Osnabrücks neue Rechtsextreme

23. September 2022

Harff-Peter Schönherr schreibt in der taz über rechte Strukturen in Niedersachsen, genauer über Osnabrücks neue Rechtsextreme

Die Aktivisten-Gruppe „Oskars_Osna“ alias „Sturmfest Osnabrück“ ist vor allem in sozialen Medien aktiv. Auf Instagram hat sie rund 2.100 Follower.

Osnabrück, sagt der einstige Osnabrücker Oberbürgermeister und heutige niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD), habe ein „ganz besonderes Klima, was die Wehrhaftigkeit gegen Rechts betrifft“. Das stimmt. Ein Beweis dafür: Erst in der Kommunalwahl 2021 hat es die AfD erstmals in den Stadtrat geschafft, mit einem Sitz.

Aber auch in Osnabrück gibt es eine rechte Szene. Ihre jüngste Erweiterung, seit Herbst 2020: Die Instagram-Gruppe Oskars_Osna, die sich als „Politische Rabauken“ bezeichnet, rund 2.100 Follower stark. Auf Telegram heißt sie Sturmfest.Osnabrück.

Die „jungen Aktivisten“ betrachten sich als „Gegenentwurf zum linken und deutschfeindlichen Zeitgeist“, hoffen auf die „Rückeroberung rechter Themen“ und sehen sich in einem „Kampf um die Köpfe des Volkes“. Ihre Äußerungen reichen von „Sei der Widerstand“ bis „An Oskar’s Wesen mag Osnabrück genesen“. Ihr Logo zeigt einen Kreuzritter vor dem Osnabrücker Stadtwappen-Rad, darunter steht „Osnabrück verteidigen. Für Volk & Vaterland“. Ihre Hashtags reichen von „Ehre“ bis „Treue“.

Sie folgen auf Instagram der NPD und der AfD sowie Gruppen wie „Harzrevolte“ und „Scheiteljugend Kassel“. Die „Oskars“ bezeichnen die Forderung nach offenen Grenzen und Einwanderung als „Verrat“ und sagen: „Wir dürfen nicht zusehen, wie man unsere Welt und unser Deutschland Stück für Stück demontiert.“ „Niemals zu weichen“ zeichne einen „wahren Deutschen“ aus.

Man unternimmt Wanderungen, pflegt Kriegerdenkmäler. Bei Paul Rzehaczek, dem Bundesvorsitzenden der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationalisten“ (JN) bedankt man sich für einen Schulungsvortrag, ebenfalls bei Sascha Krolzig, einem Politiker der neonazistischen Partei „Die Rechte“.

Das Recherchekollektiv Osnabrück (RKOS) kennt die Gruppe gut. Es stuft sie als „NPD-nahe, rechtsradikale Jugendorganisation“ ein. „Die Aktivitäten finden größtenteils auf Social Media statt“, sagt RKOS auf taz-Anfrage. „Bisher sind Personen der Gruppe nicht öffentlich aufgetreten.“

Inhaltlich seien Beiträge „deckungsgleich mit NPD und JN-Strukturen“. Man…

[weiter in  der taz]

Weltpremiere!

Die niederländische Stadt Haarlem – Partnerstadt von Osnabrück mit rund 240.000 Einwohnern – „will Reklame für klimaschädliche Produkte aus der Öffentlichkeit verbannen. Es geht um Fleisch – und noch mehr.

Die Hauptstadt der Provinz Nordholland will als erste Kommune überhaupt ab 2024 Werbung für Fleischprodukte im öffentlichen Raum verbieten. Ein entsprechender Antrag der lokalen „GroenLinks“-Fraktion, der auch einen Reklamestopp für Flugreisen und fossile Brennstoffe vorsieht, wurde Ende 2021 im Stadtrat angenommen. Seit das Vorhaben in dem im August veröffentlichten Ratsprotokoll erwähnt wurde, sind Städte und Medien weltweit darauf aufmerksam geworden.

„Wir haben als Kommune vor einigen ­Jahren den Klimanotfall ausgerufen, um wirklich gegen den Klimawandel vorzugehen. Als lokale Verwaltung nehmen wir das sehr ernst“, sagt Ziggy Klazes, die Initiatorin des Antrags, der taz. „Dann können wir allerdings nicht auf der anderen Seite Geld daran verdienen, dass wir unseren öffentlichen Raum an etwas ­vermieten, wogegen wir sind und was dem zuwiderläuft.“

Wie niederländische Medien berichten, hat die Kommune inzwischen mit drei Betrieben Kontakt aufgenommen, die in Haarlem für Reklame an Bushaltestellen und auf öffentlichen Bildschirmen zuständig sind. Deren Verträge laufen 2024, 2025 und 2031 aus. In die Folgeverträge soll der Beschluss des Stadtrats aufgenommen werden.

Klazes betont, es gehe ausschließlich um Fleischprodukte aus Massentierhaltung. Prospekte mit Sonderangeboten – sogenannte „kiloknallers“ – sind in den Niederlanden weit verbreitet, werden aber von Tierschutzorganisationen seit Jahren kritisiert.

Obwohl…“

[weiter hier]


gelesen in der taz
Foto: Modernes und traditionelles Haarlem; von Donaldytong,License migration redundant, GFDL, CC-BY-SA-3.0, Self-published work via wikipedia

 

Gestern Abend startete das 33. Musikfest Bremen rund um den illuminierten Bremer Marktplatz. In diesem Jahr bieten 42 Konzerte in „drei Wochen voll magischer Klänge!“ vom 20. August bis zum 10. September Künstler:innen von internationalem Rang ein Podium für ihre Interpretationen von Musik verschiedener Epochen und Genres an zahlreichen Spielstätten im Nordwesten.

Die Eröffnung „Eine große Nachtmusik“ präsentierte zum Auftakt mit einem aufregenden Mit- und Nebeneinander von Klassik, Jazz und Weltmusik einen repräsentativen Querschnitt des Festivalprogramms mit renommierten Stars und entdeckungswürdigen Newcomern. In neun Spielstätten gab es jeweils zwei zeitversetzte Konzerte à 45 Minuten mit Bergen Philharmonic Orchestra und Edward Gardner, die Nederlandse Bachvereniging, die Cappella Mariana, das delian::quartett & Ulrich Noethen, die Camerata RCO, das Capricornus Consort Basel, Rosie Frater-Taylor, das Hypnotic Brass Ensemble und das Babylon Orchestra.

In den folgenden Wochen folgen hochkarätige Darbietungen mit Kammermusik von Nicolas Altstaedt & Alexander Lonquich, ein Klavierabend mit Yulianna Avdeeva sowie das Festival-Debüt von Pablo Heras-Casado am Pult von Anima Eterna mit Bruckners Siebter. Philippe Jaroussky verschmilzt seinen Countertenor mit den Gitarrenklängen von Thibaut Garcia, und Bariton Georg Nigl kombiniert Lieder von Schubert und Beethoven mit einem Liedzyklus von Wolfgang Rihm. Jérémie Rhorer, Le Cercle de l’Harmonie und eine exquisite Gesangsbesetzung bieten Verdis „Rigoletto“ im Originalklang. Während Il Giardino Armonico mit Violinistin Patricia Kopatchinskaja Vivaldi in einen zeitgenössischen Bezug setzt, hebt Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen gleich zwei Werke von Fazıl Say aus der Taufe. Zum Abschlusskonzert in der Glocke kommen Robin Ticciati und das Chamber Orchestra of Europe, bevor mit Martin Grubinger & The Percussive Planet Ensemble das Festival schließlich spektakulär Open Air auf dem Marktplatz ausklingt!

Neben dem Arp-Schnitger-Festival, das erneut das Orgelparadies rund um Bremen in den Fokus rückt, ist das Musikfest Bremen wieder mit Konzerten in Cloppenburg, Friesoythe, Jever, Löningen, Oldenburg, Sögel, Verden und eben Papenburg zu Gast.

Dort nämlich findet ein Orgelkonzert mit der Deutschen Kammerphilharmonie unter der Leitung von Tarmo Peltokoski statt, in dessen Mittelpunkt die Uraufführung des „Konzert für Trompete und Orgel“ op 98 von Fazıl Say statt. Der Komponist des Auftragswerks ist bekannt dafür, türkische Volksmusik in sinfonische Musik einzubinden. Fazıl Say selbst hat im Vorfeld allerdings nichts über seine Komposition verraten. Auch St.Antonius-Organist Christian Schmitt und Trompeter Matthias Höfs haben sie noch nicht endgültig geprobt. Aber liest man die Partitur, „hört“ man es ja im Kopf. „Es ist ein herausforderndes Stück, mit asymmetrischen Rhythmen wie dem 9/8-Takt, dem Aksak“, sagt St.Antonius-Organist Christian Schmitt. Aksak heißt auf Türkisch „hinken“ und ist ein Volkstanz-Rhythmus der Türkei und des Balkan. „Im Jazz würde man sagen: Groove“, meint Schmitt.

Das Werk wird auf der Walcker-Orgel in Papenburg uraufgeführt. Erst Anfang dieses Jahres erfuhr ich von der Walcker-Orgel in Papenburg. Als die renovierte Orgel in St. Bonifatius Lingen eingeweiht wurde, wurde die Walcker-Orgel nämlich als größte Orgel der kath. Diözese Osnabrück erwähnt.

Über ihre Geschichte habe ich dann Aufregendes erfahren. 75 Jahre hatte sie das Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus bereichert. Vom Essener Architekten Alfred Fischer errichtet ist das Gebäude eines der Wahrzeichen der Stadt.  Es handelt sich um eines der bedeutendsten Bauwerke der Moderne im Ruhrgebiet und ist im Lexikon der Weltarchitektur verzeichnet. Stilistisch ist es dem Backsteinexpressionismus zuzuordnen. Verwaltung, Läden, Bücherei, Büros, ein Café und ein 1.600 Menschen fassender Konzertsaal in einem Gebäude – auch dies war für die damalige Zeit revolutionär. Speziell für den Konzertsaal abgestimmt entstand die Kozertsaalorgel mit 92 Registernt. Das Orgelbauunternehmen Eberhard Friedrich Walcker & Cie. (Ludwigsburg) erbaute sie, das damals innovativste Unternehmen der Branche. 1927 eingeweiht, galt die Orgel von Anfang an als „Wunderorgel“, die die Ideen der – von Albert Schweitzer und Hans Henny Jahnn mit initiierten – Orgel-Reformbewegung umsetzte: An die Stelle des bis dato üblichen wuchtigen Romantik-Klangs trat nun die Klarheit des (Neo-)Barock.

Bis heute gilt diese Walcker-Orgel – das einzige erhaltene ­Exemplar dieser Größe der Weimarer Republik – als wichtigste Konzertsaalorgel hierzulande. Während des Zweiten Weltkriegs lagerte man die Orgel in Büren (bei Paderborn) ein, 1949 ging sie wieder in Betrieb. Später kam sie in Gelsenkirchen unter kulturlose politischen Räder, als das Hans-Sachs-Haus ganz von der Gelsenkirchener Stadtverwaltung übernommen wurde und man den Konzertsaal nich mehr brauchte und abriss. Schließlich verkaufte Gelsenkirchen diesen einzigartigen Kunstschatz für einen einzigen (symbolischen) Euro an die katholische St.-Antonius-Kirchengemeinde in Papenburg. Dort wurde sie sorgfältig wieder aufgebaut und vor einem Jahr am 9. September 2020 eingeweiht (mehr…). Und jetzt wird sie neuerlich durch die Uraufführung geadelt.

Musikfest Bremen
Premiere
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen , Leitung Tarmo Peltokoski
Christian Schmitt, Orgel, Matthias Höfs, Trompete
26781 Papenburg – St. Antonius Kirche, Kirchstr. 12
Sonntag, 28.08.22 – 19:00 Uhr

Tickets: € 35 / 28 / 22 (Ermäßigung 20%)
Tickets & Info  unter www.musikfest-bremen.de und
www.nordwest-ticket.de

Programm:
Ralph Vaughan Williams: Fantasia on a Theme by Thomas Tallis
Fazıl Say: Konzert für Trompete und Orgel op. 98 (Uraufführung)
Peteris Vasks: »Musica Dolorosa« für Streichorchester
Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Serenade für Streicher C-Dur op. 48

Neue Heimat Zeitfracht

16. August 2022

Das Logistikunternehmem Zeitfracht übernimmt den insolventen Osnabrücker Pralinenhersteller Leysieffer. Alle knapp 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Traditionsunternehmens mit Filialen unter anderem auf Sylt, in Hamburg und Bremen seien übernommen worden, teilte Insolvenzverwalter Stefan Meyer am Dienstag mit. Zuvor hatte der bestehende Gläubigerausschuss dem Verkauf zugestimmt.

Auf der Website des Insolvenzverwalters heißt es: „Damit konnte innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne von nur rund sechs Wochen eine gute Lösung zum Erhalt des Traditionsunternehmens Leysieffer gefunden werden. Insoweit werden nicht nur sämtliche Arbeitsplätze erhalten, sondern gleichzeitig ist eine bestmögliche Gläubigerbefriedigung sichergestellt.“ Über den Kaufpreis und weitere Details vereinbarten die Vertragsparteien  Stillschweigen.

Die Zeitfracht-Gruppe ist, melden die Agenturen,  ein Familienunternehmen aus dem Bereich Loigistik und Handel in der dritten Generation mit mehr als 6300 Beschäftigten. Unternehmenssitz ist im brandenburgischen Kleinmachnow. Leysieffer sei wie Zeitfracht ein Familienunternehmen mit langer Tradition, sagte Zeitfracht-Vorstandsmitglied Maren Wolters. „Leysieffer hat sich über Jahrzehnte mit einer geschickten Produktauswahl, liebevoller Manufaktur-Produktion und einem exzellenten und kundennahen Service einen sehr guten Namen erarbeitet.“ Ihrem Unternehmen sei daran gelegen, „die hervorragend eingeführte Marke“ zu erhalten und den Mitarbeiter*innen  innerhalb der Zeitfracht-Gruppe eine neue Heimat zu bieten, ergänzte Wolters‘ Vorstandskollege Jan Sinram.

Die Leysieffer GmbH & Co. KG hatte Ende Juni 2022 einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt. Das Amtsgericht Osnabrück hat daraufhin am 1. Juli 2022 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und Rechtsanwalt Stefan Meyer zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Die bundesweit bekannte Leysieffer GmbH & Co. KG mit Sitz in Osnabrück produziert hochwertige Confiserie-Erzeugnisse und betreibt „an 12 ausgesuchten Standorten in Deutschland“ eigene Cafés, Bistros und Ladenlokale. Schokoladen, Pralinen, Fruchtaufstriche sowie weitere überregional hoch geschätzte Qualitätsprodukte werden in einer eigenen Manufaktur hergestellt. Das Familienunternehmen war 1909 in Osnabrück gegründet worden

Erst im Frühjahr 2020 war der Traditionsbetrieb nach einem ersten Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung neu gestartet, hatte aber wegen der langwierigen coronabedingten Einschränkungen schlechte Ausgangsbedingungen, zumal die agierenden Familienmitglieder zerstritten gewesen sein sollen. Daraufhin kam  es dann zu einem zweiten Insolvenzverfahren.

Clueso, Bosse + Luna

14. August 2022

Clueso, Bosse + Luna
Osnabrück, Schlossgarten-Open Air
Freitag, 26. August – 17 Uhr
Karten: 58,20€, 121,-€ VIP-Ticket

Bereits zum sechsten Mal verwandelt sich der Schlossgarten Osnabrück in eine einmalige Open Air Location. Die atemberaubende Kulisse und die einzigartige Atmosphäre im Schlossgarten Osnabrück tragen zum Erfolg bei, vorrangig sind es aber natürlich die Künstler, die das Publikum locken – und die sind 2022 wieder hochkarätig.

CLUESO versteht es wie nur wenige, tief Empfundenes zu transportieren, ohne jemals die Grenze zum Kitsch zu überschreiten. Seine Kreativität als Künstler schöpft er vor allem aus Momenten des Rückzugs und der Konzentration auf sich, seine Gitarre und seine Gefühle. Clueso hat überall auf der Welt Konzerte gegeben, mit Orchestern ebenso gespielt, wie mit Jazz-Bands und Hip-Hop-Crews. Dennoch ist seine Musik sehr eigen und unverkennbar. Und das liegt vor allem an ihrem Kern: Clueso Stimme und sein akzentuiertes Gitarrenspiel.

BOSSE strotzt vor frischen musikalischen Ideen, unnachahmlichen Wortwitzen und bemerkenswerter Tiefenschärfe in seinem Blick auf die Dinge. Bosse wirbelt auf. Künstlerisch, thematisch und emotional. Er ist eine feste und gefeierte Größe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seine Clubkonzerte sind innerhalb von zwei Minuten ausverkauft und polarisieren. Bosse ist ein Magnet. Nicht nur musikalisch.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Blogbeitrags war versehentlich von Sa, 29. Aug. die Rede. Der Datumsfehler ist inzwischen berichtigt. Das Konzert ist natürlich am Freitag, den 26. Augusr!

Grüne Finger

4. August 2022

„Grüne Finger“: Wenn der Begriff dieser Tage in Osnabrück fällt, kocht der politische Streit hoch. Rund ein Dutzend Grünzug-Radialen, orientiert an Hügelkuppen und Tälern, verbindet die Natur des Umlands mit den Freiflächen der Innenstadt.

Doch wie es um die künftige Stellung der Radialen steht – ob sie also aus Klima- und Naturschutzgründen gesichert oder aber aufgrund benötigter Flächen zum Wohnen und Arbeiten reduziert werden sollen – ist noch offen. Die Ergebnisse eines Forschungsprojekts sprechen für einen Erhalt, doch die lokale CDU will sich dafür bislang nicht aussprechen.

Mitte der 1920er-Jahre hatte der damalige Stadtbaurat Friedrich Lehmann die Grünen Finger festgeschrieben in einem Ge­neralbe­bau­ungs­plan. Einerseits gibt sich Osnabrück stolz auf Lehmanns Weitsicht. Schließlich dienen die Finger der Gewinnung von Trinkwasser und dem Einstrom von Kaltluft, ermöglichen Nah­erho­lung und Nahrungsmittelproduktion, fungieren als Hochwasser-Überschwemmungs­gebiete und Puffer für Starkregen, fördern als Lebensraum für Pflanzen und Tiere die Biodiversität. Andererseits werden sie immer wieder gekappt, verengt, zerschnitten, denn Osnabrück dehnt sich aus. Bauland ist begehrt, für Wohnraum, für Gewerbe.

Bürgerinitiativen haben sich zum Schutz der Finger gebildet. Das Umweltforum Osnabrück, der Dachverband der örtlichen Natur- und Umweltverbände, fordert, die Finger müssten „vor den Begehrlichkeiten der Tagespolitik geschützt werden“. Das Forum, nicht zuletzt Initiator einer Langzeit-Unterschriftensammlung, bei der sich Tausende Unterzeichner gefunden haben, fordert eine Erhaltungssatzung. Es kritisiert „Sonntagsreden“ und „unverbindliche Selbstverpflichtungen“. Wichtig sei, „dass wir der nicht-menschlichen Natur wieder Rechte geben und dass wir sie nicht laufend weiter schwächen und zurückdrängen“.
Jüngst…

[weiter bei der taz]

NOZ schasst fupa

3. August 2022

Vor gut neuneinhalb Jahren, am 20. Februar 2013, startete FuPa auch in der Region Weser-Ems. Dank des damaligen Einstiegs der Neuen Osnabrücker Zeitung und mit viel Geld gelang es dabei, die emsländische KEI-Website aus dem Markt zu drängen. Doch jetzt zieht sich die NOZ weiter zurück – wie bereits in den ausgedünnten Lokalredaktionen, im regionalen Amateursport und in der Kulturberichterstattung: Am 31. Juli 2022 war nämlich Schluss und  der NOZ-Verlag beendete seine Zusammenarbeit mit FuPa, die gern noch weiter gemacht hätte. Trotz feiner Worte: „Die FuPa GmbH bedankt sich ganz herzlich für die Zusammenarbeit und wünscht den Kollegen, die das Portal mit viel Leidenschaft und Know-How vorangetrieben haben, alles Gute!“. Was aus diesen KollegInnen wird, erfährt man nicht.

Das Fußballportal FuPa (ehemals als Abkürzung für Fußball Passau) ist seit 2006  ein deutsches Internetportal, das sich der Berichterstattung aus den deutschen Amateurklassen verschrieben hat. Ursprünglich wurde nur über die vier niederbayerischen Fußballkreise Passau, Bayerwald, Straubing und Landshut berichtet. Seit rund zwei Jahren umfasst die redaktionelle Betreuung sämtliche Fußballverbände bundesweit und das Großherzogtum Luxemburg und die Schweizer Fußballregion Zürich als erste beiden ausländische Regionen. Gegründet wurde das Portal vor 16 Jahren von dem Hobbyfußballer Michael Wagner. Betreiber ist inzwischen die von ihm gegründete FuPa GmbH

Jetzt will FuPa in Bentheim, im Emsland und in Osnabrück für die Fans und Protagonisten des Amateurfußballs weitermachen. Gleich vier FuPa-Regionen im Verbandsgebiet Niedersachsen sind seit Montagvormittag zu FuPa Niedersachsen vereint „Eine junge Crew“ (FuPa) wird ab sofort vor allem den Mitmach-Charakter der FuPa-Community fördern und eigene Inhalte liefern, teilte Fupa gestern seinen registrierten Nutzern in einer E-Mail mit

Das Ziel: FuPa („Aus Liebe zum Fußball“) will fester Bestandteil im Amateurfußball der Region bleiben. Für die ehrenamtlich Mitwirkenden ändere sich nichts, betonten die FuPa-Macher, denn:

  • „Die Ligen werden weiterhin gepflegt. Hier wird sich unser Team weiterhin für euch ins Zeug legen. Großes Dankeschön geht an dieser Stelle an unsere fleißigen Ligaverwalter!
  • Auf die Pflege der Kader und Vereinsseiten haben die Vereinsverwalter weiterhin natürlich vollen Zugriff.
  • Vereinsnachrichten und Beiträge könnt Ihr weiterhin auf FuPa veröffentlichen.
  • Mit Fragen oder Anregungen könnt ihr euch jederzeit über das Kontaktformular direkt an FuPa wenden: https://support.fupa.net/support/tickets/new
  • Im FuPa Forum findet ihr außerdem viele Anleitungen und Hilfestellungen: https://support.fupa.net/support/home

Darüber hinaus gibt es schon jetzt neue Facebook-Seiten für die FuPa-News der Region:

➡ Osnabrück

➡ Emsland

➡ FuPa Bentheim

➡ Weser-Ems

FuPa bietet an, Vereinsnews jederzeit an die Redaktion zu schicken: damit können Vereine ihre Infos unkompliziert veröffentlichen – von der Vorstandswahl bis zum Vereinsfest oder der Nachwuchswerbung. Gleiches gilt für die vielen Spielberichte aus den unteren Klassen. Alle Infos sollen „einfach per Mail an niedersachsen@fupa.net“; auch bei Fragen oder Hinweisen, kann man sich „jederzeit“ gerne unter dieser E-Mailadresse melden. “

Lautfeuer

15. Juli 2022

Das letzte Lingener „Abifestival“ fand vor drei Jahren statt. 2020 und 2021 gab es kein Umsonst&Draußen-Festival sondern nur Corona-Zwangspause. Jetzt startet das Festival neu, zum zweiten Mal unter dem Namen Lautfeuerund natürlich am gewohnten Platz an der Schüttorfer Straße am alten Atomkraftwerk.

Das Festival startete 1981, also vor über 40 Jahren, zunächst am ehemaligen Flakturm in Lünne. Dann gab es Neuauflagen u.a. auf dem Kirmesgelände bis der jetzige Platz gefunden wurde. Seit  2019 erfanden die Macher der Vermarktung wegen den neuen Namen. Das ehemalige „Abifestival“ heißt seither Lautfeuer und am Wochenende in einer Woche gibt es endlich wieder Musik am alten Atomkraftwerk. Hier das Line-up:

Update:
Schon am heutigen Freitag, 15. Juli gibt es abends ein Warm-up mit dJ Schnoff im Koschinski, Schlachterstraße: Nur die Hits und Festivalhymnen.

Zerbrochene Stärke

11. Juli 2022

Eine aktuelle Ausstellung in Osnabrück verschränkt Bilder von Elfriede Lohse-Wächtler und Felix Nussbaum. „Eine Intervention, die neue Perspektiven auf zwei NS-Opfer erlaubt, die nicht nur Opfer waren“, schreibt Harff-Peter Schönherr in der taz.

„‚Es gibt Kunst, die lässt dich nicht los.‘ Für Maren Koormann, Kuratorin für klassische Moderne im Museumsquartier Osnabrück (MQ4), sind das die Bilder der Dresdner Avantgardistin Elfriede Lohse-Wächtler, die auch Lyrik schrieb, düster und ohnmächtig, ohne Hoffnung auf Licht in „der Menschheit Chaos Nacht“. In der Ausstellung „Im Angesicht“ präsentiert Koormann 45 dieser Bilder im Dialog mit Arbeiten von Felix Nussbaum, dem der skulpturale Gedenk-Bau gewidmet ist, in dem diese beklemmende Begegnung stattfindet, mit seinen nackten Beton­wänden und rampenartigen Gängen ist er eine architektonische Abstraktion des Holocaust.

„Im Angesicht“ arbeitet Gemeinsamkeiten heraus. Lohse-Wächtler ist, wie Nussbaum, ein Opfer der NS-Ideologie; Nussbaum wird im KZ Auschwitz ermordet, Lohse-Wächtler in der Euthanasie-Anstalt Pirna-Sonnenstein. Beide…“

[weiter bei der taz]

Im Angesicht. Elfriede Lohse-Wächtler und Felix Nussbaum.
bis 16. 10.2022 in Osnabrück, Felix-Nussbaum-Haus,

mehr…

geöffnet:
DIENSTAG BIS FREITAG:
11–18 Uhr
SAMSTAG UND SONNTAG:
10–18 Uhr

 


Bild: Elfriede Lohse-Wächtler, „Knollige Frau“, ca.1930, via flickr Öffentliche Domäne

Carolin Kebekus

10. Juli 2022

Carolin Kebekus
„PUSSYNATION“ – ZUSATZTERMIN –
Lingen (Ems) – Emslandarena, Lindenstraße 24a
Mo, 11. Juli 2022 – 20 Uhr
Tickets: Ab 37,75 €
gibt es noch an unseren Ticket-Hotlines 0591 91295-0 und 0591 9144-144.

Nach dem Siegeszug mit ihrer letzten Tour „AlphaPussy“, die über 300.000 Menschen gesehen haben, lotet Deutschlands Chef-Komikerin Carolin Kebekus mit ihrem neuen Programm erneut die Grenzen unter und über der Gürtellinie aus.

Aufgeladen mit irrwitzigen Alltagsbetrachtungen, urkomischen Geschichten aus ihrem Leben und unmissverständlichen Botschaften gegenüber allem Engstirnigen oder gar Hirnlosen feuert sie ihren Pointenhagel gewohnt geschmeidig aus der Hüfte.

Fest steht: Alle Fraukes, Harveys und Bibis dieser Welt können sich schon mal warm anziehen!