„Lingen & Wohnen“

2. Mai 2017

Stefan Forster
Architekturreihe: „Lingen & Wohnen“
Lingen (Ems) – Kaiserstraße 10 b (IT/EL)
Do 4. Mai 19.00 Uhr
kein Eintritt
Im Rahmen der Architekturreihe „Lingen & Wohnen“ kommt Stefan Forster vom gleichnamigen Architekturbüro in Frankfurt am Main am Donnerstag, den 4. Mai, in das IT-Zentrum nach Lingen (Ems). Sein Werkvortrag trägt den Titel „Architektur für den Lebensraum Stadt“.
Stefan Forster gehört zu den profiliertesten Wohnungsbauarchitekten in Deutschland. Im Zentrum der Bürotätigkeit steht die Frage nach der Fortentwicklung urbaner Lebensräume und der Einbindung von einzelnen Architekturen in den städtischen Kontext. In seinem Werkbericht präsentiert Stefan Forster Projekte aus den Bereichen Stadtumbau, Konversion, Nachverdichtung und definiert Qualitätsanforderungen an den heutigen Wohnungsbau in Zeiten von Wohnungsmangel, demographischem Wandel und dem Bedürfnis nach lebensfähigen Stadträumen.
Mit der Reihe „Lingen & Wohnen“ will die Stadt Lingen renommierten Architekten, Gestaltern und Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, in ungezwungener Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. Im Jahr 2017 liegt der Schwerpunkt dabei auf den Themen Wohnen und Wohnungsbau. Neben Stefan Forster und Prof. Jörg Probst konnte die Stadt Lingen dafür weitere renommierte Referenten gewinnen.
„Wir möchten Lust auf Architektur und Baukultur machen“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee zu der Reihe. Der Austausch stehe dabei im Mittelpunkt. „Ich wünsche mir, dass die Architekten und Bauschaffenden einmal abseits von konkreten Projekten miteinander ins Gespräch kommen“, so der Stadtbaurat. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen vor allem alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region. Mehr…
(Quelle)

hochschule_bochum_logo_2007-svgIm Rahmen der Architekturreihe „Lingen & Wohnen“ spricht Prof. Jörg Probst (Gertec GmbH, Essen) am Donnerstag, 16. Februar, 19 Uhr, im IT-Zentrum, Kaiserstr. 10b,  zum Thema „Nachhaltiges Bauen und Wohnen: Die Suche nach dem roten Faden“. „Prof. Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH)“ -so der offizielle Titel- Jörg Probst stellt dabei die Frage in den Mittelpunkt, wie nachhaltiges Bauen funktionieren kann, wo die Systemgrenzen liegen und welche Ergebnisse überhaupt erzielt werden können.

Probst ist Geschäftsführer der Gertec GmbH aus Essen. Seit mehr als 25 Jahren ist er im Bereich Energiewirtschaft mit den Schwerpunkten Energieeffizienz und -versorgung tätig. Dabei arbeitet er mit großen Architekturbüros sowie kommunalen Trägern zusammen. Seit 2009 hat der Referent eine Professur im Fachbereich Architektur an der Hochschule Bochum inne und forscht sowie lehrt dort zum Thema „Nachhaltige Gebäudetechnik“.

Mit der Reihe „Lingen & Wohnen“ will die Stadt Lingen renommierten Architekten, Gestaltern und Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, in ungezwungener Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt dabei auf den Themen Wohnen und Wohnungsbau.

probst2Neben Prof. Jörg Probst (Foto lks @Gertec) konnte die Stadt Lingen dafür weitere renommierte Referenten gewinnen. Stefan Forster des gleichnamigen Architekturbüros in Frankfurt stellt am 4. Mai das Thema „Architektur für den Lebensraum Stadt“ in den Mittelpunkt. Nach der Sommerpause wird der Leiter des Dezernates für Stadtentwicklung, Planen und Bauen aus Köln, Franz-Josef Höing, nach Lingen kommen. „Typus und Topos – endgültig ungültig. Die Zusammenhänge von Klima und Wohnen“ heißt der Titel des voraussichtlich letzten Werkvortrags 2017 von Prof. Günter Pfeifer am 9. November.

„Wir möchten Lust auf Architektur und Baukultur machen“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee zu der Reihe. Der Austausch stehe dabei im Mittelpunkt. „Ich wünsche mir, dass die Architekten und Bauschaffenden einmal abseits von konkreten Projekten miteinander ins Gespräch kommen“, so der Stadtbaurat. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen vor allem alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region. Die Veranstaltung ist kostenlos.

„Lingen & …“

4. September 2016

Architekturreihe: „Lingen & …“
Cornelius Wens: Neue Lernlandschaften!
Lingen (Ems) – IT-Zentrum (Kaiserstr. 38b)
Do, 8.9.2016 – 19 Uhr
Eintritt: frei

0826architekturreihe_wensIm Rahmen der Architekturreihe „Lingen & …“ kommt Cornelius Wens von dem Büro „CROSS Architecture“ am Donnerstag, 8. September, in das IT-Zentrum nach Lingen. Unter der Überschrift „Neue Lernlandschaften“ wird der Partner in dem Aachener Büro unter anderem das mit dem BDA Preis Niedersachsen 2015 prämierte Hörsaalgebäude Osnabrück vorstellen. Beginn ist um 19 Uhr im IT-Zentrum (Kaiserstraße 10b in Lingen).

CROSS Architecture ist ein neues, internationales Architektennetzwerk, das Anfang 2016 von Markus Sporer und Cornelius Wens in Aachen gegründet worden ist. Im Juni folgte die Gründung des Standortes in Amsterdam durch Marcel Blom. Mit seiner deutsch-niederländischen DNA steht das Unternehmen für eine Architektur von hoher räumlicher und gestalterischer Qualität, die die unkonventionelle und experimentierfreudige Herangehensweise der niederländischen Architekturschule mit der technischen Präzision und Wertigkeit der deutschen Baukultur verbindet. So entsteht „best of both worlds“ – heißt es auf der Internetseite des Büros.

CROSS Architecture hat bereits vielfältige Projekte im Bereich Öffentliche Bauten realisiert, von Universitätsgebäuden über Museen, Kulturbauten und Shopping-Centern, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Cornelius Wens wird neben dem Hörsaalgebäude in Osnabrück weitere abgeschlossene und laufende Projekte des Büros vorstellen.

(Foto: (c) Stadt Lingen)


Mit der Reihe „Lingen & …“ will die Stadt Lingen (Ems) renommierten Architekten, Gestaltern und Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, in ungezwungener Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. „Wir möchten Lust auf Architektur und Baukultur machen“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee. Der Austausch stehe dabei im Mittelpunkt. „Ich wünsche mir, dass die Architekten und Bauschaffenden einmal abseits von konkreten Projekten miteinander ins Gespräch kommen“, so der Stadtbaurat. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen vor allem alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region. 

Lingen & Architektur

1. März 2016

Tobias Klodwig
Büro „Klodwig & Partner Architekten“ 
Was glauben Sie?! Kirchenbau aktuell interpretiert
Lingen (Ems)  –  Kaiserstraße 10b (IT-Zentrum)
Do 3. März 2016  – 19 Uhr
Kostenlos

„Was glauben Sie?! Kirchenbau aktuell interpretiert“ ist der Titel des ersten Werkvortrags im neuen Jahr der Reihe „Lingen & Architektur“. Am Donnerstag kommt dazu der Münsteraner Architekt Tobias Klodwig vom Büro Klodwig & Partner nach Lingen. Das Büro hat 2015 eine BDA-Auszeichnung für die Neugestaltung der Marienkapelle in der Wallfahrtskirche St. Johannes Apostel in Wietmarschen bekommen. Beginn ist um 19 Uhr im IT-Zentrum (Kaiserstraße 10b in Lingen). Der Eintritt ist frei.

JohannesWietmarschenKirchengebäude haben städtebaulich und gesellschaftlich seit jeher eine starke Relevanz. Die aktuellen Veränderungen in der Kirche mit weniger Gottesdienstbesuchern und veränderten Glaubensgewohnheiten wirken sich unmittelbar auf die Nutzung von Kirchenräumen aus. War der Kirchenbau einst eine der Königsdisziplinen in der Architektur, so stellt sich die Frage, wie der christliche Glaube auch heute noch zeitgemäß in Kirchbauten zum Ausdruck gebracht werden kann. Tobias Klodwig ist Architekt in Münster und hat nach Wettbewerbserfolgen mehrere Kirchen in Norddeutschland umgestaltet. Die Verbindung von Tradition und Moderne im Licht des christlichen Glaubens prägt seine Kirchbauten. In den letzten Jahren erfolgten zahlreiche Veröffentlichungen, Auszeichnungen und Gastvorträge im In- und Ausland. Die Neugestaltung der Marienkapelle in der Wallfahrtskirche St. Johannes Apostel in Wietmarschen, zählt zu den Beispielen, die er am 3. März vorstellen wird.

Im Rahmen der Reihe „Lingen & Architektur“ lädt die Stadt Lingen renommierte Architekten, Gestalter oder Kulturschaffende ein, damit diese in einer ungezwungenen Atmosphäre ihre Projekte präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse.

„Mit der Reihe wollen wir Lust auf Architektur und Baukultur machen“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee zu der Reihe. Deshalb soll an diesen Abenden auch der Austausch im Mittelpunkt stehen. „Ich wünsche mir, dass die Architekten und Bauschaffenden einmal abseits von konkreten Projekten miteinander ins Gespräch kommen und sich im nächsten Schritt sogar selbst in die neue Veranstaltungsreihe einbringen“, so der Stadtbaurat. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen vor allem alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region.

(Quelle)

Der Heiler

20. November 2015

Große Aufregung in Sachen Altenlingener Forst: Angeblich soll unser Fraktionskollege Atze Storm am Mittwoch mit den anderen Ratsmitgliedern für den Antrag der Stadtverwaltung gestimmt haben, den Altenlingener Forst (teilweise) zu vermarkten. Atze sagt: „Ganz klar: Die Ratsvorlage 324/2015 hab ich ganz klar abgelehnt; darum ging’s doch in der ganzen öffentliche Sitzung des Wirtschafts- und Grundstücksausschusses.“ Aber für eine gegenteilige Meldung in der „Lingener Tagespost“ reicht es. Nun, unsere BN wird auch diese durchsichtige Attacke überstehen.

Darum geht es:
Die Verwaltung mit OB Dieter Krone will den rechtswidrig abgeholzten und gerodeten Teil des Altenlingener Forstes an die BP verkaufen, damit diese dort zum Beispiel Verwaltung, Kantine, Labor und die Feuerwehr unterbringt. Dafür sollen zunächst die Fehler des umstrittenen Bebauungsplans 20 geheilt werden, die Ende 2012 das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht den Bebauungsplan Nr. 20 nach mehrjähriger Verfahrensdauer für rechtsunwirksam erklären ließ. Der angefochtene B-Plan Nr. 20 selbst war Anfang 2009 mit den Stimmen von CDU und SPD  beschlossen worden. Seine Fehler will Krone heilen und so erst einmal den ganzen, umstrittenen Bauleitplan in Kraft setzen. Danach soll, kündigt er an, in einem nächsten Schritt  -mit Ausnahme des gerodeten „BP-Teils“ -das Gegenteil des Beschlossenen geschehen, wobei allerdings nicht klar ist, wie genau das umgesetzt werden soll. Für diesen Trick, das Gegenteil des Beabsichtigten zu beschließen, fordert Heiler Krone „Vertrauen“. Mit Vertrauen ist das aber bekanntlich so eine Sache. So auch hier:

Das erste Problem:
OB Krone verschweigt, dass Baugesetzbuch und Bundesnaturschutzgesetz seit zwei Jahren vorschreiben, dass die Umwandlung von Waldflächen notwendig sein muss und ihre Notwendigkeit zu begründen ist. Fakt ist daher, dass seither die Gesetze diesen B-Plan Nr. 20 nicht zulassen, weil seither die Umwandlung von Wald in Bauland nicht mehr erfolgen soll. Wer Vertrauen will, darf so etwas nicht verschweigen.

Das zweite Problem:
Zwar haben OB Krone und seine Verwaltung über ihre „Wir-heilen-die-Fehler“-Idee „lange Diskussionen in der Verwaltung geführt“ (so Stadtbaurat Lothar Schreinemacher). Aber sie haben -vermutlich mit Ausnahme der CDU-Spitze-  niemanden in diese Diskussionen einbezogen. Wer wie Krone in dieser Frage am 5. November ankündigungslos eine Beschlussvorlage präsentiert, ohne ein einziges Gespräch mit der Bürgerinitiative oder den Minderheitsfraktionen, schürt dadurch Misstrauen. Wer Vertrauen fordert, darf so nicht agieren.

Das dritte Problem:
OB Krone hat so richtig nicht einmal die BP in seine Idee einbezogen. Als nämlich vor sechs Wochen unter der Hand – nicht durch OB Krone sondern durch ganz andere Personen – die Pläne bekannt wurden, habe ich im Namen der BürgerNahen die BP gefragt, ob das Unternehmen die rechtswidrig abgeholzten Flächen wirklich erwerben wolle. Die BP-Antwortet lautete:

Sehr geehrter Herr Koop,

vielen Dank für Ihre Email vom 28.09.2015, auf die ich Ihnen in Abwesenheit von Herrn Niemeyer-Pilgrim gerne antworte.

Wir überdenken derzeit verschiedene Optionen zur Errichtung von Verwaltungs- und Servicegebäuden außerhalb der Raffinerie. Gegenwärtig befinden wir uns dazu in ersten Gesprächen mit der Stadt Lingen und prüfen mögliche Flächen in Bezug auf unsere Anforderungen an Größe und Logistik. Unser Ansprechpartner in dieser Angelegenheit ist der Stadtbaurat Lothar Schreinemacher.

Sollten sich die Pläne konkretisieren, werden wir die Öffentlichkeit frühzeitig in unsere Überlegungen einbinden.

Bei weiteren Fragen stehen wir gerne zur Verfügung…“

„überdenken derzeit verschiedene Optionen, erste Gespräche…“ – das hört sich nach sorgfältiger, ergebnisoffener Prüfung und einem Entscheidungsprozess an, der ganz am Anfang steht. Wer Vertrauen will, darf so etwas nicht verschweigen.

Das vierte Problem:
Die BP-Raffinerie ist natürlich ein besonders wichtiger Arbeitgeber in Lingen und man darf und muss sich deshalb deutlich anstrengen, um den Standort zu sichern. Doch braucht man dafür den B-Plan? Die BP hat längst rund um das alte Werksgelände große Flächen gekauft. Sie hat also, wie sie auch selbst schreibt, Alternativen. Zwanglos kann man solche  waldschützenden Alternativen zum Beispiel nordöstlich des Betriebsgeländes, westlich des Dortmund-Ems-Kanals und auch im Bereich Hohenpfortenweg sind einige Hektar frei. Darüber schweigt Krone. Wer Vertrauen fordert, darf so nicht agieren.

Das fünfte Problem:
Es ist ausgesprochen zweifelhaft, ob die versprochene „Heilung“ von Mängeln hier überhaupt möglich ist. Denn es „kommt eine Fehlerbehebung nicht mehr in Betracht, wenn das ursprünglich unbedenkliche Abwägungsergebnis unhaltbar geworden ist“ – so das Bundesverwaltungsgericht in einem Beschluss vom 12.03.2008 (Aktenz.:  4 BN 5.08). Und: Für die Beurteilung der allgemeinen Sach- und Rechtslage ist in weiten Bereichen -vor allem im Naturschutzrecht- der Zeitpunkt einer künftigen gerichtlichen Entscheidung maßgeblich, falls ein Betroffener den B-Plan anficht (OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 16. Juni 2015,  Aktenz.: 7 A 1709/13).  Krone gibt der BP also womöglich „Steine statt Brot“. Denn die BP kann überhaupt nicht sicher sein, wie das Oberverwaltungsgericht -möglicherweise erst in Jahren – in einem neuen Gerichtsverfahren entscheidet. Bis dahin ist völlig offen, was wird. Wer Vertrauen fordert, darf so etwas nicht verschweigen

Bildschirmfoto 2015-11-20 um 06.35.07Das sechste Problem:
Der Zeitdruck. Man kann ja bei treuherzigen Menschen (O-Ton: „Dieter hat mich noch nie belogen“) den Eindruck erzeugen, alles sei vertrauenswürdig. Wer aber wie der Betreiber dieses kleinen Blogs seit einigen Jahren erlebt, wie Verwaltungen arbeiten, die Zeitdruck behaupten, wird stets misstrauisch, wenn in kürzester Zeit hopplahopp beschlossen werden soll. Krones Ratsvorlage 323/2015 liegt erst seit dem 5. November vor (Screenshot lks.). Sein Plan wird mit großem zeitlichen Druck und geradezu hektisch vorangetrieben. Wer Vertrauen fordert, darf so nicht agieren.

Das siebte Problem:
Wie der Teufel das Weihwasser scheut, so wollen OB Krone und die Befürworter auf keinen Fall eine vertragliche Rahmenvereinbarung zwischen der Bürgerinitiative „pro Altenlinger-Forst“, evtl. anerkannten Naturschutzverbänden, der BP und der Stadt, um dauerhaft den verbliebenen Wald zu sichern. Den entsprechenden Antrag der BürgerNahen haben sie, u.a. mit formaljuristischen Gründen abgelehnt. Nur ein solcher Vertrag mit allen schafft für alle die notwendige Sicherheit. Übrigens gerade auch für die BP, die dann vor einem Normenkontrollverfahren geschützt wäre. Denn Bebauungspläne kann man ändern, für eine Vertragsänderung aber braucht man die Zustimmung aller, auch der Umwelt- und Waldschützer. Das wollen Krone & Co. nicht. Wer Vertrauen fordert, darf so nicht agieren.

Fazit:
Sieben Probleme gegen Vertrauen. 

 

[gegenüber einer früheren Version von heute sind in diesem Text einige Fehlstellen berichtigt worden]

B-Plan 20

12. November 2015

Rechtzeitig zum Kommunalwahljahr Neues und Trickreiches aus dem Altenlingener Forst, der stärker denn je gefährdet ist und das so:

Die Stadt mit OB Dieter Krone an der Spitze will den vom höchsten niedersächsischen Verwaltungsgericht im November 2012 gekippten Bebauungsplan 20 („B-Plan 20“) rückwirkend wieder beleben, um den Altenlingener Forst gewerblich und industriell zu nutzen. Dies nämlich sei das der schnellste Weg, um der BP den Wunsch zu erfüllen, den abgeholzten Wald für Verlagerungen von Betriebsteilen zu nutzen, dies im Zusammenhang mit im Jahr 2017 geplanten Modernisierungsarbeiten.

Dabei hatte man doch eigentlich als Ersatz für den gescheiterten B-Plan 20 schon den B-Plan 22 aufgelegt, der genau die und nur die bereits gerodeten Flächen umfasste. Da stellt man sich doch die Frage, warum die Rückwirkung schneller gehen soll, als die Vollendung des jetzt wieder alten neuen Plans?

Altenlingenerforst Weihnachten 2012Geht die Rückwirkung überhaupt? Fakt ist nämlich, dass inzwischen im Jahr 2013 der Bundesgesetzgeber bezüglich der Umwidmung von Waldflächen in Gewerbe- und Industrieterrain ein grundsätzliches Verbot erlassen hat: § 1a Abs. 2 S. 4 BauGB fordert, die Notwendigkeit der Umwandlung von Wald sorgfältig zu begründen.

Und just zur gleichen Zeit kam die Lingener Stadtverwaltung auf die Idee mit einem neuen B-Plan 22 wenigstens den abgeholzten Teil des alten B-Plan 20 für Gewerbeansiedlungen „zu retten“. Man kann natürlich nicht zugeben, dass man mit dem neuen, nie umgesetzten B-Plan 22 schon wieder einen gravierenden Verfahrensfehler begangen hat. Denn offenbar hat man jetzt plötzlich doch bemerkt, dass dieser neue B-Plan 22 wegen der veränderten Gesetzeslage ebenfalls wieder vom Nieders. Oberverwaltungsgericht (OVG) kassiert werden dürfte. Also sagt man lieber, es dauere einfach zu lange, den B-Plan 22 umzusetzen und will sich mit diesem Bauerntrick und mit der Rückendeckung der CDU-Mehrheitsfraktion die neuerliche Blamage ersparen.

Jetzt will man also rückwirkend einen rechtswidrig zustande gekommenen B-Plan 20 „heilen“, indem man die vom OVG damals bemängelten Teile nachbessert. Diese Möglichkeit hatte das OVG damals sogar aufgezeigt, allerdings unter der Geltung des alten Bauplanungsrechts. Man ließ es aber damals. Man traute sich nicht. Aber auch der jetzige Anlauf wird mit einiger Sicherheit angesichts der geänderten materiellen Rechtslage erneut rechtlich scheitern. Denn die Kläger von damals werden auch dieses Mal  wieder klagen und auch Recht bekommen.

Der trickreiche Versuch soll die neue Rechtslage umgehen. Nach geltendem Recht kann die Stadt den Altenlingener Forst oder auch nur Teile davon nicht mehr in Gewerbe- bzw. gar emissionsträchtiges Industriegelände umwandeln. Da der alte B-Plan 20 niemals rechtwirksam wurde, gilt auch die abgeholzte Fläche rechtlich immer noch als Wald und bis heute nie etwas anderes geworden. Übrigens ist inzwischen auf der gerodeten Fläche sogar ein ökologisch besonders wertvoller, wenn auch noch sehr junger Mischwald entstanden.

Künftige Kläger werden sich vermutlich darauf berufen, dass die Stadtverwaltung drei Jahre lng Zeit hatte, die  formalen Mängel zu bereinigen, was sie aber nicht tat. Der mit dem bisher nicht zustande gekommenen B-Plan 22 abgeblasener Anlauf untermauert diese Argumentation. Man hatte stillschweigend die Forderungen der BI akzeptiert und wohl daher den B-Plan 22 in 2013 deshalb nicht weiter verfolgt! Es wird schwer sein, diese Argumentation vom Tisch zu wischen.

Übrigens hat man bezüglich der angeblich nur für die BP vorgesehenen Verlängerung der Gleisanlage in der aktuellen Vorlage 323/2015 (Lesebefehl!)  wesentlich mehr Fläche eingeplant hat, als im Original. Im alten Plan sollte damit der Raffinerie einzig und allein das gewünschte Zusammenstellen von Langzügen ermöglicht werden. In der neuen Vorlage wird jedoch in epischer Breite erklärt, dass man diese Fläche für einen allgemeinen Güterbahnhof benötige, der den Umschlag von Bahn-Schiene-Bahn ermögliche, also viel mehr als Tankwaggons für die BP. Die langatmige Beschreibung all dessen, was im Gewerbegebiet nicht zugelassen werde (Einzelhandel, Gastronomie etc.) ist angesichts dessen nichts weiter als Ablenkungsgeplänkel. Da geht der Begriff Industriegebiet im wortreichen Gedränge schnell unter.

Gleiches gilt übrigens für das laut Vorlage 324/2015 (noch ein Lesebefehl!) vorgesehene Verbot an die GEG, das Gelände innerhalb der nächsten 12 Monate nach Inkrafttreten des geheilten B-Plan 20 zu verkaufen. In 12 Monaten haben wir die Kommunalwahlen hinter uns und dann kann man völlig unvorhersehbar verkaufen!

Und welche Rolle spielt OB Dieter Krone? Keine gute: Der Mann, der nur infolge der Abholzaktion (Foto oben) im Altenlingener Forst überhaupt Oberbürgermeister geworden ist, versichert, dass ausdrücklich nur Gewerbe und definitiv keine Industrie in dem zur Diskussion stehenden Gebiet zugelassen werde. Dies steht jedoch in direktem Widerspruch zum Inhalt der aktuellen Vorlage 323/2015, die jetzt im Hauruck Verfahren durch die städtischen Gremien gepaukt werden soll. Bei genauem Hinsehen entsteht der Eindruck, dass Krones laut LT-Lokalzeitung so nachdrücklich unterstrichenen Aussagen aus dem Jahr 2013, wohl im Zusammenhang mit dem B-Plan 22 stammen und offenbar überhaupt nichts von Krone zum Sachverhalt in der aktuellen Vorlage erklärt wird.
Die LT weckt mit ihrem Bericht den Eindruck, es habe am Montag ein ausführliches Gespräch mit OB Krone stattgefunden. Dies scheint bei weiterem genauem Hinsehen aber gar nicht der Fall gewesen zu sein. Krone wird tatsächlich nur mit einem einzigen völlig unverfänglichen Satz (gekennzeichnet durch den Hinweis „auf Anfrage der Redaktion“) in dem halbseitigen Bericht zitiert. Welche und wessen Interesse verfolgt die LT mit ihrem meinungsmäßig festgezurrten Beitrag?

Und welches Interesse verfolgt die BP? Bei einem Gespräch der Bürgerinitiative Pro-Altenlingener Forst Anfang dieser Woche mit BP-Verantwortlichen saß neben den drei BP-Vertretern überraschend auch… tja, man glaubt es kaum, Stadtbaurat Lothar Schreinemacher, weil dieser „die Zusammenhänge besser darstellen“ könne. Damit wird eine BPgewisse Interessenorientiertheit deutlich, die notwendigen planungsrechtlichen Abwägungen nicht förderlich sein dürfte.

Vor fünf Wochen jedenfalls prüfte die BP noch „verschiedene Optionen“ und wollte sich auf meine, im Namen der BürgerNahen gestellt Anfrage nicht genauer äußern, ob sie die gerodeten Flächen kaufen wolle. Wir hatten bei der BP angefragt, weil es von der Rathausspitze im Zweifel keine ehrliche Antwort gibt.

Jetzt gibt es angeblich nur noch eine Option, obwohl mindestens drei Alternativen außerhalb der Forstflächen bestehen, die die Arbeitsplätze sichern. Zwei davon sogar mit einem gültigen und rechtskräftigen Bebauungsplan, so dass man heute zu bauen beginnen könnte.

Weiß die BP-Konzernzentrale in London das alles eigentlich genau? Da sollte man dann seitens der Bürgerinitiative Pro-Altenlingener Forst wohl doch einmal genauer und tunlichst auch in englischer Sprache nachfragen, weshalb es ein ökologisch nicht besonders gut beleumundeter Großkonzern eigentlich verhindern will, dass unrechtmäßig abgeholzte Walflächen wieder aufgeforstet werden. 

…sind wir noch auf dem richtigen Weg?

Vortrag von Architekt Prof. Dipl.-Ing. Ingo Gabriel
Lingen (Ems)  –  IT-Zentrum, Kaiserstraße 10b
Do 23. April 2015  –  19 Uhr
Eintritt frei

JpegIngo Gabriel (Foto lks) beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit den Themen Nachhaltigkeit und Ökologie in der Architektur. In Lingen zieht er eine kritische Bilanz über das, was bislang erreicht wurde, welche Entwicklungen, neuen Wege, Dogmen und Irrtümer es gab.
Der Architekturvortrag ist Teil der aktuellen Reihe „Lingen & Technik“. Dazu Stadtbaurat Lothar Schreinemacher: „Die Abende sollen Lust machen auf Architektur und Baukultur.“ Bis zu sechs Mal pro Jahr will die Stadt Lingen verschiedene Referenten aus dem Bereich Architektur und Bauen nach Lingen einladen. Der Eintritt ist frei.
In diesem Jahr liegt der Fokus der Vortragsreihe auf „Lingen & Technik“. An diesem Abend soll aber  auch der Austausch im Mittelpunkt stehen, betont Lingens Stadtbaurat: „Ich wünsche mir, dass die Architekten und Bauschaffenden abseits von konkreten Projekten miteinander ins Gespräch kommen und sich im nächsten Schritt sogar selbst in die neue Veranstaltungsreihe einbringen“, so Lothar Schreinemacher. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen alle Kultur- und Architekturinteressierte in Stadt und Region.

einfach nur Kultur

16. Januar 2015

Bildschirmfoto 2015-01-15 um 19.30.47Ganz im Vertrauen: Es ist schon ein anderes Arbeiten als Ratsmitglied, seitdem der Oldenburger, dessen Namen ich vergessen habe, nicht mehr Baudezernent in Lingen ist und sein Nachfolger die Aufräumarbeiten dieser 8jährigen Fehlbesetzung begonnen hat. Der vor 15 Monaten angetretene Stadtbaurat Lothar Schreinemacher hat nicht nur einen anderen, neuen Stil der Offenheit aus Nordhorn in seine Heimatstadt mitgebracht sondern dabei auch die Diskussionsidee, die in der Nachbarstadt Architekturforum trägt. Hier bei uns in Lingen führt er einen ähnlichen Veranstaltungstypus ein. Der Name: „Lingen & …“. Bis zu sechs Mal im Jahr kommen dazu künftig renommierte Architektinnen und Architekten, Gestalter und Kulturschaffende nach Lingen, um ihre Projekte zu präsentieren und über Architektur und Baukultur zu referieren – 2015 zum Schwerpunkthema „Lingen & Technik“. Bei einem geselligen Ausklang mit Wein, Wurst und Käse können jeweils anschließend die Zuhörer Erfahrungen austauschen und Kontakte knüpfen. Die ersten beiden Veranstaltungen stehen bereits fest. Am nächsten Donnerstag, 22. Januar, eröffnet Harald Kiefer, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Architekten (BDA), im IT-Zentrum, Kaiserstraße 10b die Ausstellung  „max. 45 – Junge Architekten in Niedersachen 2014“, die dort bis zum 11. Februar zu sehen ist; zu den präsentierten Preisträgern zählt dabei übrigens auch das Lingener Architekturbüro „Vickers Krieger Architekten“, die das Schöpfwerk in Lingen entworfen haben (Flyer-Foto). Dann und ebenfalls in das IT-Zentrum kommt am Dienstag, 10. Februar das Architektenduo Pape + Pape. Die beiden Architekten aus Kassel referieren über „Bauen an besonderen Orten“ . Ihre These:  „Architektur muss selbstverständlich sein, authentisch und selbstbewusst – ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Wir entwickeln für jeden Ort eine neue Architektursprache und suchen immer die Herausforderung des Besonderen. Unser Ziel ist die Selbstverständlichkeit mit der ein neues Bauwerk den Ort besetzt. Auf dem Berg, in der Schlucht, im Stadtzentrum, im Verkehr: Besondere Orte erfordern besondere Architektur.“ Und manchem Lingener mit und ohne kommunale Verantwortung wird sich durch die neue Reihe hoffentlich und zunehmend erschließen, dass gute Architektur gerade keine Geschmacksfrage ist sondern einfach nur Kultur. Beide Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr.  Der Eintritt ist frei.

nördlich

24. Juni 2014

Ganz für Sie und im Vertrauen hier vorab meine Rede, die ich morgen im Lingener Stadtrat halten möchte. Bitte beachten Sie die Sperrfrist: Mittwoch, 25.6., 16.15 Uhr.  Also vorher nicht veröffentlichen oder erzählen. Sie behandelt den Umgang mit der Nachverdichtung – kein schönes Technokratenwort für eine sinnvolle, nachhaltige Modernisierung unserer Stadt. Bitte:

Bildschirmfoto 2014-06-23 um 22.55.28„(Anrede)
Endlich! Die Fraktion „Die BürgerNahen“ begrüßt sehr den vorliegenden Beschlussvorschlag. Seit unserem Einzug in den Rat vor zweieinhalb Jahren haben wir immer wieder gefordert, die notwendige städtebauliche Neuorientierung bei der Schaffung moderner Wohnungen städtebaulich zu verankern. Dies war unter dem früheren Stadtbaurat nicht möglich. Während seiner Amtszeit sind nicht wenige sehr problematische Projekte ohne Abwägungsprozess realisiert worden. Das hieß dann, es sei Innenbereich und as Bauvorhaben sei dort zulässig. Diese hineingequetschten Bauvorhaben haben nicht selten den nachhaltigen Ansatz einer Nachverdichtung in Lingen diskreditiert.

Natürlich müssen sich Innenentwicklung und städtebauliche Nachverdichtung in unserer Stadt als Handlungsschwerpunkte im Städtebau etablieren. Dies folgt nicht nur aus den Vorgaben des novellierten Baugesetzbuches. Neben diesem gesetzlichen Auftrag ist die Innenentwicklung auch aus Gründen des Klimaschutzes geboten. Die nachträgliche Verdichtung bestehender Stadtquartiere führt schließlich zur effizienteren Nutzung vorhandener Infrastrukturen, also Schulen, Kindergärten, Straßen und Anlagen, Lili-Bus und Versorgungseinrichtungen beispielsweise. Sie vermeidet den Flächenverbrauch von Äckern, Weiden und Grünland. Es kommt die Bürgerschaft schlicht billiger als das Bauen auf der grünen Wiese, der nächsten grünen Wiese, einer weiteren grünen Wiese, wie dies im letzten Jahrhundert gang und gäbe war.

Doch die Verwirklichung nachbarstörender Bauprojekte im Innenbereich schadet dem Gedanken einer das Gemeinwohl und die Nachbarinteressen achtenden und beachtenden Entwicklung. Deshalb muss es zur sorgsam geführten Entwicklung von Bebauungsplänen mit Beteiligungs- und Abwägungsprozessen für Nachbarn, Alteigentümern, öffentlichen Trägern und privaten kommen. Denn dies dient dem Ausgleich der Interessen aller Beteiligter, der gegenseitigen Rücksicht und damit dem gesellschaftlichen Frieden in unserer Stadt.

Es dient übrigens auch dem wohlverstandenen Interesse der Investoren, weil nur so die dauerhafte Werthaltigkeit ihrer Bauvorhaben gesichert werden kann. Schnell zusammengeschusterte Neubauten sind morgen oft nur wertlose Althäuser.

Wir begrüßen es, dass die CDU-Mehrheit im Rat sich jetzt unserer Forderung anschließt, nicht die notwendige Nachverdichtung übereilt über’s Knie zu brechen, sondern Bebauungspläne zu entwickeln, um die Probleme städtebaulich zu lösen. Städtebauliche Notwendigkeiten bedeuten mehr als das Zustimmen zu einseitigen Vorstellungen von Investoren und Bauträgern. Wir begrüßen es sehr, dass die Union diese, unsere Position zu mehr Berechenbarkeit und Rücksichtnahme jetzt offenbar teilt.

Dies gilt jetzt für den Bereich zwischen Waldstraße und Wilhelmshöhe, über den heute abgestimmt wird. Aber es muss auch für die aktuellen und künftigen Entwicklungen in der Stroot und in Heukamps-Tannen gelten – eben überall dort, wo in gewachsene Strukturen großformatige Gebäude platzen sollen. Dort muss der Rat abwägen, was zuträglich und was erträglich ist. Dass dies einem Investor nicht nur gefällt, zeigt gerade ein Schreiben des Investors an die Fraktionen des Rates. Aber wir sind nicht dazu da, einseitige Wohnungsbaupolitik zu machen. Das ist ihm zu antworten.

Was den jetzigen, schnell entwickelten Beschlussvorschlag betrifft, so sollte er nicht oben und unten, oder besser Süden und Norden verwechseln: Das Gebiet, auf das sich der Beschlussvorschlag bezieht und für das ein Bebauungsplan entwickelt wird, liegt nämlich, lieber Stadtbaurat Schreinemacher, nicht südlich sondern nördlich der Lingener Wilhelmstraße. Entsprechend sollte der neue richtige B-Plan richtig bezeichnet werden. Baugebiet „Nördlich der Wilhelmstraße“.

Wir, „Die BürgerNahen“ stimmen zu.

[Es gilt das gesprochene Wort]“

 

 

nach wie vor

18. März 2014

ZeliDie LT (Burkhard Müller) berichtet:

„Rund 60 Zuhörer sind [heute] am Dienstagabend der Einladung des Ortsrates Brögbern gefolgt, um im Gasthaus Sperver in Brögbern die weitere Diskussion um das geplante Krematorium in dem Lingener Ortsteil direkt mit zu verfolgen.

Nachdem Ortsbürgermeister Ludger Ströer gleich eingangs erklärt hatte, dass der Ortsrat bereits im Dezember 2013 diesem Vorhaben aus „grundsätzlichen Überlegungen“ einstimmig ablehnend gegenüberstehe, betonte er zudem: „Soweit ich weiß, gibt es auch noch kein offizielles Votum seitens des Stadtrates, wohl aber Absichtserklärungen, an den Planungen für diesen Standort festzuhalten.“

Nach dem Vortrag von Stadtbaurat Lothar Schreinemacher wollten die Mitglieder des Ortsrates unter andrem wissen, warum der Schornstein des Krematoriums 18 Meter hoch sein müsse, wie es um die Kontrolle der Anlage, hinsichtlich ihrer Technik bestellt sei und wer garantiere, dass nur Leichname aus dem vereinbarten Gebiet verbrannt würden?

Schreinemacher erläuterte, dass der geplante Schornstein sich etwa drei Meter über den dortigen Baumwipfeln befinden müsse, um eine ordentliche Luftabfuhr zu gewährleisten. Ferner machte der Stadtbaurat darauf aufmerksam, dass die Stadt Lingen die Anlage überwachen werde und die gesammelten Daten auch öffentlich gemacht würden.

In Sachen „Verbrennungs-Tourismus“ machte Helmut Höke, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, deutlich, dass einmal im Jahr geprüft werde, wie viele Verbrennungen stattgefunden hätten und woher die Leichname gekommen seien.

In der sich anschließenden Bürgerfragestunde wurde deutlich, dass sich die anwesenden Brögberner nach wie vor gegen den geplanten Bau des Krematoriums stemmen werden.

Keinen Zweifel ließen aber auch der Grundstückseigner Heinz-Hermann Tyding sowie Bert van der Weide und Wim van der Lee (beide RE-Spectrum) an dem Festhalten ihres Vorhabens. „Stimmt der Stadtrat dem Bau des Krematoriums zu, werden wir an unseren Plänen festhalten. Unbedingt“, erklärten sie.“

(Bericht in der Lingener Tagespost)

[ps Foto: die 1963 verschickte Postkarte zeigt natürlich nicht Brögbern, sondern das Zeli-Kino in Lingen- Damaschke. Aber es steht Brögbern drauf]