Fsl 2019 – update

12. Juli 2019

Seit Montag freuen sich die Lingener Fußballfreunde über echten Amateursport bei der 36. Fußball Stadtmeisterschaft Lingen. Gastgeber ist in diesem Jahr der SV Voran Brögbern.  Das Endspiel der  Lingener Stadtmeisterschaft 2019 wird am kommenden Sonntag, den 21. Juli ab 14 Uhr ausgetragen.

Traditionell lädt der Gastgeber einen Nachbarverein zum Mitspielen ein. Nur so können spielplanfreundlich 12 Teams antreten. die Brögberner haben in diesem Jahr den SV Bawinkel eingeladen; damit sind bei der FSL 12 Fußballmannschaften in vier Gruppen  am Start.

Favorit ist in diesem Jahr der Landesligist SV Holthausen-Biene, der im vergangenen Jahr enttäuschte, als er im Halbfinale ausschied und letztlich der SV Olympia Laxten Stadtmeister wurde. Diese Scharte will das Team aus dem Norden der Stadt in diesem Jahr auswetzen. Bis zum Halbfinale ließen die Biener nichts anbrennen und gewannen jede Begegnung klar.

Wie im letzten Jahr hatten am Montag der SV Holthausen-Biene und der TuS-Vorgänger RB Lingen die Stadtmeisterschaft eröffnet; der RB kickt in der kommenden Saison in der 3. Kreisklasse; das Team verlor gegen den fünf Klassen höher spielenden Landesligisten nach einer respektablen Leistung mit 0:3.

Am Mittwochabend sorgten dann eben diese RB-Kicker übrigens für die erste richtige Überraschung, als sie mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung den zwei Klassen höher spielenden VfB Lingen durch 3 Tore von Stürmer Nils Höting, alle aufgelegt von Tim Fieker, besiegten.

Hier der Spielplan:

Spielplan Vorrunde – Spielzeit 2 x 25 Minuten
Bäckerei-Köbbe-Gruppe A – Montag, 15.07.2019
1. 18:00 SV Holthausen/Biene – RB Lingen 3:0
2. 19:15 SuS Darme – SV Holthausen/Biene 0:10
3. 20:30 RB Lingen – SuS Darme 5:1
Zimmerei-Abeln-Gruppe B – Montag, 15.07.2019
4. 18:00 SV Bawinkel – VfB Lingen 0:1
5. 19:15 BV Clusorth/Bramhar – SV Bawinkel 0:3
6. 20:30 VfB Lingen – BV Clusorth/Bramhar 3:1
Tischlerei-Pawelleck-Gruppe C – Dienstag, 16.07.2019
7. 18:00 ASV Altenlingen – SG Bramsche 2:0
8. 19:15 SC Baccum – ASV Altenlingen 0:2
9. 20:30 SG Bramsche – SC Baccum 2:1
MBW-Gruppe D – Dienstag, 16.07.2019
10. 18:00 SV Olympia Laxten – SV Eintr. Schepsdorf 5:1
11. 19:15 SV Voran Brögbern – SV Olympia Laxten 1:1
12. 20:30 SV Eintr. Schepsdorf – SV Voran Brögbern 1:4
Viertelfinale – Spielzeit 2 x 45 Minuten
Mittwoch, 17.07.2019
13. 18:00 SV Holthausen/Biene – SV Bawinkel 5 : 0
14. 19:45 VfB Lingen – RB Lingen 2 : 3
Donnerstag, 18.07.2019
15. 18:00 ASV Altenlingen – SV Voran Brögbern :
16. 19:45 Olympia Laxten – SG Bramsche :
Halbfinale – Spielzeit 2 x 45 Minuten
Samstag, 20.07.2019
17. 15:00 SV Holthusen-Biene – Sieger VF 3 :
18. 17:00 RB Lingen – Sieger VF 4 :
Finalspiele – Spielzeit 2 x 45 Minuten
Sonntag, 21.07.2019
19. 14:00 Verlierer HF 1 – Verlierer HF 2 :
20. 16:00 Sieger HF 1 – Sieger HF 2 :

Die Gruppen, die am 7. März ausgelost wurden:

Bäckerei-Köbbe-Gruppe Zimmerei-Abeln-Gruppe
1. SV Holthausen/Biene 1. SV Bawinkel
2. SuS Darme 2. BV Clusorth/Bramhar
3. RB Lingen 3. VfB Lingen
Tischlerei-Pawelleck-Gruppe MBW-Gruppe
1. ASV Altenlingen 1. SV Olympia Laxten
2. SC Baccum 2. SV Eintracht Schepsdorf
3. SG Bramsche 3. SV Voran Brögbern

Rundgang am neuen Emsarm
Kinderstube für Fische und Amphibien
Salzbergen-Holsten, Emsbrücke
Samstag, 20.07.2019 – 15.00 Uhr – 17.00 Uhr

Eintrittspreis: 4,00 €, Familienticket 10,00 €

In Salzbergen, auf der gegenüberliegenden Flussseite der Emshalle, wurden rund 14.000 Kubikmeter Boden ausgebaggert und abgefahren, um einen neuen Seitenarm zu schaffen. Auch hier haben nun Jungfische wieder die Möglichkeit den Hauptstrom zu verlassen und in dem ruhigeren, geschützten Gewässerabschnitt heranzuwachsen. Kröten, Frösche, Molche und andere Tiere finden hier ebenfalls den Lebensraum für ihren Nachwuchs. Heimische Wildblumen wurden neue ausgesät und säumen jetzt die Ufer. Zu einem Rundgang an diesem neuen Emsarm an der Emsbrücke Salzbergen-Holsten laden die Naturschutzstiftung und das Emslandmuseum am Samstag (20.7., 16-17 Uhr) im Rahmen ihrer Sommerexkursionen alle Interessierten ein. Naturschützerin Maike Hoberg und Dr. Andreas Eiynck erläutern dabei Geschichte und Natur an einem der schönsten Abschnitte der Ems. Hier entstand 2018 durch das Abbaggern von rund 14.000 Kubikmetern Boden ein neuer Seitenarm der Ems, der sich bereits nach einem Jahr zu einem Naturreservat für viele Fische und Amphibien, aber auch für die typischen Pflanzen des Flusstales entwickelt hat.

Ein Fluss bedeutet mehr als nur Wasser zum Angeln, zum Baden oder zum Kanu fahren. Er ist Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen und verbindet über weite Kilometer Biotope und deren Arten miteinander. Vor den Eingriffen der Menschen waren die sogenannten Flussauen bewachsen mit nassen, sumpfigen Auwäldern. Auf höher gelegenen Flächen bildeten sich sandige Dünen. Der Fluss schängelte sich in vielen Bögen und Windungen durch die Landschaft und änderte bei Hochwasser immer wieder seinen Lauf. Frühere Flussschleifen wurden dabei teilweise oder ganz abgeschnitten und blieben als sogenannte „tote Arme“ zurück. Gerade diese Altarme sind aber Biotope voller Leben und hier herrscht biologische Vielfalt in Fülle.

Geschützt vom Hauptstrom bilden die Altarme die Kinderstuben für Fischen und Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche. Unzählige Insekten leben hier und Libellen verbringen hier als Larven ihre ersten Lebensjahre. Vögel und Säugetiere finden an den Ufern Nahrung und Schutz. Im Zuge des Gewässerausbaus wurde auch die Ems begradigt, Ufer wurden verbaut, Altarme abschnitten und zugeschüttet. Ihre ehemals reiche biologische Vielfalt ging stark zurück.

Im Rahmen des Hotspot-Projektes 22 „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“ hat die Ems im Bereich von Salzbergen bis Lingen auf rund 20 Flusskilometern wieder etwas ihrer ehemaligen Strukturvielfalt und damit auch der biologischen Vielfalt zurückbekommen. Es wurden neue Seitenarme geschaffen, die die Funktion der ehemaligen Altarme übernehmen können.

Treffpunkt für den rund einstündigen Rundgang ist der Parkplatz an der Emshalle in Salzbergen, Emstraße 11 (an der Emsbrücke Salzbergen-Holsten). Der Treffpunkt liegt etwa 700m vom Salzbergener Bahnhof entfernt – also knapp 10m zu Fuß.

Die Westfalenbahn fährt mit der Verbindung RB 15 ab Lingen um 14.05, Rückfahrt ab Salzbergen ist ab 17.40 Uhr. Ich empfehle das Emsland-Tourentiket für zwei Personen und zwei Fahrräder Preis 19 Euro. Jeder weitere Mitfahrer plus 5 Euro. Fahrräder können kostenlos mitgenommen werden. Mehr…

Nach der Naturführung kann dann nach Rheine oder Leschede geradelt werden oder vielleicht auch ganz zurück nach Lingen…

(Foto: Ems bei Sazbergen, von GlasiPunk GNU-Lizenz für freie Dokumentation)

Das Kraftwerk ‚Datteln 4‘ im Kreis Recklinghausen beschäftigt bekanntlich seit Jahren die Gerichte. Vor rund 10 Jahren wurde der Bau juristisch gestoppt, ihm die Baugenehmigung entzogen, da diese fehlerhaft war. Kritiker des Vorhabens freuten sich seinerzeit über die Einordnung des Kraftwerks als ‚Schwarzbau‘. Dann setzten Bemühungen ein, das Projekt politisch zu retten, den Meiler am Ende doch noch ans Netz zu bringen.

Bis zum heutigen Tage ist der Ausgang der Geschichte offen. Technisch (Probleme mit dem Kesselstahl), politisch (Zielabweichungsverfahren usw.) und auch juristisch (anhängige Verfahren). Stehen tut der Bau, dessen Kühlturm der Höhe des Kölner Domes entspricht, aber noch, er wird sogar weiter gebaut. Über eine Milliarde Euro hat der Bauherr inzwischen auf eigenes Risiko verbaut. In ihrem Blog haben sich die „ruhrbarone“schon häufig damit beschäftigt und emotional diskutiert.

Wenn man dann aber einmal andere Urteile liest, so wie ich heute, dann kommen einem Zweifel an unserem Rechtssystem und an der Frage, ob Recht wirklich für alle gleich ist. Weiterlesen

(Ein Robin-Patzwaldt-Beitrag aus dem ruhrbarone-Blog)

real time

16. Juli 2019

Heute vor 50 Jahre startete Apollo 11 zur Mondlandung. Es gibt dazu jetzt ein grandioses Projekt im Internet.  Apollo in Real Time zeigt durch historische Video- und Audioaufnahmen die komplette Apollo-11-Mission von Anfang bis Ende und lässt den geneigten Zuschauer in Echtzeit daran teilhaben. Beeindruckend. Sehr!

Included real-time elements:
• All mission control film footage
• All TV transmissions and onboard film footage
• 2,000 photographs
• 11,000 hours of Mission Control audio
• 240 hours of space-to-ground audio
• All onboard recorder audio
• 15,000 searchable utterances
• Post-mission commentary
• Astromaterials sample data

müde in Ostfriesland

16. Juli 2019

Wenn der Sachverständige in der strafrechtlichen Hauptverhandlung wegdöst – ist das keine besonders gute Sache. Denn ein teilweise schlafender Sachverständiger berechtigt den Angeklagten, den Sachverständigen wegen der Besorgnis der Befangenheit abzulehnen. Das hat das Landgericht Aurich entschieden.

Der Sachverständige hatte sich damit gerechtfertigt, er sei Opfer einer „Müdigkeitsphase“ gewesen und habe überdies an einer Atemwegserkrankung gelitten. Deshalb sei er eingeschlafen, als das Gericht gerade einen Zeugen vernahm. Interessant wird die Entscheidung in dem Punkt, als das Landgericht die Befangenheit auch bejaht hat, nachdem der Sachverständige sich audrücklich beim Angeklagten entschuldigt hat. Aus Sicht des Angeklagten ändere auch die Entschuldigung nichts daran, dass dieser den Eindruck haben könne, der Sachverständige nehme die Veranstaltung nicht hinreichend ernst.

Link zum Beschluss

(Ein Beitrag aus dem LawBlog von Udo Vetter)

Vorgelegt hat jetzt der Heimatverein Lingen (Ems) eine kleine Broschüre mit seinem Programm für das zweite Halbjahr 2019. Es enthält Bemerkenswertes zur Lokalgeschichte unserer Stadt wie des Umlandes.

So geht am 28. August nachmittags eine Fahrt in das benachbarte Beesten, wo unter anderem im Ortskern das Töddenhaus Urschen (Foto lks) besichtigt wird, dessen vorbildliche Renovierung 2013 die verstorbene Lingener Architektin Petra Berning verantwortete.

In Lingen (Ems) wird am 11. September der Neue Friedhof vorgestellt; er entstand als Kriegsgefangenenfriedhof, als dort im Zweiten Weltkrieg fast 1000 Soldaten beigesetzt wurden. Reichlich euphemistisch heißt es dazu im Programmheft des Heimatvereins, die Soldaten seien „bei Flugzeugabstürzen, an Kriegsverletzungen und an Krankheiten“ gestorben. Tatsächlich hatten die russischen Kriegsgefangenen ein furchtbares Schicksal. und auch die verbliebenen  „Kriegsgräber“ auf dem Neuen Friedhof sind nicht immer nur ehrenvoll behandelt worden. Ich bin mir allerdings sicher, dass Benno Vocks dazu die richtigen klaren Worte finden wird; er führt nämlich über den größten Lingener Friedhof.

„Lingen im Nationalsozialismus“ war in diesem Frühjahr der Höhepunkt der von Museumsleiter Andreas Eiynck geprägten Reihe Mittwochs im Museum“. Er musste gleich mehrfach wiederholt werden; Hunderte Lingener nahmen teil. Am 22. Oktober widmet nun Lingens Stadtrchivar Mirko Crabus seinen Herbstvortrag demselben Thema: „Lingen im Nationalsozialismus“. Angekündigt ist ein „ebenso differenzierter wie facettenreicher Überblick“. Das verspricht -gerade im Vergleich mit Eiyncks Vortrag- einen spannenden Abend, auf dem sicher einmal mehr deutlich werden wird, welche gewalttätige Menschenverachtung, welchen Rassismus und welche Rechtlosigkeit die (Lingener) Nationalsozialisten in unserer Stadt praktizierten.

Am 26. November referiert Redakteur Manfred Fickers in derselben Reihe des Stadtarchivs über „Lingen und die französische Revolution 1789 bi 1802“. Beide Veranstaltungen finden im Professorenhaus statt.

Andreas Eiynck setzt im kommenden Halbjahr seine erfolgreiche Mittwochs-im-Museum-Reihe mit den 70er, 80er und 90er des vergangenen Jahrhunderts in Lingen fort, bevor Ulli Brinker -nach seinem Vortrag über Südafrika im vergangenen Jahr- jetzt am 19. Dezember mit einem Vietnam-Vortrag sowie dann am letzten Tag des Jahres die traditionelle Silvesterveranstaltung im Emslandmuseum mit einem fotografischen Rückblick „Lingen Abbruch und Neubau“ (Andreas Eiynck) und Kaffee, Glühwein und Neujahrshörnchen das Jahr 2019 zu Ende gehen lassen.

Die Vorträge des Stadtarchivs sind übrigens kostenfrei, bei den anderen Veranstaltungen wird ein Kostenbeitrag erhoben.


(Foto: Töddenhaus Urschen, Foto: © Stadt Freren)

auch für Kinder

14. Juli 2019

Beim Passieren einer EU-Außengrenze sollen bald alle Reisenden biometrische Daten abgeben. Das führt zu langen Wartezeiten, die Grenzkontrollen werden deshalb zunehmend automatisiert. Davon profitieren zuerst Personen, die Gesichtsbilder bereits auf dem Chip ihres „ePass“ hinterlegt haben.

Die Bundespolizei weitet die Nutzung ihrer sogenannten „eGAtes“ auf Kinder aus. Seit Beginn der Ferienzeit in Deutschland ist die dort eingesetzte Technik „EasyPASS“ bundesweit für Personen ab einem Alter von 12 Jahren freigeschaltet. Mit dem teilautomatisierten Grenzkontrollsystem wird der Übertritt einer Außengrenze der Europäischen Union kontrolliert. Es kann von Staatsangehörigen aller EU-Mitgliedstaaten sowie der Schweiz freiwillig genutzt werden. Wer nicht automatisch gescannt werden möchte, muss mitunter Warteschlangen an den gewöhnlichen „manuellen“ Kontrollspuren in Kauf nehmen.

Alle sieben deutschen Großflughäfen sind mit „EasyPASS“ ausgestattet. Mit Stand von letztem Monat sind dort 230 „eGates“ installiert, über 73 Millionen Reisende haben die Anlagen bereits durchschritten. Minderjährige können das System zunächst aber nur in Frankfurt am Main, Düsseldorf, Hamburg und München nutzen. Weitere Anlagen sind an den Flughäfen Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld sowie Köln/Bonn installiert. Im nächsten Jahr sollen auch Stuttgart und Hannover an „EasyPASS“ angeschlossen werden.

Abgleich mit Fahndungsdatenbanken

Eine Nutzung von „EasyPASS“ ist lediglich mit dem sogenannten „ePass“ möglich, der biometrische Daten auf einem Chip speichert. In den Kontrollkabinen wird das Dokument auf einen Dokumentenleser gelegt. Anschließend wird überprüft, ob der Reisepass für „EasyPASS“ geeignet ist. Dann wird das Gesichtsbild des Reisenden mit einer Kamera aufgenommen und mit einer Gesichtserkennungssoftware überprüft, ob die Personen mit den in den Pässen gespeicherten Lichtbildern übereinstimmen. Der Abgleich mit dem Chip dauert nach Angaben des Bundesinnenministeriums drei Sekunden, die Dauer der gesamten Kontrolle wird mit 30 Sekunden angegeben.

Die Passdaten der Reisenden werden mit einschlägigen Polizeidatenbanken abgeglichen, darunter die deutsche INPOL-Datenbank und das Schengener Informationssystem. Mittlerweile ist an den EU-Außengrenzen auch die Abfrage von Interpol-Dateien für gestohlene Ausweisdokumente verpflichtend. Diese systematische Überprüfung auch von Personen, die von der Freizügigkeit im Schengenraum profitieren, wurde nach den November-Anschlägen von 2015 in Frankreich eingeführt.

Wenn „EasyPASS“ keine Beanstandung meldet, können die Reisenden die Schleuse passieren. Andernfalls warten BeamtInnen der Bundespolizei neben den Anlagen und greifen bei Bedarf ein. Auch wenn von dem automatischen System keine Auffälligkeiten festgestellt werden, können die Personen mit weiteren Kontrollmaßnahmen behelligt werden.

Überprüfung von Zertifikaten

Die „EasyPASS“-Technik stammt vom einem Herstellerkonsortium der Firmen Bundesdruckerei und Secunet. Die Gesichtserkennungssoftware liefert die Firma L-1 Identity Solutions, die mittlerweile zum französischen Idemia-Konzern gehört und an verschiedenen deutschen Biometrieprojekten beteiligt ist. Eine direkte Abfrage der Gesichtsbilder mit polizeilichen Informationssystemen erfolgt derzeit nicht. Die aufgenommenen Fotos werden dem Bundesinnenministerium zufolge nicht gespeichert oder in Ermittlungsverfahren verwendet.

Das System überprüft in drei verschiedenen Verfahren die Echtheit des Ausweises („Passive Authentication“, „Chip Authentication“, „Active Authentication“). Auch „ePässe“ können gefälscht werden, als mögliche Manipulationsverfahren nennt das Bundesinnenministerium das Klonen oder Simulieren von RFID-Chips und das Verfälschen von Inhalten. In „EasyPASS“ werden deshalb die Zertifikate der Chips analysiert. Diese werden mit einer „Schengen Masterlist“ abgeglichen, zu der jeder Schengen-Mitgliedstaat beiträgt. Die deutsche Masterliste wird vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geführt und der Bundespolizei zur Verfügung gestellt. Auch die EU-Agentur für den Betrieb von IT-Großsystemen (eu-LISA) und die Grenzagentur Frontex sind in das „Schengen Masterlist Projekt“ eingebunden.

Ausgleich für zunehmende Kontrollzeiten

„EasyPASS“ wurde 2009 als „GAnGes“ (Grenzkontollsystem für die Anwendungserprobung von Gesichtserkennungsverfahren) am Flughafen Frankfurt am Main getestet und dort seit 2014 in einem Pilotprojekt erstmals betrieben. Die Installation an den übrigen Flughäfen wird aus dem „Fonds für die innere Sicherheit“ der Europäischen Union gefördert.

Die Einführung von „EasyPASS“ wurde damals mit der Reduzierung der Kontrollzeit begründet. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, denn mit der Einführung neuer Grenzkontrollverfahren durch die Europäische Union wird eine Zunahme von Wartezeiten befürchtet: Das bereits beschlossene „Ein-/Ausreisesystem“ (EES) sieht vor, dass von allen Reisenden ohne ePass Fingerabdrücke und Gesichtsbilder abgenommen und gespeichert werden müssen. „EasyPASS“ verfolgt deshalb dem Bundesinnenministerium zufolgekompensierend bereits jetzt das Ziel, dass freizügigkeitsberechtigte Personen verstärkt automatisierte Kontrollspuren nutzen“.

Seit 2015 beteiligt sich die Bundespolizei außerdem auf EU-Ebene an Tests zur Nutzung von „EasyPASS“ im neuen EES, ein entsprechendes Pilotprojekt hat die Bundespolizei sogar in eigener Verantwortung verlängert. Am Flughafen Frankfurt am Main und am Kreuzfahrt-Terminal in Rostock-Warnemünde wurden dabei von der Agentur eu-LISA vorgegebene Testszenarien durchgespielt.

Weitere Pilotprojekte

Zur geplanten Einführung des EES in 2022 könnten die „eGates“ mit Fingerabdruckscannern nachgerüstet werden. Reisende könnten dann vor dem Durchschreiten der Kontrollspuren an einem „Kiosk“ ihre biometrischen Daten automatisch einlesen lassen. Bei den Tests in Frankfurt und Warnemünde kam deshalb auch Technik zur Abnahme von Fingerabdrücken zum Einsatz. Genutzt wurden vorhandene Geräte der Firma Crossmatch, die Bundespolizei testete außerdem kontaktlose Fingerabdruckscanner der französischen Firma Morpho (jetzt Idemia). Möglich wäre auch der Einsatz von Iris-Scans in „EasyPASS“.

Die Firma Secunet ist in weitere Pilotprojekte zum Auslesen chipbasierter Ausweisdokumente involviert. Die Bundespolizei hat in Magdeburg und Halle eine Smartphone-App zur Fahndungs- und Dokumentenprüfung mit dem Smartphone getestet, die bundesweite Einführung ist geplant. Derzeit wird hierfür nur das das Gesichtsbild ausgelesen und lokal auf dem Smartphone angezeigt. Auf diese Weise soll die Verifizierung von Personen bei einer mobilen Polizeikontrolle erleichtert werden. Die ebenfalls auf dem Chip gespeicherten Personendaten werden wie in „EasyPASS“ für eine Fahndungsabfrage genutzt.


(von Matthias Monroy auf netzpoitik.org, Creative Commons BY-NC-SA 4.0.; Foto: MAILAI Kinder am Flughafen via pixabay)

verklagt

13. Juli 2019

„Sea-Watch 3“-Kapitänin Carola Rackete macht ihre Ankündigung wahr und verklagt Italiens rechtsextremen Innenminister Matteo Salvini. Dieser hat sich in letzter Zeit gerne und oft in sozialen Netzwerken über Rackete geäußert. Nun werden Gerichte darüber entscheiden, inwiefern das legitimiert war oder eben nicht.  Der Vorwurf: Verleumdung. Aber Salvini hatte offenbar auch Gewaltandrohungen gegenüber Rackete weiterverbreitet.

Rackete erläutert auf insgesamt 14 Seiten, in welcher Form sie aus ihrer Sicht von Salvini diffamiert worden sei – auf Facebook ebenso wie auf Twitter, in Videos ebenso wie in schriftlichen Posts. So habe er sie unter anderem als „kriminelle Kapitänin“, „reiche und verwöhnte deutsche Kommunistin“ und „kriminelle Deutsche“ bezeichnet.

Sie beantrage daher die Beschlagnahme der offiziellen Accounts des Ministers. Die Möglichkeit, abgesehen von Schriftstücken auch digitale Verbreitungskanäle auf diese Weise sicherzustellen, habe das Oberste Gericht Italiens in anderen Fällen bereits gebilligt.

Die „Augsburger Allgemeine“ informiert:

Die Klageschrift wirft Salvini vor auf Twitter und Facebook eine „Botschaft des Hasses“ zu verbreiten und dafür sein Amt zu nutzen. Seine Äußerungen lösten wiederum „unzählige“ weitere Hassbotschaften aus – zum Beispiel sei Rackete von Salvinis Followern als „deutsche Hure“ oder „verdorbene Nutte“ bezeichnet worden. Kommentiert worden sei auch: „Betoniert sie ein“.

Gestern wurde auch bekannt, das die französische Hauptstadt Paris den Kapitäninnen Carola Rackete (Bild lks)und Pia Klemp die höchste Verdienstmedaille der Stadt verleiht. Mit der Auszeichnung sollen die Solidarität und das Engagement für die Achtung der Menschenrechte gewürdigt werden, teilte das Rathaus mit. Neben der Verleihung der Médaille Grand Vermeil de la Ville de Paris an Rackete und Klemp soll die französische Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée 100.000 Euro Soforthilfe für eine neue Rettungsmission erhalten.


(Bilder: Seawatch 3 patrolling the Central Mediterranean Search and Rescue Zone; International Waters off Libya, von Chris Grodotzki / Sea-Watch.org ; Captain Carola Rackete Foto von Paul Lovis Wagner / Sea-Watch.org CC BY-SA 4.0)

über Einschüchterung

12. Juli 2019

Andrea Röpke, 54, ist freie Journalistin und Autorin zum Thema Rechtsex­tremismus. Ihre Recherchen wurden mehrfach ausgezeichnet. Im Juni erschien ihr jüngstes Buch „Völkische Landnahme – Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos“ (mit taz-Autor Andreas Speit) im Ch.-Links-Verlag. Was ihr widerfahren ist, ist ein Lehrstück, wie Rechtsxtreme gegen Kritiker vorgehen. Über Einschüchterung:

Die taz hat sie deshalb jetzt interviewt:

taz: Frau Röpke, ist es unangemessen, Ihnen zu gratulieren?

Andrea Röpke: Warum denn das?

„Die AfD-Fraktion im Niedersachsächsischen Landtag verlangt, dass Sie an Schulen keine Vorträge mehr halten dürfen. Die AfD gegen sich aufzubringen – das klingt wie eine Auszeichnung.

Andrea Röpke: (Foto lks.): Schön wär’s, doch leider ist das, was die AfD treibt, sehr ernst zu nehmen. Auch in Niedersachsen fallen immer wieder radikale Aussagen, die eine Umformung unserer Gesellschaft fordern. Da sollten wir hinhören und aufpassen. Die Partei will auch nicht nur mich, sondern alles, was kritisch gegenüber rechts ist, aus den Schulen verbannen. Jeder, der sich ihnen in den Weg stellt, wird angegriffen.

Wie funktioniert das genau?

Andrea Röpke:: Wer der AfD durch Argumente gefährlich wird, muss damit rechnen, gebrandmarkt zu werden. Das ist reine Strategie – sie lenken so von einer inhaltlichen Diskussion ab, die nicht in ihrem Sinne läuft.

Die AfD-Fraktion wirft Ihnen vor, Linksextremistin zu sein, weil sie Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes sind.

Andrea Röpke:: Ich glaube kaum, dass ich…

hier bitte weiterlesen


AfD gegen Röpke

Die Arbeit der Fachjournalistin und taz-nord-Autorin Andrea Röpke erhitzt derzeit die Gemüter von AfD-Politikern in Niedersachsen.

Die niedersächsische AfD-Landtagsfraktion bezeichnet einen Vortrag Röpkes vom 20. Juni am katholischen Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in Twistringen als „wirr“ und „linksextremistische Agitations-Veranstaltung“. Sie forderte die Landesschulbehörde auf, dafür zu sorgen, dass Röpke nicht mehr an Schulen auftreten dürfe.

Einen heimlichen [und damit meiner Meinung nach ungesetzlichen] Tonmitschnitt von dem Vortrag Röpkes an der Schule will die AfD über ihr Schul-Denunziationsportal erhalten haben. Der AfD-Kreisvorsitzende Andreas Iloff hatte sich bereits zuvor darüber beschwert, von Röpke angeblich manipulativ zitiert worden zu sein.

Röpke widerspricht dieser Darstellung. Aus den Vortragsfolien, die der taz vorliegen, geht dieser Zusammenhang ebenfalls nicht hervor. Unter der Rubrik „Bürgerliche Scharfmacher“ erwähnte Röpke einen Facebook-Beitrag Iloffs, der sich auf die „Fridays for Future“-Demonstrationen bezieht. Iloff schreibt: „Der Öko-Wahnsinn geht in die nächste Runde in Deutschland. Bis diese bunte Republik völlig ab- und ausgeschaltet ist.“

Auch eine Zeugin, die Röpkes Vortrag mit anhörte, bezeichnete die Darstellung der AfD gegenüber der taz als falsch und verleumderisch.

Die Schule will wegen des heimlichen Audiomitschnitts keine weiteren rechtlichen Schritte bemühen, weil die Veranstaltung nicht eindeutig als „schulintern“ gekennzeichnet gewesen sei.

Schulleiter Peter Schwarze erklärte: „Im Rahmen der in diesem Jahr erfolgten Auszeichnung als ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ hat sich eine Steuergruppe aus Lehrer-, Schüler- und Elternvertretern dafür ausgesprochen, die renommierte Journalistin Andrea Röpke zu einem Vortragsabend einzuladen, bei dem sie die neue politische Rechte in der Region beleuchtet.“

Der Vortragsabend habe laut Schwarze somit einen „Beitrag zu dem Bildungsauftrag der Schule geleistet, um die Schülerinnen und Schüler aktiv für die Gefahren von Populismus und Extremismus zu sensibilisieren“.

Eine Einmischung der AfD in die Belange der Schule verbittet sich der Schulleiter und erklärte: „Auch künftig behält sich die Schule selbst vor, welche Referenten sie für ihre Bildungsveranstaltungen einlädt.“

 


Foto Andrea Röpke GNU Free Documentation License, Version 1.2

Niedersachsenticket

11. Juli 2019

Bevor das Thema nun völlig an meiner geschätzten Leserschaft vorbei geht: Auch in  diesem Jahr gibt es für das Niedersachsenticket einen Sommer-Ferien-Bonus. Die Niedersachsentarif GmbH, die für das Niedersachsenticket verantwortlich ist, präsentiert das Niedersachsenticket während der sechs Wochen Sommerferien ganztägig. Seit dem 4. Juli und noch bis zum 14. August gitl das Niedersachsenticket von Montag bis Freitag schon vor 9 Uhr. Also ganztags.

Die Organisatoren präsentieren daneben sogar ein Preisausschreiben!

Klickt einfach mal rein bei www.niedersachsenticket.de.


Die die überwiegend internetfreie Emslandlinie betreibende Westfalenbahn erhöht samstags die Kapazitäten und verkauft derweil das noch günstigere Emsland-Touren-Ticket.  2 Erwachsene + 2 Fahrräder für 19 € 😎 Infos dazu unter www.westfalenbahn.de (heute Abend landete man aber im nirgendwo; der Westfalenbahn-Server war unerreichbar…)


Und noch dies:
Mit dem SommerFerienTicket können seit diesem Jahr nicht nur Schüler in den Sommerferien kreuz und quer durch Niedersachsen und Bremen fahren, sondern alle Kinder und Jugendliche des Geburtsjahrgangs 2000 und jünger (19. Geburtstag im Jahr 2019) – egal ob Schüler, Azubi, FSJler oder BuFdi.

Die Westfalenbahn verlost 10 dieser Tickets und so geht’s: Es muss einfach eine E-Mail mit dem Betreff „SommerFerienTicket“ an gewinnspiel@westfalenbahn.de geschickt werden. Die E-Mail muss Euren vollständigen Namen sowie Eure Post-Adresse enthalten. Die Teilnahme am Gewinnspiel ist kostenlos. Mit der Teilnahme erklärt man sich mit diesen Teilnahmebedingungen und den Datenschutzbestimmungen einverstanden. Weitere Infos zum Ticket gibt es hier.