Insektensterben

17. Juli 2017

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat ein weiteres Mal vor den Folgen des Insektensterbens in Deutschland gewarnt. Der Insektenbestand hat sich nach Angaben des Umweltministeriums seit dem Jahr 1982 um bis zu 80 Prozent verringert. Dasselbe berichtete schon Anfang letzten Jahres der NABU. Wie die Behörde auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion mitteilte, zeichnet sich keine Entspannung der Situation ab. Deshalb sei mit einer weiteren Abnahme des Bestands zu rechnen.

Damit schwinde die Nahrungsgrundlage für Vögel und Fledermäuse, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Eine der Ursachen sei der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, erklärte Hendricks. Außerdem gebe es zu wenig Blühstreifen und Hecken. Hier müsse es ein Umdenken geben.

In der Tat: Insekten bestäuben Wild- und Kulturpflanzen und dienen anderen Tieren als wertvolle Nahrung. Sie sind wesentlich dafür verantwortlich, dass unsere Natur im Gleichgewicht bleibt. Aber ihnen fehlt es immer mehr an Nahrung und Lebensraum. Der Einsatz von Pestiziden und die fortschreitende Verarmung der Landschaft machen es vielen Arten schwer, noch ausreichend Nahrung und Nistplätze zu finden oder schädigen sie direkt. Der eigene Garten oder sogar Balkon kann dann zum letzten Refugium werden – mit der Wahl der richtigen Pflanzen, einer Wasserschale oder Nistmaterial.

Der NABU gibt Tipps, um ganz einfach Insekten zu helfen

Starten kann jeder Gartenbesitzer mit drei einfachen Tipps: „Die erste und einfachste Maßnahme ist es, eine wilde Ecke stehen zu lassen, die weder gemäht noch betreten wird. Hier lassen wir Brennnesseln, Gräsern und Klee ihren Raum. Denn sie sind für viele unserer Insektenarten überlebenswichtig“, sagt Marja Rottleb, NABU-Gartenexpertin.

Eine weitere Maßnahme sind Frühblüher: Sie sind für viele früh fliegende Insekten wie zum Beispiel Hummeln, die schon ab März/April zu sehen sind, überlebensnotwendig. Daher sollte der insektenfreundliche Garten auf jeden Fall eine Auswahl der hübschen Pflanzen bieten. Hier eignen sich beispielsweise Schneeglöckchen, Krokusse, Märzenbecher oder Narzissen, aber auch Wildkräuter wie Gundermann und Lungenkraut.

Ein dritter Tipp ist ein wohl duftendes Wildstaudenbeet mit heimischen Pflanzen. Die farbenfrohen, flirrenden Hingucker sind einfach zu pflanzen und locken mit ihrem Pollen und Nektar Arten wie die Gemeine Blattschneiderbiene, die Große Wollbiene,  die Wiesen- oder Erdhummel in den Garten. Wie ein Wildblumenbeet angelegt wird, verrät der NABU unter www.NABU.de/wildstaudenbeet

Auch die Pflege ist nicht aufwendig: „Die Stauden müssen nur einmal im Jahr geschnitten werden, was jede Menge Zeit und Arbeit spart. Im Frühjahr, wenn der Garten zu neuem Leben erwacht, schlüpfen die Insekten, die in den Halmen der Wildstauden überwintert haben. Daher unbedingt erst im Frühjahr schneiden, nicht schon im Herbst“, erklärt Rottleb. Heimische Pflanzen sind noch dazu winterhart und weniger anfällig für Pilze und andere Angreifer.

Sommeraktion – Insekten zählen:

Da es kaum verlässliche Zahlen zum Insektenschwund gibt, hat der NABU gemeinsam mit naturgucker erstmals ein Monitoring von Sommerinsekten gestartet, an dem sich jeder Naturinteressierte beteiligen kann. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse. Für das Monitoring sind schlaglichtartig elf bekannte und leicht zu bestimmende Arten beziehungsweise Gattungen ausgewählt worden. Weitere Informationen zur Teilnahme unter  www.NABU.de/sommerinsekten

Weitere Infos auch unter: www.naturgucker.info/vielfalt-studieren/naturguckermonitoring/sommerinsekten/

Weitere Tipps, wie das Anlegen einer Trockenmauer, die Funktion von Sand und Lehm für Insekten oder Tipps für einen schmetterlingsfreundlichen Garten gibt es unter: www.NABU.de/gartenvielfalt.

Und hier lernt man, wie ein Insektenhotel gebaut wird:

(Quelle: PM NABU, BMU)

Lebensadern

5. Juli 2017

Lebensadern auf Sand in Wachendorf
Ein NABU-Spaziergang an der Ems

Lingen (Ems) – Wachendorf
Treffpunkt Dalumer Str. 27
Do 6. Juli 2017, 18 Uhr
Kosten 3 € (NABU-Mitglieder und Kinder bis 14 frei)

Die Emsaue bei Wachendorf bietet ein Mosaik aus trockenen und feuchten Lebensräumen, die durch Naturschutzmaßnahmen der Stadt Lingen weiter entwickelt

wurden. Bei einem Spaziergang entlang von blütenreichem Magergrünland und Gehölzen erkunden Sie unter fachkundiger Leitung von Bernward Rusche und Sven Oltrop die vom Sand geprägte Landschaft.

Treffpunkt

ist der nördlichen Rand der Siedlung Dalumer Straße 25/27, Lingen-Wachendorf (wenige Parkmöglichkeiten, Grafik)

Suchmeldung

19. Juni 2017

Einen lieben-langen schönen Tag war ich im im frischen und blanken Weser-Ems-Norden. Gestern Mittag bin ich mit dem Zug in unsere, sich so gern selbst lobende Stadt zurück gekommen. Sofort fiel mir wieder auf, wie dreckig es hier doch ist. Wirklich jede Laterne war voller Aufkleber, zu 70% abgerissen, grau, klebrig, schmutzig..

Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben und veröffentliche hiermit eine Suchmeldung:
Wer mir binnen 72 Stunden (also bis 22.6., 24.00 Uhr) in Lingens Innenstadt einen einzigen, aufkleberfreien Laternenpfahl präsentiert, bekommt eine Freikarte für’s LINUS-Bad.

Faszination Kraniche

26. Mai 2017

Faszination Kraniche
– Märchen, Mythen, Texte und Gedichte –
Lesung mit Inge Hermann

Lingen (Ems) – Ludwig-Windthorst-Haus
Montag, 29. Mai ’17 – 19.30 Uhr
Eintritt 6 €

Umweht von Mythen und Magie, überliefert mit Phantasie und Poesie, finden sich Spuren der Kraniche rund um die Welt. Märchen und Legenden, Gedichte und Lieder sind Zeugnis der spirituellen Bedeutung dieser beeindruckenden Zugvögel. Die Lesung an diesem Abend zeichnet ein einzigartiges Porträt der „Vögel des Glücks“ und lädt ein zu einer Reise in die faszinierende Welt der Kraniche.

(Foto: Pixabay Creative Commons CC0)

Von Freitag bis Sonntag findet zum 13. Mal die bundesweite „Stunde der Gartenvögel“ statt: Der NABU Niedersachsen lädt an diesem Muttertags-Wochenende alle Naturfreundinnen und -freunde ein, bei dieser großen Gartenvogelzählung mitzumachen.

„Mitmachen ist dabei ganz einfach. Man sucht sich ein gemütliches Plätzchen im Garten, auf dem Balkon oder im Park und beobachtet und zählt eine Stunde unsere gefiederte Freunde“, erklärt Ulrich Thüre (NABU Niedersachsen). Spaß an der Natur, mit Nutzen für den Naturschutz kann man so ganz leicht verbinden. Vor allem ist darauf zu achten, dass von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert wird, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig entdeckt werden kann.

„Wir sind gespannt, wie sich die Ergebnisse zu unserer „Stunde der Wintervögel“ aus dem Winter unterscheiden. Hier hatten wir festgestellt, dass sonst häufig vorkommende Vögel wie Kohl- und Blaumeise oder auch Haussperling im Gegensatz zum Vorjahr abgenommen haben. Es wird interessant zu sehen, ob sich diese Tendenz jetzt im Frühjahr fortsetzt“, so Ulrich Thüre.

Knapp 6.000 Menschen haben im vergangenen Jahr allein in Niedersachsen bei der „Stunde der Gartenvögel“ ehrenamtlich Daten erhoben und dadurch wichtige Informationen darüber geliefert, wie es den verschiedenen Vogelarten geht. Diese Zahlen sind eine wichtige Basis, um zielgerichtet aktiv zu werden. So zum Beispiel für Mehlschwalben und Mauersegler die sich im letzten Jahr auf dem Sinkflug befanden. Mit einfachen Nisthilfen kann man den Flugkünstlern schon gute Dienste erweisen. „Auch muss sich in der Landwirtschaft etwas ändern. Der Einsatz von Insektiziden entzieht den Tieren die Lebensgrundlage. Wenn Insekten totgespritzt werden, haben viele Vögel keine Nahrung mehr“, erklärt Thüre.

Die Aktion ist nach dem Prinzip der „Citizen Science“, der Forschung durch Jedermann, angelegt. Je mehr Menschen ihre Beobachtungen zusammentragen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse.

Bei der „Stunde der Gartenvögel“ gibt es zahlreiche attraktive Preise zu gewinnen. Der Meldeschluss ist der 22. Mai 2017. Wer Teilnahmeblätter mit farbigen Abbildungen der 12 häufigsten Gartenvögel und einen Vogelführer anfordern möchte, schickt bitte einen fünf-Euro-Schein an den NABU Niedersachsen, Stichwort ‚Gartenvögel‘, Alleestr. 36, 30167 Hannover.

Weitere Informationen: www.stundedergartenvoegel.de Dort gibt es auch eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Vogelarten und viele praktische Tipps.


Hintergrund – Sind die Gartenvögel doch noch da?

Die letzte große Vogelzählung bei der „Stunde der Wintervögel“ (6. bis 8. Januar) hatte bei vielen häufigen Arten einen mysteriösen Vogelschwund ergeben. Insbesondere bei allen heimischen Meisenarten, aber auch bei Kleiber oder Buntspecht wurde ein Drittel oder sogar um die Hälfte weniger Vögel festgestellt als in den Vorjahren. Die Vogelexperten des NABU vermuten eine aufgrund des milden Winters besonders geringe Zugneigung vieler Arten und damit fehlenden Zuzug von Artgenossen aus dem Norden und Osten als Hauptursache der extrem niedrigen Zahlen. Eine andere Erklärung ist ein besonders schlechter Bruterfolg vieler Arten im vergangenen Jahr. „In diesem Fall müssten nun auch bei der kommenden ‚Stunde der Gartenvögel‘ niedrige Zahlen festgestellt werden. Das wäre sehr besorgniserregend, insbesondere wenn sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen würde“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Nach über zwölf Jahren können die Forscher des NABU erste deutliche Bestandstrends für den Siedlungsraum aus den gesammelten Daten ablesen. Die Gesamtzahl der Gartenvögel in einem durchschnittlichen Garten blieb mit etwa 35 Individuen von zwölf verschiedenen Vogelarten über die Jahre konstant. Damit geht es den Vögeln unserer Gärten und Parks wesentlich besser als den Vögeln unserer Agrarlandschaft, wo die meisten Arten abnehmen, manche Bestände sogar regelrecht zusammenbrechen.

Unter 57 bewerteten Vogelarten gab es 20 mit Bestandszunahmen, 13 mit Abnahmen und 24 mit stabilen Beständen. Unter den Gewinnern sind vor allem eigentliche Waldvogelarten wie Ringeltaube, Eichelhäher, Kleiber (Foto oben), Buntspecht, Gimpel und Kernbeißer. Sie profitieren vom wachsenden Alter der Baumbestände in unseren Dörfern und Städten. Auf der Verliererseite stehen dagegen vor allem typische Siedlungsarten wie Mehlschwalbe, Mauersegler, Hausrotschwanz oder Girlitz (Foto unten). Ihnen fehlen zunehmend Nistmöglichkeiten an Gebäuden aufgrund unbedachter Hausmodernisierungen sowie die wildkraut- und insektenreichen Strukturen bäuerlicher Dörfer.

Die beiden Flugkünstler Mauersegler und Mehlschwalbe leiden auch unter dem allgemeinen starken Rückgang an Fluginsekten. „Seit Beginn der Aktion haben sie kontinuierlich abgenommen. Die durchschnittlich pro Garten gemeldeten Zahlen waren im vergangenen Jahr um über 40 Prozent niedriger als noch 2006“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Die intensive und flächendeckende Verwendung von Insektengiften in der Landwirtschaft macht sich hier sogar bei typischen Siedlungsvögeln bemerkbar. Teilweise kommt Gift auch immer noch in Gärten und öffentlichem Grün zum Einsatz. Vor diesem Hintergrund fordert der NABU eine echte ökologische Agrarreform und weniger Gift in der Landschaft sowie einen Verzicht auf Gift im Garten.


Foto oben: Kleiber – Foto: Frank Derer, NABU; Foto unten Girlitzweibchen – Foto: Luis Garcia (CC-BY-SA-3.0)

 

Dienstag

7. März 2017

Das Kraftfuttermischwerk überschrieb dieses Gif gestern mit „Montag“. Dienstag geht aber auch. Oder eben Sonntag; denn vorgestern Abend lief ein nicht mehr ganz so junger Mann eingangs der Lingener Schlachterstraße gegen einen Betonpfeiler; auch er blickte intensivst auf sein Mobiltelefon sowie hinterher ganz irritiert zurück, obwohl er nicht zu Boden gegangen war; er hatte sich nur unangenehm das Bein gestoßen und heftig erschrocken.

Längst ist das Problem weltweit erkannt. So hat die niederländische Kleinstadt Bodegraven testweise LED-Leuchtstreifen in einem Bürgersteig einer Kreuzung eingelassen, die je nach Ampelphase auffallend rot oder grün leuchten und blinken, bevor die Ampel die Phase wechselt. Damit Fußgänger nicht versehentlich über die Straße laufen, obwohl die Ampel rot leuchtet. Es handelt sich um ein „Pilotprojekt zum Schutz von Menschen, die wegen der Interaktion mit ihrem Smartphone so stark abgelenkt sind, dass sie ihre Umgebung nur noch eingeschränkt wahrnehmen“, berichtete heise.de.

(Bildquelle: Das Kraftfuttermischwerk )

Musterbrief

20. Dezember 2016

mundraubSie kennen mundraub.org nicht? Vor mehr als sechs Jahren hab ich schon mal darüber geschrieben (guckste hier). Die Aktivisten stellen sich inzwischen so vor:

Apfel, Birne, Pflaume – wann haben Sie das letzte Mal Früchte selbst vom Baum gepflückt? Mundraub will Sie anregen regionale Obstressourcen wieder zu entdecken und zu probieren. Eine interaktive Karte zeigt „Mundräubern“, bei welchen Obstbäumen, Wildfrüchten und Kräutern sie in ihrer Stadt oder Gemeinde zugreifen dürfen. Ziel der Initiative ist es, Stadt- und Landbewohner auf die Naturschätze ihrer Region aufmerksam zu machen und gemeinsam mit Kommunen nachhaltige Modelle zur Pflege öffentlicher Obstbaumbestände zu entwickeln. Hochstämmige Obstbäume an Alleen und auf kommunalen Flächen sind Teil des Generationenvertrages und brauchen Wertschätzung seitens der Bevölkerung, wenn sie unsere Kulturlandschaft weiter schmücken sollen. Auch Streuobswiesen verdienen besonderen Schutz. [mehr…]

Damit es bald noch mehr Städte und Kommunen gibt, die ihre öffentlichen Obstbäume auf mundraub.org teilen (oder besser noch: ihre Baumkatasterdaten zur Verfügung stellen), hat mundraub.org auf vielfachen Wunsch hin einen Musterbrief entworfen, mit dem engagierte Menschen das zuständige Grünflächenamt/Gartenamt anschreiben könnt. Aber oh Wunder, wir haben in unserem Lingen gar kein Grünflächenamt; es gibt böse Geister, die sagen, das sehe man auch…. Also schreibt kurzerhand an den Dezernenten: l.schreinemacher(at)lingen.de 

Bitte ändert darin die im Muster kursiv geschriebenen Stellen ab und tragt zutreffendes ein. Je mehr Briefe eingehen, desto höher der Druck auf die Verwaltun in der alles bekanntlich so großartig ist, dass es gar nicht großartiger sein kann.

Jedenfalls sollen bald alle öffentlichen Obstbäume im ganzen Land allen obstinteressierten Menschen zur Verfügung stehen. Wäre das nicht schön?

ps. mundraub.org freut sich über eine Kopie eures Schreibens!
Hier ist nochmal die Vorlage: Musterbrief Grünflächenämter (Word Dokument)

Bildschirmfoto 2016-05-23 um 23.28.31An Burgtor und Stadtgraben
Natur entdecken in der Lingener Innenstadt
Lingen (Ems) – Treffpunkt: Emslandmuseum Lingen, Burgstraße 28 b
Samstag, 28.05.2016, 15 – 17 Uhr

Dauer: ca. 2 Stunden
Anmeldung unter Tel. (0591) 47601
Eintritt: 4,00 €, Familienkarte 10,00 €

Natur gibt es nicht nur draußen auf dem Lande, sondern auch mitten in der Stadt. Mit Marion Lis und Angelika Konen werden der Lingener Stadtgraben und der Wandel des „Justizgartens“ von der barocken Gartenanlage zum innerstädtischen Park erkundet. Exotische Bäume und Gehölze aus fernen Ländern wachsen hier einträchtig neben heimischen Sträuchern und Kräutern. An einer früheren Gefängnismauer gibt es eine besondere Pflanzenwelt zu entdecken und zwischendurch werden einige naturkundliche Experimente durchgeführt.
Gemeinsam mit der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland und der Emslandtouristik bietet das Emslandmuseum  Spaziergänge und mehr an, bei denen sich die Teilnehmer über Natur, Landschaft und Geschichte informieren. Die öffentlichen Veranstaltungen richten sich an alle, die Interesse an erlebbarer Natur und Geschichte haben – Familien und Erwachsene, Einheimische und Gäste.
(Foto: Eingang zum Justizgarten, © Chironius, via flickr)

Lückenschluss

20. Mai 2016

Grüne_NiedersachsenLücken im Atomausstieg schließen, wollen die niedersächsischen Landtagsgrünen. Eine Delegation der Grünen Landtagsfraktion hat am Mittwoch die ANF-Brennelementefabrik und das vor fast 40 Jahren stillgelegte, erste  Atomkraftwerk Lingen besichtigt. Die Fraktionsvorsitzende Anja Piel, der regionale Abgeordnete, Volker Bajus, sowie die atompolitische Sprecherin, Miriam Staudte, trafen sich im Anschluss mit engagierten Grünen und Anti-Atom-Initiativen aus der Region.
Anja Piel, Fraktionsvorsitzende:

„Der Atomausstieg ist lückenhaft: In Lingen werden weiterhin mit unbefristeter Genehmigung Brennelemente produziert. Hier muss das Atomrecht geschärft werden, dafür werden wir uns auch auf Bundesebene einsetzen.“

Volker Bajus, MdL

„Deutschland steigt aus, aber wir exportieren weiter Atombrennstoffe in Pannenreaktoren im benachbarten Ausland. Das kann nicht sein. Die Herstellung von Brennelementen im Emsland sollte auslaufen, allerspätestens wenn die letzten AKWs in Deutschland abgeschaltet werden.“

Miriam Staudte, MdL

„Der Rückbau der Atomkraftwerke wird noch viele Jahre dauern. Wichtig ist auch beim stillgelegten AKW Lingen, dass die Anwohnerinnen und Anwohner die Planungen verfolgen und kritisch begleiten können. Deshalb stellen wir mit dem Landeshaushalt 2016 erstmals Mittel bereit, die betroffene Landkreise für eine zusätzliche Bürgerbeteiligung nutzen können.“

120px-atomkraft_nein_dankesvgZum Hintergrund :

Die ANF-Brennelementefabrik Lingen des französischen AREVA-Konzerns verfügt über eine unbefristete Betriebsgenehmigung und fertigt Brennelemente für Atomkraftwerke im In- und Ausland an.

Das Atomkraftwerk Lingen I („KKL“) wurde bereits 1977 außer Betrieb genommen, nun soll es zurückgebaut werden. Der Rückbau soll rund 20 Jahre dauern. Der stillgelegte Reaktor befindet sich seit 28 Jahren im sogenannten „sicheren Einschluss“. Ende letzten Jahres hat das niedersächsische Umweltministerium die erste Teilgenehmigung für den Rückbau erteilt.

(Quelle. PM)

0412architekturreihe_dohleArchitekturreihe „Lingen & …“
Hubert Dohle
Lingen (Ems) – IT-Zentrum Kaiserstraße 10 b
Do 21. April – 19 Uhr

Eintritt: frei

Egal ob Schulen neu gebaut, saniert, geschlossen oder umgewidmet werden müssen – jede Kommune sieht sich derzeit neuen Herausforderungen im Schulwesen gegenüber. Neben der Pädagogik ist insbesondere auch die Architektur gefragt, darauf zu reagieren. Das Braunschweiger Büro „Dohle + Lohse“ hat in den letzten zehn Jahren bundesweit circa 20 Schulneubauten realisiert. Den Anfang ihrer Schulbauten machte ein Lingener Projekt: die Erweiterung der Friedensschule, für die das Büro den BDA-Preis Niedersachsen bekommen hat. Hubert Dohle wird neben weiteren größeren Schulbauten vor allem auch die Neue Aula des Lessinggymnasiums in Braunschweig vertieft vorstellen. Kurz gefasst eine individuell erlebbare Raumskulptur, die in engem Dialog mit dem Nutzer und dem Bauherren entstanden ist. Das Projekt ist mehrfach ausgezeichnet und wurde 2015 ebenfalls für den BDA-Preis Niedersachsen nominiert.

Im Rahmen der Reihe „Lingen & Architektur“ lädt die Stadt Lingen renommierte Architekten, Gestalter oder Kulturschaffende ein, damit diese in einer ungezwungenen Atmosphäre ihre Projekte präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. „Mit der Reihe wollen wir Lust auf Architektur und Baukultur machen“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee zu der Reihe. Deshalb soll an diesen Abenden auch der Austausch im Mittelpunkt stehen. „Ich wünsche mir, dass die Architekten und Bauschaffenden einmal abseits von konkreten Projekten miteinander ins Gespräch kommen“, so der Stadtbaurat. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen vor allem alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region.

(Quelle)