Drosten in Meppen

1. November 2020

Christin Drosten war im Emsland, und jetzt gibt es seit gestern eine „wahre Perle“(@KFL3011)  im Netz. „Habe jede Minute atemlos zugehört, was für eine Erleichterung fern all der furchtbaren Talk-Show-Kultur“ (@dadlani):

Zum Windthorst-Abend 2020 hatte nämlich die Ludwig-Windthorst-Stiftung Prof. Dr. Christian Drosten eingeladen. Der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité sprach zu „Corona-Pandemie – eine Herausforderung für Wissenschaft und Politik“. Der Abend im Meppener Jugendzentrum JAM wurde im LIVE-Stream übertragen. Hier die Aufzeichnung:


Hintergrund:
Der alljährliche Windthorst-Abend ist eine Veranstaltung der Ludwig-Windthorst-Stiftung. Der Parlamentarier Ludwig Windthorst, dessen Namen die Stiftung trägt, wuchs im 19. Jahrhundert in Osnabrück auf und vertrat über mehr als zwei Jahrzehnte als Abgeordneter des Wahlkreises Meppen das Emsland im Deutschen Reichstag. Die Stiftung wurde in den 1980er Jahren vom damaligen CDU-Landesminister Werner Remmers, dem früheren Leiter der „Heimvolkshochschule“ Ludwig-Windthorst-Haus des Bistums Osnabrück, auf den Weg gebracht. Seither zählt sie zum Vorfeld sich christlich-konservativ verstehender Politiker und der CDU in der Region; das wird zwanglos aus den handelnden Akteuren (oder am Freitag im JAM an der Besetzung des Podiums) deutlich.

Etwas überhöht beschreibt die Internetseite der Stiftung den „Hauptzweck der Stiftung…, die Verdienste Windthorsts um die Gestaltung der gesellschaftlichen und politischen Ordnung und um die Stärkung der christlich sozialen Bewegung des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu würdigen. Vor allem sein Engagement als christlicher Politiker und sein unermüdliches Eintreten für benachteiligte Minderheiten und demokratische Rechte im Deutschen Reich sollen als Vorbild für die heutige Zeit lebendig gehalten werden.“ (Webseite)

ICE ade!

7. Oktober 2020

Ein Wort mit X: Das war wohl nix. Der  Bayern-Nordsee-ICE ist offenbar Geschichte. Die Deutsche Bahn hat nämlich eine ernüchternde Bilanz der in diesem Spätsommer kurzfristig eingerichteten ICE-Linie von München übers Emsland bis nach Norddeich gezogen. Demnach waren die Fahrgastzahlen im Vergleich zum Gesamtnetz unterdurchschnittlich.

Die ICE-Linie zwischen Bayern und der Nordsee „mit Halt in Meppen“ sei „ein tolles Angebot gewesen, das ohne die Corona-Pandemie sicher mehr in Anspruch genommen worden wäre“, sagte Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein (parteilos). Reisen innerhalb Deutschlands seien zunehmend interessanter und deshalb wäre es zu begrüßen, wenn die Deutsche Bahn das Angebot wieder einrichten würde. Noch ist unklar, ob es eine Neuauflage der ICE-Linie geben wird, heißt es auf der Internetseite des NDR. Tatsächlich dürfen wir alle gemeinsam rufen: ICE ade!

In Lingen konnte man den ICE bekanntlich ohnehin nur Richtung Nordsee besteigen. Dafür haben wir allerdings seit Jahren die bewährte Westfalenbahn. Nach Süden fuhr der ICE dann durch unsere Emslandmetropole durch.

Nicht gemeldet hat sich der Landkreis Emsland, ob man die in weiten Teilen einspurige und damit langsame Bahnstrecke ausbauen will.

Auch die Verantwortlichen in Lingen (Ems) haben noch nicht gesagt, ob man das so wie bisher oder überhaupt beibehalten will oder ob man gar eine Verbesserung wünscht. Typisch. 

Festivalsommer abgesagt

16. April 2020

Eigentlich wussten wir ja alle, dass es so kommen würde. Kommen müsste auch. Manche hatten noch ein bisschen Hoffnung, dass hintenraus für irgendwen dabei noch was übrig bleiben würde. Aber nein. Das Meeresrausch fällt in diesem Jahr ob Corona aus, die Fusion auch. Wissen wir seit ein paar Tagen. Und jetzt fliegen auch die vermeintlich ganz Großen mit aus dem Kalender. Rock am Ring, das Hurricane, Roskilde, Southside, Deichbrand und alle großen Festivals, die bis zum 31. August stattfinden hätten stattfinden wollen, wurde die Durchführung von Seiten der Regierung untersagt. Richtig, wie ich finde. Trotzdem großer Mist, auch wenn es gerade nicht anders geht. Offenbar wird das der mauste Festival-Sommer seit 25 Jahren. Weil es halt einfach keine Festivals geben wird.

Großveranstaltungen sollen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden – auch Fußballspiele sind davon betroffen. Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bei einer Schaltkonferenz auf dieses prinzipielle Verbot. Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Veranstaltungen, sollen durch die Länder getroffen werden.

Bei uns an Ems und Vechte fallen also aus: Das Lautfeuer-Festival, die drei EmslandArena OpenAir mit Vincent Weiss, Scooter und Hollywood Vampires, das Emsland Open-Air im Juni in Meppen und das Grafschafter Open Air, das am 29. August stattfinden sollte, also zwei Tage zu früh.

Das NDR 2 Papenburg Festival soll hingegen am Samstag, 5. September steigen. Das könnte also sein. Da es aber auch dann noch keinen Impfstoff gegen CoVid-19 geben dürfte, wäre ich mir nicht so sicher…

Tipp: Geld für Tickets, Anreise oder Hotelübernachtungen kann unter gewissen Umständen rückerstattet werden. Hier gibt es Hinweise von Focus dazu.

(mit Text von Ronny Kraak in Das Kraftfuttermischwerk)

 

ernste Situation

10. März 2020

Sämtliche Passagen mit dem Direktor des Instituts für Virologie der Charité Universitätsmedizin Berlin aus der Pressekonferentz in der Bundespressekonferenz in Berlin vom 9. März 2020, 13.31 Uhr.

Vollständige Pressekonferenz hier: https://youtu.be/rvbTAN1QQ28

Zur Person:
Christian Heinrich Maria Drosten ist 1972 im Bonifatius Hospital in Lingen (Ems) geboren. Er ist der deutsche Virologe. Drosten wuchs auf einem Bauernhof in Groß Hesepe auf. Nach dem Abitur am Bischöflichen Gymnasium Marianum in Meppen studierte Drosten ab 1992 zunächst Chemietechnik und Biologie in Dortmund und Münster.

Drosten gehört zu den Mitentdeckern des SARS-Virus (SARS-CoV). Mit Stephan Günther gelang ihm 2003 wenige Tage nach der Identifizierung  die Entwicklung eines diagnostischen Tests auf das neu identifizierte Virus. Beide Wissenschaftler erhielten dafür den Preis der Werner-Otto-Stiftung und wurden 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Seine Erkenntnisse zu SARS stellte Drosten der Wissenschaftsgemeinde über das Internet sofort zur Verfügung, noch bevor sein Beitrag im Mai 2003 im New England Journal of Medicine erschien. Dies wurde u. a. von der Zeitschrift Nature gewürdigt.

Drosten setzt sich für die transparente Verbreitung von wissenschaftlichen Daten ein und publiziert darum in Fachzeitschriften wie Eurosurveillance, wo alle Artikel online frei verfügbar sind (Quelle).

Kleinstadtfestival

24. Juli 2019

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F4F am 24. Mai

23. Mai 2019

Inzwischen gibt es zwar 500 Friday-for-Future Ortsgruppen in Deutschland. Zu meiner überraschung ist im Land an Ems und Vechte gähnende Leere. Diese Passivität wirkt auf mich ausgesprochen rückständig.

An diesem Freitag (24. Mai) findet ungeachtet dessen der nächste globale Klimastreik statt! Bereits über 220 250 Ortsgruppen haben für diesen Tag Demonstrationen angekündigt. Ich lese im F4F-Blog : „Bestimmt gibt es auch bei dir in der Nähe Mitstreiter/innen, mit denen du und deine Freund*e und Freundinnen zwei Tage vor der Europawahl nochmal zeigen könnt, wie wichtig Umweltpolitik ist. Lasst uns gemeinsam auf die Straße gehen und ein Zeichen für den globalen Klimaschutz setzen! Genaueres auf der Aktionsseite.“ Doch da wird nichts angezeigt in Nordhorn, Lingen und Meppen. Allein in Papenburg startet um 8.30 Uhr vor dem Rathaus eine Veranstaltung. Ich finde diese lokale Trägheit ziemlich enttäuschend…

Denn natürlich ist die Klimakrise die größte Herausforderung der Gegenwart und muss oberste Priorität in der Politik haben. Es sind radikale Klimaschutzmaßnahmen notwendig, um die Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels noch gewährleisten zu können. Als drittgrößter CO2-Emittent weltweit trägt die EU eine besondere Verantwortung im Kampf gegen die Klimakrise. Mehr Hintergrundinformationen hier

Nisthilfen

26. Februar 2019

Viele Vögel kämpfen neben der Futtersuche vor allem damit, einen geeigneten Brutplatz zu finden. Insbesondere die intensive Nutzung der Landschaft, aber auch die übertriebene Ordnungsliebe des Menschen in seinem unmittelbaren Wohnumfeld erschwert der heimischen Tierwelt die Wohnungssuche.

„Der Verlust an natürlichen Brut-, Nist- und Lebensstätten hat für viele unserer Mitgeschöpfe ernste Ausmaße angenommen“, sagt der NABU Niedersachsen. Doch mit etwas handwerklichem Geschick und ohne großen finanziellen Aufwand könne hier Abhilfe geschaffen werden. Künstliche Nisthilfen und Unterkünfte seien feste Bestandteile der Arbeit für den Schutz der heimischen Tierwelt. Im Naturgarten kann man jetzt noch Nistkästen für die beginnende Brutsaison aufhängen.

Doch welcher Vogel braucht welchen Nistkasten ? Wie viele Kästen brauche ich für meinen Garten ? Was kann ich noch für die Tierwelt in meinem Garten tun ? Diese und viele weitere Fragen können am kommenden, Samstag, 2. März von 10 bis 13 Uhr am großen Nisthilfen-Infostand in der NABU-Geschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim in Meppen geklärt werden.

Viele Kästen können auch gleich vor Ort erworben werden. Wer dagegen selbst Nisthilfen bauen möchte, kann verschiedene Baupläne finden.

Auch auf einen weiteren Aspekt weist der NABU hin: „Kinder und Jugendliche haben heute einen erschreckend beschränkten Zugang zur Natur. Diese wird oft nur noch virtuell im Computerspiel erlebt – oder gar nicht. So mancher 13jährige kennt zwanzig Handy-Klingeltöne, aber keine zwei Vogelarten mehr – und auch die Generation ihrer Eltern ist schon völlig naturentfremdet. Das ist eine pädagogische Zeitbombe, denn wo elementarstes Naturwissen verlorengeht, sinkt auch die Bereitschaft, sich für die Bewahrung unserer gemeinsamen Lebensgrundlagen einzusetzen.“

Deshalb ermuntert der NABU Schulen und Kindergärten, Nistkästen an geeigneten Stellen anzubringen: „Wenn sie selbst gebaut werden, ist das natürlich am besten, um Kindern und Jugendlichen einen beobachtbaren Zugang zur Natur zu bieten. Geeignet sind Schulgärten ebenso wie Bereiche von Schulhöfen, die nicht vandalismusgefährdet sind, Gärten von Kindergärten und andere, ähnliche Plätze.

Hier können Kinder und Jugendliche miterleben, wie das Nistmaterial eingetragen wird, wie die Altvögel wochenlang aufopfernd füttern müssen und schließlich die Jungvögel ihre ersten Schritte in das Leben machen – intensiver kann Naturbeobachtung für junge Menschen kaum sein. Zudem lässt sich der Einsatz von Nistkästen gut im Unterreicht begleiten: Sachkunde, Werkunterricht, Biologie, vielleicht auch weitere Fächer lassen sich mit diesem Geschehen gut verbinden.

Die Regionalgeschäftsstelle des NABU befindet sich in der Haselünner Str. 15, Ecke Vitusstraße in Meppen. Die direkte Zufahrt mit dem Pkw ist etwas kompliziert. Sie ist nur aus Richtung Herzog-Arenberg-Str. möglich. Aus anderen Richtungen muss eine Anfahrt über die Königstraße erfolgen. Für Reisende mit dem Zug ist es hingegen sehr bequem; denn es sind nur 150m, also zwei Minuten zu Fuß,  vom Bahnhof in Meppen bis zur NABU-Geschäftsstelle. Allerdings ist von Lingen aus nur SEV möglich… 

(Quelle: NABU Foto: NABU /Franz Fender)

15. Schulkinowochen

26. Februar 2019

Die 15. Schulkinowochen Niedersachsen finden seit gestern und noch bis zum 22. März statt. In unserer Stadt Lingen (Ems) gibt es die Filme im  Filmpalast Cine-World, Willy-Brandt-Ring 40  zu sehen und zwar vom  11. bis 15. März 2019 (hier die Programmübersicht). Im Emsland sind dann noch Haselünne, Meppen und  Papenburg mit am Start (mehr).

Es gibt einen geheimen Lehrplan bei den Schulkinowochen: Es ist nicht nur wichtig, welche Filme sich Tausende von Schüler*innen in den kommenden Wochen in Niedersachsen und Bremen ansehen, sondern, dass sie dies überhaupt in einem Kino tun. Denn zur Sozialisation der sogenannten „Digital Natives“ gehört ein Kinobesuch inzwischen immer seltener. Für viele dürfte es deshalb ein prägendes Erlebnis sein, zum ersten Mal einen Film nicht auf einem Smartphone, Tablet oder Bildschirm, sondern gemeinsam mit vielen anderen in einem dunklen Raum auf einer großen Leinwand zu sehen. Für den Projektleiter der Schulkinowochen Niedersachsen Jörg Witte macht dieses Erlebnis die Essenz eines Kinobesuchs aus.

Solche Projekte wie die Schulkinowochen gab es in anderen europäischen Ländern schon viel früher. Etwa weil in Frankreich, Großbritannien oder Schweden der Film ganz selbstverständlich als die siebte Kunstform und nicht nur als Unterhaltung angesehen wird. Doch besser spät als gar nicht. Mittlerweile sind die Schulkinowochen ein beeindruckend großes und nachhaltiges Projekt. Sie werden vom Netzwerk „Vision Kino“ organisiert, in allen Bundesländern durchgeführt und laufen in rund 850 Kinos. In Niedersachsen finden sie jetzt zum 15. Mal statt. Insgesamt haben in den vergangenen Jahren rund eine Million Schüler*innen die Veranstaltungen besucht.

In den kommenden vier Wochen gibt es etwa 1.000 Vorstellungen in 100 Kinos an 86 Standorten mit insgesamt 63 Filmen, die…

[weiter in der taz]

Hier das Programmheft für unsere Region.

Carl-Gustav Settelmeier und Stefanie Löning
Matinée für Cello und Klavier
Lingen (Ems) – Musikschule, Wilhelmstraße 49
Sonntag, 17. Februar 2019 – 11 Uhr

Kein Eintritt

Die Lingener Pianistin Stefanie Löning (Klavier) und der Wiesbadener Solocellist Carl-Gustav Settelmeier spielen ein Matineekonzert in der Aula der Musikschule in Lingen.
Auf dem Programm stehen Werke von Ernest Chausson, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Astor Piazzolla.
ps Tipp: Als Soirée spielen die beiden Musiker ihr Konzert bereits heute, am Samstag, 16.2., 20 Uhr im Klavierhaus Dausin in Meppen am Bahnhof.