne Kulturschock, genossen aber mit ihren alten Kollegen den Aufritt einer Legende, eines Jahrhundertkünstlers. Sie gingen, so sie den Blues lieben, mit reichlich Ehrfurcht und genauso zahm wie der 75-Jährige am Mittwoch, als nach 105 Minuten das eingeschaltete, kalte LED-Licht die euphorische Stimmung abrupt abkühlte.

Dylan tourt 2017 bis Ende Juli. Heute Abend spielt er in Düsseldorf, Samstag in Frankfurt, dann drei Tage in Amsterdam, dann Paris, später Frankfurt, Hannover, Dublin, US, Kanada. Alle Tourdaten der „Never ending Tour“ (ein Begriff von Kritiker Adrian Deevoy) finden sich auf der offiziellen Website des Sängers. Die Tour selbst begann 1988 und dauert an. Dylan spielt dabei weltweit jährlich um die 100 Konzerte.

[Hinweis: Meinen, zu -ähem- tief nächtlicher Stunde verfassten Erstbeitrag habe ich heute -notwendigerweise- noch einmal sprachlich überarbeitet].

(Foto: privat)

Maach et joot, Poldi!

24. März 2017

Am Mittwochabend verabschiedete sich ein ganz großer Sportler: Lukas Podolski stand beim Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und England zum letzten Mal für die deutsche Nationalelf auf dem Platz. „Poldi“, der insgesamt 130 Mal für Deutschland auflief, hat aber nicht nur in der Nationalelf und bei seinem Lieblingsverein, dem 1. FC Köln, Kultstatus erlangt. Auch ganz woanders hat er Spuren hinterlassen. Hier eine Auswahl seiner besten TV-Werbespots!