Vor 75 Jahren

18. Juni 2021

Vor 75 Jahren ging es um eine Schicksalsfrage im Emsland: Zu welchem deutschen Teilstaat wolle man gehören?

Mit der Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen und der Auflösung des größten deutschen Bundesstaates Preußen standen die Besatzungsmächte vor der Aufgabe, die staatlichen Verwaltungseinheiten in ihren jeweiligen Zonen neu zu regeln. Ziel war ein föderaler Aufbau und Voraussetzung dafür die Schaffung neuer Bundesländer, die sich an historischen Einheiten wie an praktischen, vor allem wirtschaftlichen Gegebenheiten orientieren sollten.

Die Britische Militärbehörde hatte im Sommer 1946 mit der Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen Fakten geschaffen. Um den Wiederaufbau des Ruhrgebietes zu erleichtern und es mit einem breiten ländlichen Umland zu versorgen bildete sie aus den früheren preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen ein neues Mega-Bundesland mit dem größten Industrierevier Westdeutschlands.

Damit stand auch der Rest der Britischen Zone unter Zugzwang. Ein echtes Gegengewicht zu NRW hätte nur ein einheitlicher „Nordstaat“ von der holländischen bis an die dänische Grenze mit dem Zentrum Hamburg gebildet. Doch den wollten die Norddeutschen nicht. Ganz im Norden war bald ein Land Schleswig-Holstein abgesteckt. Es blieben die frühere preußische Provinz Hannover, das Land Braunschweig, das Großherzogtum Oldenburg sowie die Grafschaft Schaumburg-Lippe und das Fürstentum Lippe-Detmold.

Hannover förderte eine „Fünferlösung“, bei der alle diese fünf Länder unter dem Dach eines neuen Landes Niedersachsen mit dem Kern Hannover bilden sollten. Eine schon in den 1920er-Jahren diskutierte Ausweitung Niedersachsens um angrenzende Teile Westfalen wurde vorgeschlagen, aber von NRW entschieden abgelehnt.

Oldenburg schlug vor, den niedersächsischen Raum in drei etwa gleich große Länder aufzuteilen: ein vergrößertes Land Braunschweig im Süden, ein Land Hannover mit Teilen Westfalens sowie ein Land Weser-Ems mit dem Kern in Oldenburg, das natürlich auch die Hauptstadt werden sollte.

Hiergegen regte sich der Widerstand besonders in den Kreisen Lingen und Grafschaft Bentheim, wo eine regelrechte „Los von Oldenburg-Bewegung“ entstand. Denn dem nationalsozialistischen Gau Weser-Ems war man gerade erst entronnen und hatte mit den Oldenburger offenbar keine guten Erfahrungen gemacht. Der spätere Bentheimer Landrat Heinrich Specht forderte im Mai 1946:

„Nach 1933 nutzte Oldenburg seine Stellung als Gauhauptstadt zu starken wirtschaftlichen und politischen Zentralisierungsbestrebungen aus … heute will man nicht herausgeben, was (die NSDAP-Gauleiter) Röver und Wegener eingeheimst haben. Die Grafschaft Bentheim verwahrt sich jedoch dagegen, zum Opfer dieses Machtstrebens degradiert zu werden, und erst recht dagegen, mit jenem Oldenburger Partikularismus identifiziert zu werden, den man heute bereits in ganz Deutschland belächelt. Sie tritt beharrlich ein für eine völlige und endgültige Lösung aller Wirtschafts- und Verwaltungsbindungen an Oldenburg. In der Erkenntnis, daß sie Hannover ihre wirtschaftliche Existenz verdankt, wünscht sie vollen Anschluss an die Provinz Hannover…“.

Ebenfalls im Mai 1946 hatte in Meppen eine Versammlung der emsländischen und südoldenburgischen Landkreise stattgefunden, an der auch Bürgermeister Zurhorn aus Münster teilnahm, der eifrig für einen Anschluss an Westfalen zu warb. Um die befürchtete Zuordnung an Oldenburg zu verhindern, forderten die Kreise Cloppenburg, Meppen und Lingen am 4. Juni ihren Anschluss an Westfalen. Der Redakteur Andreas Büscher schrieb hierzu am 2. Juli 1946 in der Osnabrücker Rundschau:

„Es unterliegt keinem Zweifel, daß das Emsland wirtschaftlich nach Westfalen orientiert ist. Ein möglichst enger Zusammenschluss dieser Gebiete, auch in verwaltungstechnischem Sinne, würde diese Zusammengehörigkeit vertiefen und sich dadurch zum Besten beider Gebiete auswirken. Deshalb müssen die vier Emslandkreise – möglichst geschlossen – rechtzeitig danach trachten, in der zukünftigen Neuordnung des nordwestdeutschen Raumes den Anschluß an das benachbarte Westfalen zu erreichen.“

Vorgeschlagen wurde hierzu ein Volksentscheid parallel zu den geplanten Kommunalwahlen im Herbst 1946. Doch daraus wurde nichts, denn mittlerweile war die Gründung von NRW bereits erfolgt. Osnabrück hatte ohnehin mehr auf Niedersachsen gesetzt, weil es die Bezirksregierung nicht an Oldenburg oder Münster abgeben wollte und erreichte einen Beschluss aller Landkreise des Regierungsbezirks, dass sie auf jeden Fall zusammenbleiben wollten. Im Falle eines Anschlusses an Nordrhein-Westfalen befürchtete man, letztlich doch nur Randregion in einem zukünftigen vergrößerten „Ruhrstaat“ zu werden. So setzten die Emsländer im Zweifelsfall gemeinsam mit Osnabrück auf Niedersachsen.

Dort hatte es schon im Sommer 1945 den Vorschlag gegeben, die Provinz Hannover per Staatsvertrag mit Braunschweig und Oldenburg unter eine „gemeinsame Landesregierung in Niedersachsen“ zusammenzufassen. Die Militärregierung lehnte dies ab, weil die Leiter besetzter Länder keine Verträge miteinander schließen könnten. Sie bildete für die entsprechenden Gebiete aber einen „Gebietsrat Niedersachsen“.

Auch eine Umwandlung der Provinz Hannover in ein Land Hannover als Vorstufe für einen freiwilligen Zusammenschluss lehnten die Briten zunächst ab. Doch nach der Bildung von NRW lenkte die Besatzungsmacht ein. Am 4. Juli 1946 befahl sie dem Zonenbeirat die Bildung eines Sonderausschusses zur Neugliederung der Zone. Von den fünf dort vorgelegten Möglichkeiten erhielt der Vorschlag von Hinrich Wilhelm Kopf die meisten Stimmen. Er favorisierte ein Land Niedersachsen aus Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Schaumburg-Lippe und Lippe-Detmold sowie weiteren Gebieten im nördlichen Westfalen, wo seit dem Frühjahr bei Versammlung und Vorträgen für einen Anschluss an Niedersachsen geworben wurde.

Dieser war aber nach der Bildung von NRW nicht mehr durchsetzbar und Lippe-Detmold entschied sich für einen Anschluss an NRW. Der Nordstaat, das Land Weser-Ems und weitere Vorschläge fanden keine Mehrheit…


gefunden im  Blog des Emslandmuseum / Andreas Eiynck

Lingener Jung‘

14. Juni 2021

Straßennamen sind öffentlich sichtbare „Ehrungen“, Anerkennungen und Widmungen. Somit formen sie aktiv einen essentiellen Teil der kollektiven Erinnerungskultur. Vor diesem Hintergrund müssen wir uns also die Frage stellen: An wen wollen wir mit einem Straßennamen erinnern und wen wollen wir „ehren“?“

Am vergangenen Donnerstag hat der Kulturausschuss des Lingener Stadtrates darüber debattiert, die bisherige, vom damaligen NS-Bürgermeister Plesse beschlossene Bernd-Rosemeyer-Straße neu in Fredy-Markreich-Straße zu benennen. Rosemeyer war ein großartiger Autorennfahrer, aber als einziger deutscher Renfahrer nach eigenem Bekunden bereits vor Hitlers sog. „Machtergreifung“ in SA und SS eingetreten. Als er bei dem Versuch starb, einen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen, war er SS-Hauptsturmführer, was neben dem „Lingener Jung'“-Atttribut auf den Schildern an der Lingener Rosemeyer-Straße allerdings verschwiegen wird und alsbald nachgetragen werden muss. Fredy Markreich (Foto) war damals ein beliebter Lingener, wegen Tapferkeit im 1. Weltkrieg ausgezeichnet, Mitglied der Kivelinge und anderer lokaler Vereine und er war jüdischen Glaubens. Daher musst er 1939 seinen Besitz in der Großen Straße verkaufen und aus Deutschland vor der drohenden Vernichtung fliehen.

Am Ende der ernsten und sachlichen Debatte sprachen sich am Donnerstag im Ausschuss  „Die BürgerNahen“, Bündnis’90/Die Grünen und die FDP für die Umbenennung in Fredy-Markreich-Straße aus, CDU und SPD waren dagegen und setzten mit 8:3 Stimmen statt dessen einen Auftrag an die Verwaltung durch, einen Kriterienkatalog zu erarbeiten, nach denen künftig in Lingen Straßen benannt werden. Kriterien sind immer gut. Aber ernsthaft: In der öffentlichen Debatte der letzten Wochen ist mehrfach betont worden, dass Rosemeyer ein „Lingener Jung'“ gewesen sei. Wenn dies ein Kriterium für eine Ehrung durch einen Straßennamen ist, kann sich tatsächlich jemand vorstellen, dass dieses Merkmal seine Mitgliedschaft in SA und SS und seinen Offiziersrang in eben der SS unbedeutend werden lassen könnte?

Alles erinnert mich an die aktuelle Diskussion im fränkischen Schweinfurt. Dort gibt es das Willy-Sachs-Stadion, das 1936  der damalige Alleininhaber der Schweinfurter Fichtel & Sachs AG Willy Sachs für eine Million Reichsmark der Stadt Schweinfurt stiftete. Sie ahnen es: Willy Sachs trat 1933 in die SS ein und war seit 1. Mai 1933 Mitglied der NSDAP. Er hatte schließlich den Rang eines SS-Obersturmbannführers (1943), gehörte dem „Freundeskreis Reichsführer SS“ (Heinrich Himmler) an und war auch sonst tief in den NS-Staat verstrickt. Deshalb hat sich eine Initiative gebildet, damit sich der Stasionname jetzt ändert.

Man braucht kein Prophet zu sein: Die Neubenennung wird sowohl in Schweinfurt als auch in Lingen erfolgen. Dass Willy Sachs ein großzügiger Mäzen und Bernd Rosemeyer ein sehr guter Autorennfahrer waren, führt nicht dazu, den Mantel der Liebe über ihre jeweilige Verstrickung in den NS-Staat legen zu können.  Nach einem SS-Mann benennen eben nur Nazis eine Straße.

Bei uns wird die notwendige Neubenennung auch kaum dazu führen, dass die jetzige Rosemeyer-Straße wieder den Namen Bahnhofstraße trägt, wie es die etwas geschichtslos wirkende SPD favorisiert; denn zweifellos wäre dies eine Missachtung des Juden Fredy Markreich, der 1939 gerade noch vor Kriegsausbruch aus Deutschland nach Afrika flüchten konnte, dann aber leider nur fünf Jahre später im afrikanischen Liberia „an einer Seuche“ starb, wie man es in den lokalen Veröffentlichungen nachlesen kann.

Angesichts dessen weiß ich, wie ich mich zu entscheiden habe.

Hier geht es zu meiner Rede
am vergangenen Donnerstag (10.06.) im Kulturausschuss unserer Stadt, in der ich meine Position formuliert habe.

Hier geht es dann zur
Online-Petition für die Neubenennung

 

Corona – hin oder her, es klappt doch noch. Fast wie bei einer Finissage wird der Lingener Kunstpreis 2020 an Helen Feifel verliehen. Präsentiert wird auch der  von Sven Michel entworfene Katalog für die Ausstellung der Preisträgerin.
Der Kunstverein lädt zu morgen, Samstag, 12. Juni 2021 um 15 Uhr an die Kunst-Halle IV, Kaiserstraße 10b herzlich ein. Aus aktuellem Anlass bitten die Veranstalter um vorherige Anmeldung unter info(at)kunsthallelingen.de und natürlich um Einhaltung der geltenden Hygieneregeln.
Das Samstag-Programm:
  • Begrüßung​​ Georg Aehling, Vorsitzender des Kunstvereins Lingen e.V.
  • Grußworte ​​Heinz Tellmann, Bürgermeister der Stadt Lingen (Ems) und Anne Höltermann, Vorsitzende des Freundeskreises des Lingener Kunstpreises
  • Preisverleihung​ Doris und Heribert Lange gemeinsam mit Annette und Robert Koop, Mitglieder des Freundeskreises des Lingener Kunstpreises
  • Laudatio​​ Meike Behm
Der Katalog zur Ausstellung ist im Verlag Strzelecki Books in Köln erschienen. Die Präsentation beginnt mit einem Gespräch mit Helen Feifel und Sven Michel, dem Gestalter des Katalogs, anschließend signiert Helen Feifel Kataloge. Ebenfalls ist ein Set aus vier Plakaten zur Ausstellung erschienen, auch diese können dann – signiert oder unsigniert erworben werden.
Die Helen-Feifel-Ausstellung „Something else shapes“ in der Kunst-HalleIV kann am Veranstaltungstag und noch bis zum Sonntag, 13. Juni, kostenlos besucht werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Zusammenhang

10. Juni 2021

Vor einer Woche stand Ibrahim Hassan als Angeklagter vor dem Lingener Amtsgericht. Der Vorwurf: Verwendung von l Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Der 57jährige ist im irakischen Kurdistan aufgewachsen. Seit 1984 lebt er in Deutschland. Unter Saddam Hussein, dem es gefiel, gegen die Kurden auch Giftgas einzusetzen, wurde Hassan schwer gefoltert. Eingesperrt in einen Blechschrank, kaum Luft zum Atmen und Metallschläge von außen, drei Monate in einer Todeszelle. Längst hat Hassan die deutsche Staatsangehörigkeit. Seit knapp sieben Jahren für Bündnis’90/Die Grünen Mitglied im Lingener Stadtrat arbeitet er als Justizvollzugsangestellter und neben seiner Tätigkeit im Lingener Rat ist er engagiert auf Facebook aktiv. Hauptthema: Die Gewalt an den Menschen im Nahen Osten. Wer seine Facebookseite liest, darf nicht zartbesaitet sein; denn Ibrahim Hassan schreibt und dokumentiert gleichermaßen polemisch wie schonungslos, was bspw. den Kurden angetan wird – durch Türken, Iraner, IS-Leute und andere, die er als Terroristen bezeichnet, weil sie es sind.

Das hat ihn, den überzeugten Demokraten, jetzt in einen Konflikt mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück gebracht. Die Behörde hat nämlich von Hassans Facebookseite diverse Karikaturen und Bilder als strafbar eingestuft. Weil Ibrahim Hassan zu recht den nicht erklärten Krieg des NATO-Verbündeten Türkei gegen die irakischen Kurden als verbrecherisch einstuft, veröffentlichte er 2019 bspw. eine Karikatur des türkischen Staatspräsidenten Erdogan, bei der das O im Namen als Hakenkreuz ausgebildet ist.

Damit, so die Staatsanwaltschaft Osnabrück, habe Ibrahim Hassan Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet. Sie beantragte deshalb einen Strafbefehl und der wurde nach kurzer Prüfung durch den seinerzeit zuständigen Richter am Amtsgericht auch erlassen. Prompt legte Ibrahim Hassan Einspruch ein und fand sich deshalb am vergangenen Donnerstag vor Strafrichterin Franziska Koers wieder, die seit wenigen Tagen beim Amtsgericht Lingen als Richterin tätig ist. Für die Staatsanwaltschaft verlas Referendarin Stefanie Korgs die Vorwürfe. Auf die Frage der Richterin, ob er sich zur Sache äußern wolle, erklärte Hassans Verteidiger Ben Bartholdy (Westerstede): „Zur Zeit nicht.“

Daraufhin wurde der einzige Zeuge in den Gerichtssaal gerufen, Kriminalkommissar Emin Otman. Der Beamte „vom Staatsschutz“ der Polizeiinsoektion Emsland/Grafschaft Bentheim  zeigte sich wenig vorbereitet. Er könne nur etwas zur Erdogan-Karikatur sagen, sagte er. Wegen der anderen Vorwürfe habe er sich nicht vorbereitet; er sei nur für das Erdogan-Bild geladen. Das habe er „auf der Seite von Ibrahim Hassan gesehen“. Zu den anderen Bildern könne er nichts mehr sagen, es seien sehr viele Bilder auf der „Facebookseite des Angeklagten“ gewesen.

Strafverteidiger Bartholdy lenkte daraufhin den Blick auf den Zusammenhang der FB-Veröffentlichung, der in den Vorwürfen der Anklage völlig fehle. Längst habe nämlich der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Verwendung und Verbreitung durchgestrichener Hakenkreuze und vergleichbarer „Anti-Nazi-Symbole“ nicht strafbar ist, bei denen sich bereits aus dem Symbol selbst die Ablehnung der nationalsozialistischen Ideologie ergibt. (BGH, Urt. v. 15.03.2007, 3 StR 486/06). Das war offenbar auch der Grund dafür, dass mehrere ähnliche Vermittlungsverfahren gegen Ibrahim Hassan sofort eingestellt worden waren. Anzunehmen, dass das Ratsmitglied der Grünen Nazi-Symbole befürworte, sei absurd. Die entsprechenden Akten solle man bitte beiziehen, beantragte Verteidiger Bartholdy, und so entschied die Vorsitzende dann nach einigem Zögern auch. Durch diese Akten werde nämlich, so Bartholdy, der Zusammenhang der Erdogan-Karikatur deutlich, für den sich bisher kein Staatsanwalt  interessiert hat.

Maik Portmann, JVA-Leiter, der im Zuhörerraum der Verhandlung über seinen Untergebenen folgte, war schon zuvor gegangen. Und Zeuge Emin Otman saß derweil in seinem braunen Pullover, der nur knapp seine am Halfter steckende 9mm-Dienstwaffe bedeckte, stumm daneben.

So blieb dann eine ganz spezielle Eigenart des Verfahren völlig unerwähnt. Ibrahim Hassan war nämlich der „Vorladung als Beschuldigter“ zur Polizei gefolgt. Gegenüber dem „Staatsschutz“ sollte er etwas zu den türkei-, iran- und islamistisch-kritischen Bildern aussagen vor allem zur Erdogan-Hakenkreuz-Karikatur. Ibrahim Hassan betrat also das Vernehmungszimmer und blickte auf eine, man glaubt es nicht, türkische Flagge. Sie hing über einer Weltkarte an der Wand gegenüber.

Ich habe die Pressestelle der Polizei danach gefragt. Sie antwortete, bei der Räumlichkeit handele es sich um einen Büroraum mit zwei Computerarbeitsplätzen. „Über ein Vernehmungszimmer, wie von Ihnen angesprochen, verfügt der polizeiliche Staatsschutz in Lingen nicht. Den Beamtinnen und Beamten ist es freigestellt, ihre Arbeitsbereiche individuell zu gestalten.

Die [türkische] Flagge befindet sich unter den persönlichen Gegenständen eines Kollegen mit türkischen Wurzeln. Sie ist in dezenter Größe, gemeinsam und überlappend mit der deutschen Nationalflagge dargestellt. In diesem Kontext symbolisiert die Kombination beider Fahnen die multikulturellen Aufgabenbereiche unseres polizeilichen Staatsschutzes.“

Noch Fragen?

Trio Berlinale

10. Juni 2021

Trio Berlinale
Reihe Lingener Frühlingserwachen
Lingen (Ems) – Universitätsplatz
Heute, Do, 10.06. 20 um 16, 18, 20 Uhr
Eintritt frei / Einlass ohne Tickets

Das Trio Berlinale setzt sich aus den Lingener Szenemusikern Eike Kumbrink (Schlagzeuger, Percussionist und Gesang), Kai Liedtke (Saxophon) und Tobias Bako (Klavier und Gesang) zusammen. Zusammen blicken sie auf eine Vielzahl gemeinsamer musikalischer Konzerte zurück.
In Abhängigkeit der jeweiligen Veranstaltung liegt das dargebotene Repertoire grundsätzlich im Soul, Pop- und im Jazzbereich.

Corona-Hinweise:
Die Besucher:innen werden gebeten, rechtzeitig vor Konzertbeginn zu kommen.
Eine negative Testung für Personen ab 14 Jahren entfällt.
Bevor feste Plätze eingenommen werden müssen, wird im Eingangsbereich eine Registrierung zur Kontaktverfolgung (Luca-APP oder manuell) vorgenommen.
Es ist eine Mund-Nase-Bedeckung außerhalb des Sitzplatzes zu tragen.

MIX

7. Juni 2021

MIX
„Lingener Frühlingserwachen“
Lingen (Ems) – Universitätsplatz
Dienstag, 8. Juni – 16, 18, 20 Uhr

Eintritt: frei

MIX ist eine Band, die aus vier in der Szene bekannten Musiker:innen der Region besteht. Neben der Sängerin Jennifer Schotter wirken Brian Lüken (Keyboard), Rainer Teske (Guitar) und Daniel Kruse (Drums) mit. Das Repertoire von
MIX umfasst alle Stilrichtungen von Walzer bis Rock und reicht damit jeder Partyband zu Ehre. Während des Frühlingserwachen am kommenden Dienstag jedoch wird MIX die aktuellen Welthits von Tones and I mit „Dance Monkey“, Adele „Make you feel my love“, Alanis Morissette „Ironic“ oder Walk the moon mit „Shut up and dance“ zum Besten geben. Auf die Interpretation darf man gespannt sein. Die Musik wird bei hoffentlich gutem Wetter einen eindrucksvollen Vorgeschmack auf die kommenden Liveerlebnis im Rahmen des Lingener Sommers geben.

Besucher:innen werden überraschenderweise gebeten, rechtzeitig vor Konzertbeginn zu kommen.
Eine negative Testung für Personen ab 14 Jahren entfällt zzt, weil die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner im Landkreis Emsland unter 35 liegt.
Bevor feste Plätze eingenommen werden müssen, wird im Eingangsbereich eine Registrierung zur Kontaktverfolgung (Luca-APP oder manuell) vorgenommen.
Es ist eine Mund-Nase-Bedeckung außerhalb des Sitzplatzes zu tragen.

Kiki und Pupps

6. Juni 2021

Reihe Kiki & Pupps: „Wolle und Gack“
Ein tierisches Theaterstück für Menschen ab 4

Musiktheater Lupe

Lingen (Ems) – Universitätsplatz
15:00–16:00 Uhr
Einlass: 14.30 Uhr
Karten: 5,00 EUR
Restkarten hier online

Wolle ist ein zufriedenes Schaf. Es hat ein gemütliches Häuschen mit grüner Wiese und einem kleinen Bach. Alles ist in schönster Ordnung, bis es einen neuen Nachbarn bekommt. Ein Huhn! Argwöhnisch betrachtet Wolle seine neue Nachbarin. Denn ein Huhn ist ein Huhn und ein Schaf ist ein Schaf. Schnell häufen sich die Missverständnisse, und so wird das Körnerfressen oder das Gras mähen zur Glaubenssache, das Eierlegen oder die Wolle abgeben zu einer Lebensphilosophie und das sich Aufplustern oder den Schafshintern zeigen zu einer Kriegserklärung! Ein tierischer Spaß um kulturelle Missverständnisse, mit viel Musik, Humor und einem fast glücklichen Ausgang.

Corona-Hinweise:
– Die Zuschauerzahl auf dem Universitätsplatz ist auf 120 begrenzt
– Beim Betreten des Platzes ist eine Registrierung notwendig (Luca App oder handschriftlich)
– Auf dem Weg zum Sitzplatz ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, die abgenommen werden kann, sobald der Sitzplatz erreicht ist.

Mehr…

Heute: ITProNight

2. Juni 2021

Permanently Online, Permanently Connected – Dies trifft seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr nur auf den privaten Raum, sondern durch Remote-Arbeit auch auf den beruflichen Alltag zu. Dieser wird dadurch radikal auf den Kopf  gestellt und konfrontiert uns mit neuen und alten Herausforderungen. Trotz aller Schwierigkeiten bringt uns diese Zeit viele wichtige Erkenntnisse (für die IT).

Auf der IT-Pro Night zeigen euch die Vortragenden, warum Veränderungen (in der IT) in der aktuellen Zeit notwendig sind und stellen alternative Ansätze zum Arbeiten, aber auch Tipps und Erfahrungen zum Umgang mit „always online“ vor.

Die 3. IT-ProNight

Heute ab 18 Uhr vier kostenlose Vorträge aus dem IT-Zentrum, Lingen (Ems) – zuhause per Zoom. 

Hier das Programm
Hier die Website / Anmeldung

 

Jennifer von Stephani und Edin Mujkanović
Lingener Frühlingserwachen
Lingen (Ems) – Universitätsplatz
Heute, 1. Juni – 16.30, 18.30 und 20.30

Eintritt frei

Mit dem 2018 gegründeten Duo Jennifer von Stephani (Gesang) und Edin Mujkanović (Gitarre) geht die Konzertreihe Lingener Frühlingserwachen weiter  – jetzt bei allerbestem Frühsommerwetter. Beide präsentieren Cover-Version bekannter Songs.

Jennifer von Stephani studierte an der Universität Kassel Musik auf Lehramt mit dem Hauptfach Gesang. Bereits während ihres Studiums war sie als Leadsängerin in mehreren Bands innerhalb Hessens unterwegs. Seit 2010 lebt sie wieder in  Lingen (Ems) und arbeitet hier als Musiklehrerin.

Der gebürtige Bremer Edin Mujkanović studierte in Osnabrück Musik/Musikwissenschaft und ist seit 2000 als freiberuflicher Musiker tätig. 2013 gewann er den Musikwettbewerb CREOLE Nord. Edin Mujkanović lebt seit 2020 in Lingen und arbeitet  hauptberuflich als Bildungsreferent an der Landesmusikakademie NRW.

Wichtiger Sidestep: Im Café des Professorenhaus können Getränke erworben werden.

(Foto © Stadt Lingen)

Im Tal der Biber

30. Mai 2021

Im Tal der Biber – Familienwanderung ins Hasetal
Sa, 5. Juni, 15 bis ca. 18 Uhr

mit Diplom-Biologin Jutta Over zur Erkundung der Pflanzen- und Tierwelt.
Treffpunkt: Parkplatz am Friedhof gegenüber des Gemeindehauses, Am Kirchberg 1, Meppen-Bokeloh

Bitte Rucksack mit Proviant für ein kleines Picknick mitbringen. Nicht für Kinderwagen geeignet.
Anmeldung: 05931-4099630; Kosten: 3€/0€*


Foto: PxHere CC0 for Public Domain Dedication