Werlte jubelt

4. Oktober 2021

Ausgerechnet im emsländischen Werlte wird heute eine weitere Pilotanlage für CO2-neutrales Kerosin eingeweiht – keine Weltpremiere, wie die NOZ schrieb, weil schon am 12. November 2019 in Karlsruhe eine besonders kompakte Versuchsanlage zur Herstellung von E-Fuels in Betrieb ging. Erwartet werden in der noch jungen Stadt zur offiziellen Intebriebnahme  die Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), der bekannte Kieler Klimaforscher Mojib Latif sowie Lufthansa-Vertreter – und eine Videobotschaft von Angela Merkel.

Die neue Anlage soll aus Wasser, erneuerbarem Strom, Abfall-CO2 aus einer Biogasanlage und CO2 aus der Umgebungsluft synthetischen Kraftstoff produzieren. Betrieben wird die „Power-to-Liquid“ (PtL)-Anlage von der Firma Solarbelt Fairfuel gGmbH (Stammkapital: 25.000 Euro). Die kleine Gesellschaft ist Tochterfirma der Atmosfair gGmbH, die ihrerseits aus einem Forschungsprojekt des Umweltministeriums hervorging und einer Gemeinschaftsinitiative des Reiseveranstalterverbandes Forum Anders reisen und der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch hervorgegangen ist, und  u.a. Emissionshandel für Privatleute und Firmen betreibt.

Wie in der Region üblich wird heute und danach sicher und nur emsländisch-unkritisch gejubelt. Dabei darf aber nicht übersehen werden, wie umstritten die Produktion sogenannter E-Fuels – also synthetischen Kraftstoffen – weiterhin ist. Sie erfordert nämlich einen hohen Energieeinsatz, ist daher ineffizient und sehr teuer. Allerdings sind E-Fuels im Rahmen der bisherigen Infrastruktur und Motorentechnologie nutzbar – und so möglicherweise schneller einzusetzen als eine flächendeckende Umstellung auf Elektroantriebe. Damit ist das Vorhaben ein großer Hoffnungsträger für alle, die möglichst wenig Veränderung wollen. Am aussichtsreichsten gilt die Technologie übrigens dort, wo Alternativen kaum verfügbar oder sinnvoll einsetzbar sind – zum Beispiel im Schwerlast- oder Luftverkehr, wo Batterien oder Wasserstofftanks viel zu schwer oder zu groß wären.

Ein Blick auf  die Fotoaufnahmen der NOZ zeigt sofort, wie klein die Werlter Anlage dimensioniert ist.  Die Betreiberin rechnet dort mit einer Jahresproduktion von nur 350 bis 400 Tonnen synthetischen Kerosins, wie Geschäftsführer Christoph Weber gerade der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) erläuterte. Das entspricht etwa 500.000 Litern, die per Tankwagen an den Flughafen in Hamburg geliefert werden sollen.

Zum Vergleich: Allein der Verbrauch durch die 11 deutschen Airlines lag vor der Corona-Krise bei knapp 11,9 Milliarden Litern. Um nur zwei Prozent des deutschen Kerosinbedarfs zu decken, wie es die CDUCSU/SPD-Bundesregierung bis 2030 als Ziel ausgegeben hat, bräuchte man also ein Vielfaches der Werlter Anlage: rund 230 Millionen Liter Kerosin statt 500.000.

Bei der Produktaufbereitung fällt übrigens auch klimaneutraler Dieseltreibstoff an, der für Shuttle-Busse oder eben den Schwerlastverkehr eingesetzt werden könnte. Klimaneutral meint hier, dass der Treibstoff in der Verbrennung nur so viel CO2 freisetzt, wie ihm bei der Produktion zugeführt werden. Die Pilotanlage in Werlte soll jedenfalls erst einmal das zuverlässige Funktionieren der Technologie und Prozesse demonstrieren, sagte Weber zur NOZ. Dann seien in Zukunft größere Anlagen möglich.


(Quellen: taz / NOZ)

Touché, Andre!

6. September 2021

Andre Schoo ist stresserprobt. Nicht nur weil er lange Jahre wegen seines strammen Linksausschusses in den Herrenmannschaften des Altenlingener Sportvereins ASV Leistungsstütze war. Vor allem ist er auch Intensiv- und Anästhesiepfleger im hiesigen Krankenhaus, erprobt als Pflegekraft von Corona-Erkrankten. Da muss man schon Nerven haben und behalten. Der Vater zweier Söhne ist schließlich auch seit 2016 Vertreter der Bürgernahen im Ortsrat Altenlingen. Das ist das Gremium, was vor rund einem Dutzend Jahren Applaus zur Abholzung des eigenen Altenlingener Waldes spendete und keine Einwände gegen den Kahlschlag hatte. Jetzt, im Kommunalwahlkampf 2021 singen die Holzhacker von damals zwar das hohe Lied des Naturschutzes und wollen aber, hinter vorhealtener Hand, vielleicht dann doch eine Straße durch den Forst schlagen, die sog. „Nordtangente“ – wenn man sie lässt. Und der Altenlingener Ortsbürgermeister plakatiert dazu den passenden Satz: „Nicht reden. Machen!

Andre Schoo hat darauf die richtige Antwort. In einem Brief von ihm und der klugen BN-Kandidatin Anne Reul an ihre Altenlingener Nachbarn schreiben beide diese persönliche Anmerkung:

„Der Ortsbürgermeiser wirbt mit „Nicht reden. Machen!“. Diese Art von Politik ist nicht unsere Sache. Sie erinnert an Zeiten, in denen im Altenlingener Forst einfach gemacht und abgeholzt wurde. Diese Zeiten wollen wir nicht zurück. Wir wollen“, heißt es in dem Brief an die Altenlingener Wählerinnen und Wähler weiter, „mit Ihnen reden, ergebnisoffen und fair, um so die beste Lösung zu finden. Das ist unser Weg.“

Touché, sagt man dazu.

Baumbewässerungssäcke

30. August 2021

Im Bereich der Lingener Bahnunterführung für FußgängerInnen und Radfahrnde zwischen Kaiserstraße und Theo Lingen-Platz, in der Feldstraße und an anderen Plätzen unserer Stadt gibt es sie seit diesem Jahr und das ist gut so und es gibt sie einheitlich in emsländisch-olivgrün.

Diese Baumbewässerungssäcke haben übrigens eine wichtige Funktion. Sie sorgen dafür, dass die Stadtbäume immer genügend Wasser haben. Das Besondere daran: die Tree Bags können nicht nur bunte Street Art in jeden Stadtteil bringen, sondern auch von jedem und jeder mit Wasser gefüllt werden. In Essen (Ruhr) ist das alles noch viel feiner. dort haben der Energieanbieter  E WIE EINFACH gemeinsam mit den Gießkannenheld:innen das Projekt umgesetzt und zwar ganz ud gar nicht olivgrün.

In Essen sind auf diese Weise Art for Trees Urban Art und das Thema Baumbewässerung auf schöne Weise zusammen gebracht wurden. Verteilt über die ganze Stadt, gibt es in Essen seit kurzem 150 Baumbewässerungssäcke, die von Street Art Künstlern gestaltet wurden und die Stadtbäume im Sommer mit genügend Wasser versorgen.

Dabei können die Bewässerungssäcke jederzeit und von jedem ganz einfach mit Wasser gefüllt werden. So soll dafür gesorgt werden, dass die Bäume immer genügend Wasser haben, auch an den heißen Tagen des Jahres (die es in Zukunft natürlich wieder geben wird) und selbst dann, wenn der 100 Liter „Tank“ des Bewässerungssackes irgendwann leer ist. Denn dann kann man sich ganz einfach eine Gießkanne schnappen und das Wasser wieder auffüllen – ganz egal, ob der Baum vor der eigenen Haustür steht oder vor der Lieblingsbar. Die passenden Gießkannen wurden zum Projektstart vor ein paar Tagen direkt mit verteilt.

Wer jetzt denkt, dass die Bäume in den Städten diesen Sommer ja eigentlich genügend Wasser bekommen müssten – schließlich regnet es gefühlt fast jeden Tag –, der liegt leider nicht ganz richtig. Das meiste Regenwasser kommt bei den Bäumen nicht an. Anstelle in die Erde zu sickern, fließt das Wasser über die versiegelten Flächen aus Beton und Asphalt ab und landet direkt in der Kanalisation. Die Bäume gehen zum größten Teil leer aus und drohen, trotz Regens, zu vertrocknen. Durch die Baumbewässerungssäcke sickert das Wasser Tropfen für Topfen langsam in die Erde und kommt so bei den Wurzeln der Bäume auch wirklich an.

Die Idee, in Städten Baumbewässerung einzusetzen, gibt es schon länger und kommt inzwischen in vielen Städten und Kommunen zum Einsatz. Dabei waren die Wassersäcke in ihrem schnöden „Gartenplanen-Grün“ bisher aber eher immer ziemlich langweilig und eintönig. Genau hier setzt #artfortrees an und bringt nicht nur Kunst auf die Straße, sondern macht durch bunte und inhaltlich pointierte Street Art das wichtige Thema Baumbewässerung und Klimaschutz sichtbar.

Die vier Street Artists Bona_Berlin, Dave the Chimp, Straßenmaid und TAPE OVER haben acht verschiedene Artworks entworfen, die allesamt exklusiv für das Projekt entwickelt wurden und seit diesem August auf den Straßen von Essen zu sehen sind. Produziert und handgenäht wurden die Baumsäcke in Deutschland, nicht weit weg von Essen. Den künstlerischen Part des Projekts hat die Urbanshit Gallery übernommen.

Wer den QR-Code auf den Bewässerungssäcken scannt, erfährt mehr über das Projekt und darüber, wie man selbst ganz einfach Gießkannenheld:in werden kann. Das gemeinnützige Projekt Gießkannenheld:innen kümmert sich bereits länger in Essen um das Wohl der Stadtbäume. Mehrere hundert Essener haben sich seit dem Start dem Projekt bereits angeschlossen und sind zu Gießkannenheld:innen geworden. Und schöner Weise werden es täglich mehr. Ein Modell, dass durchaus auch in anderen Städten Fuß fassen könnte und sicherlich schnell Nachahmer anderswo im Land finden wird.

Dabei wäre es natürlich schön, wenn die Baumbewässerungssäcke auch in anderen Städten als bunte Street Art Kunstwerke auf die Straße kommen und nicht im langweiligen Gartenplanen-Grün, wie es klassische Tree Bags sonst immer sind.


#Artfortrees-
Bilder: Ganz Oben: RobertsBlog; Oben: Artwork von Dave the Chimp; Mitte : Artwork von TAPE OVER und Dave the Chimp; Unten: Artworks von TAPE OVER und Straßenmaid; Ganz unten: Artworls von Bona_Berlin

Bilder und Text von Urbanshit.de

Es gibt viele spannende Informationen über Fledermäuse, die bis jetzt noch nicht sehr verbreitet sind. Fledermäuse gibt es beispielsweise schon seit 50 Millionen Jahren. 1.200 Fledermausarten gibt es weltweit, davon kommen 25 Arten in Deutschland vor. Es gibt eine Fledermausart, die Langflügelfledermaus, die bis zu 70 km/h erreichen kann. Damit ist sie die schnellste Fledermaus in Europa. Fledermäuse gehören zu den Säugetieren und sind anders als viele vermuten am nächsten mit den Igeln und Maulwürfen verwandt.

Die „Schönen der Nacht“, werden sie in Fachkreisen liebevoll genannt. Gemeint sind Fledermäuse. Die, die mit ihren Ohren sehen, mit ihren Händen fliegen und mit bis zu 880 Herzschlägen pro Minute durch die Dunkelheit rauschen. Wer mehr über die bedrohten Nachtlebewesen erfahren will, sollte die Europäische Fledermausnacht nutzen und an einer der Exkursionen des NABU Emsland/Grafschaft Bentheim teilnehmen. Mit sogenannten „Bat-Detektoren“ werden die Ultraschalllaute der Fledermäuse hörbar gemacht.

Es gibt viele spannende Informationen über Fledermäuse, die bis jetzt noch nicht sehr verbreitet sind. Fledermäuse gibt es beispielsweise schon seit 50 Millionen Jahren. 1.200 Fledermausarten gibt es weltweit, davon kommen 25 Arten in Deutschland vor. Es gibt eine Fledermausart, die Langflügelfledermaus, die bis zu 70 km/h erreichen kann. Damit ist sie die schnellste Fledermaus in Europa. Fledermäuse gehören zu den Säugetieren und sind anders als viele vermuten am nächsten mit den Igeln und Maulwürfen verwandt.

Der NABU Emsland/Grafschaft Bentheim setzt sich das ganze Jahr über für den Schutz von Fledermäusen ein. Neben den Fledermaus-Exkursionen gibt es Ansprechpartner*innen für Beratungen oder auch für die Meldungen von Quartieren (mehr…).

Karin Schaad (NABU Emsland/Grafschaft Bentheim) betreut mit weiteren Ehrenamtlichen eine Fledermausstation (Fledermaus-Notruf: 0151-15902708) in Meppen. Hier werden verletzte und geschwächte Fledermäuse aufgenommen und gepflegt, bis sie wieder ausgewildert werden können. „Gerade in diesem Jahr gab es eine ganze Reihe von Fledermausnotfällen“ berichtet Karin Schaad über die momentane Situation in der Fledermausstation. „Wer den Fledermäusen helfen möchte, kann den Garten oder den Balkon fledermausfreundlich gestalten, dazu gehören nachtblühende und nektarreiche Blütenpflanzen“, informiert Schaad. „Aber auch der Erhalt von Quartieren ist extrem wichtig und unterstützend können selbstgebaute Fledermauskästen aufgehangen werden“.

Folgende Exkursionen bietet der NABU Emsland/Grafschaft Bentheim an:

Am Freitag, 27. August:

Open Air Batnight in Schüttorf um 20:30 Uhr mit Silas Suntrup auf der NABU Naturstation Weiße Riete. Anmeldungen unter 0157/39019112

Batnight am Dieksee in Lingen-Laxten um 20:00 Uhr mit Heiko Rebling und Thomas Weber. Anmeldungen unter 05977/1597

Fledermausnacht am Haselünner See um 20:00 Uhr mit Thomas Fuchs. Anmeldungen unter 05907/947150

Batnight im Papenburger Stadtpark um 20:00 Uhr mit Arnold Lind. Anmeldungen unter 04961/67732

Am Samstag 28. August:

Open Air Batnight in Schüttorf um 20:30 Uhr mit Silas Suntrup. Anmelden unter 0157/39019112

Batnight am Saller See bei Lengerich um 20:00 Uhr mit Heiko Rebling und Thomas Weber. Anmelden unter 05977/1597

Um eine telefonische Anmeldung wird gebeten. Weitere Infos zu den einzelnen Exkursionen finden sich unter www.nabu-emsland.deDenn der NABU Emsland/Grafschaft Bentheim setzt sich das ganze Jahr über für den Schutz von Fledermäusen ein. Neben den Fledermaus-Exkursionen gibt es Ansprechpartner*innen für Beratungen oder auch für die Meldungen von Quartieren (mehr…).

Karin Schaad (NABU Emsland/Grafschaft Bentheim) betreut mit weiteren Ehrenamtlichen eine Fledermausstation (Fledermaus-Notruf: 0151-15902708) in Meppen. Hier werden verletzte und geschwächte Fledermäuse aufgenommen und gepflegt, bis sie wieder ausgewildert werden können. „Gerade in diesem Jahr gab es eine ganze Reihe von Fledermausnotfällen“ berichtet Karin Schaad über die momentane Situation in der Fledermausstation. „Wer den Fledermäusen helfen möchte, kann den Garten oder den Balkon fledermausfreundlich gestalten, dazu gehören nachtblühende und nektarreiche Blütenpflanzen“, informiert Schaad. „Aber auch der Erhalt von Quartieren ist extrem wichtig und unterstützend können selbstgebaute Fledermauskästen aufgehangen werden“.

Hintergrundinformationen finden Sie unter www.batnight.de


Fotos: Silas Suntrup via NABU

Rotweinstraße

17. August 2021

Das Video zeigt die Schäden entlang der Rotweinstraße im Ahrtal exakt zwei Wochen nach der Flut vom 14. auf den 15. Juli 2021. Es macht betroffen und fassungslos. Genauso fassungslos macht es, wenn politisch verantwortliche trotz dieser Hochwasserkatastrophe in unserer Stadt in dias Überschwemmungsgebiet der Emsauen in Schepsdorf ein neues Baugebiet setzen wollen. Das nenne ich unverantwortlich.

Hier die Analyse:

Crossposting von der Website der Lingener BürgerNahen:

„Diese Flutkatastrophe ist ein wirkliches Menetekel. Keine Frage: Auch wir in Lingen müssen die Ereignisse auswerten und Konsequenzen ziehen. Die Zeit für Symbolpolitik ist vorbei!“, sagte am Freitag der Fraktionsvorsitzende der unabhängigen Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“, Robert Koop in einer Stellungnahme.

Generell müssten Landschaftsverbrauch und Flächenversiegelung in Lingen dringend auf den Prüfstand. „Wir können und dürfen in unserer Stadt nicht so weiter machen und völlig ungezügelt Baugebiet um Baugebiet ausweisen.“ Koop wies OB Krone und der mit absoluter Mehrheit agierenden CDU dabei „eine geradezu fossile Stadtentwicklungspolitik“ zu. Als eine Maßnahme, die man „so keinesfalls weiter verfolgen darf“, nannte Koop den Plan von OB Krone, im Überschwemmungsgebiet an der Nordlohner Straße im Ortsteil Schepsdorf „ein neues Wohngebiet zu schaffen. Dass dies nun wirklich nicht geht, müsste jeder nach den schrecklichen Bildern dieser Tage begriffen haben.“

Überprüft werden müssten die Auswirkungen von Starkregen auf das Stadtgebiet. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Risikogebiete sei notwendig. „In welchen städtischen Bereichen bestehen Überflutungsrisiken und wo müssen wir handeln, beispielsweise die Regenwasser-Kanalisationen und -versickerungen ausbauen?“

Koop hatte am Freitag dem OB und den anderen Fraktionen im Rat vorgeschlagen, Vorschläge zur Hilfe für die betroffenen Regionen zu entwickeln. Nach dem Tsunami 2004 haben wir in Indonesien geholfen und auch an der Elbe. Jetzt könne man obdachlos Gewordene aufnehmen und solle auch prüfen, wo es ein Wiederaufbau-Vorhaben gebe, das finanziell unterstützt werden könne. In seinem Blog (Internettagebuch) hatte der BN-Fraktionsvorsitzende am Freitag bereits einen Spendenaufruf der Deutschen Stiftung Denkmalschutz veröffentlicht. „Viele gerade erst instand gesetzte Baudenkmale sind zerstört oder stark beschädigt.“ Vorschläge aus der Lingener Bevölkerung für einen solchen Schritt seien sicherlich sehr wertvoll, sagte der Fraktionsvorsitzende.

Koop zeigte sich erleichtert, dass Lingen großes Glück gehabt habe. „Aber man muss natürlich sehen, dass ein Starkregen wie 2014 im 80 km entfernten Münster oder jetzt im Bergischen Land, der Eifel, im Ahrtal und der Voreifel jederzeit auch Lingen treffen kann.“ Die BürgerNahen haben seit den Zerstörungen in Münster immer wieder ein Starkregen-Konzept gefordert. Dies werde untersucht, geprüft usw., hieß es dann aus dem Rathaus und es kam nichts. „Aber dann präsentiert der OB mit Zustimmung der CDU seine Idee, im Überschwemmungsgebiet der Ems Häuser zu bauen. Das ist schon sehr verstörend.“

Auch die Vorsorge in der Stadt müsse auf den Prüfstand. „Gibt es ausreichend Notfallmaterial, gibt es sichere Kommunikationsmittel, wie können die Katastrophenschützern vom THW und anderen Hilfsorganisationen unterstützt werden? Das sind sicher nur einige der Fragen, die debattiert werden müssen. Dass in NRW aktuell auch das Lingener THW seit Donnerstag im Einsatz ist und hilft, freut die BürgerNahen: „Wir danken dafür unseren THW’lern und wünschen, dass alle Einsatzkräfte gesund und unversehrt zurückkommen.“

(Quelle: PM/Die BürgerNahen/Crossposting)

Asbest

13. Juli 2021

Gestern kontrollierte das Staatl. Gewerbeaufsichtsamt Osnabrück die Großbaustelle der Sparkasse Emsland am Lingener Marktplatz, ob die Abbrucharbeiten auch nach Recht und Gesetz ablaufe. Alle Arbeiter trugen Schutzbekleidung, wobei ich nicht weiß, ob die überwiegend eingesetzten südosteuropäischen Arbeiter die Schutzkleidung immer tragen.

In dem Anfang der 1970er Jahre errichteten Gebäude ist offenbar in nicht geringem Maße Asbest verbaut worden. Dies hatte zuletzt der Stadtbaurat in einer, in seinem Auftrag an mich gerichteten E-Mail so ausgedrückt:

Nach Rücksprache mit Herrn Schreinemacher teile ich Ihnen mit, dass vor Beginn der Abrissarbeiten des Sparkassengebäudes ein dezidiertes Baustoffgutachten vorgelegt worden ist. In diesem Gutachten wurden unter Nennung der jeweiligen Baustoffe auch die jeweils daraus zu erfolgenden Entsorgungswege aufgeführt, die im Rahmen der derzeit erfolgenden Arbeiten selbstverständlich eingehalten werden.

„Unter Nennung der jeweiligen Baustoffe“ – so  täuscht die Verwaltung über eine Asbest-Baustelle. Der gefährliche Baustoff wird also gerade in der Lingener Innenstadt großflächig verteilt. Die ausgebauten Asbestbaustoffe liegen oben auf oder unterm dem Dach des Sparkassengebäudes, war zu erfahren.  Die Nachbarn, zu denen ich zähle, wissen von nichts und werden so bewusst getäuscht. Sie sind ungeschützt den Asbest-Immissionen ausgesetzt. Ich hatte bereits Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt, weil ich als Nachbar mit keinem Wort beteiligt wurde, obwohl die Bauordnung unseres Bundeslandes das Gegenteil verbindlich vorschreibt und obwohl Bauherrn das ungeachtet gesetzlicher Vorschriften so machen, wenn sie bauen.

Die Antwort der Bauaufsicht der Stadtverwaltung war, weshalb ich, 35m entfernt wohnend, denn Nachbar sei. Das solle ich doch einmal erklären. Ja, geht’s noch?

Inzwischen stelle ich die Frage, ob der erst spät beschlossene Abbruch entgegen allen öffentlichen Erklärungen über angebliche Unterzüge, mit denen man nicht klarkomme, in Wahrheit den Grund hat, dass ein Asbestbau schwer und damit nur sehr teuer zu renovieren ist? Ob ich jemals eine ehrliche Antwort bekomme? Was meint die Leserschaft?

Foto: Asbestfasern, gemeinfrei via Wikipedia

 

 

Es geht langsam voran. Aber es bewegt sich. Unsere Stadtratsfraktion „Die BürgerNahen“ und auch die Kollegen der Grünen haben vielfach verlangt, die städtischen Schulen und Kita mit Raumlüftern auszustatten. Das scheiterte bisher am strikten Nein von OB Krone, der Stadtverwaltung und von der Allianz aus CDU-Ratsmehrheit und SPD.

Vorgestern im Verwaltungsausschuss, dem höchsten Beschlussgremium nach dem Rat in unserer Stadt, habe ich unter dem Tagesordnungspunkt „Aktueller Sachstand zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie“ dann nochmals die Initiative für Raumlüfter ergriffen und gefragt, ob die Stadtverwaltung jetzt Anträge auf Zuschüsse aus dem Bundesprogramm für die Raumlüftung stelle oder gestellt habe. Dieses Programm ist neu aufgelegt und damit werden in den Bildungsstätten für Kinder stationäre, fest eingebaute Raumlüfter zu 80 % bezahlt.

Erstmals erklärte in der sich auf meine Frage anschließenden Debatte OB Krone, dass die Verwaltung für die Installation solcher Raumlüfter in Schulen und Kitas sei. Man habe mit der Prüfung begonnen, wo solche Lüfter „kurzfristig“ und möglichst schon in den Sommerferien eingebaut werden könne. Er, so Krone, befürworte diese Raumlüfter ausdrücklich.

Ein Kollege aus der CDU meinte in der Folge, es solle aber möglichst einheitlich im ganzen Landkreis gehandelt werden. Kollege Thomas Kühle (Grüne) wies nochmals daraufhin, dass das Stoßlüften nicht wirklich eine gute Sache sei. Bei Hitze würde es bspw. ganz wenig bringen.

Nun denn, Hauptsache es wird endlich gehandelt – auch wenn es leider viel spät ist. Und die Sache mit mobilen Raumlüftern setzen wir auch noch durch. Denn die Entscheidung des Bundeskabinetts, Raumentlüftungen zu fördern, unterstreicht, dass die Raumlüfter als wirksames Mittel zur Bekämpfung der Pandemie anerkannt wird. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass neue, gefährliche  Virusvarianten sich entwickeln werden und die Sorge vor möglichen Schulschließungen nach den großen Ferien steigt. Es gibt die Förderung von Raumlüftern übrigens ja bereits seit Oktober 2020  bei und für Gaststätten und das, was für die Gastronomie gut ist, sollte doch für unsere Kinder in den Schulen und Kitas auch endlich möglich sein. Anderorts wie in Bayern geht es jetzt jedenfalls, auch wenn es auch dort vor einem Jahr viel besser gewesen wäre:

 

 

Tag der Architektur

25. Juni 2021

Der Tag der Architektur findet in Niedersachsen und Bremen in diesem Jahr am kommenden Sonntag, 27. Juni statt. 130 Objekte an 55 Orten sind zu sehen: Architektur, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur können erlebt werden, Architektinnen und Architekten stehen für Gespräche und Führungen zur Verfügung, ebenso wie Bauherrinnen und Bauherren. Die Veranstaltung steht dabei noch unter dem Einfluss der geltenden Coronabestimmungen. Robert Marlow, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen (AKN), sagt: „Der Tag der Architektur, die größte jährliche Kammerveranstaltung, wird hoffentlich mit Besucherinnen und Besuchern vor Ort stattfinden können – das wäre unser Wunsch. Wenn das aber nicht geht, haben wir im letzten Jahr bereits gute Erfahrungen mit digitalen Angeboten wie Filmen oder Online-Führungen gemacht. Hier sind wir vorbereitet.“

Konkrete Führungstermine finden Interessierte seit dem 22. Juni online auf der Webseite aknds.de über die Möglichkeiten am Tag selbst zu informieren. Hier finden sich auch alle vorgestellten Bauwerke.

In unserer Region an Ems und Vechte gibt es nicht viel zu besichtigende Architektur, die -mangels Landkarte- am Besten über die Ortsliste auf der Website der AKN gefunden werden. Es sind: 

  • Emsbüren („In’t Hüürhus“),
  • Lingen (Ems) mit dem Feuerwehrhaus Holthausen/Biene, dem GNeubau der Firma Mainka und der Kita „Am Kiesbergwald I“,
  • Meppen (der Um- und Anbau des ehem. Kreiswehrersatzamtes wird gleich als zwei Baumaßnahmen präsentiert…) und
  • ein Büro- und Firmengebäude am Schweinemarkt in Nordhorn.

Bauwerke in der weiteren Grafschaft Bentheim und dem restlichen mittleren und nördlichen Emsland fehlen -wie das angrenzende Ostfriesland – leider völlig.

Im benachbarten Kreis Steinfurt (NRW) werden in Ibbenbüren, Hopsten und Rheine drei Wohnhäuser gezeigt.

Ein Besuch der einzelnen 15 Architektenkammern bringt große Eindrücke. Für unsere ländliche Gegend habe ich übrigens den Eindruck gewonnen, dass schon mehr architektonische Qualität gezeigt wurde. Aber was weiß ich schon…

fortan archiviert

23. Juni 2021

„2021 wird mit Hilfe der Lingener Bürger*innen das Lingener Archiv des Öffentlichen Mülls gegründet“, lese ich hier

„Wo man andernorts ebenso belanglos wie unromantisch jeglichen Müll verteufelt, reduziert und schlicht entsorgt, wird der gemeinschaftliche Müll in Lingen fortan archiviert. Vier Routen (Gastro-, Kirchen-, Wasser-, Grüne Route) laden zu Spaziergängen ein, bei denen der Blick auf die unerwünschten Spuren menschlicher Existenz gelenkt wird. Neben den Fundstücken sind auf allen Routen zudem QR-Codes zu finden, die Sie mit Hintergrundinformationen zu einem sauberen Umgang mit dem Planeten versorgen.

Das Team des Unboxing Ökotopia-Festival der Hochschule hält in der Festivalwoche auch die passende Ausrüstung bereit, bestehend aus Mülleimer, Müllzange und Handschuhen. Im Anschluss an die Spaziergänge können die Fundstücke am Institut für Theaterpädagogik abgegeben werden, wo sie entsprechend katalogisiert und ausgewertet werden. Die Ergebnisse werden im rein digitalen Lingener Archiv des Öffentlichen Mülls für alle zugänglich gemacht.“

Idee und Konzept: Emma Schisler, Marianne State, Jana Nieswand und das team
Herzlichen Dank für Ihre archivalische Mitarbeit!

Ausgabe der Arbeitsausrüstung und Annahme der Fundstücke findet noch bis Freitag, 25.6.21, täglich von 15-18 Uhr, Eingang/ Burgtheater statt. Eine vorherige Anmeldung ist übrigens nicht nötig.

Die Karte zu den vier Routen können Sie HIER herunterladen. Hinweis: Für die Erfassung der auf den Routen platzierten QR-Codes benötigen Sie ein mobiles Endgerät bzw. Smartphone mit einer App oder Kameras, die QR-Codes lesen können. Die Routen können allerdings  auch unabhängig von den QR-Codes begangen werden.