Streichholzschnitt

22. Februar 2019

Ich möchte Crowdfunding machen. Allerdings weiß ich nicht genau, wie das geht. Also: Der Grund sind für mich die Baumschnittmaßnahmen, die uns der städtische Bauhof einmal mehr angedeihen lässt. Sie machen nämlich bei den Bäumen im Stadtzentrum (außerhalb werden sie meist sofort gefällt) immer nur den Streichholzschnitt. Danach wachsen die Stadtbäume hoch und höher. Dabei wäre doch ein Kronenschnitt angesagt, also keine Bechneidung der Befugnisse eines Amtsinhabers sondern eine Baumpflegeschnitt der Krone von Stadtbäumen. „Diese (Beschneidung) ist entweder aufbauend (Erziehungsschnitt, Kronenpflege), indem sie den Baum darin unterstützt, eine stabile und gesunde Krone aufzubauen, oder sie wird vorsorglich oder aus Gründen der Verkehrssicherheit als Sicherungsmaßnahme durchgeführt (Kronenauslichtung, Kroneneinkürzung, Einkürzung von Kronenteilen, Kronensicherungsschnitt).“

„Bei der Ausführung ist darauf zu achten, dass z. B. Zeitpunkt der Maßnahme, Volumenverlust und Auswirkungen auf den Habitus des Baumes auch mit den entsprechenden Naturschutzgesetzen des Bundes und des jeweiligen Landes einhergehen“

Vor dem ehemaligen Ratskeller direkt neben dem historischen Rathaus hat es gestern die Anfang der 1980er Jahre gepflanzte Linde erwischt. Unser Lingener OberBaumfachmann hatte schon vor einem halben Jahr diesen alternativen Kronenschnitt angekündigt. Zuvor hatten die mit dem Betrieb des ehem. Ratskellers überforderten Baba-Can-Türken frech behauptet, ihr wirtschaftlicher Misserfolg sei auf die in besagter Linde sitzenden Vögel und deren Kotabwurf zurückzuführen: Das sorgte damals zwar für große Heiterkeit in den sozialen Medien, und vor 30 Jahren hätte man darüber nur gesagt, dass man dies „einem erzählen kann, der die Hose mit der Beißzange zumacht.“  Baumexperte OB Krone versprach aber, sofort zu handeln, ließ etwas Schamfrist ins Land gehen und gestern wurde dann direkt neben dem Blickfang Lingens, die nächste Lingener Streichholzbeschneidung vorgenommen – eine Woche nach einem unsere Stadt verschandelnden, gärtnerischen Komplettkahlschlag an der Klasing- und Gymnasialstraße und genauso unanständig-unangekündigt.

Wir sehen heute: Es sieht Scheiße aus. Ebenso spargelig wie bei en Platanen vor dem neuen Rathaus oder auch vor ein paar Tagen die aktuelle Platanen-Streichholzbeschneidung auf dem Parkplatz an der VHS – auch da nur dieser schreckliche Lingensche Einheits-Streichholz-Sägeschnitt.

Daher möchte ich jetzt für die Macher im städtischen Bauhof einen Fortbildungskursus finanzieren, damit sie sehen und lernen, dass und wie es auch anders geht als „steil hoch“ und „mit Säge ab“. Eben mit einem behutsamen Kronenschnitt wie an allen anderen Orten in Deutschland. Daher das Crowdfunding. Mach jemand mit?

(Zitate aus wikipedia)

 

Bienen

6. Februar 2019

Es geht um die Bienen, denen sich dieses kleine Blog auch bisweilen schon gewidmet hat. gerade macht in Bayern eine Initiative für ein Bürgerbegehren für die Artenvielfalt mobill und hat binnen nur fünf Tagen schon die Hälfte der notwendigen Unterschriften dafür gesammelt.I Lingen schiebt die Kommunalpolitik seit dem 13 Juli 2018 einen entsprechenden Antrag der BürgerNahen vor sich her, wobei die Stadtverwaltung ernsthaft behauptet alles sei gut.

Jetzt, am kommenden Samstag können Interessierte es bei uns in Lingen einen Vortrag hören:

Bienen in Garten, Feld und auf dem Balkon
Kies-Beet oder Bienen?
Lingen (Ems) – Heimathaus, Schepsdorf
Sa 9. Febr. – 15.00 Uhr
kein Eintritt

Wilfried Bollo, Imker und Gartenberater, spricht im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Lingen im Verband Wohneigentum Niedersachsen (VWE) darüber, wie sich die Lebensbedingungen für Bienen und andere Insekten dramatisch verschlechtert haben. Seine Forderung: „In unserem eigenen Interesse sollten wir uns dem Prozess entgegenstellen.“ Der Fachmann stellt praktische Hilfen vor, mit denen das Leben der kleinen Helfer gesichert werden kann. jede/r kann damit für sich selbst Gutes tun.

Nach dem knapp einstündigen Vortrag und einer Kaffeepause beginnt die Jahresmitgliederversammlung der Kreisgruppe Lingen im Verband-Wohneigentum Niedersachsen, zu der alle Mitglieder herzlich eingeladen sind. Der Verband mit dem nicht sehr bekannten, sperrigen Namen hieß früher übrigen Deutscher Siedlerbund. Vor fast genau 100 Jahren wurde er in Dresden als Freie Arbeitergemeinschaft für Kriegersiedlung e. V. und wollte Kriegsteilnehmern, deren Hinterbliebenen und Angehörigen die Möglichkeit des Siedelns und die eigenen vier Wände ermöglichen.

(Foto: André Karwath (Aka) Rote Mauerbiene CC BY-SA 2.5)

Feldlerche

20. Januar 2019

Der NABU hat die Feldlerche zum „Vogel des Jahres 2019“ ausgerufen und begründet dies so: „Es kommt selten vor, dass wir einen Vogel zum zweiten Mal als Vogel des Jahres ausrufen. Die Feldlerche war es schon einmal, und zwar 1998. Schon damals warnten wir davor, dass der begabte Himmelsvogel in vielen Gebieten Deutschlands selten oder gar aussterben wird. Seitdem ist mehr als jede vierte Feldlerche aus dem Brutbestand in Deutschland verschwunden.

Mit ihrem Gesang von der Morgendämmerung bis zum Abend läutet die Feldlerche alljährlich den Frühling ein.  Doch die intensive Landwirtschaft, zu viel Mais und Raps, wenig Brachflächen, viel Gülle und Pestizide haben die Landschaft verändert. Und der Feldlerche ihren Lebensraum geraubt. Unser Himmel ist seither noch stummer geworden. Die Feldlerche soll als Jahresvogel stellvertretend für sie und anklagend für die katastrophale Landwirtschaftspolitik in Berlin und Brüssel stehen. Wir brauchen jetzt eine bessere Landwirtschaftspolitik, die Zukunft für Mensch und Natur bietet! Unterzeichnet den Appell an die Politik:

» Mitmachen: http://www.neueagrarpolitik.eu

Frechheit

11. Dezember 2018

In der Brennelementefabrik hat es am vergangenen Donnerstag einen weiteren Störfall gegeben. Es brannte dort und mehr als 150 Feuerwehrleute von Lingen bis Osnabrück wurden alarmiert, obwohl es -wie es sofort hieß- keine Gefährdung der Bevölkerung gegeben hat. Wir alle kennen diese Beschwichtigungen.

Der BUND und der Elternverein Restrisiko Emsland e.V. wollten Deshalb am kommenden Donnerstag eine Mahnwache vor dem Neuen Rathaus veranstalten. Mit der Behauptung, bei dem Platz handele es sich nicht um einen öffentlichen Raum, hat die Stadtverwaltung in Lingen diese Anmeldung zurückgewiesen. Diese Aussage der Stadtverwaltung ist aber unwahr und glatt gelogen. Es hat Dutzende Demonstrationen und Manifestationen vor dem Neuen Rathaus gegeben, von den Demonstrationen gegen die kommunale Gebietsreform 1977 über die öffentliche Manifestation für den Erhalt des Bundeswehrstandorts Lingen bis zum Empfang des Vizeweltmeisters über 400m Ingo Schulz bis zu zahlreichen Karneval-Rathausstürmungen, die Übergabe von Geschenken durch die Kivelinge und jährliche Konzerte im Rahmen des Altstadtfestes. Die Ablehnung ist also ausgesprochener Unfug. Der Platz ist öffentlicher Raum. Punkt. Ich habe deshalb gestern Abend gegen den verantwortlichen Mitarbeiter (m/w) in der Stadtverwaltung Dienstaufsichtsbeschwerde erhoben. Man darf nämlich derartige Attacken gegen die verfassungsrechtlich garantierte Demonstrationsfreiheit nicht zulassen und muss die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

Gerd Otten (Elternverein Restrisiko Emsland) sagt: „Die Stadt Lingen hat uns verboten, vor dem Neuen Rathaus die Mahnwache durchzuführen. Der Platz gehöre der Stadt und sei kein öffentlicher Raum. Das ist eine Frechheit und zeigt, das der Stadt die Arbeitsplätze wichtiger sind als die Unversehrtheit der Bürger. Daher müssen wir eindrücklich zeigen, dass Framatom oder ANF oder Exxon dicht gemacht wird.“

Die Organisatoren kritisieren: „Nachdem es am vergangenen Donnerstag,  6.12.2018 in der Lingener Brennelementefabrik Framatome (ANF) gebrannt hat, wurde tags darauf gemeldet, es sei ein Brand in einer Lüftungsanlage gewesen und nuklearen Bereiche seien nicht betroffen.  Am Samstag, den 8.12.2018 hieß es dann, es sei doch zu einem Brand in  einem nuklearen Teil der Anlage, einem Verdampfer gekommen, aber es sei keine Radioaktivität freigesetzt worden. Dies muss aber erst noch durch Messungen in der nächsten Zeit belegt werden. Richtig hätte die Meldung am Samstag geheißen, es sei bisher keine freigesetzte Radioaktivität bei den Messungen festgestellt worden.“ [mehr…]

Otten ergänzt: „Mit den vielen Störfällen der letzten Zeit hat die Firma bewiesen, dass ein sicherer Betrieb, was auch immer das heißen mag, nicht möglich ist. Daher muss ANF jetzt endgültig für immer geschlossen bleiben. Das Risiko ist für die Bevölkerung in Lingen und Umgebung nicht hinnehmbar.“

Seit gestern rufen der BUND und der Elternverein  Restrisiko Emsland eV daher nun zu einer „Mahnwache auf dem Bahnhofsvorplatz am Donnerstag, den 13.12.2018 in der Zeit von 16 bis 17 Uhr  unter dem Motto auf,  Schluss mit den Atomanlagen in Lingen.“

Nächtliches Leben im Biener Busch
Taschenlampenwanderung für Kinder und Erwachsene
Lingen-Biene – Sportplatz, Im Lägermarsch
Freitag, 28. Sept. – ab 19 Uhr

„Was krabbelt, kriecht und fliegt nachts durch den Biener Busch ?“ Um dies zu erkunden, lädt der NABU am kommenden Freitag (28. September) um 19.00 Uhr zu einer Taschenlampenwanderung ein. Viele dämmerungs- und nachtaktive Kleinlebewesen sind im Biener Busch zu Hause. Sie bleiben jedoch  selbst aufmerksamen Spaziergängern meist verborgen. Im Schein der Taschenlampe bekommen diese kleinen Tiere einen großen Auftritt: umherfliegende Nachtfalter, krabbelnde Käfer oder durch das Totholz kriechende Asseln. Besonders Kinder in Begleitung von Erwachsenen sind zu dieser kleinen Forschungsreise unter Leitung von Diplom-Biologen Klaus Moormann eingeladen.

Treffpunkt ist der Eingang zum Naturschutzgebiet Biener Busch am Sportplatz Biene (Straße „Im Lägermarsch“). Für NABU-Mitglieder und Kinder unter 14 Jahren ist die Teilnahme kostenfrei, andere Interessierte werden um einen Kostenbeitrag von 3 € gebeten. Taschenlampen bitte mitbringen. Infos unter 0 59 31- 40 99 630. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

(Foto: Biener Busch, © milanpaul via flickr)

Abtauchen zum Aufräumen

3. September 2018

Das Projekt „Abtauchen zum Aufräumen“ kommt nach Geeste. Das Naturschutzvorhaben des NABU und der niedersächsischen Sporttaucher widmet sich der Müll-Situation in Niedersachsens Binnengewässern und will dort unter dem Motto „Abtauchen zum Aufräumen“ klare Verhältnisse schaffen. In dem zunächst bis Februar kommenden Jahres laufenden Projekt werden Aktive aus NABU-Gruppen und des Tauchsport-Landesverbandes gemeinsam „abtauchen um aufzuräumen“. Eine längere Zusammenarbeit zwischen den Naturschützern des NABU und den Sporttauchern ist das Ziel und soll die Gewässer in Niedersachsen zukünftig müllfrei halten.

Nun geht es auch am Speicherbecken Geeste los: Er soll am nächsten Samstag, 08.09.2018, gereinigt werden. Die Aktion wird von Tauchern des ortsansässigen Tauchclub Hydra Lingen e. V. durchgeführt. Als Mitglied des Tauchsport Landesverband Niedersachsen und  des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) blickt der Tauchclub bereits auf eine 47-jährige Geschichte zurück und widmet sich ganz der Ausübung und Förderung des Sporttauchens und engagiert sich: Bereits im vergangenen Jahr führte der Tauchclub erstmals eine eigene Seesäuberungsaktion am Speicherbecken Geeste durch. Treffpunkt für die Aktion am kommenden Samstag ist um 13 Uhr das Vereinsheim des Tauchclubs Hydra.

„Die Verschmutzung der Meere ist in den Medien ein vielbeachtetes Thema. Weniger bekannt, gleichwohl ähnlich drängend, ist die Situation in den heimischen Seen. Oftmals sind es Sporttaucher, die bei der Ausübung ihres Natursportes unter Wasser Flaschen, Kanister, Gartenstühle und andere Gegenstände aus der Oberwelt finden. Ehrenamtlich Aktive aus NABU-Gruppen kennen dieses Problem ebenfalls in den von ihnen betreuten Gebieten. Diese Synergien lassen sich in diesem Projekt nutzen. Und dies soll hier bei uns konkrete Umsetzung finden!“, freut sich Bernward Rusche (NABU Lingen) und ruft zugleich auf: „Wer mitmachen möchte, am Ufer aus den Müll sortieren und in Container und Säcke füllen zu helfen, ist höchst willkommen!“ Bernward Rusche hofft, dass in Geeste viele helfende Hände sein werden. Arbeitskleidung und –Handschuhe sollten mitgebracht werden. Ab 14.00 Uhr werden die Taucher beginnen, den Müll aus dem Speicherbecken zu sammeln.

Müll auf wie unterhalb der Wasseroberfläche und auf dem Grund von Gewässern stellt eine große Gefahr für alle Lebewesen dar. Der Müll beeinträchtigt aquatische Ökosysteme und verrottet oft erst nach Jahren, Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten, wobei auch dieser Verrottungsprozess zumeist mit großen Umweltbelastungen verbunden ist.

80 Prozent der Mülleinträge in den Weltmeeren erfolgen, global betrachtet, durch Zuflüsse von Land. Die restlichen 20 Prozent erfolgen direkt auf dem Meer – durch die Schifffahrt, die Fischerei, insbesondere durch verloren gegangene Ausrüstung sowie durch die Offshore-Industrie.

(Quelle: PM NABU, Foto: Speicherbecken Geeste © milanpaul via flickr)

Usutu

27. August 2018

Das tropische Usutu-Virus tötet mehr Amseln als je zuvor. Seit dem erstmaligen Auftreten dieses Vogelsterbens im Jahr 2011 breitet sich das Usutu-Virus zunehmend über Deutschland aus. Die Umweltschutzorganisation NABU bittet, kranke oder verendete Tiere zu melden und zur Untersuchung einzusenden.

Das Vogelsterben durch das tropische Usutu-Virus setzt sich auch in diesem Jahr fort und erfasst weitere Regionen in Deutschland. Besonders Amseln (Turdus merula) sind betroffen. Der NABU und Tropenmediziner bitten die Bevölkerung, kranke oder verendete Tiere unter www.NABU.de/Usutu-melden zu melden und möglichst zur Untersuchung einzusenden. Der NABU hat in diesem Jahr bereits mehr als  1.500 Meldungen von Usutu-Verdachtsfällen erhalten, knapp zwei Drittel davon alleine im August.


Melden Sie Fundort, Funddatum, nähere Fundumstände und Symptome der Vögel.

NABU-Meldeaktion zum Amselsterben
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Seit dem erstmaligen Auftreten dieses Vogelsterbens im Jahr 2011 breitet sich das besonders im Spätsommer von Stechmücken auf Vögel übertragene Usutu-Virus zunehmend über Deutschland aus. Waren in den ersten Jahren lediglich wärmebegünstigte Regionen entlang des Rheintals und am Untermain betroffen, konnte seit 2016 eine Ausbreitung über Nordrhein-Westfalen nach Norden und in Richtung Bayern sowie ein separater Ausbruch im Raum Leipzig und Berlin festgestellt werden. In diesem Jahr sind offensichtlich vor allem die Regionen um Nürnberg sowie zwischen Bremen und Hamburg erstmals betroffen.

PLZ-Bereiche mit Verdachtsfällen von 2018 an Usutu erkrankten oder gestorbenen Vögeln, die bis zum 16. August an den NABU gemeldet wurden.PLZ-Bereiche mit Verdachtsfällen von 2018 an Usutu erkrankten oder gestorbenen Vögeln, die bis zum 16. August an den NABU gemeldet wurden.

Die 2018 bisher gemeldeten Fälle übertreffen die Zahlen aus den Vorjahren deutlich, was für ein besonders starkes Auftreten und für einen Verbreitungssprung des Virus spricht. Ornithologen und Tropenmediziner konnten seit 2011 feststellen, dass immer dann besonders viele Vögel verenden, wenn das Virus erstmals in einer Region auftritt, wie derzeit um Nürnberg, Bremen und Hamburg. In den Folgejahren sinken die Todeszahlen dann auf ein niedrigeres Niveau. Der warme Sommer dieses Jahres dürfte die Ausbreitung des ursprünglich tropischen Virus begünstigt haben.

Um die tatsächliche Ausbreitung des Virus dokumentieren zu können, ist es wichtig, möglichst viele Verdachtsfälle im Labor bestätigen zu können. Entsprechende Untersuchungen nehmen das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg (BNI) sowie manche veterinärmedizinischen Untersuchungsämter vor. Beim BNI sind in diesem Jahr bereits 174 möglicherweise am Usutu-Virus verendete Vögel eingesandt worden. Sie werden derzeit untersucht. Erste Labornachweise des Virus sind erfolgt.

Durch das Virus verursachte Todesfälle von Vögeln treten jeweils während der Stechmückensaison von Mai bis September auf. Infizierte Vögel wirken offensichtlich krank, apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage.

Fast immer sind es Amseln, bei denen diese Krankheit festgestellt wird, weshalb die Usutu-Epidemie auch als „Amselsterben“ bekannt wurde. Allerdings werden auch andere Vogelarten von diesem Virus befallen und können daran sterben. Leider kann man Usutu-Infektionen weder verhindern noch behandeln. Es bleibt lediglich die einmalige Chance zu nutzen, die Auswirkungen einer für Deutschland neuen Vogelkrankheit auf wildlebende Vogelarten zu dokumentieren und deren Folgen abzuschätzen. Ziel ist es, neuartige Gefährdungsursachen für Vogelarten mit anderen Bedrohungen wie Klimawandel und Lebensraumverlust vergleichen und beurteilen zu können. Tote Vögel sollen nur mit Schutzhandschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte gegriffen werden. Der Mensch kann durch das Usutu-Virus infiziert werden, aber – wie bei den meisten durch Stechmücken übertragenen Viren – kommt es nur sehr selten zu schweren Erkrankungen.

(Foto: Andreas Trepte, www.photo-natur.net; Quelle NABU.de)

Großefehn

29. Juli 2018

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeichnet heute Großefehn als Energie-Kommune des Monats aus. Mit Sand unter den Füßen und Wind in den Haaren begeistert die ostfriesische Gemeinde jedes Jahr bis zu 180.000 Übernachtungsgäste. Großefehn liegt in einer einzigartigen Kulturlandschaft und ist geprägt von historischen Windmühlen sowie seinen Windenergieanlagen. „Großefehn zeigt eindrucksvoll, dass Tourismus und eine moderne Nutzung der Windenergie vereinbar sind“, betont Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Schon 1999 wurde in der niedersächsischen 14.000-Einwohnergemeinde der erste Windpark gebaut und seitdem stetig erweitert. 2014 wurde ein zweiter Windpark eröffnet, derzeit werden in Repowering-Projekten alte gegen neue Anlagen ausgetauscht. Bürgerbeteiligung wird großgeschrieben. „Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen. Sie dürfen nicht erst aus der Zeitung erfahren, was sich vor ihrer Haustür abspielt, sondern müssen direkt in die lokale Energiewende eingebunden werden“, betont Olaf Meinen, Bürgermeister von Großefehn.

Ob Informationsveranstaltung, Musikfestival im Windpark oder finanzielle Beteiligung an den Anlagen. Großefehn macht die erneuerbaren Energien für die Anwohnerinnen und Anwohner erlebbar. Finanzielle Bürgerbeteiligung gibt es in zahlreichen Varianten: Bürgerinnen und Bürger legen Windenergiesparbriefe mit Festverzinsung an. Außerdem sind insgesamt neun Bürgerwindgesellschaften mit über 430 Gesellschaftern an den Windparks finanziell beteiligt. Auch die Gemeinde ist an den Windparks beteiligt – um Einnahmen zu generieren und das Klima zu schützen.

In der ostfriesischen Gemeinde zeigt sich, dass der Ausbau der Windenergie und Tourismus kein Widerspruch ist. „Es hat hier nie Konflikte gegeben – ganz im Gegenteil: Gäste fahren mit dem Rad durch die Windparks und schauen sich die Anlagen einmal von nahem an“, so Bürgermeister Olaf Meinen. Die clevere Nutzung des Windes ist und bleibt Teil des Landschaftsbildes in Großefehn.

Ein ausführliches Portrait der Gemeinde Großefehn ist nachzulesen auf Kommunal Erneuerbar.

[Man muss die sogenannte Verspargelung der Landschaft um Großefehn nicht schön finden um den besonderen Unterschied zu unserer Stadt im Emsland zu erkennen: In unserem Lingen (Ems) gibt es nur wenige Windparks, mehr verhindert der Landkreis Emsland, der aber nie etwas gegen traditionellen, CO2-lastige Kraftwerke und das AKW Emsland. Insbesondere die radioaktiven Abfälle müssen noch Hunderttausende Jahre sicher verwahrt werden – ei ganz besonderer Beitrag zur Nachhaltigkeit…]

(Foto: „Windparks im Sonnenaufgang“ (Quelle: Hans Freese, Gemeinde Großefehn; Quelle PM von AEE).

Stadtgrabenpromenade

20. Juli 2018

Eigentlich war schon der Begriff „Stadtgrabenpromenade“ immer daneben. Welcher Graben hat schon eine Promenade? Ersonnen wurde das Ganze als Billiglösung 1996 zum damaligen Kommunalwahlkampf: Ein Dutzend Schilder wurden montiert, es gab einen Spaziergang und fertig war das, was die Verwaltungsspitze und die lokale CDU-Ratsmehrheit damals für vorbildlich oder gar kleinstädtisch-mondän hielten- unsere Promenade.

Längst ist der künstliche Straßenzug, der nie gepflegt wurde, nur noch peinlich und ein ganz spezielles Promenaden-Erlebnis. Nicht nur im Bereich des Kutscherhauses ist er beispielsweise sehr ungepflegt und dreckig. Immerhin finden dort fast wöchentlich Hochzeiten mit vielen Gästen statt, und doch ist es offenbar nicht möglich, den Bereich vor Hochzeitsfeiern in einen akzeptablen Zustand zu versetzen (und hinterher auch).

Dies aber ist immer noch kein Vergleich mit dem „Promenaden-Gammel-Erlebnis“ zwischen dem Kivelingsspielplatz und der Burgstraße. Hier, für die werte Leserschaft, en paar aktuelle Belegfotos, die für sich sprechen und nicht für unsere schöne Stadt:

 

Schönes WE!

Eichenprozessionsspinner

17. Juli 2018

DEK Lingen Eichenprozessionsspinner Rund an der Hälfte der Zugänge zum Leinpfad am Dortmund-Ems-Kanal in Lingen (Ems) wurden offenbar irgendwann die üblichen Schilder mit Warnschildern wegen des Eichenprozessionsspinners ergänzt. Den Nutzern des Leinpfads sind sie wegen ihrer unauffälligen Anordnung oft eher zufällig  und vor allem erst später aufgefallen.

Die direkten Anwohner des Dortmund-Ems-Kanals zB im Stadtteil Bögen haben erst gar keine Information bekommen. Dabei stand explizit in jeder Meldung über den Eichenprozessionsspinner, die man lesen konnte, dass die Allergiereaktionen auslösenden Härchen auch durch die Luft fliegen.

Also darf man fragen, wer informiert darüber so bescheiden-unzulänglich und vor allem so halbherzig?