Wenigstens das

12. September 2022

Heute vor genau einem Jahr wählten die Lingenerinnen und Lingener das neue Stadtparlament. Die Kommunalwahl 2021 war (lokal)historisch, als die CDU ihre absolute Mehrheit in Lingen verlor, die sie seit 1950 immer innehatte, wenn man die Orte mit hinzuzählt, die in späteren Jahren eingemeindet wurden. In der Folge sprangen ihr die große Koalition in Niedersachsen mit einem nach (!) der Kommunalwahl veränderten Auszählsystem und die örtliche FDP beflissen zur Seite, um sie wieder herzustellen. So unterstrichen sie, auf wen man sich verlassen kann und auf wen nicht und die Chance für eine bessere Stadtpolitik war perdu.

Ein weiterer politischer Geburtsfehler der CDU-geführten Ratsgruppe bestand darin, die Zahl der Ratsausschüsse zu verringern, weil die FDP sonst personell die Teilnahme nicht leisten kann; ihr Fraktionsvorsitzender arbeitet im Ruhrgebiet und MdB Jens Beeck hat meistens in Berlin zu sein. Daher fehlt schlicht die Manpower, um in allen bisherigen Ausschüssen Sacharbeit zu leisten. Die soll bekanntlich dort, in den Ratsausschüssen geleistet werden. Das ist jetzt schwieriger, weil es weniger Ausschüsse gibt. Insbesondere vermisst man den Verkehrsausschuss und auch der LWT arbeitet seither faktisch ohne Ratsbegleitung.

Auch nimmt Oberbürgermeister Krone weiterhin an den montäglichen CDU-Fraktionssitzungen teil. Etwas, das seine fehlende Bereitschaft zu gemeinsamer Entwicklung der Stadtpolitik unterstreicht – auch wenn SPD und Grüne immer wieder in Zuschriften und Anträgen den „lieben Dieter“ anschreiben. In diesem Sommer traf ich einen Amtskollegen unseres OB, der über so viel Vorweg-Parteinahme nur den Kopf schütteln konnte: „Nie würde ich so etwas machen.“ Es ist lange her, dass SPD und Grüne den Amtsinhaber auf den Schild gehoben haben.

Auch im ersten Jahr der laufenden Wahlperiode hat sich die Benachteiligung der alten Kernstadt Lingen fortgesetzt. Was in den 1970er Jahren als 10jähriges Übergangsmodell ersonnen wurde – die Ortsteile- hat sich aus einem Nachteilsausgleich längst in das Gegenteil verkehrt:  Denn die Ortsteile und ihre Vertreter bestimmen, was in Lingen geschieht, und das ist nicht gut. So erhält gerade reihum jeder Ortsteil gerade eine millionenteuere, neue Feuerwehrwache, obwohl es keinen Feuerwehrbedarfsplan gibt. Ein weiteres Beispiel ist die unveränderte, einseitige Ausrichtung der Stadtentwicklung auf neue Baugebiete in den Ortsteilen. Als ob es deutschlandweit keine Debatte über Flächenverbrauch, Klimafragen oder unbezahlbare Baupreise gibt, und vor allem, als ob es nicht längst kluge Alternativen gibt.

Die vor sieben Jahren von der CDU erhobene Forderung, schnell bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist jedenfalls bisher nicht umgesetzt worden. Durch die gegründete Wohnungsbaugenossenschaft wurden seither nämlich nur rund 70 Wohnungen gebaut. Dabei sollten es einmal 30 im Jahr sein. Es gibt keinen aktiven Klimaschutz in der Stadt, vielmehr nur Worte. Dasselbe gilt für das aktuelle Aufgabe, Energie zu sparen. Da fällt dem OB und seinem Team außer der Übernahme der Sparverordnungen des Bundes und dem Verzicht auf Straßenbeleuchtung nichts ein.

Die fehlende Beteiligung aller in unserer Stadt hat auch andere Auswirkungen. Oder wie ist es sonst erklärbar, dass die ehemalige VHS am Pulverturm erst leer stand und jetzt dort Flüchtlinge mit DIN-gerechter Unterrichtsbeleuchtung an der Decke wohnen? Beraten und beschlossen hat das niemand im Rat und seinen Ausschüssen. Das darin zum Ausdruck kommende Versagen in der Versorgung von Flüchtlingen jedenfalls führt auch dazu, dass jetzt in Lingen zum ersten Mal tatsächlich Container auf einem Acker in Holthausen/Biene aufgestellt werden sollen, ohne dass dies in Bürgerversammlungen besprochen wurde. Es gebe keine andere Möglichkeit, heißt es.

Überhaupt gab es seit der Wahl keine sozialen Ratsbeschlüsse, die über Symbolik hinausgingen. So gibt es keine Balkonkraftwerke für wirtschaftlich Schwache und auch eine Unterstützung der 9-Euro-Tickets wurde von der Ratsmehrheit abgelehnt.

Es bleibt Lingen als Wasserstoff-Stadt im Nordwesten, weil in den 1970er Jahren die dafür jetzt genutzten Strukturen geschaffen wurden. Davon profitiert man und nicht etwa aufgrund vorausschauender kommunaler Entscheidungen der letzten Zeit. Auch die Verkehrspolitik entwickelt sich nicht. Seit sechs Jahren soll ein Verkehrsplan entstehen, kommt aber nicht, obwohl Rad- und Busverkehr die Zukunft einer nachhaltigen Stadtentwicklung sind.

Alles das bleibt durch eine gänzlich geänderte Medienpraxis eher unbekannt. Die zum NOZ-Verlag zählende Lingener Tagespost hat sich völlig aus der Kulturberichterstattung und der Sportberichterstattung (Ausnahme: SV Meppen) verabschiedet. Auch über Kommunales berichtet sie nur in wenigen Zeilen aber dafür mit großen Fotos. Dieser Rückzug ist gleichermaßen für unser Gemeinwesen und seine demokratische Ausrichtung gefährlich.

Personell ändert sich an diesem Monatsletzten etwas im Rathaus, weil der Erste Stadtrat Stefan Altmeppen ausscheidet. Nie konnte er inhaltlich überzeugen, geschweige denn ausgleichende oder gar fortschrittliche Akzente setzen. Als peinlich bleiben mir seine rechtlichen Verdrehungen in Erinnerung, wenn es um langzeitgeduldete Flüchtlinge oder demokratische Grundfragen ging. Da kam von dem zu Studien- und Referendarzeiten glühenden Anhänger der SPD nur Indiskutables.

Apropos SPD: Sie irrlichtert gern mit Seltsam-Anträgen wie, städtische Baugrundstücke pro Kind um 1 Euro pro Quadratmeter günstiger zu verkaufen; jede/r kann ausrechnen, wie dies bei 500qm Grundstück und 500.000 Euro Baukosten „entlastend“ wirkt. Auch als ehrlicher Sachwalter hat sie sich spätestens seit dem Tag verabschiedet, als ihr die CDU gönnerhaft einen Bürgermeister-Stellvertreterposten überließ und etwas später dann just der neue Amtsinhaber mit SPD-Parteibuch für die Beibehaltung eines Straßennamens nach einem SS-Offizier votierte. Ausgerechnet ein Mann aus der Partei, deren führende Köpfe von der SS und den Nazis vernichtet wurden – man fasst es nicht.

Doch es gibt -bei aller Unterschiedlichkeit- inzwischen eine sehr ordentliche, meist informelle  Zusammenarbeit zwischen den Grünen und unseren BürgerNahen im Rat. Wenigstens das.

 

Heute Ratssitzung

24. August 2022

Am heutige Mittwoch (24. August) finden zusätzliche Sitzungen des Verwaltungsausschusses unserer Stadtund des Stadtrats statt, außerhalb des sonst üblichen Sitzungsrhythmus. Es stehen wichtige, interessante Punkte auf der Tagesordnung. Allerdings merkt man auch, dass in 46 Tagen der neue niedersächsische Landtag gewählt wird. Vor allem die SPD versucht den Eindruck zu erwecken, sie sei aktiv. Sie hatte eine Sondersitzung des Rates beantragt, die sie aber gar nicht beantragen kann, weil sie nur acht Ratsmitglieder hat und für eine Sondersitzung braucht es in Lingen 15. Aber für eine Schlagzeile in der Lokalzeitung reichte es und dafür, dass OB Krone  zu einer zusätzlichen Sitzung einlud.

Ein besonders markanter Tagesordnungspunkt im Rat, der ab 16 Uhr in Halle IV, Kaiserstraße 10a tagt, wird der „Bericht zur aktuellen Situation auf dem Energiemarkt“ sein, zu dem die Geschäftsführer der Stadtwerke Lingen vortragen sollen. Im Fall unserer Stadtwerke beträgt die Abhängigkeit vom angeschlagenen Gasgroßhändler Uniper in stolzen 80%  des jährlichen Gesamtbezuges. Das wirkt sich dann auf der Internetseite unserer Stadtwerke so aus:

Eigentlich sollte dies bereits am 11. August im Verwaltungsausschuss erfolgen. Aber da wurden die Herren Ralf Büring und Hans-Martin Gall dann doch nicht gehört. Der OB hatte es sich anders überlegt. Überhaupt melden unsere Stadtwerke mit einem Laufbandtext auf derselben Internetseite: Aufgrund eines erhöhten Beratungsaufkommens kann es zu längeren Wartezeiten – vor allem bei Telefonanrufen – kommen. Beruhigend ist das nicht.

Übrigens wollte die SPD die Energiefrage überhaupt nicht in jener „VA“-Sitzung vor zwei Wochen besprechen. Weil es „zu wichtig“ sei, sollte das Thema von der Tagesordnung des VA  runter. Versteht das die nette Leserschaft dieses kleinen Blogs? Ich konnte nichts mit diesem Beraten-wir-es-nicht-Standpunkt anfangen. Der VA ist dann auch den SPD-Antrag nicht gefolgt und hat doch geraume Zeit konzentriert und konkret über die aktuellen Probleme gesprochen und das war gut so. Es ging um Einsparmöglichkeiten -auch um die Eisbahn beim Weihnachtsmarkt- über Photovoltaik auf städtischen Gebäuden, Windenergie usw. und über das fehlende kommunale Energiemanagement. Der OB meinte zwar: „Das haben wir schon.“ Aber wo in unserem Energyvalley ist die Frage.

Dazu zählt auch, wie wir die bisherigen Gewinne der Stadtwerke -in 2021 haben sie sich schon halbiert- künftig verwenden wollen. Bisher flossen sie in den Haushalt. Aber sie könnten besser und nachhaltiger investiert werden – zum Beispiel als Grundstock für Investitionen in nachhaltige, natürliche Energie..

Nach dem Willen der SPD soll sich unsere Stadt an dem von SPD-Ministerpräsident  Stephan Weil geplanten niedersächsischen „Härtefonds“ beteiligen. Ein Vorhaben, das sicherlich allgemein unterstützt wird, um soziale und finanzielle Härten für Lingener Haushalte im kommenden Winter abzufedern. Das Land und zahlreiche gesellschaftliche Akteure haben dazu vor zwei Wochen eine enge Zusammenarbeit vereinbart. In einer gemeinsamen Erklärung mit der Überschrift „Niedersachsen – Gemeinsam durch die Energiekrise“ wurden konkrete Vorhaben und Absichten aufgelistet. Unter anderem plant das Land noch für dieses Jahr insgesamt 100 Millionen Euro für eben diesen Energie-Nothilfefonds ein. Auch lokalen Projekten in den Kommunen soll davon geholfen werden und zwar mit insgesamt 50 Mio Euro. Bei 8 Mio Einwohner*innen in Niedersachsen kämen rund 350.000 Euro davon in Lingen an. Viel ist das nicht, aber…

Im öffentlichen Sitzungsteil  steht auch ein Antrag der CDU auf der Tagesordnung, Energie durch intelligente Straßenlampen zu sparen. Das soll nicht geschehen, sondern die Verwaltung soll erst einmal „prüfen“ und ein Pilotprojekt initiieren. Ja, der Fortschritt ist eine Schnecke. Aber vielleicht versteht dann die Verwaltung wenigstens, um was es geht. Ende Juni hatte ich im Umweltausschuss nach SLR-Straßenlaternen gefragt und dann mit dem Protokoll eine eher irrlichternde Leuchtmittel-Antwort erhalten:

Dann gibt es noch drei weitere Tagesordnungspunkte.

Leeuwarden Bosk

8. August 2022

Bis zum 14. August, also noch eine knappe Woche lang, verändert ein „wandernder Wald“ von 1.000 Bäumen die niederländische Stadt Leeuwarden (Friesland), die vor vier Jahren neben La Valetta (Malta) ein Jahr lang Europäische Kulturhauptstadt war.  Das Spektakel von Laubesche, Eiche und Ulme, die durch die Straßen der 110.000-Einwohner-Stadt Leeuwarden wandern, bietet die Vision einer grüneren Zukunft.

Das Ereignis ist damit kein Langstreckenlauf sondern langsames Wandern; kein Wald aus 1.000 Bäumen würde rennen. Seit Mai transportieren Freiwillige die in Holzcontainern gepflanzten einheimischen Bäume Stück für Stück über eine 3,5 km lange Strecke durch das Zentrum von Leeuwarden und lassen so die Menschen eine alternative, grünere Zukunft erleben. „Wir sind eine Generation, die fast schon alle Hoffnung verloren hat“, erklärt Johan Lakke, Student an der Universität Groningen; Lakke hilft bei dem Projekt mit dem Namen Bosk. Das bedeutet in der regionalen friesischen Sprache „Wald“. „Dieses Projekt macht mir Hoffnung“, sagt er. „Es zeigt uns nämlich, dass man Dinge erreichen kann, wenn man verrückt genug ist, um die Ecke zu denken.“

Bosk ist die Idee des Landschaftskünstlers Bruno Doedens und seines langjährigen Mitarbeiters, des verstorbenen Joop Mulder. Hervor ging es aus Doedens’ Essay Planet Paradise, der die Frage nach der Beziehung des Menschen zu seiner natürlichen Umwelt stellte. „Im Moment verhalten wir Menschen uns wie Jugendliche, die ihr Zimmer nicht aufräumen wollen“, erklärt Doedens. „Wir müssen endlich erwachsen werden und aufhören, alles durcheinander zu bringen. Wir müssen uns um unseFrieslaUmgebung kümmern.“

Das Bosk-Programm mit dem „wandernd“ Wald  ist Teil von Arcadia, einem alle drei Jahre stattfindenden  Kunstfestival,  und umfasst Debatten, Ausstellungen und Performances zum Thema Reconnecting Nature. Sjoerd Bootsma, künstlerischer Leiter von Arcadia, sagt: „Wir brauchen die Kunst und die Künstler, die uns helfen, die verschiedensten Möglichkeiten dazu vorstellbar zu machen.“

Die erste Station der Wald-Wanderroute war der Stationsplein vor dem Bahnhof von Leeuwarden. „Die Bäume hatten eine so beruhigende Wirkung, dass sich die Menschen sofort entspannten“, sagt Sjoukje Witkop, Chefin des nahe gelegenen Oranje-Hotels. Witkop wurde überzeugt, 10 große Pflanztröge vor dem Hotel zu installieren und fragt heute: „Warum hatten wir dort früher keine Bäume?“

Die 1.000 Bäume bestehen aus 60-70 einheimischen Arten, darunter Erle, Esche, Ulme, Ahorn, Eiche und Weide, sind in 800 Holzbehältern gepfanzt. Jeder Trog hat einen QR-Code, der Details wie Baumart, die durchschnittliche Lebensdauer und bevorzugte Bodenart enthält. Ein Bodensensor warnt das Gartenteam der Stadt, wenn die Bäume Wasser brauchen. „Dies sind einige von den am besten gepflegten Bäume der Welt“, sagt Doedens.

Das Bosk-Projekt hat beeindruckende lokale Unterstützung erhalten. Menschen aller Altersgruppen, Geschlechter und Herkunft meldeten sich freiwillig, um die Bäume zu bewegen. Die örtliche Zaailander Brauerei hat sogar ein spezielles Bier entwickelt – das Bosk-Bier – mit 10 Cent von jedem Verkauf, die an Plan Boom gespendet werden, ein nationales Baumpflanzprogrammn.

Verantwortliche anderer niederländischer Kommunen sind längst nach Leeuwarden gepilgert, um zu sehen, was getan werden kann. „Auch die Kirchen wollen Teil von Bosk sein“, ergänzt Bootsma. Laut Doedens haben die Menschen in Leeuwarden die Bäume so sehr genossen, dass sie wollen, dass sie bleiben. „Wir haben einen ‚wandernden‘ Wald geschaffen und die Leute wollen, dass wir ihn an Ort und Stelle belassen“, lacht er.

Nicht alle sind allerdings begeistert. Einige halten das Projekt für Zeit- und Geldverschwendung. Andere mögen es nicht, dass sie eine Woche woanders parken müssen oder Zufahrten wegen der Bäume blockiert sind. Aber Almar Dam, der das Projekt für die Stadt Leeuwarden leitet, fordert die Skeptiker auf, das Ganze zu sehen. „Normalerweise sind die Straßen so laut und man muss aufpassen, dass die Fahrer einen mit ihren Autos nicht totfahren“, sagt er. „Doch schauen Sie sich einen Bosk-Standort an. Es ist so friedlich.“  Ab dem 14. August, wenn 100 Tage nach ihrem Start die Kunstaktion zu Ende geht, – werden die 1000 Bäume in der ganzen Stadt gepflanzt, auch in einkommensschwachen Vierteln, wo Grün knapp ist. Schon in drei Jahren will die Provinz Friesland die Region in der ganzen EU mit der besten Kreislaufwirtschaft sein und Abfall, Umweltverschmutzung wie den Verlust der biologischen Vielfalt drastisch verringern. Obwohl dies nicht einfach sein wird, ist Doedens zuversichtlich. „Wenn sogar Bäume laufen können, können auch wir uns verändern“, sagt er.

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Quelle/Text: Arcadia.nl, The Guardian (meine Übersetzung)

Beim diesjährigen NABU-Insektensommer stehen vor allem die Hummeln im Vordergrund. Mit der Entdeckungsfrage „Kannst du Hummeln am Hintern erkennen?“ möchte der NABU die Menschen darauf aufmerksam machen, dass es nicht nur die eine „Hummel“, sondern eine Vielzahl verschiedener Arten gibt, die sich bei genauerem Hinsehen anhand ihrer unterschiedlichen Färbungen am Hinterteil differenzieren lassen. „Die Entdeckungsfrage erfreute sich bereits in der ersten Zählphase großer Beliebtheit. Viele Menschen haben sich mit den optischen Merkmalen der verschiedenen Hummeln auseinandergesetzt und dabei viel gelernt“, freut sich Hanna Clara Wiegmann von der NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/ Grafschaft Bentheim. Besonders häufig wurden dabei Erdhummel, Steinhummel und Ackerhummel gezählt. „Wir sind sehr gespannt, ob sich der Trend unter den Hummeln aus der ersten Zählphase fortsetzen wird. Aber auch die Meldungen hinsichtlich der Schmetterlinge werden spannend. Denn bereits in der ersten Zählphase wurden deutlich mehr Schmetterlinge als im Vorjahr gemeldet“, so Wiegmann.

Die Hummeln arbeiten den Sommer über durch und sind auch im August beim Sammeln von Pollen und Nektar gut zu beobachten. Die Hummelvölker existieren jedoch nur wenige Monate. Wer ihnen während ihrer Arbeitszeit helfen möchte, sollte seinen Garten oder Balkon möglichst naturnah und blütenreich gestalten. Für ein gutes Angebot an Pollen- und Nektarquellen kann jeder etwas tun.

Die zweite Zählphase vom Insektensommer findet gerade und noch bis zum 14. August statt: In diesem Zeitraum sind erneut alle Naturinteressierten dazu aufgerufen, eine Stunde lang an einem schönen Platz mit Blick in die Natur Insekten zu zählen. Das ist fast überall möglich, zum Beispiel im eigenen Garten oder auf dem Balkon, im Park, beim Wandern im Wald oder um den See. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Bei der Aktion sollen alle gesichteten Insekten gezählt und gemeldet werden. Mithilfe des NABU-Insektentrainers (www.insektentrainer.de) lassen sich die Sechsbeiner ganz einfach erkennen und unterscheiden. Und wer sich bei der Bestimmung nicht ganz sicher ist, kann auch einfach die Gruppe des Insekts, zum Beispiel Schmetterling oder Käfer, angeben.

Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder über die kostenlose Web-App „NABU-Insektensommer“. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de zum Aktionsstart abrufbar. Die Daten der Zählaktion werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah auf www.NABU.de/insektensommer-ergebnisse veröffentlicht.

Je mehr Menschen an der Aktion teilnehmen, desto besser. An der ersten Zählphase haben sich bundesweit fast 10.000 Naturinteressierte beteiligt. „Es ist schön, dass so viele Menschen Interesse an der Natur in ihrer Umgebung haben und sich hierfür Zeit nehmen“, sagt Hanna Clara Wiegmann.


Foto: Hummel  ykaiavu via pixabay 

Brunnen

27. Juli 2022

Über unsere Innenstadt verteilte Wasserflächen und Brunnen würden helfen, an heißen Sommertagen die Temperaturen zu verringern. „Verdunstungskühle ist sehr effizient. Wenn warme Luft über Wasserflächen streicht, verdunstet Wasser. Dabei wird der Luft Wärme entzogen, es wird fühlbar kühler. Fontänen und Sprühnebel können das noch verstärken.“ erklärt Johannes Ringel, Professor für Stadtentwicklung an der Universität Leipzig. Lingen ist da weiß Gott kein Vorbild; denn fast alle der ohnehin wenigen Brunnen im Lingener Stadtzentrum sind ein Trauerspiel. Spitzenreiter ist dabei der Rieselwandbrunnen am Theo-Lingen-Platz, den es seit 15 Jahren gibt und der seit exakt 15 Jahren nicht funktioniert. Der Mühlsteinbrunnen am Amtsgericht ist nur etwa 25-30% des Jahres in Betrieb und wird all abendlich abgestellt, auch der Fabeltierbrunnen auf dem Marktplatz und der Kubus vor dem Lookentor in der Lookenstraße sind auch monatelang nicht in Betrieb. Der private Brunnen vor der Bonifatiuskirche war bis zum Frühjahr 2022 gefühlt 10 Jahre defekt; jetzt ist er Bestandteil des Skulpturenwegs und könnte vielleicht künftig funktionieren.

2019 wurden gleich alle Brunnen, wenn sie überhaupt funktionierten, ganz abgestellt, um „Wasser zu sparen“, wie OB Krone im Sommer 2019 meinte. So belastete das Stadtoberhaupt alle Menschen im heißen Stadtzentrum,, Bewohner, Beschäftigte und Besucher..

Angesichts der zunehmenden Hitzetage müsste es rund um den Markt auch weitere Trinkbrunnen geben. Ich erinnere mich nicht, ob es eigentlich überhaupt einmal mehr als einen einzigen Trinkbrunnen in unserer Stadt gab. Ich kenne nur den Trinkbrunnen (Foto), der bis zur Einrichtung der Sparkassen-Baustelle zwischen Lookenstraße und Bauerntanzstraße vor der Alten Marktapotheke stand. Dann wurde er wegen der Baustelle vor 16 Monaten entfernt. Ersatz gab es nicht.

Deutlich mehr Trinkbrunnen – genau das sieht übrigens auch die EU in ihrer Trinkwasserrichtlinie vor, die bis kommenden Januar in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Ihr Ziel: Benachteiligte Gruppen und Menschen am Rand der Gesellschaft sollen besser mit Trinkwasser versorgt werden: „Zur Förderung der Verwendung von Leitungswasser für den menschlichen Gebrauch stellen die Mitgliedstaaten sicher, dass an öffentlichen Orten, wo dies technisch machbar ist, Außen- und Innenanlagen installiert werden“, heißt es in der Richtlinie vom Dezember 2020.

Allerdings warten die Bundesländer noch die Umsetzung in Bundesrecht ab, die der Bundestag gerade auf den Weg gebracht hat. Die Hamburger Umweltbehörde erhofft sich beispielsweise davon „einen Schub“; allerdings sei noch nicht gänzlich geklärt, wie der Ausbau des öffentlichen Trinkwasserangebots finanziert werden solle, sagte gerade eine Behördensprecherin zum Redaktionsnetzwerk Deutschland RND. Künftig aber werden die Länder zum Handeln gezwungen sein.

Nichts spricht dagegen, dass die Kommunen allgemein und die Stadt Lingen (Ems) im Besonderen schon selbst handelt, den abgebauten Trinkbrunnen schnell wieder aufbaut und die weiteren Brunnen im Stadtzentrum instand setzt oder neu baut, die das Mikroklima im Zentrum so entscheidend verbessern können.

Lingen (Ems) könnte auch dem internationalen Netzwerk Blue Community beitreten. Deren erster Grundsatz ist die „Anerkennung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser als Menschenrecht“. Das bedeutet, dass gerade auch Personen mit geringem oder fehlendem Einkommen die Möglichkeit eröffnet werden solle, „jederzeit kostenlos auf das lebensnotwendige Trinkwasser zugreifen zu können“.

Blue Communities verstehen jedenfalls Wasser als öffentliches Gut, unterstützen die Umsetzung der  Menschenrechte auf  Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung, gehen schonend mit den Wasserressourcen um und setzen sich für Wasserversorgung und  Abwasserentsorgung in öffentlicher Hand ein. Außerdem fördern sie die Nutzung von  Leitungswasser statt Flaschenwasser. Womit wir wieder beim Trinkbrunnen wären. Er kostet rund 6.000 Euro plus Installation.

Also: Man kann, wenn man will, handeln. Wenn Lingen nicht handelt, will man nicht. Trotz der Hitzetage.


Foto: Trinkbrunnen Lingen(Ems),  Am Markt
© Kalkmann Kontakt-Kunst PartG mbB Künstler & Planer Kirchstraße 25;
www.kalkmann-kontakt-kunst.de

Wärme

30. Juni 2022

Um die Energieversorgung zukunftsfest zu machen, muss diese sicher, wirtschaftlich und umweltverträglich gestaltet werden. Das sind zentrale Ziele der Energiewende. Und diese wiederum ist vor allem auch eine Wärmewende. Gestern hatte die Bundesregierung zum sogenannten Wärmepumpen-Gipfel geladen. Denn die Wärmepumpe gilt als Schlüsseltechnologie, um in der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien zu setzen.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass mehr Tempo bei der Transformation der Wärmeversorgung notwendig ist. In Deutschland sollen ab 2024 pro Jahr 500.000 Wärmepumpen neu installiert werden. Auf dieses Ziel einigten sich am Mittwoch Vertreter zahlreicher Verbände mit Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bauministerin Klara Geywitz (SPD).

„Wir brauchen mehr Tempo“, sagte Minister Habeck. „Denn wenn wir uns konsequent aus der Klammer russischer Importe befreien wollen, dann dürfen wir nicht nur an den Stromsektor denken, sondern dann brauchen wir gerade auch den Wärmebereich.“

Der Einbau einer Öl- oder Gasheizung als alleiniges Heizungsgerät wird in Deutschland zum 1. Januar 2025 praktisch verboten (mehr…). Der Grund: Jede neue Heizung muss dann mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien einkoppeln. So legt es die Koalitionsvereinbarung der Ampelregierung fest. Ab 2024 soll jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Dafür aber würden schnell mehr Wärmepumpen benötigt, sagte Habeck. Ministerin Geywitz betonte, ihr sei wichtig, dass die Wärmwende bezahlbar und planbar sein müsse. „Wärmepumpen müssen sich auch jene leisten können, die mit schmalem Geldbeutel haushalten müssen.“

Die Umweltorganisation WWF begrüßt derweil, dass die Bundesregierung das Thema Wärmewende vorne auf die Agenda setzt. Dies sei gerade mit Blick auf Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern und zur Einhaltung der Klimaziele längst überfällig. Wir erwarten ein ambitioniertes Vorgehen der Bundesregierung. Die kommunale Ebene nimmt dabei eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung ein.

Letztlich findet die Umsetzung der Energiewende vor Ort statt. Auch die Wärmeplanung wird maßgeblich lokal entschieden. Der WWF Deutschland hat deshalb den Leitfaden kommunale Wärmeplanung – Vor Ort in die fossilfreie Zukunft starten entwickelt. Dieser skizziert den Ablauf der kommunalen Wärmeplanung und stellt zentrale Argumente für die Wärmewende bereit. Denn bei den unvermeidbaren, tiefgreifenden Veränderungsprozessen im Wärmesektor hängt viel vom Handeln der Kommunen ab. Dass die Energiewende vor allem eine Wärmwende ist, zeigt sich daran, dass das Heizen für rund 70% des Endenergieverbrauchs in den Haushalten verantwortlich ist. Weniger als 20 Prozent der beim Heizen verbrauchten Endenergie stammen bislang aus regenerativen Energien.

Dazu sagt Viviane Raddatz, Leiterin Klima- und Energiepolitik beim WWF-Deutschland: „Die kommunale Ebene verfügt wie keine andere politische oder administrative Ebene über so detaillierte Kenntnisse des Gebäudebestands und seines energetischen Zustands, der damit verbundenen Energiebedarfe und der lokalen Probleme und Potenziale. Wesentliche Entscheidungen für die Wärmeplanung fallen vor Ort. Die Städte und Gemeinden hierzulande haben es also in der Hand, in welcher Form und vor allem wann die Wärmewende vor Ort Einzug hält. Der WWF-Leitfaden zeigt, dass die Wärmewende handfeste Vorteile für die Kommunen und ihre Bürger:innen vor Ort mit sich bringt – auch über den Klimaschutz hinaus. Zu nennen sind hier vor allem Planungssicherheit, Kostensenkungen bei eigenen Liegenschaften, Wertschöpfung in der Region und eine bessere Einbindung der Bürger:innen in die kommunale Entscheidungsfindung. Auch die Versorgungssicherheit unabhängig von fossilen Energieträgern ist gerade mit Blick auf den Krieg in der Ukraine zu betonen.“

Der WWF will alle kommunalpolitisch Aktiven bestärken, sich jetzt mit dem hochaktuellen Thema Wärmeplanung zu beschäftigen. „Mit dem Leitfaden möchten wir eine erste Orientierung und Argumente bieten, wie die Kombination von Klimaschutz, energetischer Unabhängigkeit und regionalem Wohlstandserhalt gelingt.“

Apropos kommunalpolitisch Aktive: Gestern tagte auch der Aufsichtsrat der Stadtwerke, der sich im Wesentlichen aus Vertreter der Stadt Lingen und einer RWE-Tochtergesellschaft zusammensetzt. Auch dabei stand die strategische Ausrichtung des maßgeblich kommunale Unternehmens im Mittelpunkt. Denn – wie gesagt- wird es ab 2025 keine klassischen Gasheizungen mehr geben. Daher werden (auch) in Lingen künftig neue Wohngebiete ohne Gasversorgung entwickelt werden; das neue Wohngebiet südlich des Mühlenbachs im Stadtteil Damaschke beispielsweise wird nach diesen Regeln gebaut, wie den Bauinteressenten vor einigen Tagen bei einer Anliegerversammlung erklärt wurde. Wärmepumpen werden kommen. Unsere BN-Stadtratsfraktion ist gespannt, was BN-Fraktionskollege Marc Riße über die künftige Ausrichtung der SWL und deren Geschäftsführung berichten.

 

Alexandrinus manillensis

23. Juni 2022

Mir bisher nicht wirklich aufgefallen, aber Potsdam Lingen ist auch keine echte Großstadt. Woanders aber richten sich in Deutschland wohl immer mehr Papagei-Arten in freier Wild-, oder besser freier Stadtbahn ein. Und ich mag die Idee der bunten Vögel in der eher grauen Bundesrepublik. Vielleicht gucke ich jetzt auch mal bewusster nach oben, um hier auch welche zu entdecken. Oder kennt jemand den Bestand in unserem Städtchen?

Grüne und gelbe Papageien haben in vielen Großstädten Deutschlands Einzug gehalten. Halsbandsittiche (Alexandrinus manillensis) leben in Düsseldorf mitten in der Stadt. Ein Baum nahe der noblen Königsallee dient den Tieren als Nachtlager. In Köln an der Rheinpromenade werden die Tiere von Touristen bestaunt – entlang des Flusses gen Süden haben sie optimale Lebensbedingungen gefunden. Auch in Heidelberg nächtigen etwa tausend der Vögel nahe dem Hauptbahnhof in Bäumen.

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Text: Ronny Knaak, Das_kfmw; Foto: Halsbandsittich – Bild von Miroslaw Kolaczynski auf Pixabay

Das Endergebnis der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ steht fest. „Wir haben inzwischen alle Meldungen ausgewertet und können nun das Endergebnis der Vogelzählung bekannt geben“, freut sich Hanna Clara Wiegmann von der NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/ Grafschaft Bentheim. Das Spitzenfeld ist wenig spektakulär; dennoch gibt es einige Veränderungen zu den Vorjahren.

Auf den ersten drei Plätzen liegen im Emsland und der Grafschaft Bentheim, Haussperling, Amsel und Kohlmeise, gefolgt von Blaumeise auf Platz vier. Auf dem fünften Platz liegt im Emsland die Ringeltaube und in der Grafschaft Bentheim die Dohle. Der zum ersten Mal öffentlich gewählte Vogel des Jahres im Jahr 2021, das Rotkehlchen, fliegt im Emsland auf Platz neun und in der Grafschaft Bentheim auf Platz sechs und ist im Vergleich zum Vorjahr seltener gezählt worden.

Die Top Drei in Niedersachsen sind ähnlich mit den Platzierungen dieser Region. Der einzige Unterschied besteht darin, dass in Niedersachsen der Star auf Platz drei ist. „Dies ist eine erfreuliche Überraschung, da dessen Bestände infolge des Verschwindens von Wiesen und Weiden, in denen der Star seine Nahrung findet, seit Jahren rückläufig sind“, so Wiegmann. Im Emsland schafft es der Star auf Platz sieben und in der Grafschaft Bentheim auf Platz zwölf.

Besonders auffällig in diesem Jahr sind die Zahlen für die Nachtigall. Im Vergleich zu den letzten Jahren wurde die Nachtigall deutlich häufiger gesichtet. Konkret erzielt sie bundesweit ein Plus an Sichtungen von 114 Prozent; in Niedersachsen sogar ein Plus von 253 Prozent. Die Nachtigallen waren in diesem Jahr etwa eine Woche früher aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück als im letzten Jahr. Entsprechend früher startete auch die Balz- und Brutaktivität. „Die Stunde der Gartenvögel ist in diesem Jahr offenbar in die Phase der größten Balzaktivität der Nachtigall gefallen. Viele Männchen waren noch auf der Suche nach einer Partnerin. Daher konnten so viele der variantenreichen und ausdauernden Sänger am zweiten Maiwochenende gehört und gesehen werden“, erklärt Wiegmann. Dass die Nachtigall in diesem Jahr so häufig zu sehen und vor allem noch mehr zu hören war, freut die Ornithologen des NABU besonders. „Nachtigallen gehören zu den wenigen Langstreckenziehern, die im Bestand zunehmen“, sagt die NABU-Mitarbeiterin. „Laut Nationalem Vogelschutzbericht hat sich ihre Anzahl allein zwischen 2004 und 2016 um 26 Prozent erhöht.“

Auch Mauersegler, Mehlschwalben und Rauchschwalben konnten in diesem Jahr insbesondere in Niedersachsen deutlich häufiger gesichtet werden. „Das liegt sicher auch an der stabilen Hochdruckwetterlage mit schönem Wetter am Zählwochenende, die eine Beobachtung dieser Tiere leichter machte“, nimmt Hanna Clara Wiegmann an.

Hinsichtlich der Teilnehmendenanzahl ist jedoch ein Rückgang zu verzeichnen: In Niedersachsen haben in diesem Jahr 7.381 Vogelfreunde vom 13. bis 15. Mai an der Mitmachaktion teilgenommen und aus über 5000 Gärten und Parks 182.929 Vögel gemeldet. Bundesweit haben sich fast 67.000 Menschen beteiligt. Insgesamt wurden über 1,6 Millionen Vögel gezählt. „Die Rekord-Teilnahme während der vergangenen zwei Jahre konnte leider nicht erreicht werden. Dies hängt sicherlich mit dem guten Wetter und den wegfallenden Einschränkungen der letzten zwei Jahre zusammen“, vermutet Hanna Clara Wiegmann. „Dennoch besteht nach wie vor ein großes Interesse der Menschen an der natürlichen Vielfalt vor ihrer Haustür.“

Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eine wissenschaftliche Mitmachaktion von NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) und findet seit 2005 jedes Jahr am zweiten Maiwochenende statt. Jeder kann mitmachen und die Vögel zählen, die er oder sie im Laufe einer Stunde sieht oder hört.

Die nächste Mitmachaktion des NABU läuft schon vom 3. bis 12. Juni: Dann werden beim „Insektensommer“ wieder Sechsbeiner gezählt und gemeldet. Weitere Informationen zur Aktion unter www.insektensommer.de.
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Sperling Bild von suju-foto auf Pixabay

Radmesse in Lingen

26. Mai 2022

Radmesse Emsland 2022
Lingen (Ems) – Emslandhallen, Lindenstraße 24a
Sa/So 28.-29. Mai 2022, jeweils von 10:00 – 18:00 Uhr
Tageskarte: 7,00 EUR
Tageskarte ermäßigt: 5,00 EUR*
Kinder bis 6 Jahre: frei
* gilt für Kinder & Jugendliche bis 14 Jahre und Rentner mit entsprechendem Nachweis

Auf rund 5000 m² präsentieren Fahrradhändler aus Norddeutschland und dem angrenzendem Ausland ihre Angebote. Alle Sparten der Radbranche werden hierbei, unterstützt durch Hersteller und Großhändler, berücksichtigt. Showtrucks zeigen Neuigkeiten und Innovationen, hierunter auch exklusive Nutz- und Freizeiträder für unterschiedlichste Anwendungen.

Das Segment E-Bike hat in jüngerer Zeit viele Neuerungen erfahren – vor Ort können die aktuellsten Modelle getestet werden! Elektroroller gehören ebenfalls zur Radmesse Emsland

Für Fahrräder wird wiederum ein großer Rundkurs um die gesamte Halle installiert. Auf der Strecke, abgesichert durch Lotsen, Absperrungen und Zebrastreifen, ist ein Test des Rades unter echten Radfahrbedingungen möglich. Das bedeutet eine gute Gelegenheit zum Probefahren!

Besucher*innen der Radmesse kennen die Verbindung der Messe zum Thema Reise, die weiterhin gepflegt wird. So gibt es beliebte touristische Anbieter, aus Destinationen für jeden Geschmack und Geldbeutel. Auch der Bereich „Camping und Caravan“ findet wie gewohnt Beachtung – die ausgestellten Modelle machen Lust auf den nächsten Camping-Urlaub.

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Veranstalter LWT, Stadt Lingen (Ems), Quelle. PM