ein bisschen

18. März 2019

Die Kirche bewegt sich – ein bisschen, titelte die jenseits des Mainstreams publizierende taz am vergangenen Samstag in ihrer Nord-Ausgabe. Mit „Kirche“ meinte sie dabei natürlich die katholische; denn in der letzten Woche hatten sich die katholischen deutschen Bischöfe im Lingener Ludwig-Windthorst-Haus zu ihrer Frühjahrsvollversammlung getroffen, um dabei vor allem über die Aufarbeitung sexueller Gewalt durch ihre Priester und Ordensleute zu beraten.

Die taz porträtiert einen Aufklärer, den Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode und erinnert: „Der 28. November 2010 ist ein Tag der Buße. Es ist der 1. Advent, und im Abendgottesdienst geschieht es, im Osnabrücker Dom: Franz-Josef Bode, Bischof des Bistums Osnabrück, legt sich vor den Altar, auf die nackten Steinplatten, verbirgt sein Gesicht. Eine Bitte um Vergebung für das Leid der Opfer sexueller Gewalt, begangen durch Amtsträger der katholischen Kirche. In seiner Predigt bekennt Bode eine „gleichsam strukturelle Sünde in der Kirche“, die „auch hier bei uns Taten des Missbrauchs begünstigt und deren Aufdeckung erschwert oder behindert hat“.

Dass Bodes Bußpredigt nicht nur von „Schamröte“ spricht, sondern auch von „Erneuerung“, signalisiert: Bode, seit 1995 in Osnabrück, lange Kopf der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz und seit 2017 deren stellvertretender Vorsitzender, mahnt Taten an. Es gilt, eine Mauer des Verschweigens und Verdrängens, des Verleugnens und Verharmlosens ins Wanken zu bringen.

Die Offenheit,…

weiter bei der taz,

Weitere Beiträge widmet die taz dem Thema:

Die Kirche bewegt sich – ein bisschen

Diese Woche trafen sich die katholischen Bischöfe, um über die Aufarbeitung sexueller Gewalt zu beraten. Die meisten Taten sind jedoch verjährt, weiß tazler Christian Rath..

Zum Schwerpunkt zählt auch das

Simone-Schnase-Interview mit dem Osnabrücker Psycho- und Sexualtherapeuten Prof. Dr. Wolfgang Weig

Wolfgang Weig war lange Jahre und bis zu deren Verkauf durch die damalige schwarz-gelbe Landesregierung an den Krankenhauskonzern AMEOS Ärztlicher Leiter des ehemaligen Landeskrankenhauses; dann kündigte er. Bis 2017 war der 67jährige Professor am Institut für Psychologie der Uni Osnabrück sowie Leiter des Zentrums für seelische Gesundheit der christlich orientierten Niels-Stensen-Klinik Osnabrück. 2015 veröffentlichte er mit einer Wissenschaftlergruppe unter Leitung des Jesuiten Eckhard Frick eine repräsentative Seelsorge-Studie. Außerdem leistete Weig als einer der ganz wenigen im westlichen Niedersachsen etwas besonders Verdienstvolles. Er therapierte Täter.

Wer mehr über den Umgang der katholischen Kirche im Norden mit sexuellem Missbrauch lesen möchten, schaut am E-Kiosk der taz vorbei.

Fridays for Future

15. März 2019

Deutschland, Heute  Freitag, 15. März, streiken junge Menschen auf der ganzen Welt für eine konsequente Klimapolitik. Inspiriert von der Schwedin Greta Thunberg fordern sie die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels und nationaler Klimaziele. In über 90 Ländern, darunter in Frankreich, Belgien, Kanada, England und Italien, aber auch im Iran, Argentinien und Indien sind insgesamt über 1.200 Aktionen geplant. In Deutschland sind Streiks in über 200 Städten angemeldet. Leider ist unser Lingen nicht darunter. Das empfinde ich als ausgesprochen ernüchternd. Auch wenn dasselbe enttäuschende Fazit auch sonst im ganzen Emsland, in der Grafschaft Bentheim und im Kreis Steinfurt zu ziehen ist, wenn man die campact-Liste liest.

Die geneigte Leserschaft findet eine alphabetische Liste aller bisher angemeldeten Streiks in Deutschland. Unter https://fridaysforfuture.de/streiktermine/ wird diese Liste regelmäßig aktualisiert.
Unter https://www.fridaysforfuture.org/events/list finden Sie eine Liste aller Orte und Länder weltweit, die ebenfalls stetig aktualisiert wird. Die Aktionen werden von Schüler/innen und Student/innen organisiert. Bei uns -wie gesagt- gibt es das nicht.Aber in Aurich, Leer, Oldenburg und Osnabrück bspw.

Liste der Streiks am 15. März:

Aachen, 10:00 Uhr, Elisenbrunnen
Achern, 11:00 Uhr, Rathaus
Altenburg, 11:00 Uhr, Bahnhof
Anklam, 13:00 Uhr, Marktplatz
Ansbach, 13:00 Uhr, Martin-Luther-Platz
Aschaffenburg/Unterfranken, 12:00 Uhr, Theaterplatz
Augsburg, 11:00 Uhr, Rathausplatz
Aurich, 11:30 Uhr, Sparkassen Arena
Bad Kreuznach, 11:30 Uhr, Pauluskirche
Bad Kreuznach, 11:30 Uhr, Pauluskirche
Bad Mergentheim, 10:30 Uhr, Bahnhof, anschl. Kundgebung Marktplatz
Bad Oldesloe/Kreis Storman, 13:30 Uhr, Start Olivet Allee
Bad Säckingen, 11:30 Uhr, Münsterplatz
Bad Segeberg, 8:30 Uhr, Marktpatz
Bad Tölz, 11:00 Uhr, Vichyplatz
Balingen, 11:00 Uhr, Marktplatz
Bamberg, 11:30 Uhr, Bahnhofsvorplatz
Bargteheide, 10:00 Uhr, Rathaus Bargteheide
Bayern Region 10 (Ingolstadt, Eichstätt, Pfaffenhofen, Neuburg, Schrobenhausen) 13:00 Uhr, Theaterplatz Ingolstadt
Bayreuth, 11:15 Uhr, Beginn in der Königsallee
Bensheim, 12:00 Uhr, GGB
Berlin, 10:00 Uhr, Invalidenpark mit Demoroute
Biberach, 12:00 Uhr, Marktplatz
Bielefeld, 12:00 Uhr, Hauptbahnhof Bielefeld
Bochum, 12:00 Uhr, Bochum Hauptbahnhof
Bogen, 08:00 Uhr, Rathaus
Boizenburg (Elbe), 11:00 Uhr, Schulzentrum bis Rathaus
Bonn, 09:30 Uhr, Münsterplatz
Borken (Westfalen), 13:00 Uhr, Marktplatz
Bottrop, 12:00 Uhr, Berliner Platz
Braunschweig, 10:00 Uhr, Schlossplatz
Bremen, 10:00 Uhr, Bahnhofsvorplatz
Bremerhaven, 12:00 Uhr, Theodor-Heuss-Platz
Buchholz in der Nordheide, 12:00 Uhr, Schützenplatz (Richard-Schmidt-Straße)
Calw, 10:30 Uhr, Marktplatz
Castrop-Rauxel, 13:00 Uhr, Marktplatz
Celle, 12:00 Uhr, Stechbahn
Chemnitz, 12:00 Uhr, Neumarkt Chemnitz
Coburg, 11:45 Uhr, Start: Realschule CO I, danach auf dem Marktplatz
Cottbus, 13:00 Uhr, Am Stadtbrunnen
Cuxhaven, 10:00 Uhr, Wochenmarktplatz
Darmstadt, 10:00 Uhr, Luisenplatz
Deggendorf, 10:00 Uhr, Stadtplatz Deggendorf
Dessau-Roßlau, 11:00 Uhr, Friedensglocke
Dingolfing, 12:30 Uhr, Marienplatz
Donauwörth, 09:45 Uhr, Treffen in der Bahnhofshalle, gemeinsame Fahrt nach Augsburg
Dortmund, 10:00 Uhr, Friedensplatz
Dresden, 12:00 Uhr, St. Benno Gymnasium
Duisburg, 10:00 Uhr, Hauptbahnhof
Düren, 10:30 Uhr, Kaiserplatz
Düsseldorf, 11:00 Uhr, am Rathaus in Düsseldorf; Zug zum Landtag
Eberswalde, 13:32 Uhr, Hauptbahnhof Eberswalde
Eckernförde, 9:00 Uhr, Hafenspitze
Eisenach, 12:00 Uhr, Marktplatz
Elmshorn (Kreis Pinneberg), 08:50 Uhr, St.Nikolaikirche
Emden, 10:00 Uhr, Schulzentrum MAX, JAG, BBS
Erfurt/Thüringen, 14:00 Uhr, Angerdreieck
Erlangen, 12:00 Uhr, Hugenottenplatz
Essen, 10:00 Uhr, Willy-Brandt-Platz
Eutin/Ostholstein, 10:30 Uhr, Wasserturm(Bismarkstraße)
Falkensee, 11:00 Uhr, Bahnhof
Flensburg, 10:00 Uhr, Hafenspitze
Frankenthal (Pfalz), 11:00 Uhr, Speyrer Tor
Frankfurt am Main, 12:00 Uhr, Bockenheiner Warte
Freiberg, 10:00 Uhr, Obermarkt
Freiburg, 10:00 Uhr, Stühlinger Kirchplatz
Freudenstadt, 11:00 Uhr, Marktplatz
Friedberg, 10:00 Uhr, Bahnhof
Geislingen an der Steige, 11:00 Uhr, Forellenbrunnen
Gera, 12:00 Uhr, Hauptbahnhof
Gießen, 11:30 Uhr, Berliner Platz
Gifhorn, 10:30 Uhr, Schillerplatz
Glückstadt, 07:30 Uhr, Detlefsen-Gymnasium
Göppingen, 11:30 Uhr, Kreissparkasse am Bahnhof
Göttingen, 08:00 Uhr, Bahnhofsvorplatz
Greifswald, 10:00 Uhr, Mühlentor
Günzburg, 13.00 Uhr, Marktplatz
Gütersloh, 12:00 Uhr, Berliner Platz
Hagen, 10:30 Uhr, Berliner Platz (Hagen Hauptbahnhof)
Halle, 12:00 Uhr, Marktplatz
Hamburg, 14:30 Uhr, Hachmannplatz
Hannover, 12:30 Uhr, Kröpcke
Haßfurt, 10:00 Uhr, Pfarrkirche~Vorplatz
Heide, 13:00 Uhr, St.-Jürgen-Kirche
Heidelberg, 11:00 Uhr, Marktplatz
Heidenheim, 11:00 Uhr, Bahnhof
Heilbronn, 11:30 Uhr, Friedensplatz
Herzogenaurach, 13:00 Uhr, Sternzug von Gymnasium zu Marktplatz
Hildesheim, 12:00 Uhr, Hauptbahnhof
Husum, 8:00 Uhr, Wendehammer TSS
Ingolstadt, 13:00 Uhr, Theaterplatz
Itzehoe, 09:00 Uhr, Dithmarscher Platz
Jena, 12:00 Uhr, Holzmarkt
Kaiserslautern, 11:30 Uhr, Hauptbahnhof
Kappeln, 10:00 Uhr Nordhafen
Karlsruhe, 11:00 Uhr, Marktplatz
Kassel, 10:00 Uhr, Hauptbahnhof
Kehl, 10:30 Uhr, Rathaus
Kempten, 11:30 Uhr, Forum Allgäu
Kiel, 09:15 Uhr, Rathausplatz Kiel
Kleve, 12:00 Uhr, am Ehrenmal
Koblenz, 11:55 Uhr, Bahnhofsvorplatz
Köln, 09:00 Uhr, Bahnhofsvorplatz
Konstanz, 11:30 Uhr, Herosé-Park
Krefeld, 11:00 Uhr, Hauptbahnhof
Lahr, 11:30 Uhr, Rathausplatz
Landau (Pfalz), 10:00 Uhr, Rathausplatz Landau
Landsberg am Lech, 14:00 Uhr, Hauptplatz
Landshut, 11:30 Uhr, Rathaus
Laupheim, 12:30 Uhr, Marktplatz
Lauterbach, 13:00 Uhr, Kirche (Lauterbach)
Leer, 10:00 Uhr, Mühlenplatz
Leipzig, 12:30 Uhr, Richard-Wagner-Platz
Leutkirch, 11:00 Uhr, Bahnhof
Leverkusen, 11:30 Uhr, am Rathaus, Friedrich-Erhardt-Platz
Limburg, 10:00 Uhr, Bahnhof
Lindau (B), 12:00 Uhr, altes Rathaus
Lindenberg, 11:30 Uhr, Pausenhof der Real- und Mittelschule
Lörrach, 12:00 Uhr, Bahnhofsplatz
Lübeck, 11:30 Uhr, vor der MuK
Lüchow(Wendland), 12:00 Uhr, ZOB
Ludwigsburg, 12:00 Uhr, Bahnhof
Lüneburg, 11:00, Marktplatz
Magdeburg, 11:00 Uhr, Domplatz
Mainz, 10:00 Uhr, Hauptbahnhof
Mannheim, 11:00, Schloss Ehrenhof
Marburg, 12:00 Uhr, Marktplatz
Marl, 10:00 Uhr, Creiler Platz
Möckmühl, 11:00 Uhr, Unterer Marktplatz
Mölln, 11:00 Uhr, Schulberg
Mönchengladbach, 11:30 Uhr, Streik vor dem Rathaus Rheydt
München, 11:00 Uhr, Odeonsplatz
Münster, 10:00 Uhr, historisches Rathaus
Murnau, 12:00 Uhr, Marinensäule
Neheim, 10:00 Uhr, Neheimer Marktplatz
Neubrandenburg, 11:00 Uhr, Marktplatz
Neustadt Aisch, 13:15 Uhr, Schulzentrum FAG DBRS
Neustadt an der Weinstraße, 10:00 Uhr, Marktplatz
Niebüll, 9:00 Uhr, Rathausplatz
Nienburg(Weser), 11:00 Uhr, Bushaltestelle Im Meerbachbogen
Nordhorn, 12:00 Uhr, Marktplatz
Nürnberg, 11:00 Uhr, Sebaldusplatz
Oberhausen, 11:30 Uhr, Marktstraße
Oettingen, 13:00 Uhr, Marktplatz
Offenburg, 11:00 Uhr, am Fischmarkt
Oldenburg, 11:45 Uhr, Bahnhofsplatz
Osnabrück, 10:00 Uhr, Theatervorplatz
Paderborn, 13:00 Uhr,  Domplatz
Passau, 11:30 Uhr, Cagnes-sur-Mer-Promenade
Peine, 11:00 Uhr, Rathaus
Penzberg, 10:30 Uhr, Stadthalle
Pforzheim, 11:00 Uhr, Marktplatz
Potsdam, 11:55 Uhr, Landtag
Rastede, 10:00 Uhr, Schulhof Wilhelmstraße
Ratzeburg, 11:30 Uhr, Rathaus
Ravensburg, 11:00 Uhr, Bahnhof
Recklinghausen, 11:00 Uhr, Hauptbahnhof Recklinghausen
Regensburg, 11:00 Uhr, Altstadt
Rendsburg, 9:00 Uhr, Sternenmarsch zum Obereiderhafen
Reutlingen, 11:00 Uhr, Marktplatz
Rhein-Sieg, 09:30 Uhr, Siegburg Markt
Rostock, 12:00 Uhr, Kröpeliner Tor
Rottweil, 11:30 Uhr, Im Stadtgraben
Saarbrücken, 10:00 Uhr, Staatstheater
Salzwedel, 11:30 Uhr, Rathausplatz
Schwäbisch Hall, 13:30 Uhr, Marktplatz
Schwalm-Eder-Kreis, 11:00 Uhr, Marktplatz Homberg
Schweinfurt, 12:30 Uhr, Schillerplatz
Schwerin, 11:00 Uhr, Grunthalplatz
Seligenstadt, 10:30 Uhr, Marktplatz
Siegen, 11:00 Uhr, Vor der Bluebox
Soest, 13:30 Uhr, Marktplatz
Speyer, 11:00 Uhr, Sankt-Guido-Stifts-Platz
Stade, 11:00 Uhr, Stadeum
Straubing, 11:00 Uhr, Ludwigsplatz
Stuttgart, 11:00 Uhr, Rathaus
Teltow-Fläming, 14:30 Uhr, Luckenwalde Bahnhof
Templin, 12:00, Kuhrmeile
Trier, 10:00 Uhr, Domfreihof
Tübingen, 11:00 Uhr, Uhlandstraße
Tuttlingen, 14:00 Uhr, Donauspitz
Ulm, 12:00 Uhr, Marktplatz
Villingen-Schwenningen, 11:30 Uhr, vor dem Amtsgericht (Niederestraße)
Weiden i. d. Oberpfalz, 10:00 Uhr, Oberer Markt
Weilheim, 11:00 Uhr, Kirchplatz
Weimar, 12:00 Uhr, Goetheplatz
Weißenburg i. Bay., 13:00 Uhr, Kirchweihplatz und Marktplatz
Wernigerode, 13:00 Uhr, Nicolaiplatz
Wesel, 15:30 Uhr, Rathaus
Wetzlar, 11:00 Uhr, Bahnhofstraße
Wiesbaden, 12:00 Uhr, Hauptbahnhof
Wismar, 11:00 Uhr, Rathaus
Witten (NRW), 10:00 Uhr, Rathausplatz
Wittenberg, 11:00 Uhr, Marktplatz
Witzenhausen, 11:00 Uhr, Rathaus
Wolfsburg, 10:00 Uhr, Hauptbahnhof
Worms, 10:00 Uhr, Hauptbahnhof
Wuppertal, 10:00 Uhr, Wuppertal Kluse
Würzburg, 11:00 Uhr, Hauptbahnhof
Xanten, 10:00 Uhr, Rathaus.


update:
Ich habe mich sehr gefreut, dass heute früh dann doch in Lingen rund 400 Schülerinnen und Schüler -trotz Regen und Wind- auf dem Marktplatz bei Fridays for Future dabei waren. Chapeau! 

Und auch aus Nordhorn erreicht mich frohe Kunde. Dort sind nach Polizeiangaben sogar 1500 Schüler*innen auf die Straße gegangen.

 


(Quelle Campact. Foto: Klimastreik in Berlin, Foto oben von C.Suthorn, Frida Eddy Prober 2019 / cc-by-sa-4.0 / commons.wikimedia.org; Foto unten: Robertsblog)

Armin T. Wegner

1. Februar 2019

„Das Osnabrücker Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum komplettiert seine Ausstellungsserie über den Aktivisten und Schriftsteller Armin T. Wegner.

Es gibt Gedanken, bei denen stockt dir der Atem. Dieser hier zum Beispiel: „Einmal war ich in allen Häusern zu Hause. Jetzt in keinem mehr. Die Fremdesten und Fernsten aller Völker sind mir vertrauter als die Heimat.“

Armin T. Wegner hat ihn niedergeschrieben, 1974. Der Dichter, der ein Weltenwanderer war, ein Sehnsuchtsreisender, hungrig nach neuen Begegnungen, Landschaften, Kulturen. Der Wirklichkeitssucher, der 1915, als deutscher Sanitätsoffizier, in der mesopotamischen Wüste Augenzeuge des türkischen Völkermords an den Armeniern wird, ihn öffentlich macht – seine Anklage findet kein Gehör. Der Menschenrechtskämpfer und Pazifist, der sich 1933 in einem Protestbrief an Hitler gegen die Judenverfolgung einsetzt – die Gestapo verhaftet und foltert ihn, Monate verbringt er in Gefängnissen und KZs.

Armin T. Wegner – nach dem Dunkel der NS-Zeit vergessen, hochbetagt stirbt er fern des Landes, in dessen Sprache er bis zuletzt schreibt – hat uns zum Thema „Heimat und Exil“ viel zu sagen. Düsteres und Melancholisches. Hartes und Augenöffnendes. Und wer sich die gleichnamige Wanderausstellung im Osnabrücker Erich-Maria-Remarque-Friedens­zen­trum ansieht, lernt viel dazu, auch für Gegenwart und Zukunft. Jetzt in keinem mehr: Auch dieser todtraurige Satz fällt in ihr.

„Heimat und Exil“ ist nicht die erste Wegner-Schau, die das Friedenszentrum zeigt. 2015 hat es „Widersetzt Euch viel und gehorcht wenig“ nach Osnabrück geholt, über den Aktivisten Wegner, 2016 „Fotograf eines Völkermords“ – Wegners erschütternde Armenien-Dokumentation.

Thomas Schneider, der…“

[weiter bei der taz]

Luftbild einer Drohne

9. Dezember 2018

Der NDR meldet einen „historischen Tag für Bad Oeynhausen“, wo heute die A 30 freigegeben wird, die um den Kurort herumführt. Oh, Moment! Irgendwie dann doch nicht, weil die Freigabe nur in Richtung Osnabrück und nur für Pkw erfolgt – erst einmal. In Richtung A 2 wird es noch „voraussichtlich“ 14 Tage dauern.Voraussichtlich, heißt es.  Zunächst nämlich müsse „noch die Verkehrsführung am Autobahnkreuz Löhne vorbereitet werden“, erklärte ein Sprecher der zuständigen Behörde Straßen.NRW mit wohlgesetzten Worten.

Fazit: 50 Jahre Planung und 10 Jahre Bauzeit für 9,5km Straße. Ja, die deutsche öffentliche Verwaltung hat’s wirklich drauf und lässt sich auch noch feiern. Der NDR bebildert das dann trefflich mit dem Einblender „Das Luftbild…zeigt ein noch abgesperrtes Teilstück“…:

 

Emsbüren

26. Oktober 2018

Ein Junge im aus dem niedersächsischen Emsbüren (Foto lks) soll über Jahre von seiner Mutter schwer misshandelt worden sein. Wie der SPIEGEL berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück in dem Fall Anklage erhoben. Demnach musste der Junge sich, wenn er von der Schule nach Hause kam, bis auf die Unterhose ausziehen und in zwei gelbe Müllsäcke kleiden…

inzwischen liegt die Anklage der Staatsanwaltschaft Osnabrück bei der Jugendkammer des dortigen Landgerichts vor. Hier gehts zum SPIEGEL-Beitrag. 

erklecklicher Überschuss

25. Oktober 2018

Vorgestern hat der Verwaltungsausschuss unserer Stadt entschieden, eine nicht mehr benötigte Flüchtlingsunterkunft an der Wilh.-Berning-Straße an das Studentenwerk Osnabrück zu vermieten. Das soll rund 7.600 Euro an Miete pro Jahr zahlen und zwar für sechs Zimmer, 2 Küchen und 2 Bäder – also ideal für zwei 3-Personen-WGs. Leicht lässt sich errechnen, dass bei den angepeilten 285 Euro Miete pro Person und Monat eine Jahresmiete von 20.520 Euro zu erlösen ist. Das sind erst einmal kapp 13.000 Euro ehr. OK, es fallen noch Heizung und Energie und „Internet“ an, die in der Miete „inkludiert“ sind, aber es bleibt immer noch ein großer Überschuss für das Studentenwerk, wenn es die sechs Zimmer wie angekündigt für 285 Euro pro Monat vermietet.

Die Stadt wollte diesen Überschuss nicht, weil es so viel Arbeit mache, an Studenten zu vermieten. Die Fachleute im städtische Eigenbetrieb Zentrale Gebäudewirtschaft machen zwar werktäglich viele Vermietungen und kaum etwas ist weniger arbeitsaufwändig als die Vermietung an eine Wohngemeinschaft, worauf ich in der Sitzung hinwies, aber das wäre zu viel gewesen, wie entgegnet wurde, und ein Hausmeister werde auch benötigt, sagen die Experten der Verwaltung – bei zwei WG’s mit zusammen sechs Mietern.

Ich schüttele seit vorgestern also den Kopf, vor allem wenn ich darüber nachdenke, dass die Einrichtung noch bis 2020 den Steuerzahler monatlich rd. 4.000 Euro kostet und anschließend noch eine bis heute unbekannte und unverhandelte, wahrscienlich aber 5stellige- Leasing-Abschlusszahlung obendrauf. Der SKM und die Stadt haben nämlich das Gebäude geleast. Beschlossen wurde das städtische Leasing nirgendwo. Aber…

Es hätte also entweder deutlich bessere Einnahmen gegeben und außerdem auch ein Stück weit günstigere Studentenzimmer. Aber die Mehrheit segelte den Vermietungsprofis der Verwaltung hinterher…

Apropos Mietpreise für Studenten am Hochschulstandort Lingen(Ems): Bei der Gelegenheit habe ich auch erfahren, was in dem Einsegnung-Bericht in der Lokalzeitung über das neue, nach dem lateinamerikanischen Bischof Oscar Romero benannte Studentenwohnheim an der Ottostraße nicht berichtet wurde. Die Zimmer in dieser einrichtung des katholischen Stephanswerk Osnabrück sind alles andere als preiswert. Sie kosten nämlich bis zu 420,-Euro /Monat, die preiswerteren etwa 385 Euro/Monat. Auf der Internetseite des Stephanswerks liest man dazu: „Auf dem Boden der katholischen Soziallehre unterstützen wir die Ziele unserer Kirche in Bezug auf die gegenwärtige und zukünftige Lebensgestaltung, vor allem in Familie und Gesellschaft und wir unterstützen kirchliche und caritative Einrichtungen in Grundstücks– und Bauangelegenheiten.“ Sollte man bei den Mieten das Wort Soziallehre nicht besser durch Finanzlehre ersetzen?

 

 

auf eigene Gefahr

22. September 2018

Die Villa Schlikker in Osnabrück war Sitz der NSDAP. Mit der Geschichte des „Braunen Hauses“ setzt sich die Ausstellung „Es wird gewesen sein“ auseinander: Verrätselte Erinnerung titelt die taz.

„Es gibt Orte, denen haftet das Grauen an, selbst nach Jahrzehnten noch. Das Kellergeschoss der Osnabrücker Villa Schlikker ist ein solcher Ort. Wer hier hinabsteigt, tut es „auf eigene Gefahr“, warnt ein Schild an der steilen, engen Treppe. Es riecht muffig hier unten, in den Luftschutzräumen des einstigen „Braunen Hauses“: Von 1932 bis 1945 war die Villa Sitz der Kreisleitung der NSDAP. Stahltüren, schmale Durchlässe, niedrige Decken, zerfressener Putz. Ein Ort, der abwehrt, der Be­klemmung weckt.

Und dann sind da diese beiden Fotos. Unscharf, wie von Brandblasen überzogen. Ein Mädchengesicht zeigen sie, deformiert, mit fragenden, vom Schreck geweiteten Augen. Ein harter, hypnotisierender Anblick, tief verstörend. Marikke Heinz-Hoek hat das Gesicht in einem Familienbild gefunden und vergrößert. Aufgenommen wurde das Foto in Berlin, vielleicht 1944. „Für mich steht es für die Traumata des Bombenkriegs“, sagt sie. Dessen Sirenen hat sie selbst noch erlebt. „Meine Eltern haben mich im Wäschekorb in den Bunker getragen“, erzählt sie. Neben den Fotos klebt eine handgeschrie­be­ne Karte, wie aus der Kartei eines Archivs: Objekt 20 und 21.

Die beiden Gesichter sind Interventionen in die stadthistorische Dauerausstellung der Villa, an deren Balkon früher „Dank und Heil dem Führer!“ hing. Heute ist das Haus Teil des MQ4, des Osnabrücker „Museumsquartiers“ – neben dem Kulturgeschichtlichen Museum, dem Akzise- und dem Felix-Nussbaum-Haus. Dutzende dieser Eingriffe lässt Marikke Heinz-Hoek in ihrer Ausstellung „Es wird gewesen sein“ auf die „Aura des Hauses“ antworten, subtil, bewegend, Augen öffnend. Es sind Arbeiten aus 1990ern bis…“

weiter hier

Marikke Heinz-Hoek: „Es wird gewesen sein …“: bis 13. 1. 2019, Osnabrück, MG4/Villa Schlikker. (Foto Villa Schlikker Osnabrück – von wikipedia/N 9713 ; CC )

(ps In unserer Stadt wird derweil  weiter ein Museum für einen SS-Offizier geplant, weil der gut Autorennen fahren konnte.. Ich nenne dies eine geschichtliche wie lokale Schande.)

Grenzüberschreitend

28. Juni 2018

Das neue, grenzüberschreitende Projekt taNDem des INTERREG A Projekts „Kunstverbinding – Kunstverbindung“ findet im Jahr 2018 erstmalig statt und soll auch in den zwei folgenden Jahren durchgeführt werden. Das Kunstprojekt soll Künstler aus den Grenzregionen Nordrhein-Westfalen, Niedersachen, Gelderland und Overijssel zusammenführen und dazu beitragen, ein nachhaltiges deutsch-niederländisches Künstlernetzwerk aufzubauen.

Jedes Jahr soll ein Barcamp stattfinden, in dem sich niederländische und deutsche Künstler zusammenfinden, um Tandems zu bilden und gemeinsame Projekte zu entwickeln. Johan Godschalk von Cultuurmij Oost und Andre Sebastian vom Münsterland e.V. bilden das Tandem der inhaltlichen Projektleitung. Godschalk sieht in der Kunst und der Kultur „perfekte Brückenbauer, um Menschen über die Grenze hinweg miteinander zu verbinden“.

Das erste grenzüberschreitende Kunst- und Kulturbarcamp fand im vergangenen April im Kloster Bentlage in Rheine statt. Ungefähr 130 deutsche und niederländische Künstler haben teilgenommen, um mögliche Projektpartner aus dem Nachbarland zu finden und Tandems bilden zu können. Bei einem Barcamp gestalten die Teilnehmer das Programm selbst, es sei eine neue Art der Begegnung, so Andre Sebastian. Lediglich das Thema und der Veranstaltungsort seien von den Organisatoren festgelegt worden. Während des Barcamps fanden mehrere Sessions statt, bei denen die Teilnehmer Projektideen präsentieren oder zur Diskussion stellen konnten.

Die Überschrift des diesjährigen Themas lautet „Sehnsuchtsort Heimat – Wo fühle ich mich zuhause?“. Mögliche Themengebiete sind hierbei Migration und Flucht, doch die Künstler können selbst entscheiden, ob sie diese Themenideen aufgreifen möchten, oder sich einem anderen Aspekt des Themas Heimat widmen möchten. Im Jahr 2019 soll das Projekt unter dem Motto „Energie“ durchgeführt werden, im Jahr 2020  wird das Thema „Paradies“ lauten.

Nach dem Barcamp konnten die Künstler auf der Homepage des Projektes einen Projektantrag stellen. Hierbei mussten das Tandem festgelegt und die Projektidee beschrieben werden. Auch Künstler, die nicht am Barcamp teilgenommen hatten, konnten einen Projektantrag stellen. Die Tandems können eine maximale Förderung von 15.000 Euro für ihr Projekt erhalten. 36 Projektanträge wurden bis zur Deadline im Mai eingereicht. Am 13. Juni hat eine unabhängige Expertengruppe getagt und 15 Projekte ausgewählt, die eine Förderung erhalten. Zu den ausgewählten Projekten gehören ein Literatur-Karaoke-Taxi, Klangkunst jenseits der Grenze sowie Straßeninterviews und Workshops, die zu „Heimatfilmen“ verdichtet werden und eine multimediale Aufführung einer „Regionsoper“.

Weitere Informationen finden Sie unter www.tandemkunst.eu.
An dem Projekt taNDem beteiligen sich die EUREGIO, Cultuurmij Oost, Münsterland e.V., Emsländische Landschaft e.V., die Stadt Osnabrück, der Landkreis Osnabrück und die Provinzen Gelderland und Overijssel.

 

Quelle: NiederlandeNet.

Freie Schichten Festival
Lingen (Ems) – Burgtheater, Baccumer Straße
von heute bis zum Samstag, 09. Juni

In diesem Jahr findet bereits zum dritten Mal das FREIE SCHICHTEN Festival am Burgtheater in der Baccumer Straße 3 in Lingen (Ems)  statt. Das Institut für Theaterpädagogik präsentiert hier in Zusammenarbeit mit dem Institut für Musik verschiedenste studentische Produktionen.

Ausführliche Informationen zum Programm, Tageskarten und Festivalpässen sowie zur Reservierung von Platzkarten finden Sie ab sofort hier:

Programmheft FREIE SCHICHTEN 3

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:
Wann: 07. Juni, ab 17.00 Uhr; 08. Juni, ab 17.00 Uhr und 09. Juni, ab 12.00 Uhr
Wo: Burgtheater, Baccumer Straße 3, 49808 Lingen (Ems)
Eintritt: Tageskarte 8 Euro/ 4 Euro (ermäßigt) ; Festivalpass (3Tage) 15 Euro/ 7 Euro (ermäßigt) ;
Studierende der Hochschule Osnabrück erhalten eine Tageskarte frei (solange der Vorrat reicht)