Batnight

20. August 2019

Fledermäuse sind nicht nur schaurig-schön, sondern auch bedroht. Knapp die Hälfte der in Deutschland heimischen Arten der Flugkünstler sind gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Um die ‚Schönen der Nacht‘ als faszinierend und schützenswert errlebbar zu machen, veranstaltet der NABU zusammen mit seinen europäischen Partnern zum 23. Mal die „Batnight“.

Leider setzt der Mangel an Lebensraum den Fledermäusen in Deutschland zu, insbesondere der Verlust von Wohnquartieren in alten Gebäuden und höhlenreichen alten Bäumen. Aber auch die intensive Landwirtschaft hat ihren Anteil mit dem rasanten Insektenschwund; alle 25 heimischen Fledermaus-Arten sind nämlich Insektenfresser.

Am 24. und 25. August können Groß und Klein bei über 200 Veranstaltungen in ganz Deutschland mehr über Fledermäuse erfahren und selber beobachten. Vom Salzhaff an der Ostsee bis zu den Berchtesgadener Alpen bietet die Batnight spannende Gelegenheiten, den fliegenden Säugetieren auf die Spur zu kommen.

Bei der Europäische Fledermausnacht oder „Batnight“ vermitteln Experten Ende August bei zahlreichen Exkursionen spannendes Wissen über Fledermäuse. Dabei werden mit sogenannten „Bat-Detektoren“ die Ultraschalllaute der Fledermäuse hörbar gemacht – ein ganz besonderes Erlebnis, gerade auch für Kinder! Hier die NABU-Batnight-Termine im Emsland:

Fr, 23. August, 20 – 22  Uhr
Batnight im Stadtpark Papenburg
mit Arnold Lind
Treff: Eingang an der Ems-Zeitung, Am Stadtpark 35, Papenburg


Fr, 23. August, 20 Uhr
Batnight am Dieksee Lingen-Laxten

mit Heiko Rebling und Thomas Weber,
Treff: Parkplatz der Jugendherberge, Lengericher Str. 62, Lingen (Ems)


Fr, 23. August, 21 Uhr
Fledermausnacht am Haselünner See
mit Thomas Fuchs
Treff: P am See „Seestern“, Am See 2, Haselünne; Kosten: 3€/0€*


Sa, 24. August, 20 Uhr
Batnight am Saller See
mit Heiko Rebling und Thomas Weber,
Treff: Parkplatz am Restaurant Saller See zwischen Freren  und Lengerich


*Der ermäßigte Preis gilt für NABU-Mitglieder und für Kinder bis 14 Jahren

Text: NABU

Bunt und schön und voller Leben
Naturgartenworkshop im Emslandmuseum
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 28b
Samstag, 17. Aug. von 11 – 16 Uhr
5 Euro (Eine Voranmeldung war unter Tel (0591) 47601 erbeten, aber vielleicht geht es ja auch ganz spontan…)

Gemeinsam mit der Naturschutzstiftung startet das Emslandmuseum Lingen am 17.8. (Sa., 11-16 Uhr) einen neuen Naturgartenworkshop. Eingeladen sind alle, die sich für Gärten und Natur interessieren. Als Mittagsimbiss präsentiert „Kräuterhexe“ Maike Hoberg von der Naturschutzstiftung Emsland Fingerfood aus Unkraut. Auch die Insektenausstellung im Emslandmuseum kann im Rahmen des Naturgartenworkshops besichtigt werden.

Das Programm beginnt mit einem kurzen Blick auf die kulturhistorische Dimension von Gartenbau und Gartenkunst. Einst ging es darum, der „wilden Natur“ durch Zäune und Hecken ein Stück Kulturland für die intensive Produktion von Nahrungsmitteln und Heilpflanzen abzuringen. Spätestens mit der Renaissancezeit erwachte auch die Begeisterung für Blüten und Früchte aus exotischen Ländern. Ziergärten entstanden, um sich an den Pflanzen zu erfreuen und die neuen Kenntnisse der Botanik zu dokumentieren. Heute dienen Naturgärten dazu, der Natur in einer hochentwickelten Kultur- und Stadtlandschaft Reservate für Pflanzen und Tiere zu bieten. Insofern hat sich die Idee des Gartens hier einmal komplett umgekehrt. Gleichzeitig bietet der Naturgarten aber auch wertvolle Lebensmittel und gesunden Umgang mit der Natur.

Bei einer kleinen Exkursion zu einem Naturgarten in der Innenstadt gibt es schon unterwegs am Wegesrand viele Wildkräuter zu entdecken. Sie bilden die Lebensgrundlage für Insekten, die dann selber wieder als Nahrung für Vögel und andere Tiere dienen. Solche ökologischen Zusammenhänge funktionieren nicht nur im Wald und in der offenen Landschaft, sondern auch in einem urbanen Umfeld. Gärten, Parks und Wegesränder, ja selbst kleine Vorgärten und Bauminseln bilden hier einen wertvollen Lebensraum – oder eben auch nicht. Eine erfahrene Naturgärtnerin berichtet vor Ort über die langjährigen Erfahrungen mit ihrem Garten. Außerdem gibt es noch Tipps für die Anlage von Naturgärten sowie den Bau von Nisthilfen und Insektenhotels. Und an einem Informationsstand kann man jede Menge Material rings um das Thema Naturgarten und Naturschutz erhalten.
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Text: Stadt Lingen, Foto: Naturgarten in Herbrum, Emsland, ein Foto von Frank Vincentz, GNU CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported

etwas Tolles?

25. Juli 2019

Auf keinen Fall wollte gestern die CDU im Lingener Stadtrat eine Resolution verabschieden, in der unsere Stadt den „Klimanotstand“ ausgerufen hätte. Bündnis’90/Die Grünen hatten die Entschließung eingebracht. Klimaschützer unterstützten im Ratssitzungsaal uas Anliegen in der Einwohnerfragestunde. Es war vergeblich.

Der „Klimanotstand“, der nach dem Willen der Grünen hätte verabschiedete werden sollen, ist längst bundesweit in vielen kommunalen Räten beschlossene Sache – beispielsweise in Münster mit den Stimmen der CDU oder jüngst auch in Frankreich, wo gar die Nationalversammlung in Paris den (nationalen) „Klimanotstand“ beschlossen hat.

Der „Klimanotstand“ hat keine fest definierten Konsequenzen für die Bürger/innen einer Kommune. Sie geht damit nur eine Selbstverpflichtung ein, in Zukunft bei allen Entscheidungen den Klimaschutz mit höchster Priorität zu berücksichtigen, zum Beispiel in der Verkehrspolitik, beim Wohnungsbau oder bei der Energieerzeugung.

Der Stadtrat hätte sich bei einem Ja zum Grünen-Antrag auch regelmäßig mit den Auswirkungen und Folgen der CO2-Emissionen befassen und der OB den Rat über die Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen informieren. müssen; das vor drei Jahren einstimmig (aber ohne jegliche Konsequenzen) beschlossene städtische „Klimaschutzkonzept“ wäre nachhaltig umzusetzen und auch regelmäßig zu überarbeiten  gewesen.

Ein „Klimanotstand“-Beschluss hätte also konkret bedeutet, dem Schutz des Klimas höchste Priorität bei allen kommunalen Entscheidungen zu geben. Doch genau das wollte die CDU-Ratsmehrheit gerade nicht und versteckte ihre Absicht in einem Änderungsantrag und hinter einer von ihr juristisch geführten Debatte um den Notstandsbegriff, um den es aber gar nicht ging. Das Papier der Grünen lehnte die CDU aber nicht nur wegen der Verwendung bzw. Nichtverwendung des Wortes „Klimanotstand“ ab, wie sie glauben machen wollte.  Sie schreckt offenbar vor echten Klimaschutz-Konsequenzen zurück; sie will vielmehr wieder alles relativieren. Man erkennt dies an Schlüsselstellen ihres Papiers. So heißt es im Resolutionentwurf der Grünen:

„(Die Stadt Lingen (Ems))…

  • berücksichtigt ab sofort die Auswirkungen auf das Klima bei jeglichen Entscheidun-gen. Es werden diejenigen Lösungen bevorzugt, die möglichst stark den Klima-, Umwelt- und Artenschutz berücksichtigen und den Klimawandel und dessen Fol- gen abschwächen…“

Im CDU-Papier liest man stattdessen schön formuliert:

„(Die Stadt Lingen (Ems))…

  • wird verstärkt bei Entscheidungen die Lösungen bevorzugt, die möglichst stark den Klima-, Umwelt- und Artenschutz berücksichtigen und den Klimawandel und dessen Folgen abschwächen…“
Kurzum: die CDU will lediglich verstärken, nicht wirklich ändern und formuliert daher  Hintertüren zu einer konsequenten Klimapolitik, die wir alle unbedingt beötigen. Angesichts dessen resignierten die Grünen gestern und zogen ihr Papier zurück, das dann aber nach kurzer Sitzungsunterbrechung und Beratung zwischen den Minderheitsfraktionen SPD, Grüne und BürgerNahen als SPD-Entwurf zur Abstimmung gestellt wurd, doch  dabei dem CDU-Papier unterlag, für das sich der OB ebenso aussprach wie FDP-Mann Beeck, der u.a. auf China und Indien verwies, deren Politik viel klimafeindlicher sei. 

Was das bedeutet, kann man  konkret belegen. Ein krachender Anti-Klima-Beschluss kam nämlich keine 15 Minuten, nachdem der Stadtrat abgestimmt hatte. Im nicht-öffentlichen Teil beschloss der Stadtrat, knapp 4 Hektar Wiesen- und Ackerland südlich des Mühlenbaches und nördlich des Dieksees durch die städtische GEG zu kaufen, um diese Fläche (Foto lks) künftig mit etwa drei Dutzend Einfamilienhäusern zu bebauen. Mit der Priorität für Klimaschutz hat dieser Natur- und Flächenverbrauch vor den Toren der Stadt erkennbar nichts zu tun. 

Herbrumer Naturgarten, Herzogstraße in Herbrum, Papenburg, von Frank Vincentz  CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported„Im Garten atmet die Zeit freier “
Vortrag von Bernward Rusche
Lingen (Ems) – Kunsthalle, Kaiserstraße 10a
Dienstag, 25. Juni 2019 – 19.30 – 21.30 Uhr
Kosten 6 Euro, 4 Euro für Mitglieder und ermäßigt, Studierende frei!

„Im Garten atmet die Zeit freier…“ – dieses Zitat der großen Rose Ausländer ist der Titel des Vortrages von Bernward Rusche, NABU Emsland-Süd, am kommenden Dienstag in der Kunsthalle.

Insekten, Vögel, Pflanzen verschwinden. Aber wir können diese Entwicklung noch aufhalten. Naturnahe Gärten in denen nicht nur die Zeit „befreit“ ist, sind ein Beitrag dazu. Tipps für das richtige Maß zwischen Gestaltung und „laissez faire“ gibt es an diesem Abend vom Gartenexperten Bernward Rusche.


(Foto: Herbrumer Naturgarten, Herzogstraße in Herbrum, Papenburg, von Frank Vincentz  CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

brummt

19. Juni 2019

Die Nachrichten vom Insektensterben haben einen regelrechten Boom an Insektenhotels ausgelöst – und das ist auch gut so. Allerorten sind Schulen, Vereine und Privatpersonen engagiert für die Wildbienen. „Bei der Ausstattung der Nistwände werden allerdings häufig Fehler gemacht“, sagt Gerhard Schaad (NABU). Dann werden die oft mit viel Aufwand errichteten Nistwände kaum besiedelt. Eine gut ausgestaltete Nisthilfe kann hingegen über Jahre hinweg vielen Insekten als Eiablageplatz dienen. Dem Besitzer eröffnen sich dadurch immer wieder spannende Einblicke in das Leben der Insekten. Gerhard und Karin Schaad (NABU) haben deshalb jetzt in einem Faltblatt zusammengestellt, wie man es richtig macht und welche Fehler vermieden werden sollten:

  • Für Holzelemente sollte abgelagertes, rissarmes Laub-Hartholz verwendet werden, Buche ist besonders gut geeignet.
  • Achten sollte man auf saubere glatte Bohrungen von 2 – 10 mm Durchmesser. Die Bohrungen sollten so tief wie möglich in die Längsseite des Holzes gebohrt werden und hinten geschlossen sein.
  • Ebenfalls geeignet sind glatte Röhrchen aus Pappe, Bambus oder Strohhalme. Diese müssen hinten verschlossen werden, etwa mit Gips, und können in Bündeln in Konservendosen oder Lochziegel gesteckt werden.
  • Besonders gern werden Lehmblöcke angenommen. Diese können vorgebohrt sein oder werden selbst von den Insekten angebohrt.

Ungeeignet, aber leider oft in den Insektenhotels anzutreffen sind rissige Nadelhölzer, Weichhölzer, Ziegel mit zu großen, scharfkantigen Löchern, Tannen- und Kiefernzapfen, Stroh sowie gequetschte oder gespaltene Halme. Sind solche Materialien verbaut worden, rät der NABU, diese einfach gegen besser geeignete Elemente auszutauschen, der Besiedlungserfolg stellt sich dann in den Sommermonaten sehr schnell ein.

Ein Schutzgitter vor der Nistwand muss nur dann angebracht werden, wenn Vögel sich an der Nisthilfe zu schaffen machen. Das Gitter sollte einen Abstand von 3 cm zur Nisthilfe haben. Ein sonniger, windstiller und trockener Aufstellort ist optimal.

Selbstverständlich kann ein Insektenhotel nur dann Erfolg haben, wenn es in der Umgebung ausreichend pollenspendende Pflanzen, also heimische Stauden und Blütensträucher, gibt. Dann brummt‘s im Insektenhotel.

Das Faltblatt mit noch mehr Tipps sowie einem Rezept für die richtige Lehmmischung für Nistwände ist kostenlos beim NABU erhältlich und steht unter www.nabu-emsland.de neben anderen Materialien zum Download bereit (Rubrik Natur im Garten). Alle Materialien können auch angefordert werden beim NABU, Postfach 1621, 49706 Meppen.

Wildbienenfreunde können sich übrigens schon einmal den 19. September vormerken. In der Cafeteria des St. Vitus Werk in Meppen veranstaltet der NABU einen Vortrag mit dem Wildbienenexperten Hermann Hunfeld (Dortmund).

(Text PM NABU; Fotos: Wildbiene, © Heinrich Hachmann; Insektenwand, © Gerhard Schaad)

 

Klima-Gruppe Emsland

27. Mai 2019

Klima-Gruppe Emsland
Erstes Treffen und Gründung
Lingen (Ems) – Litfass, Clubstraße 5
Dienstag, 28. Mai – 19 Uhr

„Auf der ganzen Welt bewegt sich was, Gruppen und Organisationen rufen zu mehr Nachhaltigkeit und einem bewussten und gerechten Umgang mit dem Planeten auf. Fridays for Future stehen jede Woche weltweit mit großen Gruppen auf der Straße.

Im Emsland ist bisher noch nicht so viel los. Das wollen wir ändern, wie das stattfinden kann das wollen wir gemeinsam mit euch im Litfass besprechen. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist riesig: Workshops, Stadtspaziergänge, Sommercamps, Demos, Filmabende, und mehr. „

Zauneidechsen

22. Mai 2019

Zauneidechsen am Wachendorfer See
Exkursion des NABU
mit Tobias Suntrup, Peter u. Kerstin Kattke.

Lingen (Ems) – Parkplatz Wachendorfer See
Samstag, 25. Mai 2019 – 10 Uhr

Kosten: 3€ (NABU-Mitglieder und Kinder bis 14 Jahre frei)

Die Zauneidechse ist streng geschützt. Sie ist eine wärmeliebende Reptilineart und lebt in Niedersachsen vor allem in den Sandgebieten der Geest und auf den Kalkhalbtrockenrasen im südniedersächsischen Hügel- und Bergland. In den durch intensiven Ackerbau geprägten Börden ist die Zauneidechse heute sehr selten. Aber am Wachandorfer See findet sich diese einzigartige Reptil. Mehr...

Wo ist eigentlich der junge Uhu geblieben, der vor einem Jahr oder mehr versuchte, an der Bonifatius-Kirche heimisch zu werden? Vielleicht gibt es hier Aufklärung:

Stadtvögel – Wer zwitschert da vom Dach?
Lingen (Ems), Burgstraße 21
Samstag, 27. April 2019 – 8.00 – 10.00 Uhr

Am nächsten Samstag gibt es die nächste Vogelstimmen-Wanderung des NABU für Kinder und Erwachsene durch die Grünbereiche und Straßen der Lingener Innenstadt mit dem Experten Bernward Rusche. Treffpunkt ist um 8.00 Uhr der (leider seit dem Verschwinden des Uhu trockengelegte) Brunnen vor der St. Bonifatius Kirche in der Burgstraße 21.

(Foto: Uhu, von tintenreich auf pixabay)

Gärten des Grauens

8. April 2019

Niedersachsens Ex-Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) sagte vor ein paar Tagen Selbstverständliches: „Insekten und andere kleine Tiere brauchen Nahrung. Zubetonierte und zugeschotterte Gärten des Grauens lassen unsere Natur jedoch verarmen. Dies ist nach der Bauordnung nicht zulässig. Freiflächen müssen begrünt sein. “ Meyer informierte konkret: „Nach § 9 Abs. 2 der Niedersächsischen Bauordnung  ‚müssen nicht überbaute Flächen der Baugrundstücke Grünflächen sein, soweit sie nicht für eine andere zulässige Nutzung erforderlich sind.“ Von Schotteraufschüttungen, die nach unten mit Folie abgesperrt sind, lese ich im Landesbaugesetz nichts.

Diese, meist nur vor den Häusern entstandene Gestaltungsform heißt euphemistisch „Steingarten„, und wird in ganz Deutschland immer zahlreicher. Tatsächlich sind sie bloß „Gärten des Grauens. Gärten des Grauens enthalten wenig oder gar keine Pflanzen. Häufig werden zudem Neophyten -also importierte Pflanzen, die hier zuvor nicht heimisch waren, gepflanzt, die sich dann außerhalb ausbreiten und die heimischen Pflanzen verdrängen.

Die modischen Kiesschüttungen sind folglich schädlich, weil gerade Vorgärten und kleine Grünflächen besondere Bedeutung für die Artenvielfalt haben, und sie beeinflussen negativ das Klima in der Stadt. „Sie bilden“, informiert der NABU, „ökologische Trittsteine für Pflanzenarten, Insekten und Vögel, die auf der Suche nach Nahrung und Nistplätzen von Trittstein zu Trittstein wandern. Grünflächen liefern saubere, frische Luft. Kies- und Steinflächen heizen sich dagegen stärker auf, speichern Wärme und strahlen sie wieder ab. Für das Stadtklima wird die Zunahme an Kies- und Steingärten zum Problem, vor allem, wenn zusätzlich notwendige Kaltluftschneisen durch neue Bebauungen wegfallen. Zudem stammen die Steine meist nicht aus dem heimischen Steinbruch, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit aus China oder Indien.“ Die Arbeitsbedingungen dort sind bekanntlich katastrophal.

Bauherren müssen aber nicht nur die Vorschriften der Bauordnung beachten. Sie müssen sich außerdem auch an das örtliche Baurecht halten, das in den Bebauungsplänen steht. Hier können, sagt der NABU,  auch Städte und Gemeinde die Gestaltung von Freiflächen festlegen, beispielsweise die Menge an Laubbäumen. Da ist in unserer Stadt noch nichts geschehen, auch wenn das Thema vor sechs Wochen selbst die „Ortsbürgermeisterdienstversammlung“ erreichte.

Es wird Zeit, dass sich das ändert. Warum, zeigt eindrucksvoll dieser SWR-Beitrag aus dem vergangenen Sommer:

Die Gärten des Grauens sind übrigens nicht einmal sonderlich pflegeleicht, wie ihre Eigentümer meinen, weiß der NABU: „Wer seinen Garten mit Steinen abdeckt und ein Vlies unter die Steinschicht legt, erwartet wenig Arbeit, da Rasenmähen, Gießen und Unkraut jäten wegfallen sollen. Doch auch im Steingarten gibt es immer etwas zu tun. Blätter fallen auf die steinernen Flächen und müssen abgesammelt werden, denn sonst siedeln sich in den Steinfugen Gräser und Pflanzen an. Ebenso bildet sich Moos auf den Steinen, wenn diese nicht regelmäßig gereinigt werden. Ein naturnaher Garten würde genauso viel oder wenig Arbeit machen „Heimische Pflanzen brauchen, im Gegensatz zu standortfremden Pflanzen, weniger Pflege. Außerdem locken sie Schmetterlinge, Hummeln und Vögel in den Garten. Wer seinen Garten standortgerecht plant, schafft ein Stück Natur und trägt zur Artenvielfalt bei“, sagt NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb.“

(Quelle: SWR, NABU, PM Meyer, Foto: NABU)