Murder Most Foul

30. März 2020

Wann, wenn nicht in diesen Tagen, hört man sich 17 Minuten lange, rezitativartige Songs an?

„Mit einem einzigen neuen Song beerdigt Bob Dylan die USA. Das 17-minütige „Murder Most Foul“ könnte den letzten großen Moment des ultimativen Popkünstlers markieren.“ So schrieb’s die ZEIT am Freitag, und dem ist nichts hinzuzufügen, allenfalls dies.

Bleibt gesund in dieser Woche, liebe Leser*innen!

ps Statt einer Rezension:

Creative Tradition:
Y
ou know, I’m sitting here in Ireland during the covid-19 shutdown thinking: thank god for folk songs. By coincidence, Bob Dylan’s name is trending on twitter. I think the worst. But then, a miracle. A new song! But, it’s actually more of an opus. At first I think, 17 minutes on JFK – a bit much. But this is perfect. I’m lucky to have heard this on the day it was released. Went I’m sad, I think how lucky I have been to been alive while Bob Dylan was writing songs. Thanks for this, thanks for not giving up on us. On the truth.“

Corona-Musik

20. März 2020

Deutsch
Danger Dan, Antilope, für immer und eh musikalisch ziemlich unterschätzt zur Lage der Nation.

Niederländisch

Beste allemaal, ‘Het is stil op straat, niemand te zien. En ik denk aan jou, denk je ook aan mij, ook dit gaat weer voorbij.’ Lieve groet van Frank

Italiano
“L’Italia chiamò” una maratona in diretta streaming per raccontare al mondo come l’Italia sta reagendo all’emergenza.

Französiiieeesch

Tous ensemble contre le Coronavirus !

Was gibts noch?

 

Eine der bedeutendsten jüdischen Münzsammlungen ist am Dienstag in Osnabrück durch das Auktionshaus Künker versteigert worden. Die Sammlung umfasste viele gut erhaltene Einzelstücke, aber auch Münz-Reihen aus der Zeit vor Christi Geburt. Begründet wurde diese besondere Kollektion von insgesamt 577 Münzen von den Münchener Sammlern Josef Samel und seiner Schwester Angela Arluk (geb. Samel) , die 2005 beziehungsweise 2015 verstorben sind. In Jahrzehnten mühevoller Sammlertätigkeit in Israel und der ganzen Welt hatten die beiden jüdischen Geschwister die Kollektion zusammengetragen. Sie deckte die Geschichte des jüdischen Volkes von der Eroberung Judäas durch die Perser vom 6. Jahrhundert vor Christus bis in die heutige Zeit ab. Der Wert der Sammlung wurde vor der Auktion auf mehr als eine halbe Million Euro geschätzt. Erlöst wurden dann aber gestern deutlich höhere Beträge. Allein die abgebildete Münze aus dem Jahr 70 nach Christus erbrachte mehr als das 11fache des Schätzpreises von 30.000 Euro. Sie war von ganz besonderer Bedeutung; denn in jenem Jahr schlugen die Römer den  Jüdischen Aufstand mit der Eroberung Jerusalems und der Zerstörung des Jerusalemer Tempels nieder.

Die Samel-Sammlung ist seit fast 30 Jahren in einem aufwändig gestalteten Hochglanzkatalog dokumentiert. Das sei wichtig, unterstrich der Vorsitzende des Landesverbandwa  der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen  Michael Fürst im Vorfeld, um die Münzen der Forschung weiterhin zur Verfügung zu stellen. „Historische Geldstücke bieten das Potenzial, mehr über die Geschichte der Menschheit und in diesem Fall ganz speziell über die Geschichte des jüdischen Volkes zu lernen“, erläuterte Fürst. „Es ist wichtig, dass dieser Teil der Geschichte auch zukünftigen Generationen zugänglich gemacht wird.«“

Zzuletzt war die Samel-Sammlung 1993/94 in München ausgestellt worden. Der damals erstellte Katalog „Das Heilige Land. Antike Münzen und Siegel aus einem Jahrtausend jüdischer Geschichte‘ bewahrt bis heute die Erinnerung an diese Präsentation. Zum Preis von 10 euro ist er noch heute von der Staatlichen Münzsammlung in München zu beziehen (mehr…).

Überleben

7. März 2020

„Das umstrittene  Theaterstück ,Überleben, ist eine außerordentlich kluge Aufarbeitung der Patient*innenmorde in Delmenhorst und Oldenburg. […] Aufregend ist das – und wohl mehr, als politisches Theater auch nur hoffen darf. Dass der fast zweistündige Balanceakt bei enormer Fallhöhe nicht ein einziges Mal auch nur ins Straucheln kommt, ist eine Sensation“ heißt es in der Kritik der taz zum Stück „Überleben“ im Oldenburger Staatstheater. Die taz schreibt:“

Theater ist ein Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Das mag über die „Ahs“ und „Ohs“ opulenter Inszenierungen irgendwelcher Klassiker mitunter in Vergessenheit geraten.

Dermaßen handgreiflich wie am vergangenen Wochenende in Oldenburg geraten solche Interventionen allerdings nur höchst selten. Gestritten hatte man in der Stadt schon lange vor dieser Premiere, eigentlich schon seit die Göttinger Werkgruppe2 auch nur angekündigt hatte, mit „Überleben“ ein Stück über die massenhaften Patient*innenmorde an den Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg auf die Bühne des Staatstheaters zu bringen. Pie­tätlosigkeit hatte man ihnen vorgeworfen, Ausverkauf und unangemessene Eile: so kurz, bevor der große Prozess gegen den Serienmörder und ehemaligen Krankenpfleger Niels Högel im vorvergangenen Herbst begonnen hatte.

Entsprechend hoch ist die Anspannung am Premierenabend vor und auf der Bühne. Immer wieder wird geschluchzt, an Stellen mitunter, die gar nicht sonderlich drastisch scheinen, sondern eher auf persönliche Erfahrungen schließen lassen. Noch beim zweiten Gong diskutieren manche, ob sie nicht doch wieder gehen sollten – vereinzelt tun sie’s.

Was auf der Bühne geschieht, ist leicht zu beschreiben, in seiner Wirkung aber nur schwer zu erfassen. Julia Roesler inszeniert wortwörtliche Gespräche mit größtenteils anonymisierten Zeug*innen: Angehörige, Mitarbeiter*innen der Krankenhäuser, eine der Überlebenden. Die war nach einem Unfall von „ihm“, wie der Täter hier meist nur genannt wird, in Lebensgefahr versetzt und mit Erfolg wiederbelebt worden.

Und das ist für die Frage, um die es den Theatermacher*innen hier geht, ein zentraler Fall. Weil…“

[Sie lesen die Kritik hier weiter bei der taz]


THEATERSTÜCK „ÜBERLEBEN“
nächste Aufführungen: am 13. und 21. 3., 4.4. jeweils 20 Uhr, Karten
Foto © Stephan Walzl, Staatstheater Oldenburg

Shortest Horror Movie

2. März 2020

Parasite

10. Februar 2020

Als erster nicht-englischsprachiger Film überhaupt hat der südkoreanische Film Parasite (Gisaengchung) in der vergangenen Nacht in Lis Angeles den Oscar für den besten Film erhalten. Schon im letzten Jahr war das Werk von Regisseur Joon-ho Bong in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden. Zeit für den Trailer in Deutsch. 😌

Bürgerreise nach Bielawa

4. Februar 2020

Bürgerreise 2020 nach Bielawa:
Einblicke in die polnische Kultur
6tägige Busreise vom So 23. bis zum Fr 28. Aug. 2020

DZ/HP, 499,-€ pP (EZ + 90 €)

Im kommenden August bietet die Stadt Lingen (Ems) in Zusammenarbeit mit der Firma Dartmann Reisen eine 6tägige Bürgerreise in die polnische Partnerstadt Bielawa (Foto links) an. Vom Sonntag, 23. bis zum Freitag, 28. August 2020 heißt es „Witamy“ in Lingens polnischer Partnerstadt am Fuße des Eulengebirges. Während der Reise erhalten die Teilnehmer/innen spannende Einblicke in polnische Kultur und Lebensart – und sie lernen die schönen Seiten Bielawas und der sie umgebenden Region kennen. Neben einer Stadtrundfahrt stehen u.a. ein Empfang im Rathaus, voraussichtlich durch den Bürgermeister, sowie ein deutsch-polnischer Begegnungsabend auf dem Programm.

Abgerundet wird die Reise durch eine Tagesfahrt nach Breslau (Foto unten) sowie durch Ausflüge zur größten Fachwerkkirche Europas in Schweidnitz und zum malerischen Schloss Fürstenstein, das wie kaum ein anderes die wechselvolle Geschichte dieses Teils von Europa widerspiegelt. Auch eine Fahrt durch dass Riesengebirge mit Zwischenstopps am sagenumwobenen Kochelfall und an der norwegischen Stabkirche Wang ist geplant.

Die Bürgerreise startet mit dem Bus in Lingen (wahlweise auch in Salzbergen). In Bielawa erfolgt der Aufenthalt im Biowellness- und Spa-Hotel Debowy in Komfortzimmern inklusive Halbpension. Das Hotel verfügt über einen großen Wellnessbereich, der genutzt werden kann. Alle Tagesfahrten und Ausflüge werden mit dem Bus zurückgelegt. Die Kosten für die Reise inklusive der Ausflüge, verschiedener Führungen und Eintritte belaufen sich auf 499 Euro pro Person im Doppelzimmer. Wer lieber in einem Einzelzimmer übernachten möchte, zahlt 90 Euro mehr.

Interessiert? Dann melden Sie sich bei Peter Dartmann von Dartmann Reisen (Tel. 05976 944 80, E-Mail peter (at) dartmann-reisen.de ).

Bielawa liegt 800 Kilometer von Lingen entfernt in Niederschlesien. Die ehemalige Textilstadt mit heute rund 32.000 Einwohnern blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Heute ist Bielawa für großes Engagement im Bereich des Umweltschutzes bekannt. Die Partnerstadt besticht durch viel Natur, Erholung und zahlreiche Sportmöglichkeiten. Die Städtepartnerschaft mit Lingen (Ems) besteht bereits seit 1993.

Persönliche Anmerkung:
Was zunächst als Reiseziel eher nicht spektakulär klingt, ist wirklich eine Reise wert. Davon habe ich mich vor zwei Jahren selbst überzeugen dürfen. Die Menschen in Niederschlesien sind aufgeschlossen und freundlich, das Hotel ist sehr, sehr ordentlich (klickt mal auf booking.com die Bildergalerie an) und die niederschlesische Landschaft ist gleichermaßen beruhigend wie beeindruckend.

(Foto Bielawa von Tom Gold CC Attribution 3.0 Unported; Breslau Marktplatz Petr Kratochvil  C0 Public Domain); Text: lingen.de)

 

Superbowl I

1. Februar 2020

Ich liebe diese kraftvolle Kreativität der Werbeleute, die wohl kein einziges Mal im Jahr so aufbricht, wie bei den Commercials vor und beim Superbowl – dem Endspiel der US-Footballer am kommenden Wochenende – hier zum Beispiel gleich mit zwei Spots google…

frei parken

21. Januar 2020

Frei Parken in Frankfurt – seit heute ist das gar nicht weit hergeholt. Das Oberlandesgericht erklärt nämlich die Praxis der Stadt Frankfurt für unrechtmäßig, dass von privaten Firmen überlassene Leiharbeitskräfte (in Uniform) den ruhenden Verkehr überwachen. Es handele sich bei der Ahndung von Parkverstößen um eine hoheitliche Aufgabe, so das Gericht. Diese Aufgabe dürfe nicht von Privatfirmen übernommen werden – auch die Bezeichnung der Mitarbeiter als „Stadtpolizisten“ ändere hieran nichts.

Auslöser für den sicherlich wegweisenden Richterspruch war ein Knöllchen wegen unerlaubten Parkens. 15 Euro sollte ein Autofahrer zahlen, was er verweigerte. Die Richter am Oberlandesgericht suchten nach einer gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage, welche die Übertragung hoheitlicher Aufgaben an private Firmen gestattet. Sie wurden nicht fündig und erklären die Praxis deshalb für rechtswidrig. Auch „Hilfspolizisten“, die das Gesetz vorsehe, müssten aus den Reihen der Stadtverwaltung kommen.

Die Kritik an der städtischen Praxis fällt recht deutlich aus. Frankfurt habe „die Verkehrsüberwachung den privaten Dienstleister im strafbewehrten Gewand einer Polizeiuniform durchführen“ lassen. Damit sei nach außen der „täuschende Schein der Rechtsstaatlichkeit“ aufgebaut worden, „um den Bürgern und Gerichten gegenüber den Eindruck polizeilicher Handlungen zu vermitteln“.

Mit der Entscheidung dürften zumindest alle noch nicht rechtskräftig abgeschlossenen Bußgeldverfahren auf der Kippe stehen (rund 700.000 Knöllchen sind es pro Jahr in Frankfurt). Nicht nur hessische Kommunen wird das Urteil aufscheuchen, auch in anderen Bundesländern sind die aufgeworfenen Fragen noch nicht höchstrichterlich geklärt. Jedenfalls weist das OLG darauf hin, keine einschlägigen Entscheidungen gefunden zu haben (Aktenzeichen 2 Ss-Owi 963/18).

[Ich finde übrigens das Aktenzeichen des OLG Frankfurt sehr prickelnd: Die Sache stammt aus dem Jahr 2018 („…/18“), lag also seit über einem Jahr im zuständigen Bußgeldsenat…]

(Quelle LawBlog)

Esther Lorenz – Peter Kuhz
Numi Numi“
Konzert zum Holocaust-Gedenktag
Lingen (Ems) – Bonifatius Kirche, Burgstraße 21 a
Montag, 27.01. 2020 – 19.30 Uhr
Um eine Spende wird gebeten.

Mit dem Konzertprogramm „Numi Numi“, benannt nach einem bekannten israelischen Wiegenlied, präsentiert die Sängerin Esther Lorenz israelische und spanisch-jüdische Mu­sikkultur. Begleitet wird sie dabei von dem Gitarristen Peter Kuhz. Diese musikalische Reise durch das Judentum beinhaltet traditio­nelle und sakrale Lieder, die liturgische Texte und Zitate aus der Tora zum Inhalt  haben. Es schließt aber auch modernere Lieder aus Israel und Musik aus dem spanisch-jüdischen Mittelalter ein. Erläuterungen, Anekdoten und die berühmte Prise Humor im Juden­tum vervollständigen dieses musikalische Kaleidoskop. Die Veranstaltung findet in Kooperaton des LWH mit dem Forum Juden Christen im Altkreis Lingen statt.

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Foto: @ Fin Porzner