Emsbüren

26. Oktober 2018

Ein Junge im aus dem niedersächsischen Emsbüren (Foto lks) soll über Jahre von seiner Mutter schwer misshandelt worden sein. Wie der SPIEGEL berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück in dem Fall Anklage erhoben. Demnach musste der Junge sich, wenn er von der Schule nach Hause kam, bis auf die Unterhose ausziehen und in zwei gelbe Müllsäcke kleiden…

inzwischen liegt die Anklage der Staatsanwaltschaft Osnabrück bei der Jugendkammer des dortigen Landgerichts vor. Hier gehts zum SPIEGEL-Beitrag. 

erklecklicher Überschuss

25. Oktober 2018

Vorgestern hat der Verwaltungsausschuss unserer Stadt entschieden, eine nicht mehr benötigte Flüchtlingsunterkunft an der Wilh.-Berning-Straße an das Studentenwerk Osnabrück zu vermieten. Das soll rund 7.600 Euro an Miete pro Jahr zahlen und zwar für sechs Zimmer, 2 Küchen und 2 Bäder – also ideal für zwei 3-Personen-WGs. Leicht lässt sich errechnen, dass bei den angepeilten 285 Euro Miete pro Person und Monat eine Jahresmiete von 20.520 Euro zu erlösen ist. Das sind erst einmal kapp 13.000 Euro ehr. OK, es fallen noch Heizung und Energie und „Internet“ an, die in der Miete „inkludiert“ sind, aber es bleibt immer noch ein großer Überschuss für das Studentenwerk, wenn es die sechs Zimmer wie angekündigt für 285 Euro pro Monat vermietet.

Die Stadt wollte diesen Überschuss nicht, weil es so viel Arbeit mache, an Studenten zu vermieten. Die Fachleute im städtische Eigenbetrieb Zentrale Gebäudewirtschaft machen zwar werktäglich viele Vermietungen und kaum etwas ist weniger arbeitsaufwändig als die Vermietung an eine Wohngemeinschaft, worauf ich in der Sitzung hinwies, aber das wäre zu viel gewesen, wie entgegnet wurde, und ein Hausmeister werde auch benötigt, sagen die Experten der Verwaltung – bei zwei WG’s mit zusammen sechs Mietern.

Ich schüttele seit vorgestern also den Kopf, vor allem wenn ich darüber nachdenke, dass die Einrichtung noch bis 2020 den Steuerzahler monatlich rd. 4.000 Euro kostet und anschließend noch eine bis heute unbekannte und unverhandelte, wahrscienlich aber 5stellige- Leasing-Abschlusszahlung obendrauf. Der SKM und die Stadt haben nämlich das Gebäude geleast. Beschlossen wurde das städtische Leasing nirgendwo. Aber…

Es hätte also entweder deutlich bessere Einnahmen gegeben und außerdem auch ein Stück weit günstigere Studentenzimmer. Aber die Mehrheit segelte den Vermietungsprofis der Verwaltung hinterher…

Apropos Mietpreise für Studenten am Hochschulstandort Lingen(Ems): Bei der Gelegenheit habe ich auch erfahren, was in dem Einsegnung-Bericht in der Lokalzeitung über das neue, nach dem lateinamerikanischen Bischof Oscar Romero benannte Studentenwohnheim an der Ottostraße nicht berichtet wurde. Die Zimmer in dieser einrichtung des katholischen Stephanswerk Osnabrück sind alles andere als preiswert. Sie kosten nämlich bis zu 420,-Euro /Monat, die preiswerteren etwa 385 Euro/Monat. Auf der Internetseite des Stephanswerks liest man dazu: „Auf dem Boden der katholischen Soziallehre unterstützen wir die Ziele unserer Kirche in Bezug auf die gegenwärtige und zukünftige Lebensgestaltung, vor allem in Familie und Gesellschaft und wir unterstützen kirchliche und caritative Einrichtungen in Grundstücks– und Bauangelegenheiten.“ Sollte man bei den Mieten das Wort Soziallehre nicht besser durch Finanzlehre ersetzen?

 

 

auf eigene Gefahr

22. September 2018

Die Villa Schlikker in Osnabrück war Sitz der NSDAP. Mit der Geschichte des „Braunen Hauses“ setzt sich die Ausstellung „Es wird gewesen sein“ auseinander: Verrätselte Erinnerung titelt die taz.

„Es gibt Orte, denen haftet das Grauen an, selbst nach Jahrzehnten noch. Das Kellergeschoss der Osnabrücker Villa Schlikker ist ein solcher Ort. Wer hier hinabsteigt, tut es „auf eigene Gefahr“, warnt ein Schild an der steilen, engen Treppe. Es riecht muffig hier unten, in den Luftschutzräumen des einstigen „Braunen Hauses“: Von 1932 bis 1945 war die Villa Sitz der Kreisleitung der NSDAP. Stahltüren, schmale Durchlässe, niedrige Decken, zerfressener Putz. Ein Ort, der abwehrt, der Be­klemmung weckt.

Und dann sind da diese beiden Fotos. Unscharf, wie von Brandblasen überzogen. Ein Mädchengesicht zeigen sie, deformiert, mit fragenden, vom Schreck geweiteten Augen. Ein harter, hypnotisierender Anblick, tief verstörend. Marikke Heinz-Hoek hat das Gesicht in einem Familienbild gefunden und vergrößert. Aufgenommen wurde das Foto in Berlin, vielleicht 1944. „Für mich steht es für die Traumata des Bombenkriegs“, sagt sie. Dessen Sirenen hat sie selbst noch erlebt. „Meine Eltern haben mich im Wäschekorb in den Bunker getragen“, erzählt sie. Neben den Fotos klebt eine handgeschrie­be­ne Karte, wie aus der Kartei eines Archivs: Objekt 20 und 21.

Die beiden Gesichter sind Interventionen in die stadthistorische Dauerausstellung der Villa, an deren Balkon früher „Dank und Heil dem Führer!“ hing. Heute ist das Haus Teil des MQ4, des Osnabrücker „Museumsquartiers“ – neben dem Kulturgeschichtlichen Museum, dem Akzise- und dem Felix-Nussbaum-Haus. Dutzende dieser Eingriffe lässt Marikke Heinz-Hoek in ihrer Ausstellung „Es wird gewesen sein“ auf die „Aura des Hauses“ antworten, subtil, bewegend, Augen öffnend. Es sind Arbeiten aus 1990ern bis…“

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Marikke Heinz-Hoek: „Es wird gewesen sein …“: bis 13. 1. 2019, Osnabrück, MG4/Villa Schlikker. (Foto Villa Schlikker Osnabrück – von wikipedia/N 9713 ; CC )

(ps In unserer Stadt wird derweil  weiter ein Museum für einen SS-Offizier geplant, weil der gut Autorennen fahren konnte.. Ich nenne dies eine geschichtliche wie lokale Schande.)

Grenzüberschreitend

28. Juni 2018

Das neue, grenzüberschreitende Projekt taNDem des INTERREG A Projekts „Kunstverbinding – Kunstverbindung“ findet im Jahr 2018 erstmalig statt und soll auch in den zwei folgenden Jahren durchgeführt werden. Das Kunstprojekt soll Künstler aus den Grenzregionen Nordrhein-Westfalen, Niedersachen, Gelderland und Overijssel zusammenführen und dazu beitragen, ein nachhaltiges deutsch-niederländisches Künstlernetzwerk aufzubauen.

Jedes Jahr soll ein Barcamp stattfinden, in dem sich niederländische und deutsche Künstler zusammenfinden, um Tandems zu bilden und gemeinsame Projekte zu entwickeln. Johan Godschalk von Cultuurmij Oost und Andre Sebastian vom Münsterland e.V. bilden das Tandem der inhaltlichen Projektleitung. Godschalk sieht in der Kunst und der Kultur „perfekte Brückenbauer, um Menschen über die Grenze hinweg miteinander zu verbinden“.

Das erste grenzüberschreitende Kunst- und Kulturbarcamp fand im vergangenen April im Kloster Bentlage in Rheine statt. Ungefähr 130 deutsche und niederländische Künstler haben teilgenommen, um mögliche Projektpartner aus dem Nachbarland zu finden und Tandems bilden zu können. Bei einem Barcamp gestalten die Teilnehmer das Programm selbst, es sei eine neue Art der Begegnung, so Andre Sebastian. Lediglich das Thema und der Veranstaltungsort seien von den Organisatoren festgelegt worden. Während des Barcamps fanden mehrere Sessions statt, bei denen die Teilnehmer Projektideen präsentieren oder zur Diskussion stellen konnten.

Die Überschrift des diesjährigen Themas lautet „Sehnsuchtsort Heimat – Wo fühle ich mich zuhause?“. Mögliche Themengebiete sind hierbei Migration und Flucht, doch die Künstler können selbst entscheiden, ob sie diese Themenideen aufgreifen möchten, oder sich einem anderen Aspekt des Themas Heimat widmen möchten. Im Jahr 2019 soll das Projekt unter dem Motto „Energie“ durchgeführt werden, im Jahr 2020  wird das Thema „Paradies“ lauten.

Nach dem Barcamp konnten die Künstler auf der Homepage des Projektes einen Projektantrag stellen. Hierbei mussten das Tandem festgelegt und die Projektidee beschrieben werden. Auch Künstler, die nicht am Barcamp teilgenommen hatten, konnten einen Projektantrag stellen. Die Tandems können eine maximale Förderung von 15.000 Euro für ihr Projekt erhalten. 36 Projektanträge wurden bis zur Deadline im Mai eingereicht. Am 13. Juni hat eine unabhängige Expertengruppe getagt und 15 Projekte ausgewählt, die eine Förderung erhalten. Zu den ausgewählten Projekten gehören ein Literatur-Karaoke-Taxi, Klangkunst jenseits der Grenze sowie Straßeninterviews und Workshops, die zu „Heimatfilmen“ verdichtet werden und eine multimediale Aufführung einer „Regionsoper“.

Weitere Informationen finden Sie unter www.tandemkunst.eu.
An dem Projekt taNDem beteiligen sich die EUREGIO, Cultuurmij Oost, Münsterland e.V., Emsländische Landschaft e.V., die Stadt Osnabrück, der Landkreis Osnabrück und die Provinzen Gelderland und Overijssel.

 

Quelle: NiederlandeNet.

Freie Schichten Festival
Lingen (Ems) – Burgtheater, Baccumer Straße
von heute bis zum Samstag, 09. Juni

In diesem Jahr findet bereits zum dritten Mal das FREIE SCHICHTEN Festival am Burgtheater in der Baccumer Straße 3 in Lingen (Ems)  statt. Das Institut für Theaterpädagogik präsentiert hier in Zusammenarbeit mit dem Institut für Musik verschiedenste studentische Produktionen.

Ausführliche Informationen zum Programm, Tageskarten und Festivalpässen sowie zur Reservierung von Platzkarten finden Sie ab sofort hier:

Programmheft FREIE SCHICHTEN 3

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:
Wann: 07. Juni, ab 17.00 Uhr; 08. Juni, ab 17.00 Uhr und 09. Juni, ab 12.00 Uhr
Wo: Burgtheater, Baccumer Straße 3, 49808 Lingen (Ems)
Eintritt: Tageskarte 8 Euro/ 4 Euro (ermäßigt) ; Festivalpass (3Tage) 15 Euro/ 7 Euro (ermäßigt) ;
Studierende der Hochschule Osnabrück erhalten eine Tageskarte frei (solange der Vorrat reicht)

Morgenland etc.

7. Mai 2018

Ich darf heute noch nicht über die tiefe Krise schreiben, in die das Lingener Abifestival geraten ist. Das hab ich versprochen und gestern gar zwei Tweets dazu gelöscht. Aber die Situation ist -sechs Wochen vor dem geplanten AF-Wochenende- ausgesprochen ernst – angesichts immer neuer bürokratischer Forderungen aus dem Lingener Rathaus. Allen Beteuerungen zum Trotz haben die dortigen Bürokraten längst das Zepter übernommen und die Abifestival-Gemeinde steht ratlos da.

Also schreib‘ ich heute ersatzweise etwas über das Morgenland-Festival, dessen erfreuliche Neuauflage zeitgleich in Osnabrück ansteht.

Unter www.morgenland-festival.com finden sich seit dem wochenende alle Informationen zu Konzerten und Ticketing. Das Morgenland Festival Osnabrück 2018 verlagert seinen Fokus nach Osten und wird sich der Musik Zentralasiens in verschiedenen Konzerten widmen. Auf den Spuren der Seidenstraße gelangen wir mit der herausragenden Pipa-Spielerin Wu Man und dem Sheng-Virtuosen Wu Wei bis nach China.
Wir freuen uns sehr auf das kasachische Ensemble Khazar, den Lichtkünstler Philipp Geist, auf UlzhanBaibussynova und Raushan Orozbaeva, Nezar Omran und Ingolf Burkhardt, Hogir Göregen, Florian Weber, Homayun Sakhi, SirojiddinJuraev, Salar Nader, MukhtorMuborakqadomov, den DJ Hello Psychaleppo, Salman Gambarov und Bodek Janke, auf das Gurdjieff Ensemble und Hewar, und natürlich auf unsere langjährigen Freunde der Morgenland All Star Band und das Ensemble desMorgenland Campus.
Ein umfangreiches Gastspiel bringt das Festival bereits nächste Woche nach Almaty in die Kasachische Staatsphilharmonie, in das Musikinstrumentenmuseum Almaty und in verschiedene Bars zu Jam-Sessions. Mit der VW Werkshalle 2 wird ein spektakulärer neuer Spielort erkundet, und mit der Elbphilharmonie und dem Holland Festival hat das Morgenland Festival international strahlende Kooperationspartner.
Vorgestern eröffnete bereits die Ausstellung „Hass und Hoffnung. Afghanistan“ – Fotografien von Andy Spyra in der Felix Nussbaum Sammlung.
Die Ausstellung ist eine Koproduktion von Morgenland Festival Osnabrück und Museumsquartier Osnabrück.
Eine große Ehre für die Festivalmacher ist übrigens eine eigene Sendung mit Konzertmitschnitten des Morgenland Festival Osnabrück auf dem internationalen Jazz-TV-Bezahlsender Stingray DJazz, die am 1. Mai begonnen hat.

Der Geschichte auf der Spur: In der Region laden das Landesarchiv und das NUSO-Archiv  in Osnabrück sowie das Stadtarchiv Lingen zum Besuch ein: am Samstag, 3. März 2018 ist von 10 bis 16 Uhr der Tag der Archive!

In Lingen verwandelt sich der Flur des Stadtarchives in die Lingener Burgstraße. Auf Fotos und Tafeln beleuchtet das Stadtarchiv gemeinsam mit dem Heimatverein Lingen (Ems) den alten Zustand der Häuser zwischen Markt und Promenade. Es werden historische Bewohner vorgestellt und die Baugeschichte wird verfolgt. Jeweils um 10.00, 12.00 und 14.00 Uhr führt Stadtarchivar Dr. Mirko Crabus durch Ausstellung und Magazine. Auch der Arbeitskreis Lingener Familienforscher steht mit Rat und Tat bereit und beantwortet Fragen zu Lingener Verwandtschaftsverhältnissen und zur Herkunft von Familiennamen. Zudem können Besucher in Geburtsregistern (1874-1905). Heiratsregistern (1874-1935) und Sterberegistern (1874-1985) Namen recherchieren.
Der Tag der Archive beginnt um 10 Uhr in der Baccumer Straße 22 (Gebäude der Stadtbibliothek). Der Eintritt ist frei und es ist keine Anmeldung erforderlich.

Eigentlich aber lautet das diesjährige Motto des bundesweiten Tags der Archive „Bürgerrechte und Demokratie“. Das scheint mir in Lingen nicht im Vordergrund zu stehen. Anders ist dies in Osnabrück.

Wie es zu den heute scheinbar selbstverständlichen Rechten für Männer und Frauen und zur Entwicklung einer demokratischen Gesellschaftsform gekommen ist, kann man dort aus den historischen Quellen erfahren, die das Niedersächsische Landesarchiv am Standort Osnabrück aufbewahrt.

Das Archiv in der Schloßstr. 29 ist ein offen und freundlich gestaltetes Haus. Hier befinden sich Unterlagen aus den staatlichen Institutionen in der Stadt Osnabrück und den Landkreisen Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim, aber auch Archivgut kommunaler Herkunft wie etwa der Stadt und des Landkreises Osnabrück sowie die Archive der Universität und der Hochschule Osnabrück. Guts-, Adels- und Wirtschaftsarchive sind ebenfalls wichtige Bestände.

„Demokratie und Bürgerrechte sind keine Selbstverständlichkeit. In unserer Gesellschaft müssen sie stets neu diskutiert, ausgehandelt und verteidigt werden. Die Archive sind dabei ein Fels in der Brandung. Sie bewahren das Geschehene für nachfolgende Generationen, sind eine verlässliche Informationsquelle und schützen somit aktiv unsere Demokratie“, so der VdA- Vorsitzende Ralf Jacob. „Am TAG DER ARCHIVE wollen wir das den Bürgerinnen und Bürgern in ganz Deutschland zeigen.“

Der Tag der Archive findet in zweijährigem Turnus bundesweit an einem Wochenende Anfang März statt. Das Landesarchiv in Osnabrück öffnet am 3. März, um zwischen 10.00 und 16.00 Uhr einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen und über seine Aufgaben zu informieren.

Neben den allgemeinen Magazinführungen gibt es auch spezielle Angebote: Unter dem Titel „Verbrecher, Mitläufer, stille Helden“ werden in zwei thematischen Führungen Fallbeispiele zur Entnazifizierung in Osnabrück und im Emsland demonstriert. Was Überlieferungsbildung für Bürgerinnen und Bürger bedeuten kann, soll der Versuch „Quellen von gestern, von heute, für morgen.  Eine Zeitkapsel für Osnabrück gestalten!“ zeigen. Daneben gibt es Einführungen in den Umgang mit dem archivischen Recherchesystem Arcinsys und kleine Ausstellungen mit Informationen über die Archivgeschichte und besondere Archivalien. Kinder können sich an das Gießen von Siegeln wagen oder Wappenmalerei ausprobieren.

Das Osnabrücker Programm:

  • Quellen von gestern, von heute, für morgen: Eine Zeitkapsel für Osnabrück gestalten
  • Verbrecher, Mitläufer, stille Helden. Fallbeispiele zur Entnazifizierung in Osnabrück und im Emsland um 12:00 und 14:00 Uhr
  • Magazinführungen stündlich zwischen 10:30 und 14:30 Uhr
  • Systematisch Forschen: Eine Einführung in die Recherche mit Arcinsys um 11:00 und 13:00 Uhr
  • Büchertisch und Blog des Historischen Vereins
  • Für unsere kleinen Besucher ist auch was dabei: Siegelgiessen und Wappenmalen

In Osnabrück steht Besuchern auch das NUSO-Archiv Kolpingstr. 7, Raum 01/201 offen. Das NUSO-Archiv (Nachhaltigkeit und Umweltbildung für die Stadt Osnabrück) präsentiert die Ausstellung „Hase – Fluß durch die Zeit“, was auch dem Motto „Bürgerrechte und Demokratie“  nicht gerecht wird. Mehr…

Auch der Landkreis Emsland unterhält ein Kreisarchiv, das sich aber -soweit ich sehe- nicht am Tag der Archive teilnimmt. Ob dies daran liegt, dass „Bürgerrechte und Demokratie“ nicht den Nerv der Institution treffen, erscheint mir gut möglich aber nicht sicher. Eher denkbar dürfte sein, dass an diesem 3. März in Meppen anderes ansteht: Der lokale SV Meppen tritt in der heimischen Arena gegen den FC Carl Zeiss Jena  an…

Mit dem Veranstaltungstermin des Tag der Archive  Anfang März möchte übrigens der Verband Deutscher Archivarinnen und Archivare auch an den Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 erinnern, dessen Verarbeitung noch längst nicht abgeschlossen ist. Darüber hinaus soll der Öffentlichkeit die Vielfalt des Archivwesens verdeutlicht werden: Große Staatsarchive beteiligen sich ebenso wie die örtlichen Kommunalarchive, Kirchenarchive finden sich im Veranstaltungskalender neben Universitäts-, Parlaments- und Wirtschaftsarchiven. Dazu kommen Adels-, Medien- und Parteiarchive sowie Archive von Verbänden, Stiftungen und wissenschaftlicher Institutionen. In einigen Orten kooperieren auch verschiedene Einrichtungen und bieten gemeinsame Veranstaltungen zu einem bestimmten Schwerpunkt an.

(Quellen: PM)

Einmal im Jahr ermöglicht die „Gesellschaft der Freunde. Morgenland Festival Osnabrück“ ein besonderes Konzert – ein Intermezzo zwischen den Festival-Jahren.
In diesem Jahr treffen vier Ausnahmemusiker zusammen, die das Publikum bei der Eröffnung 2017 begeistert haben, nämlich
Rabih Lahoud, Moslem Rahal, Anna-Lena-Schnabel, Florian Weber.
Sonderkonzert der Gesellschaft der Freunde.
Morgenland Festival Osnabrück 
Osnabrück –  Kleine Kirche am Dom, Große Domsfreiheit 6, 
Sonntag den 18. Februar 2018 um 18:00 Uhr
Karten ab 15 Euro hier
 Der libanesische Sänger Rabih Lahoud kam zum Studium nach Deutschland und belebt seitdem die deutsche Musikwelt, die junge Saxofonistin Anna-Lena Schnabel ist gefeierter „Shooting Star“ der Jazz-Szene, den grandiosen Ney-Spieler Moslem Rahal hält nicht nur Jordi Savall für einfach „den besten“ und Jazzpianist Florian Weber ist einer der spannendsten Pianisten seiner Generation.

ps

„2018 wird ein spannendes Jahr für das Morgenland Festival Osnabrück. Wir freuen uns auf eine Kooperation mit der Elbphilharmonie und dem Holland Festival, auf neue Werke von Tigran Mansurian und Issam Rafea, auf die Morgenland All Star Band im Pierre Boulez Saal in Berlin und in Kasachstan, auf eine eigene Fernsehsendung im Stingray DJAZZ Kanal und vieles, vieles mehr. Genauere Informationen hierzu gibt es in den nächsten Wochen.“

Mütter zweiter Klasse

20. Januar 2018

In Osnabrück wehren sich Adoptivmütter dagegen, dass sie keine Mütterrente bekommen. Ihre Kinder waren schon zu alt, als sie in die Familien kamen: Es sind „Mütter zweiter Klasse“ titelt Andrea Scharpen in der taz und informiert über die „Diskriminierung bei der Mütterrente“:

Gerade aus dem Kinderheim in die neue Familie gekommen, schlug die Tochter von Helga Bausch* immer wieder mit dem Kopf auf den Boden und weinte. „Sie hatte einen Trotzkopf“, sagt Bausch. Anders konnte sich das damals 14 Monate alte Mädchen noch nicht äußern. Die Familie, die sie adoptiert hatte, war fremd für sie, die ganze Umgebung ungewohnt.

„Ich hatte damals viele Schwierigkeiten mit meinen Kindern“, sagt Bausch, die auch ihren Sohn adoptiert hat, über die 70er-Jahre. Bereut hat die heute 77-Jährige die Adop­tionen nicht, zu beiden Kindern hat sie ein enges Verhältnis. Aber es ärgert sie, dass der Staat ihre Erziehungsleistung nicht anerkennt – mit der sogenannten Mütterrente. Den zusätzlichen Rentenpunkt, also einen Aufschlag auf die monatliche Rente…

Die Osnabrückerin ist mit ihrem Frust nicht allein. Laut dem Bundesverband der Pflege- und Adop­tivfamilien werden durch die Stichtagsregelung bundesweit rund 40.000 Mütter benachteiligt. Das habe eine Hochrechnung der Adoptionszahlen des Statistischen Bundesamtes ergeben, heißt es auf der Website des Vereins.

In Osnabrück haben sich rund 20 Betroffene zu einer Selbsthilfegruppe zusammengeschlossen. Die Frauen wollen die Benachteiligung nicht einfach hinnehmen. Bausch ist mit ihrem Fall schon vor das Sozialgericht in Osnabrück gezogen – und hat verloren.

[…weiter bei der taz]
[mehr in der NOZ]


MÜTTERRENTE

Die sogenannte Mütterrente beinhaltet, dass Müttern und vereinzelt auch Vätern, die vor 1992 Eltern geworden sind, ein zweites Jahr als Erziehungszeit auf die Rente angerechnet wird.

Dies entspricht einem sogenannten Rentenpunkt. Brutto beträgt die Mütterrente in Westdeutschland zzt. monatlich 30,45 Euro, in Ostdeutschland sind es 28,66 Euro.

Der Rentenzuschlag steht demjenigen zu, der ein Kind in seinem „12. Kalendermonat“ betreut hat.

Wenn ein Kind mit 13 Monaten adoptiert wurde und zuvor bei seiner leiblichen Mutter gelebt hat, erhält diese den Rentenzuschuss, nicht die Adoptivmutter.


Das Foto von FreshFree zeigt das Fachgerichtszentrum in der Osnabrü+ck Hakenstraße, CC 4.0 )

Medea2

9. Januar 2018

Am Stadttheater Osnabrück wird am 18. Februar das Projekt Medea2 von Manuela Soeiro, Dominik Schnizer und Jens Peters uraufgeführt. Medea2 ist eine gemeinsame Produktion des Theaters Osnabrück und des Teatro Avenida aus Mosambik. Dessen Intendantin erklärt jetzt in einem Interview mit der taz den Gewinn der Kooperation. Die Kooperation zwischen dem Stadttheater und dem Mutumbela-Gogo-Ensemble des Teatro Avenida aus Maputo greift auf Texte mosambikanischer und europäischer AutorInnen zurück. Sie sind entweder als unmittelbare Bearbeitungen oder durch motivische Gleichheit als Reprisen des Medea-Mythos zu verstehen.
Das Thema: Medea ist die Geliebte des griechischen Abenteurers Jason: Sie verrät ihren Vater, den König von Kolchis, für ihn und spielt ihm das Goldene Vlies zu, den Inbegriff des Schatzes. Trotzdem und ungeachtet der Geburt ihrer gemeinsamen Kinder weigert sich Jason, sie als nicht standesgemäße Wilde zu heiraten und verstößt sie schließlich zugunsten von Glauke, der Tochter des Kreterkönigs Kreon. In der klassischen Version des Mythos rächt sich Medea, indem sie ihre Kinder, ihren Schwiegervater und Glauke ermordet.

Benno Schirrmeister (taz Bremen) hat Manuela Soeiro interviewt, die Intendantin des Teatro Avenida:
taz: Ihre Autobiografie heißt übersetzt: „Beruhigt die Seelen“. Beschreibt das eine Aufgabe des Theaters in Mosambik?
Manuela Soeiro: Ehrlich gesagt: Ich weiß gar nicht, wer im Verlag den Titel ausgesucht hat. Aber tatsächlich hat Theater auch diese Aufgabe, ja: Es gibt sehr viele Probleme, die keiner für sich alleine lösen kann, mich eingeschlossen. Theater kann aber Lösungen inspirieren.
Also sollte es nicht aufstacheln oder aufregen?
Doch. Es hat viele Funktionen. Es dient auch der Unterhaltung und der Zerstreuung und der Anteilnahme.
Welche Rolle spielen die Kooperationen und Begegnungen mit europäischen Theaterleuten für Sie?
Ich habe ja mit Henning Mankell lange zusammen gearbeitet. Dabei habe ich auch Dominique Schnizer kennengelernt, der jetzt hier am Theater Osnabrück ist und hier für das Projekt zuständig. Mankell hatte uns damals…

[…weiter bei der taz]