Die Kahlschläger

28. Januar 2020

Am vergangenen Donnerstag hielt CDU-Ratsmitglied Dr. Michael Adams im Lingener Stadtrat eine, ich möchte sagen, flammende Rede für den Klimaschutz, der in Lingen „oberste Priorität“ habe. Pustkuchen; denn heute kommen wir nun nch der sprichwörtlichen Sonntagsrede zum Alttag zurück: Das Wasser- und Schifffahrtsamt in Meppen zerschlägt eine mehr als 100 Jahre alte Lingener Stadtlandschaft: Den Lingener Leinpfad zwischen Alter Hafen und der Miquelstraße am Haus Simeon. Kahlschlag ist dort angesagt und dies nur deshalb, weil die Meppener Technokraten allen vorgelogen haben, dass es dazu keine Alternative gäbe. Den Anliegern im Bögengebiet machten sie gleivhzeitig Angst, der Kanaldamm könne brechen und ihr Hab und Gut vernichten. So setzt man dann Technokratenpläne durch.

Diese Wasserbauer sind dabei erkennbar in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stehen geblieben. Bäume und Pflanzen und die dort beherbergten Tiere, vor alkem die Fledermäuse, sind ihnen gleichgültig. Sie wollen den von Grün bestandenen Kanaldamm komplett wegreißen und durch ein technisches Bauwerk ersetzen. Begründung: Mehr Geld haben wir nicht. Weil angeblich nicht mehr Geld da sei, wird die geplante Stahlspundwand, die den Kanal zum tiefer gelegenen „Bögen“ abschirmen wird, nur einfach gebaut. Für eine doppelte Wand „haben wir kein Geld“, hieß es bei der Bürgerversammlung im vergangenen November. Jetzt bekommt Lingens Zentrum für die sinnfrei weggeschlagenen Bäume und Sträucher irgendwo hinter dem Ortsteil Bramsche, also 10 km entfernt, ein paar tausend Quadratmeter mit fingerdicken „Neuanpflanzungen“ als „Ausgleichsmaßnahme“. Derweil sterben die geschützten Fledermäuse mit den Bäumen am Leinpfad. Wir erleben wohl den  größten Umweltfrevel seit dem Abholzen und Roden des Altenlingener Forst. Man müsste weinen, wenn man nicht so machtlos-wütend wäre.

Schaut noch mal, was unserer Stadt verloren geht: Alles und jedes Grün östlich de Dortmund-Ems-Kanals, das das Video zeigt und noch mehr, beispielsweise von der Hafenbrücke runter zur sog. White City, wo wohl 170 Jahre alte Laubbäume bedroht sind. Unsere  Stadt mit ihrem mental in dörflichen Strukturen verhafteten OB nebst einem hier seltsam kraftlosen, die Achseln zuckenden Stadtbaurat kostet das Ganze dann auch noch Hunderttausende Euro. Ich drücke mich sachlich aus: Was für ein unsäglicher Sch…!

 

Critical Mass Lingen

28. Januar 2020

Critical Mass in Lingen (Ems)
Lingen (Ems) – Bahnhof
Freitag, 31. Januar 2020 – 17 Uhr

An jedem letzten Freitag im Monat fahren Menschen bei der Critical Mass gemeinsam mit dem Fahrrad. Niemand organisiert die Critical Mass. Die Critical Mass organisiert sich selbst. Wer vorne fährt, bestimmt die Route.

Mehr als 15 Radfahrer*innen dürfen nach § 27 StVO einen sogenannten Verband bilden. Sie dürfen nebeneinander fahren und eine Spur einnehmen. Sie gelten dabei als ein langes Fahrzeug. Passiert der Verband eine grüne Ampel, die während der Durchfahrt auf Rot springt, so fährt der gesamte geschlossene Verband über die Kreuzung.

Die Geschwindigkeit wird angepasst, so dass alle mitkommen. Wenn Lücken entstehen, wird aufgeschlossen. An Kreuzungen wird die Masse abgesichert, damit keine anderen Fahrzeuge in die CM fahren. Verkehrssicherheit steht an erster Stelle.

Critical Mass ist das, was jede*r für sich und alle zusammen am Freitag daraus machen. Für manche ist es einfach nur ein lebensfrohes Straßenfest, das sich durch die Stadt bewegt. Andere sind es leid, dass sie mit dem Rad nicht sicher durch die Stadt kommen.

Verrückte Fahrräder? Seifenblasen? Verkleiden? Kekse? Irgendwas Kreatives? Ja gern! Alles ist drin, solange es positiv ist und für eine lebenswertere Stadt stehen kann.

„Wir treffen uns ab Januar 2020 immer am letzten Freitag im Monat um 17:00 Uhr am Bahnhof!“

Lingener Kammerorchester
Leitung: Lulzim Bucaliu
Neujahrskonzert – „Welt der Wintermärchen“
Lingen (Ems) – Theater an der Wilhelmshöhe, Willy-Brandt-Ring 44
Heute, Sonntag 26. Jan 2020 – 16 Uhr
Karten 17 €, erm. 8.50 €

Passend zur Jahreszeit begrüßt das Lingener Kammerorchester unter der Leitung seines Dirigenten Lulzim Bucaliu das Neue Jahr und die Zuhörer mit einem Konzertnachmittag am Sonntag, 26. Januar 2020, um 16 Uhr unter dem Motto „Welt der Wintermärchen“. Für viele Lingener und Emsländer ist das Neujahrskonzert des Lingener Kammerorchesters mittlerweile zur guten Tradition geworden. Durch das Programm führt Moderator Wolfgang Kohne.

Mit der „Welt der Wintermärchen“ dürfen sich die Zuhörer auf eine abwechslungsreiche Mischung märchenhafter und winterlicher Werke berühmter europäischer Komponisten freuen. Winterlich wird es bei Richard Eilenbers berühmter „Petersburger Schlittenfahrt“, bei Julius Fučíks „Winterstürmen“ oder bei Émile Waldteufels „Schlittschuhläufer“ zugehen. Märchenhafte Musik hingegen wird bei Émile Waldteufels „Les Sirènes“ oder Joseph Hellmesbergers „Teufelstanz“ erklingen. Die musikalische Reise endet schließlich mit dem Danzon No. 2 von Arturo Márquez in Lateinamerika.

Restkarten für diesen musikalische Neujahrsempfang gibt es voraussichtlich noch an der Tageskasse im Theater.

(Foto: LKO)

besonders Rücksicht

25. Januar 2020

Gescheitert ist eine Frau vor dem Amtsgericht Lingen (Ems) mit ihrer Klage  auf Schadensersatz und Schmerzensgeld wegen eines Unfalls im Mai vor zwei Jahren.
Damals befuhr die 71jöhrige mit ihrem E-Bike den Theo-Lingen-Platz in Lingen (Ems), als sie -auch im wörtlichen Sinne- auf den Beklagten  traf. Dieser fuhr mit seinem Rollstuhl auf die dort befindliche Bahnunterführung zu, während sich die Klägerin ihm von hinten näherte. Als sie den Beklagten links zu überholen versuchte, schwenkte er mit seinem Rollstuhl nach links, um zum dortigen Fahrstuhl zu den Bahngleisen zu begeben. Dabei kam es zur Kollision, bei der  die Klägerin stürzte und sich verletzte.
Das Amtsgericht Lingen (Ems) hatte die Klage mit Urteil vom 14.05.2019 – übrigens exakt ein Jahr nach dem Un%all- abgewiesen. Die Klägerin habe als Radfahrerin auf die Belange des Fußgängerverkehrs besonders Rücksicht nehmen müssen. Fußgänger, zu denen von Gesetzes wegen auch der einen Rollstuhl nutzende Beklagte zähle, dürften weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, müsse der Fahrverkehr warten. Das gelte besonders gegenüber hilfsbedürftigen Personen, zu denen auch Rollstuhlfahrer zählten, so das Amtsgericht.
Diesen Anforderungen habe die Klägerin nicht genügt. Sie sei schneller als mit Schrittgeschwindigkeit gefahren. Zudem sei am Eingang der Unterführung der zu den Bahngleisen führende Fahrstuhl erkennbar gewesen. Die Klägerin habe daher jede rechnen müssen, dass der Fahrstuhl von Passanten zum Erreichen der Gleise genutzt werden würde.
Die Klögerin hatte das Urteil nicht akzeptiert und Berufung eingelegt. Ohne neue Verhandlung bestätigte das zuständige Landgericht Osnabrück jetzt aber durch Beschluss vom 9. Dezember 2019 das Urteil des Amtsgerichts und wies dabei das Argument der Klägerin zurück, der Rollstuhlfahrer habe die Pflicht gehabt, vor seinem Richtungswechsel anzuhalten, auf der eigenen Achse zu wenden und sich umzublicken. Eine solche Pflicht gebe es für Rollstuhlfahrer ebenso wenig wie für Fußgänger. Das Urteil des Amtsgerichts Lingen (Ems) ist damit rechtskräftig.

(Altenzeichen: AG Lingen (Ems) 4 C 804/18; LG Osnabrück 4 S 181/19)

 

(Textquelle: PM; Foto: Amtsgericht Lingen (Ems) © milanpaul via flickr)

Orchestertreffen Frenswegen

22. Januar 2020

Orchestertreffen Frenswegen
Abschlusskonzert
Lingen (Ems) – Gymnasium Georgianum, Kardinal-von-Galen-Straße 7-9
Freitag, 24.01.2020 – 17.30 Uhr

Eintritt frei

Man nehme rund 120 junge Musiker und Musikerinnen sowie acht Lehrkräfte aus vier Schulen, versammele sie in einem Kloster und lasse sie vier Tage gemeinsam Musik machen…

Nach diesem Grundrezept findet seit einigen Jahren ein Kooperationsprojekt der Gymnasien aus Bersenbrück, Lingen (Ems), Melle und Nordhorn im Kloster Frenswegen statt. In gemeinsamen Proben wird ein abwechslungsreiches Programm einstudiert und in drei aufeinander folgenden Konzerten einem breiten Publikum präsentiert.

Jedes Jahr begeistert das Projekt die Konzertbesucher auf’s Neue und ist auch für die Schüler und Schülerinnen zu einem wichtigen Erlebnis geworden.

Seien auch Sie dabei und überzeugen Sie sich von dieem einzigartigen Schulorchester.

Textgrundlage: Orchestertreffen Frenswegen (Flyer)

Max Raabe & Palast Orchester
„Guten Tag, liebes Glück“-Tour
Lingen (Ems) – EmslandArena
Samstag, 1.Februar 2019 – 20 Uhr

Karten ab 36,50 €

“Heute ist ein guter Tag, um glücklich zu sein” ist inzwischen ein geflügeltes Wort geworden. Max Raabe schrieb die Zeile für das Lied „Guten Tag, liebes Glück“. Nun ist “Guten Tag, liebes Glück” Titel des neuen Konzertprogramms 2020 von Max Raabe & Palast Orchester.
Dazu erschien im vergangenen November das Album “Max Raabe & Palast Orchester MTV Unplugged”. Zu dieser besonderen Live-Produktion lud sich das Ensemble Künstler ein, die man nicht sofort mit ihm in Verbindung gebracht hätte. Max Raabe präsentiert beispielsweise „Guten Tag, liebes Glück“ zusammen mit der charmanten Sängerin Lea (guckt mal das Video unten), mit Herbert Grönemeyer singt er „Mambo“, “Der perfekte Moment” entwickelt sich durch Samy Deluxe mühelos zur Rap-Nummer, und mit dem monströsen Mr. Lordi entsteht eine überraschend berührende Version von „Just A Gigolo“. Oder Namika mit einem lasziv-koketten „Küssen kann man nicht alleine“. Getragen wird das Ganze mit der traumwandlerischen Sicherheit des virtuosen Palast Orchester.
Diese und weitere Titel des Albums werden – wenn auch ohne Gastkünstler – Teil des Tourabends „Guten Tag, liebes Glück“. Dazu kommen weitere „Raabe-Pop“-Titel, die geschickt mit alt-geliebten und neu entdeckten Liedern aus den 20er/30er Jahren verwoben werden .

Frederike snoozt.

18. Januar 2020

Frederike snoozt. „Am Anfang stand die Idee etwas zu verändern und einen positiven Beitrag in unserer Welt zu leisten. In der fünften Generation eines Familienunternehmens, das jetzt Daunendecken und Kissen #recycled ♻️.“ Es heißt Betten-Albers und betreibt die Bettfedernfabrik am Konrad-Adenauer-Ring in unserer Stadt. Ich sage, ‚die legendäre Bettfedernfabrik‘, an der ich schon vor Jahrzehnten vorbei lief, doch nie so wirklich wusste, was da eigentlich passiert.

Dazu bloggt Frederike Albers:

„Ja, diese Fabrik ist fest in uns verankert – sie ist der Mittelpunkt meiner gesamten Familie. Und nun habe gerade ich mir vorgenommen, diese Firma zu übernehmen. Ob ich Angst habe? – Ja, auf jeden Fall. Du kannst mich verrückt oder naiv nennen, aber dieser Gedanke fühlt sich verdammt gut an. Und weißt du warum? Weil ich glaube, dass es genau das ist, was ich mein Leben lang wollte.“

Frederike Albers erläutert:

„Ok. Die Entscheidung ist gefallen. Ich möchte mich nach meinem Studium wirklich selbstständig machen. Ne, so ganz stimmt das nicht. Richtig ist: Ich möchte das alte Familienunternehmen meines Vaters übernehmen – eine Vorstellung, die ich so nie für möglich gehalten habe.“

„Wenn ich ehrlich bin, war es ein sehr spontaner Gedanke, der mir aber einfach nicht aus dem Kopf gehen wollte. Niemals hätte ich gedacht, dass es soweit kommt. Nach all den Dingen, die mein Vater mir und meinen Brüdern über die Entwicklung der Daunenindustrie erzählte, ist es so, als wäre snuuz die Rettung unserer Familiengeschichte, die Rettung unserer Mitarbeiter und damit auch die Rettung unseres gesamten Unternehmens.

Aber mal ganz von vorne. Schließlich musste ich mir einige Fragen stellen, bevor ich diese Entscheidung treffen konnte: Was muss man beachten, wenn man das Geschäft des Vaters übernehmen möchte? Welche Vorraussetzungen brauche ich als Nachfolgerin? Wie gehe ich mit den Mitarbeitern um? Wird es Streit geben? Welche Vorteile gibt es? Macht es nicht vielleicht mehr Sinn neu zu gründen?

Ich hatte wirklich so viele Fragen, die mir nicht wirklich jemand beantworten konnte. Trotzdem war mein Gefühl sehr positiv, wenn ich an diese Geschäftsübernahme dachte. So kam es dann, dass ich im Sommer 2018 sagte: ‚Ja, ich werde unser Familienunternehmen übernehmen!‘.“

Frederike Albers informiert auf Instagram: „Ich habe ein großes Anliegen euch zu erzählen, warum wir uns gerade für recycelte Daunen entschieden haben. 🍃“

Und Frederike Albers hat diesen Blog-Shop. Da verkauft sie recycelte Daunen. Wie sagte der US-Gastvater meines Sohnes: Enjoy it.


Foto: © Frederike Albers; Albers & Co GmbH

 

Sieben Köche

17. Januar 2020

Lasst uns bitte im Land von Schnitzel und Pommes über’s Essen reden. Die sieben Köche des Team Deutsche See kocht am Dienstagabend, 21. Januar, 19 Uhr im Restaurant Sieben (im Ratskeller). Nicht billig, aber gut. Es gibt noch 16 freie Plätze. Anmeldung direkt im Sieben.

Bosse

17. Januar 2020

Bosse
‚Alles ist jetzt‘ Tour
Lingen (Ems) – EmslandArena
Sa 25. Januar 2020 – 20 Uhr
Karten ab 45 €
Vierter Auftritt des Musikers in der EmslandArena, der sie offiziell einweihte. Noch vor Katie Melua.

Ach, wir erinnern uns gemeinsam:

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In einer früheren Version dieses Beitrags war a) versehentlich ein falsches Datum  angegeben (Sorry, Freunde: Bosse kommt am Samstag, 25. Januar, in die EmslandArena) und b) zu lesen, dass Bosse zum dritten Mal in der EmslandArena auftrete. Es wird aber das vierte Konzert sein: Nach dem Supportauftritt bei der ELArena- Eröffnung am 30.11.2013 war er am 20.11.2014 und am 16.02.2017 zurück. Jetzt folglich Konzert No 4. 🥳

Unverpackt

16. Januar 2020

Lingen soll einen  „Unverpackt-Laden“ bekommen. Dieser soll als Genossenschaft organisiert werden. im neuen Geschäft bekommt man ganz ohne Verpackung, verschiedene Lebensmittel wie Nudeln, Getreide, Nüsse, aber auch andere Dinge die täglich gebraucht werden, wie z. B. Waschmittel. Das Projekt nennt sich Lingen Unverpackt und soll, wenn alles klappt, als neue Genossenschaft an den Start gehen.

„Lingen Unverpackt eG“ wird am Montag, 27. Januar in der Kirchstraße 2 die Türen öffnen, also mitten in der Stadt an der Zufahrt zur Tiefgarage am Markt. Leicht erreichbar sind von dort Stadtbibliothek, Krankenhaus und TPZ. Ganz in der Nähe sind außerdem der Wochenmarkt sowie einige weitere umweltbewusste Einzelhändler, bei denen der Einkauf plastikfrei ergänzt werden kann. Pkw-Parkplätze sind in der Tiefgarage vorhanden und ein großzügiger Fahrradparkplatz ist direkt vor der Tür.

Was noch fehlt, sind Menschen aus Lingen, die am besten als Genossinnen und Genossen der neuen Genossenschaft das Projekt Lingen Unverpackt eG unterstützen möchten.  

Die Initiatoren um Teresa Metz-Meuter, Dayana Metz und Sandra Reichenberger geben über alle Fragen, die das Projekt betreffen, hier Auskunft.  Und sie fragen: „Was würdest du gerne im Unverpackt Laden kaufen? Schreib die Antwort in die FB-Kommentare!“

Website: www.lingen-unverpackt.de/

Facebook: Lingen Unverpackt