Reihe Mittwochs im Museum:
Die Erdölraffinerie Lingen
Lingen (Ems) – Burgstraße 28b
Mittwoch, 27.4., 16:00 und 19:30 Uhr

[Anmeldung beim Heimatverein Lingen, Tel. 0591-62500 oder Email j.rickling(at)dg-email.de]

Die Direktoren Karl Ahrensmeier (2.v.r.) und Dietrich von Eynatten (3.v.r.) bei einer Lagebesprechung 1953

Nach zweijähriger Pause startet im April wieder die beliebte Vortragsreihe „Mittwochs im Museum“. Es geht in diesem Monat um den Aufbau der Erdölraffinerie Anfang der 50er-Jahre in Lingen. Hierzu ist im Jahr 2020 exklusives Bildmaterial aufgetaucht.

Fundamentarbeiten am Kesselhaus der Raffinerie

Es handelt sich um mehrere Fotoalben und Dokumente aus dem Nachlass des ersten Kaufmännischen Direktors der Raffinerie, Karl Ahrensmeier, die dem Museum von seiner Tochter übergeben wurde. Die umfangreiche Fotosammlung mit Aufnahmen verschiedener Profifotografen dokumentiert den Aufbau und den Betrieb der Anlage, aber auch den Alltag der Arbeiter im Werk und das Leben ihrer Familien in den neuen Wohngebieten im Norden der Stadt. Kaum zu glauben, wie sich das Wald- und Dünengelände in Holthausen in wenigen Jahren in eine riesige Industrieanlage verwandelte und ein ganzer Stadtteil neu entstand.

Das Pumpenhaus und das Fundament für den Houdry-Turm der Raffinerie 1952

Der Heimatverein hat für die Vortragsreihe ein Hygienekonzept mit verringerter Raumauslastung und 3G als Zugangsvoraussetzung entwickelt. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Voranmeldung und Registrierung beim Heimatverein unbedingt erforderlich (j.rickling(at)dg-email oder 0591-62500).

Bräuche zu Ostern

17. April 2022

Ostergrüße von 1912

Ostern ist ein hoher kirchlicher Feiertag und mit vielen traditionellen Osterbräuchen verbunden. Einige davon sind uralt, andere sind erst in jüngerer Zeit dazugekommen. Eine Auswahl stellt das Emslandmuseum aktuell in seinem Blog vor:

Osterspaziergang mit Eiersuchen

Das Symbol für das Osterfest schlechthin ist das Osterei. Es erinnert daran, dass aus der toten Schale neues Leben entstehen kann. Früher ging der Eierproduktion Hühner Mangels Auslauf bei schlechter Witterung im Winterhalbjahr deutlich zurück. Im Frühjahr legten sie wieder mehr Eier und die kamen zu Ostern gerade recht. Besonders die Jugendlichen veranstalteten an den Feiertagen regelrechte Wettessen.

Der Osterhase

Das Bemalen und Verzieren von Ostereiern hat schon eine lange Tradition. Es wir gemalt, verziert, gebohrt und gestanzt, oft nach Jahrhunderte alten Vorlagen. Ungeklärt ist bis heute, warum ausgerechnet der Hase als Überbringer der Ostereier gilt. Wahrscheinlich, weil er sich um die Osterzeit in Feld und Flur wieder häufig blicken lässt.

In vielen Familien wurde nach der Fastenzeit zu Ostern der neue Schinken angeschnitten. Für manche war dies das eigentliche Fest. Beim Osterfrühstück galt die Devise: dünn geschnitten und dick belegt! Mit Gürkchen oder Petersilie ließ sich der beliebte Brotbelag auf dem zu Ostern eigens gebackenen Weißbrotstuten noch verfeinern.

Bei schönem Wetter war nach dem fetten Festtagsessen ein Osterspaziergang obligatorisch. Die Kinder durften früher am Ostersonntag zum ersten Mal wieder kurzen Hosen und Röcke mit Kniestrümpfen anziehen. Von diesem ungeschriebene Gesetzt wurde grundsätzlich Gebrauch gemacht, und wenn das Wetter auch noch so kalt war.

Den Ausklang des Ostersonntags bildeten die Osterfeuer. Im flackenden Schein der Flammen wurde früher eifrig gesungen und durstig machte die Hitze auch. Vor genau 250 Jahren verbot der Bischof von Münster sogar die Osterfeuer, weil dabei in der Dunkelheit und unter Alkoholeinfluss zu viel Unfug getrieben werde. Doch dieses Verbot blieb wirkungslos. Dörfer und Bauerschaften standen alljährlich im Wettstreit, wer das größte Feuer entfachen würde. Und manchmal kam es sogar vor, dass man dem Nachbarort heimlich schon am Karsamstag den vorbereiteten Holzstapel in Brand setzte.

Eierkollern um 1965 am Kiesberg

Am Ostermontag trafen sich die Kinder zum Eierkollern. An einem Hang wurden künstliche Bahnen geformt, auf denen die Kinder die Eier möglichst weit „kullern“ ließen. Kunstvoll gegrabene Tunnel und Überführungen erzeugten Bewunderung bei den Kleinen. In Lingen fand das Kollern in gut organisierte Form bei Kaffee und Musik in den Anlagen der Wilhelmshöhe statt. Bei schönem Wetter war dies das reinste Volksfest. In Laxten bildete der Kiesberg ein beliebtes Ziel für Kollerfreudige, in Schepsdorf die großen Dünen, die sogenannten „Schepsdorfer Alpen“. Irgendeinen geeigneten Hügel fand man überall.

Spannend ging es auch bei Eierticken zu. Bei diesem Wettbewerb wurden zwei Eier aneinandergeschlagen. Wessen Ei dabei „heile“ blieb, war der Sieger und bekam das andere Ei. Manche gaben den Hühnern in den Tagen zuvor extra Futter, damit die Eier eine dicke und feste Schale bildeten. Andere mogelten mit einem Gipsei. Peinlich, wenn das am Ende des Wettbewerbs auffiel. [Perlhuhneier waren auch blöd und die besonders erfolgreiche Familie R. zog mit einem großen Korb von der Wilhelmshöhe ab…]

Ostereier etc

7. April 2022

Bastelspaß und Osterbräuche für Kinder im Emslandmuseum Lingen, Burgstraße 28b 49808 Lingen (Ems).

Einen kreativen Nachmittag für Kinder veranstaltet das Emslandmuseum an diesem Freitag, 8. April 2022 von 15:00 bis 17:00 Uhr in seiner neuen Museumswerkstatt.

Es werden Eier mit Naturfarben gefärbt und in Ätz- und Wachstechnik gestaltet. Dazu wird für die kleinen Kunstwerke ein Osternest in Origami-Technik gebastelt.

Auch der Frühlingsanfang, das Osterdatum und verschiedene Ostertiere werden besprochen. Ein paar Frühlingsspiele wie das traditionelle „Eierlaufen“ oder das „Eierkollern“ runden den Nachmittag ab.

Das Angebot richtet sich an Kinder von 6 bis 11 Jahren. Die Teilnahme kostet 7,00 Euro p. P. (Materialkosten inklusive)

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Daher ist eine telefonische Voranmeldung erforderlich: Tel. 0 591 476 01

Einwohnerbefragung

3. April 2022

Der Lingener Reserveoffizier Hans-Wolfgang Biermann hat vor einigen Tagen bei der Stadt eine Einwohnerbefragung angeregt. Eine Einwohnerbefragung kann in Angelegenheiten der Kommune durch eine Befragung der Einwohnerinnen und Einwohner erfolgen, die mindestens 14 Jahre (!) alt sind und seit mindestens drei Monaten den Wohnsitz in der betreffenden Kommune haben. So reget es das Kommunalverfassungsrecht in Niedersachsen. Die Initiative hat OB Krone in der vergangenen Woche im Verwaltungsausschuss mitgeteilt. Die Ratsfraktionen und -gruppen haben sich das angehört. Gruppenvorsitzender Uwe Hilling (CDU) und der Betreiber dieses Blogs für die BürgerNahen haben dann geantwortet, dass sie diesen Antrag zuerst in ihren jeweiligen Gremien beraten wollen.

Biermann, begeistert-trotziger Befürworter des aktuellen Straßennamens, will mittels der Befragung die Frage klären lassen, ob „die Bernd-Rosemeyer-Straße in Fredy-Markreich Straße umbenannt werden (soll)? Ja/Nein“.

Dies passt nicht zu den Abläufen, die im Kulturausschuss vor und nach der Kommunalwahl verabredet wurden; sollte, so die Beschlusslage dort, die Prüfung des Namens Bernd-Rosemeyer-Straße anhand der dort erarbeiteten Kriterien ergeben, dass der Straßenname nicht tragbar ist, wird umbenannt. Dann steht Biermanns suggestive, weil unerklärte Fragestellung dazu im Gegensatz.

Sofern das Ergebnis der Namensprüfung nicht eindeutig ist, sondern „problematisch“, könnte über präzisere Fragestellung nachgesteuert werden, um was es eigentlich geht. Zum Beispiel: „Sollen in der Stadt (Ems) Lingen Straßennamen nach SS-Offizieren benannt sein? Ja/Nein“

Meine Meinung zu dem Thema kennt die Leserschaft dieses kleinen Blogs. Konkret gesagt hat es ein Lingener Kaufmann und Kiveling, der unter den lokalen und anderen Nazis unendlich gelitten hat, dennoch seiner Heimatstadt treu blieb, aber schließlich zwangsvertrieben wurde und schon bald danach im Ausland starb, also dasNS-Opfer Fredy Markreich in jedem Fall mehr verdient, dass seiner in Lingen in Form einer ihn ehrenden Straße gedacht und erinnert zwird, als ein Erfüllungsgehilfe und NS-Mitläufer, der bis zu seinem Tod bei einem „Weltrekord-Versuch“ für die Propagandamaschinerie der Nazis, nur zum Spaße noch seinen Geburtsort Lingen besuchte.

Ungeachtet dieser, meiner Meinung waren es allerdings die lokalen Nazis, die die Straße entlang des Bahnhofs ihren Namen gaben. Das allein ist allemal Grund genug für eine Änderung. Also um diese Straße nicht mehr so zu nennen, wie es die Nazis wollten. Das unterscheidet auch alle weiteren namentlichen Straßenamen in Lingen von der Bernd-Rosemeyer-Straße. Es gibt in Wahrheit kein „Aber was ist mit XY…?“ in diesem Kontext.

Ohnehin ist es auch nur eine Frage der Zeit, bis der Straßenname geändert wird. Peinlich genug für Lingen, dass dies noch immer nicht erfolgt ist.

Schatzsuche

25. März 2022

Schatzsuche im Emslandmuseum
Samstag, 26. März 2022 – 15 Uhr
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 30a
Teilnahmegebühr 6,00 € p. P.
Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 0 591 476 01

Eine Schatzsuche für die ganz jungen Museumsbesucher, gerne auch in Begleitung der Eltern oder Großeltern, findet am 26. März ab 15:00 Uhr im Kutscherhaus des Emslandmuseums statt. Die Museumspädagogin zes Emslandmuseums eigt den jungen Gästen, wo in den verwinkelten Räumen des fast 300 Jahre alten Gebäudes die geheimen Schätze verborgen liegen könnten. Dann können die Kinder in den Schubladen, Schränken und Kästen selber nachschauen. Eine spannende Zeitreise von 90 Minuten für Kinder im Alter von ca. 5 bis 7 Jahren.

 

 

Thorsten Heese ist Historiker, Politologe und Kunsthistoriker, ist Kurator für Stadt- und Kulturgeschichte am Museumsquartier Osnabrück. Der 54jährige zeigt auf seinem Stadtrundgang koloniale Orte in Osnabrück. Die Stadt hat massiv an Leinenhosen für Versklavte verdient.

Aufwändig beworben: Osnabrücker Kolonial-Ausstellung von 1913
Foto: Thorsten Heese/Museumsquartier Osnabrück

taz: Herr Heese, welche Rolle hat Osnabrück im Kolonialismus gespielt?
Thorsten Heese: In puncto kolonial-imperiales Bewusstsein war Osnabrück genauso ein Rädchen im Getriebe wie die größeren Akteure Hamburg und Bremen. Auch hier gab es Ortsgruppen der „Deutschen Kolonialgesellschaft“, des „Alldeutschen Verbandes“ und des „Deutschen Flottenvereins“ sowie kolonialistisch gesinnte Militärvereine und Kaufmannsvereinigungen.
Wie stark hat Osnabrück wirtschaftlich profitiert?
Osnabrück hat in der Frühen Neuzeit vor allem am Leinen verdient. Daraus wurden unter anderem „Osnabrücker Hosen“ hergestellt, die versklavte Menschen auf karibischen und amerikanischen Plantagen als Arbeitskleidung trugen. Interessant ist, dass alle profitierten: von der Stadt über die Tuchhändler bis zu den einfachen Flachsbauern und Webern.
Was weiß man über den „Ersten Afrikaner von Osnabrück“?
Einzige Quelle ist eine gedruckte Taufpredigt von 1661. Da steht, dass…

[weiter bei der taz]


„Osnabrück post-kolonial – eine Spurensuche“,
Rundgang mit Thorsten Heese: Nächster Termin mit freien Plätzen: Dienstag, 22. März , 16 Uhr. Treffpunkt Museumskasse Museumsquartier Osnabrück, Lotter Str. 2. Maximal 10 Personen. Anmeldung über felix-nussbaum-haus(at)osnabrueck.de

Gold und Silber

16. März 2022

Bereits vor knapp drei Jahren, nämlich im Mai 2019 fanden Hobbyarchäologen mit ihrem Metalldetektor im Naturschutzgebiet Springendal bei Hezingen in der niederländischen Gemeinde Tubbergen (Twente) eine Ansammlung von Gold- und Silbermünzen sowie Schmuck aus dem frühen Mittelalter. Die  beachtliche Menge ließ sofort vermuten, dass es sich um einen (teilweise) gepflügten Gold- und Silberschatz handeln könnte. Die Münzen und der Schmuck stammen aus dem siebten Jahrhundert. Die Finder meldeten den Schatz der archäologischen Organisation PAN (Portable Antiquities of the Netherlands) gemeldet.

Nach umfangreicher Voruntersuchung und Verzögerungen aufgrund der Coronamaßnahmen fand vor Ort eine Ausgrabung statt, die die  Vrije Universiteit Amsterdam (VU) und die Agentur für Kulturerbe (RCE) durchführten. RCE-Archäologe Jan Willem de Kort: „Es wurde noch mehr Gold und Silber gefunden sowie Spuren eines Opferplatzes. Eine Reihe von Pfählen in einer Reihe, möglicherweise mit heiligen Zeichen oder einem Wotans-Kopf, bildeten wahrscheinlich eine Versammlungsstätte, an dem sich Menschen aus der Umgebung trafen und Edelmetall zurückließen.“

Verteilt auf 3 Fundorte fanden sich insgesamt 94 Münzen und Münzfragmente, mindestens 6 Gold- und 2 Silberschmuckstücke, ein Teil einer goldenen Schwertgriff-Verzierung und 95 Teile eines unbekannten Objekts (möglicherweise eine Trinkhornverzierung oder vielleicht auch ein Helm- oder Sargbeschlag). Die Opferstätte wurde wohl seit knapp 100 Jahre genutzt, vom frühen bis zum späten 7. Jahrhundert oder frühen 8. Jahrhundert n. Chr. Es scheint, dass die Christianisierung der Sachsen durch die karolingischen Könige dem „heidnischen“ Ort ein Ende bereitet hat.

Seit fünf Jahren kümmert sich Portable Antiquities of the Netherlands (PAN), eine von der Vrijen Universität gegründete Website und Organisation, um archäologische Funde, die von Hobbysuchern gefunden wurden. Archäologen des RCE und der VU führten die Ausgrabungen in Zusammenarbeit mit dem Staatsforst und der Provinz Overijssel durch. Die Funde der Detektorsucher erwarb das Rijksmuseum van Oudheden (RMO) in Leiden erworben, das die Funde jetzt an das Rijksmuseum Twente in Enschede ausgeliehen, wo die Funde morgen am Donnerstagnachmittag präsentiert werden. Dann sollen auch weitere Details zum Fund bekannt gegeben werden.

Die RMO hat den Ankauf für die nationale niederländische Sammlung getätigt, um den Fund für die Allgemeinheit zugänglich zu erhalten; denn es handelt sich, so die Experten,  um einen Schatzfund von nationaler Bedeutung.

VU-Archäologe Stijn Heeren: „Das Besondere an diesem Fund ist, dass aus dieser Zeit in dieser Region wenig bekannt war. Besonders reiche Funde aus dem frühen Mittelalter konnten wir aus Friesland oder der Region um Utrecht. Besonders ist auch, dass diese Grabungen  durch den Bericht von Hobbysuchenden initiiert wurde, was zu einer großartigen Zusammenarbeit zwischen den Suchenden und Fachleuten verschiedener Agenturen geführt hat.“

  Quellen: RMT, GN, Tubantia; Fotos: RMT

wieder geöffnet

14. März 2022

Zwar knallen gerade die CoVid19-Infektionszahlen geradezu durch die Decke. Da aber die entwickelten Impfstoffe bisher eine Überlastung des Gesundheitswesens verhindern, wird landesweit die sog. Winterpause beendet. Auch das Lingener Emslandmuseum ist seit der letzten Woche wieder zu den gewohnten Zeiten (Di-So, 14.30 bis 17.30 Uhr) geöffnet.

Bastelprogramm in der neuen Museumswerkstatt

Besondere Anziehungspunkte sind die neue Dauerausstellung zur Lingener Geschichte sowie die Sonderausstellungen „Entscheidungen 1933 bis 1945“ über die Zeit des Nationalsozialismus. Hinzu kommt die Schaufensterausstellung „Lingen in den 60er-Jahren“ im Neubau des Museums mit der Diashow „Lingen 1968“.

Blick in die neue Dauerausstellung
Ausstellungsraum im Kutscherhaus

Auch die historischen Räume im Kutscherhaus mit vielen Antiquitäten und der Kinderausstellung „Emsland – Sagenland“ auf der oberen Etage sind wieder geöffnet. Im Kaminzimmer des Kutscherhauses finden weiterhin die standesamtlichen Trauungen statt.

Im April startet wieder die beliebte Vortragsreihe „Mittwochs im Museum“ mit einem Beitrag über die Anfänge der Erdölraffinerie in Holthausen. Auch die museumspädagogischen Programme können wieder gebucht werden. Hinfür steht jetzt ein moderner Gruppenarbeitsraum bereit, der neue Angebote möglich macht.

Es gilt derzeit die Regelung 3G, die Besucher müssen also eine vollständige Impfung, eine Genesung oder einen aktuellen negativen Test nachweisen.

Der Eintrittspreis beträgt unverändert 5,- Euro für Erwachsene und 2,- Euro für Kinder, Familienticket 10 Euro. Ermäßigt (Schüler, Studenten, Inhaber des Lingen-Passes) 3 Euro.

Weitere Hinweise gibt es auf unserer Homepage www.museum-lingen.de sowie im Museumsblog www.emslandmuseum.de und auf  Instagram unter @emslandmuseum.

Text und Fotos: Emslandmuseum

Berührungspunkte

28. Februar 2022

Der Kanzler hat in seiner Regierungserklärung gestern gleich mehrfach das Wort von der Zeitenwende benutzt, und das trifft es sehr gut, was in diesen Tagen geschieht. Am vergangenen Donnerstag hat eine neue Ära begonnen.

Das Ganze spielt nicht nur bundespolitisch eine Rolle. Auch unsere Stadt ist gleich mehrfach betroffen. So ist die Absage des russischen Atomkonzerns Rosatom, sich an der -aus der Zeit gefallenen, wirtschaftlich angeschlagenen-  ANF-Brennelementefabrik des französischen Framatome-Unternehmens zu beteiligen, eine Nachricht, die natürlich in den Kontext Putin’scher Kriegspolitik gehört.  TVEL, das zu Rosatom gehört, wollten künftig in  Lingen nukleare Brennelemente herstellen.

Auch dass der britische Energiekonzern BP beim russischen Rosneft-Konzern als Folge des Ukraine-Kriegs aussteigt, gehört dazu, wobei es schon bemerkenswert ist, dass BP dort aussteigt aber Ex-Kanzler Gerhard Schröder nicht.

„30 Jahre lang hat BP mit den Kollegen aus Russland problemlos zusammengearbeitet“, sagte nach einer Meldung des Handelsblatt Helge Lund, Vorstandsmitglied des britischen Ölkonzerns, „aber dieser Krieg bedeutet eine fundamentale Veränderung.“ Man habe deswegen entschieden, dass die Beziehungen nicht weiterlaufen können. Rosneft sei nicht länger vereinbar mit der Strategie von BP. Also wird der 20%ige BP-Anteil jetzt trotz Verlusten verkauftz.

Neben diesen, von der kommunalen Selbstverwaltung nicht zu beeinflussenden wirtschaftlichen Auswirkungen gibt es aber auch Punkte, mit denen sich unsere Stadt befassen sollte. Nicht ausreichend ist es jedenfalls, nach einigen Sätzen des Oberbürgermeisters aufzustehen, schweigend zu gedenken und dann wieder zur Tagesordnung überzugehen, wie es der Rat unserer Stadt am vergangenen Donnerstag getan hat. Auch das Anstrahlen des Hist. Rathauses am Lingener Marktplatz oder eine Solidaritätskundgebung mit 1.000 Lingener*innen reicht nicht.

Tatsächlich gibt es andere Möglichkeiten: Den Freundeskreis der Ukrainefahrer zum Beispiel. Er fährt seit 1991 jährlich in das bei der kleinen Stadt Lanivzi (russ. Lanovzy) gelegene Dorf Juskivzi (russ. Juskowzyi), aus dem Wasili Ratuschko und Prokopij Feodosewitsch Schafaruk stammten. Beide gehörten zu den 262 Fremd- und Zwangsarbeitern sowie 247 Kriegsgefangenen, die von 1940 bis 1945 im ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk in Lingen arbeiten mussten. Als sie 1990 Lingen besuchten,  machte sich eine Lingener Delegation auf den Weg, um sich über Juskivzi zu informieren. Nach der Rückkehr bildete sich schnell der Freundeskreis um Oberbürgermeister Bernhard Neuhaus, die mit logistischer Hilfe des DRK – hier ist besonders ihr damaliger Kreisgeschäftsführer Karl-Joseph („Charly“) Lange zu erwähnen –  und Unterstützung unserer Stadt, Hilfsgüter sammelte und nach Juskivzi transportierte, um sie dort zu verteilen.Inzwischen hat es mehr als 30 Fahrten gegeben und die Erfolgsbilanz des Freundeskreises der Ukrainefahrer kann sich sehen lassen. Die Aktiven des Freundeskreises sind eine gute Basis für eine Städtefreundschaft.

Seit einiger Zeit setzen sich schon die Lingener Grünen für eine Städtepartnerschaft mit der nahe Juskivzi gelegenen Kleinstadt Lanivzi ein. Diese Zeit ist jetzt gekommen. Was OB Krone seit längerem und auch CDU und FDP noch bei einen interfraktionellen Gespräch des damals neugewählten Rates Mitte Oktober abgelehnt worden, ist jetzt ein Muss. Unsere Stadt sollte der demokratischen Lanivzi die Hand reichen, dmait beide Kommunen auf der Grundlage der Kernaussagen in der OSZE-Schlussakte von Helsinki friedlich das Zusammenleben der Menschen in Europa auszubauen.

Außerdem sollte dem Innenministerium in Hannover schnell die Bereitschaft Lingens mitgeteilt werden, ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen.

Daneben sind Jobs oder Studienplätze für junge Menschen aus Lanivzi und Juskivzi aus den beiden Orten eine konkrete Möglichkeit zu helfen. Man muss es allerdings wollen…

 

„lingering traditions“

8. Februar 2022

Travel + Leisure ist ein großes Reisemagazin mit Sitz in New York City, USA. Es erscheint zwölf Mal im Jahr und hat laut Corporate Media Kit 4,8 Millionen Leser. Eigentümer und Herausgeber ist Travel + Leisure Co. Und ausgerechnet dieses internationale Magazin hat am vergangenen Samstag unser Städtchen an der Ems entdeckt – neben elf anderen „Small Towns in Germany“ nämlich Flensburg, Stralsund, Görlitz, Passau, Heppenheim, Kehlheim, Bad Reichenhall, Gößweinstein, Tübingen, Lüneburg und Wolfenbüttel. Die Schlagzeile über all dem: „Kommen Sie wegen der Kneipen, bleiben Sie wegen der wunderschön erhaltenen Architektur.“

Es hilft nichts, jetzt Kopf schüttelnd darauf hinzuweisen, dass Lingen so viele historische Gebäude in der ganzen Stadt hat wie die anderen genannten Kommunen in einer einzigen Straße. Stattdessen soll sich bitte die Tourist-Information im Rathaus lernend der englischen Sprache zuwenden, die QR-Codes zweisprachig aufzupimpen und die Gastronomen tun gut daran, Speise- und Getränkekarten in selbiger zu entwerfen und vorzuhalten. Außerdem müssen auch die Händler des ausdrücklich erwähnten Lingener Wochenmarktes Fremdsprachenunterricht nehmen. Alle mögen sich auch auf Zahlungen per Kreditkarte vorbereiten. Denn spätestens Pfingsten beim Volksfest der Kivelinge 2022, das es als gemeinsames Fest mit den Bürgerschützen geben soll, sind die Amis da. Sie haben nämlich unter einem blitzsauberen Foto vom Hist. Rathaus nebst ungekürzter Marktplatz-Linde diese Zeilen von Summer Rylander gelesen, die über Essen, Reisen und Kultur schreibt:

„If rivers seem like a common theme among German cities, you won’t be surprised to learn that Lingen overlooks the Ems River. This little town’s long history (dating back to 975) is reflected in its collection of historic buildings, twice-weekly farmers markets, and „lingering traditions“. For a unique experience, time your visit to Lingen during the triennially hosted Kivelingsfest — a celebration of medieval crafts and culture.“

Na bitte:

Spoiler:
Auch die Schilder an den Stadteingängen Lingen – Hochschulstadt sollten jedenfalls wieder durch Lingen (Ems) – Stadt der Kivelinge ersetzt werden. Hochschulen gibt es „in Germany“ viele, Kivelinge sind einzig.