Morgenland Festival

16. Juni 2017


Heute beginnt in Osnabrück das Morgenland Festival 2017. Die 10-tägigie Veranstaltung  legt ihren Schwerpunkt auf die Musik des Libanon – früher gepriesen als „Schweiz des Nahen Ostens“, zauberhaft gelegen am Mittelmeer. Ein Land mit schmerzhafter Geschichte, mit dem vielleicht besten Essen der Welt – und einer spannenden Musikszene!

Das Nachbarland Syriens beherbergt zur Zeit über eine Million Flüchtlinge aus Syrien, bei einer eigenen Einwohnerzahl von unter 5 Millionen. Wie verkraftet es ein Land, fast ein Viertel seiner eigenen Einwohnerzahl als Flüchtlinge aufzunehmen? Wie schlägt sich diese Ausnahmesituation im kulturellen Leben nieder? Etliche Musiker aus Syrien leben zurzeit in Beirut und haben das dortige Musikleben mit geprägt. Die Straße von Beirut nach Damaskus ist gerade einmal 102 km lang. Diese Straße hat ungezählte Menschen in beide Richtungen fliehen – und wieder heimkehren – sehen. ‚Tarik el Sham‘ – Die Straße nach Damaskus – ist eine der Eigenproduktionen des Festivals.

Layale Chaker und ihr Ensemble lassen in ihrem Projekt ‚Mkhammas‘ das Libanon der 50er Jahre wieder aufleben. Die Sänger Rima Khcheich und Rabih Lahoud präsentieren sich mit fantastischen Ensembles und Solisten, und sogar die Kirchenorgel an St. Marien kommt erstmals zum Einsatz. Der Projektchor ‚Salam Syria‘, eine Koproduktion von Elbphilharmonie und Morgenland Festival freut sich auf seinen ersten Auftritt in der „Friedensstadt“  Osnabrück.

Renaud García-Fons und Derya Türkan präsentieren zwei denkbar unterschiedliche Streichinstrumente in perfektem Zusammenspiel und Saleem Ashkar beendet sein fulminantes Beethoven-Projekt. Mit den Ensembles Hewar und Capella de la Torre kommen alte Freunde nach Osnabrück und mit 47Soul (Foto links) eine der spannendsten arabischen Bands unserer Zeit. Nicht fehlen darf der libanesische Ausnahme-Perkussionist Rony Barrak, seit Beginn des Festivals 2005 unser musikalischer Begleiter. Dieses Jahr gastiert er mit dem libanesischen Oudspieler Elie Khoury und unterrichtet junge Musiker im ‚Morgenland Campus‘.

Aber nicht nur in Osnabrück können sie das Morgenland Festival erleben. Der Osnabrücker Jugendchor, die Morgenland All Star Band und DJ Ipek konzertieren in Beirut und Tripoli und arbeiten mit libanesischen Musikern zusammen.

Hier das Programm und hier geht’s zu den Tickets.


 

Das Morgenland Festival widmet sich seit 2005 unter der Leitung von Michael Dreyer der Musikkultur des Vorderen Orients. Seitdem hat das Festival in Osnabrück, Amsterdam, Berlin aber auch im Iran, Irak, in Syrien, Jordanien und in der Türkei begeistert. 2013 brachte das Morgenland Festival 65 Musiker aus neun Ländern zu einem mehrtätigen Gastspiel nach Kurdistan/Irak. Der erste Auftritt eines westlichen Symphonieorchesters in Iran nach 1979 oder die Iran-Premiere der Bach’schen Johannes-Passion waren weitere Höhepunkte in der Geschichte des Festivals.
Im März 2017 kuratierte Michael Dreyer mit Salām Syria ein dreitägiges Programm mit zahlreichen Künstlern des Morgenland Festivals in der Elbphilharmonie, das für stehende Ovationen sorgte. Im Jahr 2009 wurde Dreyer für das Morgenland Festival Osnabrück mit dem Internationalen Musikfriedenspreis im Rahmen des Praetorius Musikpreises ausgezeichnet.

Campus in Concert

1. Juni 2017

Campus in Concert
Das Newcomer-Festival
Lingen (Ems) – Hochschule, Kaiserstraße
Do 1. Juni – ab 18 Uhr
kein Eintritt

Fette Sounds und heiße Beats gibt es heute auf dem Campus Lingen an der Kaiserstraße. So vielfältig war das musikalische Angebot bei Campus in Concert noch nie. Von souligem Pop über dreckigen Funk-Rock und Elektro-Pop bis hin zu deutschem R’n’B bringt Campus in Concert das bisher heißeste Line-Up in die Hochschulhalle. Heute heißt es wieder: Livemusik von Nachwuchsmusikern im ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk an der Kaiserstraße. Seit knapp zwei Jahren begeistert das Indoor-Festival Studierende und Musikfans weit über die Grenzen Lingens hinaus. Aufstrebende Musikstudierende der Hochschule Osnabrück spielen dabei teilweise zum ersten Mal vor einem größeren Publikum.

In diesem Jahr sind allerdings auch bekanntere Osnabrücker Bands wie R’n’B-Sängerin Maria Nicolaides und StudyUp-Award-Gewinnerin Toja mit dabei. Ergänzt wird das Programm von Francisco Navarro, Bluevision, Elephänt und Elua Two. Eine weitere Besonderheit in diesem Jahr:Es finden gleich zwei Campus-Events an einem Tag statt. Bereits am Nachmittag präsentieren Studierende im Rahmen der 2. Campus Convention spannende Praxisprojekte in Form kreativ gestalteter Poster. Die ersten Künstler leiten anschließend den musikalischen Teil ein.

Campus in Concert Lingen 2017 – Das Newcomer-Festival am 1. Juni ab 18 Uhr auf dem Campus Lingen der Hochschule Osnabrück 🎶 Zum Start gibt’s 30 Liter Freibier…

➡️ Alle Videos von „Bands im Bulli“ hier.

ps Zwischendurch lohnt ein Ausflug in die benachbarte Kunst-/Halle IV, wo -ebenfalls ab 18 Uhr – wieder einmal BarDo ist; auch da kostet der Besuch der Ausstellung von Ausstellungen „Isabel Albrecht“ und „Cinéma“ keinen Eintritt.
Wie immer mit Drinks, Musik und Häppchen, die allerdings kosten. Um 18.30 und 21.00 Uhr führt Meike Behm durch die Ausstellungen.

tut uns leid.

27. April 2017

Seit gestern Abend macht das European Media Art Festival (EMAF) in Osnabrück  bei seiner 30. Ausgabe die Reizüberflutung der Medien zum Thema. Die Veranstaltung wurde in der Osnabrücker „Lagerhalle“ eröffnet.

Im Foyer begrüßt seither ein Maschinenwesen das Publikum. „The Reader“ heißt die Skulptur des in London lebenden Künstlers Stanza, einem Pionier der Medienkunst. Die Figur wurde mit einem 3-D-Scan Stanza selbst nachempfunden. Jetzt steht sie da: im Hoodie und den Kopf über ein Buch gebeugt, während Wörter und Satzfetzen auf die über 100 Displays ihres Körpers laufen.

Einen Sinn ergeben die Sprachfetzen nicht. Zwar sind sämtliche digitalisierte Bücher der British Library seit 1952 im „Reader“ gespeichert. Allerdings in fragmentierter Form. Ausstellungsbesucher können so lange auf die Displays starren, wie sie wollen. Klüger werden sie nicht.

Der elektronische Leser gehört zur Ausstellung der 30. Ausgabe des European Media Art Festivals (EMAF) in Osnabrück. Bis Sonntag erobern Medienkünstler mit Filmen, Musik- und Performanceprogrammen, Vorträgen und dem Media Campus als Forum für Studierende wieder die 160.000 Einwohner große Stadt. Die Ausstellung mit 36 Beiträgen in der Kunsthalle Osnabrück ist noch bis Mitte Mai zu sehen.

Alles weitere gibt es hier. Das Programm hier.

Gern hätte ich den Trailer des EMAF eingebettet. Man ihn auf vimeo anschauen, aber einbetten in dieses kleine Blog ging nicht, weil … sehn Sie selbst. Auch so kann man sich mit der Reizüberflutung auseinandersetzen…

(Quelle: taz)

Dienstag floppte

22. April 2017

Am vergangenen Dienstag floppte der AfD-Wahlkampfauftakt für Niedersachsen. Natürlich wollen die Rechtspopulisten bei der anstehenden Bundestagswahl einen Fuß auf’s Treppchen kriegen, was bei über 5% mit Mandaten winkt. Der dazugehörige Wahlkampfauftakt der AfD fand in Osnabrück statt. Gegendemo mit 2000 Demonstranten. Großer Platz, abgesperrt, alles vorbereitet. Allein: es kam keiner. Fast keiner.

Beatrix von Storch ist dementsprechend angepisst. Kann ja nicht sein, dass zu so einem Ereignis keiner kommen mag, wenn nicht irgendwer anders als der selbstbefeuerte und immer noch kochende Bullshit-Kessel der AfD selber dafür die Verantwortung tragen könnte. Auf so was kommen die da ja nicht. Also muss wer anders Schuld sein. Laut Frau von Storch – natürlich – „die Antifa“. Die sind Schuld daran. Ist ja nicht so, dass die Anti-AfD-Demonstranten in anderen Teilen des Landes von der Polizei weggeknüppelt werden, um der AfD ihren demokratisch legitimierten Raum zu gewähren. Nein. *hust*

Vielleicht wollte in Osnabrück halt wirklich keiner mehr kommen, weil allen offensichtlich wird, dass sich eine „Start-Up-Partei“ langsam aber sicher selber obsolet macht. Weil sie keine Themen mehr, aber immer noch Bernd Höcke hat. Aber da kommt Frau von Storch natürlich nicht drauf und bedient sich eines Zitates, das bis heute nicht endgültig jenem zugesprochen werden kann, dem sie es in den Mund legen versucht: Ignazio Silone und sein angebliches Antifaschismus-Zitat.

Aber wer kann schon erwarten, dass die AfD-Partei-Instanzen wie Frau von Storch Zitate prüfen, wenn die so schön schmissig vom Bodensatz ihrer Fans immer und ewig breiig wiedergekäut werden. Ehrlich: ich auch nicht. „Antifa und so – die sind eh immer schuld!“ Und am Ende ist eh nicht die Inkompetenz dieser Knetbirnen für das Dilemma verantwortlich, dass in Osnabrück keiner zuhören wollte. Natürlich nicht! Es sind die anderen, na klar. Dafür verantwortlich ist „die Antifa“, meint Beatrix von Storch. Und wenn sie es denn tatsächlich es wäre, wäre es mal wieder an der Zeit zu sagen, #dankeantifa.

Vielleicht sollte die AfD auch endlich mal sagen, dass „Prozente bei einer Wahl holen“ noch lange nicht „Wahlen gewinnen“ bedeutet, aber was weiß ich schon…

(mit Material von Das Kraftfuttermischerk)

Offene Gärten

17. April 2017

Gärten und Parks, Alleen und Plätze bestimmen in hohem Maße die Lebensqualität und den Erlebniswert einer Stadt. Der Garten als Ort der Ruhe und Erholung gewinnt in dabei immer mehr an Bedeutung. Entsprechend wachsen das Angebot an Gartenliteratur sowie die Lust an Gartenreisen. In den letzten Jahren hat sich zudem die Gartenkultur in Deutschland stark gewandelt.

„Offene Gartenpforte“ ist der treffende Name einer folgerichtigen Bewegung, die – ursprünglich aus England – auch hierzulande immer mehr Freunde findet. Seit 1999 wird diese Aktion im benachbarten Westfalen vom Billerbecker Winfried Rusch durchgeführt. Ich bin auf sie durch eine Broschüre aufmerksam geworden, die ich in Kathys Wohnart in der Lingener Burgstraße fand.

Neugierig geworden stieß ich dann schnell auf vergleichbare Initiativen, u.a. eine deutsch-niederländische, die sehenswerte Privatgärten in unserer Region und den nordöstlichen Provinzen der Niederlande dem interessierten Publikum zugänglich macht. Auf diese Weise werden sowohl die Gartenkultur als auch der Kontakt zwischen Niederländern und Deutschen gefördert.

Inzwischen nehmen rund 150 Gärten teil, die alle von einer Gartenkommission beurteilt und im Turnus von drei Jahren wieder aufgesucht werden. Kriterien für die Bewertung sind u. a. Gastfreundlichkeit, Pflanzenkenntnis der Besitzer, der Zustand und die Ausstrahlung des Gartens. In Lingen (Ems) darf man den Garten von Johannes Wiemker in Darme besuchen und südlich unserer Stadt zwei Gärten in Ahlde und Emsbüren. Im Landkreis Emsland sind es im wesentlichen öffentliche oder quasi-öffentliche Gärten, die mitmachen. Für Privatleute und ihre Gärten ist noch reichlich Platz.

Im nordwestlichen Niedersachsen können außerdem Gärten im Ammerland, in Ostfriesland,  in Oldenburg und im Oldenburgischen Land besucht werden. Im Sommer und im Herbst findet der so genannte Gartenmarathon statt. Darüber hinaus bieten viele Garteninhaber auch individuelle Termine an.

Verantwortlich für das Ganze ist die Stiftung „Het Tuinpad Op/In Nachbars Garten“. Sie wurde 1984 in der Provinz Groningen von motivierten Gartenfreunden als Träger der Initiative gegründet. 1992 wagte die Stiftung den Schritt über die Grenze der Provinz Groningen nach Nord-West-Niedersachsen. Im Jahre 2007 kam die niederländische Provinz Drenthe hinzu. Weitere Informationen hält die Website sowie der Gartenführer „In Nachbars Garten / Het tuinpad op“ (152 Seiten, 10 Euro incl. Versand) bereit.

Auch im Osnabrücker Land gibt es die Offene-Gärten-Bewegung, und eine niedersachsenweite Übersicht findet sich hier. Für Privatleute und ihre Gärten ist noch reichlich Platz zum Mitmachen.

Spielerkabine

30. März 2017

Kaum etwas hat auf den ersten Blick weniger miteinander zu tun als Theater und Fußball. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten.

Denn was ist ein mit Flutlicht beleuchteter Fußballplatz anderes als eine Bühne? Auf der sich wahre Dramen abspielen, in denen Helden gemacht und fallen gelassen werden. Und wo es auf der einen Seite die TrainerInnen mit der Mannschaft gibt, sind es auf der anderen die Regie und ihre SchauspielerInnen.

Doch wie sagte einst Sepp Herberger? „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Mit anderen Worten: Das Drama endet nie. Gerade im Fußball kamen in den vergangenen Jahren hässliche Untiefen ans Licht. Es gab DFB-, Fifa- und Wettskandal. Geld und Ruhm waren offenbar wichtiger als der Fußball selbst.

Da liegt es doch nahe, ein Stück über Fußball hinter die Kulissen zu verlegen. Das Theater Osnabrück macht genau das und führt Patrick Marbers „Der rote Löwe“ in einer Spielerkabine auf. Das ist auch der Ort, den T in seinen Regieanweisungen vorgibt. Doch während das Staatstheater Nürnberg das Fußballdrama bei der deutschen Erstaufführung auf die Bühne holte, bringt Osnabrück das Theater nun ins VfL-Stadion….

[weiter hier bei der taz...]

Nächste Termine: 6., 11., 20., 27. und 28. April., jeweils 19.30 Uhr, Kassenhäuschen Nord, Stadion Bremer Brücke

irgendwie

1. März 2017

mensalingenStudentenwerke fördern hierzulande die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Belange der Studenten. Ursprünglich entstanden als studentische Selbsthilfeeinrichtungen, sind sie heute durch Gesetze in den Bundesländern eingerichtet und bspw. in  Niedersachsen als Anstalten des öffentlichen Rechts organisiert. Es gibt folglich auch für Universität und Hochschule Osnabrück ein Studentenwerk, das unter anderem an verschiedenen Standorten eine Mensa betreibt, die den Studenten, Bediensteten und anderen preiswertes Essen anbietet. Bloß bei uns in Lingen ist das Mensa-Angebot ausgesprochen speziell, soll heißen: Es ist löcherig wie der sprichwörtliche Schweizer Käse: Die Mensa auf dem Campus Lingen hat nämlich seit ihrer -verspäteten- Eröffnung im Dezember 2013 in den sogenannten Semesterferien, also der vorlesungsfreien Zeit der Hochschule, geschlossen. Die Studierenden finden dies ganz und gar nicht gut, vor allem weil die vom Studentenwerk betriebene Mensa in Vechta und zwei von drei Essenausgaben in Osnabrück nahezu das gesamte Jahr geöffnet sind. Dabei gibt es am Standort Lingen mit den Dualen Studiengängen einen durchgehenden Lehrbetrieb.

Die ehemalige Geschäftsführung des Studentenwerks wollte trotzdem von einer Verbesserung in Lingen nie etwas wissen. Seit dem 1. Mai 2016 ist nun Alexandra Krone die neue Geschäftsführerin des Studentenwerks Osnabrück. Ihr „Vorschlag zur Güte“ sollte nun die Studierenden besänftigen, deren damaliger AStA-Vorsitzender Dennis Waldeck schon vor Jahren auf Gleichbehandlung gepocht und in einem Musterprozess die zu zahlenden Sozialbeiträge erfolgreich gerichtlich angegriffen hatte; denn alle Studenten in Lingen mussten für eine Mensa zahlen, die damals aber noch gar nicht vorhanden war.  Im „Testbetrieb“, schlug Frau Krone also jüngst vor, wolle man ermitteln, ob die ganzjährige  Öffnung der Mensa Lingen „wirtschaftlich“ sei.

Also testet das Studentenwerk noch bis Ende dieser Woche die Öffnung der eigenen Mensa auf dem Campus Lingen. Eigentlich aber ist die Mensa gar nicht im Testbetrieb geöffnet. Denn es gibt nur ein „Cafeteria-Angebot“, also gerade kein warmes Mittagessen. So ist zweifelhaft, ob so das vom Studentenwerk selbst definierte Umsatzziel überhaupt erreicht werden kann. Denn der Denkfehler erschließt sich zwanglos: Mit dem Teilverkauf von Brötchen, Kaffee und Pizza kann nicht wirklich ermittelt werden, ob auch das warme Mensaessen ausreichend Absatz finden würde.

Ohnehin: Gäste ohne Studierenden-Ausweis sind in der Campus-Mensa seltsamerweise nicht willkommen, obwohl gerade sie außerhalb von Stoßzeiten und Semesterferien ordentlich den Umsatz ankurbeln könnten. Das ist deshalb unverständlich, weil „Gäste der Hochschule“ (oder auch Studierende, deren Ausweis zu Hause liegen blieb) fast dreifach mehr fürs Essen zahlen dürfen und es keine Mittagsalternative im, am und um den Campus Lingen herum gibt. Den überflüssigen, selbst auferlegten Bann für Gast-Esser gibt es übrigens nicht im benachbarten Münster. Dort informiert das offenbar klügere örtliche Studentenwerk („Studierendenwerk Münster“) bislang:

„Können auch Nichtstudierende in den Mensen und Bistros essen? – Ja, bei uns ist jeder willkommen. Nicht nur, aber auch gerade in der vorlesungsfreien Zeit bietet der Besuch einer unserer 15 Mensen und Bistros allen Gästen echte Alternativen für gesunde und absolut preiswerte Ernährung.“ 

Einstweilen droht offenbar, dass der Campus Lingen in Sachen Mensa weit(er) hinter Steinfurt und Vechta liegt. Allerdings haben wir Lingener noch diese Woche, um den Umsatz in unserer Mensa anzukurbeln, denn beim aktuellen, sog. „Cafeteria-Angebot“ wird -Sie ahnen es, reichlich sinnfrei- nicht zwischen Gast und Studierenden unterschieden. Und sind wir nicht als Lingener irgendwie alle Gäste unserer Hochschule? 

(Foto: Geschlossene Februarmensa in Lingen © milanpaul via flickr)

In der vergangenen Woche hat sie zusammen mit dem „Silk Road Ensemble“ einen Grammy gewonnen: Dima Orsho – die syrische Sängerin ist vielen Morgenland Festival Besuchern bekannt. Seit Jahren ist sie in verschiedenen Konstellationen aufgetreten, sei es mit der Morgenland All Star Band, dem Morgenland Chamber Orchestra oder mit dem Ensemble Hewar, das sie gemeinsam mit Kinan Azmeh und Issam Rafea in Damaskus gegründet hat.

Ihr Werk „Those Forgotten on the Banks of the Euphrat“ ist im vergangenen Jahr in Osnabrück uraufgeführt worden und hat das Publikum begeistert. Aus diesem Grund hat die ‚Gesellschaft der Freunde. Morgenland Festival Osnabrück‘ die Ausnahmemusikerin eingeladen, ein Sonderkonzert in der Friedensstadt zu gestalten. Seit Montag ist die mittlerweile in Chicago beheimatete Dima Orsho zurück in Osnabrück und studiert zusammen mit fantastischen Sängern und Solisten sowie dem Osnabrücker Jugendchor und dem Osnabrücker Bassisten Andreas Müller ein Programm für das jährliche Morgenland Festival Sonderkonzert ein. Von Osnabrück geht es weiter in die Elbphilharmonie nach Hamburg für mehrere Konzerte im Rahmen des Festivals Salam Syria.

Das Sonderkonzert ist eine Veranstaltung der Gesellschaft der Freunde. Morgenland Festival Osnabrück.

For those Forgotten
Sonderkonzert des Morgenland Festival Osnabrück
Sonntag, 26.2.2017
Kleine Kirche am Dom
18.00 Uhr

Karten 18,00€, ermäßigt 12,00€ (zuzüglich Vvk-Gebühren)

hans_calmeyer

Als Retter von Tausenden Juden in den Niederlanden zur Zeit des NS-Besatzung ging der Rechtsanwalt Hans Calmeyer in die Geschichte ein. Eine ihm gewidmete Dauerausstellung, geschweige denn ein eigenes Museum, sucht man in seiner Heimatstadt Osnabrück bisher aber vergebens. Daran hat auch ein Osnabrücker Ratsbeschluss vom Sommer 2014 nichts geändert.

Entstehen soll es in der mehr als 100 Jahre alten Villa Schlikker, die Hans-Calmeyer-Haus Haus werden soll Das Haus am Heger-Tor-Wall diente von 1933 bis 1945 der NSDAP als Zentrale. Die NOZ berichtet jetzt über eine neun Anstoß:

„Die Holocaust-Überlebende Laureen Nussbaum, eine Jugendfreundin von Anne Frank und ausgewiesene Kennerin ihrer Tagebücher, hat sich bei einem Besuch in Osnabrück für ein Hans-Calmeyer-Haus in der Friedensstadt ausgesprochen. Auch die Politik erhöht den Druck. Kommt nun Bewegung in die Sache?

Nussbaum gehört zu den vielen Tausend Juden, die der Osnabrücker Rechtsanwalt Calmeyer (1903–72) (Foto lks, ©) während des Zweiten Weltkriegs als NS-„Rassereferent“ in den Niederlanden durch Sabotage vor Deportation und sicherem Tod bewahrte. Die 89-Jährige aus Frankfurt war als Kind mit ihrer Familie vor den Nazis nach Amsterdam geflüchtet. Seit den Fünfzigern lebt sie in Seattle (USA). Zur Eröffnung einer dreimonatigen Ausstellung über ihre Jugendfreundin Anne Frank, deren berühmte Tagebücher sie als Germanistikprofessorin studiert hat, reiste Nussbaum jetzt nach Osnabrück.

Wir trafen sie am Montag im Hotel Walhalla, wo sie für eine Dokumentation des Osnabrücker Historikers, Filmemachers und Calmeyer-Experten Joachim Castan vor der Kamera saß. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Nussbaum: „Hans Calmeyer ist ein stiller Held, dabei hat er mehr Juden gerettet als Oskar Schindler. Deshalb ist es ausgesprochen wichtig, dass in Osnabrück etwas entsteht, das dauerhaft an ihn erinnert und über sein einmaliges Werk informiert.“

Remarque, Nussbaum, Calmeyer

Ihr sei jedoch nicht entgangen, dass die Friedensstadt sich in dieser Angelegenheit viel Zeit lässt.„Ich finde, es dauert sehr lange“, stellte die Holocaust-Überlebende fest. Dabei habe Calmeyer in ihren Augen einen Stellenwert wie zwei andere, gepriesene Ikonen der Friedensstadt: Schriftsteller Erich Maria Remarque und Maler Felix Nussbaum…“

weiter bei der Neuen OZ

(Quelle NOZ, Sebastian Stricker)

Einblicke –
Die unbekannten Zeitzeugen von Krieg und Judenvernichtung
Lingen (Ems) – Ludwig-Windthorst-Haus 
Do., 26.01.17 – ab 18 Uhr
Неизвестные свидетели войны и уничтожения еврейского народа
Четверг, 26 январь 18:00, Людвиг-Ветерxорст-Дом, Линген

Aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus findet an dessen Vorabend parallel zur entsprechenden Ausstellung eine Gedenkveranstaltung im Ludwig-Windthorst-Haus statt. 

Programm
18.00 Uhr
Musik
18.05 Uhr
Begrüßung von Seiten der Stadt Lingen (Ems), Forum Juden-Christen e.V. und LWH, kurze Einführung in den Abend
18.15 Uhr
Einführung in die Ausstellung‘
Dr. Michael Gander (Gedenkstätten Augustaschacht und Gestapokeller) und Inessa Goldmann („Judentum begreifen“)
18.30 Uhr
Zeitzeugengespräch: Dr. Michael Gander spricht mit Mortko Jazowitskij, dessen Lebensgeschichte Eingang in die Ausstellung gefunden hat
Musik

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einblickeÜberlebende der nationalsozialistischen Vernichtung der Juden in der früheren Sowjetunion und jüdische Veteranen des sowjetischen Militärs leben seit rund 20 Jahren in und um Osnabrück. Sie erlebten Evakuierungen nach Asien, Ghettos und Massenerschießungen. Andere überlebten die Blockade von Leningrad oder kämpften als sowjetische Soldaten gegen die Armee des nationalsozialistischen Deutschlands. Ihre Erinnerungen an das Leben in der Sowjetunion brachten sie mit. Ihre Erfahrungen von Krieg und Verfolgung stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, die seit dem 19. Januar im Ludwig-Windthorst-Haus insgesamt 26 Lebenswege Osnabrücker Zuwanderer vorstellt – übrigens in deutscher und russischer Sprache  Das Kennenlernen der Menschen und ihrer Geschichten sowie die Teilhabe an ihren Erinnerungen und Erlebnissen bringt die heutige, vielfältige Gesellschaft näher zusammen. Dazu möchte die Ausstellung beitragen.

Gemeinsam mit dem Verein „Judentum begreifen“ und zwei Osnabrücker Studentinnen erarbeitete die Gedenkstätte Augustaschacht diese, in der bundesdeutschen Erinnerungskultur besondere Ausstellung. Angehende Gestaltungstechnische Assistenten/-innen sowie Fotografen/-innen des Osnabrücker Berufsschulzentrums am Westerberg entwickelten mit ihren Lehrern die Ausstellungsgestaltung und nahmen bei Besuchen Portraits von den Zeitzeugen/-innen auf.
Für die Ausstellung wurden lebensgeschichtliche Interviews mit den Zeitzeugen in ihrer Muttersprache Russisch geführt. Ebenso wichtig sind die  Erzählungen Angehöriger, denen die Zeitzeugen noch zu Lebzeiten ihre Erinnerungen anvertrauten.
Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Februar im LWH-Hauptgebäude zu sehen.