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📌Gesammelte Informationen für die Stadt Lingen (Ems) und das Emsland. Bisweilen mit persönlichen Anmerkungen.

Letzte Neuigkeiten von Freitag, 22.01.2021, 22:00 Uhr

📌 Hörempfehlung: Der NDR-Podcast mit Prof. Dr. Christian Drosten und Prof. Dr. Sandra Ciesek– auch auf Youtube und als Skript.


Ibiza wird abgeriegelt: Steiler Infektionsanstieg

Die beliebte spanische Urlauberinsel Ibiza wird ab Samstag wegen steil ansteigender Coronazahlen vorerst bis zum Monatsende weitgehend abgeriegelt. Die wie Mallorca, Menorca und Formentera zu den Balearen-Inseln im Mittelmeer gehörende Insel darf dann nur noch aus triftigem Grund besucht werden, etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu kommen, wie die deutschsprachige „Mallorca Zeitung“ am Freitag berichtete.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen sei auf Ibiza auf mehr als 1800 gestiegen, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press. Auch auf den anderen Balearen-Inseln ist die Lage kritisch. Insgesamt liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf den Balearen bei 309. In Deutschland wurde dieser Wert mit 115 angegeben. (Quelle: TSP, 22.01.21)


Mehr Tempo beim Impfen

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat mehr Tempo beim Impfen in Deutschland verlangt. „Im zweiten Quartal müssen jede Woche mehrere Millionen Bürgerinnen und Bürger geimpft werden“, sagte der Bundesfinanzminister dem „Münchner Merkur“ vom Samstag. „Das erfordert deutlich höhere Kapazitäten als wir im Augenblick haben.“ Er fügte hinzu: „Wenn endlich genügend Impfstoff da ist, muss es schnell gehen.“

Scholz rief alle zuständigen Stelle auf, sich auf die Beschleunigung der Impfkampagne vorzubereiten. „Alle, die im Land dafür Verantwortung tragen, müssen diese heiße Phase gut vorbereiten“, sagte er. „Es darf nicht passieren, dass wir zwar genügend Impfdosen haben, aber zu wenig Impftermine.“

Die Corona-Impfungen hatten Ende Dezember in Deutschland begonnen. Bis Freitagmittag wurden nach Angaben der Bundesregierung 1,5 Millionen Impfdosen verabreicht. (Quelle: TSP, 22.01.21)


Söder kritisiert Aiwanger

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat seinen Stellvertreter Hubert Aiwanger (Freie Wähler) für dessen Forderung nach einer Öffnung von Skiliften und Hotels ab Februar kritisiert. Ohne seinen Namen zu nennen, griff der CSU-Chef die Forderung seines Wirtschaftsministers in seiner Rede auf dem digitalen CSU-Neujahrsempfang direkt auf und machte deutlich, dass für ihn die Debatte zur Unzeit komme. Die aktuellen Corona-Maßnahmen würden zunächst bis Mitte Februar gelten, was danach komme bleibe abzuwarten. Leider gebe es immer wieder Politiker, die gerne erklärten, „wann ganz sicher was geöffnet wird“.

„Mein dringender Rat ist, wir sollten tun, was notwendig ist“, sagte Söder. Um das Vertrauen der Menschen nicht zu beschädigen, sei es wichtig, dass Politiker das richtige wollten und auch das richtige tun. (Quelle: FAZ, 22.01.21)


Bundesregierung: 20 Länder Hochrisikogebiet

Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung ab Sonntag erstmals mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete eingestuft, für die dann leicht verschärfte Einreiseregeln gelten. Wie das Robert Koch-Institut am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte, gehören dazu das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA.
Hier ein Überblick.
(Quelle: TSP, 22.01.21)


Bayern:
Wirtschaftsminister fordert Öffnung von Hotels und Skiliften im Februar

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler)  fordert, die Hotels und Skilifte im Februar wieder zu öffnen. Gemeinsam sollten die Wirtschaftsminister „auch auf Bundesebene diese Öffnungsschritte einfordern“ und nicht „wieder wie Kaninchen vor der Schlange warten, was von Frau Merkel und der Ministerpräsidentenkonferenz aus Berlin kommt“, sagte Aiwanger am Freitag in München.

„Bei Hotels seh‘ ich überhaupt keinen Grund, nicht öffnen zu dürfen“, sagte der stellvertretende bayerische Ministerpräsident und Bundesvorsitzende der Freien Wähler. Die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin sollten „akzeptieren, dass man sich in einem Hotel nicht infiziert“. Er sei auch überzeugt, „dass wir die Skilifte zeitnah öffnen können“.

Die Österreicher zeigten, dass das gehe. Mit FFP-2-Masken an den Liften und Online-Buchungen vorab, um einen Andrang zu verhindern könnten die Pisten noch im Februar öffnen. Und auch die Heilbäder könnten mit guten Hygienekonzepten und Corona-Schnellstests am Eingang im Frühjahr wieder Gäste empfangen dürfen, forderte Aiwanger auf einem Tourismus-Forum der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. (Quelle: TSP, 22.01.21)


Zwei über 80-jährige werden nicht sofort geimpft

Zwei über 80 Jahre alte Eheleute aus Essen haben keinen Anspruch auf eine sofortige Impfung gegen das Corona-Virus. Das hat das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen am Freitag per Eilverfahren entschieden und damit eine Entscheidung aus der Vorinstanz bestätigt (Az.:  OVG NRW 13 B 58/21). Der Beschluss ist unanfechtbar.

Die im eigenen Hausstand lebenden Eheleute hatten argumentiert, dass sie als über 80-Jährige dem höchsten Infektionsrisiko ausgesetzt seien. Es sei rechtswidrig, dass zunächst alle Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime geimpft würden, auch wenn sie das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet hätten. Die beiden 83-Jahre alten Eheleute wollten erreichen, dass ihnen die Stadt Essen unverzüglich eine Möglichkeit zur Corona-Schutzimpfung verschafft.

Die Richter am OVG aber schlossen sich der Meinung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen an. Der Vorrang der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sei nicht zu beanstanden. Das sehe die Coronavirus-Impfverordnung ausdrücklich vor. Bewohner von Altenheimen hätten ein erhöhtes Risiko, weil sie auf eine Vielzahl von Kontakten angewiesen seien. Wer in einem eigenen Haushalt lebe, könne dagegen die Zahl seiner Kontakte beschränken. Auch dass zunächst das Personal der Pflegeheime geimpft wird, sei zulässig. (Quelle: FAZ, 22.01.21)


Lateinamerika und Karibik: Außenhandel bricht ein

Die Corona-Pandemie hat den Außenhandel in Lateinamerika und der Karibik einbrechen lassen. Die Exporte aus der Region gaben im vergangenen Jahr um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nach, die Einfuhren um 20 Prozent, wie aus einem am Freitag vorgestellten Bericht der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) hervorgeht. Damit war 2020 für den Außenhandel der Region das schlechteste Jahr seit der Finanzkrise 2008/2009. Weltweit rechnet die Welthandelsorganisation mit einem Rückgang des Warenverkehrs um etwa neun Prozent.

Sorgen bereitet der Cepal zudem, dass der Handel innerhalb der Region seit einigen Jahren immer weiter zurückgeht. „Es ist dringend nötig, dass wir die regionale Integration wieder verstärken, um uns nach der Pandemie zu erholen“ sagte Cepal-Chefin Alicia Bárcena. „Wir brauchen ein besseres Zusammenspiel der verschiedenen Integrationsmechanismen, um die Fragmentierung des regionalen Marktes zu überwinden und einen nachhaltigen und inklusiven Aufschwung zu erreichen.“ (Quelle: FAZ, 22.01.21)


Hundesalon darf öffnen

Ein Hundesalon darf auch unter Lockdown-Bedingungen weiterarbeiten, wenn er seine Dienstleistung ohne Kontakt zu anderen Menschen erbringt. Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof in Mannheim gab am Freitag einem Eilantrag statt und setzte die Einschränkungen des Landes in diesem Punkt mit sofortiger Wirkung außer Vollzug. (VGH BW, AZ: 1 S 139/21)

Die Antragstellerin hatte in ihren Hundesalons bereits im März 2020 einen „Schleusenbetrieb“ eingerichtet. Die Vierbeiner werden dabei ohne direkten Kundenkontakt übergeben, bezahlt wird auf Rechnung oder kontaktlos. Das Gericht verwies auf das im Einzelhandel erlaubte „Click & Collect“, bei dem Kunden per Telefon oder Internet Ware bestellen und später selbst abholen. Hundesalons müssten gleichbehandelt werden.

Zudem gingen das Robert Koch-Institut und die Bundesregierung davon aus, dass Haustiere das Coronavirus nicht übertragen können, sondern es von Mensch zu Mensch weitergegeben werde, argumentieren die Richter. Deshalb könnten Hundesalons weiterarbeiten, während Friseurbetriebe ausnahmslos geschlossen bleiben müssten. Der Beschluss des VGH ist unanfechtbar.

(Quelle: FAZ, 22.01.21)



Mecklenburg-Vorpommern: Ausgangsbeschränkungen bei geringerer Inzidenz

Verschärfte Corona-Regelungen wie Ausgangsbeschränkungen sollen in Landkreisen und kreisfreien Städten Mecklenburg-Vorpommerns bereits ab 150 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gelten. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag in Schwerin an. Demnach galt diese Vorgabe zuvor erst bei einem Wert von mehr als 200.

Die verschärfte Maskenpflicht in Geschäften und im Nahverkehr soll in Mecklenburg-Vorpommern vom kommenden Montag an gelten. (Quelle: FAZ, 22.01.21)


Steinmeier kritisiert „Ignoranten“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat diejenigen kritisiert, die sich nach wie vor nicht an die Corona-Schutzmaßnahmen halten. „Einige wenige Ignoranten oder diejenigen, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen sich an den Maßnahmen nicht orientieren, ihre Lebenshaltung anders gestalten, können manches gefährden“, warnte Steinmeier am Freitag in Berlin. Sie könnten „vor allem dafür sorgen, dass die Beschränkungen noch länger anhalten, als wir uns das alle wünschen“. (Foto: CC s. Archiv v. 3.5.20; Quelle: FAZ, 22.01.21)


Polen: Keine freien Termine für Ältere bis Ende März

In Polen sind nach Regierungsangaben bereits jetzt die meisten Termine für die Corona-Impfung von Senioren bis Ende März vergeben. Landesweit ständen für diesen Zeitraum nur noch 150.000 freie Termine zur Verfügung, sagte der Chef der Regierungskanzlei, Michal Dworczyk, am Freitag in Warschau.

In den frühen Morgenstunden war die Registrierung für Menschen im Alter von 70 bis 80 Jahren angelaufen, nach Regierungsangaben umfasst diese Gruppe 2,7 Millionen Bürger. Menschen im Alter von über 80 konnten sich bereits in der vergangenen Woche anmelden. Das Fernsehen zeigte Bilder von Rentnern, die vor Ärztezentren für eine Anmeldung Schlange standen, da die Telefon-Hotline vollkommen überlaufen war. In Spitzenzeiten seien bis zu 300.000 Anrufe pro Minute eingegangen, sagte Dworczyk.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag verzeichnete Polen 6640 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Im gleichen Zeitraum starben 346 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Deutschland hat das Nachbarland als Risikogebiet eingestuft. (Quelle: FAZ, 22.01.21)


Es lebe das Brautpaar!

Die britische Polizei hat bei der Kontrolle der Corona-Auflagen eine Hochzeitsfeier mit fast 400 Gästen in London aufgelöst. Es habe sich um einen „völlig inakzeptablen Verstoß“ gegen das Gesetz gehandelt, sagt ein Polizeisprecher. Gemäß der zu Beginn des Jahres verschärften Lockdown-Maßnahmen sind nur Zusammenkünfte von sechs Personen erlaubt, Hochzeitsfeiern dürfen nur unter „außergewöhnlichen Umständen“ stattfinden. Die Polizei war wegen der Feier in einer Schule in Stamford Hill im Norden der britischen Hauptstadt alarmiert worden. Die Fenster waren den Angaben zufolge verhangen. Dem Veranstalter droht nun eine Strafe von 10.000 Pfund (gut 11.000 Euro). (Quelle: FAZ, 22.01.21)



Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Niedersachsen weiter hoch. Am Freitag, den 22. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.248 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Virus gab es zudem 51 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.904. DieSieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken und liegt in Niedersachsen jetzt bei 94,7 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 22.01.21)

 


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 22.01.2021, 08:30 Uhr

Der Landkreis Emsland muss heute keine weiteren CoViD-19-Toten melden. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beträgt damit weiterhin 103.

Durch 63 Neuinfektionen seit gestern beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.291 (+63). Die Zahl ist im Vergleich neidrig. Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.702 Personen (+60) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 486 (+3) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.063 (-9) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 103,1 (= +337 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim ist der Inzidenz-Wert bei 83,8. (Stand: 21.01.21)

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 10 (-1) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 5 (+1) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim wird gemäß DIVI gegenwärtig nur ein (-2)  CoVid-19-Erkrankter intensivmedizinisch und invasiv beatmet wird. (Stand: 21.01.21)

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 779 Menschen (+2) erkrankt. 728 (+3) von ihnen gelten als genesen. Bei 14 Pandemie-Toten führt dies in der Summe zu aktuell 37 (-1) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 203 181 2 20
Einheitsgemeinde Emsbüren 150 141 0 9
Samtgemeinde Freren 372 351 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 236 220 2 14
Stadt Haren (Ems) 368 358 1 9
Stadt Haselünne 297 274 4 19
Samtgemeinde Herzlake 195 179 4 12
Samtgemeinde Lathen 266 256 0 10
Samtgemeinde Lengerich 128 123 1 4
Stadt Lingen (Ems) 779 728 14 37
Stadt Meppen 692 607 12 73
Samtgemeinde Nordhümmling 226 199 1 26
Stadt Papenburg 909 753 16 140
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 48 39 1 8
Einheitsgemeinde Salzbergen 107 99 3 5
Samtgemeinde Sögel 444 418 1 25
Samtgemeinde Spelle 320 285 13 22
Einheitsgemeinde Twist 140 135 2 3
Samtgemeinde Werlte 411 356 11 44
 Gesamt* 6.291 (+63) 5702 (+60) 103  
Aktuelle Covid-19-Fälle 486

 


Lambrecht: Es geht nicht um Privilegien

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht will coronabedingte Einschränkungen von Grundrechten für Geimpfte aufheben, wenn sicher feststeht, dass Geimpfte das Virus nicht mehr weitergeben können. „Solange nicht wissenschaftlich sicher belegt ist, dass die Impfung auch vor einer Weitergabe des Virus schützt, kommt eine unterschiedliche Behandlung von Geimpften gegenüber Nicht-Geimpften nicht infrage“, sagte die Justizministerin.

„Es geht hier nicht um Privilegien, sondern um die Rücknahme von Grundrechtsbeschränkungen“, sagt die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Wenn sicher feststeht, dass von Geimpften keine Gefahr für andere ausgeht, fällt ein wichtiges Begründungselement für den Grundrechtseingriff weg.“ (Quelle: Tagesschau, 22.01.21)


WHO: Umgang mit Afrika bei Impfungen „zutiefst ungerecht“

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Afrikas schwache Position bei der Anschaffung von Impfstoff gegen das Coronavirus kritisiert. „Afrika läuft Gefahr, zurückgelassen zu werden, während Länder in anderen Regionen bilaterale Abkommen treffen“, teilte das Afrika-Büro der WHO am Donnerstagabend in Brazzaville mit. Diese Deals drohten, die Preise für Impfdosen auch für Entwicklungs- und Schwellenländer in die Höhe zu treiben.

„Es ist zutiefst ungerecht, dass die schwächsten Afrikaner weiter auf Impfungen warten müssen, während in reichen Staaten Gruppen mit geringem Risiko geschützt werden“, wird WHO-Afrika-Direktorin Matshidiso Moeti zitiert. Sie verurteilte zudem das „Horten“ von Impfstoff durch Industriestaaten: Dadurch werde der Zugang für Afrikas Gesundheitsarbeiter und Risikogruppen verzögert.

Laut WHO wurden bis Anfang dieser Woche 40 Millionen Covid-19-Impfungen in 50 Ländern verabreicht, der Großteil davon in Ländern mit hohem Einkommen. Guinea sei das einzige Land Afrikas, das bisher geimpft habe. In den kommenden Wochen sollen erste Dosen der globalen Impfinitiative Covax den Kontinent erreichen. (Quelle: ARD, 22.01.21)


Überblick am Morgen

  • Südafrika muss Dosen des CoViD-19-Impfstoffs von Oxford-AstraZeneca zu einem 2,5-mal höheren Preis als die meisten europäischen Länder kaufen, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Das vom Virus am stärksten betroffene Land des Kontinents hat mindestens 1,5 Millionen Impfdosen beim Serum Institute of India bestellt, die im Januar und Februar erwartet werden.
  • Frankreich führt obligatorische PCR-Tests bei Einreisenden ein. Der französische Präsident Emmanuel Macron teilte seinen Amtskollegen in der Europäischen Union mit, dass Frankreich ab Sonntag PCR-Tests für alle Reisenden nach Frankreich, auch aus anderen EU-Ländern, obligatorisch machen werde, teilte sein Büro am Donnerstag mit.
  • Covid-Hotspots in der Europäischen Union werden künftig als „dunkelrote“ Zonen gekennzeichnet, und Reisende aus diesen Gebieten müssen vor der Abreise einen Test ablegen und sich unter Quarantäne stellen.
  • In Südafrika ist Kabinettsminister Jackson Mthembu an dem Coronavirus gestorbe, der erste Minister des Kabinetts, der der Krankheit erlag.
  • In China hat die Hauptstadt Peking am Freitag in Teilen der Stadt Massen-Coronavirus-Tests begonnen, während Shanghai alle Krankenhausmitarbeiter testete. China käpft gegen den stärksten Ausbruch seit März 2020. China meldete am Freitag einen leichten Rückgang der neuen täglichen Fälle – 103 von 144 Fällen am Tag zuvor.
  • Mexiko verzeichnete für die Pandemie am Donnerstag neue Tageshöchstwerte. 22.339 neu bestätigte Coronavirus-Infektionen und 1.803 Todesfälle durch Covid wurden in den letzten 24 Stunden verzeichnet. Der jüngste Anstieg der Fälle hat die Krankenhäuser überflutet. Mexiko-Stadt ist das Epizentrum der Pandemie im Land. Die Krankenhäuser in der Megacity sind zu 89% ausgelastet, während landesweit 61% der Krankenhausbetten gefüllt sind.
  • Die Pandemie übt „echten Druck“ auf die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Tokio aus, sagte der australische Premierminister, nachdem in einem Bericht behauptet wurde, die japanische Regierung habe privat abgeschlossen, dass die Spiele dieses Sommers abgesagt werden müssen.
  • In Japan hat das Kabinett am Freitag Gesetzesentwürfe zur Verschärfung der Coronavirus-Einschränkungen gebilligt. Zum ersten Mal seit Beginn des Ausbruchs können Regelverstöße mit Geldstrafen und Gefängnisstrafen geahndet werden, berichtet AFP.
  • Die Anzahl der Aufnahmen auf Intensivstationen in Spanien steigt innerhalb von 14 Tagen um 60%, die Zahl der Krankenhausaufenthalte um 82%. In einigen Regionen wie z.B. Valencia sind sog. Feldkrankenhäuser eingerichtet worden.
  • Lieferverzögerungen gefährdet den Beginn der Einführung in Australien. Die australische Regierung hat Bundesstaaten bisher nicht informiert, wie viele Pfizer/Biontech-Impfstoffe das Land bis Mitte Februar erhalten wird.
  • Die Premiere des neuen James-Bond-Film No Time To Die verzögert sich erneut, weil Hollywood mit anhaltenden Pandemie-Problemen zu kämpfen hat. Daniel Craigs letzter Auftritt als 007 soll nun am 8. Oktober starten, teilte der offizielle Bond-Twitter-Account mit. Eigentlich sollte der Film nach mehreren Verzögerungen infolge der Corona-Pandemie jetzt im April veröffentlicht werden. (Quelle: The Guardian, 22.01.21)

Deutschland-Zahlen 

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie mehr als 50.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 859 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesfälle auf 50.642. Vor genau einer Woche waren 1113 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden.

Als Covid-19-Todesfall zählt das RKI nachweislich infizierte Menschen, die direkt an Corona gestorben sind und solche mit Vorerkrankungen, bei denen sich die Todesursache nicht abschließend klären lässt. Es liegt im Ermessen des Gesundheitsamtes, ob es einen Fall als verstorben „an“ oder „mit“ Covid-19 an das RKI übermittelt. Forscher gehen davon aus, dass die Zahl der Covid-19-Todesfälle ohne die Corona-Einschränkungen um ein Vielfaches höher läge.

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI außerdem 17.862 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Vor genau einer Woche hatte das RKI 22.368 Neuinfektionen verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bei 115,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern bleiben jedoch groß: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 218,4 und Brandenburg mit 194,4. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 80,9.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.106.262 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 22.01., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.780.200 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,87). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, nimmt das Infektionsgeschehen ab. (Quelle: RKI, 22.01.21)


Infektiologe: Auch vierte und fünfte Welle möglich, also „im Akkord impfen“

Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner hält in der Corona-Pandemie nicht nur eine dritte, sondern auch eine vierte und fünfte Welle für möglich. Womöglich würden diese aber flacher als die erste und zweite Welle verlaufen. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir eine riesige dritte Welle bekommen, weil wir relativ früh mit dem Lockdown eingegriffen haben“, sagt der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, der mit seinem Team vor einem Jahr die bundesweit ersten Corona-Patienten behandelt hatte.

„Solange es keine Durchimpfung in der Bevölkerung gibt und solange wir nicht sommerliche Temperaturen draußen haben, sollten wir uns aber an den Gedanken gewöhnen, dass es vielleicht auch eine vierte und fünfte Welle geben kann“, sagte Wendtner weiter. „Wir haben es mit unserem Verhalten selbst in der Hand. Die Kunst wird darin liegen, dass wir von diesen Wellen nicht ganz so viel mitbekommen und sie flach halten. Und das funktioniert, wenn wir uns eher früher als später konsequent dazu entschließen, Einschränkungen zu akzeptieren.“ Diese könnten dann auch eher auf ein erträglicheres Mindestmaß reduziert werden.

Das Wichtigste sei es nun, zügig mit dem Impfen voran zu kommen. „Wir müssen quasi im Akkord impfen. Es darf keine Anstrengung zu groß sein, um zum frühestmöglichen Zeitpunkt einen Großteil unserer Bevölkerung zu erreichen. Das ist das A und O in dieser Pandemie. Wir dürfen hier auch im Sommer nicht vergessen, dass danach der Herbst kommt.“

Für offene Fragen und Zweifel an der Impfung müsse es mehr Aufklärung geben. Die Impfstoffe hätten alle üblichen Testphasen durchschritten, die Nebenwirkungen seien sehr gering. Jeder könne etwa mit Mund-Nasen-Schutz, Abstand und auch Impfung dazu beitragen, dass die Pandemie unter Kontrolle komme und einschränkende Maßnahmen gelockert werden könnten. „Das ist noch mal ein Appell an die Vernunft und an die Solidarität. Nur gemeinsam können wir es schaffen.“ (Quelle: TSP, 22.01.21)



USA: Biden sieht 500.000 Tote, Fauci Licht am Ende des Tunnels

Die jüngsten Sieben-Tages-Durchschnitte bei der Zahl der Neuinfektionen deuten dem US-Experten Anthony Fauci zufolge möglicherweise auf eine bevorstehende Verlangsamung bei den Neuinfektionen hin. Er glaube weiterhin, dass die meisten US-Bürger bis Jahresmitte geimpft sein dürften, sagte Fauci weiter. Sollte die Impfquote bis Ende des Sommers 70 bis 80 Prozent erreichen, könne bis zum Herbst ein gewisse Normalität wiedererlangt werden.

Andererseits, so Fauci, sei die zunächst in Großbritannien nachgewiesene, ansteckendere Variante des Virus bereits in gut 20 US-Bundesstaaten zu finden. Die ursprünglich in Südafrika gefundene Mutation sei dagegen wohl „noch nicht“ in den USA angekommen. Es sei diese Variante, die etwas mehr Anlass zur Sorge gebe.

Der neue US-Präsident Joe Biden hat die US-Amerikaner auf eine weitere Verschlimmerung der Corona-Lage im Land eingestimmt. Wahrscheinlich werde die Zahl der Corona-Toten im Februar eine halbe Million erreichen, sagte Biden im Weißen Haus. „Die Dinge werden sich weiter verschlechtern, bevor es besser wird“, mahnte er und versprach zugleich: „Wir werden das durchstehen.“

Die Ausbreitung des Virus ist in den USA weiterhin außer Kontrolle. Mehr als 400.000 Menschen sind bereits im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Mehr als 24 Millionen Infektionen mit dem Virus wurden insgesamt im Land gemeldet. In absoluten Zahlen liegen die Vereinigten Staaten damit weltweit an der Spitze. (Quelle: Taesschau, 21.01.21)


Frankreich will bis Ende August gesamte Bevölkerung impfen können

Frankreichs Regierung geht davon aus, bis Ende August die gesamte französische Bevölkerung impfen zu können. „Wir sind in der Lage, (…) 70 Millionen Menschen, die gesamte französische Bevölkerung, bis Ende August zu impfen (…), wenn alle bestellten Impfstoffe von den europäischen und weltweiten Gesundheitsbehörden genehmigt werden“, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran im Interview mit dem Sender TF1.

Er gehe davon aus, dass bis Ende Januar wahrscheinlich 1,3 bis 1,4 Millionen Menschen geimpft würden, Ende Februar würde die Zahl auf vier Millionen steigen. Bis zum Donnerstag wurden mehr als 800.000 Menschen in Frankreich geimpft.

(Quelle: Taesschau, 21.01.21)


Niederlande verhängen erste Ausgangssperre seit Zweiten Weltkrieg

In den Niederlanden gilt ab Samstag erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine nächtliche Ausgangssperre: Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmt für die Maßnahme von 21.00 bis 04.30 Uhr, die mindestens bis zum 09. Februar gelten soll. Zwar sind die Infektionszahlen seit drei Wochen rückläufig. Gesundheitsexperten fürchten jedoch die neuen, ansteckenderen Virus-Varianten.

Ministerpräsident Mark Rutte begründete den Schritt mit der „großen, großen Sorge, die wir alle haben“, angesichts der deutlich ansteckenderen britischen Corona-Mutante. Der Vorstoß wurde unter anderem vom Rechtspopulisten Geert Wilders als „unverhältnismäßig“ kritisiert.

Mitte Januar hatte die Regierung bereits den Lockdown, der eigentlich am 19. Januar enden sollte, bis 9. Februar verlängert. Schulen, Restaurants und alle nicht notwendigen Geschäfte sind geschlossen. Zudem ist es untersagt, mehr als einen Menschen in seiner Wohnung zu empfangen. (Quelle: TSP, 21.01.21)


NRW: FFP2 Masken o.a. ab Montag

Ab Montag müssen in Nordrhein-Westfalen OP-Masken, FFP2-Masken oder KN95-Masken in Bussen und Bahnen, Supermärkten, Arztpraxen und Gottesdiensten getragen werden. Das geht aus der neuen Coronaschutz-Verordnung des Landes hervor, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurde.

„Soweit Kinder unter 14 Jahren aufgrund der Passform keine medizinische Maske tragen können, ist ersatzweise eine Alltagsmaske zu tragen“, heißt es in der neuen Verordnung. Kinder bis zum Grundschulalter sind weiter von der Maskenpflicht ausgenommen. Wo man keine OP- oder FFP2-Maske tragen muss, gelten weitgehend die bisherigen Regeln für normale Alltagsmasken. Die muss man zum Beispiel weiter auf Spielplätzen benutzen.

Gestrichen wurde das allgemeine Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Lediglich der Verkauf ist zwischen 23 Uhr und 6 Uhr verboten. In Bayern war das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit vor wenigen Tagen gekippt worden. Auch in NRW hatte es nach Medienberichten rechtliche Bedenken gegeben.

Die neue Coronaschutz-Verordnung stellt unterdessen strengere Regeln für Religionsgemeinschaften auf, was das Abhalten von Gottesdiensten angeht. Sie müssen den Behörden unter anderem gemeldet werden. Zuletzt hatte es immer wieder Ärger um Gottesdienste freikirchlicher Gemeinden in Nordrhein-Westfalen gegeben. (Quelle: WDR, 21.01.21)


Biden-Erlasse gegen Corona-Pandemie

US-Präsident Joe Biden hat an seinem zweiten Tag im Amt eine Reihe von Erlassen unterzeichnet, mit denen er die Corona-Pandemie in den Griff bekommen will. „Wir sind nicht über Nacht in diesen Schlamassel geraten und es wird Monate dauern, um das umzukehren“, sagte Biden. „Trotz der besten Absichten werden wir Rückschläge erleben.“ Aber Hilfe sei unterwegs, versprach er den Amerikanern.

Die zehn Exekutivanordnungen, die Biden unterzeichnete, sollen die Impfstoffproduktion und die Testmöglichkeiten erhöhen, die Grundlage für die Wiedereröffnung von Schulen und Geschäften legen und unmittelbar die Verwendung von Masken verstärken. Unter anderem müssen Amerikaner diese künftig bei Reisen tragen. Die verpflichtende Nutzung von Masken in Regierungsgebäuden hatte Biden bereits am Mittwoch verordnet. (Quelle: ARD, 21.01.21)


EU-Gipfel berät über gemeinsame Strategie gegen mutierte Corona-Erreger

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben am Donnerstagabend eine Video-Konferenz über den weiteren Kurs in der Corona-Pandemie begonnen. EU-Ratspräsident Charles Michel eröffnete das Treffen, wie dessen Sprecher auf Twitter mitteilte. Im Zentrum steht die Eindämmung neuer Varianten des Coronavirus, die sich schneller verbreiten als der ursprüngliche Erreger.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte vor dem Treffen ein entschlossenes und abgestimmtes Vorgehen, um die Ausbreitung der mutierten Erreger zu verhindern. Sie schloss Grenzkontrollen als letztes Mittel nicht aus, wenn Nachbarländer nicht genug täten. Sie wolle dies aber möglichst vermeiden, betonte die Kanzlerin. Frankreich hatte im Vorfeld „Gesundheitskontrollen“ an den EU-Binnengrenzen gefordert, Belgien brachte ein vorübergehendes Verbot „nicht wesentlicher Reisen“ ins Spiel.

Darüber hinaus ziehen die Staats- und Regierungschefs eine Zwischenbilanz der seit Ende Dezember laufenden Impfkampagnen. Dabei sollen Möglichkeiten ausgelotet werden, die Produktion der Wirkstoffe zu erhöhen, um schneller größere Teile der Bevölkerung zu impfen. Kontrovers diskutiert wurde daneben im Vorfeld ein Vorschlag Griechenlands, über gemeinsame Impfzertifikate Urlaubsreisen zu ermöglichen. (Quelle: TSP, 21.01.21)


Spanien mit Höchstständen

Spanien meldet mit 44.357 neuen Corona-Fällen binnen 24 Stunden den höchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Zudem stieg die über 14 Tage gemessene Inzidenz auf 796 Corona-Fälle je 100.000 Einwohner – auch dabei handelt es sich um den höchsten jemals verzeichneten Wert. (Quelle: Tagesschau, 21.01.21)


EU-Seuchenbehörde warnt vor Gefahr durch neue Virus-Varianten

Die EU-Seuchenbehörde sieht jetzt ein hohes bis sehr hohes Risiko im Zusammenhang mit den neuen Virus-Varianten, die zunächst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien nachgewiesen wurden. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) verweist in einem Bericht auf die höhere Übertragungsrate der mutierten Varianten. (Quelle: TSP, 21.01.21)


GB: 5 Millionen Impfdoesen

Im Kampf gegen das Coronavirus sind in Großbritannien nach Angaben von Premierminister Boris Johnson bisher mehr als fünf Millionen Impfdosen verabreicht worden. „Stich für Stich schützen wir die Verletzlichsten und kommen dem Sieg über das Virus näher“, twitterte Johnson. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte, das Pflegepersonal impfe 200 Menschen in der Minute. Die Regierung hatte zuvor angekündigt, bis Mitte Februar die am meisten gefährdeten Menschen wie über 70-Jährige, Pflegeheimbewohner und medizinisches Personal zu impfen, insgesamt etwa 15 Millionen Menschen. (Quelle: ARD, 2101.21)


Weitere Nachweise der Corona-Varianten in Deutschland

Im Zuge der verstärkten Suche nach den neuen Coronavirus-Varianten hat es in Deutschland weitere Treffer gegeben. Das Robert Koch-Institut (RKI, Foto lks.) hat bislang (Stand 21.1., 0.00 Uhr) 28 Nachweise der Variante B.1.1.7 aus sieben Bundesländern gemeldet bekommen, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Variante war erstmals in Großbritannien aufgetaucht und gilt als besonders infektiös. Für die Variante, die sich zunächst in Südafrika stark verbreitete, waren dem RKI insgesamt 17 Fälle aus Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg bekannt. Die Meldungen können beim RKI allerdings zeitverzögert ankommen.

Am Donnerstag wurde erstmals in Sachsen eine Infektion mit der südafrikanischen Variante des Coronavirus bekannt. Die Frau Mitte 20 war am Leipziger Universitätsklinikum ambulant und nicht wegen eines Corona-Verdachts behandelt worden. Die Infektion war laut Klinikum im Zuge eines Routine-Screenings aller Patienten nachgewiesen worden.

In Berlin waren neben anderen Nachweisen allein auf einer Station des Humboldt-Klinikums bei 15 Infizierten die britische Variante registriert. Der landeseigene Vivantes-Konzern bestätigte entsprechende Tagesspiegel-Recherchen. Bei den Fällen bei Patienten und Personal hieß es, die Ansteckungen seien nicht mit Reisen zu erklären.

In Deutschland wird noch lange nicht jeder Infizierte auf die genaue Virusvariante untersucht. Über die mögliche Verbreitung der Varianten aus Großbritannien und auch aus Südafrika könne bisher nichts gesagt werden, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie (GfV).

Die Warnung der Bundeskanzlerin und der Spitzen der Länder insbesondere vor der UK-Variante und die Aufforderung zu mehr Sequenzierungen seien „nachdrücklich zu unterstreichen“, erklärte die Berliner Gesundheitsverwaltung. (Foto: RKI v. 28.10.20; Quelle:Tsp, 21.01.21)


Will Meyer-Werft Stammbelegschaft gegen Werkvertragsarbeiter austauschen?

Es brodelt bei der Meyer Werft in Papenburg: Bis zu 1.800 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Dagegen haben am Donnerstagmittag mehrere Hundert Beschäftigte protestiert.

Die Beschäftigten kamen zum Schichtwechsel auf dem Parkplatz der Meyer Werft zusammen. Betriebsrat Nico Bloem kritisierte, dass die Werft weiter Kernarbeiten des Schiffbaus an Werkvertragspartner vergebe, bei der Stammbelegschaft aber Mitarbeitende entlassen wolle, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. 3.500 eigene Beschäftigte müssen laut Betriebsrat derzeit täglich nach sechs Stunden in Kurzarbeit nach Hause gehen, während rund 2.000 Werkvertragsarbeiter Überstunden machten. Das sei ein Skandal, so gehe man nicht mit der Belegschaft um. „Das werden wir uns nicht gefallen lassen“, so Bloem. Die Belegschaft ist zudem verärgert über ein Papier zum möglichen Stellenabbau, das in den vergangenen Tagen aufgetaucht war.

Wie viele Beschäftigte es am Ende tatsächlich trifft – darüber sollten Gespräche zwischen Werft, Gewerkschaft und Betriebsrat Klarheit bringen. Die Arbeitnehmervertreter haben die Gespräche aber unterbrochen. Der Betriebsrat fordert Informationen darüber, wie viele Werksvertragsunternehmen aktuell Mitarbeitende auf der Werft beschäftigen, welche Arbeiten sie verrichten und was in dieser Hinsicht für dieses Jahr auf der Werft geplant ist. Solange dem Betriebsrat diese Daten nicht vorlägen, würden die Arbeitnehmervertreter keine Gespräche führen, sagte Bloem.

Die Werft selbst betont, alle Bilanzen und Wirtschaftsdaten offengelegt zu haben. Dem Unternehmen liege sehr daran, die Gespräche fortzusetzen, so ein Werftsprecher. Das Unternehmen hat angekündigt, am Freitag per Videokonferenz Fragen der Mitarbeitenden zu beantworten. (Quelle: NDR, 21.01.21)


Asselborn: Strikt gegen Grenzschließungen

Vor dem EU-Gipfel zur Corona-Pandemie hat Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sich strikt gegen Grenzschließungen gewandt. Dies sei „nicht zielführend“ und verstoße aus seiner Sicht gegen EU-Recht, sagte er am Donnerstag im Deutschlandfunk. Es gehe ihm dabei „nicht um Tourismus“, sondern vor allem um Grenzgänger insbesondere im Gesundheitsbereich. Denn bei Grenzschließungen breche „in Luxemburg das Gesundheitswesen zusammen“.

Asselborn verwies darauf, dass in der EU 30 Prozent der Menschen in Grenzregionen lebten. Für Luxemburg mit seiner zentralen Lage habe dies besondere Bedeutung. Allein aus Deutschland kämen täglich 50.000 Pendler zum Arbeiten ins Land, ebenso viele seien es aus Belgien und aus Frankreich sogar 100.000, sagte er. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


Südafrikanische Mutation in Leipzig

Am Leipziger Universitätsklinikum ist am Mittwoch erstmals die als sehr ansteckend geltende Mutation des Coronavirus aus Südafrika nachgewiesen worden. Man habe gegen die betroffene Person, bei der die Virus-Variante B.1.351 festgestellt worden sei, umgehend strenge Quarantäne-Maßnahmen verhängt und mit der Nachverfolgung des Infektionswegs begonnen, teilte die Leipziger Stadtverwaltung am Donnerstag mit.

Das Klinikum erklärte, es sei der erste Nachweis der Mutante in Leipzig und ganz Sachsen. Das Institut untersucht demnach seit dem 17. Dezember alle positiven Proben aus den insgesamt pro Woche dort anfallenden rund 4.000 Corona-Tests auf Hinweise einer Mutation. In keinem weiteren Fall sei bisher eine solche festgestellt worden, hieß es.

Mit der Corona-Pandemie hat Sachsen zudem eine Rekordzahl an Todesfällen binnen eines Monats verzeichnet. Fast 970 Menschen seien im Dezember in dem Bundesland gestorben, teilte das Statistische Landesamt am Donnerstag in Kamenz mit. Das seien so viele wie noch nie in einem Monat in den vergangenen 40 Jahren und fast doppelt so viele wie im Dezember 2019.

Sachsen gehört zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern in Deutschland. Inwieweit andere Faktoren zu dem Höchstwert beigetragen haben, konnten die Fachleute abschließend erst im Sommer sagen, hieß es. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


Merkel: „Auf Rang eins einer Öffnung stehen Kitas und Schulen“

Was auf jeden Fall hängen geblieben ist vom mehr als einstündigen Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Bundespressekonferenz: Sie räumt mit Blick auf mögliche Lockerungen von Corona-Maßnahmen Kitas und Schulen den Vorrang ein. Man könne bei Erreichen der 50er-Inzidenz nicht wieder alles aufmachen, sondern müsse Prioritäten setzen, sagte sie. Anderenfalls drohe schnell wieder exponentielles Wachstum. „Eine Priorität für mich ist ganz klar, dass zuerst Kitas und Schulen wieder geöffnet werden müssen.“

Merkel sagte weiter: „Aber danach wird es natürlich nicht ganz einfach. Ich würde mal sagen, aus praktischen Gründen müsste man dann bald die Friseure rannehmen, aber das ist jetzt mehr anekdotisch.“ Weiter erwähnte sie den Einzelhandel. Man müsse immer über die Auswirkungen diskutieren, sagte Merkel mit Blick auf Öffnungsschritte, „sonst würden wir uns, glaub ich, gleich wieder zurückwerfen“. (Foto: CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle: TSP, 21.01.21)


Meyer Werft in der Corona-Krise

Die Krise auf der Meyer Werft in Papenburg lässt die Belegschaft um ihre Jobs bangen. Weil keine neuen Aufträge mehr reinkommen, stehen laut Werft bis zu 1.800 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Wie viele es tatsächlich am Ende sind – darüber sollten Gespräche zwischen Werft, Gewerkschaft und Betriebsrat Klarheit bringen. Die Arbeitnehmervertreter haben die Gespräche aber unterbrochen und für heute Mittag Proteste vor der Werft angekündigt.

Die Belegschaft ist verärgert über die Geschäftsführung. Die hatte aufgrund der Krise offenbar Überlegungen zum Jobabbau angestellt. Zudem ist der Betriebsrat sauer, weil die noch immer Verträge mit Werkvertragsunternehmen abgeschlossen werden. Offenbar sei doch genug Arbeit vorhanden, sagte Betriebsrat Nico Bloem gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Der Betriebsrat fordert jetzt Informationen darüber, wie viel Werksvertragsunternehmen aktuell Mitarbeiter auf der Werft beschäftigen. Welche Arbeiten sie verrichten und was in dieser Hinsicht für dieses Jahr auf der Werft geplant ist. Solange dem Betriebsrat diese Daten nicht vorlägen, würden die Arbeitnehmervertreter keine Gespräche führen, sagte Bloem.

Die Werft selbst betont, alle Bilanzen und Wirtschaftsdaten offengelegt zu haben. Dem Unternehmen liege sehr daran, die Gespräche fortzusetzen, so ein Werftsprecher. Die Protestaktion soll zum Schichtwechsel stattfinden. Die Polizei rechnet mit rund 70 Teilnehmern. Der Betriebsrat geht von gut 800 aus. (Quelle: NDR, 21.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Niedersachsen immer noch hoch. Am Donnerstag, den 21. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.444 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Virus gab es zudem 43 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.853. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht gesunken und liegt in Niedersachsen jetzt bei 97,4 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 21.01.21)


Überblick am Morgen

  • US-Präsident Joe Biden hat einen Erlass unterschrieben, in dem Donald Trumps Entscheidung, die Weltgesundheitsorganisation zu verlassen, zurückgezogen wird, was im Juli dieses Jahres in Kraft getreten wäre. Am 6. Juli 2020 informierte der Trump die WHO offiziell über den Rückzug des Landes, trotz weit verbreiteter Kritik und eines fast vollständigen Mangels an internationaler Unterstützung für den Schritt inmitten einer Pandemie.
  • „Keine Panik, du bekommst einen Impfstoff“, sagt die WHO. Die stellvertretende Generaldirektorin der WHO, Mariangela Simao, erklärte, die UN-Gesundheitsbehörde arbeite daran, den Zugang zu Coronavirus-Impfdosen auf der ganzen Welt sicherzustellen. „Niemand muss in Panik geraten, keinen Impfstoff zu bekommen“, sagte Simao.
  • Ein neuer US-amerikanischer CDC-Chef wurde vereidigt. Dr. Rochelle Walensky, 51, Spezialistin für Infektionskrankheiten an der Harvard Medical School und am Massachusetts General Hospital, wurde am Mittwoch als neue Leiterin der Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten vereidigt. Sie übernimmt das Ruder zu einer Zeit, in der die Zahl der Todesopfer des Landes 400.000 überschritten hat und sich weiter beschleunigt.
  • Die Mitarbeiter des staatlichen NHS bereiten sich in London darauf vor, Patienten mit zwei Londoner Bussen zu transportieren, die zu provisorischen Krankenwagen umgebaut wurden. Dies ist ein weiteres Zeichen für die Belastung, die Covid für das Gesundheitswesen der Hauptstadt darstellt.
  • Joe Biden unterzeichnete Executive Orders zur Bekämpfung der Pandemie. Biden wandte sich nach seiner Vereidigung umgehend dem Kampf gegen CoViD-19 zu und unterzeichnete Befehle, um das Tragen von Masken und soziale Distanzierung in Bundesgebäuden und -gebieten vorzuschreiben und eine Position als CoViD-19-Reaktionskoordinator einzurichten
  • Australien verzeichnete heute (Donnerstag) den vierten Tag ohne Coronavirus-Fälle, was den Chef des bevölkerungsreichsten Staates des Landes dazu veranlasste, besondere Reisemöglichkeiten auf die pazifischen Inselnationen zu fordern.
  • Die Coronavirus-Impfstoffe müssen möglicherweise in diesem Jahr neu entwickelt werden, um den Schutz gegen eine neue Mutation zu verbessern, die in Südafrika schnell aufgetaucht ist. Untersuchungen zufolge sind frühere Covid-Patienten möglicherweise nicht vor einer erneuten Infektion geschützt.
  • Indonesien plant, die breite Öffentlichkeit irgendwann zwischen Ende April und Mai mit Covid-19-Impfungen zu versorgen, sagte Gesundheitsminister Budi Gunadi Sadikin am Donnerstag. (Quelle: The Guardian, 21.01.21)

Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 21.01.2021, 08:30 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet heute zwei weitere CoViD-19-Tote aus Papenburg und Sögel. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beträgt damit 103; Papenburg, die nördlichste Kommune im Landkreis, ist weiterhin mit aktuell 141 (-6) akut Erkrankten der Hotspot im Landkreis.

Durch 68 Neuinfektionen seit gestern beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.228 (+68). Die Zahl ist im Vergleich neidrig. Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.642 Personen (+55) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 483 (+7) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.074 (-49) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 103,1 (= +337 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim ist der Wert mit einer Inzidenz von 83,37 wiederum leicht gesunken.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 10 (-1) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 5 (+1) von ihnen werden invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim wird gemäß DIVI gegenwärtig nur ein (-2)  CoVid-19-Erkrankter intensivmedizinisch und invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 777 Menschen (+10) erkrankt. 725 (+6) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 38 (+4) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 197 178 2 17
Einheitsgemeinde Emsbüren 148 139 0 9
Samtgemeinde Freren 371 350 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 233 219 2 12
Stadt Haren (Ems) 367 357 1 9
Stadt Haselünne 294 273 4 17
Samtgemeinde Herzlake 195 178 4 13
Samtgemeinde Lathen 266 256 0 10
Samtgemeinde Lengerich 127 121 1 5
Stadt Lingen (Ems) 777 725 14 38
Stadt Meppen 683 598 12 73
Samtgemeinde Nordhümmling 221 198 1 22
Stadt Papenburg 889 732 16 141
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 47 39 1 7
Einheitsgemeinde Salzbergen 107 98 3 6
Samtgemeinde Sögel 442 411 1 30
Samtgemeinde Spelle 318 283 13 22
Einheitsgemeinde Twist 140 135 2 3
Samtgemeinde Werlte 406 352 11 43
 Gesamt* 6.228 (+68) 5.642 (+55) 103 (+2)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 483 (+11)

 


Deutschland-Zahlen

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 20.398 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.088.400.

Nach den Angaben des RKI wurden zudem 1.013 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 49.783.

Auch die Sieben-Tage-Inzidenz geht weiter auf 119 zurück von zuletzt 123. Das ist der niedrigste Wert seit dem 1. November. Bund und Länder streben an, den Wert der binnen sieben Tagen gemeldeten Ansteckungen pro 100.000 Einwohner auf unter 50 zu drücken, um das Virus unter Kontrolle zu bringen und das Gesundheitssystem zu entlasten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei der Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen betont, dass dieses Ziel erreichbar und dringend nötig sei, um sich vor der Ausbreitung der infektiöseren Virus-Mutationen zu schützen.  (Quelle: RKI, 21.01.21)


USA: Inzwischen mehr Covid-19-Tote als im Weltkrieg gestorbene US-Soldaten

Die Zahl der Corona-Toten in den USA ist inzwischen höher als jene der während des Zweiten Weltkriegs im Kampf gefallenen oder auf andere Weise gestorbenen US-Soldaten. Die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete bis zum späten Mittwochabend (US-Ostküstenzeit) rund 406.000 Todesfälle in Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen seit Beginn der Pandemie. Nach Angaben des US-Veteranenministeriums waren im Zweiten Weltkrieg insgesamt 405.399 Soldaten der US-Streitkräfte gestorben.

Die symbolische Marke wurde an dem Tag überschritten, als der neue US-Präsident Joe Biden sein Amt antrat. Er hat die Bekämpfung der Pandemie, welche die USA auch in eine verheerende Wirtschaftskrise gestürzt hat, zur Priorität seiner ersten Amtsmonate erklärt. Seinem Vorgänger Donald Trump wird von seinen Kritikern vorgeworfen, die Pandemie verharmlost und damit zur massiven Ausbreitung des neuartigen Virus beigetragen zu haben. (Quelle: TSP, 21.01.21)


Impfbereitschaft in Deutschland hat zugenommen

Seit dem Start der Corona-Impfungen kurz nach Weihnachten ist die Impfbereitschaft in Deutschland leicht gestiegen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 67 Prozent, dass sie sich impfen lassen wollen. 40 Prozent wollen das so schnell wie möglich tun. Weitere 27 Prozent haben das zwar fest vor, wollen aber noch mögliche Folgen der Impfung anderer abwarten.

Kurz vor dem offiziellen Start der Impfkampagne in der gesamten EU am 27. Dezember hatten 32 Prozent angegeben, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen, weitere 33 Prozent wollten das erst später tun. 19 Prozent lehnten damals eine Corona-Impfung ab, inzwischen sind es 20 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen ist von 16 Prozent auf 13 Prozent gesunken.

Die Angst vor Nebenwirkungen hat unterdessen deutlich abgenommen. Vor dem Start der Impfkampagnen gaben noch 57 Prozent an, negative Folgen zu fürchten. Jetzt sind es nur noch 47 Prozent. 45 Prozent haben heute keine Angst mehr – im Vergleich zu 33 Prozent im Dezember. (Quelle: TSP, 21.01.21)


Schwarzenegger geimpft

Glückwunsch, Arnie! Wenn ich sehe, wie das in Amiland geht und das mit diesem Riesen-Verwaltungsbohei bei uns vergleiche… Aber vor allem: Die haben so gar Impfstoff.

(21.01.21)


Niedersachsen und Corona: Opposition klagt vor Staatsgerichtshof

Gibt es bei der Umsetzung der Corona-Verordnungen ein Demokratie-Defizit? Zumindest am Anfang? Darüber verhandelt heute der Staatsgerichtshof, Niedersachsens höchstes Verfassungsgericht.

Geklagt hatten die Oppositionsparteien Grüne und FDP – sie wenden sich gegen die Landesregierung. Beklagt wird, dass im April und Mai drei Verordnungen erlassen wurden, bei denen möglicherweise die Unterrichtungspflicht des Landtags nicht erfüllt wurde, die aber in der Landesverfassung verankert ist. Die Opposition sieht sich – gerade zu Beginn der Corona-Krise – von der Landesregierung ungenügend informiert und eingebunden.

Die Regierung informierte zwar die Spitzen der Fraktionen über die fortlaufenden Änderungen der Corona-Verordnungen. Vorab wurden aber nicht der Landtag als Ganzes und sämtliche Abgeordnete informiert. Nach Eingang der Klage beim Staatsgerichtshof änderte die Regierung ihre Praxis und informiert seitdem den Landtag über den Inhalt von Änderungen der Corona-Verordnung vorab. Eine Verpflichtung dazu sieht sie aber weiterhin nicht, wie das Gericht mitteilte. Am Freitag wird der Landtag in einer Sondersitzung über die Ergebnisse der Bund-Länder-Gespräche vom vergangenen Dienstag debattieren. Ein Urteil wird am Donnerstag nicht erwartet. (Quelle: NDR, 21.01.21)


Australien: Keine Infektionen

Australien meldet den vierten Tag in Folge keine neuen Corona-Fälle. Die Regierungschefin des bevölkerungsreichsten Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklien, signalisiert im „Sydney Morning Herald“ eine Lockerung der Einschränkungen. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


China-Zahlen

Die chinesische Gesundheitsbehörde meldet 144 Coronavirus-Fälle. Die Behörde teilt mit, 126 Fälle seien lokalen Ursprungs. In China, wo die weltweite Seuche zuerst registriert wurde, steigt damit die Zahl der bekannten Infizierten auf 88.701. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


Hausärzte warnen vor überhöhten Maskenpreisen

Der Deutsche Hausärzteverband hat vor überhöhten Preisen für OP- und FFP2-Masken im Onlinehandel gewarnt und Festpreise gefordert. „Sinnvoll wäre, sicherzustellen, dass die Masken zu fairen Preisen verkauft werden“, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Es müsse verhindert werden, dass es – wie beim ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr bei Schutzmasken, Desinfektionsmitteln und Toilettenpapier – zu Wucherpreisen komme. „Hierzu könnte beispielsweise ein Festpreis festgelegt werden, der nicht überschritten werden darf“, sagte Weigeldt.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, dass in Bussen, Bahnen und Geschäften künftig Masken getragen werden müssen, die besser schützen als Alltagsmasken aus Stoff. Das können OP-Masken sein, FFP2-Masken oder auch KN95-Masken, die einen vergleichbaren Standard haben. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


Deutscher Lehrerverband „…braucht ein Jahr zusätzlich“

Der Deutsche Lehrerverband fordert, lernschwachen Schülerinnen und Schülern bundesweit anzubieten, das Schuljahr wegen der Corona-Pandemie freiwillig zu wiederholen – ohne dass sie als „Sitzenbleiber“ gelten. „Es gibt eine Schülergruppe, die braucht ein Jahr zusätzlich“, sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag). Spätestens bei den Abschlussprüfungen oder im Abitur würden diese Jugendlichen sonst scheitern.

„Der Schüler geht dann mit weniger Rüstzeug von der Schule – und hat im weiteren Leben schlechtere Chancen“, warnte Meidinger. In einem Wiederholungsjahr könnten die Schüler gezielt Lernstoff nachholen und gefördert werden. Ideen wie automatische Versetzungen, ein halbes Extra-Schuljahr oder einen generellen Verzicht auf Sitzenbleiben und Noten wies er zurück. „Es ist besser, jetzt Druck wegzunehmen, zu sagen, das Schuljahr ist so nicht zu schaffen, ihr braucht und bekommt mehr Zeit.“

Das freiwillige Wiederholen eines Schuljahres ist auch heute schon möglich. Mancherorts wird dies allerdings als Wiederholung wegen Nichtversetzung gewertet. Das bedeutet, dass ein Jugendlicher unter Umständen die Schule verlassen muss, wenn er eine Klasse freiwillig wiederholt und am Ende des Schuljahres nicht versetzt wird. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


USA-Zahlen

Die amerikanische Seuchenbehörde CDC meldet 153.106 neue Coronavirus-Fälle. Damit steigt die Zahl der Menschen, die sich mit dem Erreger angesteckt haben, auf 24.135.690. Die Zahl der nach einer Infektion gestorbenen Amerikaner wächst um 2297 auf 400.306. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


„Dann Gnade uns Gott“

Krankenhausärzte schließen nicht aus, dass wegen der in Großbritannien entdeckten Corona-Mutation noch härtere Einschränkungen in Deutschland nötig werden. „Wenn die Mutation so schlimm ist, wie Angaben aus England es vermuten lassen, dann Gnade uns Gott. Dann könnte es sein, dass wir alles noch mal neu bedenken müssen“, sagte Michael Weber, Präsident des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Weber verwies auf regional noch sehr hohe Infektionszahlen. Sachsen sei „absolut am Limit“, in Südbrandenburg und Thüringen sei die Lage kritisch, in Bayern gebe es trotz bereits verschärfter Regeln noch zu viele Neuinfektionen. Ein Einschleppen der Mutante könnte daher ein schnelles Nachschärfen des Lockdowns erforderlich machen, etwa mit Ausgangssperren. „Ich hoffe, dass wir dazu nicht kommen müssen“, so Weber.


USA: Biden verordnet Maskenpflicht

Der neue amerikanische Präsident Joe Biden hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie für die nächsten 100 Tage eine Maskenpflicht an allen Orten im Zuständigkeitsbereich des Bundes angeordnet. Wenige Stunden nach seiner Vereidigung am Mittwoch unterzeichnete Biden im Weißen Haus eine entsprechende Verfügung. Die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, erstreckt sich auf alle Bereiche, in denen die Bundesregierung Hoheitsgewalt hat. Das sind beispielsweise Gebäude von Bundesbehörden, Flugzeuge und Züge sowie Busse im Verkehr zwischen Bundesstaaten. Auch alle Mitarbeiter der Bundesregierung sind dazu verpflichtet.

Biden hat den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu einem seiner wichtigsten unmittelbaren Ziele erklärt. Die Regierung von Bidens Vorgänger Donald Trump hatte das Tragen einer Maske nur empfohlen. Trump war immer wieder in die Kritik geraten, weil er selbst in der Regel auf eine Maske verzichtete und die Gefahr durch das Coronavirus kleinredete. In einem Tweet nach seiner eigenen Covid-19-Erkrankung hatte Trump geschrieben: „Habt keine Angst vor Covid. Lasst es nicht Euer Leben dominieren.“

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Biden für die ersten 100 Tage seiner Amtszeit neben der Maskenpflicht zwei weitere zentrale Ziele ausgerufen: Bis zum Ablauf der Frist sollen mindestens 100 Millionen Impfdosen verabreicht werden und die meisten Schulen wieder öffnen können. Biden hat wiederholt betont, das Tragen einer Maske sei eine „patriotische Pflicht“ und kein politisches Statement. (Quelle: FAZ, 21.01.21)


Baden-Württemberg: Tod nach Zweitinfektion

In Baden-Württemberg ist ein registrierter Corona-Patient nach einer zweiten Infektion mit dem Virus gestorben. Es ist der erste solche Fall im Südwesten, der bekannt geworden ist, und womöglich auch in Deutschland. Der Mann habe im Landkreis Freudenstadt gelebt, teilte das Landesgesundheitsamt am Mittwochabend in Stuttgart mit. Im April 2020 sei erstmals eine Corona-Infektion bei ihm nachgewiesen worden. Ende Dezember 2020 habe sich der Mann abermals angesteckt, was Anfang Januar festgestellt worden sei. „Der Patient verstarb im weiteren Verlauf an einer Covid19-Pneumonie (Lungenentzündung) und Sepsis mit Multiorganversagen.“

Der Mann habe Vorerkrankungen gehabt, sagte Stefan Brockmann der Nachrichtenagentur dpa. Er leitet in dem Landesgesundheitsamt das Referat Gesundheitsschutz und Epidemiologie. Es sei wahrscheinlich, dass der Verstorbene bei der ersten Infektion keine starke Immunität ausgebildet habe. Die Chance, dass sich ein Mensch ein zweites Mal mit dem Coronavirus ansteckt, sei bisher sehr gering. Es gebe vereinzelte Fälle, bei denen die Patienten beim ersten Mal nicht genügend Antikörper ausgebildet hätten. (Quelle: FAZ, 20.01.21)


Nächstes Update heute Mittag


Söder: Bayern startet mit Wechselunterricht am 1. Februar

Ein Pandemiegeschehen in Schulen und Kitas sei möglich, so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Deswegen bleibe es beim Distanzunterricht und bei einer ausschließlichen Notbetreuung in Kitas. Ab 1. Februar wolle man jedoch mit einem Wechselunterricht in den Abschlussklassen für Abitur und Berufsausbildung beginnen. Es hänge allerdings vom Infektionsgeschehen ab. Sollten die Zahlen wieder stark steigen, „dann wird es nicht gehen“, sagt Söder. Gehe der Trend weiter wie derzeit, dann werde der Schritt umgesetzt.Es wären dann etwa 2,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht. Beim Thema Versetzung wolle man die „Freischuss-Regeln“ weiter übernehmen. Ein „Nicht-Versetzen“ würde auf die Schulkarriere eines Schülers nicht angerechnet werden. (Quelle: FAZ, 20.01.21)


Vatikan impft Obdachlose

Im Vatikan werden kostenlose Impfungen für Obdachlose in Rom angeboten. Sie finden im Atrium der Paul-VI-Halle statt, dem riesigen Auditorium, in dem die wöchentlichen päpstlichen Generalaudienzen stattfinden. Etwa 25 Obdachlose erhielten ihre erste Dosis, weitere Gruppen würden in den kommenden Tagen geimpft werden, teilt der Vatikan mit. Vergangene Woche erhielten Papst Franziskus (84) und der zurückgetretene Papst Benedikt (93) ihre ersten Impfdosen. (Quelle: The Guardian, 20.01.21)


Biontech/Pfizer-Impfstoff schützt offenbar gegen B.1.1.7-Mutation

Der von Pfizer und BioNTech entwickelte Covid-Impfstoff scheint vor der sich schnell in Großbritannien ausbreitenden Coronavirus-Variante zu schützen. Der englische The Guardian zitiert die PA Medien:

Die Ergebnisse stammen aus wachsenden Befürchtungen, dass die als B117 bezeichnete Variante Mutationen aufweist, die die Wirksamkeit der Impfstoffe zum Schutz gegen Covid-19 verringern könnten. In einer neuen Studie, die noch nicht von Experten begutachtet wurde, haben Forscher von BioNTech Blutproben von 16 Personen gesammelt, die den Pfizer-Impfstoff in früheren klinischen Studien erhalten hatten. Sie fanden heraus, dass eine im Labor hergestellte Version des Virus – mit allen Mutationen, die der B117-Variante ähneln – durch Antikörper neutralisiert wurde. (Quelle: The Guardian, 20.01.21)


Türkei zeigt, wie es geht: 1 Million Impfungen in einer Woche

Die Türkei hat innerhalb von sieben Tagen mehr als eine Million Menschen geimpft. Die Marke wurde heute überschritten, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Die Türkei hatte am vergangenen Donnerstag mit Massenimpfungen mit dem Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac begonnen – an diesem Tag ließ sich auch Präsident Recep Tayyip Erdogan impfen.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca hatte sich sogar schon einen Tag vor dem offiziellen Start der Kampagne eine Spitze geben lassen. Die Türkei hatte Ende Dezember drei Millionen Dosen des chinesischen Impfstoffs erhalten. Das Land mit rund 83 Millionen Einwohnern hat seit März rund 2,3 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus und rund 24.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Am Dienstag wurden 6818 Neuinfektionen gemeldet. Noch im Dezember hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen bei rund 30.000 gelegen. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Niedersachsen nach den Corona-Beschlüssen:
„Fest für eine Variante entscheiden.“

Bei den Schulen geht das Land Niedersachsen nach dem Corona-Gipfel einen eigenen Weg: Statt alle Schüler ins Homeschooling zu schicken, werden Grundschüler von der Präsenzpflicht befreit.

Damit umgeht die Landesregierung den Wechsel ins sogenannte Szenario C, den reinen Distanzunterricht. Gerade für junge Schüler sei das Lernen in der Schule besonders wichtig, ebenso der Kontakt zu Gleichaltrigen, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Mittwoch in einer Pressekonferenz betonte. In Niedersachsen gilt damit dieselbe Regelung wie bereits in der Vorweihnachtszeit. Die Erwartung sei, dass sich die Klassen erheblich leeren, so Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs hatten sich am Dienstag nach intensiver Diskussion darauf geeinigt, Schulen im Grundsatz geschlossen zu lassen und diesen Bereich „restriktiv“ handzuhaben. Sozialdemokrat Weil sieht die neue Regelung durch den Bund-Länder-Kompromiss gedeckt.

Die Eltern wüssten selbst am besten, was gut für ihre Kinder ist, sagte Tonne. Bis Freitag sollen sie sich „fest für eine Variante entscheiden“, damit die Schulen planen können. Dafür soll das Ausfüllen eines Formblatts genügen, das bereits an die Schulen verschickt worden sei. Die Entscheidung gilt laut Kultusminister Tonne erst einmal bis Mitte Februar – bis dahin gilt die am Dienstag beschlossene Lockdown-Verlängerung. Abschlussklassen bleiben im Szenario B, die Jugendlichen müssen weiterhin wochenweise in die Schule gehen, wie das Ministerium mitteilte.

Relativ zügig hat sich die Bund-Länder-Runde am Dienstag darauf verständigt, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern das Homeoffice ermöglichen müssen. Eine entsprechende Regelung soll laut Bundesarbeitsministerium „am Mittwoch kommender Woche“ in Kraft treten. Wo Arbeit weiterhin in Präsenz erforderlich sei, müssen demnach für Arbeitsbereiche auf engem Raum die Belegung reduziert oder FFP2-Masken zur Verfügung gestellt werden. Weil begrüßte die Entscheidung. Er bat die Verantwortlichen in den niedersächsischen Unternehmen und anderen Institutionen, für diejenigen Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice arbeiten können, die Arbeits- oder Dienstzeiten noch stärker als bislang zu flexibilisieren. „Wir werden das auch in der Landesverwaltung tun“, sagte Weil. „Es muss uns gemeinsam gelingen, die mit vollen Bussen und Bahnen verbundenen Infektionsgefahren drastisch zu reduzieren.“

Um besonders im öffentlichen Nahverkehr und in Supermärkten die Infektionsgefahr zu verringern, einigten sich Länderchefs und Kanzlerin auf eine Verschärfung der Maskenpflicht. In beiden Bereichen werden medizinische Masken – dazu gehören sogenannte OP-Masken oder FFP2-Masken – verpflichtend. Sogenannte Alltagsmasken aus Stoff genügen dann nicht mehr. Die niedersächsische Staatskanzlei hatte vor dem Corona-Gipfel Bedenken an einer alleinigen FFP2-Masken-Pflicht geäußert, weil dann sichergestellt werden müsste, dass genügend kostenlose Exemplare verfügbar sind. Sogenannte OP-Masken sind dagegen wesentlich günstiger.

Für das Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen wird beim Kontakt mit Bewohnerinnen und Bewohnern eine FFP2-Maskenpflicht vorgeschrieben, wie die Staatskanzlei mitteilte. Außerdem seien bereits in der jetzigen niedersächsischen Verordnung verpflichtende Testungen für alle Bediensteten mehrmals pro Woche angeordnet. Auch Angehörige und Freunde der Bewohner müssen schon jetzt ab einer 7-Tages-Inzidenz von mehr als 50 Neuinfektionen bei jedem Besuch einen Schnelltest durchführen lassen, hieß es weiter.

Die vor dem Gipfel von Kanzlerin Merkel ins Gespräch gebrachten landesweiten Ausgangsbeschränkungen auch außerhalb von Corona-Hotspots wurden nicht beschlossen. Nach Informationen aus Teilnehmerkreisen verständigte man sich lediglich auf einen Passus, wonach Länder und Landkreise in Regionen mit hohen Infektionszahlen zusätzliche Maßnahmen verhängen können. Das ist im Sinne der Landesregierung. Diese hält eine Ausgangssperre nur in Städten und Landkreisen mit einer Inzidenz von mehr als 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche für sinnvoll. (Quelle: NDR, 20.01.21)


Chef-Virologe Fauci wird Ehrenbürger in Sizilien

Anthony Fauci (80), US-amerikanischer Virologe mit italienischen Wurzeln, wird Ehrenbürger des sizilianischen Sciacca. Das teilte die Gemeinde bei Agrigent mit. Faucis Großeltern väterlicherseits, Antonino Fauci und dessen Ehefrau Calogera, stammten aus der für ihre Thermalquellen und den Karneval bekannten Hafenstadt. Ursprünge mütterlicherseits liegen in der Gegend von Neapel und im schweizerischen Chur.

Zusammen mit den Bürgerrechten soll Fauci in Sciacca auch die Ehrenmitgliedschaft in der Italienischen Gesellschaft für Medizingeschichte erhalten. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Intensivmediziner sehen Notwendigkeit für längeren Lockdown

Intensivmediziner gehen davon aus, dass die geltenden Einschränkungen noch mindestens bis Ende Februar oder Anfang März andauern müssen. „Mitte Februar wird aus unserer Sicht nicht ausreichen, um von den hohen Inzidenzzahlen herunter zu kommen“, sagte der Vorsitzende der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Er pochte auch auf bundesweit einheitliche Regeln für den Lockdown. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


OVG Saarland: Familien im Saarland dürfen sich wieder treffen

Familien im Saarland dürfen sich vorläufig wieder mit mehr als zwei Haushalten und mehr als fünf Menschen treffen. Die Regelung der Corona-Verordnung zu den Kontaktbeschränkungen wurde teilweise außer Vollzug gesetzt, wie das saarländische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Saarlouis mitteilte. Das Gericht gab einer Frau Recht, die durch die Regelung daran gehindert wird, gemeinsam mit ihrem Mann ihre Enkel und deren Eltern zu treffen.

Grund für die Entscheidung des Gerichts sind zwei widersprüchliche Regelungen in der aktuellen Verordnung. Einerseits schreibt diese vor, dass sich ein Haushalt mit einem Menschen aus einem weiteren Haushalt treffen darf. Andererseits ist der familiäre Bezugskreis von den Kontaktbeschränkungen ausgenommen. Nach Ansicht des OVG ist das ein Widerspruch. Für die Betroffenen sei nicht klar, welche Regel für sie gelte. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Frankreich: Studentenproteste

In mehreren französischen Städten haben Studenten gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung protestiert. Es müsse für „alle Studenten“ wieder Lehrveranstaltungen geben, auch wenn bei reduzierter Teilnehmerzahl mehr Lehrende eingestellt werden müssten, sagte die Präsidentin der französischen Studentengewerkschaft UNEF, Mélanie Luce. Die Studenten, die wegen der Corona-Maßnahmen derzeit online lernen müssen, klagen über Vereinsamung und finanzielle Probleme.

Bei einer Demonstration mit Hunderten Teilnehmern in Paris riefen Protestierende Parolen wie „inkompentente Politik, sterbende Jugend“. In den vergangenen Wochen waren mehrere Suizide oder Suizid-Versuche unter Studenten bekannt geworden. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


1820 Corona-Tote in Großbritannien binnen 24 Stunden

Großbritannien hat den zweiten Tag in Folge einen Höchstwert an Corona-Todesfällen registriert: Innerhalb von 24 Stunden wurden 1820 Todesfälle gemeldet. Wie die Regierung weiter mitteilte, lag die Zahl der Neuinfektionen mit 38.905 Fällen etwas höher als am Vortag. Auch die Einweisungen ins Krankenhaus blieben mit 3887 Fällen auf hohem Niveau. Die Krankenhäuser sind insbesondere in England unter enormem Druck.

Inzwischen haben in Großbritannien aber auch bereits 4,6 Millionen Menschen eine erste Impfdosis erhalten. Insgesamt wurden bisher knapp 96.000 Sterbefälle registriert, bei denen Covid-19 auf dem Totenschein erwähnt wurde. Andere Berechnungen besagen, dass bereits mehr als 108.000 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben sind. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Biden: Wir können das Coronavirus besiegen

Der neue US-Präsident Joe Biden hat sich zu Beginn seiner Amtszeit zuversichtlich gezeigt, dass die USA die Pandemie hinter sich lassen können. „Wir können das todbringende Virus besiegen“, sagte Biden nach seiner Vereidigung vor dem Kapitol in Washington.

Die USA müssten der Pandemie als geschlossene Nation begegnen, appellierte er. Biden will die Amerikaner unter anderem aufrufen, zunächst 100 Tage lang Masken in der Öffentlichkeit zu tragen. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Arztpraxis in Cottbus wegen Corona-Verstößen geschlossen

Im brandenburgischen Cottbus ist erstmals eine Arztpraxis wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzvorschriften geschlossen worden. Wie die Stadt mitteilte, wurden der praktizierenden Ärztin wiederholte Verstöße gegen Auflagen sowie gegen Anordnungen des Gesundheitsamts zur Last gelegt. Die Praxisräume seien daher amtlich versiegelt und ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden.

Unter anderem hatte das Gesundheitsamt demnach die Ärztin wegen des Kontakts zu einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person unter Quarantäne gestellt. Sie habe jedoch weiterhin praktiziert und dabei Patienten ohne Mund-Nasen-Bedeckung behandelt.

Die brandenburgische Landesärztekammer bezeichnete derartige Verstöße als Ausnahme. Zu den Vorwürfen gegen die Cottbusser Ärztin wollte sich die Ärztevertretung mit Blick auf das laufende Verfahren nicht äußern. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Merkel mahnt zu größter Vorsicht – auch bei 50er-Corona-Inzidenz

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu größter Vorsicht im Umgang mit der Pandemie selbst für den Fall gewarnt, dass – wie angestrebt ein Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche – erreicht werden sollte.

Man solle „bitte nicht denken, dass, wenn wir bei 50 sind, das Leben des Sommers sofort wieder da ist. Dann sind wir sofort wieder im exponentiellen Wachstum“, warnte Merkel nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Frankreich fordert vor Gipfel Kontrollen an EU-Grenzen

Frankreich hat vor dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs Corona-Kontrollen an den Grenzen zwischen den Mitgliedstaaten gefordert. Die französische Regierung sei dafür, dass „Gesundheitskontrollen“ eingeführt würden, „sobald das möglich“ sei, sagte ein Regierungssprecher.

Die Staats- und Regierungschefs beraten am Donnerstagabend in einer Video-Konferenz über die Corona-Lage. Besondere Besorgnis lösen mutierte Virenformen aus, die sich schneller verbreiten als der bisherige Erreger. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Corona-Mutationen: Sechs Fälle von Berliner Klinik, drei in NRW

Auf einer Berliner Krankenhausstation ist bei vier Patienten und zwei Mitarbeitern die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante nachgewiesen worden. Es bestehe aber keine Kenntnis von vorherigen Aufenthalten in Großbritannien, teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung mit.

Alle Fälle betreffen eine Station der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie des Humboldt-Klinikums im Bezirk Reinickendorf, wie der kommunale Vivantes-Konzern mitteilte. Am Vormittag war zunächst von drei Patienten mit der neuen Variante die Rede. Diese seien durch ein berlinweites Routinescreening am 14. Januar aufgefallen, hieß es. (

In Nordrhein-Westfalen sind ebenfalls drei Fälle der Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden, die erstmals in England entdeckt worden war und die als deutlich ansteckender gilt.

Es gebe drei bestätigte Fälle, sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Experten berichteten aber, dass es in den benachbarten Niederlanden viele Fälle gebe. Er wolle dies in den grenznahen Regionen im Auge behalten. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Giffey zu Maßnahmen: Schulen als erstes wieder öffnen

Nach den Bund-Länder-Beratungen unterstützt Familienministerin Franziska Giffey (SPD) die neuen Beschlüsse zu Schul- und Kitaschließungen. Gleichzeitig fordert sie eine schrittweise Öffnung, sobald das Infektionsgeschehen dies zulässt.

„Diese Entscheidungen sind notwendig, um zu vermeiden, dass wir noch über Monate in einer Situation wie jetzt bleiben müssen“, sagte die Ministerin. Die Kinderbetreuung etwa in Schulen und Kitas müsste als erstes wieder starten, „sobald es das Infektionsgeschehen zulässt und sobald wir auch über konkrete Öffnungsstrategien sprechen können.“

(Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Überblick am Morgen

  • Die britische Coronavirus-Mutattion ist bislang in mindestens 60 Ländern nachgewiesen,  teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch mit, 10  mehr als vor einer Woche. Angesichts der weltweiten Zahl der Todesopfer von weit über zwei Millionen und neuen, Besorgnis erregenden neuen Varianten des Virus setzen sich Länder auf der ganzen Welt damit auseinander, wie Infektionen verlangsamt werden können, bis Impfstoffe allgemein verfügbar sind.
  • Der neue, zuerst in Südafrika festgestellte Stamm ist inzwischen in 23 Ländern und Gebieten aufgetreten, teilte die WHO in ihrem wöchentlichen Update mit. Sie nimmt an, dass auch er deutlich ansteckender ist.
  • Die Zahl der Nordkorea-ner, die nach Süden überlaufen, sank im vergangenen Jahr, nachdem Pjöngjang angesichts der Coronavirus-Pandemie seine Grenze geschlossen hatte, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit. Das Ministerium sagte, die Zahl liege weit unter den 1.047 von 2019.
  • In China hat die Hauptstadt Peking am Mittwoch angekündigt, alle Personen zu untersuchen, die ab dem 10. Dezember aus dem Ausland eingereist sind, nachdem der größte tägliche Anstieg in neuen Fällen seit mehr als drei Wochen gemeldet wurde.
  • China: Die Nationale Gesundheitskommission teilte am Mittwoch mit, dass am 19. Januar insgesamt 103 neue Fälle gemeldet wurden, gegenüber 118 am Tag zuvor. Die nordöstliche Provinz Jilin meldete 46 Neuinfektionen, während die Provinz Hebei in der Region von Peking 19 neue Fälle meldete. Die Hauptstadt selbst meldete sieben neue Fälle.
  • Zwei Fälle mit der britischen Virus-Variante, die besonders ansteckend sein soll, sind erstmals in Peking entdeckt worden. Wie das Gesundheitsamt nach Angaben von Staatsmedien berichtete, handelt es sich nach ersten Untersuchungen um importierte Infektionen. Sie seien im südlichen Stadtteil Daxing identifiziert worden, wo auch der neue internationale Flughafen der chinesischen Hauptstadt liegt. Die Genom-Analyse deute darauf hin, dass es sich um die Mutation B.1.1.7 handele.
  • Joe Biden gedachte am Tag vor seiner Amtseinführung bei einer Mahnwache in Washington DC der mehr als 400.000 Amerikaner, die bisher an Covid-19 gestorben sind. Gleichzeitig äußerten viele US-Amerikaner ihre Trauer in den sozialen Medien.
  • Mexiko meldete die höchste tägliche Zahl der Todesopfer seit Beginn der Coronavirus-Pandemie. Am Dienstag wurden 1.584 Todesfälle bestätigt. Es gab auch einen fast rekordverdächtigen Anstieg der neuen Virusfälle von 18.894 innerhalb eines Tages. In Mexiko wurden fast 1,67 Millionen Coronavirus-Infektionen und fast 143.000 durch Tests bestätigte Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 bestätigt. Angesichts der extrem niedrigen Testrate des Landes deuten offizielle Schätzungen darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer näher bei 195.000 liegt. (Quelle: The Guardian, 20.01.21)

Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 20.01.2021, 08:30 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet heute zwei weitere CoViD-19-Toten aus  Papenburg. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland hat damit die 100erMarke überschritten; sie beläuft sich jetzt auf 101 Verstorbene (+2). Papenburg, die nördlichste Stadt im Landkreis, ist weiterhin mit aktuell 147 (+3) akut Erkrankten der Hotspot im Landkreis.

Durch 44 Neuinfektionen seit gestern beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.160 (+44). Die Zahl ist im Vergleich neidrig. Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.587 Personen (+26) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 472 (+16) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.123 (-13) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 97,3 (= +318 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt der Wert mit einer Inzidenz von 85,3 wiederum niedriger.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 11 (+/-0) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 4 (+/-0) von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 3 (+1)  CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 1 (+/-0) invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 767 Menschen (+5) erkrankt. 719 (+/-0) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 34 (+5) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 194 175 2 17
Einheitsgemeinde Emsbüren 146 134 0 12
Samtgemeinde Freren 369 350 15 4
Einheitsgemeinde Geeste 230 218 2 10
Stadt Haren (Ems) 366 357 1 8
Stadt Haselünne 291 273 4 14
Samtgemeinde Herzlake 193 177 4 12
Samtgemeinde Lathen 264 254 0 10
Samtgemeinde Lengerich 126 121 1 4
Stadt Lingen (Ems) 767 719 14 34
Stadt Meppen 674 594 12 68
Samtgemeinde Nordhümmling 221 193 1 27
Stadt Papenburg 879 717 15 147
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 47 37 1 9
Einheitsgemeinde Salzbergen 106 98 3 5
Samtgemeinde Sögel 437 406 0 31
Samtgemeinde Spelle 315 280 13 22
Einheitsgemeinde Twist 140 135 2 3
Samtgemeinde Werlte 395 349 11 35
 Gesamt* 6160 (+44) 5587 (+26) 101 (+2)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 472 (+16)

Drosten: „Wir müssen jetzt was machen, später … ist es zu spät“

Der Virologe Christian Drosten geht in Deutschland von einer bislang geringen Verbreitung der ansteckenderen Corona-Variante aus, die zunächst in Großbritannien entdeckt wurde. Er sehe jetzt ein Zeitfenster, um die Ausbreitung hierzulande im Keim zu ersticken, sagte der Experte für Coronaviren von der Berliner Charité im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. „Wir müssen jetzt was machen, wenn wir speziell das Aufkeimen der Mutante in Deutschland noch beeinflussen wollen. Später kann man das nicht mehr gut machen, dann ist es zu spät.“ In Großbritannien hätten Lockdown-Maßnahmen bereits Effekte gezeigt. Anhand nun vorliegender Daten ist für den Virologen anzunehmen, dass die Variante tatsächlich ansteckender ist als frühere Formen.

Nachdem zuletzt eine starke Ausbreitung bestimmter Corona-Varianten im Ausland beobachtet wurde, wird nun auch in Deutschland verstärkt danach gesucht. Drosten geht von eingeschleppten Fällen vor allem über die Weihnachtstage aus. Die in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 etwa wurde laut Robert-Koch-Institut (RKI) bisher in 20 Fällen in sechs Bundesländern nachgewiesen.

Generell betonte Drosten, dass Virusmutationen normal seien und auch nicht zwangsläufig mit relevanten Veränderungen der Eigenschaften einhergehen. (Quelle: FAZ, 20.01.21)


Weil: Maßnahmen genügen – „Nach allem, was wir sehen…“

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) geht davon aus, dass die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus genügen. „Nach allem, was wir sehen, ja“, sagt er in der ARD auf eine entsprechende Frage. Es gebe eine „stetig reduzierte Zahl der Infektionen“, begründet er seine Einschätzung. Zugleich gebe aber es mit den Varianten des Coronavirus eine „große Unbekannte“.

Beim Homeoffice setze er auf die Einsicht der Arbeitgeber. „Es ist am Ende des Tages auch für die Wirtschaft das Beste, wenn wir die drohenden Risiken insbesondere durch die Mutation und wenn wir den Rückgang der Infektionen möglichst schnell beschleunigen können.“ Ein staatliches Eingreifen werde nur in Ausnahmefällen notwendig sein. (Foto: CC s. Archiv v. 2810.20; Quelle: FAZ, 20.01.21)


Deutschland-Zahlen:
1.148 neue Todesfälle, deutlich mehr als vor einer Woche

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.974 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1.148 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekannt gab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 19.600 Neuinfektionen und 1.060 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

„Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche sinken die Fallzahlen in den meisten Bundesländern (jedoch nicht allen) nun leicht“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend. Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 123,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 237,7 und Brandenburg mit 208,8. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 78,5.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,87 (Vortag: 0,89). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. (Quelle: RKI, 20.01.21)


Arbeitsminister Heil fordert: Homeoffice nutzen

Nach den Bund-Länder-Gesprächen hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Beschäftigten und Unternehmen aufgefordert, die neuen Homeoffice-Möglichkeiten massiv zu nutzen.

Zugleich warnte er in „Bild live“ am Abend Arbeitgeber davor, die Möglichkeit zum Homeoffice willkürlich abzusagen und kündigte Kontrollen an. „Sie müssen klar sagen, wo es geht – und auch, wo es nicht geht. Wo es möglich ist, sollen sie es ermöglichen und das wird im Zweifelsfall auch von Arbeitsschutzbehörden überprüft.“ Von den Beschäftigten erwarte die Regierung, dass sie das Homeoffice im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Anspruch nähmen. (Foto: CC s. Archiv v. 22.11.20; Quelle: ARD, 20.01.21)


Bund und Länder verlängern Steuererleichterung für Unternehmen

Bund und Länder verlängern wegen der anhaltenden Corona-Pandemie eine steuerliche Erleichterung für Unternehmen. Die Sondervorauszahlung zur Umsatzsteuer kann demnach auch für das Jahr 2021 ausgesetzt werden, wenn das jeweilige Unternehmen stark von der Krise betroffen ist. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen.

Die Verlängerung sei ein deutliches Zeichen zur Unterstützung von Unternehmen und ihrer Liquidität, hieß es. Die Vorauszahlung muss ein Unternehmer als eine Art Pfand leisten, wenn er seine Umsatzsteuer-Voranmeldungen später als vorgeschrieben abgeben will. Da die Frist für diese Voranmeldungen sehr kurz ist, machen viele Unternehmen von der Regelung Gebrauch. Bereits im vergangenen Jahr war die Sondervorauszahlung wegen der Krise ausgesetzt worden. (Quelle: Tagesschau, 20.01.21)


Brasilien mit dramatischen Zahlen

Brasilien verzeichnete am Dienstag 62.094 Neuinfektionen. Das ist ein steiler Anstieg im Vergleich zu den 23.671 Neufällen, die am Montag und Sonntag bei 33.040 Fällen gemeldet wurden, wobei die täglichen Infektionszahlen in Brasilien schon seit Monaten dramatisch variieren.

Das Gesundheitsministerium meldete 1.192 neue Covid-19-Todesfälle, was die Zahl der Todesopfer in Brasilien auf 211.491 erhöhte.

Nur die USA haben weltweit mehr Todesfälle als Brasilien, und Brasilien hat nach den USA und Indien die dritthöchste Anzahl an Infektionen weltweit. (Quelle: The Guardian, 19.01.21)


Merkel zu den Bund-Länder-Beschlüssen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Angela Merkel hatte nach den Bund-Länder-Beratungen die Pressekonferenz am Abend mit Optimismus eröffnet. Die Zahlen der Neuinfektionen gingen zurück. „Sie machen uns Mut.“ Es spreche alles dafür, dass die harten Einschnitte der vergangenen Wochen sich auszahlten, sagte Merkel.

Sie unterstrich, sich dafür einzusetzen, dass auch die Nachbarländer Deutschlands ähnlich agierten. Die Maßnahmen in Deutschland hätten wohl keinen Erfolg, wenn die Nachbarländer „nicht synchron“ arbeiteten. Die Gefahr bestehe dann, dass das mutierte Virus von außen nach Deutschland getragen werde und die Bemühungen der Menschen hier damit zunichte mache. Sollte es kein einheitliches Vorgehen geben, „müssen wir auch Vorkehrungen treffen“, sagt Merkel. Am Donnerstag kommt die Kanzlerin mit den anderen EU-Staats- und Regierungschefs zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Pandemie zu beraten.

Die Kanzlerin Angela Merkel rechtfertigte den Beschluss von Bund und Ländern, auch die Schulen und Kitas bis zum 14. Februar geschlossen zu halten. Darüber sei lange gerungen worden, und alle seien sich bewusst, dass dies „unglaubliche Einschränkungen“ seien. Aber es gebe ernsthafte Hinweise, dass die mutierte Form des Virus sich stärker bei Kindern und Jugendlichen verbreite. „Und das müssen wir auch ernst nehmen.“

(Foto: CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Gewerkschaft für Gastgewerbe will Mindest-Kurzarbeitergeld

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sieht angesichts der seit November andauernden Schließungen der Gastronomie viele Beschäftigte in ihrer Existenz bedroht. „Ihre Löhne sind ohnehin niedrig, das Kurzarbeitergeld reicht entsprechend bei Weitem nicht – viele können kaum noch ihre Miete bezahlen“, erklärt die Gewerkschaft. „Deshalb machen wir uns für ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1200 Euro stark.“ (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Bund und Länder einigen sich mühsam

Seit dem frühen Nachmittag haben Bund (Wappen oben) und Länder (Wappen unten) über neue Corona-Beschlüsse beraten. Nun steht fest: Der Lockdown in Deutschland wird bis zum 14. Februar verlängert. Für Diskussionen sorgte vor allem der Umgang mit Schulen und Kitas

Der bis Ende Januar befristete Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland wird bis Mitte Februar verlängert. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach den Beratungen von Bund und Ländern mit. Damit bleiben etwa die Gastronomie, Freizeiteinrichtungen sowie ein Großteil des Einzelhandels geschlossen. Ausnahmen gelten weiterhin zum Beispiel für Supermärkte.

Merkel sagte nach Ende des mehrstündigen Corona-Gipfels in Berlin, trotz sinkender Neuinfektionszahlen seien die Maßnahmen gerade mit Blick auf die Mutation des Coronavirus notwendig. „Es geht um die Vorsorge“, sagte Merkel.

Weiterhin müssten Arbeitgeber ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen. Bund und Länder wollen einen weitgehenden Anspruch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu einführen. Die Regelung soll bis 15. März gelten.

Zugleich wurde vereinbart, die Maskenpflicht zu verschärfen. So müssen künftig in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sogenannte OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen der Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden. Normale Alltagsmasken sind dort dann nicht mehr zugelassen.

Besonders lang wurde über das weitere Vorgehen bei den Schulen diskutiert. Vereinbart wurde, dass auch sie bis zum 14. Februar „grundsätzlich“ geschlossen bleiben beziehungsweise die Präsenzpflicht ausgesetzt ist. Dies soll restriktiv umgesetzt werden. In Kindertagesstätten soll analog verfahren werden. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Überblick am Abend

  • Die Covid-Pandemie hat bestätigt, wie unterfinanziert und machtlos die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist, um die Aufgaben zu erfüllen, die die Welt von ihr erwartet: Das sagt ein unabhängiges Expertengremium.
  • Deutschland verlängert seinen nationalen Lockdown bis zum 14. Februar; neue Vorschriften schreiben das Tragen von medizinischen Masken in Geschäften und im öffentlichen Verkehr vor.
  • Die südostspanische Region Valencia wird alle Bars und Restaurants „für eine begrenzte Zeit“ schließen, um die dritte Welle des Coronavirus zu verlangsamen.
  • Die EU-Mitgliedstaaten werden sich bis Ende des Monats auf die Form einer gemeinsamen Impfbescheinigung einigen; es gibt jedoch bislang keine Pläne, den Inhabern solcher Dokumente Reiserechte zu gewähren, so die Europäische Kommission.
  • Emirates und Etihad, zwei der größten Fluggesellschaften des Nahen Ostens, werden nach eigenen Angaben zu den ersten Unternehmen gehören, die eine Anwendung testen, mit der Coronavirus-Tests und -Impfungen vor Reiseantritt überprüft werden können. Die Fluggesellschaften haben sich mit der International Air Transport Association (IATA) zusammengetan, um zu den „ersten Fluggesellschaften“ weltweit zu gehören, die den IATA Travel Pass testen, teilten beide Fluggesellschaften in separaten Erklärungen mit.
  • Die Niederlande wollen die Lockdown-Maßnahmen „so bald wie möglich“ verstärken, um die Ausbreitung des Coronavirus angesichts der Befürchtungen über übertragbarere Varianten einzudämmen. Gesundheitsminister Hugo de Jonge sagte in einem Schreiben an das Parlament, dass die Regierung morgen Nachmittag zusätzliche Maßnahmen beschließen werde.
  • Dänemark will Obdachlosen vorrangig gegen CoViD-19 impfen. Nach Angaben der Sozialdienste gibt es in Dänemark etwa 6.500 Obdachlose. Die Entscheidung folgt nach Aufforderungen von Wohltätigkeitsorganisationen und Behörden, die auf ein erhöhtes Übertragungsrisiko unter Obdachlosen hingewiesen haben. Dänemark will  auch seine Anti-Corona-Maßnahmen verlängern.
  • Die brasilianische Stadt Manaus im Amazonasgebiet hat mit Impfungen begonnen, weil das Gesundheitssystem der größten Stadt des Regenwaldes angesichts der Zunahme von Infektionen und der schwindenden Sauerstoffversorgung zusammenbricht.
  • Thailand will jeden strafrechtlich verfolgen, der falsche Informationen über Coronavirus-Impfstoffe in sozialen oder Massenmedien teilt. Die Ankündigung erfolgte, nachdem der Regierung vorgeworfen wurde, zu langsam zu handeln, um die Bevölkerung des Landes zu impfen, und die Strategie des Landes für den  Coronavirus-Impfstoff als abhängig von einem Unternehmen des thailändischen Königs kritisiert wurde.
    (Quelle: The Gaurdian, 19.01.21)

Niedersachsen: Laptops für Lehrer

Das Land Niedersachsen kann für 50 Millionen Euro mobile Endgeräte für Lehrer anschaffen. Das Kabinett stimmte am Dienstag der Bund-Länder-Vereinbarung „Leihgeräte für Lehrkräfte“ zu. Zur Erinnerung: Der erste Lockdown liegt 10 Monate zurück…

Die Vereinbarung ist die dritte Erweiterung des Digitalpakts Schule. Zuvor gab es bereits das Sofortausstattungsprogramm für Schüler und die Unterstützung der Schulträger bei Verwaltungskosten. Für Niedersachsen stehen aus dem Pakt insgesamt mehr als 670 Millionen Euro für die Schulen bereit.

Über die aktuelle Vereinbarung erhält das Bundesland rund 47 Millionen Euro und stockt diese mit einem Eigenanteil von zehn Prozent um 4,7 Millionen Euro auf. Der Eigenanteil wird aus dem Corona-Sondervermögen des Landes bereitgestellt. Die Mittel sollen 2021 ausgegeben werden. Nach Angaben des Kabinetts ist es Ziel, die Schulen in die Lage zu versetzen, Lehrkräften etwa Laptops, Notebooks und Tablets für den Unterricht zur Verfügung zu stellen. Eine entsprechende Förderrichtlinie wird zeitnah veröffentlicht.

Die aktuelle Lage mit einem hohen Anteil an reinem Distanzunterricht zeige, dass das Thema mit Nachdruck verfolgt werden müsse, das gelte auch nach einem möglichen Ende der Corona-Pandemie, sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Das Lernen mit digitalen Medien werde immer mehr zu einem festen Teil des Schulalltags, daher seien auch die Lehrkräfte entsprechend zu unterstützen. (Quelle: NDR, 19.01.21)


Zäh: Bund und Länder verhandeln

Bund und und Länder verständigen sich darauf, den zunächst bis Ende Januar befristeten Lockdown bis zum 14. Februar zu verlängern. Für den öffentlichen Nahverkehr werde das Tragen einer medizinischen Maske vorgeschrieben, erfährt Reuters aus laufenden Beratungen der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder weiter. Selbstgenähte Stoffmasken sind nicht mehr zulässig. Die Beratungen dauern um 21 Uhr bereits fast sieben Stunden. Noch tut sich in Berlin nichts.

In der Debatte mit den Ministerpräsidenten über eine weitere Schließung von Schulen zeigte sich Kanzlerin Angela Merkel nach Informationen von Reuters aus Verhandlungskreisen sehr verärgert. Sie habe in der Schalte zwischenzeitlich sogar mit einer eigenen Protokollnotiz gedroht. Zwar sei man sich mittlerweile einig, dass die Schulen bis zum 14. Februar geschlossen bleiben, heißt es. Aber es gebe Differenzen, ob die Auslegung restriktiv genug sei. Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun haben mehrfach gewarnt, dass auch Schulen zur Ausbreitung von Infektionen beitrügen, was gerade angesichts der Mutationen gefährlich sei.

In einer Fassung der Vorlage von Montagabend war noch die Reduktion der Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr vorgesehen, die Verkehrsmittel sollten maximal zu einem Drittel besetzt sein. In einer neueren Vorlage fehlt dieser Vorschlag. Aus dem Abschnitt zu den Kontaktbeschränkungen wurde der warnende Verweis gestrichen, dass in anderen Staaten „generell nur Treffen mit Personen aus ein oder zwei weiteren fest definierten Haushalten gestattet seien“. In der Vorlage wurden außerdem die Passagen zur Fortsetzung des Lockdowns in Kitas und Schulen als strittig markiert. Ursprünglich war vorgesehen, die Schulen bis Mitte Februar geschlossen zu halten.

Die Länder bogen den Vorstoß des Bundes ab, Ausgangsbeschränkungen auch außerhalb von Corona-Hotspots in die gemeinsamen Beschlüsse aufzunehmen. Nach längerer Debatte einigten sich Bundesregierung und Länder nach Informationen von Reuters aus Teilnehmerkreisen am Dienstag lediglich auf einen Passus, in dem festgehalten wird, dass in Regionen mit hohen Infektionszahlen zusätzliche weitere Maßnahmen verhängt werden können. Welche dies sein können, wird nicht mehr erwähnt.

Einigkeit herrscht offenbar beim Thema Homeoffice. Demnach müssen Arbeitgeber überall dort, wo es möglich ist, den Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen, sofern die Tätigkeiten es zulassen. Wo Arbeit weiterhin in Präsenz erforderlich sei, müsse für Arbeitsbereiche auf engem Raum die Belegung reduziert werden – oder es seien ohne ausreichende Abstände Masken der Norm FFP2/KN95/N95 oder andere medizinische Masken einzusetzen, die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt würden. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


USA-Zahlen

Die Zahl der Corona-Toten in den Vereinigten Staaten hat zum Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump die Schwelle von 400.000 überstiegen. Die symbolische Marke wurde nach Angaben der renommierten Johns-Hopkins-Universität am Dienstag überschritten. Demnach wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 24 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt, mehr als jedem anderen Land der Welt. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


Serbien impft Sinopharm

Serbien setzt bei seiner Corona-Impfkampagne seit Dienstag auch das Vakzin des chinesischen Pharmakonzerns Sinopharm ein. Damit ist das Balkanland nach offiziellen Angaben das erste europäische Land, das zur Eindämmung des Coronavirus auf den chinesischen Impfstoff setzt. Schon am 24. Dezember waren in Serbien Impfkampagnen mit dem Vakzin von Biontech und Pfizer aus Deutschland und den Vereinigten Staaten angelaufen. Auch der russische Impfstoff Sputnik V wird in Serbien eingesetzt.

Nach Angaben von Regierungschefin Ana Brnabic sicherte sich Belgrad insgesamt mehr als eine Million Impfstoffdosen. Darüber hinaus seien Vereinbarungen zur Lieferung von sechs Millionen weiteren Dosen geschlossen worden, erläuterte sie. In Serbien wurden bislang 380.000 Corona-Infektionen und 3700 Corona-Todesfälle registriert. Mitte Januar lag die Zahl der vorgenommenen Impfungen bei 20.500. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


Neues aus Brasilien

Brasilianische Corona-Mutante: Sauerstoffmangel und eine neue Virus-Variante
Ein Sauerstoffengpass hat das brasilianische Gesundheitswesen zum Kollabieren gebracht. Zudem breitet sich eine neue, hochansteckende Mutante des Coronavirus aus. Sie ist möglicherweise auch für bereits Immunisierte gefährlich. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


Ruanda mit Ausgangssperre

Ruanda hat für zwei Wochen eine umfassende Ausgangssperre für seine Hauptstadt Kigali verhängt.

Wer seine Wohnung verlässt, muss künftig eine Erlaubnis der Polizei vorweisen. Ausbildungsstätten, Kirchen und Transportmittel bleiben geschlossen. Bisher hat der ostafrikanische Binnenstaat 146 Todesopfer bei 11.000 Covid-Fällen. Die Weltgesundheitsorganisation lobt die Vorgehensweise Ruandas als vorbildlich. Tests – täglich mehrere tausend auf den Straßen – sind kostenlos. In Covid-19-Kliniken messen Roboter das Fieber und versorgen Patienten. Präsident Paul Kagame leitete eine Medienkampgne zur Aufklärung der Bevölkerung und bemühte sich sehr früh um Verständnis für präventive Maßnahmen. Nur eine Woche nach dem ersten gemeldeten Fall verhängte Ruanda am 21. März eine erste Ausgangssperre im ganzen Land für 45 Tage. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


Drosten: „Wir müssen jetzt was machen, wenn…“

Der Virologe Christian Drosten geht in Deutschland von einer bislang geringen Verbreitung der ansteckenderen Corona-Variante aus, die zunächst in Großbritannien entdeckt wurde. Er sehe jetzt ein Zeitfenster, um die Ausbreitung hierzulande im Keim zu ersticken, sagte der Experte für Coronaviren von der Berliner Charité am Dienstag bei NDR-Info. „Wir müssen jetzt was machen, wenn wir speziell das Aufkeimen der Mutante in Deutschland noch beeinflussen wollen. Später kann man das nicht mehr gut machen, dann ist es zu spät.“ In Großbritannien hätten Lockdown-Maßnahmen bereits Effekte gezeigt.

Anhand nun vorliegender Daten ist für den Virologen anzunehmen, dass die Variante tatsächlich ansteckender ist als frühere Formen. „Wir haben den Befund auf dem Tisch. Wir haben es mit einer Mutante zu tun, die sich schneller verbreitet. Das quantitative Ausmaß, das muss man tatsächlich noch mal diskutieren.“ Die Übertragbarkeit der Variante liegt nach Einschätzung Drostens vermutlich unter den anfangs berichteten Werten von 50 bis 70 Prozent. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


EU: Staatshilfe-Regeln bis Jahresende verlängert

Die EU-Kommission will die im Rahmen der Corona-Pandemie gelockerten Regeln zu Staatshilfe für Unternehmen bis Ende des Jahres beibehalten. Dazu gehöre die Möglichkeit weiterer Hilfsgelder, teilt sie mit. Vor einer endgültigen Entscheidung werde man Rücksprache mit den Mitgliedstaaten halten. Die Regeln wurden im März gelockert. (Quelle: FAZ, 19.01.21)


Niedersachsen: Impfstoff-Engpass

In Niedersachsen kommt im Januar rund 40 Prozent weniger Corona-Impfstoff an als ursprünglich geplant. Dadurch verzögert sich die Impfkampagne des Landes erheblich.

Ursprünglich war geplant, dass das Land im Januar jede Woche 63.000 Dosen des Impfstoffs erhält, wie die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, am Dienstag auf der wöchentlichen Pressekonferenz des Krisenstabs sagte. Nun falle in der kommenden Woche eine Lieferung komplett aus, in der darauffolgenden Woche komme eine geringere Menge an als zugesagt. Hinzu kommen die Lieferausfälle der ersten Kalenderwoche. Der Grund dafür sei eine Produktionsumstellung in einem Werk von Biontech und Pfizer in Belgien.

Durch die Ausfälle komme das Land mit den Impfungen in Alten- und Pflegeheimen nicht im gewünschten Tempo voran, sagte Schröder. Anstatt wie geplant Ende Januar könne die Immunisierung der Bewohner und Pflegekräfte „voraussichtlich erst Mitte bis Ende Februar abgeschlossen“ werden. Durch den Lieferengpass könnten auch die Impfungen der Über-80-Jährigen, die nicht in einer Einrichtung wohnen, in den meisten Impfzentren noch nicht am 1. Februar beginnen, sagte Schröder. Die Termine verschieben sich nach hinten. Sie würden aber wie geplant ab dem 28. Januar vergeben. Zudem werde die Verteilung des Impfstoffs auf die einzelnen Landkreise aufgrund der gravierenden Veränderung neu berechnet, so Schröder.

Biontech habe zugesagt, bis zum 15. Februar wieder die zugesagte Menge an Impfstoff zu liefern. Die ausgefallenen Lieferungen würden aber nicht kompensiert. „Was fehlt, fehlt auch danach“, sagte Schröder. Auch vom Moderna-Impfstoff hat Niedersachsen nicht die versprochene Menge erhalten. Anstatt der angekündigten 20.000 Dosen erhielt das Land lediglich 6.000. Auch bei der zweiten Lieferung in der kommenden Woche komme nach aktuellem Stand wohl lediglich die Hälfte der angekündigten 20.000 Dosen an. „Es gilt, was bereits seit dem Impfstart gilt: Der einzig begrenzende Faktor ist die Impfstoffmenge“, sagte Schröder.

Weil die Vorhersagen für die Impfstoff-Lieferungen so ungenau seien, bleibe Niedersachsen dabei, die Dosis für die zweite Impfung zurückzuhalten, sagte Schröder. So sei sichergestellt, dass jeder, der eine erste Impfung erhalten habe, auch die Zweitimpfung nach 21 Tagen bekomme. Die ersten Personen hatten am Sonntag ihre Zweitimpfung erhalten. Insgesamt wurden in Niedersachsen bisher laut Schröder 95.044 Impfungen durchgeführt – der weit überwiegende Teil davon Erstimpfungen. Fast die Hälfte der Alten- und Pflegeheimbewohner sei mittlerweile geimpft, sagte Schröder – insgesamt mehr als 40.000 Menschen.

Nach derzeitigen Erkenntnissen sei der Impfstoff auch gegen die Mutation aus Großbritannien wirksam, sagte Schröder. Künftig solle es auch in Niedersachsen stichprobenartige Kontrollen auf die Mutation geben. Sobald einzelne noch fehlende Geräte eintreffen, werde das Niedersächsische Landesgesundheitsamt mit den Sequenzierungen starten. Nach jetzigem Erkenntnisstand sei klar, dass die neue Mutation das Infektionsgeschehen deutlich beschleunige, so Schröder. (Quelle: NDR, 19.01.21)


OVG Niedersachsen: Eilantrag gegen Kontaktverbot abgelehnt

Außerdem hat das OVG einen Eilantrag gegen die seit dem 10. Januar geltenden Kontaktbeschränkungen abgewiesen. Zwar hielt es der Senat für zweifelhaft, ob die Verschärfung der Kontaktbeschränkungen auf nur noch eine Person außerhalb des eigenen Haushalts eine notwendige Schutzmaßnahme darstelle. Doch die bestehenden Zweifel rechtfertigten keine umfassende Außervollzugsetzung dieser Maßnahme. Die Verschärfung verfolge mehrere legitime Ziele: Das Leben und die Gesundheit der Bevölkerung vor einer Corona- Infektion zu schützen, die Verbreitung der Infektion zu verhindern und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Die Beschlüsse des OVG sind unanfechtbar. (Foto: OVG Niedersachsen in Küneburg, CC s. Archiv v. 22.12.19; Quelle: NDR, 19.01.21)


Schüttorfer Labor untersucht auf CoViD-19-Mutanten

Das Corona-Virus „rüstet“ auf: Zwei Mutationen, eine in Südafrika sowie eine in Großbritannien entdeckte Variante, sind inzwischen (gesichert zumindest die englische) auch in Deutschland entdeckt worden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigte Fälle in Nordrhein-Westfalen, in Baden-Württemberg sowie in Niedersachsen. „Auch wir haben angefangen, den PCR-Test auf Genomen des Virus, also auf Veränderungen der DNA, zu untersuchen“, bestätigte Prof. Dr. med. Philipp von Landenberg, Facharzt für Labormedizin und Ärztlicher Leiter des LaDR Laborzentrums West in Schüttorf.

„Wir können mit unserer Testmethode zwar eine grundsätzliche Mutation erkennen, allerdings nicht feststellen, um welche der beiden bislang bekannten Formen es sich handelt“, erklärte von Landenberg. In der vergangenen Woche habe das Schüttorfer Labor erste Tests an das RKI geschickt. „Diese Mutationsuntersuchungen sind für uns routinemäßiges Beiwerk“, erläuterte der Mediziner. „Und es sind keine großen Mengen, die bis dato gefunden wurden. Wir sprechen aktuell von fünf eingeschickten Proben. Das sind aber jeweils Ist-Stände, also Tagesabbildungen, die sich natürlich immer wieder verändern können.“

Laut Aussage Philipp von Landenbergs sollen nach Bundes-Vorgabe demnächst fünf Prozent aller positiven PCR-Proben an das Robert-Koch-Instituts versandt werden. „Das ist gerade in Vorbereitung. Wir haben uns schon vorab darauf eingestellt und könnten in zwei, drei Wochen damit anfangen.“ Eine Rückmeldung auf die fünf Proben aus Niedersachsen sei bislang nicht erfolgt, so der Ärztliche Leiter.

Er plädiert in diesem Zusammenhang, „weiter Ruhe zu bewahren und die vorgegebenen Corona-Maßgaben einzuhalten. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Mutations-Varianten in der Grafschaft zunehmen. Bisher haben wir noch sehr wenig gefunden.“

Der Eindruck deckt sich auch mit den Aussagen von Michael Kamp, Geschäftsführer der Euregio-Klinik in Nordhorn. „Bei keinem Patienten der Euregio-Klinik ist bisher eine Mutationsform festgestellt worden“, erklärte er auf GN-Nachfrage.

Für den Landkreis Grafschaft Bentheim erklärt Jürgen Hartmann von der Stabsstelle des Landrates, dass „sich laut Medienberichten die Mutation bereits seit November in Niedersachsen befinde. Die Medizinische Hochschule Hannover hatte hier Proben einer verstorbenen Person untersucht.“ Im Landkreis Vechta sei die Mutation vor gut einer Woche verzeichnet worden. Dort seien Proben von Reiserückkehrern aus England an das Labor der Charité in Berlin geschickt worden. Hartmann weiter: „Wir hatten in der Grafschaft von November bis heute fünf Reiserückkehrer aus Großbritannien. Positiv war von diesen Personen niemand.“

Die vor allem in England verbreitete Virus-Variante mit der Kennzeichnung B.1.1.7 ist nach dem derzeitigen Erkenntnisstand der Wissenschaftler nicht tödlicher als die in Deutschland bekannte Virusform. Allerdings sei die englische Mutation deutlich ansteckender. Die Rede ist hier von 50 bis 70 Prozent.

Die in Südafrika entdeckte Mutation wird als 501.V2 bezeichnet. Diese Form kann sich einen leichteren Zugang zu bestimmten Rezeptoren menschlicher Zellen verschaffen und scheint deshalb potenziell ansteckender zu sein. (Quelle: GN, 19.01.21)


IATA-Gesundheitspass bei Etihad und Emirates

Die arabischen Fluggesellschaften Etihad und Emirates führen den neuartigen Gesundheitspass des Welt-Airlineverbandes IATA für ihre Passagiere ein. Ziel des Pilotprojektes ist es, für den Luftverkehr die notwendigen Informationen zu Passagieren, Impfnachweisen, Tests und Einreisebestimmungen in einer Mobilfunk-Anwendung zu sammeln. Mit dem „IATA Travel Pass“ sollen Flugreisen unter den Bedingungen der Corona-Pandemie erleichtert und Quarantänen möglichst vermieden werden. Die Daten sollen dabei unter der Kontrolle der Passagiere bleiben, versichert der Verband.

Die IATA hat die App entwickeln lassen und bereits mit Piloten der British-Airways-Mutter IAG getestet. Auch die Deutsche Lufthansa ist nach eigenen Angaben an dem Projekt beteiligt, prüft bislang aber noch die Einführung für bestimmte Passagiergruppen. Parallel gibt es ein zweites App-Konzept namens CommonPass, an dem Lufthansa ebenfalls mitarbeitet und das möglicherweise in die gesamte Reisekette einschließlich der Unterkünfte integriert werden kann. Etihad will im ersten Quartal dieses Jahres den IATA-Pass zunächst auf ausgewählten Flügen aus Abu Dhabi anbieten. Emirates kündigte am Dienstag an, dass ihre Passagiere ab April ihre Corona-Testergebnisse vor Abflug in Dubai über die App vorlegen können. Grundsätzlich will IATA die Technologie sämtlichen Fluggesellschaften zur Verfügung stellen. (Quelle: NDR, 19.01.21)


Scholz für verbindliche Home-Office-Regeln

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) drängt auf verbindliche Vorgaben für mehr Homeoffice in Unternehmen. Der SPD-Kanzlerkanidat sagte am Rande von digitalen Beratungen der EU-Finanzminister: „Ich glaube, dass wir alle einig sind, dass es jetzt darum geht, dass wir dafür sorgen, dass mehr Homeoffice zustande kommt, wo das möglich ist.“ Das reduziere die Kontakte in den Betrieben und die Kontakte bei der Fahrt zur und von der Arbeit. Er sei sicher, dass „Verbindlichkeit“ das Ergebnis der heutigen Beratungen von Bund und Ländern sein werde. „Das ist mein sehr fester Eindruck“, sagte Scholz. Er sehe in dieser Frage große Einigkeit.

(Foto: CC s. Archiv v. 16.5.20; Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Münsterland und Corona

Die Stadt  Münster hat mit 51,4 aktuell den niedrigsten Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen. Auch im Kreis Steinfurt ist die Inzidenz stark gesunken. Allerdings gab es in allen Münsterland-Kreisen weitere 15 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus: Je drei in den Kreisen Borken, Coesfeld, Warendorf und weitere sechs im Kreis Steinfurt.

Im Münsterland sind nach Angaben der Gesundheitsämter der Region (Dienstag, 19. Januar, 15 Uhr) derzeit aktuell 2.634 Menschen nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert (Vortag: 2839*). Im Vergleich zu Montag gab es 120 Neuinfektionen und 313 Genesungen.
Die Zahl der Todesfälle im Münsterland liegt bei 645. Insgesamt hat es seit Beginn der Pandemie im Münsterland 32.182 Corona-Fälle gegeben, 28.903 Menschen gelten als wieder gesundet.

Die aktuellsten Zahlen (Vergleichswerte in Klammern geben der Stand der vorherigen Meldung wieder):
Münster: Neuinfizierte 14, Infizierte gesamt 4.937 (4.923), davon gesundet 4.355 (4315), verstorben 77 (77), aktuell infiziert 505 (531); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 51,4 (55,8)
Kreis Borken: Neuinfizierte 20, Infizierte gesamt 7.584 (7.564), davon gesundet 6.852 (6.775), verstorben 158 (158), aktuell infiziert 551 (557); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 73,2 (72,7)
Kreis Coesfeld: Neuinfizierte 12, Infizierte gesamt 3.410 (3.398), davon gesundet 3.175 (3.110), verstorben 54 (51), aktuell infiziert 181 (237); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 59,4 (58,0)
Kreis Steinfurt: Neuinfizierte 68, Infizierte gesamt 9.113 (9.045), davon gesundet 8.155 (8.075), verstorben 21 (208), aktuell infiziert 744 (762); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 100,4 (125,8)
Kreis Warendorf: Neuinfizierte 9, Infizierte gesamt 7.138 (7.129), davon gesundet 6.343 (6.260), verstorben 142 (139), aktuell infiziert 6.530 (730); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 176,4 (175,3).
(Quelle: WDR, 19.01.21)


Elektrohandwerk kommt glimpflich durch die Krise

Das Elektrohandwerk ist besser durch den Corona-Herbst gekommen als erwartet. Die Branchenunternehmen hätten im Mittel keine größeren Umsatzeinbrüche verzeichnet, teilte der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) mit. Die Erwartungen für das neue Jahr seien indes verhalten, auch weil Auftragspolster abgeschmolzen seien, hieß es in der Umfrage unter gut 1800 Betrieben. (Quelle: ZVEH, 19.01.21)


Londoner Olympia-Organisator hält Spiele für unwahrscheinlich

Der für Olympia 2012 in London verantwortliche Sir Keith Mills hält eine Austragung der Olympischen Spiele in Tokio noch in diesem Jahr wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie für unwahrscheinlich. Das sagte Mills im britischen Sender BBC Radio 5 Live. „Wenn ich persönlich hier so sitze und mir die Pandemie auf der ganzen Welt anschaue, in Südamerika, in Nordamerika und Afrika und in ganz Europa, dann sieht es sehr unwahrscheinlich aus“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Londoner Organisationskomitees für die Olympischen und Paralympischen Spiele vor neun Jahren. Ursprünglich hätten die Spiele in der japanischen Hauptstadt bereits im vergangenen Sommer stattfinden sollen. Nach dem Ausbruch des Coronavirus wurden sie um ein Jahr verschoben. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Bayern: Gericht kippt Alkoholverbot in Bayern

Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das von der Landesregierung für ganz Bayern verhängte Alkoholverbot im öffentlichen Raum gekippt. Nach dem Infektionsschutzgesetz sei nur an bestimmten öffentlichen Plätzen ein Alkoholverbot vorgesehen, entschied das Gericht und gab damit dem Eilantrag einer Privatperson aus Regensburg Recht. Mit dem pauschalen Alkoholverbot in ganz Bayern habe die Landesregierung die Verordnungsermächtigung des Bundesgesetzgebers überschritten. (Quelle: BR, 19.01.21)


Städte- und Gemeindebund warnt vor nicht kontrollierbaren Maßnahmen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Politik vor nicht überprüfbaren Corona-Beschränkungen gewarnt. „Macht nichts, was wir nicht kontrollieren können!“, forderte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg von Bund und Ländern. Diese wollen am Nachmittag in einer neuen Gipfelrunde über die Corona-Lage und mögliche neue Maßnahmen beraten. Landsberg sprach sich unter anderem konkret gegen eine Pflicht zum Homeoffice für Unternehmen aus. „Ich habe Bedenken, eine Homeoffice-Pflicht zu formulieren“, sagte er. „Wer soll das alles kontrollieren?“ (Quelle: ARD, 19.01.21)


Vatikan erneuert Impf-Aufruf

Der Vatikan hat erneut nachdrücklich zur Teilnahme an Corona-Impfungen aufgerufen. Der Schutz vor einer Covid-Erkrankung sei ethisch geboten. „Du spielst mit deiner Gesundheit, du spielst mit deinem Leben, aber du spielst auch mit dem Leben anderer“, wurde Papst Franziskus von der Päpstlichen Akademie für das Leben zitiert. Die Leiter der Organisation, Akademiepräsident Erzbischof Vincenzo Paglia und Kanzler Renzo Pegoraro, ließen sich demnach ebenfalls immunisieren. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


China verteidigt sich gegen Gutachter-Kritik

China hat sein Vorgehen zu Beginn des Corona-Ausbruchs vor gut einem Jahr gegen Kritik internationaler Gutachter verteidigt. Bereits einige Wochen nach der Entdeckung des Virus seien massive Beschränkungen in der Millionenmetropole Wuhan verhängt worden, die „Infektionen und Todesfälle reduzierten“, sagte ein Sprecherin des chinesischen Außenministeriums. China habe zudem als erstes Land der Welt wegen des Virus „Alarm geschlagen“ und trotz der damals noch fehlenden Informationen „schnelle und entscheidende Maßnahmen“ ergriffen.

Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingesetzte Unabhängige Prüfungsausschuss hatte der chinesischen Regierung am Montag fehlendes Tempo bei den ersten Reaktionen auf die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vor einem Jahr vorgeworfen. Es hätte in dieser Phase „Potenzial gegeben, schneller auf frühe Anzeichen zu reagieren“, hieß es in einem Bericht des Gremiums. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Doch schon: Erste Impfzentren in Hessen geöffnet

Die ersten sechs Impfzentren in Hessen haben heute ihren Betrieb aufgenommen. In Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt würden vor allem auch die nicht in Heimen lebenden Menschen im Alter von 80 Jahren und mehr aus der jeweiligen Region geimpft, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU).   (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Eurostar-Züge vor ungewisser Zukunft

Der Geschäftsführer des französischen Bahnunternehmens SNCF, Jean-Pierre Farandou, hat sich wegen der Corona-Pandemie und des Brexits besorgt über die Zukunft des Bahnanbieters Eurostar geäußert. „Die Situation ist für Eurostar sehr kritisch“, sagte Farandou dem Radiosender France Inter. „Heute gibt es eine Linie, die zwischen London und Paris verkehrt, und eine weitere, die zwischen London und Brüssel-Amsterdam verkehrt“, sagte Farandou. „Und diese Züge sind nur zu zehn Prozent ausgelastet.“

SNCF gehören 55 Prozent von Eurostar. Eurostar verbindet Großbritannien mit Festlandeuropa. Der Anbieter hat wegen der Corona-Pandemie und des Brexits deutlich weniger Passagiere als früher. Die Passagierzahlen im Zugverkehr durch den Ärmelkanal sind seit März um 95 Prozent gesunken. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Corona-Krise trifft Zulieferer der Meyer-Werft hart

Die Corona-bedingte Krise der Meyer Werft wirkt sich auch auf die Zulieferer aus. Wagener Gastronomie in Sögel fertigt Abluftsysteme für die Schiffe. Dort hat sich die Mitarbeiterzahl halbiert.

Weil beim Papenburger Schiffbauer wegen der Corona-Krise die Aufträge ausbleiben und die Werft statt drei nur noch zwei Kreuzfahrtschiffe pro Jahr baut, musste Wagener bereits Mitarbeiter entlassen. 2019 hatte der Betrieb aus Sögel noch rund 60 Beschäftigte. Mittlerweile hat sich die Belegschaft durch Entlassungen auf 30 Personen reduziert.

Firmenchef Heinrich Wagener glaubt nicht daran, dass sich die wirtschaftliche Lage im Sommer wieder normalisiert. „Es wird sicherlich nicht wie vor der Krise sein“, sagte er NDR 1 Niedersachsen. Wagener befürchtet, dass er noch mehr Menschen entlassen muss.

Er hat deshalb mit weiteren sechs Partnerfirmen der Meyer Werft eine Solidaritätsaktion gestartet. Die Initiative „Gemeinsam stark“ bietet Fan-Schals an. Insgesamt 2.500 Stück – jeder Schal steht für zehn Mitarbeiter der Meyer Werft und der Partnerfirmen. Mit der Aktion wollen die Firmen ihre Verbundenheit mit der traditionsreichen Werft bekunden. Laut Werft-Chef Bernard Meyer leben in der Region rund 14.000 Menschen von der Werft, deutschlandweit sind es mehr als 24.000. (Quelle: NDR, 19.01.21)


EU-Gesundheitsbehörde baut Datensammlung zum Impfstand auf

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC baut ein System auf, mit dem frühzeitige Daten zur Verteilung und Verabreichung der Corona-Impfstoffe in Europa gesammelt werden sollen. Die Datensammlung soll zum einen die wöchentlich pro Land gelieferten Impfstoffdosen und zum anderen die Anzahl der Menschen abdecken, die bislang gegen das Coronavirus geimpft worden sind. Damit möchte die in Stockholm ansässige Behörde unter anderem Informationen zur Effizienz der nationalen Impfkampagnen liefern und mögliche Mängel bei der Verteilung der Chargen identifizieren, wie ein ECDC-Sprecher mitteilte. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Bund braucht fast 90 Milliarden Euro weniger Kredite als geplant

Der Bund hat für die Bewältigung der Corona-Krise im vergangenen Jahr deutlich weniger Schulden gebraucht, als erwartet worden war. Nach dem vorläufigen Haushaltsabschluss wurden Kredite in Höhe von 130,5 Milliarden Euro aufgenommen, wie es aus Regierungskreisen hieß. Das sind fast 90 Milliarden Euro weniger als angenommen. Der Bundestag hatte ursprünglich 217,8 Milliarden Euro Schulden genehmigt und dafür wegen der besonderen Situation zweimal die Schuldenbremse außer Kraft gesetzt.

Dass diese Summe bei weitem nicht ausgeschöpft wurde, dürfte auch daran liegen, dass ein Großteil der für November und Dezember gedachten Wirtschaftshilfen erst jetzt an die Unternehmen ausgezahlt wird. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat deshalb bereits das Kreditvolumen für das laufende Jahr angepasst und auf rund 180 Milliarden erhöht. Für beide Krisenjahre zusammen werde man rund 300 Milliarden Euro benötigen, hatte er angekündigt. (Quelle: ARD, 19.01.21)


Indiens Impfkampagne mit großen Startschwierigkeiten

Indien kämpft nach dem Start seiner großangelegten Corona-Impfkampagne mit Pannen: Von Samstag bis Montag wurden von den mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern rund 380.000 gegen das Virus geimpft, wie die Zeitung „Indian Express“ berichtete. Das sind deutlich weniger als erwartet. In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi nahmen weniger als die Hälfte der Personen, die einen Impftermin hatten, diesen auch wahr. Zudem bereitete auch die Smartphone-App, mit der die Impfberechtigten kontaktiert werden sollen, Probleme. Die automatischen Mitteilung blieben teils aus, so dass die Impfzentren die Termine per Telefonanruf bestätigen mussten. Im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu erschienen nur etwa 16 Prozent der Berechtigten. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


SPD will offenbar Insolvenzantragspflicht bis Ende März aussetzen

Die SPD-geführten Bundesländer wollen einem Papier zufolge bei den heutigen Corona-Beratungen von Kanzleramt und Ministerpräsidenten auch neue Regelungen zu Insolvenzanträgen aufnehmen. „Wegen der anhaltenden pandemischen Lage wird die bestehende Aussetzung der Pflicht zur Anmeldung der Insolvenz bis zum 31. März 2021 verlängert“, heißt es in dem Entwurf der SPD-geführten Länder, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Bislang ist die Pflicht bis Ende Januar ausgesetzt. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Tourismus- und Modebranche warnen vor verlängertem Lockdown

Der Modehandel in Deutschland warnt vor den Folgen eines verlängerten Lockdowns für die Branche und fordert eindringlich Hilfen von der Politik. „Jeder Tag, an dem die Läden geschlossen sind, verschärft die Probleme massiv“, sagte Steffen Jost, Präsident des Branchenverbands BTE, vor den Beratungen von Bund und Ländern. Weite Teile der Winterware seien aufgrund der Geschäftsschließungen nicht verkauft worden, nun treffe die neue Ware für das Frühjahr ein und müsse bezahlt werden.

Unterdessen forderte die Tourismuswirtschaft von Bund und Ländern eine Öffnungsperspektive. „Wir erwarten, dass die Politik Bürgern wie Unternehmen schon jetzt Orientierung dazu gibt, wie und unter welchen Bedingungen das öffentliche Leben und damit auch die Freizeit- und Tourismusangebote in Deutschland wieder hochgefahren werden“, sagte der Generalsekretär des Branchenverbandes BTW, Michael Rabe. Er schlägt einen bundesweit verbindlichen Strategieplan vor, in dem die Politik klären soll, ab welchem Inzidenzwert welche Bereiche geschlossen oder wiedereröffnet werden dürfen. Zudem brauche es eine umfassende Schnelltest-Strategie. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Grafschaft Bentheim: Die Zahlen

Die Kreisverwaltung des Landkreises Grafschaft Bentheim meldete am Dienstag nur eine Neuinfektion mit dem Coronavirus in der Grafschaft. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 2.994. Zu Wochenbeginn sind die erfassten Fallzahlen meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt bei 70.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts steigt in der Grafschaft leicht von 86 auf 86,8. Als genesen gelten 2.626 Grafschafter, in Quarantäne befinden sich 386 Menschen. Aktuell gibt es 298 Infizierte im Landkreis. (Quelle: GN, 10.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Corona-Pandemie führt in Niedersachsen weiter zu zahlreichen Todesfällen. Am Dienstag, 19. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) im Zusammenhang mit dem Coronavirus 83 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.727. Zudem hat das NLGA 598 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen jetzt bei 102,3 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle: NDR, 19.01.21)


Britische Ärzte fordern Priorität für Minderheiten bei Impfungen

Britische Ärzte haben sich für eine Berücksichtigung ethnischer Minderheiten bei der Corona-Impfreihenfolge ausgesprochen. „Wir sind besorgt, weil Berichte zeigen, dass Menschen aus den schwarzen und asiatisch geprägten Communities nicht nur mit größerer Wahrscheinlichkeit schwer von dem Virus betroffen sind, sondern auch weniger wahrscheinlich eine Corona-Impfung in Anspruch nehmen“, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbands Royal College of General Practitioners, Martin Marshall, dem „Guardian“. Marshall forderte das Gesundheitsministerium auf, Angehörige ethnischer Minderheiten bei der Impfreihenfolge zu berücksichtigen. Außerdem hätten Hausärzte das Recht, auf Besonderheiten ihrer lokalen Gemeinden zu achten und so gegebenenfalls zu priorisieren, erklärte Marshall. (Quelle: WDR, 19.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 19.01.2021, 08:30 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet heute noch einmal vier weitere CoViD-19-Toten. Zwei lebten in Werlte, eine/r in Papenburg und ein/e Einwohner/in kam aus Haselünne. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich jetzt auf 99 (+4). Papenburg, die nördlichste Stadt im Landkreis, ist weiterhin mit aktuell 144 akut Erkrankten weiter der Hotspot im Landkreis. Zum Vergleich: Das ist mehr etwa 5 mal mehr als in Lingen (Ems), der größten Stadt im Emsland.

Durch 41 Neuinfektionen seit gestern beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.116(+41). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.561 Personen (+46) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 456 (-9) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.135 (-71) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 105,8 (= +346 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt der Wert mit einer Inzidenz von 86,8 wiederum niedriger.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 11 (-1) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 4 (+/-0) von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 2 (-1)  CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 1 (+/-0) invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 762 Menschen (+/-0) erkrankt; aber es gab in den letzte 24 Stunden keine Neuinfektion. 719 (+4) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 29 akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 191 174 2 15
Einheitsgemeinde Emsbüren 145 133 0 12
Samtgemeinde Freren 368 350 15 3
Einheitsgemeinde Geeste 228 217 2 9
Stadt Haren (Ems) 362 355 1 6
Stadt Haselünne 288 270 4 14
Samtgemeinde Herzlake 192 176 4 12
Samtgemeinde Lathen 262 251 0 11
Samtgemeinde Lengerich 126 121 1 4
Stadt Lingen (Ems) 762 719 14 29
Stadt Meppen 669 593 12 64
Samtgemeinde Nordhümmling 221 192 1 28
Stadt Papenburg 869 712 13 144
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 46 37 1 8
Einheitsgemeinde Salzbergen 105 98 3 4
Samtgemeinde Sögel 436 403 0 33
Samtgemeinde Spelle 315 276 13 26
Einheitsgemeinde Twist 140 135 2 3
Samtgemeinde Werlte 391 349 11 31
 Gesamt* 6116 (+41) 5561 (+46) 99 (+4)  
 

Aktuelle Covid-19-Fälle

 

456



Deutschland-Zahlen: Wieder fast 1.000 CoViD-19-Tote

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 11.369 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 989 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12.802 Neuinfektionen und 891 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Bei den aktuellen Zahlen ist zu beachten, dass die Daten Nachmeldungen enthalten können – am Vortag hatten manche Bundesländer ihre Daten nur unvollständig oder gar nicht übermittelt. Das RKI schrieb dazu in seinem Lagebericht vom Montagabend: „Aus Rheinland-Pfalz wurden gestern keine Daten übermittelt. Aus Bayern und dem Saarland wurden Daten übermittelt, allerdings sind die Daten nicht vollständig am RKI eingegangen.“

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bei 131,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 256,3 und Sachsen mit 225,7. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 83,2. (Quelle: RKI, 19.01.21)


EU: 70% der Erwachsenen bis zum Sommer geimpft

Bis zum Sommer sollen aus Sicht der EU-Kommission 70 Prozent der Erwachsenen in der Europäischen Union gegen das Coronavirus geimpft sein. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa lautet das Zwischenziel bis März, 80 Prozent der Menschen über 80 Jahre und der Beschäftigten im Gesundheitswesen zu immunisieren.

Die Ziele sind nach dpa-Informationen Teil eines Diskussionspapiers für den EU-Videogipfel am Donnerstag. Dort sollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs nach dem Willen von Ratschef Charles Michel auch die Frage erörtern, ob es einen EU-Impfpass und gegebenenfalls damit verbundene Privilegien geben soll.

Angesichts der besonders ansteckenden Mutationen des Coronavirus will die EU-Kommission die Mitgliedsstaaten drängen, mehr zur Erkennung der neuen Virusformen zu tun. Nötig ist dafür die sogenannte Sequenzierung der bei Tests entnommenen Virusproben. Die allermeisten EU-Staaten seien weit von den wünschenswerten Zahlen bei der Sequenzierung entfernt, hieß es in Brüssel. Somit würden Virusvarianten eher zufällig entdeckt – anders als in Großbritannien, wo systematischer gesucht worden sei. (Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


Grüne warnen vor weiteren Einschränkungen für Kinder

Vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern haben die Grünen im Bundestag vor weiteren Einschränkungen für Kinder gewarnt. Kinder bräuchten Kontakt zu anderen Kindern, daher solle „die Isolation nur auf das Notwendigste reduziert werden“, sagte die kinder- und familienpolitische Sprecherin Ekin Deligöz der „Augsburger Allgemeinen“.

Kinder und Jugendliche dürften nicht zu einer „verlorenen Generation“ abgestempelt werden, sagte Deligöz, die auch Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes ist. Trotz Corona sollten Kinder eine gute Bildung und Förderung bekommen, betonte sie. Angesichts geschlossener Schulen und Kitas dürften Kinder und Eltern auf keinen Fall alleine gelassen werden.

„Für die Eltern, die nebenher arbeiten müssen, insbesondere in systemrelevanten Berufen, ist Notbetreuung unabdingbar“, sagte Deligöz. „Für andere ist mehr an Flexibilität in Homeoffice und Arbeitszeiten notwendig.“

(Quelle: Tagesschau, 19.01.21)


So viele Impfdosen erhält Deutschland in den nächsten Wochen

Für die Corona-Impfungen in Deutschland liegen nun genauere Angaben zu vorübergehend geringeren Impfstoff-Lieferungen der Hersteller Biontech und Pfizer vor. Für diese Woche ist noch eine größere Menge vorgesehen, in der kommenden Woche dann aber weniger. Das geht aus einem Lieferplan von Biontech hervor, der am Montag der Gesundheitsministerkonferenz der Länder vorgestellt wurde. In dieser Woche sollen die Länder demnach 842.400 Dosen bekommen – bezogen auf die nun zugelassene Entnahme von sechs statt fünf Dosen aus einer Ampulle. Bisher genannt worden waren 667.875 Dosen bezogen auf fünf mögliche Dosen, das entspricht bei sechs möglichen insgesamt 801.450.

In der Woche vom 25. Januar soll dann aber weniger Impfstoff kommen als bisher vorgesehen, wie aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Übersicht hervorgeht: nämlich 485.550 Dosen bezogen auf sechs entnehmbare je Ampulle. Angekündigt waren 667.875 Dosen bezogen auf fünf mögliche, das entspräche 801.450 Dosen bei sechs möglichen je Ampulle. Hintergrund sind Umbauten im belgischen Pfizer-Werk Puurs, die höhere Produktionskapazitäten schaffen sollen. Bund und Länder hatten eine kurzfristige Information darüber kritisiert.

Auch für die darauf folgenden Wochen waren noch auf Basis von fünf entnehmbaren Dosen ursprünglich jeweils 667.875 Dosen vorgesehen. Bezogen auf mögliche sechs Dosen je Ampulle sollen laut Plan nun in der Woche vom 1. Februar insgesamt 684.450 Dosen kommen – in den Wochen vom 8. Februar und vom 15. Februar jeweils 742.950. Bezogen auf fünf mögliche Dosen aus einer Ampulle entspräche dies von der Woche vom 25. Januar bis zur Woche vom 15. Februar jeweils insgesamt weniger Dosen als zunächst angekündigt.

Für die Woche vom 22. Februar stellt Biontech dem Plan zufolge dann aber insgesamt mehr Impfstoff in Aussicht als bisher geplant. An die Länder geliefert werden sollen 906.750 Dosen bezogen auf sechs mögliche je Ampulle. Das entspräche 755 625 bei fünf möglichen Dosen. (Quelle: TSP, 19.01.21)


Experten raten zu hartem Lockdown

In der Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsidenten haben mehrere Wissenschaftler wie Charité-Virologe Christian Drosten und RKI-Chef Lothar Wieler wegen der Coronavirus-Mutation B.1.1.7 auf härtere Lockdown-Maßnahmen gepocht. Dabei war auch der Physiker und Experte für Verkehrssystemplanug an der TU Berlin, Kai Nagel. Für ihn brachte die Kanzlerin die Dringlichkeit so auf den Punkt: „Ohne diese Mutation hätten wir dieses Treffen nicht gehabt“. Das Dilemma der Runde: „Alles trifft auf eine gewisse Pandemiemüdigkeit“. Aber auch für Nagel ist klar: „Es hat sich was geändert“, sagte er am Abend dem Tagesspiegel. Zwar gibt es mangels Sequenzierung in der Runde kein klares B.1.1.7-Bild, aber Nagel hat mit Simulationen hochgerechnet, wenn das Virus bald nur zu einem Prozent in Deutschland verbreitet sein sollte, wird es in zwei bis drei Monaten die dominante Form sein.

Und was soll jetzt helfen? Die Runde diskutierte einen „Korb an Maßnahmen“, die zugeschalteten Wissenschaftler plädieren als eine Maßnahme für Ausgangssperren. „Die Aktivitätenmuster zeigen, dass das etwas bringt, gerade für weniger private Besuche am Abend.“ Nagel hält eine Sperre von 21 Uhr bis 5 Uhr wie in Bayern für einen gangbaren Weg. Auch wenn das am Widerstand der Länder scheitern sollte, rät er: „Das sollte man als Maßnahme in der Hinterhand halten.“

Bayern zeige, dass das die Zahlen schneller nach unten bringe, zum Beispiel die Krankenhauspatienten in München. Und was wäre beim Ansteckungsrisiko Öffentlicher Verkehr angebracht? Nagels überraschende Antwort: „Die Leute sollen still sein.“ Also quasi die schweigende U- und S-Bahn. Keine Gespräche, keine Telefonate – für weniger Aerosole. Und Nagel ist für eine FFP2-Maskenpflicht flächendeckend in Innenräumen, auch bei der Arbeit, auch während des Unterrichtes (wenn Schulen wieder geöffnet werden, dann nur mit Wechselunterricht), und am besten sogar, wenn man Freunde besucht – was auch bedeutet: dort nicht zu essen.

Die Runde mit der Kanzlerin zeigte aber, wie komplex auch dieses Thema ist: FFP2-Masken werden oft falsch angelegt, wenn der Metallbügel nicht an die Nase angedrückt wird, entwicht zu viel Luft. Sie bringen aber nur was, wenn durch die Maske eingeatmet wird. Die Bilanz der Schalte aus Nagels Sicht: „Die Dringlichkeit hat sich klar gezeigt.“ (Quelle: TSP, 18.11.21)


Spanien-Zahlen

In Spanien ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen an einem Wochenende auf einen Höchstwert von 84.287 gestiegen. Von Freitag bis Montag seien zugleich 455 Menschen an oder mit Corona gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Montagabend weiter mit. Am Wochenende zuvor waren noch 61.422 Infektionen und 401 Todesopfer gezählt worden. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg auf knapp 380. In Deutschland lag dieser Wert am Montag bei 134.

Wegen der bereits seit Wochen anziehenden Zahlen verschärften die autonomen Gemeinschaften des Landes, die deutschen Bundesländern ähneln, die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus weiter. Auch die Anfangszeiten der nächtlichen Ausgangssperren wurden – wo noch nicht geschehen – auf 22.00 Uhr vorgezogen. Diskutiert wird, Ausgangssperren auch schon ab 20.00 Uhr anzuordnen.

Eine Rückkehr zu Ausgangssperren rund um die Uhr wie in der ersten Corona-Welle im Frühjahr lehnt die Regierung in Madrid jedoch ab. Derzeit gelten in verschiedenen spanischen Gebieten teilweise sehr unterschiedliche Regelungen. In manchen Regionen wie etwa auf der bei Deutschen beliebten Urlauberinsel Mallorca sind Zusammenkünfte mit Menschen, die nicht im selben Haushalt leben, ganz verboten, in anderen sind sie auf vier Personen beschränkt. Kastilien riegelte alle Gemeinden ab, die nur noch aus triftigem Grund verlassen werden dürfen, wie etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu kommen. Seit Beginn der Pandemie wurden im besonders hart getroffenen Spanien bei einer Bevölkerung von 47 Millionen insgesamt 2,33 Millionen Corona-Infektionen und 53.769 Pandemie-Tote gezählt. (Quelle: FAZ, 18.11.21)


Corona-Mutation erstmals in Tschechien nachgewiesen

Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Mutation ist in Tschechien angekommen. Die Variante sei in ersten Proben nachgewiesen worden, teilten die Gesundheitsbehörden in Prag am Montag mit. „Es scheint, dass derzeit etwa zehn Prozent aller Proben, die wir untersuchen, diese Virusvariante enthalten“, sagte Gesundheitsminister Jan Blatny. Die britische Variante sei wohl ansteckender, aber nicht gefährlicher als das ursprüngliche Virus, erläuterte der Mediziner.

Derweil beschloss die Regierung, den wegen der Corona-Pandemie verhängten Notstand erneut zu verlängern. Der Notstand ermöglicht es, Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Derzeit dürfen sich maximal zwei Personen in der Öffentlichkeit treffen. Alle Geschäfte des nicht-alltäglichen Bedarfs sind geschlossen. Von Dienstag an dürfen Läden mit Kinderbekleidung und Papierwarenhandlungen wieder öffnen. (Quelle: TSP, 18.01.21)


Fehlendes Tempo

Internationale, unabhängige Gutachter haben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der chinesischen Regierung fehlendes Tempo bei den ersten Reaktionen auf die Ausbreitung des Coronavirus vor einem Jahr vorgeworfen. Es hätte in dieser Phase „Potenzial gegeben, schneller auf frühe Anzeichen zu reagieren“, heißt es in einem am Montag vorgelegten Bericht des von der WHO eingesetzten Unabhängigen Prüfungsausschusses.

Insgesamt hätten „öffentliche Gesundheitsmaßnahmen“ von den lokalen und nationalen Behörden in China im Januar energischer umgesetzt werden können.
Die Experten kritisierten die WHO für die späte Einberufung einer Sitzung ihres Notfallkomitees am 22. Januar vergangenen Jahres.

Zudem habe das Gremium erst eine Woche später den öffentlichen Gesundheitsnotstand und damit die höchste Alarmstufe ausgerufen. Es sei „nicht klar“, warum beide Schritte nicht früher erfolgten, heißt es in dem Bericht. (Quelle: FAZ, 18.11.21)


Karfreitag 2021: Disneyland eröffnet – frühestens

Disneyland Paris öffnet frühestens am 2. April wieder – fast zwei Monate später als zunächst geplant. Der Betreiber verweist in seiner Begründung auf die „in Europa vorherrschenden Bedingungen“.

Ursprünglich hatte der US-Konzern den Erlebnispark bereits am 13. Februar wiedereröffnen wollen. (Quelle: FAZ, 18.11.21)


6.581 in Deutschland vollständig geimpft

Rund drei Wochen nach Impfstart in Deutschland sind mindestens 6581 Menschen vollständig geimpft worden – also haben die nötige zweite Impfung erhalten. Die erste Dosis haben demnach bislang insgesamt rund 1,1 Millionen Menschen gespritzt bekommen.

In Großbritannien melden die Behörden derweil ganz andere Dimensionen: Dort sind laut Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde inzwischen mehr als vier Millionen Menschen geimpft. Das Land verzeichnete jedoch auch 37.535 Neuinfektionen und 599 neue Todesfälle – bei knapp 67 Millionen Einwohnern. Quelle: FAZ, 18.11.21)


Sachsen-Anhalt nimmt Verordnung zurück

Nur rund eineinhalb Wochen nach einem Beschluss, bestimmte Bevölkerungsgruppen nach ihrer Einreise aus ausländischen Corona-Risikogebieten von der Quarantäne-Pflicht auszunehmen, will Sachsen-Anhalt die entsprechende Regelung wieder zurücknehmen. Das Landeskabinett werde am Dienstag über die angepasste Version der entsprechenden Verordnung entscheiden, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums in Magdeburg am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) und bestätigte damit einen Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) vom Wochenende. Grundlage bilde die inzwischen beschlossene Musterverordnung des Bundes, die Sachsen-Anhalt am Donnerstag übermittelt worden sei.

In Sachsen-Anhalt gelten seit dem 8. Januar Ausnahmen von der Quarantänepflicht für Einreisende aus Risikogebieten, die nachweisen können, dass sie mindestens 14 Tage vor der Einreise eine Impfung gegen das Coronavirus vollständig abgeschlossen haben. Ebenfalls ausgenommen sind Menschen, die nachweislich vor mindestens drei Wochen und vor maximal sechs Monaten mit Sars-CoV-2 infiziert waren. (Quele: FAZ, 18.11.21)


Produktion von FFP2-Masken in Deutschland schießt nach oben

Die Produktion von FFP2-Schutzmasken in Deutschland schießt nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in die Höhe. Allein durch staatliche Förderung werde eine Produktionskapazität von 6,6 Milliarden Schutzmasken jährlich angeschoben, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag zu Reuters. Davon entfielen 5,1 Milliarden auf sogenannte OP-Masken, 1,5 Milliarden auf FFP2/3-Masken, die besonders gut gegen das Corona-Virus schützen. Schon jetzt stünden Kapazitäten für die Produktion von rund 750 Millionen FFP2/3-Masken bereit. Das Ministerium hatte im Frühsommer 2020 dafür zwei Förderprogramme aufgesetzt, um die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten wie aus China zu reduzieren.

Nimmt man auch die nicht geförderten Masken-Produktion von Unternehmen hinzu, schätzt das Wirtschaftsministerium, „dass im Laufe des Jahres 2021 Produktionskapazitäten für zehn Milliarden Masken per anno in Deutschland zusätzlich vorhanden sein werden“. Zusätzlich gibt es große Importeure, die weiter Schutzmasken in hohen Stückzahlen aus China einführen. Diese sind meistens deutlich billiger.

Das Gesundheitsministerium teilte deshalb am Montag auf Nachfrage mit, dass es keine Berichte über Versorgungsengpässe gebe. Zur Zeit seien Gutscheine für je zwölf FFP2-Masken an 34,1 Millionen Menschen verschickt worden, die älter seien oder Vorerkrankungen hätten, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn. Die Masken stammen aus einem Ankaufprogramm des Ministeriums von 2020, als man Versorgungsengpässe befürchtet hatte. (Quelle: FAZ, 18.1.21)


Malu Dreyer: Lockdown bis zum Valentinstag

Bei den Bund-Länder-Beratungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wollen die SPD-Länderchefs nach Angaben der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) eine Verlängerung der Einschränkungen im öffentlichen Leben bis zum 14. Februar vorschlagen. Bei einer Besprechung am Sonntagabend habe es Einigkeit gegeben, sich dies vorstellen zu können, wenn gleichzeitig „die Wirtschaftshilfen schneller kommen“, sagte Dreyer am Montag in Mainz. Beides müsse miteinander gekoppelt werden.

Es sei keine leichte Entscheidung, „dass der Shutdown verlängert wird um zwei Wochen“, sagte Dreyer. Es sei „aber genauso wichtig, dass wir mit den Zahlen weiter runterkommen wollen und müssen.“ Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sei zwar zuletzt zurückgegangen. „Es ist aber auch klar, dass wir noch ein ganzes Stück entfernt sind von dem, was wir erreichen wollen.“ (Quelle: FAZ, 18.11.21)


Neue Corona-Variante: 35 Fälle in Garmisch-Partenkirchen

Corona-Ausbruch im Klinikum Garmisch-Partenkirchen: 73 Patienten und Mitarbeiter wurden positiv getestet. Bei 35 von ihnen wurde auch eine bislang unbekannte Variante des Virus entdeckt. Labormitarbeiter des Klinikums Garmisch-Partenkirchen hatten mit Hilfe eines speziellen Laborgeräts Unregelmäßigkeiten bei den Corona-Abstrichen festgestellt.
Zum Artikel „Virus-Mutation: Mehr positive Corona-Proben werden analysiert“.

Am Montagnachmittag traten Landrat Anton Speer (FW), der Geschäftsführer des Klinikums, Frank Niederbühl und der stellvertretende ärztliche Direktor Clemens Stockklausner vor die Presse. Im Verlauf der letzten Woche seien an zwei Orten außerhalb des Covid-Bereichs der Klinik Corona-Infektionen aufgetreten, erläuterte Niederbühl.
Es handelt sich weder um britische noch um südafrikanische Variante.

Bei einer Pressekonferenz vor dem Klinikum sagte Stockklausner, dass am Freitag unter den 73 Neuinfizierten bei 35 Tests eine Veränderung des Virus-Gens festgestellt werden konnte. Es handele sich aber dabei definitiv nicht um die britische oder südafrikanische Variante. „Wir haben im Moment eine kleine Punkt-Mutation, die weltweit aber auch in Deutschland schon mehrfach beschrieben wurde, entdeckt und es ist absolut nicht klar, ob daraus eine klinische Relevanz entsteht“, so Stockklausner.

Drei der Proben der Virus-Variationen seien an die Berliner Charité geschickt worden, sagte der ärztliche Leiter. Derzeit würden die Proben mit Hochdruck von Experten analysiert. Nun müsse man abwarten, wie groß die Veränderung gegenüber dem bekannten Coronavirus tatsächlich ist.

Man könne nicht sagen, ob diese Virus-Variante nun ansteckender oder aggressiver sei als der bislang bekannte Coronavirus. Einen Grund zur Panik gebe es nicht. Es könne auch sein, dass diese Variante sich als harmloser herausstellen werde. Das müsse man nun abwarten, so Stockklausner, in den nächsten Tagen wisse man dann mehr. Möglich sei, dass der Klon sich weiter ausbreitet – oder aber auch, dass er nächste Woche schon wieder Geschichte sei. „Wir müssen den Experten Zeit geben, ihre Arbeit zu tun“, sagte Stockklausner.

Wie ist die Situation nach jetzigem Stand einzuordnen? Eine Virus-Variante besteht grundsätzlich aus zahlreichen Mutationen. „Mutation“ ist ein ganz natürlicher Anpassungsprozess im Laufe der Evolution eines Erregers, betont Roman Wölfel vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München. „Wie bei vielen anderen Virus-Erkrankungen auch, verändert sich der Erreger im Wechselspiel mit den Menschen, die infiziert werden“, sagt Wölfel.

Mutationen entstehen dem Experten zufolge immer dann, wenn sich das Virus vervielfältigt und sich dabei Kopierfehler im Genom einschleichen. Gereichen diese dem Erreger zum Vorteil, etwa, weil er sich besser vermehren kann, dann setzt sich eine mutierte Variante im Zweifel durch.

Auch dem Virologen Oliver Keppler bereitet die unbekannte Corona-Variante im Klinikum in Garmisch-Partenkirchen aktuell „keine große Sorge“. Das hat er in der Rundschau im BR Fernsehen mitgeteilt. Man kenne die neu beschriebenen Mutationen bisher noch nicht, dafür brauche es noch weitere Laboruntersuchungen. „Fakt ist, dass sie keine der aktuell vieldiskutierten Varianten beinhalten. Es muss uns einfach klar sein, Virus-Mutationen sind beim neuen Coronavirus per se sehr häufig“, so Keppler.

Dass das Coronavirus mutiert, ist mittlerweile hinlänglich bekannt: Der Geschäftsführer des Klinikums Garmisch-Partenkirchen, Frank Niederbühl, betonte, seit Beginn der Pandemie seien weltweit mehr als 12.000 Veränderungen in den Sequenzen festgestellt worden.
„Eine Panikmache wäre absolut unseriös und unangebracht. (…) Allein die Tatsache, dass es eine neue Variante ist, besagt ja nicht, dass sie infektiöser ist.“ Frank Niederbühl, Geschäftsführer des Klinikums Garmisch-Partenkirchen. (Quelle: BR24, 18.11.21)


Insolvenzantragspflicht aussetzen

Der Bundesrat hat die Bundesregierung einstimmig (!) aufgefordert, die Insolvenzantragspflicht für durch die Corona-Pandemie in Not geratene Firmen weiter auszusetzen. Die Länderkammer folgte damit am Montag einem Vorstoß der schwarz-grünen hessischen Landesregierung. Ohne eine Verlängerung der nach geltendem Recht am 31. Januar auslaufenden Aussetzung „käme es aufgrund der verzögerten Auszahlung der staatlichen Hilfsleistungen zur unverschuldeten Insolvenzantragspflicht bei grundsätzlich gesunden Schuldnern“, heißt es in der Entschließung.

Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und die SPD-Bundestagsfraktion dringen auf eine Verlängerung, stoßen damit aber auf Vorbehalte in der Unions-Fraktion. (Quelle: FAZ, 18.11.21)


Eltern erhalten pro Kind 20 Kinderkrankentage

Eltern können in diesem Jahr coronabedingt doppelt so viele Kinderkrankentage in Anspruch nehmen. Am Montag billigte der Bundesrat in einer Sondersitzung die zuvor vom Bundestag beschlossene Regelung, die rückwirkend zum 5. Januar in Kraft treten soll. Jedes Elternteil kann damit pro Kind 20 statt 10 Tage Kinderkrankengeld beantragen, Alleinerziehende 40 statt 20 Tage. Wegen der in der Pandemie eingeschränkten Betreuungsmöglichkeiten soll der Anspruch dieses Jahr zudem nicht nur im Krankheitsfall gelten. Insgesamt sind die Kinderkrankentage auf 45 Arbeitstage pro Elternteil beziehungsweise 90 Arbeitstage für Alleinerziehende begrenzt.

Voraussetzung für die erweiterte Leistung ist, dass Antragsteller und Kind gesetzlich versichert sind und es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind betreuen kann. Verlangen Krankenkassen einen Nachweis über die eingeschränkten Betreuungsmöglichkeiten, reicht eine Bescheinigung von Schule oder Kita. Während des Bezugs von Kinderkrankengeld haben Eltern keinen Anspruch auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz.

Krankenkassen zahlen an Kinderkrankentagen 90 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts. Für Arbeitnehmer, die innerhalb der vergangenen zwölf Monate einmalige Zahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld bekommen haben, beträgt das Kinderkrankengeld 100 Prozent. (Quelle: FAZ, 18.11.21)


Debatte um Aufhebung von Beschränkungen „verfrüht“

Die Debatte um eine mögliche Aufhebung von Reisebeschränkungen für Menschen mit Corona-Impfung ist nach Auffassung der Bundesregierung verfrüht. Man befinde sich in einer Diskussion, wo man noch nicht genau wisse, wie der Wirkstoff im Detail wirke, sagte Europastaatsminister Michael Roth am Montag am Rande einer Videokonferenz mit EU-Kollegen. Als Beispiel nannte der SPD-Politiker die noch offene Frage, ob der Impfstoff nur Geimpfte schützt oder auch dafür sorgt, dass andere Menschen durch Geimpfte nicht mehr infiziert werden können.

Es sei konsequent, wenn das gemeinsame Vorgehen der EU bei der Pandemiebekämpfung auch in einer gemeinsamen Impf-Zertifizierung münde, erklärte Roth. Derzeit habe man aber noch nicht die Situation erreicht, wo man sich damit im Detail zu beschäftigen habe. Auf Nachfrage schloss Roth nicht aus, dass es in den nächsten Wochen und Monaten noch einmal zu Grenzschließungen wegen der Pandemie kommen könnte. Er machte jedoch deutlich, dass die Bundesregierung nicht zu einer Politik der Abschottung kommen wolle.

Für einen EU-Impfpass und die Aufhebung von EU-Reisebeschränkungen für Geimpfte sprechen sich vor allem Politiker aus EU-Ländern aus, für die der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Dazu gehört zum Beispiel Griechenland. (Quelle: FAZ, 18.01.21)


Schweiz: Hotspot St. Moritz

Im Schweizer Nobelskiort St. Moritz haben die Behörden zwei Luxushotels unter Quarantäne gestellt, nachdem eine hochansteckende Coronavirus-Variante festgestellt wurde. Rund 95 Gäste und 300 Angestellte dürfen die Hotels Badrutt’s Palace Hotel und Grand Hotel des Bains Kempinski vorerst nicht verlassen, nachdem in den beiden Hotels rund ein Dutzend Infektionen festgestellt wurden.

„Zum Schutz der Gesundheit von Bevölkerung und Gästen hat das Gesundheitsamt die beiden Hotels unter Quarantäne gestellt und Coronatests für deren Mitarbeitende und Gäste angeordnet“, erklärte das Gesundheitsamt des Kantons Graubünden. Zudem wurden die Schulen und Skischulen bis geschlossen sowie das verpflichtende Tragen von Schutzmasken angeordnet. (Quelle: FAZ, 18.11.21)


Deutsche Behörden scheitern offenbar erneut: Fehler in „Meldekette“? 

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete heute nur 7.141 Neuinfektionen – das ist der niedrigste Wert seit Ende Oktober. Allerdings gibt es mit den Zahlen laut dem Institut ein Problem.

Einige Bundesländer meldeten nämlich auffällig niedrige Werte. Dies deutet auf Probleme der Behörden in ihren Meldeketten hin. Eine RKI-Sprecherin bestätigte am Vormittag den Fehler. Man prüfe derzeit, was der Grund für die wenigen Meldungen sei.

Rheinland-Pfalz meldete demnach nur ganze zwei Neuinfektionen – ein extrem niedriger Wert. Auch Bayern dokumentierte lediglich rund 270 Fälle, nachdem es vor einer Woche am Montag mehr als 2000 waren. Auch Schleswig-Holstein meldete auffällig niedrige Zahlen.

Abgesehen von diesen Problemen sind die Zahlen an Montagen generell meist kleiner, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12.497 Neuinfektionen und 343 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

„Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht am Sonntagabend. Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. (Quelle: NDR, 18.01.21)


Zivilprozess wegen Ischgl-Infektionen startet

Im Justizstreit um Corona-Ansteckungen im Tiroler Skiort Ischgl ist für April vor einem Wiener Gericht die erste mündliche Verhandlung angesetzt. Das teilte der Vorsitzende des Verbraucherschutzvereins (VSV) Peter Kolba am Montag mit. Bis dahin würden weitere 100 Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich eingereicht, sagte Kolba: „Wir sind für jahrelange Verfahren gerüstet, ob die Marke Ischgl jahrelangen Streit aushält, muss Tirol beurteilen.“

Die Kläger wollen Schadenersatz. Bei der Verhandlung sollen auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie zwei Minister als Zeugen aussagen. Bei dem Verein haben sich nach eigenen Angaben Tausende Menschen gemeldet, viele davon aus Deutschland, die sich Anfang vergangenen Jahres bei Aufenthalten in Ischgl mit dem Coronavirus infiziert haben sollen. Bei der Verhandlung am 9. April vor dem Landgericht für Zivilrechtssachen in Wien geht es laut Kolba um den Fall eines in Ischgl infizierten und dann gestorbenen Österreichers. Der Verein plane zudem, im Frühjahr eine Sammelklage zu organisieren.

Ischgl galt im März 2020 als Corona-Hotspot in Europa. Tausende Infektionen sollen auf den bekannten Tiroler Wintersportort zurückzuführen sein. Eine unabhängige Experten-Kommission hatte zwischenzeitlich festgestellt, dass es im Krisenmanagement zu Fehlern und Fehleinschätzungen gekommen war. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt. Der Staat Österreich hatte in einer Klagebeantwortung jegliches schuldhafte Handeln der Behörden bestritten. (Quelle FAZ., 18.11.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen hoch. Am Montag, 18. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 662 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind 15 weitere Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.644. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen jetzt bei 103,8 Fällen je 100.000 Einwohner. (Quelle NDR, 18.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 18.01.2021, 08:00 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet über das Wochenende vier weitere CoViD-19-Toten. Sie lebten  alle in Papenburg. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich jetzt auf 95 (+4). Papenburg, die nördlichste Stadt im Landkreis, ist weiterhin mit aktuell 147 akut Erkrankten der Hotspot im Landkreis. Zum Vergleich: Das ist mehr als 4 mal mehr als in Lingen (Ems).

Auch sonst steigen die Infektionen weiter.  Durch 125 Neuinfektionen beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 6.075(+125). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.519 Personen (+139) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 465 (-18) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.206 (-94) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 117,4 (= +384 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 94,0 jetzt deutlich niedriger .

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 12 (+2) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 4 (+2) von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 3 (-2)  CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 1 (-1) invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 762 Menschen (+12) erkrankt. 15 (+23) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 33 (-11) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 191 170 2 19
Einheitsgemeinde Emsbüren 144 131 0 13
Samtgemeinde Freren 368 349 15 4
Einheitsgemeinde Geeste 228 216 2 10
Stadt Haren (Ems) 361 354 1 6
Stadt Haselünne 280 270 3 7
Samtgemeinde Herzlake 190 175 4 11
Samtgemeinde Lathen 262 251 0 11
Samtgemeinde Lengerich 126 121 1 4
Stadt Lingen (Ems) 762 715 14 33
Stadt Meppen 666 588 12 66
Samtgemeinde Nordhümmling 218 188 1 29
Stadt Papenburg 852 693 12 147
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 46 37 1 8
Einheitsgemeinde Salzbergen 105 98 3 4
Samtgemeinde Sögel 435 402 0 33
Samtgemeinde Spelle 314 275 13 26
Einheitsgemeinde Twist 140 135 2 3
Samtgemeinde Werlte 387 347 9 31
 Gesamt* 6075 (+125) 5515 (+139) 95 (+4)  
 

Aktuelle Covid-19-Fälle

 

465

 


Deutschland-Zahlen – mehr oder weniger

Das RKI meldet 7141 Neuinfektionen – das ist der niedrigste Wert seit Ende Oktober. Allerdings gibt es mit den Zahlen offensichtlich ein Problem: Für Rheinland-Pfalz werden nur zwei Neuinfektionen angegeben.

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 7141 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Das ist laut RKI der niedrigste Wert an Neuinfektionen seit dem 20. Oktober. Außerdem wurden 214 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Morgen bekanntgab. Seit dem 14. Dezember war der Wert nicht mehr so niedrig.

Rheinland-Pfalz meldete allerdings nur zwei Neuinfektionen. Dies deutet auf ein Problem in der Meldekette hin. So übermittelte beispielsweise Schleswig-Holstein, das etwa eine Million Einwohner weniger hat, dem RKI 215 Fälle.

An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12.497 Neuinfektionen und 343 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

„Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht am Sonntagabend. Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bei 134,4. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind weiter enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 274,2 und Sachsen mit 244,9. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 86,6.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 0,93 (Vortag: 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. (Quelle RKI/Tagesschau, 18.11.21)


Debatten vor der Konferenz am Dienstag

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kritisiert, dass etliche Bundesländer die gemeinsamen Maßnahmen nicht konsequent umgesetzt haben. Die Hälfte der Länder mache nach den Bund-Länder-Runden wieder etwas anderes, sagt der CSU-Chef in der ARD-Sendung „Anne Will“.

Bayern führe am Montag eine Testpflicht für Berufspendler an den Grenzen ein. Nötig sei zudem, das Tempo des Impfens und der Gensequenzierung zu beschleunigen, um Virus-Mutationen zu erkennen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hält einen Bund-Länder-Beschluss zur Einführung von FFP2-Schutzmasken im Öffentlichen Nahverkehr für denkbar. Das sagte der CDU-Vize ebenfalls bei Anne Will. Bundesregierung und Ministerpräsidenten würden am Montag zunächst mit Experten über die Gefahr der Virus-Mutationen sprechen. Danach würden Länder und Bund unter sich beraten. Am Ende seien die Länder verantwortlich, machbare Maßnahmen umzusetzen.

Nach Ansicht von SPD-Chefin Saskia Esken müssen die Lockdown-Maßnahmen „auf jeden Fall verlängert“ werden. Zudem muss die Durchsetzung der beschlossenen Maßnahmen besser kontrolliert werden. In Unternehmen werde man „über den Appell hinaus Homeoffice anordnen müssen“, fügt sie hinzu. (Quelle: FAZ, ARD, 17.01.21)


Brasilien: Notfallzulassungen für Sinovac und Astra-Zeneca

Brasilien erteilt Sinovac und Astra-Zeneca Notfallzulassung: Die Nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung in Brasilien, Anvisa, hat den Corona-Impfstoffen von Sinovac und Astra-Zeneca jeweils eine Notfallzulassung erteilt. Fünf Direktoren stimmten in einer live übertragenen, fünf Stunden dauernden Sitzung am Sonntag geschlossen dafür.

Von dem Impfstoff Coronavac des chinesischen Unternehmens Sinovac, mit dem die Regierung des Bundesstaates São Paulo ein Abkommen hat, sind sechs Millionen Dosen verfügbar. Ein Versuch der brasilianischen Regierung, zwei Millionen Dosen des Impfstoffs von Astra-Zeneca aus Indien zu holen, war am Freitag zunächst gescheitert.

Brasilien, ein Staat mit 210 Millionen Einwohnern, ist eines der am härtesten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas rund 8,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 209.000 Patienten sind im Zusammenhang mit CoViD-19 gestorben. Wegen der enormen Zunahme von Krankenhausaufenthalten im Zusammenhang mit CoViD-19 war zuletzt das Gesundheitssystem in der Amazonas-Metropole Manaus zusammengebrochen. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


Krawalle in Amsterdam

Die niederländische Polizei hat am Sonntag in Amsterdam eine Demonstration gegen die Regierung aufgelöst und dabei auch Wasserwerfer, Hunde und Schlagstöcke eingesetzt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP und des Senders NOS hatten sich trotz eines Verbots mehrere Hundert Menschen vor dem Reichsmuseum im Stadzentrum versammelt, unter dem Motto „Nie mehr für das Kabinett Rutte stimmen“ sowie „Niederlande im Widerstand“. Auf einem Spruchband stand „Covid-Impfung = Gift“, auf einem anderen „Trump“. Nur wenige Demonstranten trugen Corona-Schutzmasken; der geforderte Mindestabstand von 1,5 Meter wurde meist ignoriert.

Für Unmut sorgen in den Niederlanden neben der Beihilfe-Affäre die wegen der Corona-Pandemie verlängerten Lockdown-Maßnahmen. Am Sonntag lehnte die geschäftsführende Regierung nach einer Beratung die zunächst erwogene Wiedereröffnung von Schulen und Kitas zum 25. Januar ab. Es bleibe dabei, dass der im Dezember verschärfte Lockdown bis zum 9. Februar aufrechterhalten werde, teilte das Kabinett unter Hinweis auf Empfehlungen von Experten mit. Auch Gaststätten und Geschäfte sind geschlossen. Persönliche Kontakte außerhalb des eigenen Haushaltes sind auf zwei Personen am Tag begrenzt. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


Bund und Länder planen Ausgangssperre

Bund und Länder wollen laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins „Business Insider“ zur Vermeidung einer Ausbreitung mutierter Coronaviren bundesweit eine nächtliche Ausgangssperre einführen. Offen sei lediglich noch, von wann bis wann eine solche Ausgangssperre gelten und ob sie erst ab einer bestimmten Inzidenz in Kraft treten solle, berichtete das Magazin am Sonntag unter Berufung auf Angaben aus Regierungskreisen. Grundsätzlich hätten die Länder der Maßnahme zugestimmt. Zudem sei eine Vorgabe im Gespräch, wonach beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr nur noch die qualitativ hochwertigeren FFP2-Masken getragen werden dürfen, gegebenenfalls aber auch die einfacheren OP-Masken.

Für Betriebe und Verwaltungen solle es „eine Art Home-Office-Pflicht light“ geben, hieß es in dem Bericht weiter. Demnach soll, wo dies möglich ist, Homeoffice angeboten werden müssen. Vom Tisch sei eine zwischenzeitlich diskutierte Reduzierung des Bus- und Bahnverkehrs. Schulen und Kitas sollen dem Bericht zufolge vorerst weitgehend geschlossen bleiben. Diskutiert wird außerdem über eine Einengung des teils bestehenden 15-Kilometer-Ausgangsradius in Corona-Hochburgen.

Der neue CDU-Chef und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sagte im ZDF, er gehe davon aus, „dass wir noch einmal zu Verschärfungen kommen“. Man müsse erörtern: „Wo können wir welche Wirkung erzielen?“ Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) sagte der „Rheinischen Post“: „Wir können uns nicht leisten, dass sich die Pandemie bis in den Sommer hineinzieht.“ SPD-Fraktionsvize Katja Mast forderte: „Alle die können, müssen wo immer möglich, ins Homeoffice. Als Akt der Solidarität für die, die es nicht können.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Dienstag abermals mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


Bundeselternvertretung gegen weitere Belastungen für Kita-Eltern

Die Bundeselternvertretung für Kitas (Bevki) hat sich zwei Tage vor den neuerlichen Bund-Länder-Beratungen zu den Corona-Maßnahmen gegen weitere Belastungen gewandt. „Für Familien mit Kindern ist jetzt eindeutig die Grenze der Belastbarkeit erreicht“, erklärte Bundeselternsprecher Axel Briege. „Weitergehende Maßnahmen zur Pandemieeindämmung müssen nun von anderen, stärkeren Partnern mitgeschultert werden.“

Die Elternvertretung unterbreitete ihre Forderungen in einem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Abgeordneten des Bundestages. Sie verlangte darin eine bessere Unterstützung der arbeitnehmenden Elternteile durch zusätzliche, vom Bund finanzierte Urlaubstage, die Neuauflage des Corona-Kinderbonus in Höhe von 1000 Euro pro Kind und Monat und die verbindliche Festlegung auch für Unternehmen, dass die Betreuung von Kindern nicht zeitgleich mit dem Home Office zu vereinbaren sei. (Quelle: Tagesschau, 17.01.21)


Hamburg: Linke demonstrieren gegen Corona-Politik und -Leugner

Hunderte Linke sind in Hamburg gegen die Corona-Politik und gegen Corona-Leugner auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei zogen am Vormittag bis zu 825 Demonstranten – coronabedingt aufgeteilt in Blöcke – vom linksautonomen Zentrum Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel in Richtung Innenstadt. Außer dem Zünden von Pyrotechnik sei alles friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher.

„Wir werden nicht zulassen, dass die Corona-Krise auf dem Rücken jener abgewälzt wird, die im Kapitalismus eh schon die Zeche zahlen: Frauen, Migranten, Arbeiter“, sagte die Rotfloristin Svenja Lorelai. Vielmehr sollten reiche Menschen für die Krise zahlen. Auch ein weltweit freier Zugang zu Medizin und weniger Rücksicht auf Profit standen im Fokus der Demo. Auf Transparenten war etwa zu lesen „Solidarität statt Querdenken“, „Mietbefreiung für alle Corona-Geschädigten“ oder „Impfstoff für alle – Sonst gibt`s Krawalle. Pharmakonzerne enteignen“. Die meisten Teilnehmer trugen Mund-Nase-Schutz.

Am Mittag versammelten sich auch Anhänger der „Querdenken“-Bewegung in der Hafencity zu einem „Schweigemarsch“. Den laut Polizei knapp 120 Teilnehmern standen 170 linke Gegendemonstranten lautstark gegenüber, getrennt von einem starken Polizeiaufgebot. Auch diese Versammlungen seien ohne größere Zwischenfälle beendet worden, sagte der Sprecher. Nur vereinzelt habe man Teilnehmer auffordern müssen, Maske zu tragen.

(Quelle: Tagesschau, 17.01.21)


Experten: Lockdown „noch mindestens mehrere Wochen“

Ein Stück weit sind die Corona-Zahlen seit Weihnachten schon gesunken, doch nach Experteneinschätzung wird der Lockdown noch mindestens mehrere Wochen nötig sein. Entscheidend für seine Dauer sind nach Ansicht des Bremer Professors Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie eine Trendwende mit deutlich sinkenden Corona-Zahlen, gleichzeitig intensives Testen und besonders die breite Akzeptanz sowie erfolgreiche Durchführung der Impfung, wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte. „Da gerade der letzte Teil noch dauert nach den letzten Nachrichten, gehe ich von mindestens weiteren sechs bis acht Wochen aus.“ Falls eine Trendwende vorher gelinge, könnte auch vorher schon etwas geändert werden – „aber immer mit vorsichtigen und gut monitorierten Lockerungen.“ (Quelle: ARD, 17.01.21)


Viele Gesundheitsämter ohne neue Software

Bund und Länder sind laut einem Medienbericht mit ihrem Vorhaben gescheitert, bis Anfang 2021 90 Prozent der rund 380 Gesundheitsämter mit moderner Software auszurüsten. Die dafür vorgesehene Software Sormas sei zum Jahreswechsel erst in 111 der Behörden betriebsbereit gewesen, hieß es in den Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Angaben des Bundesgesundheitsministeriums. Der Anteil betrug demnach nicht einmal 30 Prozent.

Die neue Software soll das Nachverfolgen von Corona-Infizierten deutlich vereinfachen, ebenso das Dokumentieren von Symptomen sowie den Datenaustausch mit anderen zuständigen Behörden. Bislang arbeiten die Ämter vielerorts noch mit Excel-Listen und mit Software, die die Weitergabe von Daten über Landkreisgrenzen hinweg nicht erlaubt. Das Nachverfolgen von Infektionsketten wird dadurch erschwert. Auch weichen beispielsweise Meldedaten über Infektionszahlen in den Landkreisen auf Landes- und Bundesebene häufig erheblich voneinander ab.

Das Bundesgesundheitsministerium verwies gegenüber den Funke-Medien darauf, dass die „Verantwortung für die Ausstattung der Gesundheitsämter und damit die Entscheidung über die Verwendung digitaler Hilfsmittel bei den Ländern und den Gesundheitsämtern selbst“ liege. Die Bundesregierung könne in diesem Zusammenhang nur unterstützend agieren. (Quelle: Tagesschau, 17.01.21)


Keine Grünen-Unterstützung für Bundestags-Sondersitzung

Die FDP bekommt für ihre Forderung nach eine Sondersitzung des Bundestags vor den nächsten Corona-Beratungen von Bund und Ländern keine Unterstützung von den Grünen. „Wir halten Sondersitzungen der Ausschüsse für Gesundheit und Wirtschaft zeitnah in der jetzt kommenden Woche für dringend geboten“, sagte die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Britta Haßelmann, der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. „Der Bundestag muss sich zu Beginn der nächsten Sitzungswoche im Plenum in öffentlicher Aussprache mit dem Thema befassen und Erwartungen, Empfehlungen und Schlussfolgerungen diskutieren.“

„So wäre die kurzfristige und zeitnahe Information und Aussprache von Abgeordneten ermöglicht, ohne dass der Bundestag kurzfristig zusätzlich für zwei Stunden in Berlin zusammenkommt.“ Die Sondersitzungen der Ausschüsse habe ihre Fraktion bereits Ende der vergangenen Woche beantragt, sagte Haßelmann weiter. Sie appelliere an Union und SPD sich diesem Vorschlag anzuschließen.

Die FDP-Fraktion will dagegen den Bundestag schon am Dienstag zu einer Sondersitzung einberufen lassen. Da dies mindestens ein Drittel der Abgeordneten beantragen müsste, braucht sie Unterstützung von anderen Fraktionen. FDP-Fraktionschef Christian Lindner und der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann schrieben an CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke, etwaige geplante zusätzliche Grundrechtseinschränkungen müssten vorab im Bundestag Gegenstand der öffentlichen Debatte sein. „Es muss im Parlament dargelegt werden, auf welcher Datengrundlage Verschärfungen stattfinden sollen, wie deren Wirksamkeit ist und welche Alternativen erwogen werden können.“

(Quelle: Tagesschau, 17.01.21)


Belgien: Mehrere Menschen mit mutierter Variante infiziert

In einem Altenheim Belgien sind zahlreiche Bewohner mit dem zuerst in England entdeckten mutierten Coronavirus infiziert worden. In dem Heim „De Groene Verte“ in Merkem im Westen Flanderns seien 75 Menschen – zwei Drittel aller Bewohner – positiv auf den neuen Virustyp getestet worden, meldete die Nachrichtenagentur Belga. Alle gesellschaftlichen Aktivitäten in der Gemeinde seien nun untersagt. Nur Schulen, Kitas und medizinische Dienste blieben geöffnet. „Der Ursprung des Ausbruchs ist noch unbekannt, aber wir sind jetzt bei der Kontaktnachverfolgung“, sagte Bürgermeister Joris Hindryckx nach Angaben von Belga.

Nach wochenlangem Rückgang sind die täglichen Corona-Fallzahlen in Belgien zuletzt wieder deutlich gestiegen. (Quelle: Tagesschau, 17.01.21)


Verdi: Arbeitgeber bei FFP2-Masken in der Pflicht

Die Gewerkschaft Verdi sieht bei möglichen weiteren Vorgaben zum Tragen von FFP2-Masken etwa in Geschäften oder Bussen und Bahnen auch die Arbeitgeber in der Pflicht. „In jedem Fall müssen die Unternehmen ihren Beschäftigten FFP-2-Masken kostenfrei und in ausreichender Stückzahl zur Verfügung stellen“, sagte Verdi-Chef Frank Werneke am Sonntag. Arbeitnehmern müsse es zudem möglich sein, zusätzliche bezahlte Kurzpausen einzulegen, um die Maske absetzen und durchatmen zu können.

Kontrollen einer Maskenpflicht dürften auch nicht den Beschäftigten aufgebürdet werden, verlangte Werneke – damit müsse Wach- und Sicherheitspersonal betraut werden. Alle Menschen müssten auch Zugang zu Masken erhalten können. „Es muss sichergestellt sein, dass FFP-2-Masken rechtzeitig in ausreichender Zahl und für Bezieher niedriger Einkommen auch kostenlos zur Verfügung stehen.“

Ab diesem Montag sollen in Bayern im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen FFP2-Masken Pflicht werden. Mit Blick auf mögliche weitere Verschärfungen von Corona-Beschränkungen wird darüber auch bundesweit diskutiert. Auch die Deutsche Bahn prüft laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ die Einführung einer FFP2-Maskenpflicht in ihren Regional- und Fernzügen.

Mund-Nasen-Bedeckungen sind in Verkehrsmitteln und Geschäften seit Monaten Pflicht – es können aber Masken aller Art sein. FFP2-Masken bieten mehr Schutz für Träger als andere Masken. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


Lauterbach geht von Absage der Fußball-EM aus

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem Ausfall der Fußball-Europameisterschaft in diesem Jahr. „Ich glaube, dass die EM komplett abgesagt wird, weil wir im März eine Situation haben werden, die in vielen Ländern Europas schlechter sein wird als heute“, sagte der 57-Jährige bei „t-online“. „Es wird sich alles – leider – von allein ergeben. Wir könnten im März eine Situation erleben, in der kaum jemand überhaupt auf die Idee kommen wird, eine Fußball-EM auszutragen.“

Die Europäische Fußball-Union UEFA plant für die EM, die vom 11. Juni bis 11. Juli stattfinden soll, mit vier verschiedenen Corona-Szenarien für ihre zwölf Spielorte. Diese reichen von Spielen in vollen Stadien bis hin zu einem kompletten Zuschauer-Ausschluss. Am 5. März soll eine verbindliche Regelung getroffen werden, wie viele Zuschauer an den Spielstätten in die einzelnen EM-Stadien dürfen.

„Wir können in Europa nicht davon ausgehen, dass wir bis Mitte des Jahres ausreichend Impfstoff haben werden“, sagte Lauterbach. Es sei „am wahrscheinlichsten“, dass es keine Zuschauer in den Stadien geben werde, sollte das Turnier stattfinden können. (Quelle: TSP, 17.01.21)


FDP will Bundestags-Sondersitzung zu Corona-Beratungen am Dienstag

Die FDP hat die anderen Fraktionen im Bundestag um Unterstützung für eine Sondersitzung am kommenden Dienstag gebeten – vor den neuen Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Pandemie. „Die Bundeskanzlerin sollte nach unserer Staatsauffassung im Parlament über eine veränderte Pandemie-Lage und neue Grundrechtseinschränkungen informieren“, schrieben Fraktionschef Christian Lindner und der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann. Das Schreiben ging an die Fraktionsführungen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken, nicht aber an die der AfD. Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) wurde davon unterrichtet. (Quelle: TSP, 17.01.21)


Japans Regierung dementiert Berichte über Olympia-Absage

Japans Regierung hat Berichte über eine mögliche Absage der Olympischen Spiele in Tokio dementiert. „Wir haben die Veranstaltungsorte und den Zeitplan (für die Spiele) festgelegt, und die beteiligten Personen arbeiten an Vorbereitungen einschließlich der Infektionskontrolle“, erklärte Regierungssprecher Katsunobu Kato am Sonntag laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo.

Damit reagierte er auf Medienberichte über zitierte Äußerungen des Ministers für Verwaltungsreform, Taro Kono, wonach das Schicksal der Spiele „in beide Richtungen gehen könnte“. Es war das erste Mal, dass ein ranghohes Mitglied der Regierung Zweifel andeutete, ob die Sommerspiele in der Corona-Pandemie tatsächlich stattfinden können.

Selbst im innersten Kreis der Organisatoren wuchsen zuletzt Zweifel an einer Austragung. „Ich kann mir nicht sicher sein, weil die Wellen des Virus immer noch wie ein Elefant im Raum stehen“, wurde kürzlich das dienstälteste IOC-Mitglied, der Kanadier Richard Pound, von der BBC zitiert. Wegen der Corona-Pandemie waren die ursprünglich für das vergangene Jahr geplanten Spiele in Tokio auf diesen Sommer (23. Juli bis 8. August) verschoben worden.

Inzwischen verhängte die japanische Regierung jedoch für den Großraum Tokio sowie weitere Präfekturen erneut den Notstand, weil die Zahlen der Corona-Neuinfektionen auf immer neue Höchstwerte gestiegen waren. Gastgeber Japan und das Internationale Olympische Komitee haben jedoch bislang immer bekräftigt, an den Plänen für „sichere und geschützte Spiele“ im Juli und August festhalten zu wollen. (Quelle: TSP, 17.01.21)


Österreich verlängert Lockdown um mindestens zwei Wochen

Österreich verlängert den Corona-Lockdown um weitere zwei Wochen. Bundeskanzler Sebastian Kurz begründete dies am Sonntag in Wien damit, dass Mutationen des Virus nun auch in Österreich angekommen seien. Die Lage habe sich nochmals deutlich verschärft. Ziel sei nun, vom 8. Februar an Handel und Museen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder zu öffnen. Allerdings müssten die täglich gemeldeten Neuinfektionen deutlich sinken, sagte Kurz. So lange blieben Ausgangsbeschränkungen in Kraft und Schulen im Fernunterricht.

Ursprünglich waren Lockerungen zum 25. Januar geplant. Aufgrund der neuen, in Großbritannien entdeckten Virus-Mutation hatten Experten jedoch davor gewarnt, zu früh zu öffnen. Die hoch ansteckende Virus-Variante B.1.1.7 sei ersten Erkenntnissen bereits relativ stark in Österreich verbreitet.

Zudem wird der Sicherheitsabstand, den Menschen in Österreich einhalten sollen, von einem auf zwei Meter ausgedehnt. In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln müssen nun – wie in Bayern – FFP2-Masken getragen werden. Darüber hinaus appellierte die Regierung an Firmen, Beschäftigte möglichst von zu Hause arbeiten zu lassen. (Quelle: TSP, 17.01.21)


Spiel gegen Kap Verde abgesagt: Handballer erreichen WM-Hauptrunde

Nach der Absage des zweiten Vorrundenspiels gegen Kap Verde stehen Deutschlands Handballer bei der Weltmeisterschaft vorzeitig in der Hauptrunde. Wegen weiterer Corona-Fälle im Team der Afrikaner fällt die für diesen Sonntag (18.00 Uhr) in Gizeh geplante Partie aus und wird mit 10:0 für die DHB-Auswahl gewertet, teilte der Weltverband IHF mit. Damit hat die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason nach dem klaren Auftaktsieg gegen Uruguay (43:14) bereits die zweite Turnierphase erreicht.

Nachdem am Samstag zwei weitere Spieler von Kap Verde positiv getestet worden waren, standen dem WM-Neuling nur noch neun spielberechtigte Akteure zur Verfügung. Damit wurden die IHF-Regularien für die WM in Ägypten nicht mehr erfüllt. Diese schreiben vor, dass jede Mannschaft mindestens zehn Spieler inklusive eines Torhüters aufbieten muss.

Obwohl bereits vor dem Turnier etliche Corona-Fälle bei den Afrikanern aufgetreten waren, hatten sie die Reise nach Ägypten angetreten. Kurz nach der Ankunft in Kairo am vergangenen Donnerstag wurden weitere vier Spieler positiv auf Covid-19 getestet, die sich in Quarantäne begeben mussten. Trotzdem trat Kap Verde am Freitagabend zum Gruppenspiel gegen Ungarn (27:34) an.

Ob sich dabei möglicherweise auch gegnerische Spieler angesteckt haben, ist unklar. Ungarn ist an diesem Dienstag (20.30 Uhr/ZDF) letzter Vorrundengegner der DHB-Auswahl. In der Partie geht es um den Gruppensieg und wichtige Punkte für die Hauptrunde. (Quelle: TSP, 17.01.21)


Bayer prüft Einstieg in Impfstoffproduktion

Der Pharmakonzern Bayer erwägt, in die Produktion von Corona-Impfstoffen einzusteigen. „Wir diskutieren mit Curevac und auch mit der Politik und den Behörden, was gemacht werden kann“, sagte Bayer-Chef Werner Baumann der „Welt am Sonntag“. „Mit unserem Produktionsnetzwerk in Deutschland und den USA sowie dem entsprechenden zeitlichen Vorlauf wären wir grundsätzlich in der Lage, Impfstoff in größeren Mengen zu produzieren. Dies prüfen wir gerade unter Hochdruck.“ Dabei gehe es in erster Linie nicht um finanzielle Überlegungen, sondern darum, den Impfstoff so schnell wie möglich verfügbar zu machen.

Anfang des Monats hatten Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac einen Kooperations- und Servicevertrag geschlossen. Curevac sitzt schon seit längerem an der Entwicklung des Corona-Impfstoffs CVnCoV, für den Mitte Dezember die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie begann. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac gegen Ende März. Für den Fall einer Zulassung hat sich die EU-Kommission für die EU-Staaten 405 Millionen Dosen gesichert. Bayer soll nun bei Zulassungsarbeiten die dafür nötige Studie mitmachen und zudem die Lieferketten im Blick haben. Dass der Konzern auch die Produktion übernimmt, ist im Vertrag nicht enthalten. Zudem bleibt Curevac der Inhaber einer Marktzulassung. Bayer hätte aber die Option, Inhaber der Zulassung in bestimmten Märkten außerhalb Europas zu werden. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


USA-Zahlen

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den Vereinigten Staaten ist binnen 24 Stunden um mindestens 203.611 auf 23,58 Millionen gestiegen. Das geht aus einer Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten hervor.

Mindestens 3.395 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich damit auf 395.548. Die Vereinigten Staaten weisen weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.
(Quelle: FAZ, 17.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen hoch. Am Sonntag, 17. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.250 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind 11 weitere Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.629. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen jetzt bei 99,8 Fällen je 100.000 Einwohner.

Das Emsland hat 41 Neuinfektionen nach Hannover gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nach Angaben des NLGA von Sonntagmorgen 117,4, liegt also ber dem Landesdurchschnitt; in den letzten sieben Tagen haben sich 384 Emsländerinnen und Emsländer neu am Coronavirus infiziert.
(Quelle: NDR, Niedersachsen.de; 17.01.21)


Grafschaft Bentheim: Inzidenzwert sinkt auf unter 100

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts sinkt in der Grafschaft am Sonntag von 115,9 auf 94. Die Kreisverwaltung verzeichnet dennoch 26 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Laut dem Grafschafter Corona-Dashboard liegt die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie damit bei 2993. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt bei 69. Als genesen gelten 2618 Grafschafter, in Quarantäne befinden sich 459 Menschen. Aktuell gibt es 306 Infizierte im Landkreis.
Die Fälle verteilen sich wie folgt (in Klammern die Veränderung zum Vortag: Bad Bentheim: 11 (0), Emlichheim: 29 (0), Uelsen: 20 (0), Neuenhaus: 29 (+2), Wietmarschen: 32 (+1), Nordhorn: 122 (+15), Schüttorf: 63 (+3)
(Quelle: GN, 17.01.21)


Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.882 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Sonntag sind allerdings die vom RKI bekannt gegebenen Zahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am Vortag hatte das RKI von 18.678 Neuinfektionen berichtet, am Sonntag vergangener Woche von 16.946.

Insgesamt stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Infektionen auf 2.033.518 (Stand: 17.01., 00.00 Uhr), wie das RKI am Sonntag mitteilte. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Außerdem wurden insgesamt 46.419 Todesfälle verzeichnet. Das sind 445 mehr als am Vortag. Der bisherige Höchststand von 1.244 gemeldeten Todesfällen pro Tag war am Donnerstag erreicht worden. Auch die gemeldeten Todeszahlen sind am Wochenende oft sehr niedrig.  „Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Sonntag, 0.00 Uhr. (Quelle: rki, 17.01.21)


Brasilien-Zahlen

Brasilien verzeichnete am Samstag 61.567 neue Coronavirus-Fälle und 1.050 weitere Todesfälle. Dies war der fünfte Tag in Folge mit mehr als 1.000 Todesfällen, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit.

Das südamerikanische Land hat seit Beginn der Pandemie 8.455.059 Fälle registriert, und die offizielle Zahl der Todesopfer ist nach Angaben des Ministeriums auf 209.296 gestiegen.

Es ist der dritthöchsten Opferzahlen auf der Welt nach den USA und Indien. (Quelle: The Guardian, 17.01.21)


Österreich verlängert Lockdown um zwei Wochen

In Österreich wird der bislang bis 24. Januar angekündigte Lockdown laut Nachrichtenagentur APA um zwei Wochen bis zum 8. Februar verlängert. Danach soll schrittweise wieder geöffnet werden, wobei die Gastronomie, Hotels und Veranstalter hingegen noch bis Ende Februar warten müssen, berichtet die Agentur unter Berufung auf Verhandlerkreise.

Ab 8. Februar sollen der Handel, körpernahe Dienstleistungen und Museen öffnen dürfen, allerdings nur unter verschärften Bedingungen wie dem verpflichtenden Tragen einer FFP2-Maske und strengeren Abstandsregeln. Auch die Schulen sollen dem Bericht zufolge ab dem 8. Februar wieder geöffnet werden. Die Regierung verhandelt seit Freitag mit Landeshauptleuten, Sozialpartnern und Wissenschaftlern über die weitere Vorgehensweise. Das Ergebnis soll am Sonntagvormittag bekanntgegeben werden. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


Deutschland: R-Wert weiterhin bei knapp unter 1

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert liegt in Deutschland derzeit bei 0,95 (Vortag: 0,99). Das geht aus dem aktuellen Bericht des Robert-Koch-Instituts hervor. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. (Quelle: FAZ, 17.01.21)


Härterer Lockdown! Was kommt?

Bund und Länder ziehen angesichts der Corona-Krise Beratungen über das weitere Vorgehen in die kommende Woche vor. An diesem Dienstag ab 14 Uhr sind Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer geplant, wie Regierungssprecher Steffen Seibert gestern in Berlin sagte. Ursprünglich war die nächste Beratung erst für den 25. Januar angesetzt. Hintergrund ist eine Diskussion über mögliche weitere Verschärfungen von Corona-Beschränkungen. Ein bereits verschärfter Lockdown ist vorerst bis zum 31. Januar vorgesehen. Das könnte jetzt an Verschärfungen kommen:

Bewegungsfreiheit: In Deutschland ist diese momentan noch nicht so stark eingeschränkt. Es gibt teilweise nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte kürzlich „drastische Ausgangssperren“ ins Gespräch gebracht, für den Fall dass die Lage „richtig aus dem Ruder läuft“.

Ein-Fester-Freund-Regel: Bei der letzten Videoschalte vereinbarten Merkel und die Länderchefs, dass man sich nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts treffen darf. Nun prüft das Kanzleramt angeblich eine weitere Verschärfung. Medien berichten, dass die eine haushaltsfremde Person, die man noch treffen darf, nun nicht mehr wechseln könnn soll. Aus der „Ein-Freund-Regel“ könnte eine „Ein-Fester-Freund-Regel“ werden, schreibt das Magazin. Auch hier würde aber wie immer gelten: Wie es dann wirklich ist, wird in der jeweiligen Corona-Verordnung der Länder festgeschrieben, die selbst zuständig für die Regelungen sind. Und da gibt es immer wieder Unterschiede.

FFP2-Maskenpflicht: Eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Bussen, Bahnen und Geschäften gilt schon seit Monaten – aber egal, ob es Alltagsmasken aus Stoff sind, Profimasken für Mediziner, Schals oder Tücher. Bayern ist jetzt vorgeprescht, FFP2-Masken zum Standard zu machen. Vielleicht ziehen andere Länder nach. FFP2-Masken filtern Partikel wirksamer aus ein- und ausgeatmeter Atemluft, bieten aber auch keinen 100-prozentigen Schutz. Anders als zu Beginn der Pandemie sind Masken nicht mehr knapp. Aber kann sie sich jeder leisten, auch ohne sie zu lange zu tragen? Für rund 27 Millionen Menschen aus Corona-Risikogruppen finanziert der Bund schon bis zu 15 FFP-2-Masken für den Winter – Kosten: 2,5 Milliarden Euro.

ÖPNV: In vielen Bussen, Bahnen und Straßenbahnen ist es inzwischen leerer. Die Politik dringt darauf, dass noch mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten, alle können es aber nicht. Die Krankenschwester, Altenpfleger oder die Verkäuferin müssten zur Arbeit kommen, heißt es beim Bahn-Lobbyverband Allianz pro Schiene. Stellschrauben könnten etwa noch entzerrte Stoßzeiten sein. Zusätzliche Fahrzeuge – zumal für wenige Kunden – ließen sich kaum auf die Schnelle organisieren. Um ein Einstellen des Nahverkehrs gehe es aber nicht, stellte die Bundesregierung klar. In Fernzügen sollen Reservierungen gezielter möglich sein, eine Reservierungspflicht gibt es aber weiterhin nicht.

Kitas, Schulen, Abschlussklassen: Bisher gilt nicht überall, dass Schulen und Kitas komplett geschlossen sind. In mehreren Bundesländern sind die Einrichtungen grundsätzlich auf, aber die Anwesenheitspflicht ist aufgehoben, und Eltern werden gebeten, ihre Kinder zu Hause zu lassen. Wem das nicht möglich ist, der kann zumindest kleine Kinder zur Betreuung in Grundschule und Kita schicken. Vielleicht werden die Regeln hier noch einmal verschärft.

Home Office: Für viele Beschäftigte ist das seit Monaten Realität. Doch nach übereinstimmender Auffassung steckt hier aber noch viel Potenzial. Die Bundesregierung betont, dass beim ersten Lockdown im Frühjahr der Homeoffice-Anteil höher als jetzt gewesen sei. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appellierte am Freitag an Unternehmen, Personalverantwortliche und Führungskräfte: „Ermöglichen Sie das Arbeiten von zu Hause aus.“ Sein Rat an die Beschäftigten: „Gehen Sie nicht ins Büro, wenn Sie nicht zwingend müssen.“ Zuletzt waren auch Rufe nach einer Homeoffice-Pflicht laut geworden.

Regierungssprecher Seibert sagte, die Zahl der Neuinfektionen sei weiterhin viel zu hoch. Dazu komme das neue Risiko einer Virus-Mutation, die in Irland und Großbritannien zu einem extremem Anstieg der Fälle geführt habe. Nötig sei, noch mehr zu tun, um Kontakte zu reduzieren. Dazu gehöre unter anderem eine stärkere Nutzung von Homeoffice.
(Quelle: NOZ, 16.07.21)


Frankreich-Zahlen

In Frankreich ist die Zahl der infolge des Coronavirus gestorbenen Menschen auf mehr als 70.000 gestiegen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde stieg die Zahl der Toten binnen 24 Stunden um 196 auf 70.142. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden liegt mit 21.406 knapp über dem Wert vom Freitag. Dem Gesundheitsministerium zufolge wurden 413.046 Menschen geimpft. (Quelle: ARD, 16.01.21)


Dritthöchste Todeszahl in Großbritannien

In Großbritannien melden die Behörden die dritthöchste Todeszahl an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Das Gesundheitsministerium gibt 1295 Todesfälle bekannt nach 1280 am Freitag. Die Zahl der Todesopfer steigt damit auf insgesamt 88.590. Die Zahl der positiven Tests beträgt 41.346 nach 55.761 am Freitag. Bislang wurden in Großbritannien rund 3,6 Millionen Impfungen verabreicht.


Portugal: Finanzminister positiv getestet

Portugals Finanzminister Joao Leao ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gibt sein Büro bekannt. Einen Tag zuvor habe er noch an einem Treffen in Lissabon mit hochrangigen EU-Vertretern wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilgenommen. Portugal hat in diesem Halbjahr die EU-Ratspräsidentschaft. Der 46-jährige Minister zeige keine Symptome. Er werde seine Arbeit zuhause in Selbstisolierung fortsetzen.(Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Italien streicht Flüge aus Brasilien

Italien streicht wegen einer neuen Corona-Variante Brasilien-Flüge. Alle, die in den letzten 14 Tagen auf Durchreise in Brasilien waren, dürften nicht mehr nach Italien einreisen, teilt Gesundheitsminister Roberto Speranza mit. Aus Brasilien ankommende Personen müssten sich testen lassen.
Nach Angaben seines Ministeriums gibt es 16.310 Neuinfektionen und weitere 475 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Insgesamt sind in Italien 81.800 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Das ist die zweithöchste Rate in Europa und die sechshöchste weltweit. Die Gesamtzahl der Infektionen beträgt 2,369 Millionen.
(Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Mehr als 10.000 Neuinfektionen in Portugal

In Portugal steigen die Infektions- und Todeszahlen so stark wie noch nie seit Beginn der Epidemie. Das Land meldet 10.947 neue Fälle und weitere 166 Tote. Damit steigen die gesamten Infektionen auf 539.416 bei einer Bevölkerung von etwas über zehn Millionen. 8709 Menschen starben an oder mit dem Virus.
Die 14-Tage-Inzidenz in Portugal beträgt 901 und ist damit fast doppelt so hoch wie im benachbarten Spanien, wie aus Daten des Europäischen Seuchenzentrums hervorgeht. Die Krankenhäuser des Landes stoßen an ihre Grenzen. In Portugal gibt es den Gesundheitsbehörden zufolge 672 Intensivbetten für Covid-Patienten. Davon seien 638 belegt. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Tausende protestieren in Wien gegen Maßnahmen

Rund 10.000 Menschen haben in Wien gegen die Corona-Maßnahmen der österreichischen Regierung protestiert. Die Demonstranten beklagten die derzeitigen Einschränkungen und forderten den Rücktritt der Regierung von Kanzler Sebastian Kurz, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Die meisten Teilnehmer der Kundgebung, unter ihnen der frühere Vizekanzler Heinz-Christian Strache, trugen keinen Mund-Nasen-Schutz und missachteten die Abstandsregeln. Einem Bericht des „Kurier“ zufolge handelt es sich bei den Aktivisten um „eine Mischung aus Corona-Leugnern, besorgten Bürgern und ehemaligen Staatsverweigerern und Rechtsextremen“. Der österreichische Verfassungsschutz sehe „staatsgefährdendes Potential“ bei den Demonstranten.
An einer von linken Gruppen organisierten Gegendemonstration beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 500 Menschen. In Österreich gilt noch bis zum 24. Januar ein harter Lockdown. Bislang starben nach Angaben der Behörden landesweit rund 7000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Überblick am Abend

  • Indien hat eines der weltweit größten Covid-19-Impfprogramme gestartet. Mehr als 1,3 Milliarden Menschen sollen immunisiert werden. Die erste Dosis wurde einem Gesundheitspersonal am All India Institute of Medical Sciences in der Hauptstadt Neu-Delhi verabreicht.
  • Selbstmorde nahmen in Japan in der zweiten Welle der Covid-Pandemie zu, insbesondere bei Frauen und Kindern, obwohl sie in der ersten Welle gefallen waren. Dies ergab eine Umfrage. Laut einer Studie von Forschern der Hong Kong University und des Tokyo Metropolitan Institute of Gerontology stieg die Selbstmordrate von Juli bis Oktober gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16%.
  • In Großbritannien will Oppositionsführer Keir Starmer weitere Covid-Einschränkungen ​​unterstützen. Er sagte: „Je strenger die Beschränkungen, desto schneller bekommen wir das Virus wieder unter Kontrolle.“ Nach einer Rede vor der Fabian Society beantwortete der Labour-Chef Fragen und sagte, er sei „immer noch besorgt“ über die Anzahl der Infektionen, obwohl Anzeichen dafür vorliegen, dass sie fallen.
  • Eine weitere Coronavirus-Mutation dürfte sich trotz der Verhängung eines Reiseverbots aus den betroffenen Ländern bereits in Großbritannien befinden. Prof. John Edmunds, wissenschaftlicher Berater der Regierung, sagte, er würde es ungewöhnlich finden, wenn die zweite von zwei neuen Varianten aus Brasilien nicht bereits vorhanden wäre, obwohl sie noch nicht entdeckt worden sei.
  • Fast drei Viertel der Schwarzen in Großbritannien gaben nach einer Umfrage an, dass sie einer Covid-19-Impfung eher nicht zustimmen werden. Frauen, jüngere Menschen und Personen mit niedrigerem Bildungsniveau waren weniger zur Impfung bereit, aber besonders hoch ist die Zurückhaltung bei Menschen aus schwarzen Gruppen: 72% gaben an, dass es unwahrscheinlich oder sehr unwahrscheinlich sei, dass sie sich impfen lassen.
  • Nach Angaben der Arzneimittelbehörde in Norwegen könnten unerwünschte Reaktionen auf den Pfizer / BioNTech-Impfstoff zum Tod einiger gebrechlicher und älterer Patienten i beigetragen haben. In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung gab die norwegische Arzneimittelbehörde an, 23 Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung verzeichnet zu haben.
  • Ab heute dürfen Menschen in Schottland ihre Häuser nur zu wesentlichen Zwecken verlassen oder außerhalb ihrer Häuser bleiben, da verschärfte Sperrbeschränkungen in Kraft treten. Premerministerin Nicola Sturgeon bestätigte, dass die Polizei einschreiten kann, wenn Menschen etwas tun, das nach dem Verlassen des Hauses als „nicht wesentlich“ angesehen wird.
  • 24 Tennisspieler, die zu den Australian Open nach Melbourne kommen, müssen nach zwei Covid-19-Fällen, die auf einem Charterflug mit Tennisspielern und -personal entdeckt wurden, 14 Tage in Quarantäne. Der erste Tag des Grand Slam Turniers ist 23 Tage entfernt  – der 8. Februar, 23 Tage entfernt. Die beiden positiv getesteten Personen sind keine Spieler. (Quelle: The Guardian, 16.01.21)

Italien: Restaurants und Bars wieder geschlossen

Erst geschlossen, dann wieder auf, dann wieder geschlossen: Im Hin und Her der Corona-Beschränkungen müssen ab Sonntag Tausende Wirte in Italien ihre Bars, Restaurants und Pizzerien für Gäste wieder zumachen. Rund 70 Prozent der gastronomischen Betriebe seien landesweit davon betroffen, teilte der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti mit. Essen darf dann in 15 der 20 Regionen und Autonomen Provinzen nur noch zum Mitnehmen verkauft werden.

Vor dem Jahreswechsel galten wegen der Feiertage in Italien strenge Corona-Regeln, um etwa Feiern mit vielen Menschen zu verhindern. Im Restaurant essen gehen war nicht möglich. Im neuen Jahr lockerte die Regierung die Beschränkungen in vielen Regionen wieder für kurze Zeit, so dass man seine Pizza oder den Aperitif in den Bars und Gaststätten zu sich nehmen konnte.

Zuletzt machte sich jedoch die Angst vor einer dritten Corona-Welle breit und die Regierung zog die Zügel wieder straff. Der Verband Coldiretti klagte, die Einschränkungen träfen die gesamte Agrar- und Nahrungsmittelbranche. Langfristige Subventionen seien nötig, um die Wirtschaft und die Arbeitsplätze zu retten. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Laschet: Schulen können nicht Monate geschlossen bleiben

Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet mahnt zu einer sorgsamen Abwägung in der Frage, wie lange Schulen noch geschlossen sein müssen. Ziel müsse sein, wieder zu guter Bildung zu kommen, sagt Laschet in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“. „Das darf man nicht über Monate aussetzen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder werden sich Laschet zufolge am Montagabend erneut mit Wissenschaftlern über die Pandemie beraten. Am Dienstag wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen entscheiden.

(Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Tests auch in Apotheken und Zahnarztpraxen möglich

Corona-Tests sind ab sofort grundsätzlich auch in Apotheken und in Zahnarztpraxen möglich. Eine entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums trat heute in Kraft. Voraussetzung ist allerdings jeweils ein Auftrag durch die Gesundheitsbehörden. Zugleich wurde die Anzahl der Tests für ambulante Pflegedienste, insbesondere solche der ambulanten Intensivpflege sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe, auf 20 Tests pro Betreuten und Monat erhöht. Künftig können auch Tests in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe erfolgen.

„Der Kreis der beauftragungsfähigen Personen und Einrichtungen wird konkretisiert, um die für die Stellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes erforderliche Rechtssicherheit zu schaffen“, teilte das Ministerium dazu mit. Neben medizinischen Laboren sowie Ärztinnen und Ärzten würden auch Zahnärztinnen und Zahnärzte für Testungen an möglicherweise infizierten Menschen sowie deren Kontaktpersonen zugelassen. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Pakistan erteilt AstraZeneca Notfallzulassung

Im Kampf gegen die Pandemie hat Pakistan dem Impfstoff von AstraZeneca eine Notfallzulassung erteilt. Dies bestätigte Gesundheitsminister Faisal Sultan in Islamabad. Er gab indes keine Details über die Menge, den Zeitrahmen und die Umstände der Beschaffung bekannt. Mitarbeiter im Gesundheitswesen, ältere Bürger und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herzkrankheiten sollen als erste die Impfung gratis bekommen.

Pakistan hofft außerdem darauf, Gratisdosen von Covid-19-Impfstoffen über Gavi zu erhalten, die Impfinitiative der Weltgesundheitsorganisation WHO. Vergangenen Monat hatte Pakistan angekündigt, den Impfstoff von Sinopharm aus China zu beschaffen, doch wurde dieser bisher noch nicht zugelassen.

In der EU ist der von AstraZeneca gemeinsam mit Universität Oxford entwickelte Impfstoff noch nicht zugelassen. Damit wurde für den 29. Januar gerechnet. Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen sprach am Freitag lediglich von „Ende Januar“ für „einen dritten Impfstoff“. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Frankreich zieht nächtliche Ausgangssperre vor

Franzosen müssen sich beim abendlichen Einkaufen beeilen: Im ganzen Land gilt wegen der Corona-Krise ab heute eine nächtliche Ausgangssperre bereits von 18 Uhr an. Auch Geschäfte müssen dann schließen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen und im schlimmsten Fall auch Haftstrafen, wie das Innenministerium mitteilte. Premierminister Jean Castex hatte am Donnerstag angekündigt, dass die Regelung mindestens 15 Tage für das Festland gelten solle.

Zuvor war das ursprünglich von 20 Uhr bis 6 Uhr geltende Ausgehverbot bereits in einzelnen besonders betroffenen Départements des Landes vorverlegt worden. Den Menschen ist es während dieser Zeit nicht mehr gestattet, spazieren zu gehen, Sport zu treiben oder einzukaufen. Sie dürfen aber zum Beispiel zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe vor die Türe gehen. Die Pandemie hat Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Menschen schwer getroffen. Rund 70.000 Bürger starben im Zusammenhang mit einer Infektion. (Quelle: ARD, 16.01.21)


Tod nach Impfung in Weyhe: Rechtsmediziner sehen keinen Zusammenhang

Nach dem Tod einer Seniorin im Landkreis Diepholz sehen Rechtsmediziner keinen Zusammenhang zu einer vorangegangenen Corona-Impfung. Das teilte die Staatsanwaltschaft Verden nach der Obduktion mit.

„Eine Verbindung zwischen dem Ableben der Verstorbenen und der Impfung wurde nicht festgestellt“, stellte der Landkreis klar. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut müsse den Fall aber noch abschließend untersuchen. Das Institut im hessischen Langen überwacht die Sicherheit von Impfstoffen und prüft nach eigenen Angaben deutschlandweit zehn Todesfälle, die in zeitlicher Nähe zu einer Corona-Impfung stehen.

Der Fall in Weyhe hat sich in einem Seniorenheim zugetragen. Ein mobiles Impfteam hatte der 90 Jahre alten Frau den Impfstoff von Biontech-Pfizer am Mittwoch verabreicht. Etwa eine Stunde später war sie trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen verstorben, wie Landrat Cord Bockhop (CDU) auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz mitgeteilt hatte. Die Frau galt laut Bockhop als allgemein fit, hatte nach dem Impfen noch mit Angehörigen telefoniert und sei unauffällig gewesen. (Quelle: NDR, 16.01.21)


Brandenburgs Regierungschef für schärfere Corona-Regeln

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält schärfere Corona-Beschränkungen für angebracht. „Es werden weitere Verschärfungen notwendig sein, auch aufgrund der Mutation des Virus‘ mit deutlich höheren Ansteckungsquoten“, sagte Woidke der Tageszeitung „Die Welt“. Einen Lockdown auch für die Industrie lehnte Woidke aber ab. „Kraftwerke müssen weiterlaufen, auch Instandhaltungsbetriebe. Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Logistik – das muss doch alles funktionieren, sonst brechen die Versorgung und das ganze Land zusammen.“ (Quelle: RBB, 16.01.21)


Linke fordert Corona-Gipfel zu Pflegeheimen

Die Linken im Bundestag fordern, das die Corona-Lage in Pflegeheime bei den neuen Bund-Länder-Gesprächenganz oben auf die Tagesordnung zu setzen. „Das nächste Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten muss auch zu einem Heimgipfel werden“, sagte Fraktionschef Dietmar Bartsch der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Situation in den Pflegeheimen sei weiter dramatisch. „Das Sterben in den Heimen ist das vielleicht dunkelste Kapitel der letzten Jahrzehnte.“ Der Fraktionsvorsitzende kritisierte: „Die Lockdown-Regeln gelten bundesweit, aber bei den Pflegeheimen gibt es bisher keine Einheitlichkeit.“ Er forderte eine nationale Kraftanstrengung und einen Null-Inzidenz-Ansatz. „Niemand darf ungetestet ein Heim betreten, FFP2-Masken-Pflicht und schnellstmögliche Durchimpfung sind dafür wesentlich“, sagte Bartsch. (Quelle: ARD, 16.01.21)


US-Finanzministerium zahlt Milliardenhilfe an Airlines aus

Das US-Finanzministerium hat mit der Auszahlung von Hilfsgeldern in Höhe von 15 Milliarden Dollar an die unter der Corona-Pandemie leidenden Fluggesellschaften begonnen. Als Gegenleistung müssen die Airlines mehr als 32.000 Beschäftigte in ihre Jobs zurückholen. Die großen Unternehmen müssen 30 Prozent der Hilfen binnen zehn Jahren an die Regierung zurückzahlen und außerdem die Vergütung von Managern deckeln. Das Verbot von Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen wurde bis März 2022 verlängert.
Finanzminister Steven Mnuchin sagte, dass das Programm „eine zusätzliche wirtschaftliche Erleichterung für die Beschäftigten bringen wird, während es auch die Gelder der Steuerzahler schützt.“ Allein Delta Air Lines rechnet mit einer Finanzspritze von 2,9 Milliarden US-Dollar aus dem vom Kongress beschlossenen Hilfspaket. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Mehr als eine Million Impfungen in Deutschland

Die Zahl der Corona-Schutzimpfungen in Deutschland hat die Schwelle von einer Million überschritten. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete eine Gesamtzahl von 1.048.160 Impfungen, 79.759 mehr als am Vortag. Die Impfquote stieg damit auf 1,26 Prozent. Spitzenreiter bei den Impfungen bleibt Mecklenburg-Vorpommern mit einer Impfquote von 2,34 Prozent vor Schleswig-Holstein mit 1,92 Prozent. Schlusslicht ist Baden-Württemberg mit einer Quote von 0,90 Prozent hinter Thüringen mit 1,03 Prozent.

Bislang wurde fast ausschließlich die erste von zwei Impfdosen gespritzt. Am Freitag hatten erstmals einige Menschen in einem Pflegeheim in Halberstadt in Sachsen-Anhalt auch die zweite Dosis erhalten. (Quelle: ARD, 16.01.21)


Grafschaft Bentheim: Die Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Samstag 23 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sowie einen weiteren Todesfall. Laut dem Corona-Dashboard der Kreisverwaltung liegt die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie damit bei 2967. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung steigt auf 69. Als genesen gelten 2613 Grafschafter, in Quarantäne befinden sich 515 Menschen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts sinkt weiter von 116,7 auf 115,9. Aktuell gibt es 285 Infizierte im Landkreis. (Quelle: GN, 16.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen hoch. Am Sonnabend, 16. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.177 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind 46 weitere Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.618.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut NLGA in Niedersachsen bei 102,7 Fällen je 100.000 Einwohner. Am Morgen hatte das RKI eine Inzidenzzahl von knapp unter 100 angegeben.

Das NLGA informierte -neuerlich im Gegensatz zum schweigenden Landkreis Emsland- über zwei weitere CoViD-19-Tote im Emsland, wo jetzt insgesamt 92 Menschen an dem Virus verstorben sind und sich nach 71 Neuinfektionen die 7-Tage-Inzidenz auf 118,2 beläuft. Die Grafschaft Bentheim hat 23 Neuinfektionen festgestellt; dort ist die 7-Tage-Inzidenz erstmals seit Wochen unter diejenige des Emslands gesunken und beträgt jetzt 115,9.
(Quelle: NDR, NLGA, 16.01.21)


China spendet eine Million Impfstoffdosen an Kambodscha

China wird Kambodscha eine Million Dosen seines Sinovac-Coronavirus-Impfstoffs spenden, sagte der kambodschanische Premierminister Hun Sen. Er dankte dem „Freund“ Peking für seine Großzügigkeit.

Kambodscha ist seit langem ein überzeugter Verbündeter Pekings und erhält zinsgünstige Kredite und Investitionen in Milliardenhöhe aus China.

Während viele Länder früh in der Pandemie reagierten, indem sie ihre Grenzen für chinesische Reisende schlossen, lehnte Hun Sen ab und reiste sogar nach Peking, um sich mit Führer Xi Jinping solidarisch zu treffen. Er gab jetzt am späten Freitag bekannt, dass China angeboten hat, Impfdoesen der Firma Sinovac zu spenden.

„Freund China hilft uns mit einer Million Dosen“, sagte Hun Sun in einer Audio-Nachricht auf seiner offiziellen Facebook-Seite und fügte hinzu, dass damit 500.000 Menschen impfen werden.

„Um zu verhindern, dass die Nation und die Menschen mit diesem tödlichen Virus infiziert werden, müssen wir Impfstoffe verwenden, die bereits bei chinesischen Führern und Millionen von Menschen angewendet wurden … Wir können nicht länger warten.“

Zu den ersten Personen, die geimpft wurden, gehörten Gesundheitspersonal „an vorderster Front“, Lehrer, Soldaten, Leibwächter des Premierministers und Beamte rund um den König, sagte Hun Sen.

Der CoronaVac von Sinovac wurde am Freitag in der Türkei eingeführt, nachdem Tests gezeigt hatten, dass er zu 91,25 Prozent wirksam ist. Neuere, robustere Studien in Brasilien zeigten jedoch nur eine Wirksamkeitsrate von rund 50 Prozent – viel niedriger als bei Konkurrenzprodukten von Moderna, Pfizer-BioNTech und Oxford-AstraZeneca.

Eine dritte Studie in Indonesien, in der die Behörden diese Woche eine Massenimpfaktion mit CoronaVac starteten, zeigte eine Wirksamkeit von 65,3 Prozent. Kambodscha hat sich bei der Pandemie bisher gut geschlagen und nur 436 Fälle registriert, obwohl Experten sagen, dass die niedrigen Zahlen wahrscheinlich auf fehlende Tests zurückzuführen sind.

Peking hat angeboten, auch einer anderen Nation in der Region zu helfen. Der chinesische Außenminister Wang Yi versprach diese Woche, Myanmar mit 300.000 Dosen zu versorgen. (Quelle: The Guardian, 16.01.21)


(16.01.21)


(16.01.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 18.6788 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie das RKI am Samstagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 2.019.363 (Stand: 16.01., 00.00 Uhr).

Außerdem wurden 980 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Der bisherige Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) sank am Freitagmorgen um rd 7 Punkte auf 139,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. In Niedersachsen sank der Wert mit 98,7 (= 7.889 Neuerkrankte in 7 Tagen) erstmals seit Wochen unter die Grenze von 100.

Die Gesamtzahl der Menschen, die in Deutschland an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 45.974. Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit etwa 1.657.900 an. (Quelle: RKI, 15.01.21)


Scholz: Kommunen entlasten

Vizekanzler Olaf Scholz drängt auf eine weitere finanzielle Entlastung für Kommunen und eine „Stunde Null“ für Gemeinden mit hohen Schulden. In den kommenden Jahren müssten überall in Deutschland gigantische Summen investiert werden, etwa für den Kampf gegen den Klimawandel, den Ausbau erneuerbarer Energien und der Strom-Infrastruktur, sagte der Finanzminister der Nachrichtenagentur dpa.

„Zwei Drittel der öffentlichen Investitionen werden in Deutschland von den Kommunen getätigt, dafür brauchen sie die finanzielle Kraft“, betonte Scholz. „Deshalb bin ich unverändert für eine finanzielle Entlastung der Kommunen in Deutschland und dafür, dass diejenigen, die mit besonders großen Lasten aus der Vergangenheit zu kämpfen haben, eine neue „Stunde Null“ bekommen.“ Für die Zukunft sei ganz wichtig, „dass wir die großen Aufgaben nicht zu klein machen“, mahnte der SPD-Kanzlerkandidat.
(Foto: CC s. Archiv v. 16.5.20; Quelle: Tagesschau, 15.01.21)


Brasilien: Rettungsaktion für Dutzende Frühgeborene in Manaus

Berichten zufolge versuchen die Behörden im brasilianischen Amazonasgebiet, Dutzende Frühgeborene zu retten, nachdem ein Anstieg der Coronavirus-Fälle zu einem katastrophalen Zusammenbruch der Sauerstoffversorgung von Krankenhäusern und Kliniken geführt hat.

Am Freitag (Ortszeit) hatte CNN Brasil berichtet, dass der nördliche Bundesstaat Amazonas mindestens 60 Babys von Neugeboreneneinheiten in seiner Hauptstadt Manaus in Krankenhäuser in anderen Teilen des Landes ausfliegen wolle. Die Dringlichkeitsanfrage an andere Bundesstaaten kam, als die brasilianische Luftwaffe nach einer tödlichen Unterbrechung der Sauerstoffversorgung am Donnerstagmorgen mit der Evakuierung von Coronavirus-Patienten aus der größten Stadt am Amazonas begann.

Dieser Ausfall – verursacht durch einen plötzlichen Anstieg der Krankenhauseinweisungen, der bedeutete, dass der Sauerstoffbedarf das Angebot dramatisch überstieg – führte dazu, dass Ärzte und Krankenschwestern verzweifelt darum kämpften, Covid-Patienten mit manueller Beatmung zu retten. Diejenigen, die nicht gerettet werden konnten, erhielten Berichten zufolge Morphium und das Beruhigungsmittel Midazolam, um ihr Leiden zu lindern.

„Dies ist ein beispielloses Unglück“, sagte Jesem Orellana, ein lokaler Epidemiologe, dem britischen Guardian. „In den kommenden Stunden wird Manaus der Protagonist eines der traurigsten Kapitel der Covid-19-Epidemie der Welt sein.“

Manaus war eine der am schlimmsten betroffenen lateinamerikanischen Städte in der ersten Welle der Epidemie im vergangenen April. Die Behörden mussten Massengräber graben. Am Freitag gab es vor Ort wachsende Wut auf den Staat und die Bundesregierung und den rechtsgerichteten Staatspräsidenten Bolsonaro, weil sie es versäumt hatten, sich auf das vorzubereiten, was Mediziner als Tragödie bezeichneten. (Quelle. The Guardian, 16.01.21)


Ausgangssperre und Homeoffice

Vor den Bund-Länder-Beratungen über weitere Corona-Restriktionen hat Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) eine Diskussion über verschärfte Corona-Auflagen ohne Tabus gefordert und Ausgangssperren ins Gespräch gebracht. „Für die Ministerpräsidentenkonferenz darf es keine Denk- und Diskussionsverbote geben“, sagte Hans der „Rheinischen Post“. Dies gelte „für das Thema Ausgangssperre, aber auch für die Diskussion um die Arbeit im Homeoffice“. Bei der Heimarbeit sieht Hans ebenso Nachholbedarf wie beim Tragen von FFP2-Masken. „Dadurch schützt man nicht nur andere, sondern auch sich selbst“, betonte der saarländische Regierungschef. „Deshalb sollten wir als Staat dafür sorgen, dass diese Masken überall und unkompliziert allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen“. (Quelle: Tagesschau, 16.01.21)


Island: Alle positiven Covid-19-Fälle genetisch sequenziert

Island hat seit Beginn der Corona-Pandemie alle seine positiven Covid-19-Fälle genetisch sequenziert – eine zunehmend wichtige Praxis, da sich weltweit Besorgnis erregende neue Mutationen aus Großbritannien und Südafrika verbreiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Freitag alle Länder aufgefordert, die Genomsequenzierung zu beschleunigen, um die neuen Mutationen zu bekämpfen.

Wissenschaftler des Labors der isländischen Biopharma-Gruppe deCODE Genetics in Reykjavik haben in den letzten 10 Monaten auf Ersuchen der Gesundheitsbehörden des Landes jeden positiven Coronavirus-Test in Island analysiert. „Die eigentliche Sequenzierung dauert relativ kurz“, erklärt der Laborleiter Olafur Thor Magnusson und fügt hinzu, dass „etwa drei Stunden“ alles sind, was zur Bestimmung des Virusstamms erforderlich ist.

Der gesamte Prozess, von der Isolierung der DNA bis zur Sequenzierung, kann bis zu anderthalb Tage dauern. Auf diese Weise hat Island inzwischen 463 einzelne Virus-Varianten identifiziert, die Wissenschaftler Haplotypen nennen. (Quelle: The Guardian, 16.01.21)

In Deutschland ist die Sequenzierung noch Neuland und wird offenbar in nennenswertem Umfang bisher nur in Berlin durchgeführt.


Indien startet Impfkampagne

In Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern startet am Samstag eine Mega-Impfkampagne gegen das Coronavirus. Bis Juli sollen in dem Schwellenland zunächst 300 Millionen Menschen geimpft werden. Rund 150.000 Helfer wurden speziell geschult und es gab landesweit Probeläufe, bei denen der Transport von Impfstoffen und die Impfung mit Attrappen und Statisten geübt wurde.

Als erstes sollen ab Samstag 30 Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen und aus anderen Risikobereichen geimpft werden. Danach folgen rund 270 Millionen Einwohner über 50 Jahren oder Risikopatienten. Zugelassen sind in Indien bisher zwei Impfstoffe: Covishield vom britisch-schwedischen Pharmakonzern Astra-Zeneca, das vom Serum Institute in Indien hergestellt wird, und Covaxin vom indischen Konzern Bharat Biotech.

Um das indische Mittel gibt es allerdings heftigen Streit, weil dieses schon vor Ende der klinischen Tests eine Notfallzulassung erhielt. (Quelle: FAZ, 16.01.21)


Frankreich verschärft

Frankreich verschärft ab dem Wochenende seine Corona-Maßnahmen: Ab Samstag tritt eine landesweite Ausgangssperre zwischen 18.00 Uhr und sechs Uhr morgens in Kraft. Auch alle Geschäfte müssen dann schließen. Kritiker fürchten dadurch einen größeren Andrang, auch im öffentlichen Nahverkehr. Zudem verschärft Frankreich die Kontrollen für Einreisende aus Nicht-EU-Ländern. Sie müssen ab Montag einen negativen PCR-Test vorlegen und sollen zudem in Frankreich eine Woche lang vorsorglich in Quarantäne gehen. Danach wird ein zweiter PCR-Test fällig. Grund für die Verschärfung ist die Sorge vor einer Ausbreitung der britischen Corona-Mutation. In Frankreich wurden bisher fast 70.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt.
(Quelle: FAZ, 16.01.21)


Mexiko meldet 21.366 neue Fälle und 1.106 weitere Todesfälle

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums meldete Mexiko am Freitag 21.366 neue bestätigte Coronavirus-Fälle und 1.106 weitere Todesfälle, was einer Gesamtzahl von 1.609.735 Infektionen und 139.022 Todesfällen entspricht.

Reuters berichtet, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten und Todesfälle wahrscheinlich erheblich höher ist als die offizielle Zahl, da es an weit verbreiteten Tests mangelt. (Quelle: The Guardian, 16.01.21)


Bundesinnenministerium: Keine Grenzkontrollen

Das Bundesinnenministerium wendet sich einem Zeitungsbericht zufolge gegen Überlegungen, zur Eindämmung der Corona-Pandemie Grenzkontrollen zu den europäischen Nachbarstaaten wieder einzuführen. Derzeit gebe es innerhalb des Ministeriums „keine Überlegungen, erneut pandemiebedingte vorübergehende Binnengrenzkontrollen wiedereinzuführen“, teilte auf Anfrage ein Ministeriumssprecher der Zeitung „Die Welt“ mit.

„Auch mit Blick auf die enge Verzahnung in den Grenzregionen (insbesondere für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt) gilt es, eine erneute vorübergehende Wiedereinführung von pandemiebedingten Binnengrenzkontrollen wie in der ersten Welle zu vermeiden“, legte der Sprecher demnach dar.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte zuvor berichtet, im Vorfeld der Bund-Länder-Beratungen am Dienstag über weitere Corona-Restriktionen sei auch eine Wiedereinführung von Grenzkontrollen im Gespräch. Zu Beginn der Pandemie hatte Bundesinnenminister Seehofer Binnengrenzkontrollen angeordnet, sie im Sommer aber wieder aufgehoben. (Quelle: FAZ, Welt, 16.01.21)



China: Zahl der Neuinfektionen sinkt

In China ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen erstmals seit Tagen wieder gesunken. Binnen 24 Stunden wurden 130 neue Covid-19-Fälle bekannt, wie die Gesundheitsbehörde in Peking mitteilte. Tags zuvor war mit 138 der höchste Wert seit dem 1. März 2020 erreicht worden. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Fälle liegt den offiziellen Angaben zufolge nunmehr bei 88.118. Die Zahl der Todesfälle blieb mit 4635 unverändert.

Die Behörden haben im Januar mehr als 28 Millionen Menschen unter häusliche Quarantäne gestellt, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Die Regierung rechnet bislang nicht damit, dass im Zuge des traditionellen Neujahrsfestes die Corona-Epidemie wiederauflebt. Wenn die Kontrollen und die Vorsorgemaßnahmen ordnungsgemäß umgesetzt würden, sei ein massives Wiederaufleben unwahrscheinlich, erklärte die Gesundheitsbehörde CDC zuletzt. Die Neujahrsfeiertage beginnen am 11. Februar und sind üblicherweise eine Hauptreisezeit in China. Allein 296 Millionen Bahnreisende werden erwartet. (Quelle: FAZ, 16.01.21)


DEHOGA: 80 % Umsatzverluste durch Zwangsschließungen

Die deutschen Gastwirte werden durch die Corona-bedingten Zwangsschließungen im Januar nach Prognose ihres Branchenverbandes Dehoga etwa 80 Prozent ihrer geplanten Umsätze verlieren. „Wir gehen davon aus, dass 70.000 Betriebe die Krise nicht überstehen werden“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, der „Rheinischen Post“. Wochenlange Umsatzausfälle könnten auch die gesündesten Unternehmen nicht überstehen. Damit stünden „Hunderttausende Jobs auf dem Spiel“, sagte Hartges. Sie forderte die Politik zum Handeln auf: „Die zugesagten Hilfen müssen jetzt ankommen, wo sie dringend benötigt werden, damit Arbeitsplätze und Unternehmen gerettet werden“.
(Quelle: FAZ, 16.01.21)


Überblick zur Nacht

  • Tausende von Australiern, die immer noch in Übersee gestrandet sind, haben einen weiteren Rückschlag erlitten, nachdem die Fluggesellschaft Emirates am späten Freitagabend ankündigte, alle Flüge von und nach Sydney, Melbourne und Brisbane bis auf weiteres auszusetzen. Zuvor hatten die australischen Behörden angekündigt. Die Emirates-Entscheidung folgte einige Tage, nachdem das australische Kabinett angekündigt hatte, die Zahl der zugelassenen internationalen Passagiere in die Bundesstaaten New South Wales, Queensland und Westaustralien um 50% zu senken, um Australien vor den neuen Mutationen des Corona-Virus zu schützen.
  • Die Zahl der Menschen, die nach Covid ihr Leben verloren haben, übersteigt jetzt 2 Millionen, womit ein weiterer Meilenstein der Pandemie überschritten wurde. Daten der Johns-Hopkins-Universität zeigen, dass die USA nach wie vor das am stärksten vom Virus betroffene Land sind – gefolgt von Brasilien, Indien, Mexiko und Großbritannien.
  • Der rechtsgerichtete brasilianische Präsident Jair Bolsonaro sagte, das Land werde spätestens am Freitag ein Flugzeug nach Indien schicken, um Covid-19-Impfstoffe in maximal zwei oder drei Tagen abzuholen. Bolsonaro fügte hinzu, dass er wenig gegen die Pandemie in Brasilien tun könne, da eine zweite Welle durch das Land reißt und er „am Strand sein sollte“.
  • Der neue Stabschef des gewählten US-Präsidenten Joe Biden, Ron Klain, sagte in einem Online-Interview mit der Washington Post, er erwarte, dass das Land nächsten Monat 500.000 Covid-Todesfälle erreichen werde.
  • Spanien hat in den letzten 24 Stunden eine Rekordzahl von 40.197 neuen Covid-Fällen verzeichnet, was die Gesamtzahl aller bestätigten Fälle auf 2.252.164 erhöhte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind zwischen Donnerstag und Freitag 235 Menschen gestorben, was die Zahl der Todesopfer des Landes auf 53.314 steigen ließ.
  • Tunesien meldete am Freitag 4.170 neue bestätigte Coronavirus-Fäll, die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Das Land verhängte am Donnerstag eine viertägige nationale Sperrung und schloss die Schulen bis zum 24. Januar, um dem starken Anstieg der Fälle von Covid-19 entgegenzuwirken.
  • In Australien haben Gesundheitsexperten die Entscheidung der viktorianischen Regierung, das Australian Open Tennis Grand Slam Turnier fortzusetzen, vorsichtig unterstützt. Die Entscheidung der Regierung, die besonderen Quarantänebeschränkungen für die rund 1.200 Spieler und Support-Mitarbeiter, die zum Turnier kommen, voranzutreiben, während gleichzeitig Tausende von einwohnern des Bundesstaats Victoria wegen der Grenzschließungen im Nachbarbundesstaat NSW gestrandet sind, hatte in der Bevölkerung zu verärgerten Reaktionen geführt. (Quelle: The Guardian, 15.01.21)

Mehr als zwei Millionen Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Pandemie sind weltweit bereits mehr als zwei Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Weltweit gab es demnach bislang mehr als 93 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Virus. Experten gehen von einer noch höheren Dunkelziffer aus.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Der WHO zufolge gab es bis Freitag 1,98 Millionen bestätigte Todesfälle.

(Foto: CC s. Archiv v. 30.07.19; Quelle: TSP, 15.01.21)


WHO-Forderung: Auf neue Virusmutationen testen

Das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert, positiv auf Corona Getestete auf neue Virusmutationen zu testen. Die bei solchen Untersuchungen der Länder gewonnenen Daten seien notwendig, um das Virus besser zu verstehen, schrieben die Experten am Freitag in einer Empfehlung. Alle Informationen müssten auf globaler Ebene gesammelt und ausgewertet werden. »Die Bemühungen der Forschung müssen sehr, sehr schnell und stark sein«, so der Vorsitzende des Komitees, Didier Houssin, bei einer Pressekonferenz.

Neue Virusvarianten, vor allem aus Großbritannien und Südafrika, gelten als besonders ansteckend. Houssin sprach von einem Rennen zwischen dem Virus, das sich ständig verändere, um sich weiter ausbreiten zu können, und der Gesellschaft, die die Verbreitung stoppen will. »Das ist ein entscheidender Moment in der Pandemie«, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Das Komitee empfahl der WHO zudem, unbekannte Faktoren der Impfungen gegen Corona zu erforschen. Etwa, ob ein geimpfter Mensch das Virus trotzdem weitergeben könne oder wie lange der Impfstoff Schutz vor einer schweren Erkrankung biete. (Quelle: Spiegel, 15.01.21)


Debatte um Verlängerung des Lockdown

Wird der Lockdown weiter verschärft? Das werden Bund und Länder auf ihrem vorgezogenen Treffen am kommenden Dienstag besprechen. Grund für die Eile: Die Infektionszahlen sind weiterhin überaus hoch.

Dennoch wehre sich Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) dagegen, eine Fortdauer von Beschränkungen nun bereits bis Ostern zu beschließen. „Wenn die Inzidenzen heruntergehen, muss man darauf reagieren mit entsprechenden Lockerungen“, sagte eine Sprecherin der Landesregierung am Freitag in Hannover. In einem Medienbericht hatte Weil am Freitag seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, dass beim nächsten Bund-Länder-Treffen auch über Lockerungen gesprochen werde. Entscheidend für die Dauer der Maßnahmen sei nicht das Datum, sondern die Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Am Freitag wurde bekannt, dass Bund und Länder bereits am kommenden Dienstag über weitere Maßnahmen beraten wollen. Ursprünglich war das Treffen für den 25. Januar geplant. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies auf die nach wie vor alarmierenden Infektionszahlen. Dazu komme das Risiko einer neuen Virus-Mutation. Es gehe darum, „noch mehr“ zu tun, um die Infektionszahlen zu senken, sagte Seibert. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, dass auch eine Ausweitung des Homeoffice Thema sein könnte. (Quelle: NDR, 15.01.21)


Pfizer/Biontech: Impfstoff-Lieferungen werden wegen Umbau verringert

Die Lieferungen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs sollen nach Angaben der Hersteller nur eine Woche lang verringert werden. „Unser Werk in Puurs, Belgien, wird eine vorübergehende Reduzierung in der Anzahl von Dosen in der kommenden Woche erfahren«“, teilte Biontech am Freitagabend mit. In der Woche vom 25. Januar an werde man dann wieder „zum ursprünglichen Lieferplan zurückkehren“.

Dem SPIEGEL sagte eine Biontech-Sprecherin, es werde auch in der einen betroffenen Woche eine Lieferung geben. Zudem sei geplant, die Produktion bald so hochzufahren, dass die Ausfälle dieser einen Woche bis zum Ende des ersten Quartals kompensiert seien.

Nach Angaben der Impfstoffhersteller sollen die Liefermengen kräftig erhöht werden. Um diese Erweiterung möglich zu machen, seien Anpassungen im Produktionsprozess notwendig. Dies sei der Grund für die vorübergehende Verringerung der ausgelieferten Dosen im Pfizer-Werk im belgischen Puurs, hieß es. Pfizer teilte mit, die Produktionsanlagen würden ausgebaut, um mehr Impfdosen herzustellen. Genaue Zahlen wurden nicht genannt.

Die EU-Kommission, die EU-Mitgliedsstaaten und andere betroffene Länder würden über die aktualisierten Liefertermine informiert. Die beiden Unternehmen betonten, sie arbeiteten „unermüdlich“ daran, die eigenen Produktionskapazitäten auszubauen und auch weitere Zulieferer sowie Auftragshersteller hinzuziehen, um die Gesamtproduktionskapazität zu erhöhen.

Zuvor hatte das norwegische Gesundheitsinstitut vor Folgen der Herstellungskürzungen für ganz Europa gewarnt: »Die vorübergehende Kürzung wird alle europäischen Länder betreffen«, hieß es. Sie würde »ab kommender Woche« erfolgen. Auch Deutschland ist von den Engpässen betroffen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums verringere sich der zugesagte Impfstoff für die kommenden drei bis vier Wochen.

Nach Angaben der italienischen Regierung reduzieren sich die Impfstofflieferungen in das südeuropäische Land ab Montag um 29 %. Für wie lange dies gelten werde, habe der Pharmakonzern Pfizer nicht mitgeteilt, sagt der CoViD-19-Sonderbeauftragte Domenico Arcuri in Rom. Er habe sich angesichts der „Ernsthaftigkeit und des unglaublichen Timings“ der Mitteilung bei dem Konzern beschwert.

Auch das Bundesgesundheitsministerium hatte sein Bedauern über die angekündigten Engpässe erklärt. „Dies gilt umso mehr, da es verbindlich vom Unternehmen zugesagte Liefertermine bis Mitte Februar gegeben hatte“, teilte ein Sprecher laut Nachrichtenagentur Reuters mit. Weitere EU-Staaten kritisierten eine „inakzeptable Situation“ bei der Impfstoffversorgung. (Quelle: Spiegel, FAZ, 15.01.21)


Reimann: „Schlag ins Kontor“

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hat am Freitag auf die Lieferprobleme der Impfstoff-Hersteller Biontech und Pfizer reagiert. Die Infrasruktur in Niedersachsen sei „ausgesprochen leistungsfähig, aber schon die ursprünglich für das Bundesland angekündigten rund 60.000 Impfdosen pro Woche seien zu knapp, um alle impfberechtigten Personen zügig impfen zu können. Biontech/Pfizer hatte die Landesregierung am Freitagnachmittag darüber informiert, dass Niedersachsen wegen einer Produktionsumstellung in den nächsten Wochen weniger Impfdosen erhalten werde als angekündigt. Reimann nannte die Ankündigung einen „Schlag ins Kontor“.

(Quelle: NDR, 15.01.21)


Kanzleramtsminister Braun erwartet „Kraftanstrengung bis zum Sommer“

Kanzleramtschef Helge Braun hält in der Corona-Krise eine „Kraftanstrengung“ noch bis zum Sommer für nötig. Die Infektionszahlen müssten gesenkt werden, sagte Braun am Freitagabend auf dem digitalen CDU-Parteitag. Deutschland stehe noch vor drei bis vier schweren Monaten. Im Sommer, glaube er, werde sich alles sehr gut fügen. Bis dahin sei es aber noch eine Kraftanstrengung.

Wegen der kritischen Corona-Lage ziehen Bund und Länder ihre Beratungen über mögliche schärfere Beschränkungen auf nächste Woche vor. Bereits an diesem Dienstag ist dazu nun eine Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten geplant, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin sagte. (Quelle: TSP, 15.01.21)


Schweiz: Läden zu, Skipisten offen

Die Schweiz hat die Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus weiter verschärft und den im internationalen Vergleich lockeren Kurs aufgegeben. Wie in Deutschland auch müssen von Montag an nicht nur Restaurants, Kulturbetriebe und Freizeitstätten schließen, sondern auch die allermeisten Läden, die keine Lebensmittel verkaufen.

Außerdem gibt es fortan die Pflicht, von zu Hause aus zu arbeiten, sofern die Art der Tätigkeit dies zulässt. Wer allerdings die eigenen vier Wände verlassen will, um in den Bergen eine Runde Ski oder Snowboard zu fahren, kann dies unverändert tun. „Beim Skifahren handelt es sich um eine Aktivität, die draußen an der frischen Luft stattfindet – im Gegensatz etwa zum Einkaufen“, begründete der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset das Laisser-faire.

Im Übrigen gebe es in den Skigebieten schon zahlreiche Einschränkungen. So seien die Restaurants auch dort geschlossen. Allerdings dürfen sich Wintersportler zumindest in Graubünden auf offenen Gastro-Terrassen tummeln und dort Take-away-Speisen zu sich nehmen. Dass die Schweiz, wo die Infektions- und Todeszahlen infolge von Covid-19 schon länger überdurchschnittlich hoch sind, jetzt insgesamt die Zügel anzieht, hängt mit den mutierten Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika zusammen.

Fälle, die auf diese hochansteckenden Virusstämme zurückgehen, bewegen sich zwar noch auf einem niedrigen Niveau, verdoppeln sich aber jede Woche. Der prominenteste Infektionsfall: In Wengen im Berner Oberland steckte ein einzelner britischer Hotelgast zwischen dem 27. Dezember und dem 10. Januar 27 andere Personen an. Der gerade angelaufene Massentest in der 1200 Einwohner zählenden Gemeinde wird vermutlich noch deutlich höhere Fallzahlen zutage fördern, wobei so mancher Gast, der fluchtartig das Dorf verlassen hat, das Virus nun andernorts weitertragen dürfte.

Vorsichtshalber hat der Kanton Bern das für dieses Wochenende geplante Lauberhornrennen abgesagt. Die Skilifte in der mit Wengen verbundenen Jungfrau-Region dürfen aber offen bleiben. Ob Skigebiete schließen müssen, entscheiden in der Schweiz die jeweiligen Kantonsregierungen. Dabei orientieren sie sich an der epidemiologischen Lage, an der Auslastung ihrer Krankenhäuser und Intensivstationen sowie an der Funktionsfähigkeit der Kontaktnachverfolgung. Vor Weihnachten hatten einzelne Kantone wie St. Gallen, Schwyz und Zürich verfügt, den Skibetrieb über die Feiertage einzustellen. Inzwischen sind jedoch wieder sämtliche Skigebiete geöffnet.

Um die Infektionsgefahr zu reduzieren, dürfen geschlossene Seilbahnen nur zu zwei Dritteln ausgelastet werden; die Fenster der Gondeln bleiben offen. Es besteht Maskenpflicht in und vor den Liften. Nach Einschätzung des Verbands der Schweizer Seilbahnen haben sich die Schutzkonzepte bisher bewährt. Dort hofft man, dass die Skigebiete auch während der Schweizer Sportferien im Februar offen bleiben dürfen.

Mit vielen Wintersportlern aus Deutschland können die Eidgenossen trotz der aktuell guten Schneeverhältnisse nicht rechnen: Aus deutscher Warte ist die Schweiz ein Risikogebiet. Bei der Rückkehr nach Deutschland geht es also in die häusliche Quarantäne. (Quelle: FAZ, 15.01.21)


Moderna-Impfstoff: Erste Impfungen in Niedersachsen

In Osnabrück und Oldenburg haben am Freitag die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff der US-amerikanischen Firma Moderna begonnen. Es ist das zweite in der EU zugelassene Vakzin.

Nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums wurde die Impfung in beiden Städten in Krankenhäusern verabreicht. In Oldenburg erhielten Mitarbeiterrinen und Mitarbeiter von Corona-Stationen und Krebsstationen das Vakzin. „Wir können mit diesem Impfstoff eine weitere wichtige Gruppe impfen“, sagte Oldenburgs Sozialdezernentin Dagmar Sachse am Freitag.

In Osnabrück wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zwei Krankenhäusern geimpft, wie ein Stadtsprecher sagte. Ihm zufolge stehen der Stadt 1.200 Moderna-Dosen zur Verfügung, diese Impfungen sollen im Laufe von vier bis fünf Tagen abgeschlossen werden. Von den 6.000 Dosen der ersten Moderna-Lieferung für Niedersachsen wurden bisher 2.600 weiterverteilt. Die restlichen Dosen werden für die notwendige zweite Impfung aufgehoben.

Der erste in Deutschland eingetroffene Moderna-Impfstoff war Anfang der Woche in der Artland-Kaserne Quakenbrück angekommen und von dort an alle Bundesländer verteilt worden. Weitere Lieferungen in steigendem Umfang werden zunächst im Zwei-Wochen-Rhythmus erwartet. Demnach soll Niedersachsen in der letzten Januarwoche die nächste Lieferung mit 8.400 Dosen bekommen, in der letzten Februarwoche sollen es bereits 64.800 Dosen sein. Die für Niedersachsen vorgesehen Impfdosen werden von dem Logistik-Unternehmen Hellmann verteilt. Die Osnabrücker Firma hat dafür 16 Tiefkühl-Fahrzeuge im Einsatz. (Quelle: NDR, 15.01.21)


Johnson (GB): Druck auf Gesundheitssystem ist außergewöhnlich

Der britische Premier Boris Johnson hat angesichts einer Rekordzahl an Covid-19-Patienten in Krankenhäusern den Druck auf das Gesundheitssystem als „außergewöhnlich“ bezeichnet. In einigen Krankenhäusern müssten Krebsoperationen verschoben werden und Krankenwagen vor der Tür in der Schlange stehen, sagte Johnson am Freitag in London. „Dies ist nicht die Zeit für das kleinste bisschen Entspannung.“ Die Menschen müssten weiterhin Vorsicht walten lassen und – wann immer möglich – zuhause bleiben.

Laut offiziellen Angaben werden derzeit mehr Covid-19-Patienten in britischen Krankenhäusern behandelt als jemals zuvor, insgesamt sind es mehr als 37.000. Allein am Dienstag seien mehr als 4000 Menschen neu ins Krankenhaus eingeliefert worden, sagte Johnson.

Für den rasanten Anstieg der Neuinfektionen macht die Regierung vor allem die in England entdeckte, wohl deutlich ansteckendere Coronavirus-Variante verantwortlich. Selbst im Supermarkt könne es gefährlich sein, zu nah an einer anderen Person in der Schlange zu stehen, warnte Johnson. Pro 100.000 Einwohnern zählte Großbritannien in der vergangenen Woche mehr als 550 Neuinfektionen. In London liegt diese Kennziffer weiter in vielen Stadtteilen bei weit über 1000.

Aus Angst vor weiteren, neuen Varianten – etwa aus Brasilien – verschärft Großbritannien weiter seine Einreiseregeln. Ab Montag ist bei der Einreise ins Land ein negativer Corona-Test notwendig, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Außerdem müssen sich alle Einreisenden ohne Ausnahmen in eine zehntägige Quarantäne begeben, die frühestens ab dem fünften Tag durch einen weiteren negativen Test beendet werden kann.

Währenddessen soll das Tempo der Impfkampagne weiter hochgeschraubt werden – unter anderem mithilfe von Apotheken und 24-Stunden-Angeboten. Bislang sind in Großbritannien 3,2 Millionen Menschen gegen das Virus geimpft worden. (Quelle: TSP, 15.01.21)


USA: Sorge wegen Corona-Mutation  

Die zuerst in Großbritannien entdeckte und wohl deutlich ansteckendere Corona-Mutation könnte in den Vereinigten Staaten schon bald weiter verbreitet sein als das die ursprüngliche Variante. „Der vorausgesagte Entwicklungsverlauf dieser Variante in den USA weist Anfang 2021 ein schnelles Wachstum auf und wird im März zur vorherrschenden Variante“, teilte die Gesundheitsbehörde CDC am Freitag mit. Dies könne die medizinische Infrastruktur in den Vereinigten Staaten weiter anspannen und strengere öffentliche Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 verlangen. In den USA wurden bislang laut der CDC 76 Fälle der Corona-Variante in zehn Bundesstaaten gemeldet. (Quelle: TSP, 15.01.21)


Fast eine Million Impfdosen in Deutschland verabreicht

Seit dem Impfstart am 27. Dezember 2020 sind in Deutschland 961.682 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Dies geht aus aktuellen Angaben des Robert-Koch-Instituts hervor, das täglich über die Menge verabreichter Impfdosen informiert.

Fast die Hälfte (46 Prozent) der an Deutschland ausgelieferten Impfdosen wurde somit bereits benutzt. Viele Bundesländer halten etwa die Hälfte der Dosen zurück, damit die zweite Impfdosis, mit der ein vollständiger Impfschutz erst gewährleistet ist, sicher erfolgen kann.

Derzeit ist Mecklenburg-Vorpommern Spitzenreiter unter den Ländern: Das Bundesland hat bereits 78 Prozent des ausgelieferten Impfstoffes verimpft. In Berlin wurde rund die Hälfte der aktuell zur Verfügung stehenden Impfdosen verabreicht.

Insgesamt hat Deutschland nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bereits 2.008.500 Impfdosen des Biontech-Impfstoffs erhalten, dazu kamen 63.600 Impfdosen des zweiten in der EU zugelassenen Impfstoffs von Moderna, die diese Woche geliefert wurden. In den kommenden Wochen soll Deutschland pro Woche 667.875 Impfdosen von Biontech erhalten.

Die Menge des Moderna-Impfstoffs wird alle zwei Wochen steigen: Das Gesundheitsministerium rechnet in der vierten Kalenderwoche mit 91.200 Impfdosen, in der sechsten mit 226.800 und in der achten Kalenderwoche mit 674.400. Der Impfstoff wird gemäß dem Bevölkerungsanteil auf die Bundesländer verteilt. (Quelle: TSP, 15.01.21)


Deutlich mehr Neuinfektionen in Großbritannien

Trotz des Lockdowns steigt die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien. Sie liegt bei 55.761 nach 48.682 am Vortag. Zudem werden den vierten Tag in Folge mehr als 1000 neue Todesfälle verzeichnet. Deren Zahl liegt mit 1280 in etwa so hoch wie am Vortag. In Großbritannien wurde zuerst eine ansteckendere Variante des Virus nachgewiesen. (Quelle: TSP, 15.01.21)


Italien verlängert Ausgangssperren bis 5. März

Italien verlängert seine nächtlichen Ausgangssperren bis zum 5. März. Auch die Bewegungsfreiheit zwischen einzelnen Regionen bleibt bis zum 15. Februar eingeschränkt, heißt es in einem Erlass von Premierminister Giuseppe Conte. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt zwar mit 15.000 bis 20.000 unter dem Hoch von 40.000 Mitte November. Gesundheitsminister Roberto Speranza hatte jedoch am Mittwoch vor einer Verschärfung der Lage gewarnt. (Quelle: TSP, 15.01.21)


Biden will mit Rettungsprogramm Frauen stärken

Sie gelten als besonders betroffen von der Corona-Pandemie in den USA und sollen nun verstärkt Aufmerksamkeit erhalten: Der künftige US-Präsident Joe Biden nimmt in seinem gigantischen Rettungsprogramm vor allem die Frauen des Landes in den Blick. Sie sind es, die nicht nur besonders hart von Jobverlusten betroffen sind, sondern zugleich auch die fehlende Betreuung durch Kitas und Schulen auffangen.

Die Organisation The National Women’s Law Center hat vorgerechnet, dass so gut wie alle der 140.000 Jobs, die im Dezember in den USA verloren gingen, Frauen innehatten. So gingen auf der Frauenseite 156.000 Arbeitsplätze verloren, auf der Männerseite stand ein Plus von 16.000 Jobs. Die Organisation setzt sich für die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ein.

Biden will nun ein insgesamt 1,9 Billionen Dollar schweres neues Rettungsprogramm auflegen und damit die USA und insbesondere die Frauen des Landes aus der Corona-Krise führen. Die Pläne umfassen zum Beispiel einen „bezahlbaren“ Zugang zu Kindertagesstätten, sodass Eltern und vor allem Frauen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren könnten, sagte Biden bei der Pressekonferenz.

(Foto: CC s. Archiv v. 28.4.20; Quelle: TSP, 15.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen sehr hoch. Am Freitag, 15. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.473 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen gemeldet. Im Zusammenhang mit Corona sind 62 weitere Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer in Niedersachsen ist damit auf 2.572 gestiegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen bei 105,7 Fällen je 100.000 Menschen.  (Quelle: NDR, 15.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 15.01.2021, 09:00 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet heute früh einen weitere CoViD-19-Toten. D. Erkrankte lebte in Papenburg.  Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich jetzt auf 91 (+1). Papenburg, die nördlichste Stadt im Landkreis, ist weiterhin mit aktuell 146 akut Erkrankten der Hotspot im Landkreis. Zum Vergleich: Das ist etwa 3,5 mal mehr als in Lingen (Ems).

Auch sonst steigen die Infektionen weiter.  Durch 63 Neuinfektionen beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 5.950 (+63). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.376 Personen (+76) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 483 (-14) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.300 (-48) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 114,1 (= +373 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 127,6 etwas höher.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 10 (+3) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 2 (+/-0) von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 5 (+/-0)  CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 2 (+/-0) invasiv beatmet werden. Übrigens hängt der Rückgang in den allermeisten Fällen damit zusammen, dass CoViD-19-Patienten verstorben sind.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 750 Menschen (+1) erkrankt. 692 (+11) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 44 (-10) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 189 167 2 20
Einheitsgemeinde Emsbüren 141 125 0 16
Samtgemeinde Freren 366 348 15 3
Einheitsgemeinde Geeste 224 215 2 7
Stadt Haren (Ems) 360 348 1 11
Stadt Haselünne 279 269 3 7
Samtgemeinde Herzlake 184 168 4 12
Samtgemeinde Lathen 259 249 0 10
Samtgemeinde Lengerich 126 118 1 7
Stadt Lingen (Ems) 750 692 14 44
Stadt Meppen 636 575 12 49
Samtgemeinde Nordhümmling 213 179 1 33
Stadt Papenburg 822 668 8 146
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 43 36 1 6
Einheitsgemeinde Salzbergen 104 98 3 3
Samtgemeinde Sögel 427 394 0 33
Samtgemeinde Spelle 313 256 13 44
Einheitsgemeinde Twist 139 134 2 3
Samtgemeinde Werlte 375 337 9 29
 Gesamt* 5950 (+63) 5376 (+76) 91 (+1)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 483 (-14)

(15.01.21)


Lauterbach warnt vor Industrieschließung

Bei anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen kann dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach zufolge die Schließung von Betrieben drohen. „Der Lockdown ist nicht so erfolgreich, wie er sein muss“, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Unternehmen müssten stärker in den Lockdown einbezogen werden. „Wir sollten das Homeoffice verpflichtend machen – dort, wo es geht.“

Die Firmen selbst seien gut beraten, ihren Beitrag zu leisten, um den Lockdown erfolgreich zu Ende zu bringen. „Andernfalls können wir irgendwann gezwungen sein, auch Betriebe zu schließen“, sagte Lauterbach. „Möglicherweise müssten wir sogar an die Industrieproduktion heran.“ Das könne niemand wollen.

Die bisherige Wirkung des Lockdowns nannte Lauterbach enttäuschend. „Wir sind in einer sehr prekären Situation.“ Würden sich ansteckendere Corona-Varianten stärker in Deutschland verbreiteten, „hätten wir ein Riesenproblem“. (Quelle: TSP, 15.01.21)


Deutschland-Zahlen: Mehr als 2 Millionen

In Deutschland haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie bereits über zwei Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.368 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 2.000.958 (Stand: 15.01., 00.00 Uhr). Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Gesamtzahl noch deutlich höher liegen dürfte, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Außerdem wurden 1113 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Der bisherige Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan noch etwas schwierig, weil um den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 146,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 287,6 und Sachsen mit 274,1. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 78,7.

In den vergangenen Tagen sei die Zahl der registrierten Neuinfektionen wieder angestiegen, hieß es im RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend. Ob sich dieser Trend, über die erwarteten Nachtestungen und Nachmeldungen hinaus, weiter fortsetze, werde sich erst im Laufe der nächsten Tage zeigen.

Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 44.994. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.641.200 an. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 1,02 (Vortag: ebenfalls 1,02). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 102 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. (Quelle: RKI, 15.01.21)


Weil fordert mehr Tempo von Europa

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fordert von der EU mehr Tempo bei der Zulassung des Impfstoffes des britisch-schwedischen Herstellers Astra-Zeneca. Zwar finde er den Ansatz richtig, bei der Impfstoffbeschaffung europäisch zu vorzugehen, sagte Weil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Doch begreife er nicht, „warum bestimmte Impfstoffe in Europa später zugelassen werden als im Rest der Welt“.

Mit dem Impfstoff könnten tausende Hausärzte in die Impfkampagne einsteigen, „was richtig Schwung in die Sache bringen würde“. Der zusammen mit der Universität Oxford entwickelte Astra-Zeneca-Impfstoff hat im Vergleich zu den bisher verfügbaren Mitteln den Vorteil, dass es deutlich billiger und leichter zu lagern ist.

Bislang sind in der EU die Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie Moderna zugelassen. Astra-Zeneca beantragte am Dienstag eine Genehmigung. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will diesen Antrag auf bedingte Zulassung bis Ende Januar prüfen.

Großbritannien hatte das Astra-Zeneca-Präparat als weltweit erstes Land Ende Dezember zugelassen. Danach folgten Argentinien und Indien. (Foto: CC s. Archiv v. 28.10.20; Quelle: FAZ,15.01.21)


Sachsen-Anhalts Schulen: Versetzungen leichter ?

Wegen des aktuellen Corona-Notbetriebs an Sachsen-Anhalts Schulen erwägt das Bildungsministerium Lockerungen bei Versetzungsfragen. Es werde an konkreten Regelungen gearbeitet, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstagabend auf Anfrage. Klarheit solle in den kommenden Tagen herrschen. Zuvor hatte der Sender MDR Jump über die Pläne berichtet.

Laut Ministerium soll es bei der Entscheidung, ob Schülerinnen und Schüler eine Klasse wiederholen müssen, ähnliche Spielräume geben wie im vergangenen Schuljahr. Nach den ersten coronabedingten Schulschließungen im März und April 2020 hatte das Land zwar keine prinzipielle Versetzung aller Schüler unabhängig von ihren Leistungen angeordnet und Sitzenbleiben war weiterhin möglich. Allerdings wurden den Lehrkräften große Spielräume eingeräumt, Kinder und Jugendliche zu versetzen, die aufgrund der Situation kaum Noten bekommen hatten. Zudem sollen Eltern leichter die Möglichkeit bekommen, ihre Kinder freiwillig eine Klasse wiederholen zu lassen.

In Sachsen-Anhalt gibt es seit Montag nur einen Notbetrieb an den Schulen: Kinder der ersten bis sechsten Klassen können betreut werden, wenn ihre Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Die Abschlussjahrgänge bekommen Präsenzunterricht, alle anderen Aufgaben für zuhause und Online-Angebote. Bildungsminister Marco Tullner (CDU) kündigte angesichts der bisher unverändert angespannten Corona-Infektionslage an, dass der Distanzunterricht vermutlich mindestens bis Ende Februar fortgesetzt werden muss.

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Tullner sagte, es sei klar, dass es Anpassungen an die aktuellen Bedingungen geben müsse. Diese würden derzeit erarbeitet. Mit Blick auf die Abschlussprüfungen sagte er: Die Schülerinnen und Schüler hätten lange und intensiv auf ihre Abschlüsse hingearbeitet, nun sollten sie auch einen vollwertigen Abschluss erhalten. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


RKI empfiehlt härteren Lockdown

Es reicht einfach nicht. Das Verhalten der Bundesbürger im zweiten Corona-Lockdown ist nach einer Analyse des Robert Koch-Instituts weiterhin zu inkonsequent, um die Pandemie zeitnah in den Griff zu bekommen. Auch die bisherigen Pandemie-Regeln gehen dem Bundesinstitut nicht weit genug.
„Diese Maßnahmen, die wir jetzt machen – für mich ist das kein vollständiger Lockdown“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag. „Es gibt immer noch zu viele Ausnahmen und es wird nicht stringent durchgeführt.“ Mit Blick auf ansteckendere Mutationen des Coronavirus ergänzte er: „Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Lage noch verschlimmert.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) machte am Abend deutlich, dass sie sich schon kommende Woche und nicht erst wie geplant am 25. Januar mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten will. Es gebe derzeit keinen Spielraum für Öffnungen, sagte sie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Teilnehmern in der Online-Sitzung des CDU-Präsidiums zur Vorbereitung des Wahlparteitags der CDU am Freitag und Samstag. Einen Termin für die nächste Runde mit den Regierungschefs der Länder nannte Merkel demnach nicht, Montag oder Dienstag sind den Angaben zufolge im Gespräch. Einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach im Kanzleramt über die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nachgedacht werde, wies Merkel nach Angaben mehrerer Teilnehmer zurück.

Bisher ist es nach der RKI-Statistik nicht gelungen, die Infektionsraten in Deutschland massiv zu drücken. Mehr als 25.000 neue Covid-Fälle meldete das Institut am Donnerstag. Damit bleibt es trotz kleiner Lichtblicke, die noch keinen Trend belegen, bei einem viel zu hohen Plateau. Die Quittung für die seit Wochen hohen Infektionszahlen gibt es jeden Tag in Alten- und Pflegeheimen, auf den Intensivstationen und beim Blick auf Todesfallzahlen. Mit 1244 Menschen sind am Donnerstag so viele Tote innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Das RKI hält deshalb auf der Basis von Rechenmodellen einen strengeren Lockdown für sinnvoll. Regeln, die zu weniger Kontakten führten, müssten verschärft werden, sagte Epidemiologe Dirk Brockmann. „Alle Modelle sind sich einig, dass das massiver und effektiver passieren muss.“ Deutschland müsse in einer Phase kommen, in der die Inzidenz substanziell und schnell heruntergehe. So wie im Frühjahr.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will sich bereits für „weitere und schärfere Maßnahmen“ einsetzen, kündigte er an. Er würde ein früheres Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel befürworten.

„Der Aspekt mit den Toten bedrückt mich enorm“, sagte RKI-Präsident Wieler. Sehr viele finden wir in Pflege- und Altenheimen.“ Die Einrichtungen müssten besser geschützt werden. Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, findet deutlichere Worte. „Die vielen Infektionen und hohen Todesraten unter den 900.000 Pflegeheimbewohnern sind vor allem auf mangelnde Hygiene zurückzuführen“, kritisierte er. Es gebe kaum noch externe Kontrollen durch die Gesundheitsämter und weiterhin keine verpflichtenden Tests vor jedem Dienstbeginn und Besuch. „Das ist die toxische Mischung.“ Bisher versagten Bund, Länder, Gemeinden und auch die Einrichtungen vor Ort bei dieser lebensentscheidenden Aufgabe.

Inkonsequenz beim Befolgen der Pandemie-Regeln in Deutschland kann für Wieler viele Gesichter haben: Firmen zum Beispiel, die gute Hygienekonzept für ihre Büros haben – doch dann treffen sich große Gruppen von Kollegen zum Mittagessen in der Kantine. „Es braucht mehr verantwortungsvolle Arbeitgeber“, mahnte er. Und Homeoffice, wo es geht.

Es braucht aber wohl auch mehr verantwortungsvolle Bürger. Die Sonntagsausflüge im Dezember nahmen nach der RKI-Mobilitätsanalyse zum Beispiel kaum ab – ganz anders als beim ersten Lockdown im Frühjahr. Weihnachten gab es weniger weite Reisen, doch insgesamt ging die Mobilität nach Brockmanns Analyse im Vergleich zum Vorjahr nur um 10 bis 15 Prozent zurück. Das reiche nicht.

„In allen Bereichen gibt es Luft nach oben“, bilanzierte Wieler. Er zeichnet ein Bild für das Verhalten im Land: „Das ist, als ob Sie im Regen stehen, den Schirm nicht aufspannen und dann hinterher sagen, der Schirm funktioniert nicht.“

Im Moment ist zudem laut Wieler die Mutations-Situation in Deutschland noch nicht abschätzbar. Doch klar sei: Die ansteckenderen Virusvarianten hätten Reisende aus Großbritannien und Südafrika mitgebracht. Bislang gebe es rund 20 Belege in Deutschland. Deshalb Wielers Appell: Bitte wenn möglich nicht reisen!

Zum Schutz aller geht es darüber hinaus um Regeln, die der RKI-Chef seit Wochen gebetsmühlenartig wiederholt: möglichst wenige Menschen treffen, und wenn, dann am besten draußen. Abstand halten, Masken tragen, Händewaschen. Zu Hause bleiben und zu Hause arbeiten, wo und wann immer das möglich ist.

Doch die Realität sieht oft anders aus: Wenn die 83-Jährige im Supermarkt um 1,5 Meter Abstand an der Kasse bittet, wird sie in Berlin von anderen Kunden angeblafft – man trage doch schließlich Masken!

Das Impfen als Weg aus der Pandemie wird dauern. Mit 840 000 Menschen sei nun rund ein Prozent der Bevölkerung geimpft, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Damit habe der Weg heraus aus der Pandemie begonnen. Jeder muss jedoch zweimal geimpft werden. „Gleichzeitig sind wir noch in der schwersten Phase der Pandemie“, sagte Spahn. Die Zahl der Infektionen und Toten sei sehr betrüblich. Wieler versuchte, es positiv zu formulieren: „Am Ende dieses Jahres werden wir die Pandemie kontrolliert haben.“ Das sind noch elfeinhalb Monate – und wie viele Tote? (Quelle: faz, 14.01.21)


Merkel will nächstes Bund-Länder-Treffen vorziehen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will schon kommende Woche und nicht erst wie geplant am 25. Januar mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Das machte Merkel am Abend in der Online-Sitzung des CDU-Präsidiums zur Vorbereitung des Wahlparteitags der CDU am Freitag und Sonnabend nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Teilnehmern deutlich. Es gebe derzeit keinen Spielraum für Öffnungen. Einen konkreten Termin für die nächste Runde mit den Regierungschefs der Länder nannte Merkel demnach nicht. Die in Großbritannien aufgetauchte Variante des Coronavirus verbreite sich viel schneller als die ursprüngliche Form, Wissenschaftler seien in großer Sorge, sagte Merkel demnach weiter. Die „Bild“-Zeitung sprach von einem angeblichen „Mega-Lockdown“. Diesen Bericht, wonach im Kanzleramt auch über die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nachgedacht werde, wies sie nach Angaben mehrerer Teilnehmer zurück. (Quelle: NDR, 14.01.21)


Niedersachsen startet zweite Briefkampagne zum Impfstart

Nach Kritik an einer Briefkampagne des Sozialministeriums für über 80-Jährige zum Impfstart wird es eine zweite Informationskampagne über die Kommunen geben. Diese sollen die alten Menschen über die ihnen zur Verfügung stehenden Meldedaten anschreiben, teilte das Ministerium in Hannover mit.

Die Kampagne des Ministeriums war in die Kritik geraten, weil die Deutsche Post beauftragt wurde, unter Nutzung unvollständiger Adresslisten der Deutsche Post Direkt GmbH entsprechende Haushalte anzuschreiben. Nicht alle Menschen über 80 Jahren würden somit erreicht, wurde kritisiert. Dies soll nun mit den Schreiben der Kommunen gewährleistet werden.

(Quelle: NDR, 14.01.21)



Niedersachsen: Moderna-Impfungen starten in Oldenburg und Osnabrück

Die Impfungen mit den ersten in Niedersachsen eingetroffenen Dosen des Moderna-Impfstoffs starten an diesem Freitag in Oldenburg und Osnabrück. Dort wird in Krankenhäusern geimpft, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit. Von den 6.000 Dosen der ersten Moderna-Lieferung für Niedersachsen seien zunächst 2.600 in die Impfzentren weiterverteilt worden, da Dosen für die zweite Impfung aufgehoben werden. (Quelle: NDR, 14.01.21)


Essen: Ü80 wollen Impfung erklagen

Zwei über 80 Jahre alte Eheleute aus Essen, die schnell gegen Corona geimpft werden wollen, haben das Oberverwaltungsgericht (OVG) eingeschaltet. Nach Angaben einer Sprecherin haben die beiden 84-Jährigen am Donnerstag Beschwerde gegen eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen in der Vorinstanz eingelegt. Dort waren sie mit ihrem Wunsch gescheitert. Die Eheleute hatten argumentiert, dass sie als über 80-Jährige dem höchsten Risiko ausgesetzt seien und dass es rechtswidrig sei, dass zunächst alle Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime geimpft würden; auch die, die noch nicht 80 sind.

Das Verwaltungsgericht aber wies das zurück. Das Ehepaar müsse auf die Öffnung der Impfzentren und die Terminvergabe warten. Das Schutzbedürfnis in den Pflegeheime sei ungleich höher. Dies entspreche den Erkenntnissen und Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. Die Über-80-jährigen, die noch in häuslicher Umgebung wohnten, seien deutlich weniger Kontakten ausgesetzt als Heimbewohner. Wann das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster in der Sache entscheidet, ist offen. (Quelle: WDR, 14.01.21)


Virusmutation in Frankreich: Massentests bei Kindern

Angesichts sich häufender Fälle der in Großbritannien verstärkt aufgetretenen Corona-Mutation will Frankreich massenweise Kinder auf das Virus testen lassen. „Wir haben ein Protokoll erstellt, das darauf abzielt, bis zu eine Million Kinder und Lehrkräfte im Monat zu testen, was enorm ist“, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag in Metz der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge. Das Virus scheine bei Kindern ansteckender zu sein. Überall dort, wo es sinnvoll sei, solle bereits ab einem Alter von sechs Jahren getestet werden.

Zuletzt waren in Frankreich immer wieder Fälle der Virus-Variante aufgetreten – etwa in Marseille und im Großraum Paris. Behörden hatten sich besorgt gezeigt und zu weiteren Maßnahmen aufgerufen. (Quelle: FAZ, 14.01.21


Baubranche rüstet sich mit Präventionsmaßnahmen

Die Baubranche einigt sich auf umfangreiche Präventionsmaßnahmen, um die Beschäftigten angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage besser zu schützen. Die Arbeitgeberverbände ZDB und HDB einigen sich mit der Gewerkschaft IG Bau darauf, dass die zuständige Berufsgenossenschaft BG Bau künftig eine Million FFP2-Masken bestellt und auf den Baustellen zur Verfügung stellt. Zudem soll es regelmäßige Corona-Tests geben. Gleichzeitig fordern Baugewerbe, Industrie und Gewerkschaft als Sozialpartner der Bauwirtschaft die Politik auf, den Medizinischen Dienst der BG Bau wie auch die Betriebsärzte in die gerade gestartete Impfkampagne mit einzubeziehen. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


1,01 Prozent in Deutschland geimpft

Gut ein Prozent der deutschen Bevölkerung ist bis Donnerstagmittag gegen das Coronavirus geimpft worden. Das teilten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sowie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mit. Den RKI-Zahlen zufolge erhielten 842.455 Menschen die erste Injektion mit dem Impfstoff. Für einen vollständigen Impfschutz sind allerdings zwei Injektionen im Abstand von etwa drei Wochen erforderlich.

Das RKI gab die Impfquote für die erste Impfung mit 1,01 Prozent an. Im Vergleich zum Vortag kamen demnach 78.116 neue Impfungen hinzu. Der Impfstoff wird bislang in erster Linie von dem deutschen Hersteller Biontech und seinem US-Partner Pfizer geliefert, in geringerem Umfang auch von dem US-Hersteller Moderna.

„Wir haben den Weg raus aus der Pandemie begonnen“, sagte dazu Spahn. Noch sei Deutschland aber „in der schwersten Phase der Pandemie“, fügte er mit Blick auf die anhaltend hohen Zahlen von Neuinfektionen und Corona-Toten hinzu.

Um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssten Schätzungen zufolge mehr als 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Damit dieses Ziel möglichst bald in der zweiten Jahreshälfte erreicht werden kann, müsste das Impftempo erheblich gesteigert werden. Bislang stehen die Impfstoffe aber nur in sehr begrenzter Menge zur Verfügung. Auch gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Mecklenburg-Vorpommern erreichte als Spitzenreiter laut RKI bereits eine Impfquote von 2,05 Prozent, mehr als doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt. Schleswig-Holstein kommt auf eine Quote von 1,64 Prozent, Sachsen-Anhalt auf 1,34 Prozent. Dagegen liegen Thüringen mit 0,66 Prozent und Baden-Württemberg mit 0,74 Prozent deutlich zurück.
(Quelle: FAZ, 14.01.21)


Nebenwirkungen?

Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat bislang keine Hinweise auf möglicherweise vermehrt auftretende Nebenwirkungen bei Impfungen gegen das Coronavirus. Bis Sonntag seien ihm 325 Verdachtsfälle gemeldet worden, teilte das PEI am Donnerstag im hessischen Langen mit. 51 Fälle davon seien als schwerwiegend einzuschätzen. Die Werte seien konsistent zu den Daten aus den klinischen Zulassungsstudien und zudem statistisch unauffällig.

Bis Sonntag waren in Deutschland laut Robert-Koch-Instituts (RKI) bereits mehr als 600.000 Impfungen verabreicht worden. „Bisher sehen wir kein neues Risikosignal“, sagte PEI-Expertin Brigitte Keller-Stanislawski am Donnerstag vor Journalisten. Sie betonte zugleich, dass es sich um Verdachtsfälle handle, bei denen ein kausaler Zusammenhang zur Impfung nicht belegt sei. PEI-Präsident Klaus Cichutek betonte, dass die Risiken der beiden zugelassenen Impfstoffe nach bisherigen Stand „sehr, sehr begrenzt“ seien. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


USA mit hoher Zahl von Neuanträgen auf Arbeitslosenhilfe

Die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den USA auf fast eine Million gestiegen. In der Woche bis zum 9. Januar stellten 965.000 Personen einen Antrag, rund 180.000 mehr als in der Vorwoche und so viele wie seit August nicht mehr, wie die US-Regierung am Donnerstag mitteilte.

Die Erstanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung am Arbeitsmarkt in der größten Volkswirtschaft der Welt wider. Wegen der Corona-Krise verharren die wöchentlichen Erstanträge auf sehr hohem Niveau. Zum Vergleich: Vor der Krise hatten die Anträge meist nur bei rund 200.000 gelegen. Im Dezember waren erstmals seit April wieder Zehntausende Arbeitsplätze verloren gegangen; die Arbeitslosenquote blieb bei 6,7 Prozent.
(Quelle: FAZ, 14.01.21)


Altmaier-Prognose: Dramatischer Anstieg der Insolvenzen steht nicht bevor

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet nicht mit einem dramatischen Anstieg der Insolvenzen in den nächsten Monaten. Seine Politik sei darauf ausgerichtet, dies zu verhindern, sagt der CDU-Politiker. Vermutlich habe es 2020 weniger Zusammenbrüche gegeben als 2019, was zeige, dass die Maßnahmen – etwa die wegen der Corona-Krise über viele Monate ausgesetzte Insolvenzantragspflicht – griffen. „Wir wollen aber zu normalen Verhältnissen zurückkehren.“

Ein weiteres Konjunkturprogramm hält der Wirtschaftsminister derzeit nicht für nötig. Außerdem macht er klar, dass die Corona-Hilfen nicht ewig fortgesetzt werden können. „Es geht hier nicht um eine Lösung auf Dauer“, sagt der CDU-Politiker. Der Staat müsse aber sicherstellen, dass die Substanz der deutschen Wirtschaft erhalten bleibe. Dafür werde die Regierung alle nötigen Mittel zur Verfügung stellen. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


Impfbeginn in der Türkei

In der Türkei haben am Donnerstag landesweit die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Eingesetzt wird dabei der Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac. Als erstes wurden Mitarbeiter des Gesundheitswesens in den Städten des Landes geimpft, unter anderem in Istanbul und der Hauptstadt Ankara. Auch der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca seine erste Impfung. Dabei versichert er: „Das ist ein sicherer Impfstoff“.

Gesundheitsminister Koca hatte am Mittwochabend den genauen Fahrplan bekannt gegeben. Demnach sollen zunächst Mitarbeiter im Gesundheitswesen geimpft werden, später sollen Menschen über 65 Jahren und Beschäftigte hinzukommen die in für das öffentliche Leben wichtigen Bereichen arbeiten.

In der Türkei mit ihren 83 Millionen Einwohnern wurden bisher mehr als 2,3 Millionen Corona-Fälle registriert, mehr als 23.000 Menschen starben. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


Studie: Nach überstandener Infektion fünf Monate geschützt, aber…

Nach einer überstandenen Corona-Infektion sind Menschen einer Studie zufolge sehr wahrscheinlich mindestens fünf Monate vor einer abermaligen Ansteckung geschützt. Allerdings gebe es Hinweise, dass auch Personen mit Antikörpern das Virus weiterverbreiten könnten, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichte Studie der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) unter Mitarbeitern des britischen Gesundheitssystems. Aussagen über die Effekte von Impfstoffen könne die Studie zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht machen.

An der sogenannten Siren-Studie nehmen Zehntausende Mitarbeiter des britischen Gesundheitssystems teil. Sie wurden seit Juni regelmäßig sowohl auf eine Corona-Infektion als auch auf Antikörper getestet. Von 6614 Teilnehmern, die positiv auf Antikörper getestet wurden, habe es nur bei 44 mögliche Neuinfektionen gegeben, so die Studie.(Quelle: FAZ, 14.01.21)


Für vollwertiges Abitur

Die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst (SPD), will Abiturienten trotz der Pandemie einen vollwertigen Schulabschluss ermöglichen. „Wir werden uns innerhalb der KMK mit allen Bundesländern austauschen, wie wir unter Beibehaltung unserer gemeinsamen Standards das Abitur auch unter diesen Rahmenbedingungen gerecht durchführen können“, sagte Ernst der Zeitung „Welt“.

Die Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr ihren Abschluss machen, müssten die Sicherheit haben, dass sie nicht benachteiligt werden. „Ein Notabitur hätte fatale Folgen. Wir brauchen eine gleichwertige Hochschulzugangsberechtigung.“ Ob die bisherigen Maßnahmen an den Schulen nachjustiert werden müssten, hänge von der weiteren Entwicklung der Infektionszahlen ab, sagte Ernst, die auch Bildungsministerin in Brandenburg ist.

„Sollten die harten Einschränkungen im Schulbetrieb jetzt noch viel länger dauern, müssen wir uns das Thema Abschlüsse noch einmal vornehmen.“ In Berlin und Brandenburg sei schon entschieden worden, dass die dortigen Schulen beim Abitur eine Aufgabe mehr zur Auswahl bekommen.(Quelle: Die Welt, 14.01.21)


Hotspot: Fleischverarbeitender Betrieb

In einem fleischverarbeitenden Betrieb in Frechen bei Köln haben sich 55 Beschäftigte mit Corona infiziert. Am 28. Dezember sei bei einer der Mitarbeiterinnen eine Covid-19-Erkrankung nachgewiesen worden, teilte der Rhein-Erft-Kreis am Donnerstag mit. Daraufhin seien die Mitbewohner in einer Gemeinschaftsunterkunft ebenfalls getestet worden. Bisher sei bei 55 Beschäftigten eine Infizierung mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, sagte eine Sprecherin. (Foto: Pixabay; Quelle: KStA, 14.01.21)


Kretschmann (Grüne): Lockdown verlängern

Der Corona-Lockdown muss nach den Worten von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann voraussichtlich über Januar hinaus ausgedehnt werden. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir den Lockdown verlängern müssen“, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag in Stuttgart. Er will bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf dringen, dass die für den 25. Januar geplante Videokonferenz mit den anderen Ministerpräsidenten auf nächste Woche vorgezogen wird.

Kretschmann sagte, er werde sich für „weitere und schärfere Maßnahmen“ einsetzen. Er verwies auf die weiter hohen Infektionszahlen und die neu aufgetretenen Virus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika, über deren Verbreitung man noch zu wenig wisse. „Wir befinden uns noch nicht in einem Abwärtstrend“, betonte Kretschmann. Auch in Baden-Württemberg seien erste Fälle der mutierten Viren aufgetreten. Man wisse noch nicht, was da auf das Land zukomme. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


Niedersachsen: Alleinerziehende fordern Ausnahmen von Corona-Regeln

Alleinerziehende Eltern haben die niedersächsische Landesregierung aufgefordert, die Corona-Regeln für sie zu lockern. Die neuen Kontaktbeschränkungen machten es für sie fast unmöglich, zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten oder die Unterstützung von Familie, Freunden und Bekannten in Anspruch zu nehmen, heißt es in einem Brief des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Konkret fordert der Verband, die Kinder von Alleinerziehenden bis zu einem Alter von zwölf Jahren bei den Kontaktbeschränkungen nicht mitzuzählen. Außerdem müsse die Vergabe der Notbetreuungsplätze an Kitas und Schulen von den Kommunen und nicht von den jeweiligen Einrichtungen geregelt werden, um einen verlässlichen Rahmen zu schaffen. Ein Recht auf Homeoffice für Alleinerziehende könne darüber hinaus die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern. (Quelle: NDR, 14.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen hoch. Das Landesgesundheitsamt (NLGA) meldet 1.705 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen (Vortag: 1.562, Vorwoche: 2.395). Im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung sind weitere 44 Menschen gestorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer im Land stieg damit auf 2.510. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen bei 108,6. Die beiden Landkreise Gifhorn (225,5) und Cloppenburg (202,1) überschreiten nach den Landeszahlen die kritischer 200er-Marke.  (Quelle: NDR, 14.01.21)


Baustellen: Kostenlose FFP2-Masken

Auf Baustellen soll es nach dem Willen der Unternehmen kostenlose oder zumindest verbilligte FFP2-Masken für die Beschäftigten geben. „Wir werden gemeinsam mit der Gewerkschaft und der Berufsgenossenschaft dafür kämpfen, dass es kostenlose oder zumindest verbilligte FFP2-Masken überall auf den Baustellen gibt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des baden-württembergischen Bauwirtschaftsverbandes, Thomas Möller, am Donnerstag dem SWR-Radio.

Darüber hinaus sei man gerade dabei, Konzepte für Corona-Schnelltests zu entwickeln, sagte Möller und forderte außerdem, die Berufsgenossenschaft in die Überlegungen für ein Impfkonzept einzubeziehen. „Und wir wollen eine Kampagne starten, um die Impfbereitschaft der Bauarbeiter zu erhöhen.“ Die Unternehmen hätten selbst ein Interesse daran, die Beschäftigten zu schützen. Im Fall von Infektionen auf einer Baustelle müsse die gesamte Truppe in Quarantäne. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


Niedersachsen: Kritik an „Impfstrategie“

Nach dem jetzigen Schlüssel bekommt die Region Hannover mit ihren fast 1,2 Millionen Einwohnern alle zwei Tage ein Paket mit rund 1.000 Impfdosen. Kleine Landkreise und Städte wie Wilhelmshaven, Wittmund und Holzminden erhalten aber nur alle 23 bis 30 Tage Lieferungen.

Holzmindens Landrat Michel Schünemann (parteilos) zeigt sich entsetzt über den Verteilschlüssel des Landes, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Während in Hannover bereits Menschen mit nicht mehr so hohen Risikofaktoren geimpft werden könnten, seien in Holzminden noch nicht einmal alle Hochgefährdeten an der Reihe gewesen, sagt Schünemann. Ähnlich äußert sich Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos). Wilhelmshaven habe rund 9.600 hochgefährdete Einwohner. Wenn die Impfdosen so schleppend kämen, werde man in Wilhelmshaven allein für diese Gruppe bis Ende Mai brauchen. Das sei nicht akzeptabel.

Dass der Altersdurchschnitt beim jetzigen Verteilschlüssel unberücksichtigt bleibt, empfindet Landrat Schünemann als ungerecht. Im Landkreis Holzminden lebten mehr alte Menschen als woanders. Ein Drittel der Bevölkerung sei älter als 65 Jahre. Daran müsse sich die Corona-Impfstrategie des Landes orientieren. Ein anderes Problem sei, dass die Landkreise Impfzentren aufgebaut und auch Teams im Einsatz hätten. Allerdings seien 1.000 Dosen innerhalb von drei Tagen verimpft, sagt Wilhelmshavens OB Feist. Dann gebe es wieder eine Pause von drei Wochen. Dies bezeichnet Feist als unsinnig. (Quelle: NDR, 14.01.21)


Hannover: MHH reagiert auf gestiegene Zahl von Corona-Patienten 

Angesichts einer drastisch angestiegenen Zahl von Corona-Fällen verschiebt die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) geplante Operationen. Es gebe mehr als 50 Corona-Patienten, von denen mehr als Hälfte intensivmedizinisch betreut werden müsste, teilte die MHH am Donnerstag auf Anfrage mit. Über das Infektionsgeschehen und verschobene Operationen hatte zuvor u.a. die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Die Klinik müsse für eine ausreichende Verfügbarkeit von Intensivkapazitäten sorgen, teilte ein MHH-Sprecher mit. Daher würden zunächst bis Freitag ausschließlich Notfälle operiert werden. „Ausnahmen gelten für alle Operationen, die keine intensivmedizinische Nachbetreuung erfordern“, betonte die MHH.

Nach den aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums (Stand: Donnerstag, 9.00 Uhr) werden in niedersächsischen Kliniken derzeit 1404 mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt. 288 Erwachsene und zwei Kinder benötigen intensivmedizinische Behandlung. (Quelle: GN, 14.01.21)



In 2021: 20 statt 10 Tage Kinderkrankengeld

Der Bundestag hat den Weg für das ausgeweitete Kinderkrankengeld in Pandemiezeiten frei gemacht. Das Parlament billigte am Donnerstag das neue Gesetz, demzufolge gesetzlich versicherte Eltern in diesem Jahr 20 statt zehn Tage Kinderkrankengeld pro Kind und Elternteil beantragen können. Der Anspruch soll auch für die pandemiebedingte Kinderbetreuung zu Hause gelten, etwa bei Schulschließungen.

Eltern können das Kinderkrankengeld auch beantragen, wenn sie im Homeoffice arbeiten Für Alleinerziehende erhöhe sich der Anspruch um 20 auf 40 Tage pro Kind und Elternteil. Die neue Regelung soll rückwirkend zum 5. Januar gelten. Der Anspruch auf das erweiterte Kinderkrankengeld besteht mit der Neuregelung auch dann, wenn die Präsenzpflicht an der Schule aufgehoben oder der Zugang zum Betreuungsangebot der Kita eingeschränkt ist.

Abgerechnet werden sollen die zusätzlichen Leistungen über die Krankenkassen. Dafür leiste der Bund zum 1. April einen zusätzlichen Bundeszuschuss zur Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds in Höhe von 300 Millionen Euro. Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen, hänge davon ab, wie viele Eltern Kinderkrankengeld beantragen, erklärte das Ministerium. (Quelle: FAZ, 14.01.21)


Israel: Ganz und gar nicht über’n Berg

In Israel sind den dritten Tag in Folge mehr als 9000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 9388 Fälle gemeldet. Dies ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Zum Vergleich: Israel hat etwas mehr als neun Millionen Einwohner, Deutschland etwa neunmal so viele.

Israel steckt mitten in einer dritten Corona-Welle. Seit Freitag gilt ein zweiwöchiger harter Lockdown mit Maßnahmen wie der Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Man darf das eigene Haus oder die eigene Wohnung nur in einem Umkreis von 1000 Metern verlassen. Israels Corona-Beauftragter Nachman Asch sagte dem Online-Portal „ynet“, der Lockdown könnte angesichts der hohen Infektionszahlen um eine Woche verlängert werden.

Experten rechnen aber mit baldigen Effekten der vor knapp einem Monat angelaufenen Impfkampagne. Bislang wurden in Israel mehr als 1,9 Millionen Menschen geimpft. Die Regierung will bis Ende März allen Bewohnern, die älter als 16 Jahre sind, eine Impfung anbieten. Für den 23. März ist eine Neuwahl geplant. (Quelle: FAZ, 15.01.21)


Kommunen warnen: „Menschen überfordert“

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat vor einer Verschärfung des Lockdowns gewarnt: Die Regierung müsse bedenken, „dass nach fast einem Jahr auch bei der Akzeptanz in der Bevölkerung gewisse Ermüdungserscheinungen feststellbar sind“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Immer neue und zum Teil nur schwer nachvollziehbare Regelungen können die Menschen überfordern mit der Folge, dass sie die Vorschriften leider nicht immer beachten.“

Statt weiterer Verschärfungen forderte Landsberg „klare Strategien und Hoffnungssignale, wie das Zurückfahren des Lockdowns erfolgen sollte“. Dazu gehöre „eine klare Perspektive, unter welchen Voraussetzungen wann, wo, welche Einrichtungen und Geschäfte wieder vorsichtig geöffnet werden sollen“.

Landsberg schlug einen „an die jeweiligen Inzidenzzahlen gekoppelten, bundesweiten verbindlichen Katalog“ vor. Darin solle festgehalten werden, wann welche Lockerungen kommen oder aber eben Verschärfungen erfolgen müssen. „Dies würde die Transparenz und Verständlichkeit erhöhen und auch die Zustimmung in der Bevölkerung sichern.“

Als Beispiel für „kaum nachvollziehbare Regelungen“ nannte Landsberg die 15-km-Beschränkungen in Gebieten, wo der Inzidenzwert über 200 Neuinfektionen pro Woche liegt. „Hier stellt sich schon die Frage, ob eine solche Einschränkung den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit genügt, also angemessen und erforderlich ist“, sagte er der NOZ. Entscheidend sei schließlich nicht, wie weit jemand fährt, sondern welche Kontakte die Personen an ihrem Zielort haben. Zudem sei die Regelung kaum kontrollierbar. (Quelle: TSP, 14.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 14.01.2021, 08:00 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet heute früh zwei weitere CoViD-19-Tote. D. Erkrankten lebten in Dörpen und Papenburg.  Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich jetzt auf 90 (+2). Papenburg, die nördlichste Stadt im Landkreis, ist weiterhin mit aktuell 153 akut Erkrankten der Hotspot im Landkreis.

Auch sonst ist die Dynamik ungebrochen.  Durch 84 Neuinfektionen beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 5.887 (+51). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.300 Personen (+59) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 497 (+23) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.348 (+39) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 114,1 (= +373 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 127,6 etwas höher.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 7 (+/-0) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 2 (-1) von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 5 (-2)  CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 2 (-1) invasiv beatmet werden. Übrigens hängt der Rückgang in den allermeisten Fällen damit zusammen, dass Patienten verstorben sind.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 749 Menschen (+5) erkrankt. 681 (+6) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 54 (-1) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 186 165 2 19
Einheitsgemeinde Emsbüren 139 124 0 15
Samtgemeinde Freren 366 346 15 5
Einheitsgemeinde Geeste 223 214 2 7
Stadt Haren (Ems) 360 342 1 17
Stadt Haselünne 279 267 3 9
Samtgemeinde Herzlake 179 166 4 9
Samtgemeinde Lathen 258 248 0 10
Samtgemeinde Lengerich 125 118 1 6
Stadt Lingen (Ems) 749 681 14 54
Stadt Meppen 622 573 12 37
Samtgemeinde Nordhümmling 208 174 1 33
Stadt Papenburg 809 649 7 153
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 43 35 1 7
Einheitsgemeinde Salzbergen 102 94 3 5
Samtgemeinde Sögel 424 386 0 38
Samtgemeinde Spelle 305 250 13 42
Einheitsgemeinde Twist 138 134 2 2
Samtgemeinde Werlte 372 334 9 29
 Gesamt* 5887 (+84) 5300 (+59) 90 (+2)  
 

Aktuelle Covid-19-Fälle

 

497

 


Deutschland-Zahlen: Neuer Höchststand bei Corona-Toten 

Die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer durch die Corona-Pandemie in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 1244 weitere Todesfälle gezählt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte. Der bisherige Höchstwert war am vergangenen Freitag mit 1188 Verstorbenen erreicht worden.

Laut den jüngsten Angaben des RKI stieg die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie auf 43.881. Gezählt werden dabei sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstarben als auch Menschen mit Vorerkrankungen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die genaue Todesursache war. (Quelle: RKI, 14.01.21)


Thread (14.01.21)


USA: Mehr als 10 Millionen Impfungen

In den Vereinigten Staaten sind seit dem Start der Impfkampagne mehr als zehn Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Wie die Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mitteilte, wurden rund 10,3 Millionen Dosen der Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna verabreicht. Damit erhielten rund 3,1 Prozent aller 330 Millionen Menschen in Amerika bislang ihre erste Impfdosis. Insgesamt wurden den Angaben zufolge rund 29,4 Millionen Dosen der beiden Impfstoffe an die Bundesstaaten verteilt. Dennoch forderte etwa New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio dringend weitere Impfstofflieferungen von den Bundesbehörden. Andernfalls könne in der Metropole bereits Ende nächster Woche der Impfstoff knapp werden, schrieb de Blasio im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Vereinigten Staaten sind weltweit das am schwersten von der Pandemie getroffene Land. Die Zahl der Corona-Toten lag zuletzt bei 382.000.

Weltweit wurden binnen 36 Tagen rund 28 Millionen Impfdosen verabreicht, wie der Direktor für medizinische Notfälle bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Michael Ryan, am Mittwoch mitteilte. Impfungen erfolgten demnach zunächst in 46 Ländern. Weltweit starben an dem Virus nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP bislang knapp zwei Millionen Menschen. (Quelle: FAZ, 13.01.21)


Spahn zu wenige Tests auf Corona-Mutation

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eingeräumt, dass in Deutschland zu wenige Laboruntersuchungen auf neue Coronavirus-Varianten überprüft werden. Es sei tatsächlich so, dass in zu vielen Ländern in Europa nicht ausreichend sequenziert werde, sagte Spahn am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger“. „Auch Deutschland gehört dazu.“ In anderen Ländern, etwa in Großbritannien oder Dänemark, werde traditionell mehr sequenziert.

Nach aktuellem Kenntnisstand scheine die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Corona-Mutation B.1.1.7 in Deutschland noch nicht allzu stark verbreitet zu sein, sagte Spahn. Um das zu überprüfen, würden die Genomsequenzen nun nachträglich ausgewertet. „Wir werden auch rückwirkend – die Proben sind ja noch da – sequenzieren“, sagte Spahn. Wenn es sich bewahrheiten sollte, dass die Mutation deutlich ansteckungsfähiger sei, „dann würde das natürlich einen Riesenunterschied machen für uns im Umgang mit diesem Virus“. (Quelle: FAZ, 13.01.21)


Spanien: So viele Neuinfektionen an einem Tag wie noch nie

In Spanien steigen die Infektionszahlen weiter rasant. Das Gesundheitsministerium meldet mit 38.869 Neuinfektionen den höchsten Anstieg innerhalb eines Tages seit Ausbruch der Epidemie. Insgesamt wurden bislang 2,18 Millionen Ansteckungen bekannt. An oder mit dem Virus starben weitere 195 Menschen, insgesamt 52.878. (Quelle: TSP, 13.01.21)


Portugal: Freitag neuer Lockdown mit  Pflicht zum Homeoffice

Portugal verhängt ab Freitag einen neuen Lockdown. Dabei sei die Arbeit von zu Hause aus wo immer möglich Pflicht, sagt Ministerpräsident Antonio Costa. Schulen sollen geöffnet bleiben. „Die Regel ist ganz einfach: Wir sollten alle zu Hause bleiben.“ Die Pandemie habe ihre gefährlichste Phase erreicht. (Quelle: TSP, 13.01.21)


Pfizer und Moderna: Impfstoffe sollen auch gegen Corona-Mutationen wirken

Die Pharmafirmen Moderna und Pfizer zeigen sich zuversichtlich, dass ihre Impfstoffe auch gegen die neuen britischen und südafrikanischen Varianten des Coronavirus wirken. „Wir gehen davon aus, dass wir geschützt sind“, sagte Moderna-Manager Tal Zaks am Mittwoch bei einer EU-Gesundheitskonferenz. Sollte es nötig werden, könnte aber auch „binnen Wochen“ eine neue Variante des Impfstoffs entwickelt werden.

Pfizer-Chef Albert Bourla sagte, man warte auf weitere Untersuchungsergebnisse zur Wirksamkeit des gemeinsam mit Biontech entwickelten Impfstoffs gegen die Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika. „Wenn Sie nach meiner Meinung fragen: Ich denke, dass die Ergebnisse positiv sein werden“, sagte Bourla in derselben Veranstaltung der Europäischen Volkspartei. (Quelle: TSP, 13.01.21)


WHO: Zweites Jahr der Pandemie könnte noch härter werden

Das zweite Jahr der Pandemie könnte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge härter sein als das vergangene. Grund seien einige Aspekte der Virusausbreitung, sagt WHO-Experte Mike Ryan. Dies gelte insbesondere auf der Nordhalbkugel angesichts der neuen, ansteckenderen Varianten. Seine Kollegin Maria Van Kerkhove verweist zudem auf die Folgen der Feiertage. „In einigen Ländern wird die Situation sehr viel schlimmer werden bevor es besser wird“, sagt sie. (Quelle: TSP, 13.01.21)


Alarmismus unter den Lehrern:
Deutliche Lernrückstände bei Kindern wegen Corona

Die Corona-Pandemie hat aus Sicht der Lehrer im Land bereits jetzt zu erheblichen Lernrückständen bei vielen Schülern geführt. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung mit Sitz in Stuttgart, über die die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet. Demnach bemängelt fast jeder dritte Lehrer (27 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schüler messbare Defizite. 11 Prozent gaben an, dass die Pandemie zu Lernrückständen bei fast allen Schülern geführt habe. 29 Prozent gehen davon aus, dass weniger als die Hälfte der Schüler Lernrückstände aufweisen.

Besonders Förderschüler leiden der Umfrage zufolge unter den Corona-Bedingungen. Hier bestätigt jede zweite Lehrkraft (54 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schülerschaft messbare Defizite. Bei der digitalen Ausstattung sind die Schulen in Deutschland nach Auffassung der Lehrer trotz Corona-Krise kaum vorangekommen. 61 Prozent der befragten Lehrkräfte gaben an, dass sie weniger gut oder schlecht auf den Fernunterricht vorbereitet seien. Dieser Wert ist im Vergleich zum April (66 Prozent) nur wenig gesunken.

Trotzdem haben die Lehrer nach eigenen Angaben beim Einsatz von Geräten und Software dazugelernt. So berichteten 62 Prozent der Befragten, digitale Technik zur Vermittlung und Aneignung neuer Lerninhalte zu nutzen – zum Beispiel für die Erstellung eigener Erklärvideos. Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr machten dies nur 36 Prozent. (Quelle: TSP, 13.01.21)


Tot nach Impfung in Weyhe – Suche nach Zusammenhang

In einem Seniorenheim in Weyhe (Niedersachsen) ist am Mittwoch eine 89 Jahre alte Frau gestorben. Sie war kurz zuvor geimpft worden. Das Paul-Ehrlich-Institut in Langen (Hessen) untersucht den Fall.

Die 89-Jährige soll obduziert werden, wie der Diepholzer Landrat Cord Bockhop auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Mittwochnachmittag mitteilte. Der Todesfall nach dem Impfen sei der bislang einzige im Landkreis. Die Frau galt laut Bockhop als allgemein fit, telefonierte nach dem Impfen noch mit Angehörigen und war unauffällig. Eine halbe Stunde nach dem Impfvorgang sei sie routinemäßig beobachtet worden. Kurz darauf verstarb sie trotz Wiederbelebungsmaßnahmen.

Wie Bockhop ausführte, seien im Landkreis Diepholz seit dem 5. Januar rund 3.200 betagte Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenheimen ohne Komplikationen gegen Corona geimpft worden. Trotz des unklaren Todesfalls in zeitlicher Nähe zu einer Corona-Impfung zweifele er nicht an der Qualität des Stoffs und der mobilen Teams, betonte Landrat Bockhop. Die Maßnahmen würden wie geplant fortgesetzt. Der Landkreis liege zur Zeit mit einer Inzidenz von 99,5 Fälle etwas unter dem niedersachsenweiten Durchschnitt. Bislang stünden 64 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Bei dem mit der Aufklärung des Todesfalls betrauten Paul-Ehrlich-Institut handelt es sich um das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Es ist unter anderem für die Zulassung und Freigabe von Impfstoffen verantwortlich und untersteht dem Bundesgesundheitsministerium.

(Quelle: NDR, 13.01.21)


Sequenzierung: Neuland in Deutschland

Die Corona-Mutationen aus Südafrika und Großbritannien haben Deutschland längst erreicht. Doch wo genau sie sich hierzulande ausbreiten, ist kaum bekannt, weil positive Corona-Proben bislang nicht systematisch auf die Mutationen untersucht werden. Das soll sich nun ändern.

Labore sollen dazu verpflichtet werden, das Viren-Erbgut öfter zu untersuchen und die Ergebnisse an das Robert-Koch-Institut schicken. Dafür sollen sie 200 Euro bekommen. Je nach Inzidenz sollen zwischen fünf bis zehn Prozent der Positiv-Tests auf das Erbgut hin untersucht werden, so sieht es ein Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums vor, der ZDFheute vorliegt. Er soll noch heute vom Bundeskabinett verabschiedet werden.

Die neue Verordnung von Minister Spahn halten Virologen aber für unzureichend – und sie kommt vor allem viel zu spät (mehr…).

Das Erbgut von Viren besteht aus RNA. Bei dem „Kopiervorgang“ von RNA passieren oft Fehler – Teile von ihr gehen etwa verloren – so entstehen Mutationen, die unterschiedliche Eigenschaften haben können, zum Beispiel bei der Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch.

Um eine Mutation festzustellen, muss man die RNA-Sequenzen im Labor untersuchen und kann sie dann mit dem ursprünglichen Coronavirus-Genom oder seinen Mutationen vergleichen; denn nur wenn bekannt ist, wo Mutationen auftreten und welche Eigenschaften sie haben, können sich Menschen in den betroffenen Regionen besser schützen – beziehungsweise können Behörden und Politiker gezielter reagieren. Auch Impfstoff-Herstellern können die Daten helfen, um die Wirksamkeit ihrer Seren bei weit verbreiteten Mutanten zu überprüfen.

In Deutschland lag der Fokus bislang nicht auf der Sequenzierung. Das liegt auch an der Forschungstradition, wie der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité im Coronavirus-Update-Podcast des NDR sagte:

Alle Länder in Europa werden wenig sequenzieren, weil das einfach nun mal unter normalen Umständen, also sprechen wir mal von Influenza oder so, nicht unbedingt notwendig ist, dass jedes Virus immer sequenziert wird.
Christian Drosten, Virologe Charité

Anders als etwa Großbritannien, das ein eigenes Coronavirus-Genom-Konsortium installiert hat, um die Verbreitung und Veränderung des Virus zu beobachten. Dort wird jeder 15. Positiv-Test auf Mutationen hin untersucht, in Deutschland nur jeder 900., wie Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung Anfang des Jahres zeigten.

Der Virologe Jörg Timm etwa hatte deshalb eine mangelnde Sars-CoV-2-Sequenzierung kritisiert: „Großbritannien hat vorgemacht, wie man entsprechende Strukturen aufbauen kann. Das haben wir in Deutschland – aber auch in vielen anderen europäischen Ländern – bisher verpasst“, sagt der Leiter des Instituts für Virologie am Uniklinikum Düsseldorf. (Quelle und mehr: ZDF, FAZ, 13.01.21)


Niedersachsen: Schulleiter fordern Absage der Abiturprüfungen

Der Schulleitungsverband Niedersachsen verlangt, dass Abitur-Prüfungen und auch alle anderen Abschlussarbeiten abgesagt werden. Dazu würden beispielsweise die Abschlussarbeiten für Haupt- und Realschüler zählen. Im Zeugnis solle stattdessen eine Durchschnittsnote stehen. Die Vize-Vorsitzende des Verbands, Katharina Badenhop, hält es angesichts der hohen Corona-Zahlen und der Turbulenzen an den Schulen für „nicht vertretbar“, das Abitur und die anderen Prüfungen zu schreiben, wie sie dem NDR in Niedersachsen sagte.

„Wir können uns nicht vorstellen, dass das Abitur 2021 so stattfinden kann wie bisher“, so Badenhop. Die Politik müsse sich bewusst machen, welche Ängste und Sorgen an den Schulen bestehen. Die Aufgaben einfacher zu machen oder Inhalte zu streichen, hält sie für „Flickschusterei“. „Das ist uns zu wenig als Maßnahme“, erklärte die Schulleiterin aus Hannover. Der Schulleitungsverband wünscht sich eine bundesweite Diskussion über die Absage von Prüfungen. Badenhop verweist auf die Infektionslage: „Mittlerweile hat sich das dermaßen zugespitzt, dass auch bundesweit Überlegungen gemacht werden müssen. Niedersachsen könnte auch bundesweit den Vorreiter spielen und sagen: Wir gehen diesen Schritt.“

Die Lehrergewerkschaft GEW unterstützt den Vorstoß der Schulleiter. „Für alle Beteiligten in den Schulen gilt, dass wir uns durch die Pandemie in einer extremen Sondersituation befinden“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. „In dieser Not wäre es die logische Folge, sämtliche Abschlussprüfungen an den allgemeinbildenden Schulen zu streichen.“ Auch die GEW verweist aber auf die Folgen eines solchen Schritts. Pooth weiter: „Auf die Abiturprüfungen in Niedersachsen kann verzichtet werden, wenn die im Jahr 2021 erworbene Hochschulreife bundesweit anerkannt wird. Daher fordern wir Kultusminister Tonne auf, diese Anerkennung im Rahmen der Kultusministerkonferenz sicherzustellen.“

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD, Foto lks.) will dagegen an den Prüfungen festhalten. Es sei nicht im Sinne der Schülerinnen und Schüler, wenn die Abschlüsse einen „Corona-Makel“ hätten, heißt es aus seinem Ministerium. Die Schüler hätten das Recht, „hochwertige“ Abschlüsse zu machen. Die Prüfungen würden an die Pandemie angepasst. Ein Sprecher verwies auf zahlreiche Punkte. Allerdings: Das Ministerium schließt auch nicht aus, dass sich an diesem Kurs etwas ändert. „Wir hoffen sehr, dass sich durch den allgemeinen Shutdown die Gesamtlage derart stabilisiert, dass diese Planungen halten.“

Eine klare Absage an den Vorschlag des Schulleitungsverbandes kommt vom Philologenverband, in dem viele Gymnasiallehrer organisiert sind. „Das Abitur ist ein Qualitätszeugnis“, sagte Verbandschef Horst Audritz. „Voreilig darauf zu verzichten, halten wir für nicht sinnvoll.“ Audritz verweist auf das Abitur im vergangenen Jahr – das habe trotz des damaligen Lockdowns verhältnismäßig gut funktioniert. In diesem Jahr sei noch gar nicht so viel Unterricht ausgefallen. Außerdem hätten die Schulen die Möglichkeit, notfalls auch eigene Aufgaben zu entwickeln – das alles spreche aus Sicht der Philologen dafür, an den bisherigen Plänen festzuhalten. „Wenn die Inzidenzzahlen enorm steigen sollten – 300, 400 – und das gesellschaftliche Leben vollkommen ausgesetzt wird, dann muss man neu denken“, so Audritz. (Quelle: NDR, 13.01.21)


Hameln: Kindergeburtstag mit 30 TeilnehmerInnen – 6 auf dem Klo

Die Polizei hat am Mittwoch in Hameln eine Kindergeburtstagsparty aufgelöst. Entgegen der geltenden Corona-Kontaktregeln haben 30 Menschen zusammen gefeiert. Die Feier fand nach Angaben der Polizei in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus statt. Nachbarn hatten sich über die Party beschwert. Als die Polizei eintraf, versuchten sich die Gäste zu verstecken – in Schränken und hinter Türen. Eine Frau habe sich gar mit fünf Kindern in einer Toilette eingeschlossen, sagte ein Polizeisprecher im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen.

In der Wohnung habe niemand eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen. Auch seien die Abstände nicht eingehalten worden, so die Polizei. Die Beamten nahmen die Personalien der Anwesenden auf, erteilten Platzverweise und beendeten die Party. Gegen die 15 anwesenden Erwachsenen leitete die Polizei Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Über die Höhe der Bußgelder entscheidet der Landkreis Hameln-Pyrmont.

Laut aktueller Corona-Verordnung darf sich ein Haushalt lediglich mit einer weiteren Person treffen. Der Bußgeldkatalog sieht ein Bußgeld in Höhe von 100 bis 400 Euro für jede beteiligte Person vor, wenn die erlaubte Anzahl von Kontakten überschritten wird. (Foto: Kindergeburtstag via pixabay; Quelle: NDR, 13.01.21)


Schweiz verschärft Corona-Maßnahmen

Die Schweiz hat die Anti-Corona-Maßnahmen verlängert und nochmals verschärft. Wie die Regierung in Bern am Mittwoch mitteilte, sollen Restaurants, Kultur- und Freizeitstätten bis Ende Februar geschlossen bleiben, um die Kontakte zwischen Menschen „drastisch“ zu reduzieren. Ab kommenden Montag wird zudem das Arbeiten im Homeoffice verpflichtend. Geschäfte, die keine Güter des täglichen Bedarfs verkaufen, müssen schließen, für öffentliche Versammlungen gelten zusätzliche Beschränkungen.

Begründet wurden die neuen Bestimmungen mit einer „extrem angespannten“ epidemiologischen Lage und mit der Verbreitung von Varianten des Corona-Erregers, durch die das Risiko einer weiteren Zunahme der Fälle bestehe. Diese neuen Varianten, die erstmals in Großbritannien und Südafrika registriert wurden, seien nach den vorliegenden Erkenntnissen 50 bis 70 Prozent ansteckender als die ursprünglichen.

Die Schweiz begann schon am 23. Dezember mit den Anti-Corona-Impfungen und setzt dabei den Biontech-Pfizer-Impfstoff ein. Am Dienstag wurde auch die Verwendung des Moderna-Impfstoffs mit sofortiger Wirkung genehmigt. (Quelle: TSP, 13.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen sehr hoch. Am Mittwoch, 13. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.562 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen verzeichnet. Im Zusammenhang mit Corona sind 48 weitere Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.466. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen damit bei 115,3 Fällen je 100.000 Menschen. Gestern lag dieser Wert bei 118,8 – die Inzidenz nimmt damit kaum ab und ist vom Zielwert 50 noch weit entfernt. (Quelle: NDR, 13.01.21)


Grafschaft Bentheim: Die Zahlen

26 neue Infektionen mit dem Coronavirus und zwei weitere Todesfälle, die im Zusammenhang mit Covid-19 stehen, meldet die Kreisverwaltung am Mittwoch für die Grafschaft Bentheim. Damit steigt die Zahl dieser Todesfälle auf 68. Seit Beginn der Pandemie zählt der Landkreis 2.902 bekannt gewordene Corona-Fälle. 2.437 Grafschafter gelten inzwischen als genesen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts sinkt weiter von 147,3 auf 146,5. In Quarantäne befinden sich 555 Grafschafter. Aktuell gibt es 397 Infizierte im Landkreis.
Die Fälle verteilen sich wie folgt (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 18 (-3), Emlichheim: 35 (+7), Uelsen: 63 (-3), Neuenhaus: 45 (-5), Wietmarschen: 24 (+2), Nordhorn: 146 (+1), Schüttorf: 66 (+1)


Verschärfter Lockdown in Japan

Angesichts steigender Infektionszahlen weitet Japan den Ausnahmezustand rund um Region der Hauptstadt Tokio auf sieben Präfekturen aus. Die Regelung tritt am Donnerstag in Kraft, teilt Ministerpräsident Yoshihide Suga mit. Die Notstand betrifft nun 55 Prozent der 126 Millionen Einwohner Japans. Er soll bis zum 7. Februar andauern.

Wegen der verschärften Lage ist laut einer Umfrage des Rundfunksenders NHK eine deutliche Mehrheit der Japaner für eine erneute Verschiebung oder sogar eine Absage der Olympischen Sommerspiele in Tokio. (Quelle: Tagesschau, 13.01.21)


EU-Plattform für Reisewege verzögert sich weiter

Eine EU-weite Lösung zur Nachverfolgung von Reisebewegungen in der Corona-Krise lässt weiter auf sich warten. Zwar arbeiten Italien, Spanien und die Slowakei gemeinsam mit einer EU-Behörde an einer entsprechenden europäischen Plattform. Der für Ende vergangenen Jahres erhoffte Start ist aber weiterhin nicht absehbar.

„Ziel ist es, dass sich so schnell und so viele Mitgliedsstaaten wie möglich an dieser Plattform beteiligen und somit sicheres Reisen in der ganzen Europäischen Union unterstützen“, teilte ein Sprecher der EU-Kommission am Mittwoch mit. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) werde die Arbeit an der Plattform abschließen und diese dann für alle Mitgliedsstaaten öffnen. Auf die Frage, warum sich die Einführung verzögert und wo die größten Schwierigkeiten liegen, gab es keine klare Antwort . (Quelle: Tagesschau, 13.01.21)


Spahn: „Müssen Todeszahlen weiter senken“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte in seiner Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag, dass die Pandemie weiter eingedämmt werden müsse. „Wir müssen die zu hohen Todeszahlen und Infektionszahlen weiter senken“, sagte Spahn im Parlament.

Kritik am europäischen Vorgehen bei der Impfstoffbeschaffung wies Spahn zurück. Es sei ausreichend Impfstoff für alle Deutschen bestellt worden. „Natürlich ruckelt es bei der größten Impfkampagne der Geschichte“, räumte Spahn ein. Grund dafür, dass der Impfstoff weltweit ein knappes Gut sei, seien aber fehlende Produktionskapazitäten, nicht fehlende Verträge.

Angesichts der anlaufenden Impfungen sieht Spahn Deutschland aber „auf dem Weg raus aus der Pandemie“. Er lobte die voranschreitende Impfstoffentwicklung und die Geschwindigkeit, mit der die Forschung die Vakzine entwickelt. „Nie in der Menschheitsgeschichte war ein Impfstoff so schnell verfügbar“, sagte Spahn. Das sei auch ein Deutscher Erfolg.

Spahn bedankte sich auch beim Pflegepersonal und den Impfteams, die dafür sorgten, die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen. (Quelle: ARD, 13.01.21)


Vierter Impfstoff vor EU-Zulassung im Februar

Der US-Konzern Johnson & Johnson könnte schon im Februar als vierter Hersteller einen Antrag auf Zulassung seines Corona-Impfstoffes in der EU stellen. Das habe EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides in einer Sitzung mit der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament gesagt, erklärte der CDU-Abgeordnete Peter Liese.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson habe gegenüber den bisher zugelassenen Mitteln den großen Vorteil, dass nur eine Dosis für einen umfassenden Schutz ausreiche. „Und er ist viel leichter zu verarbeiten, zu lagern und zu transportieren als der BioNTech/Pfizer-Impfstoff“, erklärte Liese.

Bislang sind in der EU der Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sowie das Mittel des US-Konzerns Moderna zugelassen. Das schwedisch-britische Unternehmen AstraZeneca beantragte am Dienstag eine Genehmigung, die noch im Januar erteilt werden könnte. (Quelle: ARD, 13.01.21)


Bund: Moderna-Impfstoff bei Transport nicht beeinträchtigt

Das Bundesgesundheitsministerium hat nach Zweifeln an der Kühlung von Corona-Impfstoffen des Herstellers Moderna für Berlin und Brandenburg Entwarnung gegeben. „Die Qualität der Impfstoffe wurde durch den Transport nicht beeinträchtigt, und die Impfstoffe können unbedenklich verwendet werden“, sagte ein Sprecher. Demnach wurden die Verteilzentren der beiden Bundesländer darüber auch schon von der für die Impfstoff-Logistik verantwortlichen Bundeswehr informiert.

Die Berliner Senatsverwaltung hatte zuvor mitgeteilt, die ersten Moderna-Dosen zunächst zurückzuhalten. Es gebe Zweifel, ob der Transport und die Kühlung vor der Übernahme durch das Land Berlin sachgemäß erfolgt sei. Transporteur und Hersteller seien aufgefordert worden, für Aufklärung zu sorgen. (Quelle: Tagesschau, 13.01.21)


Corona-App auf etlichen Android-Smartphones gestört

Die Nutzer der Corona-Warn-App des Bundes erhalten derzeit unter Umständen kein aktuelles Ergebnis bei der Risiko-Ermittlung. Am Mittwoch berichteten mehrere Anwender der Anwendung auf Twitter, dass die App nicht den Risiko-Status aktualisiere. Auf dem iPhone von Apple tauchte der Fehler hingegen nicht auf.

Ein Sprecher des größten europäischen Software-Konzerns SAP bestätigte auf Anfrage die Probleme: Zur Zeit sei es der Corona-Warn-App unter Android-Smartphones «in einigen Fällen» nicht möglich, einen Schlüsselabgleich durchzuführen. SAP habe Google über das Problem informiert und arbeite unter Hochdruck an der Lösung des Problems. (Quelle: ARD, 13.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 13.01.2021, 08:30 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet heute früh eine/n weitere/n CoViD-19-Tote/n. D. Erkrankte aus Papenburg ist gestern im Lingener Bonifatius Hospital verstorben. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich damit jetzt auf 88 (+1).

Ansonsten ist die Dynamik zwei Wochen nach den Weihnachtsfeiertagen zu erkennen. Durch 51 Neuinfektionen beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 5.803 (+51). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.241 Personen (+52) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 474 (-2) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.309 (-14) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA aktuell bei 120,2 (= +393 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 146,5 etwas höher.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 7 (-2) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; 3 (-1) von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig7 (-1)  CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen 3 (+/-0) invasiv beatmet werden.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 744 Menschen (+2) erkrankt. 675 (+10) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 55 (-8) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 184 165 1 18
Einheitsgemeinde Emsbüren 138 123 0 15
Samtgemeinde Freren 366 346 15 5
Einheitsgemeinde Geeste 221 213 2 6
Stadt Haren (Ems) 358 338 1 19
Stadt Haselünne 276 265 3 8
Samtgemeinde Herzlake 179 164 4 11
Samtgemeinde Lathen 256 248 0 8
Samtgemeinde Lengerich 124 117 1 6
Stadt Lingen (Ems) 744 675 14 55
Stadt Meppen 620 566 11 43
Samtgemeinde Nordhümmling 202 174 1 27
Stadt Papenburg 772 625 7 140
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 40 35 1 4
Einheitsgemeinde Salzbergen 102 91 3 8
Samtgemeinde Sögel 418 385 0 33
Samtgemeinde Spelle 300 246 13 41
Einheitsgemeinde Twist 137 132 2 3
Samtgemeinde Werlte 366 333 9 24
 Gesamt* 5803 (+51) 5241 (+52) 88 (+1)  
 

Aktuelle Covid-19-Fälle

 

474

 

*Hinweis: Es kann zu Verschiebungen von Fallzahlen zwischen den Kommune


Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 19.600 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1060 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Morgen bekannt gibt.
Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwochmorgen bei 155,0. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Thüringen mit 324,2 und Sachsen mit 304,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 83,7.

„Der über die Feiertage und den Jahreswechsel beobachtete Rückgang der 7-Tage-Inzidenzen setzt sich nicht weiter fort“, hieß es im RKI-Lagebericht vom Dienstagabend. „Stattdessen sind in allen Altersgruppen, vor allem in den jüngeren Altersgruppen (zw. 15 und 39 Jahren) deutliche Anstiege zu beobachten.“

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.953.426 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 13.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 42.637. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.596.600 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Dienstag bei 1,07 (Vortag: 1,14). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 107 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. (Qulle: rki, 13.01.21)


Verband fordert „Friseur-Abstinenz“ von Fußballprofis

Frisch frisierte, gestylte und gegelte Fußballprofis sind der Friseur-Innung in Zeiten von Corona und geschlossener Geschäfte ein Dorn im Auge. „Die Friseure sind seit dem 16. Dezember im Lockdown, und wir möchten etwas Solidarität haben. Sie dürfen Fußball spielen, sie gehen ihrem Beruf nach. Und man schaut hin“, sagte Harald Esser, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks, der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview. Schließlich seien Profifußballer für viele junge Menschen Vorbilder – und eben auch öffentliche Personen.

Man sehe sehr wohl, dass die Haare vieler Fußballer von Profis gestylt worden sind, sagte Esser. In Kollegenkreisen sei das schon seit einiger Zeit ein Thema. „Und ich denke, wir wollen diese Solidarität, dass sie auch nach außen hin in dieser Zeit eine gewisse Friseur-Abstinenz demonstrieren. Es ist verboten!“

Zudem werden Verstöße bestraft. „Das sind mindestens 250 Euro, die für jede Seite dann fällig werden. Das geht dann bis 2500 Euro bei Wiederholung – und auch bis zu 25.000, wenn da ein System hintersteht“, schilderte der Präsident. „Wir erwarten eigentlich, dass die Vereine ihren Mitarbeitern klar machen, dass es das momentan nicht gibt“, betonte Esser. „Da möge man sich dran halten.“

Bereits am Dienstag hatte der Zentralverband in einem offenen Brief an den Deutschen Fußball-Bund seinen Unmut über frischfrisierte Kicker geäußert. „Viele Friseurbetriebe sind in ihrer Existenz bedroht, Beschäftigte und Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber müssen derzeit mit Kurzarbeitergeld oder ganz ohne Einkommen zurechtkommen. Der Unmut gegenüber topgestylten Fußballern, und in der Folge Kundenanrufen, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen, wächst“, heißt es darin. (Quelle: TSP, 13.01.21)


Ethikrat schließt „bereichsbezogene Impfpflicht“ nicht aus

Während Bundesjustizministerin Lambrecht erneut eine allgemeine Impflicht ausgeschlossen hat, hat anlässlich der Impflicht-Diskussion gegen das Coronavirus die Vorsitzende des Deutsches Ethikrates eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht ausgeschlossen. „Wir haben eine allgemeine Impfpflicht aus ethischen Gründen ausgeschlossen“, sagte Alena Buyx im Interview mit den ARD-Tagesthemen am Dienstag. Der Ethikrat habe aber auch erklärt, dass unter bestimmten Umständen über eine „bereichsbezogene Impfpflicht“ nachzudenken sei.

Dabei ginge es etwa um die Versorgung von Patienten, die man nicht anders schützen kann, „als dass die Menschen, die sie versorgen, geimpft sind“, sagte Buyx. Die andere Bedingung für das Nachdenken über eine Impfpflicht sei, dass „wir noch sehr viel mehr Wissen bräuchten, dass die Impfung dafür sorgt, dass die geimpfte Person niemanden mehr anstecken kann“.

Zur von CSU-Chef Markus Söder ins Spiel gebrachten Impfpflicht für Pflegekräfte, sagte Buyx, „es wäre sehr sorgsam zu prüfen, ob eine Situation besteht, in der es keine andere Möglichkeit gibt, als über eine solche Impfpflicht nachzudenken“. Der Ethikrat habe das „nicht vollständig ausgeschlossen“, ergänzte Buyx. (Quelle: TSP, 13.01.21)


Überblick zu Nacht

  • Der in China entwickelte Coronavac Covid-19-Impfstoff hat nach Tests in Brasilien lediglich eine Wirksamkeit von 50 Prozent gezeigt, teilte die für die Herstellung im südamerikanischen Land zuständige Organisation am Dienstag mit. Coronavac war an Mitarbeiter des Gesundheitswesens in engem Kontakt mit Coronavirus-Patienten verabreicht worden.
  • In der Zwischenzeit hat die Führung der US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) die Einführung von Coronavirus-Tests für fast alle internationalen Flugreisenden ab dem 26. Januar genehmigt.
  • Angela Merkel hat vorgeschlagen, dass der Lockdown in Deutschland weitere acht bis zehn Wochen dauern könnte. Gesundheitsbeamte sind besonders besorgt über die Verbreitung der neuen, weitaus ansteckenderen Variante aus Großbritannien, die vermutlich schon seit mehreren Wochen in Deutschland ist.
  • Der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa ist jetzt  negativ auf das Coronavirus-Vorus getestet worden, nachdem er am Wochenende und nur zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl nach einem positiven Test alle öffentlichen Auftritte in Portugal abgesagt hatte.
  • Frankreich meldete am Dienstag 19.753 neue Coronavirus-Infektionen in den letzten 24 Stunden, während die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen weiter anstieg.
  • Griechenland fordert die EU nachdrücklich auf, ein Impfstoffnachweis für Reisende  zu beschließen. Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis forderte die EU auf, ein „standardisiertes“ Impfzertifikat zu verabschieden, um das Reisen in diesem Jahr zu fördern.
  • Die Niederlande verlängern den Lockdown bis zum 9. Februar, da die Infektionen immer noch hoch sind und die Regierung „sehr besorgt“ über die britische Variante der Krankheit ist, sagte Premierminister Mark Rutte. (Quelle: The Guardian, 13.01.21)

Erstmals Nachweis der Corona-Mutation aus Südafrika in Deutschland

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat den ersten Nachweis der Corona-Mutation B.1.351 aus Südafrika in Deutschland gemeldet. Betroffen sei eine Familie, die am 13. Dezember aus Südafrika in den Zollernalbkreis zurückgekehrt sei, teilte das Stuttgarter Sozialministerium mit.

Mittlerweile seien Corona-Infektionen bei sechs Personen aus drei Haushalten nachgewiesen worden. Das Nationale Konsiliarlabor für Coronaviren, die Charité Berlin, habe die Abstrichprobe der zuerst erkrankten Person genauer untersucht und am Montag die Virusvariante B.1.351 – auch als 501Y.V2 bekannt – bestätigt. Nun würden auch die Abstriche der Kontaktpersonen untersucht, erklärte das Sozialministerium weiter.

Die südafrikanische Regierung hatte den Angaben nach Mitte Dezember über die rasche Zunahme der Infektionen mit der Variante berichtet. Diese sei erstmals im August am Ostkap in Südafrika nachgewiesen worden. (Quelle: TSP, 12. 01. 2021)


Mehrere US-Abgeordnete nach Sturm auf Capitol positiv getestet

Nach der Erstürmung des US-Kapitols in der vergangenen Woche sind Tests auf das Coronavirus bei mindestens drei Abgeordneten positiv ausgefallen. Die meisten Parlamentarier waren während des Angriffs in sichere Räume gebracht worden, wo sie stundenlang dicht beieinander sitzend ausharren mussten.
„Mehrere republikanische Abgeordnete im Raum haben sich nachhaltig geweigert, eine Maske zu tragen“, schrieb der Demokrat Brad Schneider am Dienstag auf Twitter, als er seine Infektion bekanntgab. Er sei wütend über diese egozentrische und arrogante Haltung.


Merkel: Genügend Impfstoff erst im dritten Quartal

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zur Verfügbarkeit von Impfstoff geäußert. Kritisch seien die ersten beiden Quartale 2021, sagte Merkel am Nachmittag nach Angaben mehrerer Teilnehmer in der ersten Sitzung der Unionsfraktion nach der Winterpause, die wegen der Pandemie online organisiert wurde. Vom dritten Quartal an werde Deutschland so viel Impfstoff haben, dass man eher etwas abgeben könne, als dass man noch mehr brauche. „Insgesamt haben wir mehr als genug Impfstoff“, wurde die Kanzlerin zitiert. Das lasse sich jetzt schon absehen, selbst wenn nicht alle Hersteller eine Zulassung bekommen würden. Dies mache Hoffnung, dass man aus der sehr schwierigen Lage im Winter herauskommen könne.

In der Online-Sitzung habe die Kanzlerin sich ausdrücklich hinter den Kurs von Gesundheitsminister Jens Spahn bei den Corona-Impfungen gestellt. Es ähnele wissenschaftlich und logistisch einer Großleistung, dass man zehn Monate nach Ausbruch einer Pandemie einen Impfstoff habe. Dies gelte auch dafür, dass sogar schon Impfstoff vorproduziert worden sei, so dass es schon kurz nach der Zulassung erste Impfungen in vielen Ländern der Welt gegeben habe.

Dass dies gelungen sei, habe sehr viel mit der Arbeit von Spahn zu tun, sagte Merkel demnach. Dafür wolle sie sich ausdrücklich bedanken. Man solle nicht daran herummäkeln. Vom Koalitionspartner SPD gibt es Kritik an zu geringen Impfstoff-Bestellungen, auch die Organisation von Impfterminen vor Ort sorgte zuletzt für Ärger.

Merkel sagte nach den Sitzungsteilnehmern zufolge weiter, Spahn habe sich um zusätzliche Produktionsmöglichkeiten bemüht – daran habe etwa im August noch niemand gedacht. Sonst wäre das Impfstoffwerk in Marburg nicht schon in Genehmigungsnähe. Und sonst hätte die EU-Kommission keinen zweiten Vertrag mit Biontech und Pfizer abschließen können, weshalb schon im zweiten Quartal zusätzliche Impfstoffe nach Deutschland geliefert werden könnten, sagte die Kanzlerin.

Merkel verteidigte den europäischen Ansatz der Impfstoffbeschaffung demnach erneut als absolut richtig. Der europäische Binnenmarkt habe mehr Marktmacht als ein Land alleine. Es nütze Deutschland zudem gar nichts, wenn die Menschen im Land geimpft seien, während es die Menschen in den Staaten um die Bundesrepublik herum nicht seien. (Foto CC s. Archiv v. 22.03.20; Quelle: TSP, 12. 01. 2021)


Sachsen: Skigebiete bleiben die ganze Saison geschlossen

Mit der Skisaison in Sachsen wird es diesen Winter nichts mehr. Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) teilte mit: „Unsere sächsischen Skigebiete müssten aktuell damit beginnen, ihre Pisten künstlich zu beschneien, um für die restliche Saison ausreichend Schnee vorzuhalten. Die aktuelle Corona-Situation in Sachsen ist aber weiterhin sehr ernst. Wir haben uns deshalb schweren Herzens gemeinsam darauf verständigt, die alpine Wintersaison für den Tourismus zu beenden.“ Damit solle den Liftbetreibern Planungssicherheit gegeben werden, damit sie unnötige Kosten vermeiden. Es sei noch zu klären, wie die Liftbetreiber für die Einnahmeausfälle kompensiert würden, hieß es. Dazu werde es weitere Gespräche geben. Zudem werde überlegt, wie der Ganzjahrestourismus vor Ort noch stärker forciert werden kann. (Quelle. TSP, 12. 01. 2021)


Bundesregierung verschärft Einreisevorschriften für Länder mit Mutation

Die Bundesregierung verschärft die Einreisevorschriften für Länder, in denen Virus-Mutationen auftreten. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Entwurf des Gesundheitsministerium hervor, den das Bundeskabinett am Mittwoch beschließen soll. Künftig soll es eine Einreise-Testpflicht nicht nur für Länder mit hohen Infektionszahlen geben, sondern auch für Staaten, in denen die Mutationen vermehrt auftreten. Mobilfunknetzbetreiber werden zudem verpflichtet, dass sie Personen, die erstmals in Deutschland ankommen, die geltenden Corona-Auflagen per SMS zuschicken. (Quelle. TSP, 12. 01. 2021)


Niederlande verlängern Lockdown bis 9. Februar

Die Niederlande verlängern den Lockdown um drei Wochen bis zum 09. Februar. Zudem werde eine Ausgangssperre erwogen, sagt Ministerpräsident Mark Rutte. Er nennt die Ausbreitung der zuerst in Großbritannien nachgewiesenen Virus-Variante „sehr besorgniserregend“. Rutte fordert seine Landsleute auf, bis März im Land zu bleiben und nicht zu verreisen. (Quelle. TSP, 12. 01. 2021)


Neues Coronavirus: Bildungsserver völlig überrascht

Das digitale Lernen läuft für die Schüler in Niedersachsen weiterhin nicht rund. Auch am zweiten Tag nach den Ferien gibt es Probleme mit dem privaten Bildungsserver IServ, der von den Schulen genutzt werden muss

In sozialen Netzwerken berichten Schüler und Eltern von zahlreichen Pannen mit der Plattform. Bereits am Montag war der Bildungsserver in einigen Regionen Niedersachsens gar nicht erreichbar gewesen. Landesweit arbeiten nach Angaben des Unternehmens rund 2.000 Schulen mit IServ. Wie viele davon am Dienstag abgehängt waren, konnte die Braunschweiger Firma nicht sagen.

IServ-Chef Jörg Ludwig erklärte die neuen Probleme wieder mit hohen Zugriffszahlen. Das System sei überfordert, wenn sich zu viele Nutzer gleichzeitig anmeldeten. Iserv will die Schulen nun mit Software-Updates versorgen. Eine andere Ursache liege aber auch in veralteten Servern, die in den Schulen stünden, sagte Ludwig. Er zeigte sich optimistisch, dass IServ im Laufe der Woche rund laufen wird.

Über die Plattform können Lehrer und Schüler im Distanzlernen Aufgaben austauschen oder Videokonferenzen abhalten – vorausgesetzt alles funktioniert. Nach den lokalen Abstürzen am ersten Schultag rief der Anbieter die Schulen dazu auf, dass sich nicht alle gleichzeitig zur vollen Stunde beziehungsweise um 8 Uhr einloggen sollten.

Probleme mit dem Bildungsserver hatte es am Montag unter anderem im Nordwesten Niedersachsens sowie in der Region Hannover und im Landkreis Gifhorn gegeben. Allein in Oldenburg sollen nach Berichten der „Nordwestzeitung“ mehrere Tausend Schülerinnen und Schüler von dem Ausfall am Montagvormittag betroffen gewesen sein.

Doch man muss bestimmt Verständnis dafür haben. Denn das Problem mit dem Coronavirus und dem Distanzlernen ist bekanntlich nagelneu. Es kam völligüberraschend im März 2020 -also vor 10 Monaten- auf die niedersächsischen Kultusbürokratie zu.

(Quelle: NDR, 12.01.21)


Nur 5 % aller positiven Proben können auch sequenziert werden

Die Labore in Deutschland verfügen über ausreichend Kapazitäten, um künftig fünf Prozent aller PCR-positiv getesteten Proben auch zu sequenzieren. Das teilte der Verein der akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) heute mit. Gestern war ein Verordnungsentwurf des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) bekannt geworden, in dem diese Fünf-Prozent-Marke definiert wurde.

Mit der Verordnung will das Ministerium die Labore dazu verpflichten, mehr Sequenzierungen durchzuführen. Die Daten sollen beim Robert-Koch-Institut (RKI) gesammelt werden. Das soll die molekulare Surveil­lan­ce, die Verfolgung von Mutationen, verbessern. Die Labore bekommen dafür pro Sequenzierung 200 Euro.

Bisher wurden in Deutschland mehr als 3.000 verschiedene SARS-CoV-2-Sequenzen in die internationa­len Genomdatenbanken eingepflegt. Die Proben wurden meist im Konsiliarlabor für Coronaviren an der Charité oder vom Labor des RKI entschlüsselt.

Mit mehr Sequenzdaten aus Deutschland könne nicht nur die Verbreitung hierzulande besser verfolgt werden. Auch europäische Nachbarländer würden von mehr Sequenzierungen profitieren, sagte Michael Müller, Vorstandsvorsitzender der ALM. Daher begrüße der Verein die Verordnung des BMG.

„Mehrere unserer Labore sind darauf vorbereitet, diese wichtige Arbeit zu leisten und die Daten aus ihrer Sequenzierung beizusteuern“, erklärte Evangelos Kotsopoulos, Vorstandsmitglied der ALM. Ausreichend Geräte sowie Personal seien vorhanden. Der Flaschenhals sei jedoch die aufwendige bioinformatische Bearbeitung der großen Datenmengen.

Auch viele Forschungslabore und universitäre Laboratorien können in Deutschland Genome sequenzie­ren. Doch deren Kapazitäten seien weniger skalierbar, meinte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der ALM, Jan Kramer. Zudem seien die Kosten für die Sequenzierung einzelner Proben sehr hoch, wes­halb es sich lohnen würde, Proben über einige Tage aufzubewahren und dann gesammelt zu ent­schlüsseln, so Kramer weiter.

Eine Bewertung ob die angestrebte Sequenzierung von fünf Prozent aller positiven Proben für die mole­kulare Surveillance ausreiche, müssten Virologen und Epidemiologen in den kommenden Wochen klä­ren, schränkte die ALM ein.

(Quelle: Ärzteblatt, 12.01.21)


Bayern beschließt FFP2-Maskenpflicht für Nahverkehr und Einzelhandel

In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, die „normalen Community-Masken“ seien in der Corona-Pandemie zum Schutz der anderen. FFP2-Masken schützen auch den Träger selbst. Ziel sei, die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr und im Handel zu verbessern.

„Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet, also es gibt keine Mangelware FFP2“, betonte der Ministerpräsident. Die Masken seien zum Teil sogar „deutlich im Überfluss, zum Teil jedenfalls, vorhanden“. Insgesamt sprach Söder angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer „verhalten positiven Tendenz“. „Ein Großteil der Maßnahmen beginnt zu wirken.“

Binnen 24 Stunden habe es in Bayern 1740 Neuinfektionen gegeben – fast 500 weniger als vor einer Woche. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 158,8 liege der Freistaat bundesweit auf Platz sieben. Das sei nur ein Zwischenstand. Noch sei unklar, wie sich die Ferien auswirken. Dies werde man endgültig wohl gegen Ende dieser Woche sehen. Söder betonte, jedenfalls sei weiterhin Konsequenz und Geduld notwendig. (Quelle: BR, 12.01.21)


Grafschaft Bentheim: Nur zwei Infektionsfälle am Dienstag

Die Kreisverwaltung in Nordhorn meldet am Dienstag zwei Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Grafschaft Bentheim. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 2.876. Die Zahl der Todesfälle liegt weiterhin bei 66.
In Quarantäne befinden sich zurzeiut 577 Personen, als genesen gelten 2413 Grafschafter. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts sinkt von 152,4 auf 147,3. Aktuell gibt es 397 Infizierte im Landkreis.

Die Fälle verteilen sich wie folgt (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 21 (-3), Emlichheim: 28 (0), Uelsen: 66 (-2), Neuenhaus: 50 (0), Wietmarschen: 22 (0), Nordhorn: 145 (-7), Schüttorf: 65 (-2)
(Quelle: GN, 12.01.27)


Moderna-Impfstoff wird in Deutschland verteilt

Nach der Ankunft des Corona-Impfstoffs des US-Herstellers Moderna in Deutschland hat die Verteilung begonnen. Von der Artland-Kaserne im niedersächsischen Quakenbrück aus wird er in andere Bundesländer transportiert, wie ein Bundeswehrsprecher sagte.

Der Moderna-Impfstoff für Deutschland werde zunächst in die Bundeswehrapotheke Quakenbrück gebracht, sagte die Vize-Chefin des Corona-Krisenstabs der niedersächsischen Landesregierung. Von dort werde er an die Verteilzentren der Bundesländer und dann an die Impfzentren in den jeweiligen Ländern geliefert.

Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge sollten am Dienstag die ersten 63.600 Dosen ausgeliefert werden. Der Moderna-Impfstoff muss bei etwa minus 20 Grad Celsius gelagert werden. Er ist 30 Tage bei Kühlschranktemperatur und zwölf Stunden bei Raumtemperatur stabil. Das Präparat ist der zweite in der Europäischen Union zugelassene Corona-Impfstoff neben dem Mittel der Hersteller Biontech und Pfizer. Bei beiden handelt es sich um sogenannte mRNA-Impfstoffe.

Das Versorgungs- und Instandsetzungszentrum Sanitätsmaterial in der Artland-Kaserne in Quakenbrück hat den Status einer Bundeswehrapotheke. Von dort aus werden Militärstandorte in Norddeutschland sowie Einsätze im afrikanischen Mali mit Medizingeräten, Arzneimitteln und Medizinprodukten versorgt. Die Bundeswehrapotheke ist zudem Weiterbildungs- und Ausbildungsstätte etwa für Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenten, Apotheker, Pharmazeutisch-technische Assistenten und Medizintechniker. (Quelle: ARD, 12.01.21)


2020 starben in Deutschland 40.480 mehr Menschen als im Vorjahr

Mindestens 40.480 Menschen mehr sind 2020 im Vergleich zum Vorjahr gestorben. Das ergibt sich aus vorläufigen Schätzungen, die das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag veröffentlichte. 980.000 Menschen sind demnach im ersten Jahr der Coronapandemie gestorben. 2019 waren es 939.520 Menschen. Die Differenz beträgt 40.480. Diese Zahl ist etwas höher als die offiziellen Corona-Todeszahlen: Bis 31. Dezember sind nach Tagesspiegel-Berechnungen in Deutschland 34.182 Menschen mit dem Coronavirus gestorben.

Die Pandemie führt dazu, dass zum ersten Mal seit 2011 die Bevölkerungszahl in Deutschland nicht zunimmt. Denn nicht nur die Sterbefälle in 2020 sind spürbar angestiegen, nach Schätzungen des Statistischen Bundesamt hat es in 2020 nicht wesentlich mehr Geburten als in 2019 gegeben. Für 2020 ist mit 755.000 bis 775.000 Geborenen zu rechnen, 2019 waren es 778.090.

Dass es 2020 kein Bevölkerungswachstum in Deutschland gibt, hängt auch mit dem ausbleibenden Zuzug aufgrund der Pandemie zusammen. Allein im September ging die Zahl der Zuzüge um 25 Prozent zurück. Vor allem Reisebeschränkungen und die wirtschaftliche Situation dürfte sich eindämmend auf das Wanderungsgeschehen ausgewirkt haben, heißt es bei Destatis. In den Jahren zuvor hatte sich das Bevölkerungswachstum ausschließlich daraus ergeben, dass mehr Menschen zugewandert als abgewandert sind. (Quelle: Helena Wittlich/TSP, 12.01.21)


Montgomery fordert Impfpflicht für Pflegepersonal

Weltärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery spricht sich für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen aus. „Wer Umgang mit vulnerablen Gruppen hat, muss immunisiert sein“, sagt der Vorsitzende des Weltärztebundes den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das könne entweder durch eine überstandene Covid-19-Erkrankung geschehen oder durch eine Schutzimpfung. „Für Pflegekräfte und medizinisches Personal ist eine berufsspezifische Impfpflicht gegen Corona sinnvoll.“ Der Mediziner forderte zudem weitreichendere Schritte: „Auf Dauer brauchen wir eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona.“ Dazu müssten jedoch genügend Erkenntnisse über langfristige Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe vorliegen und genug Impfstoffdosen bereitstehen, um allen ein Angebot machen zu können. (Quelle: TSP, 12.01.21)


15-Kilometer-Regel gilt für ganz Berlin

Für Berlin gilt nun die 15-Kilometer-Regel. Das hat der Senat beschlossen. Die Stadt wird allerdings als Einheit gerechnet, sodass die 15 Kilometer erst von der Stadtgrenze an gerechnet werden. Die Details finden Sie hier beim Tagesspiegel, (Quelle TSP, 12.01.01)


Angela Merkel rechnet mit harten Wochen

In der AG Innenpolitik hat die Bundeskanzlerin laut Tagesspiegel-Informationen von einer harten Zeit von acht bis zehn Wochen gesprochen, die vor uns liegen, und sich sehr besorgt über die britische Virusmutation gezeigt. Verlängerte Maßnahmen hat die Kanzlerin in der Runde, entgegen anderslautender Medienberichte, nicht gefordert.

Vor allem Irland nannte sie als warnendes Beispiel. Dort sind die Infiziertenzahlen innerhalb von knapp drei Wochen extrem angestiegen: Von einer Inzidenz von knapp über 40 auf über 900.  (Quelle: TSP, 12.01.21)


Britische Virusmutation wohl in Tirol nachgewiesen

Auch in Österreich gibt es jetzt wohl mehrere Fälle der britischen Virusmutation. Wie das ORF berichtet, liegt in 17 Fällen der konkrete Verdacht vor, dass Personen mit der Mutante infiziert sind.

Alle Fälle traten in der Region Kitzbühl auf. Bei den Infizierten handelt es sich laut ORF zum Großteil um britische Staatsbürger, die im Rahmen einer Skilehrerausbildung in der Region sind. Sie seien schon Mitte Dezember oder früher eingereist, also vor dem Landeverbot für Flugzeuge aus Großbritannien, das die Regierung in Wien am 22. Dezember verhängte. In Österreich sind bisher vier Fälle der Virusmutante nachgewiesen.

Nun können sich alle Bürger der betroffenen Gemeinde Jochberg freiwillig auf das Virus testen lassen. Zudem sollen alle Skilehrer getestet werden. Immerhin: Skiunterricht haben die wahrscheinlich Infizierten nicht gegeben. (Quelle: TSP, 12.01.21)


Astrazeneca beantragt Zulassung von Impfstoff in der EU

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will bis Ende Januar die Bewertung für eine mögliche Zulassung des Covid-19-Impfstoffs von AstraZeneca abschließen: Am Dienstag beantragte das Unternehmen die Zulassung. Bis zum 29. Januar könnte der zuständige Ausschuss der EMA eine Entscheidung über das Vakzin fällen, teilte die EMA am Dienstag mit. Großbritannien hatte Ende Dezember als erstes Land weltweit grünes Licht für den Impfstoff, den AstraZeneca mit der Universität Oxford entwickelt hat, gegeben. (Quelle: TSP, 12.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen sehr hoch. Am Dienstag, 12. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 637 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen verzeichnet. Im Zusammenhang mit Corona sind 71 weitere Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.418.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen damit bei 118,8 Fällen je 100.000 Menschen. Gestern lag dieser Wert bei 121,1 – die Inzidenz nimmt damit kaum ab und ist vom Zielwert 50 noch weit entfernt. (Quelle: NDR, 12.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 12.01.2021, 08:30 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet heute früh zwei weitere Menschen, die an CoViD-19 verstorben sind: Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich damit jetzt auf 87 (+2).

Ansonsten ist die Dynamik zwei Wochen nach den Weihnachtsfeiertagen deutlich zu erkennen. Durch 39 Neuinfektionen beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 5.752 (+39). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.189 Personen (+84) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 476 (-48) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.323 (+33) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA bei hohen 137,3 (= +449 Neuinfizierte in 7 Tagen) und vergrößert damit die Distanz zur 200er-Marke. In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 147,3 etwas höher.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 9 CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; vier von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 8  CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen drei invasiv beatmet werden.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 742 Menschen (+2) erkrankt. 665 (+10) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 63 (-8) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 182 163 1 18
Einheitsgemeinde Emsbüren 133 122 0 11
Samtgemeinde Freren 366 345 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 221 209 2 10
Stadt Haren (Ems) 357 336 1 20
Stadt Haselünne 275 265 3 7
Samtgemeinde Herzlake 178 159 4 15
Samtgemeinde Lathen 253 248 0 5
Samtgemeinde Lengerich 124 117 1 6
Stadt Lingen (Ems) 742 665 14 63
Stadt Meppen 613 562 11 40
Samtgemeinde Nordhümmling 196 170 1 25
Stadt Papenburg 768 621 6 141
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 39 34 1 4
Einheitsgemeinde Salzbergen 102 91 3 8
Samtgemeinde Sögel 412 380 0 32
Samtgemeinde Spelle 292 242 13 37
Einheitsgemeinde Twist 137 132 2 3
Samtgemeinde Werlte 362 328 9 25
 Gesamt* 5.752 (+39) 5.189 (+84) 87 (+2)  
 

Aktuelle Covid-19-Fälle

 

476

(12.01.21)


China weitet Lockdown massiv aus

Nach dem größten Ausbruch des Coronavirus in China seit Monaten haben die Behörden die Ausgangssperren für Millionen von Menschen vor den Toren Pekings ausgeweitet. Nach den 18 Millionen Einwohnern der Metropolen Shijiazhuang und Xingtai sollen auch die fünf Millionen Bewohner des Verwaltungsbezirks von Langfang südlich der chinesischen Hauptstadt für sieben Tage nicht vor die Tür, wie die Stadtregierung am Montag verkündete.

Nachdem China das Virus seit dem Sommer nach offiziellen Angaben weitgehend im Griff und das Leben sich längst normalisiert hatte, sind die Behörden höchst alarmiert. Bisher wurden rund 500 Infektionen in der Provinz Hebei nachgewiesen, die Peking umschließt. Die Gesundheitskommission berichtete dort am Dienstag von 40 neuen Fällen. Am Vortag waren es 82 Infektionen in Hebei gewesen und 103 landesweit – die höchste Tageszahl in China seit Juli.

Auch wenn die Zahlen im Vergleich zu anderen Ländern gering sind, reagieren die Behörden sofort mit strikten Maßnahmen, die sich als wirksam erwiesen haben: Ausgangssperren, Massentests, Unterbrechung der Transportverbindungen, Quarantäne und Kontaktverfolgung. Auch gelten durchgehend strenge Einreisebeschränkungen. Wegen des Ausbruchs wurde auch die Jahrestagung des Provinzparlaments von Hebei verschoben, die am 25. Januar stattfinden sollte.

Die genaue Ursache der neuen Infektionen ist noch unbekannt. Erste Fälle wurden laut Staatsmedien in Dörfern entdeckt, deren Bewohner am internationalen Flughafen der Provinzhauptstadt Shijiazhuang arbeiteten. Die Infektionen verbreiteten sich vor allem im ländlichen Raum – unter anderem auf Hochzeiten und Beerdigungen.

Vor mehr als einem Jahr waren in der Metropole Wuhan in Zentralchina die ersten Infektionen mit dem neuen Sars-CoV-2-Virus entdeckt worden, das sich seither zu einer globalen Pandemie ausgewachsen und Dutzende Millionen Menschen angesteckt hat. Nach offiziellen Statistiken sind weltweit schon mehr als 1,9 Millionen Menschen gestorben. (Quelle: TSP, 12.01.21)


Deutschland: Amtsärzte rechnen längerem Lockdown

Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland macht aus Sicht der deutschen Amtsärzte eine Rückkehr zur Normalität ab Februar unwahrscheinlich. „Ich bin mir sehr unsicher, ob wir Ende des Monats zu einem Ende des Lockdown kommen können“, sagte die Vorsitzende des Berufsverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Corona-Varianten, wie sie derzeit in Großbritannien und Irland grassieren, könnten die Situation demnach noch verschärfen.

„Es fragt sich, was passiert, wenn die hoch ansteckende Mutation nach Deutschland überspringt“, sagte Teichert. „Das könnte die Infektionslage enorm verschärfen und die Gesundheitsämter wieder in Schwierigkeiten bringen.“ Seit der Schließung von Schulen und Kitas habe sich die Situation der Gesundheitsämter wieder etwas entspannt, betonte Teichert.

In jedem Fall könne es „Lockerungen nur schrittweise“ geben, „nicht auf einen Schlag“, sagte die Medizinerin weiter. „Im Moment sehen die Zahlen so aus, als könnte es bis Ende Januar schwer werden, auf eine Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner zu kommen.“ Diese Marke einmalig zu erreichen, genüge zudem nicht. „Die Ansteckungszahlen müssen dauerhaft so niedrig bleiben“, betonte die Medizinerin.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken. (Quelle: TSP, 12.01.21)


Bundesverfassungsgericht: So viele Eilanträge wie noch nie 

Im Corona-Jahr 2020 hat das Bundesverfassungsgericht einen Rekord an Eilanträgen verzeichnet. Insgesamt gingen 271 reine Eilanträge in Karlsruhe ein, davon 72 zu Corona, wie das Gericht auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Dazu kamen 239 Verfassungsbeschwerden wegen der Grundrechts-Einschränkungen in der Corona-Pandemie, von denen noch einmal 169 mit einem Eilantrag verbunden waren. Von allen Corona-Eilanträgen hatten bisher allerdings nur drei Erfolg. Auch die meisten Verfassungsklagen wurden abgewiesen, 45 sind noch anhängig.

Der bisherige Höchstwert an eigenständigen Eilanträgen lag bei 213 im Jahr 2018. Die Zahlen werden erst seit 1997 elektronisch erfasst. Weil früher insgesamt weniger Eilanträge eingingen, geht das Gericht aber davon aus, dass es auch davor keinen höheren Wert gab. (Quelle: TSP, 12.01.21)


Radausflug bringt Boris Johnson in Bedrängnis

Der britische Premierminister Boris Johnson droht wegen eines möglichen Bruchs der Corona-Regeln unter Druck zu geraten. Der konservative Politiker war am Wochenende mit seinem Fahrrad im Olympia Park im Osten der britischen Hauptstadt gesichtet worden – mehr als elf Kilometer von seiner Dienstwohnung in der Downing Street entfernt. Nach den Lockdown-Regeln soll man sich jedoch nur im lokalen Umfeld bewegen. Für Johnson kommt die Debatte zur Unzeit: Angesichts hoher Fallzahlen versucht die Regierung gerade alles, um die Menschen zu besserer Einhaltung der Regeln zu bewegen.

Gesundheitsminister Matt Hancock führte bei einer Pressekonferenz am Montagabend aus, ein ausgedehnter Spaziergang über elf Kilometer sei in Ordnung. Die Regierung wollte sich jedoch zunächst nicht dazu äußern, ob Johnson mit dem Rad von seinem Wohnsitz aus zum Olympia-Park gefahren war oder mit dem Auto dorthin gebracht wurde.

Wie weit man sich im Lockdown mit dem Auto von der eigenen Wohnung entfernen darf, war in den vergangenen Tagen Thema erbitterter Diskussionen in dem Land gewesen. Anlass war ein Vorfall gewesen, bei dem zwei Frauen mehrere Hundert Euro Strafe von der Polizei aufgebrummt bekamen, weil sie mit dem Auto acht Kilometer weit gefahren waren, bevor sie einen Spaziergang machten.

In Großbritannien breitet sich derzeit mit großer Geschwindigkeit eine neue Variante des Coronavirus aus, die deutlich ansteckender sein soll als die bislang vorherrschende. Vor allem in London stehen die Krankenhäuser unter enormem Druck. Insgesamt starben bereits mehr als 80.000 Menschen in dem Land nach einer Corona-Infektion. (Quelle: TSP, 12.01.21)


Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.802 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 891 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. „In den letzten Tagen sind die Fallzahlen wieder angestiegen. Ob sich dieser Trend, über die erwarteten Nachtestungen und Nachmeldungen hinaus, weiter fortsetzt, wird sich erst im Laufe der nächsten Tage zeigen“, hatte das RKI am Wochenende mitgeteilt.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 164,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 341,9 und Thüringen mit 325,7. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 86,3. Wegen der Feiertage um den Jahreswechsel sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten. (Quelle: RKI, 12.01.21)


Nach Moderna-Impfung: Mindestens ein Jahr immun

Laut Moderna soll nach einer Impfung mit seinem Impfstoff die Immunität gegen CoViD-19-Impfstoffe mindestens ein Jahr dauern. Das teilte das Pharmaunternehmen am Montag auf der JP Morgan Healthcare-Konferenz mit.

Der Arzneimittelhersteller sagte, er sei zuversichtlich, dass die von ihm verwendete Messenger-RNA (mRNA) -Technologie gut als Impfstoff auch gegen die neue Variante B.1.1.7 des Coronavirus geeignet sei..

Der Moderna-Impfstoff, mRNA-1273, verwendet synthetische mRNA, um die Oberfläche des Coronavirus nachzuahmen und so dem körpereigenen Immunsystem beizubringen, es zu erkennen und zu neutralisieren. Moderna hatte im Dezember erklärt, es werde Tests durchführen, um die Aktivität des Impfstoffs gegen jeden Stamm zu bestätigen.

Das Unternehmen sagte am Montag, es rechne damit, im Jahr 2021 zwischen 600 Millionen Dosen und 1 Milliarde Dosen seines Impfstoffs zu liefern, und prognostiziere einen Impfstoffumsatz von 11,7 Milliarden US-Dollar für das Jahr, basierend auf mit Regierungen unterzeichneten Vorabkaufverträgen.

„Das Team fühlt sich sehr wohl mit der Erfolgsbilanz, die wir jetzt haben … dass wir auf dem richtigen Weg sind, mindestens 600 Millionen Dosen abzugeben“, sagte Vorstanschef Stéphane Bancel. (Quelle: The Guardian, 12.01.21)


Warnung vor Überlastung des Gesundheitssystems

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. „Mit circa 6000 intensivbehandlungsbedürftigen Patienten, deren Versorgung deutlich höhere Personalressourcen bündelt, ist ein hoher Belastungsgrad im System insgesamt erreicht, in vielen Kliniken vor Ort zum Teil bereits überschritten“, sagt Hauptgeschäftsführer Georg Braun der „Rheinischen Post“. Um die Leistungsfähigkeit der medizinischen Versorgung in Zeiten der Coronavirus-Pandemie zu sichern, seien Lockdowns und Begegnungsbegrenzungen weiterhin notwendig. (Quelle: FAZ, 12.01.21)


Trotz Impfung: 2021 gibt es noch keine Herden-Immunität gegen Covid-19

Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte am Montag, dass die Herdenimmunität gegen Covid-19 in diesem Jahr nicht erreicht werde – trotz der  Impfstoffen  in einer Reihe von Ländern. Die Chefwissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan, sagte, dass es einige Zeit dauern werde, bis genügend Dosen produziert und verabreicht würden, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

„Wir werden im Jahr 2021 keine Immunität der Bevölkerung erreichen“, betonte sie auf einer virtuellen Pressekonferenz aus dem WHO-Hauptquartier in Genf und betonte die Notwendigkeit, die einfachen Maßnahmen wie körperliche Distanzierung, Händewaschen und Tragen von Masken fortzusetzen, um die Pandemie einzudämmen.

Sie begrüßte gleichzeitig die „unglaublichen Fortschritte“ von Wissenschaftlern, die es geschafft haben, in weniger als einem Jahr nicht nur einen, sondern gleich mehrere sichere und wirksame Impfstoffe gegen ein brandneues Virus zu entwickeln. Sie betonte jedoch:

„Es braucht Zeit, um die Produktion von Dosen zu skalieren, nicht nur in Millionenhöhe, sondern hier in Milliardenhöhe“. Swaminathan forderte die Menschen auf, „ein bisschen geduldiger zu sein“. Die WHO-Expertin betonte, dass schließlich „die Impfstoffe kommen werden. Sie werden an alle Länder gehen. “ „Aber in der Zwischenzeit dürfen wir nicht vergessen, dass es Maßnahmen gibt, die funktionieren“, sagte sie.

Es wäre notwendig, weiterhin die bekannten Schutzmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Gesellschaft zu ergreifen, um die Übertragung „zumindest für den Rest dieses Jahres“ zu stoppen. (Quelle: The Guardian, 12.01.21)


Überblick zur Nacht

  • Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa, der bei der Wahl am 24. Januar eine zweite Amtszeit anstrebt, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden, ist  allerdings bisher symptomfrei.
  • Die „rücksichtslose“ Lockerung zu Weihnachten wird in Irland für den extremen CoViD-19-Anstieg verantwortlich gemacht. Das Land hat inzwischen die weltweit höchste Infektionsrate. Analysten sehen die Ursache in den treffen während der Festtage geben.
  • Der Libanon verschärft die CoViD-19-Beschränkungen, weil die Neuinfektionen in die Höhe schnellen. Er verhängte einen vollständigen Lockdown für einen Zeitraum von 11 Tagen und führte neue Reiserestriktionen ein, um so den beispiellosen Anstieg der Infektionen einzudämmen.
  • Spanien meldete am Wochenende einen deutlichen Anstieg bei Coronavirus-Infektionen. Die Zahl der in den letzten 14 Tagen gemessenen Neuerkrankungen stieg von 350 am Freitag auf 436 pro 100.000 Menschen am Montag.
  • Ein Urteil des WHO-Teams, das die Herkunft von Covid in China untersucht, ist unwahrscheinlich. Aus Kreisen der Weltgesundheitsorganisation hieß es, die Erwartungen sollten sehr niedrig sein, dass das WHO-Expertenteam, das die Ursachen der Covid-19-Pandemie untersucht, bei seiner ersten Reise nach China zu einem endgültigen Ergebnis kommen werde.
  • Laut CDC sind inzwischen neun Millionen Amerikaner geimpft. Die 8.987.322 Personen, denen nach Angaben der US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten der erste von zwei Impfungen verabreicht wurde, machen allerdings weniger als ein Drittel der Gesamtdosen aus, die von der Regierung an Staaten verteilt wurden.
  • Zwei Gorillas im San Diego Zoo sind positiv auf CoViD-19 getestet worden. Die Tiere wurden positiv auf das Coronavirus getestet, nachdem sie Symptome der Krankheit gezeigt hatten – vermutlich die erste bekannte Übertragung des Virus auf Affen.
    (Quelle: The Guardian, 12.01.21)


BioNtech offeriert Impfstoff allen MitarbeiterInnen

BioNTech wird seinen Coronavirus-Impfstoff allen Mitarbeitern anbieten, um die Lieferkette vor Covid-19-Ausbrüchen zu schützen. Damit umgeht das Unternehmen das offizielle Impfprogramm Deutschlands.

Das deutsche Unternehmen, das den Impfstoff mit dem US-Pharmakonzern Pfizer entwickelt hat, erklärte dazu, es werde die Impfung auch seinen Lieferanten und Händlern in Österreich anbieten.

„Um die Integrität unserer Lieferkette einschließlich der Entwicklung, Herstellung, Zulassung, Lieferung und des Vertriebs des Impfstoffs aufrechtzuerhalten, hat BioNTech beschlossen, seinen Mitarbeitern in Deutschland eine freiwillige Covid-19-Impfung anzubieten“, heißt es weiter.

Das Unternehmen steht unter dem Druck, die Produktion des Schusses hochzufahren, von dem viele hoffen, dass er der Welt hilft, die Pandemie zu besiegen.

„Die zusätzlichen geringen Mengen an Impfstoffen, die für diesen Zweck verwendet werden, unterscheiden sich von denen, die im Rahmen der mit der Europäischen Kommission und anderen Regierungen geschlossenen Liefervereinbarungen festgelegt wurden, und haben keinen Einfluss auf die Fähigkeit von BioNTech, seine Verpflichtungen aus diesen Liefervereinbarungen zu erfüllen“, fügte er hinzu. (Quelle: The Guardian, 12.01.21)


Libanon mit beispiellosem Anstieg

Der Libanon hat die Coronavirus-Maßnahmen verschärft, indem er eine vollständige Sperrung für einen Zeitraum von 11 Tagen verhängt und neue Reisebeschränkungen eingeführt hat, um einen beispiellosen Anstieg der Infektionen einzudämmen.

Die jüngsten Maßnahmen wurden ergriffen, nachdem Angehörige der Gesundheitsberufe davor gewarnt hatten, dass in den Krankenhäusern schnell keine Betten mehr frei sein werden, obwohl bereits seit dem 7. Januar eine Sperrung besteht.

„Es ist verboten, von Donnerstag, 14. Januar, 5 Uhr morgens bis Montag, 25. Januar, 5 Uhr morgens auf Straßen und Wegen zu gehen“, heißt es in einer Anordnung, die nach einer Sitzung des Higher Defense Council, der obersten Sicherheitsbehörde des Landes, veröffentlicht wurde.

Alle Bewohner sollen mit wenigen Ausnahmen jederzeit zu Hause bleiben, darunter Angehörige der Gesundheitsberufe, Journalisten, Beschäftigte im Lebensmittelsektor und andere wichtige Arbeitnehmer, heißt es weiter.

Land- und Seegrenzen sind für alle Reisenden geschlossen, mit Ausnahme derjenigen, die ein gültiges Transitvisum besitzen.

Reisende, die aus Addis Abeba, Bagdad, Kairo und Istanbul anreisen, müssen auf eigene Kosten sieben Tage lang in einem Hotel unter Quarantäne gestellt werden. Sie müssen nach der Landung im Libanon und sechs Tage später erneut einen PCR-Test durchführen.

Private Krankenhäuser werden gezwungen sein, Intensivstationen für Coronavirus-Patienten zu erweitern, um einem angespannten öffentlichen Sektor zu helfen, heißt es in der Erklärung.

Supermärkte bleiben geöffnet, jedoch nur zur Lieferung. Gerüchte, dass sie gezwungen sein würden, am Montag im ganzen Land Panikkäufe zu schließen, lösten die Supermarktbestände aus. (Quelle: The Guardian, 11.01.21)


Überblick am Abend

  • Die Republik Irland hatte letzte Woche die weltweit am häufigsten bestätigten Fälle von Coronavirus pro Eine-Million-Menschen. Dies geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität  und der WHO hervor.
  • Simbabwe hat Familien verboten, ihre toten Verwandten zwischen Städten zu überführen, da im Rahmen neuer Maßnahmen traditionelle Bestattungsriten gestoppt werden, von denen angenommen wird, dass sie die Ausbreitung des Coronavirus erhöhen.
  • Trotz der Einführung von Impfstoffen gegen CoViD-19 in einer Reihe von Ländern sagt die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass die Herdenimmunität in diesem Jahr nicht erreicht wird.
  • Spanien meldete am Wochenende einen Rekordanstieg bei Coronavirus-Infektionen, und die Zahl der in den letzten 14 Tagen gemessenen Neuerkrankungen stieg am Montag von 350 am Freitag auf 436 pro 100.000 Menschen, wie Daten des Gesundheitsministeriums zeigten.
  • Italiens Bildungsminister sagte, Online-Lernen „funktioniert nicht mehr“. Schüler und Lehrer demonstrierten am Montag im ganzen Land gegen die Verschiebung der Wiedereröffnung von Schulen.
  • Malaysia wird in mehr als der Hälfte des Landes strenge neue Beschränkungen anordnen, um einen Anstieg des Coronavirus zu bekämpfen, sagte der Premierminister und warnte, dass das Gesundheitssystem am „Scheideweg“ stehe.
  • Mehr als eine halbe Million Menschen wurden am Montag in Peking gesperrt, als die Regierung in China strenge Maßnahmen erließ, um eine Handvoll Covid-19-Fälle auszumerzen. (Quelle: The Guardian, 11.01.21)

Herdenimmunität: Spahn schaut „Richtung Sommer“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass „Richtung Sommer“ mit der Herdenimmunität der Bundesbürger im Kampf gegen die Corona-Pandemie ein Durchbruch erreicht werden kann. Für die Bundesrepublik sei genug Impfstoff bestellt, sagte Spahn am Montag bei einer virtuellen Veranstaltung der IHK Düsseldorf.

Zu Beginn der Impf-Kampagne sei der Wirkstoff knapp, weil die Produktionskapazitäten begrenzt seien. „Es wird Woche für Woche und Monat für Monat mehr Impfstoff zur Verfügung stehen“, prognostiziert er. Bis zum Sommer werde allen Deutschen, die geimpft werden wollen, ein Angebot gemacht.

„Das Ziel ist die sogenannte Herdenimmunität und die werden wir Richtung Sommer erreichen.“ Er wolle sich aber nicht auf einen Zeitpunkt festlegen, an dem die Bürger keine Maske mehr tragen und keinen Abstand mehr halten müssten. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: FAZ, 11.01.21)


EU-Parlament darf jetzt doch Lieferverträge einsehen

Das EU-Parlament bekommt Einsicht in den mit dem Tübinger Pharmaunternehmen CureVac ausgehandelten Liefervertrag für dessen Corona-Impfstoff. Der Vertrag werde den Europa-Abgeordneten von morgen an zugänglich gemacht, erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides auf Twitter. Die EU-Kommission hat im Namen der Mitgliedstaaten Lieferverträge mit den Herstellern BioNtech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca, CureVac, Johnson & Johnson und Sanofi abgeschlossen. Vertragsdetails wie die Preise der einzelnen Vakzine und Fragen der Haftung bei Nebenwirkungen machte Brüssel unter Verweis auf Vertraulichkeitsklauseln nicht publik.

Aus dem EU-Parlament wurde daran zuletzt scharfe Kritik geäußert. Sie habe mit den Impfstoffherstellern gesprochen, „um so viele Informationen wie möglich öffentlich zugänglich zu machen“, erklärte Kyriakides nun. Sie hoffe, dass weitere Unternehmen dem Beispiel von CureVac folgen und die Vertraulichkeitsklauseln lockern würden.

Bei CureVac hat die EU 405 Millionen Impfdosen geordert. Das Mittel ist allerdings noch nicht zugelassen. Es befindet sich momentan in der entscheidenden dritten Studienphase mit Zehntausenden Probanden. (Quelle: ARD, 11.01.21)



EU: Zweites Vorratslager mit Medizingütern in Deutschland

In Deutschland soll ein zweites Vorratslager mit Medizingütern für alle EU-Staaten entstehen. Belgien, die Niederlande und Slowenien bekommen darüber hinaus jeweils ein erstes Lager, wie die EU-Kommission am Montag mitteilte. Insgesamt beherbergen damit den Angaben nach nun neun EU-Staaten die gemeinsamen medizinischen Vorräte – unter anderem Millionen von Masken, Handschuhen und Kitteln sowie tausende Beatmungsgeräte.

Die Vorratslager sind eine Lehre aus der Corona-Pandemie: Bei Engpässen oder Notlagen werden Vorräte verteilt. Unter anderem Kroatien, Frankreich, Serbien und Nordmazedonien haben bereits Ausrüstung aus der Reserve erhalten. Anschaffung, Lagerung und Transport der Güter finanziert die EU im Rahmen ihres Katastrophenschutzverfahrens, an dem sich auch mehrere nicht-EU-Staaten beteiligen.

„Das Coronavirus stellt auch 2021 eine enorme Herausforderung für das Gesundheitswesen dar und wir haben aus dem letzten Jahr gelernt, dass wir stets wachsam bleiben müssen“, sagte der zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic. Zu Beginn der Corona-Pandemie hatten EU-Länder Masken und andere Güter etwa aus China importiert, da sie nicht genügend eigene Reserven besaßen. (Quelle: FAZ, 11.01.21)


Moody’s senkt Bonitätsbewertung für Bundesländer

Die Ratingagentur Moody’s hat den Ausblick für die Bonitätsbewertung der deutschen Bundesländer wegen hoher Kosten infolge der Corona-Pandemie gesenkt. Er werde von „stabil“ auf „negativ“ zurückgenommen, geht aus einer veröffentlichten Analyse hervor. Die Steuereinnahmen dürften in diesem Jahr nicht ganz das Niveau von 2019 erreichen. Hinzu kämen finanzielle Belastungen für die Länder – etwa aus laufenden Ausgaben zur Ankurbelung der regionalen Wirtschaft.

Der negative Ausblick bedeutet, dass sich die Bonitätsnote verschlechtern kann. Das wiederum kann höhere Kosten für die Länder bei der Schuldenaufnahme nach sich ziehen. (Quelle: ARD, 11.01.21)


In Großbritannien bislang 2,4 Millionen Impfungen

In Großbritannien wurden nach Angaben von Premierminister Boris Johnson rund 2,4 Millionen Coronavirus-Impfungen verabreicht. Der Nationale Gesundheitsdienst mache eine „unglaublich gute Arbeit“, erklärt Johnson.

In England haben heute sieben große Impfzentren ihren Betrieb aufgenommen. Weitere Impfzentren sollten im Laufe der Woche folgen, wie der staatliche Gesundheitsdienst NHS ankündigte. Bis Mitte Februar sollen die 13 Millionen gefährdetsten Bürger in England eine Impfung angeboten bekommen haben. (Quelle: Tagesschau, 11.01.21)


Grafschaft Bentheim beendet Ausgangssperre

Die Kreisverwaltung wird die Ausgangsbeschränkungen für die Grafschaft Bentheim nicht verlängern. „Das hat die Verwaltung am Montag beschlossen“, erklärte Landrat Uwe Fietzek Nachmittag während einer Pressekonferenz in Nordhorn. Die nächtliche Ausgangssperre gilt damit noch bis einschließlich Dienstag, 12. Januar, 24 Uhr. Auch die in der Grafschaft besonders weitgehenden Einschränkungen für Pflegeeinrichtungen, die ebenfalls über die gültige Landesverordnung hinausreichten, gelten danach nicht mehr.

Man habe das Ziel, den Inzidenzwert deutlich zu senken, erreicht, nannte Fietzek als Grund. Zeitweise hatte der Sieben-Tage-Wert bei mehr als 230 gelegen, am Montag betrug er in der Grafschaft noch 152,4. Die Entwicklung im Landkreis sei damit „gegenläufig zum Landestrend“, erklärte der Landrat. Zudem sei das Infektionsgeschehen nicht mehr so „diffus“ wie noch vor Weihnachten. So seien mehr als 20 der jüngsten Neuinfektionen auf eine einzige Pflegeeinrichtung in Schüttorf zurückzuführen und damit leichter zurückzuverfolgen.

Die Corona-Sonderregeln in der Grafschaft galten seit dem 23. Dezember. „Ohne triftigen Grund“ durfte zwischen 21 und 5 Uhr niemand mehr seine Wohnung beziehungsweise sein Grundstück verlassen. Zudem war der Besuch von Angehörigen in Pflegeeinrichtungen für den gesamten Zeitraum bis 12. Januar auf eine einzige Person beschränkt. Hinzu kam eine Ausweitung der Maskenpflicht, für die seit Montag allerdings eine neue Verordnung gilt.

„Wir möchten der Grafschafter Bevölkerung nicht mehr zumuten als zwingend erforderlich“, betonte der Verwaltungschef. „Wir behalten die Situation im Auge und entscheiden Tag für Tag“, machte der Landrat klar, dass erneute Einschränkungen aber jederzeit möglich seien.

Auch die Polizei zieht „eine positive Bilanz“. Die Beamten hätten insgesamt rund 400 Verstöße gegen die Ausgangssperre festgestellt. Gemessen an der Größe des Landkreises und der Bevölkerungszahl sei „dieser Wert niedrig“, erklärte Nicola Simon, Leiterin der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim.

Bei den Kontrollen habe sich gezeigt, dass die wenigen Verstöße sich quer durch die Bevölkerung zogen. Es hätten sich weder eine bestimmte Altersgruppe noch einzelne Orte als „Hotspots“ erwiesen. Auch die Grenznähe habe keine spürbare Auswirkung gehabt, betonte Nicola Simon. Niederländer hätten sich in der Grafschaft nicht anders verhalten als Deutsche, zudem sei der Grenzverkehr deutlich geringer gewesen als zu normalen Zeiten. „Die gefühlte Einschätzung mancher Bürger können wir daher absolut nicht bestätigen“, erklärte sie. (Quelle: GN, 11.01.21)


Malaysia verhängt neuen Lockdown in sechs Bundesstaaten

Malaysia hat nach steigenden Corona-Zahlen einen Lockdown in sechs der 13 Bundesstaaten angeordnet. Die Maßnahmen sollten am Mittwoch in Kraft treten und zunächst für zwei Wochen gelten, sagte Ministerpräsident Muhyiddin Yassin. Die Bürger in den betroffenen Regionen müssen soweit wie möglich im Homeoffice arbeiten und dürfen sich nur noch in einem Radius von zehn Kilometern von ihren Wohnungen bewegen. Restaurants dürfen nur noch Essen außer Haus anbieten oder ausliefern. Betroffen sind auch die größte Stadt Kuala Lumpur und Putrajaya, das Verwaltungszentrum des Landes.

Bereits zwischen März und Mai des vergangenen Jahres hatte in dem südostasiatischen Land ein ähnlich strikter Lockdown gegolten. Malaysia hatte in der vergangenen Woche erstmals mehr als 3000 neue Fälle am Tag verzeichnet. Insgesamt haben sich bis heute fast 136.000 Menschen in dem Land mit seinen knapp 32 Millionen Einwohnern infiziert. Mehr als 550 Menschen sind in Verbindung mit dem Virus gestorben. (Quelle: Tagesschau, 11.01.21)


Deutsche Modehändler suchen ihr Heil in Insolvenzverfahren

Esprit, Galeria Karstadt Kaufhof , Sinn, Appelrath Cüppers, Hallhuber und seit Sonntag auch Adler: Reihenweise haben bekannte deutsche Modehändler seit Beginn der Corona-Krise Rettung in Insolvenzverfahren suchen müssen. Weitere dürften schon bald folgen; davon gehen sowohl der Kreditversicherer Euler Hermes als auch der Handelsverband Textil (BTE) aus.

Jüngstes Opfer der Corona-Krise im Textilhandel ist die traditionsreiche Modekette Adler. Wegen Überschuldung stellte die Adler Modemärkte AG am Sonntag beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Ein Gutachter sei damit beauftragt worden, zu prüfen, ob die Abwicklung der Insolvenz in Eigenverantwortung möglich sei, sagte der zuständige Insolvenzrichter am Montag.
Das Unternehmen hofft, sich über einen Insolvenzplan sanieren zu können, wie es zuletzt etwa den Wettbewerbern Galeria Karstadt Kaufhof, Sinn oder Appelrath Cüpper gelang. Deshalb soll der Geschäftsbetrieb – soweit coronabedingt möglich – auch in vollem Umfang fortgeführt werden. Adler betreibt 171 Geschäfte, davon 142 in Deutschland, sowie einen Online-Shop.

Grund für den Insolvenzantrag sei der zweite Corona-Lockdown, betonte Adler. Die erheblichen Umsatzeinbußen durch die seit Mitte Dezember 2020 andauernden Schließungen der meisten Verkaufsfilialen sei für das Unternehmen nicht mehr zu verkraften gewesen.

Ähnliche Probleme dürften allerdings auch zahlreiche andere Modehändler haben. «Viele Unternehmen haben auf das Weihnachtsgeschäft gesetzt, um sich mit einem kleinen Puffer bis zum Frühjahr zu retten», sagte der Deutschland-Chef des Kreditversicherers Euler Hermes, Ron van het Hof zur Deutschen Presse-Agentur. Mit dem Lockdown sei diese Hoffnung allerdings zerstoben. „Insofern erwarten wir weitere Insolvenzen in diesem Bereich.“

Auch beim Handelsverband Textil (BTE) heißt es mit Blick auf den Adler-Insolvenzantrag: „Das wird nicht der Letzte sein.“ Die Unternehmen der Branche benötigten aktuell viel Geld, um die Ware für das Frühjahr und den Sommer zu bezahlen. Doch Geld sei knapp – wegen des Lockdowns, aber auch weil bislang keine nennenswerten Hilfen des Staates in der Branche angekommen seien. Der BTE befürchtet, das Zehntausende Modegeschäfte und über 100.000 Arbeitsplätze gefährdet sind.

Rasche Besserung für die Branche ist nicht in Sicht, selbst wenn es im Laufe des Jahres gelingen sollte, die Pandemie dank der inzwischen entwickelten Impfstoffe in den Griff zu bekommen. Eine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau erwartet Euler Hermes im Modehandel erst im Laufe des Jahres 2023 – und somit später als in den meisten anderen Sektoren. «Es ist also eine lange Durststrecke, die die Unternehmen meistern müssen. Es trennt sich die Spreu vom Weizen», meinte Ron van het Hof.

Dabei stand die Branche schon vor der Pandemie unter Druck. Die Umsätze im stationären Modehandel sind seit Jahren rückläufig. Die Anzahl der Betriebe in der Bekleidungsbranche sank nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung PwC zwischen 2010 und 2019 um fast ein Drittel (31 Prozent). Vor allem viele kleinere Betriebe mit weniger als 100 Beschäftigten verschwanden vom Markt. Gut liefen die Geschäfte vor allem für Online-Händler und Fast-Fashion-Anbieter wie Primark.

Die Corona-Krise beschleunigte die Veränderung der angeschlagenen Branche. Nur wer mit innovativen Konzepten die Bedürfnisse der Kunden treffe, werde überleben, prophezeit PwC-Handelsexperte Stefan Schwertel. „Wir beobachten, dass Marktteilnehmer ohne strategische Neuausrichtung verschwinden und für hohe Leerstände in deutschen Innenstädten sorgen.“

Für die Verbraucher hat die aktuelle Branchenkrise allerdings auch etwas Gutes. Schon Ende Januar dürften sich nach Schätzungen des BTE eine halbe Milliarde (!) unverkaufter Modeartikel in den Läden auftürmen. Dabei handelt es sich zum großen Teil um Winterware, die angesichts des nahenden Frühlings Tag für Tag an Wert verliert. Branchenkenner Ron van het Hof rechnet nach der Wiedereröffnung der Läden deshalb mit regelrechten „Rabattschlachten“. (Quelle: WN, 11.01.21)


Zentrallager in Quakenbrück: Moderna ist da

Der von vielen ersehnte zweite Corona-Impfstoff des Herstellers Moderna ist am Montag in Deutschland angekommen. Gelagert wird er in einem Zentraldepot im Landkreis Osnabrück.

Wie eine Sprecherin des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums dem NDR bestätigte, hat die Lieferung 53 Boxen mit insgesamt 63.600 Impfdosen enthalten. 6.000 davon sind für Niedersachsen vorgesehen. Als Lager nutzt die Bundesregierung die Artlandkaserne in Quakenbrück. Im dortigen Versorgungs- und Instandsetzungszentrum für Sanitätsmaterial werden die Impfdosen gesichert und verteilt. Die Auslieferung an Zwischenlager in ganz Deutschland soll am Dienstag beginnen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag im Deutschlandfunk sagte.

Für den Standort spricht örtlichen Politikern zufolge unter anderem, dass das Areal bewacht werde und es genügend Lagerkapazität gebe. Zudem habe die Bundeswehr in Quakenbrück bereits Erfahrung in anderen Krisenlagen gesammelt. Das Versorgungszentrum ist eine der Marine zugeordnete Bundeswehrapotheke mit größeren logistischen Fähigkeiten. So werden von dort laufende Bundeswehreinsätze wie in Mali mit Gerät und Medikamenten versorgt. Auch Schiffe und Boote der Marine werden mit Sanitätsmaterial beliefert.

Mit dem Impfstoff des US-amerikanischen Herstellers Moderna soll die Impfkampagne Fahrt aufnehmen. Das als Erstes zugelassene Vakzin des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer ist bei Weitem nicht so stabil und muss bei minus 70 Grad gelagert und transportiert werden. Moderna-Impfdosen müssen lediglich bei minus 20 Grad aufbewahrt werden, zudem sind sie bei Kühlschrank-Temperatur bis zu 30 Tage haltbar – der von Biontech nur fünf Tage. (Quelle: NDR, 11.01.21)


Münsterland-Zahlen

Im Münsterland sind in den letzten 24 Stunden sieben weitere Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle im Münsterland liegt damit bei 583 (576). Insgesamt hat es seit Beginn der Pandemie im Münsterland bislang 30.528 Corona-Fälle gegeben, 26.814 Menschen 

Im Münsterland sind nach Angaben der Gesundheitsämter der Region (Montag, 11. Januar, 14.15 Uhr) derzeit 3.131 Menschen nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert (Vortag: 3.276). Im Vergleich zu Sonntag gab es 170 Neuinfektionen und 308 Genesungen.

Die aktuellen Zahlen aus den Münsterland-Kreisen und aus der Stadt Münster; Vergleichswerte in Klammern geben der Stand der letzten vorherigen Meldung wieder:

  • Münster: Neuinfizierte 32, Infizierte gesamt 4.749 (4717), davon gesundet 40.70 (4.009), verstorben 68 (66), aktuell infiziert 611 (642); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 81,5 (77,1) 
  • Kreis Borken: Neuinfizierte 0, Infizierte gesamt 7.277 (7.227), davon gesundet 6.526 (6460), verstorben 151 (151), aktuell infiziert 600 (665); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 98,8 (106,9) 
  • Kreis Coesfeld: Neuinfizierte 63, Infizierte gesamt 3.276 (3213), davon gesundet 2.950 (2.908), verstorben 46 (45), aktuell infiziert 280 (260); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 73,9 (57,6) 
  • Kreis Steinfurt: Neuinfizierte 41, Infizierte gesamt 8.582 (8.541), davon gesundet 7.459 (7.268), verstorben 198 (194), aktuell infiziert 925 (979); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 137,2 (156,6) 
  • Kreis Warendorf: Neuinfizierte 34, Infizierte gesamt 6.644 (6.610), davon gesundet 5.809 (5761), verstorben 120 (120), aktuell infiziert 715 (729); die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 191,1 (199,0)

(Quelle: MZ, 11.01.21)


Umfrage: 82 Prozent der Deutschen lüften häufiger

82 Prozent der Deutschen lüften aus Angst vor Infektionen mit dem Coronavirus häufiger. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Demnach setzten quer durch alle Altersgruppen etwa vier von fünf Bürgern auf Frischluft als Gegenmaßnahme gegen eine mögliche Ansteckung. Darüber hinaus vertrauten die Menschen weiterhin vor allem auf Gesichtsmasken, Abstand zu anderen und häufigeres Händewaschen.

Die Maskenpflicht befürworten laut Umfrage 93 Prozent, bei den Abstandsregeln sind es 96 Prozent. Die Schließung von Schulen und Kitas nach dem Ende der Weihnachtsferien wird von 67 Prozent als angemessen beurteilt. Das ist ein Rückgang um vier Prozentpunkte gegenüber der vorherigen Befragung in der Woche vor Weihnachten.
(Quelle: Tagesschau, 11.01.21)


Corona-Warn-App: 200.000 positive Testergebnisse

Über die Corona-Warn-App sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bisher 200. 000 positive Corona-Testergebnisse weitergegeben worden. Das müsse man multiplizieren mit den Kontakten und wie viele Leute gewarnt worden seien, sagte ein Ministeriumssprecher. „Das ist schon eine erkleckliche Zahl.“ Der Sprecher nannte die Warn-App einen Erfolg. Er sprach von bisher 25 Millionen Downloads und sieben Millionen Testergebnissen, die damit übertragen worden seien. Regierungssprecher Steffen Seibert fügte hinzu, die App sei heute nicht mehr dieselbe wie zum Start im Juni 2020. „Sie hat sich vielfachen Updates unterzogen. Sie warnt heute präziser.“

Ein Update der App mit Blick auf neue Virus-Varianten, von denen angenommen wird, dass sie leichter übertragbar sind, ist den Angaben zufolge bisher nicht geplant. Der Sprecher des Gesundheitsministeriums verwies auf noch fehlende Erkenntnisse darüber, bei welchem Abstand und welcher Kontaktdauer diese Varianten übertragen werden. Die Warn-App misst per Bluetooth-Technik den Abstand und die Begegnungsdauer zwischen Menschen. (Quelle: Tagesschau, 11.01.21)


FDP-Politiker Ullrich fordert kostenlose Corona-Tests für alle

Der FDP-Wirtschaftspolitiker Gerald Ullrich hat die Bundesregierung aufgefordert, als Reaktion auf den langsamen Start der Impfkampagne kostenlose Corona-Tests möglich zu machen. Er verwies dazu auf das Beispiel anderer EU-Staaten wie Dänemark. „Seit April 2020 gibt es dort bereits flächendeckend Testzentren. Ab einem Alter von zwölf Jahren kann getestet werden, wovon die Dänen regen Gebrauch machen“, so Ullrich. Im Gegensatz zu Deutschland sinken laut Ullrich die Zahlen in Dänemark seit Weihnachten. „Die Tests sind sicherlich ein Baustein für den Rückgang der Neuinfektionen und eine deutlich günstigere Variante als ein harter Lockdown“, so Ullrich. (Quelle: Tagesschau, 11.01.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am Montag 12 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit von 2862 am Sonntag auf 2874 am Montag. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 66.
In Quarantäne befinden sich derzeit 643 Personen, als genesen gelten 2397 Grafschafter. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt nach Angaben des Nieders. Landesgesundheitsamts NLGA von 145,8 auf 152,4. Aktuell gibt es 411 Infizierte im Landkreis.

Die Fälle verteilen sich wie folgt (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 24 (+1), Emlichheim: 28 (+1), Uelsen: 68 (+1), Neuenhaus: 50 (-1), Wietmarschen: 22 (+4), Nordhorn: 152 (+3), Schüttorf: 67 (0)
(Quelle: GN, 11.01.21)


Registrierung in Bayern
Spoiler für Niedersachsen: Registrierung? Welche Registrierung?

(11.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen sehr hoch. Am Montag, 11. Januar, hat das Landesgesundheitsamt (NLGA) 369 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen verzeichnet. Im Zusammenhang mit Corona sind 8 weitere Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.347. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen damit bei 121,1 Fällen je 100.000 Menschen. Zu Beginn der Woche liegen die Werte üblicherweise niedriger, weil es über das Wochenende zu Meldeverzögerungen aus den Landkreisen kommt. (Quelle: NDR, 11.01.21)


Niedersachsen: Kitas und Schulen im Notbetrieb – Kritik vom Bund

Trotz Ferienende geht für Eltern die Herausforderung um die Kinderbetreuung weiter. Schulunterricht findet trotz Ferienende meist zu Hause statt. Kitas bieten nur einen Notdienst an.

Die Kita-Landeselternvertretung spricht von Willkür bei der Vergabe der Notgruppen-Plätze. Kindergärten beziehungsweise Träger legten die Vorgaben der Landesregierung unterschiedlich aus – manche seien streng, manche sehr großzügig, kritisiert Janine Herzberger aus dem Vorstand des Elternvereins. Ob Eltern einen Platz für ihr Kind bekommen, hänge vom Wohnort oder vom Kita-Anbieter ab. „Die Landesregierung hat nichts gelernt“, sagt Herzberger.

Auch die Schulen sind seit Montag wieder im Ausnahmezustand – sie starten mit dem Distanz- oder Wechselunterricht. Kinder und Jugendliche lernen vorerst überwiegend zu Hause. Die Unterrichtsinhalte seien jetzt erst einmal nachrangig, sagt Andrea Kunkel, Vorsitzende des Schulleitungsverbandes in Niedersachsen. Zunächst gehe es darum, Kontakt zu den Schülern aufzunehmen – per Telefon, Internet oder auch persönlich. Eine Garantie, dass dies besser läuft als im Frühjahr, gebe es nicht, so Kunkel zum NDR. Allerdings habe sich das Bewusstsein, dass Lehrer Nähe zu den Kindern herstellen müssen, geschärft.

Dem Bundeskanzleramt geht die Regelung mit Wechselunterricht für Grundschüler und Abschlussjahrgänge in Niedersachsen nicht weit genug. „Die vorzeitige Schulöffnung ist sehr eindeutig gegen den Geist der Beschlüsse von Bund und Ländern“, sagte Staatsminister Hendrik Hoppenstedt (CDU) der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ). „Die Schule ist ein normaler Infektionsort. Es gibt keine Erkenntnisse, dass es in den Schulen besser ist als im Rest der Gesellschaft.“ Eine Sprecherin der Landesregierung wies den Vorwurf zurück. „Das Vorgehen in Niedersachsen bewegt sich selbstverständlich innerhalb des zwischen Bund und Ländern vereinbarten Rahmens“, sagte sie der HAZ.
(Quelle: NDR, 11.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 11.01.2021, 09:30 Uhr

Zum ersten Mal nach drei Tagen hat der Landkreis Emsland wieder für die Bevölkerung die aktuellen CoViD-19-Zahlen veröffentlicht. Über das Wochenende verstarben danach im Emsland zwei weitere Menschen an CoViD-19: Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich damit jetzt auf 85 (+2).

Ansonsten ist die Dynamik zwei Wochen nach den Weihnachtsfeiertagen deutlich zu erkennen. Durch 155 Neuinfektionen beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 5.713 (+155). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 5.104 Personen (+141) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 524 (+12) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.290 (-30) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA bei hohen 151,4 (= +490 Neuinfizierte in 7 Tagen; Freitag waren es noch 107) und nähert sich damit der 200er-Marke. In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 152,4 in etwa gleich hoch.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 11 CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; fünf  von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 9  CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen zwei invasiv beatmet werden.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 740 Menschen (+17) erkrankt. 655 (+20) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 71 (-3) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 181 160 1 20
Einheitsgemeinde Emsbüren 132 120 0 12
Samtgemeinde Freren 366 345 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 221 207 2 12
Stadt Haren (Ems) 356 334 1 21
Stadt Haselünne 275 258 3 14
Samtgemeinde Herzlake 177 156 4 17
Samtgemeinde Lathen 250 248 0 2
Samtgemeinde Lengerich 122 117 1 4
Stadt Lingen (Ems) 740 655 14 71
Stadt Meppen 608 552 11 45
Samtgemeinde Nordhümmling 193 166 1 26
Stadt Papenburg 758 600 5 153
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 40 33 1 6
Einheitsgemeinde Salzbergen 102 90 3 9
Samtgemeinde Sögel 406 375 0 31
Samtgemeinde Spelle 291 231 12 48
Einheitsgemeinde Twist 137 131 2 4
Samtgemeinde Werlte 358 326 9 23
 Gesamt* 5.713 (+155) 5.104 (+141) 85 (+2)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 524

 


Endlich nach China: Experten auf der Ursprungsuche

Zur Erforschung der Ursprünge der Coronavirus-Pandemie sollen Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag in China eintreffen. Die Gruppe werde mit chinesischen Kollegen zusammenkommen, hieß es in einer knappen Ankündigung der Nationalen Gesundheitskommission. Ob die WHO-Experten nach Wuhan reisen, wo das Virus Ende 2019 entdeckt wurde, war zunächst nicht bekannt.

Über den Besuch der Experten wurde lange verhandelt. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte sich vergangenen Woche enttäuscht über die Verzögerung des seit langem geplanten Besuchs; China hatte die Einreiseformalitäten nicht finalisiert. Mitglieder des internationalen Wissenschaftlerteams seien im Rahmen einer ursprünglichen Vereinbarung zwischen der WHO und China bereits aus ihren Heimatländern aufgebrochen gewesen, sagte er.

Auch jetzt bestehen Zweifel, ob die Experten in die zentralchinesische Stadt Wuhan reisen können, wo das Coronavirus Ende 2019 erstmals entdeckt wurde.. China selbst hat die Reise der Experten nur mit einer ausgesprochen knappen Ankündigung der Nationalen Gesundheitskommission mitgeteilt, wonach die Experten am Donnerstag eintreffen und sich mit chinesischen Kollegen treffen würden. China gab jedoch keine weiteren Einzelheiten bekannt.

Laut einer Untersuchung von Associated Press hat die chinesische Regierung alle Forschungen zu den Ursprüngen des Virus zu Hause streng kontrolliert, und staatliche Medien haben Berichte veröffentlicht, wonach das Virus anderswo entstanden sein könnte.

(Quelle: ARD, The Guardian 11.01.21)


Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12.497 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 343 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 166,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 359,8 und Thüringen mit 316,2. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 90,9. Wegen der Feiertage um den Jahreswechsel sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.921.024 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 11.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 40.686. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.545.500 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Sonntag bei 1,18 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 118 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, „dass der R-Wert gegebenenfalls unterschätzt wird“, da um den Jahreswechsel Corona-Fälle nur verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt werden. (Quelle: RKI, 11.01.21)


Giffey für einheitliche Regeln bei Schulen und Kitas

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat die Bundesländer dazu aufgerufen, sich in der Corona-Pandemie auf möglichst einheitliche Regelungen für Schulen und Kitas zu verständigen. „Eltern wünschen sich bei allen Maßnahmen, die wir jetzt treffen, ein möglichst bundesweit einheitliches und verlässliches Vorgehen“, sagte die SPD-Politikerin der „Rheinischen Post“. „Auch ich halte das für sinnvoll und setze mich für einen gemeinsamen Rahmen ein, wie es in den Ländern nach den harten Einschränkungen perspektivisch weitergehen kann.“

„Bei allem richtigen Bemühen um Bildungsgerechtigkeit und Vereinbarkeit ist im Moment nicht die Zeit für Lockerungen“, sagte Giffey weiter. Sie plädierte für die Wiederauflage eines klaren Stufenplans zur Rückkehr in den Regelbetrieb. „Im vergangenen Jahr haben wir mit dem von Bund und Ländern erarbeiteten Stufenplan zur Rückkehr in den Regelbetrieb gute Erfahrungen gemacht. Dieses abgestimmte gemeinsame Vorgehen hat Klarheit und Perspektive gegeben. So etwas wäre auch für dieses Jahr wieder angezeigt.“ (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 11.01.21)


DGB besteht auf Rechtsanspruch auf Homeoffice

Der DGB besteht auf einem Rechtsanspruch auf Homeoffice. Diesen Anspruch solle es überall dort geben, wo das Arbeiten von zu Hause aus „machbar“ sei, sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, der „Süddeutschen Zeitung“. Es könne nicht sein, dass die Entscheidung über Homeoffice allein bei den Arbeitgebern liege.

Zugleich müsse aber auch sichergestellt werden, „dass niemand ins Homeoffice gezwungen werden kann“, forderte Hoffmann. In der Corona-Pandemie reduzierten manche Firmen, deren Beschäftigte verstärkt von zu Hause arbeiteten, ihre Büroflächen. „Für die Mitarbeiter droht dann die Reise nach Jerusalem: Wer zur Arbeit kommt, muss sich erstmal mühsam einen Platz suchen“, kritisierte der DGB-Vorsitzende.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte ursprünglich einen Rechtsanspruch auf Homeoffice angekündigt, war davon aber dann nach Einwänden aus der Union abgerückt. Sein Gesetzentwurf sieht nun lediglich vor, dass Arbeitnehmer das Recht auf ein Gespräch mit dem Arbeitgeber zum Thema Homeoffice bekommen. Bei einer Ablehnung soll der Arbeitgeber dies begründen müssen. (Quelle: TSP, 11.01.21)


RKI: Nach erstem Lockdown Rückgang anderer Infektionskrankheiten

Nach dem ersten Lockdown in der Corona-Pandemie 2020 haben die gemeldeten Fallzahlen vieler anderer Infektionskrankheiten laut einer Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) um gut ein Drittel abgenommen. Zwischen März und Anfang August 2020 seien rund 140 000 Fälle gemeldet worden – 35 Prozent weniger als aufgrund der Daten von Januar 2016 bis Februar 2020 zu erwarten gewesen wären, teilte Sonia Boender vom RKI-Fachgebiet Surveillance auf Anfrage mit. Saisonale Effekte und Trends seien berücksichtigt worden.

Für die Analyse wurden Zahlen von meldepflichtigen Krankheiten und Erregern wie beispielsweise Grippe, Tuberkulose, Windpocken, Syphilis und Noroviren berücksichtigt. Die Gründe für den Rückgang beschreibt das RKI als vielschichtig und erregerspezifisch.

Auch die aktuelle Grippe-Saison 2020/21 hat nach bisherigen Meldedaten sehr verhalten begonnen. Erfasst sind 266 im Labor bestätigte Fälle seit Anfang Oktober, wie aus dem Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza hervorgeht. Im Vorjahr seien um diese Zeit wesentlich mehr solcher Infektionen übermittelt worden, hieß es. Bereits im Frühjahr 2020 hatte die Grippesaison ein verfrühtes Ende gefunden. Das wurde auch auf die Corona-Maßnahmen zurückgeführt. (Foto: CC s. Archiv v. 28.10.20; Quelle: Tagesschau, 11.01.21)


Ramelow merkt, „dass die Hütte brennt“

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich mit drastischen Worten gegen Forderungen nach Lockerungen in der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Wir müssen einfach der Tatsache ins Auge sehen, dass das Virus jetzt erst anfängt, richtig Fahrt aufzunehmen“, sagte der Linke-Politiker am Sonntagabend im ZDF-„heute journal“. „Ich merke, dass bei mir in Thüringen gerade die Hütte brennt. Heute ist für mich ein schlimmer Tag. Denn heute haben wir in ganz Thüringen die 300er-Inzidenz überschritten, und alle Landkreise und kreisfreien Städte sind über die 200 gegangen. Es ist kein Platz mehr für Lockerungen und die Debatte von der Lockerung zur Lockerung.“ Sein Appell an die Thüringer Wirtschaft sei, möglichst alles zu unterlassen, was im Moment nicht notwendig ist.

Im April soll in Thüringen eigentlich der Landtag neu gewählt werden. Dazu verhandeln laut Ramelow in der kommenden Woche die Parteien. „Und dem will ich nicht vorgreifen. Aber eines ist doch klar: Wir haben auch 30.000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, die wir auch schützen müssen. Und insoweit müssen alle Beteiligten darüber nachdenken: Wenn im Januar, Februar keine Bewegung ist, dann werden wir auch das mitentscheiden müssen.“ (Foto: CC s. Archiv v. 31.3.15; Quelle: TSP, 10.01.21)


Brasilien-Zahlen

Brasilien verzeichnete in den letzten 24 Stunden 29.792 weitere bestätigte Fälle von Coronavirus sowie 469 Todesfälle durch Covid-19, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit.

Brasilien hat seit Beginn der Pandemie mehr als 8,1 Millionen Fälle des Virus registriert, während die offizielle Zahl der Todesopfer nach Angaben des Ministeriums auf 203.100 gestiegen ist. (Quelle: The Guardian, 10.1.21)


Frankreich-Zahlen

Frankreich hat in den letzten 24 Stunden durch das Coronavirus 15.944 neue bestätigte Covid-19-Fälle und 151 weitere Todesfälle  in Krankenhäusern registriert, wie Daten des Gesundheitsministeriums des Landes zeigten. (Quelle: The Guardian, 10.1.21)


Modekette Adler stellt Insolvenzantrag

Die Corona-Beschränkungen haben die finanziellen Rücklagen der Modekette offenbar verschlungen. Staatliche Unterstützungsfonds oder Investoren hätten nicht geholfen. Das Unternehmen plant, sich über einen Insolvenzplan in Eigenverwaltung zu sanieren.

Die Adler Modemärkte AG hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das teilte das Unternehmen am späten Sonntagabend mit. Ziel sei es, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren. Dabei werde der Geschäftsbetrieb unter Aufsicht eines Sachwalters in vollem Umfang fortgeführt. Der Antrag sei beim Amtsgericht Aschaffenburg gestellt worden. Auslöser seien die erheblichen Umsatzeinbußen durch die seit Mitte Dezember 2020 andauernden Schließungen fast aller Verkaufsfilialen als Folge des Lockdowns in der Corona-Krise. Es sei nicht möglich gewesen, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds oder durch Investoren zu schließen.

Der Vorstand bleibt damit weiterhin verwaltungs- und verfügungsbefugt. Zur Unterstützung habe dieser Rechtsanwalt Christian Gerloff zum Generalbevollmächtigten bestellt. Auch die Adler Mode GmbH, die Adler Orange GmbH & Co. KG und die Adler Orange Verwaltung GmbH, jeweils 100-prozentige Tochtergesellschaften hätten beschlossen, beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen.

Die Adler Modemärkte AG betreibt nach eigenen Angaben derzeit 171 Märkte, davon 142 in Deutschland, sowie einen Onlineshop. Demnach erzielte die Gruppe im Jahr 2019 einen Umsatz von 495,4 Millionen Euro. Zum 30. September 2020 habe sie rund 3350 Mitarbeiter beschäftigt. (Quelle: FAZ, 10.01.21)


Italien: Viele Bars und Restaurants öffnen wieder

In vielen Regionen Italiens können insgesamt rund 220.000 Bars und Restaurants ab Montag wieder öffnen und ihre Gäste am Tisch bedienen. Wie der Landwirtschaftsverband Coldiretti mitteilte, trifft das auf all jene zu, deren Gastronomiebetrieb sich in der Gelben Zone befindet. Dort dürfen die Wirte ihre Räumlichkeiten von 5 Uhr bis 18 Uhr für die Gäste öffnen – bis 22 Uhr diejenigen, die Essen auch zum Mitnehmen anbieten.

Schlecht sieht es in den nördlichen Regionen Lombardei, Emilia Romagna und Venetien sowie in Kalabrien und Sizilien im Süden aus. Wegen des dort erhöhten Reproduktionswertes, der angibt, wie viele Menschen ein Corona-Infizierter im Schnitt ansteckt, fallen sie unter die Orangenen Zonen. Die Gaststätten dort dürfen nur Bestellungen zum Mitnehmen anbieten.

Italien fuhr in der vergangenen Woche einen regelrechten Zick-Zack-Kurs. Am Dreikönigstag galt quasi ein Lockdown für das gesamte Land, danach durfte die Gastronomie wieder zwei Tage öffnen, dann musste sie wieder schließen. Die Pandemie hatte sich zuletzt wieder verschärft. Die Behörden registrierten bislang mehr als 78.000 Corona-Tote und mehr als 2,25 Millionen Infektionen. Seit Beginn der Impfkampagne verabreichte das Land stand Sonntagmittag rund 590.000 Impfdosen. (Quelle: Tagesschau, 10.01.21)



Handball-WM nun doch ohne Zuschauer

Die Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten wird nun doch ohne Zuschauer stattfinden. Diese Entscheidung teilten die Veranstalter via Twitter mit. Zuvor hatten sich die Organisatoren des Turniers vom 13. bis 31. Januar auf einem planmäßigen Treffen mit Teilen der ägyptischen Regierung beraten. „Es ist offiziell: Keine Fans bei #Egypt2021“, hieß es nun in dem Tweet. Damit reagieren die Veranstalter wohl auch auf einen Protestbrief zahlreicher Spieler. Die Kapitäne der europäischen Nationalteams um den deutschen Linksaußen Uwe Gensheimer hatten darin ihre Bedenken hinsichtlich der Zuschauerpläne geäußert. Bis zuletzt hatten die Veranstalter die Hallen noch mit bis zu 20 Prozent der Zuschauerkapazität auslasten wollen. (Quelle: TSP, 10.01.21)


Demonstrantionen in Prag

Tausende Menschen haben in der tschechischen Hauptstadt Prag die Lockerung von Beschränkungen gefordert. Die Polizei sprach von bis zu 3000 Teilnehmern. Viele der Aktivisten trugen keine Geschichtsmasken und hielten kaum Abstand zueinander. Mit der Schließung von Restaurants, Geschäften und Schulen müsse ein hoher wirtschaftlicher Preis gezahlt werden, erklärten die Demonstranten. Auch für die seelische Gesundheit sei der „Lockdown“ nicht gut. Die tschechische Regierung hatte im vergangenen Monat Beschränkungen zunächst gelockert, ab dem 27. Dezember dann aber wieder verschärft. (Quelle: TSP, 10.01.21)


Corona-Mutation: Sorge in Marseille

In der südfranzösischen Hafenmetropole Marseille wächst die Sorge vor der in Großbritannien aufgetretenen mutierten Form des Coronavirus. Zuletzt seien sieben solcher Fälle festgestellt worden, teilte die Stadt mit. Zuvor war ein Cluster um einen Patienten entdeckt worden, der mit der mutierten Form des Virus infiziert war. Er gehört zu einer französischen Familie, die in Großbritannien lebt und sich während der Weihnachtsferien in Frankreich aufgehalten hatte.

Dutzende Kontaktfälle wurden schließlich identifiziert, mehr als 20 Menschen wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Bei sieben von ihnen konnte nun die mutierte Form nachgewiesen werden. In Marseille gilt ab sofort wie in anderen schwer von der Pandemie getroffen Regionen Frankreichs eine abendliche Ausgangssperre ab 18 Uhr. Im Rest des Landes, so auch in Paris, beginnt diese um 20 Uhr.(Quelle: TSP, 10.01.21)


Weniger Corona-Tote in Großbritannien

Die Zahl der Covid-10-Toten in Großbritannien steigt nicht mehr so schnell wie in den Tagen davor. Nach Angaben der Regierung starben binnen 24 Stunden 563 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. In den vier Tagen davor waren es jeweils mehr als 1000 gewesen. Allerdings kommt es am Wochenende oft zu Verzögerungen bei der Übermittlung der Fälle. Die Zahl der Neuinfektionen wurde zuletzt mit 54.940 gemeldet, nach knapp 60.000 am Samstag. (Quelle: TSP, 10.01.21)


Drei Millionen Infektionsfälle in Afrika

Afrika hat die Marke von drei Millionen bestätigten Coronavirus-Infektionen überschritten. Das teilten die Afrika-Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention mit. Mehr als 72.000 Menschen seien auf dem Kontinent seit Beginn der Pandemie gestorben. Mehr als ein Drittel der Coronavirus-Fälle – 1,2 Millionen – wurden in Südafrika verzeichnet, darunter mehr als 32.000 Todesfälle mit dem Virus.

Als ein möglicher Grund für den hohen Anteil gilt, dass in Südafrika mehr Tests als in anderen afrikanischen Ländern gemacht werden. (Quelle: TSP, 10.01.21)



Italien-Zahlen

Italien meldete am Sonntag 361 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronaviren, gegenüber 483 am Tag zuvor, teilte das Gesundheitsministerium mit, während die tägliche Zahl der Neuinfektionen von 19.978 auf 18.627 zurückging.

Italien hat seit seinem Ausbruch am 21. Februar 78.755 Todesfälle durch Coronaviren registriert. Dies ist die zweithöchste Zahl in Europa und die sechsthöchste der Welt. Das Land hat bisher 2,276 Millionen Fälle gemeldet, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Patienten im Krankenhaus mit Covid-19 – ohne Intensivpatienten – standen am Sonntag bei 23.427, 167 mehr als am Tag zuvor, berichtet Reuters.

Es gab 181 Einweisungen auf Intensivstationen gegenüber 183 am Samstag. Die derzeitige Zahl der Intensivpatienten stieg um 22 auf 2.615.

Als sich Italiens zweite Epidemiewelle in der ersten Novemberhälfte rasch beschleunigte, stiegen die Krankenhauseinweisungen um etwa 1.000 pro Tag, während die Belegung auf der Intensivstation um etwa 100 pro Tag zunahm. (Quelle: TSP, 10.1.21)


Scholz sieht Ende der Pandemie vor Bundestagswahl

Zur Bundestagswahl im September wird nach Ansicht von Bundesfinanzminister Olaf Scholz Freude über das Ende der Corona-Pandemie in Deutschland herrschen. „Wenn im September gewählt wird, dürfen wir schon annehmen, dass die Pandemie dann weitgehend besiegt ist“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Sonntag auf einem digitalen Parteitag der Hamburger Jusos. Er fügte hinzu: „Und natürlich wird dann nicht nur die Freude da sein, sondern es wird auch der Blick nach vorne gerichtet: Was sind die Konsequenzen aus der Pandemie und was sind die Aufgaben für das nächste Jahrzehnt?“ Viele sollten dann gelernt haben, dass man mit Solidarität, einem starken Gemeinwesen und einem leistungsfähigen Sozialstaat besser durch die Krise komme.

Dank des Corona-Stabilisierungsprogramms und seiner Einbettung in einen europäischen Rahmen seien die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie weniger schlimm als erwartet. „Es ist ganz anders als vorhergesagt: Weniger Arbeitsplätze sind verloren gegangen, der Wirtschaft geht es besser als lange angekündigt wurde und man kann sogar von einem leichten Aufschwung sprechen, der in Aussicht ist“, sagte der Finanzminister. Ohne die staatlich-fiskalische Antwort und die neue Politik Deutschlands in Europa wäre das nicht möglich gewesen. „Ich glaube, dass wir uns das als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten auch als großen Erfolg zurechnen können“, meinte Scholz. Der Bundestag wird am 26. September neu gewählt. (Quelle: TSP, 10.01.21)


Niedersachsen lockert Kontaktregeln mit kleinen Kindern

Die Corona-Kontaktregeln in Niedersachsen werden für junge Eltern und ihre Kinder gelockert. Kinder bis drei Jahre dürfen demnach bei Kontakten einer Betreuungsperson, etwa einem Elternteil, dabei sein, wie eine Regierungssprecherin erklärte. Eine Mutter mit Baby darf also die Großeltern besuchen oder mit einer anderen Mutter mit Baby spazieren gehen. Als Begründung hieß es, dass kleine Kinder ununterbrochen betreut werden müssen.

Ursprünglich hatte die Landesregierung angekündigt, die Kontaktbeschränkung auf einen Haushalt plus eine weitere Person strenger auszulegen und auch Babys mitzuzählen. Aufgrund vieler Hinweise aus der Bevölkerung, der begrenzten Auswirkung auf das Infektionsgeschehen und Ausnahmen in anderen Bundesländern sei die Regierung davon jedoch abgerückt, erklärte die Sprecherin. (Quelle: NDR, 10.01.21)


Japan: Weitere Mutation des Corona-Virus entdeckt

Japan meldet die Entdeckung einer neuen Variante des Coronavirus. Diese sei bei vier Reisenden aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas nachgewiesen worden, teilt das japanische Gesundheitsministerium mit. Die Variante unterscheide sich von den in Großbritannien und Südafrika entdeckten hochansteckenden Mutationen. Es gebe aber bislang keine Hinweise, dass diese dritte neue Variante ebenfalls sehr infektiös sei. Ob gegen sie die bisherigen Impfstoffe wirksam seien, werde untersucht.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile – etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen. Im Dezember wurden eine Variante des Coronavirus (B.1.1.7) in Großbritannien sowie eine ähnliche (501Y.V2) in Südafrika nachgewiesen, die ersten Analysen zufolge ansteckender sein könnten als die bisher kursierenden. (Quelle: FAZ 10.01.21)


Auch Gastronom am Tegernsee will wegen Beifall von Rechten doch nicht öffnen

Eigentlich wollte der Gastronom Hans Becker sein Bistro in Gmund am Tegernsee aus Protest gegen den Corona-Lockdown am Montag öffnen – nun verzichtet er darauf. Die rechte Szene habe die Aktion als Plattform nutzen wollen, davon wolle er sich klar distanzieren, sagte Becker am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in München. „Um Gotteswillen keine Reichsfahne vor unserem Café!“ Mit der rechten Szene und anderen unterirdischen Protestakteuren wolle er sich nie solidarisieren.

Zuletzt hatte ein Sportartikelhändler angekündigt, seine Läden ab Montag zu öffnen. Nach Zuspruch aus der rechten Szene machte er dann aber einen Rückzieher. Wegen des Corona-Lockdowns haben Restaurants und ein Großteil der Geschäfte derzeit geschlossen. (Quelle: TSP, 10.01.21)


136 Neuinfektionen nach Ausbruch in China

In China sind am Sonntag von den Behörden 136 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. 99 der neuen Fälle wurden in der Provinz Hebei, direkt vor den Toren der chinesischen Hauptstadt Peking, nachgewiesen. Insgesamt stieg die Zahl der Infektionen in Hebei auf knapp 400. Es handelt sich um den größten Ausbruch seit Monaten.

In den vergangenen Tagen hatten die chinesischen Behörden deshalb die Maßnahmen in Hebei verschärft und mehrere Millionen Menschen getestet. Am Samstag wurden in der elf Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Shijiazhuang der Metro-Betrieb auf unbestimmte Zeit eingestellt, wie staatliche Medien berichteten. Auch Busse, Taxis und Privatfahrzeuge dürfen die Stadt nicht verlassen. Seit Freitag dürfen Bewohner von Shijiazhuang wie auch in der 125 Kilometer entfernten Sieben-Millionen-Metropole Xingtai die Städte ohne besondere Erlaubnis nicht mehr verlassen.

Die Behörden in Shijiazhuang planen nach eigenen Angaben weitere Massentests, um die Infektionsketten freizulegen und die Lage in der Stadt unter Kontrolle zu bekommen. Der Ursprung des neuen Ausbruchs ist noch ungeklärt. (Quelle: TSP, 10.01.21)


Belgien: Mehr als 20.000 CoViD-19-Tote

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat in Belgien die Marke von 20 000 überschritten. Das berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Sonntag unter Berufung auf Zahlen der nationalen Gesundheitsbehörde Sciensano. (Quelle: TSP, 10.01.21)


GB: Mehr als 200.000 Impfungen täglich

In Großbritannien werden nach Angaben der Regierung täglich 200.000 Menschen geimpft. Rund ein Drittel aller Bürger im Alter von über 80 Jahren hätten bereits eine Impfung erhalten, sagt Gesundheitsminister Matt Hancock dem Sender Sky News. Damit bis Mitte Februar alle besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen geimpft sein können, müssten wöchentlich zwei Millionen Spritzen verabreicht werden. Großbritannien sei auf einem guten Weg zu diesem Ziel. (Quelle: Tagesschau, 10.01.21)


Eltern benötigen Nachweise für Kinderkrankengeld

Eltern, die wegen des Lockdowns die Leistung des Kinderkrankengelds in Anspruch nehmen möchten, sollen ihrer Krankenkasse eine Bescheinigung vorlegen müssen, dass Schule oder Kita geschlossen sind. Das geht aus einer Formulierungshilfe für die Koalitionsfraktionen hervor, wie das Nachrichtenportal „The Pioneer“ berichtet. Die Regelung werde derzeit innerhalb der Bundesregierung abgestimmt und soll am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden.

Das Kinderkrankengeld beläuft sich demnach auf bis zu 90 Prozent des entfallenen Nettoarbeitslohns. Die Zahl der Kinderkrankentage soll für das Jahr 2021 um zehn auf 20 Tage pro Kind und Elternteil erhöht werden. Bei Alleinerziehenden soll der Anspruch für längstens 40 Arbeitstage gelten: „Der Anspruch besteht unabhängig davon, ob die geschuldete Arbeitsleistung nicht auch grundsätzlich im Homeoffice erbracht werden kann.“ Allerdings müssen Eltern ihrer Kasse eine Bescheinigung vorlegen. Die Betreuungsnotwendigkeit sei „durch ein Elternteil der Krankenkasse auf geeignete Weise, ggf. durch Bescheinigung der jeweiligen Einrichtung nachzuweisen“, heißt es in dem Entwurf. Bestätigt werden müsse, „dass das Kind auf Grund der Empfehlung von behördlicher Seite die Einrichtung nicht besucht hat“. (Quelle: Tagesschau, 10.01.21)


Niedersachsen-Zahlen: Hohe Steigerung trotz Sonntag

In Niedersachsen sind im Vergleich zum Vortag 1.748 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden – obwohl an Wochenenden weniger Menschen getestet und Daten häufig nicht vollständig übermittelt werden. Am Sonnabend waren 1.164 neue Fälle bestätigt worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg nach Angaben des Landesgesundheitsamtes auf 121,5 (Vortag: 106,8). Im Landkreis Gifhorn, der am Sonnabend als erster Kreis in Niedersachsen die kritische 200er-Marke überschritten hatte, stieg der Wert weiter auf jetzt 258,3. Cloppenburg (191,6) liegt knapp unter dieser Grenze. 15 weitere Menschen sind in Niedersachsen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. (Quelle: NDR, 10.01.21)


Biathlon: Acht Coronafälle – Bulgarisches Team komplett isoliert

Beim Biathlon-Weltcup in Oberhof gibt es acht weitere Corona-Fälle. Wegen gleich sechs positiver Befunde, von denen auch Sportler betroffen sind, wurde das gesamte bulgarische Team bis zu einer endgültigen Entscheidung des zuständigen Gesundheitsamtes unter Quarantäne gestellt. Das teilte der Biathlon-Weltverband IBU mit. Zudem wurden ein tschechischer Athlet und ein japanisches Teammitglied isoliert. (Quelle: Sportschau, 10.01.21)


Grafschaft Bentheim: Inzidenzwert steigt wieder

Weihnachten hinterlässt auch in der benachbarten Grafschaft Bentheim seine Spuren: Das Ergebnis sind 55 Neuinfektionen mit dem Coronavirus teilt die Kreisverwaltung in Nordhorn am Sonntag mit. Die Zahl der Grafschafter, die sich seit Beginn der Pandemie mit dem Virus angesteckt haben, stieg folglich von 2.807 am Samstag auf 2.862 am Sonntag. Die Zahl der Todesfälle, die laut Landkreis in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stehen, bleibt bei 66. Hier gab es auch am Samstag keine Veränderung.

Der 7-Tage-Inzidenzwert ist nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts (NLGA) wieder deutlich gestiegen: von 107,2 auf 145,8.

Ein weiterer Grafschafter galt am Sonntag als genesen, nun sind es 2.394. Folglich gibt es aktuell 402 Infizierte im Landkreis.

Die Fälle verteilen sich wie folgt (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 23 (+3), Emlichheim: 27 (+5), Uelsen: 67 (+7), Neuenhaus: 51 (+5), Wietmarschen: 18 (+2), Nordhorn: 149 (+13), Schüttorf: 67 (+19) (Quelle: GN, 10.01.21)


97 Regionen über Hotspot-Alarmschwelle von 200

Von den 412 Regionen, die das Robert-Koch-Instituts (RKI) ausweist (dazu gehören die Landkreise, kreisfreien Städte und die Berliner Bezirke), erreichen bei der Sieben-Tage-Inzidenz 97 mindestens die Hotspot-Alarmschwelle von 200. Ihnen drohen also die bei den Bund-Länder-Beratungen vereinbarten Bewegungseinschränkungen.

Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz ist der sächsische Landkreis Bautzen die am stärksten von der Pandemie betroffene Region Deutschlands. Dem neuesten RKI-Datenstand zufolge weist sie nun einen Wert von 545,4 neuen Fällen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche auf. Dahinter folgen der thüringische Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (530,0) und der sächsische Landkreis Meißen (523,3). (Quelle: TSP, 10.01.21)


Niedersachsen: Polizei löst private Partys auf

Die Polizei hat am Samstagabend und in der Nacht zu Sonntag erneut mehrere Feiern wegen Verstößen gegen Kontaktbeschränkungen aufgelöst. In Steinfeld im Landkreis Vechta wurden die Beamten wegen lauter Musik gerufen. In einer Wohnung fanden sie sechs volljährige Personen und zwei Kinder. Es wurden Platzverweise erteilt und Anzeigen geschrieben. In Lingen (Landkreis Emsland) feierten den Angaben zufolge sieben Erwachsene im Alter zwischen 21 und 28 Jahren eine Party in einer Scheune. Ihnen droht ebenfalls ein empfindliches Bußgeld.

In Salzgitter-Bad wurden wegen einer Party in einer Wohnung fünf Anzeigen geschrieben. In Bad Fallingbostel im Heidekreis gab es ebenfalls mehrere Fälle. Einmal feierten vier Personen aus verschiedenen Haushalten gemeinsam in einer Wohnung. In einer weiteren Wohnung hielten sich 13 Personen aus diversen Haushalten auf engstem Raum auf. Die Bewohner dort seien bereits öfter mit Verstößen gegen Corona-Regeln aufgefallen, so die Polizei. Ihnen drohen nun weitere Anzeigen. (Quelle: NDR, 10.01.21)


Emsland-Zahlen: Hoher Inzidenzwert

Am Wochenende und an Feiertagen gibt der Landkreis Emsland leider keine aktuellen Zahlen aus dem Landkreis Emsland mehr bekannt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) veröffentlichen jedoch die Zahlen, die vom Landkreis übermittelt wurden. Diese Übersicht ist nicht so ausführlich wie die vom Landkreis. Dabei gibt es Differenzen in den Zahlen, die die drei Stellen veröffentlichen, dieses liegt an einer zeitversetzten Eingabe der Daten. 10.Januar 2021 – Corona – Situation im Emsland

Auf der Seite des NLGA wird die aktuelle Anzahl der Gesamt Infizierten am heutigen Tage (Stand: 10.01.21, 9.00 Uhr) mit 5714 angegeben. Am gestrigen Tag hat das Landesgesundheitsamt die Gesamtzahl der Infizierten mit 5642 angegeben. Somit gab es 72 festgestellte Neuinfektionen.

Die 7-Tage-Inzidenz steigt weiter und liegt heute bei 156,6. Zwei weitere EmsländerInnen sind in den letzten 24 Stunden an CoViD-19 gestorben. Die Zahl der Todesfälle steigt daher heute auf 85 (+2). Am Montag wird der Landkreis die dann aktuellen Zahlen bekannt geben.

Zu den Zahlen im Vergleich muss noch folgendes erwähnt werden. Die Zahlen des Landkreises beziehen sich nur auf die Personen, die im Emsland wohnen und infiziert sind. Die Zahlen von RKI und NLGA beziehen sich auf alle gemeldeten Zahlen. Auch deshalb kommt es immer wieder zu verschiedenen Zahlenangaben am Wochenende. (Quelle: NordNews.de, 10.01.21)


Grafschaft Bentheim: Laut Polizei 40 „Verstöße gegen Ausgangssperre“

In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat die Polizei in der Grafschaft Bentheim deutlich mehr Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung festgestellt als in den Nächten zuvor. Nach Angaben einer Polizeisprecherin stellten die Beamten zwischen Samstagabend 21 Uhr und 5 Uhr am Sonntagmorgen 40 Verstöße fest.

Einige Personen gaben an, auf dem Weg zu Freunden zu sein. Da dies laut Polizisprecher  im Sinne der Regelungen des Landkreises kein triftiger Grund sei, draußen unterwegs zu sein, droht ihnen ein Bußgeld ab 150 Euro. Polizeistreifen und eine eingesetzte Hundertschaft aus Osnabrück kontrollierten am Wochenende wie in den Nächten zuvor, Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer, die nach 21 Uhr unterwegs sind. In der Nacht von Freitag auf Samstag stellten die Polizisten lediglich elf Verstöße gegen die Ausgangssperre in der Grafschaft fest. Warum am Samstagabend deutlich mehr Personen auf den Straßen unterwegs waren, ist unklar.

Die Ausgangsbeschränkung gilt noch bis zum 12. Januar. Mit ihr will der Landkreis eine Kontaktreduzierung der Bürger erreichen. So sollen die Corona-Fallzahlen eingedämmt werden. Am Montag will der Landkreis eine Bilanz der Ausgangssperre ziehen, die seit dem 23. Dezember in Kraft ist. (Quelle: GN, 10.01.21)


16.000 Neuinfektionen in Mexiko – so viele wie noch nie

Mexiko verzeichnet offiziellen Angaben zufolge binnen Tagesfrist eine Rekordzahl von 16.105 bestätigten Neuinfektionen. Das Gesundheitsministerium meldet weitere 1135 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Insgesamt haben sich demnach in dem lateinamerikanischen Land 1.524.036 Menschen mit dem Virus infiziert, 133.204 sind gestorben. Die Dunkelziffer der Infizierten und Todesfälle falle mangels umfassender Tests erheblich höher aus, erklärt das Ministerium. (Quelle: TSP, 10.01.21)


Jusos: Studenten als zusätzliche Lehrer in Schulen einsetzen

Die neue Juso-Chefin Jessica Rosenthal hat vorgeschlagen, Lehramtsstudentinnen und -studenten in der Corona-Krise als zusätzliche Lehrer einzusetzen. So könnten kleinere Lerngruppen gebildet und die Infektionsgefahr verringert werden, sagte die 28-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Wir können die Studierenden einstellen, die ja sowieso oft gerade ihre Nebenjobs verloren haben.“ Bund und Länder sollten Hotels und Messegelände anmieten und die Klassen aufteilen. Zuletzt war kontrovers diskutiert worden, ob es in einigen Schulen oder zumindest ausgewählten Klassen trotz der hohen Infektionszahlen wieder Präsenzunterricht vor Ort geben soll.

In mehreren Bundesländern soll dies trotz wachsender Proteste noch im Januar zumindest für Abschlussklassen gelten. Rosenthal forderte eine wissenschaftlich fundierte Prüfung, welche Infektionsgefahr von den neuen Virusmutationen in den Schulen ausgeht – und zwar vor dem 25. Januar, wenn Bund und Länder über weitere Maßnahmen entscheiden wollen. „Aus meiner Sicht muss das Recht auf Bildung immer an allererster Stelle stehen und genauso müssen wir auch diskutieren“, sagte sie. Schon jetzt müsse man aus der Corona-Krise lernen und direkt mehr Lehrerinnen und Lehrer einstellen. „Wir brauchen doch sowieso mehr Personal im Bildungsbereich. Das können wir jetzt schon machen“, betonte sie. (Quelle: FAZ, 10.01.21)


Studie: Mehr Fasern aus Masken bei langer Nutzung

Durch mehrfaches Tragen gealterte und zerfusselte Einwegmasken können unter Umständen zu gesundheitlichen Problemen führen. „Gealterte Einwegmasken können mehr Fasern freisetzen als neue Masken“, sagte Robert Landsiedel, stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für Toxikologie (GT), der Deutschen Presse-Agentur. Die Fasern gelangten zwar in der Regel nicht in die tieferen Atemwege und könnten daher dort auch keine schädliche Wirkung entfalten. „Sie können jedoch möglicherweise die Haut, die Schleimhäute und die oberen Atemwege reizen.“

Die von vielen Menschen genutzten Einwegmasken bestehen zumeist aus mehreren Lagen von Mikrofasern aus Kunststoff, in der Regel Polypropylen, das aus Rohöl gewonnen wird. Die Gesellschaft für Toxikologie habe zwar keine eigenen Studien hierzu, damit befasste Kollegen hätten aber beobachtet, dass von Masken vor allem größere Faserstücke freigesetzt werden, die nicht in die tieferen Atemwege gelangen, erläuterte Landsiedel zusammen mit Götz Westphal, dem Vorsitzenden des GT-Arbeitskreises Inhalationstoxikologie. Dies zeigte etwa eine im vergangenen Jahr im „World Allergy Organization Journal“ veröffentlichte Studie. (Quelle: FAZ, 10.01.21)


Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben am Sonntag 16.946 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 465 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekanntgab. An Sonntagen sind die erfassten
Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.
Zudem wurden aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt keine Zahlen gemeldet, wie das RKI mitteilte. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI

verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 162,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind hoch: Die höchsten Werte haben Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert hat  Bremen mit 74,0. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu

bewerten.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.908.527 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 10.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 40.343. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.525.300 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Sonntag bei 1,16 (Samstag: 1,17). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 116 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass um den Jahreswechsel Corona-Fälle nur verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert gegebenenfalls unterschätzt wird“. (Quelle: RKI, 10.01.21)


Ab heute: Die Regeln der Corona-Verordnung in Niedersachsen

Die neue Corona-Verordnung in Niedersachsen mit der abgekündigten  Verlängerung und Verschärfung der Corona-Regelungen gilt ab heute.

Das Land sieht sich angesichts der hohen Infektionszahlen in der Pflicht zu handeln. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz lag am Samstag bei 106,8. „Die Maßnahmen der bisherigen Verordnung wirken – aber sie wirken zu langsam“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums bereits vorgestern in der Landespressekonferenz in Hannover. Mit der neuen Verordnung setzt das Land Niedersachsen Vereinbarungen um, auf die sich die Ministerpräsidenten am Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verständigt hatten.

Demnach wird der Corona-Lockdown bis zum 31. Januar verlängert. Ein zentraler Punkt sind zudem verschärfte Kontaktbeschränkungen. Jetzt dürfen sich Mitglieder eines Haushaltes nur noch mit einer weiteren Person treffen. Anders als bisher zählen dabei auch Kinder mit. Die Regelung wurde dabei konkretisiert: Es ist nun egal, ob eine Familie als Hausstand eine Person besucht – oder eine Person eine Familie, so Regierungssprecherin Anke Pörksen. Ausnahmen sieht die Verordnung auch bei Beerdigungen vor.

Niedersachsen übernimmt auch die von Bund und Ländern vereinbarte Beschränkung der Bewegungsfreiheit – allerdings mit einer Abweichung: Die für Corona-Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz von 200 oder mehr vorgesehene Beschränkung soll auf einen Radius von 15 Kilometern um den Wohnsitz, also die konkrete Adresse, gelten – und nicht um den Wohnort, wie es am Dienstag nach den Bund-Länder-Beratungen hieß. Stadt- und Landbevölkerung würde so gleich behandelt – anders als bei einem auf den Wohnort bezogenem Radius.

Ob der Radius angewendet wird, entscheiden in Niedersachsen die örtlich zuständigen Kreise und Städte mit Gesundheitsämtern. die Sprecherin unterstrich, dass es keinen Automatismus für die Anwendung gebe. So soll die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen gesichert und Ausnahmen möglich gemacht werden – „etwa falls der nächste Supermarkt außerhalb des 15-Kilometer-Radius liegt“. Zusätzlich seien Ausnahmen für bestimmte Personengruppen vorgesehen: Dazu zählen notwendige medizinische, psychosoziale oder veterinärmedizinische Behandlung, und natürlich auch die Wahrnehmung einer beruflichen Tätigkeit. Ebenfalls möglich ist Besuch naher Angehöriger, wenn diese von Behinderung betroffen oder pflegebedürftig sind.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte sich nach den Bund-Länder-Beratungen skeptisch gezeigt, ob die Bewegungsbeschränkung verhältnismäßig und juristisch haltbar ist. (Quelle: NDR, 10.01.21)


Gesundheitssenatorin: Impfwillige in Berlin können Impfstoff wählen

Impfwillige in Berlinsollen laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci wählen können, mit welchem Impfstoff sie gegen Corona immunisiert werden wollen. „Der Bürger, die Bürgerin sollen die Freiheit haben, sich entscheiden zu können, mit welchen Impfstoff sie geimpft werden wollen“, sagte die SPD-Politikerin nach einem Bericht der RBB-Abendschau bei einem Probelauf in einem Impfzentrum.

Die Verteilung der Impfstoffe sei nach den derzeitigen Planungen an die Impfzentren gekoppelt. So werde in dem bereits geöffneten Impfzentrum in der Arena in Treptow der des Mainzer Unternehmen BioNTech und seines US-Partners Pfizer geimpft.

Im Erika-Hess-Eisstadion im Wedding, das am kommenden Donnerstag öffnen soll, solle der von Moderna verabreicht werden. Als nächstes könnte ein Zentrum mit dem BioNTech-Impfstoff an der Messe folgen. Insgesamt plant Berlin sechs Impfzentren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuvor gesagt, wer vom Staat eine Impfung gegen Covid-19 angeboten bekommt, wird sich den verabreichten Impfstoff vorerst nicht aussuchen können. Eine solche Auswahl zu treffen, sei aufgrund der derzeit noch herrschenden Knappheit „im Moment und auch absehbar“ nicht möglich, betonte er in einer Online-Diskussionsrunde. (Quelle: Tagesschau, 10.01.21)


Papst: Impfen ist ethische Verpflichtung

Selbst der Papst stimmt mit ein: Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, die Impfungen gegen das neuartige Coronavirus wahrzunehmen. „Man muss sich impfen lassen“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche laut am Samstag vorab veröffentlichten Äußerungen gegenüber dem italienischen Fernsehsender Canale 5. Alles andere wäre eine „suizidale Verweigerung“, die er sich nicht erklären könne.

Er selbst wolle sich in der kommenden Woche im Vatikan impfen lassen, sagte der 84-Jährige. „Ich glaube, dass vom ethischen Standpunkt aus jeder geimpft werden sollte“, weil eine Infektion „die eigene Gesundheit, das eigene Leben, aber auch das Leben anderer in Gefahr bringt“, sagte der aus Argentinien stammende Papst in dem Interview, das am Sonntag ausgestrahlt wird.  (Quelle: FAZ, 10.01.21)


Überblick zur Nacht

  • Papst Franziskus sagte, er wünsche sich bereits nächste Woche eine Covid-Impfung und forderte andere auf, sich impfen zu lassen, um ihr eigenes Leben und das aller anderen zu schützen. Der Vatikan bestätigte, dass er in Kürze seine eigene Impfkampagne gegen das Virus starten werde.
  • 21 Personen in Marseille sind positiv auf die neue CoViD-19-Variante B.1.1.7 getestet worden, die ursprünglich in England gefunden wurde. Die Behörden sagten, die Fälle seien innerhalb eines Familienclusters entdeckt worden.
  • Weitere 1.035 Menschen sind binnen 24 Stunden in Großbritannien an CoViD-19 gestorben sind, was einer Gesamtzahl von 80.868 entspricht. Es ist der vierte Tag in Folge, an dem Großbritannien mehr als 1.000 Todesfälle pro Tag verzeichnet.
  • In Australien hat der Bundesstaat Victoria gerade bekannt gegeben, dass am vergangenen Tag keine neuen lokal übertragenen Fälle aus 23.412 Tests registriert wurden.  (Quelle: The Guardian, 10.01.21)

Debatte um schlechten Impfstart geht weiter

Trotz Fortschritten bei der schleppenden Impfkampagne geht die Debatte darüber innerhalb der großen Koalition weiter. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil erneuerte die Kritik seiner Partei an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Es war von Anfang an klar, dass Impfen unser Ausweg aus der Pandemie ist und deswegen im Detail vorbereitet werden muss. Das hat Spahn nicht getan“, sagte Klingbeil der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bescheinigte der SPD in der „Saarbrücker Zeitung“, „anscheinend den Weg der Vernunft verlassen“ zu haben.

Der Impfstart in Deutschland ist aus Sicht der SPD zu schleppend verlaufen. Mehrere Sozialdemokraten, darunter Klingbeil, hatten de Bundesgesundheitsminister dafür verantwortlich gemacht, dass einige andere Länder beim Impfen weiter sind als Deutschland. Die SPD-geführten Bundesländer hatten zudem einen Fragenkatalog zu den Problemen bei der Impfung an Spahn geschickt.

Inmitten der Pandemie mache die Partei mit der Debatte um das Impfen Wahlkampf, so Kramp-Karrenbauer. „Das hilft ihr nicht, schadet aber bei der Bekämpfung von Corona, weil es die Verunsicherung schürt.“ Die Sozialdemokraten sollten sich wieder auf ihre Verantwortung für das Land konzentrieren.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hingegen warb um Transparenz in der Krise: „In Zeiten von großer Unsicherheit ist Vertrauen eine ganz zentrale Kategorie des Regierens“, sagte er der dpa. Deshalb müsse der Grundsatz gelten: „Wenn sich Fragen aufdrängen, werden sie gestellt“. „Sonst entsteht leicht Misstrauen“, mahnte Scholz.

CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen zeigt sich verwundert. „Bei Vizekanzler Scholz bin ich immer davon ausgegangen, dass er in alle Vorgänge der Bundesregierung eingeweiht ist“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Und auch: „Außerdem rühmt sich Olaf Scholz stets, alles immer ein bisschen besser zu wissen. Dass er ausgerechnet jetzt auf seiner Unwissenheit beharrt, ist schon komisch.“

In den vergangenen Tagen hatte es mehrere positive Nachrichten gegeben, um beim Impfen voranzukommen. Seit Freitag kann aus den gelieferten Ampullen der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer mehr Impfstoff entnommen werden als bisher. Mengensteigerungen um bis zu 20 Prozent sollen möglich sein. EU-weit gibt es zudem eine neue Vereinbarung über bis zu 300 Millionen weiteren Biontech/Pfizer-Dosen. Zudem soll der zweite in Europa zugelassene Impfstoff, der des US-Herstellers Moderna, ab Dienstag an die Bundesländer geliefert werden.

SPD-Mann Klingbeil sagte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Ich bin sehr froh, dass unsere Kritik der letzten Tage schon zu wichtigen Veränderungen geführt hat. Es hat Nachbestellungen beim Impfstoff gegeben, die Produktionskapazitäten von Biontech werden ausgebaut, Spahn hat nun alle Pharmaunternehmen angeschrieben“, und Merkel habe das Thema zur Chefsache gemacht. „Alles das hilft, dass wir schneller einen endgültigen Weg aus der Krise finden.“

(Quelle: GN, 10.01.21)


Kuba verschärft Präventionsmaßnahmen

Die Behörden in Kuba haben neue Maßnahmen zur Eindämmung von CoCiD-19 angekündigt, darunter: Einstellung des Verkehrs zwischen den Provinzen, aller kulturellen Aktivitäten und Nutzung öffentlicher Räume wie des berühmten Malecon Boulevards während der Nachtstunden.

Obwohl die kubanischen Behörden den Ausbruch besser eingedämmt haben, als die meisten anderen lateinamerikanischen Regierungen, haben sich jüngst die Infektionen mehr als verdoppelt, seitdem die Sperrbeschränkungen gelockert und die Grenzen im November wieder geöffnet worden waren.

Francisco Duran, Leiter der Epidemiologie im Gesundheitsministerium, nahm diese Woche seine täglichen Fernsehnachrichten wieder auf und sagte, Kuba habe am Samstag 365 neue Infektionen registriert. Damit belaufe sich die Summe aller Infektionen für die ersten acht Tage des Jahres 2021 auf 1.767. (Quelle: The Guardian, 10.01.21)


Brasilien-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen in Brasilien steigt auf insgesamt 62.290, die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen um 1.171. Am Freitag waren es 52.035 neue Fälle und 962 Tote gewesen. In dem Land sind laut Gesundheitsministerium inzwischen mehr als acht Millionen Infektionen nachgewiesen, die Zahl der Toten liegt bei über 200.000. (Quelle: FAZ, 10.01.21)


Mehr als eine halbe Million CoViDd-19-Impfungen in Deutschland erfasst

Seit dem Beginn der Impfkampagne Ende Dezember sind in Deutschland mehr als eine halbe Million Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Bis Samstagvormittag wurden 532.878 Impfungen am Robert Koch-Institut erfasst, wie aus einer RKI-Statistik vom Samstag (Stand: 11.00 Uhr) hervorgeht. Im Vergleich zum Vortag ist die Zahl der gemeldeten Impfungen demnach um mehr als 50.000 gestiegen.

Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden laut der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern erfasst (15,6), die wenigsten für Sachsen (4,4). Bundesweit liegt der Wert bei 6,4. In absoluten Zahlen kommt laut RKI Nordrhein-Westfalen auf den höchsten Wert mit 98.950 Geimpften. Die Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

Die meisten Menschen – mehr als 260.000 – wurden laut RKI-Daten aus beruflichen Gründen geimpft. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln. Zudem wurde das Präparat inzwischen mehr als 206.000 Bewohnern von Pflegeheimen verabreicht. (Quelle: TSP, 09.01.21)


16. Januar: Indien beginnt einer der größten Impfkampagnen

In Indien soll am 16. Januar eine der weltweit größten Corona-Impfkampagnen beginnen. Zuerst sollen etwa 30 Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen geimpft werden, wie das Gesundheitsministerium in Delhi am Samstag bekanntgab. Danach plant die Regierung rund 270 Millionen Menschen, die älter als 50 Jahre alt sind, und Bürger unter 50 mit Begleiterkrankungen zu impfen.

Indien hatte am Sonntag erstmals zwei Corona-Impfstoffen eine Notfallzulassung erteilt: dem in Indien entwickelten Impfstoff Covaxin der Firma Bharat Biotech und dem des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astra-Zeneca. Der Astra-Zeneca-Impfstoff soll für Indien und andere Märkte unter dem Namen Covishield von dem indischen Hersteller Serum Institute of India produziert werden.

Indien ist mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt nach China. Mehr als 10,4 Millionen Menschen haben sich dort nach Daten der Johns-Hopkins-Universität mit dem Corona-Virus infiziert. Mehr als 150.000 Menschen starben in dem südasiatischen Land mit dem Virus. (Quelle: FAZ, 09.01.21)


Großer Ausbruch im Krankenhaus Lübecke (Westfalen)

Im Krankenhaus in Lübbecke hat es einen großen Covid-19-Ausbruch gegeben. Es wird geprüft, ob möglicherweise die mutierte, neue B.1.1.7-Variante des Coronavirus die Infektionen verursacht hat. Gleich sieben Beschäftigte und 16 Patienten wurden in kürzester Zeit positiv getestet – allesamt auf einer Station des Lübbecker Krankenhauses. Das bestätigten die Mühlenkreiskliniken dem WDR. Allerdings habe man die Ausbreitung im Krankenhaus erfolgreich stoppen können. Die Stationen seien streng voneinander abgeschirmt, sagte ein Sprecher der Klinik. Das zeige Wirkung: In den umliegenden Stationen habe man nach dem Ausbruch flächendeckende Corona-Tests durchgeführt, dort gebe es keine Auffälligkeiten.

Der Ausbruch war aufgefallen, weil einige Mitarbeiter leichte Symptome gehabt hatten. Sicherheitshalber wurden Tests nun auch noch einmal im gesamten Krankenhaus durchgeführt, einige Ergebnisse stehen noch aus. Weil sich das Virus auf der Station offenbar sehr schnell verbreitet hat, sind die positiven Corona-Tests nun zur Untersuchung in die Charité in Berlin geschickt worden.

Dort soll untersucht werden, ob es sich um eine mutierte Version des Coronavirus handelt, Ergebnisse werden im Laufe der kommenden Woche erwartet. Seit einiger Zeit sind Mutationen im Umlauf, etwa eine Variante, die in Großbritannien das erste Mal entdeckt wurde. Forscherinnen und Forscher vermuten, dass sie deutlich ansteckender ist als die bisherige Variante.

Für das Lübbecker Krankenhaus ist es der zweite große Corona-Ausbruch seit Beginn der Pandemie. Die Klinik überlegt nun, die Sicherheitsmaßnahmen noch weiter zu verschärfen und auch in Drei- und Vierbettzimmern nur noch eine Person unterzubringen. Bislang dürfen dort zwei Erkrankte liegen. (Quelle: WDR, 09.01.21)


Großteil der Corona-Kranken leidet noch nach sechs Monaten unter Symptomen

Einer Langzeitstudie im chinesischen Wuhan zufolge leidet ein Großteil der Betroffenen noch ein halbes Jahr später unter mindestens einem Symptom der Virusinfektion.

Für die am Samstag in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte Untersuchung wurden insgesamt 1.655 ehemalige Patienten Monate nach ihrer Behandlung im Krankenhaus erneut untersucht. Es handelt sich um eine der ersten Langzeitstudien über die Folgen einer Corona-Erkrankung.

Die Autoren fanden heraus, dass 76 Prozent der Covid-19-Patienten, die zwischen Januar und Mai in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan im Krankenhaus behandelt wurden, die Symptome der Krankheit auch sechs Monate nach ihrer Entlassung nicht vollständig überwunden hatten. 1.265 von ihnen klagten demnach weiter über mindestens ein Corona-Symptom. Am häufigsten nannten sie demnach Müdigkeit und Muskelschwäche. Viele klagten zudem über Schlafstörungen.

In der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan war das Coronavirus Ende 2019 erstmals aufgetreten. Die ersten Ansteckungen, die die WHO nachträglich als Corona-Infektionen einstufte, reichen bis zum 8. Dezember 2019 zurück. Seitdem hat sich der Erreger weltweit rasant ausgebreitet. (Quelle: TSP, 09.01.21)


Spahn: Bürger können Covid-19-Impfstoff zunächst nicht auswählen

Wer vom Staat eine Impfung gegen Covid-19 angeboten bekommt, kann sich den verabreichten Impfstoff vorerst nicht aussuchen. Eine solche Auswahl zu treffen, sei aufgrund der derzeit noch herrschenden Knappheit „im Moment und auch absehbar“ nicht möglich, betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in einer Online-Diskussionsrunde.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, sagte, die beiden bislang in Europa zugelassenen Impfstoffe der Firmen Biontech und Moderna seien „äquivalent in Wirksamkeit und Sicherheit“. Es sei jetzt noch zu früh, um entsprechende Aussagen für andere Impfstoffe zu treffen, bei denen das Zulassungsverfahren noch nicht abgeschlossen sei.

Um einen ausreichenden Schutz vor Covid-19 zu gewährleisten, muss der Impfstoff nach Angaben der Experten zweimal verabreicht werden – mit einem Abstand von mindestens drei (bei Biontech) bis vier (Moderna) Wochen. Auf die Frage, ob es möglich wäre, einer Person Impfstoffe verschiedener Hersteller zu verabreichen, sagte Mertens, dies sei auch bei Impfstoffen, die auf einem gleichen Wirkprinzip basierten, „auf keinen Fall“ möglich. Denn dazu gebe es bislang „Null Daten“.

Spahn zufolge wurden seit dem Impfstart in Deutschland Ende Dezember über eine halbe Million Menschen ein erstes Mal gegen Covid-19 geimpft. Kritikern, die über den schleppenden Start der Impfkampagne klagen und dies mit den aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen verknüpfen, hielt er entgegen: „Das Impfen jetzt würde nicht den Lockdown jetzt unnötig gemacht haben.“ Das zeige die Lage in Israel und Großbritannien, wo jeweils bereits ein größerer Anteil der Bevölkerung geimpft wurde. (Quelle: TSP, 09.01.21)


Münsterland: Nur Münster und zwei Landkreise veröffentlich Infektionszahlen

Im Münsterland sind am Samstag drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion bekannt geworden. Die 7-Tage-Inzidenz ist unterdessen in den Kreisen deutlich angestiegen. Nur in der Stadt Münster sank der Inzidenzwert auf 71,7 (von 75,2 am Vortag).

Im Münsterland sind nach Angaben der Gesundheitsämter der Region (Samstag, 9. Januar, 11.00 Uhr) derzeit 3.318 Menschen nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert (Vortag: 3.362). Im Vergleich zu Freitag gab es 167 Neuinfektionen und 208 Genesungen. Am Samstag veröffentlichten aber nur die Kreise Borken und Steinfurt aktuelle Corona-Zahlen.

Die Zahl der Todesfälle im Münsterland liegt bei 565 (562). Zwei weitere erkrankte starben im Kreis Borken, einer im Landkreis Steinfurt. Insgesamt hat es seit Beginn der Pandemie im Münsterland bislang 30.025 Corona-Fälle gegeben, 26.142 Menschen gelten als wieder gesundet. (Quelle: MZ, 09.01.21)



Hausärzte fordern Lockerungen für Corona-Geimpfte

Der Deutsche Hausärzteverband hat Lockerungen der Corona-bedingten Einschränkungen für alle Geimpften gefordert, sofern diese nach der Immunisierung nicht mehr ansteckend sind. „Die Menschen wollen zu Recht jedenfalls dann von den Vorteilen des Impfens profitieren dürfen, wenn diese Impfungen tatsächlich nicht nur vor Erkrankung schützen, sondern auch die Übertragung des Virus verhindern“, sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Weigeldt am Samstag.

Man könne beispielsweise einer 85-Jährigen, die seit Monaten ihr Pflegeheim weder verlassen, noch dort Besuch empfangen könne, kaum erklären, dass sie trotz einer Impfung weiterhin das Heim nicht verlassen oder ihre Familie sehen dürfe, sagte Weigeldt: “Wollen wir dieser Frau ernsthaft zumuten, dass sie sich aus Rücksicht auf die Ungeimpften weiterhin selbst einsperrt?„ Es sei nicht angemessen, in diesem Zusammenhang von einer Spaltung der Gesellschaft oder einer Privilegierung der Geimpften zu sprechen.

Schließlich stelle die Impfung lediglich die normalen Lebensmöglichkeiten wieder her, betonte der Mediziner. “Die Politik muss den Geimpften zubilligen, diese Möglichkeiten auch wieder wahrzunehmen. Nur so lässt sich die Akzeptanz der Maßnahmen sicherstellen.“ (Quelle: TSP, 09.01.21)


(09.01.21)


Kalifornien: Alle 15 Minuten ein CoViD-19-Toter

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie vom Musterschüler zum Sorgenkind gewandelt. In der Metropole Los Angeles zeigt sich das ganze Ausmaß. Die USA verzeichneten zuletzt fast 4.000 Corona-Tote in 24 Stunden. Kalifornien ist mit rund 2.500 Toten pro Woche einer der Pandemie-Hotspots geworden. Im Schnitt stirbt in Los Angeles alle 15 Minuten ein Mensch an den Folgen der Viruserkrankung. Krankenwagen mit Covid-19-Patienten sind in der zweitgrößten US-Metropole derzeit oft stundenlang unterwegs, bevor sie endlich eine Klinik mit freien Betten finden.

„Wenn Los Angeles das Epizentrum der Welt ist, dann ist dieser Stadtteil das Corona-Epizentrum von Los Angeles“, sagt Klinikchefin Elaine Batchlor. Die Patienten sind hier im Süden der Stadt hauptsächlich Schwarze und Latinos, zwei Bevölkerungsgruppen, die in den USA überdurchschnittlich stark durch das Coronavirus getroffen wurden: Ihre Übersterblichkeitsrate nahm laut einer Studie um etwa 33 und 54 Prozent zu. Dagegen ist die Übersterblichkeitsrate unter Weißen nur um etwa zwölf Prozent gestiegen.

Viele der Patienten des MLK-Krankenhauses arbeiten in exponierten Berufen: als Verkäufer oder im öffentlichen Nahverkehr. Sie leben oft unter beengten Verhältnissen, so dass ein Schutz vor Ansteckung kaum möglich ist. „Wir sehen ganze Familien auf einmal krank werden“, sagt Arias, die selbst aus einer Latino-Familie kommt und in der Nachbarschaft aufgewachsen ist. „Ich könnte eine von ihnen sein. Es ist sehr tragisch, Menschen sterben zu sehen, die aussehen wie du selbst.“

Taylor Reed, die als Krankenschwester in New York gearbeitet hatte, als dort im Frühjahr vergangenen Jahres die Kliniken wegen der Pandemie an ihre Belastungsgrenze kamen, findet die jetzige Situation noch gravierender: „Das ist das Schlimmste, was ich je gesehen habe“, sagt die 24-Jährige.

Kalifornien galt im Frühjahr als Vorbild im Umgang mit der Pandemie. Doch das ist lange vorbei. Nun sind Sanitäter in Los Angeles angewiesen, Menschen mit geringen Überlebenschancen nicht mehr in Kliniken zu bringen. Und angesichts der steigenden Totenzahlen haben die Behörden begonnen, mehr als 150 Kühlanhänger zur Aufbewahrung von Leichen in der Stadt zu verteilen.

In den USA wurden seit Beginn der Pandemie rund 365.000 Tote registriert, mehr als in jedem anderen Land der Welt. Der jüngste Anstieg wird von Experten auch auf Zusammenkünfte während des Feiertages Thanksgiving Ende November zurückgeführt. Demnächst werden die Auswirkungen der Weihnachtstage und all ihrer Familientreffen die Zahlen nochmals steigen lassen.

(Quelle: T-online, 09.01.21)


Queen Elizabeth II. und Prinz Philip erhalten Corona-Impfung

Die britische Königin Elizabeth II. (94) und ihre Mann Prinz Philip (99) haben am Samstag eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das teilte der Buckingham-Palast mit. Die beiden gelten wegen ihres hohen Alters als besonders gefährdet durch die Lungenkrankheit Covid-19.

Lange Zeit hatten sie sich in der Pandemie auf Schloss Windsor zurückgezogen, bevor sich die Queen wieder zu wenigen Auftritten in der Öffentlichkeit zeigte. Auch die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel verbrachte das Paar wieder in Windsor. Auf ein Familientreffen mit anderen Royals verzichteten die beiden.

Bislang sind in Großbritannien nach Angaben der Regierung rund 1,5 Millionen Menschen gegen Covid-19 geimpft worden. Das Tempo der Impfkampagne soll jedoch deutlich beschleunigt werden. Ziel ist es, bis Mitte Februar den besonders gefährdeten 15 Millionen Briten eine erste Impfung anzubieten. (Quelle: TSP, 09.01.21)


Italien: Impfzahlen wie in Deutschland

Ebenso wie in Deutschland sind auch in Italien mehr als eine halbe Million Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden landesweit knapp 505.000 Impfdosen an rund 290 Standorten gespritzt. Das Personal im Gesundheitsbereich bekam demnach die meisten Impfungen. Seit Ende Dezember hat Italien knapp 918.500 Impfdosen erhalten. „Ich denke, wir sind noch am Anfang und die Dosen, die wir zur Verfügung haben, sind noch klar begrenzt“, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza. (Quelle: BR, 09.01.21)


Corona-Mutation aus Südafrika nun auch in Israel

In Israel sind erste Infektionen mit der in Südafrika aufgetretenen Coronavirus-Variante nachgewiesen worden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, handelt es sich um vier Fälle. Es seien zwei Infektionsketten festgestellt worden. Ein Test sei bei einer eingereisten Person positiv gewesen, zudem sei eine Familie positiv auf die Variante getestet worden, die sich bei einem Eingereisten angesteckt habe.

Die Einreise aus Südafrika nach Israel ist nur in Ausnahmefällen möglich. Israel steckt inmitten einer dritten Corona-Welle mit hohen Infektionszahlen. Seit Freitag gilt erneut ein landesweiter, harter Lockdown. Parallel dazu läuft eine massive Impfkampagne. Am Samstag erhielt Premierminister Benjamin Netanyahu seine zweite Impfung; sie wurde im Livestream übertragen. (Quelle: Tagesschau, 09.01.21)


Emsland will Senioren impfen und hat kein Konzept

Wie können viele Senioren schnell im Emsland gegen Corona geimpft werden? Diese Frage stellt sich der Landkreis und will nicht erst auf ein Konzept der Landesregierung warten, berichtet die „Lingener Tagespost“. „Wir werden uns als Landkreis selbst der Sache annehmen und kurzfristig eine Lösung erarbeiten“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf.

Es soll sichergestellt werden, dass die impfwilligen Emsländer über 80 Jahren auch tatsächlich kurzfristig geimpft werden können, sobald der Impfstoff verfügbar ist, wird Burgdorf in einer Pressemitteilung zitiert. Der Landrat will deutlich machen, dass der Landkreis Emsland bei den Impfungen der über 80-jährigen Personen, die der Gruppe mit der höchsten Priorität angehören, ein eigenes Modell entwickeln wird, das dies ermöglicht.
Transport zu den Impfzentren?

Zentrale Frage dabei ist, wie Hochbetagte, die die Impfzentren oftmals nicht mehr selbstständig erreichen und auch nicht auf Hilfe zurückgreifen können, mit einer Impfung versorgt werden können. „Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass es für diese Personengruppe einfach sein wird, über die zentrale Terminvergabe, sei es telefonisch oder online, einen Impftermin zu vereinbaren“, erläutert Burgdorf. Ob am Ende ein Transport zu den Impfzentren eingerichtet wird oder mobile Teams dezentral in die Fläche gehen werden, ist derzeit noch offen. „Wie das Konzept konkret auch aussehen mag, versetzt es uns doch in die Lage, vorhandenen Impfstoff direkt an die über 80-Jährigen zu verimpfen“, so Burgdorf.

„Derzeit sind wir dabei Gespräche intern zu führen und zu überlegen wie das Modell aussehen kann, das eine schnellstmögliche Versorgung dieser vulnerablen und oft immobilen Gruppe sicherstellt, ihnen den Weg zur Impfung erleichtern kann und unseren Ansprüchen und Herausforderungen als Flächenlandkreis gerecht wird“, sagt Burgdorf. Im weiteren Verlauf sollen auch die Bürgermeister und Kommunen in die Überlegungen mit einbezogen werden. (Quelle: LT, 09.01.21)

Man liest es, reibt sich die Augen und fragt, was diese öffentliche Verwaltung eigentlich seit 11 Monaten getan hat. Dass die Pandemie kommt, wusste seit Februar 2020 jede/r. Dass nur eine Impfung den Weg aus der Pandemie weisen würde, wusste auch jede/r, der in der Lage war zu lesen. Jetzt gibt die Kreisverwaltung des Landkreises Emsland zu, aktuell gar keinen Plan für die Impfung der besonders Gefährdeten zu haben und der Landrat teilt mit, seine Verwaltung wolle „kurzfristig eine Lösung erarbeiten“…

Was für ein grandioses Versagen!


Belgien: 750 Euro Strafe für jede/n Feiernde/n

Eine wegen der Coronaregeln illegale Geburtstagsparty in Belgien kommt Dutzenden Feiernden teuer zu stehen: Gut 60 Strafzettel stellte die Polizei aus, jeder angetroffene Gast muss 750 Euro zahlen, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Den Angaben zufolge kamen die Feiernden aus Luxemburg und Frankreich. In Belgien gelten zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens strenge Ausgangsbeschränkungen, die Straße darf nicht betreten werden. Die Polizei sei gegen 4.00 Uhr vor Ort eingetroffen, hieß es. (Quelle: Tagesschau, 09.01.21)


China verschärft Corona-Lockdown in zwei Metropolen

Im Kampf gegen einen neuen Corona-Ausbruch haben die chinesischen Behörden den Lockdown über die zwei Millionenstädte Shijiazhuang und Xingtai verschärft. In beiden Metropolen gilt für die insgesamt 18 Millionen Einwohner nun eine einwöchige Ausgangssperre. Bereits seit Freitag sind die Städte abgeriegelt.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in China ist in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit sechs Monaten gestiegen. Haupt-Infektionsherd ist die an Peking angrenzende Provinz Hebei, in der Shijiazhuang und Xingtai liegen, aus der in der vergangenen Woche über 300 Corona-Fälle gemeldet wurde.

Auch wenn die täglichen Infektionszahlen damit bei weitem nicht so hoch sind wie etwa in Europa, sind die Behörden alarmiert. Am 12. Februar wird das chinesische Neujahrsfest gefeiert und aus diesem Anlass sind üblicherweise Hunderte Millionen Menschen im ganzen Land unterwegs. Die chinesischen Behörden sind daher bemüht, alle Infektionsherde einzudämmen und möglichst schnell möglichst viele Menschen zu impfen. (Quelle: Tagesschau, 09.01.21)


Neues aus der Grafschaft Bentheim

Da der Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim mit 117,4 weiterhin deutlich über dem angestrebten Wert von 50 liegt, gilt ab Montag, 11. Januar, in der Grafschaft Bentheim eine neue Allgemeinverfügung, teilte die Kreisverwaltung in Nordhorn mit. Die für alle Einwohner/innen verbindliche Verfügung verlängert die Maskenpflicht in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie in medizinischen Berufen und regelt gleichzeitig das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes während des Schulunterrichts. Mit ihren Regeln geht sie über die Corona-Verordnung des Landes hinaus.
„Der Mund-Nasen-Schutz ist im Alltag eine besonders sinnvolle Maßnahme, um die Ausbreitung des Virus, speziell in geschlossenen Räumen, zu verhindern“, erläuterte Erster Kreisrat Dr. Michael Kiehl. Die neue Allgemeinverfügung gilt bis zum 3. Februar 2021. Mit Blick auf die Verlängerung des Lockdowns (Schließung Einzelhandel) und die Verstärkung der Kontaktbeschränkungen durch die neue Landesverordnung, werde die Maskenpflicht in der Nordhorner Innenstadt nicht verlängert.

Ab Montag, 11. Januar, gilt unabhängig von der Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen:

  • Maskenpflicht in allen allgemein- und Berufsbildenden Schulen (Sek I und II) während des Unterrichts. Ausgenommen sind Primarstufe und Förderschulen. Außerdem besteht die Pflicht zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung nicht bei der Ausführung berufsbezogener, dauerhafter schwerer körperlicher Tätigkeit, bei der Sportausübung und während Abschlussprüfungen, Klausuren und Klassenarbeiten, solange die Personen einen Sitzplatz eingenommen haben und das Abstandsgebot von 1,5 Metern eingehalten wird.
  • Maskenpflicht auf Wochenmärkten wird verlängert.
  • Verpflichtendes Tragen von Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 (oder höherwertig/ ohne Ventil) in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie in der ambulanten Pflege bleibt bestehen.
  • Verpflichtendes Tragen von Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 (oder höherwertig) für Angehörige der Heilberufe und weitere medizinische Berufe bleibt ebenfalls bestehen.
  • Vor rund zwei Wochen wurden eine Ausgangsbeschränkung sowie Besuchseinschränkungen für Alten- und Pflegeeinrichtungen für das Kreisgebiet festgelegt. „Hierzu werden wir die Entwicklung der Fallzahlen am Wochenende beobachten und am Montag eine Entscheidung treffen“, erklärt Dr. Michael Kiehl. Beide Regelungen – Ausgangs- und Besuchsbeschränkung – gelten noch bis einschließlich 12. Januar 2021. (Quelle: GN, 09.01.21)

Kanzlerin sieht kommende Wochen als „die wohl schwierigsten der Pandemie“

Die kommenden Wochen in der Corona-Krise sind nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „die wohl schwierigsten der Pandemie“ – zugleich sieht sie die berechtigte Hoffnung auf Besserung. „Je konsequenter wir heute sind, desto schneller werden wir den Zustand der Kontrolle wiederherstellen können, desto kürzer wird die Zeit sein, in der wir mit solchen Einschränkungen leben müssen“, sagte Merkel in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. „Besonnenheit in diesen schweren Januarwochen und Rücksicht aufeinander werden sich auszahlen.“

Hoffnung auf Besserung mache der Impfstart. Das Tempo beim Impfen werde zunehmen, sagte Merkel. „Wir werden Monat für Monat mehr Menschen und schließlich jedem, der das möchte, ein Impfangebot machen können – und ich hoffe, möglichst viele werden es dann auch annehmen.“

Zur europäischen Beschaffung des Impfstoffs sagte die Kanzlerin: „Ich bin fest überzeugt, dass es gut war, auf den europäischen Weg zu setzen. Ein Virus, das uns alle trifft, lässt sich von keinem Land allein besiegen. Kein Land, auch Deutschland nicht, wäre sicher vor dem Virus, wenn seine Freunde und Nachbarn es nicht wären.“

Zugleich verwies Merkel auf die angespannte Lage angesichts des derzeitigen Infektionsgeschehens. „Ärzte und Pflegepersonal arbeiten in vielen Krankenhäusern am Rande der Überforderung“, sagte sie. „Auch was wir über Mutationen des Virus hören, macht die Sorgen nicht geringer – im Gegenteil“, sagte die Kanzlerin. Das Ziel sei deshalb, die Zahl der Neuinfektionen sehr deutlich zu senken, um die Gesundheitsämter wieder in die Lage zu versetzen, jede Neuinfektion nachzuverfolgen.
(Foto CC s. Archiv v. 22.3.20;Quelle TSP, 09.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Infektionen bleibt in Niedersachsen sehr hoch. Heute (Samstag, 9. Januar) verzeichnet das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.164 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen. Im Zusammenhang mit Corona sind 40 weitere Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.324. Die 7-Tage-Inzidenz ist in Niedersachsen stark angestiegen auf jetzt 106,8 Fälle je 100.000 Menschen.

Während die Verwaltung des Landkreises Emsland keine täglichen Zahlen mitteilt, meldet das Land Niedersachsen eine hohe Zahl von Neuinfektionen im Landkreis. Binnen 24 h hat es weitere 65 Neuinfektionen gegeben. Die Gesamtzahl der CoViD-19-Infizierten beträgt jetzt 5.642 (+65). Offenbar als Folge der intensiven familiären Kontakte an den Weihnachtstagen vor zwei Wochen hat die Infektionszahl binnen einer Woche um 443 Neuerkrankte zugenommen; das sind 50% mehr als noch vor einigen Tagen. Hieraus folgt eine 7-Tage-Inzidenz von 135,5. Anfang der Woche hatte die Zahl noch bei unter 90 gelegen. Die Silvesterinfektionen kommen erst in der nächsten Woche um Tragen. Allgemein werden als Folge von Silvesterfeiern im privaten Rahmen hohe Neuinfektionszahlen erwartet.

Gleichzeitig nimmt die Zahl der Neuinfektionen in der benachbarten Grafschaft Bentheim ab. Aktuell beträgt die 7-Tage-Inzidenz nach 24 Neuinfektionsfällen (Gesamtzahl: 2.808)  in den letzten 24 Stunden noch 107,2.

Die Deutsche Gesellschaft für Intensivmedizin meldet heute, dass im Emsland (Zahlen der Grafschaft Bentheim in Klammern) 6 CoViD-19-Erkrankte (9) intensivmedizinisch betreut werden, 3 (1)  von ihnen werden invasiv beatmet.
(Quelle: NDR/BN, 09.01.21)


Kretschmer räumt Fehler in Corona-Politik ein

Nach dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die Linke) hat jetzt auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) at rückblickend Fehler in der Corona-Politik vom Herbst eingeräumt. Die Landespolitik sei damals aufgrund der allgemeinen Stimmung zu zögerlich mit harten Maßnahmen gegen die Pandemie gewesen, sagte Kretschmer der in Chemnitz erscheinenden „Freien Presse“.

Sachsen und Thüringen haben derzeit die bundesweit höchsten Inzidenzwerte. In Sachsen lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut am Samstag bei 339, in Thüringen bei 289. Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte in dieser Woche eingeräumt: „Die Kanzlerin hatte recht und ich hatte unrecht.“

In der Rückschau wäre es besser gewesen, das Land deutlich früher herunterzufahren, „auch wenn das bestimmt viel Unverständnis in der Bevölkerung ergeben hätte“, sagte nun auch der sächsische Regierungschef. Am 14. Oktober hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) getroffen und sich einem von der Kanzlerin angestrebten härteren Kurs zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie verweigert.

Kretschmer sagte der „Freien Presse“, erst durch den Besuch mehrerer Kliniken in Sachsen am 11. Dezember sei ihm die Dramatik bewusst geworden: „Mir war nicht klar, dass das Personal in Aue schon seit sechs Wochen vor meinem Besuch am Limit arbeitete.“, Kretschmer fügte hinzu: „Ich hätte mir gewünscht, dass ich früher gewarnt worden wäre.“ Auf Vermerke allein dürfe man sich nicht verlassen, „dann geht es schief“, betonte er.

Am Freitagabend hatte das sächsische Kabinett wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen den Corona-Lockdown bis zum 7. Februar verlängert. Neben zahlreichen Geschäften, der Gastronomie sowie den Kultur- und Sporteinrichtungen bleiben die Schulen, Internate und Kitas weiterhin geschlossen. (Quelle: TSP, 09.01.83)


Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 24 694 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1083 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Samstagmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen bei 153,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 74,0. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.891.581 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 09.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 39.878. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.511.800 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Freitag bei 1,09 (Vortag: 0,92). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 109 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betonte, dass der R-Wert wegen der Verzögerungen gegebenenfalls unterschätzt werde. (Quelle: rki, 09.01.21)


Überblick zur Nacht

  • In Brasilien sind binnen 24 Stunden 52.035 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie überstieg damit die Marke von acht Millionen. Brasilien zählt zu den Ländern, die besonders stark von der Pandemie betroffen sind. Im größten Land in Lateinamerika gibt es noch keine Impfkampagne für die Bevölkerung. Nachdem Präsident Jair Bolsonaro das Coronavirus zuerst verharmlost hatte, zieht er mittlerweile auch eine Impfung in Zweifel.
  • Frankreich meldete am Freitag 19.814 neue Coronavirus-Fälle, verglichen mit 21.703 am Donnerstag. Die Zahl der Neuinfektionen liegt weit über dem Ziel der französischen Regierung von weniger als 5.000 täglichen Neuinfektionen. Das französische Gesundheitsministerium meldete außerdem 281 Todesfälle in Krankenhäusern durch CoVID-19, gegenüber 277 am Donnerstag.
  • Genetische Varianten des Sars-CoV-2-Virus, einschließlich des erstmals in Großbritannien nachgewiesenen B.1.1.7, könnten zu falsch negativen Coronavirus-Testergebnissen führen, so die US-amerikanische Food and Drug Administration. Laut Reuters hat die Agentur das klinische Laborpersonal und die Gesundheitsdienstleister auf mögliche falsch negative Ergebnisse bei molekularen Tests aufmerksam gemacht und sie gebeten, diese Ergebnisse in Kombination mit klinischen Beobachtungen zu berücksichtigen und die Tests mit einem anderen Test zu wiederholen, wenn CoViD-19 immer noch vermutet werde.
  • Alle Einwohner in Dänemark werden bis Ende Juni die zweite Impfung mit einem  CoVID-19-Impfstoff erhalten haben, sofern das skandinavische Land genügend Impfstofflieferungen erhält, so die dänische Gesundheitsbehörde. Personen ab 80 Jahren werden voraussichtlich Mitte April geimpft, und das gesamte „Gesundheitspersonal an vorderster Front“ dann voraussichtlich Ende April.
  • Dänemark schränkt ab heute Reisen aus allen Ländern einschränken und rät davon ab, ins Ausland zu reisen. So weill man die Verbreitung von CoViD-19 zubegrenzen, insbesondere die hochinfektsiösen übertragbareren Mutationen, die erstmals in Großbritannien und Südafrika gefunden wurden.
  • Spanien hatte am Freitag die größte tägliche Infektionszunahme seit Oktober, was seine Gesamtzahl mit 25.456 Neuinfektionen erhöhte. Seit und infolge Weihnachten beschleunigt sich die Infektionsrate weiter. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg auf 2.050.360, während sich die Zahl der Todesopfer um 199 auf 51.874 erhöhte.
  • Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Leiter der Weltgesundheitsorganisation WHO sagte am Freitag, es gebe ein „klares Problem“, dass Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen noch keine Covid-19-Impfstoffe erhalten hätten. „Reiche Länder haben den größten Teil des Angebots“, sagte der Generaldirektor der WHO,  und forderte Länder und Hersteller auf, keine bilateralen Geschäfte mehr auf Kosten der von der Organisation gebildeten COVAX-Impfstoff-Sharing-Einrichtung abzuschließen.
  • Großbritannien meldete innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Coronavirus-Test am Freitag einen Rekord von 1.325 neuen Todesfällen. Weitere 68.053 zusätzliche Infektionsfälle wurden gemeldet. (Quelle: The Guardian, 09.01.21)

Landkreis in MeckPom sperrt sich

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte verschärft noch einmal die Corona-Schutzmaßnahmen. Nachdem bereits eine Ausgangs- und Mobilitätsbeschränkung verfügt wurde, wird das Kreisgebiet für Auswärtige von Montag an gesperrt. Menschen aus anderen Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns und aus anderen Bundesländern dürfen das Gebiet zu touristischen Zwecken nicht mehr betreten. Das teilte Vize-Landrat Kai Seiferth am Abend im NDR mit. Die Regelung schließe Einkaufstouren ein.

Mecklenburg-Vorpommern hatte lange Zeit vergleichsweise geringe Corona-Infektionszahlen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert ist in dem Kreis im Südosten des Bundeslandes aber inzwischen auf deutlich über 200 gestiegen. Der verschärfte Corona-Lockdown mit neuen Kontaktbeschränkungen soll in Mecklenburg-Vorpommern bereits von Sonntag an gelten. (Quelle: NDR, 08.01.21)


WHO fordert faire Verteilung von Impfstoffen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat auf eine gerechtere Verteilung der Corona-Impfstoffe gedrängt. „Zu Beginn haben die reichen Länder den Großteil des Vorrats an verschiedenen Impfstoffen aufgekauft“, sagte WHO-Chef Tedros. Kein Land dürfe jedoch „die Warteschlange überholen und seine gesamte Bevölkerung impfen, während andere Länder gar keine Impfstoff-Lieferungen erhalten“.

Tedros forderte die Länder auf, überschüssige Impfstoffdosen für das weltweite Covax-Programm freizugeben, das eine gerechte Verteilung der Vakzine zum Ziel hat. Nach Angaben der WHO haben bislang 42 Länder ihre Impfkampagnen gestartet – darunter 36 reiche Länder und sechs Länder mit mittlerem Einkommen. Tedros rief auch die Hersteller der Impfstoffe auf, keine bilateralen Geschäfte mit einzelnen Ländern auf Kosten der Covax-Kampagne abzuschließen.

Das internationale Covax-Programm, das von der WHO mit Unterstützung des Impfbündnisses Gavi ins Leben gerufen wurde, soll einen gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen zu gewährleisten. Covax hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahres genügend Dosen bereitzustellen, um 20 Prozent der Bevölkerung in den an der Initiative teilnehmenden Ländern zu impfen. Die Finanzierung ist für die 92 ärmsten Staaten der Welt gesichert. (Quelle: NDR, 08.01.21)


USA-Impfzahlen

Mehr als 6,5 Millionen Menschen in den USA haben die erste Dosis eines Covid-19-Impfstoffs erhalten. Das teilten am Freitag die US-Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) mit.

Bis Freitagmorgen gab die CDC bekannt, seien 6.688.231 erste Dosen verabreicht und 22.137.350 Dosen verteilt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Dies schließt sowohl die Impfstoffe von Moderna als auch von Pfizer-BioNTech ein.

Insgesamt wurden 4.060.225 Impfstoffdosen zur Verwendung in Seniorenpflegeeinrichtungen verteilt, und 693.246 Personen in den Einrichtungen erhielten ihre erste Dosis, so Reuters. (Quelle: The Guardian, 08.01.21)


Dänemark verschärft Reisebestimmungen

Dänemark verschärft seine Einreisebeschränkungen und rät seinen eigenen Bürgern von Reisen ins Ausland ab. Das gab Außenminister Jeppe Kofod auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen bekannt. Es werden nur noch Personen ins Land gelassen, die einen triftigen Grund dafür haben und einen negativen, maximal 24 Stunden alten Corona-Test vorweisen können, wie Justizminister Nick Hækkerup sagte.

Als triftige Gründe gelten etwa Besuche naher Angehöriger. Andere bislang als ausreichend betrachtete Gründe – etwa ein Studium oder Au-pair-Aufenthalt – werden vorübergehend gestrichen. Für Einwohner der Grenzregionen in Deutschland und Schweden sowie den Warentransport und Transitverkehr sollen laut Hækkerup Ausnahmen gelten. Die verschärften Reisebeschränkungen gelten ab Sonntag bis zunächst zum 17. Januar. (Quelle: NDR, 08.01.21)


Großbritannien meldet Höchstwert bei Todesfällen

Die britische Regierung hat einen neuen Höchststand der täglichen Corona-Todeszahlen registiert. Demnach starben 1325 Corona-Infizierte binnen 24 Stunden. Für denselben Zeitraum meldete das Land 68.053 Neuinfektionen. (Quelle: Tagesschau, 08.01.21)


Italiens Regierung teilt Land wieder in Corona-Zonen ein

Italiens Regierung will das Land ab kommender Woche wieder in unterschiedliche Corona-Zonen einteilen. Damit werden in den Regionen erneut unterschiedliche Regeln für die Menschen gelten, je nachdem wie sich die Corona-Lage vor Ort entwickelt. Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza will dazu eine neue Verordnung unterzeichnen, wie sein Ministerium mitteilte. Demnach fallen die nördlichen Regionen Emilia Romagna, die Lombardei und Venetien sowie Sizilien und Kalabrien im Süden ab Montag in die orangefarbene Zone. In ihnen gelten dann strengere Regeln als im Rest des Landes, der in die gelbe Zone eingeteilt werden soll.

Konkret bedeutet das für die Menschen in den orangefarbenen Zonen, dass etwa Bars und Restaurants geschlossen bleiben und nur Essen zum Mitnehmen verkaufen dürfen. Der Bewegungsradius ist auf die Kommune beschränkt. Darüber hinaus hat die Regierung des Landes mit rund 60 Millionen Einwohnern noch bis zum 15. Januar Reisen zwischen allen Regionen untersagt. (Quelle: Tagesschau, 08.01.21)


Hochansteckende Mutation in Rumänien nachgewiesen

In Rumänien ist zum ersten Mal die hochansteckende Mutation des Coronavirus B.1.1.7 nachgewiesen worden. Eine 27-jährige Frau aus dem südlichen Landkreis Giurgiu hat sich damit angesteckt. „Wir können einen Anstieg der Zahl der Fälle erwarten“, erklärt der Sprecher des Krankenhauses Matei Bals in der Hauptstadt Bukarest.


Höhere Sterbefallzahlen in Deutschland im Dezember

In der zweiten Dezemberwoche sind laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland 23 Prozent mehr Menschen gestorben als im selben Zeitraum der vier Vorjahre. Besonders auffällig sind die Zahlen im stark von der Corona-Pandemie betroffenen Sachsen. (Quelle: Tagesschau, 08.01.21)


Dänemark entwickelt digitalen Corona-Impfpass

Dänemark arbeitet an einem digitalen Corona-Impfpass. Er könnte bereits geimpften Menschen Reisen in Länder erleichtern, die eine Impfung verlangen. Es werde erwartet, dass etliche Länder bei der Einreise einen Nachweis über eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus verlangen, teilt das Gesundheitsministerium mit. „Hier kann ein dänischer Impfpass verwendet werden.“

Er könnte bereits in den ersten Monaten des Jahres eingeführt und über die Website der Gesundheitsbehörden abgerufen werden. Ob er auch als App verfügbar sein soll, war zunächst nicht klar. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte 2020 mitgeteilt, sie arbeite an einem elektronischen Impfzertifikat oder an einer digitalen Version eines Impfpasses. (Quelle: Tagesschau, 08.01.21)


Twente-Zahlen

In der niederländischen Region Twente wurden in den letzten 24 Stunden 546 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet. Sechs Menschen starben an dem Virus. Dies geht aus Zahlen hervor, die das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) am Freitagnachmittag veröffentlichten.

Der tägliche Durchschnitt der letzten sieben Tage liegt bei 450 (letzte Woche 545). In diesem Zeitraum wurden 3.147 Infektionen diagnostiziert, 668 weniger als am vergangenen Freitag, als die Zahl noch bei 3.815 lag. Am Donnerstag waren 579 Neuinfektionen gemeldet worden.

Die meisten positiven Tests wurden in Enschede (105) durchgeführt, gefolgt von Rijssen-Holten (62) und Hellendoorn (47). Innerhalb der Region ist Rijssen-Holten mit 62 Fällen, die auf 100.000 Einwohner umgerechnet wurden, die Gemeinde mit dem höchsten Kontaminationsfaktor (162,4). Heute sind es 86,5 für die gesamte Region Twente. Damit steht die Region auch heute ganz oben auf der Liste der insgesamt 25 niederländischen Sicherheitsregionen.

Das RIVM meldete in den letzten 24 Stunden landesweit 8.169 Neuinfektionen. Das sind 1.568 weniger als am Donnerstag. Dann wurden 9.737 positive Tests gemeldet.

Die Zahl der CoViD-19-Neuaufnahmen in Krankenhäusern betrug 249 auf den Krankenstationen und 37 auf den Intensivstationen. Das heißt, es gibt jetzt 2.644 (einschließlich der Patienten auf deutschen Intensivstationen) in Krankenhäusern, das sind 120 weniger als am Donnerstag.

Es gibt 708 Coronapatienten auf den Intensivstationen, 4 weniger als am Tag zuvor.  (Quelle: Tubantia, 08.01.21)


Londons Bürgermeister Khan ruft „Großlage“ aus

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat angesichts beispiellos hoher Infektionszahlen in der britischen Hauptstadt eine Großlage (major incident) ausgerufen. „Wenn wir nicht unverzüglich handeln, könnte unser NHS (Gesundheitsdienst) überwältigt werden und mehr Menschen werden sterben“, sagte Khan einer Mitteilung zufolge.

Die Sieben-Tages-Inzidenz in der britischen Hauptstadt liegt inzwischen bei mehr als 1000. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner gemeint. Die Zahl der im Krankenhaus behandelten CoViD-19-Patienten in London sei allein in der ersten Januarwoche um knapp ein Drittel, die Zahl der Intensivpatienten um mehr als 40 Prozent gestiegen, hieß es in der Mitteilung des Bürgermeisters.

Experten gehen davon aus, dass die Krankenhäuser in der britischen Hauptstadt bereits in der kommenden Woche CoViD-19-erkrankte nicht mehr aufnehmen können.

(Foto: PublicDomainPictures – pixabay; Quelle: Tagesschau, 08.01.21)


Grafschaft Bentheim: Ausgangssperre vor dem Auslaufen

Die Grafschaft Bentheim prüft, wie es mit den nächtlichen Ausgangsbeschränkungen im Kreisgebiet weitergeht. Bis kommenden Montag wolle die Kreisverwaltung dazu beraten und dann am Nachmittag die Öffentlichkeit informieren, sagte eine Sprecherin des Kreises in Nordhorn am Freitag. Dann soll auch eine Bilanz gezogen werden, inwieweit die Maßnahme wirksam war, um die hohen Corona-Fallzahlen in der Grafschaft einzudämmen. Bislang gelten die Ausgangsbeschränkungen bis zum kommenden Dienstag, den 12. Januar.

Der Kreis hatte die -nicht unumstrittene- Beschränkung am 23. Dezember eingeführt. Es war das erste Mal, das in Niedersachsen derartige Ausgangsbeschränkungen galten. Einwohner dürfen Häuser und Grundstücke im Kreisgebiet zwischen 21.00 Uhr abends und 5.00 Uhr morgens seitdem nur noch aus beruflichen oder medizinischen Gründen verlassen. Die Polizei sei in dieser Zeit mit „deutlich verstärkten Kräften“ im Kreis unterwegs gewesen, sagte der Sprecher der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim, Dennis Dickebohm, am Freitag. Wie die Polizei zwischenzeitliche mitteilte, respektierte die Bevölkerung zwar weitgehend die verschärften Regeln, immer wieder stellten die Beamten aber auch Verstöße fest.

Ein klarer Hotspot war im 140 000 Menschen zählenden Landkreis an der niederländische Grenze bislang nicht auszumachen, wie Landrat Uwe Fietzek (parteilos) zwischenzeitlich auf Anfrage sagte. Als die Maßnahme in Kraft trat, betrug die 7-Tages-Inzidenz in dem Kreis 216,5. An diesem Freitag meldete das Landesgesundheitsamt für die Grafschaft einen Wert von 117,4 Fällen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen. (Quelle: GN; 08.01.21)


Niedersachsen: Das sind die Corona-Regeln ab 10. Januar

Niedersachsen fährt das öffentliche Leben weiter herunter. Bund und Länder haben sich auf eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 31. Januar geeinigt, um die dramatische Ausbreitung des Coronavirus in den Griff zu bekommen. Teilweise wurden die Maßnahmen im Vergleich zur vorhergehenden Lockdown-Phase noch einmal verschärft. Das Land Niedersachsen hat dazu eine neue Corona-Verordnung erlassen. Folgende Punkte gelten ab dem 10. Januar (weiter beim NDR (Quelle), 08.01.21)


Niedersachsen wieder einmal mit neuen regeln und denselben Behörden

Die niedersächsisce Landesregierung hat die neue Corona-Verordnung vorgestellt. Die von Bund und Ländern vorgesehene Verlängerung und Verschärfung der Corona-Regelungen soll ab Sonntag gelten.

Es seien erneut harte Maßnahmen, sie seien aber notwendig, um die Infektionsgeschwindigkeit zu reduzieren, sagte Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs. Das Land müsse angesichts der hohen Infektionszahlen handeln. Die Sieben-Tage-Inzidenz war am Freitag auf 98,1 gestiegen. „Die Maßnahmen der bisherigen Verordnung wirken – aber sie wirken zu langsam“, sagte Schröder am Freitag in der Landespressekonferenz.

Eine Grafik zeigt die erlaubte Anzahl von Personen bei Zusammenkünften: ein Haushalt und eine weitere Person (ggf. zuzüglich Begleitpersonen bei Menschen mit Behinderung/ Pflegebedürftige).[ © Niedersächsische Staatskanzlei- !!! Man fasst es nicht, ein Copyright-Vermerk ]
Mit der neuen Verordnung setzt das Land Niedersachsen Vereinbarungen um, auf die sich die Ministerpräsidenten am Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verständigt hatten. Demnach wird der Corona-Lockdown bis zum 31. Januar verlängert. Ein zentraler Punkt sind zudem die verschärften Kontaktbeschränkungen. Künftig dürfen sich Mitglieder eines Haushaltes nur noch mit einer weiteren Person treffen. Anders als bisher zählen dabei auch Kinder mit. Die Regelung wurde dabei etwas konkretisiert: Es ist nun egal, ob eine Familie als Hausstand eine Person besucht – oder eine Person eine Familie, so Regierungssprecherin Anke Pörksen. Ausnahmen sieht die Verordnung auch bei Beerdigungen vor.

Niedersachsen wird auch die von Bund und Ländern vereinbarte Beschränkung der Bewegungsfreiheit übernehmen – allerdings mit einer Abweichung: Die für Corona-Hotspots mit einer Inzidenz von 200 oder darüber vorgesehene Maßnahme soll auf einen Radius von 15 Kilometern um den Wohnsitz, also die konkrete Adresse, gelten – und nicht um den Wohnort, wie es am Dienstag nach den Bund-Länder-Beratungen hieß. „Wir haben uns anders entschieden“, sagte Pörksen. Stadt- und Landbevölkerung würde so gleich behandelt – anders als bei einem auf den Wohnort bezogenem Radius.

Derzeit weist in Niedersachsen keine Kommune einen Inzidenzwert von mehr als 200 auf. Ob der Radius angewendet wird – darüber sollen in Niedersachsen die örtlich zuständigen Behörden entscheiden. Pörksen betonte, dass es keinen Automatismus für die Anwendung gebe. So soll die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen gesichert und Ausnahmen möglich gemacht werden – etwa falls der nächste Supermarkt außerhalb des 15-Kilometer-Radius liege, sagte Schröder. Zusätzlich seien Ausnahmen für bestimmte Personengruppen vorgesehen: Dazu zählen notwendige medizinische, psychosoziale oder veterinärmedizinische Behandlung, aber auch die Wahrnehmung einer beruflichen Tätigkeit. Ebenfalls möglich ist Besuch naher Angehöriger, wenn diese von Behinderung betroffen oder pflegebedürftig sind.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte nach den Bund-Länder-Beratungen Zweifel geäußert, ob die Bewegungsbeschränkung verhältnismäßig und juristisch haltbar ist. Im Norden hatte Hamburg in ihrer seit Freitag geltenden Corona-Verordnung auf die Beschränkung der Bewegungsfreiheit verzichtet. (Quelle: NDR, 08.01.21)


Krasses Behördenversagen: Sequenzierung dauerte mehr als zwei Wochen
Student bringt Corona-Mutation aus London nach Berlin

Zum ersten Mal ist in Berlin ein positiver Fall der besonders ansteckenden Coronavirus-Variante B.1.1.7  aus Großbritannien festgestellt worden. „Die betroffene Person und weitere erkrankte Kontaktpersonen sind inzwischen genesen“, teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am späten Freitagnachmittag mit. „Es besteht Kenntnis von einem vorherigen Aufenthalt in Großbritannien.“

Möglicherweise könnte der erste Erkrankte vor seiner Isolierung noch zwei mögliche weitere Kontaktpersonen gehabt haben, hieß es weiter. Diesem Verdacht werde „gerade nachgegangen“.

Der Infektionsfall stammt aus Steglitz-Zehlendorf. Das erklärte Carolina Böhm (SPD), die Gesundheitsstadträtin des Bezirks, am Freitagabend dem Tagesspiegel. Bei einem PCR-Test, der am 23. Dezember durchgeführt wurde, wurde Heiligabend zunächst ein positives Testergebnis für das Coronavirus allgemein ermittelt.

Weil die Indexperson kurz zuvor aus Großbritannien eingereist war, bat das Gesundheitsamt das Robert-Koch-Institut darum, die positive Probe per Sequenzierungsanalyse auf die Mutation hin zu untersuchen. Aber erst am Donnerstag dieser Woche, 7. Januar, –also nach mehr als 14 Tagen– habe das Untersuchungsergebnis im Bezirk vorgelegen, so die Stadträtin. Sie fordert den Senat und die Bundesregierung auf, „schnell die Kapazitäten für die Sequenzierung zu erhöhen“.

In der Familie in Steglitz-Zehlendorf habe das Virus schnell um sich gegriffen. „Meistens dauert es ein paar Tage, bis die anderen Familienmitglieder Symptome zeigen – oder auch nicht erkranken“, berichtete Böhm. Im jüngsten Fall habe es „aber nur einen Tag“ gedauert, „dann waren alle krank, das ging ziemlich schnell“.

Zur genauen Zahl der erkrankten Familienmitglieder wollte Böhm sich nicht äußern. Im Gesundheitsamt wird die Ansteckungsgefahr durch das mutierte Virus mit den Windpocken verglichen: „Hat es einer, haben es alle.“

Bei dem Familienmitglied, das die englische Mutante mitbrachte, handelt es sich um eine Person, die in Großbritannien studiert und zu den Weihnachtstagen nach Hause zurückgekehrt war, erklärte die Stadträtin. Zur Staatsangehörigkeit wollte sie sich nicht äußern.

Das Gesundheitsamt Steglitz-Zehlendorf „ist noch dabei zu ermitteln, welche Kontakte“ der Erkrankte in den Tagen vor dem 23. Dezember gehabt hat. „Durch die Zeitverzögerung ist das schwieriger geworden“, sagte Stadträtin Böhm. Nach den bisherigen Erkenntnissen hielten sich die sozialen Kontakte der Person „in Grenzen“, erklärte sie. Sollte in diesem Kreis ein weiterer Verdachtsfall ermittelt werden, will das Gesundheitsamt, dass sofort eine Sequenzierung durchgeführt wird.

Warum die Untersuchung der verdächtigen positiven Probe 14 Tage gedauert hat, kann die Stadträtin nicht erklären. Sie vermutet, dass das vom RKI beauftragte Labor über die Feiertage „ausgedünnt“ gewesen sei. Ein solch langer Zeitraum sei für die Analyse „wohl auch nicht normal“. Sie bedauert, dass die Sequenzierung in Deutschland nicht öfter durchgeführt wird – in Großbritannien und Dänemark gehöre die Untersuchung zur Regel, in Deutschland sei sie „eher selten“.

„Das englische Virus“ B 1.1.7.  ist folglich in Berlin eingetroffen. Was bisher nur vermutet wurde, hat sich jetzt bestätigt. Carolina Böhm ist besorgt: Die Mutation könnte erklären, „warum wir das Infektionsgeschehen seit einigen Wochen nicht eingedämmt bekommen“. Durch mehr Sequenzierungen könnten wahrscheinlich neue Erkenntnisse gewonnen werden, der Blick auf die Pandemie könnte sich ändern. (Quelle: TSP, 08.01.21)


Bericht: Geimpfte und Genesene sollen von Testpflicht befreit werden

Menschen, die gegen Corona geimpft sind, sollen laut einem Medienbericht von der Testpflicht für Reiserückkehrer befreit werden. Gleiches soll laut einem Bericht des „Handelsblatts“ auch für diejenigen gelten, die eine Corona-Infektion bereits längere Zeit überstanden haben. Die Zeitung berief sich auf die vom Bundesinnen- und vom Gesundheitsministerium erarbeitete neue Musterverordnung, die zur Umsetzung an die Länder weitergeleitet worden sei.

Enthalten ist darin demnach auch die Umsetzung des Bund-Länder-Beschlusses vom Dienstag, wonach ein zusätzlicher Corona-Test bei der Einreise aus Risikogebieten verlangt wird. Dem Beschluss zufolge soll dieser Test entweder direkt bei der Ankunft oder innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise erfolgen. Corona-Risikogebiete sind derzeit mit wenigen Ausnahmen fast alle europäischen Länder und Regionen sowie die weitaus meisten außereuropäischen Staaten.

Nach Informationen des „Handelsblatts“ sorgte die Musterverordnung in einigen Bundesländern für Irritationen, da die Bundesregierung sich bisher klar gegen Privilegien für Geimpfte ausgesprochen hatte. Allerdings ist unklar, ob Pflichttests bei Geimpften überhaupt sinnvoll wären. Die Ministerien für Gesundheit und für Inneres teilten zu dem Bericht auf Anfrage lediglich mit, die neuen Regeln befänden sich noch in der Abstimmung. (Quelle: TSP, 08.01.21)


Brasilien: Tausende neue Gräber werden angelegt

Um einen Zusammenbruch des Bestattungswesens angesichts eines neuen Anstiegs der Corona-Fälle zu verhindern, will die brasilianische Amazonas-Metropole Manaus 22.000 vertikale Gräber ausheben. Die Konstruktion würde „in den kommenden Tagen“ beginnen, sagte David Almeida, Bürgermeister der Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, dem regionalen Fernsehsender „Bom Dia Amazônia“ am Freitag. Der Cemitério do Tarumã ist einer der Friedhöfe, auf denen in Brasilien während der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 Massengräber angelegt wurden.

Am Donnerstag hat die Zahl der Corona-Toten in Brasilien die Marke von 200.000 überschritten. Nun könnte sich das Szenario aus dem Frühjahr wiederholen, als viele Krankenhäuser und Friedhöfe an ihre Grenzen gelangten. Zugleich steht das größte Land in Lateinamerika immer noch ohne Impfkampagne für die Bevölkerung da. Nachdem Präsident Jair Bolsonaro das Coronavirus zuerst verharmlost hatte, zieht er mittlerweile auch eine Impfung in Zweifel. (Quelle: TSP, 08.01.21)


Sachsen verlängert Lockdown bis 7. Februar

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt Sachsen auf einen Lockdown bis mindestens zum 7. Februar. Das Bundesland geht damit über die Festlegungen der Bund-Länder-Schalte hinaus. Dort war von einer Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar die Rede. Wie das sächsische Kabinett beschlossen hat, bleiben Kitas und Schulen nun bis zum 7. Februar weitgehend geschlossen. Kontakte werden eingeschränkt, allerdings will das Land Ausnahmen für die Kinderbetreuung ermöglichen. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach von weiterhin „besorgniserregenden Zahlen“ im Freistaat. Die neue Verordnung gilt von Montag an. (Quelle: NDR, 08.01.21)


Geimpft und trotzdem inifziert. Wie das? 

In Rödinghausen und Warendorf sind Bewohner und Mitarbeiter in Seniorenheimen mit Corona infiziert. In allen Einrichtungen waren kurz zuvor Impfteams im Einsatz.
Mehr als 30 Menschen haben sich in Altenheimen in Rödinghausen und Warendorf mit dem Coronavirus infiziert – darunter auch Bewohner, die kurz vorher gegen das Virus geimpft worden sind. Wie sie sich genau infiziert haben, ist unklar.

Durch eine Impfung kann die Erkrankung jedoch nicht ausgelöst werden, versichert Dr. Hermann Lorenz, Arzt und Koordinator der mobilen Impfteams im Kreis Herford. „Da keine Viren geimpft werden, kann man durch diese Impfung auch nicht krank werden, das kann man definitiv ausschließen.“

Ruth Schulz Direkt nach der Impfung besteht noch kein Schutz, erklärt Ruth Schulz.
Trotzdem könne es kurz nach der Impfung noch zu Infektionen kommen, erklärt WDR-Wissenschaftsjournalistin Ruth Schulz. „Nach der Impfung dauert es noch etwa zehn Tage, bis der Impfstoff richtig wirkt und das Immunsystem Antikörper gebildet hat und innerhalb dieser Zeit kann man sich durchaus noch infizieren, das ist nicht ausgeschlossen“.
Laut Robert-Koch Institut sei es daher zwingend erforderlich, auch nach der Impfung die empfohlenen Hygieneschutzmaßnahmen, wie das Tragen einer Mund-Nasen-Maske, einzuhalten. (Quelle: WDR, 08.01.21)


Stiko gegen größeren Abstand zwischen erster und zweiter Impfung

Der Abstand zwischen der ersten und zweiten Corona-Impfung mit dem Vakzin von BioNTech und Pfizer soll nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) nicht vergrößert werden. Das teilte die Stiko in einer Aktualisierung ihrer Impfempfehlung mit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sie prüfen lassen, ob ein solches Vorgehen sinnvoll ist, um mit den derzeit begrenzten Impfstoff-Mengen möglichst schnell möglichst viele Menschen impfen zu können. Hintergrund ist, dass ein gewisser Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung bereits nach der ersten Impfung gegeben ist.

„Die Gabe der 2. Impfstoffdosis soll innerhalb des durch die Zulassungsstudien abgedeckten Zeitraumes (derzeit 42 Tage) erfolgen“, heißt es in der Aktualisierung der Impfempfehlung nun. Zur Begründung erläutern die Stiko-Experten, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt unsicher sei, ob man durch eine Verschiebung der zweiten Impfstoffdosis auf einen späteren Zeitpunkt tatsächlich mehr schwere Erkrankungen und Todesfälle verhindere als durch eine zeitnahe zweite Impfung der Hochrisikogruppen, welche dann zu einem nahezu vollständigen Schutz vor Erkrankung führt. Sollte der empfohlene Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfstoffdosis überschritten worden sein, könne die Impfserie jedoch fortgesetzt werden und müsse nicht neu begonnen werden.

Damit folgt die Stiko der Einschätzung vieler anderer Experten. So hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) in Amsterdam bereits darauf hingewiesen, dass eine Änderung des Abstandes zwischen beiden Impfdosen eine Änderung der Bedingten Marktzulassung und mehr klinische Daten notwendig machen würde. (Quelle: Tagesschau, 08.01.21)



Berlin ändert Pläne für Rückkehr an Schulen

Berlin verzichtet vorerst auf die ursprünglich am kommenden Montag für einige Klassenstufen geplante Wiedereinführung des Präsenzunterrichtes. „Wir gehen damit auf die vielfach geäußerten Sorgen an Schulen ein“, erklärt Bildungsenatorin Sandra Scheeres. Es werde keine Anwesenheitspflicht in Schulen vor dem 25. Januar geben. Für die Abschlussklassen 10, 12 und 13 an Gymnasien und Sekundarschulen sollen aber ab kommender Woche Präsenzangebote in kleinen Gruppen möglich sein.

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Dienstag vereinbart, dass die im Dezember in den Ländern getroffenen Maßnahmen an Schulen und Kitas bis Ende Januar verlängert werden. Im Prinzip bedeutet das geschlossene Schulen oder ausgesetzte Anwesenheitspflicht.

Die ursprünglichen Berliner Pläne hatte in den vergangenen Tagen teils harsche Kritik etwa bei der Lehrergewerkschaft GEW, einigen Schulleitern, Eltern- und Schülervertretern hervorgerufen. (Quelle: Tagesschau, 08.01.21)


Münsterland: Sechs weitere Tote

Im Münsterland sind nach Angaben der Gesundheitsämter der Region (Freitag, 8. Januar, 13.30 Uhr) derzeit 3362 Menschen nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert (Vortag: 3380). Im Vergleich zu Donnerstag gab es 269 Neuinfektionen und 281 Genesungen.

Die Zahl der Todesfälle im Münsterland liegt nach sechs Verstorbenen in den letzten 24 Stunden jetzt bei 562 (556). Insgesamt hat es seit Beginn der Pandemie im Münsterland bislang 29.858 Corona-Fälle gegeben, 25.934 Menschen gelten als wieder gesundet.
Hier die aktuellsten Zahlen aus den Münsterland-Kreisen und aus der Stadt Münster; Vergleichswerte in Klammern geben der Stand der letzten vorherigen Meldung wieder:
Münster: Neuinfizierte 39, Infizierte gesamt 4.643(4.604), davon gesundet 3.932 (3.884), verstorben 65 (65), aktuell infiziert 646 (655) – Stand Freitag; die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 75,2 (73,6) – Stand Freitag
Kreis Borken: Neuinfizierte 73, Infizierte gesamt 7.159 (7.086), davon gesundet 6.323 (6.314), verstorben 149 (148), aktuell infiziert 687 (624) – Stand Freitag; die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 75,1 (71,6) – Stand Freitag
Kreis Coesfeld: Neuinfizierte 21, Infizierte gesamt 3.213 (3.192), davon gesundet 2.908 (2849), verstorben 45 (45), aktuell infiziert 260 (298) – Stand Freitag; die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 54,9 (68,5) – Stand Freitag
Kreis Steinfurt: Neuinfizierte 68, Infizierte gesamt 8372 (8304), davon gesundet 7160 (7076), verstorben 190 (187), aktuell infiziert 1022 (1041) – Stand Freitag; die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 128,5 (111,8) – Stand Freitag
Kreis Warendorf: Neuinfizierte 68, Infizierte gesamt 6471 (6403), davon gesundet 5611 (5530), verstorben 113 (111), aktuell infiziert 747 (762) – Stand Freitag; die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 174,9 (177,1) – Stand Freitag (Quelle: WDR, 08.01.21)


EU bestellt bei Biontech/Pfizer 300 Millionen Impfdosen mehr

Die EU-Kommission hat einen Vertrag über weitere bis zu 300 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer abgeschlossen. 75 Millionen Dosen davon sollten bereits im zweiten Quartal 2021 zur Verfügung stehen, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Morgen in Brüssel.

Der neue Vertrag folgt auf Klagen über Knappheit von Impfstoff in Deutschland und anderen EU-Staaten. Sowohl Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als auch die EU-Kommission standen in der Kritik. Das Biontech/Pfizer-Präparat war am 21. Dezember als erster Corona-Impfstoff in der EU zugelassen worden. Am Mittwoch wurde auch das Mittel des US-Herstellers Moderna genehmigt.

Bereits im November hatte die EU-Kommission für alle 27 Staaten bis zu 300 Millionen Impfstoffdosen von Biontech/Pfizer bestellt – eine feste Bestellung von 200 Millionen Dosen und eine Option auf 100 Millionen weitere, die vor kurzem gezogen wurde. Sowohl Biontech als auch die EU-Kommission hatten zuletzt bestätigt, dass über weitere Lieferungen verhandelt werde.

Die EU-Kommission hatte sich stets gegen die Kritik an einem Impfstoffmangel gewehrt. Die Zahl der Impfstoffe reiche aus, die Mittel müssten jedoch erst produziert werden, betonte ein Sprecher. Die Impfkampagne habe gerade erst begonnen. Im Moment sei nicht die Zahl der Bestellungen, sondern die Produktionskapazitäten der Unternehmen seien der Flaschenhals, hieß es aus der Brüsseler Behörde.

In Deutschland wird derzeit an einem neuen Produktionsstandort von Biontech in Marburg gearbeitet. Wenn dieser wie geplant im Februar in Betrieb gehe, dann könne das Unternehmen die Impfstoffproduktion massiv ausbauen, sagte Spahn jüngst. „Das führt zu früheren Lieferungen bestellter Dosen.“

Neben Biontech/Pfizer gibt es bereits Rahmenverträge mit fünf weiteren Herstellern. Inklusive des neuen Vertrags mit Biontech/Pfizer kann die EU nun insgesamt mehr als zwei Milliarden Dosen beziehen. Von Moderna hat die EU-Kommission bis zu 160 Millionen Dosen gesichert. (Quelle: TSP, 08.01.21)


Scholz: Alles für Steigerung der Impfstoffproduktion tun

Bundesfinanzminister Olaf Scholz fordert größere Anstrengungen bei der Impfstoffproduktion und verteidigt den Lockdown. „Wir müssen alles dafür tun, dass die Impfstoffproduktion zunimmt, dass wir soviel Impfstoff wie möglich bekommen, damit wir die Bevölkerung so schnell wie möglich schützen“, sagt der SPD-Kanzlerkandidat vor einer Klausurtagung der Bundestagsfraktion.

Angesichts der hohen Infektions- und Todeszahlen „war es richtig und ist es richtig, dass wir jetzt noch mal mit stärkeren Maßnahmen versuchen, das Pandemiegeschehen zu bekämpfen“. Daher sei in dieser Woche eine Verschärfung der Maßnahmen beschlossen worden, die nun von den Bundesländern umgesetzt würden. „Das soll jetzt erst mal helfen.“ (Foto: CC s. Archiv v. 16.5.20, Quelle: TSP, 08.01.21)


Zahlen der Grafschaft Bentheim – Zwei weitere Tote

36 Neuinfektionen und zwei weitere Todesfälle, die im Zusammenhang mit Covid-19 stehen, meldete der Landkreis Grafschaft Bentheim am Freitag. Die Gesamtzahl dieser Todesfälle liegt nun bei 66.

Seit Beginn der Pandemie sind insgesamt 2.784 Infektionen bekannt geworden. 2.333 Grafschafter gelten inzwischen wieder als genesen, das sind 65 Menschen mehr als noch am Donnerstag. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt sinkt: Er wird am Freitag auf 117,4 beziffert, am Donnerstag lag er noch bei 139,3.

Am Freitag gibt es laut Landkreis 385 akute Infektionen, das sind 31 weniger als noch am Vortag.

Die aktuellen Fälle verteilen sich wie folgt (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 19 (-5), Emlichheim: 28 (-4), Uelsen: 64 (-4), Neuenhaus: 48 (-2), Wietmarschen: 17 (+2), Nordhorn: 152 (-9), Schüttorf: 57 (-9)


Erstmals Coronavirus-Mutation auch in Australien – Lockdown in Brisbane

In Australien ist erstmals die Coronavirus-Variante aus England nachgewiesen worden. Als Sofortreaktion geht die Millionenstadt Brisbane im Bundesstaat Queensland in einen dreitägigen Lockdown. Von Freitagabend bis Montagabend dürfen die Einwohner nur noch in Ausnahmefällen ihre Häuser verlassen, etwa zum Einkaufen oder für die Fahrt zur Arbeit. „Betrachten Sie es als ein langes Wochenende zu Hause mit ihren Familien oder Freunden“, sagte die Regierungschefin von Queensland, Annastacia Palaszczuk.

Bis zum 15. Februar sollen auf Anordnung der Regierung in Canberra zudem viele internationale Flugverbindungen um 50 Prozent eingeschränkt werden. Zudem werden für Rückkehrer nach Australien striktere Maßnahmen eingeführt, darunter die Vorlage eines negativen Corona-Tests vor der Abreise.

Die neue Variante des Coronavirus aus Großbritannien war zuvor bei einem Angestellten eines Quarantäne-Hotels in Brisbane nachgewiesen worden. Nach der Ankündigung des Lockdowns kam es zu Panikkäufen in der Region, wie die Zeitung „Brisbane Times“ schrieb. Viele Supermärkte waren völlig überfüllt.

Australien ist dank strikter Maßnahmen bisher vergleichsweise sehr glimpflich durch die Krise gekommen. Insgesamt wurden bislang nur etwa 28.500 Infektionen verzeichnet, rund 900 Menschen starben in Verbindung mit Covid-19. (Quelle: TSP, 08.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 08.01.2021, 08:15 Uhr

Auch in den letzten 24 Stunden ist nach Angaben des Landkreises Emsland kein/e Einwohner/in im Emsland an CoViD-19 verstorben: Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich weiterhin auf 83.

Ansonsten nimmt die Dynamik aber deutlich zu. Denn die hohe Zahl von 112 Neuinfektionen meldet der Landkreis für die letzten 24 Stunden. Nach diesem starken Anstieg beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt auf 5.558 (+112). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.963 Personen (+65) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 512 (+53) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.320 (+120) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA bei 107 (= +350 Neuinfizierte in 7 Tagen) und hat damit die 100er-Marke wieder überschritten. In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 157,5 weiter höher.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 6 (+ 1) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; drei (+1) von ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 8(+1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen ein Erkrankter invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch jetzt insgesamt 723 Menschen (+13) erkrankt. 635 (+10) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 74 (+3) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 172 157 1 14
Einheitsgemeinde Emsbüren 128 113 0 15
Samtgemeinde Freren 363 345 15 3
Einheitsgemeinde Geeste 218 200 2 16
Stadt Haren (Ems) 352 328 1 23
Stadt Haselünne 274 249 2 23
Samtgemeinde Herzlake 175 152 3 20
Samtgemeinde Lathen 249 247 0 2
Samtgemeinde Lengerich 121 116 1 4
Stadt Lingen (Ems) 723 635 14 74
Stadt Meppen 592 537 11 44
Samtgemeinde Nordhümmling 180 164 1 15
Stadt Papenburg 708 570 5 133
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 38 33 1 4
Einheitsgemeinde Salzbergen 101 85 3 13
Samtgemeinde Sögel 396 363 0 33
Samtgemeinde Spelle 277 221 12 44
Einheitsgemeinde Twist 136 130 2 4
Samtgemeinde Werlte 355 318 9 28
 Gesamt* 5558 (+112) 4963 (+65) 83 (+/-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 512

(08.01.21)


Deutschland-Zahlen: RKI meldet 1.188 Corona-Todesfälle – Höchstwert

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet einen neuen Höchstwert bei Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Wie das RKI am Freitagmorgen in Berlin mitteilte, starben den Tagesmeldungen der Gesundheitsämter zufolge weitere 1.188 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Der bisherige Melde-Höchstwert lag am 30. Dezember vergangenen Jahres bei 1.129.

Die Gesamtzahl der Corona-Toten in Deutschland stieg laut RKI auf 38.795. Zudem wurden 31.849 Neuinfektionen gemeldet.

Die Zahlen sind allerdings nur bedingt mit Werten aus Vorwochen vergleichbar, weil an und nach den Feiertagen rund um den Jahreswechsel weniger Meldungen der Gesundheitsämter beim RKI eingegangen sind und zudem weniger Menschen auf das Virus getestet wurden. Laut RKI werden als Corona-Todesfälle diejenigen gezählt, bei denen die Infektion mit dem Virus ursächlich für den Tod war oder durch Vorerkrankungen wahrscheinlich ist, dass der Tod im direkten Zusammenhang mit Covid-19 steht. Deswegen ist von Menschen die Rede, die „an oder mit“ dem Virus gestorben sind. (Quelle: RKI, 08.01.21)


Mutation taucht erstmals auch in Sachsen auf

In Sachsen ist erstmals die neue Variante des Coronavirus aus Großbritannien nachgewiesen worden. Wie das Gesundheitsministerium des Landes mitteilt, trat die Mutation bei einer Person aus Dresden auf, die aus Großbritannien zurückgekehrt war. Das Gesundheitsamt gehe nicht davon aus, dass die Gefahr einer weiteren Verbreitung bestehe, heißt es in einem Bericht von ntv.de. Die betroffene Person habe sich nach der Ankunft in Dresden sofort in Quarantäne begeben. Erstmals war die Corona-Mutation aus England in Deutschland an Heiligabend nachgewiesen worden. (Quelle: TSP, 08.01.21)


Studie zu häufigsten Symptomen bei Corona-Infektion vorgestellt

Ein gestörter Geruchssinn oder gar dessen vollständiger Verlust gehört zu den häufigsten Symptomen einer Infektion mit Sars-CoV-2. Besonders oft betroffen sind offenbar Patienten mit mildem Erkrankungsverlauf, so das Fazit einer europäischen, im Fachblatt „Journal of Internal Medicine“ vorgestellten Studie. Während die meisten Erkrankten nach durchschnittlich drei Wochen wieder riechen können, berichten einige noch Monate später von gestörten Sinneswahrnehmungen.

In die Untersuchung der Wissenschaftler um den Mediziner Jerome Lechien von der Universität Paris-Saclay gingen Daten von 2581 Covid-19-Patienten aus 18 europäischen Krankenhäusern ein, die von März bis Juni 2020 erhoben wurden. 2194 der Patienten hatten einen milden Covid-19-Verlauf (85 Prozent), 110 einen mittelschweren (4,3 Prozent) und 277 (10,7 Prozent) erkrankten schwer. (Quelle: TSP, 08.01.21)


SPD macht weiter Druck bei Kinderkrankentage-Regelung

Die SPD-Fraktion im Bundestag macht weiter Druck für eine schnelle Regelung der von Bund und Ländern vereinbarten Verdopplung der Kinderkrankentage in diesem Jahr. „Eltern, die Kinder pandemiebedingt zu Hause betreuen müssen, brauchen jetzt dringend Planungssicherheit und zusätzliche Unterstützung“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, der Deutschen Presse-Agentur. Man setze sich derzeit für eine rasche gesetzliche Lösung zur Klärung der Details für die Inanspruchnahme der zusätzlichen Krankentage ein. Zuvor hatte bereits SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich auf Tempo gedrängt.

Zuständig ist das Bundesgesundheitsministerium. Das hatte angekündigt, „zeitnah“ einen Vorschlag für eine gesetzliche Regelung vorzulegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten zuvor vereinbart, die Kinderkrankentage pro Elternteil in diesem Jahr von 10 auf 20 zu erhöhen, für Alleinerziehende von 20 auf 40. Eltern sollen die Krankentage ausdrücklich auch nehmen können, wenn ihre Kinder nicht krank sind, sondern wegen eingeschränkten Schul- und Kitabetriebs zu Hause bleiben müssen.

Viele praktische Fragen sind noch offen, etwa über welche Bescheinigung die Kinderkrankentage abgewickelt werden, wenn es gar nicht um eine echte Krankschreibung geht oder ob privatversicherte Eltern auch einen Anspruch bekommen. Dittmar sagte, es sei wichtig, dass es auch für nicht gesetzlich Krankenversicherte eine Lösung gebe. Beschlossen werden könnten die Regelungen in der kommenden Woche, wenn zum ersten Mal in diesem Jahr der Bundestag zusammenkommt. (Quelle: TSP, 08.01.21)


Infizierter Rosinenbomber-Pilot Halvorsen (100) weitgehend erholt

Der 100 Jahre alte Rosinenbomber-Pilot Gail Halvorsen hat sich nach Angaben seiner Tochter Denise Williams von einer Corona-Infektion weitgehend erholt. „Er hat immer noch Husten, aber kommt wieder zu Kräften. Es geht ihm sehr gut und wir sind sehr dankbar“, teilte Williams am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit. „Er scheint fast wieder sein normales 100-jähriges Selbst zu sein.“ Er wollte sich für die vielen Genesungswünsche, auch aus Deutschland, bedanken. (Quelle: TSP, 08.01.21)


Biontech liefert weiteren Impfstoff

Die Bundesländer sollen an diesem Freitag eine neue Lieferung des Corona-Impfstoffs von Biontech erhalten. Sie sollen insgesamt knapp 668.000 Impfdosen bekommen. Die Lieferung soll direkt vom Hersteller Biontech an die 27 Anlieferzentren der Länder gehen. Den größten Anteil erhält das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 141.375 Dosen. Den kleinsten Anteil bekommt Bremen mit 4875 Dosen. In dieser Größenordnung war die Lieferung auch angekündigt worden.

Seit dem Beginn der Impfkampagne Ende Dezember ist das Mittel mindestens 417.060 Menschen gespritzt worden, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag (Stand 11.00 Uhr) mitgeteilt hatte. 201.000 Menschen erhielten den Impfstoff aus beruflichen Gründen. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln. Zudem wurde das Präparat inzwischen mehr als 168.000 Bewohnern von Pflegeheimen verabreicht. (Quelle: TSP, 08.01.21)


Biontech-Impfstoff wohl gegen aktuelle Virus-Mutationen wirksam

Der Impfstoff der Partner BioNTech und Pfizer scheint laut einer vom US-Arzneimittelhersteller durchgeführten Studie gegen die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Virus-Varianten zu wirken. „Wir haben jetzt 16 verschiedene Mutationen getestet, von denen keine wirklich signifikante Auswirkungen hatte. Das sind die guten Nachrichten“, sagt einer der führenden Wissenschaftler für virale Impfstoffe bei Pfizer. „Das heißt aber nicht, dass die 17. keine Auswirkungen haben wird.“ Die noch nicht von Fachleuten begutachtete Studie von Pfizer und Wissenschaftlern der medizinischen Abteilung der Universität Texas zeigt, dass der Impfstoff das Virus auch bei einer Veränderung am sogenannten Spike-Protein wirksam neutralisiere. (Quelle: TSP, 07.01.21)


Überblick zur Nacht

  • Die ärmsten Länder der Welt können damit rechnen, zwischen Ende Januar und Mitte Februar ihre ersten Covid-19-Impfstoffdosen zu erhalten, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Donnerstag mit. In einigen der reichsten Länder der Welt, darunter den USA, Großbritannien, den Ländern der Europäischen Union und Kanada, laufen bereits Impfungen.
  • Inzwischen hat Brasilien am Donnerstag 200.000 Todesfälle durch die Coronavirus-Pandemie verzeichnet. Das ist die zweithöchste Zahl weltweit. Das Gesundheitsministerium teilte mit,  in den letzten 24 Stunden habe es 1.524 Todesfälle registriert. Dadurch stieg die offizielle Gesamtzahl auf 200.498.
  • Großbritannien wird ein Einreiseverbot für Reisende nach England aus dem  südlichen Afrika ausdehnen, um die Verbreitung einer neuen in Südafrika identifizierten Covid-19-Variante zu verhindern. Die Beschränkung wird am Samstag in Kraft treten und zwei Wochen in Kraft bleiben.
  • Frankreich meldete am Donnerstag 21.703 neue bestätigte Covid-19-Fälle, gegenüber 25.379 am Mittwoch. Das Gesundheitsministerium meldete außerdem 277 neue Virustote in Krankenhäusern, verglichen mit 283 am Mittwoch.
  • In Israel hat Premierminister Benjamin Netanyahu erklärt, dass die Liefervereinbarungen mit Pfizer bedeuteten, dass alle Israelis über 16 Jahre bis Ende März oder vielleicht sogar früher geimpft werden könnten.
  • Deutschland meldete am Donnerstag über 1.000 Todesfälle im Zusammenhang mit CoViD-19. Das RKI registrierte am Donnerstag 26.391 neue Coronavirus-Infektionen und 1070 Todesfälle, sagte jedoch, dass die Zahlen nach der Unterberichterstattung über die Weihnachtsferien weiterhin verzerrt sind.
  • Laut Reuters-Analyse hat Europa mehr als 25 Millionen Fälle von Covid überschritten. Mehrere Länder setzen Sperren wieder ein oder verlängern sie, da ein erneutes Auftreten der Pandemie die Gesundheitsdienste zu überwältigen droht.
  • Großbritannien verzeichnete am Donnerstag die höchste Anzahl an Todesfällen seit dem 21. April. Die britische Regierung sagte, weitere 1.162 Menschen seien innerhalb von 28 Tagen nach dem positiven Test auf Covid-19 am Donnerstag gestorben; die 28 Tage-Regel ist eine Besonderheit des Vereinigten Königreichs. Dies ist die höchste täglich gemeldete Summe seit dem 21. April, als 1.224 registriert wurden. Damit steigt die Gesamtzahl der Todesfälle in Großbritannien auf 78.508. Separate Zahlen, die von den britischen Statistikbehörden für Todesfälle veröffentlicht wurden, bei denen Covid-19 auf der Sterbeurkunde erwähnt wurde, sowie zusätzliche Daten zu Todesfällen, die in den letzten Tagen aufgetreten sind, zeigen, dass es in Großbritannien inzwischen 94.000 Todesfälle mit CoViD-19 gegeben hat.
  • Japan hat für die Hauptstadt Tokio und drei benachbarten Präfekturen einen einmonatigen Ausnahmezustand ausgerufen, um die Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen einzudämmen. Medien berichteten, dass die Zahl der täglichen Fälle auf mehr als 7.000 gestiegen ist.
  • Die WHO forderte verstärkte Maßnahmen gegen die „alarmierende“ Virus-Mutatione. Die europäische Niederlassung der Weltgesundheitsorganisation sagte, es müsse mehr getan werden, um die alarmierende Situation zu bewältigen, die durch eine kürzlich entdeckte Variante des Coronavirus hervorgerufen wird. Der Regionaldirektor der WHO für Europa, Hans Kluge, forderte ebenfalls eine sichere Flexibilität in Bezug auf die Zeit zwischen der ersten und zweiten Dosis des Pfizer / BioNTech Covid-19-Impfstoffs.
  • Russland: Die offizielle Zahl der Todesfälle durch Coronaviren liegt inzwischen bei über 60.000. Russland meldete am Donnerstag 23.541 neue Coronavirus-Fälle, wodurch sich die Gesamtzahl der Fälle auf 3.332.142 erhöhte.
  • Frankreich: Die Grenze zu Großbritannien soll „auf absehbare Zeit“ geschlossen bleiben, sagte der Premierminister Jean Castex. Bisher wurden 19 Fälle der neuen schnelllebigen Variante des Coronavirus in Frankreich festgestellt, die in Frankreich als „englische Variante“ bezeichnet wurde. Castex sagte, dass Bars, Restaurants und Skigebiete Ende des Monats nicht eröffnet würden und es zu früh sei zu sagen, ob sie bis Mitte Februar wiedereröffnet werden könnten. (Quelle: The Guardian, 0701.219

Brasilien jetzt mit mehr als 200.000 Toten

In Brasilien hat die Zahl der Corona-Toten die Marke von 200.000 überschritten. Im Vergleich zum Vortag wurden 1524 neue Todesfälle registriert, womit die Gesamtzahl seit Ausbruch der Pandemie auf 200.498 stieg. Es kamen zudem 87.843 Neuinfektionen hinzu – seit dem ersten bestätigten Fall in Brasilien Ende Februar steckten sich laut Ministerium damit 7.961.673 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 an. (Quelle: Tagesschau, 07.01.21)


Bei Einreise nach Großbritannien negativer Corona-Test nötig

Die britische Regierung schreibt ab der kommenden Woche für alle Einreisenden einen negativen Corona-Test vor. Dieser müsse binnen 72 Stunden vor der Abreise vorgenommen werden, hieß es in der Nacht aus London. Es gebe Ausnahmen, etwa für Kinder unter elf Jahren, Lastwagenfahrer und Airline-Besatzungen. Viele Gesundheitsexperten hatten die Londoner Regierung schon seit längerem zu dieser Maßnahme gedrängt, um Fälle eingeschleppter Infektionen zu verringern. (Quelle: Tagesschau, 08.01.21)


Schärfere Regeln in Hamburg in Kraft getreten

Als erstes Bundesland hat Hamburg um Mitternacht eine verschärfte Corona-Verordnung in Kraft gesetzt. Die Gesundheitsbehörde veröffentlichte die geänderten Regeln am Abend im Internet. Demnach müssen die Hamburger ab heute ihre Kontakte weiter einschränken. So dürfen Angehörige eines Haushalts nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts zusammentreffen. Bisher waren Kontakte auf fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten beschränkt. Für Kinder gibt es anders als bisher keine Ausnahme mehr.

In Niedersachsen soll die Kontaktbeschränkung auf zwei Personen ab Sonntag, in Schleswig-Holstein ab Montag gelten. (Quelle: Tagesschau, 08.01.21)


Impfbereitschaft wächst

Eine große Mehrheit der Deutschen will sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Vor allem bei den unter 65-Jährigen ist die Impfbereitschaft gestiegen, wie aus dem ARD-DeutschlandTrend hervorgeht.

Seit zehn Tagen werden die ersten Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft. Auch wenn viele Bürgerinnen und Bürger ohnehin noch auf eine Impfung warten müssen, hat die Bereitschaft zugenommen, diesen Schritt tatsächlich auch selbst vorzunehmen. Im ARD-DeutschlandTrend gibt aktuell eine Mehrheit von 54 Prozent an, sich auf jeden Fall gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen. Das sind 17 Prozentpunkte mehr als im November 2020. Weitere 21 Prozent sagen, dass sie sich wahrscheinlich impfen lassen werden (-13).

Die Impfbereitschaft ist in allen Altersgruppen gewachsen, insbesondere aber bei den unter 65-Jährigen und damit bei den Personen, die einer Impfung bislang eher zurückhaltend gegenüberstanden. Nach wie vor stehen die Älteren einer Impfung aber deutlich positiver gegenüber als die Jüngeren.

Ein gutes Drittel (36 Prozent) der Befragten bezeichnet das Tempo der begonnenen Corona-Impfungen als angemessen, aber jeder Zweite (52 Prozent) empfindet es als zu langsam. Nur wenigen (acht Prozent) geht es zu schnell. Von den Deutschen, die sich auf jeden Fall gegen Corona impfen lassen wollen, findet sogar fast jeder Dritte (63 Prozent), dass es nicht schnell genug geht. (Quelle und mehr: ARD, 07.01.21)


Deutschland bekommt jetzt 60 Millionen Dosen Biontech-Impfstoff

Deutschland wird über EU-Verträge nun mehr Impfdosen der Firma BioNTech bekommen. War bisher von rund 55 Millionen Impfdosen ausgegangen worden, so rechnet das Gesundheitsministerium nun mit gut 60 Millionen Impfdosen. Grund dafür ist, dass nicht alle anderen EU-Partner den ihnen zustehenden Anteil abnehmen wollen. Zusammen mit den 30 Millionen Dosen aus bilateralen Vereinbarungen beziehe Deutschland nun rund 90 Millionen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministerium. „Die bilaterale Vereinbarung beeinflusst weder die Vertragsgestaltung der EU mit BioNTech noch verzögert sie die Auslieferung des Impfstoffs an die Mitgliedstaaten“, betonte er. (Quelle: TSP, 07.01.21)


Insolvenzschutz verlängern

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht will in der Coronavirus-Krise Unternehmen länger als bislang geplant vor Pleiten schützen. Dazu solle die Insolvenzantragspflicht über den Januar hinaus ausgesetzt bleiben, wenn Firmen noch auf staatliche Hilfsgelder warten.

„Der Staat stellt der Wirtschaft umfangreiche finanzielle Hilfen zur Verfügung, deren Auszahlung aber Zeit benötigt“, sagte die SPD-Politikerin dem „Handelsblatt“. „Daher setze ich mich dafür ein, die Insolvenzantragspflicht für diese Unternehmen über den 31. Januar hinaus auszusetzen.“

Unternehmen müssen momentan bei Überschuldung bis Ende Januar 2021 keinen Insolvenzantrag stellen. Dies gilt aber nur, solange Betriebe noch zahlungsfähig sind. Im Fall der Zahlungsunfähigkeit muss bereits seit Ende Oktober wieder Insolvenz beantragt werden. Viele Experten fürchten eine Pleitewelle, sobald die Sonderregelungen und staatliche Stützungsmaßnahmen wegfallen. (Foto: Copyright: BMJV/Thomas Koehler/ photothek; Quelle: ARD, 07.01.21)


Kühne + Nagel organisiert Moderna-Transport und Lagerung

Das Logistikunternehmen „Kühne + Nagel“ hat einen Vertrag über den weltweiten Transport und die Lagerung des Covid-19-Impfstoffes von Moderna abgeschlossen,. Das teilte der Konzern in Schindellegi in der Schweiz mit. Es gehe dabei um die weltweite Logistik, mit Ausßnahme der USA, dort habe ein Wettbewerber den Zuschlag bekommen. Der Impfstoff muss durchgängig auf minus 20 Grad gekühlt werden. Das sei sichergestellt, betonte das Unternehmen.

Der Vertrag umfasst die Strecke von der Produktionsstätte bis zu einem kontinentalen Verteilzentrum – in Europa ist dies bei Moderna Branchenkreisen zufolge in Belgien – und die Strecke von diesem Zentrum zum nationalen Distributionszentrum. „Kühne + Nagel“ hat nach eigenen Angaben 230 Pharmastandorte weltweit, in Deutschland zum Beispiel in Leipzig, Frankfurt am Main und in Mainz. (Quelle: ARD, 07.01.21)


Kanzleramtschef fordert konsequente Umsetzung der Corona-Beschlüsse

Kanzleramtschef Helge Braun warnt vor einem deutlich längeren Corona-Lockdown in Deutschland, wenn die Bundesländer die gemeinsam getroffenen Corona-Beschlüsse nicht konsequent umsetzen. „Mit jeder Lockerung jetzt ist die Wahrscheinlichkeit auf noch länger notwendige Beschränkungen immer größer“, sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur Reuters. Er spielte darauf an, dass etliche Länder wie Niedersachsen und Baden-Württemberg bereits Mitte des Monats Grundschulen teilweise wieder öffnen wollen. Er habe die „große Sorge“, dass der Effekt des Lockdowns gemindert werde und die Zahl der Neuinfektionen bis Ende Januar nicht ausreichend sinken werde, sagte der Kanzleramtschef.

Braun warnte zudem vor einem völligen Kontrollverlust durch die Ausbreitung der Virus-Mutationen, wie sie in Großbritannien und Irland registriert werden. Der von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten beschlossene harte Kurs sei gerade angesichts der Virus-Mutationen dringend nötig. „Wenn sich auf dem hohen Infektionsniveau, das wir haben, die Mutationen ausbreiten, dann wird es sehr schwer, ein Wachstum der Infektionszahlen überhaupt noch in den Griff zu bekommen.“ Dann käme man in der nächsten Bund-Länder-Runde am 25. Januar möglicherweise auch an „maximalen Beschränkungen“ nicht mehr vorbei. (Quelle: ARD, 07.01.21)


Auch WHO besorgt über neue Virus-Mutation

Angesichts der neuen Variante des Corona-Erregers in Europa hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alarm geschlagen. Die Variante sei bereits in 22 von 53 Ländern der Region Europa entdeckt worden, warnte WHO-Direktor Hans Kluge während einer Videokonferenz in Kopenhagen. Ohne verstärkte Anstrengungen, die Ausbreitung der neuen Variante zu verlangsamen, gerieten die Gesundheitssysteme noch weiter unter Druck. Die neue Variante, die erstmals in Großbritannien entdeckt wurde, berge eine höhere Ansteckungsgefahr als vorangegangene, erklärte der WHO-Regionaldirektor für Europa.

Der mutierte Erreger verbreite sich in allen Altersklassen. Es sei davon auszugehen, dass die Variante die älteren Ausformungen verdrängen werde. Die neue Variante sei aber trotz stärkerem Ansteckungsrisiko nicht gefährlicher als die bereits vorher bekannten Typen. WHO-Mitarbeiter äußerten sich zuversichtlich, dass die bislang verfügbaren Impfstoffe auch gegen die neue Variante wirken. Im Dezember 2020 meldeten britische Behörden der WHO das Auftauchen der Variante. (Quelle: Tagesschau, 07.01.21)


Buchhandel leidet unter 2. Lockdown

Der zweite Lockdown mit erneuten Ladenschließungen hat die Bilanz des deutschen Buchhandels im vergangenen Jahr belastet. Zwar konnte der Umsatzrückstand aus dem Shutdown im Frühjahr Monat für Monat verringert werden, die erneuten Ladenschließungen Mitte Dezember sorgten allerdings für ein negatives Jahresergebnis. Das geht aus dem aktuellen Branchenmonitor hervor. Der Umsatz 2020 in den zentralen Vertriebswegen wie Sortimentsbuchhandel, E-Commerce, Bahnhofsbuchhandel oder Kaufhäusern lag den Angaben zufolge 2,3 Prozent unter dem des Vorjahres. Das von den Corona-Maßnahmen besonders betroffene stationäre Geschäft schloss das Jahr mit einem Minus von 8,7 Prozent ab.

Zwar spielte Lesen in der Krise eine herausragende Rolle, sagte Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutsche Buchhandels. Die Nachfrage nach Büchern sei hoch gewesen. Doch die erneuten Ladenschließungen mitten im Weihnachtsgeschäft stoppten die Aufholjagd, mit der es dem Buchhandel fast gelungen wäre, die Einbußen aus dem Shutdown im Frühjahr auszugleichen, sagte Schmidt-Friderichs. Angesichts der beschlossenen Fortsetzung des Lockdowns und der anhaltenden Ladenschließungen werde die Branche „mit einem massiven Minus in das Jahr starten“. Die Perspektiven für Verlage und Buchhandlungen seien ungewiss. (Quelle: Tagesschau, 07.01.21)


Sorge um Kinder gerät in den Fokus

Was wird mit den Kindern? Diese Frage gerät zunehmend in den Fokus:

Deutschlands Kinderärzte fordern schnellstmögliche Corona-Impfungen für Kinder, damit Kitas und Schule wieder geöffnet werden können. Minderjährige hätten es in der Pandemie seit Beginn besonders schwer, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Dass sie nun auch beim Impfen hinten anstehen – und die Schulen deswegen weiter dichtbleiben – ist daher doppelt bitter.“

Beim Impfen für Kinder müsse mehr Tempo gemacht werden, „um endlich die Situation an Schulen und Kitas dauerhaft zu entspannen“. Die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind derzeit für Personen ab 16 Jahren zugelassen. Beide Hersteller haben laut der Zeitung Tests gestartet, um die Verträglichkeit der Vakzine für Kinder ab 12 Jahren zu prüfen. Wann die Zulassung von Corona-Kinderimpfstoffen beantragt werden könnte, ist demnach aber noch nicht absehbar.

Der Deutsche Kinderschutzbund kritisierte gleichzeitig, dass unter 14-Jährige nicht mehr wie bisher von den strengeren Corona-Kontaktbeschränkungen ausgenommen bleiben sollen. „Ich kann nur für unsere Kleinen hoffen, dass das die Ausnahme bleibt“, sagte der Präsident des Bundesverbandes, Heinz Hilgers, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Kinder bräuchten für ihre Entwicklung Gleichaltrige, um sich zu messen und zu spielen. Auch für die Eltern bedeute eine Verschärfung in diesem Punkt eine „Katastrophe“.

Viele von ihnen seien bei der Betreuung ihrer Kinder auf die Hilfe aus der Familie oder von Nachbarn angewiesen, sagte Hilgers. Dies werde aber durch die neuen Regeln teilweise unmöglich gemacht. Nach dem Beschluss von Bund und Ländern dürfen sich künftig Menschen eines Hausstandes nur noch mit einem weiteren Erwachsenen oder einem weiteren Kind treffen. (Quelle: Tagesschau 07.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Infektionen in Niedersachsen hat einen neuen Höchststand erreicht. Heute (Donnerstag, 7. Januar) meldet das Landesgesundheitsamt (NLGA) 2.395 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen. Der bisherige Höchstwert war am 30. Dezember mit 2.171 gemeldet worden. Im Zusammenhang mit Corona sind weitere 66 Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.239. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 94,1 Fälle je 100.000 Menschen. (Quelle: NDR, 07.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 07.01.2021, 08:30 Uhr

Die beste Information zuerst: Seit gestern ist im Emsland kein/e weitere/r CoViD-19-Erkrankte/r verstorben: Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich weiterhin auf 83.

Ansonsten nimmt die Dynamik zu. Denn die hohe Zahl von 97 Neuinfektionen meldet der Landkreis für die letzten 24 Stunden. Nach diesem starken Anstieg beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt 5.446 (+97). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.898 Personen (+42) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 465 (+55) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.200 (+30) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA bei 107 (= +350 Neuinfizierte in 7 Tagen) und hat damit die 100er-Marke wieder überschritten. In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 157,5 weiter höher.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 5 (+/-0) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; zweivon ihnen werde invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 7(-1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen ein Erkrankter invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 710 Menschen (+19) erkrankt. 625 (+5) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 71 (+14) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen  Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 166 154 1 11
Einheitsgemeinde Emsbüren 126 110 0 16
Samtgemeinde Freren 362 340 15 7
Einheitsgemeinde Geeste 218 199 2 17
Stadt Haren (Ems) 346 328 1 17
Stadt Haselünne 273 243 2 28
Samtgemeinde Herzlake 170 151 3 16
Samtgemeinde Lathen 248 246 0 2
Samtgemeinde Lengerich 121 112 1 8
Stadt Lingen (Ems) 710 625 14 71
Stadt Meppen 577 531 11 35
Samtgemeinde Nordhümmling 176 164 1 11
Stadt Papenburg 679 563 5 111
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 38 33 1 4
Einheitsgemeinde Salzbergen 101 84 3 14
Samtgemeinde Sögel 388 358 0 30
Samtgemeinde Spelle 267 216 12 39
Einheitsgemeinde Twist 136 128 2 6
Samtgemeinde Werlte 344 313 9 22
 Gesamt* 5.446 (+97) 4.898 (+42) 83 (+/-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 465 (+55)

 


USA-Zahlen

Die USA verzeichnen mehr als 256.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Zählung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle steigt damit auf 21,22 Millionen. Mindestens 4008 weitere Menschen starben, insgesamt gibt es damit mehr als 361.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus. (Quelle: ARD, 07.01.21)


Tokio zählt Rekord an Corona-Neuinfektionen

Wenige Monate vor den geplanten Olympischen Spielen in Tokio ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der japanischen Hauptstadt auf einen Rekord gestiegen. Erstmals wurden binnen eines Tages mehr als 2000 Fälle registriert, wie japanische Medien berichteten. Erst am Vortag war die Zahl erstmals über die Marke von 1500 Fällen geklettert. Noch heute will Japans Regierungschef Yoshihide Suga über die erneute Ausrufung des Notstands für den Großraum Tokio entscheiden. Es wird erwartet, dass er rund einen Monat dauert – die Vorbereitungen für die Sommerspiele sollen aber fortgesetzt werden, hatte Suga zu Wochenbeginn gesagt. (Quelle: ARD, 07.01.21)


Größter Ausbruch des Coronavirus in China seit Monaten

China erlebt den größten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten. Nachdem das bevölkerungsreichste Land das Virus seit dem Sommer weitestgehend im Griff hatte und nur noch ganz vereinzelt Infektionen zählte, sind die Zahlen in der Provinz Hebei direkt vor den Toren Pekings in wenigen Tagen auf insgesamt mehr als 200 gestiegen. Bis Donnerstag meldete die Gesundheitskommission in der Provinz um die Hauptstadt 90 Erkrankungen und 144 asymptomatische Infektionen. Es wurde mit einem weiteren Anstieg gerechnet.

Die Behörden sind alarmiert und riefen „den Kriegszustand“ im Kampf gegen das Virus aus. Vor allem die 300 Kilometer nordöstlich gelegene Provinzhauptstadt Shijiazhuang ist betroffen. Transportverbindungen mit Bussen, Zügen und Flugzeugen in die Metropole wurden weitgehend unterbrochen. Die elf Millionen Einwohner werden getestet. Einige Wohngebiete wurden abgeriegelt. Der Unterricht in Kindergärten, Grund- und Mittelschulen wurde ausgesetzt. Zusätzliches medizinisches Personal wurde mobilisiert und in die Provinz entsandt.

Betroffen sind außer Shijiazhuang auch die Städte Xingtai und Nangong, wo 500.000 Menschen getestet werden. Die Hauptstadt Peking ergriff Schutzmaßnahmen. Straßenkontrollen wurden eingerichtet. Auch wird Fracht aus Hebei streng kontrolliert. Der neue Ausbruch weckt Sorgen über die bevorstehende Reisewelle vor dem chinesischen Neujahrsfest am 12. Februar. Zum wichtigsten Familienfest der Chinesen sind normalerweise einige hundert Millionen Menschen in ihre Heimatdörfer unterwegs. Doch rieten die Behörden bereits Wanderarbeitern, diesmal nicht nach Hause zu reisen. (Quelle: TSP, 07.01.21)


Deutschland-Zahlen

1070 neue Todesfälle und 26.391 registrierte Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden: Die Zahlen, die das RKI meldet, bleiben weiter hoch. Eine Interpretation der Daten bleibt wegen der zurückliegenden Feiertage aber schwierig.

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 26.391 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1070 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI bekannt gab. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden.

Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Das RKI geht davon aus, dass die Meldedaten zum Infektionsgeschehen frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstagmorgen bei 121,8. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 74,0. Wegen der Feiertage sind die Wochenwerte aber ebenfalls mit Vorsicht zu bewerten.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.835 038 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 07.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind, stieg auf 37.607. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.474 000 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut dem Bericht vom Mittwoch bei 0,83 (Dienstag: 0,81). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter Eins, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betonte, dass der R-Wert wegen der Verzögerungen gegebenenfalls unterschätzt werde.

Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert. „Wir erwarten, dass zum Jahresanfang mit der Öffnung von Arztpraxen und Teststellen wieder mehr Personen getestet werden“, hatte der erste Vorsitzende des Verbands, Michael Müller, erklärt. (Quelle: rki, Tagesschau, 07.01.21)


Papenburg: Geistlicher flieht vor Polizei

Nach einem Zeugenhinweis hat die Polizei in Papenburg am Dienstagnachmittag eine religiöse Veranstaltung mit insgesamt 15 Teilnehmern aufgelöst. Die Christen im Alter zwischen 53 und 81 Jahren hatten sich im Wohnzimmer eines privaten Wohnhauses versammelt, um gemeinsam zu beten, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Bei Eintreffen der Beamten hielt der Pastor eine Predigt. Die Gläubigen saßen eng an eng und ohne Mund-Nasen-Schutz nebeneinander. Der Pastor ergriff noch vor Feststellung seiner Personalien die Flucht. Die Daten der übrigen Teilnehmer wurden aufgenommen. Sie müssen mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen. Die Identität des Pastors wird derzeit von der Polizei ermittelt. (Quelle: NDR, 06.01.21)


Großbritannien meldet Höchstwert an Neuinfektionen

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Großbritannien hat am Mittwoch einen Höchstwert erreicht. Mehr als 62.322 Fälle wurden innerhalb eines 24-Stunden-Zeitraums in dem Land gemeldet – so viele wie noch nie zuvor. Gleichzeitig wurden 1041 neue Todesfälle registriert. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen liegt landesweit inzwischen bei rund 550. Der Wert stammt allerdings vom 1. Januar. Insgesamt starben im Vereinigten Königreich bisher mehr als 82.600 Menschen an oder mit einer Covid-19-Erkrankung.

Viele der Neuinfektionen werden auf eine neue, womöglich noch ansteckendere Virusvariante zurückgeführt, die besonders in London sowie dem Südosten und Osten Englands grassiert.

Seit Dienstag gilt in England ein landesweiter Lockdown, es ist bereits der dritte. Menschen sollen ihre Häuser und Wohnungen nur verlassen um einzukaufen, zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen. Pro Tag darf man nur eine Stunde für Spaziergänge oder zum Joggen im Freien verbringen. Schulen, Fitness- und Sportstätten sind ebenso geschlossen wie Geschäfte, die vor allem Waren verkaufen, die nicht lebensnotwendig sind. In den Landesteilen Schottland, Wales und Nordirland gelten ähnliche Bestimmungen. (Quelle: TSP, 06.01.21)


Twente-Zahlen

Im benachbarten niederländischen Twente sind in den letzten 24 Stunden 404 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden, und neun Menschen sind an dem Virus gestorben. Dies geht aus Zahlen hervor, die das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) am Mittwochnachmittag veröffentlicht hat.

Der Durchschnitt der letzten sieben Tage liegt bei 479 (letzte Woche 575). In diesem Zeitraum wurden 3.351 Infektionen festgestellt, 673 weniger als am vergangenen Mittwoch, als die Zahl noch bei 4024 lag. Gestern wurden 448 Neuinfektionen gemeldet.

Die meisten positiven Tests wurden in Enschede (71) durchgeführt, gefolgt von Hengelo (61) und Rijssen-Holten (39). Innerhalb der Region ist Rijssen-Holten mit 39 Fällen, die auf 100.000 Einwohner umgerechnet wurden, die Gemeinde mit dem höchsten Kontaminationsfaktor (102,2). Für die gesamte Region Twente sind es heute 64, womit die Region heute ganz oben auf der Liste der 25 niederländischen Sicherheitsregionen steht.

Ländlich
Das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt meldet in den letzten 24 Stunden landesweit 7.142 Neuinfektionen. Das sind 730 mehr als Dienstag. Dann wurden 6.412 positive Tests in Twente gemeldet.

Krankenhauszahlen
Die Zahl der CoViD-Neuaufnahmen in Krankenhäusern betrug 262 auf den Krankenstationen und 39 auf den Intensivstationen. Das heißt, es gibt jetzt 2.835 (einschließlich der Patienten auf der deutschen Intensivstation) in Krankenhäusern, 55 weniger als am Dienstag.

Es gibt 704 Koronapatienten auf den Intensivstationen, 27 weniger als am Tag zuvor. Es gibt auch weitere 435 Nicht-CoViD-Patienten auf der Intensivstation, was die Gesamtbelegung der Intensivstationen auf 1139 erhöht, 12 Patienten mehr als gestern.
(Quelle: Tubantia, 06.01.21)


Nordhorn: Viele Intensivbetten in Euregio-Klinik belegt

Viele Intensivbetten der Euregio-Klinik sind seit den vergangenen Tagen belegt, bestätigt das Krankenhaus am Mittwochabend. „Fakt ist, dass wir in den letzten Tagen gerade im Bereich der Intensivstation weiterhin eine hohe Belegung haben. So werden aktuell sieben CoViD-19 Patienten intensivmedizinisch versorgt“, erläutert Klinik-Geschäftsführer Michael Kamp auf GN-Anfrage.

Aufgrund der hohen Belegung am Montag, 4. Januar, ist laut Kamp ein CoViD-19-Patient e in das Bonifatius-Hospital Lingen verlegt worden. Unabhängig davon sei die Belegung im Verlauf des gestrigen Dienstages zeitweise auf neun Patienten gestiegen. „Von den neun Patienten konnten zwei Patienten jedoch glücklicherweise wieder stabilisiert und auf die Normalstation verlegt werden“, sagt Kamp. Mit Stufe zwei des Corona-Krisenplans wurde die Zahl der Intensivbetten von sieben auf elf aufgestockt. (Quelle: GN, 06.01.21)


Moderna: EU-Kommission arbeitet „nun mit voller Geschwindigkeit“

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat den Weg für die Anwendung des Moderna-Impfstoffs frei gemacht. Sie empfehle eine bedingte Zulassung in der EU. Nun muss noch die EU-Kommission zustimmen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) für eine EU-Zulassung des Corona-Impfstoffs von Moderna begrüßt. „Gute Nachrichten für unsere Bemühungen, mehr Covid-19-Impfstoff zu den Europäern zu bringen“, schrieb von der Leyen auf Twitter. Die EU-Kommission arbeite nun mit voller Geschwindigkeit daran, das Mittel zu genehmigen und in der EU verfügbar zu machen.

Zuvor hatte die EMA die bedingte Marktzulassung für den Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna empfohlen. Nun muss die EU-Kommission das Präparat noch zulassen. Es wäre der zweite Corona-Impfstoff, der in der EU gespritzt werden darf. (Quelle: ARD, 06.01.21)


HSG Nordhorn-Lingen: Coach Daniel Kubes an CoViD-19 erkrankt

Coach Daniel Kubes vom Handball-Bundesligisten HSG Nordhorn-Lingen hat sich mit dem Coronavirus infiziert und zeigt Symptome einer CoViD-19-Erkrankung. Der 42-Jährige kann daher aktuell auch nicht bei der tschechischen Nationalmannschaft sein, die er gemeinsam mit Jan Filip trainiert.

Auch der ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und befindet sich wie Kubes in Quarantäne. Doch während Filip, der von 2000 bis 2008 für die HSG Nordhorn auf der Platte stand, nach Angaben des Tschechischen Handballverbandes keine Symptome zeigt, hat es seinen gleichberechtigten Trainerpartner offenbar schlimmer erwischt.

„Ich muss gestehen, dass ich krank bin. Um ehrlich zu sein, ist mein primäres Ziel, gesund zu werden. Es gibt keinen Grund, das auf die leichte Schulter zu nehmen“, erklärte Kubes, der noch keine Prognose wagte, wann er wieder seine Arbeit aufnehmen kann: „Wenn ich in fünf Tagen gesund bin, ist es prima. Wenn es in zehn Tagen der Fall ist, ist es gut. Und wenn es 20 Tage sind, dann bin ich auch froh, wieder gesund zu sein.“

In Abwesenheit von Kubes und Filip kümmern sich derzeit der frühere Bundesliga-Keeper Petr Stochl sowie Junioren-Nationaltrainer Pavel Pauza um das tschechische Nationalteam, das bei der Weltmeisterschaft in Ägypten (13. bis 31. Januar) in der Gruppe G auf den Gastgeber, Chile und Schweden trifft. Zuvor stehen noch die EM-Qualifikationsspiele gegen die Faröer für die Equipe um Kreisläufer Stepan Zeman vom Erstliga-Aufsteiger HSC Coburg an.

Bei diesen Begegnungen werden Kubes und Filip, die bei der Nationalmannschaft positiv getestet wurden, nicht auf der Bank sitzen. Ob das Duo am 14. Januar, wenn das erste WM-Spiel gegen Schweden auf dem Programm steht, die Mannschaft betreuen kann, ist noch ungewiss. Bei den Spielern gab es bis dato noch keine Positiv-Tests. „Viele der Jungs hatten die Krankheit bereits. Daher ist ihr Risiko einer erneuten Infektion geringer“, erklärte Kubes. (Quelle: NDR, 06.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Infektionen und der Todesfälle ist in Niedersachsen wieder angestiegen. Heute (Mittwoch, 6. Januar) meldet das Landesgesundheitsamt (NLGA) 1.672 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen. Im Zusammenhang mit Corona sind weitere 65 Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.173. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 91,8 Fällen je 100.000 Menschen. (Quelle: NDR, 06.01.21)


Weil: Noch weit über den Lockdown hinaus

Die angespannte Corona-Infektionslage dürfte nach Einschätzung von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wohl noch weit über den verlängerten Lockdown hinaus anhalten. Er rechne aus derzeitiger Sicht bis Ende März mit einer insgesamt schwierigen Situation, sagte der SPD-Regierungschef im NDR. „Danach wird es hoffentlich besser.“ „Was das Impfen angeht, haben wir die Impfmenge weg, die uns zur Verfügung steht“, erklärte Weil. Bisher ist Niedersachsen laut Zahlen vom Dienstag mit 1,1 Impfungen pro 1000 Einwohner regionales Schlusslicht. (FotoCC s. Archiv v. 28.10.20; Quelle: NDR, 06.01.21)


Gewerkschaft fordert mehr Unterstützung für Hotel- und Gastronomie

Vor dem Hintergrund der verschärften Corona-Maßnahmen hat die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) eine schnelle und stärkere Unterstützung für die betroffenen Beschäftigten gefordert. Nötig seien ein Mindestkurzarbeitergeld von 1200 Euro sowie eine Corona-Soforthilfe von einmalig 1000 Euro, sagte NGG-Chef Guido Zeitler den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Löhne seien ohnehin niedrig und das Kurzarbeitergeld „reicht da auf Dauer einfach nicht“.

Die Gastronomie- und Hotelbranche leidet besonders unter den Einschränkungen. Die NGG fürchtet daher einen weiteren Stellenabbau. Die Lage sei dramatisch und mit jeder Verlängerung des Lockdowns gehe der Personalabbau weiter, sagte Zeitler den Funke-Zeitungen. „Menschen werden auf die Straße gesetzt, viele Verträge einfach nicht mehr verlängert.“ Die gesamte Branche „leidet massiv“, große Hotelketten ebenso wie kleine Betriebe. Die Überbrückungshilfen seien bei 500.000 Euro pro Unternehmen gedeckelt – das sei für die großen Ketten „kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“. (Quelle: NDR, 06.01.21)


Scholz: „Wir können das lange durchhalten“

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) macht sich angesichts der Corona-Beschlüsse keine Sorgen um die Finanzierung der Maßnahmen. „Wir können die Hilfen bereitstellen, die notwendig sind“, sagte der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten im ARD-Morgenmagazin und ergänzte: „Wir können das lange durchhalten.“

In der Vergangenheit habe man „gut gewirtschaftet“, so Scholz. Deswegen sei es nun möglich, Kredite aufzunehmen, um die aktuellen Maßnahmen zu finanzieren. Nach derzeitigen Berechnungen werde Deutschland nach der Corona-Krise eine geringere Staatsverschuldung aufweisen als nach der Finanzkrise nach dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers. (Foto s. Archiv v. 16.5.20; Quelle: NDR, 06.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 06.01.2021, 08:00 Uhr

Seit gestern ist im Emsland ein weiterer CoViD-19-Erkrankter verstorben: Er stammte aus Geeste. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich jetzt auf 83.

79 Emsländer*innen sind in den letzten 24 Stunden neu an dem Virus erkrankt. Nach diesem starken Anstieg beläuft sich die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen jetzt 5.349 (+79). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.856 Personen (+30) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 410 (+48) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.170 (+20) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA bei 89,9 (= +284 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 156,7 deutlich höher; es ist -inzwischen nach der Stadt Delmenhorst- der höchste Inzidenzwert in Niedersachsen.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 5 (+/-0) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; keine/r von ihnen wird invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 8 (+/-0) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen ein Erkrankter invasiv beatmet wird.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 691 Menschen (+9) erkrankt. 620 (+5) von ihnen gelten als genesen. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 57 (+4) akut Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 163 153 1 9
Einheitsgemeinde Emsbüren 122 106 0 16
Samtgemeinde Freren 362 339 15 8
Einheitsgemeinde Geeste 217 198 2 17
Stadt Haren (Ems) 342 326 1 15
Stadt Haselünne 272 242 2 28
Samtgemeinde Herzlake 169 149 3 17
Samtgemeinde Lathen 248 246 0 2
Samtgemeinde Lengerich 118 112 1 5
Stadt Lingen (Ems) 691 620 14 57
Stadt Meppen 569 523 11 35
Samtgemeinde Nordhümmling 170 163 1 6
Stadt Papenburg 651 560 5 86
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 35 32 1 2
Einheitsgemeinde Salzbergen 98 83 3 12
Samtgemeinde Sögel 384 357 0 27
Samtgemeinde Spelle 260 213 12 35
Einheitsgemeinde Twist 135 127 2 6
Samtgemeinde Werlte 343 307 9 27
Gesamt* 5.349 (+79) 4.856 (+30) 83 (+1)
Aktuelle Covid-19-Fälle 410 (+48)

(06.01.21)


Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 21.237 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1019 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Morgen bekanntgab. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Die Gesamtzahl der bekannten Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat derweil die Marke von 1,8 Millionen überschritten. (Quelle: RKI, 06.01.21)


Rekord an Neuinfektionen in Tokio – Lockdown wird erwartet

In Japans Hauptstadt Tokio ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen erstmals über die Marke von 1500 Fällen gestiegen. Binnen eines Tages wurden 1591 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, wie die Stadtverwaltung bekanntgab. Am Donnerstag will Japans Regierungschef Yoshihide Suga über die erneute Ausrufung des Ausnahmezustands für den Großraum Tokio entscheiden. Es wird erwartet, dass er voraussichtlich einen Monat dauern wird – die Vorbereitung für die Olympischen Spiele im Sommer sollen aber fortgesetzt werden, hatte Suga zu Wochenbeginn erklärt.

Japan hatte zuletzt im April vergangenen Jahres für Tokio den Ausnahmezustand aufgerufen, der später auf das ganze Land ausgeweitet und Ende Mai wieder aufgehoben worden war. In jüngster Zeit sind die Infektionszahlen jedoch wieder stark angestiegen, vor allem im Großraum Tokio. Es besteht zunehmend die Sorge vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. Suga deutete an, dass der Ausnahmezustand diesmal begrenzter und fokussierter als der erste ausfallen könnte. Einen harten Lockdown hat es in Japan zu keinem Zeitpunkt gegeben.

Vielmehr wurden Firmen wie Restaurants gebeten, früher zu schließen, und die Bürger aufgerufen, möglichst von zu Hause aus zu arbeiten. Rechtlich bindend sind die Aufforderungen der Behörden bislang nicht gewesen; Strafen bei Nichtbefolgung gibt es bisher nicht. Stattdessen setzt man auf Freiwilligkeit. Die meisten Bürger des 127-Millionen-Landes tragen zwar Mund- und Nasenschutz. Doch waren Einkaufszonen im Vorfeld der Neujahrsfeiertage sowie Schreine zu Neujahr überfüllt. Auch benutzen viele Menschen weiter die Bahnen, andere amüsieren sich in Tokios nächtlichen Amüsiervierteln in Bars. (Quelle: TSP, 06.01.21)


USA: 3936 Verstorbene binnen 24 Stunden – Höchststand

Die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer der Corona-Pandemie in den USA hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte, wurden binnen 24 Stunden weitere 3936 Verstorbene gezählt. Der vorherige Rekord hatte bei 3920 Toten gelegen und war sechs Tage zuvor registriert worden.

Die USA sind von den absoluten Zahlen her das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Die Zahl der verzeichneten Todesopfer in den Vereinigten Staaten seit Beginn der Pandemie stieg nach den jüngsten Angaben der Johns-Hopkins-Universität auf 357.067. Die Gesamtzahl der erfassten Infektionsfälle liegt inzwischen bei mehr als 21 Millionen. Zuletzt wurden 250.173 neue Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Derzeit sind der Westen und Süden der USA besonders stark von der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus betroffen. In der kalifornischen Millionenmetropole Los Angeles wurden Mitarbeiter von Rettungsdiensten zuletzt angewiesen, Patienten mit sehr niedrigen Überlebenschancen nicht mehr in die Krankenhäuser zu bringen. Die dortigen Kliniken sind wegen der hohen Zahl von Corona-Patienten völlig überlastet. (Quelle: TSP, 06.01.21)


Niedersachsen will Bewegungseinschränkungen nicht ohne weiteres Einfüren

Niedersachsen will die bei den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise beschlossene Beschränkung der Bewegungsfreiheit in Hotspots nicht ohne weiteres einführen. Nötig sei eine gesonderte Begründung zur Verhältnismäßigkeit, wie sie das Oberverwaltungsgericht bereits bei anderen Einschränkungen angemahnt hat, sagte Ministerpräsident Stephan Weil. „Das ist für uns Teil des Prüfprogramms, ob und wann die Regelung zur Anwendung kommt, am liebsten gar nicht.“

Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann erklärte, dass zunächst nicht geplant sei, die Beschränkung der Bewegungsfreiheit auf einen Radius von 15 Kilometer um den Wohnort in Corona-Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 umzusetzen. (Quelle: Tagesschau, 05.01.21)


Irland: Einreisende müssen negativen Test vorlegen

Personen, die aus einem beliebigen Land nach Irland reisen, müssen nach Angaben der Irish Times einen negativen PCR-Test der letzten 72 Stunden vorweisen.

Das Verbot von Passagieren aus Großbritannien und Südafrika wurde allerdings zunächst noch um 48 Stunden verlängert. Das Reiseverbot aus Großbritannien soll, aber am Samstag aufgehoben werden, so die Irish Times, aber Reisende müssen in jedem Fall einen negativen PCR-Test vorlegen (Quelle: The Guardian, 05.01.21)


Spanien-Zahlen

Spanien hat mit 23.700 Neuinfektionen binnen 24 Stunden den höchsten Tageswert seit zwei Monaten verzeichnet. Das seien etwa 10.000 Fälle mehr als vor einer Woche, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Drei Regionen, Katalonien, Madrid und Valencia, hätten zusammen zwei Drittel aller neuen Ansteckungen gemeldet. Allein in Katalonien seien einschließlich nachgemeldeter Fälle 7035 Neuinfektionen gezählt worden. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von zwei Wochen kletterte derweil in Spanien den Angaben zufolge auf gut 296. Das ist der höchste Wert seit dem 27. November – damals lag der Wert bei 307.

Wegen der anziehenden Zahlen kündigten erneut mehrere der insgesamt 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften des Landes eine Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie an. Valencia verlängerte zum Beispiel die Abriegelung der Region bis zum 31. Januar. Die knapp fünf Millionen Einwohner dürfen die Region nur mit triftigem Grund verlassen, etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren. (Quelle: Tagesschau, 05.01.21)


Wichtige Entwicklungen heute

  • Belgien wird aufgrund logistischer Schwierigkeiten aktuell nur die Hälfte der für Januar bestellten Impfstoffe des US-amerikanischen Arzneimittelherstellers Pfizer erhalten.
  • Spanien will das Militär nutzen, um seine Impfanstrengungen zu verstärken, da die Kritik über das fehlende Tempo der Impfkampagne zunimmt. Seit Spanien vor etwa 10 Tagen seine Kampagne gestartet hat, wurden nur knapp 83.000 Dosen des Impfstoffs ausgegeben.
  • Großbritannien hat weitere 60.916 im Labor bestätigte Neuinfektionen registriert – die höchste tägliche Gesamtzahl, die bisher überhaupt gemeldet wurde, was die Gesamtzahl der Fälle im Vereinigten Königreich auf 2.774.479 erhöht. Weitere 830 Menschen sind innerhalb von 28 Tagen nach dem positiven Test auf Covid-19 gestorben, was die Gesamtzahl in Großbritannien auf 76.305 erhöht.
  • Schätzungsweise einer von 50 Menschen in Privathaushalten in England hatte zwischen dem 27. Dezember und dem 2. Januar Covid-19. England befindet sich jetzt in seiner dritten Sperre, der härtesten seit März.
  • Frankreich meldete in den letzten 24 Stunden 20.489 neue bestätigte Covid-Fälle, gegenüber 11.395 am vergangenen Dienstag. Es hat 867 neue Covid-Todesfälle in Krankenhäusern und Pflegeheimen gegeben. Am Montag hatte es 378 Todesfälle im Krankenhaus gegeben.
  • Frankreich weitet seine erste Stufe von Covid-19-Impfungen auf Feuerwehrleute und Helfer über 50 aus, nachdem die Impfkampagne nur schleppend gestartet wurde.
  • Italien meldete am Dienstag 649 CoViD-19-Todesfälle igegenüber 348 am Vortag, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die tägliche Zahl der Neuinfektionen stioeg von 10.800 auf 15.378.
  • Deutschland verlängert seinen landesweiten Lockdown bis Ende des Monats und führt neue strengere Beschränkungen ein, um die Kontrolle über die zunehmenden Infektionen mit Coronaviren zu erlangen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel.
  • Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die in Südafrika identifizierte Coronavirus-Variante ansteckender ist als diejenige in Großbritannien, sagte Maria Van Kerkhove, technische Leiterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Covid-19.
  • Die Rettungsdienste in Los Angeles hat die Rettungskräfte angewiesen, keine Coronavirus-Patienten zu transportieren, deren Überleben unwahrscheinlich ist, um die Sauerstoffversorgung und die Betten auf der Intensivstation zu schonen.
  • Der Leiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist „sehr enttäuscht“, dass China die Einreise eines Teams internationaler Experten zur Untersuchung der Ursprünge des Coronavirus immer noch nicht genehmigt hat.
  • Japan sollte so bald wie möglich einen Ausnahmezustand von Covid-19 in der Region Tokio verhängen, teilte eine Expertengruppe mit, die die Regierung zu Coronavirus-Reaktionen beriet.
  • Eine Studie an Patienten mit langer Covid-Erkrankung belegt, dass viele sechs Monate nach der Infektion nicht richtig zur Arbeit zurückkehren konnten. Die Studie untersuchte die Auswirkungen auf Menschen Monate nach ihrer Erstinfektion.
    (Quelle: The Guardian, 05.01.21)

Die Bund-Länder-Beschlüsse von heute

Bund und Länder haben sich heute darauf verständigt, den Mitte Dezember beschlossenen Lockdown bis zum 31. Januar zu verlängern und in Teilen auch deutlich zu verschärfen.

Nach dem Beschlusspapier der Runde von Kanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsidentenkonferenz gilt diese Verlängerung des Lockdowns auch für die Schulen und Kitas. „Das ist eine große Herausforderung für alle Eltern und Kinder“, sagte Merkel. „Aber wir sahen uns dazu genötigt, um unser Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.“ Die Maßnahmen seien „hart, aber notwendig“. Das Ziel lautet weiterhin, die Ansteckungen deutlich zu vermindern und wieder auf einen Schnitt von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen zu kommen. Derzeit liegt diese Inzidenz bundesweit bei etwa dem Dreifachen. Merkel und die Länderchefs bereiteten die Bürger auf längerfristige Einschnitte vor. „Die vor uns liegenden Monate Januar, Februar und März werden noch erhebliche Geduld und Disziplin aller erfordern“, heißt es in dem Beschlusspapier der Spitzen von Bund und Ländern.

Nach den Vereinbarungen, die vom kommenden Montag, 11. Januar an gelten, bleibt es bei der Schließung von Geschäften, Gastronomie, Kultur- und Sportstätten für weitere drei Wochen.

Auch an Schulen und Kitas wird bis Ende Januar fortgesetzt, was in den Ländern jeweils seit Mitte Dezember gilt. Teils ist hier die Präsenzpflicht ausgesetzt, teils ist es zu Komplettschließungen gekommen. Unterschiede gibt es auch bei den Notbetreuungsmaßnahmen. Präsenzunterricht aber wird es in den kommenden drei Wochen noch nirgends geben. Der von den Kultusministern vereinbarte Stufenplan mit der Rückkehr zum Präsenzunterricht für Grundschüler oder Wechselunterricht in höheren Klassen beginnt demnach frühestens im Februar.

Zur Entlastung wegen der Betreuung der Kinder daheim sollen beim Kinderkrankengeld zehn zusätzliche Tage je Elternteil eingeführt werden. Es wird also pandemiebedingt mehr Kinderkrankentage für die Eltern geben, die daheim betreuen müssen.

Die generellen Kontaktbeschränkungen werden ausgeweitet, und zwar wie im Frühjahrs-Lockdown auf einen Hausstand plus eine Person. Bisher gilt: ein Hausstand plus ein weiterer Hausstand, maximal fünf Personen. In diesem Zusammenhang wurde auch beschlossen, dass Betriebskantinen geschlossen werden, „wo immer die Arbeitsabläufe es zulassen“. Zulässig bleibt nur die Abgabe von „mitnahmefähigen Speisen und Getränken“.

Eine Verschärfung ist auch der Beschluss, bundesweit lokale Einschränkungen des Bewegungsradius vorzusehen. In Landkreisen -es sind im Beschluss ausschließlich Landkreise erwähnt- mit einer Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen in 7 Tagen, also in echten Hotspots, soll verfügt werden, dass sich niemand weiter als 15 Kilometer im Umkreis des eigenen Wohnorts bewegen darf – es sei denn, es gibt einen triftigen Grund dafür.

Ausdrücklich nicht darunter fallen laut Beschlusspapier „tagestouristische Ausflüge“: Merkel machte deutlich, dass damit die zuletzt häufigen Massenbewegungen in winterliche Ausflugsgebiete unterbunden werden sollen. Zu den triftigen Gründen zählen dagegen Fahrten zum Arbeitsplatz. In Sachsen gibt es diese Regelung schon länger, auch der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sie für sein Land gerade erst angekündigt.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), derzeit auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, appellierte an den Durchhaltewillen der Bürger. „Es ist jetzt keine Zeit für Halbherzigkeit, wir müssen den Weg entschlossen weitergehen“, sagte er. Zwar hätten die bislang ergriffenen Maßnahmen Wirkung erzielt, „das reicht aber noch nicht“. Am Ende einer „schweren, aber wichtigen Ministerpräsidentenkonferenz“ sprach Müller davon, dass die Fortsetzung und Verschärfung der verhängten Maßnahmen „unstrittig“ gewesen sei.

Die vom Kanzleramt in den Vorgesprächen geforderte härtere Regelung zur Möglichkeit von Ausgangssperren ist in dem Beschlusspapier nicht mehr enthalten. Merkel hatte ursprünglich gefordert, die Schwelle für solche Maßnahmen auf 100 Neuinfektionen zu senken. Zu diesen gehören schon nach der Beschlusslage vom Dezember auch lokale Ausgangsperren, die weiterhin ab einem Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen möglich sind und auch schon häufiger ausgesprochen wurden. Das ist laut der Coronavirus-Karte des Tagesspiegel mittlerweile in 101 Land- und Stadtkreisen der Fall.

Insbesondere der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält Ausgangssperren für ein probates Mittel bei hohen Infektionszahlen. In Bayern gilt landesweit eine generelle Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr, mit Ausnahmen wegen beruflicher Anlässe oder bei Notfällen. Ähnlich ist es in Baden-Württemberg und Sachsen. In Nordrhein-Westfalen dagegen gibt es bisher keine landesweite Verfügung, wohl aber Ausgangssperren auf Kreisebene.

Nach den Spannungen in der Großen Koalition im Bund wegen der Impfpolitik von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war auch die Versorgungslage mit Impfstoffen ein Thema in der Runde. Die SPD macht Spahn dafür verantwortlich, dass wohl zu wenig Impfstoff geordert worden sei und dass die Koordination mit den Ländern nicht funktioniere. In dem Beschluss stellt der Bund nun die Lieferung von vier Millionen Impfdosen bis zum 1. Februar „verbindlich in Aussicht.

Zudem heißt es: „Der Bund wird den Ländern auf Grundlage der Herstellermeldungen verlässliche Lieferzeiten übermitteln, um ein abgesichertes Einlademanagement vor Ort zu ermöglichen.“ Zugesichert wird, dass im Lauf des Januars allen Bewohnern von Pflegeeinrichtungen ein Impfangebot gemacht werden kann. Zudem will der Bund mit den Herstellern sprechen, wie „schnellstmöglich“ weitere Produktionskapazitäten für Impfstoffe aufgebaut werden könnten. Biontech-Gründer Ugur Sahin hatte am Dienstag angekündigt, „dass wir bis Sommer ausreichend Impfstoff bereitstellen können“, so dass alle geimpft werden könnten, die dies wünschten.

(Foto: CC s. Archiv v. 13.04.20; Quelle: TSP, 05.01.21)


USA-Impfungen: (Fast) Keine allergischen Reaktionen

Bei einer Viertelmillion Impfungen in den USA ist es zu lediglich sechs schweren allergischen Reaktionen gekommen, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Auch weniger schwere Reaktionen seien selten gewesen, heißt es. Fachleute des Paul-Ehrlich-Instituts und der Europäischen Arzneimittelbehörde haben, so das Ärzteblatt, in einer eingehenden Prüfung festgestellt, dass die Impfung für Menschen mit allergischen Erkrankungen kein höheres Risiko darstellt. Wenn Menschen auf die erste Dosis allergisch reagieren, soll ihnen die zweite Dosis nicht verabreicht werden.
(Quelle: RUMMS, 05.01.21)


London: Hilfsprogramm über 4,6 Milliarden Pfund

Die britische Regierung hat ein weiteres Milliardenpaket für angeschlagene Firmen im Corona-Lockdown auf den Weg gebracht. Finanzminister Rishi Sunak kündigte Finanzhilfen in Höhe von 4,6 Milliarden Pfund (rund 5,1 Milliarden Euro) an.

Um Firmen durch die kommenden Monate zu helfen und Arbeitsplätze bis zum Frühjahr zu sichern, nehme die Regierung nun erneut Geld in die Hand. So könnten Einzelhändler, Bars und Restaurants jeweils bis zu 9.000 Pfund beantragen. Außerdem legte die Regierung einen Fonds in Höhe von knapp 600 Millionen Pfund für weitere Unternehmen auf. Die britische Regierung gab in der Krise bereits rund 300 Milliarden Pfund aus, um die Wirtschaft zu stützen. Mitte Dezember wurde die Kurzarbeit bis Ende April verlängert. (Quelle: ZDF, 05.01.21)


Twente-Zahlen

Es ist ein Tiefpunkt der täglichen Koronaberichte im niederländischen Twente: 18 Todesfälle in der östlichen Sicherheitsregion der Niederlange an einem Tag. In der jetzigen zweiten Welle gab es in Twente noch nie so viele Todesfälle an einem Tag. Warum diese Zahlen so hoch sind, ist unklar. Dies mag auf eine Verzögerung der Medlungen zurückzuführen sein, aber auch auf nationaler, niederländischer Ebene hat die Zahl der Todesfälle erheblich zugenommen.

Auf jeden Fall ist klar, dass es in der Twente nicht gut läuft. Die meisten Todesfälle gab es in Rijssen-Holten (4), Enschede (4) und Oldenzaal (3). Auch in Losser (2), Twenterand (2), Dinkelland (1), Hengelo (1) und Borne (1) starben Menschen an dem Virus.

Die Region hatte auch einen schlechten Tag in Bezug auf Infektionen. Die Twente-Sicherheitsregion steht weiter in Bezug auf die absolute Anzahl der Koronafälle und den Kontaminationsfaktor ganz oben auf der Liste der 25 Sicherheitsregionen. In den letzten 24 Stunden gab es 448 neue Coronavirus-Infektionen. Am Montag stoppte der Zähler bei 308 Infektionen. Der Durchschnitt der letzten sieben Tage liegt bei 511 (letzte Woche 538).

Die Inzidenzzahl n Twente (Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner) betrug Dienstag  71,0. Der nationale Durchschnitt liegt bei etwa der Hälfte (36,8). Dies bedeutet, dass in dieser Region an einem Tag doppelt so viele Infektionen wie auf nationaler Ebene festgestellt werden.

Die meisten positiven Tests wurden in Enschede (111) durchgeführt, gefolgt von Rijssen-Holten (40) und Hengelo (39). Innerhalb der Region ist Losser mit 26 Fällen, die auf 100.000 Einwohner umgerechnet wurden, die Gemeinde mit dem höchsten Kontaminationsfaktor (114,6).

Geringer Lockdown-Effekt
National hat das RIVM in den letzten sieben Tagen 56.440 Koronainfektionen festgestellt. Das sind mehr als 10.000 weniger als letzte Woche, als 67.388 gezählt wurden. Die Zahl der Neueinweisungen in Krankenstationen ging ebenfalls leicht zurück, blieb aber auf einem hohen Niveau: Letzte Woche waren es 1.892, jetzt 1.713.

„Überzeugende Auswirkungen der Sperrung vom 15. Dezember wurden noch nicht erzielt“, schreibt das RIVM. „Die Anzahl der Personen, die getestet wurden, und die Anzahl der Personen mit einem positiven Testergebnis gingen zurück, aber der Prozentsatz der positiven Tests blieb diese Woche hoch.“

Krankenhauszahlen
Die Zahl der COVID-Neuaufnahmen in die Krankenhäuser betrug 320 in den Krankenstationen und 46 in den Intensivstationen (ICs). Jetzt gibt es also 2.890 (einschließlich der Patienten auf deutschen Intensivstation) in Krankenhäusern, 45 mehr als am Montag. Auf den Intensivstationen werden 16 von 731 Koronapatienten intensivmedizinisch behandelt. (Quelle: GN, 05.01.2)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am Dienstag sieben Neuinfektionen mit dem Coronavirus und damit eine geringer werdende Dynamik. Aktuell gelten 430 Grafschafter mit dem Covid-19-Erreger infiziert. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Pandemiebeginn steigt auf 2674. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 liegt weiterhin bei 62. Als genesen gelten 2182 Grafschafter. In Quarantäne befinden sich aktuell 587 Bürger.
Der Sieben-Tages-Inzidenzwert liegt im Landkreis bei 156,7 – damit weist die Grafschaft Bentheim in Niedersachsen nach Delmenhorst (168,9) das zweithöchste Infektionsgeschehen auf. Der Landesdurchschnitt liegt bei 91,6. Diese Zahl beschreibt, wie viele von 100.000 Bürgern einer Kommune sich in der vergangenen Woche angesteckt haben.

Die 430 aktuelle Fälle verteilen sich wie folgt (in Klammern die Veränderung zum Vortag):Bad Bentheim: 29 (0), Emlichheim: 32 (0), Uelsen: 82 (0), Neuenhaus: 50 (-1), Wietmarschen: 15 (0), Nordhorn: 154 (+1), Schüttorf: 68 (-3). (Quelle: GN, 05.01.20)


Impfstoff jetzt Chefsache – Mittwoch: Merkel lädt zu Beratungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Mittwoch mit den zuständigen Fachministern darüber beraten, wie mehr Impfstoff gegen das Coronavirus beschafft werden kann. Teilnehmen werden neben Gesundheitsminister Jens Spahn, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Kanzleramtschef Helge Braun (alle CDU) auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD).

Das Treffen diene dem Austausch „zu der Frage, ob und wie die zusätzliche Produktion von Impfstoffen in Deutschland koordiniert unterstützt werden kann“. Wegen der Beschaffung des Corona-Impfstoffs der Firma Biontech war Gesundheitsminister Spahn zuletzt in die Kritik geraten, auch beim Koalitionspartner SPD. Es gibt Vorwürfe, es sei nicht genügend Impfstoff bestellt worden. (Foto: CC s. Archiv v. 22.03.20; Quelle: ZDF, 05.01.21)


Städte- und Gemeindebund fordert Hilfspaket

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) rechnet für dieses Jahr mit hohen Steuerausfällen in den Kommunen. Eine Steuerschätzung aus dem Herbst komme auf Ausfälle von neun Milliarden Euro, sagte DStGB-Präsident Ralph Spiegler (SPD). In dieser Berechnung fehlten die Daten des zweiten Lockdowns aber noch, so dass mit einer weiteren Verschlechterung zu rechnen sei.

Der DStGB plädiert darum -ähnlich wie zum Jahreswechsel der Deutsche Städtetag- für ein zweites Hilfspaket für die Gemeinden. Bund und Länder seien in der Pflicht, deutlich nachzujustieren, sagte Spiegler. Es müssten sowohl Ausfälle bei der Gewerbesteuer als auch bei der gerade für ländliche Kommunen wichtigen Einkommensteuer kompensiert werden. Zudem befürchtet Spiegler, dass die Handlungsfähigkeit der Gemeinden in Zukunft eingeschränkt sei, wenn diese nicht entschuldet würden. (Quelle: ZDF, 05.01.21)


Bund kann bei Tui einsteigen

Der von der Corona-Krise hart getroffene Reisekonzern Tui wird durch Finanzspritzen seiner Aktionäre und des Staates vor einer Pleite bewahrt. Die Anteilseigner stimmten auf der außerordentlichen Hauptversammlung mehrheitlich den notwendigen Schritten zu einer Kapitalerhöhung um mehr als 500 Millionen Euro zu. Auch dem Umtauschrecht stiller Einlagen, die der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) leisten wird, gab die Hauptversammlung grünes Licht.

Tui hat durch die Reisebeschränkungen einen existenzbedrohenden Geschäftseinbruch erlitten. Der Staat stützt den weltgrößten Reisekonzern mit insgesamt 4,3 Milliarden Euro, die sich in rund drei Milliarden Euro Kredit und bis zu 1,3 Milliarden Kapitalspritze in Form von stillen Einlagen aufteilen. Hinzu kommt eine halbe Milliarde Euro, die Tui bei seinen Aktionären einsammeln will. (Quelle: ZDF, 05.01.21)


Lockdown in England bis März?

Der erneute harte Lockdown in England könnte noch bis März andauern. Vor dem Land lägen „sehr, sehr schwierige Wochen“, sagte der britische Staatssekretär Michael Gove am Dienstag dem Sender Sky News. Es sei nicht „mit Sicherheit“ vorherzusagen, ob die Einschränkungen, die bisher für sechs Wochen angeordnet sind, dann auch aufgehoben werden könnten. Im März sollte es möglich sein, einige Beschränkungen aufzuheben – „aber nicht zwangsläufig alle“, so Gove.

Wegen der Ausbreitung der neuen Virus-Mutation hatte die Regierung in London am Montag einen harten Lockdown für ganz England bis voraussichtlich Mitte Februar angekündigt. Die Schulen werden geschlossen und es gilt eine Ausgangssperre. (Quelle: ZDF, 05.01.21)


Studie zur Nutzung der Corona-Warnapp

Die Corona-Warnapp wird nach einer Studie vor allem von Menschen aus einer Risikogruppe und von jüngeren Menschen genutzt. Männer nutzen sie zudem eher als Frauen, wie die von Forschern aus Bochum und Berlin veröffentlichten Untersuchungsergebnisse ergaben.

Die Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum und der Humboldt-Universität Berlin befragten 1.972 Deutsche im Alter von 18 bis 88 Jahren, 1291 von diesen nutzten die App. Als Grund dafür nannten sie vor allem, dass es keinen Grund gebe, sie nicht einzusetzen. Außerdem wögen die Vorteile der App die Risiken auf. (Quelle: ZDF, 05.01.21)


Ramelow: Verzweifelter Appell an Krankenhausbedienstete: Lasst euch impfen!

Bodo Ramelow (Die Linke) ist verzweifelt. Das hört man an diesem Dienstagmorgen im Deutschlandfunk deutlich. Sorgen machen dem Ministerpräsidenten von Tjüringen die hohen Infektionszahlen in seinem Bundesland Thüringen. Noch größere Sorgen macht dem Ministerpräsidenten aber die offensichtlich sehr geringe Impfbereitschaft des Klinikpersonals.

Empört und zugleich besorgt berichtet Ramelow von Gesprächen mit Geschäftsführern von Kliniken, die ihm am Wochenende gesagt hätten, „dass nur sehr wenige Mitarbeiter bereit sind, sich impfen zu lassen“. Konkret erklärt Ramelow, dass nur rund ein Drittel bis 40 Prozent der Mitarbeiter vielerorts bereit seien, die Impfung zu erhalten.

Genug Betten in den Kliniken für Covid-Kranke gebe es, sagt Ramelow. Das Krankenhaussystem drohe aber daran zu scheitern, dass zu wenig Personal da sei. In Eisenach habe sich eine Klinik von der Versorgung Covid-19-Kranker abgemeldet, weil rund 100 Mitarbeiter entweder selbst mit Corona infiziert oder in Quarantäne seien. Ramelow fürchtet, dass das Beispiel Schule macht.

„Wir haben die große Hoffnung gehabt, dass die Impfungen auch der Schutzbedürftigen und auch derjenigen, die an den Patienten arbeiten, die erste Risikostufe ist, mit der wir (die Auswirkungen der Pandemie, Anm. d. Red.) mindern können. Aber ich erlebe jetzt, dass genau dieser Teil so nicht funktioniert.“

Ramelow weiter: „Wenn ich höre, dass das Impfen nicht weitergeht, dann haben wir ein Problem. Und zwar ein handfestes. Weil wir dann nämlich an die Grenzen, an das Limit dessen kommen, was wir im Gesundheitswesen noch leisten können.“ Thüringen hatte explizit darauf gesetzt, Klinikpersonal zu impfen, um die Krankenhäuser in Betrieb zu halten und den Mitarbeitern Sicherheit zu geben. Diese Strategie könnte nun nicht aufgehen.

Alle Krankenhäuser hätten ausreichend Serum, für alle Mitarbeiter, erklärte Ramelow. Er appellierte an die Mitarbeiter, das auch zu nutzen.

Wenn Impfdosen zurückgegeben würden, sei das zwar nett, aber falsch, kritisierte er. Bisher wurden keine Impfdosen aus Krankenhäusern zurückgegeben, heißt es von der Landesregierung aus Erfurt gegenüber dem Tagesspiegel. Dass es noch passiert, sei aber angesichts der geringen Impfbereitschaft nicht ausgeschlossen.

Der Ministerpräsident rechnet damit, dass in den nächsten fünf Tagen mehr als 500 Menschen wegen einer Covid-Erkrankung neu in die Kliniken in Thüringen eingeliefert würden. „Das ist das Limit, wir sind am Limit“, warnte er.

Um gleich darauf in Bezug auf die Debatte um Lockdown-Lockerungen nachzuschieben: „Wir können nicht mehr länger debattieren, ob wir es noch softer machen, sondern ich muss es wirklich sagen, wir müssen viel klarer in die Entscheidung rein, keiner darf sich mehr davor drücken.“

„Ich werde heute in der Ministerpräsidentenkonferenz auf der Seite derjenigen argumentieren, die sagen: Wir werden es noch viel schärfer und viel härter angehen müssen“, sagte Ramelow. „Ich habe lange gedacht, dass wir besser durch die Krise kommen.“ Aber da habe man sich getäuscht, sagte Ramelow, der im Sommer Verfechter eines Lockerungskurses war.

Er sprach sich außerdem gegen eine Öffnung der Schulen und der Kindergärten aus. Ramelow plant für Thüringen Ausgangsbeschränkungen. So sollen sich die Bürger ohne triftigen Grund nicht weiter als 15 Kilometer vom Wohnort entfernen dürfen. Ähnliche Regeln gibt es in Sachsen. (Quelle: TSP, 05.01.21)


Niedersachsen: Kliniken in Existenznot

Viele Kliniken geraten wegen der Corona-Krise zunehmend in Finanznot. Etwa zwei Drittel würden um ihre Existenz fürchten, teilte die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft NKG mit.

Ein Hauptgrund dafür ist nach Angaben der NKG, dass die Kliniken im vergangenen Jahr viele Operationen verschieben und Betten für Corona-Patienten freihalten mussten. Zudem wurden auch dringend notwendige Eingriffe verschoben oder abgesagt, weil viele Menschen aus Angst vor Corona einen Krankenhausaufenthalt vermieden. Dadurch brach ein erheblicher Teil der Einkünfte weg. Auch für 2021 erwarte nur etwa jede zehnte Klinik bessere Zahlen, so die NKG.

Problematisch ist außerdem, dass die kleineren Krankenhäuser mit einer Basis-Notversorgung nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen nicht mehr automatisch unter den neuen Corona-Rettungsschirm fallen. Der sieht Hilfen vor allem für Schwerpunktkliniken mit mehreren Fachabteilungen vor. Der NKG-Vorsitzende Hans-Heinrich Aldag fordert deshalb von der Politik schnelle Hilfe, um den wirtschaftlichen Betrieb der Kliniken zu sichern. Ende Dezember hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zugesagt, die angeschlagenen Krankenhäuser zu unterstützen. (Quelle: NKG, 05.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Infektionen und der Todesfälle ist in Niedersachsen wieder angestiegen. Heute (Dienstag, 5. Januar) meldet das Landesgesundheitsamt (NLGA) 672 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen. Im Zusammenhang mit Corona sind weitere 61 Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.108. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 91,6 Fällen je 100.000 Menschen. Sie ist leicht zurückgegangen, weil heute 1.007 genesene Personen gemeldet wurden. Wegen des Wochenendes und der Feiertage waren die Zahlen zuletzt nur unvollständig übermittelt worden. (Quelle: NDR, 05.01.21)


Corona-Silvester: Mehr Datenvolumen

Die Corona-Einschränkungen haben an Silvester zu einem deutlich größeren Datenvolumen im heimischen Internet geführt. Wie das Telekommunikationsunternehmen Vodafone auf Anfrage mitteilte, rauschten zum Jahreswechsel zwischen 20 Uhr und 3 Uhr morgens 16.000 Terabyte Daten durch seine Leitungen in die Häuser – und damit fast 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Datenvolumen wächst seit Jahren, unter anderem wegen aufwendigerer Anwendungen und hochauflösenderen Fotos und Videos. Allerdings lag der Anstieg bei Vodafone in den Vorjahren nur bei 20 bis 30 Prozent – nun war das Datenwachstum also außergewöhnlich hoch. (Quelle: Tagesschau, 05.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 05.01.2021, 08:00 Uhr

Seit gestern sind drei Menschen im Emsland an CoViD-19 verstorben: Erneut e ein/e Erkrankte/e in Freren, Spelle und Werlte – wo Corona jeweils in Senioreneinrichtungen ausgebrochen war Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Emsland beläuft sich jetzt auf 82.

66 Emsländer*innen sind seit gestern neu an dem Virus erkrankt. Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie beträgt damit jetzt 5.270 (+66). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.826 Personen (+50) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 362 (+13) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.150 (-30) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA bei 89,9 (= +284 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 156,7 deutlich höher; es ist weiterhi, der höchste Inzidenzwert in Niedersachsen.

Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell 5 (+3) CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; keine/r von ihnen wird invasiv beatmet. Zum Vergleich: In der etwa halb so großen Grafschaft Bentheim werden gemäß DIVI gegenwärtig 8 (+1) CoVid-19-Erkrankte intensivmedizinisch versorgt, von denen ein Erkrankter invasiv beatmet werden.

In der Stadt Lingen (Ems) sind seit Pandemieausbruch insgesamt 682 Menschen (+5) erkrankt. 615 (+2) von ihnen gelten als genesen. Das führt in der Summe für die Stadt zu aktuell 53 (+3) akut Erkrankten. Es blieb bei jetzt 14 Pandemie-Toten. Noch.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 162 152 1 9
Einheitsgemeinde Emsbüren 120 103 0 17
Samtgemeinde Freren 360 339 15 6
Einheitsgemeinde Geeste 212 198 1 13
Stadt Haren (Ems) 340 326 1 13
Stadt Haselünne 268 241 2 25
Samtgemeinde Herzlake 160 148 3 9
Samtgemeinde Lathen 248 246 0 2
Samtgemeinde Lengerich 118 112 1 5
Stadt Lingen (Ems) 682 615 14 53
Stadt Meppen 563 515 11 37
Samtgemeinde Nordhümmling 169 163 1 5
Stadt Papenburg 633 559 5 69
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 35 32 1 2
Einheitsgemeinde Salzbergen 94 83 3 8
Samtgemeinde Sögel 381 353 0 28
Samtgemeinde Spelle 249 210 12 27
Einheitsgemeinde Twist 135 126 2 7
Samtgemeinde Werlte 341 305 9 27
Gesamt* 5270 (+66) 4826 (+50) 82 (+3)
Aktuelle Covid-19-Fälle 362

(05.01.21)


Kramp-Karrenbauer: Präsenzunterricht möglichst vermeiden

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich vor der Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder zur Corona-Krise für einen vorsichtigen Kurs in Schulen und Kitas ausgesprochen. „Ich wünsche mir, dass wir in den Schulen und in den Kitas keine oder so wenig Präsenz wie möglich haben“, sagte sie der Nachrichtenagtntur dpa in Berlin. Im Zusammenhang mit Fragen und Ängsten in der Bevölkerung bei der Impfstrategie sprach sich Kramp-Karrenbauer für eine offene Debatte und Aufklärung aus.

Vor dem Hintergrund von Kritik an uneinheitlichen Verfahren bei den Corona-Impfungen sagte die Parteivorsitzende: „Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Länder sich einigen würden, dass jeder, der geimpft werden soll, auch noch einmal schriftlich informiert wird.“ Sonst würden eventuell die passenden Informationen alleinstehende ältere Menschen nicht erreichen. Eine einheitliche Vorgehensweise bei der Information der älteren Bevölkerung sei w1ünschenswert. (Quelle: Tagesschau, 05.01.21)


Deutschland-Zahlen: Wieder fast 1.000 Tote

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 11.897 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 944 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet.

Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 134,7. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.787.410 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 35.518. (Quelle: RKI, 05.01.21)


US-Behörde FDA warnt vor Änderung der Impf-Modalitäten

Die US-Arzneimittelbehörde FDA nennt Überlegungen zur Änderung der Impf-Dosierung oder -Zeiträume verfrüht. Man verfolge die Diskussionen über eine Halbierung der Dosis und einen längeren Zeitraum zwischen erster und zweiter Impfung, teilt die Behörde mit. Die verfügbaren Daten böten jedoch keine belastbare Grundlage für solche Schritte. Daher würden diese ein signifikantes Risiko einer Gefährdung der öffentlichen Gesundheit mit sich bringen. (Quelle: Tagesschau, 05.01.21)


Neue Coronavirus-Mutation auch in Brasilien nachgewiesen

In Brasilien sind die nach offiziellen Angaben ersten beiden Fälle der in Großbritannien entdeckten und besonders ansteckenden Variante des Coronavirus in dem Land aufgetreten. Dies teilte das Gesundheitssekretariat des Bundesstaates São Paulo in einer Erklärung mit. Demnach hatte das „Instituto Adolfo Lutz“ in São Paulo, ein nationales Referenzlabor, die Fälle bestätigt.

Bei einem der bestätigten Fälle handelt es sich laut der Erklärung um eine 25 Jahre alte Frau, die in São Paulo lebt und Kontakt zu Reisenden hatte, die in Europa waren. Der andere Betroffene sei ein 34-Jähriger, dessen Hintergrund und Wohnort die Behörde noch überprüft. Zwei weitere verdächtige Fälle bestätigten sich nicht, wie das Nachrichtenportal „G1“ unter Berufung auf den Gesundheitssekretär des Bundesstaates São Paulo berichtete. (Quelle: Tagesschau, 05.01.21)


Umfrage: Große Mehrheit für Verlängerung des Corona-Lockdowns

Eine große Mehrheit der Deutschen ist für eine Verlängerung des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich fast zwei Drittel der Befragten dafür aus, die Einschränkungen mindestens in der bisherigen Härte über den 10. Januar hinaus fortzuführen. 41 Prozent sind für eine unveränderte Beibehaltung, weitere 24 Prozent sogar für eine Verschärfung. Dagegen befürworten nur 17 Prozent eine Lockerung des Lockdowns und nur jeder Zehnte (11 Prozent) ist für eine komplette Aufhebung aller Einschränkungen.

(Quelle: Tagesschau, 05.01.21)


Überblick zur Nacht

  • England wird seinen härteste landesweiten Lockdown seit März. Die Schulen sind geschlossen und die Menschen dürfen mindestens sechs Wochen lang nur einmal am Tag das Haus verlassen, um Sport zu treiben, hat Premierminister Boris Johnson angekündigt. Die Zahl der Infizierten in den Krankenhäusern hat neue Höchststände erreicht.
  • Die Ärzte des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS in Großbritannien vergleichen inzwischen die britischen Krankenhäuser mit Kriegsgebieten. Dr. Chaand Nagpaul, Vorsitzender des BMA-Rates, sagte, dass es eindeutig notwendig sei, größere Maßnahmen zu ergreifen, um das Virus, insbesondere die neue Variante, einzudämmen, da „der NHS am Rande des Leistbaren steht“.
  • Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, hat bekannt gegeben, sein Bundesstaat habe einen ersten Fall des ansteckenden Stammes des Coronavirus gefunden, der erstmals in Großbritannien entdeckt wurde. Er äußerte die Sorge hinsichtlich ausreichender Krankenhauskapazitäten, falls die Mutation sich rasch ausbreiten sollte.
  • BioNTech und Pfizer warnten am Montag, sie hätten keine Beweise dafür, dass ihr Impfstoff weiterhin wirken würde, wenn die zweite Impfung später als in Studien getestet verabreicht würde. Sie sagten, die „Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs wurde nicht nach verschiedenen Dosierungsplänen bewertet“.
  • Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA sagte, dass das maximale Intervall zwischen den Impfdosen unbedingt eingehalten werden sollte. Die zweite Dosis sollte nicht mehr als 42 Tage nach der ersten verabreicht werden.
  • Brasilien bestätigte seine ersten beiden Fälle der neuen Virus-Variante. Eine 25-jährige Frau und ein 34-jähriger Mann wurden als infiziert bestätigt.
  • In Thailand hat der Premierminister die Bevölkerung aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Die Behörden bestätigten gestern 745 Neuinfektionen; und die Regierung erklärte 28 Provinzen – einschließlich der Hauptstadt Bangkok – zu Hochrisikozonen.
  • Singapur teilte mit, die Polizei des Stadtstaatesdürfe Kontaktdaten für strafrechtliche Ermittlungen verwenden. Die Technologie, die sowohl als Telefon-App als auch als physisches Gerät eingesetzt und an einigen Stellen obligatorisch ist, wird von fast 80% der 5,7 Millionen Einwohner verwendet.
  • In Deutschland prüft das Bundesgesundheitsministerium, ob die zweite Dosis des Pfizer-BioNTech-Impfstoffs verschoben werden kann, um die knappen Vorräte weiter zu erhöhen. Laut einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Dokument hat das Ministerium die Meinung der unabhängigen Impfkommission erfragt, ob die zweite Impfung über das derzeitige Maximum von 42 Tagen hinaus verschoben werden kann.
  • Medien berichteten, dass der nationale Lockdown in Deutschland zunächst bis zum 31. Januar verlängert wird. Bild berichtete, dass die nationalen und föderalen Behörden vereinbart hatten, die bestehenden Beschränkungen fortzusetzen, zu denen die Schließung von Schulen, den meisten Geschäften, Restaurants und Bars gehört.
  • Großbritannien hat als erstes Land den Impfstoff von Oxford-AstraZeneca verabreicht. NHS England twitterte, dass Brian Pinker, ein 82-jähriger Dialysepatient, als erster geimpft worden seie. (Quelle: The Guardian, 5.01.21)


US-Behörden melden mehr als 200.000 Neuinfektionen

Die US-Seuchenbehörde CDC meldet 212.117 Neuinfektionen und damit insgesamt mehr als 20,55 Millionen bekannte Fälle. Zudem wurden 1.418 weitere Todesfälle verzeichnet, damit in der Summe 350.664. Die Zahlen der CDC können von den aus den einzelnen Bundesstaaten gemeldeten Fällen abweichen. (Quelle: ZDF, 04.01.21)


US-Pharmazeut zerstörte Corona-Impfstoff wegen Zweifeln an Sicherheit

Zweifel an der Sicherheit eines Corona-Impfstoffs sollen einen Pharmazeuten aus dem US-Staat Wisconsin nach Angaben der Strafverfolger zu dessen absichtlicher Zerstörung bewogen haben. Der Mitarbeiter eines Impfzentrums in den USA soll im Dezember absichtlich 500 Dosen des Corona-Vakzins unbrauchbar gemacht haben, indem er die Ampullen abends aus dem Kühlschrank nahm und auftauen ließ, wie das Aurora Medical Center mitgeteilt hatte.

Weil sie zu lange ungekühlt waren, als das am Morgen entdeckt wurde, konnten sie nicht mehr verwendet werden. Zunächst war die Klinik von einem Versehen ausgegangen, dann hatte die Person aber eingeräumt, die Ampullen absichtlich herausgestellt zu haben. Ein Motiv hatte zunächst nicht vorgelegen.

Die US-Seuchenbehörde CDC hat nach eigenen Angaben am Montag bislang mehr 4,5 Millionen Impfdosen verabreicht. Insgesamt seien 15,4 Millionen Dosen ausgeliefert worden.

(Quelle: ZDF, 04.01.21)


Spahn verknüpft Lockerungen mit Impfungen bei Risikogruppen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält eine Lockerungspolitik in der Pandemie für möglich, wenn die gefährdete Altersgruppe der Über-70-Jährigen geimpft ist. Nach diesem „entscheidenden Zwischenetappenziel“ werde die Belastung im Gesundheitssystem eine andere sein, sagte Spahn nach Informationen des „Handelsblatts“ bei einer nicht-öffentlichen Sitzung des Gesundheitsausschusses im Bundestag. Dieser Punkt werde „deutlich vor dem Sommer“ erreicht sein. (Quelle: ZDF, 04.01.21)


Hohe Infektionszahlen: Libanon beschließt erneut Lockdown

Wegen weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen hat der Libanon erneut einen weitreichenden Lockdown beschlossen. Das öffentliche Leben soll von Donnerstag an bis zum Ende des Monats stark eingeschränkt werden, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Montag meldete. So gilt unter anderem täglich von 18.00 Uhr Ortszeit (17.00 MEZ) an eine Ausgangssperre bis zum nächsten Morgen. Die Corona-Pandemie habe ein gefährliches Ausmaß erreicht, erklärte Gesundheitsminister Hamad Hassan nach Angaben lokaler Medien. (Quelle: ZDF, 04.01.21)


Premierminister Boris Johnson (GB) mit Kehrtwende: Lockdown

Wegen der deutlich steigenden Zahl an Corona-Infektionen hat die britische Regierung die Maßnahmen nun doch stark verschärft. „Wir müssen in England einen Lockdown verhängen, um die neue Corona-Variante in den Griff zu bekommen“, sagte Premierminister Boris Johnson in einer Fernsehansprache. „Das bedeutet, dass Sie zu Hause bleiben müssen.“ Das Haus dürfe nur noch für notwendige Aktivitäten wie Arztbesuche oder die Arbeit verlassen werden. Schulen müssen schließen. Johnson sagte, die Maßnahmen würden vermutlich bis Mitte Februar in Kraft bleiben. Noch am Wochenende hatte der britische Premier gesagt, die Schulen seien sicher.

Zuletzt hatte Großbritannien immer neue Rekorde bei Neuinfektionen und Patienten verkündet. Zuletzt habe es 20 Prozent mehr Todesfälle gegeben, sagte Johnson. Er machte vor allem die in Großbritannien entdeckte Mutante des Coronavirus verantwortlich. Sie sei 50 bis 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. „Bleiben Sie zu Hause, schützen Sie den (Gesundheitsdienst) NHS, retten Sie Leben“, sagte Johnson.

Zuvor hatte bereits die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon einen harten Lockdown von morgen an ausgerufen. Sie sei über die gegenwärtige Situation beunruhigter als zu jedem anderen Zeitpunkt seit März 2020, erklärte Sturgeon.

Heute wurde in Großbritannien erstmals auch der Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns AstraZeneca verabreicht – bislang hat noch kein weiterer Staat den Impfstoff angewendet. Seit dem 8. Dezember läuft das Impfprogramm in Großbritannien, zunächst beginnend mit dem von Biontech und Pfizer entwickelten Impfstoff. (Quelle: ARD, 04.01.21)


Lockdown-Verlängerung:Gewerkschaften fordern zusätzliche Hilfen

Gewerkschaften haben mit Blick auf eine mögliche Verlängerung der Corona-Maßnahmen bis Ende Januar zusätzliche Hilfen für Arbeitnehmer gefordert. Hunderttausende Beschäftigte im Einzelhandel und die Unternehmen der Branche dürften mit den Folgen einer Fortführung der Schließungen nicht alleingelassen werden, warnte ver.di-Chef Frank Werneke im „Handelsblatt“.

Der Chef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Guido Zeitler, forderte eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes für Beschäftigte des Gastgewerbes, für den Fall dass die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel morgen wie erwartet eine Verlängerung der Maßnahmen beschließen sollten. „Ihre Löhne sind ohnehin oft viel zu niedrig“, sagte Zeitler der Zeitung über die Angestellten in der Branche. „Das noch geringere Kurzarbeitergeld reicht also hinten und vorne nicht.“ (Quelle: Tagesschau, 04.01.21)


EMA verschiebt Entscheidung zu Moderna-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Entscheidung über die Empfehlung eines weiteren Corona-Impfstoffes für die EU auf Mittwoch verschoben. Das teilte die EMA mit. Der Expertenausschuss der Behörde hatte heute – und damit zwei Tage früher als geplant – über die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Moderna beraten. Dabei seien einige Fragen offen geblieben, sagte der niederländische Vertreter in dem Ausschuss. Die EMA hatte bereits zuvor nicht ausgeschlossen, dass eine Entscheidung erst bei der planmäßigen Sitzung des Ausschusses am kommenden Mittwoch fallen könnte.

Der Impfstoff von Moderna ist bereits in den USA und Kanada zugelassen. Bei einer positiven Empfehlung der EMA muss noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte in kürzester Zeit geschehen. Es wäre nach dem Präparat der Hersteller Pfizer und Biontech der zweite Impfstoff gegen Covid-19, der in den EU-Mitgliedsstaaten zugelassen würde. Die EU hat bei Moderna bereits 160 Millionen Dosen des Impfstoffes bestellt.

(Quelle: Tagesschau, 04.01.21)


Nach viel Kritik: Niederlande impfen bereits ab Mittwoch

Nach einer Welle von Kritik der Öffentlichkeit und Opposition werden die Niederlande den Impfstart auf Mittwoch vorziehen. Zwei Tage eher als geplant sollen zunächst Pfleger und Ärzte von Corona-Patienten geimpft werden, teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Montag in Den Haag mit.

Die Niederlande sind das letzte Land der EU, das mit dem Impfen beginnt. Der Gesundheitsminister war wegen des späten Starts und der unklaren Impfstrategie in den vergangenen Tagen heftig unter Beschuss geraten. Er muss sich am Dienstag im Parlament verantworten. (Quelle: ZDF, 04.01.21)


Braun rechnet mit Lockdown-Verlängerung bis 31. Januar

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) rechnet mit einer Verlängerung der ursprünglich bis 10. Januar geltenden Beschränkungen in der Corona-Pandemie bis voraussichtlich zum 31. Januar.

Schwierigstes Thema bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Dienstag werde der Schulbereich sein, machte Braun nach Angaben von Teilnehmern in einer digitalen Informationssitzung der Unionsfraktion am Montag deutlich. Sein Eindruck sei, dass es ein erhebliches Ausbruchsgeschehen an den Schulen gebe. Es sei aber unklar, was die Runde in diesem Zusammenhang abschließend bringen werde. (Quelle: ZDF, 04.01.21)


EU genehmigt TUI-Hilfe

Die EU-Wettbewerbshüter haben deutsche Staatshilfen bis zu 1,25 Milliarden Euro für den schwer von der Corona-Krise getroffenen Reisekonzern TUI genehmigt. Das teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. „TUI wurde wie viele andere Tourismusunternehmen von der Coronakrise schwer getroffen“, sagte die zuständige EU-Kommissionsvizepräsidentin Margrethe Vestager. Die deutsche Staatshilfe ist nach Auffassung der EU-Kommission „erforderlich, geeignet und angemessen“, um eine beträchtliche Störung im Wirtschaftsleben eines Mitgliedstaats zu beheben.

Der Staat werde „für das von den Steuerzahlern getragene Risiko eine hinreichende Vergütung erhalten und die Unterstützung mit Auflagen verbinden, um mögliche Wettbewerbsverzerrungen zu begrenzen“, betonte Vestager. (Quelle: Tagesschau, 04.01.21)


EMA pocht auf Anwendungsregeln bei Biontech-Impfstoff

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat auf die Einhaltung der maximalen Frist von 42 Tagen zwischen den beiden Gaben beim Pfizer/Biontech-Impfstoff gepocht. Nur dann könne der volle Schutz garantiert werden. Sollten die Vorschriften nicht beachtet werden, schränke dies die Haftung des Impfstoffherstellers ein. Eine Änderung der Anwendung könne nur nach entsprechenden medizinischen Studien erfolgen.

Auch Pfizer und Biontech bremsen in der Debatte, ob auf eine zweite Corona-Impfung zunächst verzichtet werden kann, um mehr Menschen zu impfen. Es gebe keine Daten, dass die Impfwirkung nach 21 Tagen anhalte, heißt es in einer Erklärung beider Firmen. Der Impfstoff soll ein zweites Mal verabreicht werden, um einen vollen Schutz zu erreichen.

Weil der Impfstoff zunächst knapp ist, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Ständige Impfkommission (STIKO) um eine Einschätzung gebeten, ob dennoch zunächst auf eine zweite Impfung verzichtet werden kann. Biontech und Pfizer führen derzeit Nachverhandlungen etwa mit der EU über weitere Lieferungen, bekommen aber zunehmend Konkurrenz durch andere zugelassene Impfstoffe. (Quelle: Tagesschau, 04.01.21)


Fakenews-Kampagne gegen Söder


Kritik an Corona-Demo in Nürnberg: Polizei verteidigt Einsatz

Nach teils starker Kritik hat die Nürnberger Polizei ihr Vorgehen bei einer Demonstration von Corona-Gegnern zurückgewiesen. Es habe zwar Ordnungswidrigkeiten gegeben, eine Auflösung der Versammlung sei dennoch nicht gerechtfertigt gewesen, sagte Polizeisprecherin Elke Schönwald. Dies sei nur bei schweren Straftaten und erheblichen Sicherheitsstörungen möglich. „Die Versammlungsfreiheit hat Verfassungsrang“, so Schönwald.

Gestern hatten nach Polizeiangaben etwa 300 und später etwa 200 Demonstranten in der Innenstadt gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Es gab zudem zwei Gegendemonstrationen. Nach Polizeiangaben gab es 117 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz, 50 Platzverweise und zehn Anzeigen wegen Widerstands oder gefälschter Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht. In den sozialen Medien machten Aufnahmen die Runde, auf denen Demonstranten dicht gedrängt auf dem Hauptmarkt standen und zum Teil keine Maske trugen. Daraufhin gab es heftige Kritik auf Twitter und Facebook, unter anderem vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg und dem Basketballclub Nürnberg Falcons.

Ob eine Versammlung aufgelöst werde, müsse der Polizeiführer vor Ort entscheiden, sagte Stadtrechtsdirektor Olaf Kuch. Der Handlungsspielraum sei dabei aber gering: „Die Hürden, die das Bundesverfassungsgericht für die Auflösung setzt, sind sehr hoch.“ Die Grünen-Fraktion im Landtag ist anderer Meinung. „Die Bilder aus Nürnberg sind ein Schlag ins Gesicht für alle Menschen, die sich seit Wochen an die Corona-Maßnahmen halten“, teilte Fraktionschefin Katharina Schulze mit.

(Quelle: ARD, 04.01.21)


Spahn verspricht: Alle geimpft bis zum Sommer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat einem Medienbericht zufolge in einer digitalen Fraktionssitzung der Union ein Impfangebot für alle Interessierten „wohl im zweiten Quartal 2021“ in Aussicht gestellt. Das berichtete die Tageszeitung „Welt“ unter Berufung auf mehrere Teilnehmer der Sitzung. Darüber habe es durchaus Erstaunen gegeben, da bisher eher von einem Impfstart für alle ab dem Sommer die Rede gewesen sei. Kritik an Spahn gab es laut dem Bericht in der Sitzung nicht. Vielmehr sei der Minister für seinen Einsatz gelobt worden.

Kritik, wonach zu wenig Impfungen stattfänden, reichte der Minister den Angaben zufolge an die Bundesländer weiter: Die „inständige Bitte, einheitlich zu handeln“, sei vergeblich gewesen. (Quelle: Tagesschau, ZDF mehr… 04.01.21)


Verkehrsunternehmen: „Shutdown kam zu spät“

Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat die Bundesregierung für das seiner Ansicht nach zu späte Eingreifen in der Corona-Pandemie kritisiert. „Der neue Shutdown kam zu spät. Anfang November war schon absehbar, wie die Zahlen gestiegen sind. Wenn man damals entsprechend gehandelt hätte, wären wir hetzt schon deutlich weiter“, sagte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff dem „Spiegel“. Er glaube kaum, dass das Thema Mitte Januar erledigt sei. Das sei für den öffentlichen Nahverkehr eine unschöne Situation, sagte Wolff weiter. Die Unternehmen würden auf Ferienverkehr umstellen, den ein oder anderen Nachtbus streichen, Takte reduzieren. „Aber es wird kommen wie im Frühjahr: mehr als 90 Prozent Angebot bei 20 bis 30 Prozent Fahrgästen.“

Der VDV vertritt knapp 600 Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie leiden sie unter massiven Fahrgastrückgängen und mussten mit Milliarden aus dem Bundeshaushalt gestützt werden. (Quelle: ARD, 04.01.21


Polen will bis Ende März 2,9 Millionen Menschen impfen

In Polen sollen nach Plänen der Regierung bis Ende März etwa 2,9 Millionen Menschen aus Risikogruppen eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das genaue Tempo werde von der Zahl der verfügbaren Impfdosen abhängig sein, sagte der Chef der Regierungskanzlei, Michal Dworczyk. Im ersten Quartal dieses Jahres könne Polen die Lieferung von knapp 5,9 Millionen Dosen erwarten, hauptsächlich von den Herstellern Pfizer und Moderna.

Das Land impft derzeit im Rahmen seines Impfplans medizinisches Personal und Rettungssanitäter sowie die Angestellten in Pflegeheimen. Laut Dworczyk haben Stand gestern etwa 50.000 Menschen aus dieser Gruppe ihre erste Impfdosis erhalten. Nach dem medizinischen Personal sollen Menschen im Alter über 60 Jahren, Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute sowie Lehrer an die Reihe kommen. (Quelle: Tagesschau, 04.01.21)


Berlin: Justizsenator gegen Ausgangssperre

Der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) sieht die Ausgangssperre in der Hauptstadt offenbar sehr kritisch. Die Beschränkung sei „juristisch fragwürdig, weil man die Berliner Bevölkerung zwingt, sich gegenüber dem Staat rechtfertigen zu müssen“, sagte der Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Sebastian Brux. Laut der derzeitigen Corona-Schutzverordnung dürfen Berliner ihre Wohnungen nur „aus triftigen Gründen“ verlassen. Justizsenator Behrendt unterstütze zwar eine Verlängerung der derzeit gültigen Corona-Maßnahmen, nicht aber der Ausgangssperre. „Unstrittig ist, dass man die Maßnahmen verlängern muss“, sagte Brux. Die Ausgangssperre sei aber „erstens juristisch heikel und zweitens für die Pandemiebekämpfung nicht notwendig“. Bei der Ausgangssperre müsse es sich um eine „Ultima Ratio“ handeln, sagte der Sprecher weiter. Solange Profifußball stattfinden und Läden teilweise geöffnet bleiben könnten, sei eine Ausgangssperre nicht zu rechtfertigen. Diese „kann man aus unserer Sicht ersatzlos streichen“, sagte Brux.

Insbesondere in NRW hatten vor Weihnachten Verwaltungsgerichte mit ähnlicher Begründung regionale Ausgangssperren aufgehoben.

Der Berliner Senat berät am Mittwoch über eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen. Etwaige Änderungen wie auch eine Abschaffung der Ausgangssperre könnten frühestens am 10. Januar in Kraft treten. (Quelle: Tagesschau, 04.01.21)


Shutdown im Schnee

Nach dem großen Andrang von Ausflüglern am Wochenende werden Betretungsverbote für Skipisten und Rodelhänge ivorbereitet. „Wir sehen aufgrund der Erfahrungen keine andere Lösung“, sagte der parteilose Bürgermeister Thomas Trachte in Willingen. Der zuständige Landkreis arbeite an einer Verfügung auf Grundlage des Infektionsschutzrechts wegen der Corona-Pandemie. Ordnungsamt und Polizei würden das Verbot dann durchsetzen.

Auch in Thüringen bereitet der riesige Ansturm von Ausflüglern Probleme: Oberhofs Bürgermeister Thomas Schulz will die für Wintersport bekannte Stadt weitgehend abriegeln. „Es sollen nur noch Leute Zugang haben, die hier wohnen oder arbeiten oder ein berechtigtes Interesse daran hat, hierher zu kommen“, sagte Schulz der Nachrichtenagentur dpa. Er habe diesen Vorschlag bereits dem Thüringer Innenminister Georg Meier (SPD) unterbreitet.

Am Wochenende waren in Oberhof Straßen zugeparkt, Feuerwehrzufahrten versperrt und Rettungswege blockiert. Oberhof bereitet sich zudem gerade auf zwei Biathlonweltcups vor, von denen der erste Ende der Woche beginnt. Er sehe die Sperrung der Stadt als alternativlos an, sagte Schulz. „Ich habe Verständnis dafür, dass es die Menschen, die Familien mit Kindern in der Pandemie nach draußen drängt. Doch wir wurden überrannt, für den Ort ist die Menschenmasse nicht zu bewältigen.“ Es habe sich gezeigt, dass es nicht ausreiche, auf die Vernunft der Menschen zu setzen.

Das ist im Harz bisher anders. Landkreise, Gemeinden, Polizei und Tourismusverband haben sich mehrfach an die Öffentlichkeit gewandt. „Wir alle lieben den Harz und das ist wunderbar, bitte handeln Sie jedoch besonnen und vernünftig“, heißt es in einem Schreiben, das von den Bürgermeistern der Städte Bad Harzburg, Braunlage, Goslar, Clausthal-Zellerfeld, von Landrat Thomas Brych (SPD) sowie der Polizeiinspektion Goslar und vom Harzer Tourismusverband unterzeichnet ist. (Quelle: TAgesschau. NDR, 04.01.21)


Hannover meldet „Impfstoff in sämtlichen Landkreisen“

In sämtlichen niedersächsischen Landkreisen kann ab sofort gegen Corona geimpft werden. Nach Angaben des Sozialministeriums haben mittlerweile alle Zentren Impfstoff erhalten.

Jedes der 50 Impfzentren bekommt zunächst rund 1.000 Impfdosen, wie der Sprecher des Sozialministeriums, Oliver Grimm, dem NDR sagte. Damit sei fast der ganze Impfstoff verteilt, den das Land aktuell zur Verfügung habe. Bis Ende der Woche dürften die mobilen Teams nach Einschätzung des Ministeriums den Impfstoff aufgebraucht haben. Nachschub soll es am Freitag geben, danach aber erst wieder am 18. Januar. In Niedersachsen werden zuerst besonders gefährdete hochbetagte Menschen und Pflegepersonal geimpft. Übernommen wird dies von den mobilen Teams, die über die Impfzentren organisiert werden. Termine in den Zentren selbst gibt es aktuell noch nicht.

Die größte Impfaktion in der deutschen Geschichte hatte vor gut einer Woche begonnen. Bislang wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge in Niedersachsen knapp 5.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft – bundesweit hatten bis Sonntag rund 240.000 Frauen und Männer die erste Dosis erhalten. Der Impfstoff ist derzeit knapp und in Niedersachsen sind bislang weniger Dosen angekommen als erwartet. 63.000 Dosen, die am Montag kommen sollten, fielen komplett weg. Bis Ende März soll das Land rund eine Million Dosen erhalten. Da für einen wirksamen Schutz zwei Spritzen nötig sind, könnten damit etwa 500.000 der knapp acht Millionen Niedersachsen geimpft werden.

Wegen der fehlenden Impfstoffdosen bahnt sich innerhalb der Großen Koalition in Hannover ein Streit an. Niedersachsens Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) hat vorgeschlagen, die Impfstrategie zu überdenken. In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sprach er sich dafür aus, den vorhandenen Impfstoff schneller zu verimpfen und eine zweite Dosis nicht zurückzuhalten. Davon hält das Sozialministerium jedoch nichts. Ohne die zweite Dosis wirke der Impfstoff nicht, hieß es. Außerdem sei der Impfstoff entsprechend zugelassen worden. Wenn jetzt alles verimpft werde, sei man davon abhängig, dass wirklich genug Impfstoff nachgeliefert wird, sagte Sprecher Grimm. „Das Nadelöhr ist nicht die Impfstrategie, sondern der Impfstoff.“ Auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) verteidigte die derzeitige Strategie im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen. Es müsse verhindert werden, dass für die wichtige zweite Impfung zu wenig Stoff vorhanden sei, betonte er. (Quelle: NDR, 04.01.21)


Ägypen will „sichere Korridore“ für Touristen schaffen

ngypten will deutsche Touristen spätestens im Sommer mit einem Corona-Sicherheitskonzept wieder in die Urlaubsgebiete am Roten Meer locken. „Wir wollen „sichere Korridore“ schaffen, in denen es vollständige Sicherheit (!) für Touristen gibt“, sagte der ägyptische Botschafter in Berlin, Khaled Galal Abdelhamid, der dpa. Das Konzept beinhalte viele Maßnahmen – von einer Begrenzung der Passagierzahlen in den Flugzeugen bis zu verpflichtenden Tests bei Ein- und Ausreise.

Starten wolle man mit den Urlaubsorten Hurghada und Scharm el-Scheich. „Wir hoffen damit im Sommer zu beginnen, vielleicht aber auch schon im April oder Mai.“ Seit März 2020 gilt für Ägypten eine Reisewarnung. (Quelle: ZDF, 04.01.21)


Niedersachsen-Zahlen

Die Zahl der gemeldeten neuen Corona-Infektionen ist auch in Niedersachsen in den vergangenen Tagen rückläufig. Umso deutlicher machte das Landesgesundheitsamt (NLGA) zuletzt darauf aufmerksam, dass es noch keinen Anlass zur Entwarnung gebe: Denn durch die Feiertage wurden Zahlen unregelmäßig übermittelt.

Heute (Montag, 4. Januar) meldet das Amt 431 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen. Im Zusammenhang mit Corona sind weitere 12 Menschen verstorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer steigt damit auf 2.047. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 94,5 Fällen je 100.000 Menschen. (Quelle: NDR, 04.01.21)


Habeck fordert Digitalsteuer

Der Einzelhandel dicht, und der Onlinehandel boomt: Die Corona-Krise zeigt aus Sicht von Grünen-Chef Robert Habeck die Dringlichkeit einer Digitalsteuer. „Die lokalen Geschäfte schließen zum Pandemieschutz, Innenstädte drohen auszusterben“, sagte Habeck der Nachrichtenagentur dpa. „Die großen Online-Händler dagegen machen das Geschäft des Jahrhunderts.“ Aber sie zahlten im Vergleich zum „Buchladen um die Ecke“ viel weniger Steuern. Sie nutzten Infrastruktur wie Breitband-Internet und Straßen, beteiligten sich aber kaum an der Finanzierung.

„Amazon, Google und Co. müssen sich wirklich an der Finanzierung der Infrastruktur der öffentlichen Strukturen beteiligen“, forderte Habeck. Der Bundesregierung sowie namentlich Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz warf der Grünen-Chef vor, nicht konsequent gehandelt zu haben.

„Am besten wäre natürlich eine globale Besteuerung von Digitalkonzernen, am zweitbesten eine europäische“, sagte er. „Aber wenn selbst das nicht geht, dann muss man mit den Partnern, die wollen, gemeinsam vorangehen.“ Einige Länder in der EU hätten das schon getan, Deutschland habe aber nicht mitgezogen. Aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion war kürzlich die Idee einer „Paketabgabe“ für Onlinehändler gekommen, die nach dem Shutdown ein „Innenstadtfonds“ finanziert soll. (Quelle: Tagesschau, 04.01.21)


Spahn fordert Impfungen im Gesundheitswesen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Mediziner und Pflegekräfte im Gesundheitswesen dazu aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Es ist ein Gebot der Vernunft und der Solidarität, dass diejenigen, die im Gesundheitswesen arbeiten, sich ebenfalls impfen lassen, zu ihrem eigenen Schutz und dem Schutz der ihnen anvertrauten Patienten“, sagte Spahn der „Rheinischen Post“.

Er selbst werde sich sofort impfen lassen, wenn er an der Reihe sei. „Und ich möchte auch mit meiner Impfung davon überzeugen, dass es ein sicherer Impfstoff ist.“ Zahlreiche Mitarbeiter im Gesundheitswesen hatten erklärt, sich nicht impfen lassen zu wollen.(Quelle: Tagesschau, 04.01.21)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 04.01.2021, 08:30 Uhr

Seit Silvester sind vier Menschen im Emsland an CoViD-19 verstorben: Zwei in Lingen, sowie je ein Erkrankter in Freren und in der Samtgemeinde Nordhümmling. Die Gesamtzahl der Toten beläuft sich jetzt auf 79.

88 Emsländer*innen sind seither neu an dem Virus erkrankt. Die bisher gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen in der Pandemie beträgt damit jetzt 5.204 (+88). Gleichzeitig ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 4.776 Personen (+149) gestiegen.

Im Emsland sind akut folglich 349 (-57) Menschen an CoViD-19 erkrankt. Die Zahl der in häusliche Quarantäne geschickten Kontaktpersonen ist auf 1.180 (+190) gestiegen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Emsland liegt laut NLGA bei 89,3 (= +292 Neuinfizierte in 7 Tagen). In der benachbarten Grafschaft Bentheim liegt er mit einer Inzidenz von 163,3 deutl