kann, darf und wird

24. April 2017

„Das kann, darf und wird auch aus unserer Sicht nicht so sein…“

Originalzitat Lingen 2017 – Quelle: LBSV von 1838  eV *

Bernd Rosemeyer –

in Lingen geboren am 14. Oktober 1909 – Sieger bei vielen Motorrad- und Autorennen und Weltmeister im Automobil-Sport, verstarb am 28. Januar 1938 bei einem Rekordversuch auf der Reichsautobahn Frankfurt-Darmstadt, bei Mörfelden-Walldorf bei Tempo 430 km.

Ganz Deutschland trauerte um ihn und er bekam von den Machthabern ein Staatsbegräbnis.

Wir sind nicht mehr die Lingener Generation, die Bernd gekannt und erlebt hat, aber unsere Mütter und Väter, die konnten über ihn erzählen – von Lausbubenstreichen und Fahren auf dem Motorrad über den Marktplatz. Natürlich freihändig, oder mit den Füßen auf dem Lenkrad, oder Sattel usw. usw.

Wenn wir Anno 2009 den 100-jährigen Geburtstag Bernd Rosemeyers in Lingen begehen konnten, dann muss ich gestehen, die Stadt Lingen hat für sein Andenken in meinen Augen nicht genügend getan.

Vielleicht werden andere Stadtobere einmal nüchtener, realer denken und das anerkennen was Bernd Rosemeyer war – ein junger Rennfahrer, aus relativ kleinen Verhältnissen, der nach oben wollte und so auch die Förderung und Förderer annahm, die ihn sich seinen Traum verwirklichen ließen.

Fakt ist, er war zu seiner Zeit ein ganz Großer des Automobilsports und die Versuche ihn in eine Ecke mit der „ Braunen Macht“ zu stellen, das kann, darf und wird auch aus unserer Sicht nicht so sein.

Dass es in Lingen einen Motorsport-Club Bernd Rosemeyer gibt, einen erfolgreichen Club, – das liegt in der Natur der Sache….

*Nachtrag:
Es gab heute tagsüber zwei fassungslose Anfragen. Tenor: Der Text sei meiner unwürdig.

Freunde und Leser dieses kleinen Blogs:
Der Text ist ein Zitat. Ein schrecklich entlarvendes Zitat. Deshalb ist er hier wiedergegeben. Wer den ganzen unsäglichen Text nachlesen will, darf  
hier klicken. Die im Beitrag zum Ausdruck kommende, ganze Geschichtslosigkeit empfinde ich als schrecklich. 

Ich hätte auch einen früheren städtischen Angestellten zitieren können. Er formulierte: „Für Bernd Rosemeyer war der frühzeitige Eintritt in die SS offensichtlich das einzige größere Zugeständnis an den Nationalsozialismus.“ Diesen ganzen Text kann man hier nachlesen. Auch diese Einordnung ist für mich fürchterlich.

hans_calmeyer

Als Retter von Tausenden Juden in den Niederlanden zur Zeit des NS-Besatzung ging der Rechtsanwalt Hans Calmeyer in die Geschichte ein. Eine ihm gewidmete Dauerausstellung, geschweige denn ein eigenes Museum, sucht man in seiner Heimatstadt Osnabrück bisher aber vergebens. Daran hat auch ein Osnabrücker Ratsbeschluss vom Sommer 2014 nichts geändert.

Entstehen soll es in der mehr als 100 Jahre alten Villa Schlikker, die Hans-Calmeyer-Haus Haus werden soll Das Haus am Heger-Tor-Wall diente von 1933 bis 1945 der NSDAP als Zentrale. Die NOZ berichtet jetzt über eine neun Anstoß:

„Die Holocaust-Überlebende Laureen Nussbaum, eine Jugendfreundin von Anne Frank und ausgewiesene Kennerin ihrer Tagebücher, hat sich bei einem Besuch in Osnabrück für ein Hans-Calmeyer-Haus in der Friedensstadt ausgesprochen. Auch die Politik erhöht den Druck. Kommt nun Bewegung in die Sache?

Nussbaum gehört zu den vielen Tausend Juden, die der Osnabrücker Rechtsanwalt Calmeyer (1903–72) (Foto lks, ©) während des Zweiten Weltkriegs als NS-„Rassereferent“ in den Niederlanden durch Sabotage vor Deportation und sicherem Tod bewahrte. Die 89-Jährige aus Frankfurt war als Kind mit ihrer Familie vor den Nazis nach Amsterdam geflüchtet. Seit den Fünfzigern lebt sie in Seattle (USA). Zur Eröffnung einer dreimonatigen Ausstellung über ihre Jugendfreundin Anne Frank, deren berühmte Tagebücher sie als Germanistikprofessorin studiert hat, reiste Nussbaum jetzt nach Osnabrück.

Wir trafen sie am Montag im Hotel Walhalla, wo sie für eine Dokumentation des Osnabrücker Historikers, Filmemachers und Calmeyer-Experten Joachim Castan vor der Kamera saß. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Nussbaum: „Hans Calmeyer ist ein stiller Held, dabei hat er mehr Juden gerettet als Oskar Schindler. Deshalb ist es ausgesprochen wichtig, dass in Osnabrück etwas entsteht, das dauerhaft an ihn erinnert und über sein einmaliges Werk informiert.“

Remarque, Nussbaum, Calmeyer

Ihr sei jedoch nicht entgangen, dass die Friedensstadt sich in dieser Angelegenheit viel Zeit lässt.„Ich finde, es dauert sehr lange“, stellte die Holocaust-Überlebende fest. Dabei habe Calmeyer in ihren Augen einen Stellenwert wie zwei andere, gepriesene Ikonen der Friedensstadt: Schriftsteller Erich Maria Remarque und Maler Felix Nussbaum…“

weiter bei der Neuen OZ

(Quelle NOZ, Sebastian Stricker)

Einblicke –
Die unbekannten Zeitzeugen von Krieg und Judenvernichtung
Lingen (Ems) – Ludwig-Windthorst-Haus 
Do., 26.01.17 – ab 18 Uhr
Неизвестные свидетели войны и уничтожения еврейского народа
Четверг, 26 январь 18:00, Людвиг-Ветерxорст-Дом, Линген

Aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus findet an dessen Vorabend parallel zur entsprechenden Ausstellung eine Gedenkveranstaltung im Ludwig-Windthorst-Haus statt. 

Programm
18.00 Uhr
Musik
18.05 Uhr
Begrüßung von Seiten der Stadt Lingen (Ems), Forum Juden-Christen e.V. und LWH, kurze Einführung in den Abend
18.15 Uhr
Einführung in die Ausstellung‘
Dr. Michael Gander (Gedenkstätten Augustaschacht und Gestapokeller) und Inessa Goldmann („Judentum begreifen“)
18.30 Uhr
Zeitzeugengespräch: Dr. Michael Gander spricht mit Mortko Jazowitskij, dessen Lebensgeschichte Eingang in die Ausstellung gefunden hat
Musik

—-

einblickeÜberlebende der nationalsozialistischen Vernichtung der Juden in der früheren Sowjetunion und jüdische Veteranen des sowjetischen Militärs leben seit rund 20 Jahren in und um Osnabrück. Sie erlebten Evakuierungen nach Asien, Ghettos und Massenerschießungen. Andere überlebten die Blockade von Leningrad oder kämpften als sowjetische Soldaten gegen die Armee des nationalsozialistischen Deutschlands. Ihre Erinnerungen an das Leben in der Sowjetunion brachten sie mit. Ihre Erfahrungen von Krieg und Verfolgung stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, die seit dem 19. Januar im Ludwig-Windthorst-Haus insgesamt 26 Lebenswege Osnabrücker Zuwanderer vorstellt – übrigens in deutscher und russischer Sprache  Das Kennenlernen der Menschen und ihrer Geschichten sowie die Teilhabe an ihren Erinnerungen und Erlebnissen bringt die heutige, vielfältige Gesellschaft näher zusammen. Dazu möchte die Ausstellung beitragen.

Gemeinsam mit dem Verein „Judentum begreifen“ und zwei Osnabrücker Studentinnen erarbeitete die Gedenkstätte Augustaschacht diese, in der bundesdeutschen Erinnerungskultur besondere Ausstellung. Angehende Gestaltungstechnische Assistenten/-innen sowie Fotografen/-innen des Osnabrücker Berufsschulzentrums am Westerberg entwickelten mit ihren Lehrern die Ausstellungsgestaltung und nahmen bei Besuchen Portraits von den Zeitzeugen/-innen auf.
Für die Ausstellung wurden lebensgeschichtliche Interviews mit den Zeitzeugen in ihrer Muttersprache Russisch geführt. Ebenso wichtig sind die  Erzählungen Angehöriger, denen die Zeitzeugen noch zu Lebzeiten ihre Erinnerungen anvertrauten.
Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Februar im LWH-Hauptgebäude zu sehen.

Heute

13. Dezember 2016

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Genau heute vor 75 Jahren, am 13. Dezember 1941, fand der erste von acht sog. Bielefelder Transporten statt. Der erste Transport brachte Hunderte Jüdinnen und Juden aus der Regionen Münster und Osnabrück nach Bielefeld. Von dort ging es für insgesamt 1000 unter schrecklichen Bedingungen in ungeheizten Waggons bei minus 20° nach Riga (Lettland), wo die Deutschen jüdischen Glaubens in das Ghetto kamen, dessen lettische Bewohner die Nazis zuvor ermordet hatten: Beinahe 27.000 lettische Juden waren am 30.11.41 und am 8.12.41 erschossen worden, um „Platz für die Juden aus dem Reich“ zu schaffen. Acht Lingener und Lingenerinnen jüdischen Glaubens waren dabei, darunter die 21jährige Ruth Heilbronn, die ihre Eltern nicht allein  lassen wollte. Ruth (Foster-)Heilbronn berichtet:

It was on a Saturday morning, the 10th of December ’41, that the police came, one policeman and a Gestapo man came to us, and the policeman cried like a child, that he had to take us away. The Gestapo man put a seal on the door, and we were taken, it was a town hall where already the family Gruenberg and their daughter were waiting, and an uncle and aunt of mine. We were allowed to take a hundred pounds of luggage and hand luggage with us; we had to make a list of the inventory of our – we only had two rooms, what we left behind. And we were the eight deported at that time. We were taken by train to Osnabruck; this policeman, Brand [phon.], was his name, he accompanied us, and he cried all the way. And my mother was only upset, not because we were deported, but this was the first time in her life that she was on a train or that she rode on a shabbat.

fullsizeoutput_2334Genau heute, 75 Jahre später, haben die Stadt Lingen (Ems), das Forum Juden Christen Altkreis Lingen eV und das Kinder- und Jugendparlament aus diesem Anlass in der Lindenstraße 45 zwei neue Stolpersteine verlegt, die an die in die Niederlande emigrierten, später in Auschitz-Birkenau ermordeten Lingener Ihmo und Riekchen ten Brink erinnern. Imo wurde nur 12 Jahre alt, seine Mutter starb mit 48 Jahren im Gas.

Vorgestern Abend war ich am Hauptbahnhof Dortmund. Nach wenigen Minuten hörte ich das Geschrei des neonazistischen Pöbels: „Deutschland den Deutschen!“ und „Sieg Heil!“ Mir wurde kalt.

Es ist hohe Zeit, jede/n daran zu erinnern, was u.a. genau heute vor 75 Jahren bei uns in Deutschland geschah.

stolperstein_lingen_kaiserstrasse_1_caroline_heilbronnMit Hilfe und Unterstützung freiwilliger und großzügiger Spender konnten inzwischen 38 Stolpersteine in der Stadt Lingen verlegt werden. Sie sollen die Lebenden an das Schicksal der umgekommenen und ermordeten Opfer des Nationalsozialismus erinnern und den Toten Namen, Ehre und Menschenwürde zurückgeben.

Zwei weitere Stolpersteine für Ihno ten Brink (1932-1944) und Riekchen ten Brink (1896-1944) werden jetzt durch das Forum Juden Christen und die Stadt Lingen (Ems) verlegt. Die damals 48-jährige Mutter Riekchen und ihr 12-jähriger Sohn Ihno ten Brink starben am 6. Oktober 1944 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.
Dazu sind alle Lingenerinnen und Lingener am kommenden Dienstag, 13. Dezember, 14 Uhr zur Lindenstraße 45, Eingang des Hotels Altes Landhaus, eingeladen. Der Stolperstein von Ihno ten Brink wird vom Lingener Kinder- und Jugendparlament finanziert.
Neben Grußworten von Oberbürgermeister Dieter Krone und Dr. Heribert Lange, Vorsitzender des Forum Juden-Christen Altkreis Lingen e. V., wird Benno Vocks die Lebensläufe der beiden Ermordeten vor Ort darstellen.
(Foto: Stolperstein für Caroline Heilbronn, Lingen (Ems), von Gmbo 2013  CC 1.0)

zornig

10. November 2016

Selten habe ich ihn so bestimmt, man könnte auch sagen, so zornig erlebt. Heribert Lange, der Vorsitzende des Lingener Forum Juden Christen hat einmal mehr am 9. November ein bemerkenswertes Statement abgegeben. Am Lingener Gedenkort Jüdische Schule hielt er eine Rede, in deren Zentrum die Menschenwürde stand, und sagte u.a.:

„…Artikel 1 des Grundgesetz lautet […]: „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“

Finden Sie, dass sich damit volksverhetzerische Begriffe und Parolen wie artfremd, Primitivgesellschaften, Quotenneger, Rettung des Deutschtums, Wirtschaftsflüchtlinge, Parallelgesellschaft, Islamisierung, völkisch und die Bewahrung des Völkischen, laut Alexander Gauland, Zitat: “am besten mit Bismarck‘-schem Instrumentarium auszurotten, nämlich ‘mit Eisen und Blut‘ „(Zitat Ende), dass dies alles sich mit dem Menschenwürdeanspruch unserer Verfassung oder gar den, dem christlichen Abendland heiligen Gesetzen Gottes verträgt?

Und finden Sie nicht auch, dass die wachsende Zahl sogenannter Hasskriminalität, die wir den Polizeistatistiken entnehmen, das genaue Gegenteil dessen bezeugt? Hasskriminalität ist Kriminalität gegen Menschen und gegen Sachen, z.B. gegen Moscheen, Synagogen und Flüchtlingsheime, die in Brand gesteckt werden oder gegen die Menschen selbst, die darin einstweilen Zuflucht gefunden haben – leider auch in Lingen, wie wir uns ja sicher alle leicht erinnern.

Und finden Sie es nicht auch bedrohlich und deprimierend zugleich, dass die Chefideologen dieser Rattenfängergilde inzwischen jedes 10. Wählers, mancherorts sogar jedes 6. Wählers gewiß sein können? Das aber ist ein Mehrfaches von dem, was sich sowieso im Sigma- oder 2-Sigmabereich am Fransenrand jeder Normalstatistik findet.

Nicht nur von den derzeitigen Wahlsiegern und ihnen verwandten Gruppen wie NPD, Reichsbürgern, Identitären und ihren europäischen und neuerdings auch überseeischen Mitstreitern, also in den USA: was da heute passiert ist, haben wir wahrscheinlich alle überhaupt noch nicht begriffen – nicht nur in diesen Zirkeln werden Hass und Aggression gegen Fremde geschürt und gepäppelt.

Die Rattenfänger sind in der Mitte etablierter Parteien mit ihren Parolen unterwegs z.B. so, wie ich es in einem Antrag gelesen habe, der am Wochenende einem Parteitag im Süden Deutschlands vorgelegen hat: Die Bundeskanzlerin dürfe nicht wiedergewählt werden, weil, ich zitiere: “… sie einen beispiellosen, oft unkontrollierten Migrationsstrom aus den rückständigsten, gewalttätigsten sowie christen- und frauenfeindlichsten Regionen dieser Erde nach Deutschland geleitet“ habe….“

Atomteller

24. August 2016

AtomtellerKKEFür alle Atomkraft-Nein-Danke-Fans das Geschenk des Jahres: Dieses Online-Angebot der RS Handel GmbH. Ergriffen dürfen wir dies lesen:

Wandteller stehen für Heimat, Idylle und Nostalgie. Bebildert mit technologischen Relikten. Früher mit Windmühlen, heute mit Atomkraftwerken. Die Tage der Windmühlen sind längst vergangen und nun neigt sich die Dämmerung über die Ära der deutschen Atomkraft. Höchste Zeit also, Atomkraftwerke als das zu zeigen, was sie sind: „Denkmäler des Irrtums – Hoffnung von Gestern – Folklore von Morgen“ Ein Gedankenspiel führte die Autorin/Regisseurin Mia Grau und den Architekten/Gestalter Andree Weissert zu der Idee einer futurnostalgischen Erzählung. Sie machten daraus ein Objekt: die Atomteller.

Produktbeschreibung

Material: Porzellan
Abmessung: d = 20 cm
Farbe: Kobaltblau
Eigenschaften: spülmaschinenfest und mikrowellengeeignet– im Geschenkkarton 
– inkl. einer 56-seitigen Broschüre
– in Deutschland hergestellt

Alle Aquarelle auf den Atomtellern wurden von der Porzellanmalerin Heike Tropisch umgesetzt. Ihr Handwerk erlernte sie bei der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM).

Hergestellt werden die Atomteller in einem Bundesland ohne Atomkraftwerke: In der Porzellanmanufaktur Reichenbach in Thüringen. Seit 1830 wird hier hochwertiges Gebrauchs- und Dekorporzellan gefertigt. In einem aufwendigen Verfahren brennt Reichenbach die Atomteller-Motive in die Glasur der Teller ein.

Das Einzelexemplar kostet übrigens 39,- Euro plus 5,- Euro DHL-Versand. Bei so einem  Schnäppchen darf gestrahlt werden

WilliGernsDie taz berichtet: 60 Jahre nach dem Verbot der KPD treffen sich aufrechte Linke, Kommunisten und Freunde der DDR in Bremen. „Über die DDR fällt kein böses Wort in dieser Runde“. 

„Willi Gerns (Foto lks) ist der „Prototyp eines Revolutionärs“. Das hat ein bundesdeutsches Gericht entschieden, im Namen des Volkes. Drei Mal klagten sie ihn an, 30 Monate steckten ihn Richter ins Gefängnis, die zuvor den Nazis gedient hatten. Er hat seine Strafe abgesessen, bis zum Schluss, nichts bereut. Weil er Kommunist ist. Und sich für die seit 1956 verbotene KPD engagierte. An diesem Abend erntet der 85-Jährige noch einmal großen Applaus für seinen Kampf um die Arbeiterklasse.

„Weg mit dem schändlichen KPD-Verbot“ stand in der Einladung, in großen Lettern. Gut 60 Leute sind gekommen, viele ältere Herren, ein paar Frauen. Der große Saal im Bürgerhaus Weserterrassen ist voll. Fahnen haben sie keine gehisst, nur einen Gitarristen engagiert, der Arbeiterkampflieder singt. Als erstes, natürlich, Brechts Lied von der Einheitsfront: „Es kann die Befreiung der Arbeiter/Nur das Werk der Arbeiter sein.“ Doch hier singen sie alle sehr andächtig, es klingt ein wenig wie in der Kirche.

60 Jahre ist es her, dass das Bundesverfassungsgericht die KPD verboten hat. Das sind…“

[weiter bei der taz]

(Foto: Willi Gerns, DKP Bremen)

Nicht-Ort

14. Mai 2016

8422050145_786758824a_zWas den deutsch-französischen Fernsehsender Arte so wertvoll macht: Die Programmmacher präsentieren nicht nur den immer gleichen Programmtrott, sondern kommen auch mit Nischenthemen um die Ecke.

Übermorgen am Pfingstmontag widmet Arte einen ganzen Thementag nur der Tankstelle. Mit Spielfilmen, deren Mittelpunkt der Nicht-Ort Tankstelle ist, in Dokus und interaktiven Webformaten dreht sich alles rund um den urbanen Ort Tankstelle. Und wer könnte besser durch das Programm führen, als der Hamburger Performance-Künstler, Entertainer und Musiker Friedrich Liechtenstein? Man darf sich auf den Tankstellen-Thementag am 16. Mai 2016 freuen.

Ein Tag für Träumer, Weltenbummler und Querdenker: ARTE lädt zum Thementag Tankstellen-Träume. Für Friedrich Liechtenstein, der sich selbst als Künstler und Flaneur versteht, sind Tankstellen die romantischsten Orte unserer Zeit. Eine gewagte These. In der zehnteiligen Reihe Tankstellen des Glücks nimmt er den Zuschauer mit auf einen Trip quer durch Europa, um sie zu beweisen. Doch Tankstellen sind nicht erst seit gestern Orte der Magie, eine Projektionsfläche für Träume.
ARTE zeigt im Rahmen des Thementages vier Meisterwerke der Filmgeschichte, die den vermeintlichen Nicht-Ort Tankstelle in den Mittelpunkt rücken, sowie eine dreiteilige Doku-Reihe über den ultimativen Roadtrip auf der Route 66 . Der Thementag Tankstellen-Träume wird auf ARTE zu einem bimedialen Event: Friedrich Liechtenstein, mit Erfolg im Internet bestens vertraut, gewährt zusätzlich in einer achtteiligen Web-Serie auf ARTE Creative exklusive Einblicke in seine Welt. Energie, Style, Disco: Das Universum nach Friedrich Liechtenstein.
Spätestens mit dem ab Mai verfügbaren VR-Projekt Tankstellen-Träume in 360° wird der Zuschauer endgültig in dieses Universum und das Werk des Friedrich Liechtenstein hineingezogen. Er wird eingeladen, mit ARTE und dem Multitalent Tankstellen-Träume zu leben.

Thementag Tankstellen-Träume
Pfingstmontag, 16. Mai 2016
Arte

Zur Programm-Übersicht vom Thementag

(Foto: Alte Tankstelle in Lingen via @milanpaul/Flickr; Textquelle)

 

Polizisten45Mittwochs im Museum:
Die Unterwelt der Nachkriegszeit
Lingener Polizeiakten berichten

Emslandmuseum, Lingen (Ems) – Burgstr. 28b

Mi 06.04.’16 – 16 Uhr und 19.30 Uhr
Eintritt 5,- € (Heimatvereinsmitglieder 3,- € )

Beim Umzug der Lingener Polizeistation in den Neubau vor zwei Jahren entdeckte ein aufmerksamer Beamter Dienstaufzeichnungen aus den Jahren 1945 bis 1948. Die Dokumente -inzwischen im Emslandmuseum gelandet- geben Einblick in die“schillernde Lingener Unterwelt in der Nachkriegszeit und die Alltagsprobleme der „Stunde null“. Sie berichten also auch  von den Schwierigkeiten beim Wiederaufbau der Polizeiorganisation (Foto: Protagonisten dazu im Jahr 1945 vor dem Haus Göring, Am Markt ©Emslandmuseum) unter der Britischen Verwaltung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Mittwochs im Museum“ des Heimatvereins und des Emslandmuseum Lingen.