Eichenprozessionsspinner

17. Juli 2018

DEK Lingen Eichenprozessionsspinner Rund an der Hälfte der Zugänge zum Leinpfad am Dortmund-Ems-Kanal in Lingen (Ems) wurden offenbar irgendwann die üblichen Schilder mit Warnschildern wegen des Eichenprozessionsspinners ergänzt. Den Nutzern des Leinpfads sind sie wegen ihrer unauffälligen Anordnung oft eher zufällig  und vor allem erst später aufgefallen.

Die direkten Anwohner des Dortmund-Ems-Kanals zB im Stadtteil Bögen haben erst gar keine Information bekommen. Dabei stand explizit in jeder Meldung über den Eichenprozessionsspinner, die man lesen konnte, dass die Allergiereaktionen auslösenden Härchen auch durch die Luft fliegen.

Also darf man fragen, wer informiert darüber so bescheiden-unzulänglich und vor allem so halbherzig?

 

FahrRad

16. Juli 2018

Der inhaltliche Stilstand in der kommunalen Politik unserer Stadt ist atemberaubend. Jetzt will die CDU die Öffnungszeiten der städtischen Parkhäuser verlängern. Wieder einmal kein Wort über das Radfahren. Fortschrittliche, nachhaltige Politik geht anders.  Hier ein Bericht auf Niederlande.Net über die Anstrengungen im Nachbarland.“

Die Niederlande sind als Fahrradland bekannt. Nun will NL-Staatssekretärin Stientje van Veldhoven in dieser Legislaturperiode erreichen, dass rund 200.000 Pendler nicht länger mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Dabei liegt die durchschnittliche Distanz, die gependelt wird, zwischen 15 und 35 Kilometer. Wie will Staatssekretärin Van Veldhoven diese Anzahl an Pendlern dazu bringen, zukünftig mit dem Fahrrad zu fahren?

Im Koalitionsvertrag der niederländischen Regierungskoalition werden Van Veldhoven 100 Millionen Euro zugeteilt, die sie zu diesem Zweck einsetzen kann. Mit diesem Betrag will die Regierung Projekte unterstützen, die dafür sorgen sollen, dass mehr Arbeitnehmer mit dem Fahrrad pendeln. Bis zu 40 Prozent der Projektkosten sollen dabei von der niederländischen Regierung übernommen werden.

Allerdings hat das Auto besonders bei längeren Arbeitswegen einen Vorteil: Es ist schneller. Darum will van Veldhoven die bestehenden Fahrradwege kritisch analysieren und Möglichkeiten entwickeln, verzögernde Effekte zu reduzieren. Zu diesen zählen unter anderem unübersichtliche Kreuzungen, schlecht geschaltete Ampeln oder unsinnige Wegeführung.  So berichteten regionale Medien im letzten Jahr beispielsweise über eine Ampel in Enschede, an der Radfahrer oft sinnlos lang warten müssen.

Auch soll die Verbindung zwischen Öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrradfahren verbessert werden. Oft werden sogenannte Fahrradstationen an Bahnhöfen durch alte Fahrräder blockiert, die kaum öfter als ein oder zweimal in der Woche gebraucht werden. Durch eine sichere Abstellmöglichkeit für Fahrräder soll erreicht werden, dann Pendler auch mit ihren „normalen“ Fahrrädern zum Bahnhof fahren und nicht nur mit alten, kaputten Rädern, bei denen ein Diebstahl nicht schlimm wäre.

Darüber hinaus sollen Pendler einen Stoß in die richtige Richtung bekommen, in dem Erkenntnisse aus der Verhaltenspsychologie angewandt werden. Falls jemand bereits seit Jahren jeden Morgen mit dem Auto dieselbe Route zur Arbeit fährt, dann ist ein solches Verhalten schwer zu durchbrechen. Hier wiegt die Gewöhnung des Pendlers schwerer als andere Faktoren. Vor allem Menschen, die ihre Arbeitsstelle wechseln und eine neue Stelle anfangen, sollen daher dazu bewegt werden, mehr mit dem Fahrrad zu fahren. Es fällt leichter, sein Verhalten zu ändern, wenn man sowieso gezwungen ist, Teile seiner alten Routine zu durchbrechen.

Eine weitere Taktik, mit der Pendler dazu bewegt werden könnten, ihr Verhalten zu ändern, ist das Aufzeigen von Vorteilen, die das Fahrradfahren mit sich bringt. So reduziert Bewegung Stress und führt zu einer Abnahme der Krankentage. Das Unternehmen Douwe Egberts, das für seinen Kaffee bekannt ist, hat sogar Arbeitnehmern, die näher als 7.5 km an ihrem Arbeitsplatz in Utrecht wohnen, verboten, ihr Auto auf dem Firmengelände zu parken. Dadurch sollen mehr Arbeitnehmer stimuliert werden, mit dem Fahrrad zu kommen.

Auch der zunehmende Gebrauch von sogenannten E-Bikes kann die Zahl der Autopendler reduzieren.  So bekommen Mitarbeiter der Uniklinik Groningen bis zu 25 Prozent Rabatt beim Kauf eines E-Bikes. Auch stehen auf den Fahrradparkplätzen Ladestationen für E-Bikes zur Verfügung. Rund die Hälfte des Krankenhauspersonals kommt bereits mit dem Rad zur Arbeit, obwohl sie rund 20 km pendeln müssen.

Gegen den häufigen Regen während des Fahrradfahrens schützt übrigens ein von einem südniederländischen Unternehmen hergestellter Regenschirm, der fest auf E-Bikes montiert werden kann und laut dem Fietsersbond (deutsch „Fahrradverband“), der den Schirm bereits 2013 testete, sehr gut gegen Regen schützt.“

Aber wir wissen gemeinsam, dass Lingen zwar mal Teil der Niederlande war, aber seit 1702 nicht mehr ist. Trotzdem wäre es doch schön, endlich zu handeln und nicht nur unter Absingen von eigenkomponirten Lobeshymnen Konzepte zu beschließen aber dann untätig zu bleiben. Geld gäbe es ohne Ende:

So bekommen die deutschen Kommunen erneut Geld für ihre Maßnahmen für den Klimaschutz, berichtet das Deutsche Institut für Urbanistik

Seit dem 1. Juli und noch bis zum 30. September 2018 können Kommmunen, gemeinnützige Sportvereine, kommunale Unternehmen und andere lokal Aktive Fördergelder beantragen, um Klimaschutzprojekte umzusetzen. Gefördert werden beispielsweise strategische und investive Maßnahmen, wie der Austausch von herkömmlichen in LED-Leuchten oder die Schaffung von Radwegen.

Ermöglicht wird dies durch die Kommunalrichtlinie des Bundesumweltministeriums und die Nationale Klimaschutzinitiative.

Mit welchen Maßnamen hat sich da wohl die Stadt Lingen beworben?

Raten Sie mal!

Bentlage – eine Zeitreise
Ilse Tews  – Themenführung „Landschaft & Lyrik“
Rheine-Bentlage – Informationszentrum Dreigiebelhaus im Salinenpark

Sonntag, 27. Mai 2018 – 15 Uhr.

Kosten: 5 € pP (Kinder bis 14 Jahre frei). Eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Die Themenführung dauert etwa ca 90 Minuten

Bentlage stellt eine einzigartige Kulturlandschaft dar. Die landschaftliche Vielfalt von Weiden, Wiesen und Wäldern dienten einst als wirtschaftliche Grundlage für das sich seit 1437 entfaltende klösterliche Leben. In der Barockzeit wurden Landschaft und Kloster den neuen Bedürfnissen angepasst. Diese Zeitreise durch die Bentlager Geschichte bis zur Gegenwart wird von der Gästeführerin Ilse Tews in die Lyrik eingebunden, gemäß dem Wort: „Es braucht der Mensch die Naturerlebnisse… gegen den kalten, harten Glanz laufender Maschinen.“ (Theodor Heuss).

Auf dem Rundgang bindet die Gästeführerin das Gebiet Bentlage – von der Saline zum Schloss, zur Ems und am Wald entlang – in der Lyrik vieler Zeiten ein: vom 12. Jahrhundert bis zur Gegenwart – mal ernst, mal heiter. Dabei kommen Nutzung und Wert dieses Erholungsgebietes nicht zu kurz. Die Zeitreise wird ein Genuss für Geist und Ohren!

Tipp für die Pkw-Anfahrt per NAVI: die Parkplätze befinden sich an der
Weihbischof-d’Ahlhaus-Straße.

(Foto: Gradierwerk Saline Gottesgabe, Bentlage, CC muensterland Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Summt!

20. Mai 2018

Heute ist der erste Weltbienentag. Die UN haben ihn ausgerufen, weil die Wildbienen durch die  Realität der weltweiten Landwirtschaft gefährdet sind – und mit ihnen Pflanzen und Nahrungsmittel.

Während nämlich weltweit die von Menschen gezüchteten, gehaltenen und gepflegten, für Pflanzenbestäubung und Honigproduktion genutzten Bienenvölker mehr werden (und immer mehr Honig produzieren), nimmt die Zahl der Insektenarten insgesamt kontinuierlich ab. Etwa die Hälfte der fast 600 Wildbienenarten in Deutschland stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, 40 bis 50 gelten schon als ausgestorben. Wichtig an der Vielfalt der Arten ist aber deren Spezialisierung: Die verschiedenen Bienen sammeln mit ihren Mundwerkzeugen und Beinen Pollen auf ganz verschiedene Weise  – und nur alle zusammen können alle Blütenarten bestäuben. Der NABU schreibt:

…. „Die Alarmglocken schrillen: Jede dritte Wildbienen-Art in Deutschland gefährdet. Es ist gut, dass die Weltpolitik den dramatischen Schwund an Insekten erkannt hat. Doch in den Köpfen einiger Politiker scheint noch nicht angekommen zu sein: Der Insektenrückgang ist kein kleines Problem, das mit ein paar netten Aktionen hier und da gelöst werden kann. Wir können Insekten und ihre Leistungen als Bestäuber nur retten, wenn die Agrarpolitik grundsätzlich anders wird. Aber das fordern auch die Vereinten Nationen: Gleich mehrere der globalen Entwicklungsziele betonen die Notwendigkeit einer nachhaltigeren Landwirtschaft. Doch dahin kommen wir nur, wenn umweltschädliche Subventionen gestrichen werden und sich die Förderung der Biodiversität für Landwirte finanziell lohnt.

Es ist inzwischen belegt, dass die Ursachen für den Insektenrückgang in der hoch-intensivierten Landwirtschaft liegen. Enge Fruchtfolgen und intensive Ackerbausysteme bieten Insekten zu wenige Nahrungs- und Nistangebote und der seit Jahrzehnten konstant hohe Einsatz von Pestiziden vergiftet zahlreiche Tiere. Düngemittel verändern zudem vielerorts die Pflanzenzusammensetzung und somit die Nahrungsgrundlage von Insekten.

Der Pestizideinsatz muss deutlich sinken

Unsere Insekten werden schleichend ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Sie verschwinden in dramatischem Tempo – und das rund um den Globus. Wenn es so weiter geht, rast die Weltgemeinschaft auf ein ökologisches Desaster zu….“

So weit heute der NABU auf seiner Internetseite und er wendet sich dann appellhaft an die deutsche Landwirtschaftsministerin, die handeln müsse. Diesen Appell lasse ich hier weg, weil ich überzeugt bin: Auch die amtierende Ministerin wird wie ihre Vorgänger nicht handeln. Das unterscheidet sie von Machern wie den grünen Ex-Landwirtschaftsministern Christian Meyer (Niedersachsen) und Johannes Remmel (NRW), die jedenfalls nicht nur wohlfeile Reden gehalten haben.

Und was können können wir selbst in Lingen (Ems) tun? 

  • Beispielsweise können wir auf diese unsäglichen Plastik-Sichtschutz-Flechtzäume verzichten, die seit einigen Jahren gleichermaßen Landschaft und Stadtbild verschandeln und in denen ich noch keine Bienen summen gehört habe. Pflanzt stattdessen Hecken! Und gärtnert bienenfreundlich, also bitte keine (Vor-)Gärten, mit Stein- und Kiesflächen usw..
  • Als Stadt Lingen können wir bei der Verpachtung unserer landwirtschaftlicher Flächen mit den Pächtern zumindest vereinbaren, Blühstreifen anzulegen.
  • Dasselbe machen wir auch selbst auf unseren städtischen Restparzellen, Böschungen und an fließenden und stehenden Gewässern: Blühstreifen von einheimischen Saaten in Form von mehrjährigen (!) nektar-und pollenspendenden
  • Und wir können bei unserem städtischen Bauhof danach schauen, ob die von ihm gepflanzten Blumen mit Herbiziden und anderem, die Wildbienen gefährdenden Chemiezeug behandelt worden sind oder ob sie ohne Spritzmittel gezüchtet wurden.
  • Statt friedhofsartig Eisbegonien zu pflanzen (wie vergangene Woche am Emslandmuseum), täte der Bauhof auch gut daran, einheimische Pflanzenarten mit ausdrucksstarkem Blütenflor auszuwählen, z.B. Mohn, Rittersporn, Flockenblumen, Salbei, Königskerzen, Kornblume.
  • Hilfe geht im Kleinen auch so:

 

(Fotos: Oben: André Karwath (Aka) Rote Mauerbiene CC BY-SA 2.5; Unten Spirea-Hecke zur Blütezeit © Derkleinegarten.de)

Kompakt

2. Mai 2018

Den 32. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl nahmen Umweltschützer in Lingen zum Anlass, mit einem „Schweigekreis“ an die weiterhin weltweit drohenden Gefahren durch die Nutzung der Atomkraft zu erinnern. „An Tschernobyl kann man sehen, wie die Menschen verheizt wurden. Vor 32 Jahren explodierte der Reaktor in der Ukraine und die radioaktive Wolke hat die Menschen vor Ort aber auch uns verstrahlt. Viel Tote, hunderttausende, viel Kranke und ein riesiges Gebiet, das unbewohnbar wurde“, so Gerd Otten vom Elternverein Restrisiko, einem Verein, der vor Jahren mit dem Umweltpreis der Stadt Lingen (ems) ausgezeichnet wurde und über lange Zeit die radioaktiven Belastungen von Nahrungsmitteln selbst gemessen hat.

Otten erläuterte, dass auch Menschen um Lingen herum weiterhin durch das AKW Lingen II mit dem Risiko leben, obwohl bekannt sei, dass der Atomstrom teuer ist und andere Energiearten den Strom mit viel weniger Risiko erzeugen können. Außerdem gebe es bislang immer noch kein Endlager. Ferner erinnerte Otten an die 600 000 Menschen, die in der nähren Abluftfahne der Atomkraftwerke Tihange und Doel wohnen. Bei einem Unfall würde die Wolke auch das Emsland treffen. Dort habe man 2012 festgestellt, dass der Reaktordruckbehälter in Doel viele tausend Risse hat.

Auf besonderen Unmut bei den Demonstranten stieß die Meldung, dass das Verfassungsgericht den AKW Betreibern zugestanden habe, dass sie für das Abschalten der Atomkraftwerke entschädigt werden [mehr…]. „Eine Option – so Wirtschaftsminister Peter Altmeier – bei den Verhandlungen mit EON und  RWE usw. ist die Verlängerung der Laufzeiten. Es ist schlimm, dass man eine erneute Laufzeitverlängerung überhaupt in Erwägung zieht“, so Gerd Otten. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch Musikerinnen aus Haren, die mit ihren Gitarren die Protestsongs begleiteten.

Am 9.6.2018 wird in Lingen eine Demonstration gegen den Betrieb des AKW’s und die Herstellung der Brennelemente  stattfinden.

 

(Text: Presseerklärung des Elternvereins Restrisiko Emsland; Ausriss: LT-Kompakt-Presseveröffentlichung vom 30.04. daraus)

Untätigkeits-Baustelle

8. April 2018

Noch so eine Lingener Untätigkeits-Baustelle.

Gerade hat im benachbarten Meppen die Montage einer neuen Fuß- und Radwegebrücke über die Ems begonnen. Sie wird den Schullendamm mit der Innenstadt verbinden. Auch den Radtouristen des Naturparks Moor ermöglicht sie eine attraktive Flussquerung. Für den EmsRadweg  entlang des Schullendamms ergibt sich eine neue Option, Meppen zu besuchen. Das Bauwerk kostet rund 1,1 Mio Euro. Da die Brücke nicht nur in Meppen, sondern auch im Rahmen des grenzüberschreitenden Tourismus im internationalen Naturpark Moor genutzt werden kann, übernimmt die Europäische Union im Rahmen des EU-Programms INTERREG 300.000 Euro. Jeweils 60.000 Euro zahlen die niederländische Provinz Drenthe (!) und das Land Niedersachsen. Der Landkreis zahlt und die Stadt Meppen investiert mit 300.000 Euro etwa ein Viertel der Kosten in den Brückenbau.

Weshalb ich das erwähne? Seit 25 Jahren wird in Lingen über den Brückenschlag über den Dortmund-Ems-Kanal geredet, der für Radfahrer und Fußgänger den Stadtteil Reuschberge mitsamt dem neuen Emsauenpark und die Innenstadt mit Kirmesplatz und EmslandArena verbinden soll. Vor knapp acht Jahren hab ich darüber mit OB Krone gesprochen und vorgeschlagen, einen international renommierten Architekten dafür zu finden, um eine repräsentative Brücke zu bauen und keine Technokratenbrücke. Ich hab ihm auch den Namen Santiago Calatrava genannt; er dürfte ihn allerdings, wie das Projekt insgesamt, vergessen haben. In seiner Amtszeit hat sich jedenfalls nichts getan. 

Statt dessen befürwortet er anderes:
Eine Kanalbehörde in Meppen will alle Bäume zwischen neuem Hafen und der Hafeneinfahrt abholzen. Trotz geplanter Spundwand am Kanalufer sei durch die Jahrzehntalten Bäume der Kanaldamm unsicher. Mit dieser Aussage versucht sie die Anlieger im Bereich Bögen vo ihrem Plan zu überzeugen. Der scheint mir ausgesprochen fragwürdig; denn erst wenn die Bäume abgeholzt werden, ist sog. Totholz im Damm und kann zu Problemen führen. Darüber diskutieren wir in der BN-Fraktion  auf unserer wöchentlichen Sitzung morgen Abend im Rathaus. Unser BN-Chef Roman Hoffmann berichtet über seinen Besuch bei dem Osnabrücker Professor Jürgen Bouillon [mehr…] und bringt, so ist es geplant, könglichen Besuch mit… Mal sehen, was da kommt und geht.

(Foto: Prof. Dr. Jürgen Bouillon, Osnabrück, © FH Osnabrück)

„wilde Ecke“

22. März 2018

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft Naturfreunde und Gartenbesitzer im Rahmen seiner diesjährigen Aktion „Abenteuer Wildbienen“ auf, Wildbienen – wie beispielsweise Hummeln – zu beobachten und sich für ihren Schutz einzusetzen. „Die Aktion soll ein klares Zeichen gegen das Insektensterben setzen. Wildbienen sind, wie Schmetterlinge und andere Insekten auch, durch die Zerstörung wichtiger Lebensräume und den immens hohen Pestizideinsatz bedroht. Etwa die Hälfte der in Deutschland lebenden Wildbienen steht auf der Roten Liste, rund 30 Arten sind vom Aussterben bedroht. Zum Frühlingsanfang wollen wir deshalb möglichst viele Menschen für Wildbienen sensibilisieren und zu ihrem Schutz aufrufen“,  sagt Magnus Wessel, BUND-Naturschutzexperte.

Hummeln sind wahrscheinlich nicht nur die bekanntesten, sondern auch die sozialsten Wildbienen, weil sie wie die Honigbienen einen Staat bilden. Wenn die Sonnenstrahlen den gefrorenen Boden erwärmen, gehören die Hummeln zu den ersten Frühlingsboten. Die Hummelköniginnen, die im Vorjahr begattet wurden, gründen nun einen neuen Hummelstaat. „Jeder Gartenliebhaber und jede Balkonpflanzenfreundin kann jetzt einen kleinen Beitrag zum Überleben der Hummeln und anderer Wildbienen leisten“, so Wessel. In jedem Garten sei Platz für einen Reisighaufen, für Vogelnistkästen oder für einen Holzhaufen für Wildbienen.

Neben der Hummel (Foto lks) gibt es in Deutschland über 560 vorkommende Wildbienenarten, denen die Vorliebe für Blüten gemein ist. Für ihr Überleben ist es wichtig, dass sie die zur Nahrungsversorgung wichtigen „Trachtpflanzen“ finden. Ein reiches Angebot an Frühjahrsblühern wie Winterling, Krokus, Weidenkätzchen oder Huflattich biete den Grundstock der Ernährung in den ersten Frühjahrswochen. „Zur Unterstützung der Wildbienen können Wildbienenliebhaber heimische Blühpflanzen, die vom Frühjahr bis zum Herbst für ein durchgängiges Nahrungsangebot sorgen, pflanzen“, empfiehlt der Naturschutzexperte.

„Private Nistmöglichkeiten und lokale Nahrungsangebote werden das Insektensterben nicht stoppen. Es gilt die Ausbreitung der Betonwüsten in Städten und Dörfern sowie der Agrarwüsten in der Landwirtschaft einzudämmen. Deswegen setzt sich der BUND auf politischer Ebene weiter für ein vollständiges Verbot von Neonikotinoiden und Glyphosat, für ein ambitioniertes Reduktionsprogramm von Pestiziden, für die Erhöhung der Vielfalt in der Kulturlandschaft, für den Schutz vor Flächenversiegelung und so für den konsequenten Schutz der Lebensräume von Wildbienen ein. Auf das eklatante Problem des Insektensterbens, müssen die zuständigen Ministerinnen Klöckner und Schulze im geplanten Aktionsprogramm Insektenschutz nun schnelle und wirksame Antworten liefern“, fordert Wessel.

Was sollte diese Initiative gegen das Bienensterben konkret für unsere Stadt bedeuten?

Zumindest dies:  Lingen sollte Blüten- und Pflanzstreifen an Wegen und den Grundstücken vorhalten, die von der Stadt an Landwirte verpachtet werden. Und Kiesgärten und Plastikzäune sind zwar pflegeleicht, aber nichts für Biene, Hummel und Co. Auf sie sollte künftig in unserer Stadt verzichtet werden, freiwillig und mit dem Mittel der Bauleitplanung.  Auch der sprichwörtliche „Mut zur Unordnung“ im eigenen Garten hilft, wo immer Platz für eine „wilde Ecke“ sein sollte. Ein Beet aus Wildblumen ist das Zuhause vieler Insekten. Nicht nur der städtische Bauhof sollte grundsätzlich auf Pestizide verzichten, auch alle Lingenerinnen und Lingener sollten dies tun.

Mehr Informationen finden Sie im Internet unter www.bund.net/wildbienen

 

(Foto: Andreas, via flickr CC BY-SA 2.0)

Vogelzähler

14. Dezember 2017

Vom 5. bis 7. Januar 2018 findet zum achten Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt: Der Naturschutzbund NABU Niedersachsen und die Naturschutzjugend NAJU Niedersachsen rufen Naturfreundinnen und -freunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park auch in Niedersachsen zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten des Siedlungsraums, wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.

Eventuell können auch vermehrt Zugvögel wie Hausrotschwanz, Zilpzalp, Mönchsgras-mücke und Heckenbraunelle gemeldet werden. „Möglicherweise haben einige dieser Arten aufgrund des Wetters ihre Reise nicht angetreten und versuchen hier auszuharren“, sagt Philip Foth, Pressereferent des NABU Niedersachsen. Um die Zahlen mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre abzugleichen, hofft der NABU auf eine rege Beteiligung bei Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion, auch in Niedersachsen.

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdw/ bis zum 16. Januar gemeldet werden, die Ergebnisse werden dort live ausgewertet. Zudem ist am 6. und 7. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2017 beteiligten sich bundesweit über 120.000 Menschen. Mehr als 2,9 Millionen Vögel aus über 84.000 Gärten wurden gemeldet. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, die Amsel Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Kohlmeise, Feldsperling und Blaumeise.

In Niedersachsen reichten über 12.500 Vogelfreunde Meldungen von über 284.000 Vögeln aus knapp 8.200 Gärten ein. Der Haussperling hatte auch in Niedersachsen „den Schnabel vorn“. Auf den weiteren Plätzen folgten Amsel, Kohlmeise und Feldsperling. Nun erhofft sich der NABU auch  2018 wieder eine rege Beteiligung. „Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller und aussagekräftiger werden die Ergebnisse“, so Philip Foth.

Neben der wissenschaftlichen Datenerhebung ist es für NABU und den engagierten NAJU bei dieser Aktion ebenso wichtig, die engagierten Zähler auf die Natur vor der Haustür aufmerksam zu machen und zur naturnahen Gestaltung von Gärten als Lebensraum für Vögel zu motivieren.

Die NAJU lädt bei der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 8. bis 12. Januar 2018 alle kleinen Vogelfreunde ein, im Park, auf dem Schulhof und im Garten eine Stunde lang Vögel zu zählen und mehr über sie zu erfahren. Welche Vögel kann ich im Winter beobachten und wie kommen sie über den Winter? Mit den Mitmachaktionen der NAJU lernen die Kinder die heimischen Wintervögel und ihre Besonderheiten kennen. Ein Poster mit den häufigsten Wintervögeln, eine Zählkarte für Kinder sowie ein Vogel-Quiz können auf www.naju.de/sdw kostenlos heruntergeladen werden.

Der NABU Niedersachsen bietet zur Mitmachaktion ‚Stunde der Wintervögel‘ ein Infopaket mit allen weiteren Informationen samt Zählhilfe und Wintervogelporträts sowie Tipps zur Winterfütterung gegen einen fünf Euro Schein an: NABU Niedersachsen, Stunde der Wintervögel, Alleestr. 36, 30167 Hannover.

Steuergeld gespart

19. Oktober 2017

Wo gerade überall darüber berichtet wird, wie dramatisch der Schwund von Insekten hierzulande ist, gibt es auch gute Nachrichten! Es ist ein Fall bekannt geworden, bei dem eine deutsche Behörde Steuergelder gespart hat – und zwar das Bundesinstitut für Risikobewertung, das sich zu Glyphosat äußern sollte. Das Ergebnis-Papier hat einige Aktivisten dermaßen an die Argumentation des Glyphosat-Herstellers Monsanto erinnert, dass sie ein Plagiatsgutachten in Auftrag gaben. Ergebnis:

Es sei „offensichtlich, dass das BfR keine eigenständige Bewertung der zitierten Studien vorgenommen hat“, sagt Dr. Stefan Weber, der im Auftrag von GLOBAL 2000 ein Plagiatsgutachten erstellt hat. Über „zahlreiche Seiten hinweg“ seien Textpassagen „praktisch wörtlich übernommen“ worden.

Ach naja, denkt man jetzt vielleicht, das werden unwichtige Randnotizen gewesen sein, nicht der Kernteil. Aber:

Das Kapitel zur Gentoxizität, also zur erbgutschädigenden Wirkung von Glyphosat, wurde sogar fast vollständig und fast wortwörtlich übernommen.

 

… Der Bewertungsbericht des BfR und damit die wissenschaftliche Grundlage für die von der EU-Kommission vorgeschlagene Zulassungsverlängerung von Glyphosat erfülle in wesentlichen Teilen die „Kriterien eines Textplagiats“.

Das BfR hat erklärt, man habe nur die Aussagen der Glyphosat-Hersteller dargestellt. Das sei eben im Rahmen der vorzunehmenden Risikobewertung die eigene Aufgabe des BfR. Nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ berücksichtigte das BfR aber die Hinweise auf Krebs bei Tierversuchen mit Glyphosat nicht ausreichend und verließ sich, so die SZ, bei der Analyse von Studien „offenbar zu sehr auf Angaben der Industrie“.

Und was sagt die EU dazu?

But Efsa’s Url also said that some of the criticism that members of the European Parliament have made of his agency are „hypocritical.“und

He referred to when MEPs* tell Efsa they should publish more studies, even though many of them are protected by intellectual property rights, because they are owned by private companies.

So ist das!? Die mit Steuergeldern bezahlten „Studien“ dürfen gar nicht veröffentlicht werden, weil die dafür zuständige Verwaltung sich nicht die Rechte zur Veröffentlichung hat vertraglich zusichern lassen? Unglaublich!

ZDF Heute.

Die [EU-]Behörde wies den Zeitungsbericht am Freitag umgehend zurück. Die Behauptungen seien ein „weiterer Versuch“, den von EU-Experten verfassten Bericht in Zweifel zu ziehen, erklärte die Efsa.

(* Mitglied des Europäischen Parlaments / ansonsten Quelle: Fefe)

Fledermäuse

20. September 2017

Im emsländischen Freren findet am kommenden Wochenende vom 23.- 24. September 2017 die 26. Tagung der Landesfachgruppe Fledermausschutz im NABU Niedersachsen statt. Zum Erfahrungs- und Informationsaustausch werden etwa 100 Fledermausspezialisten vor allem aus Niedersachsen erwartet. Im Mittelpunkt stehen am Samstag Fachvorträge zu vielfältigen Themen zum Fledermausschutz, bevor der Abend mit einem Fotovortrag von Dr. Erhard Nerger zu Landschaften und Tieren des Emslandes ausklingt. Am Sonntag findet eine Exkursion in das Hahnenmoor statt.

Alle Fledermausarten sind streng geschützt, sodass der Artengruppe im Rahmen von Planungen aber auch im Naturschutz mittlerweile vielfältige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Trotz der stetigen Schutzbemühungen sind die Tiere aber durch aktuelle Entwicklungen nach wie vor gefährdet. Ein gravierendes Problem ist beispielsweise der Rückgang der Insekten, die die Nahrungsgrundlage für Fledermäuse darstellen. Dr. Frauke Krüger wird diesen Aspekt in einem Vortrag näher beleuchten. Ein weiteres aktuelles Thema ist der „Fledermauszug“, zu dem es bezogen auf Offshore-Gebiete der Nord- und Ostsee einen Beitrag geben wird. Vor dem Hintergrund aktueller Windparkplanungen sind hier durch die Intensivierung der Forschung wichtige Erkenntnisse zu erwarten.

Weitere Fachvorträge widmen sich der Berücksichtigung von artenschutzrechtlichen Belangen im Rahmen von Planungsvorhaben, die im Zusammenhang mit Quartierverlusten stehen – wie dem Abriss oder der Sanierung von Gebäuden und dem Verlust von Höhlenbäumen. Es werden vielfältige Wege aufgezeigt, Beeinträchtigungen von Fledermäusen zu vermeiden oder möglichst gering zu halten sowie adäquat zu kompensieren.

Gastgeberin ist die Fledermaus-AG des NABU Emsland/Grafschaft Bentheim. Sie gibt einen Einblick in ihre langjährige Arbeit. Dass die Vernetzung der Fledermausschützer eine besondere Rolle spielt, wird in Vorträgen zu einem gemeinsamen niedersächsischen Erfassungsworkshop und einer deutsch-finnischen Kooperation deutlich. Weitere Beiträge zum Thema Echoortung und zu Tierschutzaspekten runden das Programm ab.

Veranstaltungsort ist die Alte Molkerei, Bahnhofstr. 79, 49832 Freren von 9 Uhr bis 18 Uhr.. Fledermausfreunde und weitere Interessierte sind herzlich willkommen. Anmeldungen noch möglich hier. Die Teilnahme am Samstag kostet 5,00 Euro pro Person.

(Quelle Nabu PM; Foto Pipistrellus Pipistrellus; Mnolf, CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported)