Ausfleddern

27. Januar 2017

RathausEr ist seit ein paar Wochen in Urlaub, soll auf Kreuzfahrt sein und überließ die lange geplante Ratssitzung am Donnerstag anderen. Doch jetzt hat er’s für jeden Lingener erkennbar versemmelt. OB Dieter Krone ist verantwortlich für das aktuelle Desaster um den künftige Nutzung der Sparkasse am Lingener Markt. Längst haben in der Sparkasse Meppener das Sagen und für die ist die in weiten Teilen ungenutzte Hauptstelle der ehemaligen Kreissparkasse Lingen an unserem Markt nicht mehr als ein Klotz am Bein. Während sich dieselbe Sparkasse Emsland in Meppen eine Hauptgeschäftsstelle vom Feinsten leistet, ist Lingen über. Das wissen alle, nur nicht unser lächelnder  Schönredner und peinlicher Falschrechner Dieter Krone („Damit sind wir einwohnermäßig nach Oldenburg und Osnabrück die drittgrößte Stadt im Nordwesten Niedersachsens“).

Lingens OB hat der BvL-Familie van Lengerich nämlich offenbar zugesagt, dort, Winkelbunker hin oder her, einen Edeka- oder einen Was-weiß-ich-Markt bauen zu lassen. Bei solch kurzsichtigem Ja darf dann das Stadtzentrum schon mal über die Klinge springen. Nicht weil er will, sondern weil der OB es nicht erkennt.

So ist die Absage von Hermann Klaas eine Ohrfeige für den noch amtierenden OB, der die Stadt nicht entiwckelt. Hermann Klaas wollte die alte Sparkasse am Markt kaufen und daraus ein Juwel für die Lingener Innenstadt machen. Perdu, Monsieur OB! Sie haben’s nicht erkannt.

In unerwarteter Klarheit informiert die Lokalpresse darüber, was ‚Investor Hermann Klaas‘ dazu zu sagen hat:

„Auf Anfrage unserer Redaktion kritisierte Investor Hermann Klaas die Lingener Stadtverwaltung. Dem Einzelhandel in Lingen schade diese mit ihrer Entscheidung, außerhalb der Innenstadt eine Ausdehnung von Einzelhandelsflächen zu ermöglichen. Konkret nannte Klaas das Einrichtungshaus BvL an der Lindenstraße. Das Lingener Familienunternehmen van Lengerich möchte den Fortbestand des Unternehmens sichern und plant schon seit Längerem direkt am Einrichtungshaus die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes .

Den Worten von Klaas zufolge sind die Planungen an der Lindenstraße nun weit gediehen. Er sprach von 700 bis 800 Parkplätzen. Dabei gehe es am Ende nicht nur um einen Lebensmittelmarkt, sondern eben auch um innenstadtrelevante Sortimente. „Damit erweist die Verwaltung der Innenstadt einen Bärendienst; das Ganze hat mich sehr stark verunsichert“, begründete er seinen Kaufverzicht für das Sparkassengebäude am Markt. Es werde zu einem „Ausfleddern des Einzelhandels“ kommen. Seine Befürchtung sei, dass die sehr erfolgreiche Politik für die Innenstadt der letzten Jahre unter Oberstadtdirektor Karl-Heinz Vehring und Oberbürgermeister Heiner Pott nun Schaden nehme….“

Jedes Wort von Klaas stimmt. Der geplante Verkauf des Gebäudes der Sparkasse am Lingener Markt ist wegen der Unfähigkeit von OB Krone geplatzt. Er hat, bildlich gesprochen, auf der Tribüne gesessen und dort -kontraproduktiv- anderen zu viel versprochen. Bei all der Widersprüchlichkeit hat der erfahrene und erfolgreiche Hermann Klaas die Sparkasse daher informiert, dass er von einem Erwerb des Komplexes Markt-Süd Abstand nimmt, denn der OB will den 3000qm großen Edeka-Supermarkt nördlich der Emslandhalle, den BvL offenbar verkaufen möchte. Mit Sperrfrist für die Presse Donnerstag 17 Uhr oder so. OB Krone schippert derweil weiter kreuzfahrtmäßig.

Dabei weiß jede/r: Eine nachhaltige und zukunftsorientierte Kommunalpolitik verlangt, in unserer Stadt die Grundlagen für den Wohlstand von morgen zu gewährleisten. Das heißt vor allem, nicht jedem und jeder nach dem Mund zu reden. Die Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels  gehören ebenso dazu wie in unseren digitalen Zeiten der Erhalt und der Ausbau der (Sie ahnen es: digitalen) kommunalen Infrastruktur. Nichts davon hat Krone offenbar verstanden und bläht derweil die konsumptive Kommunalverwaltung auf: Für 2017 plant Krone bei >26 Mio Personalkosten ganze 17 Mio Investitionen… (und vor allem 6,5 Mio neuen Schulden).

Wer sieht, was OB Krone seit 2010 auf den Weg gebracht hat, muss nicht nur angesichts dessen maßlos enttäuscht sein. Es ist nämlich: Nix. Er erntet die Projekte seines Vorgängers Pott, was die dem OB wohlgesonnene LT im Zweifel als Erfolge vom Krone ‚darstellt‘. Nur den Altenlingener Forst hat er so ein bisschen gerettet. Das aber ist -sachlich betrachtet- viel zu wenig, um in 19 Monaten wieder gewählt zu werden.

Rang 5

8. Januar 2017

RathausOK, OB Krone ist ein Verkäufer. Er verkauft vor allem sich. Heute beispielsweise beim Neujahrsempfang der Stadt in der Halle IV. Die meisten der 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben geglaubt, dass er das selbst geschaffen hat, was er als Leistungsbilanz vortrug.

  • Da gab es mindestens diese Dinge, die anzumerken sind: Der persönlich begrüßte Bernd-Carsten Hiebing ist nicht „unser Landtagsabgeordneter“. Der heißt Heinz Rolfes und kommt aus Clusorth-Bramhar, war aber nicht da.
  • Lingen ist nicht nach Oldenburg und Osnabrück die nächstgrößere Stadt in Weser-Ems. Da haben die Wilhelmshavener und auch die Delmenhorster etwas dagegen. Beide Weser-Ems-Kommunen bringen jeweils rund 20.000 Einwohner mehr auf die Bevölkerungswaage als unsere Stadt. Lingen ist also auf Rang 5.
  • Zweifelhaft erscheint auch Krones Aussage, wonach Lingen mehr Theaterabos habe als die Nachbarstädte Papenburg, Meppen, Nordhorn und Rheine zusammen. Ich hab‘ vergeblich ein wenig recherchiert, denn tatsächlich halten die anderen Städte ihre Abo-Zahlen seltsam unter Verschluss.
  • Wenn Krone schon ausdrücklich „die Unternehmer“ gleich mehrfach lobte, hätte es dem OB gut angestanden, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu erwähnen, ohne die jeder Unternehmer und jedes Unternehmen nichts wäre.

Und dann die Plattitüde: „Ich habe überhaupt nichts gegen Kritik. Aber sie muss konstruktiv sein.“ So einleuchtend dieses Krone-Argument auf den ersten Blick klingt, so unklug und potenziell gefährlich ist es. Der durchsichtige taktische Schachzug: Der Kritisierte definiert die Bedingungen, unter denen Kritik zulässig ist, und macht sich zugleich zur höchsten Instanz in der Frage, ob die Kritik zulässig („konstruktiv“) war. Damit begibt sich der Kritisierende in die Hand des Kritisierten. Also: Ein rhetorisches Quatsch-Argument.

Vor allem aber fehlten der OB-Rede einmal mehr die Ziele und Perspektiven für das nächste Jahrzehnt. Wohin soll die Reise gehen? Sicherlich nicht zu neuen denkmalgerechten Fenstern im Bahnhof und einer neuen Wirtschaftsloge („mit verschiebbaren Wänden“) in der EmslandArena. Die zentralen Fragen sind: Was kommt nach 2022 und dem Ende der Atomkraft? Wie integrieren wir Zuwanderer?

Wie gesagt: OB Krone ist ein Verkäufer. Er verkauft vor allem sich. Ein Ziel hat er aber bisher nicht zu entwickeln vermocht, wohin sich Lingen entwickeln soll.

 

 

Wegen der Unterbringung von bis zu 1000 Flüchtlingen in den ehemaligen ADO-Hallen hat sich in Aschendorf eine sogenannte Bürgerwehr gebildet. Das meldeten gestern die „Ems-Vechte-Welle“ und die Papenburger „Emszeitung“, der nord-emsländische Ableger der NOZ. Auf einer Facebook-Seite präsentiert sich tatsächlich seit Donnerstagnachmittag -natürlich anonym- die „Bürgerwehr Aschendorf„:

So Leute,
am 19.01.2016 wird Aschendorf/Papenburg nie mehr so sein wie früher. Wenn es Neuigkeiten gibt Postet es bitte hier. Bilder, Kommentare,Links,usw. bitte alles auf diese Seite damit wir gut Informiert sind. Wichtig ist das ihr auf eure Kinder und Frauen aufpasst!! Und bitte teilt diese Seite damit ganz Aschendorf bescheid weiß.

Parolen wie „Vorsicht! Wachsamer NachbarWachsamerNachbar“ (Foto unten via FB) und „Nicht mit uns!“ springen auf der FB-Seite ins Auge, die sich zudem zunächst mit dem Aschendorfer Stadtwappen schmückte. Weil das jedoch nicht gestattet war, wurde es inzwischen nach einem entsprechenden Hinweis aus dem Papenburger Rathaus von der FB-Seite entfernt.

Angeblich sind „ganz normale Bürger unserer Gemeinde und Umgebung“ in der Bürgerwehr. Auf Facebook liest man dazu altbekanntes, interpunktionsmäßig wie orthografisch ausbaufähiges Geseiere. O-Ton:

Wir wollen keine Selbstjustiz aber einen sicheren Ort in dem wir wieder leben können, ohne Angst zu haben, dass unser hart erworbenes Gut gestohlen wird oder unsere Kinder in Gefahr kommen. Sicherheit für uns alle soll an obererster Stelle stehen.

Ihr „Vertrauen in die Sicherheitskräfte“ sei nach eigenen Angaben „erschüttert“. Man rufe nicht zur Selbstjustiz auf, sondern wolle sich nur dafür einsetzen, ohne Angst vor Diebstählen, Einbrüchen oder sexuellen Übergriffen leben zu können. Die Aktivisten:

Wir stellen Transparent und offen klar das wir weder zu einer politischen Richtung noch zu irgendeiner Organisation oder Partei gehören. Die Verantwortlichen bei der Bürgerwehr Aschendorf / Papenburg sind parteilos und gegenüber jeder Person die Hilfe benötigt, neutral!“.

Die Bürgerwehr erntete allerdings sofort in zahlreichen Facebook-Kommentaren heftige Kritik, wobei kritische Kommentare „haufenweise gelöscht“ wurden. Außerdem entstand nur Stunden später auf Facebook die Gruppe „Bürgerwehr gegen die Bürgerwehr Aschendorf“  – leider auch anonym. Sie hat inzwischen knapp 250 Facebook-Likes, die Bürgerwehr etwa das Doppelte.

Bürgerwehren entstanden vor etwa drei Jahren zuerst im Osten Deutschlands, wo auch anders. Die ZEIT berichtete schon kurze Zeit später, wie eine krude „Bürgerwehr“ in Sachsen und Brandenburg Staatsmacht spiele. Seit „#Kölnhbf“ gibt es auch im Westen kein Halten mehr und mittels Facebook kann jede/r Durchgeknallte inzwischen so tun, als seien Recht wie Rechtschreibung bei ihm in besten Händen: „Ich bin kein Rechter, aber…“ In Bürgerwehren sammeln sich vor allem Rechtsextreme und Schlägertypen. Mehrfach gerieten freiwillige Ordnungshüter schon außer Kontrolle., wusste die ZEIT zu berichten: In Neuruppin standen im letzten Jahr mehrere Bewohner des Dorfes Kremmen vor Gericht, die polnische Erntehelfer verprügelt und stundenlang festgehalten hatten, weil sie sie des Einbruchs verdächtigten. Bestraft wurden sie ausgesprochen milde.

In Sachsen läuft seit Jahren ein selbsternanntes Freiwilliges Polizeihilfswerk Streife. Hinter der Gruppe verbergen sich die sog. Reichsbürger, ein Netzwerk von größtenteils  Rechtsextremen, das vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Als sie vor zwei Jahren in Bärwalde bei Dresden einen Gerichtsvollzieher festhielten und in Todesangst versetzten, konnte erst die Polizei helfen. Vor vier Wochen mussten sich die ersten vier von insgesamt 17 Beschuldigten vor dem Amtsgericht Meißen verantworten. Doch nur einer der mutmaßlichen Anhänger der Reichsbürgerbewegung erschien dabei zum Prozessauftakt und er wurde zu 22 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, die anderen werden jetzt per Haftbefehl gesucht [mehr].

Nach den Kölner Silvesterereignissen haben sich in ganz kurzer Zeit in ganz NRW Bürgerwehren nach ostdeutschem Muster gebildet, berichtet der WDR. Seit heute ist dieselbe Bewegung in der emsländischen Provinz angekommen.

Die Reaktionen seitens der nord-emsländischen Größen auf die Aschendorfer Initiative sind erfreulicherweise gleichermaßen klar und eindeutig; sie finden sich hier. Der Leiter der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim, Karl-Heinz Brüggemann, sprach von „überzogenem Aktionismus“. „Aktuell“ [er sagte wirklich „aktuell“] könne „die Polizei die objektive Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde garantieren“. In denjenigen Städten im Emsland und der Grafschaft Bentheim, in denen sich Notunterkünfte für Flüchtlinge befinden, gab es Brüggemann zufolge bislang auch keine Häufung von Straftaten wie sexuelle Belästigung, Ladendiebstahl, Bedrohung oder Sachbeschädigung. Gut zu wissen, auch dies hier.

Ab kommenden Dienstag -und damit einige Tage später als angekündigt- ziehen bis zu 1000 Flüchtlinge in die neue Notunterkunft in Aschendorf. Die seit vergangenem Oktober als Notunterkünfte genutzten Sporthallen in Lingen(Ems), Meppen und Sögel werden dann geräumt und stehen wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung.

Fat Milk Party

20. November 2015

Fat Milk Party
The Swatters, Brain Lickers und WE ARE WOLF

Freren – Alte Molkerei
Samstag 21.11.2015, 20 Uhr

Eintritt: 5 €

„The Swatters“ sind 4 Jungs aus Freren. Die Jungs machen deutschsprachigen Punkrock mit Einfluss aus dem Grunge und Metal Bereich.

Die „Brain Lickers“ aus Meppen bringen oldschool Rock’n’Roll und Punkrock unter einen Hut. Die Musik von „Therapiezentrum“ aus Osnabrück ist wie das Leben. Mal laut und hart, mal fröhlich und tanzbar, mal wütend und zum Ausrasten, mal zerschmetternd dramatisch, aber immer gnadenlos ehrlich, leidenschaftlich und total intensiv.

Und zum Abschluss „WE ARE WOLF“ aus Bonn. „WE ARE WOLF“ stehen für passionierten und zeitgemäßen Metal. Viele Bühnen hat das Quintett aus Köln/ Bonn schon bespielt. Bei der Musik geht es um ein Gefühl, eine Attitüde, die die Jungs nach Außen transportieren möchten. Angetrieben werden WE ARE WOLF dabei von nichts anderem, als ihrer puren Leidenschaft zur Musik.

Büdnisgrünen

31. Oktober 2015

Ach. Ihr Büdnisgrünen… Da hoffe ich, dass die Veranstaltung besser ist als die Einladung 😉

 

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Erstaufnahme

16. Oktober 2015

FlüchtlingshalleGeorgianumDie Erstaufnahmeeinrichtungen in Niedersachsen sind nicht nur voll; sie sind so überfüllt, dass Innenminister Pistorius vorgestern 20 Landkreis und kreisfreien Städte angewiesen hat, die neu ankommenden Flüchtlingen aufzunehmen. 600 kommen daher heute und in den nächsten Tagen  in den Landkreis Emsland. Jetzt, während ich dies schreibe, weiß aber offenbar niemand der Verantwortlichen, wer da bei uns mit dem Zug aus Bayern eintrifft: Afghanen, Eriträer, Pakistani, Syrer oder Menschen vom Westbalkan? Wir wissen nur, dass es schutzlose Flüchtlinge sind, die unsere Hilfe benötigen. Zunächst sollten übrigens alle 600 in den Emslandhallen Lingen unterkommen. Hätte das ein herzliches Grüßgott gegeben, wo doch an diesem Wochenende gleich zwei Mal die Lingener Emslandhallen ausverkauft sind: das Oktoberfest erfreut die Einheimischen…und weitere Veranstaltungen folgen. Der zuständige Landkreis hätte also kräftig wegen der Veranstaltungsausfälle zahlen dürfen.

Wohl aus finanziellen Gründen hat er sich stattdessen für die Bereitstellung eigener Baulichkeiten entschieden: 300 Flüchtlinge kommen im Lingener Georgianum (Foto) und 300 in den Meppener Berufsbildenden Schulen unter.

Gern können wir darüber streiten, ob diese Entscheidungen des Landkreises klug sind. Von einer über die Herbstferien hinausgehenden Sporthallennutzung, halte ich nichts. Die jetzige Entscheidung musste aber binnen 20 Stunden getroffen werden. Daher muss die Landkreisverwaltung bessere Lösungen realisieren. In Lingen fallen mir da die Tennishalle des insolventen Tennisvereins Grün-Weiß ein, die Pestalozzischule oder die Gebrüder-Grimm-Schule. Es gibt auch noch zahlreiche andere Baulichkeiten – von der alten Hüttenplatzschule an der Kokenmühle bis zum Alten Krankenhaus an der Gymnasialstraße. Allen ist eins gemein: Es sind bloß Erstaufnahmestellen, die für die notwendige Integration der Flüchtlinge ungeeignet sind. Schnellstens müssen sie wieder geräumt und die Flüchtlinge auf die Gemeinden der Region verteilt werden.

Außerdem sind die Flüchtlinge sofort gesundheitlich zu untersuchen (was zurzeit nicht ausreichend geschieht, worüber der Landkreis in einer Presseerklärung elegant hinwegtäuscht) und sie müssen auch registriert werden (was zurzeit ebenfalls unterbleibt, worüber genannte Presseerklärung auch nicht korrekt informiert). Erst wenn sie registriert sind, bekommen sie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

In den nächsten Monaten bleiben -jenseits von Erstaufnahmen- in Lingen 800-900 neue Flüchtlinge. Dafür muss unsere Stadt weiterhin dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten mieten und schaffen. Zwar liegen viele Vermietungsangebote im Rathaus vor. Den außerdem notwendigen Blick in das vorbildlich agierende Sögel habe ich in diesem Blog bereits angesprochen, also: Lasst uns eine private Wohnungsbaugenossenschaft Lingen gründen, die bauen, bauen und bauen soll – natürlich nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für Lingener mit schmalem Geldbeutel. Und wir brauchen Sprachförderung und Integrationskurse, an deren Finanzierung sich gern und  endlich auch die heimische, so sehr nach Arbeitskräften suchende Wirtschaft beteiligen darf. Und wo sind unsere Lehrkräfte, die diese Kurse durchführen?

Es ist nicht einfach, und wir müssen uns anstrengen. Doch klar ist: Wir schaffen das.

(Foto: @ BN-Risse)

Weltkindertag

20. September 2015

„Heute ist WeltKINDERtag, drum laden wir euch ein:

Lingen, Marktplatz, 11Uhr: Puppentheater
Lingen, Professorenhaus, 14Uhr: Puppenthater
Lingen, Professorenhaus, 14Uhr: Aktionen im Erlebnishaus
Meppen, Kossehof, 14Uhr: Spiel und Spaß
Nordhorn, Stadtpark, 11.30Uhr: Komm mit, wir reisen um die Welt!

Wir sehn´ uns…“

Diese Information stimmt nur zum Teil. Heute ist zwar Weltkindertag, aber es lädt an Ems und Vechte kaum jemand ein. Die Meldung ist nämlich zwei Jahre alt. Der traditionsreiche, in 145 Ländern der Erde gefeierte Weltkindertag wird 2015 in unserer Region nur in wenigen Orten gefeiert.

In Papenburg beispielsweise gestern schon. In Meppen findet heute ab 14 Uhr auf dem Kossehof an der Vogelpohlstraße ein Weltkindertag-Kinderfest mit einem bunten Programm statt. Im Jugendzentrum Nordhorn heißt es von 14.00 – 18.00 Uhr bei einem Fest zum Weltkindertag „Kinder willkommen„. Der Eintritt ist jeweils frei.

WeltkindertagUnd in Lingen? Nun hier laden die Fachmänner und -frauen aus dem Rathaus und die Karnevalsvereinigung Lingen von 15 bis 17 Uhr zu einem fröhlichen und unbeschwerten Zusammensein ein. Allerdings ..man ahnt es… zu einem Seniorennachmittag  auf dem Gelände der Paul-Gerhard-Schule am Neuen Hafen gegenüber vom Medicus-Wesken-Zentrum. Das Programm lässt heftigen Andrang  erwarten: Jede Eintrittskarte (5 €) nimmt gleichzeitig  an einer Verlosung teil. Im Eintrittspreis ist ein Kaffeegedeck enthalten – mit Kaffee und Kuchen soviel man möchte.

Der Zusammenhang Weltkindertag und Seniorennachmittag drängt sich auf. Sie verstehen nicht? Nun, der Seniorennachmittag ist der antagonistische Dank der Gesellschaft an die Menschen, ohne die es die Kinder nicht gäbe. Und außerdem waren auch die Senioren mal Kinder. So!

[1. Nachtrag:
Hier die alternative Ausrede für die personell reich besetzte PR-Rathauscrew dafür, dass man den Termin verschwitzt hat:
Es gibt überhaupt kein einheitliches Datum für den Weltkindertag. In über 40 Staaten wie in China, in Staaten der USA, vielen mittel- und osteuropäischen Ländern sowie Nachfolgestaaten der Sowjetunion wird am 1. Juni der internationale Kindertag begangen. In vielen anderen Ländern sind es gänzlich andere und sehr verschiedene Daten. In Deutschland und Österreich wird am 20. September der Weltkindertagausgerichtet, aber auch der 1. Juni als internationaler Kindertag gefeiert. (Quelle)

2. Nachtrag
Auf der Altstadtfest-Marktplatz-Bühne, die aus einem unerfindlichen, sponsorenträchtigen  Grund den packenden Namen Handwerkskammer-Bühne trägt, tritt  von 14.15 bis 15.15 Clown Mücke auf. Das ist zwar unabhängig vom Weltkindertag, aber ist ja auch für Kinder. ]

ganz flott

5. Mai 2015

WestfalendampfTrotz Bahnstreik zum HSV?  Am kommenden Samstag (9.05.2015) fährt über Lingen(Ems) von der AG Westfalendampf ein Dampfzug nach Hamburg zum Hafengeburtstag. 

Die Tour beginnt in Münster (6:13 Uhr). Weitere Halte sind Emsdetten, Rheine, Lingen (ab 7:24 Uhr), Meppen (ab 7:53 Uhr), Leer (ab 8:48 Uhr). Die vorhandenen Karten sind für den Einstieg Lingen. Meppen oder Leer zugelassen. Die Ankunft in Hamburg ist um 12:30 Uhr und dort ist dann  Aufenthalt bis 19:02 Uhr, wenn die Rückfahrt auch wieder mit dem Dampfzug beginnt. Die Rückkehr in Lingen (Ems) ist um 23:58 Uhr. Philipp Bollmann, der mit seiner Familie die Dampfzugreise mitmachen wollte, hat jetzt ein Problem

„Aufgrund eines Krankheitsfalls in der Familie können wir diese Tour nicht mehr antreten. Wir haben bereits alles versucht. Der Veranstalter spricht zwar von einer Warteliste und Rücklauf von Tickets, weigert sich jedoch die Tickets „zurückzunehmen“. Über Ebay und Kleinanzeigen hatten wir bisher keinen Erfolg. Da die Tour bereits nächste Woche beginnt, bitte ich hier um Hilfe um den finanziellen Schaden von uns abzuwenden.

Wer Interesse hat an dieser Fahrt teilzunehmen oder jemanden kennt, der Interesse an der Fahrt haben könnte, bitte ich sich bei mir zu melden. Es sind noch 18 Tickets verfügbar für den Zustieg in Lingen, Meppen oder Leer.“

Ein Bollmann-Ticket (ab/bis Lingen, Meppen oder Leer) kostet hin und zurück 74,- Euro. Bei Interesse bittet Philipp Bollmann um eine Nachricht. Auf der Webseite der AG Westfalendampf findet sich übrigens auch seine Mobilfunknummer.

Wie gesagt, man hätte trotz Bahnstreik und unter Dampf zum Spiel des HSV gegen den SC Freiburg nach Hamburg kommen können. Allerdings spielt der Bundesliga-Dino schon Freitagabend im eigenen Stadion. Also bleibt wohl nur der Besuch des 826. Hamburger Hafengeburtstags. Aber das ist doch auch ganz flott.

Das laaange Wochenende geht weiter, allerdings etwas ruhiger als in den letzten Tagen – nur in Westfalen geht’s richtig rund. Hier ein paar weitere Tipps. Mein Teil 2 bis Sonntagabend:

HarryKramer15An diesem Wochenende geht die große Harry Kramer-Ausstellung in der Lingener Kunsthalle zu Ende. Die Präsentation aus Anlass des 90. Geburtstags des in Lingen geboren und aufgewachsenen Documenta-III-Künstlers sollten vor allem die gesehen haben, die immer eine gewisse Schwellenangst vor einem Besuch der Kunsthalle haben. Traut Euch! An beiden Tagen ist die Werkschau von 11 bis 17 Uhr geöffnet und am letzten Tag, Sonntag, ebenfalls von 11 bis 17 Uhr. An diesem Tag ist der Eintritt frei und um 15.30 Uhr gibt es eine kostenlose letzte Führung von Meike Behm durch die Ausstellung Harry Kramer, des „Frisör aus Lingen“.

Zu Ende geht am Sonntag auch die kleine Präsentation plak[art]iv in der offenen Aktionsgalerie der Kunsthalle. Das Schwerpunktfach Kunst der Jahrgangstufe 12 des Gymnasiums Georgianum (Kunstlehrerin Heidrun Pannebäcker) präsentiert Plakate (Acryl auf Pappe 90x132cm) unter der Überschrift „Plakate im Spannungsfeld zwischen Kunstwerk und Massenmedium“. Gezeigt werden Arbeiten von Kathrin Beckers (Daydreaming), Sven Beisel (Highway), Marina Brockmann (Chronophobie), Michael Büsse (Natural Beast), Maren Krull (Le Visage), Minh Ann Nguyen (Invasion), Nathalie Plath (Sunfire), Lisa Pohl (Freedom), Saskia Pricker (Schwarzmalerei), Denise Reichle (Now) und Anja Schulte (Seeker).

Am Samstagabend ist in Rheine Feiertag für Krachfetischisten. Es spielen TOTENMOND & WARPATH im Hypothalamus eine exklusive Doppel-Headliner-Show 2015 Die ebenso fantastische wie einmalige Kombination zweier legendärer Bands darf man sich einfach nicht entgehen lassen. Allerdings kostet das Vergnügen stolze 25,20 Euro (Abendkasse) [mehr…]

„SPINNRAD, SCHWERT & FEDERKIEL“ – Das Mittelalter für neugierige Entdecker ab fünf Jahren gibt es im Archäologischen Museum in Meppen. Kinder und Erwachsene dürfen sich als Ritter, Burgfräulein, Bauer oder Handwerker verkleiden und in der Ausstellung auf eine spannende und unterhaltsame Entdeckungsreise gehen. „Große und kleine Besucher können Teil der Ausstellung werden und jenseits aller Klischees von tapferen Rittern und edlen Burgfräulein im Rollenspiel die Vergangenheit „hautnah“ erleben und erfahren, wie das Leben VolksfestWilsumvor 800 Jahren wirklich war. Originalfunde aus dem Emsland ergänzen die Ausstellung.“ Samstag 14 – 18 Uhr, Sonntag 11 – 18 Uhr, Eintritt: Familienkarte 7 Euro, Kinder von 6-14: 2 Euro.

Beim Volksfest Wilsum (Niedergrafschaft Bentheim) sind die kleinen und großen Gäste am Samstag zu „Spiel ohne Grenzen“ eingeladen und später dann wird es deftig-traditionell beim  „Wilsumer Abend“.

Während in Lingen am Sonntagnachmittag neben dem offenbar unverzichtbaren verkaufsoffenen Sonntag die Automeile auf dem Marktplatz stattfindet, treffen sich in Bad Bentheim zum 20. Oldtimer-Treffen auf dem Herrenberg  ab 10 Uhr am Sonntag die Liebhaber klassischer Automobile. Gegen 12.30 Uhr starten die Oldtimer zu einer gemeinsamen Ausfahrt zum Leinenmarkt in Burgsteinfurt.

Der wird heute  um 11 Uhr wird  mit dem Jagdhornbläserkorps auf dem Marktplatz von Burgsteinfurt eröffnet und bietet ein bunte Programm.  Zu entdecken gibt es viel altes Handwerk – u.a. Spinnen und Weben, Holzschuhmachen und Stuhlflechten, Wachsmalen und  Blaudruck. Mit Kutschtouren oder bei der Führung durch die Burgsteinfurter Kammerfrau kann  man die Altstadt rund um das 1561 gebaute historische Rathaus entdecken.

Und das Highlight dieses Maiwochenendes aus Westfalen:
Das 40. Jazzfest in Gronau geht weiter und präsentiert heute ab mittags in der ganzen Gronauer Innenstadt „JAZZ in the City“ (kostenloser Zugang). Samstagabend stehen die großartige Schweizerin Stefanie Heinzmann und Flo Mega & the Ruffcats auf der Bühne der Bürgerhalle. Nähere Infos gibt es hier. Sonntagfrüh um 11 Uhr  es in der Gaststätte Determann, Bahnhofstraße The Jazz Frühschoppen, dann wird wieder Gronaus Stadtzentrum ein großer Konzertsaal „JAZZ & MORE“ (kostenloser Zugang und auch verkaufsoffen) und abends gibt es „Jazz & Dine„; das aber ist längst ausverkauft…

 

Nachtrag:
Ok, hiermit und auf ausdrücklichen Wunsch nachgetragen die Fußballspiele des Sonntags (ab Kreisliga aufwärts) in Lingen:

Landesligist SV Holthausen-Biene will am Biener Busch gegen Kickers Wahnbeck das Abstiegsgespenst vertreiben. Bezirksligist ASV Altenlingen erwartet am Wallkamp den starken Tabellen- und auch sonst Zweiten SV Meppen. Kreisligist Olympia Laxten will aufsteigen und braucht dazu zuhause an der Lengericher Straße drei Punkte gegen den FC 47 Leschede; ebenfalls in der „Möbel Wilken Kreisliga Emsland“ sucht Eintracht Schepsdorf gegen Union Meppen fast schon die letzte Chance auf den Klassenerhalt. Alle Spiele beginnen um 15 Uhr.

Samstag

25. April 2015

Samstag, 25. April. Nur zur Orientierung: In acht Monaten ist Weihnachten, doch wir müssen uns erst einmal  fragen, was wir an diesem Samstag machen. Die absoluten Highlights sind ausverkauft: Weesteweesteweeste Mario Barth in der EmslandArena und KKüche im Kunstverein. Also, was gibts?

Tipp 1:
Um 20 Uhr präsentiert der Kulturkreis Impulse in der Alten Molkerei in  Freren einen besonderen Literaturabend mit Detthard Wittler: „…auf dem Wege der Besserung verstorben“
Detthard Wittler

Sterben und Tod sind in der Gesellschaft immer noch Tabuthemen. Dass aber der Humor nicht vor dem Tod Halt machen muss, zeigt Detthard Wittler in seinem Programm. Er lädt ein, dieses eine einzigartige Leben bewusst zu leben, ohne den Tod auszublenden, der doch erst diese Einmaligkeit und Unwiederholbarkeit hervorbringt. Der Humor im Angesicht des Todes fordert auf, sich über das eigene Leben Gedanken zu machen, damit nicht eines Tages auf dem eigenen Grabstein steht: Er lebte still und unscheinbar und starb, weil es so üblich war. Der Eintritt beträgt: 10,- € / erm: 8,- €
In der Pause wird eine Kaffeetafel angeboten! [Vielleicht sogar mit Butterkuchen?]

Tipp 2:
Seit gestern findet das 63. Offene Lingener Tennis-Turnier statt, das der älteste Lingener Tennisclub Lingen Blau-Weiß in Zusammenarbeit mit gleich sieben Lingener Tennisvereinen und -Abteilungen auf folgenden Tennisanlagen ausrichtet: TC Lingen Blau-Weiß, ASV Altenlingen, Voran Brögbern, SuS Darme, Holthausen-Biene, Olympia Laxten und Eintracht Schepsdorf. Das traditionsreiche Lingener Tennisturnier ist eines der ältesten  Sandplatzturniere mit DTB Ranglistenwertung in Niedersachsen und bedeutend für leistungsstarke Spieler aus ganz Deutschland. Etwa 150 aktive Turnierspieler/innen in den Jugend- und Erwachsenenkonkurrenzen werden auf ca. 30 Sandplätzen spielen. Heute und morgen jeweils von 09:00 – 18:00 Uhr auf allen genannten Tennisanlagen. Der Eintritt ist frei.

Tipp 3:
LitfasslogoAb 21 Uhr tritt Pianist Volker Schäfer, der „Hoochie Coochie Man“, im LITFASS, Clubstraße auf.
Der „Mann und sein Klavier“ spielt nicht nur den Boogie Woogie in rhythmischer Präzision, er ist genauso im Swing und Jazz zu Hause und weiß auch mal einen flotten Rag auf die Tasten zu schmeißen. Mit seiner unverwechselbaren Stimme werden die Hits von John Lee Hooker,
Muddy Waters, Fats Domino und Co. zu einem ganz neuen Erlebnis. Allerspätestens, wenn Schäfer seine eigene Version von „What a wonderful World“ bringt, kriegt er Euch alle. Kein Eintritt.

 

Tipp 4:
Die legendären Bollock Brothers kehren um 20 Uhr zurück ins Komplex Schüttorf. Seit 1979 ist die Truppe um Jock McDonald unterwegs, um Rock, Punk und Wave aus London in die Welt zu tragen und das mit großem ironischen Hintergrund. Auf der Bühne sind sie druckvol,  extrem tanzbar und beweisen, dass sie nichts von der Energie der frühen Jahre verloren haben.

Sänger Jock Mac Donald organisierte 1978 die ersten Konzerte von PIL und begann seine Karriere als Musiker an der Seite von Jimmy Lydon dem Bruder von Jonny Rotten. 1983 schrieben die Bollock Brothers mit „Faith Healer“ Geschichte
Letztes Highlight war das Sinners Day Festival am 1. November im belgischen Hasselt, wo sie vor über 12000 Zuschauern zusammen auftraten mit Human League, Gary Numan, Anne Clark, Lydia Lunch, Gang Of Four, The Neon Judgement und Front 242.
Eintritt: 13 Euro

Tipp 5:
Noch’n Gedicht – Der große Heinz Erhardt Abend mit Hans-Joachim Heist ab 20 Uhr im Konzert- und Theatersaal am Ootmarsumer Weg in Nordhorn

Als cholerischer Kult-Kommentator „Gernot Hassknecht“ steigert er sich vor Millionen Fernsehzuschauern in der ZDF-Satiresendung „Heute Show“ in wutschnaubende Rage. Der bekannte Theater- und Fernsehschauspieler Hans-Joachim Heist hat aber auch als Parodist hochkomödiantische Paraderollen auf Lager. Heute  erweist er dem legendären Komiker Heinz Erhardt seine Reverenz.
Eintritt ab 23,40 €.

 

Kinder an Bord?. Dann diese Tipps:

Tipp A:
Sie kennen die Geschichte von Mozarts „Entführung aus dem Serail“, oder? Der spanischen Edelmann Belmonte will seine von Piraten geraubte Braut Konstanze sowie das Liebespaar Pedrillo und Blondchen aus dem Serail des Bassa Selim befreien. Bewacht werden sie vom strengen Haremswächter Osmin, dem alles Fremde unheimlich ist. Osmin verliebt sich jedoch in seine englische Gefangene Blondchen und achtet deshalb besonders auf sie und ihren Freund Pedrillo. Belmonte gibt sich als Religionsgelehrter aus, um so Einlass in das Serail zu bekommen und das Vertrauen des Bassa Selim zu erlangen. Die beiden führen Gespräche über die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam, bei denen sie feststellen, dass jede der Religionen für sich stehen kann und keine die andere übertrumpft. Die geplante Flucht aus dem Serail wird von Osmin entdeckt und vereitelt.

morgenland_2„Mit Mord und Totschlag könnte dies alles enden, doch nicht bei Mozart, denn der weise Bassa Selim verzichtet auf Rache und schenkt Konstanze, Belmonte, Blondchen und Pedrillo die Freiheit. Denn Toleranz, Freundschaft und Liebe sollen Völker, Kulturen und Religionen verbinden.

Mozarts „Entführung aus dem Serail“, das um 16 Uhr im Lingener Theater aufgeführt wird, wird der komplizierte Opernstoff für Kinder verkürzt, vereinfacht und zu einem Fantasie-Märchen wie aus 1001 Nacht umgearbeitet. „Die Kleine Entführung“ heißt die kindgerechte Bearbeitung der Oper.  Die Akteure der Kleinen Oper Bad Homburg werden vom Sinfonieorchester der Musikschule des Emslandes begleitet.

Mit farbenfrohen Kostümen und einer aufwändigen Bühnenausstattung, Lichtdesign und Pyrotechnik. spielen das Morgenland und das Abendland, vor allem die islamische und christliche Tradition eine große Rolle. Unverständnis für die jeweilige Religion findet sich auf beiden Seiten, aber auch gegenseitige Sympathien sind zu entdecken.

Die Kinder werden bei der abenteuerlichen Reise ins Morgenland mit Spaß und Freude an die Klassik herangeführt und tanzen am Ende vor Begeisterung auf der Bühne. Karten zum Preis von 8,00 Euro (6,00 Euro erm.) gibt es bei der Tourist Info, Tel. 0591/9144-144 und im online-Ticketshop. Eintritt 8 Euro / erm. 6 Euro
Tipp B:
KunstvereinKinderDie Kunsthalle Lingen, Kaiserstraße 10 a bietet von 14 bis 16 Uhr eine Führung durch die aktuelle Ausstellung von Harry Kramer (1925 – 1997) mit anschließender gestalterischer Aktion an. Eintritt  5,00 Euro inkl. Material.

Kinder können die Harry-Kramer-Ausstellung spielerisch entdecken und durch aktives  Erkunden und Erkennen zu eigenen kreativen Arbeiten angeregt werden. Beim Arbeiten an gemeinsamen Projekten, Farbenmischen und Bilder-Erfinden bleibt bewusst Platz für Unerwartetes, Spontanes und Neues. Vom Entwurf bis zum fertigen Bild werden die Kinder pädagogisch mit Freiraum zur Kreativität begleitet, gefördert und gefordert. Ziel ist es, junge Menschen mit Kultur vertraut zu machen, ihre Fantasie anzuregen und ihre Sensibilität zu unterstützen, eigenen Ausdruck zu fördern und die Freude mit anderen zu teilen.

Tipp C:
„Spinnrad, Schwert & Federkiel“ – Das Mittelalter für neugierige Entdecker ab fünf Jahren In dieser neuen Mittelalter-Schau des Archäologischen Museums Meppen, die in Zusammenarbeit mit dem MachMitMuseum miraculum Aurich entstanden ist, geht es nicht um kostbare Ausstellungsstücke, sondern um spielerisches Lernen.

Was gibt es? Edle Ritter, vornehme Burgfräulein, arme Bauern, prunkvolle Burgen und enge, stinkende Städte – das ist das klassische Bild des Mittelalters. Doch wie sah die Wirklichkeit aus? Kinder und Erwachsene können sich in der Mitmachausstellung spielerisch ein ganz eigenes Bild vom Mittelalter machen. Auf der Burg ist es erheblich enger als gedacht, das Bauernhaus doch ziemlich gemütlich und die Stadt größer als erwartet.

Wo? Hier
Wann? Von 14 – 18 Uhr.

Tipp D:
Natürlich: Der Tierpark Nordhorn. Von 9 bis 19 Uhr. Familienkarte 26 Euro (Jahresfamilienkarte 70 Euro)