Neuer Sensor

4. Juni 2020

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) will Messwerte an der Wetterstation in Lingen (Ems) jetzt überprüfen und zwar mit einem zusätzlichen Sensor, weil dort auffällig viele Hitzerekorde gemessen werden. Das berichtete heute der NDR. Mit dem zusätzlichen Fühler wollen die Meteorologen mögliche Ursachsen für die gemessenen Extremwerte finden, so ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. In Lingen waren zuletzt in dieser Woche 30,7 Grad gemessen worden – die höchste Temperatur bundesweit.

Im kommenden Jahr soll eine neue Wetterstation in Lingen eingerichtet werden. Das hatte der DWD allerdings schon vor 10 Jahren angekündigt. Die Wetterstation soll im östlichen Ortsteil Baccum-Münnigbüren der Stadt entstehen.

 

 

Goldenes Buch

28. Mai 2020

Nach 98 Tagen trat gestern erstmals wieder der Stadtrat in Lingen (Ems) zusammen. Getagt wurde wegen des zu wahrenden Corona-Abstandes untereinander in der Halle IV. Leider wurde die Sitzung nicht gestreamt. Das wäre -so denke ich- sehr informativ gewesen; denn der räumlich Abstand zwischen den Ratsmitgliedern stand in einem greifbaren Gegensatz zu den deutlichen werdenden inhaltlichen Gemeinsamkeiten.

Hinter dem Rat lag gestern jedenfalls eine lange Zeit der Abstinenz, in der ab Mitte März lediglich 14tägig der Verwaltungsausschuss unserer Stadt tagte und zwar nicht-öffentlich, wie es das Kommunalverfassungsrecht in Niedersachsen vorsieht. Dort gab es durchweg konstruktive Beratungen, wenn auch zu wenig nach vorn gerichtet. Die SPD hatte für die gestrige Ratssitzung einen Bericht des OB Krone zum Thema Lingen und Corona angefordert und dazu einen umfangreichen Fragenkatalog vorgelegt, der hier nachgelesen werden  kann. Nach dem Bericht des OB, der sicherlich zeitnah in der Lokalzeitung wiedergegeben und hier dann per Link nachgetragen wird, gab es dann eine kurze Debatte über das, was war, und das, was sein wird. Dabei habe ich für unsere Fraktion „Die BürgerNahen“ dies erklärt:

Die eben geäußerte Kritik trifft nicht zu, dass die Kommunalpolitik in der Corona-krise kaltgestellt war. Nicht nur die Union hat vielfach online beraten, auch wir in der BN haben acht Videokonferenzen geführt und dabei vielfältige Aspekte des Themas Corona und Lingen diskutiert.

Außerdem gab es die VA-Diskussionen der letzten Wochen. Allerdings waren sie –dies sei als Kritik gestattet- doch im der Rückschau zu beschreibend und zu statisch. Ich bin überzeugt: Wir müssen in der Krise grundlegende Diskussionen führen, wie es weiter gehen soll. Diskussionen wie sie im Projekt „Lingen 2030 „angekündigt war. Unsere Frage muss sein: Geht es so weiter wie bisher oder welche Dinge müssen wir ändern? Hat bspw. die Art, wie wir bisher die Dinge angegangen sind, auch etwas mit der Corona-Pandemie zu tun? 

Erste Ideen der BürgerNahen für einen solchen, grundsätzlicheren Blick sind:

  1. Lasst uns die Finanzen in den Blick nehmen:

Stefan Heskamp (CDU) hat Ende März darauf hingewiesen, dass wir jahrelang gespart haben, und jetzt investieren können und müssen, dass wir als kommunaler Auftraggeber unseren Beitrag leisten und in der Krise zuverlässig sind.

Oder wie es Uwe Hilling (CDU)  zu recht gesagt hat, wir müssen jetzt antizyklisch handeln. Das sehen wir genauso.

Zuschüsse vom Bund für Infrastruktur: Der „Rettungsschirm für die Kommunen“ muss kommen. Er wird in Berlin gerade leider von den C-Parteien blockiert. Das darf nicht sein. Die CDU-Fraktion ist aufgerufen, in der Frage aktiv zu werden.

Was auf keinen Fall passieren darf ist, dass die finanziell besser dastehenden Kommunen die anderen durch eine Umlage unter den Städten und Gemeinden finanzieren und die Kommunen den finanziellen Ausfall selbst ersetzen.

Wir haben anhand der Zahlen, die in den Medien kursierten, nachgerechnet und kalkulieren jedenfalls mit Einnahmeverlusten von etwa 11 Mio Euro in unserer Stadt.

Daher ist der Nachtragshaushalt unbedingt notwendig. Auch der ist von der Kämmerin bereits in der ersten VA-Sitzung während der Krise mit klaren Worten angekündigt worden. Unsere Bitte an die Kämmerin: Bitte nennen Sie bald Orientierungsdaten, auch wenn das schwierig ist. Doch wenn es einfach wäre, brauchten wir Sie ja nicht, Frau Kämmerin.

Eine wichtige Frage in dem Zusammenhang: Welchen Beitrag leisten unsere  Stadtwerke?!

 

2.1 Lasst uns die Infrastruktur modernisieren und ausbauen

Digitalisierung  voran bringen und dazu zum Beispiel Glasfaserkabel auch im Stadtzentrum verlegen, wo weiterhin nur  „Helmut-Kohl-Kupferkabel“ liegen.

2.2 Verkehrspolitik

Der OB hat eben leider nur über Autos und Parkhäuser gesprochen. Aber dabei zu wenig über den ÖPNV und  Zugverbindungen und gar nicht über Fahrradfahren

2.3 Klimapolitik. Der Begriff Klima ist heute nicht gefallen. Wir müssen ihn aber aufgreifen und bspw. über Flächenverbrauch  reden und fragen: Was hat das mit der jetzigen Krise zu tun.?

2.4  Schließlich dürfen wir auch lokal keine neue Probleme schaffen oder gar Blockaden zulassen:

Ein Beispiel, um Einfluss zu nehmen: Es darf keinen Sparkassenneubau am Markt mit einer fast 2 Jahre währenden Großbaustelle im Stadtzentrum geben, die Große Straße, Burgstraße und den Markt abhängen wird. Das geht nicht, und wir müssen von der regionalen Sparkasse eine andere Art des Bauens fordern, also Vorgaben machen, die weitere Schäden im Einzelhandel vermeiden, wie sie bei der jetzigen Planung zwangsläufig der Fall wären.

  1. Vor allem müssen wir die Menschen in den Blick nehmen:

3.1. Alte Menschen in Heimen  sind in einer besonders schwierigen, ernsten Lage: Da zeigt sich ein besonders großes Defizit; denn die Situation in den Altenheime ist absolut beschämend, wie Edeltraut Graeßner (SPD) es eben sinngemäß gesagt hat. Das Leben in einem Seniorenheim darf doch nicht so sein wie das Leben hier nebenan, also ein Haus weiter im Knast!

Unsere Bitte: Der OB sollte die Leitungen der Lingener Altenheime einladen und gemeinsam sollten wir alle nach Lösungen und Verbesserungen suchen.

3.2 Junge Menschen sind ebenfalls stark betroffen. Daher ist das vom Ministerpräsidenten angekündigte Öffnen des Regelbetriebs in den Kitas so wichtig und  wir brauchen im Sommer ein vielfältiges Ferienprogramm.

3.3 Bitte behaltet auch die Soloselbständige im Blick und wir müssen ihnen zB durch Aufträge durch die Stadt helfen.  Das sind dann

  1. a) Dozenten in VHS, in Kunstschule und Musikschule
  2. b) Kulturselbständige födern und damit die so wunderbar vielfältigen Kulturstrukturen erhalten
    Die Gelder stehen ja im laufenden Haushalt bereit.

3.4 Schließlich: Was ist mit unseren Vereinen? Im Kulturbereich gibt es seit gestern oder heute vom Land Niedersachsen über die NBank ein Förderprogramm für gemeinnützige Kulturvereine. Allerdings ist die federführende NBank bekanntlich ausgesprochen bürokratisch. Da müssen wir also genau hinsehen.

Und was ist mit den Sportvereinen in unserer Stadt? Im Sportausschuss nächste Woche sollte über die Folgen der Corona-Krise für die Lingener Sportvereine berichtet werden. Dann müssen wir sehen, was wir als Stadt da tun können.

  1. Und noch eine Idee, die der BN am Herzen liegt

und die Annette Wintermann (CDU) bereits in der ersten Corona-Sitzung des VA Ende Märzvorgeschlagen hat. Wir sollten sie umsetzen: Lasst uns Prof. Dr. Christian Drosten einladen, damit er sich in das Goldene Buch unserer Stadt einträgt. Das ist für uns eine Ehre, denn schließlich ist er hier geboren.“

(Foto: Giebel des Hist. Rathauses Lingen von © milanpaul via flickr)

 

 

sehr lokalkoloriert

7. Mai 2020

Gestern habe ich über regionale Urlaubsalternativen statt Malle geschrieben und mich dabei über die Lustlosigkeit der Emsland Tourismus GmbH in Meppen in ihrem Beitrag über Wandern in Schepsdorf gegrämt. Lest mal. Meine Erkenntnis: Nur flottes Layout ist nicht genug. Daher hier meine kleine, emotionale und lokalkolorierte Antwort:

Einen Gruß an die etwas meppenlastig erscheinende Emsland-Tourismus GmbH am Sitz des Landkreises in 49716. Mein Rat: Bitte kümmert Euch etwas besser um Eure Wander-Empfehlungen.
Der empfohlene Schepsdorfer Wanderweg durch die Elberger Schlipse [Zugereiste sagen übrigens immer besonders korrekt und wie im 14. Jahrhundert Slipse oder -schlimmer- wie im 21. Jahrhundert „Wanderweg 4“] beginnt niemals mittendrin an einem Parkplatz unterhalb der B 213-Alexanderbrücke, wo der von Friedel Kunst gestaltete heilige Alexander, der Namenspatron der fast 1.000 Jahre alten Schepsdorfer Kirche, achtgibt  Dieser uralte Weg beginnt und endet immer (!) am oder besser im Gasthaus Hubertushof in Schepsdorf, wo man vorher oder (besser) hinterher auf sein müdes Haupt betten kann. Gestartet wird die Wanderung am Garten des Hubertushofs entlang über den Esch Richtung Ems, nach rund 1,8 km unter der Alexanderbrücke hindurch und bis zur Kreuzung an der kleinen Gaststation nach weiteren 1,2 km, wo es aber links abgeht und nicht rechts, liebe Emsland-Tourismus GmbH (wir sehen, was beschränkte Haftung auch bedeuten kann…). Die Strecke ziehe ich derjnigen vor, die von der Emsland Tourismus empfohlen-vorgeschlagenen Hin-und-Her-Abkürzung zu Schloss Herzford wird; denn  Schloss Herzford zwar ausgesprochen schön anzusehen ist, aber -ganz im Gegensatz zur Bauphase um 1720 – keine Beköstigung vorhält. Das ist auf dem durch den Wald führenden Weg an der Ems deutlich anders! Zunächst findet sich nach etwa 1 km linker Hand hier am westlichen Emsufer  (und nicht auf der östlichen Emsseite, wie die Emsland Tourismus GmbH schreibt)  der mächtige, vor 10 Jahren wieder ausgegrabene Ikenstein; 500m weiter folgt der ehemalige Gasthof Bösker, den früher Clemens und Lenchen Bösker betrieben und wo es den besten strammen Max im ganzen Emsland gab; jetzt ist dort (Postadresse Elbergen Nr. 1) schon seit einiger Zeit -ich glaubte es zuerst nicht- ein japanisches Restaurant entstanden: Der Besuch ist ein Muss, denn dort gibt es die köstlichsten Sushi in Niedersachsens Westen.

Statt rechts ab und zurück zum für den Wanderermagen frugalen Schloss Herzford kann man hinter Tempura Sushi zum Wasserfall laufen. Es sind nur etwas mehr als 100m. Leider haben vor etwa 15 Jahren ebenso dumme wie treulose Beamte der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in und aus -Sie ahnen es- Meppen einen Teil der grundsätzlich unverkäuflichen denkmalgeschützten Schleusenanlage des Ems-Vechte-Kanals verkauft, und der neue Besitzer hat den uralten Weg an der Ems entlang blockiert. Doch irgendwie gelangt man auch vom Wasserfall auf die östlich grüßende Emsbrücke und von dort auf die nördliche Seite des Flusses, wo andere dumme Menschen gerade in diesem Frühjahr am Ende eines selten genutzten Abstellgleises mit Prellbock einen fulminanten Baum-und-Strauch-Kahlschlag vollführt haben. Man sollte dort erst gar nicht hinsehen, um sich nicht maßlos zu ärgern, sondern sich stattdessen links halten und auf den nächsten Kilometern von Gasthaus zu Gasthaus streben.

Erst geht er/sie/es also zum Café Alte Schleuse mit seinem wunderbaren Bauerngarten, von dort über die Sperrtorbrücke einige Schritte zurück zu Schepergerdes‘ Am Wasserfall und von dort dann gestärkt den Dortmund-Ems-Kanal entlang, bis jenseits der Grüne Jäger grüßt und einlädt. Nördlich an der Umgehungsstraße führt die Wanderung anschließend über die stark befahrene B213-Alexanderbrücke (ungemütliche 180m!) Richtung Westen und nach der Brücke rechts hinunter in die emstalige Ruhe und zurück Richtung Hubertushof. Sind Sie dort schließlich angekommen, haben Sie die klassische Strecke für Lingener*innen gewandert, wobei die wirklich klassische vom Bahnhof Elbergen über Bösker, Schievink, Schepergerdes und Grüner Jäger verlief. Aber Schievink ist schon lange nicht mehr und der Bahnhof Elbergen erst recht nicht; die wirkliche klassische Wanderstrecke ist also perdu. Die heutige kann sich aber sehen lassen; sie dauert allerdings schon wegen der notwendigen Einkehr in diverse Gasthäuser etwas länger, ich vermute einen Wandertag lang. Noch länger würde sie dauern, wenn man nach 3 km  -s.o.- nicht links sondern rechts abgebogen wären. Doch wer hört schon als Lingener*in auf Meppener Orientierungshinweise?

Persönlicher Bonus-Nachtrag:
In seinem Hubertushof wartet beim Eintreffen des Wanderers bereits Wirt Hubert Neerschulte, wenn man Glück hat und er nicht seinen Ehrenämtern in Stadt- und Ortsrat nachgeht, und erzählt dann vielleicht die Geschichte vom größten Bierexperten der Region, von Köpi und Rolinck, wenn Du  1.) ein leckeres Essen mit Getränk bestellst, dann 2.) von mir grüßt, ihn 3.) nach der Bier-Geschichte fragst und ihm 4.) strengste Verschwiegenheit zusicherst. Sie ist allerdings schon sehr lokalkoloriert, die Geschichte, aber doch für uns Lingener*innen auch sehr fein. Sie werden lächeln.
(Foto oben: Schloss Herzford; CFamduling – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland“; Foto unten: Schepsdorfer Gastwirt Hubert Neerschulte, via Twitter)

Blaumeisensterben

29. April 2020

Die Hauptursache des Blaumeisensterbens ist geklärt. Das Bakterium Suttonella ornithocola führt dazu, dass vor allem bei Blaumeisen, aber auch anderen Meisenarten und kleinen Singvögeln die Augen verkleben, das Kopfgefieder ausfällt, die Tiere Atemprobleme haben, zum Teil einen unstillbaren Durst zu haben scheinen, apathisch wirken und vielfach am Ende versterben. Es liegt nahe, dass die Krankheit besonders dort übertragen wird, wo viele Vögel aufeinandertreffen. Daher rät der NABU grundsätzlich dazu, bei Beobachtungen von einem kranken Vogel an einem Ort, Vogelfütterungen und die Bereitstellung von Tränken sofort für drei bis vier Wochen einzustellen – sozusagen als „Social Distancing“ für Vögel.

Der NABU hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, kranke oder tote Blaumeisen zu melden. Über 16.500 Meldungen bundesweit sind bereits eingegangen. „In unserer Region reichen die Meldungen von Bad Bentheim bis Emlichheim und von Spelle über Meppen und Werlte bis Papenburg, so dass die Krankheit flächendeckend in beiden Landkreisen verbreitet zu sein scheint“, so Katja Hübner vom NABU-Regionalverband. Viele Detailfragen zu der Krankheit sind aber noch offen. So scheint der Höhepunkt der Epidemie jetzt bereits überwunden zu sein. Um zu prüfen, ob das stimmt, bittet der NABU weiter um Meldungen hier .

Damit betroffene Vogelbestände sich möglichst schnell wieder erholen können, ist es wichtig, den überlebenden Vögeln möglichst gute Bedingungen für die anstehende Brutzeit zu bieten. Das erreicht man am besten durch einen möglichst vogelfreundlichen und naturnahen Garten mit vielen blüten- und früchtenreichen Pflanzen und ohne Gifteinsatz.


(Foto: Blaumeise, von Maximilian Dorsch CC BY-SA 3.0)

Eine mysteriöse Vogelkrankheit macht derzeit vor allem Blaumeisen zu schaffen. Nach dem gehäuften Aufkommen von Meisensterben im Oldenburger Land hat die Erkrankung offenbar noch mehr Tiere befallen. Laut Naturschutzbund Niedersachsen (NABU) wurden deutschlandweit inzwischen 8.000 erkrankte oder verstorbene Vögel gemeldet. Niedersachsen registerierte mindestens 1.200 Fälle. „Die Tiere sind offenbar von einer bislang nicht identifizierten, aber für Singvögel vermutlich sehr ansteckenden Krankheit betroffen“, sagte NABU-Sprecher Matthias Freter.

Der NABU rief erneut dazu auf, tote oder erkrankte Meisen zu melden und Fotos einzusenden. „Entscheidend ist jetzt, den Krankheitserreger schnell zu identifizieren. Daher müssen tote Tiere von Experten untersucht werden“, sagte Freter.

(Foto: Blaumeise, von Maximilian Dorsch CC BY-SA 3.0)

Der Osterhase

8. April 2020

Der BUND widmet sich in diesem Monat dem Feldhasen, gern auch mit dem Namen Osterhase geschmückt , und schreibt:

Der Feldhase (Lepus europaeus) ist so bekannt, dass er nicht mit nur einem Namen auskommt. Meister Lampe, Mümmelmann, Krummer oder Löffelmann könnte man ihn auch nennen. Sein Ruhm begründet sich außerdem auf seinem Platz in Märchen, Fabeln und Redewen­dungen. Wer kennt nicht „Der Hase und der Igel“ oder wurde mal als Angsthase bezeichne

Letztendlich hat sich der Hase das ja auch selbst zuzuschreiben – immer scheu, schnell und wendig beim Wegrennen und dazu diese langen Löffel, welche die bis zu 15 Zentimeter langen Ohren bezeichnen.

Kein Leichtgewicht
Aber zu den Fakten: Der Hase ist ein Säugetier, ist bis zu 68 Zentimeter lang, hat ein stolzes Gewicht von bis zu sechs Kilogramm und die Fellfarbe ist meist bräunlich mit einem cremeweißen Bauch. Im Vergleich dazu ist das Kaninchen mit ein bis zwei Kilogramm und nur 45 Zentimeter Länge ein Leichtgewicht.

Flink unterwegs
Große Sprünge machen? Für den Hasen mit seinen langen Hinterbeinen kein Problem! Bis zu drei Meter weit und zwei Meter hoch kann er springen und mit 80 km/h hängt er jeden Menschen garantiert ab. Wenn der Hase einmal rennt und Haken schlägt, blitzt nur das weiße Schwänzchen auf, das auch als Blume bezeichnet wird. Seine Tage verbringt Meister Lampe in einer flachen Mulde, der Sasse, von wo aus er abends auf Futtersuche geht. Als Vegetarier liebt er saftige Kräuter, Gräser, Kohlpflanzen, Knollen, Wurzeln oder auch die Rinde junger Bäume, um seine Schneidezähne kurz zu halten. Teile seines Kots nimmt der Mümmelmann wieder auf, um seinen Vitamin B1-Bedarf zu decken. Jetzt im Frühling, zu Beginn der Paarungszeit, ist der Hase auch tagsüber aktiv und auf Wiesen und Äckern zu beobachten.

Paarungszeit
Welcher Rammler zum Hasenvater wird, entscheidet Frau Löffelmann. In Wettläufen und Boxkämpfen muss die körperliche Fitness bewiesen werden, wobei er sich damit nur einen Platz als Samenspender erkämpft, paart die Häsin sich doch oft mehrmals. So können sich in ihrer Gebärmutter mehrere Embryonen unterschiedlicher Entwicklungsstadien mit unterschiedlichen Vätern befinden.

Ebenso interessant, aber wahrscheinlich nicht unerwartet ist, dass Hasen mit ihren langen Löffeln ausgezeichnet hören können. Doch wussten Sie, dass die Tiere auch gute Schwimmer sind?

Warum eigentlich Osterhase?
Jetzt aber endlich ans Eingemachte, den bisher wurde der Osterhase ja noch gar nicht erwähnt. Dieser Mythos kommt von seiner sprichwörtlichen Fruchtbarkeit. Eier waren schon von jeher ein Fruchtbarkeitssymbol und so wurde der Hase kurzerhand zum „Eierbringer“ erklärt.

Doch der Osterhase ist bedroht: Durch die Intensivierung in der Landwirtschaft verliert der Feldhase an Lebensraum und Nahrungsangebot. Gerade Hasenmütter brauchen vielfältige Pflanzenkost für energiereiche Milch für ihre Jungen – doch viele Äcker werden vollständig abgeerntet und Felder so angelegt, dass sie dem Feldhasen keine Versteckmöglichkeiten mehr bieten. Intensiver Maschineneinsatz gefährdet vor allem Junghasen, die auf ihre Tarnung vertrauen und sich in der freien Landschaft verstecken. Zudem vergiften in der Landwirtschaft eingesetzte Dünger und Pestizide die Nahrungsgrundlage des Löffelmanns.

Beobachtungstipp
Der Feldhase bevorzugt trockene, offene Flächen wie Äcker, Weiden oder Wiesen, wo man ihn jetzt zur Frühlingszeit nicht nur in der Morgen- und Abenddämmerung sondern auch tagsüber beobachten kann. Aber genau hinsehen muss man schon (Foto!, denn gut getarnt und bewegungslos an den Erdboden geschmiegt, kann man Meister Lampe leicht übersehen.


(Foto: Feldhase, Aufnahme von Hans Benn / Pixabay.com / Pixabay-License ; Foto unten: Hase an der Ems, von Debora Rusche-Marmouq auf FB )

Der Naturschutzbund (NABU) und mit ihm weitere Verbände und Vereine wollen in Niedersachsen das Volksbegehren Artenvielfalt zum Erfolg führen. Vorbild ist die erfolgreiche Initiative „Rettet die Bienen“ in Bayern. Das Volksbegehren im Süden konnte im Februar letzten Jahres in kürzester Zeit über 1,7 Millionen Unterschriften sammeln. „Das, was die Bayern konnten“, heißt es jetzt beim NABU selbstbewusst, „können wir in Niedersachsen schon lange“.
Der NABU: „Die Bewahrung und die Förderung der Artenvielfalt ist die wichtigste Aufgabe, wenn wir Menschen auf diesem Planeten eine Zukunft haben möchten.Der dramatische Rückgang von Bienen, Schmetterlingen, Amphibien, Reptilien, Fischen, Vögeln und Wildkräutern ist auch in Niedersachsen alarmierend. Deshalb sagen wir: Artenschutz ist keine Frage freiwilliger Absichtserklärungen – sondern für das Gesetzesblatt. Gemeinsam mit weiteren Trägern und vielen Unterstützern starten wir daher ein Volksbegehren zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen.“

Zentrale Punkte des Volksbegehrens lauten:

  • Ausbau des Biotopverbundes in Niedersachsen
  • Verbesserter Gewässerschutz wegen zu hoher Nitrat-Werte im Wasser
  • Erhalt von Dauergrünland
  • Verbesserung des Moorschutzes für den Arten- und Klimaschutz
  • Ausbau des Ökolandbaus
Etwa 610.000 Bürger*innen aus Niedersachsen müssten das Volksbegehren für mehr Artenschutz unterschreiben, damit es ein Erfolg wird. Das Volksbegehren kommt nämlich zustande, wenn es von mindestens 10 % der Stimmberechtigten unterstützt wird. Als Zahl der Stimmberechtigten gilt dabei die Zahl der Wahlberechtigten der letzten Landtagswahl; das waren 6.098.379 Männer und Frauen in unserem Bundesland, davo übrigens 41.680 Stimmberechtigte in Lingen (Ems). In unserer Stadt müssten also beispielsweise etwa 4.200 Stimmen gesammelt werden. Das wird viel ehrenamtliche Arbeit, aber eine, die Erfolg verspricht!
Skepsis gibt es dabei von etablierten Organisationen der traditionellen Landwirtschaft und ihnen nahestehenden Wissenschaftlern. Auch CDU und SPD halten sich bislang eher zurück. Vor einem Jahr Bayern spielte das übrigens für das Ergebnis des erfolgreichen bayerischen Volksbegehrens aber überhaupt keine Rolle.
An diesem Mittwochabend hat sich für das südliche Emsland im Ludwig-Windthorst-Haus im Ortsteil Holthausen/Biene eine lokale Organisationsgruppe gegründet. Sie will ab Ende März/Anfang April doe notwendigen Unterschriften sammeln. Bislang sind hier bei uns folgende Partner dabei: Bündnis`90 – Die Grünen, der NABU Emsland Süd e. V., der Weltladen, der Tauchclub Hydra Lingen e. V., das Ludwig-Windthorst-Haus (LWH), die Kirchengemeinden Lingens und die Klimagruppe Emsland. Die Initiatoren sagen voraus, dass weitere Unterstützer und Unterstützerinnen dazu kommen „ob nun aktiv für Unterschriftensammlungen, Organisation oder Teilnahme von oder an Aktionen, oder passiv, indem ein Poster aufgehängt, Flyer ausgelegt werden… ganz wie es beliebt! Es ist auch möglich „still“ zu unterstützen“ – zum Beispiel mit einer Spende.
Spätestens mit Beginn der Unterschriftensammlung soll auch in der Region die Öffentlichkeitsarbeit in Presse, Medien, Internet mit Postern, Flyern, Videos und kreativen Aktionen starten.
Das nächste Organisationstreffen für das südliche Emsland findet am 11.03.2020 um 19:00 Uhr in der Karolinenstraße 3 statt. Anmeldung erbeten (s. Kommentar von Debora Rusche-Marmouq).
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Foto: Volksbegehren Artenvielfalt Niederdachsen ©NABU Niedersachsen

Lieber Michael,

18. Februar 2020

Lieber Michael,

nach weiterer Abstimmung im Hause wurde festgestellt, dass eine Zuständigkeit des Umweltausschusses in dieser Sache nicht gegeben ist. Der Antrag wird zur weiteren Veranlassung an die zuständigen Gremien der Stadtwerke Lingen GmbH sowie des Wasserverbandes Lingener Land weitergeleitet.

Viele Grüße
Dieter Krone
Oberbürgermeister

Mit diesen freundlichen Worten hat unser Oberbürgermeister Kroneeinem der führenden Grünen der Region, dem Vorsitzenden der Lingener Ratsfraktion der Grünen deren Antrag um die Ohren geschlagen, den Zustand des Trinkwassers in der Stadt Lingen zu verbessern. Dafür habe der kommunale Umweltausschuss keine Zuständigkeit, schreibt Krone geschwurbelt. Zuständig sollen der Wasserverband und die Stadtwerke Lingen GmbH sein, die das Trink- und Brauchwasser verkaufen sonst aber eher nichts für die Gewässerqualität tun. Deren Gremien tagen außerdem abseits, selten oder auch -geschützt durch das Betriebsgeheimnis- nicht-öffentlich.

Derweil regelt die Zuständigkeitsordnung des Rates und der Ausschüsse in unserer Stadt dazu doch dies:

Umweltausschuss:
Der Umweltausschuss berät über alle örtlichen Angelegenheiten des Umweltschutzes, soweit diese nicht aus rechtlichen Gründen oder zweckdienlicherweise anderen Ausschüssen zur Beratung zugewiesen sind. Hierzu gehören insbesondere Angelegenheiten des allgemeinen Umweltschutzes, wie z.B.

–  Abfallwirtschaft,
–  Klimaschutz und Energiewirtschaft,
–  Immissionsschutz,
–  Umweltbildung und –wettbewerbe,
–  Angelegenheiten des Gewässerschutzes,
–  Angelegenheiten des Naturschutzes und der Landschaftspflege,
–  die ortsrechtlichen Vorschriften, sowie die örtlichen Maßnahmen, Pläne und Konzepte zum Umweltschutz,
–  die Eckwerte zum Budget „Bauen und Umwelt“.

Damit keine Missverständnisse entstehen, informiert uns wikipedia: „Gewässer können über der Erde liegen (Oberflächengewässer) oder unterirdisch (Grundwasser)“.

Des Pudels Kern: Wenn Verwaltungen und ihre Spitzen so reagieren wie OB Krone, haben sie immer (!) etwas zu verbergen. Was also will der Oberbürgermeister dieser Stadt vor der öffentlichen Diskussion verbergen? Dies herauszufinden wird Aufgabe der Grünen sein. Die Unterstützung der BürgerNahen haben sie dabei.

 

Die Kahlschläger

28. Januar 2020

Am vergangenen Donnerstag hielt CDU-Ratsmitglied Dr. Michael Adams im Lingener Stadtrat eine, ich möchte sagen, flammende Rede für den Klimaschutz, der in Lingen „oberste Priorität“ habe. Pustkuchen; denn heute kommen wir nun nch der sprichwörtlichen Sonntagsrede zum Alttag zurück: Das Wasser- und Schifffahrtsamt in Meppen zerschlägt eine mehr als 100 Jahre alte Lingener Stadtlandschaft: Den Lingener Leinpfad zwischen Alter Hafen und der Miquelstraße am Haus Simeon. Kahlschlag ist dort angesagt und dies nur deshalb, weil die Meppener Technokraten allen vorgelogen haben, dass es dazu keine Alternative gäbe. Den Anliegern im Bögengebiet machten sie gleivhzeitig Angst, der Kanaldamm könne brechen und ihr Hab und Gut vernichten. So setzt man dann Technokratenpläne durch.

Diese Wasserbauer sind dabei erkennbar in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stehen geblieben. Bäume und Pflanzen und die dort beherbergten Tiere, vor alkem die Fledermäuse, sind ihnen gleichgültig. Sie wollen den von Grün bestandenen Kanaldamm komplett wegreißen und durch ein technisches Bauwerk ersetzen. Begründung: Mehr Geld haben wir nicht. Weil angeblich nicht mehr Geld da sei, wird die geplante Stahlspundwand, die den Kanal zum tiefer gelegenen „Bögen“ abschirmen wird, nur einfach gebaut. Für eine doppelte Wand „haben wir kein Geld“, hieß es bei der Bürgerversammlung im vergangenen November. Jetzt bekommt Lingens Zentrum für die sinnfrei weggeschlagenen Bäume und Sträucher irgendwo hinter dem Ortsteil Bramsche, also 10 km entfernt, ein paar tausend Quadratmeter mit fingerdicken „Neuanpflanzungen“ als „Ausgleichsmaßnahme“. Derweil sterben die geschützten Fledermäuse mit den Bäumen am Leinpfad. Wir erleben wohl den  größten Umweltfrevel seit dem Abholzen und Roden des Altenlingener Forst. Man müsste weinen, wenn man nicht so machtlos-wütend wäre.

Schaut noch mal, was unserer Stadt verloren geht: Alles und jedes Grün östlich de Dortmund-Ems-Kanals, das das Video zeigt und noch mehr, beispielsweise von der Hafenbrücke runter zur sog. White City, wo wohl 170 Jahre alte Laubbäume bedroht sind. Unsere  Stadt mit ihrem mental in dörflichen Strukturen verhafteten OB nebst einem hier seltsam kraftlosen, die Achseln zuckenden Stadtbaurat kostet das Ganze dann auch noch Hunderttausende Euro. Ich drücke mich sachlich aus: Was für ein unsäglicher Sch…!

 

Unverpackt

16. Januar 2020

Lingen soll einen  „Unverpackt-Laden“ bekommen. Dieser soll als Genossenschaft organisiert werden. im neuen Geschäft bekommt man ganz ohne Verpackung, verschiedene Lebensmittel wie Nudeln, Getreide, Nüsse, aber auch andere Dinge die täglich gebraucht werden, wie z. B. Waschmittel. Das Projekt nennt sich Lingen Unverpackt und soll, wenn alles klappt, als neue Genossenschaft an den Start gehen.

„Lingen Unverpackt eG“ wird am Montag, 27. Januar in der Kirchstraße 2 die Türen öffnen, also mitten in der Stadt an der Zufahrt zur Tiefgarage am Markt. Leicht erreichbar sind von dort Stadtbibliothek, Krankenhaus und TPZ. Ganz in der Nähe sind außerdem der Wochenmarkt sowie einige weitere umweltbewusste Einzelhändler, bei denen der Einkauf plastikfrei ergänzt werden kann. Pkw-Parkplätze sind in der Tiefgarage vorhanden und ein großzügiger Fahrradparkplatz ist direkt vor der Tür.

Was noch fehlt, sind Menschen aus Lingen, die am besten als Genossinnen und Genossen der neuen Genossenschaft das Projekt Lingen Unverpackt eG unterstützen möchten.  

Die Initiatoren um Teresa Metz-Meuter, Dayana Metz und Sandra Reichenberger geben über alle Fragen, die das Projekt betreffen, hier Auskunft.  Und sie fragen: „Was würdest du gerne im Unverpackt Laden kaufen? Schreib die Antwort in die FB-Kommentare!“

Website: www.lingen-unverpackt.de/

Facebook: Lingen Unverpackt