Boule

8. Mai 2018

Zu Zeiten, als Altkanzler nicht zu einer Putin-Vereiidigung nach Moskau sondern zum Urlaub nach Cadenabbia am Comer See fuhren, um dort Boccia zu spielen, war der Sport bundesweit bekannt. Inzwischen wird es hierzulande ein Trend.  Mit „Boule“ (italienisch Boccia) verbinden viele Menschen hierzulande das von den Franzosen auf öffentlichen Plätzen ausgetragene Freizeit-Kugelspiel. Der korrekte Name hierfür sei allerdings Pétanque, weiß Wikipedia. Mit rund 600.000 Lizenz-Spielern in 76 (nationalen) Pétanque-Verbänden ist es die am weitesten verbreitete Kugelsportart.

Auch in Lingen gibt es bereits zwei Verreine, die dem Boule-Sport frönen, den man von jung bis alt und mit Menschen aller Geschlechter gemeinsam spielen kann. Neben dem VfB Lingen, der den Sport auf seiner Anlage am Schwarzen Weg betreibt (siehe Foto), widmet sich der Boule Club Lingen auf einer Anlage an der Halle IV in der Kaiserstraße dem Boule, allerdings eohl nicht wettkampfmäßig.

eine neue Boule-Anlage soll auf einer Fläche nördlich des Altenlingener Hafens entstehen. Das hat den lokalen ASV Altenlingen munter gemacht. Heute Dienstag, den 8.5.2018 um 18 Uhr stellt Manfred Sundag (Leiter der Boule-Abteilunger des FC Schüttorf) das Boulespiel auf der Sportanlage des ASV Altenlingen am Wallkamp vor.

Die ASV-Verantwortlichen bitten um Anmeldungen per E-Mail unter Vorstand(at)asv-altenlingen.de oder telefonisch unter: 0591 831025 an. „Wir freuen uns auf einen spannenden Abend mit einer für uns „neuen Sportart“, heißt es auf der Internetseite des ASV.

das allererste Mal

20. April 2018

Am Mittwoch habe ich mich mit dem Präsidenten des Kreissportbundes Michael Koop am Emslandstadion Lingen getroffen, um dort den Kunstrasenplatz zu inspizieren, der „nun endlich, nach drei Jahren, seine Barriere-Umrandung bekommen hat. Die Sportstätte erfüllt damit das Regelwerk des DFB.

Das Treffen hatten wir beide unlängst am Rande eines Fußballspiels in Altenlingen verabredet – bei einem ersten, kurzen Gespräch über die Förderung des Sports nach der Oberbürgermeisterwahl. Wir waren uns einig, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Michael Koop und ich haben vorgestern weiter diskutiert, was unsere Stadt mehr für den Sport tun und was verbessert werden kann. Über das Treffen an der Lingener Teichstraße gab es anschließend eine Presseerklärung, die allerdings in der Lokalzeitung nur rudimentär veröffentlicht worden ist, die traditionell gegen Ende eines Wahlkampfes die Wahlberichterstattung einstellt. Hier der weiter, kmplette Text der Pressemitteilung:

„KSB-Präsident Michael Koop nahm den Vorschlag für ein gemeinsames Gespräch sofort an. Er betonte, es sei überhaupt das allererste Mal, dass ein Bürgermeisterkandidat ihn um eine Gespräch über die lokale Sportpolitik gebeten habe. „Ich würde auch jede andere Einladung eines Kandidaten annehmen, wenn sie käme“, ergänzte der Sportfunktionär und verwies auf ähnliche Gespräche mit den CDU-Landtagsabgeordneten Bernd-Carsten Hiebing und Christian Fühner vor der Landtagswahl im vergangenen Herbst.

„„Sport“ ist nämlich die größte Bürgerbewegung in Lingen mit 22.500 Mitgliedern in 80 Vereinen. Durch den ehrenamtlichen Einsatz der Lingener und Lingenerinnen als Trainerinnen, Trainer, Übungsleiterinnen und -leiter, und Vorstandsmitglieder, wie auch als Helferinnen und Helfer bei Sportfesten, Turnieren und im ganz alltäglich „Betrieb“ machen sich viele verdient um unsere Gesellschaft und stärken sie nachhaltig“, informierte Michael Koop. „Darum sollte die Stadt Lingen den Sport stärken.“

Namensvetter Robert Koop griff dies auf: „Ich will, dass Lingen Vorreiter ist und in Zeiten Sportstadt wird, in denen die klassische ehrenamtliche Vereinsarbeit – leider – auf dem Rückzug ist.“ Michael Koop: „Die Gesellschaft muss aufpassen, dass Ehrenamtliche auch weiter Lust haben sich zu engagieren. In ganz Niedersachsen ist bsüw. die Zahl der Ehrenamtler in den letzten Jahren von knapp einer Viertelmillion auf nur noch 170.000 zurückgefallen.“

„Dabei wissen alle um die gesellschaftspolitische Bedeutung des Sports. Er vermittelt Werte wie Toleranz und Fairness, er führt Menschen unterschiedlicher Kulturen und sozialer Hintergründe zusammen. Sport unterstützt Integration und Bildung und ist nicht zuletzt Teil eines gesunden Lebensstils. Für die Ortsteile und unsere Stadt sind unsere Sportvereine vielleicht sogar der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Hier trifft man sich bewegt etwas, hilft einander, erlebt Spannung, Erfolg und Misserfolg: Man gewinnt oder verliert zusammen.“ 

Der OB-Kandidat: „Wir müssen daher unsere Lingener Vereine finanziell besser ausstatten und dürfen sie zweitens nicht allein lassen, wenn sie sich unabsichtlich in ausweglos erscheinende Situationen manövriert haben.“

Dazu habe ich Michael Koop meine konkreten Vorschläge vorgelegt, was ich im Fall meiner Wahl zum Oberbürgermeister umsetzenwill:

  • Unsere Sportstätten und deren Pflege will ich kontinuierlich verbessern.
  • Die Übungsleiterpauschale muss erhöht werden,
  • und ich will für unsere Vereine in Lingen eine kostenlose und freiwillige Steuer- sowie Rechtsberatung ermöglichen.
  • Das vor 20 Jahren begonnene, vor einigen Jahren allerdings gestoppte Programm, alle Turnhallen zu modernisieren, will ich wiederaufnehmen.

Mit mir wird es nicht so sein, dass z.B. in Altenlingen so lange auf eine Entscheidung zur Sporthalle gewartet wird, Mittel aus dem ZILE-Förderprogramm des Landes zu beantragen, dass sie inzwischen möglicherweise aufgebraucht sind. Oder weshalb in Bramsche für den notwendigen Neubau der einsturzgefährdeten Turnhalle kein Antrag auf vorzeitigen Baubeginn gemäß Landeshaushaltsordnung gestellt worden ist, ist für mich nicht nachvollziehbar. Mit einem solchen Antrag hätte der Bau bereits vor Monaten anfangen können.“

Robert Koop: „Wir haben auch den öffentlichen Hilferuf der Schwimmvereine gehört, die für die sportliche Nutzung des »Linus« so viel Geld zahlen sollen, dass sie keine Meisterschaften mehr ausrichten können. Ich fordere daher den Verzicht seitens der Stadt Lingen auf  Nutzungsentgelte für unsere Schwimmer und Taucher – und im Gegenzug die Übertragung der Schwimmausbildung unserer Kinder auch auf diese Vereine. Gleichzeitig ist für mich ein kleines, feines Programm zur  „Sportgeräteförder “  genauso notwendig wie eine bessere Förderung, wenn Vereine in Eigenleistung ihre Sportstätten ausbauen“, so der Oberbürgermeister-Kandidat.

Robert Koop: „Kurzum: Es gilt Rahmenbedingungen für unsere Vereine und die in den Vereinen engagierten Bürger deutlich zu verbessern. Wir dürfen über die Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements nicht nur reden, sondern müssen sie auch umzusetzen.“

KSB-Präsident Michael Koop zeigte sich über die sportpolitischen Schwerpunkt im „Programm für Lingen“ des OB-Kandidaten Robert Koop erfreut und unterstrich, dass „diese Punkte die Vorstellungen des Kreissportbundes entsprechen.“ Sie seien nach seinem Eindruck für die Stadt Lingen (Ems) auch bezahlbar.“

Die wichtigste Beraterin

18. April 2018

Heute seit 13320 Tagen die wichtigste Beraterin: Meine Frau Annette
…und was sie zur Oberbürgermeisterwahl sagt.

Sonntag wird in Lingen gewählt.
Meine Bitte: Hingehen!

In der neuen Emslandliga für Fußballer mit und ohne Handicap geht es um Spaß und Punkte. Das inklusive Turnier gestern in Lingen war das erste seiner Art in Niedersachsen.
Die Nummer 10 des Teams Lucky Löwen vom SV Olympia Laxten (Foto) startet mit dem Ball auf der linken Seite durch, lässt zwei Gegenspieler der TuS Haren aussteigen und flankt nach innen vor das Tor, wo die Nummer 35 aus aussichtsreicher Position verpasst. Eine Szene, wie sie sich tausendfach auf Sportplätzen an jedem Wochenende abspielt. Doch sie ist nicht alltäglich. Der eine Spieler hat eine Behinderung, der andere nicht. Sie spielen gemeinsam in der neu gegründeten InduS-Emslandliga, die am Sonntag in Lingen an den Start ging. InduS steht für „Inklusion durch Sport“.

Seit Anfang der 2000er-Jahre setzt sich der Deutsche Fußballbund (DFB) mit seiner Sepp-Herberger-Stiftung dafür ein, dass Behinderte aktiv am Fußball teilnehmen können. Seit 2012 finanziert die Stiftung bundesweit in allen 21 DFB-Landesverbänden Ansprechpartner, so genannte Inklusionsbeauftragte, für Fragen des Behindertenfußballs…

[…weiter bei der HAZ, der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung]

 


Die Lucky Löwen sind eine Fußballmannschaft für Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap, die in der Jugendfußballabteilung des SV Olympia Laxten 1919 e.V. als eigene Sparte integriert ist. Dieses junge, dynamische Team wurde im Sommer 2008 ins Leben gerufen. Sie sind ein Teil der Lingener LinaS- Initative. Inzwischen besteht das Team aus ca. 35 Spieler/innen mit und ohne Behinderung. Sie werden von ca. 10 Trainer/innen und Betreuer/innen gecoacht. „Neue Spieler, Freunde, Trainer, Gönner sind immer herzlich willkommen.“

(Foto: Lucky Löwen Olympia Laxten)

Apfel kann keine Birne sein

26. Februar 2018

„Bernd-Rosemeyer-Stiftung“ – unter diesem Namen finden seit 2013 in Lingen Veranstaltungen, Events und Oldtimer-Rennen statt. Dahinter stehen der Lingener Kaufmann Heinrich Liesen und der Sohn des während der NS-Zeit erfolgreichen Rennfahrers, Prof. Bernd Rosemeyer junior. Doch gibt es diese Stiftung überhaupt?

Diese Fragen stellt sich besonders, nachdem Liesen nun auch noch ein „Museum“ zu Ehren des 1938 bei einem Rekordversuch ums Leben gekommenen, aus Lingen stammenden Rennfahrers (Foto unten: Rosemeyer als Motorradrennfahrer 1932) einrichten will. Hiergegen regt sich ernst zu nehmender Widerstand, war doch der wackere Auto-Union-Pilot auch Mitglied der SS im Range eines Hauptsturmführers – nach eigenem Bekunden seit 1932 SS-Mitglied. Und nicht nur das: Rosemeyer fungierte als williges Propaganda-Sprachrohr für das Hitler-Regime.

Die Bernd-Rosemeyer-Stiftung wurde im Juni 2013 in einem Lingener Renommier-Hotel aus der Taufe gehoben. Auch der Lingener Oberbürgermeister Dieter Krone nahm an der Gründungsversammlung teil – rein passiv wie er zuletzt in der vergangenen Woche in den Ratsgremien bekundete. In einer Stellungnahme erklärte Krone jetzt: „Ob allerdings die Stiftung tatsächlich gegründet worden ist, entzieht sich meiner Kenntnis.“

Und in der Tat: Nachforschungen des Lingener Autors Christoph Frilling ergaben, dass eine solche Stiftung nicht existent ist. Im Weser-Ems-Stiftungsverzeichnis in Oldenburg  ist sie nicht eingetragen. In den amtlichen Stiftungsregistern in Berlin und in Bayern auch nicht. Dabei hatte Heinrich Liesen schon 2013 in einem Radio-Interview und vor der Lokalpresse verkündet, „behinderte Sportler“ und „alleinerziehende Mütter“ aus Mitteln der Stiftung finanziell zu fördern.Ob daraus etwas wurde, ist nicht bekannt.

Die „Bernd-Rosemeyer-Stiftung“ prangte allerdings schon 2014 auf großen Transparenten mit dem Konterfei des toten Rennfahrer-Helden am Haus Marienstraße 1 in der Lingener Innenstadt. 2015 wurde eine „Rosemeyer Oldtimer Rallye“ unter dem Namen der „Stiftung“ angekündigt, unterzeichnet von Heinrich Liesen und Bernd Rosemeyer junior. Bei den lokalen  Rallyes wurde ebenfalls ein großflächiges Transparent mit der Aufschrift „Bernd-Rosemeyer-Stiftung e.V“ verwendet. Das ist schwerlich möglich, weil ein e.V., also ein eingetragener Verein, keine Stiftung sein kann, die Rechtsformen schließen einander aus; ein Apfel kann eben auch keine Birne sein. Im Vereinsregister des Amtsgerichts Osnabrück ist denn auch ein Verein solchen namens nicht eingetragen. Damit gerät die Initiative Liesens auch ins juristische Zwielicht. Sein Museums-Projekt war im vergangenen Frühjahr vom lokalen „Forum Juden – Christen“ und von de Gremien der Stadt Lingen (Ems) abgelehnt worden.

(Ein Beitrag von Jonas Johannsen mit Material von Christoph Frilling)

geht weiter

23. Dezember 2017

In der nächsten Woche „zwischen den Jahren“ findet ab Donnerstag 17 Uhr zum x.ten Mal der traditionelle Kronsberg-Cup in Lingen in der Kiesberghalle statt. Erinnern Sie sich, dass er im vergangenen Jahr ausfiel, als Oberligist TuS  Lingen, 1910 gegründet und damit ältester Fußballverein der Region, in die Insolvenz ging? Ohnehin nach zu hohen Ausgaben von Verbindlichkeiten gebeutelt, hatte schließlich unverhofft der Zoll für die Sozialversicherung obendrauf gesetzt und vom TuS einen sechsstelligen Betrag an angeblich nicht gezahlten Abgaben gefordert – gerade als Geld genug beisammen war, um allen Gläubigern einen ordentlichen 50% Vergleich anzubieten. Von der Zollforderung ist zwar nach 15 Monaten Prüfung nur ein ausgesprochen geringer Rest übrig, teilt der Insolvenzverwalter mit, doch damals spielte die staatliche Zollverwaltung „rien ne va plus“: „Anerkennen oder wir prüfen; das kann zwei Jahre dauern!“ Aber weil man unter den Bedingungen eines Insolvenzverfahrns zwar ein Unternehmen über Jahre führen, jedoch keinen Fußball-Amateurverein organisieren kann, war im Herbst 2016 Schluss mit dem alten TuS Lingen 1910 eV.  Der TuS, hatte stets den Kronsberg-Cup ausgerichtet  und nicht selten gewonnen; doch Ende 2016 überforderte die Organisation des Cups die Weitermacher. Jetzt ist TuS-Nachfolger RB Lingen damit in der Spur (Foto) – wie ich höre, unter den Argusaugen der lokalen Konkurrenz, die allzu gern das Traditions-Hallenturnier mit 16 Teams übernehmen möchte…

Daran erinnerte ich mich, als ich just gestern Neues vom unendlichen Kampf des SV Wilhelmshaven um faire Behandlung las, der mit dem im Herbst 2016 erkämpften Urteil des Bundesgerichtshof (BGH) noch längst nicht zu Ende ist, sondern weiter geht. Denn die Wilhelmshavener haben nach ihrem Erfolg vor dem BGH ein neues Kapitel unter der Überschrift „Schadensersatz“ eingeläutet, über das sie selbst und jetzt auch die taz berichtet. Lies mal hier:

„Elf Jahre der Auseinandersetzung, ein juristischer Kampf durch alle Instanzen, eine BGH-Entscheidung – und noch immer ist kein Ende in Sicht: Der Streit zwischen dem Wilhelmshavener SV und dem Norddeutschen Fußball-Verband ist immer noch nicht beigelegt. Vor dem Bremer Landgericht hat gestern ein Gütetermin stattgefunden, bei dem es um die Klage des WSV gegen den Norddeutschen Fußball-Verband auf Wiederzulassung in die Regionalliga Nord ging.

Diese Hoffnung hat die Kammer unter dem Vorsitzenden Richter Ingo Behrens gestern vorerst zerstört: Die Kammer sehe, so der Richter, „erhebliche Probleme für die Klägerseite“. Eine „Naturalrestitution“, also das Wiederherstellen des ursprünglichen Zustands, sei schadensrechtlich kaum möglich. Die Klägerseite müsste beweisen, dass sie ohne den auf Betreiben der Fifa vom NFV verfügten Zwangsabstieg nicht abgestiegen wäre. Und das sei im Prinzip nicht möglich.

Der Anwalt des WSV Harald Naraschewski hält das für „Quatsch. Schlicht und einfach Quatsch“. Er ist der Meinung: „Wenn Sie in der Winterpause einer Mannschaft sagen, ihr steigt zwangsweise ab, dann führt das zu einer Wettbewerbsverzerrung.“ Die Spieler seien demotiviert gewesen, der NFV habe diesen Zustand erst herbeigeführt. Das führe zu einer Beweislast­umkehr: Vielmehr müsse jetzt die Beklagte, also der Verband, beweisen, dass der WSV sowieso abgestiegen wäre.

Hintergrund des seit Jahren andauernden Rechtsstreits ist die Verpflichtung des italienisch-argentinischen Spielers Sergio Sagarzazu in der Saison 2006/2007….

[weiter bei der taz]“

Heinrich Essmann gestorben

22. November 2017

Wie am späten Abend bekannt wurde, verstarb heute der Lingener Unternehmer und Mäzen Heinrich „Heini“ Essmann unerwartet und plötzlich im Alter von 78 Jahren. Mit ihm verlieren Wirtschaft, Kultur und Sport im Emsland einen profilierten Firmenchef und Förderer.

Über lange Jahre seiner aktiven Unternehmertätigkeit hat sich Heinrich Essmann für die Belange der Fußballabteilung des TuS Lingen eingesetzt. Auch nach der Auflösung des Lingener Traditionsvereins setzte sich Essmann, obgleich er als Ehrenpräsident auch kritische Töne äußerte, für den Nachfolgeclub RasenBallsport (RB) Lingen ein. Essmann selbst hatte den Namensvorschlag, in Anlehnung an den Bundesligisten RB Leipzig, eingebracht und den Start des RBL als Hauptsponsor gefördert. Nachdem er für den TuS Lingen als Sponsor, langjähriger Vorsitzender und zuletzt Ehrenvorsitzender aktiv war, trat er auch dem Beirat des RBL bei.

Zusammen mit seiner Frau Eva förderte Heinrich Essmann auch über seine „Essmann Stiftung“ den Sport und im besonderen den Fußball sowie die Jugendarbeit des TuS Lingen bzw. RB Lingen. Darüber hinaus unterstützte die Familie Essmann zahlreiche gemeinnützige Projekte in Lingen und der Region.

Die Stadt Lingen und die Fußballregion verliert einen charismatisch Förderer und Gönner. Der Familie Essmann und allen Freunden wünschen wir viel Kraft.

(übernommen von KEI Fussball; Foto: ©KEI Fussball)

Lingens „Antwort“

26. August 2017

Kritisch kommentiert jetzt das regionale Fußballportal KEI-FUSSBALL die aktuelle Entwicklung im Lingener Fußballsport. Hier präsentierte sich Anfang der Woche ein selbsternanntes  „Visionsteam“ des SV Olympia Laxten, das seine Visionen Anfang der Woche im Rathaus einem handverlesenen journalistischen Kreis vorstellte. Andere Stadtvereine fehlten und der OB spendete brav Beifall und kündigte -ohne jede Beratung in den kommunalen Gremien an- die Stadt werde das Projekt „im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen“. KEI schreibt:

„Vision 2020“ unter Olympia Laxtens Federführung
Für einen „FC Lingen“ hat es nie gereicht, obwohl etwaige Mäzene mehrfach konkrete Vieraugengespräche führten. Doch der Traum nach höherklassigen Fußball scheint im Rathaus nicht ausgeträumt, so dass man jetzt in der Jugend einen Sonderweg einschlägt. Ein Modell, das für einige Verwunderung sorgen dürfte.

Nach Planungen im Rathaus und eines „Visionsteams“ heißt das unausgesprochene Zauberwort: „Auswahlmannschaft“. Konkret: Aussichtsreiche Lingener U15, U17 und U19 Talente sollen zu den ranghöchsten Teams der Laxtener wechseln. Vollmundig verspricht man in Laxten eine gute Ausbildung und überhaupt würden auch die abgebenden Vereine profitieren. Satzbausteine, die aus jedem Infotext eines Jugendleistungszentrums kopiert werden können.

Viel wurde erwartet, doch der Laxtener Vorschlag ist eine „Light Version“. Nachdem sich die Lingener Stadtclubs -wie erwartet- nicht auf einen Jugendförderverein (eine Spielgemeinschaft ist nach den NFV Statuten nicht mehr möglich) einigen konnten, ziehen die Verantwortlichen also eine „Vision 2020“ aus dem Hut. Wofür das „2020“ steht oder was man bis in drei Jahren erreichen will, bleibt offen. Man wolle den Fußball in Lingen „nachhaltig“ stärken und Landesliga-Fußball in der Jugend etablieren. Und das ganz ohne dem Jugendleistungszentrum in Meppen Konkurrenz zu machen oder den Lingener Nachbarvereinen zu schaden. Aber genau das bringt dieses Konstrukt.

Geht es nach den Planern entsteht in Lingen gar ein Zentrum des Jugendfußballs. Zwei Bullis und neue Trikots stehen ebenfalls parat. Niemand käme „für die Bank“ und eine Rückkehr zum Heimatclub sei jederzeit möglich. Ausgewiesener Unsinn, wenn man einen Blick auf Kadergrößen und NFV Reglement, das einen Wechsel nur in den Transferperioden erlaubt, wirft. Und überhaupt erinnert das alles an das, was rund um die Jahrtausendwende und davor im Emslandstadion beim TuS Lingen praktiziert wurde. Auch da wechselten -angelockt von Versprechungen- die Besten zum TuS, wurden mit Bullis abgeholt und kickten auf hohem Niveau. Wohin das führte, sieht man heute. Oder eben nicht mehr.

Neben Laxten stellen Biene und Altenlingen die ranghöchsten Jugendteams der Stadt. Der Landes- und Bezirksligist verständigten sich erst vor zwei Jahren auf eine Zusammenarbeit in der Jugend und gründeten -auch gegen Widerstände- eine Spielgemeinschaft. Mit viel Mühe und Engagement schaffte man den Sprung auf die Bezirksebene. Wenn nun die allerbesten Spieler zum Jugendleistungszentrum wechseln und die „zweite Reihe“ zu Olympia Laxten geht, dürfte die Klasse für die JSG Altenlingen/Biene mittelfristig nicht zu halten sein. Doch genau das ist Rückgrat der kleinen Lingener Clubs. Die Tatsache, dass die eigenen Jugendspieler -gemeint sind hier die Nummer 5 bis 20- auch die Möglichkeit haben schon in der Jugend „Bezirksliga-Luft“ zu atmen, macht den Unterschied. Der einzige Gewinner der „Vision 2020“ wird also wohl die Olympia sein.

KEI meint:
Mogelpackung! Diese Vision ist kein Konzept, sondern eine halb gare Lösung. Dass die besten Spieler der Region im Meppener Leistungszentrum trainieren, liegt auf der Hand. Wenn Lingen im Kielwasser seine Jungs fördern will, dann nur zusammen in einem transparenten Förderverein.

 

(Foto: Pixabay)

Symbolvideo

18. Juli 2017

Der von anderen, allerdings nicht von sich selbst zum Geheimfavoriten der Fußball-Stadtmeisterschaft 2017 „hochsterilisierte“ (Brunos Fußballdeutsch) Bezirksligist ASV Altenlingen ist heute Abend überraschend in der Vorrunde ausgeschieden. Und das kam so (Symbolvideo):

 

Den heutigen „Abgang“
hat der ASV übrigens mit eher beißendem Humor so genommen:

Das fand übrigens so gar DLF_Sport erwähnenswert

 

ps Möchte vielleicht jemand meine Dauerkarte der Fußball-Stadtmeisterschaft übernehmen? 😦

34. FSL

14. Juli 2017

Die 34. Fußball Stadtmeisterschaft beim SV Holthausen/Biene, das
Fußball-Turnier der Lingener Seniorenmannschaften, findet kommende Woche (17. bis 23. Juli) statt.

Am Biener Busch wird echter Amateurfußball geboten, und ich bin schon heute gespannt, was die Lokalpresse darüber berichten wird. Bekanntlich schenkt sie dem lokalen Sport eher nicht viel Aufmerksamkeit, druckt aber stattdessen -nicht erst seit dessen 3.-Liga-Aufstieg – alles über einen benachbarten Fußballverein und jazzt selbst den Schnupfen des dortigen stellv. Zeugwartes zum medialen Ereignis hoch.

Ausrichter der  34. Fußball-Stadtmeisterschaft ist der SV Holthausen/Biene. 12 Mannschaften in vier Gruppen sind am Start, natürlich die 11 Fußballvereine aus Lingen (nur einer nicht). Das 12. Team wählt traditionell der Ausrichter aus, der sich für den SV DJK Geeste entschied.

[Nicht am Start ist der vor neun Monaten von ausgesprochenen Fußballfachleuten im Rathaus ersonnene und mit Markenschutz ausgestattete FC Lingen, weil erst die jährlichen 750.000-Euro-Subventionsgeber gefunden werden müssen, der Verein folglich noch nicht auf der Welt ist, und das auch noch längere Zeit auf sich warten lässt, weshalb die genannten Experten jetzt erst Jugendteams bilden und diese dem SV Olympia Laxten zuordnen wollen  – Das ist aber ein anderes Experten-Thema…]

Im Rahmen der Stadtmeisterschaft führen die Veranstalter am Freitag, den 21. Juli, ein Altherren-Blitzturnier und am Samstag, den 22. Juli, die Damen-Fußball Stadtmeisterschaft mit sechs Teams durch.

FSL-Favorit ist die Mannschaft des Gastgebers, der mit etwas Mühe aber am Ende klar, die Landesliga halten konnte. Daneben sind die Bezirksligateams des ASV Altenlingen und Olympia Laxten am Start und zum ersten Mal – nach der Insolvenz des historischen TuS Lingen ganz unten in der 4. Kreisklasse angekommen – dessen Nachfolgeverein RB Lingen, der schon am ersten Spieltag ab 19.15 Uhr antritt.

Übrigens: Die 104 Seiten starke Veranstaltungszeitschrift beeindruckt besonders.