besonders Rücksicht

25. Januar 2020

Gescheitert ist eine Frau vor dem Amtsgericht Lingen (Ems) mit ihrer Klage  auf Schadensersatz und Schmerzensgeld wegen eines Unfalls im Mai vor zwei Jahren.
Damals befuhr die 71jöhrige mit ihrem E-Bike den Theo-Lingen-Platz in Lingen (Ems), als sie -auch im wörtlichen Sinne- auf den Beklagten  traf. Dieser fuhr mit seinem Rollstuhl auf die dort befindliche Bahnunterführung zu, während sich die Klägerin ihm von hinten näherte. Als sie den Beklagten links zu überholen versuchte, schwenkte er mit seinem Rollstuhl nach links, um zum dortigen Fahrstuhl zu den Bahngleisen zu begeben. Dabei kam es zur Kollision, bei der  die Klägerin stürzte und sich verletzte.
Das Amtsgericht Lingen (Ems) hatte die Klage mit Urteil vom 14.05.2019 – übrigens exakt ein Jahr nach dem Un%all- abgewiesen. Die Klägerin habe als Radfahrerin auf die Belange des Fußgängerverkehrs besonders Rücksicht nehmen müssen. Fußgänger, zu denen von Gesetzes wegen auch der einen Rollstuhl nutzende Beklagte zähle, dürften weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, müsse der Fahrverkehr warten. Das gelte besonders gegenüber hilfsbedürftigen Personen, zu denen auch Rollstuhlfahrer zählten, so das Amtsgericht.
Diesen Anforderungen habe die Klägerin nicht genügt. Sie sei schneller als mit Schrittgeschwindigkeit gefahren. Zudem sei am Eingang der Unterführung der zu den Bahngleisen führende Fahrstuhl erkennbar gewesen. Die Klägerin habe daher jede rechnen müssen, dass der Fahrstuhl von Passanten zum Erreichen der Gleise genutzt werden würde.
Die Klögerin hatte das Urteil nicht akzeptiert und Berufung eingelegt. Ohne neue Verhandlung bestätigte das zuständige Landgericht Osnabrück jetzt aber durch Beschluss vom 9. Dezember 2019 das Urteil des Amtsgerichts und wies dabei das Argument der Klägerin zurück, der Rollstuhlfahrer habe die Pflicht gehabt, vor seinem Richtungswechsel anzuhalten, auf der eigenen Achse zu wenden und sich umzublicken. Eine solche Pflicht gebe es für Rollstuhlfahrer ebenso wenig wie für Fußgänger. Das Urteil des Amtsgerichts Lingen (Ems) ist damit rechtskräftig.

(Altenzeichen: AG Lingen (Ems) 4 C 804/18; LG Osnabrück 4 S 181/19)

 

(Textquelle: PM; Foto: Amtsgericht Lingen (Ems) © milanpaul via flickr)

Psychiatriepapier

16. Januar 2020

Eine Patientenverfügung schützt nicht davor, in die Psychiatrie eingewiesen zu werden – jedenfalls nicht sofern Dritte gefährdet sind. Gleiches gilt für eine medizinisch notwendige Zwangsbehandlung mit Medikamenten, so das Landgericht Osnabrück in einem aktuellen Beschluss.

Ein Betroffener war wegen sexuell aggressiven Verhaltens eingewiesen und gegen seinen Willen medikamentös behandelt worden. Er wehrte sich dagegen mit dem Hinweis, eine im Internet erhältliche Patientenverfügung („Für Freiheit, gegen Zwang“) unterzeichnet zu haben. Darin wird jede „jede Zwangsbehandlung egal mit welchen als Medikamenten bezeichneten Stoffen“ strikt abgelehnt.

Nach Auffassung des Gerichts müssen staatliche Stellen zwar den Willen des Einzelnen berücksichtigen. Aber nur so weit, wie Rechte anderer nicht berührt würden. In diesem Fall müsse abgewogen werden, wessen Rechte schwerer wiegen. Nach Auffassung des Gerichts geht von dem Betroffenen eine konkrete Gefahr aus. Dieser Gefahr müsse notfalls auch gegen seinen erklärten Willen begegnet werden. Das von ihm unterzeichnete Papier ändere daran nichts (Aktenzeichen 4 T 8/20; 4 T 9/20; 4 T 10/20).
(Mehr: PM des Landgericht Osnabrück)

Quelle: LawBlog

 

Anna Kebschull ist die neue Landrätin im Landkreis Osnabrück – und damit in Deutschland die erste Grüne in dieser Position. Jetzt sprach die taz mit ihr:

taz: Frau Kebschull, in wenigen Tagen beginnt das neue Jahr. Haben Sie Vorsätze? Ganz persönlich?
Anna Kebschull: Das ist bei uns eher etwas Familiäres. Wir überlegen uns für jedes neue Jahr ein neues Motto. Das „Jahr der Veränderungen“, das „Jahr des Viel-Draußen-Seins“.
Und beruflich?
Ich habe Pläne, Ziele. Aber die habe ich nicht wegen des neuen Jahres, sondern weil es Handlungsbedarf gibt, und das dringlich. Deshalb habe ich ja auch kandidiert. Weil wir einen Wandel brauchen. Hier im Kreis, aber auch gesamtgesellschaftlich.
Sie wollen „den Politikstil verändern“, haben Sie nach Ihrer Wahl geschrieben. Was meinen Sie damit?
Die Rückkehr zu sachorientiertem Arbeiten, bislang ging es ja oft nur um Machtoptionen. Wichtig ist mir vor allem, dass der Umgang miteinander fair ist, mitmenschlich, nicht nur strategisch, nicht nur Kalkül.
Sind die bisherigen Strukturen destruktiv?
Gute Impulse wurden oft abgelehnt, nur weil sie aus der falschen Fraktion kamen, und ein halbes Jahr später wurden sie von denen, die sie zuvor abgelehnt hatten, als eigener Antrag eingereicht, als eigene Idee. Ein sehr machttaktischer, aber leider üblicher Stil.
Sie mahnen „klare Linien und pragmatische Lösungen“ an. Hat es viel Kungelei gegeben?
Die gab es. Klar, auch jetzt gibt es vertrauliche Runden, und das ist auch notwendig. Aber es gibt kein Aushecken im Hinterzimmer mehr. Man kennt das ja: Wenn du mich bei X unterstützt, unterstütze ich dich bei Y. Einen solchen Kuhhandel finde ich nicht in Ordnung. Der Wähler muss sehen, wo wer steht. Das habe ich mir als Wähler immer gewünscht – und nicht gefunden. Da müssen wir mutiger werden, transparenter….“

[hier geht’s weiter]


ANNA KEBSCHULL

46, geboren in Siegen, ist seit dem Herbst gewählte Landrätin des Landkreises Osnabrück. Ihre Schwerpunkte sind Umwelt und Energie, Bildung, Wirtschaft und Bürgerbeteiligung. Kebschull ist Biotechnologie-Ingenieurin und führte bis zu ihrer Wahl zur Landrätin drei Nachhilfeschulen, die sie nun aber abgegeben hat. Sie hat drei Kinder.

(Foto: Webseite Anna Kebschull)

GOOD NEWS…!

12. Dezember 2019

Da gibt es diese oberzentralen Teilfunktionen. Das ist ein Begriff aus dem Raumordnung, mit dem unsere Stadt beglückt wird, die in Wahrheit nur ein Mittelzentrum ist – raumordnerisch, versteht sich; aber die oberzentralen Teilfunktionen machen was her.

Herr D. lebt sozusagen in diesen oberzentralen Teilfunktioen und bisweilen verkündet er auch – Wilhemshaven hin, Delmenhorst her – seine Stadt L. (E) sei die drittgrößte Stadt in Weser-Ems. Das sind dann so Augenblicke, in denen auch Vapiano, Starbucks und ‚Hans im Glück‘ ihre Filialen in seiner Stadt L. (E) eröffnen. Keilings findet Herr D.  auch extrem gut. Keilings war das zweitbeste Restaurant Niedersachsens. Mit zwei Sternen von Michelin. Es hatte seinen Sitz in Bad Bentheim und hätte, so Herr D., sich auch gut an Lingens altem Hafen gemacht, wo doch ein „Vier-Sterne-Hotel“ entstehen soll, wenn es nach Herrn D. geht.

Daraus wird nun nichts – genauso wie das schwächelnde Vapiano, das überteuerte Starbucks und ‚Hans im Glück‘ pfeifen Keilings, also die mit zwei Michelin-Sternen aus Bad Bentheim. denn keilings pfeifen auf unser Städtchen und Herrn D. Sie schreiben:

„GOOD NEWS…!

Wir haben die letzten Wochen genutzt um die finalen Schritte bezüglich unsere Zukunftsplanung zu gehen. Nachdem wir im April bekanntgegeben hatten das wir unser Restaurant schließen werden, gab es einige sehr interessante Angebote im Rahmen einer Selbstständigkeit aber auch im Angestelltenverhältnis.

Eines dieser Angebote war die gastronomische Leitung eines vielschichtigen Konzepts in Osnabrück , welches aus einem Restaurant, einem Tagesrestaurant mit Kochschule und
Weinladen sowie einem Sushi Restaurant besteht. Nach vielen Gesprächen mit dem Inhaber war für uns bald klar, das dies eine wirkliche großartige Chance ist, eine bereits bestehende und gut funktionierende Gastronomie weiterzuentwickeln.

Die Tatsache das wir uns mit diesem Restaurant, dem Konzept und den Menschen dahinter sehr gut identifizieren können hinterließ bei uns das Gefühl, genau das Richtige zu tun und  somit fiel uns der endgültige Schritt mit der Vertragsunterzeichnung sehr leicht.

Das „Restaurant Friedrich“ in der Lotter Stra0e wird somit ab dem Sommer 2020 unsere neue Wirkungsstätte! Wir freuen uns jetzt schon auf viele bekannte Gesichter wenn wir wieder aktiv werden! Bis dahin wünschen wir allen ein schönes Weihnachtsfest und einen tollen Start in das Jahr 2020!

Herzlichst
Gina & Lars“

Glückwünsche also nach Osnabrück, das nach dem Ende des „La Vie“, Deutschlands Restaurant  Nr. 1 mit  *** , wieder die Sterne über sich aufgehen sieht.  Abgesagt hatten Keilings zugleich unserem Mittelzentrum. Also können wir uns jetzt auf Vapiano, Starbucks und ‚Hans im Glück‘ konzentrieren, die dann bestimmmmmt in unser Mittelzentrum mit oberzentralen Teilfunktionen kommen. Nicht. 

 

 

Das Theater in Osnabrück bekommt einen neuen Intendanten. Mit der Spielzeit 2021/22 soll Ulrich Mokrusch den Chefsessel der Städtischen Bühnen Osnabrück übernehmen, wie die Stadt Osnabrück am Dienstag mitteilte. Mokrusch  löst den scheidenden Ralf Waldschmidt ab, der das Theater am Osnabrücker Domhof seit 2010 leitete, aber m vergangenen Jahr angekündigt hatte, weil er während der anstehzenden Sanierungsphase nicht mehr Intendant in Osnabrück sein und seinen Vertrag über 2021 hinaus nicht verlängern wollte.

Die Sanierung wird jetzt Aufgabe des 1963 geborenen Mokrusch; dieser leitet seit knapp 10 Jahren das Theater in Bremerhaven. Mokrusch ging nach der Schauspielausbildung in Paris zunächst für drei Jahre als Regisseur und Schauspieler an das Rheinische Landestheater Neuss. Als freier Regisseur arbeitete er an diversen Bühnen in Deutschland insbesondere für Oper und Schauspiel. Parallel zu seinen künstlerischen Arbeiten studierte er Kulturmanagement und Betriebswirtschaftslehre, die er mit dem Diplom beendete. Später unterrichtete er als Dozent nebenberuflich Theatermanagement u.a. in München und Leipzig.

2001 wechselte er an das Theater Bielefeld, wo er als stellvertretender Intendant bis Sommer 2005 engagiert war. Von 2005 bis Ende 2009 war er dann stellvertretender Generalintendant am Nationaltheater Mannheim. Ulrich Mokrusch ist seit August 2010 Intendant des Stadttheaters Bremerhaven. Bereits nach dem ersten Jahr seiner Intendanz wurde das Stadttheater Bremerhaven in der Kritikerumfrage der Deutschen Bühne 2011 als bestes Theater abseits der Zentren ausgezeichnet. 2015 erhielt das Theater den erstmals verliehenen Theaterpreis des Bundes. 2019 wurde das Theater nominiert für den International opera award in London, für die Wiederentdeckung des Jahres „the lodger“ von Phyllis Tate.

Mokrusch setzte sich in Osnabrück unter 38 Bewerbern durch und zeigte sich jetzt  sicher, trotz der bevorstehenden Sanierung des Hauses auch künstlerisch neue Akzente zu setzen: „Ich freue mich, in Osnabrück ein Theater für und mit der Stadt zu gestalten, die Öffnung des Theaters weiter voran zu treiben und mit einem künstlerisch abwechslungsreichen Programm auch neue, diverse Besuchergruppen zu erreichen.“

Für die Auswahl  „des Neuen“ war eigens eine 18köpfige Findungskommission unter Vorsitz der Aufsichtsratsvorsitzenden Brigitte Neumann (CDU) gebildet worden, darunter als externe Experten Intendantin Nicola May vom Theater Baden-Baden und Intendant Markus Dietze (Theater Koblenz). Unterstützt wurde die Findungskommission durch Prof. Dr. Uwe Kanning, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Osnabrück. Neumann über Mokrusch‘ Wahl: „Sein Interesse auch spezifische Osnabrücker Themen in seine künstlerischen Pläne aufzunehmen, hat mich besonders überzeugt. So seine Idee ein Werk von Preisträgern des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis in regelmäßigen Abständen in den Spielplan aufzunehmen oder auch seine Überlegungen für das Jahr 2023 und damit die 375-Jahrfeier Westfälischer Frieden“.

Mich würde freuen, wenn die Verbindung  des  Städt. Theater Osnabrück in den Nordwesten allgemein und nach Lingen im Besonderen jetzt verbessert und ausgebaut würde. Nicht neu ist die Idee, im Lingener Theater an der Wilhelmshöhe  einen zweiten ständigen Spielort für eines der Theater der Region zu schaffen, also  Osnabrück, Oldenburg, Münster, Bielefeld, Bremen oder die Landesbühne Nordwest . Eine dadurch mögliche künstlerische Kontinuität  würde das Theater in unserer Region an Ems und Vechte aus der Singularität bisheriger darstellender Kunst hinaus führen können; dadurch könnte sich eine intensivere kulturelle Identität der Region entwickeln.

Eintopf- und Suppentage

23. November 2019

Endlich kann ich mal wieder Chrissis Tortenkarte ein wenig Konkurrenz machen. Denn im Blog des Tourismusverband Osnabrücker Land e.V. habe ich einen Beitrag über die 16. Eintopf- und Suppentage in der benachbarten Region gefunden, der heiß macht. Er ist zwar schon vier Wochen alt, aber angesichts der aktuellen Temperaturen unverzichtbar und außerdem noch bis zum 6. Dezember aktuell:

„Es ist kalt. Es ist sogar richtig kalt. Vom schönen goldenen Laub und dem Herbst brauchen wir gerade gar nicht erst anzufangen. Von jetzt auf gleich ist der Winter eingebrochen und ich friere unfassbar, egal wie viele Schichten ich im Zwiebel-Look übereinander ziehe. Heute früh vor der Arbeit musste ich Eis kratzen und bis im Innenraum meines kleinen Polos mal endlich eine akzeptable Temperatur herrschte, war es auch schon wieder zu spät. Ich muss also selber „innerlich“ nachhelfen und weil da warme Gedanken alleine nicht ausreichen, kommen mir unsere Eintopf- und Suppentage in den Sinn!

Wenn eine heiße Suppe nicht hilft bei der Kälte, dann weiß ich es auch nicht. Perfekt also, dass es die Eintopf- und Suppentage im November gibt und die teilnehmenden Gastronomen in der Varus-Region [mehr…] im Osnabrücker Land mir heute mal mit leckeren Suppen-Kreationen das Kochen ersparen. Schließlich sagt eine alte vietnamesische Weisheit, dass das Leben zu kurz sei, um schlechte Suppe zu essen. Da verlass ich mich doch mal auf die Profis. Die diesjährige Speisekarte klingt auf jeden Fall schon mal vielversprechend: Apfel-Wirsing Eintopf aus dem Kessel mit Erdknollen, pikanter Chorizo und Streifen vom Chili Hähnchen, Kürbis-Lachssuppe, passierte Kartoffelsuppe aus der „Bohmter Mitte“ mit Streifen vom Nordmeerlachs, Exotische Kürbissuppe, Wildconsommé mit Bergkäsknödel …

Das Leben ist zu kurz, um schlechte Suppe zu essen.

Ich bin jetzt schon begeistert und weil heute „Schwesternabend“ angesagt ist, schlage ich Angelina und Cecilia – natürlich nicht ganz uneigennützig – einen Besuch in der Kaffeemühle in Bad Essen vor. Da die beiden mindestens genau solche Frostbeulen sind wie ich, stimmen sie einem warmen Süppchen sofort zu. Unsere Abendplanung steht also.

In der Kaffeemühle angekommen sind wir glücklich, dass auch für uns Kurzentschlossene noch ein gemütliches Plätzchen frei ist. Im liebevoll dekorierten Jagdzimmer mit Hirschgeweih-Kronleuchter studieren wir die Karte. Für mich wird es am Ende die Maronensuppe verfeinert mit Sahne und Speck-Pflaumen-Croutons. Meine Schwestern entscheiden sich für das Maultaschensüppchen und die Blumenkohl-Cremesuppe. Vollkommen entspannt löffeln wir unsere Süppchen und genießen die schöne Atmosphäre in dem urigen Fachwerk-Restaurant. Glücklich und vor allem völlig durchgewärmt lassen wir den Abend ausklingen. Dabei diskutieren wir angeregt, welches Restaurant und welche Suppenkreation für unser nächstes Treffen auf der Liste steht. Der November ist ja noch lang …

Habt ihr auch Lust auf ein warmes Süppchen bekommen?

Die Eintopf- und Suppentage in Bad Essen, Bramsche, Bohmte, Belm, Ostercappeln und Wallenhorst finden jährlich im November statt und bieten wirklich allerlei leckere Eintöpfe und Suppen! Hier könnt ihr einen Blick auf die aktuelle Speisekarte werfen.
Guten Appetit!“


Ein Beitrag von Luisa Korte im Blog des Touristikverbands Osnabrücker Land. Wenn übrigens zwei Eintopf-und-Suppen-Gastronomen ein Essen abstempeln, können Besucher sogar einen Genussgutschein gewinnen.

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Foto: Kartoffelsuppe, via pixabay.

Solo: Sven Bensmann

22. November 2019

Sven Bensmann
Comedy.Musik.Liebe
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Heute – 20 Uhr
Karten: 17 Euro

Es ist soweit! Nachdem sich Sven Bensmann in den letzten vier Jahren in der jungen deutschen Comedyszene wild umhergetrieben, mehr als 300 Auftritte auf Bühnen, in Shows und unzähligen Städten gespielt hat (u.a. NDR Comedy Contest, Quatsch Comedy Club, GOP, komische Nächte, Kabarett Bundesliga, 1Live Hörsaal Comedy), packt der musikalische Sidekick der Kult-Comedy-Show NightWash nun seine Sachen und besucht Deutschlands Bühnen mit seinem ersten abendfüllenden Solo-Programm.

In „Comedy.Musik.Liebe“ ergründet der selbst ernannte angehende Diabetiker halb gesprochen und halb gesungen Themen und Fragen, die einen Mitte 20-jährigen jungen Mann aus der niedersächsischen Provinz beschäftigen, zu denen er – man ahnt es – einen sehr persönlichen Bezug aufweisen kann:

– Wieso sind sich meine Eltern genetisch sehr, sehr ähnlich?
– Warum haben adipöse Menschen durch ihren körperlichen Nachteil den evolutiven Vorteil keinen Suizid begehen zu können?
– Wenn veganes Hack aus Reiswaffeln besteht, bestehen Reiswaffeln dann aus echtem, getrocknetem Hack?

Unterstützt wird der erfahrene Sänger und Gitarrist Bensmann von seinem langjährigen Kumpel und Bandkollegen aus der Indie Band „HI! Spencer“ Jan Niermann. Der studierte Pianist sieht genauso aus wie Sven, nur in dünn, und ist die perfekte Ergänzung, einen Comedy Abend mit handgemachter Musik zu einem wahren Happening zu machen.

Sven Bensmann wird mal ein ganz Großer! Seine Mama unterstellt ihm zumindest bei jedem Wiedersehen, dass ihr „Svenni“ doch bestimmt schon wieder gewachsen sei…

(Quelle)

FEINE SAHNE FISCHFILET

18. November 2019

FEINE SAHNE FISCHFILET<
„WIR HABEN IMMER NOCH UNS“ TOUR
Lingen (Ems) – EmslandArena

Samstag, 30.11. 19 – 20 Uhr
Restkarten: 34,35 € + Gebühren

Diesen Sommer spielten Feine Sahne Fischfilet unter freiem Himmel die beiden größten eigenen Konzerte ihrer Bandgeschichte: Am 6. Juli vor über 12.000 Fans in Dresden im Rahmen der „Filmnächte am Elbufer“ erwartet, ihr Konzert in der Zitadelle Spandau war mit über 10.000 Karten bereits seit Monaten ausverkauft. Dazu umjubelte Auftritte vor zehntausenden begeisterter Zuschauer u.a. bei Rock am Ring, Rock im Park, dem Greenfield in der Schweiz und dem Nova Rock-Festival in Österreich. Schon 2018 feierten über 100.000 Fans die Band auf der ausverkauften Tournee zu ihrem aktuellen Album „Sturm & Dreck“, mit dem sich die Band bis auf Position 3 der deutschen Charts vorarbeiten konnten.

Im Herbst spielten sie darüber hinaus vor 90.000 begeisterten Zuschauern auf Einladung der Toten Hosen bei deren ausverkauftem Tourfinale im Düsseldorfer Stadion.

Kein Zweifel: Feine Sahne Fischfilet sind die Band der Stunde! Aufgrund des weiterhin ungebrochenen Ansturms auf ihre Konzertkarten freut sich die Band, nun die finalen Termine ihrer Tournee bekanntgeben zu können, die sie mit ihren spektakulären Live-Happenings noch einmal in viele Regionen im deutschsprachigen Raum führen wird, bevor man sich in eine längere Pause verabschiedet.

„Seit 2018 sind Feine Sahne Fischfilet die erfolgreichste junge Rockband im Lande“, erkannte „Die Zeit“; Spiegel Online freute sich über „Ein Manifest des Widerstands“, während der Rolling Stone konstatierte „Man glaubt der Band jedes Wort des Widerstands“ und das Szene-Organ „Ox Fanzine“ die Gruppe treffend mit „Große Fresse und was dahinter“ beschrieb.

Ihre wilden Konzerte sind Abend für Abend zügellose, ausschweifende Happenings ausgerechnet in einer Zeit, in der allerorten vermeintlich gut Informierte wieder mal das nahe Ende der Rockmusik postulieren. Des Weiteren kam 2018 unter dem Titel „Wildes Herz“ eine gefeierte Filmbiografie über Sänger Monchi in die Kinos, die unter der Regie u.a. des Schauspielers Charly Hübner entstand und mit über 50.000 Zuschauern und der vielbeachteten TV-Ausstrahlung einer der erfolgreichsten deutschen Dokumentarfilme der letzten Jahre war.

Tickets sind erhältlich auf Eventim und auf Tixforgigs sowie an allen Eventim-Vorverkaufsstellen.

Ampelmännchen

9. November 2019

Osnabrück bekommt sein eigenes Ampelmännchen, meldete die NOZ Mitte der Woche. Dort sollen künftig Steckenpferdreiter eine Fußgängerampel beleuchten. Warum dieses Symbol? Das Steckenpferdreiten erinnert in der „Friedensstadt Osnabrück“ an den Friedensschluss in Osnabrück und Münster von 1648, der den Dreißigjährigen Krieg beendete

Umgestaltet werden die Ampellichter zunächst an einer einzigen Innenstadtampel, nämlich an der Alten Münze zwischen der Uni-Bibliothek und der Tiefgarage am LedenhofWann dort die neuen Ampelmännchen zu sehen sind und wie genau sie aussehen, ist noch nicht klar. Eigene Ampelmännchen gibt es in Niedersachen bisher schon in Emden und Hameln.

Als ich die Nachricht las, fiel mir noch einmal ein, dass auch unserem Städtchen so ein ganz individuelles Ampelmännchen gut stünde. Das habe ich inzwischen dem Oberbürgermeister Krone geschrieben und auch den Vorschlag gemacht, dazu einen Kiveling zu nutzen. Mal sehen, was daraus wird!

update vom 12. Nov:
„Mal sehen, was daraus wird!“ –  Heute das hier. Angeblich soll ich ein Kivelingsgeschenk ausgeplaudert haben. Hab ich aber gar nicht., s.o. .

Gut 200 Lingenerinnen und Lingener nahmen gestern im großen Saal der Lingener Wilhelmshöhe an einem eindrucksvollen Festakt „150 Jahre Jüdische Synagogengemeinde Lingen“ teil, die Anfang Oktober 1869 in Lingen gegründet worden war und die 1942 aufhörte zu existieren, als alle ihre Mitglieder deportiert und ermordet waren. 

Emotionalster Augenblick der fast zweistündigen Feier war sicher die Übergabe einer alten und daher nicht mehr koscheren Thorarolle durch Michael Grünberg, den Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, an das Forum Juden Christen, um diese künftig sicher aufzubewahren. (Foto oben, lks Michael Grünberg). Einer der interessantesten Momente des Festaktes war zuvor, als angesprochen, aufgegriffen und unterschiedlich beantwortet wurde, ob es bald, jemals oder nie wieder eine neue jüdische Synagogengemeinde in unserer Stadt geben wird. Ein weiterer Höhepunkt war schließlich die Rede von Andreas Nachama, in der dieser für den interreligiösen Dialog warb, wie er unter anderem zwischen Christen, Juden und Muslimen im „House of One“ in Berlin gepflegt wird.

Draußen vor der Tür sicherte derweil eine Polizeistreife den vom Forum Juden Christen, der Stadt Lingen (Ems) und der Osnabrücker Jüdischen Gemeinde veranstalteten Festakt zur Erinnerung an die kleine Lingener Syngagogengemeinde. Zeitgleich wurde aber nur ein paar Meter weiter auf dem Parkplatz des ehrwürdigen Lingener Gastronomiebetriebs der Pkw des Vorsitzenden des Forum Judentum-Christentum, Dr. Heribert Lange, Ziel einer gotchaähnlichen Farbattacke. Nur sein Auto wohlgemerkt. Auf den ersten Blick sah es tatsächlich aus wie Vogelschiss. Es war aber nichts dergleichen a la Gauland sondern stattdessen allegorische Farbe.