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📌Gesammelte Informationen für die Stadt Lingen (Ems) und das Emsland. Bisweilen mit persönlichen Anmerkungen.

Letzte Neuigkeiten von Sonntag, 25.10.2020, 00.00 Uhr

Hier geht es zu den gesammelten allgemeinen Hinweisen.


Bürgermeister von Enschede: „Noch nie so krank gefühlt“

Der Enscheder Bürgermeister Onno van Veldhuizen (D’66) ist positiv auf das Coronavirus getestet. Der Bürgermeister und Vorsitzende der Twente Safety Region bleibt vorerst zu Hause. Stellvertreter übernehmen seine Aufgaben.

Am Wochenende des 17. und 18. Oktober erkältete sich van Veldhuizen und bekam Fieber. Aus diesem Grund ging er in häusliche Quarantäne. Ein erster Test am Montag führte zu einem negativen Ergebnis. Als sich aber die Symptome während der Woche verschlechterten, folgte ein zweiter Test, der die Infektion mit CoViD-19 bestätigte.

Van Veldhuizen ist inzwischen schwer an CoViD-19 erkrankt. „Nachdem ich zum ersten Mal getestet wurde, bekam ich eine Lungenentzündung und sehr hohes Fieber. Ich hatte nicht erwartet, dass ich als gesunder Mann in den 50ern so schnell und so hart getroffen werden könnte. Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals so krank gefühlt zu haben. “

Wo sich der Bürgermeister, der ein überzeugter Benutzer der Corona-App ist, mit dem Virus  infiziert hat, wird noch untersucht. Seit Freitag, bevor er krank wurde, hatte er nur wenige Kontakte außerhalb des Hauses. Das Risiko, dass van Veldhuizen das Virus weiter verbreitet hat, wird daher als gering angesehen.

Der Bürgermeister von Enschede forderte alle auf, aufmerksam auf ihren eigenen Körper zu hören und wachsam zu sein. „Ich spreche jetzt aus eigener Erfahrung: Unterschätzt das Virus nicht! “ Van Veldhuizen will zu Hause bleiben, bis er keine Symptome mehr zeigt und sich vollständig erholt hat.
(Foto: Onno van Veldhuizen/Twitter; Quelle: Tubantia, 25.10.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Italien meldete am Samstag einen Infektionsrekord von 19.644 neuen Coronavirus-Infektionen binnen 24 Stunden. Die Regierung zieht weitere Maßnahmen zur Begrenzung des Anstiegs in Betracht.
  • In Algerien ist Präsident Abdelmadjid Tebboune in die Selbstquarantäne gegangen, nachdem mehrere hochrangige Beamte Coronavirus-Symptome gezeigt haben.
  • Österreich hat einen Anstieg der Coronavirus-Fälle mit 3.614 Infektionen in den letzten 24 Stunden verzeichnet. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2.571 am Freitag.
  • Die Coronavirus-Neuinfektionen sind in Luxemburg um den Rekordwert von 862 gestiegen. Drei weitere Todesfälle wurden gemeldet. Das Land hat nur gut 600.000 Einwohner/innen.
  • Griechenland teilte am Samstag einen Rekord von 935 Neuinfektionen an, womit sich die Gesamtzahl der bestätigten Fälle auf 29.992 erhöhte.
  • Frankreich meldete am Samstag 45.422 neue Coronavirus-Fälle, verglichen mit 42.032 am Freitag. Das Land hat insgesamt 1.086.497 Fälle registriert.
  • In China läuft in der Region Xinjiang eine umfangreiche Untersuchung, nachdem am Samstag in der Stadt Kashgar ein asymptomatischer Coronavirus-Fall festgestellt wurde, teilte die staatliche Gesundheitskommission mit. Es ist der erste lokale Fall in der Region seit dem 15. August.
    (Quelle: The Guardian, 25.10.20)

Neuinfektionen in Frankreich steigen auf Rekordhoch

Frankreich hat mehr als 45.000 Neuninfektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages haben sich laut Angaben der Gesundheitsbehörde 45.422 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sind so viele wie nie zuvor seit Ausbruch der Pandemie.

Am Freitag waren es noch 3.400 Fälle weniger. Das französische Parlament hatte zuvor für eine Verlängerung des Gesundheitsnotstands bis zum 16. Februar gestimmt. Zunächst soll der Senat am Mittwoch über das Vorhaben beraten. Die abschließende Abstimmung ist für Anfang November geplant.

Der Gesundheitsnotstand, der in Frankreich erstmals Ende März ausgerufen wurde, gibt der Regierung die Möglichkeit, im Kampf gegen das Virus Maßnahmen wie etwa Ausgangssperren oder Beschlagnahmungen im Schnellverfahren umzusetzen. Sie kann zudem rasche Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft in der Krise beschließen. (Quelle: DIE ZEIT, 24.10.20)


USA melden mit mehr als 82.000 Neuinfektionen einen neuen Rekordwert

Erstmals seit Beginn der Pandemie haben die USA in nur 24 Stunden 82.929 Neuinfektionen registriert. Das hat die Seuchenschutzbehörden CDC mitgeteilt. 946 weitere Menschen seien verstorben.

Am Freitag lag die Zahl der Neuinfektionen laut Behördenangaben noch bei 74.380, am Donnerstag bei 63.656. Somit haben sich nun seit Ausbruch der Pandemie in den USA insgesamt 8,47 Millionen Menschen infiziert, 223.393 sind bisher verstorben – so viel wie in keinem anderen Land weltweit. (Quelle: ARD, 24.10.20)


Auch Österreich meldet neuen Tagesrekord an Neuinfektionen

Innerhalb eines Tages haben sich in Österreich 3.614 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, was erneut einem Rekordwert entspricht. Das haben das Innen- und Gesundheitsministerium am Samstag mitgeteilt.

Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben stieg laut Behördenangaben somit auf 172,1 pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Am Tag zuvor waren noch 2.571 Neuinfektionen registriert worden.

Die Regierung hatte erst kürzlich die Einführung strikterer Maßnahmen beschlossen. Ab Sonntag wird unter anderem die Höchstzahl der erlaubten Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei privaten Anlässen drinnen auf sechs und draußen auf zwölf beschränkt.

Auch die Maskenpflicht im öffentlichen Raum wird ausgeweitet. Bei Großveranstaltungen dürfen in geschlossenen Räumen nur noch 1.000 und unter freiem Himmel 1.500 Menschen zusammenkommen. Besonders betroffen sind die an Deutschland grenzenden österreichischen Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg. (Quelle: ZEIT, 24.10.20)


Kiew: Bürgermeister Vitali Klitschko infiziert

urz vor seiner möglichen Wiederwahl als Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat sich Vitali Klitschko mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte er in mehreren sozialen Netzwerken mit. „Freunde! Das Coronavirus hat im unpassendsten Moment zugeschlagen“, schrieb er in Hinblick auf den Wahlsonntag. Ihm gehe es demnach „gut“. Zwar habe er versucht, sich zu schützen, aber die Arbeit als Bürgermeister in Pandemiezeiten bedeute auch ein ständiges Risiko. Er sei regelmäßig getestet worden und werde nun aus der Selbstisolation weiter arbeiten, teilte Klitschko mit.

Am Sonntag sind in der Ukraine Kommunalwahlen. Rund 28,6 Millionen Ukrainer sind aufgerufen, neue Bürgermeister und Abgeordnete regionaler und örtlicher Parlamente zu bestimmen. Die Abstimmung wird wegen der stark steigenden Corona-Ansteckungszahlen unter strengen Hygienevorschriften organisiert. In Kiew mit seinen rund drei Millionen Einwohnern kandidieren neben Klitschko 19 weitere Mitbewerber für das Bürgermeisteramt. Der Ex-Boxweltmeister Klitschko gewann vor fünf Jahren erst in der zweiten Runde mit mehr als 64 Prozent der Stimmen.

In der Ukraine stiegen die Corona-Infektionszahlen ähnlich wie in anderen Ländern Europas zuletzt stark an. Am Samstag wurden mehr als 7.000 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet, darunter rund 560 in der Hauptstadt. Offiziell sind mehr als 330.000 Infektionen registriert worden. Mehr als 6.200 Menschen starben in der Ukraine seit März mit dem Virus.
(Foto Vitali Klitschko www.flickr.com/photos/eppofficial/12986633544/ Creative Commons Attribution 2.0 Generic; Quelle ZDF, 24.10.20)


Irans Staatsoberhaupt fordert harte Strafen

Wer in Iran gegen die Corona-Auflagen verstößt, soll streng bestraft werden. Das fordert jedenfalls Irans geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Es müsse strengere Kontrollen im öffentlichen Raum geben, verlangte Chamenei am Samstag.

„Diejenigen, die massiv gegen die Regeln für den Gesundheitsschutz verstoßen, sollten hart bestraft werden“, sagt Chamenei, ohne Details zu nennen. Von Montag an gelten in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten neue Auflagen im Kampf gegen die Pandemie.

Iran ist stark vom Coronavirus betroffen: Offiziellen Angaben zufolge haben sich bereits mehr als eine halbe Million Menschen mit Covid-19 infiziert. Bislang gibt es 32.320 bestätigte Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit.

(Quelle: DIE ZEIT, 24.10.20)


Litauen und Lettland melden Rekord bei Neuinfektionen

Auch das Baltikum meldet einen Anstieg der Corona-Fälle. In Litauen und Lettland haben die Corona-Neuinfektionen den zweiten Tag in Folge Rekordwerte erreicht. Litauen verzeichnet 474 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden, in Lettland sind es 259 – so viele neue Fälle wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie. In den beiden Ländern lagen die bisherigen Höchstwerte nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Vilnius und Riga zuvor bei 442 und 250.

Litauen und Lettland standen in der Corona-Krise bislang gut da. Die Infektionszahlen waren anfangs im internationalen Vergleich eher gering. Zuletzt haben sie aber teils deutlich zugenommen. Nach Angaben der EU-Gesundheits-Behörde ECDC lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen in Litauen zuletzt bei 119,7 – und damit leicht über dem entsprechenden deutschen Wert von 118,8. Lettland kam auf einen Wert von 88,6. Die Regierungen in Vilnius und Riga haben auf die ansteigenden Infektionszahlen mit neuen Corona-Schutzmaßnahmen reagiert. (Karte: Wikipedia; Quelle: ZEIT, 24.10.20)


Intensivpatienten innerhalb von zehn Tagen verdoppelt

Die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Deutschland hat sich auf 1203 erhöht. Dies waren laut dem Intensivregister der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) vom Samstag 82 mehr als am Vortag. Zehn Tage zuvor waren es mit 602 intensivmedizinisch behandelten Patientinnen und Patienten nur etwa halb so viele gewesen.

Von den aktuellen Intensiv-Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, werden demnach 533 invasiv beatmet, also durch eine Intubation. Zehn Tage zuvor waren es demnach 323 Patienten gewesen. Fälle von Atemunterstützung etwa durch eine Sauerstoffmaske sind nicht berücksichtigt.
Noch keinen Engpass gibt es den Angaben zufolge bei der Zahl der freien Intensivbetten, die mit 7937 angegeben wurde. Dazu gibt es eine Notfallreserve von 12.758 Intensivbetten, die innerhalb einer Woche zur Verfügung gestellt werden könnten. Allerdings gibt es einen Mangel an qualifizierten Pflegekräften.

In unserer Rehion gibt es inzwischen 11 Intensivpatienten,  vier in der Grafschaft Bentheim und sieen im Emsland.  (Quelle: TSP, 24.10.20)


Nach Corona-Fällen im Kirmespark in Rheine – Wer war da?

Dem Gesundheitsamt des Kreises Steinfurt sind mindestens drei Menschen bekannt geworden, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden und sich am vergangenen Wochenende im Kirmespark an der Windthorststraße in Rheine aufgehalten haben.

Aus diesem Grund bittet der Kreis Steinfurt alle Bürgerinnen und Bürger, die am Freitag, 16. Oktober, 15.30 bis 18.30 Uhr, am Samstag, 17. Oktober, 18 bis 22 Uhr, und am Sonntag, 18. Oktober, 14 bis 18 Uhr, ebenfalls diesen Kirmespark besucht haben, bei Auftreten von Symptomen wie Fieber, trockener Husten, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit oder Gliederschmerzen ihren/einen Hausarzt aufzusuchen.

Wichtig sei, schon bei einer Terminvereinbarung darauf hinzuweisen, dass möglicherweise ein Kontakt zu einer Covid-19-positiv getesteten Person stattgefunden hat.

(Quelle: MünsterscheZeitung, 24.10.20)


30 neue Infektionsfälle am Samstag in der Grafschaft Bentheim

Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am Samstag weitere 30 Corona-Fälle. Damit sind 362 akute Infektionen in der Grafschaft festgestellt. Seit Beginn der Pandemie gab es im Nachbarkreis 732 bekannte Infektionen. 351 Menschen gelten inzwischen als genesen. 19 Menschen sind an CoViD-19 gestorben. In Quarantäne befinden sich 1015 Grafschafter.

Die aktuell 362 Corona-Infektionen teilen sich wie folgt auf:

Bad Bentheim: 20 Fälle – Emlichheim: 12 Fälle – Uelsen: 32 Fälle – Neuenhaus: 86 Fälle – Wietmarschen: 12 Fälle – Nordhorn: 149 Fälle – Schüttorf: 51 Fälle

Den aktuellen Inzidenzwert beziffert das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) mit 120,3. Dieser Wert sagt, wie viele Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner gerechnet es in den vergangenen 7 Tagen gab. In seiner neuen Corona-Verordnung hat das Land Niedersachsen dazu festgelegt, dass für die Einschränkungen bei Überschreiten der Werte 35 und 50 die Angaben des NLGA entscheidend sind.

(Quelle: GN, 24.10.20)


Frohe Ostern in Aurich und Wittmund

In den Landkreisen Aurich und Wittmund werden heute die wegen Corona im Frühjahr ausgefallenen Osterfeuer nachgeholt. Noch bis 17 Uhr dürfen die liegengebliebenen Haufen abgebrannt werden. Allein im Landkreis Aurich wurden mehr als 1.000 Osterfeuer (!) angemeldet. Nach den Maßgaben der gültigen Corona-Verordnung dürfen jeweils nicht mehr als zehn Personen zusammenkommen.

An den Feuern gibt es auch Kritik: Die Auricher Ortsgruppe der Grünen befürchtet, dass viele den Termin nutzen, um Gartenabfälle zu verbrennen. Außerdem seien die zu Ostern vorbereiteten Feuerstellen mittlerweile Winterquartier zahlreicher Tiere geworden, die sich vor den Flammen kaum retten könnten.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen aus dem Auricher Kreistag hatte vergeblich versucht, per Verwaltungsgericht die Feuer zu verbieten. Das Verwaltungsgericht Oldenburg hatte einen Eilantrag abgelehnt. „Die Kreistagsfraktion war nicht antragsbefugt, da sie in diesem Fall kein subjektives Recht hat“, sagte ein Gerichtssprecher dazu am Freitagnachmittag. (Bild: Osterfeuer CC s. Archiv 30.05.15; Quelle:  NDR 24.10.20)


Galionsfigur der Erdogan-Gegner: Istanbuler Bürgermeister infiziert

Der Bürgermeister von Istanbul Ekrem İmamoğlu ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Politiker der wichtigsten türkischen Oppositionspartei CHP sagte in einem auf Twitter geposteten Video, er befinde sich jedoch im Krankenhaus auf dem Weg der Besserung. Am Freitagabend sei er mit hohem Fieber ins Krankenhaus gegangen. „Jetzt geht es mir eigentlich gut. Mein Fieber ist nicht schlimm (…) So Gott will, werde ich wieder gesund werden“, sagte der Bürgermeister.

Istanbul ist mit fast 16 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt der Türkei. Dort sind bisher 40 Prozent der Coronavirus-Infektionen des Landes aufgetreten.

Seit März streiten sich İmamoğlu und die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan darüber, wie die Pandemie in Istanbul bekämpft werden kann. Gesundheitsminister Fahrettin Koca kritisierte, dass es in Istanbul fünfmal so viele Infektionsfälle gebe wie in der Hauptstadt Ankara. Koca hielt am Freitag in Istanbul ein Corona-Treffen ab, zu dem İmamoğlu nicht eingeladen war. Die CHP bezeichnete dies als Skandal.

Die Türkei hat seit März fast 358.000 Infektionsfälle und 9.658 Todesfälle verzeichnet. (Quelle: DIE ZEIT, 24.10.20)


Mehr als zehn Millionen Infektionen in Asien

Asien hat als zweite Region auf der Welt nach Lateinamerika die Marke von zehn Millionen Infektionen überschritten. Das sind rund ein Viertel der global registrierten 42,1 Millionen Ansteckungen, wie aus einer Reuters-Erhebung aus offiziellen Daten hervorgeht. Experten vermuten allerdings eine hohe Dunkelziffer. Der Anteil bei den Todesfällen liegt mit mehr als 163.000 bei rund 14 Prozent. In Asien besonders betroffen von der Pandemie sind Indien, Bangladesch, Indonesien und die Philippinen. China und Neuseeland haben das Virus dagegen eindämmen, Japan eine beschleunigte Ausbreitung verhindern können. Allerdings haben sich die Neuinfektionszahlen in Indien und Bangladesch zuletzt etwas abgeschwächt. (Bild: hist. Kupferstich CF Weiland Asien v. 1831 Leibniz-Institut für Länderkunde e.V., Leipzig CC-Zero, Quelle: TSP, 24.10.20)


Zwei Corona-Tote in Münster

In Münster sind in der vergangenen Woche zwei weitere Covid-19-Patient:innen gestorben, ein 88-jähriger Mann und eine 97-jährige Frau. Insgesamt gab es in der Stadt inzwischen 15 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.  Seit Donnerstag wurden nach einer Pressemitteilung der Stadt 61 Neuinfektionen gemeldet, damit sind aktuell 197 Münsteraner und Münsteranerinnen infiziert.

Bisher hatte Münster als eine der letzten Städte in Nordrhein-Westfalen immer noch unter der ersten Warnschwelle von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner/innen und Woche gelegen. Dieser Grenzwert wurde gestern deutlich überschritten und liegt inzwischen mit 49,2 knapp unter 50. Daraufhin hat die Stadt eine Allgemeinverfügung erlassen, die am Montag (0 Uhr) in Kraft tritt. Sie sieht verschiedene Verschärfungen der geltenden Corona-Vorschriften vor.

Wegen erheblicher Hygiene- und Sicherheitsmängel waren in der vergangenen Nacht zwei Gastronomie-Betriebe in der münsterischen Innenstadt bis auf Weiteres geschlossen worden. Der Kommunale Ordnungsdienst hatte in der Nacht zu Samstag in Innenstadt-Lokalen zahlreiche Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung fest. Daraufhin wurden das „Mocca D’or“ und das „Fiu“ an der Rothenburg mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres geschlossen. Festgestellt worden waren unter anderem fehlender Spuckschutz, nicht eingehaltener Mindestabstand, fehlerhafte Kontaktlisten, mangelhafte Luftzirkulation, keine Desinfektionen von Gebrauchsgegenständen sowie fehlende Desinfektionsmittel.
(Quelle. RUMS, MZ 24.10.20)


12 Regionen in NRW über Wert von 100

In Nordrhein-Westfalen liegt mittlerweile ein Dutzend Gebiete über der Schwelle von mehr als 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Den höchsten Wert weist mit 197,8 die Stadt Solingen auf, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Dahinter liegen der Kreis Düren mit 156,4 und die Stadt Duisburg mit 151,8. (Quelle: TSP, 24.10.20)


Mehr als 15.000 Neuinfektionen in Tschechien

Die Zahl der täglichen Corona-Infektionen in Tschechien ist trotz zahlreicher Schutzvorschriften am Freitag auf die Rekordmarke von 15.252 gestiegen. Zudem würden erstmals mehr als 5.000 Infizierte in Krankenhäusern behandelt, teilte das Gesundheitsministerium mit. Damit stehe das Gesundheitssystem des Landes mit gut zehn Millionen Einwohnern unter Druck.

Insgesamt hat Tschechien mehr als 238.300 Corona-Infektionen registriert, davon mehr als 78.000 in den vergangenen sieben Tagen. 1.971 Infizierte sind gestorben. Die sogenannte Inzidenz, die die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angibt, ist in den vergangenen zwei Wochen von knapp 42 auf gut 104 gestiegen.

Die Regierung versucht, unter anderem mit der Schließung von Schulen, Geschäften und Restaurants gegenzusteuern. Sportveranstaltungen und Treffen von mehr als zwei Personen sind verboten. Im Freien und selbst in Autos müssen Masken getragen werden.
Ein Mann überquert die fast menschenleere Karlsbrücke in Prag. Tschechien reagiert derzeit mit der Schließung von Schulen, Geschäften und Restaurants auf die stark steigenden Fallzahlen.

Das von der Corona-Pandemie hart getroffene Tschechien bekommt auch Beatmungsgeräte aus einer gemeinsamen Reserve der Europäischen Union sowie aus den Niederlanden und Österreich. Damit werde einer Bitte Prags um 150 Geräte entsprochen, teilte EU-Krisenkommissar Janez Lenarcic am Samstag mit.(Quelle: DIE ZEIT, 24.10.20)


Twente: Mehr als 700 Neuinfektionen binnen eines Tages, sechs Todesfälle

In den letzten 24 Stunden wurden der niederländischen Behörde für Öffentliche Gesundheit und Umweltschutz  (RIVM) aus Twente 722 neue Coronainfektionen gemeldet. Sechs weitere Menschen starben an CoViD-19 Todesfälle in der Region, vier aus Enschede, je einer in Oldenzaal und Almelo.

Dies geht aus den Zahlen vom Freitag hervor: Die Zahl von 722 Neuinfektionen in 24 Stunden ist bei weitem die größte seit dem Auftreten des Virus in der Region. Allgemein wird erwartet, dass sich dies auch in den kommenden Tagen nicht ändern wird.

Die meisten neuen Infektionen gibt es in Enschede (181), während es gestern 95 neue Fälle gab. Von den kleineren Gemeinden fallen Dinkelland, Wierden und Hellendoorn negativ auf: In den letzten 24 Stunden wurden dort 52, 43 bzw. 39 Neuinfektionen gemeldet. In Oldenzaal wurden 43 positive Tests registriert.

(Quelle: Tubantia, 24.10.20).


15.432 Neuinfektionen binnen eines Tages in Belgien

Belgien meldet mit 15.432 Corona-Infektionen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert. Die Zahl sei für vorigen Dienstag (20. Oktober) registriert worden, meldete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf das staatliche Gesundheitsinstitut Sciensano. Der vorherige Tageshöchstwert lag bei 12.969 (18. Oktober).

Belgien hat nur 11,5 Millionen Einwohner und registriert trotzdem höhere Zahlen bei Neuinfektionen als Deutschland mit rund 83 Millionen Menschen. Die EU-Seuchenbehörde ECDC meldete am Freitag für Belgien pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen rund 1.020 Neuinfektionen, für Deutschland mit rund 107 etwa ein Zehntel.

Die belgische Regierung hatte die Schließung von Kneipen und Restaurants, eine nächtliche Ausgangssperre, strikte Kontaktbeschränkungen und ein umfassendes Gebot für Arbeiten im Heimbüro verfügt, um einen kompletten Lockdown vorerst zu vermeiden.

Die Regionalregierung der Hauptstadtregion Brüssel will in Kürze über weitere Maßnahmen beraten. (Quelle: DIE ZEIT, 24.10.20)


Hotspot in Hildesheimer Senioren- und Pflegeheim 

Im Hildesheimer Senioren- und Pflegeheim Ernst-Kipker-Haus gibt es einen größeren Corona-Ausbruch. 41 Bewohner sowie 14 Beschäftigte sind mit dem Coronavirus infiziert.

Laut Landkreis ist das der Stand von Donnerstagabend. Zwei Infizierte sind demnach im Krankenhaus, haben aber keine schweren Symptome. Nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die das Heim betreibt, ist bislang unklar, wie es zu dem Ausbruch kam. In dem Heim sind Besuche jetzt verboten. Über den Ausbruch hatte zuerst die „Hildesheimer Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Wie eine Sprecherin des AWO-Bezirks Hannover sagte, hatte eine Bewohnerin mit leichten Erkältungssymptomen bereits am Montag von ihrem positiven Test erfahren. Vorsorglich seien dann alle 88 Heimbewohner sowie alle Beschäftigten inklusive des Pförtners getestet worden. In Hildesheim waren die Bewohner und Mitarbeiter der betroffenen Einrichtung vor dem Ausbruch nicht regelmäßig getestet worden.

Eine neue Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums ist am 15. Oktober in Kraft getreten. Sie ermöglicht Pflegeeinrichtungen und Kliniken, ihr Personal sowie Bewohnerinnen und Bewohner beziehungsweise Patienten regelmäßig auf Covid-19 zu testen. Die Pflegekammer Niedersachsen begrüßte die neue Verordnung.
(Quelle: NDR, 24.10.20)


Emsland-Zahlen im Durcheinander des Landes

 

Einen 7-Tages-Indizwert von 65,8 hat am Samstag das Niedersächsische Landesgesundheitsamt am Morgen für den Landkreis Emsland gemeldet. Der Wert liegt deutlich unter dem bisherigen Höchstwert von 92,7, der am Montag dieser Woche gemeldet wurde. 215 im Emsland lebende Menschen hatten sich in den letzten sieben Tagen infiziert. An anderer Stelle der heutigen Veröffentlichungen des Landes Niedersachsen heißt es, der 7-Tages-Indizwert betrage 63,3,und es habe 207 Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen gegeben.

 

Update:
Ähnlich sieht es auch für die benachbarte Grafschaft Bentheim aus. Hier schwanken die heutigen  Zahlen des 7-Tages-Inzidenz zwischen 133,6 und 120,3.

Das Datendurcheinander dieses Bundeslandes ist schon beeindruckend…

(Quelle: NLGA, 24.10.20)


Merkel: Gebot der Stunde ist „Kontakte reduzieren“

Angesichts von weiter steigenden Corona-Infektionszahlen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Deutschen erneut dazu aufgerufen, sich möglichst selten mit anderen Menschen zu treffen. Es gelte heute „noch dringender“ das, was sie vergangene Woche gesagt habe – und zwar „Wort für Wort“, sagte Merkel in ihrem Video-Podcast. Das Gebot der Stunde heiße „Kontakte reduzieren“, sagte die Kanzlerin.

An immer mehr Orten kämen die Gesundheitsämter mit der Rückverfolgung der Kontakte von Erkrankten nicht mehr hinterher, sagte die Kanzlerin. Wir seien aber nicht machtlos gegen das Virus. Das Verhalten aller Bürger entscheide, wie schnell und stark sich das Virus ausbreite. „Wenn wir uns alle daran halten, werden wir alle zusammen die gewaltige Herausforderung durch dieses Virus auch bestehen“ – dies sei ihre Grundüberzeugung, sagte Merkel.

Im Anschluss an ihre aktuelle Ansprache wurde der Video-Podcast von vergangener Woche mit dem Appell der Kanzlerin erneut abgespielt. Mit diesem ungewöhnlichen Schritt wolle die Kanzlerin unterstreichen, wie ernst die gegenwärtige Situation in der Corona-Pandemie sei, teilte die Bundesregierung mit.

Die Kanzlerin hatte bereits in ihrem Video-Podcast vom vergangenen Samstag dazu aufgerufen, alles zu tun, „damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet“. Dazu gehörten neben dem Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln das Tragen von Masken und die Reduzierung von Kontakten sowie der Verzicht auf nicht notwendige Reisen. Seitdem sind die Corona-Infektionszahlen weiter deutlich angestiegen auf zuletzt fast 15.000 innerhalb eines Tages. (Foto: CC s. Archiv v. 22.03.20; Quelle: DIE ZEIT, 24.10.20)


Indonesische Zahlen

Indonesien meldete am Samstag 4.070 neue Coronavirus-Infektionen, womit sich die Gesamtzahl der Fälle auf 385.980 erhöhte, wie offizielle Daten der Covid-19-Taskforce des Landes zeigten.

Es wurden auch 128 neue Todesfälle gemeldet, wodurch sich die Gesamtzahl der Todesfälle auf 13.205 erhöhte. Am Samstag haben sich 4.119 weitere Personen von dem Virus erholt, was einer Gesamtzahl von 309.219 Fällen entspricht. (Quelle: The Guardian, 24.10.20)


Polen: Präsident Duda positiv getestet

Der polnische Präsident Andrzej Duda ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Er befindet sich in Quarantäne“, fühle sich aber gut, sagte Staatsminister Blazej Spychalski am Samstag.

„Der Präsident wurde gestern auf das Vorhandensein von Coronavirus getestet. Das Ergebnis war positiv. Dem Präsidenten geht es gut. Wir stehen in ständigem Kontakt mit den zuständigen medizinischen Diensten “, formulierte Spychalski auf Twitter.

Dudas Infektion kommt zu einer Zeit, als in Polen am Samstag neue Beschränkungen in Kraft treten, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Das Land ist mit einem steilen Anstieg der CoViD-19-Fälle konfrontiert. Die Neuinfektionen erreichten am Freitag einen Tagesrekord von 13.632 Fällen. Inzwischen dürfen sich nur noch maximal fünf Personen treffen, Präsenzunterricht an Schulen gibt es nur noch bis zur dritten Klasse, Restaurants dürfen Essen nur noch außer Haus verkaufen.

Der 48-jährige Duda spielt hauptsächlich eine repräsentative Rolle, hat jedoch die Befugnis, ein Veto gegen neue Gesetze einzulegen. Er war Kandidat der regierenden,  nationalistischen PiS-Partei (Partei für Recht und Gerechtigkeit).

(Quelle: The Guardian 24.10.20)


Musiker Samu Haber positiv getestet

Der finnische Musiker Samu Haber ist positiv auf Corona getestet worden. Er habe vor dem Auftritt in einer finnischen Fernsehshow einen Test machen müssen, der positiv ausgefallen sei, so der 44-Jährige. „Ich konnte es erst nicht glauben, weil ich keine Symptome habe und mich ganz normal fühle“, schrieb Haber am späten Freitagabend auf Instagram. Der Frontmann der Band Sunrise Avenue („Hollywood Hills„) hat sich in Quarantäne begeben und wartet „auf bessere Tage“.

Haber, der mit seiner Biografie „Forever Yours“ auf Platz eins der SPIEGEL-Bestsellerliste Sachbuch steht, ist derzeit als Coach bei der Castingshow „The Voice of Germany“ zu sehen. Haber sitzt in der aktuellen Staffel auf einem Doppelstuhl mit Rea Garvey – und einer Plexiglasscheibe dawischen.

Am Freitag standen in Berlin Aufzeichnungen an. Nach Angaben von ProSiebenSat.1 habe sich die Produktionsfirma noch am selben Tag mit dem örtlichen Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt. Die aktuellen Dreharbeiten zur Show habe man am Abend mit Genehmigung des Gesundheitsamts und unter strikter Einhaltung der angeordeten Maßnahmen ohne Samu Haber abgeschlossen, teilte ein Sprecher mit.
(Foto: Stefan Brending / Lizenz: Creative Commons CC-by-sa-3.0 deQuelle: SPIEGEL, 24.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 29.623 Infektionen mit dem Coronavirus sind laut aktuellem Stand (24. Oktober 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 856.

Insgesamt sind beim NLGA bis heute 728 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert: Damit hat es seit gestern einen neuen Todesfall gegeben. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 21.581 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote sinkt damit weiter ab und liegt nun bei 72,9 Prozent.  (Quelle: NDR, 24.10.20)


USA-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages in den USA ist erstmals seit Beginn der Pandemie auf über 80.000 gestiegen. Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) verzeichnete am Freitag 83.757 neue Fälle, rund 12.000 mehr als noch am Vortag.

Die Gesamtzahlen der Infektionen liegen generell über denen vom Frühjahr. Insgesamt wurden laut JHU in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie knapp 8,5 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 224.000 Menschen starben bislang in Zusammenhang mit einer Infektion – mehr als in jedem anderen Land der Welt.

(Quelle: SPIEGEL, 24.10.20)


Deutschland-Zahlen

Die Zahl der neu registrierten Coronavirus-Infektionen hat am Samstag einen neuen Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete 14.714 neue Fälle. Vor einer Woche lag die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages noch bei 7.830.

Die neuen Fallzahlen sind aber wegen einer technischen Panne beim RKI nur bedingt mit den Vortagen vergleichbar: Wegen eines mehrstündigen Serverausfalls konnten am Donnerstag nicht alle Gesundheitsämter ihre Fallzahlen übermitteln. Diese sollten mit der Veröffentlichung der Daten am Samstagmorgen nachgereicht werden. Die neu gemeldeten Fälle umfassen deshalb mehr als das Infektionsgeschehen eines Tages.

Das RKI meldete auch weitere 49 Tote im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Die Gesamtzahl der Corona-Toten stieg demnach erstmals über die 10.000er-Marke. (Quelle: RKI, 24.10.20)


Olaf Scholz: Deutschland finanziell gerüstet für zweite Corona-Welle

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hält Deutschland weiter für finanziell gut gerüstet im Kampf gegen die ökonomischen Folgen der Corona-Krise. „Die Corona-Pandemie ist längst noch nicht besiegt, und wie erwartet verzeichnen wir jetzt im Herbst deutlich steigende Infektionszahlen“, sagte der SPD-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“.

„Die Lage ist ernst, und wir nehmen sie ernst.“ Bislang sei das Land recht gut durch die Krise gekommen – „auch, weil wir uns frühzeitig und entschlossen gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise gestemmt haben“. Auch mit Blick auf die kommenden Wochen betonte der Vizekanzler, „finanziell sind wir gut gerüstet, unsere Finanzkraft ist weiterhin sehr groß.“
(Foto: CC s. Archiv v. 16.05.20; Quelle: Tagesschau, 24.10.20)


Deutsche Krankenhäuser sehen sich für zweite Welle gut gerüstet

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, bezeichnet die aktuelle Corona-Situation trotz steigender Infektionszahlen als beherrschbar. „Die Krankenhäuser sind hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein“, sagte Baum dem „Mannheimer Morgen“. Zurzeit gebe es mehr als 8.000 freie Intensivbetten, wobei durch Verschieben von nicht notwendigen Behandlungen weitere 10.000 Betten frei gemacht werden könnten.

„Außerdem müssen nicht alle Patienten, die mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen, intensivmedizinisch behandelt werden.“ Laut Baum werden derzeit 6.000 Patienten in Krankenhäusern wegen CoViD-19 behandelt, etwa 1.000 davon liegen auf der Intensivstation. „Die Kapazitäten werden noch lange reichen, ehe es bedenklich wird.“ Damit die Lage in den nächsten Wochen und Monaten aber nicht außer Kontrolle gerate, sei insgesamt sehr viel Vorsicht und Einsatzbereitschaft gefordert. (Quelle: TSP, 23.10.20)


Überblick zur Nacht

  • ECDC, die EU-Agentur für die Seuchenbekämpfung, hat gemeinsam mit Gesundheitspersonal in ganz Europa wegen des heftigen Anstieg der Coronavirus-Infektionen Alam geschlagen und die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte heute vor einem „exponentiellen“ Anstieg der Infektionsfälle. Mehrere Länder in Europa melden höhere Infektionsraten als während der ersten Pandemiewelle im März und April.
  • Spanien gibt an, inzwischen mehr als 3 Millionen Corona-Infektionen zu haben.
    Dänemark senkt die Grenze für öffentliche Versammlungen von 50 auf 10 Personen und verbietet den Verkauf von Alkohol nach 22 Uhr, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sagte Premierministerin Mette Frederiksen.
  • AstraZeneca hat die US-Studie mit seinem experimentellen Covid-19-Impfstoff nach Genehmigung durch die US-Aufsichtsbehörden wieder aufgenommen. Sie wurde am 6. September nach einem Bericht über eine schwere neurologische Erkrankung bei einem Teilnehmer unterbrochen, bei der es sich vermutlich um eine transversale Myelitis handelt.
  • Dr. Anthony Fauci, der US-Experte für Infektionskrankheiten, sagte, die Sitzungen der Coronavirus-Task Force des Weißen Hauses seien seltener geworden, obwohl die Corona-Infektionen in Dutzenden von US-Bundesstaaten zunehmen.
  • Covid-19 war die Haupttodesursache für 543 Moskauer/innen im September,. Das war ein Anstieg von 21% gegenüber dem Vormonat August, teilte das Gesundheitsamt der russischen Hauptstadt mit, in der sich das Coronavirus immer stärker ausbreitet ausbreitet.
  • Der Iran plant neue Beschränkungen. So sollen auch staatliche Bedienstete nur noch jeden zweiten Tag in der Hauptstadt Teheran arbeiten; am Freitag war ein Rekordanstieg bei Coronavirus-Fällen zu verzeichnen, bestätigte ein hochrangiger Beamter. Das iranische Gesundheitsministerium meldete in den letzten 24 Stunden 6.134 neue Fälle, womit sich die nationale Gesamtzahl auf 556.891 im am stärksten betroffenen Land des Nahen Ostens belief.
  • Die Türkei will neue Restriktionen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus prüfen, da der Ausbruch landesweit immer stärker wird, sagte Präsident Tayyip Erdoğan.
  • In Frankreich wird die zweite Welle von Coronaviren voraussichtlich schlimmer sein als die erste, sagte der Chef der Pariser öffentlichen Krankenhausgruppe AP-HP am Freitag, als erneut eine Rekordzahl an täglichen Infektionsfällen registriert wurde. Angesichts des schnell wachsenden Drucks auf Krankenhäuser hat Frankreich die Ausgangssperre von 21.00 bis 06.00 Uhr auf 46 Millionen Menschen ausgedehnt: Das ist mehr als zwei Drittel der Bevölkerung.
  • Italien registrierte 19.143 neue Coronavirus-Infektionen, ein Sprung von mehr als 3.000 bzw. rund 20% innerhalb der letzten 24 Stunden. Die nördliche Lombardei, die während der ersten Pandemiewelle am stärksten betroffene Region, verzeichnet fast 5.000 neue Fälle, während es in Kampanien im Süden 2.280 gab.
  • Bis Ende Februar nächsten Jahres könnten in den USA mehr als eine halbe Million Menschen an CoViD-19 sterben, aber nach Schätzungen einer Modellstudie könnten etwa 130.000 dieser Menschenleben gerettet werden, wenn alle US-Amerikaner/innen Masken trügen.
  • In Portugal müssen jetzt Gesichtsmasken in überfüllten Außenbereichen getragen werden, entschied das Parlament am Freitag, um den Anstieg der Coronavirus-Fälle einzudämmen. Die Maßnahme gilt mindestens für die nächsten 70 Tage und für alle Bewohner ab 10 Jahren. Auch draußen müssen Masken tragen, sofern kein physischer Abstand zu Personen gehalten werden kann. (Quelle: The Guardian, 23.10.20)

Gastronom gegen Sperrstunde

Ein Osnabrücker Gastronom wehrt sich vor Gericht gegen die Sperrstunden-Verordnungen der Stadt und des Landes. Der Unternehmer habe beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht am Freitag einen Normenkontrollantrag gegen das Land Niedersachsen eingereicht, teilte eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts Osnabrück mit.

Zuvor habe der Gaststättenbetreiber schon einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht gegen die Sperrstunden-Anordnung der Stadt gestellt. Das Gericht gab diesem Eilantrag statt. Die Anordnung sei unverhältnismäßig. Die Öffnung von Gaststätten ab 23.00 Uhr sei aber dennoch weiterhin untersagt, hieß es in der Mitteilung des Gerichts. (Az.: 3 B 75/20)

Die Stadt hatte für die Zeit zwischen 23.00 und 6.00 Uhr eine Sperrstunde angeordnet, nachdem in Osnabrück am Mittwoch die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf mehr als 50 Fälle pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche gestiegen war. Das Land setzte zum Freitag eine Verordnung in Kraft, die eine Sperrstunde in diesem Zeitraum schon bei 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner ermöglicht.

Der Kläger wandte sich mit einem weiteren Antrag an das Verwaltungsgericht auch gegen die Verordnung des Landes. Darüber will das Gericht in Osnabrück am Montag entscheiden. Bis dahin allerdings gelte die Sperrstunde, so das Gericht. (Mehr und Quelle: VG, 23.10.20)


Mehr als 1.500 Bundespolizisten in Quarantäne

Der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen an die Mitarbeiter seiner Behörde appelliert, sich im privaten Bereich besser vor Ansteckung zu schützen. In einer Videobotschaft an die Polizeibeamten sagte er am Freitag, aktuell seien 136 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet.

1.574 Bundespolizisten befinden sich nach seinen Worten derzeit vorsorglich in Quarantäne. „Vermeidet Infektion, auch wegen möglicher Langzeitfolgen“, appellierte Romann an die Beamten. An diesem Wochenende hilft die Bundespolizei mit 500 Einsatzkräften in Berlin mit bei der Durchsetzung der Corona-Regeln. (Quelle: TSP, 23.10.20)


Mehr als 74.000 Neuinfektionen in den USA

Die US-Seuchenbehörde CDC meldet einen Anstieg der Coronavirus-Infektionen um 74.380 auf 8,387 Millionen. Die Zahl der Toten steigt um 1009 auf 222.447. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden.  (Quelle: TSP, 23.10.20)


Macron: Franzosen müssen „bis mindestens Sommer mit Corona leben“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt, die Franzosen würden mindestens bis zum nächsten Sommer mit dem Coronavirus leben müssen. Er betont, es gebe keine Pläne, Abstriche bei den jüngst beschlossenen Ausgangssperren zu machen. Die Seuche könne nur durch Restrikionen gebremst werden. Es sei aber derzeit noch zu früh um zu sagen, ob Frankreich auf einen vollständigen oder teilweisen Lockdown zusteuere.
(Quell: TSP, 23.10.20)


Niederländische Patienten ins UKM geflogen

Am Freitagnachmittag sind zwei intensivpflichtige COVID-19-Patienten aus den Niederlanden per Helikopter zum Universitätsklinikum Münster verlegt worden. Damit unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen, das über rund fünf Mal so viele Intensivbetten verfügt wie die Niederlande, wie bereits im Frühjahr die Versorgung von schwerkranken COVID-19-Patienten aus dem Nachbarland.

Nach der Anfrage der niederländischen Regierung Ende September beim Land NRW und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sind bisher 87 Kliniken dem Aufruf des UKM gefolgt, freie Betten für niederländische Patienten zur Verfügung zu stellen. Nach Aufnahme der ersten beiden Patienten heute stehen aktuell noch 83 weitere Intensivbetten in NRW zur Verfügung. Mit der Koordination des Projekts wurde – wie bereits im Frühjahr – das UKM vom NRW-Gesundheitsministerium beauftragt.

Bisher sind für Samstag keine weiteren Patienten vom Nationalen Koordinierungszentrum für Patientenverteilung (LCPS) zum Transport nach NRW angekündigt. Aufgrund der hohen Infektionszahlen in den Niederlanden ist die Lage jedoch dynamisch und kann sich jederzeit ändern. (Quelle: WDR, 23.10.20)


Grafschaft Bentheim: Aktuell sechs Krankenhausbedienstete positiv getestet

17 Mitarbeiter der Euregio-Klinik in Nordhorn sind seit Beginn der Corona-Pandemie positiv auf das Virus getestet worden. Das teilte Klinik-Geschäftsführer Michael Kamp auf Anfrage der „Grafschafter Nachrichten“ (GN) mit und erläuterte der Zeitung: „Grundsätzlich wurden seit Beginn der Corona-Pandemie bis zum heutigen Freitag 425 Mitarbeiter abgestrichen. Hiervon konnte bei 17 Mitarbeitern Covid-19 bestätigt werden. Ein Großteil dieser Mitarbeiter ist zwischenzeitlich wieder genesen.“ Aktuell befänden sich noch sieben Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne, davon sechs labordiagnostisch bestätigte Fälle sowie eine Kontaktperson.

Kamp bestätigte auch, dass sich einzelne Patienten im Krankenhaus mit dem Coronavirus angesteckt haben, doch gleichzeitig betont er: „Wichtig ist, dass diese Infektionen in unterschiedlichen Bereichen der Klinik aufgetreten sind. Auch kann nie ausgeschlossen werden, ob der Patient, der zunächst bei der Aufnahme negativ war, nicht doch die Infektion bereits mit ins Haus gebracht hat.“ Per Definition zähle dieser Patient trotzdem als „nosokomiale Infektion“ – das heißt: Er hat sich im Krankenhaus infiziert.

Eine weitere Infektionsquelle könnten laut Kamp auch Besucher der Patienten sein: „Um hier eine größtmögliche Sicherheit für Patienten und Mitarbeiter zu gewährleisten, haben wir uns für die Verschärfung der Besucherregelung ab Samstag entschieden.“ Ab dann sind – von Ausnahmen abgesehen – bis auf Weiteres keine Besuche mehr zugelassen. (Quelle: GN, 23.10.20)


Welche Corona-Regeln kassiert wurden

Immer wieder kippen deutsche Gerichte Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Ein Überblick über die wichtigsten Beschlüsse – und wie sie begründet wurden. Ein Überblick auf der Seite der Tagesschau.

(Quelle: Tagesschau, 23.10.20)


Jetzt doch: OVG Schleswig  kippt Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht (OVG) hat das sogenannte Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots gekippt. Das Gericht in Schleswig stufte die Regelung am Freitag als rechtswidrig ein und setzte die Regelung in einem Eilverfahren außer Vollzug, bis eine Entscheidung in der Hauptsache getroffen ist.

Noch vor gut einer Woche hatte dasselbe OVG anders entschieden und einen Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot in dem Bundesland abgelehnt (Beschl. v. 15.10.2020, Az. 3 MR 45/20). Eine Familie aus dem Kreis Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) hatte auf Sylt Urlaub machen wollen und war vergeblich gegen die Landesverordnung mit dem Beherbergungsverbot vorgegangen. Der Senat beurteilte damals die für den Eilantrag maßgeblichen Erfolgsaussichten in der Hauptsache als offen. Insbesondere die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Regelung lasse sich „angesichts der äußerst knappen Frist“ nicht abschließend beantworten, hieß es in einer Gerichtsmitteilung. Die Folgenabwägung gehe daher zulasten der Familie aus. Dieselbe Familie war dann auch vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert (Beschl. v. 22.10.2020, Az. 1 BvQ 116/20); die Antragsteller, so dass Verfassungsgericht, hätten sich nicht mit der Ausnahmeregelung des negativen Corona-Tests auseinandergesetzt und insbesondere nicht dargelegt, warum ihnen ein Test nicht zumutbar sei. (mehr…)

Jetzt darf die Familie also doch nach Sylt…

(Quelle: TSP, NDR, LTO, 23.10.20)


Kritik an Corona-Behandlung in griechischem Flüchtlingslager

„Ärzte ohne Grenzen“ kritisiert die Situation für Corona-Infizierte im Flüchtlingslager Vathy auf der griechischen Insel Samos. Die Menschen seien in schmutzigen Containern eingesperrt, selbst Mütter mit Neugeborenen müssten auf dem Boden schlafen, manche Container hätten keine Toiletten, erklärte die Organisation am Freitag in Berlin.

Insgesamt ist, so die Organisation, „das Lager achtfach überbelegt und die Bewohner, darunter Schwangere, Gewaltopfer und psychisch Kranke, leben zwischen Ratten und Müll.“

Angesichts der Situation fordert die Hilfsorganisation von der griechischen Regierung, die „Bekämpfung der Pandemie in dem Lager massiv zu verbessern“. Risikopatienten müssten sofort aufs Festland gebracht werden, wo sie lebensrettende medizinische Hilfe erhalten können, „bevor es zu spät ist“. Alle Lagerbewohner müssten evakuiert werden.

Inzwischen seien mehr als 100 Menschen in dem Lager infiziert, die medizinische Versorgung sei völlig ungenügend, hieß es weiter. Insgesamt stünden für die 4.500 Bewohner nur zwei Militärärzte und drei Krankenpfleger bereit. „Ärzte ohne Grenzen“ selbst leiste außerhalb des Camps Hilfe. Mehrere Bewohner haben der Organisation zufolge angegeben, wegen der Bedingungen auf der Isolierstation würden sie sich im Falle einer Erkrankung nicht bei den Ärzten melden. (Quelle: Ärzte ohne Grenzen, 23.10.20)


Niedersachsen-Zahlen (mit Cloppenburg)

28.767 Fälle von Infektionen mit dem Corona-Virus sind bis heute – Freitag, 23.10.20, 9 Uhr – in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Insgesamt haben die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte 727 an Covid-19 Erkrankte dem NLGA als verstorben gemeldet.

Genesen sind in Niedersachsen nach einschlägiger Hochrechnung 21.179 der bislang gemeldeten laborbestätigten Fälle. Das entspricht einem Anteil von 74 Prozent.

In niedersächsischen Kliniken werden derzeit 457 mit dem Virus infizierte Patientinnen und Patienten behandelt: Davon liegen 381 Erwachsene auf Normalstationen, 75 Erwachsene benötigen intensivmedizinische Behandlung. Auf den Intensivstationen müssen 48 Erwachsene beatmet werden, vier davon auf einem ECMO-Platz. Ein Kind wird aktuell auf einer Intensivstation behandelt.

Landesweit beträgt die 7-Tagesinzidenz 45,3.

NLGA: „Die heutigen Fallzahlen aus dem Landkreis Cloppenburg enthalten Fälle aus den letzten 4 Tagen, da ein technisches Übermittlungsproblem vor Ort erst gestern behoben werden konnte.“

4 Tage? Unfassbar! Haben die kein Telefon?
(Quelle: Niedersachsen.de, 23.10.20)


Lauterbach fordert Cluster-Aufarbeitung statt Einzelfall-Nachverfolgung

Um einen Kontrollverlust der Gesundheitsämter zu verhindern, fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine Abkehr von der Nachverfolgung sämtlicher Kontakte jedes Einzelfalls. „Ein Kontrollverlust ist nur noch abzuwenden, wenn wir sofort umsteuern: Weg von der Einzelfall-Nachverfolgung, hin zur retrospektiven Cluster-Aufarbeitung“, sagte Lauterbach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Wenn Ämter nicht mehr jeden Fall verfolgten, werde Personal frei, um Clustermitglieder – also Mitglieder bestimmter Gruppen – zu kontaktieren. „Das Robert Koch-Institut muss jetzt endlich den Schalter umlegen.“ Konkret bedeute das, bei einem neuen Corona-Fall systematisch abzufragen, ob die Person in den fünf Tagen vor der Ansteckung zu einem bestimmten Zeitpunkt eng mit vielen anderen Menschen zusammen war.

Lauterbach meint damit beispielsweise in einer Schulklasse, bei einer Chorprobe, einer Feier oder in einer Pflegeeinrichtung.„Dann jagt man nicht allen Einzelkontakten der Person nach, sondern kontaktiert gezielt nur diejenigen, die an den Clustern beteiligt waren, also Mitschüler, Chormitglieder und so weiter.“ (Foto: Karl Lauterbach, CC s. Archiv v. 15.06.20; Quelle: NOZ, 23.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 23.10.2020, 09.00 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland i den letzten 24 Stunden: Seit gestern wurden 35 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Allerdings ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 1.063 Genesene (+30) gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.420 (+35); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 435,6. Aktuell sind im Emsland jetzt 332 (+3) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell aber nur noch rund 740 Personen in Quarantäne (-80); weil das lediglich gut zwei Personen pro akut Infiziertem sind, wirft diese Zahl Fragen auf – bspw. die, ob im Emsland keine konsequente Zurückverfolgung von Infektionen und Ermittlung von Kontaktpersonen geschieht.

Weiter gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland. Laut DIVI werden in den emsländischen Krankenhäuser aktuell drei CoViD-19-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt; ein Erkrankter wird intensivmedizinisch beatmet; in der Grafschaft Bentheim werden zzt. vier CoViD-19-kranke intensivmedizinisch betreut, einer wird beatmet; im Nachbarkreis war am Dienstag dieser Woche ein CoViD-19-Todesopfer zu beklagen.

In Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 184 (+1). Es sind 27 Infizierte mehr als vor einer Woche, was einer 7-Tages-Inzidenz von 45,4 entspricht. 144 (+/-0) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 36 (+1) Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 31 22 1 8
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 30 0 2
Samtgemeinde Freren 59 47 9 3
Einheitsgemeinde Geeste 39 34 0 5
Stadt Haren (Ems) 115 94 1 20
Stadt Haselünne 86 64 0 22
Samtgemeinde Herzlake 23 21 0 2
Samtgemeinde Lathen 42 26 0 16
Samtgemeinde Lengerich 31 24 1 6
Stadt Lingen (Ems) 184 (+1) 144 (+/-0) 4 36 (+1)
Stadt Meppen 208 145 4 59
Samtgemeinde Nordhümmling 41 26 0 15
Stadt Papenburg 126 97 2 27
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 3 1 0 2
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 20 0 2
Samtgemeinde Sögel 209 146 0 63
Samtgemeinde Spelle 22 15 1 6
Einheitsgemeinde Twist 43 38 2 3
Samtgemeinde Werlte 104 69 0 35
 Gesamt* 1420 (+35) 1063 (+30) 25 (+/-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 332 (+5)

(23.10.20)


Indien-Zahlen

Indien verzeichnet 54.366 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Damit haben sich insgesamt knapp 7,8 Millionen Menschen in dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Das ist weltweit nach den USA, die rund 8,3 Millionen Fälle zählen, der höchste Wert. Die Zahl der registrierten täglichen Neuinfektionen in Indien bleibt damit seit dem Höhepunkt im September rückläufig. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus starben, erhöhte sich um 690 auf 117.306. (Quelle: Tagesschau, 23.10.20)


Tschechien: Wieder mehr als 14.000 Neuinfektionen

 In Tschechien gibt es erneut mehr als 14.000 Neuinfektionen. Das Gesundheitsministerium meldete 14.151 bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. Das ist etwas weniger als am Vortag, als es mit 14.968 Neuinfektionen einen neuen Rekord gab. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen stieg auf 223.065. In dem Land mit seinen knapp elf Millionen Einwohnern breitet sich das neuartige Virus in Europa derzeit am schnellsten aus. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich binnen 24 Stunden um 55 und stieg mit zudem nachträglich gemeldeten Fällen auf 1.845. (Quelle: Tagesschau, 23.10.20)


Daimler hebt Prognose an

Mit einem starken dritten Quartal im Rücken traut sich der Autobauer Daimler für dieses Jahr nun wieder etwas mehr zu als bisher. Am Ende werde man zwar bei Absatz und Umsatz weiter unter dem Niveau des Vorjahres landen, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen werde nun aber in der gleichen Größenordnung ausfallen, teilte der Konzern mit.

Bisher war Daimler davon ausgegangen, aufgrund der massiven Folgen der Coronakrise überall unter dem 2019er-Wert zu bleiben. Nachdem die Krise Daimler im zweiten Quartal noch tief in die roten Zahlen gestürzt hatte, profitierte der Konzern im dritten Quartal nach eigenen Angaben von einer unerwartet schnellen Markterholung und zudem von seinen Maßnahmen für mehr Effizienz und Kostendisziplin. Mit 40,3 Milliarden Euro lag der Umsatz im dritten Quartal zwar um 7% unter dem des Vorjahresquartals. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von 2,05 Milliarden Euro – das sind sogar 19 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Den Gewinn vor Zinsen und Steuern in Höhe von knapp 3,1 Milliarden Euro hatte Daimler schon vor einer Woche mitgeteilt.
(Quelle: Tagesschau, 23.10.20)


Corona-Fälle in Europa in zehn Tagen verdoppelt

Die Coronavirus-Infektionen in Europa haben sich einer Reuters-Zählung zufolge in den vergangenen zehn Tagen mehr als verdoppelt. Am Donnerstag stieg die Zahl der neuen Fälle in Europa erstmals über die Marke von 200.000. Am 12. Oktober war erstmals die Marke von 100.000 Fällen überschritten worden. Laut der Zählung beläuft sich die Zahl der Infektionen in Europa insgesamt auf 7,8 Millionen und 247.000 Tote. (Quelle: TSP, 23.10.20)


NRW: Fußballspiele wohl weiter ohne Fans

DaiDen Fußball-Bundesligisten und anderen Proficlubs in Nordrhein-Westfalen stehen weitere sog. Geisterspiele bevor. Bei „bundesweiten Teamsportwettbewerben“ sollen Zuschauer komplett ausgeschlossen werden, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Austragungsort bei mehr als 35 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt. Das stellte das NRW-Gesundheitsministerium klar, wie das ostwestfälische  „Westfalen-Blatt“ berichtet.

Bislang ließen die Behörden auch bei einem Inzidenzwert über 35 meist noch 300 Zuschauer zu den Spielen zu. Die Bezirksregierungen sollen nun die Einhaltung der Rechtsauffassung sicherstellen, teilte das Ministerium mit. Zuvor hatte es Irritationen um die Auslegung der NRW-Coronaschutzverordnung gegeben. Arminia Bielefeld durfte vergangenen Samstag gegen den FC Bayern München keine Fans ins Stadion lassen. Dagegen waren bei den Heimspielen des FC Schalke 04, 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach 300 Fans vor Ort. (Quelle: WDR, 23.10.20)


Einstieg am Morgen

  • In den USA haben sich Donald Trump und Joe Biden haben sich in der abschließenden Präsidentschaftswahldebatte über die Coronavirus-Pandemie gestritten. Der Präsident verteidigte seine Reaktion auf eine Pandemie, bei der bereits 223.000 Amerikaner ums Leben kamen. Trump sagte über die Pandemie: „Ich übernehme die volle Verantwortung. Es ist nicht meine Schuld, dass es hierher gekommen ist. Es ist Chinas Schuld. “ Biden argumentierte, Trump habe überhaupt „keinen klaren Plan“, um das Virus unter Kontrolle zu bringen.
  • Australien wird die Obergrenze für die Zahl der Bürger und ständigen Einwohner, die jede Woche nach Hause zurückkehren dürfen, leicht anheben, sagte Premierminister Scott Morrison am Freitag. In Australien gehen die lokalen Covid-19-Fälle nur langsam zurück, liegen aber inzwischen im einstelligen Bereich. Seit Juli hatte Australien die Anzahl der Menschen begrenzt, die jede Woche in ihr Haus zurückkehren dürfen. Um die Gefahr der CoViD-19-Verbreitung zu verringern, mussten sich die Einreisenden einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen.
  • Die US-amerikanische Food and Drug Administration hat Remdesivir, ein antivirales Arzneimittel, zugelassen, aber nur für Patienten, die einen Krankenhausaufenthalt benötigen. Das Medikament, das die kalifornische Gilead Sciences Inc Veklury herstellt, verkürzt laut einer Studie die Zeit bis zur Genesung von durchschnittlich 15 Tagen auf 10 Tage.
  • Die schlechte Reaktion der Trump-Regierung auf die Pandemie hat laut einer neuen Studie von Experten für Katastrophenvorsorge und öffentliche Gesundheit zu 130.000 bis 210.000 vermeidbaren Todesfällen geführt. Das Team errechnete vermeidbare Todesfälle, indem es schätzte, wie viele Menschen in anderen Ländern wie Japan und Südkorea gestorben wären, wenn sie dieselbe Bevölkerung wie die USA hätten, und diese Zahlen mit der US-Sterblichkeitsrate verglichen. (Quelle: The Guardian)

Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert Standards für Pflegeheime

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat einheitliche Corona-Regeln des Bundesgesundheitsministeriums für Pflegeheime als überfällig kritisiert. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte, die Lage der 900.000 Pflegebedürftigen in den Heimen sei bedrückend.

„Sie sind die verletzlichste Gruppe in der Corona-Krise. Gleichzeitig sind sie aber auch die leiseste. (…) Und weil das so ist, müssen die Pflegebedürftigen schon seit über einem halben Jahr darauf warten, dass endlich Leitlinien entwickelt werden, die sie schützen und die Isolation verhindern.“ Brysch nannte die Schnelltest-Strategie der Bundesregierung eine Farce. „Die Kontingente reichen gerade mal für einen halben Monat, um die Altenpflegekräfte täglich zu testen. Von den Angehörigen, Hospiz-Begleitern, Therapeuten und Seelsorgern ganz zu schweigen.“

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hatte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ angekündigt, „deutlich vor Weihnachten“ eine Handreichung vorzulegen, „um dem Flickenteppich mehr Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit zu geben“. Grund für seine Initiative ist die Angst Hunderttausender Pflegebedürftiger vor neuen Besuchsverboten in Heimen. „Diese Isolation, wie wir sie im Frühjahr hatten, darf es nicht noch einmal geben.“ (Quelle: ARD, 23.10.20)


Deutschland-Zahlen

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat am zweiten Tag in Folge bei mehr als 11.000 gelegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen unter Berufung auf die Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden am Vortag 11.242 neue Ansteckungsfälle erfasst. Dies waren 45 weniger als am Mittwoch, als der bisherige Höchstwert bei den täglich verzeichneten Neuinfektionen mit dem Virus in Deutschland ermittelt worden war.

Seit gestern sind 49 Menschen in Deutschland an CoViD-19 gestorben. Die Zahl der mit dem Corona-Virus im Zusammenhang stehenden Todesfälle wuchs dadurch auf 9.954.

Die Zahl der insgesamt seit Beginn der Pandemie in Deutschland erfassten Infektionsfälle stieg auf 403.291.Die Zahl der Genesenen lag den Angaben zufolge bei etwa 306.100. (Quelle: RKI, 23.10.20)


Neuer Höchststand bei Neuinfektionen in Italien

Italien hat binnen 24 Stunden mehr als 16 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten 16.079 neue Corona-Fälle. Einen Tag zuvor waren es knapp 15.200 gewesen, auch das war ein Rekordwert. Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland bisher nachweislich mehr als 465.700 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg am Donnerstag um 136 auf 36 968. Italien hat rund 60 Millionen Einwohner. Besonders schwer getroffen ist wie schon bei der ersten Welle der Pandemie die norditalienische Lombardei mit Mailand als Hauptstadt. 4125 der neuen Fälle wurden dort verzeichnet. (Quelle: ARD, 23.10.20)


Mehr als 10.000 CoViD-19-Tote

Die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle in Deutschland verblieb im Sommer glücklicherweise lange im einstelligen Bereich. In den vergangenen Wochen blieb es dann lange niedrig zweistellig. Das hat sich jetzt geändert.

Die Zahl der Todesfälleim Zusammenhang mit dem Corona-Virusist in den vergangenen drei Tagen um 100 gestiegen. Am Mittwoch meldete das Robert-Koch-Institut43 neue Todesfälle, am Donnerstag dann 33 weitere und am Freitag noch einmal 24. Am Dienstag hatte die Zahl der Toten noch bei 13 gelegen.

Parallel meldete die Wochenzeitung DIE ZEIT am späten Donnerstagabend insgesamt 10.018 Tote. Das Hamburger Blatt veröffentlichte die jüngsten Zhlen der Johns-Hopkins-Universität. (Quelle: Focus, DIE ZEIT, 23.10.20)


Überblick zur Nacht

  • Vor der Debatte mit Konkurrent Joe Biden ist US-Präsident Donald Trump negativ auf das Coronavirus getestet worden. Der Stabschef des Weißen Hauses sagte, der Präsident habe vor der zweiten und letzten Präsidentendebatte am Donnerstagabend einen negativen Test auf das Coronavirus durchgeführt.
  • Das Flaggschiff der EU, CoViD-19 Recovery Cash, wird später kommen. Die von der Pandemie am stärksten betroffenen Staaten müssen länger auf 750 Mrd. EUR warten, um ihre Volkswirtschaften wieder in Gang zu bringen, sagte ein hochrangiger Diplomat. Der Grund: Ein erneuter Anstieg der Infektionen bringt die Ökonomie auf dem Kontinent wieder zum Erliegen.
  • Supermärkte in Wales verkaufen während der Sperrung nur das Nötigste. Sie dürfen während der Sperrung von CoViD-19 keine Waren wie Kleidung und Hardware verkaufen, sagte der Premierminister Mark Drakeford. Damit sollen  gleiche Wettbewerbsbedingungen gewährleistet werden, da viele Einzelhändler gezwungen sein werden, ihre Läden zu schließen.
  • Griechenland wird in den am stärksten von Covid-19 betroffenen Gebieten, einschließlich Athen, eine Ausgangssperre verhängen. Der Premierminister Kyriakos Mitsotakis sagte, diese trete ab Samstag zwischen 12.30 Uhr und 5.00 Uhr an Orten mit hohem Risiko in Kraft.
  • Frankreich hat seine nächtlichen Ausgangssperren auf weitere Regionen ausgedehnt. Inzwischen sind davon zwei Drittel der französischen Bevölkerung betroffen. Der Premierminister Jean Castex sagte, die Ausgangssperre von 21.00 bis 06.00 Uhr werde ab Freitag um Mitternacht für sechs Wochen auf 38 Departements und einige überseeische Gebiete ausgedehnt.
    (Quelle: The Guardian, 23.10.20)

Grafschaft Bentheim: Anstieg von Krankenhauspatieten mit CoViD-19

Parallel zu den steigenden Corona-Infektionszahlen im Landkreis Grafschaft Bentheim vermeldet jetzt auch die zentrale Euregio-Klinik einen Anstieg von stationär behandlungsbedürftigen CoViD-19 Patienten. Waren es in der vergangenen Woche noch fünf Patienten, so befinden sich aktuell bereits zwanzig – überwiegend ältere – Patienten in dem Krankenhaus. Nach Angaben der Wochenzeitschrift DIE ZEIT  müssen vir von ihnen intensivmedizinisch versorgt werden.
Auch das Personal sei entsprechend vorbereitet und sensibilisiert. „Wenn man sich vor Augen führt, dass unsere Mitarbeiter wie in den Vormonaten der Pandemie wieder mit maximalem Einsatz die Versorgung der Corona-Patienten übernehmen, erfüllt einen das mit Stolz, so engagierte Mitarbeiter zu haben“,sagte Geschäftsführer Michael Kamp.

Die aktuelle Situation bringt noch weitere Einschränkungen mit sich. So werden die derzeit noch gültigen Besucherregelungen ab Samstag, 24. Oktober, verschärft. „Vor dem Hintergrund der regional in den letzten Tagen stark gestiegenen Zahlen an Neuinfektionen und der damit verbundenen Gefahr, dass Infektionen über Besucher ins Krankenhaus eingebracht werden könnten werden bis auf weiteres grundsätzlich keine Besuche mehr zugelassen. Es ist uns allerdings wichtig, weiterhin Ausnahmeregelungen für Besuche von intensivmedizinisch zu versorgende Patienten, Palliativpatienten oder Patienten im Bereich der Pädiatrie und Geburtshilfe zu ermöglichen. Entsprechende Regelungen sind individuell mit den jeweiligen Stationsleitungen abzustimmen“, erläutert der Geschäftsführer

Einschränkungen im Bereich der Notfallversorgung und der geplanten, nicht unbedingt medizinisch notwendigen Eingriffe sowohl von ambulanten als auch stationären Patienten sind derzeit noch nicht geplant und sollen möglichst vermieden werden, betont die Klinik-Leitung. Eine Besonderheit ergebe sich jedoch bei der Begleitung dieser Patienten. Sie sollten weiterhin möglichst allein kommen. Ausnahmen hiervon sollten im Vorfeld, bei der Terminvergabe, abgestimmt werden.

In der Euregio-Klinik sind bis zum heutigen Zeitpunkt rund 300 Covid-19 Patienten (sowohl labordiagnostisch bestätigte als auch Verdachtsfälle) behandelt worden. Eine labordiagnostische Bestätigung erfolgte bei 86 Patienten. (Quelle: GN, 23.10.20)


Vechta: Trauerfeier Ursache für sprunghaften Infektionsanstieg

Die sprunghaft angestiegene Zahl der Corona-Neuinfektionen im Landkreis Vechta ist offenbar auf eine große jesidische Trauerfeier in Lohne zurückzuführen.

Wie viele Personen sich dort genau infiziert haben, ist derzeit noch unklar, aber etliche Gemeindemitglieder sollen betroffen sein. Im Landkreis Vechta wurden innerhalb von 24 Stunden insgesamt 66 Neuinfektionen registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg dadurch von 108 auf über 138.

Ob sich die Trauernden an die Hygienemaßnahmen gehalten haben, kann der Landkreis Vechta bislang nicht sagen. Die jesidische Gemeinde versicherte allerdings, dass es eine Teilnehmerliste gebe, die dem Landkreis vorliege. Zuvor war angenommen worden, dass sich die Neuinfizierten bei der Trauerfeier für einen tödlich verunglückten Pastor der katholischen Gemeinde St. Gertrud angesteckt hatten. Diese Einschätzung hat der Landkreis aber mittlerweile revidiert.

Wegen der hohen Infektionszahlen gelten im Landkreis Vechta ab Freitag verschärfte Corona-Regeln. An Trauerfeiern und Hochzeiten dürfen dann nur noch maximal 25 Personen teilnehmen. (Quelle: NDR, 22.10.20)


Frankreich-Zahlen:
Mehr als 41.000 Neuinfektionen – Jede Minute ein neuer Klinik-Patient

Das Gesundheitsministerium in Frankreich meldet mit 41.622 Neuinfektionen die höchste bislang verzeichnete Zahl an einem Tag. Damit sind insgesamt 999.043 Fälle bekannt. Die Zahl der Todesfälle steigt um 162 auf 34.210.

Laut Gesundheitsminister Olivier Véran wird jede Minute in Frankreich ein neuer Corona-Patient in die Krankenhäuser des Landes eingeliefert. (Quelle: TSP, 22.10.20)


Mi/Do-Zahlen in der Grafschaft Bentheim

Zu den bisherigen Fällen an CoViD-19-Infizierten in der Grafschaft Bentheim sind am Mittwoch 49 und am Donnerstag weitere 43 neue Fälle hinzugekommen. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 677.

Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer CoVid-19-Erkrankung war bereits am Dienstag um einen neuen Fall auf 19 gestiegen.

In Quarantäne befinden sich 1089 Personen. Der Inzidenzwert beträgt laut Landkreisangaben 99,2. (Quelle: GN, 22.10.20)


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Zusammenfassung am Abend

  • Die Slowakei wird von Samstag bis 1. November einen teilweisen Lockdown verhängen, um die Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen einzudämmen, sagte der Premierminister Igor Matovic. Die Menschen dürfen ab dann nur zur Arbeit, zu wichtigen Einkäufen und Dienstleistungen sowie zu Ausflügen in die Natur in der Nähe ihres Zuhauses gehen.
  • Auch Griechenland verhängt für die  am stärksten von Covid-19 betroffenen Gebieten, einschließlich Athen, eine Ausgangssperre, die die Bewegung deutlich einschränkt. Der Premierminister Kyriakos Mitsotakis sagte, der Lockdown werde ab Samstag zwischen 12.30 Uhr und 5.00 Uhr an Orten mit hohem Risiko beginnen. Kozani und Kastoria, zwei Regionen in Nordgriechenland, ind dem höchsten Risiko ausgesetzt, und es wurden bereits regionale Sperrungen angekündigt, gefolgt von anderen Provinzen mit erhöhten Infektionszahlen in Nordgriechenland und der Region Attika.
  • Die Kanarischen Inseln, die Malediven, Dänemark und Mykonos wurden in die Liste der Reiseoptinen in England aufgenommen. Reisende von diesen Zielen müssen sich am Sonntag, den 25. Oktober, ab 4 Uhr morgens nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne begeben.
  • Frankreich erweitert eine nächtliche Ausgangssperre auf weitere Regionen, von denen 46 Millionen Menschen – zwei Drittel der französischen Bevölkerung – aufgrund der raschen Ausbreitung des Virus betroffen waren. Premierminister Jean Castex sagte, die Ausgangssperre von 21.00 bis 06.00 Uhr werde ab Freitag um Mitternacht für sechs Wochen auf 38 Departements sowie einige überseeische Gebiete ausgedehnt. Die Maßnahme kommt sechs Tage, nachdem Frankreich den Ausnahmezustand erklärt und in Paris und acht anderen Großstädten eine Ausgangssperre verhängt hat und nachdem die täglichen Neuinfektionen Rekordwerte erreicht haben.
  • Italien registrierte 16.079 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, die höchsten täglichen Fälle seit Beginn des Ausbruchs und lag über dem bisherigen Rekord von 15.199 am Mittwoch. Die Lombardei, die am stärksten betroffene Region, machte 4.125 der neuen Fälle aus, während das benachbarte Piemont mit 1.550 Neuinfektionen die zweitschlechteste war.
  • In Polen sind in den letzten 24 Stunden mehr als 12.100 Neuinfektionen und 170 neue CoViD-19-Todesfälle registriert worden.
  • Portugal verhängte einen Lockdown für drei im Norden des Landes gelegene Kommunen, um dort den Anstieg der Coronavirus-Fälle einzudämmen. Ab Freitag können rund 161.000 Einwohner in den Gemeinden Felgueiras, Lousada und Pacos de Ferreira nur noch das Haus verlassen, um zu arbeiten, zur Schule zu gehen oder andere wichtige Aktivitäten wie den Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten zu erledigen.
  • Zypern hat das Tragen von Gesichtsmasken in allen Bereichen angeordet und in zwei Distrikten, in denen die CoViD-19-Fälle stark zugenommen haben, eine Ausgangssperre verhängt. Gesundheitsminister Constantinos Ioannou sagte, die Verwendung von Masken sei jetzt in allen Außenbereichen obligatorisch, außer während des Trainings. Er kündigte auch eine Ausgangssperre von 23.00 bis 05.00 Uhr in den Distrikten Limassol und Paphos an, die von Freitag bis 9. November gilt.
  • Deutschland hat Reisewarnungen für beliebte Skigebiete in Österreich, Italien und der Schweiz bekanntgegeben, derweil es sich bemüht, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, da die Zahl der Neuinfektionen zum ersten Mal über 10.000 pro Tag stieg.
  • In Tschechien wird die Regierung das Parlament auffordern, die Notstandsbefugnisse zu erweitern, die derzeit am 3. November auslaufen sollen, sagte der Gesundheitsminister Roman Prymula.
  • Frankreich, Italien, Spanien, Dänemark, die Niederlande, Österreich, Kroatien, Slowenien und Bosnien haben heute Rekordzahlen bei Covid-19-Infektionen gemeldet.
    (Quelle The Guardian, 22.10.20)

Sozialministerin fordert Alten- und Pflegeheime auf, umsichtig vorzugehen

Alten- und Pflegeheimbewohner sollen bei steigenden Corona-Zahlen nicht automatisch unter Besuchsverboten leiden. Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann(SPD)  rief die Heime dazu auf, umsichtig vorzugehen.

In der Corona-Verordnung des Landes sei ganz klar ein Recht auf Besuch verankert, sagte die SPD-Politikerin in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Dieses Recht könne nur eingeschränkt werden, wenn es triftige Gründe dafür gibt. Hohe Fallzahlen in einer Kommune seien nicht zwingend ein Grund für Einschränkungen. Seien die Infektionen lokal eingrenzbar, und etwa einem Schlachthof zuzuordnen, gebe es aus ihrer Sicht keinen Grund für Besuchseinschränkungen, sagte die Ministerin.

Anders sei es, wenn das Coronavirus in einer Kommune streue. Dann steige auch die Gefahr, dass es von außen in die Einrichtung getragen werde, so Reimann. In diesem Fall könnten höhere Schutzmaßnahmen durchaus angebracht sein. „Das ist ein sensibler Abwägungsprozess“, sagte die Ministerin. Bei den Entscheidungen gibt das Land den Heimen einen gewissen Spielraum. Allerdings dürfen die Besuchsrechte von Bewohnern nicht „unverhältnismäßig“ eingeschränkt werden. Wer mit einzelnen vor Ort getroffenen Entscheidungen nicht einverstanden sei, könne sich an das örtliche Gesundheitsamt wenden, sagte Reimann. (Quelle: NOZ, 22.10.20)


Altmaier will Überbrückungshilfen bis Mitte 2021 verlängern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will die Überbrückungshilfen für Selbstständige und mittelständische Unternehmen bis Mitte 2021 laufen lassen. Das Programm könne ab Januar für drei oder sechs Monate verlängert werden, er sei dabei für eine möglichst große Planungssicherheit für Betriebe, sagte der Politiker. Zur genauen Höhe der Hilfen in dieser Phase äußerte er sich nicht. Die große Koalition stimmt sich zu den Details derzeit ab. Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat aber bereits signalisiert, notwendige Hilfen auch nächstes Jahr zahlen zu wollen.

Altmaier sprach sich auch dafür aus, gegebenenfalls noch in diesem Jahr Änderungen vorzunehmen, etwa um einzelnen Branchen gesondert helfen zu können. Vor allem das Gastgewerbe fordert weitere Hilfen, da die Gastronomie sowie Hotels derzeit von den neuerlichen Beschränkungen besonders betroffen sind. So fordert etwa der Branchenverband Dehoga, die Fixkostenzuschüsse von derzeit maximal 50.000 Euro pro Unternehmen auf 250.000 Euro anzuheben.

Für die Überbrückungshilfen stehen derzeit knapp 25 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon wurden bislang allerdings erst 1,2 Milliarden Euro bewilligt. (Quelle: ZEIT, 22.10.20)


Klagen gegen Lockdown im Berchtesgadener Land

Gastronomen und andere Betroffene gehen gerichtlich gegen die strengen Corona-Maßnahmen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land vor. Beim Verwaltungsgericht München gingen mehrere Klagen und Eilanträge ein.

Unter andern wendet sich ein Gastronom im Eilverfahren gegen die Schließung seines Betriebes, wie ein Gerichtssprecher sagte. Ein weiterer Gastronomiebetrieb will erreichen, dass er entgegen der Allgemeinverfügung des Landratsamtes auch nach 20 Uhr Speisen zum Abholen oder zur Lieferung anbieten kann. In einem Eilverfahren will eine Schülerin aus Berchtesgaden erreichen, dass sie ihr Gymnasium in Traunstein besuchen kann.

Wegen der sprunghaft gestiegenen Infektionszahlen mussten Hoteliers und Ferienwohnungsvermieter am Dienstag ihre Gäste mit Ausnahme von Geschäftsreisenden nach Hause schicken. Die Gastronomie bleibt geschlossen. Das Landratsamt hatte eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist im Landkreis vorerst bis zum 2. November nur noch mit triftigem Grund erlaubt. (Quelle: ZEIT, 22.10.20)


Obdachlos in der Pandemie

DlfKultur berichtet über Obdachlose in Corona-Zeiten:

Der Winter ist eine schwierige Jahreszeit für Obdachlose. Kommen Winter und Corona zusammen, wird die Lage für viele noch prekärer. Beispiel Köln: Hier sind ca 6.000 Menschen obdachlos und hier versuchen Hilfsvereine und die Sozialverwaltung, sich für die kommenden Monate zu rüsten.

„Guten Abend, möchten Sie noch Ketchup oder Brot dazu?“

Montagabend am Breslauer Platz in Köln, direkt hinter dem Hauptbahnhof. Der sogenannte Kältebus ist da, zusammen mit fünf Ehrenamtlichen der Organisation „Freunde der Kölner Straßen“. Immer montags und mittwochs geben sie direkt hinter dem großen Brunnen am Breslauer Platz, aus einem umgebauten Transporter heraus, wohnungslosen Menschen ein warmes Essen, Kleidung und ein offenes Ohr.

„Um neun Uhr gibt’s neue Schuhe, ja? Erst gibt’s jetzt Essen und um neun Uhr dann Kleider.“

Die Warteschlange am Bus ist lang

Rund 80 Obdachlose kommen hier regelmäßig vorbei, auch jetzt, wenige Minuten nach Ankunft des Busses, ist die Schlange der Wartenden schon mehr als 20 Meter lang. „Ich bin jetzt seit einem halben Jahr quasi obdachlos“, sagt dieser Mann mit Mütze und zerschlissenem Rucksack. Er ist wie alle anderen hier froh, dass der Bus weiter kommen darf, trotz steigender Corona-Zahlen.

„Corona ist mir egal, weil ich Hunger habe“, sagt diese Frau und lehnt sich etwas wankend an einen Mann an. Abstände werden unter den Wohnungslosen in der Schlange nicht immer eingehalten, aber die Helfer des Kölner Kältebusses achten darauf, dass zumindest jeder eine Maske trägt und sich die Hände desinfiziert.

„Gute Hilfe, dieser Bus, super Hilfe.“
„Das ist unheimlich wichtig.“
„Ist schon ne tolle Sache, auf jeden Fall.“
„Die Leute sind Engel, dass sie das geben, immer gutes Essen und immer schön warm.“

Die Hygieneregeln machen… [weiter bei DLFKultur, 22.10.20]


Schweden verschärft Regeln für Nachtclubs

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen führt die schwedische Regierung strengere Regeln für Nachtclubs ein. Die Zahl der Besucher wird auf 50 begrenzt. „Die Partys in den Nachtclubs sind jetzt vorbei“, sagt Ministerpräsident Stefan Löfven. Gleichzeitig lockert Schweden die Auflagen für Sportveranstaltungen und andere Events, bei denen die Zuschauer weit auseinander sitzen können. Ab dem 1. November dürften bis zu 300 Personen teilnehmen, bislang sind es maximal 50. (Quelle: TSP, 22.10.20)


Dänemark schließt Grenze für deutsche Urlauber

Menschen aus Deutschland dürfen wegen der steigenden Corona-Neuinfektionszahlen ohne triftigen Einreisegrund nicht mehr nach Dänemark einreisen. Das teilte der dänische Außenminister Jeppe Kofod am Donnerstag mit. Die Maßnahme bedeutet unter anderem, dass deutsche Touristen nicht mehr ins Land kommen dürfen. Für den Großteil der weiteren Staaten in Europa gelten diese Einreisebeschränkungen bereits seit Längerem. Für Einwohner Schleswig-Holsteins sollen Ausnahmen gelten.

Auch in Dänemark hat die Zahl der Neuinfektionen ein Rekordhoch erreicht. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden 760 neue Fälle von Covid-19 registriert. Das teilte das Staatliche Seruminstitut mit. Virologen weisen aber darauf hin, dass die hohe Zahl nicht bedeuten muss, dass sich nun mehr Menschen infizieren als im Frühjahr, weil inzwischen sehr viel mehr getestet werde.

Die dänische Regierung hat angesichts der zunehmenden Neuinfektionen schärfere Maßnahmen in Aussicht gestellt. „Die nächsten zwei bis drei Tage werden entscheidend sein“, sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Donnerstag. Er werde sich strengeren Beschränkungen oder Regeln nicht in den Weg stellen. Schon jetzt muss man in großen Teilen des öffentlichen Lebens in Dänemark einen Mundschutz tragen. Es gilt ein Versammlungsverbot von 50 Personen. (Quelle: TSP, 22.10.20)


Massentest bei Neuenhauser Maschinenfabrik

Früher als erwartet liegen die Ergebnisse der Corona-Massentests bei der Neuenhauser Unternehmensgruppe vor. Demnach sind von den knapp 1100 getesteten Beschäftigten drei Personen positiv getestet worden. Das sind weniger als befürchtet. Die Firmenleitung sieht damit ihr Hygienekonzept bestätigt, mahnt aber zu weiter umsichtigem Verhalten. Die Testergebnisse seien nur eine Momentaufnahme.

Die Firmenleitung hatte auf die zahlreichen Neuinfektionen reagiert und alle rund 1100 Beschäftigten in Neuenhaus und Veldhausen zu freiwilligen Coronatests aufgefordert. Diese Massentests auf Kosten des Unternehmens wurden ab Montag von einem Dienstleister aus dem Münsterland vorgenommen. Seit Mittwochmittag liegen die Ergebnisse vor.

Demnach ergaben sich bei gut 670 Tests am Standort Neuenhaus drei neue Corona-Infektionen. Alle Betroffenen stammen aus der Grafschaft. Sie werden vom Gesundheitsamt weiter betreut, Angehörige und Kontaktpersonen gehen in Quarantäne. Im Zweigbetrieb Glüpker waren ebenfalls am Montag 385 Beschäftigte getestet worden. Dabei wurde keine einzige neue Corona-Infektion entdeckt.

Im Zweigbetrieb im emsländischen Dalum geht die Zahl der Infizierten unterdessen weiter zurück. Sie lag zuletzt bei 14 Betroffenen. In der Spitzenzeit hatte es dort mehr als 35 Coronafälle gegeben. Auch in Dalum begann am Mittwoch ein Massentest für alle 240 Beschäftigten. (Quelle: GN, 22.10.20)


WHO-Kooperation mit Wikipedia zu Corona-Informationen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Onlinelexikon Wikipedia wollen den Zugang zu verlässlichen Informationen über das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 erleichtern. Eine entsprechende Kooperation haben die WHO und die Wikimedia Foundation, die gemeinnützige Organisation hinter der Wikipedia, am Donnerstag in Genf vereinbart, wie beide Organisationen mitteilten.

Mit der Zusammenarbeit sollen vertrauenswürdige öffentliche Gesundheitsinformationen unter einer freien Creative-Commons-Lizenz verfügbar gemacht werden.

Künftig sollen Menschen auf der ganzen Welt über die digitale Wikipedia-Bibliothek einen Zugang zu Infografiken, Videos und anderen Informationen der WHO zur öffentlichen Gesundheit haben, erklärte Wikimedia. Die freie Lizenz ermögliche es auch, die Inhalte mit anderen ohne Beschränkungen teilen zu können. (Quelle: TSP, 22.10.20)


Niedersachsen verschärft Regeln

Die neue niedersächsische Corona-Verordnung tritt am Freitag in Kraft. Sie sieht bei kritischen Inzidenzzahlen eine Verschärfung der Maskenpflicht in öffentlichem Raum sowie eine Sperrstunde vor.

Mehrere Stunden hat die Landesregierung am Donnerstag über eine neue Corona-Verordnung beraten – und unter anderem Vertreter der kommunalen Spitzenverbände angehört. Am Nachmittag meldete das Sozialministerium dann Vollzug. Die Regeln der neuen Corona-Verordnung gelten ab Freitag. Ursprünglich sollte bereits am Mittag eine Pressekonferenz zu der Verordnung stattfinden, diese fiel aufgrund laufender Gespräche jedoch aus.

Als ersten Punkt hat die Landesregierung die Maskenpflicht verschärft. Sie gilt nun ab einem Inzidenzwert von 35 – sprich: 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen – und zwar auch unter freiem Himmel, wenn ein Abstandhalten nicht gewährleistet ist. Es handele sich dabei um eine Empfehlung. Ab dem Inzidenzwert 50 ist die Regel verpflichtend. Landkreise und kreisfreie Städte legen die entsprechenden Orte in einer entsprechenden Allgemeinverfügung fest.

Folgende zusätzliche Einschränkungen sind vorgesehen: Es soll Sperrzeiten zwischen 23 und 6 Uhr geben, wenn eine Kommune über dem kritischen Inzidenzwert von 35 liegt. Steigt die Inzidenz sogar auf über 50, dürfen Gastronomiebetriebe zudem keine alkoholischen Getränke außer Haus verkaufen. Zudem setzt die Landesregierung bei Zusammenkünften im privaten und öffentlichen Raum auf verschärfte Kontaktbeschränkungen.

Kritik an den neuen Regelungen kam von der FDP. Der Fraktionsvorsitzende im Niedersächsischen Landtag, Stefan Birkner, sagte: „Auf mich wirkt einiges in dieser Verordnung mehr wie Aktionismus als wie eine durchdachte Strategie.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages ist erneut stark gestiegen. Allein in Niedersachsen wurden weitere 754 Menschen positiv getestet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit landesweit mittlerweile bei einem Wert von 40,5. (Quelle: NDR, 22.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 27.780 Infektionen mit dem Coronavirus sind laut aktuellem Stand (22. Oktober 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 754. Insgesamt sind beim NLGA bis heute 719 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert: Damit hat es seit gestern keine neuen Todesfälle gegeben. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 20.929 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote sinkt damit weiter ab und liegt nun bei 75,3 Prozent. Auch die Auslastung der Intensivstationen kommt wieder in den Fokus. (Quelle: NDR, 22.10.20)



Schweiz, Polen und fast ganz Österreich nun auch Risikogebiete

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat aufgrund der steigenden Neuinfektionen ganz Österreich bis auf Kärnten zum Risikogebiet erklärt. Die Reisewarnung gilt ab Samstag, teilt das RKI mit. Die Hauptstadt Wien sowie die Bundesländer Tirol und Vorarlberg standen bereits zuvor auf der roten Liste.

Das RKI weist zudem nun auch die Schweiz, Polen, Irland und große Teile Italiens als Risikogebiete aus .

Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Liste gestrichen.

(Quelle: RKI, 22.10.20)


Polen-Zahlen

Nach Angaben des polnischen Gesundheitsministeriums wurden in dem Nachbarland binnen 24 Stunden rund 12.100 neue Corona-Infektionen registriert. Hinzu kämen 168 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Ansteckung.

Damit haben sich seit Beginn der Pandemie der Zählung der Johns-Hopkins-Universität zufolge mehr als 202.500 Menschen in Polen mit dem Erreger angesteckt. Das Land zähle inzwischen mehr als 3.800 Corona-Tote. (Quelle: TSP, 22.10.20)


RKI-Präsident Wieler: „Lage sehr ernst“

Das Robert Koch-Institut hat während einer Pressekonferenz den Ernst der aktuellen Corona-Lage herausgestellt. „Es ist ein sehr dynamisches Geschehen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. „Die Fallzahlen steigen immer schneller.“ An diesem Donnerstag gebe es mit mehr als 11.000 Neuinfektionen die höchste bisher gemessene Zahl. Wieler fügte aber hinzu: „Derzeit haben wir noch die Chance, die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.“ Voraussetzung dafür sei aber die konsequente Einhaltung der Hygieneregeln.

Es seien im Moment weiterhin eher jüngere Menschen von Infektionen betroffe, daher seien die Verläufe auch leichter. Aber auch mehr alte Patienten infizierten sich wieder, sagte Wieler. Aktuell befänden sich 943 Patienten auf Intensivstationen, diese Zahl habe sich in den vergangenen beiden Wochen verdoppelt. „Wir müssen davon ausgehen, dass auch die schweren Fälle wieder zunehmen und auch die Zahl der Toten steigt“, sagte Wieler.

Bild: Quelle: RKI
Der RKI-Präsident betonte mehrfach, dass vor allem von privaten Zusammenkünften momentan die größte Ansteckungsgefahr ausgehe. Eine Analyse des Infektionsumfeldes zeige das sehr deutlich, Ansteckungen im öffentlichen Nahverkehr oder auch in Hotels seien dagegen eher seltener. „Es kommt im privaten Umfeld zu immer mehr Ansteckungen“, sagte Wieler, etwa bei Familienfeiern in geschlossenen Räumen oder privaten Treffen. „Die Menschen stecken sich eben dort an und tragen das Virus weiter.“ Dabei wüssten laut einer Umfrage zwei von drei Menschen, dass das Risiko auf privaten Feiern besonders hoch sei.

„Die gute Nachricht ist, wir können selbst dazu beitragen, eine Ansteckung zu verhindern“, sagte Wieler. Man sollte Feiern, wenn es irgendwie geht, auch vermeiden und die Zahl der Personen möglichst klein halten, um viele Ansteckungen zu vermeiden. „Wir sind nicht machtlos“, sagte er. Es müssten sich mehr Menschen an die sogenannten AHA+L-Regeln halten. Wieler sah keine Veranlassung, die von Deutschland gefahrene Strategie gegen das Coronavirus zu ändern. Eindämmung, Schutz und Milderung seien die drei Pfeiler für ein erfolgreiches Vorgehen.

Der RKI-Präsident appellierte an die Gesundheitsämter, trotz der derzeitigen hohen Anforderungen an sie durchzuhalten. Die Überforderungen einiger Gesundheitsämter sei „ernst und besorgniserregend“, sagte Wieler. Aber man müsse jede Anstrengung auch unter diesen Umständen aufrechterhalten und dürfe nicht aufgeben.

Auf Frage wies Wieler darauf hin, dass in einigen anderen Ländern schon vor einigen Monaten die Kontaktnachverfolgung mit entsprechenden Folgen eingestellt worden sei, weil sie es nicht mehr geschafft hätten – etwa Schweden und Großbritannien. Das dürfe in Deutschland nicht passieren. Jede Nachverfolgung sei besser als keine. (Quelle: DIE ZEIT, 22.10.20)


Städtetag fordert mehr Bundestag

„Das Parlament schweigt mir einfach zu laut.“ Das sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags Helmut Dedy. Er glaubt, dass mehr Bundestagsdebatten die Akzeptanz für verschärfte Maßnahmen erhöhen würden. Es sei entscheidend, dass auf Bundesebene mit einer Stimme gesprochen werde, meint Dedy im ZDF-Morgenmagazin.

Die Kommunen konzentrierten sich darauf, Kontakte nachzuverfolgen und Regeln durchzusetzen. Bei der Nachverfolgung seien die Städte aber am Limit und zum Teil darüber hinaus. Die Kommunen bräuchten mehr Personal. „Was wir nicht schaffen, ist Akzeptanz bei den Menschen herzustellen“, sagt Dedy. (Quelle: DIE ZEIT, 22.10.20)


RKI: Ansteckungen im privaten Bereich nehmen zu

Der Aussage des Chefs des Robert Koch-Institutes, Lothar Wieler, zufolge nehmen die Infektionen in privaten Haushalten im Vergleich zum Frühjahr deutlich zu. Menschen würden sich vermehrt bei privaten Treffen anstecken und das Virus dann in den eigenen Haushalt tragen, sagte Wieler auf der RKI-Pressekonferenz.

Weiterhin würden sich im Vergleich zur sogenannten ersten Welle mehr jüngere Menschen infizieren. Daher habe auch die Zahl der leichteren Krankheitsverläufe zugenommen. (Quelle: PK RKI, 22.10.20)


Neustart in der Deutschen Eishockey Liga

Acht Monate nach dem Abbruch der vergangenen Saison nimmt die Deutsche Eishockey Liga mit einem Testturnier den Spielbetrieb wieder auf. Ab dem 11. November werden acht der 14 Clubs an dem Wettbewerb teilnehmen: In zwei Gruppen spielen die Krefeld Pinguine, die Düsseldorfer EG, die Grizzlys Wolfsburg, die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven, Red Bull München, die Adler Mannheim, die Eisbären Berlin und die Schwenninger Wild Wings mit. Das Finale soll am 12. Dezember ausgetragen werden. (Quelle: Sportschau 22.10.20)


Spanien: Gesundheitsminister kündigt schärfere Maßnahmen

Aus Sicht des spanischen Gesundheitsministers Salvador Illa ist die derzeitige Corona-Lage in seinem Land bereits wieder „außer Kontrolle geraten“. Daher geht er davon aus, dass zeitnah wieder striktere Beschränkungen auf die Bevölkerung zukommen werden. (Quelle: Tagesschau, 22.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 22.10.2020, 09.30 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht kontinuierlich weiter. Seit gestern wurden 59 (!) weitere Menschen als infiziert festgestellt. Allerdings ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 1.033 Genesene (+31) gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.385 (+59); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 424,8. Aktuell sind im Emsland jetzt 327 (+28) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell aber nur rund 820 Personen in Quarantäne (+20); das sind lediglich gut zwei Personen pro akut Infiziertem. Diese Zahl lässt die Befürchtung zu, dass im Emsland keine konsequente Zurückverfolgung von Infektionen geschieht.

Weiter gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland. Laut Wochenzeitschrift DIE ZEIT werden zzt drei CoViD-19-Erkrankte in den emsländischen Krankenhäuser intensivmedizinisch behandelt, ebenso viele in der Grafschaft Bentheim.

In Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 183 (+7). Es sind 27 Infizierte mehr als vor einer Woche, was einer 7-Tages-Inzidenz von 49,1 entspricht. 144 (+6) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 35 (+1) Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 29 22 1 6
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 27 0 5
Samtgemeinde Freren 58 47 9 2
Einheitsgemeinde Geeste 39 31 0 8
Stadt Haren (Ems) 114 91 1 22
Stadt Haselünne 81 62 0 19
Samtgemeinde Herzlake 23 20 0 3
Samtgemeinde Lathen 39 26 0 13
Samtgemeinde Lengerich 29 24 1 4
Stadt Lingen (Ems) 183 (+7) 144 (+6) 4 35 (+1)
Stadt Meppen 199 139 4 56
Samtgemeinde Nordhümmling 40 23 0 17
Stadt Papenburg 125 97 2 26
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 18 0 4
Samtgemeinde Sögel 206 146 0 60
Samtgemeinde Spelle 21 15 1 5
Einheitsgemeinde Twist 42 36 2 4
Samtgemeinde Werlte 101 64 0 37
Gesamt* 1385 (+59) 1033 (+31) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 327 (+28)

KfW-Umfrage: In mittelständischen Firmen droht massiver Jobverlust

Die Corona-Krise reißt ein milliardenschweres Loch in die Kassen der mittelständischen Unternehmen bundesweit. In seinem Mittelstandspanel schätzt die staatliche Förderbank KfW, dass die Gewinne dieser Konzerne im gesamten Jahr 2020 im rund 545 Milliarden Euro einbrechen könnten. Die KfW zählt Firmen mit einem Umsatz von maximal 500 Millionen Euro jährlich zum Mittelstand.

Die finanziellen Einbußen könnten zu einem umfassenden Stellenabbau führen. Der Umfrage zufolge planen 16 Prozent der kleinen und mittleren Firmen in diesem Jahr die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren, um Kosten zu senken. Insgesamt könnte die Zahl der beschäftigten um rund 3,3 Prozent abnehmen, was einem Verlust von fast 1,1 Millionen Arbeitsplätzen entsprechen würde. (Quelle: kfw, 22.10.20)


Osnabrück: Maskenpflicht

In Osnabrück greifen seit Mitternacht verschärfte Corona-Regeln. Ab sofort gilt in großen Teilen der Innenstadt sowie vor dem Bahnhof Maskenpflicht. Zudem müssen Gastronomen spätestens um 23 Uhr schließen. Die Sperrstunde geht bis 6 Uhr morgens. Die Regeln sollen vorerst für drei Wochen Bestand haben, teilte die Stadt mit. Der Krisenstab hat sie beschlossen, weil der Inzidenzwert in Osnabrück am Mittwoch die kritische Marke von 50 überschritten hatte. (Quelle: NDR, 22.10.20)


Coronazahlen steigen, Konsumlaune nimmt ab

Mit den steigenden Infektionszahlen wächst bei den Deutschen auch wieder die Sorge vor finanziellen Einschnitten durch die Corona-Pandemie. Das spiegelt sich auch in der Kauflaune der Bevölkerung wider, wie die Konsumklimastudie für Oktober des Forschungsunternehmen GfK aufzeigt. Für die Untersuchung wurden im Zeitraum vom 30. September bis zum 13. Oktober rund 2000 Verbraucher befragt.

Mit 74 Prozent sieht ein Großteil der Studienteilnehmer die Pandemie als eine große oder sogar sehr große Bedrohung an. Die Hälfte der Befragten macht sich demnach Sorgen vor persönlichen wirtschaftlichen Einschnitten, etwa beim Einkommen.

Rolf Bürkl vom GfK-Institut sprach zudem von einer wachsenden Angst vor einem weiteren bundesweiten Lockdown. „Die zum Teil kräftige Erholung der Stimmung vom Frühsommer dieses Jahres ist damit zum Stillstand gekommen und lässt das Konsumklima wieder abrutschen“, sagte Bürkl.

Als Folge prognostiziert das Unternehmen für November einen Rückgang um 1,4 Punkte auf minus 3,1 Zähler. (Quelle: Tagesschau, 22.10.20)


Knapp 7000 neue Fälle in der Ukraine

In den vergangenen 24 Stunden haben die Behörden in der Ukraine den bisher höchsten Wert an Neuinfektionen innerhalb eines solchen Zeitraums erfasst: Demnach haben sich binnen eines Tages 7053 Einwohner mit dem Erreger angesteckt.

Damit steigt die Zahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie in dem Land auf mehr als 320.000 Fälle an. Laut der Johns-Hopkins-Universität sind bislang fast 6100 Menschen in der Ukraine gestorben, die sich nachweislich mit dem Virus infiziert hatten.

(Quelle: Tagesschau, 22.10.20)


Wieder mehr als 40.000 Patienten in US-Kliniken

Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters steigt in den USA die Zahl der Coronavirus-Patienten in Krankenhäusern erstmalig seit August wieder auf über 40.000. Die Kliniken melden 40.264 Erkrankte, die stationär behandelt werden müssen. Das entspricht einem Anstieg der Patientenzahlen in den vergangenen vier Wochen um 36 Prozent.

Im Oktober meldeten 16 US-Bundesstaaten Rekordwerte an Krankenhauseinlieferungen wegen Covid-19, darunter Iowa, Kansas, Missouri, Nebraska, North und South Dakota sowie Wisconsin. Zur Bewertung des Pandemiegeschehens ist die Zahl der Krankenhausaufenthalte eine feste Messgröße, da sie unabhängig von der Anzahl der Corona-Test ist. (Quelle: TSP, 22.10.20)


Wieder Hamsterkäufe: Deutlich steigende Nachfrage nach Toilettenpapier

Die Deutschen decken sich angesichts steigender Corona-Infektionen amtlichen Zahlen zufolge wieder zunehmend mit Hygieneartikeln und bestimmten Lebensmitteln ein. Wie eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes ergab, war der Absatz von Toilettenpapier in der Woche vom 12. bis 17. Oktober 2020 fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020.

Die Verkaufszahlen von Desinfektionsmitteln lagen in der betrachteten Woche nach Angaben der Behörde vom Donnerstag um knapp drei Viertel und die von Seife um knapp zwei Drittel über dem Vorkrisen-Durchschnitt. Auch die Nachfrage nach Mehl und Hefe zog nach Erkenntnissen der Statistiker wieder deutlich an.

Politiker und der Handel versichern immer wieder, die Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs sei gesichert und appellieren an die Verbraucher, keine „Hamsterkäufe“ zu tätigen. Eine erneute Welle solcher Vorratskäufe wie im Frühjahr sehen große Handelsketten bislang nicht, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur Anfang dieser Woche ergab. (Foto: CC s. Archiv v. 2.6.20; Quelle: TSP, 22.10.20)



Deutschland-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf 11.287 gestiegen. Das teilte das Robert Koch-Institut am Morgen mit. Der bisherige Rekordwert hatte bei 7.830 Infektionen gelegen.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland hat damit erstmals den Wert von 10.000 überschritten. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland war am Samstag mit 7.830 Neuinfektionen erreicht worden.

Am Donnerstag vergangener Woche waren mit 6.638 Fällen erstmals mehr als im Frühjahr gemeldet worden. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühling vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Mit Blick auf stetig steigende Fallzahlen will das Robert Koch-Institut im Laufe des Tages in einem Presse-Briefing im Online-Format zur Entwicklung der Pandemie in Deutschland informieren. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte zuletzt den Ernst der Lage betont. „Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten“, schreibt das RKI in seinem Lagebericht. „Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert.“ Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, das Lüften von Innenräumen und – wo geboten – eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Seit Anfang September schwankt die Zahl der Corona-Tests pro Woche zwischen 1,1 und 1,2 Millionen – mit ganz leicht steigender Tendenz. Die Positivenrate ist in der Zeit jedoch von 0,75 auf 3,63 Prozent gestiegen. Seit zwei Wochen steigt der Probenrückstau erneut an. Einige Labore wiesen auf Lieferschwierigkeiten für Arbeitsmaterialien hin.
(Quelle: RKI, 22.10.20)


Obama prangert „Inkompetenz“ beim Kampf gegen Corona an

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat der Regierung seines Nachfolgers Donald Trump bei der Eindämmung der Pandemie „Inkompetenz“ und das Verbreiten von Falschinformationen vorgeworfen. Viele Menschen in den USA hätten nicht sterben müssen, wenn auch nur „grundlegende“ Maßnahmen ergriffen worden wären, sagte der Demokrat bei einer Wahlkampfveranstaltung. Der Vergleich mit anderen Ländern wie dem Nachbarn Kanada zeige, dass die Zahl der Corona-Toten deutlich geringer hätte ausfallen können, sagte Obama im Bundesstaat Pennsylvania.

„Die Pandemie wäre für jeden Präsidenten schwierig gewesen“, räumte Obama ein. Das „Ausmaß der Inkompetenz und der Falschinformationen“ seitens der Regierung habe die Situation aber weiter verschlimmert. Obama nannte den Republikaner Trump dabei nicht namentlich, es schien aber klar, auf wen er damit abzielte. (Quelle: Tagesschau, 22.10.20)



CDU-Parteitag vor der Absage?

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hält offen, ob die CDU ihren Bundesparteitag wie geplant Anfang Dezember in Stuttgart abhalten wird. Ziemiak sagte: „Wir haben das Infektionsgeschehen permanent im Blick.“ Der Parteitag sei „keine Party“. Parteien spielten im Grundgesetz eine besondere Rolle. Die endgültige Entscheidung werde die CDU-Spitze am kommenden Montag treffen.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hält offen, ob die CDU ihren Bundesparteitag wie geplant Anfang Dezember in Stuttgart abhalten wird. Im Gespräch mit „Bild Live“ sagte Ziemiak: „Wir haben das Infektionsgeschehen permanent im Blick.“ Der Parteitag sei „keine Party“. Parteien spielten im Grundgesetz eine besondere Rolle. Die endgültige Entscheidung werde die CDU-Spitze am kommenden Montag treffen.

(Quelle: ARD, 21.10.20)


Landgericht Aurich: 10 Gastwirte klagen gegen Versicherungen

Ist der Corona-Shutdown im März eine Betriebsschließung, für deren Kosten Versicherungen aufkommen müssen? Das wollen zehn ostfriesische Gastronomen und Hoteliers am Landgericht Aurich klären.

Der Streitwert in den Verfahren liegt laut Gericht zwischen 5.000 und einer Million Euro, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Konkret gehe es um Versicherungen, die die Kläger für den Fall einer Betriebsschließung abgeschlossen hatten.

Solche Versicherungen seien nicht für eine Pandemie konzipiert, sagte eine Sprecherin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Sie gelten in der Regel, wenn im Betrieb selbst versicherte Krankheiten wie Salmonellen oder Noroviren auftreten und das Unternehmen deshalb vom Staat geschlossen werde. Wenn Betriebe aus präventiven Gründen geschlossen werden, sei das nicht abgedeckt.

Auch das Landgericht Oldenburg beschäftigt sich vermehrt mit ähnlichen Klagen gegen Versicherungen. Vor einer Woche urteilte die Spezialkammer im Sinne der Versicherung, wie NDR 1 Niedersachsen weiter berichtet. In München dagegen bekam ein Gastwirt Recht. Kein Urteil sei richtungsweisend für andere Kläger, so der Pressesprecher des Landgerichts Oldenburg. Es komme im Einzelfall auf den genauen Wortlaut der Versicherungsbedingungen an. (Foto: CC s. Archiv 1.8.19; Quelle: NDR, 21.10.20)


Oxford und AstraZeneca setzen Impftests in Brasilien trotz Todesfall fort

Die brasilianische Testreihe der Universität Oxford und des Pharmaunternehmns AstraZeneca über ihren Impfstoffkandidaten wird nach dem Tod eines Freiwilligen fortgesetzt. Das teilte die Universität am Mittwoch mit. Eine unabhängige Überprüfung habe ergeben, dass keine Sicherheitsbedenken bestehen.

„Nach sorgfältiger Prüfung dieses Falls in Brasilien gab es keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der klinischen Studie, und die unabhängige Überprüfung zusätzlich zur brasilianischen Aufsichtsbehörde hat empfohlen, die Studie fortzusetzen“, sagte ein Sprecher der Universität in einer Erklärung.

Dem Fernsehsender „CNN Brasil“ zufolge handelt es sich bei dem Toten um einen 28 Jahre alten Mann aus Rio de Janeiro, der wegen Komplikationen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sei. Die brasilianische Zeitung „O Globo“ berichtete dagegen unter Berufung auf vertrauliche Quellen, die nicht genannt werden wollten, dass der betreffende Freiwillige nicht den Impfstoff, sondern -wie bei derartige Tests üblich- ein Placebo bekommen habe. Offiziell äußerten sich zu dieser Frage zunächst weder das Labor noch die Testzentren oder die Anvisa.
(Quelle: The Guardian, 21.10.20)



Überblick am Abend

  • Die italienische Region Latium, in dren Mitte die Hauptstadt Rom liegt, wird ab Freitag von Mitternacht bis 5 Uhr morgens eine Ausgangssperre einführen, um die zunehmenden CoViD-19-Infektionen einzudämmen. Es sollen auch Einschränkungen für Schulen und Universitäten eingeführt werden. Die im Norden des Landes liegende Lombardei mit Mailand, die in der ersten Welle am härtesten getroffen wurde und am Mittwoch seit Beginn der Pandemie ihre höchste tägliche Zahl verzeichnete, kündigte eine ähnliche Ausgangssperre ab Donnerstag von 23 Uhr bis 5 Uhr morgens an, und Kampanien im Süden wird alsbald nachziehen.
    Italien verzeichnete in den letzten 24 Stunden einen Rekord von 15.199 neuen Covid-19-Infektionen. Dies ist der höchste tägliche Anstieg der Coronavirus-Fälle seit Beginn der Pandemie.
  • Frankreich verzeichnete zum sechsten Mal innerhalb von 12 Tagen mehr als 25.000 Neuinfektionen. Die Regierung wird voraussichtlich eine Ausweitung der derzeit für Paris und acht weitere Großstädten geltenden Ausgangssperren bekannt geben. Mehrere weitere Regionen sind betroffen, sagte die Regierung am Mittwoch.
  • In Griechenland haben die Gesundheitsbehörden einen Lockdown für die im Norden gelegene Region Kastoria angekündigt, nachdem dort ein erhöhtes Corona-Risiko festgestellt wurde. Die Einschränkungen treten ab Freitag in Kraft. Das Land meldete am Mittwoch 865 neue Fälle von Covid-19, ein neuer Höchststand seit Ende Februar.
  • Spanien hat als erstes westeuropäisches Land eine Million Coronavirus-Fälle überschritten. Die Zentralregierung zieht eine Ausgangssperre in Betracht, obwohl politische Streitigkeiten die Bemühungen zur Bekämpfung der zweiten Coronawelle gefährden.
  • Das Vereinigte Königreich meldete am Mittwoch 26.688 neue Coronavirus-Fälle, wodurch die Zahl der im Labor bestätigten Infektionen auf 789.229 erhöht wurde.
  • Russland plant bisher keine pauschalen Beschränkungen zur Eindämmung der CoViD-19-Pandemie, sagte der Präsident Wladimir Putin, obwohl das Land eine neue Tageshöchstzahl an CoViD-19-Toten meldete. Das Land müsse weiterhin testen, Sicherheitsmaßnahmen einhalten und Impfungen durchführen, sagte Putin.
  • Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn ist positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Er hatte am Vormittag noch an einer Kabinettssitzung im Kanzleramt teilgenommen, doch andere Regierungsmitglieder müssen trotzdem nicht in Quarantäne, sagte ein Regierungssprecher.
  • Polen wird am Donnerstag neue Beschränkungen bekannt geben, nachdem sich die Zahl der Coronavirus-Infektionen in weniger als drei Wochen verdoppelt haben, möglicherweise einschließlich der Umstellung von Grundschülerb auf Homeschooling. Am Mittwoch meldete Polen einen Tagesrekord von 10.040 neuen Fällen, wodurch die Gesamtzahl von 200.000 überschritten wurde.
  • Die Niederlande erreichten mit mehr als 8.500 Infektionen einen neuen Tagesrekord für Neuinfektionen, knapp eine Woche nachdem die Regierung Maßnahmen zur teilweisen Sperrung einschließlich der Schließung von Bars und Restaurants verhängt hatte.
  • Schottland wird am Freitag ein fünfstufiges System von Coronavirus-Beschränkungen einführen, das teilweise das dreistufige Ampelkontrollsystem Englands widerspiegelt, nachdem Infektionen wie Todesfälle stark auf ein seit Mai nicht mehr gesehenes Niveau gestiegen sind.
  • Die Türkei erwägt erneut Maßnahmen zur Eindämmung der zunehmenden Coronavirus-Fälle einzuführen, z. B. Quarantäne für jüngere und ältere Menschen zu Hause oder allgemeine Ausgangssperren am Wochenende, was aber die wirtschaftliche Erholung nicht beeinträchtigen soll.
  • Der Iran meldete die höchste tägliche Neiinfektionszahl seit Februar. Das Landverzeichnete in den letzten 24 Stunden 5.616 neue Coronavirus-Fälle. Damit steig die nationale Zahl im am stärksten betroffenen Land des Nahen Ostens auf 545.286. Die Gesundheitsbehörden haben die Menschen aufgefordert, unnötige Reisen zu vermeiden und zu Hause zu bleiben, und davor gewarnt, dass die Krankenhäuser in Teheran und einigen anderen Großstädten von Patienten mit CoViD-19 überfüllt sind .
  • Die Tschechische Republik hat am Mittwoch die meisten Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe geschlossen und versucht, jegliche Bewegung auf wichtige Reisen wie Arbeits- und Arztbesuche zu beschränken. So soll das schnellste Wachstum Europas bei neuen Coronavirus-Infektionen eingedämmt werden. Das Land verzeichnete am Dienstag einen Rekordanstieg von 11.984 neuen Coronavirus-Infektionen, die bereits in den letzten Wochen stark zugenommen hatten. Der Gesundheitsminister sagte, das Gesundheitssystem werde bald an die Grenzen seiner Kapazität stoßen.
  • Personen, die in Irland Hauspartys veranstalten, können mit einer Geldstrafe von bis zu 1.000 € oder bis zu einem Monat Haft belegt werden, um die Einhaltung einer neuen CoViD-19-Sperren sicherzustellen. Die Regierung beschleunigt auch neue Gesetze, um der Polizei neue Befugnisse zu erteilen, vor Ort Geldstrafen für Verstöße gegen die neuen Beschränkungen zu kassieren. Die Regeln sollen am Donnerstag in Kraft treten.
  • Slowenien und Kroatien verzeichneten beide Rekordhochs bei Neuinfektionen. Diese Woche hat Slowenien eine Ausgangssperre von 21.00 bis 06.00 Uhr und einen 30-tägigen Ausnahmezustand eingeführt, um mit dem Coronavirus fertig zu werden, während Kroatien solche Maßnahmen noch nicht in Betracht zieht.
    (Quelle: The Guardian, 21.10.20)

Familienministerin Giffey negativ getestet

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) ist am späten Nachmittag negativ auf Corona getestet worden. Wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa sagte, handelte sich um einen Schnelltest. Ein weiterer werde folgen. Zuvor war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als erster Minister der Bundesregierung positiv getestet worden. Er hatte am Vormittag noch an der Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt teilgenommen und dort am Rande auch mit Giffey gesprochen, wie Fotos zeigen.

Grund für den Test der Familienministerin sei aber vor allem die gemeinsame Pressekonferenz am vergangenen Freitag zur Lage der Kitas in der Pandemie gewesen, hieß es. Giffey hatte dabei sehr lange gemeinsam mit dem Gesundheitsminister auf dem Podium gesessen.
( Foto: Franziska Giffey von weldert via pixabay; Quelle: Tagesschau, 21.10.20)



Zahl der Infektionen in Spanien übersteigt eine Million

Spanien hat die Marke von einer Million Corona-Infektionen durchbrochen. Seit dem Beginn der Pandemie seien 1.005.295 Menschen in dem Land mit 47 Millionen Einwohnern positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das waren 16.973 mehr als am Vortag, ein neuer Tagesrekord.

Die Zahl von mehr als einer Million Infektionen ist der höchste Wert aller westeuropäischen Länder und weltweit Platz sechs. Nur die USA, Indien, Brasilien, Russland und Argentinien haben noch mehr Infizierte gemeldet.

Die Zahl der in Spanien mit Corona gestorbenen Menschen sei zudem seit dem Vortag um 156 auf nun 34.366 gestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 178 angegeben. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit 51,3. (Quelle: ARD, 21.10.20)


Merkel wünscht Spahn rasche Genesung

Kanzlerin Angela Merkel hat dem mit dem Coronavirus infizierten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) alles Gute und einen schnelle Genesung gewünscht. Spahn habe die Kanzlerin am Nachmittag persönlich von seiner Infektion informiert, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Spahn hat sich als erster Bundesminister mit dem Virus angesteckt. Am Vormittag hatte er noch an der wöchentlichen Kabinettssitzung teilgenommen.

Deren Teilnehmer/innen müssen übrigens laut einem Regierungssprecher nicht in Quarantäne. Auf Bildern von der Kabinettssitzung ist Spahn wie die anderen Kabinettsmitglieder mit einem Mund-Nasen-Schutz zu sehen. Am Tisch sind die Masken dann ab.

„Die Bedingungen im Bundeskanzleramt und insbesondere im Internationalen Konferenzsaal, in denen die wöchentlichen Kabinettssitzungen stattfinden, sind hinsichtlich des Infektionsschutzes besonders optimiert und vom Gesundheitsamt Berlin-Mitte fachlich überprüft worden“,

sagte der Sprecher weiter. Das Kabinett tagt dort an einem großen runden Tisch. Zwischen den Teilnehmern sind jeweils mehrere Plätze frei.
(Foto CC. s. Archiv vom 22.03.20; Quelle: ARD, 21.10.20)


AfD gegen Maskenpflicht im Parlament

Mehrere Abgeordnete und Mitarbeiter der AfD-Fraktion im Bundestag wollen ab der kommenden Woche im Parlament keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Sie haben deshalb Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble über einen Anwalt eine Abmahnung mit der Aufforderung geschickt, eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Demnach soll sich Schäuble damit verpflichten, die Allgemeinverfügung zur Maskenpflicht wieder aufzuheben. Dem CDU-Politiker wird dafür eine Frist bis Freitag, 8 Uhr gesetzt.

Im Schreiben des Anwalts heißt es, Schäuble habe zwar im Bundestag das Hausrecht. Dieses erstrecke sich aber nicht auf die Frage, in welcher Bekleidung die Abgeordneten ihr Mandat ausübten. Alleine der Gesetzgeber wäre ermächtigt gewesen, eine Maskenpflicht in den Räumen des Parlaments verbindlich anzuordnen.

Die Bundestagsverwaltung bestätigte am Mittwoch den Eingang des Schreibens. Dieses werde jetzt vom Justiziariat geprüft, sagte ein Sprecher. Die von Schäuble angeordnete Maskenpflicht gilt seit dem 6. Oktober.
(Foto: CC Deutscher Bundestag; Quelle: Tagesschau, 21.10.20)


Schule in Niedersachsen: Ab Montag mit Präsenzunterricht

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hält an dem Ziel fest, nach den Herbstferien maximalen Präsenzunterricht anzubieten. Das sagte Tonne im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen. Auch seien keine Einschränkungen des Kita-Betriebs geplant. Einschnitte wie im Frühjahr sollten im Bildungs- und Betreuungssystem erst an letzter Stelle stehen. Der Kultusminister machte aber auch (Überraschung) deutlich, dass die Corona-Lage beobachtet werde und Maßnahmen gegebenenfalls angepasst würden.

Hinweise zur Anwendung der niedersächsischen Corona-Verordnung, die am Donnerstag an die Kommunen verschickt wurde, sehen zum Beispiel zeitlich begrenztes Maskentragen im Unterricht vor. Ein weiterer Punkt sind mögliche Einschränkung oder das Verbot von Sportunterricht oder Ganztagsangeboten, wie es weiter in dem Schreiben heißt.

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund begrüßte die Entscheidung, Schulen und Kitas möglichst offen zu halten. Sprecher Thorsten Bullerdiek bat Eltern um Verständnis, wenn nicht alles so laufen sollte wie vor der Corona-Krise. Beim Schülertransport etwa könne die Zahl der Busse und Fahrer „nicht weiter erhöht“ werden.

Der Landeselternrat sieht die Pläne des Ministers derweil kritisch. Regelmäßiges Lüften in den Klassenräumen und warme Kleidung für die Schüler könnten nach Angaben des Elternvertretergremiums nicht die Antwort auf die erneut steigenden Corona-Infektionszahlen sein.

Neben den Unterrichtsplänen unter aktuellen Corona-Bedingungen sollte am Donnerstagmittag ursprünglich auch die neue Corona-Verordnung vorgestellt werden. Dieser Teil der Pressekonferenz fällt „aus organisatorischen Gründen“ aus, wie eine Regierungssprecherin am Mittwochabend mitteilte. (Quelle: NDR, 21.10.20)


Krankenhäusern in Europa droht Überlastung

Die steigenden Zahlen von Coronavirus-Infektionen in Europa zwingen Krankenhäuser in mehreren Ländern in den Krisenmodus. So drohen die Gesundheitssysteme unter anderem in Belgien, Spanien, den Niederlanden und Tschechien an ihre Grenzen zu stoßen. Belgische Kliniken verschieben bereits nicht absolut notwendige Behandlungen auf einen späteren Zeitpunkt. Die niederländischen Gesundheitsbehörden warnen, dass bei weiter steigenden Zahlen von Covid-Patienten auf den Stationen bis Ende November Dreiviertel aller regulären Behandlungen eingestellt werden müssen. Ähnlich haben sich bereits die Behörden in Tschechien geäußert.

Noch sind Europas Krankenhäuser längst nicht so voll wie auf dem bisherigen Höhepunkt der Corona-Krise vor sechs Monaten.

In Deutschland sind laut dem bundesweiten Krankenhausregister Divi mehr als 8.500 reguläre Intensivbetten frei. Zudem steht eine Notfallreserve von mehr als 12.500 weiteren Betten bereit. (Karte: CC s.Archiv v. 26.4.20; Quelle: Tagesschau, 21.10.20)


Neuer Höchststand bei Infektionen in Italien

Das Gesundheitsministerium in Rom hat mitgeteilt, dass in Italien mit mehr als 15.000 neuen Infektionen innerhalb von 24 Stunden ein Rekord registriert worden ist. 127 Menschen starben nach der Ansteckung mit dem Coronavirus. Das sind 89 mehr Todesfälle als am Dienstag.
(Quelle: ARD, 21.10.20)


Slowakei schließt Lockdown nicht mehr aus

Der slowakische Regierungschef Igor Matovic schließt nach einem Rekordzuwachs von 2202 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen Lockdown für sein Land nicht mehr aus. Um einen ähnlich raschen Zuwachs der Fallzahlen wie im Nachbarland Tschechien zu verhindern, helfe womöglich nur mehr, „das ganze Land abzuriegeln“. Eine Entscheidung darüber solle der für Donnerstag einberufene nationale Corona-Krisenstab treffen. Ein Erfolg der von der Regierung geplanten Massentests aller über zehn Jahre alten Bewohner sei womöglich die letzte Chance, „dem tschechischen Szenario auszuweichen“, erklärte Matovic weiter.
(Quelle: Tagesschau, 21.10.20)


Niederlande: Neuinfektionen stark gestiegen

In den Niederlanden ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen erneut stark angestiegen. 8.764 neue Fälle seien in 24 Stunden registriert worden, 589 mehr als am Vortag, teilte das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Mittwoch mit. Am Vortag hatte das Institut noch einen weniger steilen Anstieg festgestellt und auf eine Stabilisierung der Zahlen gehofft.

Auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf den Intensivstationen steigt, und es wurden mehr Todesfälle gemeldet. Insgesamt sind nun gesichert mehr als 6.800 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie getroffenen Ländern Europas. Zum Vergleich: In Deutschland mit fast fünfmal so vielen Einwohnern waren zuletzt rund 7.600 Neu-Infektionen in 24 Stunden gemeldet worden. (Quelle: ARD, 21.10.20)


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn infiziert

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist am frühen Mittwochnachmittag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte sein Ministerium mit. Er ist damit der erste Bundesminister, der sich nachweislich infiziert hat. Spahn hatte am Vormittag noch an der Kabinettssitzung teilgenommen.

Spahn selbst sagte der „Bild“-Zeitung: „Ich befinde mich in häuslicher Isolation und habe bisher nur Erkältungssymptome entwickelt.“ Sein Sprecher Hanno Kautz sagte dem Blatt zur zeitlichen Abfolge: „Am Nachmittag hat er Erkältungssymptome bekommen und sich direkt testen lassen.“

Vom Ministerium hieß es weiter: „Alle Kontaktpersonen werden aktuell informiert.“ (Foto Maximilian König via CDUCSU-Bundestagsfraktion, Quelle: TSP, 21.10.20)


Emsland-Inzidenz und Grafschafter Wirrwarr

Der Inzidenzwert eines Landkreises gilt als wichtiger Gradmesser in der Corona-Krise. Dass der Corona-Grenzwert von 50 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner/innen binnen 7 Tagen dabei ein kritischer ist und für die Menschen deutliche Auswirkungen hat, ist inzwischen allgemein bekannt. Nachdem zeitweise ein Inzidenzwert von rund 80 erreicht war, geht der Indikator jetzt zurück. Am Mittwoch meldeten RKI und das Land Niedrsachsen nur noch 51,7/100.000.

Auch die Grafschaft Bentheim hat den Grenzwert von 50 Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner gerechnet bereits am 10. Oktober überschritten. Aber wie hoch ist der aktuelle Inzidenzwert tatsächlich? Landkreis, Land und Robert-Koch-Institut veröffentlichen zum Teil deutlich unterschiedliche Zahlen. Die Grafschafter Nachrichten errechneten 110,8. Der Landkreis Grafschaft Bentheim teilte am Montag gg einen Wert von 71,4 mit. Das Land Niedersachsen nannte am Dienstag in seiner Übersicht für den genannten Zeitraum einen Wert von 86, das RKI hingegen einen Wert von 78.

(Quellen: RKI, DR, Niedersachsen, GN, 21.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 27.026 Infektionen mit dem Coronavirus sind laut aktuellem Stand (21. Oktober 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 514. Insgesamt sind beim NLGA bis heute 719 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert: Damit hat es seit gestern zwei neue Todesfälle gegeben. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 20.557 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote sinkt damit weiter ab und liegt nun bei 76,1 Prozent. Auch die Auslastung der Intensivstationen kommt wieder in den Fokus. (Quelle: NDR, 21.10.20)


Neuinfektionen: Osnabrück nähert sich kritischem Wert

Die Stadt Osnabrück hat den kritischen Corona-Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner fast erreicht. Laut Landesgesundheitsamt liegt die Sieben-Tages-Inzidenz in der Stadt Osnabrück bei 49 Fällen. Die städtischen Behörden meldeten heute Vormittag sogar bereits einen Inzidenzwert von 55,3. Die unterschiedlichen Zahlen ergeben sich aufgrund verschiedener Zählzeiträume. Ab einem Wert von 50 muss Osnabrück sich auf strengere Regeln etwa für private Treffen einstellen.

Der Landkreis Verden überschritt heute die 50er-Marke mit 66,4 Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Damit haben aktuell acht Regionen in Niedersachsen sehr hohe Neuinfektionsfälle: Delmenhorst (205), Cloppenburg (126), Vechta (108,5) Northeim (103,6), Grafschaft Bentheim (89,7), Verden, Kreis Oldenburg (65,7) und das Emsland mit nur noch 51,7.

(Quelle: NDR, 21.10.20)


📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 21.10.2020, 09.15 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht kontinuierlich weiter. Seit gestern wurden 28 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Allerdings ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 1.002 Genesene (+23) gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.326 (+28); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 406,7. Aktuell sind im Emsland jetzt 299 (+5) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell aber nur rund 800 Personen in Quarantäne (-120); das sind nicht einmal drei pro akut Infiziertem.

Weiter gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland. Laut Wochenzeitschrift DIE ZEIT werden zzt drei CoViD-19-Erkrankte in den emsländischen Krankenhäuser intensivmedizinisch behandelt, ebenso viele in der Grafschaft Bentheim.

Auch in Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 176 (+1), was einer 7-Tages-Inzidenz von 61,8 entspricht. Die Stadt liegt damit nur unwesentlich unter dem 62,4-Durchschnitt des Landkreises; 138 (+4) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 34 (-3) Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 28 22 1 5
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 27 0 5
Samtgemeinde Freren 58 47 9 2
Einheitsgemeinde Geeste 39 31 0 8
Stadt Haren (Ems) 111 89 1 21
Stadt Haselünne 78 59 0 19
Samtgemeinde Herzlake 22 20 0 2
Samtgemeinde Lathen 38 25 0 13
Samtgemeinde Lengerich 26 23 1 2
Stadt Lingen (Ems) 176 138 4 34 (-3)
Stadt Meppen 184 131 4 49
Samtgemeinde Nordhümmling 38 21 0 17
Stadt Papenburg 116 97 2 17
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 18 0 4
Samtgemeinde Sögel 202 139 0 63
Samtgemeinde Spelle 20 15 1 4
Einheitsgemeinde Twist 41 36 2 3
Samtgemeinde Werlte 93 63 0 30
Gesamt* 1.326 (+28) 1.002 (+23) 25 (+/- 0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 299 (+5)

Neuenhauser Maschinenfabrik mit Massentest

Nach dem großen Corona-Ausbruch in ihrem Produktionsbetrieb im emsländischen Dalum und zwölf bestätigten Corona-Fällen in Neuenhaus und Veldhausen greift die Neuenhauser-Firmengruppe zu drastischen Mitteln: Seit Montag ließ sie am Stammsitz in Neuenhaus sowie bei der Firma Glüpker in Veldhausen insgesamt gut 1100 Beschäftigte testen. „Wir wollen einen aktuellen Überblick über die Situation und wollen sicherstellen, dass unsere seit Monaten bewährten Sicherheitsstandards weiter greifen“, begründet Firmenvorstand Lutz Wolf die Massentests.

Im emsländischen Dalum (Gemeinde Geeste) hat die Neuenhauser Gruppe noch immer mit den Folgen eines Corona-Ausbruchs zu kämpfen. Dort wurden am Montag noch 15 Infizierte gezählt. Vor einer Woche war diese Zahl jedoch noch viel höher. Firmenvorstand Lutz Wolf: „Die Situation hat sich deutlich entspannt.“ Auch die 15 Infizierten seien schon längere Zeit zuhause. In Dalum arbeiten insgesamt 240 Beschäftigte, viele davon aus der Grafschaft. (Quelle: GN, 21.10.20)



Überblick am Morgen

  • Die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und den Schutz von Krankheiten CDC haben festgestellt, dass in den USA in diesem Jahr 300.000 zusätzliche Todesfälle verzeichnet wurden – 66% davon sind auf die offizielle Zahl der Todesopfer bei Coronaviren von rund 220.000 zurückzuführen. Die Zahl sagt, wie viel mehr Todesfälle 2020 insgesamt im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres gemeldet wurden. Normalerweise sterben Anfang Februar und Ende September etwa 1,9 Millionen Menschen in den USA. In diesem Jahr sind es fast 2,2 Millionen – eine Steigerung von 14,5%. Die verbleibenden Todesfälle, schreibt die CDC, „liefern Informationen darüber, inwieweit CoViD-19-Todesfälle unbemerkt sein könnten“.
  • In Brasilien ist Gesundheitsminister Eduardo Pazuello ist mutmaßlich an CoViD-19 erkrankt. Das Ministerium sagte, Pazuello habe seit Dienstag Fieber und werde auf CoViD-19 getestet. Am Montag hatte der Minister eine öffentliche Veranstaltung mit Präsident Jair Bolsonaro verpasst. Pazuello hatte auch angekündigt, dass Brasilien den in China hergestellten CoronaVac-Impfstoff gegen Covid-19 in sein nationales Impfprogramm aufnehmen werde, trotz politischer und diplomatischer Auseinandersetzungen über die Verwendung.
  • Cathay Pacific Airways aus Hongkong kündigte am Mittwoch an, 5.900 Stellen abzubauen und die regionale Marke Cathay Dragon zu beenden, da die Nachfrage nachlässt. Die Umstrukturierung wird HK $ 2,2 Mrd. ($ 284 Mio.) kosten und die Fluggesellschaft wird auch Änderungen der Bedingungen in ihren Verträgen mit Kabinenpersonal und Piloten anstreben, teilte sie der Börse mit.
  • Ein staatseigener Arzneimittelhersteller in China richtet Produktionslinien ein, um eine Milliarde Dosen von zwei möglichen Impfstoffen zu liefern, die an 50.000 Menschen in 10 Ländern getestet werden, sagte der Vorsitzende des Unternehmens am Dienstag. Die Tests der SinoPharm Group seien „auf dem letzten Kilometer eines langen Marsches“, sagte der Vorsitzende Liu Jingzhen. Er gab allerdings keinen Hinweis darauf, wann Ergebnisse vorliegen werden.
  • Die Gesundheitsbehörden in Neuseeland verzeichneten am Mittwoch 25 neue Fälle von Covid-19 – die höchste Zahl an einem einzigen Tag seit vielen Wochen.
  • Spanien nähert sich im Verlauf der Pandemie bislang einer Million Infektionen. 988.322 hat die Johns Hopkins-Datenbank registriert. Damit wäre Spanien das erste europäische Land und das sechste Land weltweit, das die Millionenschwelle erreicht. Die Zahl der Todesopfer liegt bei über 34.000. (Quelle: The Guardian, 21.10.20)

Zur Einordnung der deutschen Zahlen


Ukraine-Zahlen

Die Regierung in der Ukraine meldet 6719 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. 141 weitere Menschen seien mit oder an dem Coronavirus gestorben. In beiden Fällen handelt es sich erneut um Rekordwerte. Insgesamt haben sich seit Ausbruch des Virus nachweislich 315.826 Menschen angesteckt, 5927 Menschen starben. (Quelle: Tagesschau, 21.10.20)


Australien: Fall von erneuter Corona-Infektion gemeldet

Die australischen Behörden haben den seltenen Fall einer erneuten Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Der einzige Fall im Bundesstaat Victoria vom Dienstag sei eine Person in Melbourne, die schon im Juli positiv auf das Virus getestet geworden sei, sagte Daniel Andrews, Premierminister von Victoria.

Experten hätten sich entschieden, den Fall als Wiederinfektion einzustufen, und nicht auf Überbleibsel des Virus der Infektion im Juli zu schieben, so Andrews. Dies sei aber eher als „eine Menge Vorsicht“ zu werten, und kein endgültiger Beweis.

In Victorias Hauptstadt Melbourne trat Anfang Juli eine strenge Ausgangsbeschränkung in Kraft, die ab dieser Woche langsam aufgehoben wird, da die täglichen Zahlen der Neuinfektionen niedrig sind. Anfang August erreichten die täglichen Fälle in Victoria mit 725 ihren Höhepunkt. Am Mittwoch registrierten die Behörden drei neue Fälle. (Quelle: The Guardian/Tagesschau, 21.10.20)


NRW: Zwei Drittel der Bewohner leben im Risikogebiet

In Nordrhein-Westfalen wohnen inzwischen zwei Drittel der Bevölkerung in einem Corona-Risikogebiet. Rund 12 Millionen Einwohner leben in Städten oder Kreisen, die über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen liegen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Münster mit rund 315.300 Einwohnern war demnach die einzige größere Stadt, die mit 33 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tage unter dem kritischen Grenzwert von 50 blieb.

Das bevölkerungsreichste Bundesland NRW hat knapp 18 Millionen Einwohner. Mehrere Regionen verzeichneten sogar mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche – darunter die Millionenstadt Köln mit einem Wert von 104,5. Dunkelrot auf der RKI-Karte waren auch Duisburg, Gelsenkirchen, die Städteregion Aachen und Wuppertal. Die höchsten Werte hatte die bergische Stadt Solingen mit rund 159.250 Einwohnern und einem Wert von 137,5 sowie Herne mit 133,6 und 156.450 Einwohnern. (Quelle: WDR, 21.10.20)


Tschechien mit enormen Zahlen

In Tschechien breitet sich das Coronavirus weiter rasch aus. Die Behörden melden 11.984 Neuinfektionen – so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um 106 auf 1619.

Das Land, in dem 10,7 Millionen Menschen leben, hat einen der höchsten Infektionswerte je 100.000 Einwohnern in Europa. Die Regierung kommt am Morgen zu einer Sondersitzung zusammen, um über die Corona-Krise zu beraten. Gesundheitsminister Roman Prymula hat angedeutet, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verschärft werden. (Quelle: ARD, 21.10.20)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 7.595 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7830 vom Samstag zurück, liegt aber deutlich über den 5.132 gemeldeten Neuinfektionen vom vergangenen Mittwoch.

„Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten“, schreibt das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag. „Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert.“ Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, Lüften von Innenräumen und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Maske.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Die Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – sei im Bundesschnitt auf 48,6 gestiegen. In Berlin, Bremen, dem Saarland, Hessen und Nordrhein-Westfalen liegt sie demnach deutlich, in Bayern leicht über dem bundesweiten Durchschnittswert.

Am schwersten betroffen in Deutschland ist demnach aktuell der Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern mit einer Inzidenz von 236. Dort gelten seit gestern strenge Ausgangsbeschränkungen, um die hohen Zahlen einzudämmen. Die höchsten Inzidenzwerte weisen derzeit außerdem Delmenhorst (212) und Berlin-Neukölln (156,6) auf.

Wie das RKI berichtet, werden Fallhäufungen insbesondere im Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis sowie unter anderem in Alten- und Pflegeheimen beobachtet.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben inzwischen mindestens 380.762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag insgesamt demnach bei 9.875. Die Zahl der Todesfälle stieg binnen 24 Stunden um 39. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 302.100 Genesene.

(Quelle: RKI, 21.10.20)


Angst vor zweitem Fall Berchtesgaden

Nach den Ausgangsbeschränkungen im coronabelasteten Kreis Berchtesgadener Land halten es Politiker und Kommunalvertreter für möglich, dass ähnliche Maßnahmen auch anderenorts nötig werden. Das hänge vom Infektionsgeschehen und dessen Eingrenzbarkeit ab, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstagabend im ZDF. „Das kann dann tatsächlich eben auch in anderen Bereichen lokal, regional zu entsprechenden Maßnahmen kommen. Das ist ja genau der Ansatz, den wir haben, nicht bundesweit einheitlich, sondern immer lageangepasst die Maßnahmen zu ergreifen. Und ich bin überzeugt, dann haben sie auch eine bessere Akzeptanz.“

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schloss das nicht aus. „Die Lage ist ernst, wir haben ein äußerst dynamisches Geschehen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der Epidemiologe und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte diesen Blättern: „Dinge wie in Berchtesgaden werden wir jetzt häufiger sehen. Wir können nur reagieren durch lokale Shutdowns, insofern sind die auch angemessen.“

Beim Städte- und Gemeindebund wird das auch für große Städte nicht ausgeschlossen. „Wenn die Zahlen so hochgehen, wie jetzt im Berchtesgadener Land, dann kann ich mir das – leider – auch in größeren Städten vorstellen“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der „Bild“-Zeitung. Zwar sei der Verwaltungsaufwand zur Durchsetzung in Großstadtbezirken wie etwa Berlin-Neukölln „deutlich höher“, aber zu bewältigen.

Der bayerische Kreis Berchtesgaden liegt bei den Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit 236 bundesweit mit Abstand an der Spitze. Erstmals seit dem Frühjahr ist das Verlassen der eigenen Wohnung dort seit Dienstag nur noch mit triftigem Grund erlaubt. Schulen und Kitas wurden geschlossen. (Quelle: TSP, 21.10.20)


Bulgarischer Präsident in Quarantäne

Der bulgarische Präsident Rumen Radew muss sich nach Einschätzung des heimischen Gesundheitsministeriums in Selbstisolation begeben. Radew sei in Kontakt mit einem Militärvertreter gekommen, der später positiv auf Corona getestet worden sei, erklärt Gesundheitsminister Kostadin Angelow.

Radew habe am Dienstag nach einer abgebrochenen Reise nach Estland zwar ein negatives Testergebnis vorgelegt, es müsse aber noch ein zweiter Test abgewartet werden. Der Termin eines zweiten Tests sowie die voraussichtliche Dauer einer möglichen Quarantäne blieben zunächst unklar. Der Präsident selbst betont, er habe sich immer strikt an Regeln zum Gesundheitsschutz gehalten, sei bei bester Gesundheit und symptomfrei.

Im Laufe des Tages war auch bekannt geworden, dass in Bulgarien angesichts stark steigender Corona-Zahlen ab Donnerstag das Tragen von Schutzmasken auch im Freien wieder Pflicht ist.
(Quelle: SPIEGEL, 20.10.20)


Quelle der Ansteckungen nicht mehr aufzuklären

In jeder zweiten besonders von der Pandemie betroffenen Kommune in Deutschland können die Gesundheitsämter einem Medienbericht zufolge eine Mehrzahl der Ansteckungen nicht mehr auf ein Ausbruchsszenario zurückführen. Das ergab eine Umfrage der „Welt“ unter den 20 Kommunen, die zu Wochenbeginn die höchste Inzidenz aufwiesen. Aus besonders betroffenen Landkreisen und Städten heiße es, das Infektionsgeschehen sei diffus. Wo sich eine Person angesteckt habe, sei oft nicht nachzuvollziehen. (Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Anhaltender Husten: Melania Trump sagt Wahlkampfauftritt ab

First Lady Melania Trump hat den ersten Wahlkampfauftritt an der Seite von US-Präsident Donald Trump seit fast zwei Monaten abgesagt. Melania Trump leide unter einem „anhaltenden Husten“ und werde aus Vorsicht nicht reisen, teilte ihre Sprecherin Stephanie Grisham mit. Ihr gehe es nach ihrer Genesung von Covid-19 aber jeden Tag besser. Melania Trump sollte ihren Ehemann zu dessen Wahlkampfveranstaltung am Dienstagabend (Ortszeit) in Erie im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania begleiten. (Quelle: TSP, 20.10.20)


Frankreich-Zahlen

Frankreich registriert wieder deutlich mehr neue Infektionen mit dem Coronavirus. Das Gesundheitsministerium beziffert die bestätigten Ansteckungen der vergangenen 24 Stunden mit 20.468, nachdem es am Montag noch 13.243 waren. Allerdings sind die Zahlen am Montag tendenziell niedriger, weil am Sonntag weniger getestet wird. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle erreichte mit den Zahlen vom Dienstag 930.745. Wenn der gegenwärtige Trend anhält, könnte die Marke von einer Million noch vor dem Wochenende überschritten werden. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um 262 auf 33.885. (Quelle; ARD, 20.10.20)


Virologin Ciesek: Zwei Faktoren für Winter entscheidend

Wie gut Deutschland in der Corona-Pandemie durch den Winter kommt, hängt nach Ansicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek vor allem von zwei Faktoren ab: „Das eine ist der öffentliche Gesundheitsdienst – wie klappt die Nachverfolgung“, sagte sie im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“: „Wenn die Gesundheitsämter das nicht mehr schaffen, dann führt das zu diesem berühmten Kipppunkt und die Dynamik der Verbreitung würde sich schlagartig ändern können.“

„Der andere wichtige Baustein ist natürlich die Kontaktbeschränkung – also unser Verhalten“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, die sich in dem Podcast wochenweise mit dem Berliner Virologen Christian Drosten abwechselt. „Wir machen es dem Gesundheitsamt viel schwerer, wenn wir viele Kontaktpersonen haben.“

Von dem inzwischen fast überall gekippten Beherbergungsverbot oder von Reisebeschränkungen hält Ciesek wenig. Mobilität einzuschränken sei „nicht wirklich sinnig“, da sich Virus ohnehin bereits überall verbreitet habe. (Quelle; ARD, 20.10.20)


USA-Zahlen

Binnen 24 Stunden sind in den USA 60.061 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt haben sich nach Angaben der Seuchenschutzbehörden CDC 8,189 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer stieg demnach um 513 auf 219.499. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden. (Quelle: CDC, 20.10.20)


Bayerns Nationalspieler Gnabry positiv auf Corona getestet

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Serge Gnabry vom FC Bayern ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab der Rekordmeister am Abend bekannt. Dem 25-Jährigen „geht es gut“, hieß es in einer knappen Mitteilung der Münchner. Der Offensivspieler befinde sich in häuslicher Quarantäne und wird damit vorerst ausfallen. Gnabry ist der erste Spieler der Bayern, bei dem eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt wurde.

Beim Start in die Champions League am Mittwoch gegen Atlético Madrid wird Gnabry fehlen. Nach dem positiven Corona-Befund werden alle Spieler des FC Bayern erneut auf das Virus getestet. (Quelle: Spiegel, 20.10.20)


Niedersachsen für Aufschub des Castor-Transports

Niedersachsen will den für Anfang November geplanten Castor-Atomtransport durch Deutschland wegen der Corona-Pandemie erneut verschieben. In einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD), „dass der Transport und die damit einhergehenden Einsatzmaßnahmen erneut verschoben werden“, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet. Das Innenministerium in Hannover bestätigte das Schreiben.

Die sechs rund 100 Tonnen schweren Castor-Behälter mit radioaktiven Abfällen aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield sollten eigentlich bereits im Frühjahr per Schiff ins niedersächsische Nordenham und dann mit der Bahn weiter ins Atomkraftwerk im hessischen Biblis gebracht werden. Wegen der Corona-Krise wurde dies aber abgesagt.

Wegen der zu erwartenden Proteste haben die Landespolizeibehörden bereits Tausende Beamte eingeplant. Pistorius weist in seinem Brief an Seehofer daraufhin, dass der Einsatz von so vielen Polizisten trotz eines bereits geplanten Hygienekonzepts „erhöhte Infektionsrisiken für die Einsatzkräfte“ mit sich brächte. (Foto: Boris Pistoris CC s. Archiv v. 11.03.2013; Quelle: NDR 20.10.20)


Reisemesse CMT abgesagt

Die für Ende Januar 2021 geplante Suttgarter Reisemesse CMT (Caravaning, Motor, Touristik) fällt wegen der Corona-Pandemie aus. Das bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Wann die Veranstaltung nachgeholt werden soll, steht noch nicht fest. „Es gibt Überlegungen, aber noch kein konkretes Datum“, sagte die Sprecherin.

Die CMT ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus. In diesem Jahr kamen rund 300.000 Besucher. (Quelle: SWR, 20.10.20)


Erneuter Corona-Ausbruch bei AZ Alkmaar

Nur zwei Tage vor dem Spiel gegen den SSC Neapel in der Europa League sind beim niederländischen Fußball-Club AZ Alkmaar erneut mehrere Corona-Infektionen festgestellt worden. Acht Spieler seien infiziert, teilte der Verein mit. Insgesamt liege die Zahl der Infizierten jetzt bei 13. Die Partie gegen Neapel soll aber wie geplant stattfinden. „Dieses Spiel findet statt, sagt auch die UEFA, es sei denn, die lokalen Behörden werden es verbieten“, schreibt der AZ Alkmaar auf seiner Internetseite. (Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Oberverwaltungsgericht Greifwald:
Kein Beherbergungsverbot in Mecklenburg-Vorpommern

Für Touristen aus inländischen Corona-Risikogebieten, die in Mecklenburg-Vorpommern Übernachtungen gebucht haben, gelten keine Beschränkungen mehr. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald gab Eilanträgen von zwei Hotelbetrieben statt, die gegen die geforderten Corona-Negativtests geklagt hatten. Die Landesregierung habe keinen sachlichen Grund darlegen können, weshalb Beherbergungsgäste aus Risikogebieten anders zu behandeln seien als etwa Schüler, Studenten oder Berufspendler, teilte das Gericht zur Begründung mit. Die Vorschriften zu Einreise und Aufenthalt von Beherbergungsgästen seien daher teilweise außer Vollzug gesetzt worden, der Beschluss des Gerichts sei unanfechtbar.

Damit dürfen künftig auch Urlaubsgäste aus Risikogebieten ohne vorherigen Corona-Test anreisen und müssen auch nicht in Quarantäne. Zuvor war dies per Ausnahme nur Schülern, Studenten, Berufspendlern, Abgeordneten oder nahen Verwandten erlaubt. (Quelle: NDR, 10.20.20)


Schweiz verdoppelt

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Schweiz hat sich innerhalb einer Woche verdoppelt. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl zähle die Schweiz damit doppelt so viele Neuansteckungen wie Italien, sagte Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG).

3008 neue Corona-Fälle in 24 Stunden wurden am Dienstag in der Schweiz und in Liechtenstein (gemeinsam rund 8,6 Millionen Einwohner) gemeldet. Zudem registrierte das BAG acht neue Todesfälle. Italien zählte jüngst um die 10.000 neue Fälle pro Tag bei rund 60 Millionen Einwohnern.

Der Anstieg werde sich nicht verlangsamen, bis die neuen Maßnahmen griffen, sagte Kuster. In der Schweiz gilt seit Montag ein Versammlungsverbot für mehr als 15 Menschen im öffentlichen Raum, die Maskenpflicht wurde auf öffentlich zugängliche Räume wie Geschäfte, Bahnhöfe und Haltestellen ausgedehnt. (Quelle: SWR, 20.10.20)


Mehr als 21.000 Neuinfektionen in Großbritannien

Großbritannien meldet 21.331 Neuinfektionen. Am Montag waren es noch 18.804. Die Zahl der Todesfälle liegt noch deutlicher über dem Vortageswert: Am Dienstag berichten die britischen Behörden von 241 verstorbenen Patienten, die innerhalb der 28 Tage vor ihrem Tod positiv getestet wurden. Am Montag galt dies für 80 Tote. (Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Niederlande mit neuem Höchstwert

In den Niederlanden sind bei den Gesundheitsbehörden 8182 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet worden. Das sind 170 mehr als am Vortag und ein neuer Höchstwert, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mitteilte. Die Niederlande gehören zu den Ländern in Europa, die von der zweiten Welle der Corona-Pandemie am stärksten betroffen sind. In der vergangenen Woche waren insgesamt 55.587 neue Infektionen gemeldet worden, 27 Prozent mehr als in der Vorwoche. In den Wochen zuvor waren Anstiege von rund 60 Prozent pro Woche verzeichnet worden. 6814 Menschen sind nachweislich an dem Virus gestorben. (Quelle: TSP, 20.10.20)


Lufthansa meldet 1,3 Milliarden Euro Verlust im dritten Quartal

Die von der Corona-Krise schwer getroffene Lufthansa hat im dritten Quartal erneut massive Verluste eingefahren. Von Juli bis September machte die Airline nach eigenen Angaben ein Minus von knapp 1,3 Milliarden Euro vor Steuern. Wegen der Ausweitung des Flugplans in den Sommermonaten Juli und August und erheblicher Kostensenkungen fielen die Verluste demnach aber geringer aus als im zweiten Quartal.

(Quelle: TSP, 20.10.20)


Region Hannover: Maskenpflicht in Büros und Betrieben

Ab Donnerstag gilt in Betrieben und in öffentlichen Gebäuden in der Region Hannover die Maskenpflicht: Mitarbeiter und Besucher müssen den Mund-Nasen-Schutz zwar nicht am Schreibtisch tragen, aber beispielsweise in Fluren, Treppenhäusern oder an Treffpunkten wie der Küche. Schulen und Kitas bleiben von der ausgeweiteten Maskenpflicht ausgenommen, wenn ein Hygienekonzept eingehalten wird.

Der Inzidenzwert der Region Hannover liegt derzeit bei 36,1 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. (Quelle: ARD, 20.10.20)


Russland meldet Höchstwert an Neuinfektionen

Auch in Russland steigt die Zahl der Corona-Fälle wieder an: Laut Behörden wurden in den vergangenen 24 Stunden mehr als 16.300 Neuinfektionen bestätigt – so viele wie noch nie zuvor binnen eines Tages. Allein in Moskau seien fast 5000 neue Fälle erfasst worden.

Damit haben sich bislang insgesamt mehr als 1,4 Millionen Menschen in ganz Russland mit dem Erreger angesteckt. Mehr als 24.630 Menschen starben, die zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. (Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Spanische Provinz Navarra macht wieder dicht

Wegen der steigenden Corona-Fallzahlen in Spanien ruft die Provinz Navarra zum zweiten Mal einen Lockdown aus. Ein- und Ausreisen aus der Region sind nur noch mit triftigem Grund erlaubt, Restaurants und Hotels müssen schließen und Treffen im privaten Bereich werden auf Mitglieder eines Haushalts beschränkt.

Die Regelungen treten ab Donnerstag für vorerst 15 Tage in Kraft. Davon betroffen ist auch die weltberühmte Pilgerstrecke des Jakobsweges. Durch die Autonome Gemeinschaft Navarra führt ein Fünftel des Hauptjakobswegs von den Pyrenäen bis Santiago de Compostela.

(Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Das gesamte Ruhrgebiet gilt als Risikogebiet

Im gesamten Ruhrgebiet ist der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Zuletzt hatte auch die Stadt Oberhausen einen Wert von 52,7 gemeldet.

In Gelsenkirchen und Herne ist sogar die Marke von 100 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten. Die im Rheinland gelegene Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp unter der 100. Dort nahm die Sieben-Tage-Inzidenz von Montag auf Dienstag um 22,4 Punkte stark zu. (Foto: Kraftwerk im Ruhrgebiet via pixabay; Quelle: ZEIT, 20.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 20.10.2020, 09.30 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland verlangsamt sich. Seit gestern wurden 17 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Allerdings ist die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 979 Genesene (+22) gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.298 (+17); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 398,2. Aktuell sind im Emsland jetzt 294 (-5) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell aber nur rund 930 Personen in Quarantäne (+10); das sind nur etwa drei pro akut Infiziertem.

Noch immer gilt: Bisher gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland. Laut Wochenzeitschrift DIE ZEIT werden weiter drei CoViD-19-Erkrankte in den emsländischen Krankenhäuser intensivmedizinisch behandelt, ebenso viele in der Grafschaft Bentheim.

Auch in Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 175 (+6); unverändert gelten 134 (+2) als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 37 (+4) Erkrankten – auch heute die höchste Zahl seit dem Beginn der Pandemie.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 28 21 1 6
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 27 0 5
Samtgemeinde Freren 57 47 9 1
Einheitsgemeinde Geeste 39 30 0 9
Stadt Haren (Ems) 109 87 1 21
Stadt Haselünne 72 55 0 17
Samtgemeinde Herzlake 22 20 0 2
Samtgemeinde Lathen 37 25 0 12
Samtgemeinde Lengerich 26 23 1 2
Stadt Lingen (Ems) 175 134 4 37
Stadt Meppen 179 127 4 48
Samtgemeinde Nordhümmling 38 19 0 19
Stadt Papenburg 114 96 2 16
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 17 0 5
Samtgemeinde Sögel 196 139 0 57
Samtgemeinde Spelle 20 15 1 4
Einheitsgemeinde Twist 41 34 2 5
Samtgemeinde Werlte 89 62 0 27
Gesamt* 1298 (+17) 979 (+22) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 294 (-5)

Trump: „Die Pandemie ist bald vorbei“

US-Präsident Donald Trump hat seinen Anhängern ein baldiges Ende der Pandemie in Aussicht gestellt. „Die Pandemie ist bald vorbei“, sagt Trump bei einem Wahlkampfauftritt im südwestlichen Bundesstaat Arizona. Die Menschen hätten es satt, dass Medien wie der liberale Sender CNN nur noch über die Pandemie sprächen, sagt Trump unter dem Jubel seiner konservativen Anhänger. „Die Leute haben die Pandemie satt. Wissen Sie das? Sie haben die Pandemie satt“, sagt er.

Trumps Prognose eines baldigen Endes der Corona-Pandemie steht jedoch im Widerspruch zur Entwicklung im Land. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt wieder auf rund 50.000 pro Tag, Tendenz steigend. In den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, gibt es Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge bereits 8,2 Millionen bestätigte Corona-Infektionen. Gut 220.000 Menschen starben nach einer Infektion – so viele wie in keinem anderen Land der Welt. (Quelle: ZDF, 20.10.20)



Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Morgen 6.868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4.122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 373.167 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert.

Es gab 47 weitere Corona-Tote. Ende dieser Woche wird Deutschland die Schwelle von 10.000 CoViD-19-Opfern übersteigen; die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag insgesamt bei 9.836. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 298.300 Genesene, viele von ihnen aber mit hartnäckigen Spätfolgen des Virus.

ps Und Nein, die Zahlen steigen nicht (nur), weil „wir mehr testen“…
(Quelle: RKI, ZDF, 20.10.20)


Discobetreiber: Maskenpflicht beim Tanzen denkbar

Der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) fordert eine klare Öffnungsperspektive für Clubs – und kann sich dafür auch eine Maskenpflicht vorstellen. Auch Wegekonzept, Lüftung, gegebenenfalls bezahlbare Schnelltests – darüber wolle man mit der Politik diskutieren.

Die Jugend werde sich über die Wintermonate nicht einsperren lassen, sagt BDT-Geschäftsführer Stephan Büttner der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Dann verlagern sich die Feiern in private Räumlichkeiten. Für das Infektionsgeschehen ist das gefährlicher als die Feier im Club.“

Zudem seien weitere Hilfen für die Branche notwendig. Dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angekündigt hat, die Überbrückungshilfen für die Veranstaltungsbranche verlängern zu wollen, sieht Büttner positiv. Die Fixkosten müssten aber zu 100 Prozent übernommen werden.
(Quelle: ZDF, 20.10.20)


Zulage 50 Euro! Und Seehofer so: „Honorieren, was Helden in der Krise leisten“:

Bundesinnenminister Horst Seehofer sieht im Angebot der Arbeitgeberseite im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes eine Anerkennung der Arbeit von Beschäftigten in systemrelevanten Berufen. „Wir honorieren mit unserem Angebot, was die Helden in der Krise leisten“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gelte ein einfaches Prinzip: Je höher die Belastung, desto höher die Zulage. Nach Angaben des Innenministeriums können Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen durch den Arbeitgebervorschlag mit bis zu 1800 Euro mehr im Jahr rechnen.

So soll es eine neue „Pflegezulage“ von 50 Euro im Monat für Pflegekräfte geben, daneben eine höhere Zulage für Wechselschichten und eine höhere Zulage für Pflegekräfte auf Intensivstationen. Für Beschäftigte in der Intensivpflege, die alle drei Zulagen erhalten, ergibt sich dieser Rechnung zufolge ein monatliches Plus von 150 Euro. (Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Irland steht vor sechswöchigem Lockdown

In Irland beginnt ab Mittwoch um Mitternacht ein sechswöchiger Lockdown. Nicht wesentliche Geschäfte bleiben dann geschlossen, Restaurants können Essen nur noch zum Mitnehmen anbieten und die Bürger dürfen sich nur im Umkreis von fünf Kilometern um ihren Wohnort aufhalten, kündigt Premierminister Micheal Martin an. Im Gegensatz zum ersten Lockdown zu Beginn des Ausbruchs blieben die Schulen und wichtige Gewerbe wie das Baugewerbe allerdings geöffnet. (Quelle: ARD, 20.10.20)


Argentinien verzeichnet mehr als eine Million Infektionen

Argentinien durchbricht als fünftes Land die Marke von einer Millionen Coronavirus-Fälle. Das Gesundheitsministerium meldet 1.002.662 nachgewiesene Infektionen, darunter 12.982 positive Testergebnisse in den vergangenen 24 Stunden. Weitere 451 Menschen seien an oder mit dem Virus gestorben. Auch die USA, Indien, Brasilien und Russland verzeichnen mehr als eine Millionen Fälle. (Quelle: Tagesschau, 20.10.20)


Frankreich: Über 2.000 Covid-Patienten auf Intensivstationen

Die Zahl der auf Intensivstationen befindlichen Menschen steigt in Frankreich stark an. 2.090 Intensivbetten sind derzeit mit Corona-Patienten belegt. Das sind 1.441 mehr als vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörden am Montag mitteilen. In den vergangenen 24 Stunden starben demnach 146 Menschen an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Zuletzt wurden im Mai mehr als 2.000 Menschen auf Intensivstationen behandelt. (Quelle: ZDF, 20.10.20)


Prävention: Bundesländer ignorieren RKI-Empfehlungen für Schulen

Das Robert Koch-Institut empfiehlt, ab einem bestimmten Grenzwert Schulklassen zu teilen und die Maskenpflicht massiv auszuweiten. Die Länder setzen diese Maßnahmen allerdings kaum um.

Welche Rolle spielen Schulen bei der Corona-Pandemie? Diese Frage ist weiterhin nicht eindeutig geklärt. In verschiedenen Staaten werden steigende Infektionszahlen mit der Wiedereröffnung von Schulen in Zusammenhang gebracht. In Deutschland legte Familienministerin Franziska Giffey eine Studie vor, die das Gegenteil beweisen sollte.

Doch das Robert Koch-Institut will keine Entwarnung geben: „Ausbrüche in Schulen werden nach Wiedereröffnung der Bildungseinrichtungen in zunehmendem Ausmaß beobachtet“, schreibt das Institut in einem Papier mit Empfehlungen, das zuletzt am 12. Oktober aktualisiert wurde. Zwar könnten diese Ausbrüche „bislang gut kontrolliert werden“, doch das „Ausmaß einer Übertragung innerhalb der Schulen und von den Schulen in die Familien/Haushalte ist weitgehend unklar und Gegenstand der Forschung“. Zwar seien Schülerinnen und Schüler nicht „Treiber“ der Pandemie, aber „prinzipiell empfänglich für eine Infektion mit SARS-CoV-2 und können andere infizieren“.

Zudem empfiehlt das RKI, ab einem Wert von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch im Unterricht. Und ab einem Wert von 50 sollten die Klassen geteilt und zeitversetzt unterrichtet werden, damit ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleistet bleibt.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert das Vorgehen der Länder, diese verharrten in Unverbindlichkeiten. „Die Länder machen, was sie wollen, es gibt kein einheitliches und verbindliches Agieren. Das führt an den Schulen zu Verunsicherung und uneinheitlichen Lösungen“, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe.

GEW-Vertreterinnen forderten Präsenzunterricht in kleineren Gruppen, auch um solche Kinder besser fördern zu können, die in der Corona-Krise zu kurz gekommen seien. Dafür müssten beispielsweise Klassen geteilt werden – während ein Teil Unterricht habe, solle der Rest in der Schule betreut werden. (Quelle: ARD, 20.10.20)


Tschechien führt Maskenpflicht im Freien (wieder) ein

Im Kampf gegen massiv steigende Corona-Zahlen führt Tschechien wieder eine Maskenpflicht im Freien ein. Sie gelte von Mittwoch an innerhalb des bebauten Gebiets von Städten und Gemeinden, gab Gesundheitsminister Roman Prymula bekannt. Ausnahmen gelten unter anderem, wenn ein Abstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden kann, sowie beim Sport. In Innenräumen ist die Mund-Nasen-Bedeckung ohnehin Pflicht – neuerdings auch im Auto, wenn familienfremde Personen mitfahren.

Eine Maskenpflicht im Freien galt bereits einmal von Mitte März bis Mitte Juni während der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr. In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt stark angestiegen. Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen 858,6 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an – der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 1.500 Menschen in Verbindung mit einer CoViD-19-Erkrankung. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner. (Quelle: Tagesschau, 19.10.20)


Zahl der Neuinfektionen in Frankreich steigt – mehr Tote

Aus Frankreich werden deutlich weniger Corona-Neuinfektionen als noch am Sonntag gemeldet, während aber die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit CoVID-19 stark angestiegen ist. Die Behörden teilen am Montag mit, in den vergangenen 24 Stunden seien 13.243 neue Ansteckungen registriert worden nach 29.837 am Sonntag und dem Rekord am Samstag von 32.427.

Die Zahlen von heute sind tendenziell niedriger, weil am Sonntag weniger getestet wird. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle erreichte zuletzt 910.277. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich nach den Angaben vom Montag um 146 auf 33.623, während am Sonntag noch 85 neue Todesfälle gemeldet worden waren. (Quelle: ARD, 19.10.20)


„Geräuschlose Verschiebung der Gesetzgebung“

Zur Debatte um die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung erklärte der Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel im Interview mit den tagesthemen, es gebe in den letzten Wochen „eine fast geräuschlose Verschiebung der Gesetzgebung hin zum Verordnungswege“ bei den Regierungen in Bund, Ländern und Gemeinden. Das Parlament, das eigentlich der zentrale Ort der Demokratie und der Gesetzgebung sei „dabei weitestgehend außen vor gelassen“ worden.

Rasch zu entscheiden, so Herr Merkel, „heißt nicht grundsätzlich in informellen Gremien, wie das der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen“. Er kritisierte weiter, dass sich die Opposition „selbst entmündigt, selbst stilllegt“. Die Verantwortung der Opposition aber sei es, „alternative Vorschläge zu machen, zu diskutieren“. (Quelle: Tagesschau, 19.10.20)


Zusammenfassung am Abend

  • US-Präsident Donald Trump griff erneut seinen renommiertesten Experten für öffentliche Gesundheit an und rief Anthony Fauci in einem Anruf mit Kampagnenmitarbeitern als „Katastrophe“ an und behauptete, „die Menschen haben es satt, Fauci und all diese Idioten zu hören“, um Möglichkeiten zur Bekämpfung des Coronavirus zu erörtern.
  • Chinesische Gesundheitsbehörden, die einen kürzlich erfolgten Ausbruch von Covid-19 untersuchen, geben an, dass sie lebendes Coronavirus auf Tiefkühlverpackungen entdeckt haben. Dies deutet darauf hin, dass das Virus in kalten Lieferketten überleben kann.
  • Killerzellen in der Ebola-Immunitätsstudie könnten die Covid-Forschung unterstützen. Die Immunität gegen das tödliche Ebola-Virus könnte Jahre nach der Infektion andauern. Die weltweit längste Studie britischer und guineischer Wissenschaftler über Überlebende hat zu Ergebnissen geführt, die Auswirkungen auf die Erforschung der Covid-Immunität haben könnten.
  • Belgien verliert die Kontrolle über die zweite Welle der Coronavirus-Pandemie und steht kurz davor, von einem „Tsunami“ von Infektionen überwältigt zu werden, sagte der Gesundheitsminister des Landes.
  • Die tägliche Zahl der Todesopfer bei Coronaviren im Iran liegt bei 337. Der Iran verzeichnete einen starken Anstieg der Zahl der in den letzten 24 Stunden gemeldeten Todesfälle bei Coronaviren mit einem Anstieg von 252 auf einen neuen Rekord von 337.
  • Die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) meldeten am Montag 8.128.524 Fälle des neuen Coronavirus in den USA, ein Anstieg von 47.035 gegenüber der vorherigen Zählung, berichtet Reuters. Die Zahl der Todesfälle stieg um 475 auf 218.986.
    (Quelle: The Guardian, 19.10.20)

WHO: Impfstart im Sommer 2021

Die Weltgesundheitsorganisation rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021. Anfang nächsten Jahres sollten die Daten aus den abschließenden Phase-3-Studien vorliegen, sagte eine WHO-Expertin. Danach könnten die Entscheidungen zum Impfstart fallen.

Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen könnten als erste mit einer Impfung rechnen. Die bisherigen Studienergebnisse seien durchaus ermutigend, was ihre Wirksamkeit speziell bei älteren Menschen angehe, hieß es. (Quelle: WHO, 19.10.20)


219.000 Corona-Tote in den USA

In den USA sind binnen 24 Stunden 47.035 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hätten sich damit 8,128 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilte. Die Zahl der Todesopfer sei um 475 auf 218.986 gestiegen. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden. (Quelle: TSP, 19.10.20)



Polen richtet Feldlazarett im Nationalstadion ein

Polen will im Warschauer Nationalstadion ein provisorisches Krankenhaus für Corona-Patienten einrichten. Das teilte ein Regierungsbeamter am Montag mit. „Wir wollen, dass die ersten 500 Betten bereits vor Ende der Woche für Patienten verfügbar sind“, sagte der Kanzleichef des Premierministers, Michal Dworczyk, dem Sender Radio Zet.

Das Krankenhaus, das im Konferenzraum des Stadions entstehen soll, werde auch über rund 50 Intensivpflegebetten verfügen, erklärte der Regierungsbeamte. Das Personal für die provisorische Klinik will die Regierung sowohl aus Warschau als auch von außerhalb rekrutieren. Außerdem soll es durch medizinische Kräfte aus Armee und Feuerwehr ergänzt werden.

Das Land verzeichnete in den vergangenen Wochen einen starken Anstieg an Corona-Neuinfektionen. Am Samstag wurden mehr als 9.600, am Sonntag mehr als 8.500 Fälle gemeldet. Wenn sich das derzeitige Tempo nicht bremsen lasse, könnte die Zahl der bestätigten Neuinfektionen Anfang nächster Woche auf 15.000 bis 20.000 pro Tag steigen, warnte Gesundheitsminister Adam Niedzielski am Montag. (Quelle: TSP, 19.10.20)


Timmendorfer Strand 35 Beschäftigte infiziert – aber
„Gäste gehören zur Kategorie 2“

In dem wegen eines Corona-Ausbruchs gesperrten Hotel in Timmendorfer Strand haben sich deutlich mehr Beschäftigte mit dem Virus angesteckt als bisher bekannt.

Inzwischen sind fast alle Testergebnisse der rund 100 Mitarbeiter des Grand Hotel Seeschlösschen da. Die Zahl der Infizierten stieg von drei auf 35. Auf acht Resultate wird noch gewartet. Alle Beschäftigten sind seit vergangenen Sonnabend ohnehin in Quarantäne. Jetzt müssen die Behörden die Infektionsketten zurückverfolgen. Dazu werden mögliche Kontaktpersonen ermittelt und unter Umständen weitere Quarantänen angeordnet.

Am Sonnabend waren die Infektionen von drei Angestellten bekannt geworden, das Hotel wurde daraufhin geschlossen und alle Mitarbeiter mussten einen Test machen. Das Hotel wurde geräumt, die rund 200 Gäste mussten es verlassen. Sie müssen sich aber nicht isolieren. „Nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und den Festlegungen des Kreisgesundheitsamtes gehören die Gäste der Kategorie 2 an. Das heißt, sie haben nicht länger als 15 Minuten Face-to-Face-Kontakt zu Mitarbeitern gehabt“, sagte Reinhard Sager (CDU), Landrat des Kreis Ostholstein. Er geht davon aus, dass die meisten Gäste abgereist seien. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein haben einige Gäste ihren Urlaub an der Ostsee in anderen Unterkünften fortgesetzt.

Laut dem Kreis Ostholstein hatten die drei zuerst Infizierten in unterschiedlichen Bereichen des Hauses gearbeitet. Hotelchefin Brigitte von Oven gab bereits am Wochenende an, dass die Infektionsketten nicht mehr nachverfolgt werden könnten. Da die Hygienemaßnahmen im Hotel streng gewesen seien, geht sie davon aus, dass sich die Mitarbeiter außerhalb des Hotels angesteckt haben. Wann das Seeschlösschen wieder öffnet, ist nicht bekannt. (Quelle: NDR, 19.10.20)


„Emsland-Fan“

Die Corona-Pandemie trifft auch die Sportvereine. Im Emsland sammelt die Sporthilfe seit 30 Jahren mit der Sport-Tombola Geld für die Sportlerinnen und Sportler. Wegen Corona fällt das auch im kommenden Jahr aus und eine Spendenaktion soll die Tombola ersetzen.

Mit dem Erlös von jährlich einer Viertelmillion Euro wurden bisher Förderprojekte für Talente unterstützt, auch im Behindertensport. Weil es als Losgewinne auch Eintrittskarten für Sport- und Kulturevents im Emsland, ist klar: Die Tombola muss wegen Corona ausfallen.

Der Meppener hatte eine neue Idee: Das Geld für die Sportvereine soll durch eine Spendenaktion zusammenkommen. Die Vereine selbst sammeln die Gelder in einer Art Wettbewerb. Sie behalten nicht nur die Hälfte des Geldes, sondern wer die meisten Spenden vorweisen kann, erhält auch einen Bonus.

Das Ganze läuft unter dem Titel „Emsland-Fan“. Jeder, der mitmacht, bekommt einen Fan-Aufkleber für das Auto. Der Haselünner Schimmöller erwartet, dass viele Menschen bekennende Emsland-Fans sein wollen. „Man bekommt einen Aufkleber, ist Teil dieser Bewegung – man stärkt den Sportverein.“ Man gebe quasi seine Stimme für die Vielfalt des emsländischen Sports ab. Diese Vielfalt sei auch wichtig für die Attraktivität der Region. „Ich bin seit Jahren Emsland-Fan und hoffe, dass wir noch viele Emsland-Fans dazugewinnen.“ (Quelle: NDR, 19.10.20)


#BVBS04: Nur 300 Fans bei Revierderby in Dortmund erlaubt

Lediglich 300 Besucher dürfen am kommenden Samstagabend (18.30 Uhr) das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga im Stadion verfolgen. Wie der BVB am Montag mitteilte, habe das zuständige Dortmunder Gesundheitsamt aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen zum Schutz vor Neuinfektionen nicht mehr Zuschauer genehmigen können.

Die 300 Plätze werden nun unter den 35.000 Dauerkarteninhabern und Vereinsmitgliedern aus Nordrhein-Westfalen verlost, die sich um Eintrittskarten für das Revierderby beworben hatten. Bei den Heimspielen des BVB gegen Borussia Mönchengladbach und den SC Freiburg waren in dieser Saison zuvor noch 9.300 beziehungsweise 11.500 Fans zugelassen. (Quelle: BVB, 19.10.20)


Bayern verhängt Lockdown über Berchtesgadener Land

Bayern verhängt wegen der Ausbreitung der Pandemie im Landkreis Berchtesgadener Land einen Lockdown. „Das wird das härteste Protokoll sein, das man da anwenden muss“, sagte CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder nach einer Videokonferenz des Parteivorstands in Nürnberg. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) solle gemeinsam mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern die Details ausarbeiten.

Im Kreis Berchtesgaden lag die Zahl der Neuinfizierten pro 100. 000 Einwohner binnen sieben Tagen am Montag laut Robert Koch-Institut bei 252.
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Wörtlich sagte Söder, die Maßnahmen würden einem „Lockdown entsprechen“. Der Ministerpräsident kündigte an, dass öffentliche Leben dort werde nun heruntergefahren. „Anders geht es nicht“, betonte er. „Die Kontakte können dort nicht mehr verfolgt werden, also müssen Kontakte fundamental beschränkt werden – was Veranstaltungen betrifft, was Kontakte nach draußen betrifft.“

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, sind aktuell rund 700 Personen im Landkreis in Quarantäne. 13 Covid-19-Patienten werden in Kliniken behandelt. Söder kündigte für ganz Bayern verstärkte Kontrollen der Coronaregeln an. Ordnungsbehörden sollten weniger gegen Parksünder, als gegen „Maskensünder“ vorgehen. (Quelle: Tsp, 19.10.20)


Belgien: Mehr als 12.000 Neuinfektionen

Das von der Corona-Pandemie besonders schwer geplagte Belgien hat an einem einzigen Tag mehr als 12.000 Neuinfektionen verzeichnet. Wie ein Sprecher des Krisenzentrums nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am Montag in Brüssel mitteilte, wurden für den Dienstag voriger Woche (13. Oktober) 12.051 neue Fälle registriert. Zum Vergleich: In Deutschland meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) für diesen Tag 5.132 Corona-Neuinfektionen. Deutschland hat mehr als siebenmal so viele Einwohner wie Belgien.

Nach Angaben des Krisenzentrums ergibt sich für den Zeitraum 9. bis 15. Oktober in Belgien eine Zahl von durchschnittlich 7.876 Neuinfektionen pro Tag. Die Regierung des Elf-Millionen-Einwohner-Landes verfügte am Freitag, dass alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen müssen. Von Mitternacht bis 05.00 Uhr gilt eine Ausgangssperre. Die Maßnahmen traten am Montag in Kraft.

Insgesamt gab es in Belgien nach offiziellen Zahlen seit Beginn der Pandemie 222.253 Coronafälle. An der Spitze liegen die Provinzen Brüssel, Antwerpen und Lüttich (Liège).

Insgesamt 10.413 Menschen sind in Belgien der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität zufolge bisher an oder mit Covid-19 gestorben. Das sind mehr als im viel größeren Deutschland (9789 nach RKI-Angaben, Stand Montag) und entspricht mehr als 90 Toten pro 100.000 Einwohner – nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität ist dies einer der höchsten Werte weltweit. (Quelle: TSP, 19.10.20)


Bad Essen: Inzwischen 6 Tote durch CoViD-19

Der massive Corona-Ausbruch im Vitalis Wohnpark im Kurort Bad Essen hat inzwischen sechs Todesopfer unter den Bewohnern gefordert. In den letzten drei Tagen sind drei weitere Bewohnerinnen und Bewohner des Vitalis Wohnpark Bad Essen im Alter von 79, 80 und 82 Jahren verstorben, teilte die Betreibergruppe am Sonntagnachmittag mit. Die Verantwortlichen hoffenallerdings, mit dem Wochenende den Höhepunkt der Infektion in ihrer Einrichtung überschritten zu haben. Weitere Ansteckungen sollen durch Antigen-Schnelltests frühzeitig entdeckt werden.

Zwei Bewohner sind nach Angaben des Heimbetreibers vollständig genesen und gelten wieder als Corona-negativ. Drei Bewohner werden nach wie vor im Krankenhaus betreut. Von den 129 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern infizierten sich inzwischen 27 mit dem COVID-19-Virus. Soweit die Einrichtung informiert ist, ist ihr Zustand stabil.

Nach dem massiven Corona-Ausbruch in Bad Essen waren in dem kleinen Kurort zeitweise mehr Bewohner mit dem Corona-Virus infiziert als im Stadtgebiet Osnabrück.

(Quelle: Hasepost, 19.10.20)


Niedersachsen über Grenzwert 35/100.000

Laufend rutschen zurzeit weitere Landkreise in Niedersachsen auf die Liste derer, die kritische Corona-Werte überschritten haben. Erstmals liegt das ganze Land über der ersten ernst zu nehmenden Schwelle.

In ganz Niedersachsen liegt der Inzidenzwert jetzt bei 35,1 und damit über der ersten kritischen Grenze von 35. Das teilte das Land am Montag mit. Zudem sind demnach in der Region Hannover in den vergangenen sieben Tagen 36,5 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert worden. Auch hier ist damit der erste kritische Wert überschritten. Heute will die Region mit den Bürgermeistern der Kommunen über Reaktionen beraten. „Im Fokus werden sicherlich eine erweiterte Maskenpflicht sowie Verstärkungen der Kontrollen vor Ort stehen“, so ein Sprecher. (Quelle: NDR, 19.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 19.10.2020, 09.30 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht weiter. Über das Wochenende wurden 91 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Allerdings ist seit gestern auch die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 957 Genesene (+61) deutlich gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt also 1.281 (+73); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 392,9. Aktuell sind im Emsland jetzt 299 (+14) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell aber nur rund 920 Personen in Quarantäne; das sind nur drei pro akut Infiziertem.

Noch immer gilt: Bisher gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland. Laut der Wochenzeitschrift DIE ZEIT werden drei CoViD-19-Erkrankte in den emsländischen Krankenhäuser intensivmedizinisch behandelt, übrigens ebenso viele in der Grafschaft Bentheim.

Auch in Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 169 (+10); unverändert gelten 132 (+4) als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 33 (+6) Erkrankten – die höchste Zahl seit dem Beginn der Pandemie.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 28 20 1 7
Einheitsgemeinde Emsbüren 32 27 0 5
Samtgemeinde Freren 57 47 9 1
Einheitsgemeinde Geeste 39 29 0 10
Stadt Haren (Ems) 109 86 1 22
Stadt Haselünne 71 54 0 17
Samtgemeinde Herzlake 22 20 0 2
Samtgemeinde Lathen 36 25 0 11
Samtgemeinde Lengerich 26 23 1 2
Stadt Lingen (Ems) 169 (+10) 132 (+4) 4 33 (+6)
Stadt Meppen 179 119 4 56
Samtgemeinde Nordhümmling 37 19 0 18
Stadt Papenburg 113 93 2 18
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 17 0 5
Samtgemeinde Sögel 194 139 0 55
Samtgemeinde Spelle 20 15 1 4
Einheitsgemeinde Twist 41 31 2 8
Samtgemeinde Werlte 84 60 0 24
Gesamt* 1281 (+73) 957 (+61) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 299

Zusammenfassung am Morgen

  • China ist die erste große Volkswirtschaft, die sich von der Covid-19-Pandemie erholt. Laut Regierungsdaten wuchs die chinesische Wirtschaft zwischen Juli und September um 4,9%. Die Expansion gegenüber dem Vorjahr ist allerdings etwas niedriger als die Erwartungen der Analysten, stellt jedoch eine deutliche Umkehrung gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres dar, als die Wirtschaft um 6,8% schrumpfte. Dies war Chinas erster Rückgang seit 1992, als die Beamten begannen, vierteljährliche BIP-Daten zu speichern.
  • Dr. Anthony Fauci sagte, er sei „absolut nicht“ überrascht, dass Donald Trump sich mit Coronavirus infiziert habe. In einem TV-Interview, das am Sonntag ausgestrahlt wurde, kurz bevor Trump eine Kundgebung in Nevada abhielt, sagte der führende US-Experte für Infektionskrankheiten und Mitglied der Coronavirus-Taskforce des Weißen Hauses: „Ich hatte Angst, dass er krank werden würde, als ich ihn sah. Eine völlig prekäre Situation voller Menschen, ohne Trennung zwischen Menschen und fast niemandem, der eine Maske trägt. “
  • Bei seiner Kundgebung in Nevada behauptete Trump, die USA würden die Pandemie „abrunden“, eine häufige Behauptung bei seinen Auftritten, obwohl der wöchentliche Falldurchschnitt in 48 der 50 Bundesstaaten des Landes gestiegen sei. Am Freitag gab es die höchste 24-Stunden-Infektion seit Juli mit 68.000 neuen Fällen an einem Tag. Die USA haben 8,1 Millionen Fälle und fast 220.000 Todesfälle.
  • In der australischen Stadt Melbourne, die seit mehr als 100 Tagen im Lockdown-Modus ist, wurden jetzt die ersten Beschränkungen gelockert. Am Montag konnten Friseure, Hundepflegeunternehmen und Immobiliendienstleister wiedereröffnet. (Quelle: The Guardian, 19.10.20)

Slowenien verhängt erneut Corona-Notstand

Wegen der rasch steigenden Anzahl von Infektionen mit dem Corona-Virus hat Slowenien am Montag erneut einen 30-tägigen Pandemie-Notstand ausgerufen. Dies berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA in der Nacht zum Montag.

Unmittelbare Konsequenzen hat dieser Schritt vorerst keine. Er bildet aber die Grundlage dafür, dass die Behörden auch lokal abgestufte neue Maßnahmen und Einschränkungen anordnen können. Ein erster Corona-Notstand war in dem EU-Land vom 12. März bis Ende Mai verhängt worden.

Bereits seit letztem Freitag gilt ein teilweiser Lockdown. In neun von zwölf Regionen dürfen die Bewohner ihre jeweilige Region nicht verlassen. Es gibt allerdings Ausnahmen, wie etwa Fahrten zum Arbeitsplatz. Außerdem trat am Montag ein Plan in Kraft, dass Schüler ab der 6. Schulstufe nur noch im Fernunterricht unterrichtet werden.

In Slowenien wurden am Sonntag 726 und am Samstag 897 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Damit hat sich die Zahl der aktiven Fälle in dem Zwei-Millionen-Einwohner-Land binnen einer Woche nahezu verdoppelt. Die Anzahl der Infizierten der letzten 14 Tage pro 100.000 Einwohner wurde am Sonntag mit 317 angegeben.

Seit Beginn der Pandemie im März haben sich nach offiziellen Angaben 13.151 Menschen mit dem Virus Sar-CoV-2 angesteckt, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 187 von ihnen starben an den Folgen einer Corona-Erkrankung. (Quele: TSP, 19.10.20)


Zur Einordnung der heutigen RKI-Zahlen


RKI meldet 4.325 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen 4.325 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert ist vergleichsweise niedrig, weil am Wochenende nicht alle deutschen Gesundheitsämter Daten übermitteln. Gemessen an den 2.467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht.

12 weitere Menschen starben an CoViD-19 – eine gegenüber dem Sommer deutlich erhöhte Todeszahl. (Quelle: RKI, 19.10.20)


Überblick zur Nacht

  • Die Gesamtzahl der Corona- Infektionen weltweit nähert sich erstaunlichen 40 Millionen Fällen. Derzeit meldet die Johns-Hopkins-Universität 39,8 Millionen.
  • In den USA verzeichnet fast jeder der 50 US-Bundesstaaten einen Anstieg der durchschnittlichen Anzahl der in der letzten Woche gemeldeten Fälle. Nur zwei US-Bundesstaaten, Vermont und Missouri, haben einen Rückgang ihrer Durchschnittswerte gemeldet.
  • In Italien erhalten die Bürgermeister neue Corona-Befugnisse. Sie können bei Bedarf in ihren Städten Ausgangssperren ab 21.00 Uhr verhängen, um ein Wiederaufleben des Coronavirus einzudämmen.
  • In Südafrika sind Gesundheitsminister Zweli Mkhize und seine Frau positiv auf Covid-19 getestet, teilte sein Büro am Sonntag mit: „Ich bin jetzt zu Hause in Quarantäne und meine Frau und ich bleiben optimistisch, dass wir uns vollständig von diesem Virus erholen werden“, sagte Mkhize in einer Erklärung. Südafrika meldete am Samstag 1.928 neue Fälle, was zu einer Gesamtzahl von etwas mehr als 700.000 führte. 18.408 Südafrikaner sind an CoViD-19 gestorben.
  • In Slowenien hat der Premierminister via Twitter angekündigt, dass am Montag ein 30-Tage-Lockdown ausgerufen wird und strengere Maßnahmen auf nationaler Ebene verhängt werden müssen.
  • Twitter hat einen „irreführenden“ Tweet eines führenden US-amerikanischen Beraters des US-Präsidenten wegen Verstoßes gegen seine Covid-19-Informationsrichtlinie entfernt.
  • Laut einer AFP-Bilanz, die auf offiziellen Quellen basiert, sind in Europa inzwischen mehr als 250.000 Menschen durch das Coronavirus gestorben.
  • Italien meldete in den letzten 24 Stunden einen Rekordwert von 11.705 neuen Coronavirus-Fällen, so das Gesundheitsministerium gegenüber dem vorherigen Höchststand von 10.925 am Samstag.
  • Nach Angaben der britischen Regierung gab es in Großbritannien weitere 16.982 im Labor bestätigte Coronavirus-Fälle und 67 weitere Todesfälle. Der Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, hat an die Regierung in London geschrieben und sie aufgefordert, einen „fairen finanziellen Rahmen“ für lokale Sperren zu schaffen.
  • Die Schweiz verstärkt ihre Maßnahmen zur Bekämpfung von CoViD-19. Morgen treten neue Beschränkungen in Kraft, darunter das obligatorische Tragen von Masken in Innenräumen und eine Beschränkung auf öffentliche Versammlungen auf 15 Personen.
  • Saeb Erekat, eine hochrangige Persönlichkeit der Palestine Liberation Organization (PLO), wurde mit CoViD-19 ins Krankenhaus eingeliefert.
  • Die Zahl der Todesfälle im Iran durch CoViD-19 übersteigt jetzt 30.000. Das Gesundheitsministerium des Landes gab an, dass die Gesamtzahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie nun 30.123 beträgt. (Quelle: The Guardian, 19.10.20)

Niedersachsen: Infektionszahlen steigen massiv

Laufend rutschen weitere Landkreise in Niedersachsen auf die Liste derer, die kritische Corona-Werte überschritten haben. Nun gehört auch der bevölkerungsreichste Landkreis dazu.

In der Region Hannover sind in den vergangenen sieben Tagen 38,7 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert worden. Das teilte das Land am Sonntag mit. Damit ist der erste kritische Wert, der bei 35 liegt, überschritten. Am Montag will die Region mit den Bürgermeistern der Kommunen über Reaktionen beraten. „Im Fokus werden sicherlich eine erweiterte Maskenpflicht sowie Verstärkungen der Kontrollen vor Ort stehen“, so ein Sprecher.

Von der größeren Risiko-Schwelle, nämlich einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50, ist die Region Hannover zugleich ein gutes Stück entfernt – noch. Im Gegensatz zu den vergangenen Monaten scheint sich jedoch eine neue Entwicklung abzuzeichnen: Die Infektionsrate geht auch dort stetig nach oben, wo es keine konkreten größeren Ausbruchsgeschehen gegeben hat – etwa in einem Schlachtbetrieb oder einer Pflegeeinrichtung.

Genauso sieht es in Delmenhorst aus. Die Stadt hatte am Sonnabend eine alarmierende Zahl vermeldet: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist auf fast 200 gestiegen. Auch dort kann dies nicht auf einen speziellen Betrieb oder eine Veranstaltung zurückgeführt werden. „In Delmenhorst sind bei den Infektionszahlen laut Gesundheitsamt keine besonderen lokalen Zuordnungen festzustellen“, teilte die Stadt mit. „Es gibt also keine ‚Infektionsherde‘ wie etwa größere Feiern.“

Eine ganze Reihe von Gebieten hat die Warnschwelle von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bereits hinter sich gelassen. Im Landkreis Cloppenburg liegt der Wert bei weit mehr als 100, im Landkreis Northeim ist die 100 ebenfalls überschritten. Bei über 50 lag die Inzidenz laut Land am Sonntag in den Landkreisen Emsland, Grafschaft Bentheim, Osnabrück und Vechta. Diese gelten damit als Risikogebiete. Den niedrigeren Risikowert von 35 überstiegen die Landkreise Celle, Oldenburg, Verden, die Stadt Osnabrück und, wie erwähnt, die Region Hannover.

„Wir sehen einen Anstieg von Erkrankungen, wir sehen auch eine Veränderung im Altersdurchschnitt“, sagte Gérard Krause, Leitender Epidemiologe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, am Sonntag im NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. „Die älteren Altersgruppen sind jetzt mehr betroffen als noch vor zwei Monaten. Das ist das, was wirklich Sorge bereitet.“

Das Land Niedersachsen insgesamt kratzt mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 34,2 am Sonntag an der 35er-Marke. „Der generelle Anstieg der Infektionszahlen ist wirklich besorgniserregend“, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD). Die Regeln sollen laut Ministerium in Kürze verschärft werden. Niedersachsens Landesregierung hatte zuletzt mehrfach betont, dass eine zweite Schließung von Geschäften und Betrieben wegen der schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen unbedingt vermieden werden soll. Wenn möglich, ziehe er stets die „mildere“ Variante vor, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der „Welt“ (Montagausgabe).

„Lieber Sperrstunde als wieder geschlossene Kneipen und Restaurants“, findet Weil, der auch das Beherbergungsverbot als mildes Mittel begrüßt hätte – das aber wurde vom Gericht gekippt. Wenn das passiert, „landen wir ganz automatisch bei härteren Maßnahmen. Die haben dann natürlich auch eine stärkere Wirkung, inklusive wesentlich größerer Nebenwirkungen“, sagte Weil der Zeitung. Die Sperrstunde steht auch auf der Kippe, in Berlin hat sie bereits einem Gerichtsbeschluss nicht standgehalten.

Nach Bund-Länder-Beratungen, neuen Corona-Regeln, die man erst mal verstehen muss, und Diskussionen über Flickenteppiche fand Weil jetzt unmissverständliche Worte. „Wir werden die Sperrstunde, wie alle anderen Ergebnisse der Berliner Konferenz, in Niedersachsen Punkt für Punkt umsetzen und im Zweifel auch in die nötigen Gerichtsverfahren gehen“, sagte er der „Welt“. „Sperrstunden sind ein wesentlich milderes Mittel als die Schließung von Restaurants und Lokalen. Die wollen wir nicht. Und ich hoffe sehr, dass wir am Ende nicht genau zu diesen Schließungen gezwungen sind.“ Außerdem werde das Land die erlaubte Zahl der Teilnehmer bei Privatfeiern senken.
(Quelle: NDR, 19.10.20)


Italien verschärft Vorschriften erneut

Italien verschärft zum dritten Mal in weniger als zwei Wochen die Vorschriften zum Coronaschutz. Wegen steil steigender Ansteckungskurven schränkt die Regierung die Gastronomie weiter ein. Ministerpräsident Giuseppe Conte rief die Italiener zu „maximaler Vorsicht“ auf, um sich und ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen.

Nach den neuen Vorschriften dürfen in Lokalen höchstens sechs Menschen am Tisch sitzen, wie Conte sagte. Die Sperrstunde für Restaurants und Bars mit Tischservice bleibe bei Mitternacht. Lokale ohne Sitzplätze müssten jedoch nach 18 Uhr den Service einstellen.

Bürgermeister werden ermuntert, beliebte Plätze abends zu schließen, auf denen sich viele Leute treffen. Büros sollen die Arbeit zu Hause forcieren. Das Dekret selbst werde in Kürze präsentiert. (Quelle: BR24, 18.10.20)



Diskussion über Präsenz-Parteitag der CDU

Innerhalb der CDU gibt es angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen Medienberichten zufolge Zweifel am Präsenzformat für den Bundesparteitag im Dezember. „Es ist politisch nicht zu vermitteln, dass wir uns zu einem Parteitag treffen, während der Rest des Landes zu Hause bleiben muss“, zitiert das „Handelsblatt“ ein Mitglied des Parteipräsidiums. Demnach gilt es derzeit als realistische Variante, den Parteitag digital abzuhalten und den neuen Parteivorsitzenden samt Vorstand per Briefwahl zu bestimmen.

Auch nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa gibt es im CDU-Vorstand Stimmen, die eine parallele Wahl an zehn oder mehr Standorten in Deutschland für möglich halten, während die Parteispitze mit den Kandidaten an einem Ort zusammenkommen könnte. Die Bewerbungsreden müssten dann per Videokonferenz live an den anderen Standorten zu sehen sein. Zugleich gibt es Bedenken, ob ein solches Verfahren rechtssicher sein kann.

Auf Nachfrage der Agentur Reuters sagte eine Parteisprecherin: „Wir planen nach wie vor mit einem Parteitag in Präsenz in Stuttgart.“ Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus versicherte im „Tagesspiegel“, es gebe ein „sehr gutes Hygienekonzept“. Momentan ist das noch tragfähig. „Und wenn wir die Pandemie im Griff behalten, wird es auch im Dezember noch tragen“, fügte er hinzu. (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


USA-Zahlen

In den USA gibt es binnen eines Tages offiziell 53.157 Neuinfektionen. Damit meldet die US-Seuchenschutzbehörde CDC insgesamt knapp 8,1 Millionen Infektionen. Die Zahl der Toten steigt um 593 auf 218.511.

(Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


EU treibt Verknüpfung der Corona-Apps voran

Die Europäische Kommission gibt für den Aufbau einer EU-weiten Corona-Warn-Plattform nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ rund 13 Millionen Euro aus dem Notfallfonds ESI frei. Die Plattform soll ermöglichen, die bisher strikt getrennten nationalen Corona-Warn-Apps grenzüberschreitend zu nutzen.

Sieben Millionen Euro fließen demnach bis Anfang 2021 für Entwicklung und Installation an die Konzerne SAP und Deutsche Telekom, rund drei Millionen Euro sind bis Ende 2021 für die Wartung vorgesehen. Zusätzliche drei Millionen Euro liegen im Topf als Entwicklungskostenzuschüsse an EU-Länder bereit, die ihre Apps an die Warnplattform anschließen wollen. (Quelle: ARD, 18.10.20)


Bayern: Mehr als die Hälfte aller Landkreise von verschärften Corona-Regeln betroffenWegen der steigenden Infektionszahlen gelten die verschärften Corona-Maßnahmen in Bayern ab Montag bereits für einen Großteil des Freistaats. Die Corona-Ampel des bayerischen Gesundheitsministeriums zeigt mittlerweile für mehr als die Hälfte aller Landkreise und kreisfreien Städte die gelbe Frühwarnstufe beziehungsweise die rote Warnstufe an.

In stark betroffenen Gebieten gilt in Bayern seit Samstag ein ausgeweitetes Gebot für das Tragen von Masken oder Sperrstunden in der Gastronomie. Außerdem dürfen sich nur Bewohner und Bewohnerinnen zweier Haushalte oder maximal zehn Personen treffen. Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 Neuinfektionen dürfen sich dann nur noch zwei Hausstände oder maximal fünf Personen treffen.

Die Regeln gelten überall dort, wo die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in sieben Tagen den Wert 35 beziehungsweise 50 übersteigt.

Das betraf am Sonntag bereits 24 Städte und Kreise. Hinzu kamen 28 weitere, die den Frühwarnwert von mehr als 35 überschritten hatten. Insgesamt gibt es 71 Kreise und 25 kreisfreie Städte in Bayern. (Quelle: DIE ZEUT, 18.10.20)


Frankreich meldet knapp 30.000 Neuinfektionen

In Frankreich haben die gemeldeten Fälle von Corona-Infektionen innerhalb eines Tages erneut um etwa 30.000 zugenommen. Sie seien um 29.837 auf insgesamt 897.034 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Weitere 85 Personen seien an oder mit dem Virus gestorben. Die Gesamtzahl der Toten in Frankreich beträgt 33.477.

Um den rasanten Anstieg der Fälle zu bremsen, gilt in mehreren französischen Großstädten seit diesem Wochenende eine nächtliche Ausgangssperre von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


Bundespräsident Steinmeier erneut negativ getestet

Auch ein zweiter Corona-Test bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist negativ ausgefallen, wie eine Sprecherin am Sonntag mitteilte. Steinmeier hatte sich in Quarantäne begeben, nachdem einer seiner Personenschützer positiv auf das Virus getestet worden war.
Die häusliche Isolation solle aber erst nach Absprache mit dem Gesundheitsamt aufgehoben werden, so die Sprecherin.
(Quelle: ARD, 18.10.20)


Italien: 20 Abgeordnete infiziert

Im Abgeordnetenhaus in Rom häufen sich die Corona-Fälle. Nach einer Zählung der Zeitung „Il Messaggero“ wurden bis Samstag 20 Parlamentarier und Parlamentarierinnen der größeren der zwei Kammern in Rom positiv auf das Virus getestet. Hinzu kommen Medienberichten zufolge weitere Personen, die vorsorglich in Quarantäne sind.

Zeitungen schrieben unter Berufung auf Abgeordnete, dass es in der kommenden Woche keine Abstimmungen in der Kammer geben solle. Trotzdem gehe die politische Arbeit mit Debatten und Ausschusstagungen weiter, hieß es. „Die Demokratie darf in einem so komplizierten Moment nicht ausgesetzt werden“, zitierte die Nachrichtenagentur Adnkronos die Politikerin Mariastella Gelmini von der Oppositionspartei Forza Italia. Italien mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern registrierte am Samstag fast 11.000 Neuinfektionen mit Corona innerhalb von 24 Stunden. (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


Karliczek will Prämie für Azubi-Übernahme verlängern

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) will die Corona-Übernahmeprämien für Azubis aus insolventen Betrieben um ein halbes Jahr bis Ende 2021 verlängern. Da das Insolvenzrecht derzeit wegen der Pandemie teilweise ausgesetzt ist, sei es auch „sinnvoll, diese Ausbildungsprämien bis zum Ende des nächsten Jahres zu verlängern“, sagte Karliczek dem „Handelsblatt“. „Denn erst nach dem Auslaufen der Insolvenzrecht-Sonderregelungen wird sich zeigen, wie viele Auszubildende einen neuen Ausbilder brauchen, um ihre Ausbildung sicher beenden zu können.“

Die Prämie von 3000 Euro für kleine und mittlere Unternehmen soll dafür sorgen, dass mehr Auszubildende aus Unternehmen, die wegen der Corona-Krise zahlungsunfähig werden, ihre Lehre in einem anderen Betrieb fortsetzen können. (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


Prag: Gewalttätige Fan-Protest gegen Corona-Maßnahmen

Mehr als 2000 Fußball- und Eishockeyfans haben in Prag gegen die Corona-Einschränkungen im Sport protestiert. Dabei sei die maximal erlaubte Teilnehmerzahl bei Demonstrationen von 500 Menschen überschritten worden, teilte die Polizei mit. Die Veranstalter beendeten die Versammlung im Stadtzentrum nach rund einer Stunde.

Anschließend kam es zu Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Hooligans und den Sicherheitskräften. Rauchbomben und Feuerwerkskörper wurden gezündet. Bei Personenkontrollen wurden nach Angaben der Polizei unter anderem Schlagstöcke und Schusswaffen sichergestellt. Mehr als ein Dutzend Personen wurden festgenommen. Derweil rief Ministerpräsident Andrej Babis die Menschen erneut auf, wenn möglich zu Hause zu bleiben. Die Regierung hatte ab dem 12. Oktober für zunächst zwei Wochen alle Sportveranstaltungen untersagt. Der Fußball-Ligabetrieb wurde daraufhin unterbrochen. Ausnahmen gelten nur für internationale Wettkämpfe.

(Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


Polen: 10 Bischöfe infiziert

Die Pandemie trifft auch die katholischen Bischöfe in Polen: Binnen einer Woche sind zehn Bischöfe positiv auf das Coronavirus getestet worden. Unter ihnen ist nach Angaben seiner Erzdiözese Posen (Poznan) auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki.

Ebenfalls infiziert haben sich zwei der drei Posener Weihbischöfe und mehrere Mitarbeiter der Kurie in der westpolnischen Stadt, hieß es. Gadecki setzt demnach seine vor mehreren Tagen begonnene häusliche Quarantäne fort. „Er ist geschwächt, fühlt sich aber gut“, so das Erzbistum. Der emeritierte Weihbischof von Gnesen (Gniezno) wurde als einziger an Covid-19 erkrankter Bischof in eine Klinik eingeliefert. (Quelle: ARD, 18.10.20)


Basketball: Erstes Pokalspiel von Alba Berlin abgesetzt

Das erste Gruppenspiel im deutschen Basketball-Pokal von Titelverteidiger Alba Berlin ist wegen eines positiven Corona-Tests bei einem Spieler des Hauptstadtclubs abgesetzt worden. Über das weitere Vorgehen für die eigentlich heute (18.00 Uhr) geplante Partie gegen die Basketball Löwen Braunschweig in Bonn werde zu gegebener Zeit informiert, teilte die Liga weiter mit. Mit der Entscheidung wolle man der „übergeordneten gesundheitlichen Verantwortung“ gerecht werden. Damit wird der nationale Spielbetrieb bereits am zweiten Tag des Pokals von der Coronavirus-Pandemie beeinflusst. (Quelle: Sportschau, 18.10.20)


Schweiz verschärft Maßnahmen

Die Schweiz verschärft ihre Corona-Maßnahmen. Von Montag an seien Versammlungen von mehr als 15 Menschen auf öffentlichen Plätzen untersagt, teilt die Regierung nach einer Sondersitzung mit. In allen öffentlichen Gebäuden müssten Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden. Die Pflicht, eine solche Maske im öffentlichen Personenverkehr zu tragen, wird auf Bahnhöfe, Flughäfen sowie Bus- und Straßenbahnhaltestellen ausgeweitet. Dies gilt auch für Geschäfte, Schulen, Kirchen und Kinos. Am Freitag hatte das Land, in dem 8,6 Millionen Menschen leben, mit 3105 die bislang höchste Zahl an Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. (Quelle: ARD, 18.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 25.835 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 18. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 382. Von Freitag auf Sonnabend lag diese Zahl noch bei 554. Der langsamere Anstieg hängt – wie in der Vergangenheit – mit dem Wochenende zusammen, an dem nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das Landesgesundheitsamt melden


📌Emsland heute: 42 Neuinfektionen – 7-Tage-Inzidenz: 70,0.

Auch heute verschweigt der Landkreis Emsland „seinen“ Bürgerinnen und Bürgern die aktuellen Infektionszahlen der letzten 24 Stunden. Der Landkreis hat sie aber in der Summe bis 9 Uhr heute früh dem Landesgesundheitsamt (NLGA) Niedersachsen gemeldet. Also findet man:

Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden im Emsland weitere 42 Neuinfektionen festgestellt, wodurch die Gesamtzahl aller Infektionen seit Pandemiebeginn auf 1.257 angestiegen ist. Die Gesamtinzidenzzahl beträgt damit laut NLGA 384,5.

In den letzten sieben Tagen haben sich 229 Bewohner neu infiziert, was zu einer entsprechenden Inzidenzzahl von 70,0 führt.

Die Wochenzeitschrift DIE ZEIT gibt heute Nachmittag 227 Erkrankte innerhalb der letzten 7 Tage an und 248 akut Kranke. Die Zeitung nennt eine etwas geringere 7-Tages-Inzidenz von 69,4 an. Es gibt noch einmal eine gute Nachricht: keine weiteren Toten. Laut DIVI werden allerdings drei Patienten in den emsländischen Krankenhäusern intensivmedizinisch behandelt, übrigens auch zwei Patienten in der Grafschaft Bentheim; 48 der 101 Intensivbetten im Landkreis Emsland sind aktuell nicht belegt. (Quelle: Niedersachsen.de, ZEIT, DIVI, 18,10.20)


Deutlich mehr CoViD-19-Tote in Deutschland


„Wear a mask, wear a mask… is this really much to ask??? Lyrics by Noah Lindquist Performed by Noah Lindquist and Ashley Young Based on „Be Our Guest“ from Disney’s BEAUTY AND THE BEAST by Alan Menken and Howard Ashman.
Enjoy, and WEAR A MASK!“



Aida Cruises startet wieder

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat nach Corona-bedingt siebenmonatiger Unterbrechung das Reisegeschäft wieder aufgenommen. Die „AIDAblu“ legte am Sonnabend im italienischen Civitavecchia zu einer siebentägigen Kreuzfahrt entlang der Westküste bis Sizilien und zurück zu einer Kreuzfahrt ab. Mehrere Landgänge sind geplant, unter anderem in Neapel, Palermo und Rom geplant. Aufgrund der Corona-Schutzvorkehrungen sei das Schiff aber nur mit 1.000 Passagieren und damit weniger als zur Hälfte belegt, so ein Sprecher der Reederei. Die Reise stehe bis Mitte Dezember noch mehrmals auf dem Programm, die Nachfrage sei groß. Anfang November solle eine Tour mit der „AIDAmar“ rund um die Kanarischen Inseln starten.

Die Reederei hat laut Sprecher Hansjörg Kunze zuvor zusammen mit den Behörden „ein Corona-Sicherheitspaket“ entwickelt. So sei ein Covid-19-PCR-Test mit negativem Testergebnis, welcher nicht älter als drei Tage sein dürfe, Voraussetzung für den Reiseantritt. Vor dem Einstieg werde zudem kontaktlos die Temperatur gemessen. Bei Gästen, die sich vor Reisebeginn in einem Corona-Risikogebiet aufhielten, werde im Hafenterminal ein weiterer Covid-19-Test gemacht. Zudem gelten den Angaben zufolge in den Bordrestaurants die gleichen Sicherheitsstandards wie an Land. Bei Landgängen blieben die Passagiere zusammen. Wer sich von der Gruppe entferne, dem könne der Zugang zum Schiff verwehrt werden, erklärte Kunze.

Die Rostocker Reederei hatte im März die Reisen auf ihren 14 Schiffen eingestellt. Michael Thamm, Chef der Costa Gruppe, zu der Costa Crociere und Aida Cruises gehören, bezifferte die Verluste für sein Unternehmen auf 1,5 Milliarden Euro. Der deutsche Geschäftsführer des internationalen Branchenverbands Clia, Helge Grammerstorf, schätzt die Verluste der gesamten Branche auf einen zweistelligen Milliardenbetrag. (Foto: CC s. Archiv v. 07.04.20; Quelle: NDR, 18.10.20)


Russland-Zahlen

Die russischen Behörden haben 15.099 bestätigte Corona-Neuansteckungen verzeichnet. Damit haben sich in Russland bisher insgesamt fast 1,4 Millionen Menschen infiziert. 185 weitere Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden im Zusammenhang mit Virus gestorben. (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


Margot Käßmann:
Beerdigungen ohne Beschränkung der Teilnehmerzahl möglich machen

„Meine Erfahrung ist, dass eine im besten Sinne gute Beerdigungsfeier den Abschied erleichtert“, schreibt die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in ihrer Kolumne in „Bild am Sonntag“. Beileidsbekundungen am Grab seien besonders wichtig und sollten möglich sein. Denn es tue den Trauernden gut, wenn Menschen da seien, die sie nicht alleine ließen. Beerdigungen kommt nach Käßmanns Ansicht eine gesonderte Rolle zu: „Taufen, Konfirmationen, Trauungen lassen sich nachholen. Eine Beerdigung nicht.“

Derzeit gilt laut niedersächsischer Corona-Verordnung: Kirchliche Feiern sind unabhängig von der Zahl der Teilnehmenden erlaubt, wenn ein Hygienekonzept vorliegt. Dies beinhaltet etwa die Reinigung von Oberflächen, das Achten auf den Mindestabstand zwischen den Teilnehmenden und ausreichendes Lüften. Zwar ist die Personenzahl damit nicht generell begrenzt, aber „es dürfen nur so viele Menschen in eine Kirche, dass die Gläubigen jeweils 1,5 Meter Abstand voneinander einhalten können“, teilt das Land mit. Religiöse Feiern unter freiem Himmel können eine Alternative sein, heißt es auch vom Land. „Es ist jedoch auch für eine solche Zusammenkunft ein Hygienekonzept aufzustellen und es sind die Abstandsregeln einzuhalten.“

Während der ersten Phase der Coronavirus-Pandemie mit umfassenden Kontaktbeschränkungen war auch die Zahl der Teilnehmer bei Beerdigungen begrenzt worden. Momentan breitet sich das Virus in Niedersachsen noch stärker aus als im Frühjahr. Die Zahl der Neuinfektionen erreicht ständig neue Höchststände. Schärfere Maßnahmen, gegebenenfalls auch landesweit, werden diskutiert, damit die Ausbreitung nicht außer Kontrolle gerät.

(Quelle: NDR, 18.10.20)


Studie: Coronavirus überlebt länger auf der Haut als Grippevirus

Das Coronavirus kann laut einer Studie japanischer Forscher fünf Mal so lange auf Haut eines Menschen überleben wie das Grippevirus. Demnach bleibt SARS-CoV-2 bis zu neun Stunden aktiv, während Influenza-A nur knapp zwei Stunden überlebt. Das Risiko einer Infektion könne durch regelmäßiges Händewaschen reduziert werden, wie es auch von der WHO empfohlen wird. Beide Virenarten könnten zudem durch Ethanol, das in Handdesinfektionsmitteln verwendet wird, innerhalb von 15 Sekunden abgetötet werden. (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


(18.10.20)


Corona in Deutschland: Verdopplungszeit sinkt auf 10 Tage


Deutschland-Zahlen

In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages mehr 5.587 neue Corona-Infektionsfälle gemeldet worden.

Die Zahl der insgesamt seit Beginn der Pandemie in Deutschland registrierten Infektionsfälle stieg demnach auf 361.974, die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus im Zusammenhang stehenden Todesfälle auf 9.777 – zehn mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 290.000.

Am Wochenende fallen die Zahlen stets niedriger aus als während der Woche, da die Gesundheitsämter dann oft nicht alle Daten an das RKI übermitteln. Im Vergleich zu den 3.483 Infektionen am Sonntag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7.830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht. (Quelle: RKI, 18.10.20)


Mexiko: Offiziell fast 5500 neue Infektionsfälle

In Mexiko ist die Zahl der bestätigten Infektionen um 5447 auf 847.108 gestiegen. In dem lateinamerikanischen Land starben am Samstag nach einer Infektion 355 Menschen. Damit steigt die Zahl der Pandemie-Opfer auf 86.059. (Quelle: ARD, 18.10.20)


Meldungen aus der Nacht

  • Österreich, Slowenien und Ungarn haben alle einen Anstieg der Fälle angekündigt – in Slowenien trat am Samstag das obligatorische Tragen von Masken im öffentlichen Außenbereich in Kraft.
  • Die Zahl der Todesopfer im Iran hat die Marke von 30.000 überschritten, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit.
  • Saudi-Arabien erlaubt zum ersten Mal seit sieben Monaten in einer der heiligsten religiösen Stätten des Islam, der Al-Haram-Moschee in Mekka, zu beten, berichtete das staatliche Fernsehen am frühen Sonntag.
  • Neuseeland, das das Virus zweimal eliminiert hatte, meldete seinen ersten neuen lokalen Infektionsfall seit 22 Tagen.
  • Die französische Überseegebiet Wallis und Futuna im Südpazifik verzeichnet seinen ersten Corona-fall in der gesamte Pandemie. (Quelle: The Guardian, 18.10.20)

Lauterbach rechnet mit lokalen Shutdowns

Bei einer weiterhin so schnellen Ausbreitung des Coronavirus rechnet SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach mit lokalen Shutdowns in Deutschland.

„Es ist ganz simpel: Der R-Wert liegt bei etwa 1,3. Wenn wir den nicht runter bekommen, steigen die täglichen Fallzahlen innerhalb kürzester Zeit so stark an, dass die Kliniken und Gesundheitsämter überlaufen werden. Dann kommen lokale Shutdowns“,

sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die auch R-Wert genannte Reproduktionszahl gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt. Laut Lagebericht des Robert Koch-Instituts von Samstagabend lag der R-Wert bei 1,40. „Das exponentielle Wachstum hat eine solche Kraft – da würde jedem einleuchten, dass nichts mehr stattfinden kann“, so Lauterbach weiter. „Dann würde auch die Wirtschaft einbrechen.“ Im Kampf gegen das Virus zählt der Politiker auf das Verhalten der Menschen – weniger auf die Eindämmungsmaßnahmen:

Es wird darauf ankommen, wie sich die Bevölkerung verhält. Das ist wichtiger als einzelne Maßnahmen. Viele Auflagen lassen sich ohnehin schwer überprüfen.

(Foto: Lauterbach CC s. Archiv v. 15.06.20; Quelle: ARD, 18.10.20)


New York geht gegen Hochzeit mit mehr als 10.000 Teilnehmern vor

Behörden des US-Bundesstaats New York sind gegen eine geplante Hochzeit mit möglicherweise mehr als 10.000 Teilnehmern vorgegangen. „Es war eine große Hochzeit geplant, die die Versammlungsregeln verletzt hätte“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo.

Einer Mitarbeiterin zufolge habe eine Untersuchung herausgefunden, dass die Feier am Montag im Viertel Williamsburg in Brooklyn stattfinden sollte. Die Veranstaltung sei per Verfügung ausdrücklich untersagt worden. Die städtischen Behörden seien alarmiert, so Cuomo. „Ich bin sicher, die haben Leute, die das beobachten.“ (Quelle: Tagesschau, 18.10.20)


Mehr als eine 500 Mio Euro Soforthilfen zurückgezahlt

Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer haben Corona-Soforthilfen in Höhe von mehr als 500 Mio Euro an den Staat zurückgezahlt. Das ergab eine Nachfrage der „Welt am Sonntag“ bei den Bundesländern.

Demnach gaben Soforthilfe-Empfänger bis zum 30. September mehr als 560 Millionen Euro ungerechtfertigt gezahlter Zuschüsse zurück. Auf den ersten drei Plätzen liegen Nordrhein-Westfalen mit 170 Millionen Euro, Berlin mit 143 Millionen Euro und Bayern mit 107 Millionen Euro. Die Angaben beziehen sich sowohl auf das Soforthilfeprogramm des Bundes als auch auf die entsprechenden Programme der Länder.

13,8 Milliarden Euro wurden im Rahmen des Bundesprogramms bislang insgesamt an Antragssteller verteilt. Das Programm ist am 31. Mai ausgelaufen, daher gibt es nur noch geringe Änderungen bei den Antrags- und Bewilligungszahlen. (Quelle: Wams, 18.10.20)


(18.10.20)


Israel lockert Corona-Bschränkungen

Israel will einige Corona-Beschränkungen ab Sonntag in einer ersten Phase der Reduzierung der im letzten Monat verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der steigenden Coronavirus-Infektionsraten lockern.

„Wir werden das dieses Mal vorsichtig machen, so wie die Experten des Gesundheitsministeriums es vorschlagen“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Samstagabend gegenüber Medienvertretern.

Die Lockerung einiger Regeln, die seit dem 18. September im Rahmen einer zweiten Sperrung in sechs Monaten gegen die Pandemie in Kraft sind, wurde am Donnerstag von der Netanjahu-Regierung beschlossen, vorausgesetzt die Zahl neuer Infektionen beträgt nicht mehr als 2.000 pro Tag.

Am Freitag gab es nach offiziellen Angaben 1.695 neue Fälle, also deutlich weniger als die rund 8.000 bis 9.000 pro Tag Ende September, berichtet Agence France-Presse. „Wenn alle die Regeln befolgen, bin ich sicher, dass es funktionieren wird“, fügte der Premierminister hinzu. Die Aufhebung der Beschränkungen soll in mehreren Phasen bis Februar 2021 geschehen.

Israel, ein Land mit nur etwa neun Millionen Einwohnern, hat nach den am Freitag veröffentlichten Daten 301.896 Coronavirus-Fälle registriert, darunter 2.141 Todesfälle.

Eine wichtige Maßnahme, die am Sonntag aufgehoben werden soll, ist die Ausgangsbeschränkung für Personen, die sich nicht mehr als einen Kilometer von ihrem Zuhause entfernen dürfen. Diese Regel löste bei vielen Israelis Wut aus, die behaupteten, sie sei bloß dazu gedacht, politische Proteste gegen Netanjahu einzudämmen.

Außerdem werden Kindergärten sowie Strände und Nationalparks wiedereröffnet. Die Israelis können auch wieder Freunde oder Verwandte besuchen, solange nicht mehr als 10 Personen in Gebäuden und 20 außerhalb zusammenkommen.

In einigen Hotspots, vor allem in Gebieten mit einer hohen ultraorthodoxen Bevölkerung, in denen die Infektionen nach Angaben der Behörden weiterhin hoch sind, werden die Restriktionen jedoch bis mindestens Mittwoch um Mitternacht bestehen bleiben.

Update:

Tausende Israelis haben erneut gegen den wegen Korruption angeklagten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu demonstriert. Nach Aufhebung von Restriktionen, die eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollten, versammelten sich auch in Jerusalem wieder Tausende Demonstranten. Der Regierungschef steht auch wegen seines Corona-Krisenmanagements massiv in der Kritik.
(Quellen: The Guardian, ZDF, 17.10.20)


Mecklenburg-Vorpommern lockert

Die Schweriner Landesregierung lockert die bislang strengen Regeln für Urlauber aus deutschen Corona-Risikogebieten. Die lange Quarantäne entfällt. Künftig reicht ein Test anstatt zwei. Mecklenburg-Vorpommern hat damit seinen harten Kurs beim sogenannten Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten aufgegeben. Allerdings sollen die neuen Regeln erst am kommenden Mittwoch in Kraft treten.

Nach wochenlangem Streit und wenige Tage vor einem dazu erwarteten Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichts in Greifswald einigten sich Landesregierung und Tourismusbranche heute auf einen Kompromiss. Für Urlauber im Nordosten reicht von kommendem Mittwoch an ein negativer Corona-Test aus, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die bislang zusätzlich geforderte Quarantäne von mindestens fünf Tagen und ein folgender zweiter Test entfallen. Damit gleiche das Land seine Regeln an die in Schleswig-Holstein geltenden an, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Sonnabend.

Die Quarantänepflicht für Urlauber galt bislang nur in Mecklenburg-Vorpommern. Diese Regelung war bundesweit am strengsten und hatte für massive Kritik gesorgt. Die Ministerpräsidentin hatte angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen lange Zeit auf dem Sonderweg bestanden, lenkte nun aber angesichts abschlägiger Gerichtsentscheidungen zum Beherbergungsverbot in einer Reihe anderer Bundesländer ein. Schon nach dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am vergangenen Mittwoch hatte Schwesig Lockerungen in Aussicht gestellt, aber Bedingungen daran geknüpft.

Touristen aus Risikogebieten müssen bei der Anreise aber weiterhin einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen. Die Regelung für Rückkehrer aus ausländischen Risikogebieten ändert sich auch nicht. Auch Tagestouristen aus Risikogebieten dürfen nicht nach Mecklenburg-Vorpommern kommen.

Beim Oberverwaltungsgericht in Greifswald waren in der vergangenen Woche drei Eilanträge gegen die Landesverordnung eingereicht worden. Ursprünglich wollte das Gericht darüber in der kommenden Woche entscheiden. Ob die Anträge möglicherweise zurückgezogen werden, war zunächst unklar. Nach Einschätzung der Tourismuswirtschaft kamen die bislang in Mecklenburg-Vorpommern geltenden Einreisebestimmungen für Besucher aus Corona-Hotspots einem Beherbergungsverbot gleich.

Der Landestourismusverband und der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband begrüßten die Kursänderung des Landes. Sie hatten die bisherige Regelung scharf kritisiert. Die Branche, die nach dem coronabedingten vollständigen Reisestopp im Frühjahr im Nordosten in der Sommersaison wieder im Aufwind war, musste im Herbst einen Rückschlag hinnehmen. Der Landestourismusverband sprach von Einbußen von bis zu 30 Prozent. Das entspreche erwarteten Einnahmen von bis zu 80 Millionen Euro, mit denen die Hoteliers fest gerechnet hatten. Außerdem sei es für die einzelnen Betreiber von Unterkünften schwierig, alle neuen Risikogebiete im Blick zu behalten und entsprechende Urlauber gar nicht erst anreisen zu lassen. So fielen Touristen insbesondere aus Berlin weg, weil in der Bundeshauptstadt zu Beginn der Herbstferien die Infektionszahlen die kritische Marke von 50 neuen Ansteckungen je 100.000 Einwohnern in einer Woche überstiegen. Auch aus anderen Risikogebieten Deutschlands blieben Urlauber trotz Vorbuchungen weg.

Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten gilt nur noch in wenigen Bundesländern. In den meisten wurde es ausgesetzt oder war gar nicht eingeführt worden. In Hamburg müssen Touristen aus deutschen Risikogebieten schriftlich bestätigen, dass sie sich in den vergangenen 14 Tagen nicht in einem deutschen Risikogebiet aufgehalten haben. Ansonsten müssen sie einen Negativtest vorlegen. In Sachsen-Anhalt gilt dieselbe Regelung wie für Touristen aus ausländischen Corona-Risikogebieten, es sei denn, sie können einen maximal zwei Tage alten Negativtest vorlegen. Gleiches gilt für Schleswig-Holstein.

(Quelle: NDR, 17.10.20)


Überblick am Abend

  • Die weltweiten Fälle Coronainfektionen übertrafen am späten Freitag zum ersten Mal die Tageszahl von 400.000, ein Rekordanstieg zu einer zeit, in der ein Großteil Europas neue Beschränkungen zur Eindämmung des Ausbruchs einführt.
  • Europa, das den ersten Anstieg von Infektionen erfolgreich gedämpft hat, hat sich in den letzten Wochen zum neuen Coronavirus-Epizentrum entwickelt und meldete in der vergangenen Woche durchschnittlich 140.000 Fälle pro Tag. Als Region meldet Europa täglich mehr Fälle als Indien, Brasilien und die USA zusammen. Laut einer Reuters-Analyse stammten von 100 weltweit gemeldeten Infektionen 34 aus europäischen Ländern.Der Kontinent meldet derzeit etwa alle neun Tage eine Million Neuinfektionen und hat seit Beginn der Pandemie mehr als 6,3 Millionen Fälle gemeldet. Die fünf Länder Großbritannien, Frankreich, Russland, die Niederlande und Spanien machten dabei in dieser Woche etwa die Hälfte der neuen Fälle in Europa aus.
  • Frankreich meldet mit 19.425 Infektionen durchschnittlich pro Tag den höchsten 7-Tage-Durchschnitt der Neuerkrankungen in Europa, gefolgt von Großbritannien, Russland, Spanien und den Niederlanden in der Liste der am schlimmsten betroffenen europäischen Länder.
  • Mehrere europäische Länder schließen Schulen, stornieren nicht zwingend notwendige Operationen und engagieren Medizinstudenten, da die betreffenden Länder vor einem Wiederaufleben von CoViD-19 stehen.
  • Russland bringt Schüler zum Online-Lernen und Nordirland schließt Schulen für zwei Wochen und Restaurants für vier Wochen.
  • In Spanien haben die katalanischen Behörden angeordnet, dass alle Bars, Gaststätten und Restaurants für 15 Tage geschlossen werden, und auch die Anzahl der Personen, die in Geschäften zugelassen sind, begrenzt wird.
  • Die Tschechische Republik hat auch die Schulen auf Homeschooling umgestellt und plant, Tausende von Medizinstudenten einzusetzen. Krankenhäuser kürzen nicht dringende medizinische eingriffe, um Betten freizugeben.
  • In Polen warnen die Gesundheitsbehörden, dass das Land kurz vor einer Katastrophe stehe, nachdem in dieser Woche ein Rekord von 6.526 neuen Coronavirus-Infektionen und 116 Todesfällen gemeldet wurden. Polen bereitet die Notausbildung von Krankenschwestern vor und erwägt, Feldkrankenhäuser zu eröffnen.
  • Lateinamerika ist mit etwa 27% aller CoViD-19-Fälle die am stärksten betroffene Region, gefolgt von Asien, Nordamerika und Europa.
  • Indien meldet diesen Monat weniger Fälle als im September mit durchschnittlich 69.000 Fällen pro Tag. Die Infektionszahlen sind in den letzten drei Wochen um mehr als 20.000 gesunken, was einem Rückgang von 22% gegenüber dem vorherigen Höchststand entspricht. Indien meldete am 13. Oktober 55.342 Fälle, den niedrigsten täglichen Anstieg seit dem 18. August.
  • In den USA, in denen weltweit die meisten Fälle und Todesfälle zu verzeichnen sind, nehmen die Neuinfektionen zusammen mit den am meisten hospitalisierten Covid-19-Patienten hingegen seit Anfang September zu. (Quelle: The Guardian, 17.10.20)

Frankreich-Zahlen

Frankreich meldet einen Rekord bei den Neuinfektionen. Am Samstag habe es 32.427 neue Fälle gegeben, gibt das Gesundheitsministerium bekannt. Insgesamt zählt das Land seit Beginn der Pandemie 867.197 Infektionen. Die Zahl der Toten steigt am Samstag um 90 auf 33.392. (Quelle SPIEGEL, 17.10.20)


Emsland heute: 30 Neuinfektionen – 7-Tage-Inzidenz: 68,2.

Tausende Menschen aus dem Emsland schauen täglich auf die Website des Landkreises, um dort Informationen über die Corona-Fallzahlen zu finden. Der Landkreis verschweigt diese schon mal und wirkt damit wie ein bockiger kleiner Junge, der sich die Nase nicht putzen lassen will. Im Gegensatz zum vergangenen Wochenende finden sich heute jedenfalls keine aktuellen Infektionszahlen der letzten 24 Stunden auf http://www.emsland.de. Der Landkreis hat sie also nicht seinen Emsländerinnen und Emsländern bekannt gegeben, aber ihre Summe bis 9 Uhr heute früh dem Landesgesundheitsamt (NLGA) Niedersachsen gemeldet. Also findet man – auch dort allerdings erst nach einigem Suchen– dies:

Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden im Emsland weitere 30 Neuinfektionen festgestellt, wodurch die Gesamtzahl aller Infektionen seit Pandemiebeginn auf 1.215 angestiegen ist. Die Gesamtinzidenzzahl beträgt damit laut NLGA 371,6. In den letzten sieben Tagen haben sich 223 Bewohner neu infiziert, was zu einer entsprechenden Inzidenzzahl von 68,2 führt.

Die Wochenzeitschrift DIE ZEIT gibt heute Nachmittag 217 Erkrankte innerhalb der letzten 7 Tage an und nennt eine etwas geringere 7-Tages-Inzidenz von 66,4 an. Es gibt -eine gute Nachricht- keine weiteren Toten. Laut DIVI werden allerdings drei Patienten in den emsländischen Krankenhäusern intensivmedizinisch behandelt; 47 der 101 Intensivbetten im Landkreis sind aktuell nicht belegt.

(Quelle: NLGA, DIE ZEIT, DIVI, 17.10.20)


Slowenien gibt Nachverfolgung von Corona-Kontakten auf

Das kleine Slowenien gibt „wegen Überlastung“ die Corona-Kontaktnachverfolgung auf. Die Gesundheitsbehörden des Landes seien nicht mehr in der Lage, allen Kontakten von Infizierten nachzugehen, teilte das Institut für öffentliche Gesundheit mit. In einer Erklärung wurden die betroffenen Bürger aufgefordert, ihre Kontakte selbst zu informieren.

Das Zwei-Millionen-Einwohnerland zählte in den vergangenen 24 Stunden 900 neue Infektionsfälle. Dies entspricht einer Verdoppelung binnen einer Woche. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 180 Menschen in Slowenien nach einer Coronavirus-Infektion, rund 12.000 Infektionsfälle wurden registriert. (Quelle: Tagesschau, 17.10.20)


Österreich verzeichnet Rekordwert bei Neuinfektionen

In Österreich ist erneut eine Rekordzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Samstag 1.747 neue Fälle binnen 24 Stunden registriert. Der bisher höchste Tageswert war am Donnerstag mit 1.552 Fällen gemeldet worden.

Die Fallzahlen sind seit Anfang September stetig gestiegen – damals lagen sie noch bei unter 400 pro Tag. Die österreichische Regierung will am Montag mit Vertretern der neun Bundesländer über neue Schutzmaßnahmen beraten.

(Quelle: Tagesschau, 17.10.20)


Corona im Winter: Schwere Zeiten für Obdachlose

Nach Einschätzung der Landesarmutskonferenz Niedersachsen wird die Zahl der Obdachlosen in nächster Zeit steigen. Das Gremium fordert, nicht ausgelastete Hotels und Unterkünfte anzumieten.

Steigende Infektionszahlen, sinkende Temperaturen – Menschen ohne Wohnung stehen vor einem harten Winter. „Für Obdachlose wird es ganz bitter werden“, glaubt Klaus-Dieter Gleitze, Geschäftsführer der niedersächsischen Landesarmutskonferenz. „Es steht zu befürchten, dass bei massiv steigenden Infektionszahlen die Hilfsangebote reduziert werden – auch aus Schutz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Das gelte auch auf privater Ebene. Für Wohnungslose, die bislang bei Freunden und Verwandten schlafen durften, könnte diese Option wegen erhöhter Ansteckungsgefahr wegfallen. Zudem sei zu befürchten, dass Menschen mit wenig Einkommen ihre Wohnungen im Winter verlieren, so Gleitze.

Klaus-Dieter Gleitze fordert rasches Handeln. „Bald kommen die ersten Nächte mit Frost.“ Man könne die schwierige Situation für die Obdachlosen entschärfen, wenn man Hotels und leer stehende Unterkünfte anmiete. Hilfsinitiativen stehen vor der Herausforderung, die Hygieneregeln durchzusetzen – allen voran den Mindestabstand. Man benötigt schlichtweg mehr Platz. „Bei uns funktioniert es relativ gut“, sagte Harald Bremer, Geschäftsführer des Karl-Lemmermann-Hauses in Hannover. Doch die Probleme seien absehbar, sobald es kälter und regnerischer werde. „Drinnen wird es immer schwieriger mit dem Abstand“, so Bremer. (Quelle: NDR, 17.10.20)


Delmenhorst mit 7-Tage-Inzidenz von knapp 200

In Delmenhorst hat es in den vergangenen sieben Tagen 196,3 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben. Das hat die Stadt mitgeteilt und –überraschend– hinzugesetzt: „Delmenhorst bleibt damit Risikogebiet.“ . Auf den drastischen Anstieg – der höchste in ganz Deutschland – folgen weitere Einschränkungen.

Am Sonntag fallen demnach sämtliche Gottesdienste und Sportveranstaltungen in Delmenhorst aus. Zuvor war bereits die Maskenpflicht erweitert worden. Der Regelbetrieb in Kitas wurde eingeschränkt und Zuschauer bei Sportveranstaltungen untersagt. Schon am Montag will die Stadt in einer Pressekonferenz „über die Lage informieren“. (Quelle: NDR, 17.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 25.453 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 17. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 554. Insgesamt sind beim NLGA bis heute 711 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert: drei mehr als gestern. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 19.861 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote sinkt damit weiter ab und liegt nun bei 78 Prozent. Auch die Auslastung der Intensivstationen kommt wieder in den Fokus. (Quelle: NDR, 17.10.20)


Frankreich: Infektionsgeschehen außer Kontrolle

Das Infektionsgeschehen in Frankreich ist außer Kontrolle: In Paris und acht weiteren Corona-Hotspots dürfen die Bürger nun ihre Häuser zwischen 21.00 Uhr und sechs Uhr morgens nicht mehr verlassen. Frankreich meldete am Freitagabend mehr als 25.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages, am Vortag waren es sogar mehr als 30.000 gewesen. Die Zahl der Corona-Toten stieg am Freitag um 122 auf insgesamt 33.303 seit Beginn der Pandemie. Die neuen Ausgangssperren sind in Frankreich die härteste Maßnahme seit Ende des landesweiten Lockdowns am 11. Mai.

In der Hauptstadt waren am Vorabend der Maßnahme, die um Mitternacht in Kraft trat, noch zahlreiche Menschen unterwegs. Gegen 22 Uhr am Freitag waren die Terrassen der noch geöffneten Brasserien und Restaurants auf dem Platz der Republik in Paris noch gut gefüllt. „Wir werden es so lange wie möglich auskosten“, sagte ein 19-jähriger Student in Begleitung von vier Freunden. „Wir gehen ins Restaurant, machen eine Tour durch die Bars und einen kleinen Spaziergang.“

Ausnahmen etwa für den Kultursektor lehnte Premierminister Jean Castex am Freitag ab. „Jeder muss ab 21.00 Uhr zuhause sein“, sagte Regierungschef Castex zu den neuen Ausgangssperren für die Ballungsräume Paris, Marseille, Lyon, Lille, Rouen, Saint-Etienne, Grenoble, Toulouse und Montpellier. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte, dies komme die Wirtschaft weniger teuer zu stehen als ein landesweiter Lockdown.

Das Pariser Innenministerium veröffentlichte am Freitagabend ein Formular, das jeder ausgefüllt bei sich tragen soll, der während der Ausgangssperre vor die Tür muss. Folgende Ausnahmen können unter anderem darauf angeben werden: Arbeitsweg, medizinische Notfälle, Pflege von Angehörigen oder Betreuung von Kindern oder Weg zum Flughafen oder Bahnhof für Langstreckenreisen. Auch das Gassigehen mit dem Hund ist erlaubt – allerdings nur im Radius von einem Kilometer zur Wohnung.

Die strengen Regelungen erinnern an das Frühjahr. Damals gab es in ganz Frankreich sehr strenge Ausgangsbeschränkungen. Auch damals durfte man nur aus triftigem Grund vor die Tür – etwa zum Einkaufen. Spaziergänge waren zeitlich begrenzt und auch nur im Radius von einem Kilometer um die Wohnung erlaubt. Die Menschen mussten all das ebenfalls mit einem Formular dokumentieren. Parks und Strände wurden damals geschlossen.

Wer sich nun nicht an die neuen Beschränkungen hält, muss 135 Euro Strafe zahlen – für Wiederholungstäter können Tausende Euro fällig werden. 12.000 Polizisten sollen die Einhaltung der Regeln kontrollieren.

Frankreichs Kulturministerin Roselyne Bachelot hatte zuvor Ausnahmen für Kinos, Theater und Konzertsäle als denkbar bezeichnet und damit Hoffnungen geweckt. Die Kultureinrichtungen müssen in den betroffenen Städten nun aber ebenso um 21.00 Uhr schließen wie Restaurants. (Quelle: TSP, 17.10.20)


Abreisen: Hotel in Timmendorfer Strand geschlossen

Drei Mitarbeiter eines Hotels in Timmendorfer Strand sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Hotel wurde geschlossen, und alle 200 Gäste des Grand Hotel Seeschlösschen müssen abreisen.

Die betroffenen Mitarbeiter haben nach Angaben des Kreises Ostholstein alle in unterschiedlichen Bereichen des Hauses gearbeitet. Deshalb sei eine Ausbreitung unter der gesamten Belegschaft nicht auszuschließen.

Mehr als 100 Beschäftigte des Hotels müssen in Quarantäne – sie gelten laut Kreisverwaltung als sog. Kontaktpersonen der Kategorie 1. Das heißt, sie hatten intensiven Kontakt mit den Infizierten. Sie alle werden jetzt auf das Coronavirus getestet – die Ergebnisse sollen in ein paar Tagen vorliegen. Auch ihre Familien müssen mit einer Quarantäne rechnen.

Das Gesundheitsamt des Kreises Ostholstein hat das Hotel geschlossen – rund 200 Gäste müssen abreisen. Sie wurden als Kontaktpersonen der Kategorie 2 eingestuft. Das bedeutet, sie hatten keinen direkten Kontakt mit den infizierten Personen. Sie dürfen sich freiwillig testen lassen und sollen in den kommenden Tagen auf Symptome einer möglichen Infektion achten. In Quarantäne müssen sie nicht. (Quelle: NDR, 17.10.20)


UK-Zahlen

In Großbritannien sind nach Regierungsangaben an nur einem Tag 150 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das sind so viele wie noch nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Am Freitag waren noch 136 Todesfälle registriert worden. Zudem wurden 16.171 nachgewiesene Neuinfektionen registriert nach 15.650 am Freitag. (Quelle: SPIEGEL, 17.10.20)


Italien verschärft Schutzmaßnahmen

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen haben die Behörden der norditalienischen Region Lombardei eine Sperrstunde für Bars und Restaurants ab Mitternacht eingeführt. Die neuen Maßnahmen sehen auch ein Verbot für den Verkauf von Speisen zum Mitnehmen und für Alkohol ab 18.00 Uhr vor. Es dürfen keine Amateursport-Events mehr stattfinden. Die Maßnahmen gelten ab Samstag und zunächst bis zum 6. November.

Betreiber von Bars dürfen den Maßnahmen zufolge ab 18.00 Uhr nur noch Kunden bedienen, die an einem Tisch sitzen. Menschen in Altersheimen dürfen von ihren Angehörigen nur noch besucht werden, wenn diese eine Genehmigung der Gesundheitsbehörden vorweisen können. Die neuen Regelungen sollen von der Polizei überwacht werden.

Italien hat am Freitag die Grenze von 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden überschritten. Die Lombardei ist die am stärksten betroffene Region des Landes. In der vergangenen Woche hatte die italienische Regierung eine Maskenpflicht im Freien verhängt und den Ausnahmezustand bis zum 31. Januar verlängert.

Italienischen Medienberichten zufolge erwägt Ministerpräsident Giuseppe Conte auch, eine nächtliche Ausgangssperre ähnlich wie in einer Reihe von Städten in Frankreich einzuführen. (Quelle: SPIEGEL, 17.10.20)


Belgien: Außenministerin positiv getestet

Nach dem österreichischen Außenminister hat sich jetzt auch die belgische Außenministerin mit dem Coronavirus infiziert. Sophie Wilmes twitterte, sie sei positiv getestet worden, teilt sie per Twitter mit. Vermutlich sei die Ansteckung innerhalb ihrer Familie erfolgt. Bereits am Freitag erklärte sie, sie werde sich selbst isolieren, weil es einen Verdacht auf Covid-19-Symptome gebe. Wilmes hatte am 12. Oktober an Gesprächen mit den anderen EU-Außenministern in Luxemburg teilgenommen.

(Quelle: SPIEGEL, 17.10.20)


Polen mit Rekordzahlen

Trotz Corona-Auflagen ist in Polen die Anzahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Virus auf einen Rekordwert gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden kamen 9622 Fälle hinzu, wie am Samstag aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Das war der bisher höchste registrierte Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Am Donnerstag hatte das Ministerium bekannt gegeben, dass die Anzahl der täglich registrierten Neuinfektionen erstmals die Marke von 8000 überschritten habe.

Insgesamt verzeichnete Polen bisher 167.230 bestätigte Infektionen und 3524 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner.
(Quelle: ZDF, 17.10.20)


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Quarantäne

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Samstag in Quarantäne begeben. Wie eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes in Berlin mitteilte, ist ein Personenschützer des Staatsoberhauptes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Steinmeiers erster Test fiel negativ aus.

Der Polizeibeamte des Bundeskriminalamtes ist eine Kontaktperson ersten Grades. Steinmeier habe sich nun selbst einem Corona-Test unterzogen, das erste Ergebnis liege aber noch nicht vor, sagte die Sprecherin am Samstagnachmittag.

Ende März hatte sich auch Kanzlerin Angela Merkel vorsorglich für knapp zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben, weil sie Kontakt mit einem infizierten Arzt hatte. In dieser Zeit hatte sie drei Corona-Tests machen lassen, die jedoch alle negativ waren.

Der Bundespräsident wollte an diesem Sonntagmorgen zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse eigentlich den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche an den Inder Amatyra Sen verleihen.

(Foto: Bundespräsident Steinmeier; CC s. Archiv v. 03.05.; Quelle: SPIEGEL, 17.10.20)


Deutschland zur Aufnahme von Corona-Patienten aus EU-Staaten bereit

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat mit Blick auf die stark steigenden Fallzahlen bekräftigt, dass Deutschland dazu bereit ist, Corona-Patienten aus anderen EU-Staaten aufzunehmen. „Wenn es bei unseren Nachbarn in der Versorgung von Corona-Patienten Engpässe gibt, bieten wir natürlich schnell Hilfe an, wie unsere Kapazitäten dies erlauben“, sagte Maas dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Über das neue Frühwarnsystem könne das inzwischen viel besser europäisch koordiniert werden als im Frühjahr. „Auf diese Solidarität setze ich, wenn es ein schwieriger Herbst wird“, sagte der SPD-Politiker weiter.

(Quelle: Tagesschau, 17.10.20)


7 Monate Pandemie: Niedersachsen handelt.

(17.10.20)


Fast übersehen: Die Berliner Corona-Masken-Kampagne mit Mittelfinger

Das hatte ich fast übersehen: Der „erhobene Zeigefinger für alle ohne Maske“ verschwindet, aber die Kampagne von Senatswirtschaftsverwaltung und „Visit Berlin“ zum Tragen von Masken in der Öffentlichkeit wird fortgesetzt. Das sagte Christian Tänzler, der Sprecher der Tourismus-Marketingorganisation, am Mittwoch.

Ohnehin sei das Motiv, das eine ältere Frau mit Maske und ihren erhobenen (Mittel-)Finger zeigt, nur für den einmaligen Einsatz in Tagesspiegel und „Bild“-Zeitung gedacht gewesen – man habe versucht, möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen und auch hartnäckige Zielgruppen zu erreichen, „und das ist uns gelungen“.

Nachtrag:
Ein (fraktionsloser) Abgeordneter des Berliner Abgeordnetenhauses, den seine ehedem liberalen Frationskolleg/innen ausgeschlossen haben, hat nun gar Anzeige wegen des vom Berliner Senat verbreiteten Motivs „Der erhobene Zeigefinger für alle ohne Maske“ erstattet und Strafantrag wegen „aller in Frage kommender Delikte, auch gegen einen etwaigen Anstifter“ gestellt. Er sieht einen Angriff auf die „Menschenwürde“ und „sowohl den Anfangsverdacht einer strafbaren Volksverhetzung als auch eines Ehrverletzungsdelikts“. Der Knall hallt heftig nach.
(Quelle: Horizont, TSP, 17.10.20)


Iran beklagt mehr als 30.000 Corona-Tote

Die Anzahl der Corona-Toten hat in Iran nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Schwelle von 30.000 überstiegen. Binnen 24 Stunden seien 253 Tote registriert worden; die Sterbefälle hätten damit 30.123 erreicht, sagte die Ministeriumssprecherin Sima Lari am Samstag. Gleichzeitig sei die Anzahl der nachgewiesenen Infektionen seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar auf 526 490 gestiegen, sagte sie laut der Nachrichtenagentur IRNA.

Der drastische Anstieg der Fallzahlen hat zu kritischen Engpässen bei der medizinischen Versorgung der Corona-Patienten in Iran geführt. Nach Einschätzung des Corona-Krisenstabs spiegeln die Zahlen außerdem nur die Testergebnisse wider, und es könnte weitaus mehr Corona-Tote und Infizierte im Land geben. Iran hat etwa so viele Einwohner wie Deutschland, wo nach Angaben des Robert Koch-Instituts die Zahl der Infektionen aktuell bei mindestens 356.387 und die der Toten bei 9767 liegt.
(Quelle: SPIEGEL, 17.10.20)


NRW: 70.000 Einwohner/innen in Quarantäne

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) derzeit rund 70.000 Menschen wegen Corona in Quarantäne. Trotz Personallücken in den Gesundheitsämtern seien die nötigen Tests und Nachverfolgungen der Infektionsketten grundsätzlich aber gewährleistet, sagte er am Samstag im Deutschlandfunk.

NRW teste rund 350.000 Menschen pro Woche auf eine Infizierung mit dem Coronavirus – möglich seien derzeit sogar 400.000 pro Woche. Das Gesundheitssystem habe noch „sehr viele Kapazitäten“ zur Versorgung Infizierter – auch in der Intensivmedizin. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands leben rund 18 Millionen Menschen. (Quelle: DLF, 17.10.20)


Mehr als 62.200 Neuinfektionen in Indien

In Indien sind laut Gesundheitsministerium 62.212 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert worden. Nach den USA verzeichnet das Land mit 7,43 Millionen die weltweit zweithöchste Zahl an nachgewiesenen Ansteckungsfällen. Insgesamt starben rund 113.000 Menschen mit oder an dem Virus. Die Zahl der aktiv Infizierten sei erstmals seit 6 Wochen unter 800.000 gesunken.

(Quelle: SPIEGEL, 17.10.20)


ADAC sagt Hauptversammlung ab

Der Autofahrerclub ADAC hat seine für Ende November geplante Hauptversammlung wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Nach Angaben des Verbandes hatte das Präsidium gestern eine entsprechende Entscheidung getroffen. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus und der damit einhergehenden Verschärfung der Kontakt- und Reisebeschränkungen könne das Treffen bedauerlicherweise nicht stattfinden, sagte ADAC-Präsident August Markl.

Die jährlich tagende Hauptversammlung ist das oberste Organ des ADAC. Die Abstimmungen zur Feststellung des Jahresabschlusses 2019, zur Entlastung des Präsidiums sowie zum Wirtschaftsplan 2020 sollen nun im Umlaufverfahren stattfinden. (Quelle: Tagesschau, 17.10.20)


Österreichs Außenminister infiziert

Der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte eine Sprecherin seines Ministeriums. Der 51jährige Schallenberg sei symptomfrei. Er habe am Mittwoch an der Kabinettssitzung teilgenommen. Alle Regierungsmitglieder hätten dabei Masken getragen, als Vorsichtsmaßnahme würden sie aber ebenfalls getestet.

Möglicherweise war der parteilose Schallenberg bereits am Montag infiziert gewesen. An dem Tag hatte er ebenso wie Bundesaußenminister Heiko Maas an einem EU-Treffen in Luxemburg teilgenommen. (Quelle: ARD, 17.10.20)


Niederlande: Gezellig soll es sein

Das Coronavirus schlägt in der zweiten Welle hart in den Niederlanden zu – und die Niederländer machen Party. Während die Abgeordneten der 2. Kammer in Den Haag am Mittwochabend über die düstere Realität debattierten, grölten, tranken und tanzten Hunderte in Partyzelten direkt gegenüber.

Ähnliche Szenen wurden auch aus anderen Städten gemeldet. Wohl ein letzter Tanz, bevor Kneipen, Cafés und Restaurants für mindestens vier Wochen schließen mussten. Das Verhalten passt zu den Niederländern, die den Wert des Lebens gerne daran messen, wie „gezellig“ es ist. Kaum war der erste „intelligente Lockdown“ am 1. Juni vorbei, ging das normale Leben wieder voll weiter. Keine Masken, keine Kontrollen, aber dichtes Gedränge in Geschäften und Kneipen. Super-Gezellig.

Seither griff das Coronavirus in Windeseile um sich. Binnen 24 Stunden wurden am Freitag zuletzt knapp 8.000 Neuinfektionen gemeldet – in einem Land mit gut 17 Millionen Einwohnern. Bedrohlich ist die Lage auch längst in Krankenhäusern und auf Intensivstationen. Dort liegen bereits so viele CoViD-19-Patienten, dass die normale Pflege für andere Patienten abgebaut wird.

Alle Alarmsignale stehen auf Rot. Die Lage sei bedrohlicher als im Frühjahr, sagte der Amsterdamer Virologe Hans Zaaijer der Zeitung „De Telegraaf“. „Wir befinden uns im Vorlauf einer Katastrophe.“

Um die abzuwenden, verhängte die Regierung von Premier Mark Rutte jetzt den „Teil-Lockdown“. Unter anderem Gaststätten sind geschlossen und eine Maskenpflicht wird eingeführt.

Die Gesichtsmasken wurden zum Symbol für die wankelmütige Politik. Der rechtsliberale Premier hält sie für Unsinn. „Masken bringen nichts.“ Doch zu Beginn der Woche erschien er auf einmal selbst mit einem „maskertje“, einem „Mäskchen“, wie er fast liebevoll sagte. Ein Signal für die Bürger: Jetzt wird es ernst.

Die Niederländern lasse sich nun einmal nicht gerne etwas vorschreiben. Den Mangel an Disziplin beklagt auch Andreas Voss, Professor für Infektionsprävention in Nijmegen und Regierungsberater. „Die Leute sollten endlich die Regeln befolgen“. Der Mikrobiologe sieht einen wesentlichen Unterschied zu seinen deutschen Landsleuten. „Dort wird weniger über die Maßnahmen diskutiert und werden die Richtlinien besser befolgt.“

„Wir alle haben es nicht gut gemacht“, gibt der Premier zu. Doch inzwischen wird seine Regierung auch verantwortlich dafür gemacht, dass die Dinge so aus dem Ruder laufen konnten. Die linke Opposition wirft dem Kabinett Systemfehler und Führungsschwäche vor.

Schon das Testen funktioniert nicht – trotz aller Versprechen. Die Gesundheitsämter haben viel zu wenig Mitarbeiter und die Labors erschreckend wenig Kapazitäten. Sie sind auch damit überfordert, Kontaktpersonen aufzuspüren und so die Quelle einer Infektion zu finden. Das soll jeder selbst machen. Die im März angekündigte Corona-App wurde erst sieben Monate später, in der vergangenen Woche eingeführt.

Auch die Kapazität der Krankenhäuser reicht nicht. Zu Beginn der Corona-Pandemie gab es rund 1.150 Betten auf Intensivstationen. Im Vergleich: Allein in NRW, das eine ähnliche Einwohnerzahl hat, gibt es über 6.000 – fünfmal so viele. Deutsche Kliniken haben bereits angeboten, wie im Frühjahr wieder Covid-19-Patienten aus dem Nachbarland aufzunehmen. Das Schlimmste will das Land nun in einer Kraftanstrengung verhindern. Für mindestens vier Wochen liegt das soziale Leben weitgehend still. Der Tanz mit dem Virus ist vorbei – zumindest erst einmal. (Quelle: GN, 17.10.20)


Ukraine ebenfalls mit neuen Höchstzahlen

Die Ukraine verzeichnet eine Rekordzahl von 6.410 Corona-Neuinfektionen. 109 Patienten seien in den vergangenen 24 Stunden verstorben, teilt der Nationale Sicherheitsrat mit. Auch dies ist ein Höchstwert. Mit 5.992 Neuinfektionen hatte die Ukraine bereits am Freitag einen neuen Rekord gemeldet. Insgesamt verzeichnet das Land 293.641 bestätigte Ansteckungen und 5.517 Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie. (Quelle: ARD, 17.10.20)


Deutschland-Zahlen

Die Infektionszahlen in Deutschland erreichen immer neue Höchstwerte. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den dritten Tag in Folge einen Rekordwert an Corona-Neuinfektionen in Deutschland gemeldet. Demnach wurden 7.830 neue Infektionsfälle gemeldet. Das sind rund 500 mehr als beim gestrigen Höchstwert und so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am vergangenen Samstag (10.10.) hatte der Wert noch bei 4.721 gelegen.

Die Zahl der insgesamt registrierten Infektionen stieg laut RKI auf 356.387. Außerdem wurden 33 weitere Todesfälle gemeldet. Damit starben inzwischen in Deutschland 9.767 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. (Quelle: RKI, 17.10.20)


Söder warnt vor Kontrollverlust bei Nachverfolgungen
Braun: „Noch mehr Helfer für Kontaktnachverfolgung“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnte angesicht der steigenden Corona-Zahlen vor einem Versagen der Kontaktnachverfolgung. Wir stehen kurz vor einem Konrollverlust in einigen Region in Deutschland“, sagte der CSU-Chef der Passauer Neuen Presse. Das sei „hochgefährlich“. Wenn keine Nachverfolgung der Infektionen mehr möglich sei, so wie in den Niederlanden, Frankreich, Spanien und Tschechien, müsse man die Kontakte generell begrenzen, erklärte Söder. „Das geht nur mit einem Lockdown oder ähnlichen strikten Maßnahmen.“

Kanzleramtschef Helge Braun kündigte an, noch mehr Helfer zur Unterstützung der Kommunen bei der Kontaktnachverfolgung zu mobilisieren. Neben dem Bundeswehrkontingent von bis zu 15.000 Soldaten schaue man auch, ob es weitere Personalreserven in der Bundesregierung und nachgeordneten Behörden gebe, sagte der CDU-Politiker der Rheinischen Post. Er habe zudem die Hoffnung, zur Kontaktnachverfolgung auch eine größere Zahl von Studierenden zu gewinnen. (Quelle: ARD, 17.10.20)


Grafschaft Bentheim mit 10 Neuinfektionen

Zehn weitere Corona-Fälle sind am Freitag in der Grafschaft Bentheim hinzugekommen. Das meldet der Landkreis. 1.127 Grafschafter befinden sich demnach in Quarantäne. Diese wird behördlich angeordnet, um zu verhindern, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet. Betroffen sind neben den Infizierten auch Kontaktpersonen.

Der Inzidenzwert beträgt nach Angaben des Landkreises 72,2. Dieser Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen es in den zurückliegenden sieben Tagen auf 100.000 Grafschafter bezogen, gab. Durch nachträglich eingegangene Meldungen und Korrekturen schwanke diese Zahl allerdings, erläuterte die Kreisverwaltung gegenüber den „Grafschafter Nachrichten“. Die Wochenzeitung „DIE ZEIT“ hatte gestern mit 102,8 einen deutlich höheren Inzidenzwert veröffentlicht..

Seit Pandemiebeginn zählt der Landkreis 517 Corona-Fälle. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind 18 Grafschafter gestorben. (Quelle: GN, DIE ZEIT 17.10.20)


Überblick zur Nacht

  • Die Zahl der Coronavirus-Fälle in den USA seit Beginn der Pandemie hat inzwischen 8 Millionen überschritten. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden in den USA seit März mindestens 8.008.402 Fälle von Coronavirus bestätigt.
  • Belgien schließt am Montag alle Cafés und Restaurants für vier Wochen, um den sehr starken Anstieg der Coronavirus-Fälle zu bekämpfen.
  • In Südafrika überstiegen am Freitag die seit der ersten Infektion Anfang März offiziell festgestellten Coronavirus-Infektionen die Zahl von 700.000. Am Freitag wurden 2.019 neue Fälle identifiziert, insgesamt 700.203, teilte das Ministerium mit.
  • Italien hat innerhalb von 24 Stunden 10.010 Neuinfektionen registriert, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das ist die höchste tägliche Zahl seit Beginn der Pandemie, und sie liegt um 13% über dem vorherigen Hoch von 8.804 am Vortag.
  • Malta macht das Tragen von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit verpflichtend und ordnet an, dass Clubs, Bars und Unterhaltungsstätten um 23 Uhr geschlossen werden, um die Verbreitung von Covid-19 zu verringern, sagte der Premierminister Robert Abela.
  • Die Tschechische Republik verzeichnete am Donnerstag 9.721 Neuinfektionen, am zweiten Tag in Folge die höchsten Tageszahlen. Das Land mit 10,7 Millionen Einwohnern verzeichnete damit den größten Anstieg neuer Fälle in Europa.
  • In Großbritannien kritisierte der britische Außenminister Dominic Raab russische Versuche, „die Suche zu behindern, einen sicheren Impfstoff zu finden“. Dominic Raab bewertete die Recherchen, Moskau habe versucht, Verwirrung und Zweifel über den in Großbritannien entwickelten Impfstoff zu säen, als „sehr ernst“.
  • Die Schulen in der italienischen Region Kampanien haben nur einen Monat nach der Wiedereröffnung erneut geschlossen. Wegen des enormen Anstiegs der Neuinfektionen ordneten die Behörden an, die Schulen würden bis Ende Oktober geschlossen bleiben. (Quelle: The Guardian, 17.10.20)

Osnabrück: Lehrerin scheitert mit Antrag gegen Corona-Quarantäne

Eine Lehrerin aus dem Landkreis Osnabrück muss weiter bis Mitte nächster Woche in Quarantäne bleiben. Das hat das Osnabrücker Verwaltungsgericht am Freitag entschieden und damit einen Eilantrag der Pädagogin abgelehnt.

Die Antragstellerin ist der Ansicht, die ihr gegenüber angeordnete Quarantäne sei rechtswidrig, weil sie nicht als ansteckungsverdächtig anzusehen sei. Sie habe sich stets an die geltenden Hygienevorgaben, wie das regelmäßige Lüften und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes gehalten und im Übrigen den notwendigen Abstand eingehalten. Einen so genannten face-to-face-Kontakt mit dem betroffenen Schüler habe es nicht gegeben. Zudem sei sie bei ihrer ersten Testung am 11. Oktober negativ auf das Corona-Virus getestet worden.

Die zuständige 3. Kammer des Verwaltungsgerichts hat den Antrag nach Durchführung einer Interessenabwägung abgelehnt. Die Absonderungsanordnung halte der rechtlichen Überprüfung stand. Sie finde ihre Rechtsgrundlage im Infektionsschutzgesetz, das auch regele, wann von einem Ansteckungsverdacht auszugehen sei. Unter Berücksichtigung der epidemiologischen Erkenntnisse zum Corona-Virus gehe die Kammer mit dem Landkreis davon aus, dass Personen, die engen Kontakt zu einer nachweislich mit dem Virus infizierten Person hatten, jedenfalls für die Dauer der Inkubationszeit, die bis zu 14 Tage betragen könne, als Ansteckungsverdächtige anzusehen sein dürften. Auch ein während der Inkubationszeit erfolgter Corona-Test mit negativem Ergebnis genüge voraussichtlich nicht, um den Ansteckungsverdacht auszuräumen, da ein Ausbruch der Krankheit gleichwohl noch möglich sei.

Dies gelte jedenfalls für Kontaktpersonen der Kategorie I im Sinne der Einstufung des Robert-Koch-Instituts, der auch die Antragstellerin zuzuordnen sei. Sie gehöre zur Gruppe der „Personen in relativ beengter Raumsituation oder schwer zu überblickender Kontaktsituation mit einem bestätigten COVID-19-Fall unabhängig von der individuellen Risikoermittlung“. Deshalb greife der Einwand der Antragstellerin, sie habe keinen „face-to-face“-Kontakt mit dem infizierten Schüler gehabt und sich an die Hygienevorgaben gehalten, nicht durch.

Der Beschluss (Aktz. 3 B 72/20) ist noch nicht rechtskräftig; er kann binnen zwei Wochen nach Zustellung der Entscheidungsgründe mit der Beschwerde vor dem Nds. Oberverwaltungsgericht angefochten werden. (Foto: CC s. Archiv v. 19.01.2018; Quelle: NDR, PM VG OS, 16.10.20)


(16.10.20)


Acht Senatoren in Frankreich mit Corona infiziert

Im Sénat, dem französischen Oberhaus, sind acht Senatoren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Senat am Freitagabend mitteilte, waren 125 Senatoren getestet worden. Aus übereinstimmenden Quellen hieß es, ein Abgeordneter werde im Krankenhaus behandelt. Alle Kontakte wurden den Senatsangaben zufolge über die positiven Tests informiert.

Frankreich ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas. Zuletzt waren die Neuinfektionen nach oben geschnellt: Mit 30.621 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages wurde erneut eine Höchstzahl gemeldet. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf insgesamt 33.125 seit Beginn der Pandemie. (Quelle: TSP, 16.10.20)


Über 400.000 registrierte Neuinfektionen an einem Tag

Mit mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages ist ein neuer Rekord seit Ausbruch der Pandemie registriert worden. Wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage offizieller Zahlen am Freitag ergab, wurden am Donnerstag weltweit 404.758 Neuinfektionen und 6.086 Todesfälle in Verbindung mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Mit Stand vom Freitag sind seit Ausbruch der Pandemie weltweit 1,1 Millionen Infizierte gestorben.

Allein in Europa wurden am Donnerstag 150.000 Neuinfektionen registriert, so viel wie seit Beginn der Pandemie nicht. Die durchschnittliche Zahl der täglichen Infektionen innerhalb einer einzigen Woche sprang auf dem Kontinent sogar um 44 Prozent im Vergleich zur Vorwoche auf mehr als 121.000 Fälle an. (Foto: Pixabay; Quelle: TSP, 16.10.20)


US-Haushaltsdefizit beträgt wegen Corona jetzt rund 3.100.000.000.000 Dollar

In den USA hat sich das Haushaltsdefizit wegen der Corona-Konjunkturpakete im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht: Im Geschäftsjahr bis einschließlich September hat die US-Regierung 3,1 Billionen Dollar (2,65 Billionen Euro) Miese gemacht. Das Defizit für 2020 war damit um zwei Billionen höher als noch zu Jahresbeginn veranschlagt, wie das Finanzministerium am Freitag erklärte. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag noch 984 Milliarden Dollar betragen.

Um die schweren wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie zu bewältigen, hat der US-Kongress seit März bereits Konjunkturmaßnahmen im Volumen von rund drei Billionen Dollar beschlossen. Deswegen lagen die Ausgaben im abgelaufenen Haushaltsjahr mit 6,5 Billionen deutlich über den Einnahmen von 3,4 Billionen, wie das Ministerium mitteilte.

Die öffentliche Verschuldung der US-Regierung ist während der Amtszeit von Präsident Donald Trump trotz guter Wirtschaftslage deutlich gestiegen und liegt nun bei rund 21 Billionen Dollar. Das entspricht fast der ganzen jährlichen Wirtschaftsleistung der USA. (Quelle: TSP, 16.10.20)


Spanien-Zahlen

In Spanien sind 15.186 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden, so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Allerdings sind die Zahlen nur bedingt mit denen vom Frühjahr vergleichbar, weil inzwischen viel mehr getestet wird. Der Prozentsatz der positiv getesteten Personen ist mit über 11 Prozent hoch, wie das Gesundheitsministerium in Madrid weiter mitteilte. In Deutschland liegt er bei etwa 2,5 Prozent.

Auch bei den Todesfällen mit Covid-19 gab es einen starken Anstieg. Am Donnerstag waren es 140, am Freitag schon 222. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 133 angegeben. In Deutschland sind es derzeit 37.
(Quelle: ARD, 16.10.20)


Griechenland: Zahlen steigen

In Griechenland melden die Gesundheitsbehörden erstmals mehr als 500 Neuinfektionen an einem Tag. Von den 508 nachgewiesenen Ansteckungen entfallen allein 227 auf den Großraum Athen. Acht Menschen starben in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Griechenland ist bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen. „Allerdings könnte sich das jeden Moment ändern, wenn wir uns nicht an die empfohlenen Maßnahmen halten“, sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis nach dem EU-Gipfel.(Quelle: ARD, 16.10.20)


Erstmals mehr als 10.000 Neuinfektionen in Italien

Italien meldet erstmals mehr als 10.000 nachgewiesene Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden seien 10.010 Fälle registriert worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Das sind deutlich mehr als am Donnerstag mit rund 8800 neuen Ansteckungsfällen. Zudem seien 55 weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Seit dem Ausbruch der Epidemie im Februar erlagen mehr als 36.400 Menschen in Italien dem Virus. Den Höhepunkt erreichten die Todeszahlen im März und April, als täglich mehr als 900 Menschen wegen der Epidemie verstarben. (Quelle: ARD, 16.10.20)


HH: Oberverwaltungsgericht bestätigt Beherbergungsverbot

Das Beherbergungsverbot in Hamburg bleibt vorerst bestehen. Einen Eilantrag dagegen lehnte das Oberverwaltungsgericht der Hansestadt am Abend in zweiter Instanz ab. Zuvor hatte bereits das Verwaltungsgericht den Antrag zurückgewiesen (Az. 6 E 4297/20). Gestellt hatte ihn laut Gericht ein Ehepaar aus Köln, das am Freitag anreisen wollte. Der Beschluss ist demnach nicht anfechtbar. Der Schutz des Lebens und der Gesundheit der Menschen in Hamburg seien bedeutsamer als das private Interesse der Antragsteller an einem Erholungsurlaub in Hamburg, begründete das Gericht die Entscheidung.

In der Hansestadt müssen Touristen laut einer Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus schriftlich bestätigen, dass sie sich in den vergangenen 14 Tagen nicht in einem Landkreis aufgehalten haben, in dem -wie in Köln- der Warnwert von 50 pro 100.000 Einwohner überschritten wurde. Ansonsten müssen die Urlauber ein ärztliches Zeugnis vorliegen, dass es keine Anzeichen für eine Corona-Erkrankung gibt. (Quelle: NDR, 16.10.20)


Berlin: Senat scheitert vorerst mit Sperrstunden-Widerspruch

Der Berliner Senat ist zunächst mit seinem Versuch gescheitert, die Sperrstunde in der Hauptstadt weiter flächendeckend durchzusetzen. Das teilte eine Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg am Freitagabend mit. Der Senat hatte eine sogenannte Zwischenverfügung beantragt. Die Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus.

Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Berlin entschieden, dass unter anderem Bars und Kneipen wieder nach 23.00 Uhr öffnen dürfen, jedoch weiterhin ab diesem Zeitpunkt keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen.

Gegen die Sperrstunde waren elf Gastronomen mit Eilanträgen vorgegangen. Nach ihrer Ansicht gibt es keine überzeugende Begründung für die Schließung der Gaststätten von 23.00 bis 6.00 Uhr. Der Senat hob hervor, dass sich nur die elf Gastronomen auf den Beschluss berufen könnten. Der Hotel- und Gaststättenverband ging am Freitag aber davon aus, dass nun viele Wirte länger öffnen werden.

Der Senat hatte wegen der erheblich gestiegenen Infektionszahlen in der vergangenen Woche beschlossen, dass Restaurants, Bars, Kneipen und die meisten Geschäfte zwischen 23.00 und 6.00 Uhr geschlossen bleiben müssen. Die entsprechende Verordnung war am vergangenen Wochenende in Kraft getreten. (Quelle: TSP, 16.10.20)


(16.10.20)


OVG BB: Kein Beherbergungsverbot mehr in Brandenburg

Das OVG Berlin-Brandenburg hat das Beherbergungsverbot in Brandenburg aufgehoben. Trotz steigender Corona-Zahlen sind damit noch ein paar Tage Herbstferien in der Uckermark oder im Umland von Berlin für Urlauber möglich.

Grünes Licht für Urlaub in Brandenburg: Am späten Freitag Abend hob das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg das Beherbergungsverbot für Gäste aus sogenannten Corona-Risikogebieten auf. Die Richter des 11. Senats kippten per einstweiliger Anordnung die am 8. Oktober erlassene Regelung, wonach es Betreibern von Beherbergungsstätten, Campingplätzen oder Wohnmobilstellplätzen sowie privaten und gewerblichen Vermietern oder Verpächtern von Ferienwohnungen und -häusern untersagt war, Gäste aus Corona-Risikogebieten aufzunehmen.

Dies betraf Personen, die aus einem Landkreis, einer kreisfreien Stadt oder einem Stadtstaat der Bundesrepublik anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben, in dem oder in der in den sieben Tagen vor der Anreise mehr als 50 Neuinfektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus pro 100.000 Einwohner vorgelegen haben. Hierzu gehören unter anderem Bürger aus Berlin.

Ein Hotelbetrieb aus dem Landkreis Dahme-Spree sowie eine Vermieterin von Ferienwohnungen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin hatten das Gericht agerufen. Sie machten geltend, dass die Brandenburger Regelung für sie zu erheblichen Einnahmeverlusten führe und ihre verfassungsrechtlich geschützte Berufsfreiheit verletze.

Der zuständige 11. Senat folgte im Ergebnis dieser Argumentation. Das Beherbergungsverbot sei voraussichtlich unverhältnismäßig. Das Maß, in dem es voraussichtlich zur Eindämmung des Infektionsgeschehens beitrage, stehe in keinem angemessenen Verhältnis zu dem Gewicht der daraus folgenden Einschränkungen der Berufsfreiheit der Antragsteller, aber auch der verfassungsrechtlich geschützten allgemeinen Handlungsfreiheit der Personen aus Risikogebieten, denen ein Übernachtungsaufenthalt oder Urlaub in Brandenburg verwehrt werde.

Das Infektionsgeschehen könne innerhalb der Beherbergungsbetriebe etwa durch ein Hygienekonzept deutlich verringert werden. Zudem würden Gäste in Hotelzimmern oder Ferienwohnungen im Allgemeinen allein oder gemeinsam mit Personen ihres eigenen Haushalts übernachten. Außerdem unterscheide sich der Besuch eines Hotelrestaurants nicht ersichtlich vom Besuch gastronomischer Einrichtungen außerhalb des Beherbergungsbetriebs, der nicht untersagt sei.

Das Gericht wies zudem darauf hin, dass die Brandenburger Verordnung auch Tagesbesuche aus Risikogebieten nicht ausschließe. So könnten schließlich Familien mit schulpflichtigen Kindern aus der Millionenstadt Berlin den ausgefallenen Urlaub in Brandenburg durch entsprechende Tagesausflüge kompensieren, dabei unterschiedliche Ziele ansteuern und das Infektionsrisiko in der Fläche noch breiter streuen. Zudem gebe es einen erheblichen Anteil von Pendlern zwischen Berlin und Brandenburg. Hinter die damit verbundene Gefahr des Einschleppens von Infektionen nach Brandenburg tritt die Infektionsgefahr, die mit der angegriffenen Regelung verhindert werden soll, nach Auffassung des Gerichts zurück.

Die Unverhältnismäßigkeit des Beherbergungsverbots entfalle auch nicht dadurch, dass sich potenzielle Gäste durch Vorlage eines negativen Coronatests von dem Verbot befreien lassen könnten. Zum einen seien solche Tests insbesondere für Familien mit mehreren Kindern mit erheblichen, möglicherweise abschreckenden Kosten verbunden. Zum anderen sei es angesichts der derzeitigen Auslastung der Testkapazitäten zweifelhaft, ob ein entsprechendes Testergebnis fristgerecht zu erhalten sei.

Im Übrigen habe auch das Robert-Koch-Institut bereits darauf hingewiesen, dass ein negativer Virus-Nachweis nur eine Momentaufnahme darstelle, die nicht zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen dürfe, und dass der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber die Belastungssituation der Labore weiter verschärft habe.

(Beschl. v. 16.10.2020, Az. 11 S 87/20, 11 S 88/20)
(Quelle PM OVG BB, 16.10.20)


Finnische Regierungschefin verlässt EU-Gipfel

Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin hat den EU-Gipfel als Vorsichtsmaßnahme verlassen. Sie war in der vergangenen Woche mit einem Parlamentsabgeordneten zusammengetroffen, bei dem jetzt eine Corona-Infektion festgestellt wurde. Das teilte sie auf Twitter mit. Sie lässt sich dem Vernehmen nach vom schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven vertreten. (Quelle: TSP, 16.10.20)


Osnabrück: Polizei stellt Abendkasse in Shisha-Bar sicher

Wegen zahlreicher Verstöße gegen die Corona-Auflagen hat die Polizei eine nächtliche Feier in einer Shisha-Bar in Osnabrück aufgelöst. Es sei zu lauter Musik getanzt worden, die Gäste hätten weder den Mindestabstand eingehalten noch Mund-Nasen-Bedeckungen getragen, teilte die Polizei heute mit. Auch beim Personal wurden Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt. Der Betreiber der Bar konnte kein Hygienekonzept vorlegen, die Besucherliste enthielt keine aktuellen Daten der Gäste. Die Beamten stellten die Personalien der Anwesenden fest und beschlagnahmten die Abendkasse mit etwa 2.300 Euro. Es gehe um eine „präventive Gewinnabschöpfung“, sagte eine Sprecherin. Über die Höhe eines Bußgeldes müsse die Stadt entscheiden. Wie viele Gäste anwesend waren, wurde nicht mitgeteilt.
(Quelle: NDR, 16.10.20)


WHO: Remdesivir kaum wirksam

Eigentlich sollte Remdesivir im Kampf gegen Ebola helfen – doch dann wurde das Medikament ausrangiert. Gleiches droht nun beim Einsatz gegen Covid-19. Die WHO stellt einem der wenigen Corona-Medikamente ein schlechtes Zeugnis aus.

Das als Corona-Medikament eingesetzte Mittel Remdesivir hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wenig Nutzen. Das geht aus Daten der von der WHO koordinierten Solidaritätsstudie hervor, die bislang aber nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen ist.

Auch andere in weltweiten Testreihen überprüfte, potenzielle Corona-Medikamente haben demnach wenig oder gar keinen Nutzen gezeigt. (mehr und Quelle: ARD, 16.10.20)


Auch Landkreis Oldenburg gilt als Risikogebiet

Der Landkreis Oldenburg gilt seit heute als Corona-Risikogebiet. Der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche sei überschritten worden, teilte ein Kreissprecher mit. Demnach beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis 52,71. Ein Teil der Infektionen lässt sich dem Kreis zufolge der Fleisch- und Schlachtbranche zuordnen, andere Fälle seien diffus in der Bevölkerung gestreut. Als Regionen, die die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche überschritten, wies das Land heute auch die Landkreise Cloppenburg (90,8), Emsland (68,5), Grafschaft Bentheim (72,2), Northeim (64,3), Osnabrück (51,1) und Vechta (84,7) sowie die Stadt Delmenhorst (172,8) aus. (Quelle: NDR, 16.10.20)


Niedersachsen will niederländische Patienten aufnehmen

In niedersächsischen Kliniken sollen schwer kranke Covid-19-Patienten aus den Niederlanden aufgenommen werden. Dazu sei Kontakt mit dem Nachbarland aufgenommen worden, so eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Hannover. Es gebe die grundsätzliche Bereitschaft, den von der zweiten Infektionswelle erheblich stärker getroffenen Niederlanden zu helfen. Um wie viele Patienten es gehen könnte und welche Kliniken für eine Aufnahme bereitstehen, sei noch nicht geklärt. Etliche Krankenhäuser in der Grenzregion kooperieren ohnehin miteinander.
Zuvor hatte auch NRW dasselbe Angebot an das westliche Nachbarland gemacht. (Quelle: NDR, 16.10.20)


Verwaltungsgericht setzt Berliner Sperrstunde aus

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die wegen der Corona-Pandemie vom Senat beschlossene Sperrstunde in der Hauptstadt in einem Eilverfahren ausgesetzt. Das sagte ein Gerichtssprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Mehrere Gastronomen hatten Eilanträge gegen die Verordnung eingereicht.

Insgesamt hatten sich nach Angaben von Rechtsanwalt Niko Härting rund ein Dutzend Berliner Bars und Clubs gegen die Sperrstunde gewandt. Sie kritisierten die Sperrstunde als unverhältnismäßig.

Aus ihrer Sicht gibt es keine überzeugende Begründung für die Schließung der Gaststätten um 23 Uhr. Mit einer Sperrstunde für die Gastronomie werde erreicht, dass sich junge Menschen dann an anderen Orten träfen, für die keine Hygienekonzepte gelten, so die Argumentation.

Das Gericht dazu in einer Pressemitteilung:

Bei summarischer Prüfung sei … nicht ersichtlich, dass die Maßnahme für eine nennenswerte Bekämpfung des Infektionsgeschehens erforderlich sei. Nach den vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Daten hätten Gaststätten unter den bislang geltenden Schutz- und Hygienemaßnahmen keinen derart wesentlichen Anteil am Infektionsgeschehen gehabt, dass wegen der nunmehr zu verzeichnenden starken Zunahme von Neuinfektionen eine Sperrstunde als weitere Maßnahme erforderlich sei. Der Antragsgegner habe bereits mildere Mittel in Form von vielfältigen Schutz- und Hygienemaßnahmen und nunmehr auch eines Alkoholausschankverbots ergriffen, die für die Bekämpfung des von Gaststätten ausgehenden Infektionsrisikos bei einer prioritär gebotenen konsequenten Durchsetzung dieser Maßnahmen in gleicher Weise geeignet schienen.
Nach den Feststellungen des Robert Koch-Instituts seien aktuelle Fallhäufungen insbesondere im Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis sowie u.a. in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete, Gemeinschaftseinrichtungen, fleischverarbeitenden Betrieben und im Rahmen religiöser Veranstaltungen sowie in Verbindung mit Reisen bzw. Reiserückkehrern beobachtet worden. Es sei nicht nachvollziehbar, warum es infektionsschutzrechtlich gerechtfertigt sein solle, gastronomische Betriebe – die ansonsten geöffnet bleiben dürften – nach 23 Uhr zu schließen. Auch die Gefahr einer alkoholbedingten „Enthemmung“ nach 23 Uhr bestehe nicht, weil die Verordnung nunmehr ein von den Antragstellern nicht angegriffenes Alkoholausschankverbot nach diesem Zeitpunkt enthalte.

Gegen die Beschlüsse kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.

(VG Berlin, Beschl. v. 15.10.20, Az.VG 14 L 422/20 und VG 14 L 424/20)
(Quellen: TSP, PM, 16.10.20)


NRW-SPD verschiebt Landesparteitag

Der eigentlich für den 14. November in Münster geplante Landesparteitag der nordrhein-westfälischen SPD wird wegen der Corona-Lage verschoben. Der Landesvorstand habe das einstimmig nach Vorschlag des Präsidiums so beschlossen, teilte die Partei am Freitagabend mit.

„Die Gesundheit geht jetzt vor. Der Landesverband wird zügig Möglichkeiten prüfen, in welcher Form ein Landesparteitag beispielsweise in digitaler Form oder mit Unterstützung durch Briefwahl stattfinden kann“, erklärten der Landesvorsitzende Sebastian Hartmann und der Vorsitzende der SPD-Fraktion im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty, in einem gemeinsamen Statement. (Quelle: SP NRW, 16.10.20)


Bundesländer-News

Das ist heute bereits in den anderen Bundesländern außerhalb Norddeutschlands passiert:

  • In Bayern läuft das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots heute aus. Die Landesregierung verzichtet auf eine Verlängerung der Vorschrift. „Wir belassen es dabei“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur
  • In Berlin hat das Verwaltungsgericht die wegen der Corona-Pandemie vom Senat beschlossene Sperrstunde gekippt. Das sagte ein Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur
  • In Baden-Württemberg wird wegen der stark steigenden Infektionszahlen die Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen ab kommender Woche auch auf den Unterricht ausgeweitet. „Die Erweiterung der Maskenpflicht ab Klasse 5 auf den Unterricht gilt ab einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von über 35“, teilte eine Sprecherin des Kultusministeriums mit.
  • In Schleswig-Holstein hat das Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Brennpunkten hat in Schleswig-Holstein Bestand. Das Oberverwaltungsgericht Schleswig wies einen Eilantrag einer Familie aus Recklinghausen ab, die von heute an auf Sylt Urlaub machen wollte. Zur Begründung hieß es, das Interesse der Bevölkerung am Schutz vor dem Coronavirus sei höher zu gewichten als das Interesse der Familie „an einer touristischen Reise“. (Quelle: NDR, 16.10.20)

Niedersachsen schlachtet „am laufenden Band“ – auch sonntags

Auf Schlachthöfen in Niedersachsen darf einem Pressebericht zufolge künftig auch an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden. Nach Informationen der „Nordwest-Zeitung“ hat das Landwirtschaftsministerium eine Ausnahmegenehmigung auf den Weg gebracht. Mehrere Schlachthöfe mussten in den vergangenen Wochen vorübergehend schließen, weil sich viele Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert haben. Deshalb sollen pro Woche etwa 30.000 bis 40.000 Schweine nicht geschlachtet worden sein.

Hinsichtlich des zum Tönnies-Konzern zählenden Weidemark-Schlachthof im emsländischen Sögel wird allerdings gesagt, dass dieser -entgegen einer Verfügung des Landkreises Emsland- die Schlachtungen überhaupt nicht eingestellt hätte. Es liegt ohnehin nahe, dass der „Schweinestau“ auf die jetzt auch in Deutschland festgestellte Afrikanische Schweinepest zurückzuführen sei; die Volksrepublik China hatte daraufhin die (hohen) Importe von Schweinefleisch aus Deutschland untersagt. Die Existenzprobleme zahlreicher Schweinemäster sind offenbar auch darauf zurückzuführen, dass der Verkaufserlös für Schweinefleisch von 2 Euro/kg zu Jahresbeginn auf jetzt weniger als 1,30 Euro/kg gefallen ist. (Quelle: NDR, 16.10.20)


Gute Nachricht: Finanzamt Bad Bentheim schließt
Schlechte: Nur für Publikumsverkehr

Das Finanzamt Bad Bentheim ist vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Infektionslage ab Montag,19. Oktober, für den allgemeinen Publikumsverkehr geschlossen. Das teile die Behörde in einer Pressemitteilung mit. Eine telefonische Terminvergabe für persönliche Rücksprachen sei unter Telefon 05922 9700 möglich. „Zur Übermittlung von Steuererklärungen, Anträgen, Einsprüchen und Mitteilungen an das Finanzamt, empfehlen wir Ihnen, das Verfahren ELSTER (www.elster.de) zu verwenden. Selbstverständlich können Sie auch weiterhin Kontakt mit dem Finanzamt Bad Bentheim per Telefon, Telefax, Brief oder E-Mail aufnehmen. Bei einer Kontaktaufnahme per E-Mail bitten wir Sie, die Hinweise zum E-Mail-Verfahren sowie die aus Sicherheitsgründen bestehenden Einschränkungen zurzeit zu beachten“, heißt es in der Mitteilung. (Quelle: GN, 16.10.20)


So viele neue Corona-Fälle wie noch nie in Niedersachsen

In Niedersachsen sind binnen eines Tages so viele Corona-Neuinfektionen gemeldet worden wie bisher in der Pandemie noch nie: Die Behörden bestätigten 532 neue Corona-Fälle – gestern waren es 479 gewesen, am Mittwoch 441. Besonders deutlich stieg die Zahl der Infizierten demnach in der Region Hannover (+81), im Landkreis Northeim (+67) sowie in Cloppenburg (+51) an. Die Sieben-Tage-Inzidenz im gesamten Land Niedersachsen liegt bei 29,7. Sieben einzelnen Regionen überschreiten zurzeit den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche: Cloppenburg (90,8), Delmenhorst (172,8), Emsland (68,5), Grafschaft Bentheim (72,2), Northeim (64,3), Osnabrück (51,1) und Vechta (84,7). Die Zahl der aktiven Corona-Fälle stieg auf 4.587. (Quelle: NDR, 16.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 16.10.2020, 10.00 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht weiter. In den letzten 24 Stunden wurden 29 weitere Menschen als infiziert festgestellt. Allerdings ist seit gestern auch die Zahl der als genesen Geltenden auf jetzt insgesamt 896 Genesene (+39). deutlich gestiegen.

Die heute gemeldete Gesamtzahl aller Infektionen beträgt also 1.208 (+29); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 369,9. Aktuell sind im Emsland jetzt 285 (-10) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell nur rund 1.100 Personen in Quarantäne.

Noch immer gilt: Bisher gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland. Laut der Wochenzeitschrift DIE ZEIT werden drei CoViD-19-Erkrankte in den emsländischen Krankenhäuser intensivmedizinisch behandelt.

Auch in Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 159 (+3); unverändert gelten 128 (+/-0) als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 27 (+3) Erkrankten – erneut die höchste Zahl seit dem Auftreten der Pandemie.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 26 18 1 7
Einheitsgemeinde Emsbüren 28 23 0 5
Samtgemeinde Freren 57 47 9 1
Einheitsgemeinde Geeste 37 25 0 12
Stadt Haren (Ems) 101 81 1 19
Stadt Haselünne 65 51 0 14
Samtgemeinde Herzlake 21 20 0 1
Samtgemeinde Lathen 33 24 0 9
Samtgemeinde Lengerich 25 22 1 2
Stadt Lingen (Ems) 159 128 4 27
Stadt Meppen 160 109 4 47
Samtgemeinde Nordhümmling 37 16 0 21
Stadt Papenburg 108 84 2 22
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 17 0 5
Samtgemeinde Sögel 187 128 0 59
Samtgemeinde Spelle 17 15 1 1
Einheitsgemeinde Twist 41 30 2 9
Samtgemeinde Werlte 80 57 0 23
Gesamt* 1206 (+29) 896 (+39) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 285 (-10)

(16.10.20)


DIE ZEIT meldet über das Emsland (Stand 15.10.20)

230 bestätigte Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen = Inzidenz von 70,3

1.177 bestätigte Fälle seit Beginn der Pandemie (=360,0/100.000)
330 aktive Fälle (=100,9/100.000)

42 freie Intensivbetten (von 99 insgesamt)
3 CoViD-19-Patienten werden intensivmedizinisch versorgt

25 Menschen sind am Corona-Virus gestorben (=7,6/100.000)
822 Menschen gelten als genesen (=251,4/100.000)
(Quelle: DIE ZEIT, 16.10.20)


Zusammenfassung am Morgen

  • Die Zahl der weltweiten Corona-Todesfälle liegt heute Nacht nahe 1,1 Mio, und es ist wahrscheinlich, dass diese Zahl innerhalb der nächsten 24 Stunden überschritten wird. Die aktuelle Zahl der Johns-Hopkins-Universität beträgt 1.096.833, und weltweit werden täglich durchschnittlich mehr als 5.000 neue Todesfälle gemeldet.
  • In den USA erreichen laut Johns-Hopkins-Universitätdie Infektionen jetzt 8 Mio.
  • Die britische Hauptstadt London bereitet sich auf die Sperrungen der sog. Stufe 2 vor. Das bedeutet ein Verbot der Vermischung verschiedener Haushalte in Innenräumen, einschließlich in Pubs und Restaurants.
  • Die Times berichtet, dass Russland eine Desinformationskampagne gestartet hat, um Angst vor dem Coronavirus-Impfstoff zu verbreiten, den die Universität Oxford entwickelt. Bilder, Memes und Videoclips zeigen die in Großbritannien hergestellte Impfung als gefährlich.
  • In Australien hat der Ministerpräsident des Bundesstaates Victoria kündigt eine „deutliche“ Lockerung der Beschränkungen an und gab damit den Einwohnern Hoffnung, dass es nach nur zwei neuen Coronavirus-Fällen und ohne Todesfälle bald zu einer „signifikanten“ Lockerung der Beschränkungen kommen wird. Die Landeshauptstadt Melbourne ist seit 99 Tagen in irgendeiner Form im Lockdown-Modus, einschließlich 75 Tagen unter den höchsten Beschränkungen der sog. Stufe 4. Zum Vergleich: Wuhan in China war 76 Tage lang völlig gesperrt.
  • In Großbritannien befindet sich der staatliche National Health Service (NHS) in Gesprächen mit der British Medical Association und anderen, um die Einführung eines potenziellen Covid-19-Impfstoffs ab Dezember vorzubereiten, berichtete die Pulse-Website für Angehörige der Gesundheitsberufe am Donnerstag.
  • In Frankreich gab es gestern bei den Neuinfektionen ein 24-Stunden-Hoch von über 30.000. Die französischen Gesundheitsbehörden berichteten am Donnerstag, dass die Zahl der neuen täglichen Coronavirus-Infektionen zum ersten Mal seit Beginn der Epidemie über 30.000 gestiegen ist. In den letzten 24 Stunden wurden insgesamt 30.621 neue Covid-19-Infektionen durchgeführt.
  • Die WHO warnt vor dem Anstieg der Fälle in Europa „mit großer Sorge“. Auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen erklärte der Regionaldirektor der WHO für Europa, Hans Kluge, gegenüber Reportern, es sei an der Zeit, „die Maßnahmen zu verstärken“, da die steigenden Fallzahlen auf dem Kontinent zu „großer Sorge“ Anlass geben.
  • Spaniens kumulierte Zahl von Coronavirus-Infektionen stieg in den letzten Tagen leicht um über 13.300 auf 921.374, als Katalonien sich darauf vorbereitete, Bars und Restaurants zu schließen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.
    Das deutsche Außenministerium warnt wegen hoher Coronavirus-Infektionsraten vor hohen Reisen nach Frankreich, in die Niederlande, nach Malta und in die Slowakei.
  • Europa verzeichnet die höchste wöchentliche Anzahl neuer CoViD-19-Fälle, sagte die Weltgesundheitsorganisation und warnte davor, dass die täglichen Sterblichkeitsraten ohne wirksame Gegenmaßnahmen innerhalb von Monaten das Vier- oder Fünffache ihres April-Höchststandes erreichen könnten.
    (Quelle: The Guardian, 16.10.20)

„Kontrollverlust“

(16.10.20)


Deutschland-Zahlen mit „Allzeithoch“

Das Robert-Koch-Institut meldet mit 7.334 Neuinfektionen ein neues Allzeit-Hoch. Bereits am Donnerstag hatte das Institut mit 6.683 Infektionen einen Höchstwert erfasst. . Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 655 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 329 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (8.10.) hatte der Wert noch bei 487 (239 beatmet) gelegen. (Quelle: RKI, 16.10.20)


Werden Sonderrechte für Gesundheitsminister Spahn verlängert?

Die große Koalition will nach einem Medienbericht im Eilverfahren die Sonderrechte für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der Corona-Bekämpfung über den 31. März 2021 hinaus verlängern. Eine entsprechende Vorlage werde derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt, berichtete die „Rheinische Post“ vorab. Der Gesetzentwurf räume dem CDU-Politiker weitgehende Befugnisse ein. So dürfe Spahn eigenmächtig Verordnungen erlassen, soweit dies „zum Schutz der Bevölkerung vor einer Gefährdung durch schwerwiegende übertragbare Krankheiten erforderlich ist“. (Quelle Tagesschau, 16.10.20)


USA-Entwicklung

Immer mehr US-Bundesstaaten melden hohe Infektionszahlen. Neun weitere US-Bundesstaaten verzeichnen Höchststände bei den Neuinfektionen. Wisconsin etwa meldet 3.747 bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. In einigen Gegenden des Bundesstaats sind nach Angaben der Behörden nur noch zehn Prozent der Intensivbetten in Kliniken frei. „Wir befinden uns an einem sehr kritischen Punkt“, erklärte Gouverneur Tony Evers.
US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden traten derweil in der Nacht zu Freitag bei konkurrierenden TV-Fragestunden mit Wählern. Trump wurde gleich zu Beginn der Sendung über seine CoViD-19-Erkrankung befragt. „Ich fühle mich gut“, sagt er. Fragen nach Coronatests beantwortet er dann nicht eindeutig. Insbesondere machte keine Angaben dazu, wann er vor seiner Corona-Erkrankung zuletzt negativ auf das Coronavirus getestet wurde. „Ich erinnere mich gar nicht daran“, sagt Trump. So bleibt weiter offen, wann Trump denn nun getestet worden ist und mit welchem Ergebnis.

Trumps unklare Antworten sind ein Kontrast zu der Offenheit, mit der Biden und seine Vizekandidatin Kamala Harris vor einigen Stunden ihre Testergebnisse veröffentlicht hatten.
Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden legte sich nicht auf eine verpflichtende Impfung gegen Covid-19 fest. Man sollte darüber sprechen, sagte Biden in Miami bei der TV-Fragestunde, bemerkte aber gleichzeitig, dass eine Verpflichtung schwierig durchzusetzen sei. Es hänge auch von der Verlässlichkeit ab. Wenn ein künftiger Impfstoff „eine sehr positive Wirkung“ habe, würde er selbst sich wahrscheinlich impfen lassen. (Quelle: ARD, 16.10.20)


Daimler meldet positives vorläufiges Ergebnis

Der Autokonzern Daimler hat trotz der Corona-Krise für das dritte Quartal 2020 ein positives vorläufiges Ergebnis gemeldet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern („Ebit“) liege bei 3,07 Milliarden Euro, erklärte das Unternehmen aus Stuttgart. Die Zahlen lägen über den Markterwartungen. Im zweiten Quartal hatte der Autohersteller aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie einen Verlust von 1,68 Milliarden Euro hinnehmen müssen. (Quelle: Tagesschau, 16.10.20)


China: Forscher ziehen erfolgreiche Zwischenbilanz bei Impfstoff

Einer der vielversprechendsten chinesischen Impfstoff-Kandidaten hat in Tests mit Menschen die Produktion von Antikörpern ausgelöst und ist bislang frei von Nebenwirkungen. Das berichten Forscher. Der Impfstoff „BBIBP-CorV“ ist vom Pekinger Institut für biologische Produkte entwickelt worden. Anerkannt wird er erst, wenn er erfolgreich die sogenannten Phase-III-Studien durchläuft. „BBIBP-CorV“ ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation einer von mindestens zehn Impfstoffen, die mit der „Phase-III“ begonnen haben.

(Quelle: Tagesschau, 16.10.20)


Brasilien- Zahlen

Brasilien hat in den letzten 24 Stunden weitere 713 Todesfälle durch das Coronavirus und 28.523 neue positive Fälle registriert. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) mit.

Das südamerikanische Land hat jetzt insgesamt 152.460 Todesfälle durch Coronaviren und insgesamt 5.169.386 bestätigte Fälle registriert. (Quelle: The Guardian, 16.10.20)


Schweiz: Jodel-Konzert für zu massivem Corona-Anstieg

In der Schweiz hat ein traditionelles Jodel-Konzert zu einem massiven Anstieg von Corona-Neuinfektionen geführt. An der Veranstaltung Ende September im ländlichen Kanton Schwyz nahmen laut Behörden rund 600 Menschen teil. Diese waren aufgerufen, Abstand zu halten; das Tragen einer Schutzmaske war jedoch nicht vorgeschrieben. Der Kanton gehört mittlerweile mit mehr als 1.230 Coronavirus-Fällen zu einem der Hotspots in Europa.

„Wir haben neun Tage nach den Aufführungen erfahren, dass sich mehrere Personen der Gruppe angesteckt haben“, sagte der Organisator Beat Hegner dem öffentlich-rechtlichen Sender RTS. Allein am Mittwoch wurden 94 Personen positiv getestet, doppelt so viele wie am Vortag. „Die Explosion der Fallzahlen in Schwyz ist eine der schlimmsten in ganz Europa“, erklärte Chefarzt Reto Nueesch.

Das überlastete Kantonskrankenhaus bat jetzt die Menschen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Versammlungen zu vermeiden. „Es gibt eine extrem hohe Rate positiver Tests“, sagte Krankenhausdirektorin Franziska Foellmi. Zuletzt hatten die Kantonsbehörden zwar die Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus verstärkt, eine Maskenpflicht in Geschäften besteht aber nach wie vor nicht.

Jodeln gehört zu einer der Traditionen im Schweizer Alpenraum. Seit dem 19. Jahrhundert gilt das Jodeln unter anderem zusammen mit dem Bogenschießen als einer der Bausteine der gemeinsamen Identität zwischen den kulturell unterschiedlichen Regionen der Schweiz. Der uralte Gesangsstil wird außerdem im österreichischen Tirol sowie in Bergregionen Deutschlands praktiziert. (Quelle: TSP, 15.10.20)


(15.10.20)


Spanien-Zahlen

Spaniens Gesamtzahl neuer Coronavirus-Infektionen stieg in den letzten Tagen leicht um über 13.300 auf 921.374. Daten des Gesundheitsministeriums, die neue Fälle und Todesfälle in den letzten 24 Stunden umfassen und rückwirkend zur Gesamtzahl beitragen, zeigten auch, dass die Zahl der Todesopfer um 140 auf 33.553 gestiegen ist.

Dennoch ist die Zahl der täglichen Infektionen am Hotspot der Pandemie in Westeuropa nach Angaben des Gesundheitsministeriums von einem Höchststand von über 16.000 am 18. September etwas gesunken.

Der Gesundheitskoordinator der spanischen Regierung, Fernando Simon, sagte in einer Pressekonferenz:

„Spanien stabilisiert sich, aber die territorialen Unterschiede sind enorm. Wir müssen unbedingt wachsam bleiben. In keiner der Regionen haben wir die Inzidenzindikatoren, die wir gerne hätten.“


Beherbergungsverbot unwirksam – Urlaub in Niedersachsen weiterhin möglich

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat das Beherbergungsverbot des Landes für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots in einem Eilverfahren für rechtswidrig erklärt.

Nach Baden-Württemberg (VGH Mannheim, Beschl. v. 15.10.2020, Az. 1 S 3156/20 – der Beschluss liegt noch nicht im Wortlaut vor) hat damit auch in Niedersachsen das oberste Verwaltungsgericht des Landes das verordnete Beherbergungsverbot vorläufig aufgehoben. Der Beschluss sei unanfechtbar, teilte das Gericht am Donnerstag in Lüneburg mit. Geklagt hatte ein Hotelier aus dem Harz. Hotels und Pensionen müssten sich „mit sofortiger Wirkung“ nicht mehr an die entsprechende Verordnung halten, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Urlaub in Niedersachsen ist damit wieder uneingeschränkt möglich.

Die Landesverordnung sei deshalb rechtswidrig, weil das Verbot nicht hinreichend bestimmt sei. So erfasse es Menschen „aus“ Risikogebieten, ohne dabei festzulegen, ob diese dort einen Wohnsitz haben müssten oder ob ein kurzer Aufenthalt genüge. Darüber hinaus stelle das Beherbergungsverbot in Niedersachsen keine infektionsschutzrechtliche Schutzmaßnahme dar und greife unangemessen in die vom Grundgesetz geschützte Berufsfreiheit der Betreiber von Beherbergungsbetrieben ein, urteilte das Gericht.

Das Verbot war erlassen worden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Reisenden aus deutschen Regionen mit mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurden Urlaubsaufenthalte damit erschwert. Am Donnerstag standen 54 Regionen auf der Liste der betroffenen Gebiete. Zwar sah die Regelung eine Reihe von Ausnahmen vor, etwa nach Vorlage eines negativen Corona-Tests, dennoch sei es zweifelhaft, ob das Verbot geeignet und erforderlich sei, hieß es in der Urteilsbegründung.

Das Gesundheitsministerium in Niedersachsen teilte am Donnerstag zunächst mit, die Landesregierung nehme den Beschluss zur Kenntnis. Später erklärte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), man werde die Entscheidung des Gerichts analysieren und dann Konsequenzen ziehen. Der Regierungschef verteidigte das Beherbergungsverbot, das nötig geworden sei, weil andere Länder bei den Reise-Auflagen vorangegangen seien. Das Verbot sei nie Absicht gewesen: „Die Verhältnisse haben uns dazu gebracht“, so Weil. Aus Sicht der FDP im Landtag haben die Lüneburger Richter einen „peinlichen und schwerwiegenden“ Fehler der Landesregierung korrigiert.

Deutlich kommentierte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) das Urteil. Ein bundesweites, flächendeckendes Beherbergungsverbot sei „praktisch gescheitert“, sagte er NDR 1 Niedersachsen. „Ein Flickenteppich an Beherbergungsregeln nützt bei der Bewältigung der Pandemie wenig“, so der Minister weiter. In Sachsen und im Saarland hatten am Donnerstag die jeweiligen Landesregierungen angekündigt, ebenfalls auf ein Beherbergungsverbot verzichten zu wollen. Althusmann bat Gäste aus Hotspots, sie sollten prüfen, ob sie ihre Reise nicht verschieben könnten.

er Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Niedersachsen reagierte mit Erleichterung auf das Urteil. Der Dehoga-Geschäftsführer für den Bezirk Lüneburg, Hans-Georg Frieling, begrüßte den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts. Frieling sagte dem NDR in Niedersachsen, dass der Schaden im Hinblick auf die Herbstferien aber bereits beträchtlich sei. Trotzdem hoffe man, dass die Hotellerie die restlichen Urlaubstage für sich nutzen könne, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Rainer Balke. Ob der bereits entstandene Schaden noch kompensiert werden könne, wisse man nicht, so Balke. (OVG Nds., Beschl. v. 15.10.2020, Az.: 13 MN 371/20)

Update: Das Beherbergungsverbot für Menschen aus Corona-Brennpunkten hat in Schleswig-Holstein hingegen Bestand. Das Oberverwaltungsgericht Schleswig wies den Eilantrag einer Familie aus Recklinghausen ab, die von heute an auf Sylt Urlaub machen wollte. Zur Begründung hieß es, das Interesse der Bevölkerung am Schutz vor dem Coronavirus sei höher zu gewichten als das Interesse der Familie an einer touristischen Reise.
(Quelle: NDR, lto, 15.10.20)


Verwaltungsgericht Minden : Isolation von Heimbewohnern ist rechtswidrig

In NRW müssen Pflegeheimbewohner isoliert werden, wenn nach einem „konkreten Anlass“ eine Corona-Infektion nicht ausgeschlossen werden kann. Was ein solcher sein soll, ist jedoch nicht definiert, weswegen das Gericht die Regelung kippte.

Die Bewohnerin eines Pflegeheims im Kreis Lippe darf wegen Corona nicht länger isoliert werden. Das Verwaltungsgericht (VG) Minden gab in einem Eilverfahren dem Antrag der Frau statt (Beschl. v. 14.10.2020, Az. 7 L 729/2). Gegen den Beschluss können noch Rechtsmittel eingelegt werden.

Die Frau klagt gegen eine Allgemeinverfügung des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums (CoronaAVPflegeundBesuch). In dieser Verfügung vom 31. August 2020 wird vorgegeben, dass Pflegebedürftige isoliert werden müssen, bei denen nach einem konkreten Anlass eine Corona-Infektion nicht ausgeschlossen werden kann.

Das VG Minden hat die aufschiebende Wirkung der gegen diese Regelung erhobenen Klage angeordnet. Die summarische Prüfung der entsprechenden Norm habe eine „offensichtliche Rechtswidrigkeit“ ergeben: Es fehle die Ermächtigungsgrundlage. Die vom Ministerium gewählte Generalermächtigung aus § 28 Abs. 1 Sätze 1 und 2 IfSG komme nicht in Betracht, da es spezialgesetzliche Regelungen in § 30 IfSG gebe.

Außerdem bemängelt das Gericht in seinem Beschluss, dass die Pflegeeinrichtung selbst entscheidet, wer isoliert wird – und nicht die zuständige Behörde. Eine derartige „Entkoppelung von einem behördlichen Entscheidungsprozess“ sei rechtswidrig. Auch sei die Formulierung „konkreter Anlass“ in der Verfügung zu ungenau, da die Allgemeinverfügung nicht enthalte, wann ein solcher vorliegt.

(Quelle: LTO, 15.10.20)


Überblick am Abend

  • Europa hat die höchste wöchentliche Anzahl neuer CoViD-19-Fälle verzeichnet, ermittelte die Weltgesundheitsorganisation WHO und warnte, dass die täglichen Sterblichkeitsraten ohne wirksame Gegenmaßnahmen „innerhalb von Monaten das Vier- oder Fünffache ihres April-Höchststandes“ erreichen könnten.
  • Mehr als die Hälfte der EU-Länder sowie Großbritanniens wurden am Donnerstag auf einer neuen Karte, die von der EU-Seuchenbekämpfungsbehörde ECDC herausgegeben wurde, um Entscheidungen über Reisebeschränkungen zu treffen, rot gekennzeichnet. Die Karte wurde herausgegeben, nachdem die EU-Mitgliedstaaten am Dienstag beschlossen hatten, ihre Vorgehensweise bei Reisebeschränkungen für andere Länder als Reaktion auf CoViD-19-Ausbrüche zu koordinieren.
  • Weil die Schweiz täglich ein Rekordhoch an Covid-19-Infektionen verzeichnet, warnte der eidgenössische Gesundheitsminister am Donnerstag davor, dass sich die Situation mit alarmierender Geschwindigkeit „verschlechtert“.
  • US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, er sei bereit, sein Angebot von 1,8 Billionen US-Dollar für ein Hilfspaket für CoViD-19 zu erhöhen, um einen Deal mit der demokratischen Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, zu erzielen.
  • Die Coronavirus-Infektionen in Italien erreichten am Donnerstag 8.804, ein Anstieg um fast 1.500 gegenüber dem Vortag, während sich die Todesfälle auf 83 fast verdoppelten. In der Lombardei gab es über 2.000 neue Fälle, in Kampanien und im Piemont. Die Fälle in der Region Südkampanien, die von der ersten Welle der Pandemie relativ unversehrt blieben, überstiegen zum ersten Mal 1.000 an in 24 h.
  • Die Tschechische Republik wird mit dem Aufbau von Kapazitäten für die Behandlung Covid-19-Patienten außerhalb von Krankenhäusern beginnen, teilten die Behörden am Donnerstag mit; das Land ist mit der schnellsten Infektionsrate in Europa konfrontiert.
  • Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, teilte mir, dass sie mit sofortiger Wirkung in Selbstisolation geht, nachdem ein Mitglied ihres Stabes positiv auf CoViD-19 getestet wurde. (Quelle: The Guardian, 15.10.20)

RKI: Hamsterkäufe in französischem Grenzgebiet

Das französische Grenzgebiet zu Deutschland gilt erstmals seit Mitte Juni wieder als Corona-Risikogebiet. Die Bundesregierung stufte die Region Grand Est mit Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne als Risikozone ein, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Damit ist nun ganz Festland-Frankreich von dieser Einstufung betroffen, ab Samstag dürfte erneut eine Reisewarnung in Kraft treten.

Aus Furcht vor neuen Einreisebeschränkungen kam es in dem Grenzgebiet zwischen Straßburg und Kehl bereits vor der RKI-Mitteilung zu neuen Hamsterkäufen, wie AFP-Reporter berichteten. Auf der Europabrücke über den Rhein stauten sich Autos. In einigen Läden in Baden-Württemberg waren Toilettenpapier, Windeln und andere Hygieneprodukte ausverkauft. Franzosen schleppten säckeweise Zigaretten und Tabak nach Hause, die in Deutschland günstiger sind. (Quelle: TSP, 15.10.20)


Frankreich-Zahlen

Die französischen Gesundheitsbehörden teilten am Donnerstag mit, dass die Zahl der neuen täglichen Coronavirus-Infektionen zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie über 30.000 gestiegen ist.

In den letzten 24 Stunden gab es insgesamt 30.621 neue Covid-19-Infektionen, gegenüber 22.591 am Mittwoch, während die mit der Krankheit verbundenen Krankenhausaufenthalte und Todesfälle ebenfalls zunahmen.

Die Zahl der Menschen in Frankreich, die an Covid-19-Infektionen gestorben sind, stieg um 88 auf 33.125 gegenüber 104 am Mittwoch. Die kumulierte Anzahl der Fälle beträgt jetzt 809.684. Die Anzahl der Patienten auf der Intensivstation beträgt jetzt 1.750, ein Anstieg von 77 innerhalb von 24 Stunden. (Quelle: ARD, 15.10.20)



Ganz Niederlande jetzt Risikogebiet

Die Bundesregierung hat jetzt die ganzen Niederlande, das gesamte französische Grenzgebiet zu Deutschland und erstmals auch Regionen in Italien und Polen mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt.

Außerdem werden dann Malta und die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte.

In Italien wird von Reisen nach Kampanien und Ligurien abgeraten. In der Schweiz kommen zu den Kantonen Genf und Waadt nun auch Fribourg, Jura, Neuchâtel, Nidwalden, Schwyz, Uri, Zürich und Zug hinzu. Betroffen sind unter anderem auch Regionen in Polen, Slowenien, Ungarn, Großbritannien, Irland und Portugal.(Quelle: TSP, 15.10.20)


Außenminister Maas warnt vor neuerlichen Grenzschließungen

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) warnt vor neuen Grenzschließungen im Bemühen um eine Eindämmung der Corona-Pandemie. Maas sagte nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Polen und Frankreich in Paris, man habe damit im Frühjahr schlechte Erfahrungen gemacht. Es gebe viele Pendler zwischen diesen Ländern. Für die Menschen, die in den Regionen leben, seien offene Grenzen außerordentlich wichtig. Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte Deutschland Grenzkontrollen eingeführt. Das führte teilweise zu chaotischen Zuständen. Grenzgänger, die im jeweils anderen Land arbeiteten, durften die Grenze zwar passieren – da ein Großteil der Übergänge aber geschlossen war, kam es zu langen Staus und Wartezeiten. Außerdem mussten die Menschen Ausgangsbescheinigungen und Nachweise über den Arbeits- oder Wohnort mit sich führen. (Foto Heiko Maas: CC s. Archiv v. 22.04.20; Quelle: TSP, 15.10.20)


Strikte Maskenpflicht und Sperrstunde in Bayern

Die Maskenpflicht in Bayern wird regional deutlich ausgeweitet, und zwar schon bei mehr als 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Nach einem Kabinettsbeschluss müssen in diesen Regionen dann überall dort Masken getragen werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen – etwa in Fußgängerzonen, auf Marktplätzen, in allen öffentlichen Gebäuden, aber auch auf Begegnungs- und Verkehrsflächen wie etwa in Fahrstühlen und in Eingangsbereichen von Hochhäusern.

In Regionen mit hohen Corona-Zahlen gelten zudem künftig strikte Sperrstunden in der Gastronomie. Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen müssen Gaststätten um 23.00 Uhr schließen, zudem darf dann an Tankstellen kein Alkohol mehr verkauft werden, und es gilt dann ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 gelten die Sperrstunde und die beiden anderen Verbote schon ab 22.00 Uhr. (Quelle: TSP, 15.10.20)


2. Bundesliga: Spiel des VfL Osnabrück verlegt

Weil sich der Großteil des Kaders in Quarantäne befindet, fällt das für Sonntag angesetzte Spiel aus. Nachholtermin ist der 28. Oktober um 18.30 Uhr.

Die häusliche Quarantäne gilt noch bis zum 21. Oktober und war nach positiven Corona-Tests zweier Profis auf Anordnung des jeweiligen lokalen Gesundheitsamts angeordnet worden. Wegen der Wohnsitze der insgesamt 19 betroffenen Spieler waren es in diesem Fall gleich sieben verschiedene.

Laut Spielordnung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ist eine Absage möglich, sobald nicht mindestens 15 Spieler einsatzfähig sind – daher hatten die Niedersachsen die Absetzung des Heimspiels beantragt. Dem gab die DFL am Donnerstag statt. Vor der Entscheidung aus Frankfurt hatten elf verbliebene VfL-Fußballer den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen – darunter drei Torhüter und zwei Nachwuchsspieler. Einer der beiden positiv-getesteten Profis ist nach einem negativen Folgetest inzwischen aus der Quarantäne entlassen und durfte mittrainieren.

Das nächste Pflichtspiel für die Osnabrücker ist damit das Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim am 25. Oktober. Unklar ist allerdings, ob nicht auch diese Partie verlegt werden muss. Denn nach dem Ende der Quarantäne hätten die VfL-Profis lediglich vier Tage Zeit, den Fitness-Verlust durch die zweiwöchige Zwangspause aufzuholen – ein Wettbewerbsnachteil. Im Frühjahr hatte die DFL aus diesem Grund dem damaligen Zweitligisten Dynamo Dresden eine zusätzliche Trainingswoche eingeräumt, bevor die Sachsen den Spielbetrieb wieder aufnahmen.

(Quelle: NDR, 15.10.20)


Corona-Ausbruch im Gefängnis in Vechta

In der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Vechta gibt es einen Corona-Ausbruch. Wie der Landkreis am Mittwoch mitteilte, sind gleich fünf Mitarbeiter der JVA positiv auf das Virus getestet worden. Das Gesundheitsamt werde daher am Donnerstag alle Mitarbeiter des Gefängnisses testen, offenbar aber nicht die Gefangenen, obwohl sie mit den Infizierten Kontakt gehabt haben dürfen. Eine Begründung für diese Aufteilung -sozusagen in Menschen erster und zweiter Klasse- teilte die Behörde in Vechta nicht mit.

Damit „die Insassen“ (NDR) nicht angesteckt werden, arbeiten alle Bediensteten der JVA den Angaben des Landkreises Vechta mit Schutzmasken und halten die Abstands- und Hygieneregeln streng ein.

Im Landkreis Vechta wird der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche derzeit überschritten. Laut Landkreis liegt die Sieben-Tages-Inzidenz bei 68,39. (Foto: CC s. Archiv v. 02.04.20; Quelle: NDR, 15.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 24.367 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 15. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 479. Besonders betroffen sind vor allem die in Weser-Ems gelegenen Landkreise. Insgesamt sind beim NLGA mittlerweile 709 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert und damit fünf mehr als am Vortrag. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 19.326 der bislang gemeldeten Fälle. Die Quote ist damit unter 80 Prozent aller Fälle gesunken (79,3 Prozent). (Quelle: NDR, 15.10.20)


Schicksale: Freitag der 13.

Es ist Freitag, der 13., als Jürgen Knese eine neue Lunge bekommt. Kurz nach der Transplantation erkrankt er an Covid-19. Die unglaubliche Geschichte einer Genesung:

Als Jürgen Knese im März in der Uniklinik Essen eine Spenderlunge transplantiert wird, befindet sich Deutschland mitten in der Corona-Pandemie. Auch Knese steckt sich an, höchstwahrscheinlich in der Klinik – und erkrankt einige Tage nach dem schweren Eingriff an Covid-19. Für den damals 66-Jährigen beginnen dramatische Wochen.

ZEIT ONLINE: Herr Knese, wäre Ihnen ein anderes Datum als Freitag, der 13. März, für Ihre Lungentransplantation lieber gewesen?

Jürgen Knese: Nein. Höchstens einige Wochen eher, denn dann hätte ich mit Corona nichts zu tun gehabt.

ZEIT ONLINE: Was war… [weiter bei der ZEIT, 15.10.20]


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 15.10.2020, 09.30 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht ungebremst weiter. In den letzten 24 Stunden sind 49 Personen als infiziert festgestellt worden. Die Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.177 (+49); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 361,0. Insgesamt sind im Emsland jetzt 295 (+34) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt.

Die Zahl der als genesen Geltenden stieg auf jetzt insgesamt 857 Genesene (+15). Es befinden sich trotz der gestiegenen Infektionsfälle aktuell nur rund 1.010 Personen in Quarantäne; eine Zahl, die ich bezweifele; denn das wären weniger als 4 pro Erkranktem – .

Noch immer gilt: Bisher gibt es keine/n weiteren CoViD-19-Toten im Emsland.

Auch in Lingen (Ems) steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf aktuell 156 (+4) ; 128 (+/-0) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 24 (+4) Erkrankten – die höchste Zahl seit dem Auftreten der Pandemie und binnen sieben Tagen 11 zusätzliche Erkrankte.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 24 17 1 6
Einheitsgemeinde Emsbüren 27 23 0 4
Samtgemeinde Freren 57 46 9 2
Einheitsgemeinde Geeste 36 24 0 12
Stadt Haren (Ems) 99 80 1 18
Stadt Haselünne 64 49 0 15
Samtgemeinde Herzlake 21 20 0 1
Samtgemeinde Lathen 32 25 0 7
Samtgemeinde Lengerich 25 22 1 2
Stadt Lingen (Ems) 156 (+4) 128 (+/-0) 4 24 (+4)
Stadt Meppen 154 105 4 45
Samtgemeinde Nordhümmling 33 16 0 17
Stadt Papenburg 106 76 2 28
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 22 17 0 5
Samtgemeinde Sögel 182 109 0 73
Samtgemeinde Spelle 17 15 1 1
Einheitsgemeinde Twist 41 28 2 11
Samtgemeinde Werlte 79 56 0 23
Gesamt* 1177 (+49) 857 (+15) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 295 (+34)

(15.10.20)


Grafschaft Bentheim: 7 Mitarbeiter/innen im Jugendamt positiv getestet

Wie am Mittwoch bekannt wurde, sind sieben Mitarbeiter des Jugendamtes der Grafschaft Bentheim positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte der Landkreis auf GN-Anfrage. In Verbindung mit dem Infektionsgeschehen befänden sich derzeit 30 Personen seit Anfang vergangener Woche in Quarantäne.
Das Jugendamt führe seine Arbeit weiter, erklärte eine Sprecherin des Landkreises. Alle notwendigen Aufgabenbereiche, darunter auch mögliche Vor-Ort-Termine bei Familien, würden durch die verbleibenden Mitarbeiter aufgefangen. Insgesamt umfasse die Abteilung 49 Mitarbeiter. Kollegen in Quarantäne würden nach Möglichkeit im Homeoffice arbeiten. Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit anderer Bereiche der Kreisverwaltung hätten die Corona-Fälle im Jugendamt nicht. Nach Aussage der Sprecherin gilt die Quarantäne noch bis Ende der Woche. Ab kommender Woche kehren die in Quarantäne befindliche Mitarbeiter zur Arbeit zurück. (Quelle: GN, 15.10.20)


Was können die neuen Corona-Schnelltests?

Heute soll die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigte neue nationale Teststrategie in Kraft treten. Die neue Teststrategie des Gesundheitsministeriums setzt dabei auch auf rasche Antigentests. Im Zentrum stehen dabei Massentests in Alten- und Pflegeheimen sowie ähnlichen Einrichtungen. Neue Antigen-Schnelltests sollen nach einem Entwurf für die Strategie das Durchtesten von Gesundheitspersonal auf Sars-CoV-2 erleichtern und beschleunigen. Experten warnen vor falschen Ergebnissen durch Anwendungsfehler.

So soll beispielsweise ein Pflegeheim über ein bestimmtes Kontingent an Tests verfügen, das aus Mitteln der Krankenkassen bezahlt werden soll. Allerdings diskutieren auch weitere Bereiche, etwa die Veranstaltungsbranche oder Schulen, wie sie die Schnelltests nutzen können.

Bei Antigen-Schnelltests werden in Abstrichproben charakteristische Viren-Proteine erkannt. Die Methode gilt zwar als weniger zuverlässig als viele der bislang üblichen PCR-Tests auf Viren-Erbgut, ist dafür aber oft schneller und günstiger: Ein Ergebnis ist nach 15 Minuten da, es wird mit 15 bis 17 Euro für Laborkosten plus 15 Euro Arztkosten gerechnet. Erste Antigen-Tests für die Anwendung durch medizinisches Fachpersonal sind in Deutschland bereits auf dem Markt. (mehr und Quelle: TSP, 15.10.20)


Landkreis Northeim mit Hotspot im „Glaubenszentrum“

Im Landkreis Northeim liegt die Sieben-Tages-Inzidenz bei 52,7. Allein im Glaubenszentrum Bad Gandersheim sind 53 Corona-Fälle festgestellt worden. Insgesamt waren 252 Mitarbeiter, Bewohner und Besucher des Zentrums getestet worden, nachdem zwei Personen Symptome einer Corona-Infektion gezeigt hatten. Wie der Landkreis am Mittwoch mitteilte, stehen bei 93 Getesteten die Ergebnisse noch aus. Das Glaubenszentrum Bad Gandersheim umfasst eine konfessionsübergreifende Bibelschule und ein Konferenzzentrum.

Seit Montag sind im Landkreis Northeim nach dessen Angaben 61 Corona-Neuinfektionen hinzugekommen. Weil der kritische Wert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche nun überschritten ist, verschärft der Landkreis die Corona-Regeln – davon ist insbesondere Bad Gandersheim betroffen. Im Landkreis dürfen sich auf privatem Gelände, egal ob drinnen oder draußen, nur noch maximal zehn Personen treffen. In öffentlichen Räumlichkeiten oder Restaurants sind bis zu 25 Personen erlaubt. In beiden Fällen müssen die Teilnehmer den Mindestabstand einhalten.

Für Bad Gandersheim sind außerdem folgende, bei Hotspots typische Konsequenzen angeordnet:

  • Verbot von Freizeit- und Vereinssport in öffentlichen und privaten Sportanlagen und -hallen. Diese werden geschlossen.
  • Maximal sechs Personen bei Zusammenkünften und Ansammlungen im öffentlichen Raum.
  • Maximal sechs Personen pro Tisch oder Tischeinheit in gastronomischen Betrieben.
  • Maskenpflicht beim Besuch eines Museums, einer Ausstellung oder einer Galerie.
  • Maskenpflicht bei Zusammenkünften in Kirchen, Moscheen, Synagogen und bei Zusammenkünften anderer Glaubensgemeinschaften
  • Singen ist verboten.

Wenn die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Northeim wieder unter den Grenzwert sinkt, wird der Landkreis dies in einer erneuten Allgemeinverfügung bekannt geben, hieß es. Die neuen Regeln in Bad Gandersheim gelten zunächst bis zum 10. November.

update:
Insgesamt waren 252 Mitarbeiter, Bewohner und Besucher des Zentrums getestet worden, nachdem zwei Personen Symptome einer Corona-Infektion gezeigt hatten. Nach Informationen des NDR Niedersachsen liegen nun alle Testergebnisse vor: 123 Infektionen wurden nachgewiesen. Das Glaubenszentrum Bad Gandersheim umfasst eine konfessionsübergreifende Bibelschule und ein Konferenzzentrum. Im Landkreis Northeim ist die Sieben-Tages-Inzidenz auf 106,2 gesprungen. Ein Grund sind die zahlreichen Corona-Infizierte im sog. Glaubenszentrum Bad Gandersheim.

(Quelle: NDR, 15.10.20)


Städte- und Gemeindebund begrüßt gestrige Corona-Beschlüsse

Der Städte- und Gemeindebund begrüßt die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie. „Die Fokussierung der Maßnahmen auf die Risikogebiete, die sogenannten Hotspots, ist richtig“, sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vom Donnerstag. Die verschärfte Maskenpflicht dort sowie die Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit und bei privaten Veranstaltungen mit entsprechender Festlegung der Teilnehmerzahlen könnten die notwendige Wirkung erzielen.

„Wir haben im Verlauf der Pandemie gelernt, dass es private Veranstaltungen und die Missachtung von Abstands-, Masken- und Hygienevorschriften sind, die das Infektionsgeschehen treiben“, sagte Landsberg. Dabei spiele der Alkohol und die damit verbundene Enthemmung und Gleichgültigkeit gegenüber bestehenden Regeln eine wichtige Rolle. Deshalb begrüßte Landsberg die vorgesehene Sperrstunde. „Das ist allemal besser, als wenn man am Ende – wie jetzt in den Niederlanden – Restaurants und Bars schließen muss“, argumentierte er. (Quelle: Tagesschau, 15.10.20)



Deutschland – Rekordzahl

Das Robert-Koch-Institut hat am Morgen mit 6.638 so viele Neuinfektionen an einem Tag gemeldet wie noch nie seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie. Bislang wurde der höchste Wert mit 6.294 Fällen am 28. März erfasst.

Die Zahl der binnen eines Tages mit dem Coronavirus neu infizierten Menschen in Deutschland ist erneut sprunghaft gestiegen und hat damit einen Rekordwert erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Morgen 6.638 Neuinfektionen – rund 1.500 mehr als am Mittwoch. Bislang waren Ende März mit knapp 6300 Neuinfizierten die meisten registriert worden.

Allerdings sind die jetzigen Werte nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 4.059 Neuinfektionen mitgeteilt. Damit war zum ersten Mal seit April die 4000er-Marke überschritten worden.

Die Zahl der Coronatests schwankt seit Mitte August zwischen rund 1,1 Millionen und 1,2 Millionen pro Woche. Die Rate der positiven Tests ist nach RKI-Angaben vom Mittwochabend jedoch deutlich gestiegen: von 0,74 Prozent Ende August auf 2,48 Prozent in der Woche vom 5. bis 11. Oktober. In mehreren Labors gebe es einen Rückstau, einige gaben laut RKI Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an.

„Das RKI erreichen in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befinden“, schreibt das Institut im Lagebericht vom Mittwoch. Der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber nach Einführung des Beherbergungsverbots mit der Option zu einer „Freitestung“ habe die Situation weiter verschärft.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 341.223 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.710. Das waren 33 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 284.600 Genesene. (Quelle: RKI, 15.10.20)


Argentinien mit starker Zunahme

Die Tageszeitung „La Nacion“ vermeldete für Argentinien unter Berufung auf offizielle Angaben weitere 14.932 Infektionen und 350 an Covid-19-Infektionen verstorbene Menschen. Mit nun rund 925.000 registrierten Infektionen gehört Argentinien zu den Ländern mit den meisten Infektionen weltweit und dürfte in dieser Woche Kolumbien auf Platz fünf ablösen.

Argentinien hatte auf den Ausbruch der Pandemie mit einem strengen wochenlangen Lockdown reagiert, der allerdings dazu führte, dass die Wirtschaft massiv einbrach und die Armutsrate deutlich anstieg. Trotzdem breitete sich das Virus nun massiv aus. Inzwischen sind fast 25.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Zuletzt gingen in Argentinien zehntausende Demonstranten gegen die Corona-Politik der Regierung von Präsident Alberto Fernandez auf die Straße. (Quelle: Tagesschau, 15.10.20)


Spanien überschreitet 900.000 Infektionen

Spanien hat als erstes Land der Europäischen Union die Marke von 900.000 Coronavirus-Infektionen überschritten. Seit Beginn der Pandemie seien mehr als 908.000 Infektionen registriert worden, teilte das spanische Gesundheitsministerium mit. Spanien hat knapp 45 Millionen Einwohner. In Frankreich mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern wurden bisher 750.000 Infektionen registriert. Die genaue Zahl der registrierten Fälle hängt auch damit zusammen, wie viel getestet wird. In Spanien wurden offiziellen Angaben zufolge mehr als 33.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus registriert. Gesundheitsexperten glauben, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, jedoch nicht ausreichend getestet wird. (Quelle: ARD, 15.10.20)


Überblick zur Nacht

  • Frankreich hat als jüngstes europäische Land seine Coronavirus-Maßnahmen verschärft, den öffentlichen Gesundheitsnotstand erklärte und Paris sowie acht anderen Städten eine Ausgangssperre auferlegt. Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte die Ausgangssperre für rund 20 Millionen Menschen in Paris, Rouen, Lille, St. Etienne, Lyon, Grenoble, Montpellier, Marseille und Toulouse an. Sie gilt ab Samstag zwischen 21.00 und 6.00 Uhr und bleibt mindestens vier Wochen in Kraft. Wer gegen die Ausgangssperre verstößt, wird mit einer Geldstrafe von 135 Euro belegt.
  • Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte strengere Maßnahmen für Versammlungen und das Tragen von Gesichtsmasken in Deutschland an. Sie forderte junge Menschen auf, ihren Beitrag zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus zu leisten, nachdem private Parteien wiederholt für lokalisierte Ausbrüche in deutschen Städten verantwortlich gemacht wurden.
  • Spanien wird nach einem Anstieg der Fälle für die nächsten 15 Tage alle Bars und Restaurants in ganz Katalonien schließen, nachdem das iberische Land mit fast 900.000 Infektionsfällen und mehr als 33.000 Todesfällen eine der höchsten Infektionsraten in Europa bekämpft. Alle Bars und Restaurants in der Region sind ab Donnerstagabend zwei Wochen lang auf bloßen Imbiss- und Lieferservice beschränkt. Weitere Beschränkungen gibt es für Geschäfte und Märkte, Turnhallen, Kinos und Theater sowie Kinderspielplätze. Die strengen Maßnahmen wurden getroffen, nachdem binnen weniger Tage die wöchentliche Gesamtzahl der Fälle von 7.000 auf 11.000 gestiegen ist.
  • In den Niederlanden sind ebenfalls Maßnahmen in Kraft getreten, darunter Beschränkungen des Alkoholverkaufs, der Schließung von Gaststätten und neue Maskenpflichten.
  • Ab Donnerstag werden auch in Portugal strenge Maßnahmen eingeführt, nachdem das Land in einigen Fällen einen neuen Infektionsrekord gemeldet hat. Die Versammlungen sind auf fünf Personen begrenzt. Hochzeiten und Taufen können von maximal 50 Personen besucht werden, Universitätsfeiern sind verboten. Bußgelder für Unternehmen, die die Vorschriften nicht einhalten, werden von einer Obergrenze von 5.000 auf 10.000 Euro verdoppelt. Premierminister Antonio Costa wird dem Parlament auch vorschlagen, Gesichtsmasken in überfüllten Außenbereichen obligatorisch zu machen und die Rückverfolgungs-App StayAway CoViD der Regierung für eigene Mitarbeiter obligatorisch zu verwenden.
  • Nordirland kündigte eine vierwöchige Schließung von Pubs und Restaurants an. Die Regionalregierung kündigte an, die Beschränkungen für gesellschaftliche Zusammenkünfte zu verschärfen, um den steigenden Fallzahlen entgegenzuwirken. Die Infektionsraten „müssen jetzt gesenkt werden, sonst werden wir sehr bald an einem sehr schwierigen Ort sein“, sagte die Premierministerin Arlene Foster.
  • Irland kündigte Premierminister Micheal Martin eine Reihe neuer Maßnahmen ​​entlang der Grenze zu Nordirland an, darunter die Schließung nicht wesentlicher Einzelhandelsgeschäfte, Fitnessstudios, Schwimmbäder und Freizeitzentren. Die Kreise Donegal, Monaghan und Cavan sind auf Stufe 4 ihres fünfstufigen Rahmens von Covid-19-Beschränkungen angekommen und haben fast alle Besuche im ganzen Land verboten.
  • Der Iran kündigte neue Reisebeschränkungen für Teheran und vier weitere Großstädte an, nachdem es neue Eintageshochs sowohl bei CoViD-19-Todesfällen als auch bei Neuinfektionen gegeben hatte.
  • Die Zahl der Todesopfer im Irak seit Beginn der Pandemie hat die Marke von 10.000 Menschen überschritten. (Quelle: The Guardian, 15.10.20)

Corona in Italien: Fast 6.000 neue Fälle – Regierung reagiert

Um dem Corona*-Infektionsgeschehen entgegenzuwirken, hat die italienische Regierung neue Maßnahmen umgesetzt. In einem am Dienstag publizierten Dekret heißt es, private Feiern an „Örtlichkeiten drinnen und draußen“ seien verboten. Feierlichkeiten nach Zeremonien, etwa Hochzeiten und Beerdigungen, müssten auf 30 Teilnehmer beschränkt werden. Tanzlokale blieben zu. Außerdem empfiehlt die Regierung den rund 60 Millionen Bürgern, daheim auf alle Abendessen und andere Treffen mit mehr als sechs Gästen aus anderen Haushalten zu verzichten.

Bei der rechten Opposition Italiens und in sozialen Netzwerken ist die Änderung auf starke Kritik gestoßen. Auf Twitter griffen Nutzer zu Hashtags wie „#Stasi“ und „#Orwell“, um gegen die nach ihrer Meinung zu starken Eingriffe ins Privatleben zu protestieren. Die Kritiker zogen so Vergleiche zu Spitzelpraktiken der früheren DDR-Geheimpolizei Stasi und zum Roman „1984“ des Autors George Orwell über einen Überwachungsstaat.

Bei der rechten Opposition Italiens und in sozialen Netzwerken ist die Änderung auf starke Kritik gestoßen. Auf Twitter griffen Nutzer zu Hashtags wie „#Stasi“ und „#Orwell“, um gegen die nach ihrer Meinung zu starken Eingriffe ins Privatleben zu protestieren. Die Kritiker zogen so Vergleiche zu Spitzelpraktiken der früheren DDR-Geheimpolizei Stasi und zum Roman „1984“ des Autors George Orwell über einen Überwachungsstaat. (Quelle: FR, 15.10.20)


Brasilien-Zahlen

Brasilien hat in den letzten 24 Stunden weitere 749 Todesfälle durch Coronaviren und 27.235 neue Fälle registriert, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit.

Das Land hat jetzt insgesamt 151.747 Todesfälle registriert, die zweithöchste Zahl weltweit, und insgesamt 5.140.863 bestätigte Fälle. (Quelle: The Guardian, 14.10.20)


Staatsrechtler Battis fordert: Entscheidungen gehören in die Parlamente

Einer der prominentesten deutschen Staatsrechtler, der emeritierte Professor an der Berliner Humboldt-Universität Ulrich Battis, hat am Mittwochabend in der „Aktuellen Stunde“ im WDR-Fernsehen gefordert, die Corona-Regeln nicht länger nur durch Verordnungen festzulegen.
Die Krise dauere nun schon so lange an und die Maßnahmen gingen so weit, dass sich damit die Parlamente und nich die Ministerialverwaltung befassen müssten. Diese seien auch der richtige Ort, um Konflikte auszutragen, statt das nur auf der Straße zu belassen. Battis wies zugleich darauf hin, dass Kanzlerin Angela Merkel nichts zu entscheiden habe, sondern lediglich moderieren könne. Der Infektionsschutz sei Sache der Länder und Kommunen. (Quelle: TSP, 14.10.20)


Grafschaft Bentheim – Die Zahlen
Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am heutigen Mittwoch zehn neue Corona-Fälle. Damit gibt es im Nachbarkreis aktuell 197 akute Infektionsfälle und zwar in

Bad Bentheim: 8 Infektionen
Emlichheim: 12 Infektionen
Uelsen: 17 Infektionen
Neuenhaus: 54 Infektionen
Wietmarschen: 17 Infektionen
Nordhorn: 69 Infektionen
Schüttorf: 20 Infektionen

In Quarantäne befinden sich 986 Grafschafter. Der 7-Tage-Inzidenzwert liegt bei 84,6. Seit Beginn der Pandemie haben sich 488 Menschenin der Grafschaft mit dem corona-Virus infiziert, 18 sind daran gestorben

(Quelle: GN, 14.10.20)


Merkel: „Deswegen ist meine Unruhe mit dem heutigen Tag noch nicht weg“.

Am Abend, als Merkel die Gipfel-Ergebnisse kurz vor 22.30 Uhr präsentierte, betonte die Bundeskanzlerin das Ziel von Bund und Ländern, eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verhindern. „Wir sind in einer Phase der Pandemie, die ernst ist“, sagte sie. Man stehe an einem entscheidenden Punkt.

Merkel appellierte an die Bürger, in dieser „entscheidenden und kritischen Phase“, dass alle mitmachten und die Regeln befolgten. „Wir müssen uns dem Virus nicht ergeben, sondern können dagegen ankämpfen“, sagte sie.

Merkel lobte die Beschlüsse, „die ich ausdrücklich sehr gut finde“. Das hatte zwischendurch anders geklungen. Als die ersten Ergebnisse des Gipfels am früheren Abend bekannt wurden, hieß es, die Kanzlerin sei unzufrieden. „Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden“, sagte Merkel der dpa zufolge nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern des Gipfels.

Davon war vor der Presse nicht mehr die Rede. Merkel sagte allerdings, es müsse sich zeigen, ob die beschlossenen Maßnahmen ausreichten. „Deswegen ist meine Unruhe mit dem heutigen Tag noch nicht weg“, sagte Merkel.

(Quelle: TSP, 14.10.20)


Die wichtigsten Beschlüsse des Corona-Gipfels im Kanzleramt:

  • Ergänzende Maskenpflicht: Nach dem Beschlusspapier soll es dort, wo die Infektionszahlen steigen, und spätestens bei einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche eine „ergänzende Maskenpflicht“ geben, „wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen“. Das könnte dann auch für Fußgängerzonen gelten. Von 50 Neuinfektionen an wird die Pflicht zum Maskentragen erweitert.
  • Beschränkung bei Treffen und Feiern: Ebenfalls schon beim Erreichen des Werts von 35 Neuinfektionen soll die Teilnehmerzahl bei Feiern im Familien- und Freundeskreis auf 25 in der Öffentlichkeit und auf 15 in Privaträumen begrenzt werden. Ab 50 Neuinfektionen soll sie dann bundesweit auf zehn Personen im öffentlichen Raum und auf zehn Personen aus zwei Hausständen im privaten Raum reduziert werden. Dann soll auch generell eine Kontaktbeschränkung auf maximal zehn Personen in der Öffentlichkeit gelten.
  • Sperrstunde und Alkoholverbot: Bund und Länder empfehlen dort, wo die Infektionszahlen kontinuierlich steigen und insbesondere bei steigenden Infektionszahlen oberhalb einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche eine Sperrstunde in der Gastronomie einzuführen sowie zusätzliche Auflagen und Kontrollen. Von 50 Neuinfektionen an gibt es eine verbindliche Sperrstunde um 23 Uhr einschließlich eines generellen Abgabeverbots von Alkohol.
  • Frist von zehn Tagen: Sind durch diese Maßnahmen die Infektionen nach zehn Tagen noch nicht eingedämmt, wird nochmals verschärft. Im ersten Schritt gibt es Kontaktbeschränkungen, die den Aufenthalt im öffentlichen Raum und privat auf fünf Personen reduziert. Für Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen muss dann ein Hygienekonzept vorgelegt werden. (Quelle: TSP, 14.10.20)

Einigung von Bund und Ländern

Um auf die steigenden Infektionszahlen zu reagieren, haben sich Bund und Länder beim Corona-Gipfel auf weitreichende Kontaktbeschränkungen geeinigt. Kanzlerin Merkel warnt vor einer „Jahrhundert-Herausforderung“.

Bund und Länder haben sich angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen auf „erhebliche Einschränkungen“ bei Kontakten verständigt. Dies teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach mehr als achtstündigen Beratungen mit den 16 Länderchefs im Kanzleramt mit. Eine Einigung im Streit um die Beherbergungsverbote konnte die Runde nicht erzielen, die Entscheidung wurde vertagt: Dies stelle sie „noch nicht ganz zufrieden“, sagte Merkel.

Laut dem Beschluss sollen bereits bei mehr als 35 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Bislang galt der Wert von 50 als kritische Grenze. Demnach soll dort, wo die Infektionszahlen steigen oder 35 Neuinfektionen überschritten werden, eine ergänzende Maskenpflicht im öffentlichen Raum eingeführt werden. Darüber hinaus empfehlen Bund und Länder in diesem Fall eine Sperrstunde in der Gastronomie sowie zusätzliche Auflagen und Kontrollen einzuführen.

Zudem solle die Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen dann weiter begrenzt werden. „Bei steigenden Infektionszahlen und spätestens ab einer Inzidenz von 35 soll eine Teilnehmerbegrenzung bei 25 Teilnehmern im öffentlichen und 15 Teilnehmern im privaten Raum gelten“, heißt es im gemeinsamen Beschluss von Bund und Ländern. Wird die Schwelle von 50 Neuinfektionen überschritten, soll eine weitere Verschärfung greifen. Dann sollen höchstens noch zehn Menschen an Feiern im öffentlichen Raum teilnehmen dürfen. Im privaten Raum wäre die Teilnehmerzahl auf zehn Menschen aus höchstens zwei Hausständen begrenzt.

In der Frage der Beherbergungsverbote konnte sich die Spitzenrunde nicht auf eine einheitliche Regelung verständigen. Bis zum Ende der Herbstferien am 8. November sollen deshalb die Bundesländer wie bisher in Eigenregie entscheiden, wie sie mit den Beherbergungsverboten umgehen. Dies sei „ein Teil des Beschlusses, der mich noch nicht ganz zufrieden stellt“, sagte Merkel. „Da müssen wir weiter arbeiten.“ An die Bürger ergehe aber der „dringende Aufruf“, von „nicht notwendigen Reisen abzusehen“. Im November solle dann ein neuer Anlauf für eine Vereinheitlichung der Beherbergungsregeln genommen werden.
(Quelle: Tagesschau, 14.10.20)


Nächtliche Ausgangssperre in Paris und anderen Städten

Wegen der massiv steigenden Corona-Zahlen verhängt Frankreich erstmals seit dem Frühjahr wieder Ausgangssperren. In Paris und acht weiteren Großstädten dürfen die Bürger ab dem Wochenende zwischen 21 Uhr abends und sechs Uhr morgens das Haus nicht mehr verlassen, wie Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend im Fernsehen ankündigte.

Wer während der nächtlichen Ausgangsbeschränkung auf den Straßen unterwegs sei, müsse einen guten Grund dafür haben, sagt Macron. Anderenfalls sei mit einer Strafe von 135 Euro zu rechnen. Während der Ausgangsbeschränkung dürften keine Restaurants oder Freunde besucht werden. Ein dringend notwendiger Ausgang sei aber erlaubt. Reisen zwischen den französischen Regionen sowie der öffentliche Personenverkehr seien nicht beschränkt.

Die Lage ist Macron zufolge besorgniserregend. „Wir haben die Kontrolle nicht verloren“, betont er. „Wir müssen reagieren.“ Die zweite Infektionswelle sei anders als die erste, denn sie breite sich im ganzen Land aus.

Derweil registrieren die französischen Gesundheitsbehörden 22.591 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Es ist das dritte Mal in sechs Tagen, dass das Gesundheitsministerium einen Wert über 22.000 mitteilt. Insgesamt seien 779.063 Infektionsfälle verzeichnet worden. Die Zahl der Todesfälle in Kranken- und Pflegeheimen sei um 104 auf 33.037 gestiegen. Damit ist Frankreich weltweit das neunte Land weltweit, das mehr als 33.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus zu beklagen hat. (Quelle: TSP, 14.10.20)


Frankreich führt Gesundheitsnotstand wieder ein

Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen wird in Frankreich der Gesundheitsnotstand von diesem Samstag an wieder eingeführt. Das teilte die Regierung am Mittwoch in Paris nach einer Kabinettssitzung mit. Die Pandemie sei eine gesundheitliche Katastrophe, die aufgrund ihrer Art und Schwere die Gesundheit der Bevölkerung gefährde, hieß es. Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich bietet einen rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, zu denen auch Ausgangssperren gehören können.

Der Gesundheitsnotstand war Ende März für das ganze Land ausgerufen worden. Er wurde dann Anfang Mai bis zum 10. Juli verlängert. Die Mitte-Regierung hat mit dem Notstand die Möglichkeit, Beschlüsse schnell per Verordnung umzusetzen. Im Frühjahr galten in ganz Frankreich strenge Ausgangsbeschränkungen, die auch polizeilich überwacht wurden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollte sich am Abend in einem TV-Interview äußern. Es wurde erwartet, dass er weitere Beschränkungen ankündigt.

Die Corona-Lage in Frankreich verschlechtert sich seit Wochen. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern hatte am Wochenende annähernd 27.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet – das war ein Rekord.

In mehreren französischen Metropolen, darunter Paris, Lille oder Lyon, gilt bereits die höchste Corona-Warnstufe. Bars sind geschlossen, in Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen. Turnhallen und Schwimmbäder sind weitgehend geschlossen.

Besonders die Situation in der Hauptstadt bereitet große Sorge. Dort steigt die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen immer weiter an. Frankreich ist stark von der Covid-19-Pandemie betroffen, es starben bisher rund 33.000 Menschen.

(Quelle: TSP, 14.10.20)


Fast 20.000 Neuinfektionen an einem Tag in Großbritannien

Knapp 20.000 Menschen in Großbritannien haben sich innerhalb von 24 Stunden nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das entspricht einem Anstieg von etwa 2500 im Vergleich zum Vortag. 137 Menschen sind an einer Covid-19-Erkrankung gestorben, wie die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten. Besonders stark betroffen von der Pandemie sind der Norden Englands, Nordirland, Schottland und Teile von Wales. Die tatsächliche Zahl der Neu-Infektionen dürfte aber noch höher liegen, da nicht genügend Tests zur Verfügung stehen. (Quelle: TSP, 14.10.20)


Grafschaft Bentheim: Zwei Hotpots treiben Infektionen in die Höhe

Weitere 21 Mitarbeiter sind nach Angaben von Gerrit Vrielink, Geschäftsführer der Zwieback- und Keksfabrik Borggreve in Neuenhaus, am Mittwochmorgen als mit dem Coronavirus infiziert gemeldet worden. Das Unternehmen hatte auf eigene Veranlassung am Montag ein Institut aus Köln mit den umfangreichen Tests von 170 Mitarbeitern beauftragt, nachdem bereits 30 Mitarbeiter zuvor als infiziert eingestuft worden waren. Somit sind jetzt bislang 51 Betroffene bekannt.

Borggreve ist mit seiner Produktion aktuell geschlossen, die Maschinen stehen mitten in der Herbst- und Weihnachtssaison still. Wann sie wieder angefahren werden dürfen, könne er derzeit nicht absehen, berichtete der Geschäftsführer: „Darüber werden jetzt die zuständigen Stellen in den Behörden entscheiden.“

Der Corona-Ausbruch bei Borggreve hat dazu beigetragen, dass die Fallzahlen in der Grafschaft in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen sind. Der Inzidenzwert der letzten 7 Tage hat inzwischen die Zahl 100 überstiegen und ist nach einer Statistik der Wochenzeitschrift DIE ZEIT heute deutschlandweit der vierthöchste Wert überhaupt.

Auch bei einem Corona-Ausbruch in der Firma Neuenhauser Maschinenbau im emsländischen Geeste-Dalum wurden rund 30 Grafschafter infiziert.
(Quelle: GN, 14.10.20)


Youtube entfernt Videos mit falschen Informationen zu Corona-Impfstoffen

Die Videoplattform YouTube hat angekündigt, Videos zu löschen, in denen Behauptungen über CoViD-19-Impfstoffe aufgestellt werden, die „dem Experten-Konsens der nationalen Gesundheitsbehörden oder der Weltgesundheitsorganisation widersprechen“.

Die Video-Sharing-Website, die dem US-amerikanischen Technologiekonzern Alphabet gehört, zu dem auch die Google-Suchmaschine zählt, gab heute bekannt, dass sie ihre „CoViD-19-Richtlinie für medizinische Fehlinformationen“ entsprechend erweitert.

In einer Erklärung sagte YouTube:

Ein Covid-19-Impfstoff könnte unmittelbar bevorstehen. Daher stellen wir sicher, dass wir über die richtigen Richtlinien verfügen, um Fehlinformationen im Zusammenhang mit einem Covid-19-Impfstoff von der Plattform entfernen zu können.

Die erweiterte Richtlinie zu medizinischen Fehlinformationen von Covid-19 enthält spezifische Informationen, aus denen hervorgeht, dass Inhalte, die Angaben zu Covid-19-Impfungen enthalten, die dem Konsens der örtlichen Gesundheitsbehörden oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) widersprechen, von YouTube entfernt werden.

Die Art der Behauptungen, die zensiert würden, beinhaltete Vorschläge, dass „der Impfstoff Menschen töten oder Unfruchtbarkeit verursachen wird“ oder dass „Mikrochips in Menschen implantiert werden, die den Impfstoff erhalten“.

In seiner Erklärung sagte YouTube, dass es seit Anfang Februar bereits mehr als 200.000 Videos „im Zusammenhang mit gefährlichen oder irreführenden Covid-19-Informationen“ entfernt habe, einschließlich Inhalten, die „die Existenz oder Übertragung von Covid-19 bestreiten“ und Menschen davon abhalten, medizinische Hilfe zu suchen oder fördert „medizinisch unbegründete Methoden“ oder dass „die Wirksamkeit der von der WHO / lokalen Gesundheitsbehörde empfohlenen Leitlinien zu sozialer Distanzierung und Selbstisolation ausdrücklich bestritten wird“.

(Quelle: The Guardian, 14.10.20)


Ab 8. November: Quarantänepflicht für Rückkehrer aus ausländischen Corona-Risikogebieten

Die neue Quarantänepflicht für Rückkehrer aus ausländischen Corona-Risikogebieten soll ab dem 8. November gelten. Die Details regelt eine Musterquarantäneverordnung, die das Bundeskabinett heute verabschiedete und die eine „gemeinsame Arbeitshilfe für alle Länder“ darstellen soll, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. Die konkrete Umsetzung liegt bei den Bundesländern, Reisende müssen deren jeweilige Regeln beachten.

Ursprünglich sollten die Neuerungen schon zum 15. Oktober kommen. Wer sich in den zehn Tagen vor der Einreise in einem als Risikogebiet eingestuften Land oder einer solchen Region aufgehalten hat, muss ab dem 8. November laut Seibert bei seiner Rückkehr unverzüglich für zehn Tage in Quarantäne gehen. Zudem muss er sich beim Gesundheitsamt melden.

Wer die Selbstisolation vorzeitig beenden möchte, kann frühestens am fünften Tag nach der Einreise einen Coronavirus-Test machen lassen. Wenn das Ergebnis negativ ist, endet die Pflicht zur Quarantäne. In jedem Fall ist das Gesundheitsamt über das Ergebnis zu informieren. Wenn der Test negativ ausfällt, aber innerhalb von zehn Tagen Symptome auftreten, müssen Betroffene einen weiteren Test machen. (Quelle: Tagesschau, 14.10.20)


Diakonie fordert „pandemiefeste Kältehilfe“

Die Diakonie fordert einen verlässlichen Infektions- und Kälteschutz für Wohnungslose während der Corona-Pandemie. Hilfseinrichtungen müssten in diesem Jahr die Menschen nicht nur vor Kälte schützen, sondern im Ernstfall auch Isolations- und Quarantänemöglichkeiten bieten, sagte Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie in Deutschland, in Berlin. „Dafür sind zusätzliche Unterkünfte, mehr Personal und die entsprechende Ausrüstung notwendig“, erklärte sie. Dies sei nur mit zusätzlichen finanziellen Mitteln zu leisten. (Quelle: Diakonie, 14.10.20)


Flüchtlingslager in Griechenland unter Quarantäne

Nach der Ansteckung von mindestens 30 Menschen mit dem Coronavirus ist das Flüchtlingslager von Vial auf der Insel Chios in Griechenland bis zum 21. Oktober unter Quarantäne gestellt worden. Dies teilte das griechische Migrationsministerium mit. Bereits im August war das Lager vorübergehend unter Quarantäne gestellt worden.

Im Lager von Vial leben gut 3200 Menschen, die das Lager nun vorerst nicht mehr verlassen dürfen. Nur eine geringe Zahl von Angestellten darf es noch betreten. Es werden umfangreiche gesundheitliche Kontrollen durchgeführt, wie das Migrationsministerium in Athen mitteilte. (Quelle: Diakonie, 14.10.20)


Na also: Nachfrage nach Klopapier steigt

Vor dem Hintergrund steigender Corona-Neuinfektionen geht in Deutschland auch wieder die Nachfrage nach Toilettenpapier nach oben. „Aktuell verzeichnen wir in unseren Filialen erstmals wieder einen leichten Anstieg der Nachfrage nach vereinzelten Produkten, darunter auch Toilettenpapier“, erklärte der Discounter Aldi Süd gegenüber der „Wirtschaftswoche“. „In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir vereinzelt eine leicht erhöhte Nachfrage in unserem Hygienesortiment“, bestätigte demnach Wettbewerber Lidl. Handelsketten wie Rewe, dm und Kaufland konnten bislang allerdings noch keine Veränderungen im Kaufverhalten ihrer Kunden feststellen.

Zu Beginn der Corona-Krise waren die Umsätze mit Toilettenpapier in Drogerien und größeren Supermärkten rasant in die Höhe geschnellt. In der zweiten Märzwoche etwa lag der Umsatz laut Marktforschern mehr als doppelt so hoch wie in der Vergleichswoche 2019. Danach ging es jedoch steil bergab mit der Nachfrage, ehe sich die Zahlen im Juli wieder stabilisierten. Sprecher von Aldi wie Lidl betonten laut „Wirtschaftswoche“, dass es für Hamsterkäufe keinen Anlass gebe. „Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Monate beobachten wir Nachfrageschwankungen sehr genau, um etwaige Lieferengpässe vermeiden zu können“, hieß es. (Foto: s. Archiv 02.06.20; Text: Tagesschau, 14.10.20)


Niedersachsen gibt zehn Millionen Euro für Kulturschaffende und -häuser

Mit zehn Millionen Euro will das Land Niedersachsen Künstler und Kulturhäuser während der Corona-Pandemie unterstützen. Die Mittel sollen an Kulturschaffende fließen, die auch finanzielle Hilfen über das Corona-Maßnahmenpaket des Bundes beantragen wollen, wie das Wissenschaftsministerium in Hannover mitteilte. Um von den bundesweiten Förderprogrammen zu profitieren, müssen Hilfesuchende in der Regel einen finanziellen Anteil selbst erbringen. Die Mittel aus dem Landeshaushalt sollten ihnen nun bei dieser Kofinanzierung helfen, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU).

„Unser Ziel ist, dass insbesondere kleine und mittelgroße Kultureinrichtungen sowie Künstlerinnen und Künstler den Weg zurück ins kulturelle Leben finden.“ Kulturhäuser könnten die Fördergelder zum Beispiel in neue Lüftungsanlagen, Umbauarbeiten und andere Vorkehrungen zum Schutz vor dem Coronavirus investieren, erläuterte der Minister. Alle niedersächsischen Künstlerinnen und Künstler könnten sich um die Förderung bewerben.

(Quelle: Tagesschau, 14.10.20)


Große Teile Westafrikas vor Hungersnot

Große Teile Westafrikas stehen aufgrund der Coronavirus-Pandemie vor einer „Hungersnot“, warnt die NGO Save the Children.

Die Zahl der Kinder in Mauretanien, Niger, Nigeria und im Tschad, die dringend humanitäre Hilfe benötigen, um zu essen und in der Schule zu bleiben, ist seit Beginn der Coronavirus-Pandemie um 60% gestiegen. Basierend auf den Ergebnissen einer „haushaltswirtschaftlichen Analyse“, die zwischen Mai und Juli in allen vier Ländern durchgeführt wurde, schätzte die Organisation, dass 4,8 Millionen Kinder unter 15 Jahren Hilfe benötigen, verglichen mit etwa 3 Millionen vor dem Ausbruch.

In Mauretanien ist der Bedarf an Nahrungsmittelhilfe um 460% gestiegen, in Niger um 201% und im Tschad um 155%, sagte Save the Children.

Mateo Caprotti, Programmdirektor für Save the Children in West- und Zentralafrika:

„Fast fünf Millionen Kinder unter 14 Jahren haben wohl nicht genug Nahrung, um ihren täglichen Ernährungsbedarf zu decken, weil ihre Familien aufgrund der Pandemie Schwierigkeiten haben, über die Runden zu kommen.

In diesen Situationen wird die Ausbildung der Kinder oft zum Opfer. Millionen Familien in ganz Westafrika sind gezwungen, schwierige Entscheidungen über den Kauf von Lebensmitteln oder die Bezahlung von Gesundheits- oder Bildungsleistungen zu treffen, da sie sich nicht mehr alle leisten können. Covid-19 drückt eine bereits gefährdete Bevölkerung zusammen. Es ist wichtig, dass wir sie nicht vergessen.“

Die Region steht jetzt vor einer Hungersnot. Ohne lebensrettende Behandlung könnten viele Tausende an vollständig vermeidbaren und behandelbaren Ursachen sterben.

Wie in jedem Notfall tragen Kinder dabei die Hauptlast, und Millionen haben jetzt Schwierigkeiten, Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser, Gesundheitsversorgung, Bildung und anderen sozialen Diensten zu erhalten, die ernsthaft gestört wurden.“

(Quelle: The Guardian, 14.10.20)


Telefonische Krankschreibung kommt wieder

Telefonische Krankschreibungen beim Arzt wegen Erkältungsbeschwerden sollen bis Jahresende wieder umfangreicher möglich gemacht werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigteeinen entsprechenden Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen für Donnerstag an. Das Gremium ist mit Vertretern von Ärzten, Kliniken und gesetzlichen Krankenkassen besetzt. „Wir wollen natürlich mögliche Infektionen im Gesundheitswesen selbst und in der Arztpraxis bei Grippe sowie bei Corona vermeiden“, sagte Spahn. (Foto: CC s. Archiv vom 25.03.20; Quelle: Spiegel, 14.10.20)


Katalonien schließt Bars und Restaurants

Die katalanische Regierung hat nach weiteren einem Anstieg der Fälle angekündigt, ab Donnerstagabend alle Bars und Restaurants in der Region für zwei Wochen auf Imbiss- und Lieferservice zu beschränken, meldet der Guardian. Der Einschnitt kommt, nachdem die wöchentliche Gesamtzahl der Fälle in Katalonien innerhalb weniger Tage von 7.000 auf 11.000 gestiegen ist.

„Dies ist eine schmerzhafte Maßnahme, und das wissen wir“, sagte der amtierende Regionalpräsident Pere Aragonès. „Aber es ist eine notwendige Maßnahme, und wir müssen jetzt handeln.“ Die Alternative, fügte Aragonès hinzu, wären noch strengere Maßnahmen.

„Wir müssen mit absolutem Engagement handeln“, sagte er. „Wir brauchen eine enorme kollektive Anstrengung, die auf individuellen Anstrengungen zur Änderung oder alltäglichen Gewohnheiten beruht, damit wir diese sozialen Räume wieder öffnen können.“ (Quelle: The Guardian, 14.10.20)


Schweiz: Neue Höchstzahl bei den täglichen Infektionen

Die Schweiz verzeichnete in den letzten 24 Stunden mit 2.823 Neuerkrankungen den höchsten Anstieg der Coronavirus-Infektionen an einem Tag – fast doppelt so viele wie am Vortag.

Die Zahl ist der jüngste Höhepunkt in einer neuen Welle von Infektionsfällen in der Alpennation, und dies einen Tag vor einem „Krisengipfel“ des Coronavirus-Notfalls, an dem festgelegt werden soll, wie ein zweiter Shotdown vermieden werden kann.

Bisher gab es in der Schweiz insgesamt 68.704 im Labor bestätigte Fälle des Coronavirus; 5.167 Menschen wurden wegen CoViD-19 im Krankenhaus behandelt; 1.816 Menschen sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden an den Coronaviren gestorben.
(Quelle: The Guardian, 14.10.20)


Niedersachsen: Lage trotz hoher C-Zahlen in den Kliniken „noch entspannt“

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt auch in Niedersachsen weiter an. Bislang zeichnet sich aber kein Notstand bei der Versorgung von Covid-19-Patienten in Krankenhäusern ab.

Die Kliniken haben nach Angaben des Sozialministeriums ausreichend Betten zur Verfügung. Die Lage sei „weiterhin sehr gut“, sagte eine Sprecherin. Aktuell gibt es 1.645 freie Isolationsplätze auf den Normalstationen der Krankenhäuser. Auf den Intensivstationen sind 388 Betten frei.

Von den derzeit 319 mit dem Coronavirus infizierten Patienten in Krankenhäusern wird der überwiegende Teil, nämlich 263, auf einer Normalstation behandelt. 48 Menschen benötigen derzeit einen Platz auf einer Intensivstation. 23 Betroffene werden künstlich beatmet. Kinder sind nach wie vor bei den Corona-Krankenhauspatienten deutlich in der Minderheit, sieben sind momentan in Krankenhäusern. Eines wird intensivmedizinisch versorgt. Ob sie Vorerkrankungen haben, konnte das Sozialministerium nicht sagen.

Knapp sind die Ressourcen dagegen vielerorts bei den Gesundheitsämtern – vor allem in den Kommunen im Westen des Landes, die als Hotspots gelten. 50 Helfer des Robert-Koch-Instituts unterstützen die Behörden beim Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Virus, außerdem sind in Niedersachsen 50 Soldaten der Bundeswehr im Einsatz. Sie unterstützen bei der Kontaktnachverfolgung. (Quelle: NDR, 14.10.20)


Jeder Dritte in NRW lebt in einem Risikogebiet

In Nordrhein-Westfalen lebt inzwischen jeder Dritte in einem Corona-Risikogebiet. Laut Robert Koch-Institut überschritten am Mittwoch neun Großstädte und vier Kreise mit mehr als 5,6 Millionen Einwohnern die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Zusätzlich meldete die Städteregion Aachen mit gut 557.000 Einwohnern einen entsprechenden Warnwert von 57,6.

Demnach leben fast 6,2 Millionen Menschen in Risikogebieten innerhalb des Landes NRW mit insgesamt knapp 18 Millionen Einwohnern. Zu den Risikogebieten gehören die Millionenstadt Köln, die Landeshauptstadt Düsseldorf, Essen, Duisburg oder auch Herne mit dem am Mittwoch landesweit höchsten Wert von 95,2.

Zu den seit Tagen betroffenen Kreisen Unna und Recklinghausen kamen neu die Kreise Mettmann und Olpe hinzu. Für das gesamte bevölkerungsreichste Bundesland wies das RKI einen Wert von 41,49 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche aus. (Quelle: TSP, 14.10.20)


Gastgewerbe fordert: Weg mit dem Beherbergungsverbot

Das Gastgewerbe fordert vor dem Krisentreffen von Bund und Ländern: „Beherbergungsverbote müssen vom Tisch“. Sie seien als Mittel zur Pandemiebekämpfung nicht erforderlich, unangemessen und entsprächen nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, erklärt Dehoga-Präsident Guido Zöllick.

Beherbergungsverbote sorgten für Frust bei den Gästen, die ihren Urlaub nicht antreten könnten, eine Stornierungswelle in den Hotels und einen drastischen Rückgang bei Neubuchungen. „Die Frage, wer für den Schaden aufkommt, ist unklar.“ Branchenvertreter hätten bereits erste Klagen eingereicht. Seit März sei kein relevantes Infektionsgeschehen in deutschen Hotels oder Pensionen bekanntgeworden. „Reisen innerhalb Deutschlands sind keine Pandemietreiber.“ (Quelle ZDF, 14.10.20)


Bundesregierung passt Verdienstausfallentschädigungen an

Die Große Koalition plant zusätzliche Möglichkeiten der Entschädigung bei Verdienstausfällen für Eltern, die ihre Kinder wegen Corona zu Hause betreuen müssen. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten soll es dagegen keine Entschädigung mehr geben. Das geht aus einer sogenannten Formulierungshilfe für die Koalitionsfraktionen des Bundestages zu weiteren Änderungen des Infektionsschutzgesetzes hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

So solle künftig ein Entschädigungsanspruch auch für einzelne Eltern in Betracht kommen, die ein Kind zu Hause betreuen müssen, weil das Gesundheitsamt ihren Nachwuchs unter Quarantäne gestellt hat. Bisher sah die Regelung eine Entschädigung vor, wenn Schulen oder Kitas behördlich geschlossen wurden und keine anderweitige Betreuung möglich war. Eltern, die dann nicht zur Arbeit können, können 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung vom Staat erhalten. (Quelle: Tagesschau, 14.10.20)


Tagesspiegel
meldet „die Details der Beschlussvorlage für das Bund-Länder-Treffen“

Bund und Länder wollen offenbar in den Herbst- und Wintermonaten einen niedrigeren Schwellenwert bei Corona-Infektionen beschließen, von dem an schärfere Maßnahmen zur Einhegung des Virus umgesetzt werden müssen. Nach Informationen des Tagesspiegels bleibt es z

war grundsätzlich bei dem Wert von 50 Infektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen als genereller bundesweiter Vorgabe für zusätzliches Handeln der Behörden.

Ergänzende Maskenpflicht
Doch sollen bestimmte Maßnahmen schon von einem Wert von 35 Infektionen angreifen. So soll dann in eine „ergänzende Maskenpflicht eingeführt werden, und zwar dort, „wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen“, wie es in einer Vorlage heißt, auf deren Basis sich die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten am Nachmittag auf ein möglichst gemeinsames und einheitliches Vorgehen verständigen wollen.

Sperrstunde der Gastronomie
Zudem soll es dann auch eine einheitliche Sperrstunde in der Gastronomie allgemein geben. Bars und Clubs werden geschlossen. Eine Uhrzeit wurde vorab noch nicht festgelegt – in Berlin gilt derzeit eine Sperrstunde ab 23 Uhr, CSU-Chef Markus Söder hat am Dienstag 22 Uhr vorgeschlagen.

Teilnehmerzahl von Feiern und Veranstaltungen
Zudem soll es ab dem 35er-Wert dazu dazu kommen, dass bei öffentlichen Veranstaltungen eine Teilnehmerbegrenzung verbindlich ist. Auch hier ist bisher keine Zahl beschlossen. „Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes.“ Auch für private Feierlichkeiten im Familien- oder Freundeskreis sollen dann eine Obergrenze greifen.

Kontaktbeschränkungen
Weitergehende Einschnitte wie zum Beispiel die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum auf eine bestimmte Personenzahl sollen dann wie bisher ab 50 Infektionen greifen. Greifen diese Maßnahmen binnen zehn Tagen nicht, soll es noch schärfere Bestimmungen geben können.

Beherbergungsverbot
Zu dem umstrittenen Beherbergungsverbot ist vorerst kein Beschluss absehbar. Doch werden alle Bürger aufgefordert, in den kommenden Monaten „nicht erforderliche innerdeutsche Reisen in Gebiete und aus Gebieten heraus, welche die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage übersteigen, zu vermeiden“. Zudem soll daran erinnert werden, dass in der Mehrheit der Bundesländer die Beherbergung für Reisende aus Hotspots einen negativen Test voraussetzt.
(Quelle: TSP, 14.10.20)


Gesundheitsministerium Reimann für Homeoffice

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) rief Firmen auf, Mitarbeiter in der Corona-Krise vermehrt ins Homeoffice zu schicken. Kontakte sollen so weit wie möglich begrenzt werden.

Im Frühjahr, als das Coronavirus die Gesellschaft in den Stillstand zwang, gab es für viele Unternehmen und deren Mitarbeiter einen Lichtblick: das sogenannte Homeoffice. Vielerorts wurde so die Kurzarbeit umgangen, Aufträge blieben erhalten, Menschen in Lohn und Brot – auch wenn es für Eltern mit Kita- oder Schulkindern sicher kein großer Spaß war. Nun ist Niedersachsen offenbar wieder an einem Punkt angekommen, an dem es vor etwas mehr als einem halben Jahr schon mal war. Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hat Unternehmen dazu aufgerufen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermehrt in die Heimarbeit zu schicken.

Was die Gesundheitsministerin damit bezweckt, ist klar: Pendler sollen – wenn möglich – zu Hause bleiben, Kontakte am Arbeitsplatz minimiert, Infektionsrisiken gesenkt werden. „Die Pandemie ist noch nicht bezwungen. Die Zahlen der Neuinfektionen der letzten Tage sprechen eine klare Sprache“, sagte Reimann. Sie lobte das Konzept Homeoffice und appellierte, „die guten Erfahrungen der letzten Monate mit der mobilen Arbeit weiter zu nutzen“. (Quelle: NDR, 14.10.20)


Russland meldet Rekord an Neuinfektionen

Russland meldet einen Rekord an Neuinfektionen. Binnen der letzten 24 Stunden gibt es 14.231 weitere Coronavirus-Fälle. Die Gesamtzahl der Infektionen steigt damit auf 1,34 Millionen. Weitere 239 Menschen starben, wodurch sich die Zahl der Todesfälle auf 23.205 erhöht. (Quelle: TSP, 14.10.20)


Polen-Zahlen

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 6000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 6526 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau (1188), wie das polnische Gesundheitsministerium mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 116 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 3217 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Polen ist das einzige Nachbarland Deutschlands, das bisher vom Auswärtigen Amt in Berlin noch nicht ganz oder teilweise als Risikogebiet eingestuft wurde. (Quelle: ARD, 14.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 23.888 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 14. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 441.Insgesamt sind beim NLGA mittlerweile 704 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert und damit zwei mehr als am Vortrag. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 19.096 der bislang gemeldeten Fälle (etwa 80 Prozent aller Fälle). (Quelle: NDR, 14.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 14.10.2020, 10.00 Uhr

Der starke Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht weiter. In den letzten 24 Stunden sind 34 Personen als infiziert festgestellt worden. Die Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.128 (+34); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Wert von 346,0. Insgesamt sind im Emsland jetzt 261 (+28) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt; die Wochenzeitschrift DIE ZEIT meldet parallel heute („in Echtzeit“) übrigens eine um 70 Erkrankte höhere Zahl von 331 Erkrankten im Emsland.

Vier Patienten werden wegen CoViD-19 nach den Angaben des Wochenzeitschrift DIE ZEIT in den 99 Intensivbetten in den Krankenhäusern des Emslands behandelt.

Die Zahl der als genesen Geltenden stieg auf jetzt insgesamt 842 Genesene (+6). Es befinden sich aktuell nur rund 1.090 Personen (=<5/Erkranktem) in Quarantäne. Bisher gibt es keine weiteren CoViD-19-Toten im Emsland.

In Lingen (Ems) beträgt die Gesamtzahl der Infizierten 152 (+1) ; 128 (+/-0) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 20 (+1) Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 22 17 1 4
Einheitsgemeinde Emsbüren 27 22 0 5
Samtgemeinde Freren 56 46 9 1
Einheitsgemeinde Geeste 32 24 0 8
Stadt Haren (Ems) 98 79 1 18
Stadt Haselünne 58 49 0 9
Samtgemeinde Herzlake 21 20 0 1
Samtgemeinde Lathen 32 25 0 7
Samtgemeinde Lengerich 25 22 1 2
Stadt Lingen (Ems) 152 128 4 20
Stadt Meppen 150 102 4 44
Samtgemeinde Nordhümmling 30 16 0 14
Stadt Papenburg 99 76 2 21
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 20 17 0 3
Samtgemeinde Sögel 176 100 0 76
Samtgemeinde Spelle 16 15 1 0
Einheitsgemeinde Twist 39 27 2 10
Samtgemeinde Werlte 74 56 0 18
Gesamt* 1128 (+34) 842(+6) 25
Aktuelle Covid-19-Fälle 261 (+28)

(14.10.20)


Drosten: Jetzt ein „sehr schnelles Geschehen“ –
Ältere können nicht komplett abgeschirmt werden

Der Virologe Christian Drosten hat sich deutlich gegen die Idee ausgesprochen, sich in der Corona-Pandemie nur auf den Schutz von Älteren und anderen Risikogruppen zu konzentrieren, während der Rest der Gesellschaft zum Alltag zurückkehrt. Zum einen könne es nicht gelingen, die Älteren komplett abzuschirmen, sagte der Charité-Wissenschaftler in der aktuellen Folge seines Podcasts „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. Zum anderen gebe es auch in den jüngeren Altersgruppen nicht so wenige Risikopatienten.

Ließe man das Virus in den jüngeren Altersgruppen durchlaufen, gäbe es viele Infektionen auf einmal und man komme auch da an die Belastungsgrenze der Medizin, sagte Drosten. Dabei gehe es dann aber um einen Patiententyp mit anderer gesellschaftlicher Wahrnehmung: „Da würden eben junge Familien auch den Familienvater verlieren oder auch die Mutter.“ Das sei „eine ganz andere Konsequenz und das kann man einfach so nicht durchlaufen lassen“, erläuterte der Virologe. Hintergrund ist ein offener Brief von drei Wissenschaftlern aus den USA und Großbritannien, die sich gegen bevölkerungsweite Maßnahmen aussprechen – auch andere Experten widersprachen ihnen bereits.

Daneben verlieh Drosten seiner Forderung nach einheitlichen Regeln in der Corona-Pandemie Nachdruck: Das Virus werde sich immer weiter geografisch verteilen, dementsprechend hätten im Laufe der Zeit lokale Maßnahmen „immer weniger Durchgriff“, sagte er. Umso wichtiger sei es jetzt schon, „allgemeingültige Maßgaben zu formulieren“ und den Ereignissen damit nicht hinterherzulaufen. Man habe im Land jetzt ein doch „sehr schnelles Geschehen“. Selbst im theoretischen Fall eines absoluten Lockdowns stiegen die Fallzahlen noch ein oder zwei Wochen, erläuterte der Virologe. Die Menschen, die nächste Woche als infiziert gemeldet werden, hätten sich ja jetzt schon infiziert.

Drosten appellierte erneut an die Menschen – neben dem Einhalten der Aha-Regeln – ein sogenanntes Cluster-Kontakttagebuch zu führen. Man solle sich fragen: „Wo war ich heute, wo es mir eigentlich nicht ganz geheuer war?“. Es geht etwa um Treffen mit einer Gruppe in einem geschlossenen Raum, ohne ausreichend Abstand, zum Beispiel im Restaurant oder im Beruf. Dies soll unter anderem helfen, im Fall einer Infektion die Situation ausfindig zu machen, in der man sich wahrscheinlich angesteckt hat – wie womöglich auch andere Teilnehmer.

Oft könnten sich Menschen an solche Gefährdungssituationen vor sieben bis zehn Tagen nicht erinnern, so Drosten. In den Meldestatistiken gewinne man den Eindruck, die Infektionen kämen aus Familienfeiern und Haushalten. In mehr als der Hälfte der Fälle sei die Quelle der Ansteckung allerdings nicht aufklärbar, sagte er. Von den Aufzeichnungen verspricht er sich auch eine Sensibilisierung der Menschen, solche Situationen zu vermeiden. „Denn es ist ja auch nicht so, dass Politiker jede kleine Situation im Alltag regulieren können und am besten noch separat pro Bundesland“, sagte er.
(Quelle: NDR, 14.10.20)



Überbrückungshilfen vor Verlängerung

Das Bundeswirtschaftsministerium bereitet offenbar neue Hilfen für Unternehmen vor, die besonders von der Pandemie getroffen sind. Nach einem Bericht der „Funke Mediengruppe“ sollen unter anderem laufende Überbrückungshilfen um ein halbes Jahr und damit bis kommenden Sommer verlängert werden. Davon profitieren sollen vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Veranstaltungsbranche sowie die Messe- und Ausstellungswirtschaft. (Quelle. Tagesschau, 14.10.20)


Deutschland-Zahlen: Über 5.000 Neuinfektionen – 40 weitere CoViD-19-Tote

5.132 Neuinfektionen hat das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland gemeldet. Das sind rund 1.000 Fälle mehr als noch am Vortag. Den letzten Höchstwert seit April hatte es am Samstag mit 4.721 neu nachgewiesenen Fällen gegeben. Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI noch 2.828 Neuinfektionen mitgeteilt. Die hohen Zahlen lassen sich auch auf die vermehrt durchgeführten Tests zurückführen.
Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle binnen 24 Stunden in Deutschland erhöhte sich auf 334.585.
Bei den Todesfällen verzeichnet das RKI einen Anstieg von 40 – gegenüber 13 tags zuvor.. Die Gesamtzahl der Todesfälle erhöht sich demnach auf 9.677. (Quelle: RKI, 14.10.20)


NRW verbietet Swingerclubs

Die Corona-Pandemie hat auch kuriose Folgen: NRW verbietet ab sofort Swingerclubs. In der gestern veröffentlichten neuen NRW-Coronaschutz-Verordnung wurde ein Passus erweitert, der bisher nur Tanzlokale betraf. Wörtlich heißt es dort nun: „Der Betrieb von Clubs, Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen ist untersagt. Dies gilt auch für Swingerclubs und ähnliche Einrichtungen.“

Bis vor kurzem waren auch Bordelle zwangsweise geschlossen. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte das Verbot Anfang September gekippt, die Regierung hatte daraufhin etliche Regeln für Prostituierte und ihre Kunden in die Hygienevorschriften der Coronaschutz-Verordnung aufgenommen. Sogenannte Swingerclubs, bei denen Partnertausch ohne Bezahlung stattfindet, wurden dadurch nicht erfasst. (Quelle: WDR, 14.10.20)


Auch Chef der Bundesärztekammer gegen Beherbergungsverbot

Vor den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder heute Mittag über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise hat sich auch der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zum Thema Beherbergungsverbote geäußert, Diese hält er für ein untaugliches Mittel zur Eindämmung des Virus. Solche Regelungen seien „ungeeignet, das Pandemiegeschehen einzugrenzen“, sagt Reinhardt den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“.
So habe sich etwa „die Infektionsdynamik trotz des sehr intensiven innerdeutschen Reiseverkehrs in diesem Sommer kaum beschleunigt“. Zum anderen führen die unterschiedlichen Verbotsregeln zu Verunsicherung und Verwirrung bei den Menschen. (Quelle: ARD, 14.10.20)


Neues zur Nacht

  • Der britische Labour-Chef Keir Starmer forderte die Regierung auf, in England einen nationale Lockdown von mindestens zwei Wochen zu verhängen, nachdem die Zahl der CoViD-19-Todesopfer auf ein Viermonatshoch angestiegen ist. Der Oppositionsführer sagte, Premierminister Boris Johnson habe „die Kontrolle über das Virus verloren“ und müsse dringend Maßnahmen ergreifen, um im Oktober eine nahezu vollständige Abschaltung im ganzen Land zu verhängen. Die g Ganze Geschichte hier (engl.).
  • In Polen ist Premierminister Mateusz Morawiecki negativ auf CoViD-19 getestet worden. Er ging aber in Quarantäne, nachdem er am Freitag Kontakt mit einer Person hatte, die positiv getestet wurde. Ein Regierungssprecher sagte, der Premierminister habe keine Coronavirus-Symptome und erfülle seine Pflichten weiterhin.
    (Quelle: The Guardian, 14.10.20)

Grafschaft Bentheim mit Inzidenzwert von 70,7

Zu den bisherigen Fällen an CoViD-19 Infizierten in der Grafschaft Bentheim sind am Dienstag 57 neue Fälle hinzugekommen. Akut infiziert sind damit 187 Grafschafter. Die Gesamtzahl aller Fälle seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 478. Todesfälle gab es bisher 18. In Quarantäne befinden sich 981 Personen. Der Inzidenzwert liegt bei 70,7.

Ein großer Teil der Neuinfektionen hängt mit dem Infektionsgeschehen in der Firma Borggreve in Neuenhaus zusammen. Auch die Neuenhauser Maschinenfabrik ist mit der Niederlassung in Dalum ein Hotspot; von 240 Mitarbeitern dort sind 29 infiziert. Die Daten – auch auf Gemeindeebene – können dem Dashboard unter dem diesem Link entnommen werden. (Quelle: GN, 14.10.20)


Verwaltungsgericht: Kinder gefährdeter Eltern müssen zur Schule

Schüler, deren Eltern zur Corona-Risikogruppe gehören, haben nicht automatisch Anspruch darauf, vom Präsenzunterricht befreit zu werden. Das hat das Verwaltungsgericht Braunschweig entschieden. Wenn an der Schule noch keine weitergehende Maßnahme zum Infektionsschutz angeordnet wurde, etwa wegen eines Corona-Falls bei einem Schüler, dürfe die Schule die Befreiung ablehnen.

Im konkreten Fall ging es um zwei Geschwister, die in die 9. und 12. Klasse eines Braunschweiger Gymnasiums gehen. Ihre Eltern hatten der Schule ein ärztliches Attest vorgelegt, demzufolge sie zur Risikogruppe gehören. Die Schule hatte die Befreiung unter Berufung auf eine Vorschrift des Kultusministeriums abgelehnt. Diese Vorschrift sei rechtlich nicht zu beanstanden, entschied das Gericht. Zudem habe die Schule schon eine Reihe von Corona-Schutzmaßnahmen umgesetzt. Gegen diese Entscheidung ist Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg möglich. (Quelle: VG Braunschweig, Aktenzeichen 6 B 187/20; 13.10.20)


Belgien: Medienberichten zufolge 600 Infizierte an Universität

600 Studierende haben sich auf dem Uni-Campus der belgischen Stadt Ottignies-Louvain-la-Neuve nach Medienberichten mit dem Coronavirus infiziert. Das entspricht einem Anteil von zwei Prozent der dort eingeschriebenen Studierenden, wie der Fernsehsender VRT bereits am Montag berichtete.

„Wir haben viel getan, um die Studierenden für die Folgen ihres Verhaltens zu sensibilisieren, aber dennoch hat es nicht geholfen“, sagte der Vize-Direktor der Universität, Philippe Hiligsmann, VRT. Die Mitarbeiterin der Universität Anne-Sophie Masureel betonte zudem, dass die Studierenden sich in den Hörsälen an die Abstandsregeln und die Maskenpflicht hielten. Masureel vermutet, dass es vor allem in der Freizeit der Studierenden zu Ansteckungen gekommen sei.

Seit Dienstag gilt wegen hoher Infektionszahlen in der Region nahe der Hauptstadt Brüssel für 15 Tage eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 1.00 und 6.00 Uhr. Ausnahmen gelten unter anderem aus dringenden medizinischen Gründen und für tägliche Arbeitswege.

Allgemein gelten auf dem Campus eine Reihe von Sicherheits- und Hygieneregeln. So darf beispielsweise in Cafeterien nur eigenes Geschirr benutzt werden und bei Lehrveranstaltungen gilt eine Maskenpflicht. (Quelle: TSP, 13.10.20)


Golf: Der Weltranglistenerste ist positiv getestet

Der Weltranglistenerste Dustin Johnson hat sich aus dem CJ Cup dieser Woche zurückgezogen, nachdem er positiv auf CoviD-19 getestet hatte. Das teilte die PGA Tour in am Dienstag mit.

Der 36-jährige Amerikaner, der zuletzt bei den US Open im September antrat, teilte den Tourbeamten mit, dass er Symptome habe, und wurde am Wochenende getestet, der zu seinem Rückzug aus dem Las Vegas-Event führte, nachdem er begonnen hatte, sich selbst zu isolieren.

„Klar bin ich sehr enttäuscht“, sagte Johnson. „Ich habe mich sehr auf diese Woche gefreut, werde aber alles tun, um so schnell wie möglich zurückzukehren.“
(Foto: Pixabay; Quelle: The Guardian, 13.10.20)


(13.10.20)


Twente: 317 neue Infektionsfälle binnen 24 Stunden

In den letzten 24 Stunden wurden in Twente 317 neue Coronainfektionen gemeldet. Dies geht aus Zahlen hervor, die das RIVM am Dienstagnachmittag veröffentlicht hat. Zum ersten Mal übersteigt die tägliche Gesamtzahl in der niederländischen Grenzregion damit 300. Sechs Krankenhauseinweisungen und ein neuer Todesfall wurden ebenfalls registriert.

Mit einer Flut von Maßnahmen wird das niederländische Kabinett das gesellschaftliche Leben in den nächsten vier Wochen noch stärker verlangsamen. Es hat die Gastronomie geschlossen, alle Veranstaltungen verboten und den Sport für Erwachsene wie Kinder eingeschränkt. Für die Bildungseinrichtungen wird sich nichts ändern.

Die Schließung der Gastronomie sei „katastrophal“, sagt der Vorsitzende Berto Mulder von Koninklijke Horeca Nederland, Abteilung Hengelo. „Den Unternehmern geht das Geld aus. Wenn es kein neues Support-Paket gibt, stoppen sie entweder oder gehen bankrott. “

Trotz des allgemeinen Verbots von Teamsport, in der die Distanz von 1,5 Metern nicht möglich ist, darf in den niederländischen Profiligen Eredivisie und der Kitchen Champion Division weiterhin Fußball gespielt werden. Die Fans bleiben vorerst ausgeschlossen.

(Quelle: Tubantia, 13.10.20)


New Yorker Philharmoniker setzen gesamte Saison aus

Zum ersten Mal in seiner knapp 180-jährigen Geschichte hat das Orchester der New Yorker Philharmoniker für die komplette Saison sämtliche Konzerte abgesagt. Voraussichtlich sollen bis Mitte Juni des kommenden Jahres keine Konzerte mehr stattfinden.

Die Konzerthalle der Philharmoniker in Manhattan ist aufgrund der Pandemie seit März geschlossen. Ursprünglich hatte das Orchester gehofft, bereits im Januar 2021 wieder auftreten zu können. Zur Überbrückung der Zeit versuchen sich die Philharmoniker mit Online-Konzerten und kleineren Auftritten an öffentlichen Orten in New York zu behelfen. (Quelle: Tagesschau, 13.10.20)


Impfstoff: EU soll mehr als eine Milliarde Euro für Remdesivir zahlen

Die Europäische Union zahlt dem US-Biotechkonzern Gilead einem Insider zufolge mehr als eine Milliarde Euro für die Lieferung von bis zu 500.000 Dosen Remdesivir in den kommenden sechs Monaten. Der vereinbarte und bisher nicht bekannt gegebene Preis für einen Behandlungszyklus betrage 2.070 Euro, erfuhr die seriöse britische Nachrichtenagentur Reuters „von einer mit der Sache vertrauten Person“.

Die Europäische Kommission hatte in der vergangenen Woche mit Gilead einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 500.000 Dosen Remdesivir, das zur Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt wird, unterzeichnet. (Quelle: ZDF, 13.10.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Niederländische Bars und Restaurants müssen wegen der neuen Coronavirus-Fälle schließen, um den Anstieg zu stoppen. Die Regierung der Niederlande kündigte am Dienstag die neuen Maßnahmen an, nachdem die Zahl der neuen Infektionsfälle in dem Nachbarland in den letzten Wochen um insgesamt knapp 44.000 Neuinfektionen bis auf den heutigen Tagesrekord von fast 7.400 gestiegen sind.
  • Auch Italien kündigt neue Beschränkungen an. Der italienische Premierminister Giuseppe Conte verkündete neue Beschränkungen für Versammlungen, Restaurants, Sport- und Schulaktivitäten, um den Anstieg neuartiger Coronavirus-Infektionen zu verlangsamen.
  • Großbritannien meldet heute 143 neue Todesfälle durch CoViD-19, die höchste tägliche Zahl seit Juni. Damit summiert sich die Zahl der Todesfälle in Großbritannien auf 43.018. Am Dienstag kamen in Großbritannien weitere 17.234 bestätigte Fälle von Coronavirus hinzu. Die Gesamtzahl aller Fälle in Großbritannien beträgt 634.920.
  • Cristiano Ronaldo wurde positiv auf Coronavirus getestet. Der 35-Jährige soll „gut, ohne Symptome und isoliert“ sein. Vor dem Spiel Portugals am Mittwoch in der Nationsleague gegen Schweden wurden im Kader des Landes keine weiteren positiven Tests gemeldet.
  • Die russische Aufsichtsbehörde haben die Genehmigung für einen Versuch mit dem umstrittenen Impfstoff Sputnik V CoViD-19 an Personen über 60 Jahren erteilt. Im August genehmigte Russland den Impfstoff zur Verwendung nach weniger als zwei Monaten menschlicher Tests, einschließlich einer Dosis, die einer der Töchter von Wladimir Putin verabreicht worden sein soll .
  • In den Krankenhäusern in Paris könnten bereits nächste Woche bis zu 90% der Intensivbetten mit CoViD-19-Patienten gefüllt sein. Die Warnung kam vom Chef des nationalen Gesundheitssystems, während sich Frankreich auf neue Maßnahmen vorbereitete, um einen Corona-Anstieg zu verlangsamen.
  • Die Regierung in Irland bot am Dienstag denjenigen mehr Unterstützung an, die am stärksten von einigen der härtesten CoViD-19-Beschränkungen Europas betroffen waren. Das nationale Konjunkturpaket wurde von Reuters als „in der Geschichte des Staates beispiellos“ beschrieben.
  • In Russland teilte am Dienstag das Coronavirus-Krisenzentrum des Landes mit, dass in den letzten 24 Stunden 13.868 neue Fälle gemeldet wurden, was die Gesamtzahl der Infektionen auf 1.326.178 erhöht. (Quelle: The Guardian, 13.10.20)

Weiterer Corona-Fall beim deutschen Verfassungsschutz

Nach Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang wurde ein weiterer Spitzenbeamter des Verfassungsschutzes positiv auf das Coronavirus getestet. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV). Zunächst hatte der „Spiegel“ darüber berichtet. Sowohl Haldenwang als auch der betroffene Beamte führen ihre Amtsgeschäfte demnach von zu Hause aus weiter. (Quelle: Tagesschau, 13.10.20)


Frankfurt bittet Bundeswehr um Hilfe

Wegen der Zunahme an Corona-Fällen geraten die Gesundheitsämter in Frankfurt am Main an ihre Grenzen. Darum sollen ab morgen 60 Soldaten der Bundeswehr dabei helfen, mögliche Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln, wie die hessenschau berichtet. (Quelle: HR, 13.10.20)


Münsterland: Zahlen steigen

Im Münsterland ist die Zahl der amtlich bestätigten Corona-Infizierten (Stand 13.10.2020, 12.10 Uhr) seit gestern um 86 Fälle gestiegen. Damit wurden seit Beginn der Pandemie jetzt insgesamt 7.046 Fälle durch Tests nachgewiesen.
Akut infiziert sind derzeit 681 Menschen, das sind 29 mehr als am Montag. Als genesen gelten 6.174 – 57 mehr als am Montag. Bei der so genannten Sieben-Tage-Inzidenz (der Anzahl der gemeldeten Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner) hat der Kreis Warendorf mit 36,0 den höchsten Wert im Münsterland und damit den Warn-Richtwert von 35 überschritten. Auch im Kreis Steinfurt liegt der Wert inzwischen über 30/100.000.
Münsterlandweit sind bislang 191 Menschen in Verbindung mit Covid-19 gestorben.
(Quelle: WDR, 13.10.20)


Niederlande kündigen Teil-Lockdown an

Ab Mittwoch Abend treten in den Niederlanden deutlich striktere Corona-Auflagen in Kraft. Das kündigte heute Regierungschef Mark Rutte (VVD) an.

Bars und Restaurants sollen wieder schließen. Nach 20 Uhr abends darf demnach kein Alkohol mehr verkauft werden. Jedem Haushalt sei es lediglich erlaubt, pro Tag maximal drei Gäste zu empfangen. Rutte zufolge sollen die Regelungen vorerst für vier Wochen gelten, möglicherweise könnten sie aber auch noch verlängert werden.

(Quelle: ARD. 13.10.20)


Landkeis Osnabrück: Eine weitere Tote in Pflegeheim in Bad Essen

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim in Bad Essen (Landkreis Osnabrück) sind 15 weitere Personen positiv getestet worden. Zudem starb eine weitere infizierte Bewohnerin.

Bei den positiv getesteten Personen handelt es sich nach Angaben des Landkreises um Mitarbeiter, Besucher und Kontaktpersonen von bereits infizierten Mitarbeitern. Damit seien nun insgesamt 30 Bewohner und 19 Mitarbeiter des Wohnparks positiv getestet worden, heißt es. Drei Ergebnisse stehen noch aus.

In der vergangenen Woche war bereits bei 29 Bewohnern und 13 Mitarbeitern das Virus nachgewiesen und die Wohnanlage daraufhin unter Quarantäne gestellt worden. Eine 85-jährige Bewohnerin war im Krankenhaus verstorben. Der Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück hatte gemeinsam mit der Gemeinde Bad Essen und den Johannitern daraufhin am Sonntag an der Oberschule in Bad Essen ein ambulantes Testzentrum eingerichtet, um bei Besuchern der Anlage und noch nicht getestete Mitarbeitern Abstriche nehmen zu können.

Außerdem wurden Kontaktpersonen getestet, die angegeben hatten, engen Umgang mit infizierten Mitarbeitern des Altenheims beziehungsweise mit infizierten Bewohnern gehabt zu haben. Dazu gehörten beispielsweise Friseure und Ärzte sowie Freunde und Angehörige, die etwa mit Bewohnern außerhalb der Wohnanlage spazieren gegangen waren.

Der Gesundheitsdienst hat zudem angekündigt, Bewohner und Mitarbeiter am Mittwoch erneut auf das Virus zu testen. Die Ergebnisse werden dann Ende der Woche erwartet. (Quelle: NDR, 13.10.20)


(13.10.20)


Kanada ist das offizielle Partnerland der Frankfurter Buchmesse 2020.

(13.10.20)


Mehr als 100.000 Corona-Fälle in Schweden

Schweden übertrifft die Zahl von 100.000 Infizierten. In den letzten vier Tagen seien 2.203 Neuinfektionen registriert worden, teilt die Gesundheitsbehörde mit. Seit Beginn der Pandemie gibt es damit in Schweden, dass sich gegen einen Lockdown entschieden hat, 100.654 bestätigte Infektionen.

Fünf weitere Personen starben seit Freitag an oder mit dem Virus, insgesamt 5899. Die Sterberate in Bezug auf Corona ist in Schweden um einiges höher als in anderen nordischen Ländern, aber niedriger als besonders hart getroffene Länder wie Spanien, Italien oder Großbritannien. (Quelle: TSP, 13.10.20)


Studie: Kinderbetreuung in Corona-Zeiten meist von Mutter geschultert

Auch bei einer ähnlichen beruflichen Belastung haben während des Corona-Lockdowns im Frühjahr meist die Mütter die Kinderbetreuung geschultert. Eine Studie des Nationalen Bildungspanels zeigt zudem, dass fast ein Drittel der älteren Schulkinder um die 14 Jahre sich überwiegend selbst überlassen blieb. Was dies mit Blick auf die Herausforderungen des Homeschoolings für Folgen habe, müsse in weiteren Untersuchungen analysiert werden, teilte das am Bamberger Leibniz-Institut für Bildungsverläufe beheimate Bildungspanel mit.

Das Zusammenspiel von Kinderbetreuung und Beruf habe ab Mitte März für mehr als vier Millionen berufstätige Eltern aufgrund von pandemiebedingten Schul- und Kitaschließungen schlagartig nicht mehr funktioniert, erläuterten die Forscher. „Bei allen untersuchten Familien betreuten Mütter ihre Kita- oder Schulkinder während der Pandemie häufiger alleine als Väter.“ Die Väter beteiligten sich zwar auch an der Kinderbetreuung – häufig aber nur gemeinsam mit der Mutter oder unterstützt von Dritten. (Quelle: ZDF, 13.10.20)


Weltwirtschaft etwas weniger durch Corona-Krise betroffen

Die Weltwirtschaft dürfte den Corona-Schock nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) etwas besser verkraften als zunächst befürchtet. In diesem Jahr sei mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um etwa 4,4 Prozent zu rechnen, hieß es in einer neuen IWF-Prognose. Damit hob der Währungsfonds seine Vorhersage vom Juni um 0,8 Prozentpunkte an. „Wir gehen von einer etwas weniger heftigen, aber immer noch tiefen Rezession aus“, erklärte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath.

Dank beispielloser Konjunkturhilfen und geldpolitischer Unterstützung hätten die großen Volkswirtschaften die Folgen der Corona-Krise im zweiten Quartal besser bewältigt als angenommen, so Gopinath. Eine Wiederholung einer „Finanzkatastrophe“ wie während der letzten großen Weltwirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 habe dadurch bislang verhindert werden können. Allerdings bleibt der Ausblick trübe. Die Erholung ab kommendem Jahr werde „langsam, ungleich, unsicher und anfällig für Rückfälle“ sein, betonte der Währungsfonds.

(Quelle: ARD, 13.10.20)


Impfstoff: Pharmakonzern Johnson & Johnson unterbricht Tests

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson hat seine Covid-19-Impfstoffstudie wegen einer „ungeklärten Krankheit“ bei einem Teilnehmer abgebrochen. Das bestätigte am Dienstag das Unternehmen. Unklar ist, ob dem Patienten ein Placebo oder der experimentelle Impfstoff verabreicht wurde, und es ist nicht ungewöhnlich, dass Studien, die so groß sind wie die, die Johnson & Johnson mit 60.000 Patienten durchführt, vorübergehend unterbrochen werden.

Angesichts der Tatsache, dass mehrere Pharmaunternehmen um die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs kämpfen, der durch die Operation Warp Speed ​​unterstützt wird, werden die Bemühungen der US-Regierung, die Entwicklung zu beschleunigen, von Politikern und Amerikanern genau beobachtet.

„Wir haben die weiteren Impfungen in all unseren klinischen Studien mit COVID-19-Impfstoffkandidaten vorübergehend unterbrochen“, gab Johnson & Johnson in einer Erklärung bekannt. „Nach unseren Richtlinien wird die Krankheit des Teilnehmers überprüft und bewertet.“

Johnson & Johnson hat die Art der Krankheit, die den Prozess zum Erliegen gebracht hat, nicht offengelegt und in einer Erklärung festgestellt: „Wir müssen die Privatsphäre dieses Teilnehmers respektieren. Wir erfahren aber mehr über die Krankheit dieses Teilnehmers, und es ist wichtig, alle Fakten zu kennen, bevor wir zusätzliche Informationen weitergeben“, heißt es in der Erklärung weiter. Die Krankheit wird jetzt genau untersucht.

Die Johnson & Johnson-Studie, die Anfang nächsten Jahres zu Ergebnissen führen sollte, ist eine von vier Impfstoffstudien im fortgeschrittensten Stadium der Phase 3 und eine von sechs in den USA getesteten Coronavirus-Impfstoffen. Impfstoffversuche von Pfizer und Moderna in Phase 3 werden fortgesetzt und werden voraussichtlich in diesem Jahr zu Ergebnissen führen. Während die von Moderna und Pfizer entwickelten Impfstoffe zwei Impfungen erfordern würden, würden Johnson & Johnsons nur eine benötigen.

(Quelle: The Guardian, 13.10.20)


Russland: Rekordzahl an neuen Positiv-Tests und Todesfällen

In Russland steigt die Zahl der Positiv-Tests nach offiziellen Angaben um den Rekordwert von 13.868 auf insgesamt mehr als 1,32 Millionen. In den vergangenen 24 Stunden starben 244 Menschen, die positiv getestet worden waren. Auch dies ist ein Höchstwert seit Beginn der Zählung. Die Zahl der Todesfälle steigt damit auf 22.966. (Quelle: TSP, 13.10.20)


EU-Minister einigen sich auf „Ampel“-System für Reisevorgaben

Die EU will den Mitgliedsländern zu einheitlichen Reisevorgaben in der Corona-Krise verhelfen. Die Europaminister der Staaten billigten ein „Ampel“-System, mit dem künftig ein Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen verhindert werden soll.
Ungehinderter Reiseverkehr soll demzufolge für Menschen aus als „grün“ eingestuften Regionen gelten, für die vergleichsweise geringe Ansteckungsquoten festgestellt wurden. Für Regionen mit mittlerem („orange“) oder hohem („rot“) Risiko sollen die Regierungen „geeignete“ Maßnahmen festlegen. Das könnten etwa Quarantäne- oder Testverpflichtungen sein.

Die 27 Mitgliedstaaten sollen der europäischen Seuchenaufsichtsbehörde Daten zur Quote der neuen Positiv-Tests im Verhältnis zu 100.000 Einwohnern in den vergangenen zwei Wochen liefern sowie zur Anzahl der Tests und der Positivrate in der vergangenen Woche. Daraus soll die Behörde dann eine mit den drei Farben unterlegte Übersicht erstellen. Die EU-Kommission ruft die Staaten dazu auf, sich auf einheitliche Vorgaben zu verständigen. (Quelle: TSP, 13.10.20)



RKI heute zum Nordwesten


Corona in Altenheim: Vier weitere Tote in Neu Wulmstorf

In Neu Wulmstorf sind in der vergangenen Woche vier Bewohner eines Alten- und Pflegeheims nach einer Corona-Infektion gestorben. Die Verstorbenen waren zwischen 80 und 93 Jahre alt. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle in dem Heim im Landkreis Harburg laut „Kreiszeitung“ auf sieben.

Ende September war es in dem Alten- und Pflegeheim „zu einem größeren Infektionsgeschehen“ (NDR) gekommen. Es sollen sich 46 von 124 Bewohnern sowie zehn Beschäftigte mit Corona angesteckt haben. Anfangs war das Virus nur bei einer Seniorin in einer Klinik festgestellt worden. Daraufhin seien alle Bewohner und Mitarbeiter getestet worden. Der Betrieb läuft inzwischen weiter – Besuche sind nicht erlaubt. (Quelle: NDR, 13.10.20)


Israel: Mehr als 50% der Infizierten stammen aus strengreligiösem Milieu

Mehr als die Hälfte der Coronavirus-Patienten über 65 Jahren in Israel stammen aus dem strengreligiös-jüdischen Milieu. Ein Großteil von ihnen habe sich während Gottesdiensten zu den hohen jüdischen Feiertagen angesteckt, berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“ unter Berufung auf Zahlen des israelischen Gesundheitsministeriums. In der mehrheitlich ultraorthodox bewohnten Stadt Bnei Brak starben demnach in den vergangenen sechs Tagen mindestens 18 Personen an Covid-19. Die Positivrate der Stadt liegt bei 25 Prozent der durchgeführten Tests, landesweit liegt sie im Vergleich dazu bei 7,7 Prozent.

Das Gesundheitsministerium hat eine neue Informationskampagne gestartet, in der die strengreligiöse Öffentlichkeit zur Einhaltung der Covid-19-Schutzmaßnahmen aufgerufen wird. Der Anteil ultraorthodoxer Juden an der Gesamtbevölkerung beträgt rund zwölf Prozent. (Quelle: ARD, 13.10.20)


Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang positiv getestet

Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Das teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) auf Anfrage mit. Auf Nachfrage ergänzte eine Sprecherin, Test und Ergebnis seien vom Montag. Zuvor hatten der „Tagesspiegel“ und die „Bild“-Zeitung über die Infektion berichtet. Haldenwang führe die Amtsgeschäfte von zu Hause weiter, teilte der Verfassungsschutz mit. „Die Arbeitsfähigkeit des BfV ist vollumfänglich sichergestellt, da das BfV auf derartige Vorkommnisse vorbereitet ist“, so die Behörde. So sei schon zu Beginn der Pandemie ein Krisenstab eingerichtet worden. Der heute 60-jährige Haldenwang führt seit rund zwei Jahren den deutschen Inlandsnachrichtendienst. (Quelle: Tagesschau, 13.10.20)


Leopoldina fordert einheitliche Maßnahmen

Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, hat Bund und Länder eindringlich zu klaren und einheitlichen Anti-Corona-Maßnahmen aufgefordert. Mit Blick auf die bevorstehende Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel sagte Haug nach Beratungen mit dem bayerischen Kabinett in München, dort würden „die Weichen gestellt, ob wir unter 20.000 Neuinfektionen bleiben können“, mahnte er. In Nachbarländern sei die Entwicklung schon „unkontrolliert weggelaufen“. Deshalb gebe es die große Bitte der Wissenschaft, es zu schaffen, mit einheitlichen Regeln verantwortlich durch Herbst und Winter zu kommen. (Quelle: Tagesschau, 13.10.20)


DFL prüft Antrag des VfL Osnabrück

Der VfL Osnabrück hat wegen der angeordneten Quarantäne eines Großteils des Teams eine Verlegung des für Sonntag geplanten Spiels gegen Darmstadt beantragt.

Noch ist unklar, wann mit einer Entscheidung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zu rechnen ist. Der Antrag werde geprüft, teilte die DFL am Dienstag lediglich mit. Nach zwei positiven Corona-Tests innerhalb des Kaders des Zweitligisten müssen zahlreiche Akteure auf Anordnung des lokalen Gesundheitsamts bis zum 21. Oktober in häuslicher Isolation bleiben. Laut Spielordnung ist eine Absage möglich, sobald nicht mindestens 15 Spieler einsatzfähig sind. Dies sei durch die angeordneten Maßnahmen der Fall, hieß es vom niedersächsischen Club, dem nur noch zehn Akteure zur Verfügung stehen.

Da der Nachweis durch die behördlich angeordnete Quarantäne als gesichert gelten kann, gibt es an der tatsächlichen Absetzung durch die DFL so gut wie keine Zweifel. Es wäre in der Zweiten Liga nach der Begegnung Hamburger SV gegen Erzgebirge Aue die zweite Saison-Partie, die an den ersten vier Spieltagen wegen positiver Corona-Tests verschoben werden muss. (Quelle: NDR, 13.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 23.447 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 13. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Damit steigt die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vortag um 263. Insgesamt sind beim NLGA mittlerweile 702 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert und damit fünf mehr als am Vortrag. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 18.922 der bislang gemeldeten Fälle (etwa 80,7 Prozent aller Fälle). (Quelle: NDR, 13.10.20)


Hotel- und Gaststättenverband klagt gegen Beherbergungsverbot

Der Hotel- und Gaststättenverband hat in Niedersachsen eine Klage gegen das sog. Beherbergungsverbot eingereicht. Durch das Verbot würden Übernachtungen in Niedersachsen faktisch zunichte gemacht, kritisiert der Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Niedersachsen, Rainer Balke. Er spricht von einem „Quasi-Shutdown“ durch das Beherbergungsverbot, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Der Verbands-Chef hofft, dass das Oberverwaltungsgericht Lüneburg das Verbot spätestens Ende der Woche kippen wird.

Kritik kommt auch von den Ostfriesischen Inseln. Spiekeroogs Inselbürgermeister Matthias Piszczan sagte mit Blick auf die Hoteliers und Ferienhausbesitzer, es sei eine Katastrophe, alles erst kurzfristig regeln zu können. Grund ist die Vorgehensweise: Das Land veröffentlicht derzeit täglich auf seiner Internetseite die Liste neuer Risikogebiete, nach der sich die Hoteliers und Ferienhauseigentümer richten müssen. Für Probleme sorgt, dass die Liste erst in den Mittagsstunden veröffentlicht wird. Wer morgens bucht, könnte am Mittag wieder stornieren müssen, wenn die Region als Risikogebiet eingestuft wurde. Das werfe sowohl bei den Gästen als auch bei den Hoteliers viele Fragen auf – zum Beispiel wer die entstandenen Stornogebühren zahlen muss.

Auch die Inselgemeinden Borkum, Norderney und Langeoog klagen über den hohen organisatorischen Aufwand, der durch das Beherbergungsverbot von Urlaubern aus Corona-Risikogebieten entstanden ist. Bereits am vergangenen Wochenende – an dem das Beherbergungsverbot in Kraft trat – habe es ein „mächtiges Durcheinander“ gegeben, sagte Spiekeroogs Inselbürgermeister Piszczan. Einen wirtschaftlichen Schaden würden die spontanen Absagen im Endeffekt allerdings nicht verursachen. Die Wartelisten für ein Zimmer oder eine Ferienwohnung seien oftmals sehr lang, so Piszczan. Das stellt sich ähnlich auch auf anderen Inseln dar. Viele Zimmer könnten direkt neu gebucht werden, sagte auch Baltrums Bürgermeister Harm Olchers. Einige Inseln haben eigenen Angaben zufolge in diesen Herbstferien so viele Gäste wie nie zuvor.

(Foto: Ostfriesische Inseln, CC s. Archiv v. 14.05.20; Quelle: NDR, 13.10.20)


Frankfurter Buchmesse ohne Publikum

Die Frankfurter Buchmesse wird in diesem Jahr nun doch komplett ohne Publikum stattfinden. Am Montag teilten die Verantwortlichen der Buchmesse mit, dass man sich „angesichts steigender Infektionszahlen in Frankfurt am Main und bundesweit“ dazu entschlossen habe, keine Zuschauer in die Festhalle zu lassen. Nur die beteiligten Autorinnen und Autoren sowie Moderatorinnen und Moderatoren werden bei den Veranstaltungen vor Ort sein. Alle Programmpunkte in der Festhalle werden im Internet übertragen.
Betroffen von dieser Entscheidung war auch die Eröffnungsveranstaltung der Messe am Montagabend, zu der 250 Gäste eingeladen waren. Auch sie wird nun ausschließlich online zu sehen sein. Die Buchmesse hatte bereits vor einiger Zeit beschlossen, dass in diesem Jahr keine Aussteller auf der Messe sein sollen. Mehrere Veranstaltungen in der Messehalle sollten die Begegnung von Autor:innen und Publikum ermöglichen.
„Das Gesundheits- und Hygienekonzept für die Nutzung der Frankfurter Festhalle wurde vor wenigen Tagen von den örtlichen Behörden erneut geprüft und genehmigt. Dennoch haben wir aus Rücksicht auf die Gesundheit der Gäste entschieden, die Risiken zu minimieren und die Festhalle nicht für das Publikum zu öffnen“, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.
Zu den Veranstaltungen des Festivals „Bookfest City“ allerdings wird Publikum zugelassen sein. Alle Veranstaltungsorte erfüllten die aktuell geltenden Schutzverordnungen des Landes Hessen, heißt es seitens der Buchmesse. Die Teilnehmendenzahlen seien begrenzt worden, und vor Ort müsse eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden.
Die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den indischen Wirtschaftsphilosophen Amartya Sen am kommenden Sonntag, 18. Oktober, in der Frankfurter Paulskirche wird dagegen ohne geladenes Publikum stattfinden. Die Verleihung wird ab 10.45 Uhr live in der ARD übertragen. Der Preisträger Amartya Sen wird zugeschaltet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird seine Laudatio in der Paulskirche halten.
Übertragungen der Veranstaltungen in der Frankfurter Festhalle unter: www.buchmesse.ard.de und www.buchmesse.de/live
(Quelle: FR, 13.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 13.10.2020, 09.30 Uhr

Der Anstieg der Corona-Zahlen im Landkreis Emsland geht weiter, die Zahl der akut Erkrankten nimmt ab weil zahlreiche Menschen als genesen gelten. In den letzten 24 Stunden sind 23 Personen als infiziert festgestellt worden. Die Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.094 (+23); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Inzidenzwert von 336,0. Insgesamt sind im Emsland jetzt 233 (-25) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt; vier Patienten werden wegen CoViD-19 nach den Angaben des Wochenmagazins DIE ZEIT in den knapp 100 Intensivbetten in den Krankenhäusern des Emslands behandelt.

Die Zahl der als genesen Geltenden stieg deutlich auf jetzt insgesamt 836 Genesene (+48). Es befinden sich aktuell rund 1.080 Personen in Quarantäne. Bisher gibt es keine weiteren CoViD-19-Toten im Emsland.

In Lingen (Ems) beträgt die Gesamtzahl der Infizierten 151 (-1) ; 128 (+ 3) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für die Stadt Lingen (Ems) zu aktuell 19 Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 22 17 1 4
Einheitsgemeinde Emsbüren 27 22 0 5
Samtgemeinde Freren 56 46 9 1
Einheitsgemeinde Geeste 31 24 0 7
Stadt Haren (Ems) 90 79 1 10
Stadt Haselünne 57 48 0 9
Samtgemeinde Herzlake 20 20 0 0
Samtgemeinde Lathen 32 25 0 7
Samtgemeinde Lengerich 25 22 1 2
Stadt Lingen (Ems) 151 128 4 19
Stadt Meppen 139 100 4 35
Samtgemeinde Nordhümmling 26 16 0 10
Stadt Papenburg 99 76 2 21
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 19 17 0 2
Samtgemeinde Sögel 176 97 0 79
Samtgemeinde Spelle 16 15 1 0
Einheitsgemeinde Twist 38 27 2 9
Samtgemeinde Werlte 69 56 0 13
Gesamt* 1094 (+23) 836 (+48) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 233 (-25)

(13.10.20)


NRW: Weiter Großstädte über Grenzwert

Mit Leverkusen und Gelsenkirchen haben zwei weitere Großstädte in Nordrhein-Westfalen eine wichtige Warnstufe in der Corona-Pandemie überschritten. In den vergangenen sieben Tagen habe es in der Bayer-Stadt 62,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben, hieß es auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Schwelle liegt bei 50 – sie wurde also deutlich übersprungen, am Montag waren es nach Angaben der Stadt nur 44,6. Aus Sicht von Virologen ist Leverkusen damit wie viele andere Städte auch ein „Corona-Risikogebiet“. Dies gilt nun auch für Gelsenkirchen, wo die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag nach RKI-Angaben bei 58,9 lag.

(Quelle: WDR, 13.10.20)


Indien verzeichnet die wenigsten Neuinfektionen seit Mitte August

Indien hat mit 55.342 bestätigten Corona-Neuinfektionen die niedrigste derartige Zahl für einen einzelnen Tag seit Mitte August gemeldet. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle stieg am Dienstag nach offiziellen Angaben auf mehr als 7,17 Millionen. Das Gesundheitsministerium erklärte, im Land sei seit fünf Wochen ein Trend zu einem Rückgang der Neuinfektionen zu verzeichnen. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus sei in den vergangenen 24 Stunden um 706 auf insgesamt 109.856 gestiegen.

Nach Daten des Gesundheitsministerium lag die durchschnittliche Zahl der Neuinfektionen vom 9. bis 15. September bei täglich 92.830. Seither ging sie stetig zurück und fiel in der vergangenen Woche auf täglich weniger als 73.000. Die Testrate blieb konstant bei täglich fast 1,1 Millionen. (Quelle: ZDF, 13.10.20)


Chinas Außenhandel legt zu

Chinas Außenhandel entspannt sich weiterhin. Die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft stiegen im September im Vorjahresvergleich um 9,9 Prozent, wie die Pekinger Zollverwaltung mitteilte. Die Importe legten demnach im gleichen Zeitraum sogar um 13,2 Prozent zu. Insgesamt belief sich der chinesische Außenhandel im abgelaufenen Monat auf ein Volumen rund von 443 Milliarden US-Dollar. Der Einbruch im Frühjahr konnte laut der offiziellen Angaben bis zum Ende des dritten Quartals schon fast wieder aufgeholt werden.

Mit strengen Maßnahmen wie der Abriegelung von Millionenstädten, strikter Isolation und Einreisesperren hat China das Virus schneller unter Kontrolle gebracht als andere Staaten. Deshalb legte zuletzt auch die wirtschaftliche Aktivität in der Volksrepublik wieder spürbar zu.

(Quelle: Tagesschau, 13.10.20)


Deutschland-Zahlen

Nach einem Rückgang der Zahlen am Sonntag und Montag haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen erneut mehr als 4.000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt beläuft sich die Zahl laut RKI auf 4.122. Am Donnerstag hatte die Anzahl neuer Infektionen mit 4.058 erstmals seit April die 4000er-Grenze überschritten. Am Samstag waren es gar 4.721 neu nachgewiesene Fälle.

Am Montag waren 2.467 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Erfahrungsgemäß liegen die erfassten Zahlen an Sonntagen und Montagen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI weitergeben. Am Dienstag vor einer Woche waren es 2.639 Fälle gewesen. (Quelle: rki, 13.10.20)


(13.10.20)



Frankreich: Zahl der Intensiv-Patienten steigt, Infektionszahlen niedriger

Die Zahl der Patienten, die in Frankreich wegen des Virus auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, ist so hoch wie seit rund vier Monaten nicht mehr. Am Montag lag deren Zahl nach Angaben der Behörden mit 1.539 erstmals seit dem 27. Mai wieder über der Marke von 1500. Sie ist aber noch deutlich von dem Höchststand von 7.148 vom 8. April entfernt. Frankreich steht nach Worten von Ministerpräsident Jean Castex gleichwohl vor einer „starken zweiten Welle“.

Die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich sinkt indes deutlich. Zuletzt gab es nach Angaben der Gesundheitsbehörden 8.505 neue Fälle, nach 16.101 am Sonntag und dem Rekordhoch von knapp 27.000 am Samstag. Die eher geringe Zahl vom Montag könnte aber darauf zurückzuführen sein, dass am Sonntag nicht so viel getestet wurde. Die Zahl der Toten stieg zuletzt um 95, nach 46 am Sonntag. Insgesamt verstarben nach amtlichen Angaben bislang 32.825 Menschen in Frankreich an den Folgen von Covid-19, 743.479 haben sich infiziert.(Quelle: Tagesschau, 12.10.20)


(12.10.20)


Zahl der Neuinfektionen in den USA sinkt leicht

Die Zahl der Neuinfektionen in den USA geht leicht zurück, bleibt aber auf hohem Niveau. Zuletzt gab es nach Angaben der Seuchenschutzbehörden CDC 46.069 neue Fälle, nach rund 53.000 am Sonntag, 58.302 am Samstag und 54.887 am Freitag. Die Gesamtzahl steigt damit auf rund 7,74 Millionen. Die Zahl der Toten klettert um 494 auf 24.108. (Quelle: Tagesschau, 12.10.20)


Niedersachsen, die Schlachthöfe, der Schweinestau und die „Arbeitsquarantäne“


Tschechien: Nur noch sechs Menschen dürfen sich treffen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie greift Tschechien zu härteren Maßnahmen. Von Mittwoch an werden Versammlungen mit mehr als sechs Menschen verboten, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Montagabend bekanntgab. Restaurants, Bars und Klubs müssen dann bis auf weiteres schließen. Der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit wird untersagt. Alle Schulen müssen bis Anfang November für knapp drei Wochen zum Fernunterricht übergehen. Die Maskenpflicht gilt nicht mehr nur in Innenräumen, sondern auch an Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel. Geschäfte bleiben geöffnet. (Quelle: TSP, 12.10.20)


Überblick am Abend

  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat gewarnt, weil die Zahl der neuen Covid-Fälle auf dem höchsten Stand seit Beginn der Pandemie liegt. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der UN-Organisation, sprach auf der montäglichen WHO-Pressekonferenz in Genf auch von Ideen zur Herdenimmunität als „wissenschaftlich und ethisch problematisch“.
  • In Frankreich hat Premierminister Jean Castex die Menschen aufgefordert, private Treffen in ihren Häusern einzuschränken; er sagte auch, der Staat könne sie nicht regulieren, und fügte hinzu, dass der Kampf gegen das Virus „noch einige Monate dauern wird, denke ich“.
  • In Spanien beschloss die Regierung Vereinbarungen zur Einrichtung von Reisekorridoren zwischen europäischen Staaten und den Kanarischen Inseln und den Balearen, die beide stark vom Tourismus abhängen und von der CoViD-Krise schwer getroffen wurden. Die Arbeitslosigkeit auf den Balearen hat sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des Coronavirus fast verdoppelt.
    (Quelle: The Guardian, 12.10.20)

Bremen will Beherbergungsverbot nachverhandeln: „Kleinstaaterei“

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte will mit Ländern und Bund noch einmal über die Beherbergungsverbote verhandeln. Er werde das auf der Ministerpräsidenten-Konferenz am Mittwoch zum Thema machen, sagte er „t-online“. Private Urlaubsreisen seien nicht das Problem der Corona-Pandemie.

Der SPD-Politiker kritisierte die Regelung als „Ausdruck von Kleinstaaterei“. In eine Großstadt wie Bremen pendelten jeden Tag 100.000 Menschen zur Arbeit ein – und mehrere zehntausend aus, führte er an. Das Infektionsgeschehen in dicht besiedelten Ballungsräumen sei die wirkliche Herausforderung. „Stattdessen werden wertvolle Testkapazitäten verbraucht, um Urlauber vor den Ferien freizutesten.“ (Quelle: TSP, 12.10.20)


Jens Spahn rechnet derzeit mit

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet derzeit mit den ersten Coronavirus-Impfungen im ersten Quartal des Jahres 2021. „Stand jetzt würde ich davon ausgehen, dass wir im ersten Quartal nächsten Jahres beginnen können“, sagte Spahn bei einer Videokonferenz des ifo-Instituts. Mehrere Technologien und Hersteller seien derzeit an der Forschung beteiligt. „Wenn alle Pferde ins Ziel kommen, werden wir viel zu viel Impfstoff haben“, sagte Spahn.

Der Gesundheitsminister hatte gemeinsam mit der Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) bereits im September die Prognose geäußert, dass ein Impfstoff bereits in den ersten Monaten des kommenden Jahres für einige Bevölkerungsgruppen verfügbar sein könnte. Für den Großteil der Bevölkerung könnte eine Impfung Mitte 2021 ermöglicht werden. Zuerst sollten Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege die Möglichkeit einer Impfung bekommen. Spahn hat nun erneut betont, dass es sich bei Impfungen gegen das Coronavirus um freiwillige Impfungen handeln werde.

Derzeit befinden sich über 150 Impfstoffe in der präklinischen Studie. Mehr als 100 Teams forschen weltweit an der Entwicklung von Impfstoffkandidaten. In Russland und in China sind bereits Impfstoffe zugelassen, die allerdings nicht durch Phase-III-Studien überprüft wurden.

In der Videokonferenz forderte Spahn zudem ein einheitliches Vorgehen beim Beherbergungsverbot. „Wenn es um Mobilität geht und keine einheitlichen Regeln da sind, dann (…) untergräbt das Akzeptanz“, sagte er. Deswegen sei es wichtig, dass man am Mittwoch mit den Ministerpräsidentinnen und Ministpräsidenten auf eine einheitliche Linie und Herangehensweise komme. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs wollen dann erneut über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.

Die meisten Bundesländer hatten in der vergangenen Woche beschlossen, dass Einwohner von Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen bei Reisen innerhalb Deutschlands nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Politiker, Experten und Verbände hatten Kritik an der Regelung geäußert und gewarnt, unübersichtliche Regelungen könnten die Akzeptanz in der Bevölkerung gefährden. (Quelle: DIE ZEIT, 12.10.20)


DStGB: Corona-Arbeitslose in Kitas

Der DStGB fordert angesichts von bundesweit 342.000 fehlenden Kita-Plätzen eine Betreuungsoffensive. Arbeitslose könnten demnach aushelfen. In Niedersachsen löst die Idee ein verhaltenes Echo aus.

Der Vorschlag des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) sieht vor, dass Arbeitnehmer, die in der Corona-Krise ihren Job verloren haben oder in Kurzarbeit sind, zu Betreuern ausgebildet werden könnten. Ihnen sollten attraktive Angebote unterbreitet werden, um sich zur Tagesmutter oder zum Tagesvater ausbilden zu lassen, sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.

Auf klare Ablehnung stößt der Vorschlag bei der Gewerkschaft ver.di in Niedersachsen. Die Idee sei schon nicht gut gewesen, als im Frühjahr vorgeschlagen wurde, dass Verkäuferinnen und Verkäufer diese Aufgabe übernehmen sollen, sagt ver.di-Sprecher Matthias Büschking NDR 1 Niedersachsen. Die Gewerkschaft sorgt sich, dass Personal in die Kitas kommt, dass nicht mit Kindern umgehen kann. „Es muss uns doch allen darum gehen, für mehr Qualität in den Kitas zu sorgen und nicht für weniger“, sagte Büschking.

Die Eltern freuen sich: Zum Beginn des neuen Kita-Jahres kehren die Kindertagesstätten zum Regelbetrieb zurück. Es gibt wieder durchmischte Gruppen und Früh- und Spätbetreuung.

Der niedersächsischen Städte- und Gemeindebund (NSGB) hält den Vorstoß des Bundesverbands dagegen für diskussionswürdig. Die Idee mehr Menschen für die Arbeit in den Krippen und Kindergärten zu gewinnen sei erst mal richtig, sagt Kita-Experte Marco Mensen. Er fordert darüber hinaus, dass der Staat Männer stärker aktivieren müsste, weil ihr Anteil in den Kitas äußerst gering ist. Von der niedersächsischen Landesregierung verlangt Mensen mehr Hilfe, was den Bau neuer Krippenplätze angeht. Die Finanzierung neuer Krippen verlaufe oft schleppend, dabei entstehe auch der Eindruck, dass Kommunen betteln und bitten müssten. (Quelle: NDR, 12.10.2020)


Ab Mittwoch im Landkreis Grafschaft Bentheim: Sperrstunde und Maskenpflicht

Der Landkreis Grafschaft ergreift ab Mittwoch weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. So gilt für gastronomische Betriebe im Landkreis Grafschaft Bentheim ab kommenden Mittwoch zwischen 23 und 6 Uhr des Folgetages eine Sperrstunde. In der Fußgängerzone der Stadt Nordhorn gilt ab kommenden Mittwoch zudem eine Maskenpflicht. Hintergrund der Maßnahmen sind die steigenden Infektionszahlen. Mit 71, 5 liegt der Inzidenzwert des Landkreises aktuell weitaus über dem kritischen Wert. Damit ist der Landkreis Grafschaft Bentheim heute Vormittag zum Risikogebiet erklärt worden. (Quelle: NDR, 12.10.20)


Ermittlungen: Busfahrer forderte Schüler zum Ablegen der Masken auf

Die Polizei ermittelt gegen einen Busfahrer, der Schüler im Kreis Sömmerda in Thüringen aufgefordert hatte, ihren Mund-Nasen-Schutz abzulegen. Die Ermittlungen gegen den 38-Jährigen liefen wegen Nötigung, sagte eine Polizeisprecherin. Der Mann hatte Ende September ein Video in einem Schulbus auf der Fahrt nach Kölleda gedreht und im Internet hochgeladen. Darauf ist zu hören, wie er die Kinder aufforderte, ihre Masken abzulegen und so ein „bundesweites Zeichen“ zu setzen. (Quelle: DIE ZEIT, 12.10.20)


Rheinland-Pfalz verzichtet vorerst auf Beherbergungsverbot

Wegen des anhaltenden Streits um das Beherbergungsverbot verzichtet Rheinland-Pfalz vorerst auf die geplante Einführung dieser Regelung. Das Beherbergungsverbot werde nicht wie geplant am Dienstag in Kraft treten, weil die bundesweite Debatte „extrem virulent“ sei, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Montag in Mainz nach einem Treffen mit Kommunalverbänden.

Die Rückmeldungen etwa von den Hoteliers seien „verheerend“. „Solange diese Debatte nicht zu Ende geführt ist, werden wir diese Regelung auch nicht anwenden“, betonte Dreyer, die eine bundeseinheitliche Maßnahme für die beste Lösung hielte. Sie werde das Thema am Mittwoch in die Beratungen der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einbringen. (Quelle: ZDF, 12.10.20)


Sögel: Mitarbeiter/innen sollen in „Arbeitsquarantäne“

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) lässt die sog. Arbeitsquarantäne bei dem Weidemark_Schlachthof in Sögel rechtlich prüfen. Nach Dutzenden Corona-Fällen darf in dem Schlachthof seit heute eingeschränkt weitergearbeitet werden.

„Wir kennen keinen einzigen Fall, wo das so läuft und sind sehr verwundert über die Art und Weise“, sagte NGG-Sprecher Matthias Brümmer zu NDR 1 Niedersachsen. Seit Montag sollen rund 200 Mitarbeiter, die eigentlich unter Quarantäne stehen, zwischen Unterkunft und Schlachthof pendeln, um einen Minimalbetrieb in Niedersachsens größtem Schweineschlachthof zu gewährleisten. Darauf hatten sich Weidemark-Eigentümer Tönnies und der Landkreis Emsland verständigt. Die Gewerkschaft kritisiert, dass „hier dem Druck der Landwirtschaft nachgegeben wird und dass man hier nicht andere Arbeitsmodelle in irgendeiner Form findet“. Darüber hinaus sei es erstaunlich, dass Weidemark offenbar „von heute auf morgen“ ein Hygienekonzept vorgelegt habe. Aufgrund des Corona-Ausbruchs hatte der Landkreis zunächst verfügt, dass der Betrieb ab Montag für mehrere Wochen schließen muss.

Ein Kernpunkt des Hygienekonzeptes ist laut Landrat Marc André Burgdorf (CDU), dass sich die 200 Beschäftigten privat isolieren. Das Unternehmen versorge sie mit Lebensmitteln. Im Betrieb müssen die Arbeiter demnach sogenannte FFP2-Masken tragen, die sowohl den Träger als auch andere Personen vor Infektionen schützen. Zudem seien zwischenzeitlich neue Filteranlagen in den Kühlbereichen eingebaut worden, so der Landkreis weiter. Alle Maßnahmen würden kontrolliert. Normalerweise arbeiten bei Weidemark in Sögel rund 600 Menschen. Durch den Minimalbetrieb sollen täglich weiter bis zu 5.000 Tiere verarbeiten werden. (Quelle: NDR, 12.10.20)


Geeste-Dalum: Hotspot in Maschinenfabrik

In der Neuenhauser Maschinenbau GmbH im emsländischen Dalum (Gemeinde Geeste) gibt es einen größeren Corona-Ausbruch. Das hat Geschäftsführer Lutz Wolf von der Firmenzentrale in Neuenhaus (Grafschaft Bentheim) auf Anfrage der NOZ am Montag bestätigt. Insgesamt arbeiten in der Elwerathstraße 240 Beschäftigte.
„Wir haben gleich zu Beginn der Pandemie an all unseren Standorten verstärkte Sicherheitsmaßnahmen eingeführt“, sagte Wolf. So waren in Dalum „Schichten nur noch getrennt im Einsatz“. Außer den Schutzmasken gebe es auch Kontaktlisten. Zudem seien die Duschen sofort gesperrt worden.
Anfang Oktober habe die ersten „zwei bis drei positiven Covid 19-Fälle“ in Dalum gegeben.
In den folgenden Tagen seien die Infektionszahlen in die Höhe geschnellt. „Wir lagen in der Spitze im niedrigen zweistelligen Bereich.“ Exakte Angaben wollte er nicht machen. Wolf zeigte sich erleichtert, dass bei allen Erkrankten die Infektion bisher einen „milden Verlauf“ nehme. In Spitzenzeiten befanden sich 90 Mitarbeiter in Quarantäne. Dabei waren die Infizierten allesamt in der Produktion tätig. Die Verwaltung sei nicht betroffen gewesen, aufgrund der nachvollziehbaren Kontakte hätten sich aber trotzdem einige Mitarbeiter in Quarantäne begeben müssen. (Quelle: NOZ, 12.10.20)


(Quelle DIE ZEIT, 12.10.20)


Experten zu Ischgl: Schwere Fehler

Wie konnte sich der Ski-Ort Ischgl im März zu einem Corona-Hotspot in Europa entwickeln? Experten haben das Krisen-Management unter die Lupe genommen. In ihrem Bericht bemängeln sie, dass die Quarantäne überhastet über das Gebiet verhängt wurde.

Sieben Monate nach dem Corona-Ausbruch im Tiroler Ski-Ort Ischgl hat eine Experten-Kommission schwere Fehler im Krisen-Management ausgemacht. So sei der Betrieb der Skibusse und der Seilbahnen einen Tag später als erforderlich eingestellt worden, sagte der Kommissionsvorsitzende Ronald Rohrer in Innsbruck.

Die Verkündung der Quarantäne über das Paznauntal durch Bundeskanzler Sebastian Kurz am 13. März hätte aus Sicht der Experten besser vorbereitet werden müssen. Es habe panikartige Reaktionen bei den vielen ausländischen Gästen gegeben, die in Windeseile versucht hätten, die Region zu verlassen. Es habe an der sofortigen Information an die Touristen gefehlt, dass sie über das Wochenende „gestaffelt und kontrolliert“ abreisen sollten. Außerdem habe es keinen Evakuierungsplan gegeben, kritisierte Rohrer.

Für einen oft kolportierten Einfluss der Tourismus- und Seilbahnwirtschaft auf die Entscheidungen der Behörden gebe es keine Anhaltspunkte. Als positiv und angemessen wertete die Kommission, die anfängliche Reaktion der Behörden nach Bekanntwerden der ersten Fälle mit Bezug zu Ischgl Anfang März. Ein Barkeeper war positiv auf Corona getestet worden. Da auch Gäste sich infiziert hatten, sperrten die Behörden die Bar am 9. März. Tags darauf verfügten sie das Ende der Ski-Saison. Alle Lokale mussten schließen.

Die Kommission hatte für den Bericht insgesamt 53 Menschen befragt, unter ihnen Betroffene, Vertreter der Seilbahn- und der Tourismuswirtschaft sowie Verantwortliche auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene. Der 1.600-Einwohner-Ort in Tirol gilt nicht zuletzt wegen der dortigen Feiern beim Après-Ski als einer der Hotspots bei der Verbreitung des Coronavirus in Teilen Europas. Auch viele deutsche Gäste steckten sich hier an.

Bei einem österreichischen Verbraucherschutzverein, der die Interessen der Geschädigten vertreten will, haben sich inzwischen mehr als 6.000 Tirol-Urlauber aus 45 Staaten gemeldet. Tausende Corona-Infektionen in Europa sollen auf Menschen, die in Tirol Urlaub gemacht haben, zurückzuführen sein. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt gegen vier Verdächtige wegen vorsätzlicher oder fahrlässiger Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. (Quelle: Tagesschau, 12.10.20)


Erst ab Donnerstag wird per Leitfaden gelüftet

Das Umweltbundesamt will am Donnerstag seinen angekündigten Leitfaden zum richtigen Lüften in Schulen in Corona-Zeiten vorstellen. Die Handreichung werde auf vier Seiten den Stand der Empfehlungen zum Thema und zum möglichen Einsatz von Luftreinigungsgeräten zusammenfassen, sagte ein Sprecher am Montag.

Der Direktor im Umweltbundesamt, Heinz-Jörn Moriske, hatte bei einem Expertengespräch mit der Kultusministerkonferenz (KMK) im September die Erarbeitung einer entsprechenden Handreichung zum Lüften für alle Schulen im Bundesgebiet zugesichert. Die Länder haben auch in eigenen Hygieneplänen schon Vorgaben dafür formuliert. (Quelle: ARD, 12.10.20)


Überblick am Mittag

  • Den zweiten Tag in Folge hat der Iran mit 272 neuen Toten die höchste eintägige Zahl der CoViD-19-Todesopfer durch das Coronavirus bekannt gegeben sowie mit 4.206 die höchste Anzahl neuer Fälle an einem Tag.
  • Moskau hat mit der Umsetzung von Maßnahmen begonnen, um ein Drittel der Büroangestellten im Homeoffice arbeiten zu lassen; am Montag meldete Russland mehr als 13.000 neue Fälle meldete.
  • In Großbritannien sollen sich drei Nightingale-Hilfskrankenhäuser im Norden Englands auf die Aufnahme von Patienten vorzubereiten, wenn die Fälle von Covid zunehmen. Prof. Jonathan Van-Tam, Englands stellvertretender NHS-Direktor, sagte, dass ein Anstieg der Todesfälle unvermeidlich sei.
  • Malaysia kündigte an, ab Mittwoch einige Bewegungseinschränkungen in seiner Hauptstadt und im Nachbarstaat Selangor zu verhängen; das Land hat mit einer erneuten Zunahme von Coronavirus-Fällen zu kämpfen.
  • Die Behörden in Frankreich könnten gezwungen sein, neue Lockdown-Maßnahmen zu verhängen, um einen weiteren Anstieg der Coronavirus-Fälle einzudämmen, der die Krankenhäuser belastet, sagte der französische Premierminister Jean Castex.
  • Italien wird private Partys verbieten und die Anzahl der Gäste bei Hochzeiten und Beerdigungen ubegrenzen. Die neuen Begrenzungen zielen darauf, einen Anstieg der Coronavirus-Infektionen einzudämmen. Dies geht aus einem von Reuters veröffentlichten Dekretentwurf hervor.
  • Alle 9 Millionen Menschen in einer großen chinesischen Hafenstadt werden nach einem eher kleinen Ausbruch auf CoViD-19 getestet, teilten Gesundheitsbeamte in China am Montag mit.
    (Quelle: The Guardian, 12.10.20)

„Corona-Kabinett“ besorgt: Lage weiter ernst

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die zuständigen Minister zeigen sich besorgt über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte nach Beratungen des sogenannten Corona-Kabinetts, die Lage sei ernst. Jetzt entscheide sich, ob man sich erfolgreich gegen die Pandemie stemmen könne oder nicht. Deutschland sei am Beginn der zweiten Welle. Teilweise gebe es bereits wieder mehr schwer verlaufende Fälle, in denen auch die Intensivstationen der Krankenhäuser genutzt werden müssten. Seibert verteidigt die Orientierung an den Neuinfektionszahlen. Sie seien wichtig, weil die Gesundheitsämter alle Infektionsketten nachverfolgen müssten. Beschlüsse wurden bei dem Treffen von Merkel mit den Fachministern nicht getroffen. Am Mittwoch will die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten über weitere Maßnahmen gegen das Virus beraten. (Quelle: ARD, 12.10.20)


Verwaltungsgericht Osnabrück: Eilanträge gegen Quarantäne abgewiesen

Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat am Montag Eilanträge eines Vaters und seiner beiden Töchter gegen eine Corona-Quarantäne abgelehnt. Das Gericht stellte fest, dass die sogenannte Absonderungsanordnung nicht rechtswidrig sei und man auf Basis der epidemiologischen Erkenntnisse zum Coronavirus von einem Ansteckungsverdacht ausgehen könne. Das öffentliche Interesse überwiege angesichts der Gefahr möglicher Folgeinfektionen das Interesse der Antragsteller an einer vorzeitigen Beendigung der Quarantäne, hieß es.
Die Quarantäne war durch den Landkreis Emsland verfügt worden, nachdem eines der Kinder in einer Kindertagesstätte Kontakt zu einem positiv getesteten Kind hatte. Der Mann hatte argumentiert, dass die Quarantäne nach einem negativen Test der Tochter unverhältnismäßig sei. Sie endet am Dienstag.
Die Beschlüsse (3 B 70/20 und 3 B 71/20) sind noch nicht rechtskräftig und können binnen zwei Wochen nach Zustellung mit der Beschwerde angefochten werden. (Foto: Verwaltungsgericht Osnabrück (C) s. Archiv v. 19.01.2018; Quelle: NDR, 12.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 23.184 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 12. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Das sind 263 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt sind beim NLGA mittlerweile 697 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert und damit einer mehr als am Vortrag. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 18.791 der bislang gemeldeten Fälle (etwa 81,1 Prozent aller Fälle). (Quelle: NDR, 12.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 12.10.2020, 10.30 Uhr

Die Corona-Zahlen im Landkreis Emsland sind auch in den letzten 24 Stunden stark gestiegen: Weitere 41 Personen haben sich infiziert. Die Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1.071 (+41); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Inzidenzwert von 328,9. Insgesamt sind im Emsland jetzt 258 (+36 !) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt.

Die Zahl der als genesen Geltenden stieg auf jetzt insgesamt 788 Genesene (+5). Erfreulich in all dem: Trotz der Zunahme gibt es bisher keine weiteren CoViD-19-Toten im Emsland.

Vier Patienten werden in den knapp 100 Intensivbetten in den Krankenhäusern des Landkreises wegen CoViD-19 behandelt.

In Lingen (Ems) beträgt die Gesamtzahl der Infizierten 152 (+5) (=276,4/100.000); 125 (+ 1) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für Lingen zu aktuell 23 Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 22 17 1 4
Einheitsgemeinde Emsbüren 27 22 0 5
Samtgemeinde Freren 56 46 9 1
Einheitsgemeinde Geeste 30 23 0 7
Stadt Haren (Ems) 88 77 1 10
Stadt Haselünne 56 47 0 9
Samtgemeinde Herzlake 20 19 0 1
Samtgemeinde Lathen 30 22 0 8
Samtgemeinde Lengerich 25 22 1 2
Stadt Lingen (Ems) 152 (+5) 125 (+2) 4 23 (+4)
Stadt Meppen 134 97 4 33
Samtgemeinde Nordhümmling 23 16 0 7
Stadt Papenburg 95 69 2 24
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 19 17 0 2
Samtgemeinde Sögel 174 71 0 103
Samtgemeinde Spelle 16 15 1 0
Einheitsgemeinde Twist 38 27 2 9
Samtgemeinde Werlte 64 55 0 9
Gesamt* 1071 (+41) 788 (+5) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 258 (+36)

(12.10.20)


Chaos: Neues von den Behörden

Nach Daten des Robert-Koch-Instituts ist der 7-Tagesinzidenz-Wert im Landkreis Emsland wieder deutlich unter den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen gesunken. Demnach liegt er aktuell bei 25,7 Corona-Fällen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern. In der Grafschaft Bentheim liegt der Wert bei 48,1 und damit nur knapp unter der kritischen Grenze.

Die Internetseite des Landes Niedersachsen ist „aufgrund von Wartungsarbeiten am Montag, 12.10.2020 …derzeit nicht erreichbar. Die Internetseite wird voraussichtlich im Laufe des Tages wieder zur Verfügung stehen.“ Da die Werte des Landes entscheidend für die Einstufung als Risikogebiet sind, gibt es zurzeit keine Bestätigung für die Angaben des RKI und auch bis jetzt (Update: 14.00 Uhr) keine Zahlen für die Bevölkerung…

Die Wochenzeitschrift DIE ZEUT meldet heute 68,5 Fälle/100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen. Es ist aber der Wert vom Sonntag…

(Quellen: RKI, Ems-Vechte-Welle, 12.10.20)


Lehrers Rat ist guter Rat!

Der Deutsche Philologenverband rät Schülerinnen und Schülern, sich für den Klassenunterricht in den kommenden Monaten warm zu kleiden. Richtiges Lüften sei das A und O, um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus möglichst gering zu halten, sagte die Verbands-Vorsitzende Lin-Klitzing der „Bild“-Zeitung. Für die kalten Monate müssten Pullover, Schals und Decken zur Grundausstattung in den Klassen gehören. (Quelle: DLF, 12.10.20)


Südkorea lockert Abstandsregeln nach Rückgang der Neuinfektionen

Südkorea hat am Montag einen moderaten Anstieg der Corona-Neuinfektionen von 97 Fällen gemeldet. Zugleich traten Lockerungen der Abstandsregeln in Kraft. So dürfen Unternehmen mit höherem Risiko wie Nachtclubs und Karaoke-Bars wieder öffnen, sofern sie sich an Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Masken halten und Gästelisten führen. Auch im Profisport werden wieder Zuschauer erlaubt. Allerdings dürfen zunächst nur 30 Prozent der Sitzplätze in einem Stadion gefüllt werden.

Die Regierung in Seoul war zu dem Schluss gekommen, dass die Zahl der Infektionen nach einem Anstieg Mitte August inzwischen wieder zurückgegangen ist. (Quelle: ZDF, 12.10.20)


Zusammenfassung am Morgen

  • Die weltweiten Coronavirus-Fälle nähern sich laut dem Tracker der Johns-Hopkins-Universitäty 37,5 Mio; steigende Infektionen in Indien sowie in den USA und Europa trtagen zu höheren täglichen Gesamtwerten bei. Es gibt bisher keine Anzeichen einer Verlangsamung. Die Zahl der offiziell bestätigten CoViD-19-Todesopfer liegt weltweit bei 1.075.848.
  • Italien plant landesweit neue Beschränkungen, nachdem die Infektionen auf das zuletzt im März festgestellte Niveau gestiegen sind. Italienische Experten treffen sich am Montag, um die Restriktionen zu erörtern, die im Laufe der Woche in Kraft treten sollen, nachdemdie täglichen Infektionen des Landes in den letzten Tagen zum ersten Mal seit März 5.000 überschritten haben. Die mit dem Virus verbundenen Todesfälle sind jedoch zurzeit weitaus geringer als auf dem Höhepunkt der Pandemie im Frühjahr. Gesundheitsminister Roberto Speranza sagte, er habe ein landesweites Verbot privater Partys vorgeschlagen, während Rom auch Einschränkungen der Öffnungszeiten von Bars und Restaurants plant.
  • Die Gesundheitsbehörden in Griechenland gaben 13 Todesfälle durch Covid-19 sowie 280 neu bestätigte Infektionen in den letzten 24 Stunden bekannt. Die Gesamtzahl der Fälle des Landes seit Beginn der Pandemie beträgt jetzt 22.358 und 449 Todesfälle. Am Montag werden in Athen und in mehreren Regionen Griechenlands, in denen neue Fälle vermehrt auftreten, neue Beschränkungen für die Anzahl der Personen eingeführt, die in Restaurants, Museen und archäologischen Stätten zugelassen sind.
  • Mehr als die Hälfte der Krankenschwestern in Frankreich steht kurz vor dem Burn-Out. Laut einer Umfrage unter fast 60.000 von ihnen hatten sie Probleme mit abgesagten Ferien und erhöhter Arbeit aufgrund der Pandemie.
  • Der britische Premierminister Boris Johnson wird voraussichtlich ein dreistufiges Warnsystem für Covid-Beschränkungen für England vorstellen. Die erste Stufe wird voraussichtlich bestehende Beschränkungen beinhalten, die Versammlungen auf sechs Personen und eine Sperrstunde für Pubs und Restaurants ab 22 Uhr vorsehen, sowie bestehende Regeln für Masken und Abstände. Die zweite Stufe umfasst wahrscheinlich Verbote von Hausbesuchen und die Kontaktaufnahme mit anderen Haushalten in Bars oder Restaurants , während die letzte Stufe die Schließung von Bars und Pubs erzwingen könnte. Orte wie Merseyside, Manchester und Newcastle – die am stärksten betroffenen Gebiete – werden voraussichtlich den härtesten Einschränkungen unterliegen.
  • In China kündigte die Stadt Qingdao in der östlichen Provinz Shandong Pläne an, jeden ihrer neun Millionen Einwohner zu testen, nachdem sechs neue Fälle im Zusammenhang mit einem Krankenhaus zur Behandlung von Infektionen bei zurückkehrenden internationalen Reisenden aufgetreten sind. Die Testung wird voraussichtlich über fünf Tage stattfinden. Die Stadt meldete am 11. Oktober sechs neue Fälle und sechs asymptomatische Fälle. Die meisten Fälle waren mit dem Qingdao-Krankenhaus verbunden.
  • Südkorea bestätigte 97 neue Fälle, ein bescheidener Anstieg gegenüber dem in der vergangenen Woche gemeldeten Tagesniveau. Die Behörden lockerten die Abstandregeln, nachdem sie zu dem Schluss gekommen waren, dass sich die Übertragungen nach einem Wiederaufleben Mitte August verlangsamt haben.
  • Ein zweiter Corona-Fall wurde auf den Salomonen, dem pazifischen Archipel, bestätigt, der bis zu diesem Monat Covid-frei geblieben war. Der erste Fall, der am 3. Oktober bestätigt wurde, war ein Student, der Ende September von den Philippinen zurückgeführt worden war. Der zweite bestätigte Fall ist ein anderer Student, der sich auf demselben Flug befand.
  • Der Präsident von Französisch-Polynesien, Edouard Fritch, ist bei seiner Rückkehr nach Tahiti aus Frankreich, wo er den französischen Premierminister Jean Castex und den Präsidenten Emmanuel Macron getroffen hatte, positiv auf CoViD-19 getestet worden. (Quele: The Guardian, 12.10.20)

Duisburg übersteigt Corona-Warnstufe – neue Einschränkungen

Duisburg hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Wie aus den Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen hervorgeht, liegt der Wert bei 50,1 (Datenstand 12.10., 0.00 Uhr). Seit Beginn der Corona-Krise haben die Gesundheitsämter in der Stadt 3.251 nachweisliche Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet.

Am Sonntag hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) einheitliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Corona-Hotspots angekündigt. Sobald ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt in NRW die Grenze von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschreite, sollen sich dort nur noch bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Außerdem sollen in diesem Fall Öffnungszeiten von Kneipen und Restaurants eingeschränkt werden. Für öffentliche Veranstaltungen sollen strengere Obergrenzen für die Teilnehmerzahl gelten. Für Feiern in privaten Räumen soll die Teilnehmerzahl dann auf 25 begrenzt werden. (Quelle: ZDF, 12.10.20)


Deutschland-Zahlen

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen 2.467 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Vortag hatte der Wert noch bei 3.483 gelegen, nachdem am Samstagmorgen 4.721 Neuinfektionen gemeldet worden waren. Erfahrungsgemäß liegen die erfassten Zahlen an Sonntagen und Montagen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI weitergeben. (Quelle: RKI, 12.10.20)


München überschreitet erneut Corona-Warnstufe

München hat in der Corona-Pandemie erneut die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Wie aus den Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen hervorgeht, liegt der Wert bei 50,6 (Datenstand 12.10., 0.00 Uhr). Auch die Landkreise Regen und Fürstenfeldbruck sowie die Städte Memmingen und Rosenheim in Bayern übersteigen derzeit den kritischen Wert.
Seit Beginn der Corona-Krise haben die Gesundheitsämter laut RKI in der Landeshauptstadt München 12.592 nachgewiesene Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet. (Quelle: ZDF, 12.10.20)


Überblick zur Nacht

  • Großbritannien hat weitere 12.872 Infektionen und 65 Todesfälle gemeldet – gegenüber 15.166 bzw. 81 am Samstag. Sonntags sind die Zahlen jedoch aufgrund von Verzögerungen bei der Berichterstattung am Wochenende normalerweise niedriger.
  • Israel hat ein neues Coronavirus-Behandlungszentrum eröffnet, das vom Sanitätskorps der Armee betrieben wird, da das Land mit einer der weltweit höchsten täglichen Infektionsraten pro Kopf zu tun hat.
  • Die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) meldeten am Sonntag 7.694.865 Coronavirus-Fälle, ein Anstieg von 53.363 Fällen gegenüber der vorherigen Zählung, und sagten, dass die Zahl der Todesfälle in den USA um 577 auf 213.614 gestiegen ist.
  • Twitter hat einen Tweet von Donald Trump als irreführend gekennzeichnet, der darauf hinweist, dass er eine Coronavirus-Immunität hat.
    Griechenland kündigte am Sonntag 280 neue Fälle des Coronavirus an, zusammen mit 13 Todesfällen – die höchste Anzahl an täglichen Todesfällen im Land seit Beginn der Pandemie.
  • Der Iran verzeichnete innerhalb von 24 Stunden 251 CoViD-19-Tote – die höchste tägliche Zahl. Das Gesundheitsministerium sagte, die Gesamtzahl der identifizierten Fälle sei auf über 500.000 gestiegen.
  • Russland erlitt seinen bisher schlimmsten Tag für Neuinfektionen. Moskau meldete innerhalb von 24 Stunden 13.634 neue Fälle; die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie.
  • Indien bestätigte am Sonntag 7 Millionen Infektionsfälle insgesamt, wobei in den letzten Wochen die Zahl neuer Fälle nicht mehr so stark stieg wie zuvor (Quelle The Guardian, 11.10.20)

Zwei Spieler des VfL Osnabrück infiziert

Die regelmäßigen Corona-Tests bei den Lila-Weißen haben zwei positive Ergebnisse gebracht. Betroffen sind zwei Spieler des Zweitligisten. Um wen es sich handelt, gaben die Niedersachsen nicht bekannt.

Beide Spieler sind laut Angaben des Fußball-Zweitligisten von Sonntag symptomfrei und fühlen sich gut. Mannschaftsarzt Dr. med. Thomas Herzig, der zugleich auch der Hygienebeauftragte des VfL Osnabrück ist, befinde sich „in ständigem und auch in dieser Angelegenheit engem Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsdienst“. Das Mannschaftstraining für Montag sei bereits „vorsorglich“ abgesagt worden.

Nach der Länderspielpause steht als nächstes Ligaspiel für den VfL am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) das Duell mit dem SV Darmstadt 98 an. Ob dieses ausgetragen werden kann, ist aktuell offen. Die Verantwortlichen stünden in Kontakt mit der DFL, heißt es in der Vereinsmitteilung – und: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lassen sich noch nicht alle offenen Fragen beantworten, wofür die Lila-Weißen um Verständnis bitten.“ (Quelle: NDR, 11.10.20)


Iran meldet traurigen Rekord: 251 Tote an einem Tag

Der Iran hat die bislang höchste Zahl der an einer Corona-Infektion Gestorbenen bekannt gegeben: Am Sonntag vermeldete das Gesundheitsministerium 251 Tote und 3.822 neue Infektionsfälle. Der Iran hat 80 Millionen Einwohner.

Jüngst infizierten sich zwei Vizepräsidenten: Ali Akbar Salehi, der auch Chef der iranischen Atomenergieorganisation ist, befinde sich zuhause in Quarantäne, berichtete die halboffizielle Agentur Tasnim. Auch bei dem für den Haushalt und Planung zuständigen Vizepräsidenten Mohammed Bagher Nobacht sei eine Corona-Infektion festgestellt worden. (Quelle: ARD, 11.10.20)


Niedersachsen: Sechs Regionen über dem Grenzwert
Infektionszahlen aus dem Emsland nach 4 Tagen auch in Hanover eingetroffen

Nach den Zahlen, die dem Gesundheitsministerium am Sonntag vorlagen, verzeichnete den höchsten Wert der Landkreis Cloppenburg mit 103,7, gefolgt von der kreisfreien Stadt Delmenhorst (90,3). Dann folgen die Landkreise Grafschaft Bentheim (70,0), Emsland (52,6) und Wesermarsch (51,9). Nach einem Corona-Ausbruch in einem Altenheim in Bad Essen muss zudem der Landkreis Osnabrück befürchten, demnächst den kritischen Grenzwert zu überschreiten. In ganz Niedersachsen stieg die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen am Sonntag um 265 auf insgesamt 22.921 Fälle. Der 7-Tages-Inzidenzwert stieg von 20,4 am Sonnabend auf 21,0.

Angespannt bleibt die Lage in Delmenhorst. Die von der Stadt selbst am Sonntag gemeldeten Zahlen sind noch einmal deutlich höher als die des Landes: Demnach wurden seit Sonnabend 15 weitere Personen positiv getestet, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 117,1 auf 135,4. Die Unterschiede gegenüber den offiziellen Angaben des Landes erklärt die Stadt mit Verzögerungen durch die Übermittlungen. Im Gegensatz zu den übrigen betroffenen Region ist in Delmenhorst der Auslöser für die rasant steigenden Zahlen unbekannt. Laut Gesundheitsamt gibt es nicht das eine Ereignis, dass dafür gesorgt hat, dass die Zahlen rasant steigen. Der Krisenstab geht davon aus, dass das Virus aus den Corona-Hotspots im Umland eingeschleppt wurde.

In den übrigen Regionen sind die Ursachen dagegen klar: Unter anderem in Cloppenburg und im Emsland sind sie auf Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen zurückzuführen, im Landkreis Vechta gibt es unter anderem viele Infektionen in einem Seniorenheim. Im Landkreis Wesermarsch treten die Infektionen vor allem in der Gemeinde Lemwerder auf.

In Hannover sind inzwischen auch die Infektionszahlen für den Landkreis Emsland eingetroffen, die bereits am Donnerstag zu einer Inzidenzzahl von >50 geführt hatten. (Quelle: NDR, 11.10.20)


Kanzleramtschef Braun verteidigt Beherbergungsverbot als „Notfallmaßnahme“

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat das von den meisten Bundesländern verhängte Beherbergungsverbot für Reisende aus deutschen Corona-Risikogebieten gegen Kritik verteidigt. Da derzeit eine steigende Zahl von Städten die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschreite, handele es sich um eine „Notfallmaßnahme“, sagte Braun am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.
Viele Bundesländer seien besorgt, dass Besucher aus den
betroffenen Städten „eben in ihre Urlaubsregionen mehr Infektionen eintragen“. „Daher ist sozusagen dieses Beherbergungsverbot mit der Möglichkeit sich frei zu testen, eine echte Notfallmaßnahme.“
So habe etwa Mecklenburg-Vorpommern „als Ganzes eine Inzidenz von etwas um die 5 und Berlin über 60“. Bei solchen Unterschieden im Infektionsgeschehen sei es aus seiner Sicht „ganz klar, dass jeder sich schützen will. Und dann ist so etwas am Ende unvermeidlich“.

Wichtigstes Ziel sei es, dass die Produktivwirtschaft weiterlaufe, dass Schulen und Kindergärten offen blieben, damit Deutschland gut durch die Krise komme. „Deshalb müssen wir da, wo die Infektionsketten sich hauptsächlich ausbreiten, nämlich bei Feiern und leider auch beim Reisen etwas strenger sein“, sagte Braun. (Quelle: TSP, 11.10.20)


Berlin: Mehr Patienten auf Intensivstationen

Am Wochenende sind in Berlin insgesamt 520 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Am Sonntag kamen 247 Neuinfektionen hinzu. Die Sieben-Tage-Inzidenz für Berlin liegt bei 61,3. Das geht aus dem Lageso-Lagebericht für Sonntag hervor.

Acht Bezirke überschreiten derzeit den kritischen Wert von 50 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Darunter alle westlichen Bezirke, so liegt Steglitz-Zehlendorf (50) darüber, Spandau (52,2) und auch Reinickendorf (64). Den höchsten Wert erreicht Neukölln mit 147,3.

160 Patienten befinden sich in stationärer Behandlung, 39 davon werden intensivmedizinisch betreut, 24 müssen beatmet werden. Die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Patienten hat sich seit dem 23. September verdoppelt. (Quelle: TSP, 11.10.20)


Expertenbericht zu Ischgl wird Montag vorgestellt

Eine Expertenkommission legt am Montag um 13 Uhr in Innsbruck ihren Bericht zum umstrittenen Corona-Krisenmanagement im österreichischen Ischgl vor. Die Kommission hat insgesamt 53 Menschen befragt, darunter Betroffene, Vertreter der Seilbahn- und der Tourismuswirtschaft sowie Verantwortliche auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene. Der 1600-Einwohner-Ort in Tirol gilt nicht zuletzt wegen der dortigen Feiern beim Après-Ski als einer der Hotspots bei der Verbreitung des Coronavirus in Teilen Europas. Auch viele deutsche Gäste steckten sich im März hier an.

Aus Sicht der Kritiker erfolgten die Maßnahmen wie die Schließung von Bars, des Skigebiets und schließlich die Quarantäne über das gesamte Paznauntal am 13. März zu spät. Mehrere Tausend Corona-Infektionen in Europa sollen auf Menschen, die in Tirol Urlaub gemacht haben, zurückzuführen sein. (Quelle: TSP, 11.10.20)


Zweiter Lockdown in Tschechien möglich

Die Zahl der Neuinfektionen steigt nach Einschätzung der tschechischen Regierung enorm. Am Freitag gab es mit 8.618 Neuinfektionen den vierten Tagesrekord in Folge. Am Samstag kamen 4.635 Fälle hinzu – das war der höchste Wert an einem Wochenende.

Ministerpräsident Andrej Babiš schließt inzwischen einen zweiten Lockdown wie im Frühjahr nicht mehr aus. Von Montag an müssen Theater, Kinos, Museen, Galerien und Sportstätten schließen.

Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner und verzeichnete seit Beginn der Pandemie 948 Todesfälle. (Quelle: DIE ZEIT, 11.10.20)


(11.10.20)


Überblick am Abend

  • In Großbritannien hat Premierminister Boris Johnson eine seltene Sonntagsbesprechung mit Ministern abgehalten, während der Streit zwischen seiner Regierung und lokalen Politikern fortgesetzt wurde. Bürgermeister in Manchester und Liverpool beschuldigten die Minister der britoischen Regierung, Entscheidungen über lokale Sperren als vollendete Tatsachen zu treffen und sich zu weigern, sie ordnungsgemäß zu konsultieren. Der Premierminister will am Montag seinen neuen Corona-Plan vorlegen.
  • Russland erlitt seinen bisher schlimmsten Tag für Neuinfektionen. Moskau meldete innerhalb von 24 Stunden 13.634 neue Fälle; die schlimmste Zahl seit Beginn der Pandemie.
  • Der Arzt des Weißen Hauses, Sean Conley, hat mitgeteilt, Präsident Trump habe am Samstag einen Covid-19-Test durchgeführt, der zeige, dass er kein „Übertragungsrisiko für andere“ mehr darstelle.; denn es gebe keine Beweise mehr für „aktive Replikation von Viren“.
  • Die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich stieg zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie an einem Tag auf über 26.000.
  • Großbritannien verzeichnete am Samstag täglich 15.166 neue Fälle von Coronavirus. Ein Anstieg den am Vortag gemeldeten 13.864 Fällen . (Quelle: The Guardian, 11.10.20)

Spanische Regionen verschärfen Corona-Maßnahmen

Die spanischen Regionen Katalonien und Navarra verschärfen ihre Corona-Maßnahmen. In Katalonien sollen Firmen ihre Mitarbeitenden auffordern, für die kommenden 15 Tage von zu Hause aus zu arbeiten. „Ohne neue Maßnahmen könnten wir in zwei oder drei Wochen in die Lage von Madrid gelangen“, sagt der Gesundheitsminister der autonomen Region, Josep Maria Argimon.

Madrid gilt als einer der größten Corona-Hotspots in Europa, seit Freitag gilt dort der Notstand. In der nordspanischen Region Navarra sollen Treffen von mehr als sechs Personen verboten werden, Restaurants müssen ihre Gästekapazität halbieren und um zehn Uhr abends schließen.

Spanien ist mit 850.000 Infektionen schwer von der Corona-Pandemie betroffen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag zuletzt bei 115. Im gleichen Zeitraum gab es 541 Tote. Der Anteil der Covid-19-Patientinnen und -Patienten in den Krankenhäusern steigt. Es gilt eine Maskenpflicht im Freien. Viele Gebiete und Gemeinden sind abgeriegelt. (Quelle: DIE ZEIT, 11.10.20)


Strohpuppen im Kampf gegen das Virus

In Kambodscha haben Bauern Vogelscheuchen zum Schutz vor der Corona-Pandemie vor den Häusern aufgestellt. Die als „Ting Mong“ bekannten Puppen sind in kambodschanischen Dörfern häufig zu sehen, wenn Krankheiten wie das Dengue-Fieber die Einwohner bedrohen. Mit einem Stock bewaffnet oder einer finsteren Mine im Gesicht sollen sie vor Unheil schützen – nun auch vor Corona.

Sie habe zwei Vogelscheuchen aufgestellt, „um zu verhindern, dass das Coronavirus meine Familie bedroht“, sagte die 45-jährige Bäuerin Sok Chany aus der Provinz Kampong Cham, im Nordosten der Hauptstadt Phnom Penh. Im mehrheitlich buddhistische Kambodscha glauben viele Menschen, dass Geister an Orte, Tiere und Dinge gebunden sind. Die Vogelscheuchen sollen böse Geister abwehren, die den Menschen Schaden zufügen wollen.

Kambodscha ist nach offiziellen Angaben bislang größtenteils verschont von der Corona-Pandemie geblieben. Das Land verzeichnete insgesamt 283 Infektionen und keine Todesfälle. Kritiker vermuten allerdings, dass die Zahlen auf fehlende Tests zurückzuführen sind. (Quelle: TSP, 11.10.20)


Sonntagsentscheidung durch den Landkreis Emsland…

Update: Pressemitteilung des Landkreises
(11.10.20)


NRW: Neue Einschränkungen… ab 1. November, also in 3 Wochen

Große Hochzeitsfeiern werden in NRW nicht mehr möglich sein. Das hat Ministerpräsident Armin Laschet heute nach einer Kabinettsitzung verkündet. Außerdem soll es einheitliche Regeln für alle Kommunen geben.
Weniger Menschen auf engem Raum, einheitliche Regeln für alle Kommunen in NRW: Das sind die wesentlichen Punkte der Maßnahmen, die die Landesregierung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ergreifen will. Wie Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) heute nach der Sondersitzung des Kabinetts mitteilte, sei es angesichts der steigenden Infektionszahlen wichtig, schon vor dem Winter gemeinsame Maßnahmen zu ergreifen. Die sollen dann für alle Hotspots im Land gelten, also für die Kommunen oder Kreise, in denen es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gab.
Konkret: Die Zahl der Personen in einem solchen Risikogebiet, die aus unterschiedlichen Haushalten kommen und sich in einem öffentlichen Raum treffen wollen, wird künftig von 10 auf 5 halbiert. Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen im Freien und 250 drinnen werden abgesagt – Kneipenbesuche im großen Stil sind damit nicht mehr möglich. Außerdem darf die Maske auch am Platz nicht abgelegt werden.

Feiern im öffentlichen Raum sollen generell auf 50 Personen beschränkt werden – große Hochzeitsfeiern mit Hunderten von Gästen sind also tabu. Wohnt man in einem Risikogebiet, sind nur 25 Personen erlaubt.

Diese Regel soll unabhängig von den Fallzahlen gelten und mit der neuen Coronaschutzverordnung eingeführt werden, die ab 1. November gelten soll. Wohnt man in einem Risikogebiet sind nur 25 Personen erlaubt. „Es ist wichtig, das öffentliche Leben, die Schulen und Kitas offen zu halten“, sagte Laschet, „da muss man Opfer bringen“. (Quelle: WDR, 11.10.20)


Festnahmen und Geldstrafen in Israel

Die Polizei hat am Wochenende Tausende Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen mit Bußgeldern geahndet. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, hatten sich mehrere tausend ultraorthodoxe Juden am späten Samstagabend in Jerusalem zum Feiertag Simchat Torah versammelt. Dabei seien Abstandsregeln und die Maskenpflicht missachtet worden. Zudem wurden in einer Synagoge vier Patienten mit Corona-Symptomen entdeckt.

Bei einer Demonstration gegen die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kam es am Samstagabend in Tel Aviv zu vier Festnahmen. Den Demonstrierenden werden Angriffe auf Polizeibeamte und Sachbeschädigung zur Last gelegt. Zu den erneuten Protesten gegen Netanjahu hatte unter anderem die Bewegung Schwarze Flaggen aufgerufen. An den Demonstrationen nehmen auch Kritiker des Corona-Krisenmanagements der Regierung teil.

Unter den gut neun Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Israels gab es bereits mehr als 290.000 Infektionen. Davon sind 1.941 Menschen nach Angaben der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität bis Sonntag an oder mit Covid-19 gestorben. (Quelle: TSP, 11.10.20)


Polizei löst Partys in München und Trier auf – Kontrollen im Norden

Am Wochenende hat die Polizei Partys in München und Trier wegen Verstößen gegen die Corona-Bestimmungen aufgelöst. Die Beamten in München seien am Sonntagmorgen auf 200 Feiernde gestoßen, sagte ein Polizeisprecher. Anwohner hatten sich gemeldet. Die Polizei löste die illegale Rave-Party auf dem Gelände des Münchner Schlachthofs auf und stellte die Identitäten von 20 Anwesenden fest. Diese erwartet nun eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen die Infektionsschutzverordnung.

In der Nacht zuvor hatten Beamte eine Feier von mehr als 100 Menschen im rheinland-pfälzischen Trier aufgelöst. Die Veranstaltung habe „unter Missachtung jeglicher Vorsichtsmaßnahmen“ in einem Partyraum stattgefunden, teilte die Polizei mit. Anwohner hatten die Beamten um drei Uhr nachts alarmiert. Einige Partygäste seien beim Eintreffen der Beamten in einen nahe gelegenen Wald geflüchtet. Die Polizei habe die Personalien von mehr als 70 Jugendlichen und jungen Erwachsenen festgestellt.

Die Feiernden kamen laut Polizei auch aus dem Nachbarland Luxemburg. Die Polizei beendete die Feier und stellte die Musikbox sicher. „Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Veranstaltung möglicherweise einen kommerziellen Charakter hatte“, teilte die Polizei mit. Ein Verantwortlicher habe sich jedoch nicht zu erkennen gegeben, es werde weiter ermittelt.

In Hamburg wurden am Wochenende 700 Betriebe kontrolliert. In 182 Fällen wurden Verstöße festgestellt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Insgesamt seien 205 Ordnungswidrigkeiten eingeleitet und 86 mündliche Verwarnungen ausgesprochen worden.

Nach Polizeiangaben von heute wurden nach Kontrollen in Hannover insgesamt acht Bars und Diskotheken wegen Verstoßes gegen die Coronaregeln vorläufig geschlossen. Manche Lokale hätten kein Hygienekonzept vorzeigen können. Außerdem sei immer wieder der Mindestabstand nicht eingehalten und keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen worden.(Quellen: ZEIT, NDR, 11.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 22.921 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 11. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Das sind 265 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt sind beim NLGA mittlerweile 696 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert. (keine Veränderung gegenüber dem Vortag). Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 18.747 der bislang gemeldeten Fälle (etwa 81,2 Prozent aller Fälle).
Hinweis: Es sind die Sonntagszahlen; diese sind traditionell niedriger, weil viele Behörden sonn- und feiertags nicht melden. Aber der Vergleich mit dem letzten Sonntag („lediglich“ +121) ergibt eine Steigerung von mehr als 100%. (Quelle: NDR, 11.10.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Sonntag, 11.10.2020, 09.30 Uhr

Die Gesamtzahl der Betroffenen im Landkreis Emsland hat in den letzten 24 Stunden die Zahl 1.000 seit Beginn der Pandemie überschritten. Die Corona-Zahlen im Landkreis Emsland sind in den letzten 24 Stunden wiederu signifikant gestiegen: Weitere 32 Personen haben sich infiziert. Die Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 1,030 (+32); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Inzidenzwert von 316,3. Insgesamt sind im Emsland jetzt 222 (+8) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt.

Die Zahl der als genesen Geltenden stieg auf jetzt insgesamt 783 Genesene (wie gestern +24). Erfreulich in all dem Trostlosen: Trotz der Zunahme gibt es bisher keine weiteren CoViD-19-Toten im Emsland.

In Lingen (Ems) beträgt die Gesamtzahl der Infizierten 147 (+5); 124 (+ 1) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für Lingen zu aktuell 19 Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 22 17 1 4
Einheitsgemeinde Emsbüren 27 22 0 5
Samtgemeinde Freren 56 46 9 1
Einheitsgemeinde Geeste 28 23 0 5
Stadt Haren (Ems) 85 77 1 7
Stadt Haselünne 54 47 0 7
Samtgemeinde Herzlake 20 19 0 1
Samtgemeinde Lathen 30 21 0 9
Samtgemeinde Lengerich 25 22 1 2
Stadt Lingen (Ems) 147 (+5) 124 (+1) 4 19(+4)
Stadt Meppen 131 97 4 30
Samtgemeinde Nordhümmling 23 15 0 8
Stadt Papenburg 94 67 2 25
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 2 1 0 1
Einheitsgemeinde Salzbergen 19 17 0 2
Samtgemeinde Sögel 151 71 0 80
Samtgemeinde Spelle 16 15 1 0
Einheitsgemeinde Twist 37 27 2 8
Samtgemeinde Werlte 63 55 0 8
Gesamt* 1030 783 25
Aktuelle Covid-19-Fälle 222

(11.10.20)


Überblick am Morgen

  • US-Präsident Donald Trump stellt kein Übertragungsrisiko mehr für andere dar. Der Arzt des Weißen Hauses, Sean Conley, sagte, Präsident Donald Trump habe am Samstag einen COVID-19-Test durchgeführt, der zeigte, dass er kein „Übertragungsrisiko für andere“ mehr darstelle. Conley. Es gebe keine Beweise mehr, „dass Viren aktiv repliziert werden“. Das Weiße Haus gab keinen unmittelbaren Kommentar dazu ab.
  • In Indien hat die Coronavirus-Zahl am Sonntag die 7 Millionen-Grenze überschritten, obwohl in den letzten Wochen die Zahl neuer Fälle zurückging. Das Gesundheitsministerium meldete in den letzten 24 Stunden weitere 74.383 Infektionen. Indien wird voraussichtlich in den kommenden Wochen das am stärksten betroffene Land der Pandemie sein und damit die USA übertreffen, in denen mehr als 7,7 Millionen CoViD-19-Infektionen gemeldet wurden.
  • US-Präsident Donald Trump ist zum ersten Mal seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus nach einem dreitägigen Krankenhausaufenthalt öffentlich aufgetreten. Dieser Auftritt wurde als erster Schritt in Richtung einer Rückkehr zum Wahlkampf in der kommenden Woche Woche angesehen.
  • Die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich stieg zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie auf über 26.000 in 24 Stunden.
  • Großbritannien verzeichnete am Samstag 15.166 neue Corona-Fälle binnen eines Tages, ein Anstieg gegenüber den 13.864 am Vortag gemeldeten Fällen. Die offizielle Zahl der CoViD-19-Todesopfer erhöhte sich auf 42.760.
  • In Australien hat der Bundesstaat Victoria in den letzten 24 Stunden 12 neue Fälle und einen Todesfall gemeldet, wodurch der gleitende 14-Tage-Durchschnitt leicht gesunken ist.
  • Brasilien hat inzwischen mehr als 150.000 Todesfälle durch Coronaviren zu beklagen; der Wert wurde am Samstag überschritten.
  • Der Iran hat am Samstag das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit in der Hauptstadt Teheran zur Pflicht gemacht. Verstöße werden mit Geldstrafen geahndet; zuvor hatte die tägliche Zahl der Todesopfer von Covid-19 diese Woche mit 239 einen Höhepunkt erreicht.
  • Irland meldete am Samstag 1.012 neue Coronavirus-Fälle, die höchste tägliche Zahl seit April und von durchschnittlich 523 in den letzten sieben Tagen.
  • Die Zahl der Menschen im US-Bundesstaat New York, die mit dem Coronavirus ins Krankenhaus eingeliefert wurden, steigt weiter an, sagte der Gouverneur des Bundesstaates, Andrew Cuomo, am Samstag.
    (Quelle: The Guardian, 11.10.20)

Deutschland-Zahlen

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen 3.483 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2.828 auf 4.058 erheblich gestiegen, von Donnerstag auf Freitag lag die Zahl bei 4.516.

An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden. Zum Vergleich aber die Zahlen vom vergangenen Sonntag. Vor eienr Woche wurden nur 2.279 Neuinfektionen gemeldet.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 322.864 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 11.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.615. Das waren elf mehr als am Vortag. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,42 (Vortag: 1,34). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel rund 1,4 weitere Menschen ansteckt.

(Quelle: RKI, 11.10.20)


Frankreich meldet Höchstwert an Infektionen

In Frankreich haben sich innerhalb eines Tages 26.896 Menschen mit dem Coronavirus infiziert – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Infektionen machte damit am Samstag im Vergleich zum Vortag noch mal einen deutlichen Sprung nach oben. Am Freitag waren 20.339 Neuinfektionen gemeldet worden, auch das war ein Höchstwert. Die Zahl der Todesfälle stieg am Samstag um 54 auf 32.684.

Die Corona-Lage ist damit unter den 67 Millionen Französinnen und Franzosen weiter sehr angespannt. In mehreren Städten, darunter Paris, Lyon, Lille und Marseille, gilt bereits die höchste Corona-Warnstufe. In den betroffenen Städten mussten Bars und gastronomische Einrichtungen, die keine Speisen verkaufen, für vorerst zwei Wochen schließen.

Mehr Informationen hier. (Quelle: ZEIT, 10.10.20)


Auch Stuttgart wird Risikogebiet

Auch Stuttgart hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Derzeit würden Einschnitte wie die Einführung einer Sperrstunde, Alkoholkonsum-Beschränkungen und eine Maskenpflicht innerhalb des City-Rings vorbereitet, teilte die Stadt mit. Zudem wolle man den Unterrichtsbeginn an Schulen „entflechten“ und Arbeitnehmer zum Homeoffice ermuntern. In der 600.000-Einwohner-Stadt wurden am Samstag nach Angaben des Landkreises 82 neue Corona-Infektionen gemeldet, was einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50,5 entsprach.

Zuvor hatte auch Köln ein Überschreiten des Grenzwertes gemeldet. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen am Samstag mit 54,8 an. In Köln gelten nun unter anderem ein nächtliches Alkoholverbot im öffentlichen Raum sowie eine Maskenpflicht in Fußgängerzonen. Noch am Freitag hatten sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der elf größten Städte mit der Kanzlerin auf solche Maßnahmen verständigt.

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen 4.721 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.604. Das waren 15 mehr als am Vortag. Etwa 273.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,42. Am Vortag hatte er noch bei 1,34 gelegen. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen von vor etwa eineinhalb Wochen ab. (Quelle: ZEIT, 10.10.20)


EU-Kommissarin für Forschung und Innovation positiv auf Corona getestet

„Nach einem ersten negativen Test auf Covid-19 am Montag ist mein zweiter Test positiv“, schreibt EU-Kommissarin Mariya Gabriel auf Twitter.

(10.10.20)


Sögel: Weidemark darf wieder schlachten

Der Betrieb im Tönnies-Schlachthof Weidemark in Sögel kann ab Montag eingeschränkt fortgeführt werden. Das ist nach Angaben der „Erzeugergemeinschaft Hümmling“ das Ergebnis intensiver Krisengespräche.

250 Mitarbeiter sollen demnach unter strengen Quarantäne-Auflagen zunächst 5.000 Tiere pro Tag verarbeiten dürfen. Seit Freitag hatte es nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen Gespräche über eine eingeschränkte Fortsetzung des Betriebs gegeben. Das Unternehmen habe nach dem Corona-Ausbruch ein Konzept vorgelegt, das aus infektiologischer Sicht bewertet werden müsse, hatte der Landkreis Emsland mitgeteilt. (Quelle: NDR, 10.10.20)


Polen: Spezielle Ladenöffnungszeiten

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen führt Polen spezielle Geschäftsöffnungszeiten für Senioren ein. Ab Donnerstag sind Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Drogerien zwischen 10:00 und 12:00 Uhr nur für Menschen über 60 Jahren geöffnet, wie Ministerpräsident Mateusz Morawiecki mitteilt. Diese Regelung galt bereits während der ersten Corona-Welle im Frühjahr.

Es ist eine der Maßnahmen der Regierung die steigenden Infektions- und Todeszahlen zu verringern. Am Samstag trat außerdem eine Maskenpflicht im Freien in Kraft.

Das Gesundheitsministerium hatte zuletzt einen Höchstwert der Neuinfektionen um 5.300 vermeldet sowie 53 weitere Todesfälle. Seit Beginn der Pandemie infizierten sich in Polen mehr als 121.600 Menschen, fast 3.000 Menschen starben.

(Quelle: ZDF, 10.10.20)


Viele Menschen verlassen Madrid während Unterbrechung des Lockdowns

Fast 80.000 Fahrzeuge haben den Corona-Hotspot Madrid vor einem verlängerten Wochenende verlassen. Die Menschen haben dafür eine kurze Unterbrechung der Abriegelung der spanischen Hauptstadt genutzt, wie die Zeitung La Vanguardia berichtete. Am Montag ist in Spanien ein Feiertag.

Am Donnerstagnachmittag hatte ein Gericht die von der spanischen Regierung wenige Tage zuvor angeordnete weitgehende Abriegelung für rechtswidrig erklärt. Für rund 24 Stunden war die Stadt offen. Dann setzte die Regierung die Maßnahme auf anderer Rechtsgrundlage wieder in Kraft.

Allerdings sei die Zahl der registrierten Fahrzeuge, die die Stadt vor dem verlängerten Wochenende verließen, nur halb so hoch wie in den Vorjahren gewesen.

Seit Freitagnachmittag sind mehr als 7.000 Polizisten an den Ausfallstraßen sowie am Flughafen und an Bahnhöfen im Einsatz, um die Abriegelung durchzusetzen. Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa hatte die Maßnahme damit begründet, dass die lokale Regierung „nichts unternommen“ habe. Man müsse „verhindern, dass das hohe Infektionsniveau Madrids auf den Rest des Landes übergreift.“ Der Notstand, den die Regionalregierung ablehnte, gilt zunächst für zwei Wochen.

Abgeriegelt sind Madrid und acht weitere Städte im Umland der Hauptstadt. Dort dürfen Menschen nur noch mit triftigem Grund ihre Bezirke verlassen – etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren. Betroffen sind 4,5 der 6,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner der Region. (Quelle: ARD, 10.10.20)


Türkei öffnet Fußballstadien für Zuschauer

In der Türkei darf künftig eine begrenzte Anzahl an Zuschauerinnen und Zuschauern wieder Fußballspiele besuchen, teilte der nationale Fußballverband mit.

Demnach dürfen sich die Fans jedoch nur in bestimmten Bereichen der Tribünen aufhalten. Diese müssen wiederum bis zu 50 Prozent ausgelastet sein können.

Noch im September hatte der Dachverband gesagt, dass in der ersten Hälfte der Saison 2020/21 wegen der zunehmenden Anzahl an Neuinfektionen ohne Zuschauer gespielt werde.

Der Spielbetrieb der türkischen Fußball-Ligen war im März ausgesetzt worden. Im Juni hatten sie ihren Betrieb aber wieder aufgenommen.

Laut Angaben der Behörden gab es in der Türkei bislang mehr als 334.000 Corona-Infektionen. 8.778 mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen sind verstorben. (Quelle: ZEIT, 10.10.20)


Covid-19-Fälle nehmen in den USA erneut zu

Mit der höchsten täglichen Neuinfektionsrate seit August, als große Staaten wie Florida zu Hotspots wurden, steigen die Infektionszahlen in den USA deutlich. Dies belegen neue Daten der Johns-Hopkins-Universitäz.

Aktuell verzeichnen mehrere Bundesstaaten des Mittleren Westens einen starken Anstieg der Covid-19-Fälle. Auch im Nordosten, wo strenge Einschränkungen das Virus den größten Teil des Sommers unter Kontrolle hatten, steigen die Fallzahlen

„Wir müssen zu den Grundlagen der Bekämpfung dieses Virus zurückkehren“, erklärte der demokratische Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers, diese Woche auf Twitter, als der Bundesstaat einen weiteren Rekord an Covid-19-Infektionen veröffentlichte.

Wisconsin richtete inzwischen ein Feldkrankenhaus ein, um Patienten mit Covid-19 behandeln zu können. Mehr als 8.000 Menschen im Bundesstaat wurden bis jetzt ins Krankenhaus eingeliefert. „Wir stehen kurz vor einer Krise in Green Bay und unseren umliegenden Landkreisen“, sagte Dr. Paul Casey, Leiter der Notaufnahme des Bellin-Gesundheitssystems in Green Bay, Wisconsin, gegenüber CNBC.

Mehr als 57.000 Menschen wurden am Freitag positiv auf Covid-19 getestet, eine der höchsten Zahlen seit diesem Sommer, als Florida, Texas und Kalifornien nationale Hotspots waren. Die Fälle waren seit August zurückgegangen, und in Florida wurde di Lockdown-Maßnahmen zwischenzeitlich aufgehoben; Bars und Restaurants arbeiten wieder uneingeschränkt.

Doch die Neuinfektionen in Florida nehmen wieder zu; die besorgniserregendsten Trends der letzten Wochen sind aber aus dem Mittleren Westen zu verzeichnen, wo vor allem die großen Städte in den Bundesstatten South Dakota, North Dakota, Montana und Wisconsin unter zahlreichen neuen Infektionen leiden.

Kristi Noem, die republikanische Gouverneurin von South Dakota, beschuldigte die Medien, „Angst“ über ihre unkomplizierte Herangehensweise an die Pandemie verbreitet zu haben und Donald Trump twittertr ihr seine Zustimmung. Sie sagte: „Viele in den Mainstream-Medien haben South Dakota angegriffen, weil sie die Freiheit und die persönliche Verantwortung unseres Volkes respektiert haben.“ South Dakota hat die zweithöchste Pro-Kopf-Rate von Covid-19 in den USA.

Die Gouverneurin hat Pläne, am Sonntag und Montag in Minnesota für den Präsidenten Wahlkampf zu machen. In dem Bundesstaat berichteten aber lokale Medien, dass sich einige hochkarätige Republikaner aus Minnesota in Quarantäne befinden, nachdem sie mit dem potenziell ansteckenden Präsidenten Trump in Kontakt gekommen sind.

Trump hatte Ende September vor seiner Covid-19-Diagnose eine Kundgebung mit 3.000 Personen in Duluth abgehalten, einer 90.000-Einwohner-Stadt 200 km nördlich von Minneapolis.. Nach Angaben der lokalen Duluth News Tribune wurden seitdem neun Menschen mit Covid-19 mit dieser Kundgebung in Verbindung gebracht. Zwei Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert und einer befindet sich auf der Intensivstation.

Gleichzeitig warnte der führende amerikanische Experte für Infektionskrankheiten, Dr. Anthony Fauci, weiterhin vor großen Versammlungen. Er sagte, es sei „nicht überraschend“, dass ein von Trump veranstalteter Rosengarten-Event als „Super-Spreader -Event bezeichnet werde, weil sich Menschen in großer Zahl ohne Gesichtsmasken versammelten.

Präsident Donald Trump selbst veranstaltete am Samstag eine persönliche Veranstaltung im Weißen Haus, obwohl er möglicherweise ansteckend war. Trump hat sich geweigert, sich selbst zu isolieren, und ist kurz nach seiner Entlassung aus dem Walter-Redd-Militärhospital in das Oval Office zurückgekehrt.

Über den Krankenhausaufenthalt des Präsidenten für Covid-19 hinaus sind die Einzelheiten des Zeitpunkts seiner Ansteckung mit dem Virus unklar, was es schwierig macht zu ermitteln, wie lange er in Quarantäne sollte und welche Risiken er für andere darstellt.

Eine Zunahme der Fälle hat auch den Bundesstaat New York betroffen, das das Virus den größten Teil des Sommers durch Beschränkungen für Versammlungen und Mahlzeiten im Innenbereich unter Kontrolle gehalten hat. In den New Yorker Bezirken Queens und Brooklyn sowie nördlich der Stadt in den Grafschaften Orange und Rockland sind jedoch Fälle aufgetreten.

Die neuen Lockdown-Maßnahmen haben Proteste bei orthodoxen jüdischen Gemeinden ausgelöst, von denen viele den Beschränkungen unterliegen und die aus Protest auf Straßen und Gerichte gegangen sind. Ihr Versuch, Beschränkungen religiöser Versammlungen auf höchstens 10 Personen vor Gericht zu bekämpfen, schlug fehl. Ein Gericht entschied, dass New York ein Interesse am Schutz der öffentlichen Gesundheit hatte. (Foto Trump CC s. Archiv v. 28.02.20; Quelle: The Guardian 10.10.20)


(10.10.20)


Italien: Proteste gegen Corona-Maßnahmen der Regierung

In der italienischen Hauptstadt haben mehrere Tausend Menschen gegen die Gesundheitspolitik der Regierung protestiert. Die Demonstranten, unter ihnen auch EU- und Impfgegner, protestierten dabei gegen eine angebliche „Gesundheitsdiktatur“ in der Corona-Pandemie. Während sich laut der Zeitung „La Repubblica“ weniger als 2.000 Teilnehmer versammelten, sprachen die Veranstalter von etwa 7.000 Menschen. Ein Teil der Demonstranten trug trotz allgemeiner Maskenpflicht im Freien keinen Mund-Nase-Schutz. (Quelle: ARD, 10.10.20)


Grafschaft Bentheim: „Corona ist überall!“ – Inzidenzwert überschritten

Die Corona-Fallzahlen im Landkreis Grafschaft Bentheim sind weiter gestiegen. Wie schon am Freitag kamen auch am Samstag noch einmal 20 Fälle hinzu. Dadurch überschreitet die Grafschaft nun den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Das hat zur Folge, dass die Kreisverwaltung strengere Regeln zu erlassen hat , um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Nach Angaben der Kreisverwaltung vom Samstagnachmittag liegt der sogenannte Inzidenzwert in der Grafschaft nun bei rund 56. „Das Coronageschehen entwickelt sich sehr dynamisch. Auf Basis der neuen Fallzahlen gibt die Kreisverwaltung heute eine neue Allgemeinverfügung heraus, die ab Sonntag, 11. Oktober, in Kraft tritt“, erklärt Landrat Uwe Fietzek (CDU).

Auf Grundlage der Niedersächsischen Corona-Verordnung wird in der Allgemeinverfügung Folgendes vorgeschrieben:

  • Treffen und Feiern zu Hause dürfen – sowohl drinnen als auch draußen – nur noch mit maximal zehn Personen stattfinden.
  • Private Feiern in öffentlich zugänglichen Örtlichkeiten wie zum Beispiel gastronomischen Betriebe dürfen nur noch mit maximal 25 Personen stattfinden.

„Ob die Grafschaft Bentheim durch das Überschreiten des Inzidenzwertes von 50 vom Land Niedersachsen als Risikogebiet eingestuft wird, werden wir Anfang der kommenden Woche wissen. Bei der Einstufung wird das Land das lokale Pandemiegeschehen genauer betrachten“, erläuterte der Landrat.

Die Zahlen in der Grafschaft sind den vergangenen zehn Tagen stetig gestiegen. Ende September hatte der Inzidenzwert noch bei unter 10 gelegen. Anders als im Emsland, wo es einen Corona-Ausbruch bei einem Schlachtbetrieb in Sögel gegeben hatte, lässt sich das Geschehen in der Grafschaft nicht auf einen einzigen Hotspot zurückführen.

In der Grafschaft sind mehrere Firmen von Corona-Infektionen betroffen. Anfang Oktober wurde ein Ausbruch beim Erdölförderer Wintershall Dea in Emlichheim bekannt. Am Freitag wurde öffentlich, dass auch die Großbäckerei Borggreve in Neuenhaus mit Corona zu kämpfen hat, wo inzwischen mehr als 100 Mitarbeiter/innen in Quarantäne sind. Hinzu kommt, dass mehrere Grafschafter in emsländischen Firmen arbeiten, die ebenfalls von Infektionen betroffen sind. Auch in mehreren Grafschafter Schulen wurden Fälle registriert.

In der Kreisverwaltung in Nordhorn betrachtet man die Entwicklung mit Sorge. Landrat Fietzek hatte die Grafschafter/innen bereits in der vergangenen Woche im GN-Video dazu aufgerufen, Kontakte so gut es geht zu vermeiden. Der Leiter des Gesundheitsamts machte im GN-Gespräch darauf aufmerksam, dass die steigenden Fallzahlen in direktem Zusammenhang mit Feiern stünden. Er stellte fest: „Aktuell gibt es weniger die sogenannten Hot-Spots. Corona ist überall.“

Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie liegt in der Grafschaft nun bei 396. Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus bisher: 18. In Quarantäne befinden sich derzeit 743 Grafschafter.

Die ab Sonntag, 11. Oktober, geltende Allgemeinverfügung des Landkreises kann unter www.grafschaft-bentheim.de/bekanntmachung eingesehen werden. (Quelle: GN, 10.10.20)


Landkreis Osnabrück: 40 Infizierte, eine Tote in Altenpflegeheim Bad Essen

In einem Alten- und Pflegeheim in Bad Essen ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Nach Angaben des Landkreises Osnabrück starb eine 85-jährige Bewohnerin im Krankenhaus.

Neben der Verstorbenen sollen weitere 27 Bewohner und 13 Mitarbeiter des Vitalis-Wohnpark positiv auf das Virus getestet worden sein. Besucher mit Kontakt zu infizierten Personen können sich am Sonntag ab 15 Uhr in der Oberschule in Bad Essen testen lassen. Das gilt auch für Mitarbeiter des Heims, die bisher noch nicht auf das Virus untersucht wurden. Die Tests sind nach Angaben des Landkreises kostenlos.

Eine besondere Herausforderung für den Gesundheitsdienst ist es laut Landkreis, die rund 200 Besucher, die als Kontaktpersonen in Frage kommen, über die Testmöglichkeit zu informieren. Der Landkreis Osnabrück lag am Sonnabend mit einem Wert von 28,8 insgesamt noch deutlich unter dem kritischen Schwellenwert von 50 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. (Quelle: NDR, 10.10.20)


Weidemark: Landkreis dürfte „Schichtbetrieb“ akzeptieren

Der Landkreis Emsland stellt eine eingeschränkte Wiederaufnahme des wegen eines Corona-Ausbruchs geschlossenen Schlachtbetriebs in Sögel für kommende Woche in Aussicht.

Seit Freitag laufen dazu Gespräche mit dem Schlachthof Weidemark, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Das Unternehmen habe ein Konzept vorgelegt, das jetzt aus infektiologischer Sicht bewertet werden müsse, teilte der Landkreis mit.

Aufgrund eines Corona-Ausbruchs in dem Schlachthof hatte der Landkreis verfügt, dass der Betrieb für mehrere Wochen schließen muss. Das Unternehmen hat gegen die ab Montag geltende Komplettschließung einen Eilantrag beim Osnabrücker Verwaltungsgericht eingereicht. Der Landkreis hat bis Dienstag Zeit dazu Stellung zu nehmen. „Vorher ist nicht mit einer Entscheidung der Kammer zu rechnen“, teilte eine Gerichtssprecherin mit. (Quelle: NDR, 10.10.20)


Überblick am Abend

  • Das Gesundheitsministerium in Myanmar meldete am Samstag 2.158 neue Fälle von Coronavirus, ein täglicher Rekordanstieg. Laut Nachrichtenagentur Reuters gab es weitere 32 neue Todesfälle. Die südostasiatische Nation hat ihre größte Stadt, Rangun, gesperrt, und Flug- und Überlandreisen im Land eingestellt.
  • Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung in allen Büros und Arbeitsumgebungen sollte Pflicht sein, es sei denn, man arbeite alleine, hat die British Medical Association (BMA) gefordert. Die britische Ärzteorganisation veröffentlichte Empfehlungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit während der Pandemie und erklärte, dass die Öffentlichkeit aufgrund der „inkonsistenten“ Nachrichten der Regierung in Gefahr sei, das Vertrauen in Coronavirus-Maßnahmen zu verlieren.
  • Portugal meldet 1.646 neue Fälle von Coronavirus, die höchste tägliche Zahl seit Beginn der Pandemie. Das Land mit 10 Millionen Einwohnern hat am Donnerstag zum ersten Mal seit April 1.000 neue Coronavirus-Fälle überschritten.
  • In Spanien hat die rechtsextreme Vox-Partei erklärte, sie werde gegen eine teilweise Sperre gegen Madrid rechtliche Schritte einlegen. Tausende Polizisten wurden am Samstag eingesetzt, um einen der schlimmsten Ausbrüche von Coronaviren in Europa einzudämmen. (Quelle: The Guardian, 10.10.20)

Delmenhorst: Inzidenzwert steigt auf 117

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Delmenhorst schnellt weiter nach oben. Am Sonnabend kamen 23 neue Corona-Fälle hinzu. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg dadurch nochmals deutlich.

Erst am Donnerstag hatte die Stadt an der Delme den Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner überschritten und gilt seitdem als Risikogebiet. Am Freitag war der Wert nach Angaben des Gesundheitsamtes Delmenhorst auf 89,0 gestiegen. Nun folgte ein weiterer Sprung: Von Freitag auf Sonnabend wurden 23 neue Corona-Fälle registriert, die Zahl der aktuell positiv getesteten Menschen stieg auf 97. Damit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz nun bei 117,1. Zwei Infizierte benötigen mittlerweile stationäre Behandlung, teilte die Stadt mit. 330 Menschen befinden sich mittlerweile in Quarantäne – gegenüber Freitag sind das ein Anstieg um 50.

In den Daten des niedersächsischen Gesundheitsministeriums sieht die Lage für Delmenhorst besser aus. In den am Sonnabend übermittelten Daten weist die Stadt einen Inzidenzwert von lediglich 67,0 aus. Die Stadt Delmenhorst erklärt die Unterschiede gegenüber den offiziellen Angaben des Landes mit Verzögerungen durch die Übermittlungen.

Ein schnelles Absinken der Infektionszahlen ist in Delmenhorst offenbar nicht zu erwarten. Helge Schumann, Leiter des Gesundheitsamtes, verweist auf die Entwicklung der vergangenen Tage. Entsprechend gehe er derzeit davon aus, dass es in den nächsten Tagen bei den hohen Fallzahlen bliebe. Die Lage sei sehr angespannt, so Schumann. Die Infektionen haben sich nach Angaben der Stadt innerhalb von Familien ausgeweitet. Bei der Kontaktverfolgung gebe es ansonsten keine Zusammenhänge zwischen Infizierten. Schumann vermutet, dass der Anstieg auch durch Infektionen von außerhalb der Stadt zunehme. Delmenhorst sei kein gallisches Dorf, mit den Nachbarn Bremen und dem Landkreis Wesermarsch findet „ein vielfältiger Austausch statt“. Der Delmenhorster Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) hatte zuvor angekündigt, dass man jeder Spur nachgehen und dafür sehr genau recherchieren werde. Dafür seien zusätzliche Mitarbeiter ins Gesundheitsamt geholt worden.

Delmenhorst hat als Reaktion auf die Entwicklung bereits am Freitag die Schulen geschlossen, die Maskenpflicht wurde ausgeweitet. Diese gilt jetzt beispielsweise auch für alle Besucher von Märkten, also auch für Passanten, die dort nicht einkaufen. Per Allgemeinverfügung wurden zudem private Zusammenkünfte eingeschränkt. Maximal zehn Menschen dürfen sich nun treffen. Dies gilt sowohl für die eigene Wohnung als auch unter freiem Himmel. In öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten und Gastronomiebetrieben gilt eine Obergrenze von 25 Menschen. Diese Regelung deckt sich mit den für Risikogebiete greifenden Maßnahmen der seit Freitag geltenden Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen. Die Stadt Delmenhorst appelliert an die Bevölkerung, die Kontaktbeschränkungen und die Corona-Regeln einzuhalten und verweist auf „strenge Kontrollen“ durch Stadt und Polizei.

Mehrere geplante Veranstaltungen wurden bereits abgesagt. Neben einem für diesen Sonnabend geplanten „Bummeltag“ und einem Designmarkt wurde auch der Laternenumzug am 23. Oktober gestrichen. Das Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) hat zudem ein Besuchsverbot erlassen. Ausgenommen davon sind unter anderem Angehörige, die einen Patienten besuchen, der lebensbedrohlich erkrankt ist. (Quelle: NDR, 10.10.20)



Kassenarztchef kitisiert „Regelungswut“ der Bundesländer

Kassenarztchef Andreas Gassen hat das Vorgehen der Bundesländer im Kampf gegen die Corona-Pandemie scharf kritisiert. „Diese Regelungswut ist oft eher kontraproduktiv“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mit Blick auf Beherbergungsverbote und Sperrstunden der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

„Durch den Wust an nicht nachvollziehbaren Regelungen verlieren wir aber eventuell die Akzeptanz für die Maßnahmen, die wirklich etwas bringen.“ Reisebeschränkungen seien überflüssig und auch nicht umzusetzen, sagte Gassen. Innerdeutsche Reisen seien lediglich eine „Pseudo-Gefahr“.

Das Problem liege vielmehr bei „traditionellen Großhochzeiten, in Fleisch verarbeitenden Betrieben, durch unkontrolliertes Feiern“. Diese Dinge würden durch Quasi-Reiseverbote überhaupt nicht unterbunden. (Quelle: ARD, 10.10.20)


Berlin: Gegner-Demo mit geringerem Zulauf als erwartet

Gegner der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung haben sich am Samstag zu einem „Schweigemarsch“ durch Berlin-Mitte versammelt. Um kurz nach 12 Uhr startete die Demonstration am Adenauerplatz in Charlottenburg. Über den Kurfürstendamm zogen die Protestierenden bis zum Großen Stern.

20.000 Teilnehmer sind nach Polizeiangaben angemeldet, diese Zahl wurde jedoch nicht erreicht. Die Polizei sprach am Samstagnachmittag lediglich von „mehreren tausend Teilnehmern“. In internen Telegram-Kanälen gingen die Veranstalter sogar von einer utopischen sechsstelligen Teilnehmerzahl aus.

Im Vorfeld hatte unter anderem der Antisemit und Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann sowie die „Corona-Rebellen Berlin“ ihre Anhänger zur Teilnahme am Protestzug aufgerufen, die sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich radikalisierten.

update: Am späten Nachmitag schloss ich eine Kundgebung am Alexanderplatz an, die der Berliner Ableger von „Querdenken“ unter dem Motto „das Schweigen brechen“ angemeldet hatte. 4000 Teilnehmer waren angemeldet. 200 bis 300 Personen waren dort laut Tagesspiegel dabei. (Quelle: TSP, 10.10.20)


Junge Union ohne „Deutschlandtag“

Die Junge Union (JU) will Ende November bei einem digitalen „Deutschlandtag“ ihren kompletten Bundesvorstand neu wählen. Die JU werde am 29. November die erste politische Organisation sein, die rein digital Vorstandswahlen durchführe, teilte der Unions-Nachwuchs nach einer Videokonferenz des Bundesvorstands mit. Vorstand und Kandidaten sollen dazu in München zusammenkommen, wenn es die Pandemie zulasse. Der für den 17. Oktober in Präsenz geplante, klassische „Deutschlandtag“ könne wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. (Quelle: Tagesschau, 10.10.20)


Kim: Kein Corona in Nordkorea

Nach Angaben von Machthaber Kim Jong Un gibt es in Nordkorea bislang keine Corona-Fälle. Er sei dankbar, dass sich keine Nordkoreaner infiziert hätten, sagte Kim bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede zum 75. Gründungstag der herrschenden Arbeiterpartei. Angaben der kommunistischen Staatsführung lassen sich nicht überprüfen. Das Land ist international weitgehend abgeschottet.

Die Corona-Pandemie hatte vermutlich in China ihren Ursprung – einem Nachbarland Nordkoreas. Allerdings haben nur sehr wenige Nordkoreaner Kontakt zu Menschen aus anderen Ländern. (Foto: CC s. Archiv v. 26.02.14; Quelle: Tagesschau, 10.10.20)


Österreich-Zahlen
Die Behörden in Österreich haben 1235 neue Corona-Infektionen registriert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums bleibt dabei Wien mit 511 Neuinfektionen binnen 24 Stunden landesweit der Spitzenreiter. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl liegen die Zahlen der Neuinfektionen und der aktiven Fälle in Österreich deutlich über den aktuellen deutschen Werten. (Quelle: Tagesschau, 10.10.20)


Deutschlandreisen:
Welche Bundesländer machen bei Beherbungsverboten nicht mit?

Nach aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegen derzeit knapp 20 Kreise und Städte in Deutschland über dem Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Dort leben zusammengerechnet mehr als neun Millionen Menschen. Damit betrifft das Beherbergungsverbot schon jetzt mehr als jeden Zehnten in Deutschland. Diese Bundesländer machen nicht mit:

Thüringen trägt das Beherbergungsverbot nicht mit. Die rot-rot-grüne Landesregierung sieht nach dem Infektionsschutzgesetz die Verantwortung zunächst bei den regionalen Gesundheitsämtern. Diese würden Quarantäne für infizierte Menschen oder Menschen mit Corona-Verdacht anordnen. Sie dürften die Region, in denen es einen Infektions-Hotspot gibt, nicht verlassen. Warum jedoch alle Menschen aus einer solchen Region nicht beherbergt werden sollten, sei ihm unverständlich, sagte Regierungschef Bodo Ramelow im ZDF. Auf die Frage, ob das, was die Ministerpräsidenten mehrheitlich beschlossen hätten, „Unsinn“ sei, sagte der Linken-Politiker: „Ja, das sag ich so.“

Auch in Nordrhein-Westfalen sind vorerst keine Beherbergungsverbote für Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots in Kraft. „Es gibt keinen Automatismus“, sagte der Chef der NRW-Staatskanzlei, Nathanael Liminski. Dieses Instrument könne genutzt werden, wenn das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium bestimmte Regionen entsprechend ausweise. Anders ausgedrückt: NRW ist nicht prinzipiell gegen ein Beherbergungsverbot, wendet es aber noch nicht an.

Berlin forderte, bei der Bewertung des Infektionsgeschehens „als Gesamtstadt und Einheitsgemeinde“ behandelt zu werden. Dem stimmten aber andere Bundesländer wie Schleswig-Holstein und Bayern nicht zu. Sie belegen Bewohner von Berliner Stadtbezirken wie Mitte und Neukölln mit Quarantäneauflagen oder einem Beherbergungsverbot, wenn sie keinen Negativtest vorweisen können.

Generell ausschließen will aber auch Berlin ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten nicht. Das sei denkbar, aber noch nicht jetzt, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller.

Mecklenburg-Vorpommern will bei noch strengeren Regeln bleiben und zusätzlich zu Reisebeschränkungen und dem Beherbungsverbot an der Quarantänepflicht für Besucher aus Risikogebieten festhalten. Die Corona-Landesverordnung besagt, dass Touristen aus Risikogebieten nur dann einreisen dürfen, „wenn ein ärztliches Zeugnis vorhanden ist, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 vorliege“. Dieses Attest darf nicht älter als 48 Stunden sein. Dennoch besteht die Verpflichtung, sich unverzüglich für 14 Tage häuslich abzusondern. Die Quarantäne kann durch das zuständige Gesundheitsamt verkürzt werden, wenn eine weitere PCR-Testung nach 5 bis 7 Tagen ebenfalls negativ ausfällt.

Was gilt für Pendler?
Die oben genannten Regelungen gelten nur für touristische Reisen. Familienbesuche sind ausdrücklich ausgenommen, ebenso Pendelverkehr. (Quelle: ARD, 10.10.20)


Russland-Zahlen

In Russland sind binnen 24 Stunden 12.846 neue Corona-Infektionen registriert worden. Das ist der höchste Wert, den die Behörden seit Beginn der Pandemie vermelden. Die Zahl der Todesopfer stieg um 197.

Russland verzeichnet nach den USA, Indien und Brasilien die meisten Ansteckungsfälle weltweit. Allerdings sind im Vergleich zu diesen Ländern nach offiziellen Daten deutlich weniger Menschen dem Virus erlegen. (Quelle: ARD, 10.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 22.656 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 10. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Das sind 303 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt sind beim NLGA mittlerweile 696 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert. (keine Veränderung gegenüber dem Vortag). Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 18.604 der bislang gemeldeten Fälle (etwa 82,1 Prozent aller Fälle). (Quelle: NDR, 10.10.20)


📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Samstag, 10.10.2020, 09.30 Uhr

Der Landkreis Emsland meldet die aktullen Fallzahlen jetzt auch wieder an Tagen, an denen seine Mitarbeiter gewöhnlich zuhause sind. Dies zeigt, wie deutlich sich die Situation verändert hat:

Die Corona-Zahlen im Landkreis Emsland sind auch in den letzten 24 Stunden stark gestiegen und erreichen jetzt damit fast die Gesamtzahl von 1.000 Betroffenen seit Beginn der Pandemie: Weitere 23 Personen haben sich infiziert. Die Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 998 (+23); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Inzidenzwert von 306,5 (Stand 02.10.20: 242,2). Die Zahl der als genesen Geltenden stieg auf jetzt insgesamt 759 Genesene (+24). Insgesamt sind im Emsland jetzt 214 (-1) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. DIE ZEIT meldet für das Emsland heute einen Inzidenzwert von 58,7 für das Emsland (Screenshot). Der offizielle Inzidenzwert des Landes Niedersachsen ist deutlich niedriger.

Es gibt es bisher keine weiteren CoViD-19-Toten im Emsland .

In Lingen(Ems) beträgt die Gesamtzahl der Infizierten 142 (+1); 123 (+/-0) gelten als genesen. 4 Menschen aus Lingen(Ems) sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für unsere Stadt zu aktuell 15 Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 19 17 1 1
Einheitsgemeinde Emsbüren 26 22 0 4
Samtgemeinde Freren 55 46 9 0
Einheitsgemeinde Geeste 28 22 0 6
Stadt Haren (Ems) 84 76 1 7
Stadt Haselünne 54 45 0 9
Samtgemeinde Herzlake 20 19 0 1
Samtgemeinde Lathen 29 21 0 8
Samtgemeinde Lengerich 23 22 1 0
Stadt Lingen (Ems) 142 (+1) 123 4 15 (+1)
Stadt Meppen 125 95 4 25
Samtgemeinde Nordhümmling 21 15 0 6
Stadt Papenburg 93 64 2 27
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 19 16 0 3
Samtgemeinde Sögel 146 57 0 89
Samtgemeinde Spelle 15 15 1 0
Einheitsgemeinde Twist 35 27 2 6
Samtgemeinde Werlte 62 55 0 7
Gesamt* 998 (+23) 759 (+24) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 214 (-1)

(10.10.20)


Giro d’Italia: Radprofi Yates mit Coronavirus infiziert

Der britische Radprofi Simon Yates hat nach einem positiven Corona-Test den 103. Giro d’Italia vor der achten Etappe aufgeben müssen. Dies teilte der Rennstall des 28-Jährigen, Mitchelton-Scott, mit.

„Alle anderen Fahrer und Teammitglieder hatten negative Testergebnisse und dürfen das Rennen fortsetzen. Aber als Vorsichtsmaßnahme werden wir die Situation ganz genau beobachten und weitere Test in den kommenden Tagen durchführen“, sagte Teamarzt Matteo Beltemacchi. (Quelle: Sportschau, 10.10.20)


Indien meldet 73.000 neue Fälle und fast 1.000 Tote

Das indische Gesundheitsministerium hat mitgeteilt, dass es in den letzten 24 Stunden 73.272 Neuinfektionen im Land gab. Es gab auch 926 neue CViD-19-Tote, was die Zahl der Todesopfer auf zusammen 107.416 erhöhte. Es ist der siebte Tag in Folge, an dem weniger als 1.000 Menschen starben.

Das Land hat durchschnittlich 70.000 Infektionsfälle pro Tag, verglichen mit einem Höchststand von 97.894 Neuerkrankungen Mitte September. (Quelle: The Guardian, 10.10.20)


Deutschland-Zahlen: 4.721 Neuinfektionen

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen 4.721 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2.828 auf 4.058 erheblich gestiegen. Auch von Donnerstag auf Freitag hatte es einen Anstieg gegeben – auf 4.516.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 319.381 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 10.10., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gibt das RKI aktuell mit 9.604 an – 15 mehr als am Vortag. Etwa 273.500 Menschen haben die akute Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Quelle: RKI, 10.10.20)


Trump verschiebt erste Wahlkampfveranstaltung auf Montag

US-Präsident Donald Trump hat seine für Samstag geplante erste Wahlkampfveranstaltung nach seiner Corona-Infektion auf Montag verschoben. Trumps Wahlkampfteam gab am Freitag bekannt, dass der Präsident am Montagabend am internationalen Flughafen von Orlando im Bundesstaat Florida vor Anhängern auftreten wird. Der 74-Jährige hatte am Donnerstag gesagt, er wolle schon am Samstag eine Kundgebung in Florida abhalten – weniger als zehn Tage nach Bekanntwerden seiner Corona-Infektion.

Am Samstag will der Präsident jetzt eine Veranstaltung am Weißen Haus abhalten. Ein Regierungsvertreter bestätigte am Freitag Medienberichte, wonach Trump bei einer Rede vor seinem Amtssitz über „Recht und Ordnung“ sprechen wird.

Experten haben allerdings Zweifel angemeldet, ob der mit starken Medikamenten behandelte Präsident so schnell wieder in den politischen Alltag zurückkehren sollte – auch wegen eines möglichen Ansteckungsrisikos für andere. (Foto: CC s. Archiv 28.04.20; Quelle: Tsp, 09.10.0)



Kapverden beenden Lockdown

Die Kapverdischen Inseln öffnen am kommenden Montag wieder ihre Grenzen, gab die Regierung bekannt, nachdem die Coronavirus-Pandemie den Archipelstaat monatelang gezwungen hatte, keine Touristen ins Land zu lassen.

Besucher des vor der westafrikanischen Küste liegenden Landes müssen allerdings ein negatives Coronavirus-Ergebnis eines hochpräzisen molekularen Tests nachweisen – des sog. PCR-Tests.

„Die Regierung hat entschieden, dass es an der Zeit ist, die vollständigen Luftverbindungen zur Außenwelt wiederherzustellen“, sagte Verkehrsminister Carlos Santos während einer Pressekonferenz. Auch Kreuzfahrt- und Handelsschiffe können ab Montag wieder anlegen, fügte er hinzu.

Sonnenhungrige strömen traditionell auf das 10-Insel-Archipel, wo der Tourismus etwa ein Viertel seines Bruttosozialprodukts ausmacht. Die Hochsaison der ehemaligen portugiesischen Kolonie sind die Wintermonate der nördlichen Erdhalbkugel.

Die kapverdischen Gesundheitsbehörden haben insgesamt rund 6.700 Fälle von Coronaviren registriert; es kam zu 71 Todesfällen.

Verkehrsminister Santos sagte, das Land habe seine Testkapazitäten vor der jetzigen Wiedereröffnung ausgebau, einschließlich der Einrichtung von Testzentren auf den Inseln Sal und Boa Vista. (Quelle: The Guardian, 09.10.20)


NRW: Kostenlose Tests für Reisende aus NRW-Risikogebieten

Bewohner von NRW-Risikogebieten, die in den Herbstferien verreisen wollen, können sich für innerdeutsche Reisen kostenlos testen lassen. Das hat Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann heute bekannt gegeben. Damit können auch die Einwohner beispielsweise von Remscheid oder Hamm in den Urlaub fahren, während sie ohne Test in Hotels abgewiesen werden könnten.

Laumann sagte auch, dass es an diesen Orten mehr Testzentren geben soll, weil die Hausärzte sonst überfordert wären. Die Gesundheitsämter sollen entsprechende Angebote schaffen. Die Kosten für den Abstrich und das Labor würden aus dem Gesundheitsfonds bezahlt, so Laumann. (Quelle: WDR, 09.10.20)


Microsoft will Arbeiten von zu Hause aus dauerhaft ermöglichen

Der US-Software-Riese Microsoft will seinen Mitarbeitern laut Medienberichten auch nach dem Ende der Corona-Pandemie die Möglichkeit geben, von zu Hause aus zu arbeiten. Das Magazin „The Verge“ berichtete am Freitag, Microsoft wolle es seinen Angestellten dauerhaft freistellen, ob sie im Büro oder im Home Office arbeiten wollen. Sollten sie sich für letzteres entscheiden, müssten sie ihren Büroplatz jedoch aufgeben. (Quelle: TSP, 09.10.20)


Niederlande weiter mit steigenden Zahlen

In den Niederlanden sind innerhalb eines Tages knapp 6.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. In den vergangenen sieben Tagen habe es rund 34.000 neue Fälle gegeben, teilte das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mit. Es gab 14 neue Todesfälle. Die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen nehme zu.

Ministerpräsident Mark Rutte äußerte sich sehr besorgt. „Wir gehören zu den drei am schlimmsten betroffenen Ländern in Europa, und es ist schlechter als in Amerika“, sagte Rutte. Er schloss einschneidende Maßnahmen nicht aus, wenn sich die Lage in den nächsten 72 Stunden nicht verbessere. Konkrete Pläne nannte er aber nicht. (Quelle: WDR, 09.10.20)


Zlatan Ibrahimovic beendet Corona-Quarantäne: „Du bist geheilt!“

Für den schwedischen Fußballprofi Zlatan Ibrahimovic ist die gut zweiwöchige Corona-Quarantäne offenbar beendet. „Du bist geheilt! Die Gesundheitsbehörden wurden informiert. Die Quarantäne ist beendet. Du darfst raus“, schrieb der 39 Jahre alte Schwede vom AC Mailand am Freitag auf Instagram.

Die Infektion seines Star-Angreifers mit dem Virus hatte der Serie-A-Verein am 24. September mitgeteilt. Nunmehr sei der extrovertierte Profi aber zweimal hintereinander negativ getestet worden, teilte Milan mit und bestätigte damit das Ende der Isolation.

Am Vortag hatte der AC Mailand noch mitgeteilt, Ibrahimovic sei ein zweites Mal positiv auf Corona getestet worden. (Quelle: DER SPIEGEL, 09.10.20)


Judo-Bundesliga der Frauen: Nach Corona-Absagen nur noch ein Team im Finale

Nach zwei weiteren Absagen wegen der Corona-Pandemie ist für das Finale der Judo-Bundesliga der Frauen nur noch ein teilnehmendes Team übrig geblieben. HTG Bad Homburg und JC71 Düsseldorf sagten ihre Teilnahme am Freitag aufgrund der aktuellen Entwicklungen ab, wie der Deutsche Judobund mitteilte. Damit ist der BC Karlsruhe der letzte verbliebene Teilnehmer für die Titelkämpfe, die für diesen Sonntag in Senftenberg in Brandenburg geplant sind.

Es werde nun über das weitere Vorgehen beraten, teilte der DJB mit. Vorstandssprecher Reinhard Nimz sagte, dass „der DJB und der Ausrichter in Senftenberg alles, was möglich war, unternommen haben, um die Veranstaltung so sicher wie nur irgendwie möglich zu planen.“ An den Titelkämpfen der Männer nehmen am Samstag sechs Teams teil.

Ursprünglich hätte in den Bundesligen ab März 2020 an mehreren Tagen im Ligaformat gekämpft werden sollen – wegen der Corona-Pandemie war das aber nicht möglich. Deshalb sollten die Mannschaftsmeister im Turnierformat ermittelt werden, wegen der Corona-Pandemie hatten jedoch schon zahlreiche Teams im Vorfeld ihren Rückzug angekündigt. (Quelle: DER SPIEGEL, 09.10.20)


Neue Corona-Skeptiker-Demo in Berlin

Am Samstag wollen Gegner der Corona-Maßnahmen in Berlin demonstrieren. Erwartet wird ein Teilnehmerspektrum aus Verschwörungsideologen, QAnon-Anhängern und einfachen Kritikern.

Der offizielle Aufruf der Demonstration ist, schreibt der Tagesspiegel, ein Widerspruch in sich: Gegner der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung rufen am Sonnabend zu einem „Schweigemarsch“ auf, die entsprechende Website wird jedoch mit der Überschrift „Wir müssen reden“ betitelt. Um 12 Uhr soll die Demonstration am Adenauerplatz in Charlottenburg starten. Über den Kurfürstendamm wollen die Protestierenden bis zum Großen Stern ziehen.

20.000 Teilnehmer sind nach Polizeiangaben angemeldet, es ist jedoch unwahrscheinlich, dass diese Zahl auch erreicht wird. In internen Telegram-Kanälen gehen die Veranstalter allerdings sogar von einer utopischen sechsstelligen Teilnehmerzahl aus.

Auch wenn der „Schweigemarsch“ nicht von „Querdenken“ angemeldet worden ist, wird ein ähnliches Teilnehmerspektrum aus Verschwörungsideologen, QAnon-Anhängern und einfachen Kritikern der Pandemie-Maßnahmen erwartet.

So aktivieren unter anderem der Antisemit und Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann sowie die „Corona-Rebellen Berlin“, die sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich radikalisierten, ihre Anhänger zur Teilnahme an dem Protestzug. Als Veranstalter fungiert unter anderem Christian Volgmann, der auch die Website „Friedenfahrzeuge“ betreibt.

Die sogenannten „Friedenfahrzeuge“ sind angelehnt an das Design von Einsatzwagen der Polizei und tauchten in der Vergangenheit immer wieder im Zusammenhang mit verschwörungstheoretischen Demonstrationen auf.

Volgmann und seine Mitstreiter folgen den Anweisungen der Versammlungsbehörde und rufen dazu auf, bei der Demonstration einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Gleichzeitig wird darum gebeten, auf Flaggen, Banner und Parolen zu verzichten.

Als Begründung dafür heißt es in dem Aufruf, dass man gemeinsam als „Menschen“ für die „Menschenrechte“ auf die Straße gehen wolle. Es ist dennoch zu erwarten, dass sich auch Personen aus dem rechten Spektrum am Adenauerplatz einfinden werden. So erfreut sich die im Demoaufruf genutzte Formulierung „Wir sind der Souverän und ihr seid die Repräsentanten“ vor allem in der Reichsbürgerszene großer Beliebtheit.

Die Demonstration ist bis 17 Uhr angemeldet, im Anschluss liegt der Polizei jedoch eine weitere Anmeldung für eine Kundgebung am Alexanderplatz vor. Unter dem Motto „Schweigen brechen“ soll bis abends um 20 Uhr in Mitte gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert werden. 4000 Teilnehmer sind angemeldet, unklar ist, wer hier der Veranstalter ist. (Quelle: Tsp, 09.10.20)


Überblick am Abend

  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ein neues Tageshoch in Covid-19-Fällen gemeldet. Die weltweite Zahl erreichte am Freitag mehr als 350.000 Fälle und übertraf einen Rekord, der Anfang dieser Woche aufgestellt wurde, um fast 12.000 Infektionen.
  • Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Frankreich stieg zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie an einem Tag um mehr als 20.000, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Es meldete 20.330 Neuinfektionen, insgesamt 691.977 seit Beginn der Pandemie. In den letzten zwei Tagen hatte das Ministerium mehr als 18.000 täglich neu bestätigte Covid-19-Fälle gemeldet.
  • In Großbritannien wird Premierminister Boris Johnson am Montag eine Erklärung abgeben und neue Corona-Beschränkungen vorstellen. Johnson will die Gelegenheit nutzen, um einen neuen „abgestuften“ Ansatz für die Behandlung lokaler Covid-Hotspots zu skizzieren.
  • In Kanada warnt Premierminister Justin Trudeau vor einem „Wendepunkt“. Das Land kämpft gegen eine zweite Welle des Coronavirus. In der überarbeiteten Modellrechnung geht Kanada davon aus, dass die kumulierten Todesfälle bis zum 17. Oktober zwischen 9.690 und 9.800 liegen könnten, bei isngesamt 188.150 bis 197.830 Infektionen.
  • Italien meldete am Freitag 5.372 neue Covid-19-Fälle. Zum ersten Mal seit dem 29. März wurden damit mehr als 5.000 Infektionen an einem einzigen Tag registriert.
  • Spanien hat den Ausnahmezustand ausgerufen, um Madrid in Teilsperrmaßnahmen aufrecht zu halten. Gesundheitsminister Salvador Illa sagte, die Beschränkungen würden in der Hauptstadt zwei Wochen lang bestehen bleiben, nachdem in der letzten Woche 63 Menschen an Covid-19 in der Hauptstadtregion gestorben waren.
  • Polen hat zum vierten Mal in Folge einen täglichen Rekordanstieg an Infektionen gemeldet. Das Land verzeichnete am Freitag 4.739 neue Fälle; ab Samstag werden Masken an allen öffentlichen Orten vorgeschrieben.
  • Die Neuinfektionen in Europa haben am Donnerstag nach einem stetigen Anstieg in der vergangenen Woche die Zahl von 100.000 überschritten. Allein Großbritannien, Russland, Spanien und Frankreich haben in den letzten drei Tagen jeweils über 10.000 Fälle gemeldet. (Quelle: The Guardian, 09.10.20)

Köln führt Maskenpflicht und Alkoholverbot ein

Köln reagiert auf die steigenden Coronazahlen. Wie Oberbürgermeisterin Henriette Reker mitteilte, gilt ab Samstag ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum ab 22 Uhr. Zudem gibt es an Wochenenden an Hotspots ein Verkaufsverbot von Alkohol.

Im ganzen öffentlichen Raum soll eine Maskenpflicht gelten – zudem dürfen sich nur noch fünf Menschen treffen. Bei Feiern im öffentlichen Raum sind maximal 25 Personen erlaubt. Es wird appelliert, von privaten Feiern in privaten Räumen abzusehen. (Quelle: WDR, 09.10.20)


Broadway-Theater: Bis Mai 2021 geschlossen

Eigentlich sollten die Broadway-Theater in New York Anfang des kommenden Jahres wieder öffnen, doch nun wurde die Zwangspause bis zum 30. Mai 2021 verlängert. Die Actors‘ Equity Association (AEA) bezeichnete die Entscheidung, die Theater geschlossen zu lassen, als „schwierig, aber verantwortungsbewusst“.

Mary McColl, die Exekutivdirektorin der Gewerkschaft, forderte von der US-Regierung, Krankenversicherungssubventionen, erneutes Arbeitslosengeld und Kunstfinanzierungen zu genehmigen, damit ihre Mitglieder, die seit März arbeitslos sind, die Zeit überbrücken können. Die Produzenten einiger Shows, einschließlich der Bühnenversion des Disney-Films „Frozen“, haben angekündigt, dass sie nicht wiedereröffnen werden. (Foto: pixabay; Quelle: DER SPIEGEL, 09.10.20)


Maßnahmenkatalog für innerdeutsche Risikogebiete

Angesichts steigender Infektionszahlen vor allem in den Metropolen des Landes hat die Bundesregierung mit Vertretern von elf deutschen Großstädten folgende Vereinbarungen für innerdeutsche Risikogebiete getroffen:

1. Das konsequente Tragen einer Mund-Nasen-Abdeckung auch in öffentlichen Räumen, wo die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können.

2. Die Einführung einer Sperrstunde und/oder Alkoholverbote für Gastronomiebetriebe.

3. Weitere Beschränkungen der Teilnehmerzahlen, das betrifft auch Feiern im privaten Raum.

„Meine oberste Priorität heißt, wenn irgend möglich, dass wirtschaftliche und öffentliche Leben nicht wieder so herunterfahren zu müssen, wie es im Frühjahr notwendig war“, sagte anschließend Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Wir haben bewiesen, dass wir gegen das Virus zusammenhalten können und das sollten wir auch weiter tun.“ In zwei Wochen werde man sich wieder treffen und beraten, ob die Maßnahmen gegriffen haben. (Quelle: WDR, 09.10.20)


EU-Staaten vereinbaren Ampel-Karte für Reisen

Mit einer gemeinsamen Ampel-Karte wollen die EU-Staaten das coronabedingte Reise-Wirrwarr in Europa mildern. Je nach Infektionsgeschehen sollen Regionen entweder grün, orange oder rot markiert werden. Für „grüne“ Gebiete mit wenigen Corona-Fällen sollen die Staaten keine Reiseeinschränkungen erlassen. Darauf verständigten sich die Botschafter der EU-Staaten am Freitag mit ausreichender Mehrheit.

„Der endgültigen Annahme durch die Europaminister am Dienstag steht nun nichts mehr entgegen“, sagte ein Sprecher der deutschen Ratspräsidentschaft am Freitag nach einem Treffen der EU-Botschafter. Weil Deutschland derzeit den Vorsitz der EU-Staaten innehat, leitet es die Verhandlungen.

Gemeinsame Regeln für Reisende aus orange oder rot markierten Regionen sieht das Konzept nicht vor. Ebenso wenig einigten sich die EU-Staaten auf europaweite Standards für Quarantäne- und Test-Regeln.

Die Ampel-Karte soll von der europäischen Gesundheitsagentur ECDC erstellt und wöchentlich aktualisiert werden. Neben den EU-Staaten soll sie unter anderem auch Island und Norwegen umfassen. Die Verständigung der Botschafter soll kommenden Dienstag noch beim Rat für Allgemeine Angelegenheiten von den Ministern bestätigt werden. Die Empfehlungen sind allerdings nicht bindend.

Bislang entscheidet jedes Land mit eigenen Kriterien, welche anderen EU-Länder oder -Regionen es als Risikogebiet einstuft. Das führt zu großen Unterschieden. Deshalb hatte die EU-Kommission Anfang September Kriterien für einheitliche Reisebeschränkungen sowie Corona- und Quarantäne-Regeln vorgeschlagen, die noch umfassender als die jetzige Einigung waren. Kritiker argumentierten jedoch, dass dabei etwa die unterschiedliche Leistungsfähigkeit von Gesundheitssystemen nicht berücksichtigt wurde. Bei Fragen der Quarantäne und des möglichen Freitestens durch einen negativen Corona-Test wollen sich die EU-Staaten künftig besser koordinieren.

Kriterien für die Corona-Karte sollen künftig die 14-Tage-Inzidenz – also die Zahl an Corona-Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen zwei Wochen -, die Rate positiver Tests sowie die Rate durchgeführter Tests sein. Zumindest für Reisende aus „grünen“ Regionen sollen die EU-Staaten die Einreise nicht mehr verwehren. Dies wären Gebiete, in denen die 14-Tage-Inzidenz unter 25 und die Rate positiver Tests unter 4 Prozent liegt.

„Orange“ wären Regionen, in denen die 14-Tage-Inzidenz unter 50, die Rate positiver Tests aber bei 4 Prozent oder darüber liegt. Ebenfalls „orange“ wären Regionen, in denen die Inzidenz zwischen 25 und 150 Fällen liegt, die Rate positiver Tests aber unter 4 Prozent. Bei einer 14-Tage-Inzidenz ab 50 sowie einer Positivrate ab 4 Prozent würden Regionen „rot“ markiert – oder bei einer Inzidenz höher als 150. Zudem soll es „graue“ Regionen mit unzureichenden Daten geben.

Zusätzliche Kriterien könnten Daten zur Bevölkerungsgröße, zur Aufnahme in Krankenhäusern und auf Intensivstationen sowie zu Sterberaten sein. Vor möglichen Maßnahmen soll das betroffene Land informiert werden – bestenfalls 48 Stunden vorher. Ausnahmen soll es etwa für Saisonarbeiter, Diplomaten, Lkw-Fahrer oder Journalisten im Einsatz geben. Auch an einem gemeinsamen Reiserückkehrformular – wenn möglich digital – wolle man arbeiten. (Quelle: TSP, 09.10.20)


Statement Angela Merkel nach CORONA-Krisenkonferenz mit Oberbürgermeister/innen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich heute nach einer Videokonferenz mit den Oberürgermeister/innen der 11 größten deutschen Großstädte zu den besprochenen geänderten Corona-Maßnahmen, die aufgrund der steigenden Infektionszahlen in den Städten eintreten sollen. Vereinbart wurde ein weiteres Treffen in zwei Wochen (Quelle: Phoenix; 09.10.20)


Cloppenburg: Emsteker Vion-Schlachthof weiterhin offen

Der Landkreis Cloppenburg zählt 149 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Der Grund: Corona in Schlachthöfen, vor allem dem Vion-Schlachthof in Emstek.

Mit 86,1 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen hat der Landkreis Cloppenburg die kritische 50er-Marke am Freitag deutlich überschritten. In dem Schlachthof des Unternehmens Vion waren allein von Dienstag auf Mittwoch 48 Corona-Fälle hinzugekommen. Der Landkreis entschied, den Betrieb nicht zu schließen, aber 4.000 Schweine pro Tag weniger zu schlachten. Zudem werden die Mitarbeiter jetzt (!) täglich auf das Coronavirus getestet. Um das Infektionsrisiko für Schüler zu senken, will der Landkreis bis zu den Osterferien zusätzliche Busse einsetzen.

Am Freitagabend verschärfte der Landkreis Cloppenburg seine Corona-Regeln und verhängte neue Kontaktbeschränkungen. Von Sonntag an sind private Treffen zu Hause nur noch mit bis zu zehn Personen erlaubt, teilte der Kreis mit. Auch in der Gastronomie gelte diese Obergrenze, lediglich zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten seien in öffentlichen Räumen bis zu 25 Teilnehmer möglich. Zusammenkünfte in Vereinshäusern, Dorfgemeinschaftshäusern und ähnlichen Einrichtungen wurden untersagt. (Quelle: NDR, 09.10.20)


Corona-Ansteckungen steigen stark in Brandenburg – Hotspot Oder-Spree

Die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus ist in Brandenburg in die Höhe geschnellt. Innerhalb eines Tages seien 90 bestätigte neue Fälle hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Potsdam mit. Tags zuvor waren es landesweit noch 55. Zuletzt war der Wert mit 91 am 25. April ähnlich hoch. Die weitaus meisten neuen Infektionen zählte der Landkreis Oder-Spree im Südosten von Berlin mit 21. Damit ist er nur noch wenig entfernt davon, dass dort schärfere Corona-Regeln gelten.

Sie treten ab Sonntag in Kraft, wenn 35 neue Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt übertroffen werden. In Oder-Spree lag dieser Wert am Freitag bei knapp 32. Bei einer Zahl von über 35 wird die Maskenpflicht auf Büros und Gaststätten erweitert, sofern man nicht an einem festen Platz sitzt. Außerdem dürfen dann nicht mehr so viele Menschen an privaten Feiern teilnehmen. In Brandenburg legte der Wert neuer Corona-Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf 13,2 zu; er lag am Donnerstag noch bei 11,2.

Die Zahl der Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, stieg um 66 auf 497. Derzeit sind nach Angaben des Ministeriums 35 Patienten im Krankenhaus. Seit März wurden insgesamt 4715 Corona-Infektionen in Brandenburg gezählt. Bisher starben 174 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19, als genesen gelten geschätzt 4044. (Quelle: Tsp, 09.10.20)


Neuer Höchstwert in Polen

Polen meldet erneut eine Rekordzahl an Neuansteckungen. In den vergangenen 24 Stunden wurden demnach 4.739 Menschen positiv auf das Virus getestet. 52 Menschen starben.
Insgesamt verzeichnete Polen seit Beginn der Pandemie 116.338 Infektionen und 2919 Todesfälle. (Quelle: TSP, 09.10.20)


Emsland: Willkommen bei den Chaos-Machern

(09.10.20)


Landwirte demonstrieren – nicht gegen Tönnies sondern gegen Gesundheitsamt

Vor dem Kreishaus in Meppen (Landkreis Emsland) haben am frühen Morgen Landwirte mit ihren Treckern demonstriert. Die Polizei spricht von rund 55 Fahrzeugen. Hintergrund der Aktion ist der nach mehrtägigem Zögern gefasste Beschluss des Gesundheitsamts des Landkreises Emsland, den zum Tönnies-Konzern zählende Weidemark-Schlachthof in Sögel nach einem schweren Corona-Ausbruch zu schließen. Dadurch werden dort deutlich weniger Schweine in der Region geschlachtet. Die Bauern beklagen Platznot in den Ställen und befürchten finanzielle Einbußen. Am Donnerstag hatte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) die angespannte Lage in einer emotionalen Rede im Landtag dargestellt.

Die Organisation „Land schafft Verbindung“ fordert einen Notfallplan vom Landkreis Emsland. Die Demonstration richte sich nicht grundsätzlich gegen das Schließen des Schlachthofes, Infektionsschutz gehe vor, erläuterte Landwirt Stefan Lüken aus Lorup NDR 1 Niedersachsen. Aber die Bauern bräuchten jetzt Vorschläge vom Landkreis, was sie mit ihren schlachtreifen Schweinen machen sollten.

Landrat Marc-André Burgdorf (CDU) sagte, dass er die Sorgen der Bauern ernst nehme. Der Landkreis sei in Gesprächen mit dem Schlachthof und suche nach Alternativen. Dabei werde diskutiert, ob Teilbereiche wieder geöffnet werden könnten, sofern der Schlachthof dafür ein schlüssiges Konzept vorlegt. Er teilte allerdings nicht mit, dass die Schließung bisher gar nicht erfolgt ist. Die Schlachtungen sollen erst heute Nacht eingestellt werden, die Zerlegearbeiten erst in zwei Tagen.

Apropos schlüssiges Konzept, das der Tönnieskozern Monate nach der Schließung des Schlachthofs in Rheda-Wiedenbrück offenbar immer noch nicht hat:
Vielleicht könnte man ja auch an anderen Orten in Deutschland oder den Niederlanden schlachten?
(Quelle: NDR, 09.10.20)


Charité warnt vor Überlastung: Es fehlt nicht an Betten, sondern an Personal

Die Berliner Charité und die Universitätsklinik in Frankfurt am Main haben vor einem Personalmangel auf Intensivstationen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie gewarnt. Der an der Charité für das Personalmanagement verantwortliche Ulrich Frei sagte am Freitag in Berlin, es gebe „einen absoluten Mangel an Intensivpflegekräften schon seit langer Zeit“. Es gebe genügend Intensivbetten, aber nicht das Personal dazu.

Der Vorstandschef der Uniklinik in Frankfurt am Main, Jürgen Graf, sagte, es sei die „zentrale Herausforderung“ in der Corona-Pandemie, die tatsächlich benötigten Ressourcen bereit zu stellen. Zur Anzahl der betriebsfähigen Intensivbetten zählten aber nicht nur die vorhandenen Betten und Beatmungsgeräte, sondern auch das zur Behandlung nötige Personal. Dieses fehle, ohne Personal seien die vorhandenen Betten aber nicht betriebsfähig. (Quelle: TSP, 09.10.20)


Neue Regeln in Niedersachsen auch für Privatfeiern

In Niedersachsen tritt heute eine neue Corona-Verordnung in Kraft. Darin gibt die Landesregierung erstmals Regeln für private Wohnungen und Grundstücke vor.

Zu Privatfeiern wie Geburtstagsfeiern oder Kaffeekränzchen im eigenen Wohnzimmer dürfen nach der neuen Verordnung, die Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch vorgestellt hatte, höchstens 25 Personen zusammenkommen – außerhalb geschlossener Räume, also zB im eigenen Garten oder Hof dürfen es 50 sein. Vorausgesetzt ist, dass die Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner und innerhalb einer Woche unter 35 liegen. Darüber hinaus also zB im Emsland, gilt auch bei Treffen an der frischen Luft eine Obergrenze von höchstens 25 Personen.

Für das Emsland heißt dies: Weil die Sieben-Tages-Inzidenz hier auf über 50 gestiegen ist, dürfen sich in der eigenen Wohnung noch höchstens 10 Personen treffen.

Anders sieht es für private Treffen in öffentlichen Räumen aus: Für Feiern etwa in Gaststätten lockert das Land die Regeln. Da diese ein Hygienekonzept haben müssen, dürfen dort bis zu 100 Personen zusammen feiern, bei hohen Infektionszahlen noch bis zu 25. Der Anöass fü die Feier ist egal. Allerdings: Bei größeren Feiern darf ab 22 Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden.

Außerdem regelt die Verordnung, dass in den meisten Fällen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann – auch draußen. Bisher galt die Verpflichtung vor allem beim Einkaufen und in Bussen und Bahnen. (Quelle: NDR, 09.10.20)


Niedersachsen-Zahlen

Insgesamt 22.353 Infektionen mit dem Coronavirus sind bis heute, 9. Oktober (Stand 9 Uhr), in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) gemeldet worden. Das sind 412 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt sind beim NLGA mittlerweile 696 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen registriert. Das sind drei Menschen mehr als am Vortag. Als genesen gelten laut NLGA mittlerweile 18.453 der bislang gemeldeten Fälle (etwa 82,6 Prozent aller Fälle). (Quelle: NDR, 09.10.20)


Fußball: Vor U21-Länderpsiel wird HSV-Profi positiv getestet

HSV-Profi Stephan Ambrosius ist nach Informationen von NDR 90,3 bei der deutschen U21-Nationalmannschaft positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 21-Jährige wurde demnach vom Rest des DFB-Teams isoliert. Dass es einen Corona-Fall in der deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaft gibt, war bereits gestern bekannt geworden. Bisher hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) aber nicht offiziell mitgeteilt, um welchen Spieler es sich dabei handelt. Ambrosius hatte sich im Trainingslager im fränkischen Herzogenaurach seit Sonntag mit seinen Teamkollegen auf das EM-Qualifikationsspiel gegen Moldau heute Abend (18.15 Uhr) vorbereitet. (Quelle: NDR, 09.10.20)


📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 09.10.2020, 10.30 Uhr

Die Corona-Zahlen im Landkreis Emsland sind deutlich gestiegen: Weitere 28 Personen haben sich infiziert. Die Gesamtzahl aller Infektionen beträgt damit 975 (+28); umgerechnet auf 100.000 ergibt dies einen Inzidenzwert von 300,0 (Stand 02.10.20: 242,2). Insgesamt sind im Emsland jetzt 215 (+6) Menschen akut an CoViD-19 erkrankt. Hotspot ist weiterhin Sögel mit aktuell jetzt 102 (+7) akut Erkrankten.

Die Zahl der als genesen Geltenden stieg auf jetzt insgesamt 735 Genesene (+22). Es gibt es bisher keine weiteren CoViD-19-Toten im Emsland -drei Patienten werden allerdings intensivmedizinisch beatmet- und aktuell befinden sich rund 930 Personen in Quarantäne (-120).

In Lingen (Ems) beträgt die Gesamtzahl der Infizierten unverändert 141 (+/-0); 123 (+ 1) gelten als genesen. 4 Menschen sind seit Beginn der Pandemie gestorben. Das führt in der Statistik des Landkreises für Lingen zu aktuell 14 Erkrankten.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 18 17 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 26 22 0 4
Samtgemeinde Freren 55 46 9 0
Einheitsgemeinde Geeste 27 22 0 5
Stadt Haren (Ems) 83 75 1 7
Stadt Haselünne 50 45 0 5
Samtgemeinde Herzlake 20 18 0 2
Samtgemeinde Lathen 29 19 0 10
Samtgemeinde Lengerich 23 22 1 0
Stadt Lingen (Ems) 141 123 4 14
Stadt Meppen 119 96 4 19
Samtgemeinde Nordhümmling 19 15 0 4
Stadt Papenburg 90 64 2 24
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 19 16 0 3
Samtgemeinde Sögel 143 41 0 102
Samtgemeinde Spelle 16 15 1 0
Einheitsgemeinde Twist 35 27 2 6
Samtgemeinde Werlte 61 51 0 10
Gesamt* 975 (+28) 735 (+22) 25 (+/-0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 215 (+6)

Klare Mehrheit für Quarantäne-Pflicht bei Rückkehr aus Inlands-Risikogebieten

Eine klare Mehrheit der Deutschen ist dafür, dass sich Reisende bei der Rückkehr aus innerdeutschen Risikogebieten in Quarantäne begeben sollten. Im heute veröffentlichten „Politbarometer“ von ZDF und Tagesspiegel äußerten 64 Prozent diese Auffassung. Lediglich 32 Prozent sprachen sich dagegen aus.

Die aktuell geltenden staatlichen Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie halten 64 Prozent der Befragten für richtig. 23 Prozent fordern angesichts der wieder massiv ansteigenden Infektionszahlen darüber hinaus weitergehende Maßnahmen. Lediglich zwölf Prozent halten die geltenden Schutzmaßnahmen für übertrieben.

Die hohen Infektionszahlen führen auch dazu, dass die Corona-Pandemie wieder häufiger als vorrangiges Problem in Deutschland angesehen wird. 68 Prozent äußerten diese Auffassung, zwölf Prozentpunkte mehr als im September. Auf Platz zwei kommt mit großem Abstand das Thema Flüchtlinge und Asyl mit 19 Prozent.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das „Politbarometer“ von Dienstag bis Donnerstag 1229 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Die Fehlerquote wurde je nach Prozentzahl mit plus/minus zwei bis drei Prozentpunkten angegeben.
(Quelle: TSP, 09.10.20)


Niedersachsen: Risikogebiet-Regelung gilt ab Samstag

Urlauber aus Corona-Risikogebieten müssen ab Samstag Niedersachsen fernbleiben oder einen aktuellen negativen Corona-Test mitbringen. Das sieht eine entsprechende, neue Landesverordnung vor, wie Regierungssprecherin Anke Pörksen am Freitag sagte. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte Sorge, dass Niedersachsen im Herbst das Ziel vieler Urlauber aus deutschen Corona-Risikogebieten werden könnte. Daher habe das Land ein Beherbergungsverbot für Menschen aus diesen Regionen beschlossen, erläuterte er am Donnerstag im Landtag. „Niedersachsen wäre das Flächenland mit herausragenden Reisezielen zwischen Harz und Küste gewesen und hätte dann gewiss viele Menschen aus Corona-belasteten Gebieten angezogen. Aber einen solchen Pull-Effekt, eine besondere Anziehung in schwierigen Zeiten, können wir nun nicht riskieren“, sagte Weil im Interview mit der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.
(Quelle: NDR, 09.10.20)


AIDA Cruises bittet Bundesregierung um politische Hilfe

Die Kreuzfahrtbranche hat sich hilfesuchend an die Bundesregierung gewandt. In einem Schreiben an Außenminister Heiko Maas und Gesundheitsminister Jens Spahn bittet der Vorstandsvorsitzende von Costa und der Rostocker Reederei AIDA Cruises, Michael Thamm, um politische Unterstützung. So fordert Thamm, dass Kreuzfahrten auf Schiffen mit zertifizierten Hygiene-Konzepten in abgesicherte Länder von einer Reisewarnung ausgenommen werden. Konkret gehe es um Griechenland, Italien und die Kanaren. Ebenso bittet der Unternehmenschef die Bundesregierung um Unterstützung bei Verhandlungen mit Spanien über eine baldige Wiederaufnahme des Kreuzfahrt-Tourismus. (Foto: CC s. Archiv v. 07.04.20; Quelle: NDR, 09.10.20)


Überblick am Morgen

  • Laut seinem Außenministerium hat sich China offiziell der globalen Impfstoffinitiative angeschlossen, um bis Ende nächsten Jahres 2 Mrd. Dosen Covid-19-Impfstoffe weltweit zu verteilen. Die Sprecherin des Außenministeriums, Hua Chunying, sagte am Freitag, Peking habe sich der als Covax bekannten Initiative angeschlossen und China zur größten Volkswirtschaft gemacht, die sich einer Koalition zur Bekämpfung des sogenannten „Impfstoff-Nationalismus“ angeschlossen habe.
  • Kuba wird ab nächster Woche für den Tourismus geöffnet. Premierminister Manuel Marrero sagte am späten Donnerstag, dass der größte Teil des karibischen Inselstaates ab nächster Woche für den internationalen Tourismus geöffnet werden würde, da er sich nach der Eindämmung seines Coronavirus-Ausbruchs einer „neuen Normalität“ nähere.
  • Indien nähert sich 7 Millionen Fällen. Indiens Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle stieg in den letzten 24 Stunden um 70.496 auf 6,91 Millionen am Freitagmorgen, wie Daten des Gesundheitsministeriums zeigten. Die Zahl der CoViD-19-Todesfälle stieg um 964 auf 106.490. Indien ist nach den USA und Brasilien damit das dritte Land weltweit, das mehr als 100.000 Tote zu beklagen hat, und seine Epidemie zeigt keine Anzeichen eines Nachlassens.
  • Australien meldete am Freitag 16 neue Fälle von Covid-19 in den letzten 24 Stunden, verglichen mit 28 am Donnerstag, und zwei Tage lang keine Todesfälle. Zum ersten Mal seit dem 11. Juli war Australien 48 Stunden ohne Covid-19-Tod Es verbreitet sich Optimismus, dass Australien die zweite Welle von Covid-19-Infektionen überstanden hat.
  • Rumänien setzt Flüge in und aus Hochrisikoländern aus, um den starken Anstieg neuer Coronavirus-Infektionen einzudämmen. Reisende aus 49 Hochrisikoländern müssen sich bei ihrer Ankunft 10 bis 14 Tage lang selbst isolieren, mit Ausnahme solcher Reisender, die weniger als drei Tage reisen und einen negativen Coronavirus-Test vorlegen.
  • Madrid muss die vom Gesundheitsministerium angeordneten Reisebeschränkungen durchsetzen, um den Ausbruch von Coronaviren zu begrenzen. Andernfalls wird die nationale Regierung einen Ausnahmezustand verhängen, der die Einhaltung der Vorschriften erzwingen würde, teilte die spanische Regierung am späten Donnerstag mit.
  • Die Krankenhäuser in der Region Paris sind in den Notfallmodus übergegangen, haben die Urlaubstage des Personals abgesagt und nicht wesentliche Operationen verschoben, da fast die Hälfte aller Patienten auf Intensivstationen auf Intensivstationen mit Coronavirus-Patienten behandelt wurden. (Quelle: The Guardian, 09.10.20)

Hörgeschädigte: Masken sind eine besondere Herausforderung

Für hörgeschädigte Menschen ist die Pandemie eine besondere Herausforderung: Weil alle eine Maske tragen, können sie nicht mehr von den Lippen ablesen. Alternativen gibt es nur bedingt, sagt die hörgeschädigte Unternehmensberaterin Judit Nothdurft.

Eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist für hörgeschädigte Menschen ohnehin schwierig genug. Durch die Corona-Pandemie sind weitere Hürden entstanden, insbesondere durch die Maskenpflicht, berichtet Judit Nothdurft. Sie ist selbst hörgeschädigt und berät Unternehmen, die gehörlose oder schwerhörige Menschen beschäftigen.

Schwerhörige könnten die Probleme, die sich aus der Maskenpflicht ergeben, teilweise durch Hörgeräte ausgleichen, sagt Nothdurft – allerdings auch nur zum Teil. Eine Maske nehme etwa fünf bis zehn Dezibel von der normalen Lautstärke weg, bei einer Stimmlautstärke von etwa 30 bis 40. Dezibel. „Also ein Drittel kann ich gar nicht mehr hören.“

Für Gehörlose hingegen sei die Maske ein absolutes „No Go“. Wenn jemand einen Mund-Nasen-Schutz trage, „sehen sie gar nichts, sie sehen die Lippenbewegungen nicht.“ Man könne lediglich die Augen erkennen oder dass der andere irgendetwas artikuliert, dies aber nicht verstehen.

Auch in der Gebärdensprache zwischen Gehörlose entstünden Probleme, da neben den Gesten auch bestimmte Mundbilder eine Bedeutung hätten. Zwei Gehörlose mit Maske würden aber immer noch besser klarkommen als ein Gehörloser und ein Mensch, von dessen Lippen abgelesen werden muss.

Faceshields oder Masken mit Folien könnten hier helfen, sagt Nothdurft. Billige Folien allerdings würden schon nach dem zweiten Satz beschlagen. „Da kommt es sehr stark auf die Qualität an.“ Für Schwerhörige gebe es außerdem technische Geräte wie mobile Ringschleifenverstärker, die die Lautstärke des Gegenübers verstärken. „Aber dafür muss man nah stehen.“ (Quelle: DLF, 09.10.20)


Israel meldet nach Lockdown sinkende Fallzahlen

Drei Wochen nach Verhängung eines landesweiten Lockdowns deutet sich in Israel ein rückläufiger Trend bei den Corona-Neuinfektionen an. Wie das Gesundheitsministerium am Freitagmorgen mitteilte, wurden am Vortag 3692 neue Fälle verzeichnet. Vor rund eineinhalb Wochen war mit mehr als 9000 Infektionen ein Rekordwert registriert worden. Zu Wochenbeginn waren mehr als 5700 neue Fälle ausgewiesen worden. Die Quote der positiven Tests betrug nach den Daten vom Freitag acht Prozent. Im Laufe des Lockdowns hatte sie teils deutlich über elf Prozent gelegen. Israel hat etwa neun Millionen Einwohner. (Quelle: TSP, 09.10.20)


(Quelle: LT, 09.10.20)


Mehr als 70.000 Neuinfektionen in Indien

In Indien ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen um 70.496 auf 6,91 Millionen gestiegen. Zudem seien binnen 24 Stunden 964 weitere Todesfälle gemeldet worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt starben bislang 106.490 Menschen mit oder an dem Coronavirus. Indien verzeichnet die meisten Infektionszahlen nach den USA, bei den Todeszahlen liegt das Land hinter den USA und Brasilien.
(Quelle: Tagesspiegel, 09.10.20)


RKI: 4.516 neue Coronafälle in Deutschland registriert

Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Freitag mit 314.660 angegeben – ein Plus von 4.516 seit dem Vortag. Am Donnerstag war die Zahl der mit Corona neu Infizierten Menschen in Deutschland ebenfalls über 4000 gelegen.

Das RKI, das die übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9.589 Todesfälle und damit 11 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 271.800. Rund 271.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 487 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 239 davon wurden beatmet. Vor einer Woche (1.10.) hatte der Wert noch bei 362 (193 beatmet) gelegen, in der Woche davor (24.9.) bei 296 (166 beatmet). Rund 8.500 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei. (Quelle: RKI, 09.10.20)


Herbstferien – Was geht noch?

Aufgrund der massiv steigenden Fallzahlen gelten jetzt auch für immer mehr innerdeutsche Reisende schärfere Restriktionen. Was das unter anderem jetzt auch für die Herbstferien bedeutet, hat der Tagesspiegel (Berlin) hier aufgeschrieben.(Quelle: TSP, 09.10.20)


NRW: Immer mehr Kommunen überschreiten Grenzwert

Immer mehr Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen melden, dass sie die kritische Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten haben.
Die Stadt Wuppertal gab bekannt, die Corona-Maßnahmen ab Freitag (09.10.2020) zu verschärfen. Seit Mittwochabend liege der kritische Wert bei 53. Feiern dürfen nur noch aus besonderem Anlass (Hochzeiten, runde Geburtstage, Taufen, etc.) mit maximal 25 Teilnehmern stattfinden. Das gilt in auch in privaten Räumen. Außerdem dürfen Zusammenkünfte im öffentlichen Raum mit maximal fünf Personen oder mit Personen aus zwei Haushalten stattfinden – etwa im Restaurant.

In Siegburg stieg der Inzidenzwert sogar auf 69, teilte der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises mit. In Hennef und Bad Honnef stieg der Wert über 35. Die hohe Zahl in Bad Honnef sei auf einen Corona-Ausbruch in einer Wohneinrichtung für Behinderte zurückzuführen. Dort sind mindestens 22 Menschen infiziert. In Siegburg seien bei Gottesdiensten und Jugendtreffs einer evangelikalen Christengemeinde Maskenpflicht und Mindestabstand nicht eingehalten worden. Dort hatten sich zunächst sieben Menschen infiziert. Weitere seien heute positiv getestet worden, mehr als 350 Personen seien in Quarantäne, davon viele in Hennef. Die Stadt Siegburg kündigte an, die Corona-Regeln verschärfen zu wollen. Unter anderem bleiben die Schulen am Freitag geschlossen, die Schüler gehen damit einen Tag früher in die Herbstferien. Auch für die Kita-Betreuung gelten Einschränkungen. Zudem empfahl die Verwaltung den Bürgern, im gesamten Stadtgebiet auch draußen eine Maske zu tragen.

Der Krisenstab der Stadt Aachen meldete am Vormittag einen Wert von 50,2. Es seien 138 aktive Fälle zu verzeichnen. Damit träten zahlreiche Maßnahmen in Kraft: Zum Beispiel seien Feiern mit mehr als 25 Teilnehmern genehmigungspflichtig, die Gästezahl dürfe 50 nicht überschreiten. Für die gesamte Städteregion Aachen einschließlich umliegender Städte wie Eschweiler, Monschau, Stolberg und Würselen beträgt die Sieben-Tage-Kennzahl 38,1.

Die Kreisverwaltung in Unna gab am Donnerstagnachmittag einen Anstieg des Inzidenzwertes auf 65 bekannt. Erst am Dienstag hatte man den Warnwert von 35 überschritten. „Wir können den Anstieg nicht auf ein einzelnes Superspreader-Event zurückführen“, sagte der Sprecher. Zudem liegen Remscheid (59,5) und Hagen (56,1) über der kritischen Zahl der Neuinfektionen.

Hamm (77,8) bleibt trotz gesunkener Sieben-Tages-Inzidenz mit fast 80 Neuinfektionen weiterhin der negative Spitzenreiter in NRW. (Quelle: WDR, 09.10.20)


(09.10.20)


Höchste Corona-Warnstufe für weitere Städte in Frankreich

Frankreich hat wegen der alarmierenden Corona-Lage für vier weitere Städte die höchste Corona-Warnstufe ausgerufen. Diese „maximale Alarmstufe“ gelte ab Samstag in Lille, Grenoble, Lyon und Saint-Étienne, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran an. Die Situation im Land verschlechtere sich weiter, warnte der Minister. Er zeigte sich beunruhigt über die Situation in den Pariser Krankenhäusern. Gleichzeitig will der Staat unter den Corona-Einschränkungen leidende Branchen noch stärker finanziell unterstützen.

Die „maximale Alarmstufe“ gilt bisher in der Hauptstadt Paris, in der südfranzösischen Metropole Marseille und im Überseegebiet Guadeloupe. Sie ist die letzte Stufe vor dem Gesundheitsnotstand. Als Konsequenz aus der Einstufung müssen in der Regel Bars und gastronomische Betriebe, die kein Essen anbieten, schließen. In Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen. (Quelle: TSP, 09.10.20)


Italien verschäft Einreisebestimmungen

Italien verschärft wegen steigender Corona-Zahlen die Einreisebestimmungen unter anderen für Menschen aus Großbritannien, Belgien und den Niederlanden. In dem Mittelmeerland selbst gab es am Donnerstag den zweiten Tag in Folge einen steilen Anstieg der Neuinfektionen auf nun fast 4.500 Fälle an einem Tag.

In Italien müssen neben Briten unter anderen auch Reisende aus Tschechien, aus ganz Frankreich und Spanien bei der Ankunft einen negativen Corona-Test vorlegen, wie aus der am Donnerstag in Rom veröffentlichen Anordnung des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Der Test darf nicht älter sein als 72 Stunden. Alternativ kann die medizinische Kontrolle bei der Einreise durchgeführt werden. (Quelle: TSP, 08.10.20)


Rumänien mit Rekordzahl

Rumänien stellt die Flüge in und aus Hochrisikoländern ein, um den starken Anstieg neuer Coronavirus-Infektionen einzudämmen. Die Zahl der Infektionen in Rumänien stieg in den letzten 24 Stunden um den Rekordwert von 3.130. Die Regierung hat in der Hauptstadt Bukarest Theater, Kinos, Restaurants, Bars und Spielhallen geschlossen und ähnliche Maßnahmen in anderen Städten durchgesetzt.

Reisende aus 49 Hochrisikoländern müssen sich bei ihrer Ankunft 10 bis 14 Tage lang selbst isolieren, mit Ausnahme von Reisenden, die weniger als drei Tage reisen und einen negativen Coronavirus-Test vorlegen.

Am Donnerstag setzte die Regierung Flüge aus den auf der Liste aufgeführten Ländern außer den Staaten der Europäischen Union, Großbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar aus. (Quelle: The Guardian, 08.10.20)


(08.10.20)


Auch Delmenhorst ist Risikogebiet

Das kreisfreie Delmenhorst ist jetzt Corona-Risikogebiet. Mit 63,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen liegt die Stadt deutlich über dem Grenzwert von 50. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Der Stadt zufolge ist mit 18 neuen Fällen in 24 Stunden ein neuer Höchststand erreicht. Die Erkrankten hätten sich überwiegend innerhalb der Familie angesteckt – Infektionsherde wie größere Feiern habe es in Delmenhorst nicht gegeben. Bürger sollten sich an die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus halten – dies werde streng kontrolliert, hieß es. Für Freitag hat die Stadt die Schließung aller Schulen angeordnet. Delmenhorster Schüler, die außerhalb der Stadt zur Schule gehen, dürfen demnach ebenfalls nicht am Unterricht teilnehmen. (Quelle: NDR, 08.10.20)


Corona-Verstoß: Erstes Urteil in Twente (NL) gegen Unternehmer

Als er Ende April einer Frau in seinem Fitnessstudio erlaubte, eine Stunde lang zu trainieren, hatte der Ootmarsumer Fitnessstudiobesitzer M. Richter nicht erwartet, dass dies zu einer Anklage führen werde. Jetzt gab es für den 55-jährigen Fitnessstudio-Besitzer eine schmerzhafte Premiere: Er ist der erste Unternehmer aus Twente, der wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln mit seiner Firma verurteilt wurde.

Nachdem das Corona-Virus im vergangenen Frühjahr in den Niederlanden aufgetaucht war, mussten alle Fitnessstudios ab dem 15. März schließen. Ursprünglich sollte die obligatorische Schließung bis zum 28. April dauern, wurde bis zum 20. Mai und später zum 1. Juli verlängert. Ein Fitnessstudio in Ootmarsum hielt sich nicht daran. Mit all seinen Konsequenzen, wie im ersten Twente-Strafverfahren wegen Nichteinhaltung der Corona-Regeln deutlich wurde.

Turnhallenbesitzer M. glaubte wirklich, er habe die Erlaubnis der Gemeinde Dinkelland, sagte er am Donnerstag dem Strafrichter in Almelo. „Nachdem Premierminister Rutte im März die Schließung von Fitnessstudios angekündigt hatte, rief ich die Gemeinde an, was erlaubt und was nicht. Dann wurde mir gesagt, dass Einzelunterricht gegeben werden könnte. “

Strafrichter Erik Berg hörte zu, zog dann aber eine trockene Schlussfolgerung: „Ich verstehe, dass um März eine gewisse Unsicherheit darüber bestand, was erlaubt war und was nicht. Aber anderthalb Monate später hätten Sie einfach wissen müssen, dass „schließen“ wirklich „geschlossen“ bedeutet. Dass M. schuldig ist, wurde daher vor Gericht festgestellt. Bei der Bestimmung der Höhe der Bestrafung geschah jedoch etwas Bemerkenswertes.

Die Staatsanwaltschaft, die die Bedeutung der Maßnahmen gegen das Coronavirus betonte, forderte nicht wie erwartet eine Geldbuße von 4500 Euro, sondern „nur“ 1000 Euro. „Weil es bei der Verletzung darum geht, Leute im Fitnessstudio zuzulassen, aber das waren nicht viele Leute.“ Richter Berg fand diese Bestrafung ebenfalls angemessen, hielt sie jedoch für eine schwere Bestrafung. Vor allem, weil Fitnessstudio-Besitzer M. darauf hingewiesen hat, dass die Corona-Krise bereits weitreichende finanzielle Konsequenzen für sein Unternehmen hat. „Ich denke, 1000 Euro sind angemessen, weil die Strafe auch anderen klar machen sollte, dass man nicht einfach mit einem Verstoß gegen die Coronaregeln davonkommen kann.“ Er fragte den Angeklagten: „Können Sie die 1000 Euro bezahlen? “

„Nun, aufgrund der aktuellen Situation wäre es schön, wenn sie mit die Zahlung in zwei Raten ermöglichen“, sagte M. Richter.

(Quelle: Tubantia, 08.10.20)


(08.10.20)


Merkel: „Ich möchte nicht, dass sich eine Situation wie im Frühjahr wiederholt“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will in Anbetracht der ansteigenden Infektionszahlen einen zweiten Lockdown vermeiden. „Ich möchte nicht, dass sich eine Situation wie im Frühjahr wiederholt“, sagte Merkel am Donnerstag bei einer Vollversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Der Lockdown sei für die Bevölkerung ein folgenschwerer Einschnitt gewesen. Im ersten Halbjahr sei die deutsche Wirtschaft in eine „historisch schwere Rezession“ gefallen. Trotz eines derzeit verbesserten Geschäftsklimas könne es noch keine Entwarnung geben, betonte Merkel. (Foto: CC s. Archiv v. 20.03.20; Quelle: TSP, 08.10.20)


Besuchsverbot im Marienhospital Papenburg

Das Marienhospital in Papenburg hat ein Besuchsverbot verhängt. Grund sind die steigenden Corona-Infektionszahlen im Emsland. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Ausnahmen des Besuchsverbots sind nach Absprachen möglich, etwa für Eltern von Kindern auf der Kinderstation, Väter auf der Wochenstation oder Angehörige von Patienten auf der Intensivstation. Mit den Landkreisen Emsland und Wesermarsch haben am Donnerstag zwei weitere Regionen in Niedersachsen die kritische Marke von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Auch die Stadt Delmenhorst gehört jetzt zu den Corona-Risikogebieten. (Quelle: NDR, 08.10.20)


Überblick am Abend

  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO meldete am Donnerstag einen Rekordanstieg der weltweiten Coronavirus-Fälle innerhalb eines Tages; die Gesamtzahl stieg innerhalb von 24 Stunden um 338.779.
  • Die Krankenhäuser in Paris wechseln in den Notfallmodus, weil die Zahl der Covid-19-Patienten stark steigt. Die Hospitäler haben die Urlaube ihres Personals abgesagt und nicht lebenswichtige Operationen verschoben; fast die Hälfte aller Patienten werden auf den Intensivstationen wegen CoViD-19 behandelt.
  • US-Präsident Donald Trump hat sich geweigert, an der Debatte mit Joe Biden in der nächsten Woche teilzunehmen. Zwischen den politischen Lagern in den USA ist ein Streit über die beiden weiteren geplanten TV-Rededuelle zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden entbrannt. Die zuständige unabhängige Kommission CPD kündigte zunächst an, die zweite Debatte werde wegen der Corona-Erkrankung des Präsidenten virtuell stattfinden. Trump nannte das im Sender Fox News inakzeptabel. Bidens Team schlug daraufhin vor, die zweite, ursprünglich für den 15. Oktober geplante Debatte um eine Woche zu verschieben, „damit sich der Präsident der Rechenschaft nicht entziehen kann“.
  • Das Medical Journal, eine der renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften der Welt, hat den „gefährlich inkompetenten“ Umgang der Trump-Regierung mit der Pandemie kritisiert und gefordert, dass sie abgewählt werde, weil die Fälle von US-Coronaviren weiter zunehmen.
  • Das oberste Regionalgericht von Madrid hat den teilweisen Lockdown als „schädlich für die Grundrechte“ aufgehoben. Die Entscheidung betrifft die Hauptstadt von Spanien sowie neun nahegelegene Städte. Die spanische Regierung hatte sie angeordnet, um die rasche Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. In der gerichtlichen Erklärung heißt es, die Maßnahmen hätten „Auswirkungen auf die Rechte und Grundfreiheiten“ von 4,5 Millionen Einwohner, die von der Schließung betroffen seien.
  • Italien hat zum ersten Mal seit Mitte April mehr als 4.000 Fälle von täglichem Coronavirus. Italien hat in den letzten 24 Stunden 4.458 neue Coronavirus-Infektionen registriert. Zum ersten Mal seit Mitte April hat das Land 4.000 Fälle an einem einzigen Tag überschritten.
  • Orthodoxe New Yorker Juden verurteilen Gouverneur Andrew Cuomo wegen seiner neuen Lockdown-Maßnahmen. Gegen die neuen Regeln, die angesichts der Zunahme neuer Coronavirus-Fälle Lockdown-Maßnahen für Teile von New York City anordnen, protestiert die Religionsgruppe und beschuldigt Cuomo der „gefährlichen und spaltenden“ Sprache gegen orthodoxe Juden.
    (Quelle: The Guardian, 08.10.20)

Rekordanstieg in Fällen in den Niederlanden

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in den Niederlanden ist innerhalb von 24 Stunden um mehr als 5.800 gestiegen, wie Daten der Gesundheitsbehörden zeigen.

Der rasche Anstieg setzt die Behörden unter Druck, neue Einschränkungen im westlichen Nachbarland zu verhängen, das inzwischen eine der höchsten Pro-Kopf-Infektionsraten der Welt aufweist. (Quelle: The Guardian, 08.10.20)


Portugal mit deutlichem Anstieg

Portugal hat zum ersten Mal seit April mehr als 1.000 neue Coronavirus-Fälle an einem einzigen Tag registriert. Die Regierung warnt die Bevölkerung, sich auf das Bevorstehende vorzubereiten.

„Wir müssen uns auf das vorbereiten, was kommt“, sagte der Gesundheitsminister António Lacerda Sales während eines Besuchs in einem Krankenhaus in Braga, einer Stadt im Norden des Landes.

Nach Angaben der portugiesischen Gesundheitsbehörde wurden am Donnerstag insgesamt 1.278 Neuinfektionen und 10 Todesfälle gemeldet. Das letzte Mal, dass Portugal binnen 24 Stunden mehr als 1.000 Infektionen verzeichnete, war am 10. April während der sechswöchigen Sperrung des Landes. (Quelle: The Guardian, 08.10.20)


Polen verschärft Regeln

Das Tragen von Masken im Freien wird ab dem 10. Oktober in ganz Polen obligatorisch sein, sagte der Ministerpräsident, da das Land in Coronavirus-Fällen mit einem scharfen Anstieg zu kämpfen hat.

Das Land ist nur wenige Schritte von einem Mangel an Krankenhausbetten für Covid-Patienten entfernt, fügte Mateusz Morawiecki auf einer Pressekonferenz hinzu. Er sagte jedoch, das Land werde weiterhin versuchen, eine völlige Sperrung zu vermeiden, um die Wirtschaft abzuschirmen. (Quelle: The Guardian, 08.10.20)



Hannover: Gesundheitsamt setzt jetzt Bundeswehrsoldaten ein

Ab Montag werden im Gesundheitsamt der Region Hannover 40 Sanitätssoldaten der Bundeswehr eingesetzt. Sie sollen den Beschäftigten der Region helfen, Kontakte von Corona-Infizierten nachzuverfolgen, sagte Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) am Donnerstag. Jagau wies darauf hin, dass im Gesundheitsamt bereits 40 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt worden seien. Weitere sollen folgen, weil die Arbeitsbelastung vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ständig zunehme. (Quelle: NDR, 08.10.20)



Infektionszahlen steigen

Mit den am Nachmittag gemeldeten Neuinfektionen aus Mecklenburg-Vorpommern (+12) und Bremen (+76) ist die Zahl der Corona-Fälle in Norddeutschland innerhalb eines Tages um 578 gestiegen. Gestern waren es 547 neu bestätigte Sars-CoV-2-Infektionen, am Dienstag 346 und am Montag 358. Ebenso wie im Norden steigen auch bundesweit die registrierten Infektionszahlen. Heute meldete das Robert Koch-Institut 4.058 neue Fälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Ein höherer als der nun gemeldete Wert war zuletzt Anfang April erreicht worden.Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte die Bevölkerung nachdrücklich zu Achtsamkeit. Das Wirksamste sei dabei immer noch die Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln. Dazu seien neben den „AHA-Regeln“ – Abstand, Hygiene und Alltagsmasken – auch die Corona-Warn-App und das Lüften wichtig. (Quelle: NDR, 08.10.20)


Berlin überschreitet kritische Marke von Neuinfektionen

Deutschlands Hauptstadt hat in den vergangenen sieben Tagen 52,8 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner registriert. Damit überschreitet Berlin die von Bund und Ländern vereinbarte Grenze, ab der die Schutzmaßnahmen neu bewertet und entsprechend angepasst werden sollen. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 50 kann der Stadtstaat jetzt außerdem für andere Bundesländer als Risikogebiet eingestuft werden. (Quelle: NDR, 08.10.20)


Neun Millionen Corona-Schnelltests pro Monat gesichert

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will von Mitte Oktober an in großem Umfang Corona-Schnelltests in Senioren- und Pflegeheimen, Pflegediensten, Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen einsetzen lassen, um Corona-Ausbrüche zu verhindern oder schnell einzugrenzen. Besucher, Bewohner und Personal sollen so oft wie nötig getestet werden können. Durch eine Bundes-Beteiligung an Verträgen seien vorerst bis zu neun Millionen Schnelltests pro Monat für den deutschen Markt gesichert. Bis zum 15. Oktober soll geklärt werden, in welchem Umfang die Krankenkassen die Kosten übernehmen. (Quelle: NDR, 08.10.20)


125 Neuinfektionen: Hamburg überschreitet 35er-Inzidenz

In Hamburg ist die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag um 125 Fälle gestiegen. Das teilte die Gesundheitsbehörde mit. Die Gesamtzahl der Covid-19-Fälle in der Hansestadt stieg damit auf 8.668, als genesen gelten 6.900 Menschen. 59 Patienten werden den Angaben zufolge derzeit im Krankenhaus behandelt, davon zwölf auf Intensivstationen. Der Inzidenzwert für Hamburg liegt nun bei 36,1 (Vortag: 34,1) und damit erstmals seit Mitte April über 35. Damit werden strengere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wahrscheinlicher. Diese sollen nach einer neuen Regel schon ergriffen werden, wenn der Inzidenzwert drei Tage lang über der 35er-Marke liegt, wie ein Sprecher der Gesundheitsbehörde sagte. (Quelle: NDR, 08.10.20)


E-Mail an die Mitglieder des Rates der Stadt Lingen (Ems),
08.10.2020, 11:09 Uhr

„…drei Hinweise zur heutigen Ratssitzung:
– Die Sitzordnung in der Halle IV wurde dahingehend angepasst, dass jeweils drei Meter Abstand zwischen den einzelnen Tischen besteht und die Tische über die gesamte Halle – also auch innerhalb des ursprünglichen Beratungsraumes – verteilt sind.
– Es gilt eine Maskenpflicht während der gesamten Sitzung, also auch während des Sitzens am Platz.
– Den Sitzungsteilnehmern werden FFP 2-Masken zur Verfügung gestellt, die auf den Tischen der Ratsmitglieder vor der Sitzung bereitgelegt werden….“

(Quelle: Stadt Lingen (Ems), 08.10.20)


„Nice green screen“

(08.10.20)


Niedersachsen registriert 320 neue Fälle

Das Land Niedersachsen meldet im Vergleich zum Vortag 320 neue Corona-Fälle – so viele wie seit Anfang April nicht. Damit stieg die Zahl der bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen in dem Bundesland auf 21.941 (genesen: 18.283). Am Mittwoch waren 273 neue Fälle gemeldet worden. Im Zusammenhang mit Covid-19 wurden zudem drei neue Todesfälle registriert, teilte die Landesregierung mit. Inzwischen haben drei Landkreise den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten: Emsland (55,4), Wesermarsch (56,4) und Vechta (68,6).

(Quelle: NDR, 08.10.20)


„erst Sonntag“

Wenn Nähe zu Kumpanei wird…


Niedersachsen will nun doch Beherbergungsverbot

Niedersachsen will nun doch ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus innerdeutschen Corona-Risikogebieten. Eine entsprechende Landesverordnung werde auf den Weg gebracht, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im Landtag in Hannover. Man habe sich darüber innerhalb der Landesregierung abgestimmt. Viele andere Bundesländer wollen auch keine Touristen aus Corona-Risikogebieten mehr ohne Auflagen in ihren Hotels und Ferienwohnungen übernachten lassen. Darauf hatten sie sich am Mittwoch bei einer Schaltkonferenz der Chefs der Staatskanzleien der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) verständigt. Niedersachsen hatte sich dem zunächst nicht angeschlossen. (Quelle: NDR, 08.10.20)


RKI-Chef warnt vor unkontrollierter Verbreitung des Coronavirus

Angesichts der hohen Neuinfektionsrate hat das Robert Koch-Institut (RKI) vor einer unkontrollierten Verbreitung des Coronavirus in Deutschland gewarnt. Es sei „möglich, dass wir mehr als 10.000 neue Fälle pro Tag sehen und dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen Tagesfrist war zuvor auf mehr als 4.000 Fälle gestiegen – nach knapp 3.000 Neufällen am Mittwoch. „Die aktuell