Symbolvideo

18. Juli 2017

Der von anderen, allerdings nicht von sich selbst zum Geheimfavoriten der Fußball-Stadtmeisterschaft 2017 „hochsterilisierte“ (Brunos Fußballdeutsch) Bezirksligist ASV Altenlingen ist heute Abend überraschend in der Vorrunde ausgeschieden. Und das kam so (Symbolvideo):

 

Den heutigen „Abgang“
hat der ASV übrigens mit eher beißendem Humor so genommen:

Das fand übrigens so gar DLF_Sport erwähnenswert

 

ps Möchte vielleicht jemand meine Dauerkarte der Fußball-Stadtmeisterschaft übernehmen? 😦

34. FSL

14. Juli 2017

Die 34. Fußball Stadtmeisterschaft beim SV Holthausen/Biene, das
Fußball-Turnier der Lingener Seniorenmannschaften, findet kommende Woche (17. bis 23. Juli) statt.

Am Biener Busch wird echter Amateurfußball geboten, und ich bin schon heute gespannt, was die Lokalpresse darüber berichten wird. Bekanntlich schenkt sie dem lokalen Sport eher nicht viel Aufmerksamkeit, druckt aber stattdessen -nicht erst seit dessen 3.-Liga-Aufstieg – alles über einen benachbarten Fußballverein und jazzt selbst den Schnupfen des dortigen stellv. Zeugwartes zum medialen Ereignis hoch.

Ausrichter der  34. Fußball-Stadtmeisterschaft ist der SV Holthausen/Biene. 12 Mannschaften in vier Gruppen sind am Start, natürlich die 11 Fußballvereine aus Lingen (nur einer nicht). Das 12. Team wählt traditionell der Ausrichter aus, der sich für den SV DJK Geeste entschied.

[Nicht am Start ist der vor neun Monaten von ausgesprochenen Fußballfachleuten im Rathaus ersonnene und mit Markenschutz ausgestattete FC Lingen, weil erst die jährlichen 750.000-Euro-Subventionsgeber gefunden werden müssen, der Verein folglich noch nicht auf der Welt ist, und das auch noch längere Zeit auf sich warten lässt, weshalb die genannten Experten jetzt erst Jugendteams bilden und diese dem SV Olympia Laxten zuordnen wollen  – Das ist aber ein anderes Experten-Thema…]

Im Rahmen der Stadtmeisterschaft führen die Veranstalter am Freitag, den 21. Juli, ein Altherren-Blitzturnier und am Samstag, den 22. Juli, die Damen-Fußball Stadtmeisterschaft mit sechs Teams durch.

FSL-Favorit ist die Mannschaft des Gastgebers, der mit etwas Mühe aber am Ende klar, die Landesliga halten konnte. Daneben sind die Bezirksligateams des ASV Altenlingen und Olympia Laxten am Start und zum ersten Mal – nach der Insolvenz des historischen TuS Lingen ganz unten in der 4. Kreisklasse angekommen – dessen Nachfolgeverein RB Lingen, der schon am ersten Spieltag ab 19.15 Uhr antritt.

Übrigens: Die 104 Seiten starke Veranstaltungszeitschrift beeindruckt besonders.

kleine Unterdeckung

10. März 2017

160.000 Euro fehlen den Handballern der HSG Nordhorn-Lingen im Etat der laufenden Saison. Wird die Lücke nicht „zeitnah“ geschlossen, gibt es für die neue Saison keine Lizenz und stattdessen einen Insolvenzantrag, also das Aus des Profihandballs an Ems und Vechte. Die HSG-Fans erinnern sich: Nach dem Erstligaabstieg infolge Insolvenz im Jahr 2009 gab es auch in den Jahren danach immer wieder Finanzprobleme und genauso oft Geldspritzen aus Steuermitteln. Versteckt und geteilt in vielen Töpfen sponsert beispielsweise jährlich die Stadt Lingen (Ems) direkt und indirekt die HSG Nordhorn-Lingen – direkt durch Überweisungen aus Stadtmarketingmitteln und Zahlungen städtischer Gesellschaften in Höhe von mehreren zehntausend Euro und indirekt beispielsweise dadurch, dass der Verein nur einen Bruchteil der Kosten für seine Spiele in der EmslandArena trägt.

Die aktuell der HSG Nordhorn-Lingen fehlenden 160.000 Euro müssen binnen „drei, vier Wochen“ für die laufende Saison beschafft werden – pro Tag also 7.500 Euro. HSG-Geschäftsführer Gerhard Blömers sagte dazu in einem ev1.tv-Interview ausgesprochen aufschlussreiche Sätze für Lingener Ohren:

Man arbeite „mit der Politik eng zusammen“ – wobei „mit der Politik“ die hauptamtlichen Bürgermeister gemeint sind. Man habe, so HSG-Geschäftsführer Blömers , „viele Gespräche geführt auch in den letzten Wochen und Monaten“. Auch der Lingener Oberbürgermeister sei „komplett informiert“ und ziehe auch mit. Da bin ich doch ausgesprochen verwundert: OB Dieter Krone hat sicherlich die Spitze der CDU-Fraktion informiert, aber mit keinem Wort die Gremien der Stadt. Weder über das aktuelle Finanzproblem noch über das, was kommt. Ist es ihm peinlich? Hält er kommunale Demokratie für hinderlich? Man ahnt es, denn eine wenig demokratische Handlungsweise – einschließlich wöchentlicher vertraulicher Freitagsgespräche mit CDU-Fraktionschef Hilling – ist mittlerweile fast schon ein  Markenzeichen dieses Oberbürgermeisters.

Verschwiegen hat Krone den Lingener Ratsgremien bisher auch, das im HSG-Budget auch für die kommende Spielzeit 2017/18 aktuell und zusätzlich um die 200.000 Euro fehlen, wie die Grafschafter Nachrichten melden. „Auch für diese zusätzlichen Mittel benötigen wir zeitnah verbindliche Zusagen unserer Partner“, teilte die HSG mit und „hier drängt ebenfalls die Zeit“. Also braucht die HSG binnen drei, vier Wochen rund 15.000 Euro Sponsorengelder und -zusagen pro Tag. Wie soll das gehen?

Spätestens bis Mitte April muss jedenfalls zunächst die 160.000-Euro-Defizitdeckung vorliegen. Denn „dieser Nachweis (ist( Voraussetzung für eine positive Entscheidung der Lizenzierungskommission der HBL, die für Mitte April erwartet wird“. Die HSG ergänzt in ihrer Presseerklärung: „Andererseits müssen diese zusätzlichen Gelder spätestens Ende März/Anfang April abrufbar zur Verfügung stehen, um die Liquidität und damit den Spielbetrieb bis zum Saisonende sicherzustellen.“ Der etwas verschwurbelte Satz bedeutet, dass die 160.000,- Euro binnen gut drei Wochen benötigt werden, um die laufenden Gehälter und Kosten zu zahlen. Sonst ist Insolvenz.

Im Gegensatz zu allen öffentlich beschworenen und blumigen Erklärungen -gerade auch von OB Dieter Krone- über einen ausgeglichenen HSG-Haushalt, hieß es gestern Abend auf der Pressekonferenz, schon vor zwei Jahren, also zu Beginn der Saison 2015/16 habe „eine kleine Unterdeckung“ vorgelegen. Hinzugekommen seien „Abgabennachbelastungen, so dass die Saison 2015/16 mit einem Fehlbetrag abgeschlossen werden musste“. Die Frage drängt sich auf: Warum kam es zu „Abgabennachbelastungen“? Wie hoch sind diese Nachforderungen an Steuer- und Sozialbeiträgen? Wie hoch war der Fehlbetrag im Sommer vergangenen Jahres? Warum hat OB Krone davon nichts berichtet? Nachgefragt hat beim Pressetermin am Donnerstagabend offenbar niemand.

In der aktuellen Saison, erklärten die Verantwortlichen, lägen die Einnahmen „deutlich unter Plan“, weil „Sponsoren abgesprungen oder mündliche Zusagen nicht eingehalten worden“ seien; zudem sei der Etat durch ein weiterhin hohes Kostenniveau belastet worden, „so dass sich kumuliert das oben genannte Defizit einstellt“.

Da erinnere ich mich lebhaft an den letzten Sommer:
Wie beschimpften und kritisierten doch die Spitzenkräfte im Lingener Rathaus den TuS Lingen, als dieser älteste Ballsportverein des Emslandes vor 10 Monaten bekannt gab, dass „Sponsoren abgesprungen oder mündliche Zusagen nicht eingehalten“ würden und man deshalb den Weg in die Insolvenz gehen müsse -bei 93.000 Euro Defizit. Da gab es „kein Verständnis für das kurzfristige und unverantwortliche Verhalten des TuS-Vorstandes“ (O-Ton). Während die Oberligamannschaft des TuS gestrichen wurde und wohl mit einer Ausfallbürgschaft über rund 90.000 Euro gerettet worden wäre, ersannen Krone, Altmeppen & Co die Schnapsidee, „höherklassigen Fußball in Lingen“ zu fordern und dafür den Namen FC Lingen für den TuS-Nachfolgeverein markenrechtlich zu blockieren. Mit ihrem vollmundigen Gerede flogen sie erst im vergangenen Dezember krachend auf die Nase, als sie die Lingener Ortsteilvereine von ihrem sport- und realitätsfernen Spielereien überzeugen wollten…

update:
OB Krone hat die Mitglieder des Rates am Freitag um 10.03 Uhr per E-Mail informiert. Also was er so darunter versteht: Er hat die Pressemappe der HSG übersandt und mitgeteilt, dass die „Sponsoring-Maßnahmen“ der Stadt erst nach Genehmigung des Haushalts ausgezahlt werden, wie dies der VA einstimmig am 13.12.2016 beschlossen hat. Sollte also gar die Stadt Lingen für ein Großteil der Etatlücke verantwortlich sein…?

(Quellen GN, ev1.tv)

Bewegtbild für Einsteiger

18. Dezember 2016

Webvideos für Einsteiger – Dein Verein im Bewegtbild
Andi Müller
Geeste – Auenwald 3, Tauchzentrum der TG Lingen e.V.
Di 20. Dezember – 18. 30 Uhr

Kosten 10 Euro

andimuellerWoche für Woche kämpfen die Sportler und Mannschaften in deinem Verein um Siege, trainieren hart und leisten zusammen mit den Vereinsleuten Großartiges. Es wird höchste Zeit, dass es auch jeder mitbekommt. Doch im Web geht ohne Bewegtbilder nichts mehr. Auf Facebook werden Videos mittlerweile viel stärker gepusht als Text- oder Bildbeiträge. Und sind wir mal ehrlich, so ein kleiner Videoclip ist doch auch viel interessanter.
Freistöße in den Knick, Entscheidungen in der Schlusssekunde, Stimmen zum Spiel und Berichte über die Vereinsarbeit: allesamt wirken besser im Bewegtbild.

Andi Müller, aktiver Fußballer beim ASV Altenlingen und engagierter Sportmacher bei ev1.tv, zeigt in dem Seminar die Grundlagen der Bildsprache und vermittelt das Grundwissen über Kameramodelle, Schnittsysteme und sinnvollem Zubehör. Er vermittelt das nötige Wissen, um kurze Webvideos zu produzieren. Die steigern die Attraktivität und vor allem die Klicks auf Facebook-Seiten oder der Homepage.

Seminarinhalte:
– Grundlagen der Bildsprache
– Funktionsweise und Qualität von Smartphone-Kameras, DSLR und Video-Camcordern
– Struktur und Organisation des Videodrehs (und -schnitts)
– Dreh- und Schnitt-Apps/Programme (Mac und Windows)
– Basics des Videoschnitts
– verschiedene Videoformate
– Nützliches Zubehör für das Filmen
– Ideen zur Umsetzung
Lernziele:
Teilnehmer wissen nach dem Seminar
– welche verschiedenen Kamerasysteme es u.a. gibt und welche in Frage kommen
– welche guten Dreh- und Schnitt-Apps/Programme es gibt
– wie man ein Interview mit dem Smartphone, der DSLR oder Videocam dreht
– wie man kurze Clips für Facebook und co produziert und online stellt
– welche zusätzliche Ausrüstung sinnvoll wäre

Das Seminar richtet sich an alle Vereinsleute, die erste Erfahrungen mit Bewegtbild sammeln möchten oder ihre bisherigen Erfahrungen erweitern wollen. Sehr wichtig: eine Affinität zu Smartphones (und/oder DSLR, Camcorder und co) und social-media-Kanälen; kurz, so Andi Müller: „Du musst Bock auf das Thema Bewegtbild fürs Web haben!“Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet am Dienstag von 18.30 – 21.30 Uhr im Tauchzentrum der Tauchgemeinschaft Lingen e.V., Auenwald 3, 49744 Geeste statt (nahe der Straße von Biene nach Geeste).  Die Teilnahme kostet 10 Euro.

Anmeldungen hier.

RB Lingen

22. November 2016

Gestern Abend wurde im Kolpinghaus an der Lingener Burgstraße ein neues Kapitel des Fußballs in der größten Stadt an Ems und Vechte eröffnet. 15 Fußballenthusiasten gründeten mit „Rasenballsport Lingen“ (kurz: „RB Lingen“) den Nachfolgeverein des in Insolvenz befindlichen TuS Lingen 1910 eV.  Der Vorschlag zu dem nicht gewöhnlichen Namen kam vom langjährigen TuS-Vorsitzenden Heinrich Essmann, und nach kurzer Debatte wurde seine Empfehlung einstimmig angenommen. Keine Frage: Der Name RB wird Aufmerksamkeit hervorrufen, kontrovers diskutiert werden und zu manch neidischer Aufregung führen.

Das Fußball-Internetportal KEI berichtete noch gestern exklusiv über die Gründungsversammlung:

„Die Tage des TuS Lingen, das teilte der Vorstand bereits in der letzten Woche mit (KEI berichtete), sind gezählt! Doch die Verantwortlichen verständigten sich auf die Gründung eines neuen Vereins, der nicht nur an die lange Tradition anknüpfen, sondern auch die Spielrechte des TuS Lingen übernehmen soll.

rblingenDer Name dürfte dabei für viele Fans eine echte Überraschung sein. Anders als bisher angenommen, wird der neue Club nicht „FC Lingen“ heißen, sondern trägt den Namen „RB Lingen“! „Ein Vorschlag auf Initiative unseres Ehrenvorsitzenden und Hauptsponsors“, verriet Marcel Eilermann. Der aktuelle Vorsitzende des TuS Lingen wurde zusammen mit Michaela Bauer (2. Vorsitzende), Yvonne Fieker-Hinzkowski (Kassenwartin und Jugendwartin), Steffi Gerdelmann (Schriftührerin) sowie Markus Meer (Sportlicher Leiter Senioren) durch die Gründungsversammlung in einer, wie es heißt, sehr harmonischen Abstimmung gewählt. Zuvor hatte es zur Aussprache und Beschlussfassung über die Vereinssatzung ebenfalls ausschließlich Ja-Stimmen gegeben.

Ob „RB Lingen“ auch weiterhin seine derzeitigen Spielrechte wahrnehmen darf, liegt nun in den Händen der Zulassungskommission des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV). „Es wartet viel Arbeit auf uns, aber wir freuen uns auf die Aufgabe und die Herausforderungen. Mit dem NFV und den Vertretern im Emsland sind wir in intensiven Gesprächen und optimistisch“, teilte Eilermann mit. „RB Lingen ist ein Club für ganz Lingen“, zitierte der neue Vorsitzende die neue Präambel gegenüber KEI. Als Mitgründer unterzeichnete auch der frühere TuS Vorsitzende und langjährige Ehrenvorsitzende Heinrich Essmann am Montagabend die Gründungsurkunde des neuen Clubs im Lingener Kolpinghaus (Foto).

Lingens Vorstand machte deutlich, dass der neue Verein, der wie sein Vorgänger in Rot-Gelb auflaufen werde, unbelastet in die Zukunft gehe und auch die viele Sponsoren erhalten blieben. Neu ist hingegen ein ständiger Beirat, der den RB-Vorstand in seiner Arbeit zu beraten und zu unterstützen, aber auch, z.B. in der Kassenführung, kontrollieren soll. „Wir müssen auch Vertrauen aufbauen“, so Eilermann.

Auf Unverständnis stieß eine Ankündigung der Lingener Stadtverwaltung, die die Nutzung des Emslandstadions in Frage stelle. „Wir hoffen sehr“, so Eilermann abschließend, „dass wir auch weiterhin im Emslandstadion zuhause sind“.“

(Fotomontage): mit Dank an © KEI-Fußball; kleines Foto CC BY 2.0 DE RB Lingen: Heinrich Essmann unterzeichnet die RB-Gründungssatzung;)

vergessen

17. November 2016

Das regionale Fußballportal KEI: schreibt: „Der traditionsreiche, 106 Jahre alte TuS Lingen steht vor dem Aus. Der älteste Ballsportverein des Emslandes befindet sich seit Ende vergangener Saison in einer tiefen Krise, als die Verantwortlichen nach dem unverhofften Absprung von zwei Großsponsoren das Handtuch warfen. Die erste Mannschaft stürzte von der Oberliga in die 2. Kreisklasse. Seither läuft ein Insolvenzverfahren, das der TuS selbst beantragt hat, um zu überleben. Die Verbindlichkeiten zu bedienen, um so die Insolvenz wieder aufzuheben und den TuS zu erhalten, war das Ziel des neuen Vorstandsteams um den im Juli gewählten jungen Vorsitzenden Marcel Eilermann.

Tus_LingenDass es jetzt offenbar nicht zur geplanten Sanierung kommt, liegt an behördlichen Forderungen. So hat die Stadt Lingen Ende Oktober rund 50.000,- Euro als Insolvenzforderung gegen den TuS angemeldet. Dabei hatte noch Anfang September –so TuS-Kreise gegenüber KEI- ein hochrangiger Vertreter der Stadt bei einem Gespräch bestätigt, mit Ausnahme von etwa 5.000,- Euro an Energiekosten habe die Stadt keine Forderungen. „Für uns ist das Vorgehen ein Rätsel“, heißt es aus Kreisen des ehrenamtlich tätigen Vorstandes. Die Forderungsanmeldung sei in keinem städtischen Ausschuss angesprochen worden.

Auch das Hauptzollamt und das Finanzamt verlangen Geld in sechsstelliger Höhe. Vorgeworfen wird dem Verein, Aufwandspauschalen an Kilometergeld falsch abgerechnet zu haben. Dazu sagte der KEI-Gesprächspartner, man habe erhebliche Zweifel an den Behauptungen der Behörden. Diese verweigerten Einsicht in die Akten und hätten zuletzt in der vergangenen Woche dem Rechtsanwalt des TuS die Teilnahme an einer Besprechung im Büro des Insolvenzverwalters verweigert. Man werde mit einer sechsstelligen Forderung konfrontiert, deren Berechtigung zumindest nicht belegt sei. Insbesondere das Hauptzollamt fordere Geld aufgrund nicht nachprüfbarer Behauptungen und kündige langwierige Ermittlungen an, wenn der TuS nicht zahle.

„Wir können aber unseren Verein nicht so lange unter den ausgesprochen sport- und ehrenamtsfeindlichen Bedingungen des Insolvenzverfahrens führen. Wir können und wollen auch keinen sechsstelligen Betrag zahlen“, sagte ein Vereinsvertreter zu KEI. Ohne die neuen Forderungen wäre voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres eine Lösung gefunden und das Insolvenzverfahren beendet worden. Geld habe zur Verfügung gestanden, um den Gläubigern eine ordentliche Quote von bis zu 40% anzubieten. „Wir waren auf einem richtig guten Weg.“

Der scheint jetzt zu Ende. Wie KEI erfuhr, wird inzwischen hinter den Kulissen fieberhaft an der Gründung eines neuen Vereins (Arbeitstitel: FC Lingen) gearbeitet. „Wir wollen, dass unsere Kids weiter Fußball spielen können!“, hieß es am Mittwochabend und weiter: „Der neue Fußballclub soll ein attraktiver Stadtverein sein!“. Dieser neue Verein möchte auch künftig das Emslandstadion als Spielstätte nutzen.“

Der Pressemitteilungsbeitrag von Lingens OB Dieter Krone zum Thema scheint geradezu seltsam: Der TuS Lingen habe der Stadt Lingen in dieser Woche mitgeteilt, dass sich der Verein zum Ende des Jahres auflösen wird, ließ er aus dem Rathaus erklären, ohne die Erklärung mit den verantwortlichen Ehrenamtlichen abzustimmen. Und dann diese Sprechblase: .„Es ist unser Ziel, die Kräfte im Bereich des Spitzenfußballs zu bündeln. Insofern möchten wir in den nächsten Wochen alle Vereine zu einem ´Runden Tisch` einladen und gemeinsam ergründen, in welcher Form ein ´FC Lingen` realisierbar sein kann“. Jeder Fußballer in Lingen weiß, dass dies auf nicht absehbare Zeit nicht der Fall sein wird. Schon Krones Vorgänger und Fußballfreund Heiner Pott hatte vor 10 Jahren ebenso vergeblich eine Fusion angestrebt wie der ehemalige TuS-Vorsiotzende Heinrich Essmann vor 20 Jahren.

Die Mitteilung des Lingener OB, dass sich der TuS Lingen zum Ende des Jahres 2016 auflösen wird, enthielt zudem eine dicke Lücke. OB Krone verschwieg nämlich, dass die bisherigen TuS-Verantwortlichen an dem Nachfolgeverein arbeiten, der als FC Lingen starten soll, wie sie bei Gesprächen im Rathaus sagten. Der TuS Lingen verschwindet also keineswegs  sang- und klanglos. Sein Nachfolger führt die sportlichen Verpflichtungen weiter -insbesondere die Spielgemeinschaften mit dem VfB Lingen. Davon berichtet die Presseerklärung des OB nichts, di er eilig verbreiten ließ, weil er neidisch auf den Namen FC Lingen ist, den sich der TuS-Nachfolger geben will. Wegen Krones PM-Lücke läuteten bei den TuS-Sportlern gestern jedenfalls ununterbrochen die Telefone und Lingener Konkurrenzvereine wollten Spieler überreden, zu ihnen zu wechseln. „Das ist ein unmögliches Vorgehen.“ habe ich das Verhalten des OB  der Lokalzeitung gegenüber kommentiert.

OB Krone hat noch mehr vergessen: Bis zum Mai gab es mit dem TuS Lingen einen Verein, der im Bereich des Spitzen-Amateurfußballs spielte: Zuletzt in der Oberliga Niedersachsen – eine Klasse unter dem SV Meppen. Hätte die Stadt vor fünf Monaten eine Ausfallbürgschaft übernommen, wäre dies auch so geblieben. Mein Fazit: OB Krone zählt offenbar nicht zu den großen Fußballexperten der Region.

Der noch amtierende TuS-Vorstand, der auch dem neuen Verein vorstehen wird, informierte gestern Abend zunächst die Eltern der spielenden Jugendmannschaften und dann die Spieler der „Ersten Senioren“. Mein Eindruck: Alle ziehen mit.

Für Donnerstagabend ist zu einer Pressekonferenz eingeladen.

(Quelle: KEI-Fußball, eigene Recherchen)

Hallo Papa

15. August 2016

Eine kurze E-Mailerei vorgestern Abend:

Hallo Papa!

die erste Mannschaft des ASV Altenlingen hat am letzten Montag einen Termin auf Platz 4 des ASV gehabt; dort sollte eine kurze Filmszene aufgenommen werden. Dieser sollte in einem Film für den Ortsteil Altenlingen verwendet werden. Heute habe ich dann gehört, dass es ein Werbefilm der CDU Altenlingen ist. Da ich mich immer anstrenge, mit dem Sport kein politisches Statement abzugeben, bin ich ziemlich schockiert, dass die 1. Mannschaft des ASV für so etwas benutzt wird – ohne offizielle Einladung und Aufklärung. Der Verein wusste auch nichts…

Mit abendlichen Grüßen
Dein Georg

Hallo Georg,

wenn man Dich in einem CDU Werbefilm mitwirken lässt, ohne Dich zu informieren und Deine ausdrückliche Zustimmung einzuholen, kannst Du die Verwendung des Films untersagen. Das ist die rechtliche Seite. Total daneben ist dann außerdem die menschliche Seite. Aber es gibt wohl Menschen in unserer Stadt, die eine solche Täuschung von und mit Sportlern nötig haben.

Dein Papa

Verweigerung

11. August 2016

ARD-Mann Carsten Sostmeier kommentierte bei den Olympischen Spielen in Rio den Geländeritt der Vielseitigkeitsreiter mit mehr Bilder als Fritz von Thurn und Taxis und Frank Buschmann zusammen. Aber dann hat sich – Achtung Wortspiel – vergallopiert haben. Beim Geländeritt von Olympia-Neuling Julia Krajewski beschrieb Sostmeier deren Unerfahrenheit mit den poetischen Worten:

Diese Dame hat, glaube ich, schon ’nen braunen Strich in der Hose, wenn sie losreitet.

Krajewski schied dann beim Geländeritt mit ihrem Pferd Samourai du Thot nach drei Verweigerungen aus, was nur angeblich nicht an Sostmeier lag…

Natürlich gab’s deshalb sofort den notwendingen medialen Aufschrei … gegen ARD-Kommentator Sostmeier: Reiterverbände verurteilten Sostmanns Worte aufs Schärfste, die NOZ widmete dem Mann gar kopfschüttelnd ihre Online-Abendausgabe und Joachim Gauck hat nur deshalb nichts gesagt, weil er gerade im Urlaub ist. Am Ende sah sich Sostmeier auch noch zu einer Entschuldigung genötigt, als ihn ARD-Teamchef Gerd Gottlob („Der Kommentar war völlig unangemessen“) zum Rapport bat.

Doch Sostmeiers Entschuldigung nahm Julia Krajewski nicht an. Natürlich nicht, werter Carsten Sostmeier. Unsere Spezies ist schließlich auf diesem Planeten das Non-plus-Ultra. Niemand kritisiert keinen Emsländer und keine Emsländerin nicht. Man pöbelt nicht gegen uns. Ob mit oder ohne Pferd.

Und, wo wir schon dabei sind: Julia Krajewski kommt aus Lingen an der Ems, nicht aus Warendorf, wie eine lokale Postille verleumderisch schrieb. Ausgerechnet Warendorf, wo die CDU nicht einmal die absolute Mehrheit hat! Wie kann man nur, NOZ? Ihr seid doch nicht die Westfälischen Nachrichten!

Bildschirmfoto 2016-08-10 um 23.54.53

Oder gar Youtube:

Doch Ironie und Sarkasmus beiseite.
Die junge Reiterin soll sich herzlich über die vom deutschen Vielseitigkeitsteam -nach ihrem Ausscheiden auch für sie- errungene, glückliche Silbermedaille freuen und mit ihr die emsländische Reitergemeinde.

aus dem Traum

20. Juli 2016

MarenKockMittelstreckenläuferin Maren Kock (Foto lks, via FB) sollte in drei Wochen in Rio de Janeiro bei den Olympischen Spielen starten. Sie hatte zwar „die Quali“ nicht ganz geschafft. Doch der internationale Leichtathletikverband  IAAF als Ausrichterin der Leichtathletik hatte Sorge, die 1500m-Vorläufe nicht besetzen zu können. Immerhin hatten die Besucher der Olympischen Leichtathletikveranstaltungen aber sehr viel Geld für Tickets ausgegeben. Da wurde sie dann nachträglich nominiert.

Sinn des Ganzen war, jeden olympischen Wettbewerb mit der von der IAAF gewünschten Teilnehmerzahl „voll zu machen“. Bei einigen, wenigen Wettbewerben waren es am Ende zu wenig Athleten, die die Norm erfüllt hatten. Der fehlende Rest sollte deshalb anhand einer speziellen IAAF Bestenliste, umfassend den internationalen Qualifikationszeitraum vom 1.1. 2015 bis 12.7.2016, mit den nächstbesten Athleten/Innen im Ranking (die Listen sollen am 13. Juli auf der IAAF Seite erscheinen) aufgefüllt werden. Unter diesen wenigen Wettbewerben war die für die LG Telis Regensburg startende Lingener Athletin Maren Kock über die 1500m. [mehr…].

Gestern nachmittag nun das „Kommando zurück“. Die nachnominierten vier Leichtathleten mit knapp verpasster Norm seien vor einer Woche vom DOSB nur „unter Vorbehalt nominiert“ für den Fall, dass der Leichtathletik-Weltverband IAAF zusätzliche Einladungen aussprechen würde. Konkret betraf diese Regelung neben Maren Kock (LG Telis Finanz Regensburg) auch Diana Sujew (LG Eintracht Frankfurt) über 1.500 Meter, Charlene Woitha (SCC Berlin) im Hammerwerfen sowie Tobias Giehl (LG Stadtwerke München) über 400 Meter Hürden. Diese Zusatzplätze stehen nun, schreibt der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) doch nicht zur Verfügung, auch nicht für den 1.500-Meter-Läufer Timo Benitz (LG Farbtex Nordschwarzwald), den der DOSB am Freitag ebenfalls unter Vorbehalt nominiert hatte.

Ein vorläufiges Fazit: Es ist nicht nur reichlich brutal sondern vor allem unfair, was der DOSB und die anderen Verbände da mit der jungen Frau aus Brögbern (und ihren Leidensgenossen) treiben. Maren Kock reagierte gestern auf ihrer Facebookseite sportlich-tapfer und mit einer Liebeserklärung an ihren Freund Florian Orth, der in Rio am Start ist. Sie schrieb:

Aus dem Traum aufgewacht !!!
Nachdem der DLV es nun offiziell bekannt gegeben hat, möchte ich nun auch ein paar Zeilen schreiben…
Für mich wird es nun wohl doch leider nicht zu den Olympischen Spielen nach Rio gehen. Wir haben die letzte Chance, über sogenannte Quotenplätze einen Startplatz zu bekommen, versucht zu nutzen.
So richtig verstehen kann ich es aber immer noch nicht. Ein Hin und Her, zumal es anfangs eine offizielle Nominierung gab, sowohl von Verbandsseite als auch vom DOSB, vielleicht nur unter Vorbehalt, dann aber hieß es, es wäre sicher.
Kommunikation war hier noch nie eine Stärke. Nun also nicht, irgendwie ein Alptraum oder einfach Aus des schönen Traums, der leider nur eine Woche andauerte… Das muss erstmal ein paar Tage verdaut werden. Ich bin gespannt auf die Final Entries der IAAF für Rio 2016.

Trotzdem bedanke ich mich bei allen, die sich zumindest für diese kurze Zeit mit mir gefreut haben und mir auf unterschiedlichen Wegen das haben zukommen lassen. DANKE !
Ich werde die restliche Zeit hier in St. Moritz im Trainingslager versuchen zu genießen und natürlich auch noch weiter trainieren. Denn ein Teil von mir fährt nach Rio und da werde ich alles geben, um diesen zu unterstützen.

mehr bei der NOZ

Foto: Maren Kock Facebook

mit sich selbst

22. Juni 2016

fc_twente_grUnsere Nachbarn grämen sich gerade. Sie sind nicht bei der UEFA EM 2016 in Frankreich dabei un beschäftigen sich daher mit sich selbst. Niederlande.Net weiß: „Aufatmen für die Anhänger des Fußballclubs FC Twente: Der Verein spielt auch in der kommenden Saison in der Eredivisie, so die Entscheidung der Berufungskommission des niederländischen Fußballbundes KNVB. Damit wurde eine Entscheidung der Lizenzkommission vom vergangenen Mai aufgehoben, wonach der Verein vor der kommenden Saison hätte absteigen müssen. Die Entscheidung geht auf Kosten des Vereins De Graafschap aus Doetinchem, der nun statt des FC Twente absteigen wird.

FC Twente darf in der kommenden Saison weiterhin in der niederländischen Eredivisie spielen, dies entschied die Berufungskommission des niederländischen Fußballbundes KNVB am vergangenen Freitag. Damit widerrief die Kommission das vorherige Urteil der Lizenzkommission. FC Twente muss jedoch eine Strafe von 180.000 Euro wegen vier gravierender Regelverstöße zahlen. Nach der Entscheidung wird nun der Doentinchemer Verein De Graafschap absteigen.

Die Berufungskommission begründete ihre Entscheidung mit den Bemühungen der vergangenen Monate von FC Twente seine Finanzen besser zu kontrollieren und „Klarschiff zu machen“. Dem Verein waren seitens des KNVB „systematische Täuschung“ und „finanzielle Unterschlagung“ vorgeworfen worden. Im vergangenen Dezember hatte die Lizenzkommission geurteilt, dass der FC Twente seine Lizenz nur behalte könne, wenn der Verein „Klarschiff“ mache. Nachdem im vergangenen halben Jahr weitere Missstände zutage gekommen waren, hatte die Lizenzkommission im Mai entschieden jedoch den Verein absteigen zu lassen. Dagegen legte FC Twente Berufung ein. Die Berufungskommission entschied, dass die Lizenzverweigerung eine „passende“ und „proportionale Strafe“ sei. Da FC Twente in den vergangenen Monaten Klarschiff gemacht hat, stünde einem Klassenerhalt jedoch nichts im Weg. Wegen „dem Ernst und dem wiederholenden Charakter der Regelverstöße“ wurde dem Verein dennoch ein Bußgeld von 180.000 Euro aufgelegt.

FC Twente hatte in der Vergangenheit auf verschiedene Weise mit seinen Finanzen gemogelt. So sind Transferleistungen nicht vollständig in die Haushaltsbücher eingetragen worden. Im Sommer 2013 hatte der Verein sich 5 Millionen Euro beim Investmentfonds Doyen geliehen. Im Gegenzug erhielt der Fonds Transferrechte an 7 Spielern und konnte intern maßgeblich auf den Verein einwirken. Diese Absprachen waren dem niederländischen Fußballverband KNVB nicht mitgeteilt worden.

In Doetinchem, dem Heimatort des Fußballclubs De Graafschap, ist man wütend angesichts der Entscheidung. Der Manager Peter Hofstede sagte gegenüber dem Nachrichtenprogramm NOS: „Wir fühlen uns ungerecht behandelt.“ Der Verein erwägt nun rechtliche Schritte gegen das Urteil der Berufungskommission.“

 

(Quelle NiederlandeNet)