Der Osterhase

8. April 2020

Der BUND widmet sich in diesem Monat dem Feldhasen, gern auch mit dem Namen Osterhase geschmückt , und schreibt:

Der Feldhase (Lepus europaeus) ist so bekannt, dass er nicht mit nur einem Namen auskommt. Meister Lampe, Mümmelmann, Krummer oder Löffelmann könnte man ihn auch nennen. Sein Ruhm begründet sich außerdem auf seinem Platz in Märchen, Fabeln und Redewen­dungen. Wer kennt nicht „Der Hase und der Igel“ oder wurde mal als Angsthase bezeichne

Letztendlich hat sich der Hase das ja auch selbst zuzuschreiben – immer scheu, schnell und wendig beim Wegrennen und dazu diese langen Löffel, welche die bis zu 15 Zentimeter langen Ohren bezeichnen.

Kein Leichtgewicht
Aber zu den Fakten: Der Hase ist ein Säugetier, ist bis zu 68 Zentimeter lang, hat ein stolzes Gewicht von bis zu sechs Kilogramm und die Fellfarbe ist meist bräunlich mit einem cremeweißen Bauch. Im Vergleich dazu ist das Kaninchen mit ein bis zwei Kilogramm und nur 45 Zentimeter Länge ein Leichtgewicht.

Flink unterwegs
Große Sprünge machen? Für den Hasen mit seinen langen Hinterbeinen kein Problem! Bis zu drei Meter weit und zwei Meter hoch kann er springen und mit 80 km/h hängt er jeden Menschen garantiert ab. Wenn der Hase einmal rennt und Haken schlägt, blitzt nur das weiße Schwänzchen auf, das auch als Blume bezeichnet wird. Seine Tage verbringt Meister Lampe in einer flachen Mulde, der Sasse, von wo aus er abends auf Futtersuche geht. Als Vegetarier liebt er saftige Kräuter, Gräser, Kohlpflanzen, Knollen, Wurzeln oder auch die Rinde junger Bäume, um seine Schneidezähne kurz zu halten. Teile seines Kots nimmt der Mümmelmann wieder auf, um seinen Vitamin B1-Bedarf zu decken. Jetzt im Frühling, zu Beginn der Paarungszeit, ist der Hase auch tagsüber aktiv und auf Wiesen und Äckern zu beobachten.

Paarungszeit
Welcher Rammler zum Hasenvater wird, entscheidet Frau Löffelmann. In Wettläufen und Boxkämpfen muss die körperliche Fitness bewiesen werden, wobei er sich damit nur einen Platz als Samenspender erkämpft, paart die Häsin sich doch oft mehrmals. So können sich in ihrer Gebärmutter mehrere Embryonen unterschiedlicher Entwicklungsstadien mit unterschiedlichen Vätern befinden.

Ebenso interessant, aber wahrscheinlich nicht unerwartet ist, dass Hasen mit ihren langen Löffeln ausgezeichnet hören können. Doch wussten Sie, dass die Tiere auch gute Schwimmer sind?

Warum eigentlich Osterhase?
Jetzt aber endlich ans Eingemachte, den bisher wurde der Osterhase ja noch gar nicht erwähnt. Dieser Mythos kommt von seiner sprichwörtlichen Fruchtbarkeit. Eier waren schon von jeher ein Fruchtbarkeitssymbol und so wurde der Hase kurzerhand zum „Eierbringer“ erklärt.

Doch der Osterhase ist bedroht: Durch die Intensivierung in der Landwirtschaft verliert der Feldhase an Lebensraum und Nahrungsangebot. Gerade Hasenmütter brauchen vielfältige Pflanzenkost für energiereiche Milch für ihre Jungen – doch viele Äcker werden vollständig abgeerntet und Felder so angelegt, dass sie dem Feldhasen keine Versteckmöglichkeiten mehr bieten. Intensiver Maschineneinsatz gefährdet vor allem Junghasen, die auf ihre Tarnung vertrauen und sich in der freien Landschaft verstecken. Zudem vergiften in der Landwirtschaft eingesetzte Dünger und Pestizide die Nahrungsgrundlage des Löffelmanns.

Beobachtungstipp
Der Feldhase bevorzugt trockene, offene Flächen wie Äcker, Weiden oder Wiesen, wo man ihn jetzt zur Frühlingszeit nicht nur in der Morgen- und Abenddämmerung sondern auch tagsüber beobachten kann. Aber genau hinsehen muss man schon (Foto!, denn gut getarnt und bewegungslos an den Erdboden geschmiegt, kann man Meister Lampe leicht übersehen.


(Foto: Feldhase, Aufnahme von Hans Benn / Pixabay.com / Pixabay-License ; Foto unten: Hase an der Ems, von Debora Rusche-Marmouq auf FB )

Ostern kommt. Jetzt.

6. April 2020

Ostern kommt und da schenken wir unseren Lieben meist ein wenig Zeit und mehr. Auch wenn Wolfgang Schnieders für den Türrahmen seines feinen Antiquitäten-Geschäftes direkt gegenüber meines Anwaltskontors den Weihnachtsflyer wieder herausgehängt hat, habe ich hier einige Tipps, wie wir in Lingen gemeinsam etwas für unseren lokalen Einzelhandel tun können. Jetzt.

Denn nach Corona und wegen Corona wird es für viele schwer – vor allem für kleine, lokale Händler und Gastronomen, die ihre Geschäfte schließen mussten. Jetzt versuchen sie händeringend sich über Wasser zu halten. Für manche stellt sich die Frage: Wie lange kann ich -trotz der Hilfen vonBund und Land all das finanziell überhaupt noch stemmen? Und: wird es meinen Laden nach der Krise noch geben?

Weil ich natürlich will, dass am Ende der Corona-Krise meine Lingener Lieblingsläden stark und propper bereit sind, habe ich 10 Tipps für die werte Leserschaft: So könnt Ihr lokale Händler jetzt unterstützen. Und -ganz am Ende dieses Blogbeitrages- gibt es eine Überraschung.
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Kartoffeln

3. April 2020

Die beiden feinen Lingener Fachgeschäfte Kathy’s Wohnart und Prozellan Benner werden wohl neue Produkte in ihr Verkaufssortiment aufnehmen. Das werde ich ihnen dringend ans Herz legen.  Denn dann können sie wieder öffnen. Abgesehen davon, dass Kathy Hüllsieck schon immer Parfum und Körperpflegemittel („Hygieneartikel“) angeboten hat, wird sie künftig wohl Kartoffeln und Spargel  vom Biohof verkaufen, und Kaufmann Oliver Benner zwischen all den Pfannen, Töpfen und Küchenzubehör, Pastagrande-Nudeln aus Wietmarschen, Enkings Schwarzbrot und Settebernds Beschüte aus Emsbüren. Ich nehme an, dies wird mit einer Mitteilung an das städtische Gewerbeamt flankiert, man volle das Sortiment vergrößern. Dann nämlich können beide Einzelhändler aus der Lingen Burgstraße ihre Geschäfte wohl wieder öffnen. Das zeigen die letzten Tage.

Die Allgemeinverfügung des Landes Niedersachsen („zum Schutz der Bevölkerung“) wird sie schwerlich stoppen. Denn sie wird mehr und mehr zu einem Flickenteppich. Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) setzte die Öffnung von Baumärkten durch, um Kaufprozessionen in Baumärkte im benachbarten  NRW zu beenden. Inzwischen darf selbst wieder die Postenbörse geöffnet halten; dazu führte ein schlichter Brief des Firmeninhabers an den niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU); die Kommunen waren machtlos. Wir sehen:  Die großen Discounter und Supermärkte von Aldi, Edeka, Famila, Netto bis Rewe verkaufen ohne jede Scham und Zurückhaltung das ganze Warensortiment mit Hunderten Nonfood-Artikeln bis zu Fahrrädern und Fernsehapparaten. Es interessiert niemanden, schon gar nicht  die niedersächsische GroKo-Landesregierung, welche zerstörerische Wirkung diese Einseitigkeit auf den kleinen Einzelhändler hat – vor allem im Stadtzentrum. Wir erleben eine große Umverteilung.

Jede/r kann es sehen: Vorn im Discountermarkt mussten die Blumengeschäfte schließen; doch Blumen gibt es trotzdem zu kaufen, jetzt bloß hinter den Supermarktkassen vom Marktbetreiber. Die Einnahmen aus dem Verkauf gehen an diesen Großen, die kleinen Einzelhändler schauen in die Röhre. Das ist „bitter, hart und ungerecht“, sagte OB Krone gestern in einer Sitzung des Lingener Verwaltungsausschusses, und alle stimmten zu.

Wenn dem aber so ist, kommen jetzt eben Kartoffeln & Co. in den Einrichtungs- und Porzellan-Einzelhandel. 4-lagiges Klopappier als Hauptverkaufsartikel ginge sicher auch.


Foto: Giebel des Hist. Rathaus Lingen © milanpaul via flickr

völlig überzogen

2. April 2020

Im Landkreis Emsland dürfen wegen der Corona-Pandemie schon seit Wochen keine Touristen mehr übernachten. Doch jetzt versucht der Landkreis, das Aufenthaltsverbot auch auf jegliche Nutzung von Zweitwohnungen auszuweiten. Untersagt hat er per Allgemeinverfügung jede  Nutzung einer Nebenwohnung (sog. Zweitwohnung) ebenso wie die Nutzung von Wohnwagen, Wohnmobilen und Mobilheimen sowie ähnliche zum Wohnen oder Übernachten gedachte Räumlichkeiten. Ausgenommen vom Verbot sind nur Nutzungen aus zwingenden (!) beruflichen sowie aus ehe-, sorge- und betreuungsrechtlichen Gründen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Bewohner von Zweitwohnungen sollen also weg.

Der Grund in einer in weiten Teilen schwadronierenden Begründung:

Das Gesundheitssystem des Landkreises Emsland würde überfordert, wenn es für eine unbekannte möglichweise ständig wechselnde Anzahl eine Ne- benwohnung nutzende Personen Kapazitäten vorhalten müsste.

Personen, die sich derzeit in ihrem Zweitwohnsitz im Landkreis Emsland befinden, fordert der Landkreis mit Landrat Marc-Andre Burgdorf (CDU) an der Spitze knallhart auf, „spätestens bis einschließlich, 03.04.2020″ die Rückreise anzutreten“. Hej Leute, Ihr werdet rausgeworfen. Also bitte, Herr Landrat!

  • Derzeit ist gar nicht festzustellen, dass das Nutzungsverbot von Zweitwohnungen und Mobilheimen zur Verhinderung der Virusverbreitung erforderlich ist; denn entgegen der Behauptung des Landkreises drängt es sich keinesfalls auf, dass das emsländische Gesundheitssystem mit seinen acht Krankenhäusern und Hunderten Ärzten wegen einer erhöhten Ansteckungsgefahr durch Zweitwohnungsnutzer kollabiert. Das unterscheidet unseren 300.000-plus-Landkreis von einer kleinen ostfriesischen Insel. Auch trägt die weitere Behauptung nicht, dass es hier ein „hoch beanspruchtes Gesundheitssystem vor Ort“ gibt. Das nämlich gibt es in diesen Tagen überall in Deutschland.
  • Noch ein weiterer Punkt: Ich stelle mir vor, dass ältere Menschen hier deshalb Zweitwohnungen haben und nutzen, um dem Stress, dem Lärm, Dreck und der Enge an ihrem Hauptwohnort zB in einer Ruhrgebietsgroßstadt aus dem Wege zu gehen. Sie haben sich hierhin zurückgezogen und warten das Abklingen der Corona-Pandemie ab. Warum, bitte schön, sollen sie jetzt zurück in ihre Großstädte fahren, die allesamt in Deutschland Hotspots des COVID-19-Virus sind? Das ist keine gute, vor allem keine solidarische Idee sondern etwas, was die „ausgewiesenen“ Zweitwohnungsnutzer bloß einem unnötigen Risiko aussetzt.
  • Und schließlich: Man stelle sich mal vor, wenn die großen Städte und Ballungszentren ähnlich allgemeinverfügten und dann von dort alle Zweitwohnungsnutzer aus dem Emsland ins Emsland zurückkämen. Was dann? Wer will das? Das bundesdeutsche Melderecht zum Anknüpfungspunkt für Gesundheitspolitik zu machen, scheint mir reichlich daneben.

Die neue Allgemeinverfügung Nr. 10 des Landkreises Emsland ist also höchstens gut gemeint, aber auf jeden Fall schlecht gemacht und vor allem völlig unverhältnismäßig. Man kann zwar das Motiv verstehen, nämlich die medizinischen Kapazitäten nicht zu schwächen. Ein Zusammenhang zwischen einem funktionierenden Gesundheitssystem und der Nutzung von Zweitwohnungen etc. ist aber weder in der Allgemeinverfügung selbst noch in der Presseerklärung des Landrats dazu aufgezeigt. Es gibt ihn auch gar nicht. Betroffene sollten sich wehren und darauf hinweisen, dass das Emsland nicht mit Wangerooge oder Juist gleichzusetzen ist.

Der Kreisverwaltung sei derweil ins Stammbuch geschrieben: Gerade in schwierigen Zeiten der Krise muss sich eine Verwaltung an Recht, Gesetz und vor allem die Grundrechte halten. Dazu zählen die Freizügigkeit und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Das jetzige Projekt tut dies nicht. Daher muss es um des Rechtsstaats willen sofort beendet werden. Die Allgemeinverfügung Nr. 10 gehört daher in den Papierkorb. Geschreddert. 


Update vom 2. April:

Am heutigen Donnerstag hat der Landkreis seine frisch gestrickte Allgemeinverfügung Nr. 10 ein kleines Bisschen korrigiert: Student*innen sind jetzt davon ausgenommen. Da freute sich die Tochter des Lingener OB, die ihren Erstwohnsitz in Hannover und den Zweitwohnsitz im elterlichen Lingen hat. Sie hätte ohne die Korrektur gen Hannover abreisen müssen. Nun darf sie bleiben. Bloß steht in der unterkomplexen Allgemeinverfügung etwas anderes...

Endlich. Mit Zustimmung des Pfarrers der Bonifatius-Kirche und bei Stimmenthaltung mehrerer Mitglieder des Kirchenvorstandes der zentralen katholischen Lingener Gemeinde hat unsere Stadt Lingen (Ems) eines der originellsten Lingener der letzten 60 Jahre gedacht. Zwar muss der Stadtrat die Ehrung noch förmlich beschließen. Doch weil er aus bekannten Gründen zurzeit nicht tagt, sind die neuen Namensschilder bereits seit gestern angebracht; Hauseigner Robert Blanke persönlich schraubte sie an seine Burgstraßen-Ostwand: Das Areal vor der Bonifatiuskirche zwischen Haupteingang und Burgstraße trägt künftig den Namen von Rudi Gels. Es wirkt wie der Namensgeber durch bodenständige, heimatbezogene Eleganz und heißt ab jetzt Rudi-Gels-Platz.

Das nötige Zusatzschild fehlt noch, auch deshalb hier in meinem kleinen Blog meine Hommage an diesen Recken: Rudi Gels war nämlich tatsächlich einer jener unverwechselbaren Lingener -ja, ich sage-  Typen, die in den Jahren wuchsen, in denen Laxten und Darme noch bar ihres nivellierenden Einflusses waren. Auch ihm gelang nicht immer alles, auch nicht immer alles völlig gesetzestreu, weshalb er bisweilen in den Baulichkeiten Kaiserstraße 5 unterkommen  musste. Dort war er dann einer der wenigen, denen ein Ausflug auf das Dach von Haus 3 gelang, wo er seinen um die Einrichtung staunend versammelten -ich schätze 150- Fans zuwinkte, die ihm ein langgezogenes „Ruuuudiiii “ zuriefen – viele Jahre übrigens, bevor dies wegen eines anderen Rudi ein Schlachtruf in deutschen Fußballarenen wurde. Das waren genauso einzigartig-ungezogene Rudi-Gels-Momente wie seine konfrontativ-entschlossenen  Begegnungen mit den bundgekleidet-beamteten Ordnungshütern dieser Stadt in seinem Stammlokal VAT69. Wer erinnert sich nicht?! Und man mochte diesen Schlawiner irgendwie, selbst wenn man selbst versehentlich in seine forsch gestreckte Faust lief.

Im Früchtehaus Corbach bewegte er im morgendlichen Krafttraining manche Pflaumen- und Birnenkiste und respektierte meist deren stabile Konstruktion. Dabei war Rudi Gels im Grunde seines Herzens aber zutiefst antiautoritär;  wirkliche Autoritäten. hingegen respektierte der jetzt Ausgezeichnete. Nicht selten besuchte er beispielsweise montags in aller Frühe im Amtsgericht den langjährigen Schöffenrichter Josef Haakmann, ein Unvergessener der Lingener Richterszene, um ihn entschlossen-zaudernd mit dem Satz „Herr Haakmann, ich habe Scheiße gebaut“ schon im doppelten Sinne wirklich früh über neue berufliche Herausfordrungen in der Haakmann’schen Gerichtsabteilung in Kenntnis zu setzen.

„Ach, Rudi“, entgegnete Josef Haakmann ihm dann mit ruhigem Augenaufschlag und setzte hinzu „Es wird schon nicht so schlimm. Mal sehen, was überhaupt wird.“ Die beiden verstanden sich über Jahrzehnte; ihre Beziehung war tief und geradezu symbiotisch.

Wen Rudi ins Herz geschlossen hatte, belohnte er mit Einzigartigkeiten: Vor allem manche  Frauen seiner Heimatstadt wussten das zu schätzen, die er seinen buschigen Fuchsschwanz berühren und streicheln ließ, mit dem er seine Mofa-25 so überaus heimelig gestaltet hatte. Dann fuhr er mit ihnen auf dem Choppersitz seines motorisierten Mofa-Gefährts am Campingplatz in Schepsdorf in die untergehende Sonne.

Rudi, Du warst, jedenfalls in seinen spöten Jahren, ein toller Hecht, und es ist schön, dass deine Heimatstadt Deiner jetzt rund 10 Jahre nach Deinem Ableben gedenkt – gerade auf diese weise und hier, zwischen Amtsgericht und Bonifatiuskirche; so wird auch daran erinnert, dass und wie Du mit Deiner Mofa durch das Kirchenschiff fuhrst.

Lingen(Ems) ehrt den lieben Rudi Gels! Dass ich das noch erleben darf.


Nachtrag: Hat bitte jemand aus Lingen ein gutes Bild von Rudi – mit oder ohne Mofa? Das würde ich mir etwas kosten lassen. Bitte also ggf. eine persönliche E-Mail…

(Foto: RobertsBlog)

all the flowers gone

26. März 2020

Where have all the flowers gone?
Long time passing
Where have all the flowers gone?
Long time ago
Where have all the flowers gone?

Tja, Leute, kein Protest á la Pete Seeger, sondern meine profane Frage: Wo sind sie hin, die Blumen unserer drei Lingener Wochenmarkt-Blumenhändler? Das Land Niedersachsen hat sie vom Lingener und allen anderen Wochenmärkten zwischen Göttingen und Emden verbannt. Dies liege daran, veröffentlichte die Lokalzeitung am Mittwoch, dass die Blumen von den Behörden (aufgrund der bis zum Freitag, 18. April geltenden Allgemeinverfügung des Landes) nicht als Grundversorgung eingestuft werden. Der Sprecher der Marktbeschicker, Albert Dennemann, meinte dazu: „Das ist ganz bitter für die Kollegen. Es ist ein Totalausfall.“

Seitdem ich davon weiß, versuche ich die Regelung zu verstehen. Die genannte Allgemeinverfügung des Landes vom Montag dieser Woche legt fest: Auf Wochenmärkten sind nur Verkaufsstände für Lebensmittel erlaubt. Blumen zählen nicht dazu. Müssen also die Blumenhändler auch und in erster Linie Bratwürste  und Brötchen anbieten, damit sie bleiben dürfen? Dabei wissen wir, der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern mindestens auch von Klopapier, Küchenkrepp und Desinfektionsmitteln.

Deshalb werden jedenfalls in allen (!) Supermärkten unserer Stadt und in den Tankstellen sämtliche dort vorhandenen Waren an den Mann und die Frau gebracht, und zwar keineswegs nur Lebensmittel – sondern selbstverständlich auch Schuhe, Lederartikel, Elektrobedarf und … Blumen, die Herz und Seele erfreuen. Warum diese Ungleichbehandlung?

Die verstehe, wer will, ich verstehe sie jedenfalls nicht,  und ich fürchte mich, dass wir nach dem Ende der Krise vor allem und nur noch Supermärkte haben. Die Aldis, Lidls, Rewes & Co. werden, nehme ich an, mehr denn je in Saft und Kraft und ausgefahrenen Ellenbogen ihre Geschäfte machen. Doch die kleinen Händler für den täglichen Bedarf werden in die Knie gezwungen oder lange brauchen, bis sie diese Krise überstanden haben. Wie meine Blumenhändlerin.

Natürlich weiß ich, dass die unsere Freiheit beschränkenden Regeln der Allgemeinverfügung wichtig sind, weil es im Zweifel „um Leben und Tod“ (NRW-Laschet) geht. Aber wenn zwischen einem Fisch- und einem Hühnchenhändler auf meinem Wochenmarkt auch mnoch eine fröhliche Blumenfrau stünde, würde das niemandem virusmäßig schaden (sofern man 1,50m Abstand zum Nachbarn hält)…

Wegen des Corona-Virus bleibt das Emslandmuseum für Besucher und Veranstaltungen bis auf Weiteres  geschlossen. Alle angekündigten Veranstaltungen fallen aus. Dies betrifft alle Vorträge und Lesungen, Exkursionen und auch die Stadtführungen.
Die aktuelle Ausstellung „Das Kriegsende im Raum Lingen 1945“ ist ab sofort auf dem neuen Museum-Blog im Internet einsehbar. Alle Ausstellungstafeln werden dort im Laufe der nächsten Tage eingestellt und können dann von zu Hause aus genutzt werden. Bisher sind Teil 1 und Teil 2 (von insgesamt 8 Beiträgen) veröffentlicht.
Museumsdirektor Andreas Eiynck: „Wir danken allen Zeitzeugen und allen Leihgebern, die Fotos, Dokumente und Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt haben.“
Auf dem neuen Blog gibt es fortlaufend auch weitere Informationen aus dem Emslandmuseum Lingen und von der Baustelle für den Erweiterungsbau des Museums.
Die Adresse im Internet lautet: www.emslandmuseum.de

Seit Donnerstag ist der Vortrag von Manfred Rockel im Netz, den er am 12. Februar des Jahres zu „Die Kivelinge und Nationalsozialismus im Spiegel ihrer Veröffentlichungen“ in der Kunst-/Halle gehalten hat. Das youtube-Video dokumentiert den Vortrag von Manfred Rockel am 12.02.2020 in der Kunsthalle Lingen und die Vorreden von Meike Behm, Direktorin der Kunsthalle Lingen, und Dr. Heribert Lange, Vorsitzender des Forum Juden – Christen im Altkreis Lingen e.V.

Helft dem lokalen Einzelhandel…

und den anderen Selbständigen, die wegen der Corona-Schließungen jetzt vor Ort Eure Hilfe brauchen. Die Süddeutsche schreibt dazu:

  • In Corona-Zeiten wird nicht nur gehamstert – viele versuchen auch, Rücksicht zu nehmen und sich gegenseitig zu unterstützen.
  • Hilfreich kann es zum Beispiel sein, sein Buch online im heimischen Buchhandel zu bestellen. Oder kleine Läden mit dem Kauf von Gutscheinen zu unterstützen.

Wie in diesen Tagen verantwortungsvoll mit Dienstleistern, Verkäufern, Anbietern umgehen? Die Unklarheiten, die sich dabei ergeben, haben unterschiedliche Ebenen. Die eine lautet: Wie kann man die Menschen, die in Supermärkten oder beim Paketdienst trotz allem immer noch arbeiten müssen, vor dem Virus schützen und ihnen das Leben erleichtern? Und die andere: Was kann jeder einzelne Verbraucher tun, um die Geschäftsleute zu unterstützen, die gerade um ihre Existenz kämpfen?

Was der Verband deshalb von den Kommunen fordert, nämlich für später geplante Aufträge vorzuziehen, könnte er sich auch als UntBiotexerstützung von normalen Kunden vorstellen, sagt Ulrich: „Wenn man sich etwas ohnehin anschaffen wollte, warum nicht schon jetzt?“ Die SZ hat mehrere von den Corona-Folgen betroffene Menschen gefragt, wie Verbraucher ihnen gerade helfen können. Lest mal und kauft nicht nur in den großen Supermärkten oder bei US-Versandkonzernen sondern telefonisch oder Online bei Holzberg, Benner, Blanke Buch & Kunst, Antiquitäten-Schnieders, Antiquitäten Gels, Kathy’s Wohnart, Nottbeck und Biotex, geht in die Große Straße mit Vom Fass und der Woll- und Wäschetruhe, die bald schließen will. Kauft bei Unverpackt, und ordert bei Böckmann, Uschi Thünemann, Neuhaus und Hellmann hier und Hellmann da.

Denkt bei Schuhen an Albers, Hilbers und Tendenza, an den Spiele-Max und Sports-World und Appelhans, einen der letzten Zeitschriften- und Lottoläden im Zentrum. (Sorry an alle anderen Lingener Einzelhändler, die ich hier nicht nenne!). Schreibt E-Mails an die Kaufleute oder ruft an, falls die Betriebe keinen Webshop haben. Alle sind so sie erreichbar, bringen die Ware oder nutzen „Lingen liefert„. Oder kauft Gutscheine. Das hilft unseren Lingener Betrieben!

Telefoniert gern auch mit den Gastwirten, bei denen Ihr sonst einkehrt, und fragt, ob sie Essen, Bier und Getränke zu Euch nach Hause liefern oder ihr es abholen könnt! Und bestellt. Es hilft.

Warum das Ganze? Lest in der Süddeutschen nach, warum…

 

Corona-Concerts

19. März 2020

Corona-Concerts
Lönings Hauskonzert
„Le Due“ – 기타듀오 레두에
Lingen (Ems) – online
Samstag, 21. März – 19.00

Stefanie und Peter Löning kündigen -aus bekannten Virusgründen- ein Hauskonzert der besonderen Art an. Zuhause musizieren nur die beiden Künstler, übrigens ein Jahr nach ihrem ersten Konzert im Wohnzimmer von Familie Löning. Cheng Shi ist eine chinesische Gitarristin, Kyungheon Yoo ist ein koreanischer Gitarrist. Beide bereiten sich gerade auf ihr Konzertexamen vor, den höchsten Abschluss für Musiker, den deutsche Musikhochschulen zulassen. Das Paar konzertiert als exzellentes Duo „Le Due“. Gäste können wegen der Coronakrise nicht unmittelbar, aber doch direkt dabei sein.

Die Lönings: „Das chinesisch-koreanische Gitarren-Duo „Le Due“ wird bei uns am kommenden Samstag um 19 Uhr ein Online-Konzert geben. Wer dabei sein möchte, kann dies von zuhause aus tun über den Youtube Kanal der beiden. Wir freuen uns längst.“