Crossposting von der Website der Lingener BürgerNahen:

„Diese Flutkatastrophe ist ein wirkliches Menetekel. Keine Frage: Auch wir in Lingen müssen die Ereignisse auswerten und Konsequenzen ziehen. Die Zeit für Symbolpolitik ist vorbei!“, sagte am Freitag der Fraktionsvorsitzende der unabhängigen Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“, Robert Koop in einer Stellungnahme.

Generell müssten Landschaftsverbrauch und Flächenversiegelung in Lingen dringend auf den Prüfstand. „Wir können und dürfen in unserer Stadt nicht so weiter machen und völlig ungezügelt Baugebiet um Baugebiet ausweisen.“ Koop wies OB Krone und der mit absoluter Mehrheit agierenden CDU dabei „eine geradezu fossile Stadtentwicklungspolitik“ zu. Als eine Maßnahme, die man „so keinesfalls weiter verfolgen darf“, nannte Koop den Plan von OB Krone, im Überschwemmungsgebiet an der Nordlohner Straße im Ortsteil Schepsdorf „ein neues Wohngebiet zu schaffen. Dass dies nun wirklich nicht geht, müsste jeder nach den schrecklichen Bildern dieser Tage begriffen haben.“

Überprüft werden müssten die Auswirkungen von Starkregen auf das Stadtgebiet. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Risikogebiete sei notwendig. „In welchen städtischen Bereichen bestehen Überflutungsrisiken und wo müssen wir handeln, beispielsweise die Regenwasser-Kanalisationen und -versickerungen ausbauen?“

Koop hatte am Freitag dem OB und den anderen Fraktionen im Rat vorgeschlagen, Vorschläge zur Hilfe für die betroffenen Regionen zu entwickeln. Nach dem Tsunami 2004 haben wir in Indonesien geholfen und auch an der Elbe. Jetzt könne man obdachlos Gewordene aufnehmen und solle auch prüfen, wo es ein Wiederaufbau-Vorhaben gebe, das finanziell unterstützt werden könne. In seinem Blog (Internettagebuch) hatte der BN-Fraktionsvorsitzende am Freitag bereits einen Spendenaufruf der Deutschen Stiftung Denkmalschutz veröffentlicht. „Viele gerade erst instand gesetzte Baudenkmale sind zerstört oder stark beschädigt.“ Vorschläge aus der Lingener Bevölkerung für einen solchen Schritt seien sicherlich sehr wertvoll, sagte der Fraktionsvorsitzende.

Koop zeigte sich erleichtert, dass Lingen großes Glück gehabt habe. „Aber man muss natürlich sehen, dass ein Starkregen wie 2014 im 80 km entfernten Münster oder jetzt im Bergischen Land, der Eifel, im Ahrtal und der Voreifel jederzeit auch Lingen treffen kann.“ Die BürgerNahen haben seit den Zerstörungen in Münster immer wieder ein Starkregen-Konzept gefordert. Dies werde untersucht, geprüft usw., hieß es dann aus dem Rathaus und es kam nichts. „Aber dann präsentiert der OB mit Zustimmung der CDU seine Idee, im Überschwemmungsgebiet der Ems Häuser zu bauen. Das ist schon sehr verstörend.“

Auch die Vorsorge in der Stadt müsse auf den Prüfstand. „Gibt es ausreichend Notfallmaterial, gibt es sichere Kommunikationsmittel, wie können die Katastrophenschützern vom THW und anderen Hilfsorganisationen unterstützt werden? Das sind sicher nur einige der Fragen, die debattiert werden müssen. Dass in NRW aktuell auch das Lingener THW seit Donnerstag im Einsatz ist und hilft, freut die BürgerNahen: „Wir danken dafür unseren THW’lern und wünschen, dass alle Einsatzkräfte gesund und unversehrt zurückkommen.“

(Quelle: PM/Die BürgerNahen/Crossposting)

Asbest

13. Juli 2021

Gestern kontrollierte das Staatl. Gewerbeaufsichtsamt Osnabrück die Großbaustelle der Sparkasse Emsland am Lingener Marktplatz, ob die Abbrucharbeiten auch nach Recht und Gesetz ablaufe. Alle Arbeiter trugen Schutzbekleidung, wobei ich nicht weiß, ob die überwiegend eingesetzten südosteuropäischen Arbeiter die Schutzkleidung immer tragen.

In dem Anfang der 1970er Jahre errichteten Gebäude ist offenbar in nicht geringem Maße Asbest verbaut worden. Dies hatte zuletzt der Stadtbaurat in einer, in seinem Auftrag an mich gerichteten E-Mail so ausgedrückt:

Nach Rücksprache mit Herrn Schreinemacher teile ich Ihnen mit, dass vor Beginn der Abrissarbeiten des Sparkassengebäudes ein dezidiertes Baustoffgutachten vorgelegt worden ist. In diesem Gutachten wurden unter Nennung der jeweiligen Baustoffe auch die jeweils daraus zu erfolgenden Entsorgungswege aufgeführt, die im Rahmen der derzeit erfolgenden Arbeiten selbstverständlich eingehalten werden.

„Unter Nennung der jeweiligen Baustoffe“ – so  täuscht die Verwaltung über eine Asbest-Baustelle. Der gefährliche Baustoff wird also gerade in der Lingener Innenstadt großflächig verteilt. Die ausgebauten Asbestbaustoffe liegen oben auf oder unterm dem Dach des Sparkassengebäudes, war zu erfahren.  Die Nachbarn, zu denen ich zähle, wissen von nichts und werden so bewusst getäuscht. Sie sind ungeschützt den Asbest-Immissionen ausgesetzt. Ich hatte bereits Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt, weil ich als Nachbar mit keinem Wort beteiligt wurde, obwohl die Bauordnung unseres Bundeslandes das Gegenteil verbindlich vorschreibt und obwohl Bauherrn das ungeachtet gesetzlicher Vorschriften so machen, wenn sie bauen.

Die Antwort der Bauaufsicht der Stadtverwaltung war, weshalb ich, 35m entfernt wohnend, denn Nachbar sei. Das solle ich doch einmal erklären. Ja, geht’s noch?

Inzwischen stelle ich die Frage, ob der erst spät beschlossene Abbruch entgegen allen öffentlichen Erklärungen über angebliche Unterzüge, mit denen man nicht klarkomme, in Wahrheit den Grund hat, dass ein Asbestbau schwer und damit nur sehr teuer zu renovieren ist? Ob ich jemals eine ehrliche Antwort bekomme? Was meint die Leserschaft?

Foto: Asbestfasern, gemeinfrei via Wikipedia

 

 

Es geht langsam voran. Aber es bewegt sich. Unsere Stadtratsfraktion „Die BürgerNahen“ und auch die Kollegen der Grünen haben vielfach verlangt, die städtischen Schulen und Kita mit Raumlüftern auszustatten. Das scheiterte bisher am strikten Nein von OB Krone, der Stadtverwaltung und von der Allianz aus CDU-Ratsmehrheit und SPD.

Vorgestern im Verwaltungsausschuss, dem höchsten Beschlussgremium nach dem Rat in unserer Stadt, habe ich unter dem Tagesordnungspunkt „Aktueller Sachstand zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie“ dann nochmals die Initiative für Raumlüfter ergriffen und gefragt, ob die Stadtverwaltung jetzt Anträge auf Zuschüsse aus dem Bundesprogramm für die Raumlüftung stelle oder gestellt habe. Dieses Programm ist neu aufgelegt und damit werden in den Bildungsstätten für Kinder stationäre, fest eingebaute Raumlüfter zu 80 % bezahlt.

Erstmals erklärte in der sich auf meine Frage anschließenden Debatte OB Krone, dass die Verwaltung für die Installation solcher Raumlüfter in Schulen und Kitas sei. Man habe mit der Prüfung begonnen, wo solche Lüfter „kurzfristig“ und möglichst schon in den Sommerferien eingebaut werden könne. Er, so Krone, befürworte diese Raumlüfter ausdrücklich.

Ein Kollege aus der CDU meinte in der Folge, es solle aber möglichst einheitlich im ganzen Landkreis gehandelt werden. Kollege Thomas Kühle (Grüne) wies nochmals daraufhin, dass das Stoßlüften nicht wirklich eine gute Sache sei. Bei Hitze würde es bspw. ganz wenig bringen.

Nun denn, Hauptsache es wird endlich gehandelt – auch wenn es leider viel spät ist. Und die Sache mit mobilen Raumlüftern setzen wir auch noch durch. Denn die Entscheidung des Bundeskabinetts, Raumentlüftungen zu fördern, unterstreicht, dass die Raumlüfter als wirksames Mittel zur Bekämpfung der Pandemie anerkannt wird. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass neue, gefährliche  Virusvarianten sich entwickeln werden und die Sorge vor möglichen Schulschließungen nach den großen Ferien steigt. Es gibt die Förderung von Raumlüftern übrigens ja bereits seit Oktober 2020  bei und für Gaststätten und das, was für die Gastronomie gut ist, sollte doch für unsere Kinder in den Schulen und Kitas auch endlich möglich sein. Anderorts wie in Bayern geht es jetzt jedenfalls, auch wenn es auch dort vor einem Jahr viel besser gewesen wäre:

 

 

Tag der Architektur

25. Juni 2021

Der Tag der Architektur findet in Niedersachsen und Bremen in diesem Jahr am kommenden Sonntag, 27. Juni statt. 130 Objekte an 55 Orten sind zu sehen: Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur können erlebt werden, Architektinnen und Architekten stehen für Gespräche und Führungen zur Verfügung, ebenso wie Bauherrinnen und Bauherren. Die Veranstaltung steht dabei noch unter dem Einfluss der geltenden Coronabestimmungen. Robert Marlow, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen (AKN), sagt: „Der Tag der Architektur, die größte jährliche Kammerveranstaltung, wird hoffentlich mit Besucherinnen und Besuchern vor Ort stattfinden können – das wäre unser Wunsch. Wenn das aber nicht geht, haben wir im letzten Jahr bereits gute Erfahrungen mit digitalen Angeboten wie Filmen oder Online-Führungen gemacht. Hier sind wir vorbereitet.“

Konkrete Führungstermine finden Interessierte seit dem 22. Juni online auf der Webseite aknds.de über die Möglichkeiten am Tag selbst zu informieren. Hier finden sich auch alle vorgestellten Bauwerke.

In unserer Region an Ems und Vechte gibt es nicht viel zu besichtigende Architektur, die -mangels Landkarte- am Besten über die Ortsliste auf der Website der AKN gefunden werden. Es sind: 

  • Emsbüren („In’t Hüürhus“),
  • Lingen (Ems) mit dem Feuerwehrhaus Holthausen/Biene, dem GNeubau der Firma Mainka und der Kita „Am Kiesbergwald I“,
  • Meppen (der Um- und Anbau des ehem. Kreiswehrersatzamtes wird gleich als zwei Baumaßnahmen präsentiert…) und
  • ein Büro- und Firmengebäude am Schweinemarkt in Nordhorn.

Bauwerke in der weiteren Grafschaft Bentheim und dem restlichen mittleren und nördlichen Emsland fehlen -wie das angrenzende Ostfriesland – leider völlig.

Im benachbarten Kreis Steinfurt (NRW) werden in Ibbenbüren, Hopsten und Rheine drei Wohnhäuser gezeigt.

Ein Besuch der einzelnen 15 Architektenkammern bringt große Eindrücke. Für unsere ländliche Gegend habe ich übrigens den Eindruck gewonnen, dass schon mehr architektonische Qualität gezeigt wurde. Aber was weiß ich schon…

fortan archiviert

23. Juni 2021

„2021 wird mit Hilfe der Lingener Bürger*innen das Lingener Archiv des Öffentlichen Mülls gegründet“, lese ich hier

„Wo man andernorts ebenso belanglos wie unromantisch jeglichen Müll verteufelt, reduziert und schlicht entsorgt, wird der gemeinschaftliche Müll in Lingen fortan archiviert. Vier Routen (Gastro-, Kirchen-, Wasser-, Grüne Route) laden zu Spaziergängen ein, bei denen der Blick auf die unerwünschten Spuren menschlicher Existenz gelenkt wird. Neben den Fundstücken sind auf allen Routen zudem QR-Codes zu finden, die Sie mit Hintergrundinformationen zu einem sauberen Umgang mit dem Planeten versorgen.

Das Team des Unboxing Ökotopia-Festival der Hochschule hält in der Festivalwoche auch die passende Ausrüstung bereit, bestehend aus Mülleimer, Müllzange und Handschuhen. Im Anschluss an die Spaziergänge können die Fundstücke am Institut für Theaterpädagogik abgegeben werden, wo sie entsprechend katalogisiert und ausgewertet werden. Die Ergebnisse werden im rein digitalen Lingener Archiv des Öffentlichen Mülls für alle zugänglich gemacht.“

Idee und Konzept: Emma Schisler, Marianne State, Jana Nieswand und das team
Herzlichen Dank für Ihre archivalische Mitarbeit!

Ausgabe der Arbeitsausrüstung und Annahme der Fundstücke findet noch bis Freitag, 25.6.21, täglich von 15-18 Uhr, Eingang/ Burgtheater statt. Eine vorherige Anmeldung ist übrigens nicht nötig.

Die Karte zu den vier Routen können Sie HIER herunterladen. Hinweis: Für die Erfassung der auf den Routen platzierten QR-Codes benötigen Sie ein mobiles Endgerät bzw. Smartphone mit einer App oder Kameras, die QR-Codes lesen können. Die Routen können allerdings  auch unabhängig von den QR-Codes begangen werden.


Seit gestern und noch bis Sonntag gibt es die  „Stunde der Gartenvögel“. Traditionell findet die große NABU-Aktion am zweiten Wochenende im Mai statt. Der NABU schreibt: „Machen Sie mit? Egal ob im Garten oder auf dem Balkon: Schnappen Sie sich Zettel und Stift und zählen Sie eine Stunde lang die Vögel, die Sie beobachten oder hören. In Zeiten von „Social Distancing“ geht das prima im kleinen familiären Kreis oder auch alleine.

Hier alle Infos zur „Stunde der Gartenvögel“

Übrigens: Zum Warmlaufen empfiehlt der NABU seinen „Vogeltrainer“ oder die NABU-App „Vogelwelt“. Beides bereitet ideal auf die Vogelzählung vor.

Brunnenabbauer

30. April 2021

Ich meine, 1976 sei der Mühlsteinbrunnen vor dem Amtsgericht  entstanden. Damals entstand mit den Geldern des 1. Konjunkturprogramms des Bundes die Burgstraße als Fußgängerstraße. Das war zu einer Zeit, als ein Sozialdemokrat im Städtebauministerin -damals noch in Bonn- beharrlich dabei half, die eine oder andere Fördermillion in seine Heimatstadt Lingen zu leiten. Hier klopfte sich dafür dann die CDU auf die eigene Schulter, stets begleitet vom die Union bejubelnden LT-Chef Alois Dickopp. Damals jedenfalls, entstand aus drei alten Mühlsteinen der Brunnen am Amtsgericht, der seither viel für das Kleinklima, das Wohlbefinden der Passanten und kletternde Kinder leistet, doch trotzdem seit vielen Jahren mit großer Beharrlichkeit von der Stadtverwaltung eher als lästiges Anhängsel behandelt wird. Er sprudelt daher frühestens so ab Mai, dann aber nur ab und zu für ein paar Tage oder Wochen, liegt häufig still und ab Mitte Oktober bis zum nächsten Mai sowieso. Meine Kritik darüber habe ich noch vor einigen Wochen in diesem kleinen Blog formuliert. ABER es gibt nichts, was nicht noch schlimmer geht.
Denn seit einer Woche sind die Mühlsteine weg. Ich meine, welche Jahreszeit ist besser geeignet einen Brunnen stillzulegen als der Frühling? Nicht auszudenken, was wäre, hätte man schon am Ende des Winters gehandelt und wäre mit der Renovierung (ich hoffe, dass es eine Renovierung und kein Abbruch ist) beispielsweise  im Frühling fertig gewesen!

Es versteht sich übrigens, dass die Brunnenabbauer in keinem städtischen Gremium das Thema behandelt haben, soweit ich das mitbekommen habe.

Wo kämen wir denn auch hin, wenn die Bürgervertreter sich mit derartigen Themen befassen könnten. Das macht unsere Stadtverwaltung ganz allein, baut ab und lässt dann die Baustelle liegen- inzwischen seit acht Tagen.

Hier für die Leserschaft meine Fotodokumente zum Geschehen. Rechts der aktuelle Zustand.

Nachtrag: Zu erwarten ist, dass der Brunnen (in welcher Form auch immer) gegen September wieder funktioniert. Weil ich Optimist bin, setze ich hinzu September 2021 – vielleicht sogar etwas eher, nachdem ich hier darüber geschrieben habe, deshalb dann die Lokalzeitung das Thema aufgreift und die Stadtverwaltung dann doch….






Rotkehlchengarten

18. April 2021

Irgendwie ist es doch auch beruhigend, wenn man einmal nicht über ein französisch-russisches Framatome-Projekt, die Emsland-Corona-Defizite, die Corona-Leugner oder die geplante Stromschneise durch die Wälder im westlichen Stadtgebiet, für die sich bislang kaum jemand interessiert, schreiben muss sondern so schlicht-schöne Dinge zu berichten sind wie die NABU-Fotoaktion zum Rotkehlchengarten. Die Leserschaft dieses kleinen Blogs erinnert sich sicher an das Rotkehlchen als Vogel des Jahres. Jetzt teilt der NABU mit:“

Erst kürzlich wurde das Rotkehlchen zum „Vogel des Jahres“ 2021 gewählt. Dem grazilen Sänger mit dem roten Brustgefieder flog die Mehrzahl der Herzen und damit auch der Stimmen der Vogelbegeisterten zu, als anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Aktion erstmals die Öffentlichkeit darüber abstimmen konnte, welcher Vogelart die Siegerkrone gebührt. Aus mehr als 300 Arten schaffte es das Rotkehlchen ganz oben auf das Siegertreppchen. Mit dem Rotkehlchen verbinden sich für den NABU Niedersachsen viele Themen: „Dieser Vogel steht stellvertretend für viele andere Arten, die naturnahe Gärten mit Deckungsmöglichkeiten heimischer Sträucher und Bäume, reichlich Insekten als Nahrung und daher auch blütenreiche, einheimische Stauden und Wildpflanzen benötigen sowie Brutmöglichkeiten in Nischenbereichen. Gärten mit wilden Ecken, einem reichen Nahrungsangebot und vielleicht sogar einem Nischenbrüterkasten an der richtigen Stelle können echte Rotkehlchen-Paradiese werden“, sagt Rüdiger Wohlers vom NABU Niedersachsen.

Der NABU Niedersachsen richtet daher ab sofort einen ganz besonderen Fotowettbewerb aus, der durch Förderung der OLB-Stiftung ermöglicht wird: Unter dem Motto „Mein schöner Rotkehlchengarten“ können ab sofort Fotos unter rotkehlchen@nabu-niedersachsen.de eingesandt werden – die Einsendung ist ausschließlich online möglich. „Wir möchten dazu ermuntern, sich mit dem Rotkehlchen und seinem Lebensraum zu beschäftigen“, erläutert Wohlers, „und wir freuen uns auf ganz viele spannende Fotos – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: die Fotos können alle Aspekte des Rotkehlchen-Gartens zeigen, vom Reisighaufen bis zur artenreichen Wiese, vom singenden Rotkehlchen auf dem Zaunpfahl bis zum Nistkasten, vom Beet bis zum Teich“, blättert Wohlers Denkbares auf.

Franziska Stiebeiner von der OLB-Stiftung freut sich, dass „Rotkehlchen so viele Freunde haben, auch in Niedersachsen. Denn sie stehen stellvertretend für viele andere Vogelarten. Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn möglichst viele Menschen die eingesandten Fotos, auf die wir schon ganz neugierig sind, als Anregungen auffassen, selbst für Rotkehlchen und Co. im Garten aktiv zu werden. Aufgrund seiner Beispielhaftigkeit haben wir dieses Projekt des NABU Niedersachsen sehr gern gefördert!“

Und dazu winken attraktive Preise: Zehn Wochen lang, vom 19.04.2021 bis 28.06.2021, erhalten pro Woche je zehn Einsender*innen der besten Fotos ein „Rotkehlchen-Paket“. Darin befindet sich ein spezieller und hochwertiger Nistkasten für Nischenbrüter wie Rotkehlchen, Bachstelze, Grauschnäpper, Rotschwanz und Co. aus dem besonders beständigen Material Holzbeton sowie das Buch „Gartenvögel rund ums Jahr“ mit vielen praktischen Tipps und Anregungen der Experten Anita und Norbert Schäffer. Die besten Fotos werden auf der Webseite des NABU Niedersachsen unter www.nabu-niedersachsen.de sowie auf dem NABU Niedersachsen-Facebook und -Instagramkanal veröffentlicht.“

(Foto: CC s. Archiv vom 20.3.21; Quelle: PM)

 

 

Feingewebliche Aufnahme der Lunge einer Meise. Die Pfeile markieren die deutliche Lungenentzündung bei Tieren, die mit Suttonella ornithocola infiziert waren. © LAVES

Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Blaumeisen zum Opfer fielen. Bis Jahresende wurden über ein daraufhin eingerichtetes Meldeformular über 24.000 Verdachtsmeldungen dieser Epidemie an den NABU gemeldet. Mehr als 400 tote Vögel wurden untersucht, ziemlich genau die Hälfte der beprobten Vögel ist an einer Infektion mit dem in Deutschland neuartigen Bakterium gestorben. Bei der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai 2020 wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Hotspots in Niedersachsen waren die Landkreise Ammerland, Oldenburg und Osterholz.

Erste Verdachtsmeldungen, die zu den typischen Symptomen der Krankheit passen, sind nun auch in diesem Frühjahr schon beim NABU eingegangen. Eine auffällige Häufung oder klare regionale Schwerpunkte sind jedoch noch nicht erkennbar. Verdachtsmeldungen kranker oder verstorbener Blaumeisen oder auch anderer Kleinvögel können unter www.NABU.de/meisensterben eingegeben werden. Nur so kann herausgefunden werden, ob die Epidemie des vergangenen Jahres ein einmaliges Ereignis war oder der Beginn eines jährlich wiederkehrenden Problems.

Neben Blaumeisen erkranken in einzelnen Fällen auch Kohlmeisen oder andere kleine Singvögel. „Die Tiere fallen dadurch auf, dass sie nicht mehr auf ihre Umwelt reagieren, apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen. Oft wirken die Vögel als hätten sie Atemprobleme. Augen, Schnabel und Teile des Federkleids sind häufig verklebt“, erklärt Hanna Clara Wiegmann von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim.

Grundsätzlich gilt, an Futter- und Wasserstellen auf Sauberkeit zu achten, „damit sich die Tiere beim Körnerholen oder Wassertrinken nicht gegenseitig mit Krankheiten anstecken können“, macht Wiegmann auf die notwendige Hygiene aufmerksam.

„In der Brutzeit holen sich die Vögel immer gern einen Leckerbissen zur Stärkung an der Futtersäule ab. Das ist auch kein Problem, solange das Futter sauber ist und die Vögel nicht mit dem gesamten Futter in Kontakt kommen können“, rät Hanna Clara Wiegmann. Naturnahe Gärten und Grünflächen unterstützen zudem ganzjährig die Vögel bei der Nahrungssuche. Wer im Garten und auf dem Balkon die Blüten- und Insektenvielfalt durch heimische Pflanzen fördert, trägt dazu bei, dass Gartenvögel zur Brutzeit ausreichend Insekten zur Jungenaufzucht sammeln können.