“Das Europa, das wir wollen”. Gemeinsame Erklärung der deutschen und französischen Gewerkschaftsbünde .

“100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, das zur Gründung der IAO führte und zu der Erkenntnis, dass „dauerhafter Frieden nur auf der Grundlage von sozialer Gerechtigkeit begründet werden kann“ und dass Arbeit keine Ware ist, befindet sich unser gemeinsames Projekt in einer schweren Krise: ein Europa des Wohlstands und Wohlergehens, das gastfreundlich, offen und demokratisch ist und seinen Bürgern Chancen bietet. Diese Demokratie- und Vertrauenskrise, verbunden mit dem Aufstieg des Populismus, hat viele Gründe – allen voran die Tatsache, dass die sozialen und demokratischen Ideale des europäischen Projekts allzu oft missachtet werden. Die Arbeit wird dabei mehr und mehr zur Ware – aufgrund des ultraliberalen Kurses, zu dem die Mitgliedsstaaten die Europäische Union drängen. „Europa“ verbinden die Europäer heute eher mit Sozialdumping und damit, dass Arbeitnehmer gegeneinander in Konkurrenz gesetzt werden, als mit Frieden, Wohlstand und den geschaffenen Freiheiten.

Die Wirtschaftspolitik, die heute in der Europäischen Union praktiziert wird, gefährdet die Errungenschaften in den sozialen Rechten, im Umweltschutz und in der sozialen Demokratie in den Mitgliedsstaaten. Wenn Europa morgen noch bestehen will, muss es unsere Völker wieder näher zusammenbringen und einen Binnenmarkt schaffen, der die Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessert und diese Rechte nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch in der Union fördert: im Zeichen des Fortschritts gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen voranbringen, das war einst das Leitbild der europäischen Einigung.

Wir setzen uns für eine starken und engen multilateralen Zusammenhalt auf unserem Kontinent ein. Um bestehen zu können, muss dieser den Erwartungen der europäischen Bürger und Arbeitnehmer entsprechen. Die Geschichte erinnert uns an die gemeinsame Verantwortung unserer beiden Länder bei der Sicherung des sozialen Friedens in Europa.*

Vor diesem Hintergrund kommt Deutschland und Frankreich als Zugkräften des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Zusammenhaltes in Europa eine besondere Verantwortung zu. Unsere beiden Länder waren nicht nur entscheidend an der Gestaltung des europäischen Einigungsprozesses beteiligt, sie profitieren auch in beträchtlichem Maße von der Europäischen Union. Wir fordern unsere Regierungen dazu auf, Antworten auf die Zukunftsfragen der EU und ihrer Architektur zu geben und so ihren Beitrag zur Solidarität und Aufwärtskonvergenz in Europa zu leisten.

Daher erwarten wir insbesondere von den Regierungen Frankreichs und Deutschlands, dass sie in diesem Sinne handeln. So scheint es uns ein starkes Signal zu sein, bald einen neuen Elysee-Vertrag zu verabschieden – denn der „deutsch-französische Motor“ ist entscheidend, wenn wir Lösungen finden wollen für die zahlreichen Herausforderungen, mit denen die Europäische Union konfrontiert ist. Dies bedeutet eine tiefgreifende soziale Erneuerung der Europäischen Union – die von einer bilateralen Initiative Deutschlands und Frankreichs angestoßen und getragen werden kann. Die Annäherung der sozialen Verhältnisse in unseren Ländern im Zeichen des Fortschritts muss in dieser Hinsicht richtungsweisend sein.

Ein von den Bevölkerungen unterstütztes und akzeptiertes Europa muss die soziale Gerechtigkeit zu einer Priorität machen. Dieses Europa steht für die Solidarität, für die die Arbeitnehmer eintreten. Die entfesselte Konkurrenz und der Egoismus der Mitgliedsstaaten sind als Funktionsprinzipien gescheitert. Dieses Europa bedarf, wohl bemerkt, eines Transfermechanismus; das liegt im Wesen der Solidarität. Die Wirtschafts- und Währungsunion ist de facto bereits eine Transferunion: Sie stärkt die leistungsstarken Mitgliedsstaaten zulasten der anderen – vor allem, indem sie junge Arbeitnehmer nach Westeuropa lockt, wo diese dann in die Systeme der sozialen Sicherung einzahlen, während sie in ihren Herkunftsländern schmerzlich fehlen. Insbesondere unsere beiden Länder profitieren davon. All das ist nicht nachhaltig. (…) Unsere Organisationen rufen dazu auf, die soziale Agenda und das soziale Modell Europas zu stärken.

Als sozial hoch entwickelte Länder müssen sich Deutschland und Frankreich für eine europäische Aufwärtskonvergenz einsetzen. (…) Seit der Krise von 2008 und der Austeritätspolitik in Europa sind es die Arbeiter, die unter den Folgen der „Finanzialisierung“ der Wirtschaft und der Bankenrettung leiden. Ihre Gehälter stagnieren und ihre Kaufkraft sinkt. Die Lebensverhältnisse in den verschiedenen Regionen Europas sind weit davon entfernt, sich anzugleichen. Die Unterschiede zwischen effektiven Löhnen und Mindestlöhnen zwischen unseren beiden Ländern sind signifikant.

Wir müssen der Jugend eine berufliche Zukunft in Europa ermöglichen und gegen die Zunahme prekärer Arbeit kämpfen, welche aus der Deregulierung in unseren Ländern resultiert. (…) Die Europäische Säule Soziale Rechte, die 2017 in Göteborg ausgerufen wurde, zeugt von guten Vorsätzen. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Mitgliedsstaaten Verantwortung übernehmen und ihren Worten Taten folgen lassen. Deshalb setzen sich unsere Organisationen für eine verstärkte soziale Konvergenz unserer beiden Länder ein und sehen in der vertieften Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland einen wichtigen Faktor für ein soziales und solidarischeres Europa.”

Paris, 9. November 2018 , dokumentiert beim DGB am 14.11.2018  

Aufruf: Seebrücke

16. November 2018

„Auch Lingen darf die Augen nicht verschließen vor dem, was im Mittelmeer geschieht. Auch in Lingen müssen Menschen auf die Straße gehen, um gegen Europas Abschottungspolitik und die Kriminalisierung von Seenotretter*innen zu demonstrieren. Auch Lingen darf nicht wegschauen, wenn tausende Menschen ertrinken.

Wenn ihr mit uns ein Zeichen setzen wollt für ein gerechteres und humanes Europa und für mehr Solidarität, dann kommt am 17.November um 14 Uhr auf den Bahnhofsvorplatz in Lingen.
Tragt die Farbe Orange, bringt Banner, Plakate und Schilder mit. Kommt mit eurer Familie, euren Freund*innen und Nachbar*innen. Erzählt euren Kolleg*innen, Kommiliton*innen und allen, die ihr trefft, von unsere Demo und warum wir auf die Straße gehen.
Es ist an der Zeit den Mund aufzumachen und zu rufen: So darf es nicht weitergehen. Nicht mit uns!“


Zum Ablauf:

„Um 14 Uhr ist Treffpunkt am Bahnhof, dann werden wir eine Demo durch die Stadt machen (Konzept der Demo wird vor Ort erklärt) und enden anschließend mit einer Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen wieder am Bahnhof.

Anschließend können alle die Lust haben noch mit uns gemeinsam zum Markt zur Veranstaltung 1 Million Lichter gehen.

Die Route der Demonstration:

Bahnhofsvorplatz – Querung Bernd-Rosemeyer-Str. – Marienstr. – links Lookenstr. – rechts Konrad-Adenauer-Ring – rechts Zum Neuen Hafen – links Kivelingstr. – rechts Kirchstr. – links Gymnasialstr. – rechts Baccumer Str. – links Burgstr. – rechts Bernd-Rosemeyer-Str. –

Transparente und Plakate können gerne mitgebracht werden. Wichtig: Fahnenstangen/ Transparentstangen/ Stöcke/ Stäbe dürfen nicht aus Metall sein, max. 2 cm Durchmesser und max. 1,5 m Länge haben. Fackeln, Wunderkerzen u. ä. sind nicht erlaubt.“

Anastacia

16. November 2018

Anastacia
Lingen (Ems) – EmslandArena
Sa 17.11.2018 – 20 Uhr
Restkarten

Aufgrund der großen Nachfrage kehrt Pop-Star Anastacia nach ihren ausverkauften Konzerten im Frühjahr dieses Jahres u.a. in Berlin, Hamburg, München mit ihrer Evolution Tour im November 2018 noch einmal zurück nach Deutschland. Die prägnante Mega-Soulstimme ist das Markenzeichen ihres erstaunlichen Erfolgs. Ihr unglaublicher Wille kann Berge versetzen und scheinbar sogar das Schicksal besiegen. Im Anschluss an ihre Europatournee im Frühjahr und Sommer präsentiert die herausragende Interpretin all ihre Chartbreaker sowie Songs ihres aktuellen Albums ‚Evolution‘ im November dann auch in Lingen.

Mehr als 30 Millionen Alben weltweit für die vorangegangenen Multi-Platin-CDs ‚Not That Kind‘, ‚Freak Of Nature‘ und ‚Anastacia‘ sowie ‚Heavy Rotation‘ und ‚It’s A Man’s World‘ verhalfen der zierlichen Powerfrau mit der gigantischen Röhre zu einer kometenhaften Karriere. Bestseller-Singles wie ‚I’m Outta Love‘, ‚Paid My Dues‘, ‚One Day In Your Life‘ oder ‚Left Outside Alone‘, die natürlich zum Tourneeprogramm gehören, markieren die zentralen Etappen ihres Aufstiegs.

Die aktuelle CD ‚Evolution‘ markiert eine Rückkehr zu den Ursprüngen. Fesselnde Rocknummern wechseln sich mit einprägsamen Pop-Songs und bewegenden Balladen ab. „Ich bin so begeistert, wieder nach Europa zurückzukommen und das Publikum an meinen Liedern teilhaben zu lassen“, erklärt Anastacia.

Anastacia ist auch die Geschichte eines triumphalen Aufbäumens gegen Schicksalsschläge. Gesundheitliche Probleme überschatteten immer wieder ihr Leben. Aber Anastacia kämpfte mit unbändigem Willen für ihre vollständige Genesung. Auf ihrer bewegten Reise meisterte sie zahllose Herausforderungen und verlor dabei ihre Ziele nie aus dem Blick. Sie ist eine Kämpferin, die anderen Mut macht und dazu motiviert, positiv zu bleiben und niemals aufzugeben.

Anastacia Newkirk wurde in New York geboren, wuchs jedoch in Chicago auf. Mit 14 kehrte die Tochter eines Nightclubsängers und einer Schauspielerin nach Manhattan zurück. Sie versuchte sich in wechselnden Rollen und Engagements, unternahm kleine literarische Versuche. Dann erprobte sie sich als Songschreiberin, bevor sie als Tänzerin und Backgroundsängerin in die Musikszene eintauchte. Ihre Stunde schlug, als sie sich 1998 am MTV-Wettbewerb „The Cut“ beteiligte und mit ‚Not That Kind‘ Furore machte.

Ihr Debütalbum ‚Not That Kind‘ stürmte an die Spitzen der Charts und machte Anastacia zur Königin des neuen Soul. Die zweite CD ‚Freak Of Nature‘ übertraf diesen Erfolg sogar noch und etablierte Anastacia endgültig als internationalen Superstar.

Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, über unsere Ticket-Hotlines 0591 91295-0 und 0591 9144-144 sowie auf www.eventim.de und www.ticketmaster.de

Some gifts

15. November 2018

39 Tage bis Heilig Abdnd. Die Werbebranche explodiert.Hier der Weihnachtsclip mit Elton Joh. Schömn.

NABU zu E233

15. November 2018

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zum laufenden Planfeststellungsverfahrens für den ersten Planungsabschnitt der E 233 hat jetzt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) nun eine umfassende und sehr kritische Stellungnahme abgegeben.

Weit über 50 Seiten umfasst die Einwendung. Zunächst wurden einige Verfahrensfehler aufgelistet. Wesentliche Unterlagen würden fehlen, etwa verschiedene Gutachten zum straßenverkehrsbedingten Stickstoffeintrag in angrenzende Lebensräume. Auch die kurze Einwendungsfrist wurde angesichts des großen Umfangs von 37 Aktenordnern mit Planungsunterlagen bemängelt.

Darüber hinaus seien aber auch zahlreiche inhaltliche Fehler bei den Planungsunterlagen zu beklagen. So werde in der Verkehrswirtschaftlichen Untersuchung von 2017 die Mautpflicht für Lkw auf der E233 seit dem 1.7.2018 nicht ausreichend berücksichtigt. Und die         schalltechnischen Untersuchungen nähmen zu geringe Verkehrszahlen an, so dass die Lärmemissionen unterschätzt würden.  Außerdem sei die Tiergruppe der Gastvögel in keiner Weise berücksichtigt worden, obwohl Bereiche von regionaler, landesweiter und sogar nationaler Bedeutung betroffen seien.  Bestandserfassungen anderer Tiergruppen seien veraltet und fehlerhaft.

„Nach unserer Einschätzung ist das Vorhaben insbesondere aufgrund von Verstößen gegen arten- und habitatschutzrechtliche Vorgaben nicht genehmigungsfähig“, so Katja Hübner, Mitarbeiterin des NABU-Regionalverbandes Emsland/Grafschaft Bentheim. „Wir hoffen, dass unsere Stellungnahme nun dazu führt, dass das ganze Vorhaben noch einmal auf den Prüfstand gestellt und auch vor dem Hintergrund einer aktualisierten Kosten-Nutzen-Berechnung auf seine Erforderlichkeit überprüft wird.“

Die vollständige Stellungnahme des NABU und weitere Informationen sollen unter www.nabu-emsland-mitte.de zu finden sein. Die Einwendungsfrist zur E233 läuft übrigens heute ab..


Wer gezielt die kritische Begleitung des Genehmigungsverfahrens der E 233 finanziell unterstützen will, kann dies durch eine Spende unter Angabe des Verwendungszwecks „Exit233“ auf das Konto des NABU Emsland Mitte, IBAN DE60266500010000011825 tun. Diese Spenden sind steuerlich absetzbar. Bis 200 € reicht den Finanzbehörden die Vorlage des Kontoauszugs. Ab einer Spendenhöhe von 200 € stellt der NABU Spendenbescheinigungen aus, sofern ihm die Postadresse des Spenders bekannt gemacht wird.

(Quelle: PM NABU)

BOA

14. November 2018

Heute zwinge ich mich zu diesem Beitrag. Zwingen deshalb, weil die CDU-Mehrheit im Finanzausschuss des Lingener Stadtrats gestern alle (!) Anträge unserer BN-Fraktion abgelehnt hat – mit Ausnahme eines: 3.000 Euro (=ein Vierzigtausendstel des Lingener Etats 2019) für die Prüfung freizugeben, die historischen Sandstein-Grabtafeln am Alten Friedhofs daraufhin zu untersuchen, ob sie restauriert werden können. Bleibt es bei dem Tempo, haben wir von den BürgerNahen in etwa 20.000 Jahren Entscheidendes mitzureden. In einem kurzen Bericht an unsere Aktiven habe ich mich heute deshalb dazu erklärt, dass sei nur mit dem A-Wort gut erklärbar und den Etatentwurf abgelehnt…

Aber wir wollen ja fachlich sachlich leiben. Also:

Am vergangenen Samstag ist das neue Magazin BOA erschienen. Das 132 Seiten dicke Heft, das für 4,90 Euro zu haben ist und zweimonatlich erscheint, soll vor allem Mode-, Musik- und Sportinteressierte ansprechen. Es erscheint bei Gruner + Jahr und wurde von deren Content-Marketing-Tochter gemeinsam mit Jerome Boateng konzipiert. Geworben wurde mit einem 60-Sekünder aus einem Späti in Kreuzberg. Guckt mal: Diese nette Aktion von Nachbar Jérôme, den vor zwei Jahren ein politischer Blindgänger beleidigte. Politischer Blindgänger… da war doch heute  was?! Na, ich hab’s vergessen, weil es um anderes geht: Mund abputzen und weitermachen.

Lingen & Denkmal

13. November 2018

Architekturreihe Lingen & Denkmal
Prof Johannes Schilling (Köln)
„Transzendente Räume – Architektur zwischen Radikalität und Illusion“

Lingen (Ems) – IT-Zentrum, Kaiserstraße 10b
Do 15. Nov. 2018 – 19 Uhr
Eintritt: frei

Die Architekturreihe Lingen & Denkmal wird an diesem Donnerstag mit einem Vortrag des Kölner Architekten Johannes Schilling fortgesetzt. Die Stadtverwaltung kündigt den Vortrag mit diesen Worten an:
„Architektur ist die Kunst, einen allgemeinen Zustand des Übergangs, von der räumlichen Idee über die gebaute Form bis zu den Empfindungen der Nutzer, in der Schwebe zu halten. Dieses vielschichtige Wissen um die Architektur wird von Schilling Architekten fortwährend erweitert. Mit jedem Projekt stellt sich die Frage nach dem Wesen und dem Umfang von Architektur neu. Johannes Schilling vollzieht in seiner Architektur eine beständige Evolution von Form und Ausdruck in dem von Raum und Kontext gesetzten Rahmen. Historie, soziale Belange und schlichtweg Funktionalität mögen die Architektur prägen, aber bestimmt wird sie von der Sensibilität, die Dinge in einem erweiterten Verständnis aufzunehmen und zu reflektieren. Der Widerhall, der dabei in uns Betrachtern und Nutzern erzeugt wird, ist der eigentliche Gewinn. So bleibt die Architektur gleichermaßen zugänglich und voller lebhafter Überraschungen – mit anderen Worten, ein Phänomen.
Prof. Johannes Schilling, Jahrgang 1956, studierte Architektur an der RWTH Aachen, an der Kunstakademie Düsseldorf und an der NSTC Halifax. 1984 gründete er das Büro Schilling Architekten in Köln und hat seit 2003 eine Professur an der Münster School of Architecture inne.“


Mit der Reihe „Lingen & Denkmal“ will die Stadt Lingen (Ems) renommierten Architekten, Gestaltern und Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, in ungezwungener Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. Im Jahr 2018 steht dabei das Thema „Lingen & Denkmal – Neue Architektur in alten Mauern“ im Mittelpunkt. „Wir möchten Lust auf Architektur und Baukultur machen“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee zu der Reihe. Der Austausch sei dabei besonders wichtig. „Ich wünsche mir, dass die Architekten und Bauschaffenden einmal abseits von konkreten Projekten miteinander ins Gespräch kommen“, so der Stadtbaurat. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen vor allem alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region.

 

(Foto © Stadt Lingen(Ems))

schlechtes Wetter

12. November 2018

Hal Faber meinte gestern in seiner wwww-Kolumne aus heise.de:

„Die Gedenken sind frei, jeder kann sie verbraten“, tralala. Der 9. November ist vorbei und die großen Reden sind gehalten. Von allen und vor allem vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, ganz in der Tradition von Bundespräsident Gustav Heinemann, der da befand „Traditionen sind mit anderen Worten keineswegs das Privileg konservativer Kräfte“. Darum ist „Alles für das Volk, alles durch das Volk“, wie es Philipp Scheidemann formulierte, kein blutstümelnder Spruch von Trägern blauer Kornblumen. Darum kann man mit Steinmeier sagen, klaro, geht in Ordnung, wenn er fordert: „Trauen wir uns doch! Trauen wir uns, die Hoffnung, die republikanische Leidenschaft jener Novembertage auch in unserer Zeit zu zeigen. Trauen wir uns, den Anspruch zu erneuern. Es lebe die deutsche Republik! Es lebe unsere Demokratie!“ Zur Demokratie gehört auch das Aushalten von Widersprüchen wie den einer Verteidigung der Sozialdemokraten von 1918, die gemeinsame Sache machten mit dem Militär und dem Beamtentum des untergegangenen Staates…

*** Was bleibt, ist der heutige Sonntag. „Was für ein schöner Sonntag, Kumpel“ ist dieser Tag, wenn Emmanuel Macron und Angelika Merkel im Wald von Compiègne den Ergänzungs-Gedenkstein dort enthüllen, wo Matthias Erzberger am 11. November vor 100 Jahren die Waffenstillstandserklärung unterzeichnete. Wobei der Salonwagen, in dem die Erklärung unterzeichnet wurde, ein Duplikat ist. Das Original nutzte Hitler am 21. Juni 1940 beim Waffenstillstandsdiktat, mit dem die Schmach vom deutschen Volke getilgt werden sollte. Möge es weitergehen mit der „Aussöhnung im Dienste Europas und des Friedens“, vielleicht sogar mit einer echten europäischen Armee, eine Idee, die der US-Präsident Trump sehr beleidigend findet. Darauf eine rote Mohnblume. Unterdessen hat besagter Präsident den geplanten Besuch des US-Soldatenfriedhofes Bois Belleau wegen schlechten Wetters abgesagt.“ (Text und Quelle: Hal Faber wwww bei heise.de)

Und was war sonst noch?
Für interessierte oder gelangweilte Mitarbeiter unserer öffentlichen Verwaltung habe ich noch einen Rückblick auf diese kleine, aber feine Veranstaltung, die eine vierköpfige Initiative kurzfristig auf den Weg brachte,  zur Erinnerung an an 10. November 1918, als in Lingen der Arbeiter- und Soldatenrat gegründet wurde. Die lokale Revolution damals erscheint im Rückblick etwas zäh, was man vielleicht schon am dritten Wort des Aufrufs erkennen kann, der da „Ordnung“ lautete.

Hier die „handgemachten“ Videos, ohne jede Beleuchtung aber mit klarem Ton  (Danke, Bernd!) vom vergangenen Samstag. Danke, an alle die mitgemacht haben. Nicht zuletzt an Citypolizist Norbert Tenger, der uns das Gefühl ständiger Sicherheit bescherte und während des kleinen Umzugs auch noch ausreichend Zeit fand, die radelnde Jugend auf die Pflicht hinzuweisen, doch in der Fußgängerzone bitte abzusteigen.

und der zweite Teil

Heribert Prantl, Chefredakteur der Süddeutschen, schrieb vor einer Woche über das Erinnern an den 9. November 1918: „Man kann nicht sagen, dass die Geburt der deutschen Republik heute rauschend gefeiert würde. Verglichen mit dem Lutherjahr, bei dem das Gedenken und Feiern, das Jubilieren und das Kritisieren schier nicht mehr aufhörte, ist das Fest der Demokratie nicht einmal ein Festlein. Keine große Einladung, keine große Feier, kein Feuerwerk, keine Festakte. Das Wagnerjahr ist größer begangen worden. Deutsche Revolution? Es gibt keine Revolutionshelden (obwohl es sie gäbe), es gibt keinen Revolutionsmythos (obwohl es ihn bräuchte), es gibt nicht einmal eine dankbare Erinnerung (obwohl sie so wichtig wäre).“ Auch deshalb gab es vorgestern diese kleine Veranstaltung zur Erinnerung an die deutsche Revolution 1918 und ihre lokalen Protagonisten; denn auch in unserer Stadt hat man ansonsten weder des Tages noch seiner Helden gedacht.

Schöne Woche, liebe Leserschaft!

Nicht in meinem Namen

11. November 2018

Gestern veröffentlichte Oberbürgermeister Dieter Krone in der Lingener Tagespost einen Nachruf auf den am vergangenen Montag verstorbenen, früheren Oberbürgermeister Bernhard Neuhaus. Wir lasen darin dasselbe, was Krone bereits am Vorabend bei der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht gesagt hatte. Danach, so Krone, hat sich der verstorbene Bernhard Neuhaus „für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden“ eingesetzt.

Was für ein Missgriff an Gedankenlosigkeit! Denn waren die von den Nazis gequälten, entrechteten, ermordeten Menschen jüdischen Glaubens, die in unserer Stadt und in Deutschland lebten, etwa keine Deutschen?

Beinbruch

10. November 2018

Im kroatischen Split hat ein Mann die Statue des Antifaschisten, Partisanen und Kommunisten Rade Končar umgetreten. Dieser wurde im November 1941 von einer italienische Geheimpolizei gefasst und zum Tode verurteilt. Um daran zu erinnern, widmete man ihm dieses Denkmal, dass jener Mann nun eben umzutreten versuchte. Die Rache folgte auf den Fuß. Beim Umfallen fiel das Denkmal auf den Fuß des Mannes. Beinbruch. Karma. (Quelle)