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Meine gesammelten Informationen für die Stadt Lingen (Ems) und das Emsland.
Bisweilen mit persönlichen Anmerkungen.

Donnerstag, 23.09.2021, 09:00 Uhr


Grünen-Gesundheitsexperte kritisiert Lohnersatz-Ende

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat die Streichung der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte im Quarantänefall kritisiert. „Als Arzt sorgt mich, dass unter Umständen Menschen dann nicht mehr angeben, wenn sie ein positives Testergebnis haben, sich nicht mehr in Quarantäne begeben und damit wieder zur Gefahr für andere werden, und wir so etwas wie eine versteckte Pandemie bekommen können“, sagte der Mediziner im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Notwendiger erster Schritt wäre gewesen, dass am Arbeitsplatz konsequenter getestet werde und 3G-Regeln am Arbeitsplatz eingeführt würden. „Andere EU-Staaten haben es vorgemacht.“ Dahmen meint zudem, dass bei einer anhaltend niedrigen Impfquote eine Impfpflicht für einzelne Berufsgruppe ein Thema werden dürfte. (Quelle: Tagesschau, 23.09.21)


Mehr Infektionen in Sydney und Melbourne

Das Coronavirus greift im australischen Staat Victoria so schnell um sich wie noch nie. Die Behörden meldeten 766 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Außerdem seien vier Infizierte gestorben, hieß es. Die Polizei bereitete sich auf Proteste gegen den Lockdown vor. In Victoria liegt die Metropole Melbourne. Auch Sydney, die größte Stadt Australiens, hat mit einem Corona-Ausbruch zu kämpfen. Dort und im umliegenden Staat New South Wales wurden mehr als 1000 Neuinfektionen an einem Tag registriert. Dazu kamen sechs Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. 07:24 Uhr Mehr als 230 Millionen Infektionen weltweit Weltweit haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als 230,05 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,92 Millionen Menschen starben demnach mit oder an dem Virus.(Quelle: Tagesschau, 23.09.21)


England: Deutlich mehr psychische Probleme bei Kindern

Die Pandemie hat bei der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in England deutliche Spuren hinterlassen. Im zweiten Quartal 2021 waren mit 190.271 Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren fast doppelt so viele in psychischer Behandlung wie im gleichen Zeitraum zwei Jahre zuvor, wie aus neuen Daten des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS hervorgeht. Damals waren es 97.342.

Auch die Zahl sehr dringender Fälle nahm deutlich zu. „Die Pandemie hatte einen zerstörerischen Einfluss auf die mentale Gesundheit unserer Nation, aber es wird immer klarer, dass besonders Kinder und junge Menschen leiden“, sagte Elaine Lockhart vom Royal College of Psychiatrists, die die Daten mit ihrem Verband analysierte. Lockhart rief den neu ernannten britischen Bildungsminister Nadhim Zahawi dazu auf, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zur Priorität zu erklären und entsprechende finanzielle Mittel bereitzustellen. (Quelle: Tagesschau, 23.09.21)


Deutschland-Zahlen

Das Robert-Koch-Institut meldet 10.696 neue Positiv-Tests. Das sind 2.229 weniger als am Donnerstag vor einer Woche, als 12.925 Neuinfektionen gemeldet wurden.
Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf weiter auf 63,1 von 65,0 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 115 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 93.238. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 4,17 Millionen Corona-Tests positiv aus. (Quelle: RKI, 3.09.21)


DGB kritisiert neue Quarantäne-Regeln für Ungeimpfte

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert scharf die von den Gesundheitsministern der Länder beschlossenen neuen Quarantäne-Regeln für ungeimpfte Arbeitnehmer. „Es kann nicht sein, dass die Politik die Verantwortung für den Kampf gegen die Pandemie einfach bei den Beschäftigten ablädt“, sagt DGB-Chef Reiner Hoffmann dem RedaktionsNetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge.
Ein Ende des Entgeltersatzes für Ungeimpfte würde auch bedeuten, dass Beschäftigte ihrem Arbeitgeber ihren Impfstatus offenlegen müssten. Hoffmann betonte, es sei eine der wichtigsten Errungenschaften der Arbeiterbewegung, dass Arbeitgeber so wenig wie absolut nötig über Gesundheitsentscheidungen der Beschäftigten erfahren.

Spätestens ab dem 1. November sollen ungeimpfte Arbeitnehmer keinen Verdienst-Ausgleich im Quarantänefall mehr bekommen. (Quelle: TSP, 23.09.21)


Landsberg begrüßt Ende der Quarantäne-Entschädigung

Der Städte- und Gemeindebund hat sich hinter die von den Gesundheitsministern beschlossene Streichung der Entschädigung für ungeimpfte Arbeitnehmer in Quarantäne gestellt. „Es ist eine individuelle Entscheidung, sich trotz des bestehenden Angebotes nicht impfen zu lassen“, sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, gegenüber Zeitungen einer Mediengruppe.

„Das bedeutet aber auch, dass die Konsequenzen dieser Entscheidung selbst zu tragen sind.“ Es gebe keinen Grund, weshalb die Allgemeinheit in diesen Fällen die Entschädigung finanzieren sollte. Deswegen halte es der Städte- und Gemeindebund „für nachvollziehbar, dass Ungeimpfte keine Lohnfortzahlung erhalten, wenn sie in Quarantäne müssen“. In der Praxis werde das allerdings kaum eine Rolle spielen, „da sich Betroffene im Falle einer Erkrankung krankschreiben lassen können“. (Quelle: Tagesschau, 23.09.21)


USA lässt Auffrischungen mit Pfizer und Biontech zu

In den USA lässt die Arzneimittelbehörde die Einführung von Auffrischungsdosen mit dem Pfizer und Biontech Impfstoff zu. Die dritte Impfung muss mindestens sechs Monate nach der zweiten Dosis verabreicht werden und ist für Menschen über 65 Jahre oder bei Hochrisiko-Amerikanern, so ein Sprecher der Behörde.
Die US-Seuchenbehörde CDC muss auch noch über den Beschluss abstimmen. (Quelle: TSP, 23.09.21)


Bolsonaro nach Rückkehr von UN-Versammlung in Selbstisolation

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro begibt sich nach seiner Rückkehr von der UN-Generalversammlung in Selbstisolation. Hintergrund ist der positive Corona-Test von Gesundheitsminister Marcelo Queiroga, der Bolsonaro nach New York begleitete und dort nun in Quarantäne ist. Alle anderen Mitglieder der brasilianischen Delegation wurden nach Angaben der Regierung negativ getestet. Bolsonaro will sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen mit der Begründung, dass er wegen einer früheren Corona-Infektion besser gegen das Virus geschützt sei als durch jede Impfung. (Quelle: TSP, 22.09.21)


Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki gesteht illegalen Kneipenbesuch

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hat sich offen dazu bekannt, Corona-Regeln während des Lockdowns missachtet zu haben. In seinem Wohnort Strande in Schleswig-Holstein seien – „wie in jedem Ort, den ich kenne“ – Kneipen trotz Verbots geöffnet gewesen. Und „selbstverständlich“ sei auch er in diesen Kneipen gewesen, räumte er in einem am Mittwoch veröffentlichten Video-Interview mit der „Bild“-Zeitung ein. Die Leute hätten sich an ihren Stammtischen getroffen, „weil sie gesagt haben: Hier ist nichts“, erklärte Kubicki.

Ein schlechtes Gewissen hat er deswegen nicht: „Ich habe von meinem Recht auf autonomes Handeln Gebrauch gemacht“, sagte der FDP-Vize und beklagte, „unsinnige Maßnahmen“ hätten in der Pandemie zu viel Verdruss bei der Bevölkerung geführt. Vor diesem Hintergrund nahm er auch den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ins Visier. Trotz unterschiedlicher Auffassungen schätze er Lauterbach persönlich sehr, doch am Stammtisch in Strande reagierten die Menschen „nicht positiv“ auf den Sozialdemokraten: „Man würde im Norden so sagen „Spacken“ oder Dumpfbacke.“

Lauterbach reagierte verärgert auf Kubickis Aussage. Für einen Bundestags-Vize sei dies „eine unwürdige Einlassung“, schrieb der SPD-Abgeordnete auf Twitter. „Ich wüsste auch, was über Herrn Kubicki gesagt wird. Aber ich erreiche noch mediale Präsenz ohne dass ich Kollegen beleidige.“

(Quelle: TSP, 22.09.21)


Impfpflicht für Personal zwingt französische Klinik in Notbetrieb

Nach Einführung einer Impfpflicht für Klinikpersonal in Frankreich hat der Krankenhausverbund der elsässischen Grenzstadt Mühlhausen auf Notbetrieb umstellen müssen. Von den rund 6000 Beschäftigten seien mehr als 170 noch nicht geimpft und deswegen vom Dienst suspendiert worden, berichtete der Sender RTL am Mittwoch. Die Beschäftigten hätten gegen die Maßnahme vor dem Krankenhaus demonstriert und sich unter weiße Laken auf den Boden gelegt.

Die Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen greift seit dem 15. September. Ähnlich gravierende Probleme wie in Mühlhausen wurden aus anderen Regionen bisher nicht bekannt. Mühlhausen war während der ersten Corona-Welle eines der Epizentren der Pandemie in Frankreich. (Quelle: TSP, 22.09.21)


Macrons Impfzertifikat geleakt: Verantwortlichen drohen Konsequenzen

Nach dem Auftauchen des Impfzertifikats des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in sozialen Netzwerken haben die Behörden die Verantwortlichen gefunden. Man habe diejenigen Gesundheitskräfte identifiziert, die irregulär auf die Daten zugegriffen und dabei gegen die Berufsethik verstoßen hätten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Paris am Mittwoch von der staatlichen französischen Krankenkasse. Der nationale Rat der Ärztekammer teilte mit, dass nun auf lokaler Ebene über die Folgen für die Betroffenen entschieden werde. Dabei war von einem schweren Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht die Rede.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass Macrons Impfzertifikat im Netz zirkuliert. Auf Bildern waren ein QR-Code sowie Name, Geburtsdatum und Impfinformationen des Präsidenten zu sehen. Der Präsidentenpalast bestätigte die Echtheit des verbreiteten Codes. Dem Élyséepalast zufolge haben Frankreichs Gesundheitskräfte Zugriff auf ein zentralisiertes System mit Corona-Impfzertifikaten. Aus dem Kreise dieses Personals sei Macrons QR-Code aus Versehen oder mit Absicht in Umlauf gebracht worden. Regierungssprecher Gabriel Attal erklärte, ein neuer Code könne eingerichtet und der alte deaktiviert werden. (Foto: CC s. Archiv v. 17.12.20; Quelle: TSP, 22.09.21)


FDP-Chef Lindner hinterfragt Motive hinter Söders Corona-Kurs

FDP-Parteichef Christian Lindner hat die Motive hinter der strengen Corona-Politik von Politikern wie CSU-Chef Markus Söder hinterfragt. „Ich habe manchmal in dunklen Stunden den Gedanken, ob vielleicht bei Politikern wie Markus Söder eine Gewöhnung an den Ausnahmezustand begonnen hat“, sagte Lindner bei einer Wahlkampfveranstaltung am Mittwoch in Stuttgart. „Und dass vielleicht manche Regel gar nicht dem Gesundheitsschutz allein dient, sondern dass dahinter auch das Gefühl steckt, dass man es ja kann. Dass man ja die Macht habe. Und dass das Auftreten als gestrenger Landesvater doch über viele Monate zur Popularität beigetragen hat.“

Das aber sei nicht mehr der Staat des Grundgesetzes, sagte Lindner. Nicht die Markus Söders und Winfried Kretschmanns, nicht die Regierung gewähre den Bürgern gnädigerweise die Freiheit, sondern die Bürger gestatteten der Regierung fallweise, in ihre Rechte einzugreifen, solange dies erforderlich sei. „Es darf nicht zu einer Beweislastumkehr kommen.“ Die Regierung müsse alles tun, dass es im Herbst nicht zu weiteren Lockdown komme, sagte Lindner. (Quelle: TSP, 22.09.21)


Bisher 5,3 Millionen Impfdosen gespendet

Die Bundesregierung hat nach eigener Auskunft bislang 5,3 Millionen Corona-Impfdosen an Entwicklungs- und Schwellenländer gespendet. Davon wurden nach Angaben des Auswärtigen Amtes gut 1,7 Millionen Dosen bilateral und rund 3,5 Millionen Dosen über die internationale Impfinitiative Covax ausgeliefert. Weitere rund fünf Millionen Dosen sollen in Kürze bilateral an Vietnam, Ägypten und Ghana gehen. Weitere knapp 4,8 Millionen Dosen werde Covax bald erhalten. Deutschland will bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen direkt spenden und gehört zudem zu den Hauptfinanciers von Covax. (Quelle: TSP, 22.09.21)


Bundesregierung – Querdenker-Szene radikalisiert sich

Die sogenannte Querdenker-Szene in Deutschland radikalisiert sich nach Darstellung des Bundesinnenministeriums zunehmend. Der mutmaßliche Mord von Idar-Oberstein sei nach derzeitigen Erkenntnissen zwar die Tat eines Einzeltäters, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin. Es könnten daraus „keine generalisierenden Rückschlüsse“ gezogen werden. Grundsätzlich beobachte das Ministerium jedoch, dass sich die Szene der Querdenker zwar verkleinere, sich dieser kleinere Kern aber verstärkt radikalisiere. Zahlen nannte der Sprecher nicht. Bundesinnenminister Horst Seehofer forderte Konsequenzen.

„Das ist alles tief erschütternd und vollkommen inakzeptabel. Solche brutalen Taten müssen wir abstellen“, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“. Die Bundesregierung zeigte sich erschüttert über den tödlichen Angriff auf einen 20-jährigen Tankstellen-Mitarbeiter wegen eines Streits über das Tragen einer Mund-Nasen-Maske. „Die Bundesregierung verurteilt diese gezielte Tötung auf das Schärfste“, sagte eine Sprecherin in Berlin.

„Die Enthemmung der Gewalt macht sprachlos.“ Unerträglich sei, dass die Tat in sozialen Medien zum Anlass genommen werde, mit öffentlichen Aufrufen zur Gewalt die Gesellschaft in Deutschland zu spalten. „Das ist verstörend und das muss aufhören.“ Die Regierungssprecherin sprach von einer Coronaleugner-Szene, deren Radikalisierung sich der Rechtstaat mit allen Mitteln entgegenstellen werde. Die Sicherheitsbehörden seien sehr wachsam. Die sogenannte Querdenken-Bewegung war im vergangenen Jahr mit Grundrechte-Demonstrationen aus Protest gegen die Corona-Einschränkungen der Bundesregierung auf den Plan getreten. (Quelle: TSP, 22.09.21)


Grafschafter Zahlen

18 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet der Landkreis Grafschaft Bentheim am Mittwoch im Kreisgebiet. Der Inzidenzwert nach Berechnungen des Robert-Koch Institutes beträgt entsprechend 45,7. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie steigt auf 5998, demgegenüber stehen 5714 Genesene. In Quarantäne befinden sich 237 Grafschafter. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19 Erkrankung liegt weiter bei 127.
Die landesweite Hospitalisierungsrate sinkt von 4,6 auf 3,3. Die Zahl gibt die landesweite Aufnahme in Krankenhäusern wegen Covid-19 pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen an. Die landesweite Belegung der Intensivbetten liegt dagegen weiter bei 5,4 Prozent.

Die 157 aktuellen Coronafälle verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 6 (-1), Emlichheim: 10 (0), Uelsen: 3 (0), Neuenhaus: 7 (0), Wietmarschen: 16 (0), Nordhorn: 87 (-2) und Schüttorf: 28 (+1).
(Quelle: GN, 22.09.21)


Ab November kein Lohnersatz mehr für Ungeimpfte in Quarantäne

Bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne sollen die meisten Nicht-Geimpften spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr bekommen. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern mehrheitlich in einem Beschluss am Mittwoch, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Das Bundesinfektionsschutzgesetz sieht dies bereits vor, wenn eine Absonderung hätte vermieden werden können, indem man eine empfohlene Schutzimpfung in Anspruch nimmt.

Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das geplante Ende des finanziellen Ausgleichs für angeordnete Quarantäne bei Ungeimpften verteidigt. „Da geht es übrigens nicht um Druck, sondern um Fairness gegenüber auch den Geimpften. Warum sollen andere dafür zahlen, dass jemand für sich entscheidet, sich nicht impfen zu lassen?“, sagte der CDU-Politiker im ZDF-„Morgenmagazin“. (Quelle: TSP, 22.09.21)



Niedersachsen: „Mehr Freiheiten“ für Geimpfte und Genesene

Neuer Leitindikator, mehr 2G – und Einschränkungen für Ungeimpfte: In Niedersachsen gilt ab heute eine neue Corona-Verordnung. Details hat der Krisenstab der Landesregierung am Dienstag vorgestellt.

Die neue Verordnung gelte bis zum 10. November, um das Land gut durch die Herbstferien zu bringen, sagte Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Krisenstabs. „Wir haben uns mit dem Bund darüber verständigt, die Indikatoren neu zu sortieren. Wir werden ab sofort einen Leitindikator haben – das ist dann die Hospitalisierung, also der Krankenhauswert“, sagte Schröder. Dabei seien Neuaufnahmen von Covid-Patientinnen und -Patienten der letzten sieben Tage bezogen auf 100.000 Einwohner relevant. „Wir werden diesem Leitindikator die beiden weiteren Indikatoren Inzidenz und Intensivbettenauslastung an die Seite stellen“, so Schröder. So werde die Entwicklung der schweren Verläufe in den Kliniken in den Fokus genommen, um die Pandemie zu bewerten. Eine Warnstufe ist laut neuer Verordnung erreicht, wenn der neue Leitindikator und einer der beiden anderen Indikatoren genau definierte Schwellenwerte überschreiten.

Ausgerufen werden die Warnstufen künftig vom Land, wenn die Indikatoren Hospitalisierung und Intensivbetten die kritischen Werte an fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschreiten. Die Warnstufe gilt dann am übernächsten Tag, so Schröder. Wenn hingegen die Indikatoren Hospitalisierung und Neuinfizierte die Schwellenwerte überschreiten, rufen Landkreise oder kreisfreie Städte die Warnstufen aus. Hintergrund ist, dass die Werte Hospitalisierung und Intensivbetten landesweit erhoben werden, während sich die Sieben-Tages-Inzidenz bei den Neuinfizierten auf den Wert in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt bezieht.

Nur Geimpfte, Genesene oder Getestete (3G) erhalten Zutritt zu Innenräumen von Behörden und anderen Einrichtungen wie Restaurants, Kinos, Fitnessstudios oder Krankenhäusern. Ausgenommen sind Kinder unter sieben Jahren und minderjährige Schüler, die regelmäßig getestet werden. Bei einem niedrigen Corona-Risiko kann die Regelung ausgesetzt werden. Antigen-Schnelltests dürfen nicht älter als 24 Stunden sein, PCR-Tests nicht älter als 48 Stunden. Gäste von Beherbergungseinrichtungen müssen bei der Anreise einen negativen Test vorweisen und diesen alle 72 Stunden wiederholen.

In geschlossenen Räumen gilt bei der Warnstufe 1 wie bisher die 3G-Regel. Gastronomen, Kulturveranstalter, Frisöre und Fitnesstudiobetreiber beispielsweise können sich aber auch dazu entscheiden, nur noch Geimpfte und Genesene einzulassen – also das 2G-Modell anzuwenden. „Immer dann, wenn ich bei einer Veranstaltung oder in einer Einrichtung den Zutritt auf 2G – Geimpfte und Genesene – beschränke, entfallen alle Einschränkungen: Dann brauche ich keinen Abstand einzuhalten, dann brauche ich auch keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr“, kündigte Schröder an. In Warnstufe 2 wird die 2G-Regel dann Pflicht für die Innenräume von Restaurants und Cafés. In Warnstufe 3 gilt das dann auch für Indoor-Veranstaltungen. Ist das Personal geimpft oder genesen, muss es keine Maske mehr tragen, auch wenn der Abstand von eineinhalb Metern regelmäßig unterschritten wird.

Ungeimpfte Menschen müssten besonders geschützt werden, sagte Schröder. „Das Pandemie-Geschehen spielt sich mittlerweile vorrangig in der Gruppe der Ungeimpften ab.“ Zudem liege das Land bei der Zweit-Impfquote deutlich unter dem vom RKI ausgegebenen Impfziel von 80 bis 85 Prozent, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Dementsprechend müssten ungeimpfte Menschen mit Einschränkungen rechnen. Es gibt aber Ausnahmen: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren etwa. Sie haben trotzdem Zugang zu Orten, an denen die 2G-Regel gilt – und das ohne zusätzlichen Test, da sie regelmäßig in Schulen und Kitas getestet werden. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen oder an klinischen Corona-Studien teilnehmen, hätten ebenfalls weiterhin Zugang zu „2G-Räumen“, müssten dann aber einen negativen Schnelltest vorlegen, heißt es. Für diese Gruppe sollen Schnelltests auch in Zukunft kostenlos bleiben. (Quelle: NDR, 22.09.21)


Niedersachsen und Corona

Am Mittwoch, 22. September, hat das Robert Koch-Institut 733 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Es kommen neun weitere Todesfälle hinzu. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt somit bei 5.929. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 51,1 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 56,8 Fälle). (Quelle: NDR, 22.09.21)


Hospitalisierungsrate unterschätzt Patientenzahlen dramatisch

Die Hospitalisierungsrate hat die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen als wichtigste Messgröße in der Corona-Pandemie abgelöst. Aber die zugrunde liegenden RKI-Daten sind viel zu niedrig und vermitteln ein falsches Bild.

Die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie orientieren sich seit circa zwei Wochen vor allem an der Zahl der Menschen, die wegen ihrer Covid-19-Infektion ins Krankenhaus kommen. Am 10. September löste die sogenannte Hospitalisierungsrate auf Beschluss des Bundesrates die Sieben-Tage-Inzidenz als wichtigste Größe in der Pandemie ab. Dabei ist bereits seit Anfang August bekannt, dass die Hospitalisierungsrate, die das Robert Koch-Institut (RKI) angibt, die Zahl der Menschen in Krankenhäusern unterschätzt. Dieser Zustand hat sich nicht verbessert, obwohl die Hospitalisierungsrate seit dem 10. September im Infektionsschutzgesetz verankert ist.

Der Fehler liegt im System: Wenn das RKI die Hospitalisierungszahlen erstmals veröffentlicht, ist bei Tausenden Fällen – teilweise bei über 40 Prozent der positiv Getesteten – gar nicht bekannt, ob sie im Krankenhaus liegen oder nicht. Die Angaben liegen schlicht nicht vor. Nach NDR Auswertungen der RKI-Rohdaten korrigiert die Infektionsschutzbehörde die jüngst gemeldete Zahl der Hospitalisierten in den Folgewochen wieder und wieder nach oben.

Die verantwortlichen Politiker orientieren sich jedoch am aktuellsten Wert, um etwaige Corona-Einschränkungen oder -Öffnungen zu beschließen. Damit fällen sie ihre Entscheidungen auf der Basis stark unvollständiger Daten. Dies stellt nicht nur den Sinn eventueller Corona-Maßnahmen in Frage, die tatsächliche Belastung in den Krankenhäusern wird ebenfalls dramatisch unterschätzt.

Wie stark dieser Effekt ist, zeigt ein Beispiel von Anfang August: Als das RKI die Zahl der Hospitalisierten für die Meldewoche 31 erstmals veröffentlichte, lag der Wert in der RKI-Tabelle „Klinische Aspekte“ bei 613. Über den Verlauf der folgenden fünf Wochen korrigierte das RKI diesen Wert wieder und wieder nach oben – und gab in seinem jüngsten Bericht an, dass in der 31. Meldewoche 939 Menschen mit Covid-19-Symptomen in ein Krankenhaus eingewiesen werden mussten und nicht – wie ursprünglich berichtet – 613.

Man könnte meinen, dass so mit einer Verzögerung von Wochen bekannt wird, dass die tatsächliche Zahl der Hospitalisierten um ein Drittel höher lag, als ursprünglich vom RKI angegeben. Tatsächlich ist es noch etwas komplizierter, denn eine Entscheidung des RKI macht die Daten letztlich unbrauchbar.

Erklärung für dieses Problem dürfte eine starke statistische Verzerrung sein, die durch die Art entsteht, wie die Daten erhoben werden. Wie der SWR bereits Anfang August aufdeckte – und Modellrechnungen von „Zeit Online“ und „Spiegel“ später bestätigten – nutzt das RKI nicht das Datum, an dem ein Erkrankter hospitalisiert wurde, sondern das Datum, an dem ein Gesundheitsamt vor Ort einen Erkrankten erstmals registriert hat. Dabei wird teilweise erst mehrere Tage später klar, ob eine Person nach positivem Test doch noch ins Krankenhaus musste.

Wenn diese Information das RKI irgendwann erreicht, wird der Kranke zwar noch in die Statistik aufgenommen – wie oben erläutert – , aber der Fokus der Politik liegt dann schon wieder auf den aktuellen Zahlen. Da es bei der Pandemiebekämpfung aber darum geht, aktuell möglichst zuverlässige Zahlen zu haben, um die richtigen Entscheidungen zu treffen, dürfte klar sein: Die Erhebungsmethode verfehlt ihre Wirkung.

Das RKI veröffentlicht also regelmäßig Daten zur Hospitalisierung, bevor diese in ausreichender Menge vorliegen. Auf Anfrage teilt die RKI-Pressestelle mit, dass gemessen an allen wöchentlich gemeldeten Corona-Fällen „die Anzahl der Fälle mit Angaben zur Hospitalisierung in der Regel bei über 80 Prozent“ liege. „Das wird aus RKI-Sicht nicht als gering bewertet“, so die Pressestelle.

Für Monate zurückliegende Meldezeitpunkte ist diese Aussage auch richtig. Bei Erstveröffentlichung liegt diese Rücklaufquote für die aktuellste Woche jedoch deutlich niedriger, in der jeweils jüngsten Meldewoche bei nur 57 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bei 43 Prozent der Corona-Erkrankten gar keine Daten vorliegen. In Zahlen ausgedrückt: Bei diesen 30.541 Erkrankten in der zweiten Septemberwoche ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht dokumentiert, ob bisher eine Krankenhauseinweisung erfolgte oder nicht.

Kein Einzelfall, wie Stichproben in den historischen Ausgaben der Tabelle „Klinische Aspekte“ ergeben. So lag zum Beispiel der Anteil der Fälle mit Angaben zur Hospitalisierung, der für die Meldewoche 31 erstmals veröffentlicht wurde, bei nur 62 Prozent. Fünf Wochen später hat der Wert die 80 Prozent-Marke immer noch nicht überschritten. Ob das RKI auch diesen Rücklauf weiterhin als „nicht gering“ bewertet, bleibt offen: Auf Nachfragen des NDR antwortete das RKI bisher nicht.

Etwas bessere Daten zur Hospitalisierungs-Inzidenz finden sich seit wenigen Tagen in einem neuen RKI-Dashboard namens „COVID-19-Trends“. Dieses hat den Vorteil, dass es von montags bis freitags aktualisiert wird, Nachmeldungen also schneller durchschlagen. Allerdings – wie Stichproben bestätigen – für in der Regel weit zurückliegende Tage. Der tagesaktuelle Wert bleibt weiterhin von einer langen Verzögerung betroffen und wirkt daher stets niedriger als er ist.

Immerhin versieht das RKI dieses Dashboard mit einen Warnhinweis: „Unterschätzung der aktuellen Inzidenzen, da Hospitalisierung ggf. erst im Verlauf mehrere Tage nach dem Meldedatum auftritt“. Die Folgen dieses Verzugs für politische Entscheidungen, thematisiert das RKI hingegen nicht. (Quelle: NDR, 22.09.21)


Spahn erwartet im Frühjahr Ende der Pandemie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet im kommenden Frühjahr mit einer Herdenimmunität gegen das Coronavirus und damit mit einem Ende der Pandemie. „Wenn keine neue Virusvariante auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr überwunden und können zur Normalität zurückkehren“, sagte der CDU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“. „Herdenimmunität wird immer erreicht. Die Frage ist ja nur wie: ob durch Impfung oder Ansteckung. Die Impfung ist definitiv der sicherere Weg dorthin“, sagte Spahn.

„Wer sich nicht impfen lässt, der wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erkranken“, sagte der Minister und warnte davor, die Ansteckungsgefahren angesichts der aktuell sinkenden Infektionszahlen zu unterschätzen. „Auch letztes Jahr hatten wir um diese Jahreszeit eine solche Verschnaufpause. Wir sind also noch nicht durch. Im Herbst und Winter, wenn wir alle wieder viel mehr in Innenräumen sind und das Immunsystem weniger stark ist, steigt auch das Risiko, sich anzustecken.“ Den gegenwärtigen Rückgang der Infektionszahlen führte Spahn vor allem auf das Ende der Urlaubssaison und die verschärften Testregeln zurück. (Foto: CC s.Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 22. Sep. 2021)


Lauterbach gegen volle Stadien – selbst bei 2G

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich selbst unter Anwendung der 2G-Regel gegen volle Fußball-Arenen ausgesprochen, zu denen nur geimpfte und genesene Menschen Zutritt hätten. „Leider ist es auch unter 2G-Bedingungen im Moment noch nicht sinnvoll, die Stadien ganz zu füllen“, sagte Lauterbach der Deutschen Presse-Agentur. Vor dem Hintergrund des Nachlassens des Impfschutzes stelle etwa die Anreise ein Problem dar, ergänzte der SPD-Politiker mit Blick auf die Menschenmassen, die normalerweise in Richtung Stadion strömen. „Halb gefüllte Stadien sind kein Problem mit 2G“, stellte er klar.

Fußball-Zweitligist Hamburger SV darf etwa nach der jüngsten Senatsentscheidung das Volksparkstadion unter 2G-Bedingungen wieder voll auslasten. An den meisten anderen Standorten der zwei höchsten Fußball-Ligen ist weiterhin eine Auslastung von maximal 50 Prozent der Stadionkapazität erlaubt. Viele Vereine setzen allerdings auch auf die 3G-Strategie und gewähren negativ getesteten Personen Zutritt. Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: TSP, 22.09.21)


GdP warnt vor Coronaleugner-Radikalisierung

Nach der Bluttat von Idar-Oberstein hat die Polizeigewerkschaft GdP vor einer Radikalisierung der Coronaleugner-Szene gewarnt. „Wir nehmen seit letztem Jahr eine Radikalisierung von Corona-Gegnern wahr. Insbesondere im Zusammenhang von Demonstrationen im Querdenken-Milieu“, sagte der GdP-Vize Jörg Radek den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Diese schwere Straftat sei jedoch bislang ein Einzelfall. Bei Demonstrationen gebe es immer mehr Angriffe auf Medienschaffende und Übergriffe gegen Polizistinnen und Polizisten. „Es ist wichtig, dass die Sicherheitsbehörden radikale Kräfte in den Blick nehmen. Sei es von links, rechts oder aus der Querdenker-Szene“, so Radek. Die Tat in Idar-Oberstein sei kaum in Worte zu fassen. „Da erschießt offenbar ein Gegner der Corona-Maßnahmen einen Kassierer in einer Tankstelle, nur weil er ihn zum Tragen der Maske ermahnt hat.“ (Quelle: TSP, 22.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Deutschland weiter rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 65,0 an. Am Vortag hatte der Wert bei 68,5 gelegen, vor einer Woche bei 77,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.454 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.05 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.455 Ansteckungen gelegen.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 1,63 an. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen der hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 71 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 83 Todesfälle gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93.123. (Quelle: RKI, 22.09.21)


EU-Kommission unterschreibt Vertrag für weiteres Covid-19-Medikament

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über die gemeinsame Anschaffung eines Covid-19-Medikaments des Pharmaunternehmens Eli Lilly abgeschlossen. 18 EU-Staaten beteiligten sich am gemeinsamen Kauf von 220 000 Behandlungen eines Medikaments mit sogenannten monoklonalen Antikörpern, teilte die Brüsseler Behörde am Dienstag mit.

Es handele sich um die Kombination der beiden monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesevimab zur Behandlung von Covid-Patienten, die keinen Sauerstoff brauchen, bei denen jedoch die Gefahr einer schweren Erkrankung bestehe. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit eine Zulassung des Antikörper-Cocktails. Die Frage, ob Deutschland unter den 18 teilnehmenden Ländern ist, blieb zunächst offen. Die EU-Kommission hat bereits Verträge für andere Medikamente abgeschlossen. (Quelle: TSP, 21.09.21)


Ende der Verdienstausfall-Entschädigung ab 11.Oktober im Gespräch

In der Corona-Krise ist ein Ende der Entschädigungen für Verdienstausfälle wegen angeordneter Quarantäne für Ungeimpfte spätestens ab 11. Oktober im Gespräch. Das geht aus einem Entwurf für Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern an diesem Mittwoch hervor, über den zuerst das „Handelsblatt“ (Dienstag) berichtete. Auch „Business Insider“ berichtete über diesen Termin. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur war er zunächst noch nicht final zwischen Bund und Ländern abgestimmt.

Die Fachminister wollen am Mittwoch über eine bundesweit einheitliche Linie beraten. In ersten Ländern sollen Nicht-Geimpfte bald schon keinen Anspruch auf Entschädigung für Verdienstausfälle mehr haben. Das Bundesinfektionsschutzgesetz sieht dies bereits vor, wenn eine Absonderung hätte vermieden werden können, indem man eine empfohlene Schutzimpfung in Anspruch nimmt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte grundsätzlich Sympathie für eine solche Linie erkennen lassen und erläutert, die Handhabung liege aber bei den Ländern.

Konkret geht es um Ausgleich für Verdienstausfälle durch den Staat bei Quarantäne, etwa wenn man Kontaktperson von Infizierten war. Unabhängig davon haben Beschäftigte Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber im Krankheitsfall, also wenn man sich mit Corona infiziert hat.

Ab 11. Oktober sollen nach einem Beschluss von Bund und Ländern auch Corona-Schnelltests nicht mehr für alle kostenlos zu haben sein. Wer sich impfen lassen könnte, soll ab dann dafür bezahlen müssen. (Quelle: TSP, 21.09.21)



Biden will bei Corona-Gipfel am Mittwoch neue Zusagen machen

US-Präsident Joe Biden will im Kampf gegen die Corona-Pandemie bei einem Online-Gipfel am Mittwoch neue Zusagen machen. „Ich werde weitere Verpflichtungen ankündigen, um den Kampf gegen Covid-19 voranzutreiben“, sagte Biden am Dienstag bei seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung als US-Präsident. Konkrete Angaben dazu, was das für Zusagen sein werden, machte Biden nicht. Die größten Herausforderungen seien es, Leben zu retten, beim Impfen weltweit voranzukommen und eine bessere Zukunft zu gestalten, so der US-Präsident.

Biden betonte außerdem, dass notwendige Maßnahmen ergriffen werden müssten, um sich auf die nächste Pandemie vorzubereiten. „Denn es wird eine weitere geben“, sagte er. Gleichzeitig mahnte er, dass die Entstehung noch weiterer gefährlicher Varianten des Coronavirus möglich seien. „Wir müssen jetzt handeln, um so schnell wie möglich die Impfung in die Arme zu bekommen und den Zugang zu Sauerstoffbehandlungen zu erweitern, um Leben auf der ganzen Welt zu retten“, sagte er.

Zentrales Thema beim Impfgipfel am Mittwoch soll die Verbesserung des gerechten Zugangs zu Impfstoff auf der Welt sein. Biden hatte zuletzt einen Rückschlag bei seiner Impfkampagne in den USA erlitten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA empfahl eine Auffrischungsimpfung nur für bestimmte Risikogruppen. Zuvor hatte Biden trotz der noch ausstehenden FDA-Entscheidung schon einen Impfstart für alle ab 20. September angekündigt. (Quelle: TSP, 21.09.21)


Impfen in Schulen: AfD stellt Strafanzeige gegen Ministerinnen

Ein Teil der AfD-Landtagsfraktion Brandenburg hat Strafanzeige gegen Bildungsministerin Britta Ernst (SPD, Foto) und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) wegen Corona-Impfungen an Schulen auch für unter 18-Jährige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Potsdam bestätigte den Eingang einer Anzeige wegen Körperverletzung und anderer Delikte. Die AfD bezieht sich dabei auf ein Schreiben an die Eltern. „Wir prüfen im Moment, ob überhaupt ein Anfangsverdacht besteht wegen eines strafbaren Verhaltens“, sagte Sprecher Sebastian Thiele am Dienstag auf Anfrage.

In dem Schreiben vom 20. August an Eltern und an Schülerinnen und Schülern zwischen 12 und 17 Jahren werben die Ministerinnen für eine Impfung auch für diese Altersgruppe. Sie verweisen darauf, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) – ein Expertengremium – im August eine Impfempfehlung für alle 12- bis 17-Jährigen auch ohne Vorerkrankungen ausgesprochen hat. Darin steht auch, die Stiko komme zu der Einschätzung, dass die Vorteile gegenüber dem Risiko sehr seltener Impfnebenwirkungen überwiegen.

Die AfD-Fraktion sieht Corona-Impfungen generell kritisch und lehnt jede Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Dennis Hohloch, sagte: „Hier geht es um besonders schutzbedürftige Personen.“ Er kritisierte unter anderem, dass Langzeitfolgen noch unklar seien und Jugendliche ab 16 selbst in eine Impfung einwilligen können. ( Foto: Nicola, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0; Quelle: TSP, 21.09.21)


Stadt Wien führt 2G-Regel für Veranstaltungen ein

Österreichs Hauptstadt erhöht mit neuen Corona-Regeln den Druck auf Ungeimpfte. Zu Veranstaltungen mit mehr als 500 Menschen und in der Nachtgastronomie sind in Wien ab 1. Oktober nur mehr Geimpfte und von Covid-19 Genesene zugelassen, wie Bürgermeister Michael Ludwig am Dienstag bekanntgab. Laut dieser 2G-Regel reicht dann ein negatives Testergebnis nicht mehr für den Besuch aus. Die Regel diene dazu, Menschen zur Impfung zu bewegen und Engpässe in den Krankenhäusern zu verhindern, sagte Ludwig bei einer Pressekonferenz. „Wir sind jetzt schon in der Situation, dass wir Operationen verschieben müssen“, sagte er.

Der Schritt hin zur 2G-Regel wäre laut dem Stufenplan der konservativ-grünen Regierung österreichweit erst dann vorgesehen, wenn mehr als 300 Betten in Intensivstationen mit Covid-Kranken belegt sind. Derzeit sind es 220. Der sozialdemokratische Bürgermeister Ludwig hatte schon in den vergangenen Monaten auf striktere Maßnahmen gesetzt als der Rest des Landes. So haben in Wien etwa Testergebnisse eine kürzere Gültigkeit.

Unterdessen führt die Regierung derzeit mit Gewerkschaften und Arbeitgebervertretern Gespräche über die mögliche Einführung einer Testpflicht für Ungeimpfte am Arbeitsplatz. (Quelle: TSP, 21.09.21)



Hamburg lockert 2G-Modell – Maskenpflicht entfällt

In Hamburg können Fußballstadien ab dem kommenden Wochenende unter 2G-Bedingungen wieder bis zum letzten Platz besetzt werden. Auch in den Clubs dürften Geimpfte und Genesene ab Samstag wieder ohne Maske und abstandslos tanzen, wie die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen am Dienstag sagte.

Eine entsprechende Anpassung der Corona-Eindämmungsverordnung, in der die Maskenpflicht und die Kapazitätsgrenzen unter 2G-Bedingungen wegfallen, sei derzeit in Arbeit und werde rechtzeitig zum Samstag, 0.00 Uhr, in Kraft treten. Ferner habe der Senat beschlossen, dass 12- bis 17-Jährige Ungeimpfte „bis auf weiteres“ an 2G-Veranstaltungen teilnehmen dürfen. Bisher galt dafür eine Übergangsfrist von sechs Wochen.

Hamburg hatte Ende August als erstes Bundesland das 2G-Optionsmodell eingeführt. Demnach können Betreiber selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene reinlassen, die dann von vielen Corona-Beschränkungen befreit sind. Unter anderem Restaurants, Kneipen, Kinos, Theater, Museen und Zoos können ihre Einrichtungen damit wieder voll nutzen.

Wenn sie nur Geimpfte und Getestete einlassen, gibt es keine Kapazitätseinschränkungen mehr. Auch das Abstandsgebot und die Testpflicht in geschlossenen Räumen sind dann aufgehoben. Die Maskenpflicht blieb jedoch zunächst bestehen. Mit der 2G-Option wurde nach dem Worten eines Senatssprechers dem Infektionsschutz Rechnung getragen. Viele Einrichtungen erhielten damit überhaupt wieder die Möglichkeit, ihre Angebote zu unterbreiten. (Quelle: TSP, 21.09.21)


Booster-Impfung soll Schutz von J&J-Vakzin deutlich erhöhen

Eine Corona-Auffrischimpfung mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson verstärkt nach Angaben des US-Pharmakonzerns die Wirkung deutlich. Eine Booster-Impfung etwa zwei Wochen nach der ersten Impfung erhöhe den Schutz vor einem moderaten bis schweren Verlauf einer Infektion auf 94 Prozent, teilt das Unternehmen unter Verweis auf Untersuchungsergebnisse mit.

Im Vergleich dazu bietet eine Einzeldosis den Angaben zufolge einen Schutz von 70 Prozent. Die Antikörperbildung werde um das Vier- bis Sechsfache erhöht, bei einer Verabreichung sechs Monate nach der ersten Dosis stiegen die Antikörperspiegel sogar um das Zwölffache, heißt es weiter. Die Nebenwirkungen von zwei Dosen seien mit denen vergleichbar, die in Studien bei einer Einzelimpfung beobachtet worden seien. Der Konzern betont zugleich, dass bei seinem Vakzin weiterhin eine Einzeldosis grundsätzlich ausreichend sei. (Quelle: TSP, 21.09.21)


In 15 der 16 Länder mindestens 60 Prozent der Einwohner geimpft

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland haben jetzt in 15 der 16 Bundesländer mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Dienstag nur noch Sachsen mit 57,1 Prozent. Bundesweit haben inzwischen 55,9 Millionen Menschen oder 67,3 Prozent aller Einwohner mindestens eine Impfung bekommen. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,6 Millionen Menschen oder 63,3 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Am Montag wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) bundesweit 147.145 Impfdosen verabreicht, darunter waren rund 48.500 Erstimpfungen bei zuvor noch nicht geimpften. ( (Quelle: TSP, 21.09.21)


Söder hofft auf Impfschub nach Aus für kostenlose Tests

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hofft auf einen neuen Impfschub, wenn ab 11. Oktober die Corona-Tests nicht mehr kostenlos sind. Das sagt der CSU-Politiker nach der Sitzung des Landeskabinetts. Die jüngste „Impfwoche“ habe nur einen marginalen Erfolg gebracht, räumt er ein. „Jetzt muss jede Woche eine Impfwoche sein.“ Die hohen Inzidenzen im Süden Bayerns korrelierten mit den verhältnismäßig niedrigen Impfquoten in der Region. (Foto: CC s. Archiv v. 14.4.21; Quelle: TSP, 21.09.21)


Studie: Corona hat Solo-Selbstständige hart getroffen

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben einer neuen Studie zufolge Selbstständige besonders hart getroffen. Mehr als ein Drittel von ihnen habe im Verlauf der Krise Einkommen eingebüßt, berichtete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag. Insbesondere Solo-Selbstständige ohne Mitarbeiter, die ohnehin oft unter prekären Bedingungen arbeiteten, habe die Krise schwer belastet.

Während sich an der Einkommensverteilung bei den Arbeitnehmern wenig verändert habe, sei bei den Selbstständigen eine klare Verschiebung nach unten festzustellen, heißt es in der Studie. Der Anteil derjenigen mit weniger als 1500 Euro netto im Monat habe sich verdoppelt. Am stärksten betroffen seien solo-selbstständige Frauen, von denen aktuell 33 Prozent weniger als 1500 Euro verdienten. Von den solo-selbstständigen Männern fielen 18 Prozent in diese Kategorie.

„Die Erfahrung mit der Pandemie verdeutlicht, dass der Mangel an sozialer Absicherung für Selbstständige eine schwerwiegende und folgenreiche Lücke in den Sozialversicherungssystemen darstellt“, heißt es in der Studie. Um diese Lücke zu schließen, sollten Selbstständige möglichst umfassend in die obligatorischen staatlichen Versicherungssysteme einbezogen werden, fordern die WSI-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Forscher hatten Daten der Erwerbspersonenbefragung der Hans-Böckler-Stiftung ausgewertet, für die zuletzt im Juli 2021 gut 5000 Erwerbstätige und Arbeitssuchende interviewt worden waren. (Quelle: TSP, 21.09.21)


Marburger Bund weist Forderung nach Corona-„Freedom Day“ zurück

Die Vorsitzende des Marburger Bunds, Susanne Johna, hat die Forderung von Kassenärztechef Andreas Gassen nach einer Aufhebung aller Corona-Beschränkungen Ende Oktober zurückgewiesen. Sie finde es nicht kollegial, zunehmende Belastungen von Kliniken durch mehr Covid-19-Patienten „einfach zu ignorieren, weil man das Maskentragen leid ist“, sagte Johna dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. Zunächst müsse mehr geimpft werden. Die Impfquote sei viel zu niedrig, um Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Innenräumen aufzuheben.

Gassen hatte am Wochenende die Politik in Deutschland aufgefordert, sich Großbritannien zum Vorbild zu nehmen. Dort waren am 19. Juli fast alle Corona-Beschränkungen aufgehoben worden. Gassen sagte, die Politik müsse eine klare Ansage machen: „In sechs Wochen ist auch bei uns ‚Freedom Day‘! Am 30. Oktober werden alle Beschränkungen aufgehoben!“ Bei Experten und Politikern stieß Gassens Forderung auf massive Kritik.

Auch Johna sagte, Großbritannien könne nicht als Vorbild für Deutschland gelten. Denn dort sei der Anteil geimpfter Menschen größer, und in der Bevölkerung gebe es eine höhere Immunität infolge des zurückliegenden Infektionsgeschehens, erklärte die Vorsitzende des Marburger Bunds. (Quelle: TSP, 21.09.21)



Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Dienstag eine Corona-Neuinfektion im Kreisgebiet. Der Inzidenzwert nach Berechnungen des Robert-Koch Institutes beträgt 46,4. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie steigt auf 5.980, teilt der Landkreis mit. Demgegenüber stehen 5.692 Genesene. In Quarantäne befinden sich 260 Grafschafter. Die Kreisverwaltung meldet zudem einen neuen Todesfall in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung in der Grafschaft. Die Zahl liegt somit bei 127.
Die landesweite Hospitalisierungsrate beträgt weiterhin 4,6. Die Zahl gibt die landesweite Aufnahme in Krankenhäusern wegen Covid-19 pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen an. Die landesweite Belegung der Intensivbetten liegt bei 5,4 Prozent.

Zu den Impfungen: Bis einschließlich Sonntag, 19. September 2021, wurden in der Grafschaft 172.000 Impfungen durchgeführt. Davon waren 92.383 Erstimpfungen. 87.816 Personen sind bereits vollständig geimpft, teilt der Landkreis mit. Die Zahlen enthalten die Impfungen durch das Impfzentrum sowie Impfungen durch die niedergelassenen Ärzte.

Die 161 aktuellen Coronafälle verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 7 (0), Emlichheim: 10 (0), Uelsen: 3 (0), Neuenhaus: 9 (0), Wietmarschen: 16 (0), Nordhorn: 89 (0) und Schüttorf: 27 (0). (Quelle: GN, 21.09.21)


Australien: Proteste gegen obligatorische Impfungen in der Baubranche

In der australischen Millionenstadt Melbourne ist es erneut zu Protesten gegen die Corona-Politik der Regierung gekommen. Hunderte Bauarbeiter, viele von ihnen in Warnschutzkleidung, demonstrierten am Dienstag zunächst vor dem Gebäude der Gewerkschaft CFMEU (Construction, Forestry, Mining and Energy Union). Ihre Wut richte sich gegen die obligatorischen Corona-Impfungen für die Baubranche, berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP. Anschließend zog die Menge in Richtung Regionalparlament weiter, bevor sie eine Schnellstraße blockierte.

Dabei sei es auch zu kleineren Zusammenstößen mit der Polizei gekommen: Die Sicherheitskräfte hätten Gummigeschosse abgefeuert, die Demonstrierenden hätten leere Flaschen und Dosen in Richtung der Beamten geworfen, hieß es. Die Regierung des Bundesstaates Victoria hatte zuletzt angeordnet, dass sich alle Mitarbeiter der Bauindustrie gegen das Virus impfen lassen müssen.

Am Montag hatten die Behörden angekündigt, dass die gesamte Bauindustrie in Melbourne und anderen Teilen Victorias für zwei Wochen geschlossen wird. Am 5. Oktober müssen Beschäftigte dann nachweisen, dass sie zumindest eine Impfdosis erhalten haben, bevor sie an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Der Bundesstaat im Osten Australiens befindet sich seit Wochen weitgehend im Lockdown – es ist bereits das sechste Mal seit Beginn der Pandemie. (Quelle: TSP, 21.09.21)


Karnevalsauftakt in Köln: Stadt will 3G-Zone in Altstadt einrichten

Zum traditionellen Karnevalsauftakt am 11.11. will die Stadt Köln Teile der Altstadt und rund um die bei Jecken beliebte Zülpicher Straße zu einer 3G-Zone machen: Zutritt hätte damit nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist, wie nach einem Runden Tisch mit den Karnevalsverantwortlichen mitgeteilt wurde.

Per Allgemeinverfügung solle es eine „Zutrittsregelung“ geben, die unter anderem rund um den Heumarkt gilt. Auf dem Platz selbst – wo es wie gewohnt eine Bühne geben soll – setzt der Veranstalter sogar auf die 2G-Regel: Dort darf nur rein, wer geimpft oder genesen ist.

Auch das sogenannte Kwartier Latäng rund um die Zülpicher Straße soll laut Mitteilung vom Montagabend mit einer 3G-Zutrittsregel belegt werden. Die Straße mit vielen Kneipen war vor Corona zum Karnevalsauftakt und an Karneval selbst stets dicht gefüllt. (Quelle: TSP, 21.09.21)


Sozialverband VdK gegen Streichung der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte

Der Sozialverband VdK lehnt die Pläne mehrerer Bundesländer ab, Ungeimpften in Corona-Quarantäne keinen Lohnersatz mehr zu zahlen. Der Verdienstausfall müsse bei einer Quarantäne unabhängig vom Impfstatus gezahlt werden, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele am Dienstag in Berlin. Sie appellierte an die Gesundheitsminister, eine einheitliche Regelung zu finden.

Mehrere Bundesländer haben angekündigt, keine Entschädigungen mehr für Verdienstausfälle von Ungeimpften zu zahlen, die in Corona-Quarantäne müssen. Sie berufen sich auf einen Passus im Infektionsschutzgesetz, wonach der Anspruch auf Lohnfortzahlung entfallen kann, wenn die Quarantäne durch eine Schutzimpfung hätte vermieden werden können. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten am Mittwoch über einen bundesweit einheitlichen Umgang zu der Frage.

Bentele sagte, es gebe zurecht keine allgemeine Impfpflicht. Dann dürfe es aber auch keine existenzgefährdenden Folgen haben, wenn sich ein Mensch mit angeschlagener Gesundheit aufgrund einer chronischen Erkrankung gegen eine Impfung entscheide. „Wenn wegen einer Quarantäne ein halber Monatsverdienst wegfällt, werden gerade ärmere Menschen unverhältnismäßig stark darunter leiden“, sagte die VdK-Präsidentin. (Quelle: TSP, 21.09.21)



Neuseeland kündigt höhere Strafen bei Corona-Verstößen an

Neuseeland will mit höheren Geld- und Haftstrafen gegen Personen vorgehen, die gegen Corona-Regeln verstoßen. „Unser Erfolg basiert auf der Tatsache, dass die Menschen im Großen und Ganzen konform waren“, sagt Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. „Es gab jedoch die eine oder andere Person, die die Regeln gebrochen und andere in Gefahr gebracht hat.“ Jemand, der vorsätzlich eine Corona-Verordnung nicht befolgt, beispielsweise ohne Erlaubnis reist, begeht eine strafbare Handlung und muss im Falle einer Verurteilung nun mit einer Geldstrafe von bis zu 12.000 Neuseeland Dollar (gut 7200 Euro) oder sechs Monaten Haft rechnen. Die Geldstrafe ist das dreifache von dem, was bislang fällig war. (Quelle: TSP, 21.09.21)


Bangkok will im November wieder Touristen empfangen

Thailands beliebte Hauptstadt Bangkok wird sich voraussichtlich erst im November wieder für internationalen Tourismus öffnen. Um wieder Besucher zu empfangen, müssten mindestens 70 Prozent der Einwohner der Mega-Metropole vollständigen Impfschutz haben, zitierte die Zeitung „Bangkok Post“ am Dienstag den örtlichen Gouverneur Aswin Kwanmuang. Derzeit seien erst 42 Prozent der Bürger doppelt geimpft. Schätzungen zufolge hat die Stadt mehr als zehn Millionen Einwohner.

Wenn die Impfkampagne fortschreite wie bisher, dann könnte Bangkok in der ersten oder zweiten Novemberwoche geöffnet werden, so die Stadtverwaltung. Weitere Bedingungen seien aber, dass die Infektionszahlen weiter sinken und die Krankenhäuser nicht überfüllt sind. Zuletzt wurden in der Großstadt etwa 2700 bis 2800 neue Fälle pro Tag gemeldet. Wenn alle Kriterien erfüllt seien, solle über die Leitlinien und Regeln für eine Öffnung entschieden werden.

Bangkok war vor der Corona-Pandemie eine der meistbesuchten Städte der Welt. Die Stadt lockt mit Attraktionen wie dem Grand Palace, dem Wat Pho Tempel und den schwimmenden Märkten. 2019 kamen noch mehr als 22 Millionen Besucher.

Die größten Inseln Phuket und Ko Samui versuchen bereits seit Juli dank spezieller Projekte einen Neustart des wichtigen Tourismuszweiges. Vollständig geimpfte Urlauber aus Dutzenden Ländern dürfen unter strengen Auflagen wieder quarantänefrei anreisen. Auch viele weitere Regionen des beliebten Urlaubslandes, darunter die Provinz Chon Buri mit dem Badeort Pattaya, das kulturelle Zentrum Chiang Mai im Norden und Prachuap Khiri Khan mit dem Ort Hua Hin, hoffen auf einen baldigen Neustart des Sektors. (Quelle: TSP, 21.09.21)


Niedersachsen stellt neue Corona-Verordnung vor

Die neue Corona-Landesverordnung wird am heutigen Dienstagmittag bei einer Pressekonferenz in Hannover vorgestellt. Die neuen Regelungen sollen voraussichtlich bereits am Mittwoch in Kraft treten. Eine wesentliche Änderung soll die Ausweitung der sogenannten 2G-Regel sein, wodurch nur Menschen in einigen Bereichen Zutritt erhalten können, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder genesen sind.

Diese Regel soll laut Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) etwa in der Gastronomie angewandt werden können – dafür sollen dann Maskenpflicht und das Abstandhalten entfallen. Menschen bis 18 Jahren sollen demnach auch ohne Impfung oder Genesung Zutritt bekommen, da sie sich regelmäßig vor dem Schulbesuch testen. Kinder, die jünger als zwölf Jahre sind, können sich noch nicht gegen das Coronavirus impfen lassen.

Von den neuen Regelungen könnten ebenfalls viele Schülerinnen und Schüler profitieren: Die Maskenpflicht im Unterricht soll für die Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Klasse wieder abgeschafft werden. (Quelle: GN, 21.09.21)


Niedersachsen und Corona

Am Dienstag, 21. September, hat das Robert Koch-Institut 316 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Es kommen neun weitere Todesfälle hinzu. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt somit bei 5.920. Zu Wochenbeginn sind die Zahlen häufig niedriger, da am Wochenende weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen, weniger Laboruntersuchungen durchgeführt und weniger Infektionsnachweise gemeldet werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt leicht auf 56,8 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 58,6 Fälle). (Quelle: NDR, 21.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist leicht zurückgegangen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag der Wert bei 68,5. Am Vortag hatte die Inzidenz bei 71,0 gelegen. Vor einer Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 81,1. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche an.

Laut den jüngsten Zahlen des RKI wurden binnen 24 Stunden 4664 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.150.516. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland stieg um 81 auf nunmehr 93.052. Die Zahl der Genesenen liegt laut RKI bei etwa 3.909.300. (AFP)
Aktuelle Coronazahlen live in Karten und Grafiken. (Quelle: RKI, 21.09.21)


Negativen Test in positiven verwandelt – Geldstrafe fällig

In Vietnam hat ein Mann einen negativen Corona-Test in einen positiven verwandelt – und muss nun wegen Verbreitung falscher Informationen 7,5 Millionen Vietnamesische Dong (280 Euro) Strafe zahlen. Ziel der unerlaubten Aktion: Der 41-Jährige aus der Provinz Dak Nong wollte die Arbeit schwänzen, wie die örtliche Zeitung VnExpress am Dienstag unter Berufung auf die lokale Polizei berichtete.

Der Angestellte einer Telekommunikationsfirma habe am 21. August in einem Krankenhaus einen Antigen-Test gemacht, der negativ ausgefallen sei. Daraufhin habe er das Resultat auf dem Zertifikat verändert und eine Kopie des vermeintlich positiven Ergebnisses an seinen Arbeitgeber und an mehrere Angehörige geschickt, hieß es.

Ein medizinisches Zentrum im Bezirk Cu Jut habe von einer Schwester des Vietnamesen von dem positiven Test erfahren und Mitarbeiter entsandt, um das Ergebnis durch einen weiteren Test zu bestätigen. Dabei sei der Schwindel aufgeflogen, so das Blatt. In dem südostasiatischen Land gehen die Behörden streng gegen jedes mit der Pandemie in Zusammenhang stehende Vergehen vor. (Quelle: RKI, 21.09.21)


Ausschuss rechnet im März 2022 mit Normalität

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestags, Erwin Rüddel (CDU), erwartet ein Ende der Corona-Beschränkungen ab dem kommenden Frühjahr. „Ich rechne mit vollständiger Normalität ab März 2022“, sagte Rüddel den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). „Bis dahin müssen die Ungeimpften abwägen, was ihnen wichtig ist“, betonte er.

Eine Art „Freedom Day“ nach britischem Vorbild, wie ihn Kassenärzte-Chef Andreas Gassen für den 30. Oktober vorgeschlagen hatte, schloss der CDU-Politiker dagegen aus. „Ich halte den Vorschlag für nicht hilfreich in der aktuellen Situation, kurz vor einer möglichen vierten Welle“, sagte Rüddel.

Sobald Kinder ab fünf Jahren ein Impfangebot erhalten hätten, müsse Deutschland allerdings zurück zur Normalität finden. „Bis dahin bin ich davon überzeugt, dass das 2G-Optionsmodell der richtige Weg ist, um in Kombination mit der Hospitalisierungsrate als Leitindikator ohne weitere Einschränkungen“ durch den Herbst und Winter zu kommen, sagte er dem RND. Damit hätten die Geimpften, die ihren Solidaritätsbeitrag erbracht hätten, dann größtenteils ihre Freiheit zurück.

Die Forderung nach einem Enddatum für alle Corona-Schutzmaßnahmen – einem sogenannten „Freedom Day“, war in Deutschland zuvor auf breite Ablehnung gestoßen. Neben der Bundesregierung sprachen sich unter anderem der Deutsche Lehrerverband und der Berufsverband für Pflegeberufe gegen eine solche Stichtagsregelung aus. (Quelle: TSP, 21.09.2


USA: mehr Menschen an Corona gestorben als an spanischer Grippe

Infolge der Corona-Pandemie sind mittlerweile mehr US-Bürger gestorben als durch die Spanische Grippe. Laut einer am Montag veröffentlichten Zählung der Johns-Hopkins-Universität starben in den USA mehr als 675.700 in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Spanische Grippe, die zwischen 1918 und 1919 wütete, kostete laut US-Gesundheitsbehörde CDC 675.000 Menschen in den USA das Leben.

Damit hat die Spanische Grippe, zumindest in absoluten Zahlen, am Montag ihren Titel als schwerste Pandemie der jüngeren US-Geschichte verloren. Weltweit starben durch die Spanische Grippe laut Historikern mindestens 50 Millionen Menschen.

Anders als das Coronavirus endete die Spanische Grippe besonders für junge Leute häufig tödlich – insbesondere Menschen unter fünf Jahren oder zwischen 20 und 40 Jahren waren häufig betroffen. (Quelle: TSP, 21.09.2


Kassierer erschossen, weil der auf Maskenpflicht hinwies?

Ein 49-Jähriger soll einen Kassierer in einer Tankstelle erschossen haben, der ihn auf die Corona-Maskenpflicht aufmerksam machte. Der Mann habe sich in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) nach einer Zurückweisung beim Bierkauf derart über die Situation geärgert, dass er zuhause einen Revolver eingesteckt habe und erneut zur Tankstelle gefahren sei, um den 20-jährigen Verkäufer zu provozieren, berichtete Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann aus der Einlassung des Tatverdächtigen.

Als der junge Student, der als Aushilfe an der Tankstelle jobbte, ihn bei seinem zweiten Besuch erneut auf die Maskenpflicht hinwies, habe der 49-Jährige dem Kassierer „gezielt von vorne in den Kopf“ geschossen, sagte Fuhrmann. Das Opfer sei sofort tot gewesen. Gegen den deutschen Tatverdächtigen aus dem Kreis Birkenfeld erging Haftbefehl wegen Mordes durch das Amtsgericht Bad Kreuznach.

Der mutmaßliche Täter habe die Tat gestanden. Zum Motiv habe er angegeben, dass ihn die Situation der Corona-Pandemie stark belaste. Er habe sich in die Ecke gedrängt gefühlt und „keinen anderen Ausweg gesehen“, als ein Zeichen zu setzen. Das Opfer schien ihm dabei „verantwortlich für die Gesamtsituation, da es die Regeln durchgesetzt habe“, sagte Fuhrmann. Der mutmaßliche Täter sagte aus, dass er die Corona-Maßnahmen ablehne.

Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der 49-Jährige am Samstagabend den Verkaufsraum der Tankstelle ohne Maske betreten und zwei Sechserpack Bier auf den Tresen an der Kasse gestellt. Er habe die Maske vergessen, sagte er später. Der Kassierer wies den Mann auf die Maskenpflicht hin – woraufhin der Mann den Raum verließ und dabei drohend die Hand hob.

Eine gute Stunde später sei er erneut in der Tankstelle erschienen – diesmal habe er eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen, wieder ein Sechserpack Bier genommen und sei zur Kasse gegangen. „Dort setzte er die Mund-Nasen-Bedeckung ab“, sagte Fuhrmann. Der Kassierer habe den Mann erneut auf die Einhaltung der Maskenpflicht hingewiesen: Daraufhin zog der Täter die Waffe und erschoss den 20-Jährigen.

Der Tatverdächtige war am Sonntagmorgen auf dem Gelände der Polizei in Idar-Oberstein festgenommen worden. „Wir gehen davon aus, dass er sich stellen wollte“, sagte Triers Polizeipräsident Friedel Durben. „Das ist auf jeden Fall ein besonderer Fall: Wir haben weder im Polizeipräsidium Trier noch im Land Rheinland-Pfalz eine solche Tat gehabt, die einen Zusammenhang zu Corona vermuten lässt.“

„Das ist eine ganz unfassbare, schreckliche Tat, die hier in Idar-Oberstein passiert ist“, sagte Oberbürgermeister Frank Frühauf (CDU). Das merke man auch an der großen Betroffenheit der Bürger vor Ort. Viele hätten an der Tankstelle Blumen und Kränze niedergelegt. „So eine Tat kann man mit nichts vergleichen. Es wird eine Zeit dauern, bis man das verarbeitet hat“, sagte er. (Quelle: GN, 20.09.21)


Ministerpräsident Weil gegen „Freedom-Day“

Der Vorstoß von Kassenärzte-Chef Andreas Gassen, Ende Oktober alle Corona-Beschränkungen aufzuheben, stößt bei Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf Ablehnung. „Es gibt nur einen Ausweg: keinen Freedom Day, sondern eine höhere Impfquote“, sagte er der Rheinischen Post (Montag). „Wir wissen, dass die Infektionszahlen in der kalten Jahreszeit wieder steigen werden. Wir wissen, dass die Patienten in den Intensivstationen jünger werden und deswegen länger dort bleiben müssen“, erklärte Weil. „Unter diesen Umständen brauchen wir auch in den nächsten Monaten einen wirksamen Infektionsschutz.“

Gassen hatte für den 30. Oktober die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen gefordert. „Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat. Also braucht es jetzt eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns Freedom Day!“, sagte der Kassenärzte-Chef der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Über seine Forderung war am Wochenende eine Diskussion entbrannt.

Auch der Ärzteverband Marburger Bund positionierte sich am Montag klar gegen eine Forderung nach einem „Freedom Day“. „Für die Aufhebung aller wesentlichen Corona-Beschränkungen zum Ende Oktober sehen wir aktuell keine verantwortungsvolle Grundlage“, teilten die niedersächsischen Landesvorsitzenden Hans Martin Wollenberg und Andreas Hammerschmidt mit. Ein solch entscheidender Schritt wäre zum jetzigen Zeitpunkt „hochriskant und kurzsichtig“ und „ein Spiel mit dem Feuer beziehungsweise unserer aller Gesundheit“.

Besonders gefährlich wäre das für die nicht-geimpften Menschen – auch für jene, die nicht die Wahl hätten, weil sie sich nicht impfen lassen könnten. „Mit seiner Haltung fällt Andreas Gassen all jenen in den Rücken, die täglich aufs Neue dafür kämpfen, einen bestmöglichen Kompromiss aus maximaler Sicherheit und maximaler Freiheit zu finden“, teilte der Landesverband mit. Einen solchen Tag gebe es dann, wenn durch entsprechende Impfraten die Herdenimmunität erreicht würde. (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: GN, 20.09.21)


Biontech-Impfung wirksam und sicher bei jüngeren Kindern

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat sich nach Angaben der beiden Unternehmen bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren als gut verträglich erwiesen und ruft eine stabile Immunantwort hervor. Die Daten der klinischen Studie sollen so bald wie möglich der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA und der US-Zulassungsbehörde FDA vorgelegt werden, wie die beiden Impfstoffhersteller am Montag mitteilten. „Wir sind froh, dass wir vor dem Beginn der Wintersaison den Zulassungsbehörden die Daten für die Gruppe von Kindern im Schulalter vorlegen können“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin laut Mitteilung.

Anders als in der Altersgruppe über zwölf wurde den Kindern von fünf bis elf Jahren für die klinische Studie der Phase 2/3 nur ein Drittel der Dosis verabreicht. Die beiden Impfungen lagen drei Wochen auseinander.

„Die Antikörper-Reaktionen bei den Teilnehmern, denen eine Dosis von zehn Mikrogramm verabreicht wurde, war vergleichbar mit denjenigen aus einer früheren Studie von Pfizer/Biontech-Studie bei Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren, die eine 30 Mikrogramm-Dosis erhalten hatten“, teilten die Unternehmen mit. Auch die Nebenwirkungen seien vergleichbar mit denen der älteren Gruppe gewesen. Ergebnisse von zwei weiteren Teilnehmergruppen im Alter von zwei bis fünf Jahren sowie von sechs Monaten bis zwei Jahren würden für das vierte Quartel erwartet.

An der Studie nehmen den Angaben zufolge insgesamt 4500 Kinder im Alter von einem halben Jahr bis elf Jahren teil, die vorgestellten Daten zu den 5- bis 11-Jährigen gehen auf 2268 Teilnehmer zurück. Beteiligt sind über 90 Kliniken in den USA, Finnland, Polen und Spanien. (Quelle: TSP, 20.09.21)


Autorin Liebmann beklagt Umgang mit Kultur in Corona-Zeiten

Die Schriftstellerin Irina Liebmann hat den Umgang mit der Kultur in Deutschland in Corona-Zeiten beklagt. Der sofortige Verzicht auf die gesamte Kultur 2020 wäre nicht nötig gewesen, sagte sie am Montagabend bei der Eröffnung der Uwe-Johnson-Literaturtage 2021 in Neubrandenburg. Sie nehme Deutschland als äußerst gespaltenes Land wahr: Es werde gesund oder krank, in geimpft oder ungeimpft eingeteilt. In solchen Zeiten zu schreiben oder zu malen, sei sehr schwierig. „Der Tod ist so in das Bewusstsein geschoben worden wie sonst nur in Kriegszeiten.“ (Quelle: TSP, 20.09.21)


Corona-Spürhunde im Einsatz in Hannover: Hochschule zieht positives Zwischenfazit

Nach dem ersten Praxiseinsatz von Corona-Spürhunden bei einem Konzert hat die Tierärztliche Hochschule Hannover ein positives Zwischenfazit gezogen. Die Hunde hätten alle eingebauten Schweißproben erkannt, teilte die Hochschule am Montag mit. Um wie viele Proben es sich dabei handelte, war zunächst nicht bekannt. Bei dem Konzert wurden demnach inaktivierte positive Proben platziert. Damit sollte kontrolliert werden, ob die Tiere in der Lage sind, mit dem Coronavirus infizierte Menschen zu erkennen.

Die Spürhunde waren am Sonntag beim Konzert der Band Fury in the Slaughterhouse in Hannover im Einsatz. Zugelassen waren 500 Besucher, alle mussten vorher einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test machen und eine Schweißprobe für die Hunde abgeben. Fünf bis sechs Hunde sollten im Einsatz sein, dabei sollten die Tiere nicht durch die Menschenmenge laufen, sondern davon abgesondert die Proben beschnüffeln.

Ziel des Forschungsprojekts „Back to Culture“ der Tierärztlichen Hochschule Hannover sowie von Hannover Concerts und ProEvent Hannover sei es, herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option bei Großveranstaltungen sei, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Es gibt weltweit Interesse an dem Projekt“, betonte der CDU-Politiker.

Die vierteilige Konzertreihe wird in den kommenden Wochen mit weiteren Künstlern in Hannover fortgesetzt. Bei den Auftritten steigen die Besucherzahlen nach und nach auf bis zu 1500 Menschen. (Quelle: TSP, 20.09.21)


Das Corona-Infektionsgeschehen in Niedersachsen hat sich wieder leicht verstärkt. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf 58,6 – so viele Menschen pro 100.000 Einwohner steckten sich binnen einer Woche neu mit dem Virus an. Am Sonntag hatte der Wert bei 58,3 gelegen. Es wurden landesweit 211 neue Fälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Zudem wurden 2 Todesfälle neu registriert, die Gesamtzahl erhöhte sich damit auf 5911.
In Bremen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag auf 110,9 nach 104,8 einen Tag zuvor. Das kleinste Bundesland hat damit weiter den höchsten Wert unter allen Bundesländern – vor Baden-Württemberg und Bayern. Weitere Todesfälle gab es nicht.

Die Inzidenz der in Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patientinnen und -Patienten in Niedersachsen sank am Montag leicht auf 4,6 – nach 4,7 am Vortag. Die Intensivbetten-Belegung mit Covid-19-Kranken ging von 5,7 Prozent auf 5,4 Prozent zurück. Hier bleibt der Schwellenwert von 5 Prozent für die erste Warnstufe weiterhin überschritten. Weitere Schwellenwerte sind 10 Prozent und 20 Prozent.

Im Land gibt es aktuell ein Corona-Warnstufensystem mit drei Kategorien. Wenn in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt mindestens fünf Tage lang die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen den Wert 50 überschreitet, sind zum Beispiel Innengastronomie, Friseure oder Fitnessstudios in der Regel nur noch für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) zugänglich.

Weiter ausschlaggebend sind die Zahlen der Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern im landesweiten Durchschnitt sowie die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Werden in mindestens zwei der drei Kategorien Schwellenwerte erreicht, können die Kommunen eine Warnstufe per Allgemeinverfügung feststellen.


Teilnehmer an Impfstofftests in Großbritannien ohne Reisefreiheit

In Großbritannien können Tausende freiwillige Teilnehmer an Corona-Impfstofftests des Herstellers Novavax ihren Impfstatus nicht nachweisen. Sie genießen daher keine Freiheiten etwa bei Reisen. Aktivisten forderten in einer Petition nun Gesundheitsminister Sajid Javid zur Unterstützung auf.

Die etwa 15.000 britischen Freiwilligen an Versuchen mit dem Wirkstoff seien erheblich benachteiligt, schreibt die Novavax UK Concerned Participants Group dort, wie die Nachrichtenagentur PA am Montag meldete. Das Vakzin des US-Konzerns ist bisher noch nicht zugelassen. Vor einem halben Jahr hatte das Unternehmen von positiven Studienergebnissen berichtet.

Die Freiwillige Gill Ince sagte: „Ich wollte meinen Beitrag zum Kampf gegen Corona leisten, aber ich fühle mich vom System völlig betrogen und hocke nun ohne Impfstatus in der Falle.“ Ihr sei versichert worden, dass ihr wegen ihrer Teilnahme keine Nachteile entstünden. „Es ist unglaublich stressig, und ich fühle mich wie eine Gefangene“, so Ince.

Die Regierung betonte, die Tests seien äußerst wichtig für die Entwicklung der Impfstoffe gewesen. „Jede Entscheidung, dass ein Teilnehmer an einer Impfstoffstudie eine alternative Impfung erhält, sollte in Zusammenarbeit mit den Ärzten getroffen werden, die die Studie leiten.“ Sie sei bestrebt, die Frage zu lösen.

Zuvor hatte einem Bericht der Sonntagszeitung „Observer“ zufolge der stellvertretende englische medizinische Regierungsberater Jonathan Van-Tam vorgeschlagen, dass Großbritannien klinische Daten der Tests zurückhalten sollte, falls europäische Staaten die Teilnehmer nicht einreisen ließen. Ein Novavax-Sprecher sagte, das Unternehmen sei in Gesprächen mit den unterschiedlichen Zulassungsbehörden und erwarte, die Anträge in den kommenden Monaten stellen zu können. (Quelle: TSP, 20.09.21)


Indien will ab Oktober wieder Corona-Impfstoff exportieren

Indien will ab Oktober wieder Corona-Impfstoffe exportieren. Wie Gesundheitsminister Mansukh Mandaviya am Montag ankündigte, sollen die im April ausgesetzten Impfstoff-Exporte ab dem kommenden Monat wieder aufgenommen werden. Seinen Angaben zufolge sollen allein im Oktober 300 Millionen Impfdosen produziert werden – und eine Milliarde Impfdosen bis Jahresende. Dieser „Überschuss“ solle genutzt werden, um Indiens Verpflichtungen gegenüber der Covax-Initiative zu erfüllen, fügte der Minister hinzu.

Die internationale Covax-Initiative soll zu einer fairen weltweiten Verteilung von Corona-Impfstoffen beitragen, Indien war einer ihrer wichtigsten Lieferanten. Die Impfstoff-Lieferungen an ärmere Länder gerieten aber ins Stocken, weil die indische Regierung angesichts einer heftigen zweiten Corona-Welle im Land seit April keine Exportgenehmigungen mehr ausstellte.

Indien hatte seine Impfkampagne im Januar gestartet. Sie lief wegen Lieferengpässen und weitverbreiteter Impfskepsis erst schleppend an, kam zuletzt aber besser voran. Derzeit werden in Indien jeden Tag zwischen fünf und acht Millionen Impfdosen verabreicht. (Quelle: TSP, 20.09.21)


Vatikan führt „Green Pass“ gegen Covid-19 ein

Wer ab 1. Oktober den Vatikan besucht, muss wegen der Covid-19-Pandemie einen sogenannten Green Pass vorlegen. Der digitale Nachweis, dass jemand gegen Covid-19 geimpft, genesen oder kürzlich erst negativ getestet wurde, werde nun auch bei den Einrichtungen des Heiligen Stuhls verlangt, teilte das Governatorat mit. Damit passt sich der Vatikanstaat der Linie der italienischen Regierung an. In Deutschland entspricht dem die sogenannte 3-G-Regel.

Akzeptiert werden vatikanische Bescheinigungen, das EU-weit geltende Zertifikat sowie solche anderer Staaten, insofern sie den Vorgaben entsprechen, heißt es in dem von Kardinal Giuseppe Bertello unterzeichneten Erlass. Die Vorschrift betrifft das Territorium des Vatikanstaates selbst wie auch alle exterritorialen Einrichtungen in der Stadt Rom sowie in Castelgandolfo. Die Kontrollen nimmt die vatikanische Gendarmerie vor.

Von der neuen Regelung ausgenommen sind allein Gottesdienstteilnehmer, aber nur für die Dauer der liturgischen Feier. Damit wiederum übernimmt der Vatikan die Entscheidung der italienischen Bischöfe, wonach bei Gottesdiensten und Wallfahrten weiterhin keine Impfung, Genesung oder ein Test verlangt werden. Es gelten die Einlassregeln: Mindestabstand, Maske und Desinfektion der Hände. (Quelle: TSP, 20.09.21)


Schulen in Philippinen sollen nach anderthalb Jahren wieder öffnen

ÜhilippNach mehr als anderthalb Jahren Online-Unterricht wegen der Corona-Pandemie dürfen in den Philippinen die ersten Schulen wieder öffnen. In einem von Präsident Rodrigo Duterte genehmigten Pilotversuch sollen zunächst aber nur bis zu 120 Schulen in dem südostasiatischen Inselstaat eingeschränkten Präsenzunterricht anbieten, wie die Regierung in Manila am Montag mitteilte.

In den Philippinen sind alle Schulen seit März 2020 geschlossen. Nun solle versuchsweise wieder Präsenzunterricht angeboten werden, sagte Dutertes Sprecher Harry Roque. Es gehe dabei nicht nur um Bildung, sondern auch um die „geistige Gesundheit“ der Kinder und Jugendlichen und um die philippinische Wirtschaft. „Wir könnten eine ganze Generation verlieren“, warnte Roque. (Quelle: TSP, 20.09.21)


Grafschafter Zahlen

Zwei Neuinfektionen meldet die Kreisverwaltung am Montag für die Grafschaft Bentheim. Der aktuelle Inzidenzwert sinkt leicht: Am Sonntag wurde er vom Robert-Koch-Institut noch auf 52,2 beziffert, am Montag liegt er bei 47,9. In Quarantäne befinden sich derzeit 279 Grafschafter (Sonntag: 323). Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie beträgt 5.979. Dem gegenüber stehen 5.692 Genesene, das ist ein Genesener mehr als noch am Vortag. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19 Erkrankung liegt bei 126.
Die landesweite Hospitalisierungsrate sinkt ebenfalls leicht von 4,7 auf 4,6. Die Zahl gibt die landesweite Aufnahme in Krankenhäusern wegen Covid-19 pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen an. Die landesweite Belegung der Intensivbetten liegt bei 5,4 Prozent.

Die 161 aktuellen Coronafälle verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 7 (0), Emlichheim: 10 (+1), Uelsen: 3 (0), Neuenhaus: 9 (0), Wietmarschen: 16 (0), Nordhorn: 89 (+1) und Schüttorf: 27 (-1).
(Quelle: GN, 20.09.21)


Bundesregierung will kein festes Datum für Ende der Corona-Auflagen

Die Bundesregierung hat Forderungen nach einem festen Datum für ein Ende aller Corona-Auflagen vorerst eine Absage erteilt. Über die Entwicklung des Infektionsgeschehens in den vergangenen Tagen könne man durchaus froh sein, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Aber es gibt aus heutiger Sicht nicht die Grundlage, um zu sagen, der Tag X ist der Tag, an dem alle Beschränkungen fallen.“ Vielmehr gebe es guten Grund, grundsätzliche Maßnahmen wie Abstand und Maskenpflicht weiter gelten zu lassen.

Seibert sprach etwa mit Blick auf die Corona-Infektionszahlen und die Belegung der Krankenhäuser von einer „ganz guten Entwicklung“, die zeige, dass ergriffene Maßnahmen wirkten. Die 3G-Regel – also Zugang zu bestimmten Innenräumen nur für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete – habe zu diesem Erfolg beigetragen. Dies sei aber keine Entwicklung, von der aus man sagen könne, jetzt sei es sicher, dass Herbst und Winter gut würden.

Der Regierungssprecher verwies unter anderem auf noch „deutlich zu viele“ Ungeimpfte und große regionale Unterschiede bei der Impfquote in den Bundesländern. Zudem hätten Genesene, Geimpfte und Getestete schon jetzt vielfältige Möglichkeiten, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. (Quelle: TSP, 20.09.21)


Österreich geht mit 3G-Regel für Skipisten in die Wintersportsaison

In Österreich gilt in der kommenden Wintersportsaison auf den Skipisten die sogenannte 3G-Regel. Seilbahnbetreiber dürfen nur gegen Covid-19 Geimpfte, Getestete oder Genesene befördern, wie die Regierung am Montag in Wien bekanntgab. Abstandsregeln und Kapazitätsbeschränkungen wird es für die Skilifte nicht geben, eine FFP2-Maskenpflicht jedoch schon. Sollte die Auslastung der Intensivstationen mit Corona-Kranken steigen, werden die Regeln für ungeimpfte Wintersportler verschärft. „Ich bin überzeugt, dass mit diesen Rahmenbedingungen eine unbeschwerte, sichere Wintersaison in unserem Land möglich sein wird“, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger bei einer Pressekonferenz in Wien.

Derzeit sind rund 200 Intensivbetten in Österreich mit Covid-19-Patienten belegt. Wenn die Zahl auf 300 steigt, dürfen Ungeimpfte keine Après-Ski-Lokale mehr besuchen – auch nicht mit negativem Testergebnis, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Ab dieser Stufe dürfen Seilbahnen, Gastronomie und Hotels außerdem keine Selbsttests mehr akzeptieren. Ab einer Intensivauslastung von 400 Betten müssen Ungeimpfte negative PCR-Tests vorweisen. Die weniger genauen Antigentests sind dann nicht mehr ausreichend. ((Quelle: TSP, 20.09.21)


63,1 Prozent aller Menschen in Deutschland vollständig geimpft

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland sind nun 63,1 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Die dafür meist nötige zweite Spritze erhielten 52,5 Millionen Menschen, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Montag hervorgeht. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben fast 55,9 Millionen Menschen oder 67,2 Prozent aller Einwohner.

Minister Jens Spahn (CDU) hob hervor, dass damit nun 78 Prozent der Erwachsenen in Deutschland mindestens einmal geimpft sind – voll geimpft sind laut Robert Koch-Institut (RKI) 73,8 Prozent der über 18-Jährigen. Unter den Kindern zwischen 12 und 17 Jahren sind demnach mittlerweile 39 Prozent mindestens einmal geimpft und 29,1 Prozent vollständig geimpft. „Jede einzelne Impfung hilft allen für einen sicheren Winter“, schrieb Spahn auf Twitter. ((Quelle: TSP, 20.09.21)


Neuseeland lockert Lockdown in Auckland

Nach einem Monat wird der strenge Lockdown in der neuseeländischen Millionenmetropole Auckland gelockert. Grund seien die sinkenden Corona-Zahlen in der größten Stadt des Landes, die als Epizentrum des jüngsten Ausbruchs der Delta-Variante in dem Pazifikstaat galt, teilte die Regierung am Montag mit. Die Beschränkungen würden ab Mittwoch leicht gelockert, kündigte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern an.

Geschäfte und Schulen dürfen dann zumindest teilweise wieder öffnen. Ältere Menschen forderte Ardern aber auf, weitgehend zu Hause zu bleiben, wenn sie noch nicht geimpft sind.

Im Rest des Landes wurde der am 18. August nach nur einem einzigen Corona-Fall verhängte Lockdown bereits vor zwei Wochen weitgehend wieder aufgehoben, in Auckland durften die Menschen aber weiter nur in Ausnahmen ihre Häuser verlassen.

Neuseeland gilt weltweit als Vorzeigestaat im Kampf gegen das Virus und verfolgt eine sogenannte Null-Covid-Strategie. Die Menschen leben seit Beginn der Pandemie weitgehend vom Rest der Welt abgeschottet, dadurch aber relativ normal weiter – monatelang auch ohne Masken. Bislang wurden nur rund 4000 Infektionsfälle bestätigt, 27 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Allerdings sind bisher nur etwa 38 Prozent der fünf Millionen Einwohner vollständig geimpft. (Quelle: TSP, 20.09.21)



Kassenärzte-Chef hofft auf zusätzliche Impfmotivation bei Ende der Corona-Maßnahmen

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hofft bei Festlegung eines Datums für das Ende aller Corona-Maßnahmen auf eine höhere Impfquote. Er denke, dass dann „viele Menschen zusätzlich Motivation schöpfen“, sich impfen zu lassen, sagte Gassen am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Wenn mehr als zwei Drittel der Bevölkerung geimpft oder genesen seien, müsse überlegt werden, ob dauerhaft Maßnahmen für alle Bundesbürger erforderlich seien.

Gassen hatte die Forderung nach einem solchen „Freedom Day“ am Wochenende eingebracht und die Aufhebung aller Schutzmaßnahmen zum 30. Oktober vorgeschlagen. Dafür war er aus der Politik scharf kritisiert worden. (AFP)


Niedersachsen und Corona

Am Montag, 20. September, hat das Robert Koch-Institut 211 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Es kommen zwei weitere Todesfälle hinzu. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt somit bei 5.911.

Zu Wochenbeginn sind die Zahlen häufig niedriger, da am Wochenende weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen, weniger Laboruntersuchungen durchgeführt und weniger Infektionsnachweise gemeldet werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt leicht auf 58,6 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 58,3 Fälle). (Quelle: NDR, 20.09.21)


Deutschland-Zahlen

Der Abwärtstrend bei den Infektionszahlen ist vorerst beendet. Nachdem die 7-Tage-Inzidenz an sechs Tagen hintereinander gefallen war, stieg sie nun wieder leicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 71,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 70,5 gelegen, vor einer Woche bei 81,9. Die Gesundhe.itsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3.736 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.19 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 5511 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 13 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 12 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.145.852 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,89 an (Vortag: 1,87). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.897.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.971. (Quelle: RKI, 20.09.21)


Spahn rechnet Anfang 2022 mit Impfstoff für Kinder

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet Anfang kommenden Jahres die Zulassung für einen Corona-Impfstoff für die Jüngsten. „Ich gehe davon aus, dass die Zulassung für einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren im ersten Quartal 2022 kommt“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Dann könnten wir auch die Jüngeren noch besser schützen.“ Der Minister wies zugleich darauf hin, zwischen der Zulassung und einer Impfempfehlung durch die Stiko könne dann noch einmal Zeit vergehen. „Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission wird auch in diesem Fall zeitlich etwas später kommen“, sagte Spahn.

Biontech zum Beispiel hatte vor wenigen Tagen angekündigt, in den kommenden Wochen die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren zu beantragen. Studienergebnisse liegen demnach bereits vor und müssen nur noch für die Zulassungsbehörden aufbereitet werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte mitgeteilt, sie könne noch keinen Zeitrahmen für eine mögliche Zulassung nennen. Die Produktion wird vom Unternehmen bereits vorbereitet. (Quelle: TSP, 20.09.21)


Müller gegen baldige Abschaffung aller Maßnahmen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat sich im Bericht aus Berlin gegen einen baldigen „Freedom Day“ mit dem Ende aller wesentlichen Corona-Beschränkungen ausgesprochen. „Wir können bei der Impfquote und der Inzidenz, die wir haben, nicht alle Corona-Maßnahmen abschaffen. Wir brauchen weiter Schutzvorkehrungen, das ist selbstverständlich.“ Aber man spüre, wie man schrittweise mit höherem Impffortschritt auch in die Normalität zurückfinde. Nun komme es darauf an, das zu erhalten. „Wir haben die Möglichkeit, um die uns Millionen Menschen weltweit beneiden, uns nämlich impfen zu lassen.“

Für den Herbst erwartet Müller Veränderungen in der Coronapolitik. Er glaube, dass Getestete dann immer seltener mit Geimpften und Genesenen gleichgestellt würden. „Ich glaube, das wird Ende Oktober eine Rolle spielen, schon durch viel privates Engagement, dass es immer mehr in die Richtung geht.“ Er begründete dies mit dem ausreichenden Impfangebot für alle in Frage kommende Bevölkerungsgruppen. „Jeder konnte es in Anspruch nehmen. Auch die Jüngeren konnten es in Anspruch nehmen. Und tatsächlich wird dann 2G immer mehr umgesetzt.“ (Foto: CC s. Archiv v. 13.4.20; Quelle RBB, 19.09.21)


Fauci: US-Empfehlung zu Auffrischungsimpfung nicht endgültig

Der US-amerikanische Immunologe Anthony Fauci sieht in der Experten-Entscheidung gegen allgemeine Corona-Auffrischungsimpfungen in den USA keinen Rückschlag für US-Präsident Joe Biden. Die Bewertung der Experten könne sich künftig auch noch ändern, sagte der Präsidenten-Berater. Die US-Arzneimittelbehörde FDA empfahl den dritten Piks am Freitag doch nur für bestimmte Risikogruppen, nachdem die US-Regierung zuvor trotz der noch ausstehenden FDA-Entscheidung schon einen Impfstart für alle für diesen Montag (20. September) angekündigt hatte. „Ich glaube nicht, dass es verwirrend war, ein Datum zu nennen“, sagte Fauci. Man habe einen Termin festlegen müssen, um sich vorbereiten zu können. Mit Blick auf die nun anderslautende Empfehlung der Arzneimittelbehörde FDA sagte er: „Ich denke nicht, dass sie einen Fehler gemacht haben.“ Es würden weiter Daten geprüft. Die Menschen müssten sich im Klaren darüber sein, dass „buchstäblich täglich und wöchentlich neue Daten“ einträfen. „Es ist noch nicht vorbei. Ich denke, die Menschen müssen verstehen, dass dies nicht das Ende der Geschichte ist.“ (Foto: CC s.Archiv v. 19.6.20; Quelle RBB, 19.09.21)


Lauterbach sieht Après-Ski in Wintersaison kritisch

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat kritisch auf den Vorstoß des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz reagiert, der eine sichere Wintersaison in dem Alpenland versprochen und Après-Ski nur für Geimpfte in Aussicht gestellt hatte. „Wie die nächste Wintersaison aussehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen – auch nicht der österreichische Bundeskanzler“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Lauterbach erklärte, er würde aus heutiger Sicht „eher davon abraten, unter Ischgl-ähnlichen Bedingungen zu feiern“ und verwies auf Impfdurchbrüche.

Ob Après-Ski überhaupt möglich sein werde, hänge nicht zuletzt von Booster-Impfungen oder von weiterentwickelten Impfstoffen ab, merkte der Gesundheitsexperte an. Kurz hatte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag) gesagt, dass er eine sichere Wintersaison inklusive Après-Ski für möglich halte. Falls sich die Corona-Situation weiter verschärft, würden anstatt der aktuell geltenden 3G-Regel nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten, kündigte er an. (Foto: CCs. Archiv v. 19.6.20; Quelle: Tagesschau, 19.09.21)


Melbourne: Behörden machen Hoffnung auf Lockerung

In Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne machen die Behörden den Menschen Hoffnung auf eine Aufhebung des Lockdowns bis Ende Oktober – wenn die Impfziele bis dahin erreicht werden. Gemäß eines veröffentlichten Plans des Bundesstaates Victoria sollen die strikten Corona-Beschränkungen gelockert werden, wenn 70 Prozent der über 16-Jährigen vollständig geimpft sind. Die Behörden rechnen damit, dass dieses Ziel um den 26. Oktober erreicht ist. Etwa fünf Millionen Menschen in Melbourne leben seit dem 5. August mit strengen Auflagen, die sie weitgehend zum Zuhausebleiben verpflichten. Es ist bereits der sechste Lockdown für die Melbourner während der Corona-Pandemie. Dennoch blieben auch nach einer Aufhebung des Lockdowns und der Ausgangssperre eine Reihe von Beschränkungen weiterhin in Kraft, kündigte der Regierungschef des Bundesstaates, Dan Andrews, an. Die Ankündigung erfolgte einen Tag nachdem bei gewaltsamen Protesten gegen den anhaltenden Corona-Lockdown in Melbourne mehrere Polizisten verletzt und mehr als 200 Demonstranten festgenommen worden waren.
In einem Park entlang des Yarra River im australischen Melbourne sind Einwohner bei schönem Wetter zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs.(Quelle: Tagesschau, 19.09.21)


Italien: Größere Impfbereitschaft nach Ausweitung der Corona-Pass-Pflicht

In Italien hat die Ausweitung der Anwendung des sogenannten „Grünen Passes“ für Corona-Impfungen und -Tests zu einer deutlichen Zunahme der Impfbereitschaft geführt. „Landesweit gab es einen Anstieg der Terminvereinbarungen für Erstimpfungen um 20 bis 40 Prozent im Vergleich zur Vorwoche“, erklärten die Behörden. In Italien müssen ab dem 15. Oktober alle Arbeitnehmer mit dem „Grünen Pass“ eine Corona-Impfung oder einen negativen Test vorweisen, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. Andernfalls drohen Sanktionen.

Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit einer Suspendierung rechnen. Tests sind nur für Menschen kostenlos, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Die Entscheidung der Regierung betrifft rund 23 Millionen Arbeitnehmer. Nach Angaben des nationalen Ärzteverbandes wurden bis Donnerstag 728 Mediziner vom Dienst suspendiert, weil sie sich nicht impfen ließen. Derzeit sind knapp 76 Prozent der Italiener über zwölf Jahren vollständig gegen das Coronavirus geimpft. (Quelle: Tagesschau, 19.09.21)


FDP-Chef Lindner: Impfappell an Bürger

Mit einem Aufruf zum Impfen hat der FDP-Vorsitzende Christian Lindner seine Rede beim Bundesparteitag der Liberalen eröffnet. Die FDP sei die Partei der Freiheit, dieses Bekenntnis sei aber untrennbar verbunden mit dem Gedanken der Verantwortung, sagte er in Berlin. „Wer in Freiheit leben will, muss dafür auch selbst Verantwortung übernehmen. Und deshalb ist unser Appell an die Menschen im Land: Bitte lassen Sie sich impfen! Schützen Sie sich und andere durch eine Impfung.“ Lindner betonte, es dürfe in Deutschland auch im Herbst nicht wieder zu pauschalen Freiheitseinschränkungen und einem Lockdown kommen. „Die Schäden, die sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schäden sind bereits groß genug.“ Dazu könne jeder einen Beitrag leisten, betonte Lindner.
(Quelle: Tagesschau, 19.09.21)


Patientenschützer: Unverständnis für KBV-Vorstoß

Der Vorstoß von Kassenärztechef Andreas Gassen, zum 30. Oktober alle Corona-Beschränkungen aufzuheben, löst beim Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, Unverständnis aus. „Der „Freedom Day“ zur Aufhebung aller Corona-Beschränkungen ist eine tolle Sache. Doch beim Blick in die Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeheime scheinen solche flotten Sprüche nicht anzukommen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Hier seien die Einschränkungen für Patienten, Pflegebedürftige und Angehörige allgegenwärtig. „Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssen sich zunächst dafür einsetzen, dass ihre Vorschläge im medizinisch-pflegerischen Bereich ankommen.“(Quelle: Tagesschau, 19.09.21)


Dreyer gegen Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer spricht sich ist für die 3G-Regel aus. „Wir haben keine Impfpflicht, daher muss vom Grundsatz her Teilhabe für Nichtgeimpfte denkbar sein“, sagt sie dem Sender Phoenix. Lohnfortzahlungen für Nicht-Geimpfte lehnt die Ministerpräsidentin jedoch ab: „Wir werden Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne beenden, sobald im Oktober klar ist, dass jeder die Chance gehabt hat, sich impfen zu lassen.“ (Foto: CC s.Archiv v. 7.3.21; Quelle: Tagesschau, 19.09.21)


Bericht: Anstieg der Briefwähler in Großstädten

Eine Woche vor der Bundestagswahl ist besonders in den Großstädten bereits ein starker Anstieg der Briefwähler zu beobachten. Die Städte Frankfurt am Main und Bremen verschickten laut einer Umfrage der „Welt am Sonntag“ doppelt so viele Briefwahlunterlagen wie zum gleichen Zeitpunkt vor der vergangenen Bundestagswahl. Frankfurt am Main verschickte demnach bisher 160.500 Briefwahlunterlagen – knapp doppelt so viele wie bei der Wahl 2017 im gleichen Zeitraum. Auch in weiteren Großstädten wie Bremen, Hamburg, Düsseldorf und München beantragten demnach bedeutend mehr Menschen Briefwahl. (Quelle: Tagesschau, 19.09.21)


Kanzleramtschef lehnt „Freedom Day“ im Herbst ab

Kanzleramtschef Helge Braun lehnt die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) geforderten Aufhebung aller Corona-Auflagen Ende Oktober ab. „Von einem ‚Freedom day‘ im Herbst … halte ich derzeit nicht viel“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. „Denn es kann gut sein, dass es noch eine weitere Welle geben wird.“ Gut vier Millionen Menschen hätten sich bis heute infiziert, aber 20 Millionen noch keinen Impfschutz. „Das zeigt, wie groß eine neue Welle im schlechtesten Fall werden kann. Wir sollten erst eine Aufhebung der Beschränkungen versprechen, wenn der Prozentsatz der Durchgeimpften insbesondere in den höheren Altersgruppen deutlich gestiegen ist – wir also eine Gemeinschaftsimmunität erreichen“, fügt Braun hinzu.

Braun sprach sich gegenüber Reuters gegen eine bundesweite Ausdehnung 2G-Regeln ohne Not aus. Die von einigen Bundesländern ermöglichte 2G-Regelung finde er richtig, wenn 3G nicht ausreiche, um Infektionen zu vermeiden. „Aber ich bin nicht für eine flächendeckende Einführung von 2G, wenn dies nicht aufgrund einer drohenden Überlastung des Gesundheitswesens erforderlich ist.“
(Foto: CCs. Archiv v. 6.3.21; Quelle Tagesschau, 19.09.21)


Hannover: Corona-Spürhunde heute erstmals bei Konzert im Einsatz

Erstmals in Deutschland sollen Corona-Spürhunde im Praxiseinsatz eine Konzertreihe für ein Forschungsprojekt in Hannover sicherer machen. Bei vier Konzerten wollen die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und Veranstalter den Einsatz von Corona-Spürhunden testen. Die Konzertreihe startet heute auf der Gilde-Parkbühne in Hannover. 500 Zuschauerinnen und Zuschauer sind zu der Open-Air-Veranstaltung zugelassen. Alle müssen ein negatives Testergebnis vorlegen. Bei der Einlasskontrolle geben sie zusätzlich Schweißproben auf Wattepads ab. Direkt danach sollen die ausgebildeten Corona-Spürhunde daran riechen und infizierte Gäste erkennen.

Beim ersten Konzert mit 500 Besuchern sollen fünf bis sechs Hunde im Einsatz sein. Ziel sei, „Gefährdungspotenziale herunterzudampfen“ – und herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option sei, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sprach von weltweit 26 Studien, die alle ergeben hätten, dass Hunde Corona-Infektionen erschnüffeln könnten. (Quelle: Tagesschau, 19.09.21)


DIHK: „Weg aus Corona-Krise kein Selbstläufer“

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat umfassende Vorschläge vorgelegt, damit die Wirtschaft in Zeiten der Pandemie zurück zu alter Stärke findet. „Der Weg aus der Krise ist kein Selbstläufer“, heißt es in einem Papier, das der Nachrichtenagentur dpa vorlag. „Ein wichtiges Ziel der Corona-Politik sollte sein, dass unter Beachtung der verbleibenden gesundheitlichen Risiken die Restriktionen für die Wirtschaft weitestgehend zurückgefahren werden.“ DIHK-Präsident Peter Adrian sagte: „Die Corona-Pandemie ist weiter eine Belastung für die deutsche Wirtschaft: Betriebe, die besonders von den Lockdowns betroffen waren, haben ihre Verluste noch nicht aufgeholt und kämpfen mit Liquiditätsengpässen. Gleichzeitig wirken sich unterbrochene Lieferketten und Preissteigerungen für viele Unternehmen negativ aus.“

Unternehmen plädieren unter anderem für bundesweite, transparente Corona-Regelungen sowie für digitale Lösungen, um den Geschäftsbetrieb im Einklang mit dem Gesundheitsschutz aufrecht zu erhalten. Zielgerichtet und schnell eingesetzte Förderinstrumente seien bei Bedarf wichtig, um den Unternehmen den Weg aus der Krise zu ermöglichen. (Quelle: Tagesschau, 19.09.21)


Umfrage: Mehrheit in Deutschland für 2 G

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland findet es richtig, wenn nur gegen das Coronavirus Geimpfte und davon Genesene (2G) ins Restaurant gehen oder Veranstaltungen besuchen dürfen.

In einer Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ äußerten sich 57 Prozent dahingehend. 33 Prozent halten es für falsch, wenn Gastronomie und Veranstaltungen nur noch Geimpften und Genesenen offen stehen. Von den Befürwortern wünschen sich 66 Prozent, dass 2G-Regeln verpflichtend eingeführt werden, 31 Prozent meinen, dass die Einführung jedem Gastronom oder Veranstalter überlassen werden sollte.

Aus Sicht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) müssen Impfunwillige Einschränkungen in Kauf nehmen. Jedem müsse klar sein, dass er nicht nur eine Verantwortung gegenüber sich selbst, sondern auch gegenüber anderen trage, sagte Schäuble dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntag). „Und da muss am Ende jeder, der sich nicht impfen lässt, weil er nicht überzeugt ist, mit möglichen Konsequenzen und Beschränkungen der eigenen Freiheit leben.“
(Quelle: GN, 19.09.21)



Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Sonntag 11 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das geht aus dem Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Der Inzidenzwert nach Berechnungen des Robert-Koch Institutes liegt bei 52,2. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie beträgt 5977, demgegenüber gibt es 5691 Genesene. 323 Grafschafter befinden sich in Quarantäne. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19 Erkrankung liegt bei 126.
Die landesweite Hospitalisierungsrate beträgt wie am Vortag 4,7. Die Zahl gibt die landesweite Aufnahme in Krankenhäusern wegen Covid-19 pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen an. Die landesweite Belegung der Intensivbetten liegt bei 5,7 Prozent.

Die 160 aktuellen Coronafälle am Sonntag verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 7 (0), Emlichheim: 9 (0), Uelsen: 3 (-1), Neuenhaus: 9 (-1), Wietmarschen: 16 (0), Nordhorn: 88 (-1) und Schüttorf: 28 (-1) (Quelle: GN, 19.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am sechsten Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 70,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 72,0 gelegen, vor einer Woche bei 80,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7.337 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.13 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 7.345 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 38 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es acht Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.142.116 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,89 an (Donnerstag: 1,87). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.888.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.958. (Quelle: GN, 19.09.21)


Madrid: 25.000 Menschen feiern illegale Open-Air-Party

In der spanischen Hauptstadt Madrid haben nach Angaben der Polizei rund 25.000 junge Leute trotz Verbots eine riesige Open-Air-Party gefeiert. In sozialen Netzwerken war zu sehen, wie die Teilnehmer in der Nacht zum Samstag auf Freiflächen zwischen Universitätsgebäuden in Madrids Stadtteil Ciudad Universitaria tanzten und Alkohol tranken, wie die Zeitung „El País“ berichtete.

Auch aus Barcelona wurde vom Campus der Autonomen Universität eine ähnliche Massenfete mit 8000 Teilnehmern gemeldet, wie die Zeitung „La Vanguardia“ schrieb. In Spanien hat gerade das Wintersemester begonnen. Partys im Freien oft mit viel Alkohol, die in Spanien „Botellones“ genannt werden, sind verboten und das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit kann hohe Bußgelder nach sich ziehen.

Das offizielle Nachtleben in Spanien unterliegt wegen Corona aber immer noch einigen Einschränkungen und ist gerade für junge Leute auch oft zu teuer. Die Polizei in Madrid betonte, sie habe für die Auflösung einer solchen Massenansammlung nicht genügend Kräfte zur Verfügung gehabt und sich deshalb zurückgehalten. Die letzten Partygänger seien in Madrid erst am Samstagmorgen gegen sieben Uhr abgezogen. Elf Jugendliche kamen wegen Alkoholvergiftung in ärztliche Behandlung. (Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


New Yorker Philharmoniker: Erstes Konzert seit über 500 Tagen

Nach Corona-bedingter Pause von mehr als 500 Tagen haben die New Yorker Philharmoniker ihr erstes reguläres Konzert gespielt. Wie der Lokalsender „NY1“ berichtete, trugen die Zuschauer und fast alle Musiker in der ausverkauften Alice Tully Hall in der Upper West Side Manhattans am Freitagabend Masken. Zudem musste jeder Besucher nachweisen, geimpft zu sein. Der Saisonstart der Philharmoniker markiert einen weiteren Wegpunkt bei der vollständigen Öffnung New Yorks angesichts der gefallenen Corona-Beschränkungen. Zuletzt hatten auch die Spielstätten am Broadway wieder ihre Arbeit aufgenommen.
Zuschauer bei einem Konzert der New Yorker Philharmoniker in der Alice Tully Hall. (Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


OB Reiter: 2022 „definitiv keine Wiesn für alle“

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat schon jetzt klare Regeln für das Oktoberfest 2022 angekündigt. „Es wird definitiv keine Wiesn für alle geben“, sagte der SPD-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“. „Wenn sich jemand nicht testen oder impfen lassen will, dann wird er auch 2022 nicht aufs Oktoberfest gehen können.“ Nur für Kinder gebe es Ausnahmen. Im Gegenzug solle aber in den Bierzelten und auf dem Festgelände Betrieb wie vor Corona herrschen, so Reiter. „Eine kastrierte Wiesn kann es nicht geben.“ In den Zelten etwa könne es keine Vorschriften wie Abstandhalten oder das Tragen von Masken geben. „Das ist dann kein Oktoberfest. Bevor so etwas kommt, lassen wir es lieber sein.“ Das Oktoberfest war wegen der Corona-Pandemie 2020 und 2021 abgesagt worden. Ob es 2022 tatsächlich wieder klappt, soll laut Reiter spätestens im April endgültig feststehen.
(Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


Leichte Entspannung der Lage im Iran

Im Iran zeichnet sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums eine leichte Entspannung der Corona-Lage ab. Die Fallzahlen seien wegen der Delta-Variante zwar immer noch relativ hoch, aber weitaus niedriger als in den letzten vier Wochen, erklärte das Ministerium auf seinem Webportal. Die Zahl der täglichen Todesfälle sei von über 700 auf fast 350, die der Neuinfektionen von mehr als 50.000 auf weniger als 13.000 gesunken.

Als Grund für die Wende nennen Gesundheitsexperten die Einfuhr ausländischer und Fertigstellung heimischer Impfstoffe in den vergangenen Wochen. Der bis dahin schleppende Fortgang der Impfungen sei kräftig beschleunigt worden. Laut Gesundheitsministerium wurden mittlerweile über ein Drittel der mehr als 83 Millionen Iraner mindestens einmal und 16 Prozent doppelt geimpft. (Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


Demo in Melbourne: Festnahmen und Verletzte

In der australischen Metropole Melbourne sind bei gewaltsamen Protesten gegen den anhaltenden Corona-Lockdown mehrere Polizisten verletzt worden. Es seien mehr als 200 Demonstranten festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Die Demonstranten durchbrachen demnach Absperrungen im Stadtzentrum und lieferten sich gewaltsame Auseinandersetzungen mit den Beamten.

Trotz eines Versammlungsverbots nahmen nach Polizeiangaben und 700 Menschen an der Protestaktion teil. Beamte seien mit Wurfgeschossen beworfen, andere in der Menge regelrecht „niedergetrampelt“ worden. Sechs Polizisten mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Polizei setzte unter anderem Pfefferspray gegen die Demonstranten ein.
(Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


Spahn will Nachweis durchgemachter Infektion erleichtern

Für den Nachweis einer durchgemachten Corona-Infektion vor einer Impfung sollen bald auch Antikörpertests verendet werden können. „Viele Bürgerinnen und Bürger waren infiziert, ohne es zu merken“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der „Bild“-Zeitung. „Mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest kann man das mittlerweile sicher nachweisen.“ Künftig gelte jeder als vollständig geimpft, „der mit einem Antikörpertest eine durchgemachte Infektion nachweisen kann und sich einmal hat impfen lassen“, kündigte Spahn an. „So bekommen noch mehr Impfwillige ihre Freiheit zurück.“
(Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


London Fashion Week ist zurück auf den Laufstegen

Erstmals seit Beginn der Pandemie hat die Modewoche in London ihren Auftakt mit echten Shows und Veranstaltungen gefeiert. „Bei der Fashion Week geht es nicht nur darum, Kleidung anzuschauen, es geht auch darum, über die Zukunft zu reden“, sagte die Vorsitzende des Branchenverbandes British Fashion Council, Stephanie Phair, dem „Guardian“. „Wir müssen zusammen kommen und darüber reden, wie der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft gelingen kann.“ Damit ist die möglichst ressourcenschonende Wiederverwertung von Rohstoffen und Materialien gemeint. (Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


Indien verabreicht 25 Millionen Impfdosen an Modis Geburtstag

Indien hat bei einer Impfkampagne am Geburtstag von Premierminister Narendra Modi 25 Millionen Impfungen gegen das Coronavirus verzeichnet. Damit sei die Zahl der Impfungen insgesamt gegen das Coronavirus in Indien auf mehr als 790 Millionen gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Modi wurde am Freitag 71.

Mehr als 62 Prozent der impfberechtigten Erwachsenen in Indien sind mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Etwa 21 Prozent haben zwei Dosen bekommen. Dem Gesundheitsministerium zufolge sollen bis Mitte Oktober mehr als eine Milliarde Impfdosen verabreicht sein. 18.9.2021 (Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


Lauterbach warnt vor schwieriger Lage im Herbst

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fürchtet eine schwierige Corona-Lage im Herbst, falls die Impfkampagne nicht besser vorankommt. „Was wir momentan sehen, ist nach meinem Dafürhalten eine Verschnaufpause, nicht viel mehr“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ mit Blick auf die zuletzt leicht sinkenden Corona-Infektionszahlen. „Ich gehe davon aus, dass die Fallzahlen in dem Moment wieder steigen werden, in dem sich das Leben der Menschen verstärkt in Innenräumen abspielt.“ Deutschland brauche ein „sehr viel höhere Impfquote“, um in absehbarer Zeit in die Normalität zurückzukehren, mahnte Lauterbach. „Andernfalls droht uns ein schwieriger Herbst.“
(Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


Nena sagt Tour ab

Popsängerin Nena hat ihre für das kommende Jahr geplante Konzert-Tour abgesagt. „Ich will nicht lange drum rumreden. Meine Tour 2022 wird nicht stattfinden. Und ich werde sie auch kein zweites Mal verschieben“, postete die 61-Jährige am Freitag bei Instagram. Als Grund nannte sie die coronabedingten Einschränkungen.

„Ich stehe zu meiner Aussage: Auf einem Nena-Konzert sind ALLE MENSCHEN WILLKOMMEN. Hier in unserem Land geht es derzeit in eine ganz andere Richtung, und ich mache da nicht mit.“ Tickets könnten dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden.Die in Hamburg lebende Sängerin hat in der Pandemie mehrfach für Diskussionen gesorgt. Im März veröffentlichte sie bei Instagram ein Video mit dem Titel „Danke Kassel“, nachdem in der Stadt Tausende Menschen gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen auf die Straße gegangen waren. Im Oktober löste sie mit einem Post auf Instagram Diskussionen über mögliche Verschwörungstheorien aus, betonte aber, dass sie nicht als Corona-Leugnerin verstanden werden wolle.

Ende Juli war bei Berlin ein Konzert vor einer möglichen Zugabe beendet worden. Zuvor hatte sich Nena laut einem Bericht des „Tagesspiegels“ und mehrerer Videos bei Twitter über die Hygienevorschriften geäußert. „Mir wird gedroht, (…) dass sie die Show abbrechen, weil ihr nicht in eure (…) Boxen geht“, sagte Nena demzufolge. „Ich überlasse es in eurer Verantwortung, ob ihr das tut oder nicht. Nach dem Konzert in Berlin wurden ein Konzert im hessischen Wetzlar und ein weiteres im schleswig-holsteinischen Bad Segeberg abgesagt. (Quelle: TSP, 18.09.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Samstag acht Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Kreisgebiet, das geht aus dem Corona-Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Der Inzidenzwert nach Berechnungen des Robert-Koch Institutes sinkt von 62,4 am Freitag auf 55,8. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie liegt bei 5966. Demgegenüber stehen 5676 Genesene. In Quarantäne befinden sich 343 Grafschafter, drei mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 126.
Die landesweite Hospitalisierungsrate beträgt wie am Vortag 4,7. Die Zahl gibt die landesweite Aufnahme in Krankenhäusern wegen Covid-19 pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen an. Die landesweite Belegung der Intensivbetten liegt bei 5,7 Prozent.

Die 164 aktuellen Coronafälle am Samstag verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen (in Klammern die Veränderung zum Vortag):Bad Bentheim: 7 (-4), Emlichheim: 9 (-2), Uelsen: 4 (+1), Neuenhaus: 10 (-1), Wietmarschen: 16 (0), Nordhorn: 89 (-11) und
Schüttorf: 29 (0) Quelle: GN, 18.09.21)


Münster: Corona-Infektionen nach Feier werfen Fragen auf

Obwohl alle Feiernden geimpft oder genesen waren, gibt es Dutzende Corona-Fälle bei einer Party. Der Fall aus Münster spricht jedoch nicht gegen das 2G-Konzept.

Freitagabend vor zwei Wochen in einem Club in Münster: 380 Frauen und Männer treffen sich zum Feiern und Tanzen nach einer langen Arbeits- und Studienwoche. Die meisten von ihnen sind Anfang oder Mitte 20 – und alle haben an der Tür angegeben, vollständig gegen Corona geimpft oder von der Krankheit genesen zu sein. Sie halten sich also an die sogenannte 2G-Regel, die Voraussetzung für den Zutritt ist. Trotzdem wird es eine Partynacht mit Folgen.

Denn wenige Tage später häufen sich bei den Partygästen die Corona-Infektionen – wenn bislang auch nur milde oder gar keine Symptome aufgetreten sind. Erst meldet die Stadt Münster 26 Infizierte, dann steigt die Zahl immer weiter, aktuell sind es 85 und ein Mitarbeiter des Clubs (Stand 17.9.). Das ist mehr als jeder fünfte Party-Teilnehmer.

Wie kann das sein? Zeigt das Superspreader-Event etwa, dass 2G (nur Geimpfte und Genesene kommen rein) im Kampf gegen die Pandemie gar nicht besser ist als 3G (auch Getestete kommen rein)? Steht möglicherweise gar nicht der Schutz bei 2G im Vordergrund, sondern die Schikane von Ungeimpften, wie mancher vermutet?

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in Bezug zu den Geschehnissen in Münster eine klare Meinung: „Spricht das gegen 2G? Nein, klar dafür. Ohne 2G wären viel mehr Partybesucher schwer erkrankt“, teilte er kürzlich auf Twitter mit.

Eine Party mit mehreren hundert Gästen – kaum Platz, laute Musik, Gespräche ohne Abstand, vielleicht sogar lautes Mitsingen – all das bringe für ein infektiöses Aerosol ein ideales Umfeld, sagte Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, der Deutschen Presse-Agentur. Die Partynacht von Münster sei deshalb eine „Sondersituation“.

Wenn nur einer oder zwei der Gäste frisch infiziert sind, seien gerade bei der besonders ansteckenden Delta-Variante der Krankheit Infektionen auch bei Geimpften und Genesenen möglich. Denn bei Delta-Infektionen sinke der Impfschutz, die Wahrscheinlichkeit eines sogenannten Impfdurchbruchs steige rapide an.

Falsche Angaben der Gäste zu ihrem Impfstatus als Erklärung schließt die Stadt nach jetzigem Stand aus. Bisher hätten keine Verstöße bei den von Infizierten eingeforderten Impfnachweisen festgestellt werden können, erklärte die Pressestelle der Stadt Münster.

An den baulichen Voraussetzungen könne es auch nicht liegen: Die Lüftungsanlagen des Clubs überträfen laut Wartungsfirma sogar die Anforderungen. Und die deutliche Mehrzahl der Gäste sei mit den gegen Delta besonders wirksamen mRNA-Impfstoffen geimpft, teilte die Stadt mit.

Also sei zu folgern, dass Partynächte in Clubs oder Discos auch mit 2G nicht infektionsfrei möglich seien, sagte Salzberger – vielleicht anders als in Restaurants, wo mehr Abstand gehalten werde. Allerdings sei ja keiner der Teilnehmer schwer krank geworden. Die Impfung schütze also auch da, wo eine Infektion nicht zu verhindern sei, vor schweren Verläufen.

Die Frage der Sicherheit durch 2G-Regeln ist brisant, schließlich haben zahlreiche Länder wie Hessen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen 2G-Hürden für Veranstaltungen in Innenräumen angekündigt.

Bei rechtlichen Überprüfungen würden womöglich Niederlagen vor Gericht drohen, wenn diese gravierenden Freiheitseinschränkungen für Nichtgeimpfte nicht durch einen klaren Nutzen zu rechtfertigen wären. Der Münsteraner Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer zog sein eigenes Fazit: „Dass sich Personen trotz Immunisierung auch weiterhin anstecken und zu Überträgern werden können, ist bekannt“, sagte er der dpa. „Klar ist aber auch, dass die Schutzimpfung das Risiko einer schweren Erkrankung extrem reduziert.“

Die Ansteckungsserie zeige erneut die enorme Bedeutung der Schutzimpfung – und dass niemand sorglos sein sollte, vor allem nicht bei engen Kontakten in geschlossenen Räumen. (Quelle: TSP, 18.09.21)



Tokio-Marathon wegen Corona-Pandemie auf März 2022 verschoben

Der für den 17. Oktober geplante Tokio-Marathon ist wegen den Corona-Pandemie auf den 6. März 2022 verschoben worden. Noch immer befindet sich die Olympiastadt wegen der hohen Infektionszahlen im Ausnahmezustand. Aufgrund der schwierigen Prognose des Covid-19-Trends und den damit verbundenen Mobilitätseinschränkungen habe man sich für die Verschiebung entschieden, hieß es am Samstag vom Veranstalter. (Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


GEW-Chefin warnt vor erneuten Schulschließungen

Die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Maike Finnern, warnt vor erneuten Schul- und Kita-Schließungen wegen der Corona-Pandemie im Herbst und Winter. „Die Politik muss jetzt alles dafür tun, dass wir keinen Winter wie im vergangenen Jahr bekommen,“ sagt sie dem Online-Magazin „Business Insider“. Der aktuelle Kurs sei aber der Falsche und die Maßnahmen für Schulen zu zögerlich. Ein Problem sei vor allem, dass nach wie vor flächendeckende PCR-Tests an Schulen fehlten.

Zu viele Schulen setzten immer noch auf übliche Schnelltests, bei denen das Ergebnis aber oft nicht präzise genug sei. Statt über Prävention zu diskutieren, begrenzten die Gesundheitsminister der Länder die Quarantäne in Kitas und Schulen auf wenige Personen. Es brauche aber einen Mix aus Maßnahmen aus PCR-Tests, Luftfiltern und mehr Personal. Sonst könne man nicht am Präsenz-Unterricht festhalten, wie von den Gesundheitsministern versprochen. (Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


Städtetag will weitere Impfangebote

Zum Ende der Impfaktionswoche hat der Deutsche Städtetag von den Bundesländern Pläne für weitere kreative Impfangebote gefordert. „Gelegenheit macht Impfungen. Umso wichtiger ist es, dass es diese wirksamen Angebote auch nach dem Ende der Impfzentren zum 1. Oktober 2021 gibt“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. „Die Landesregierungen müssen dafür jetzt ihre Pläne auf den Tisch legen.“

Die Impfaktionswoche von Bund, Ländern und Kommunen sei ein Erfolg gewesen, fügte Dedy hinzu. „Sie hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig niedrigschwellige Impfangebote sind, um die Menschen zu erreichen, die noch nicht geimpft sind.“ Die Städte hätten viel Kreativität bewiesen. Man müsse den Menschen weiter dort den schnellen Piks zum Schutz vor dem Coronavirus ermöglichen, wo sie sich im Alltag aufhalten. Laut dem Robert Koch-Institut sind bislang knapp 63 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.
(Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


DIW-Chef: Gestiegene Inflation kein Grund zur Sorge

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, ist Sorgen wegen der aktuell hohen Inflation entgegengetreten. Derzeit gebe es letztlich eine Normalisierung von den gefallenen Preisen in der Corona-Krise im vergangenen Jahr, sagte Fratzscher im Deutschlandfunk. Wenn man das über zwei Jahre vergleiche, sei das völlig konsistent mit der Preisstabilität. „Wir sehen also eine willkommene Normalisierung der Preise“, sagte der Ökonom. Es sei zudem relativ wahrscheinlich, dass die Preissteigerung im nächsten Jahr wieder eher unter zwei Prozent liege und damit unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). (Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


Lauterbach fordert staatliche Impfprämie e

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fordert der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach eine staatliche Impfprämie. „Aus meiner Sicht sollten wir in der Situation, in der wir sind, kein Mittel ausschließen, um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen“, sagte der Bundestagsabgeordnete der „Passauer Neuen Presse“. „Das gilt auch für die Zahlung sogenannter Impfprämien, der ich bislang immer sehr skeptisch gegenüberstand“, erklärte er. Deutschland brauche eine sehr viel höhere Impfquote, um in absehbarer Zeit in die Normalität zurückzukehren. Andernfalls drohe „ein schwieriger Herbst“. Die derzeit leicht zurückgehenden Inzidenzwerte sind laut dem Gesundheitsexperten kein Grund zur Entwarnung. „Was wir momentan sehen, ist nach meinem Dafürhalten eine Verschnaufpause, nicht viel mehr“, sagte Lauterbach. „Ich gehe davon aus, dass die Fallzahlen in dem Moment wieder steigen werden, in dem sich das Leben der Menschen verstärkt in Innenräumen abspielt.“ (Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


Kassenärztechef fordert „Freedom Day“ in sechs Wochen

Kassenärztechef Andreas Gassen hat die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober gefordert. „Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat“, sagte er der der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Also braucht es jetzt eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns Freedom Day! Am 30. Oktober werden alle Beschränkungen aufgehoben!“ Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) betonte, das Datum gebe jedem, der wolle, genug Zeit, sich noch impfen zu lassen.

Gassen berief sich bei seinem Vorstoß auf die Erfahrungen in Großbritannien, wo Premier Boris Johnson schon Mitte Juli die Pandemie-Eindämmung weitestgehend beendet hatte. „Dort ist das Gesundheitssystem nicht kollabiert. Das muss Mut machen, zumal das deutsche Gesundheitssystem deutlich leistungsfähiger als das britische ist und deutlich mehr Schwerkranke, die wir hoffentlich auch nicht haben werden, behandeln könnte“, erläuterte der KBV-Chef. Ohne die Ankündigung eines „Freiheitstages“ würde sich Deutschland endlos weiter durch die Pandemie schleppen. (Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


FDA empfiehlt Corona-Auffrischungsimpfungen nur für Ätere und Risikogruppen.

Eine einflussreiche Gruppe von Wissenschaftlern der US-amerikanischen FDA ist am Freitag nach langer Diskussion zu dem Schluss gekommen, dass vorliegende Daten eine allgemeine Einführung einer dritten Impfdosis für Menschen älter als 16 Jahre nicht rechtfertigten. Für Senioren über 65 und Angehörige von Risikogruppen würde eine dritte Dosis aber Sinn machen, hieß es.

US-Präsident Joe Biden hatte sich angesichts abnehmender Immunität gegen Covid-19 für eine weitere Dosis für alle ausgesprochen, deren Zweitimpfung schon mehr als acht Monate her ist.

Zuletzt hatten aber auch Forscher im Fachmagazin „The Lancet“ Zweifel an Corona-Auffrischungsimpfungen für alle geäußert: „Die bisherige Studienlage zeigt keine Notwendigkeit, in Bevölkerungsgruppen mit wirksamer, vollständiger Impfung Booster auf breiter Front zu verabreichen“, hieß es dort. Die weltweit noch immer begrenzte Anzahl an Impfdosen könne die meisten Leben retten, wenn sie Menschen zugute käme, die ein erhebliches Risiko einer schweren Erkrankung haben und noch ungeimpft sind.

Hintergrund ist, dass in manchen reichen Ländern über Auffrischungsimpfungen für alle nachgedacht wird, während anderswo noch kaum jemand geimpft ist. Die WHO hatte bereits Anfang August einen vorübergehenden Stopp von Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus gefordert, so lange noch viele ärmere Länder auf Impfdosen warten.
(Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


Verfahren gegen mutmaßlichen 9/11-Drahtzieher wegen Corona ausgesetzt

Das Verfahren gegen den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001, Khalid Sheikh Mohammed, im US-Gefangenenlager Guantanamo ist erneut unterbrochen worden. Der vorsitzende Richter setzt die Vorverhandlungen am Freitag aus, nachdem eine Corona-Ansteckung unter den anwesenden Journalisten festgestellt wurde, wie das Gericht mitteilte. Ein weiterer Anwesender während der Anhörungen zeigte demnach Symptome, eine Ansteckung ist bislang aber nicht erwiesen.

Die Anhörung am Freitag sollte die letzte der zweiwöchigen Sitzung sein, nachdem das Verfahren nach rund eineinhalbjähriger Unterbrechung wieder aufgenommen worden war. Auch abgesehen von der erneuten Unterbrechung ist weiterhin völlig unklar, wann der eigentliche Prozess beginnen wird. Der neue, bereits achte Richter in dem Fall, Luftwaffen-Oberst Matthew McCall, hatte bekräftigt, dass es „Bewegung“ gebe. Gemeinsam mit Mohammed waren in den vergangenen Anhörungen vier weitere Angeklagte vor dem Militärtribunal erschienen – Ramsi Binalshibh, Mustafa al-Hawsawi, Ammar al-Baluchi und Walid bin Attash. Den fünf Männern werden unter anderem Terrorismus und Mord in 2976 Fällen zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe. (Quelle: Tagesschau, 18.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am fünften Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 72,0 an.
Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 74,7 gelegen, vor einer Woche bei 82,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8901 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.40 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.214 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 63 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 45 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.134.779 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,89 an (Mittwoch: 1,87). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.882.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.920. (Quelle: RKI, 18.09.21)


Studie: Moderna schützt besser vor schwerer Erkrankung als BioNTech

Laut einer US-Studie schützt der Impfstoff des Pharmakonzerns Moderna langfristig besser gegen schwere Corona-Erkrankungen als der Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Die von der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) veröffentlichte Studie ergab, dass der Impfschutz von BioNTech nach vier Monaten deutlich abnahm, während er bei Moderna nahezu stabil blieb. Die CDC-Forscher hatten für die Studie 3689 Fälle von Krankenhaus-Patienten zwischen März und August untersucht.

In den Untersuchungszeitraum fiel der massive Anstieg an Infektionen mit der deutlich ansteckenderen Delta-Variante in den USA. Von den Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen waren 12,9 Prozent mit Moderna geimpft und 20 Prozent mit BioNTech. Bei Patienten, die mit Moderna geimpft waren, machte es demnach kaum einen Unterschied, wie lange die Impfung bereits zurücklag: Der Impfschutz betrug in den ersten vier Monaten 93 Prozent und danach 92 Prozent. Bei Patienten mit BioNTech-Impfung sank der Impfschutz hingegen von 91 Prozent in den ersten vier Monaten auf 77 Prozent.
(Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Spahn: Mit Antikörpertest genügt Infizierten eine Impfung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Bürgern nach einer unbemerkten Corona-Infektion ermöglichen, dass ein Antikörpertest und eine Impfung bereits als Nachweis für einen vollständigen Impfschutz ausreichen. „Viele Bürgerinnen und Bürger waren infiziert, ohne es zu merken“, sagte der Politiker der „Bild“-Zeitung. „Mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest kann man das mittlerweile sicher nachweisen.“

Die Impfverordnungen müssten dafür nicht angepasst werden, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Die neue Regel solle in Kürze auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts bekannt gegeben werden. Bezahlt werden muss der Antikörpertest – circa 20 bis 25 Euro – allerdings selbst. Für den Status „Genesen“, für den keine Impfung erforderlich ist, sei nach wie vor ein positiver PCR-Test als Nachweis erforderlich. Der Status gilt für sechs Monate nach der Infektion – danach ist auch für diese Menschen eine Impfung nötig, um als geschützt zu gelten.
(Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Bericht: USA wollen Millionen Impfdosen kaufen und spenden

Die USA wollen einem Medienbericht zufolge Hunderte Millionen zusätzliche Impfdosen des BioNTech-Partners Pfizer kaufen und weltweit spenden. Der Kauf solle Anfang kommender Woche anlässlich der UN-Vollversammlung verkündet werden, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf zwei mit dem Vorhaben vertraute Personen.

US-Präsident Joe Biden macht sich im Kampf gegen die Pandemie für eine weltweite Impfkampagne stark. Die USA drängen andere Länder dazu, bis 2022 eine Impfquote der Weltbevölkerung von 70 Prozent anzustreben, wie aus US-Diskussionsvorlagen für einen am Rande des UN-Treffens geplanten virtuellen Corona-Gipfel hervorgeht. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Mehr als 86 Prozent in Frankreich geimpft

In Frankreich haben inzwischen mehr als 86 Prozent der Einwohner ab zwölf Jahren mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten. 50 Millionen Menschen über zwölf Jahren wurden nach Regierungsangaben mindestens einmal geimpft. „Der Impfstoff rettet Leben, das Virus tötet, so einfach ist das“, sagte Präsident Emmanuel Macron in einem in den Online-Netzwerken veröffentlichten Video.

Die Marke von 50 Millionen Geimpften sollte nach den Plänen der Regierung eigentlich bereits Ende August erreicht werden. Die Zahl der Geimpften war sprunghaft angestiegen, nachdem die Regierung Mitte Juli die Einführung eines Gesundheitspasses beschlossen hatte, der der deutschen 3-G-Regel entspricht (geimpft, genesen, getestet) und bei vielen Gelegenheiten vorgezeigt werden muss. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Großbritannien lockert Einreise-Regeln

Die britische Regierung hat die Corona-Regeln für Geimpfte bei Reisen nach England gelockert. Wer vollständig geimpft ist, muss demnach vom 4. Oktober an bei der Einreise in den größten britischen Landesteil keinen Nachweis über einen negativen Test mehr vorlegen. Auch der bislang notwendige PCR-Test am zweiten Tag nach der Ankunft soll ab Ende Oktober durch einen Antigen-Test ersetzt werden können, teilte Verkehrsminister Grant Shapps mit.

Die neue Regelung gilt allerdings nur für Reisen aus Ländern, die im bisherigen Ampelsystem der britischen Regierung nicht unter die Kategorie Rot fallen. Die Kategorien Grün und Orange, unter denen bislang alle EU-Länder geführt werden, sollen zudem zu einer einzigen zusammengefasst werden. Als geimpft gilt, wer in Großbritannien, der EU, den USA und einer Reihe von anderen Ländern eines der im Vereinigten Königreich zugelassenen Präparate gespritzt bekommen hat. Reisende auf der roten Liste müssen weiterhin auf eigene Kosten in Hotelquarantäne. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Washington: Raubkatzen in Zoo erkrankt

Im Zoo der US-Hauptstadt Washington sind neun Raubkatzen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sechs Löwen und drei Tiger werden behandelt. Am vergangenen Wochenende hatten Pfleger demnach beobachtet, dass die sechs afrikanischen Löwen, ein Sumatra-Tiger und zwei Sibirische Tiger unter vermindertem Appetit und Husten litten und lethargisch waren. Die infizierten Tiere wurden mit Entzündungshemmern, Antibiotika und Medikamenten gegen Übelkeit behandelt. Der Zoo betonte, dass von den Tieren keine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgehe, da sie genügend Abstand zu Besuchern haben. Die Tiere des Zoos in Washington sollen in den kommenden Monaten mit einem von dem Tierarzneimittelhersteller Zoetis entwickelten Serum geimpft werden. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Belgische Clubs öffnen – kein Maskenzwang mehr

Nach monatelanger Zwangspause dürfen die belgischen Discos am 1. Oktober wieder öffnen. Voraussetzung sei, dass die Clubs mit dem sogenannten Covid-Ticket arbeiten, sagte Regierungschef Alexander De Croo. Die Feiernden müssen also geimpft, getestet oder genesen sein. Einzelne Regionen können je nach Gesundheitslage strengere Regeln festlegen. Auch die Masken sollen in dem Land zum Oktober fallen – zumindest zum Teil. Grundsätzlich müsse der Mund-Nasen-Schutz in Geschäften und der Gastronomie nicht mehr getragen werden, sagte De Croo. In Pflegeeinrichtungen, im öffentlichen Nahverkehr oder beim Friseur gelte die Pflicht weiter. Doch machen nicht alle Landesteile bei der Neuerung mit.

Brüssels Ministerpräsident Rudi Vervoort machte deutlich, dass die Hauptstadt-Region am Tragen der Maske vor allem in Geschäften festhalten werde. Der Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Oliver Paasch, sagte, darüber werde für seine Region noch entschieden. De Croo zeigte sich erfreut über die hohe Impfrate im Land. Seinen Angaben zufolge sind 85 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft. Zugleich machte der liberale Politiker deutlich, dass die Quote in einigen Teilen des Landes – etwa in der Hauptstadt Brüssel – viel zu niedrig sei. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Slowenien führt Impfpflicht im öffentlichen Dienst ein

Slowenien führt eine Impfpflicht für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes ein. Die rund 31.000 Beschäftigten müssten ab 1. Oktober entweder genesen oder geimpft sein, teilte die Regierung mit. Wer eine Impfung ablehnt und nicht im Homeoffice arbeiten kann, könnte demnach seinen Job verlieren. Die slowenische Regierung hofft, auf diese Weise das Impftempo im Land zu steigern. In Slowenien sind bisher nur 45 Prozent der zwei Millionen Einwohner geimpft – dies ist eine der niedrigsten Impfquoten innerhalb der EU. Angesichts steigender Infektionszahlen führten die Behörden unter anderem einen Gesundheitspass für alle Arbeitnehmer ein. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Chef des weltgrößten Impfstoffherstellers verurteilt Drittimpfungen

Der Chef des weltgrößten Impfstoffherstellers hat angesichts der Vakzin-Knappheit in armen Ländern Auffrischungsimpfungen kritisiert. „Es ist unethisch, jemandem drei Dosen zu verabreichen, wenn andere in bestimmten Ländern und Bevölkerungsgruppen noch nicht einmal zwei Dosen erhalten haben“, sagte Adar Poonawalla, Geschäftsführer des Serum Institute of India (SII). Israel hatte als erstes Land damit begonnen, jedem Bürger eine Auffrischungsimpfung anzubieten, mehrere europäische Länder bieten Auffrischungsimpfungen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. Die Versorgung ärmerer Länder mit Impfstoffen stockt hingegen immer noch, Millionen Menschen haben dort noch nicht einmal ihre erste Impfung erhalten.


Deutliche Ost-West-Schere bei Inzidenzen

In der Corona-Pandemie zeigt sich ein weiteres deutliches Ost-West-Gefälle: Die Sieben-Tages-Inzidenz, die im Labor bestätigte Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche anzeigt, ist in fast allen östlichen Bundesländern spürbar gestiegen. Im Westen der Republik blieb sie dagegen entweder ähnlich hoch oder nahm ab, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts vom Abend. In Ostdeutschland liegen die Impfquoten weiterhin zumeist deutlich niedriger als im Westen. Insgesamt liegen die registrierten 7-Tages-Inzidenzen im Osten meist weiterhin auf einem deutlich niedrigeren Niveau als im Westen – allein die rasanten Sprünge nach oben sind auffällig.

Der Vergleich der 7-Tages-Indzidenz des RKI bezieht sich auf die erste und zweite Septemberwoche. Danach stiegen die Werte von der 35. auf die 36. Kalenderwoche für Sachsen und Thüringen um jeweils 40 Prozent an, gefolgt von Brandenburg (plus 19 Prozent) und Sachsen-Anhalt (plus 17 Prozent). Nur in Mecklenburg-Vorpommern verlief der Anstieg mit sieben Prozent eher moderat.(Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Inzidenz in Augustdorf bei über 1000

Nach einer rechnerischen Sieben-Tage-Inzidenz in Augustdorf von über 1000 haben der Kreis Lippe und die Gemeinde Maßnahmen angekündigt. Infizierten und Kontaktpersonen sollen umfangreicher informiert werden, welche Schritte erforderlich sind, teilte der Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen mit. Auch sollen mehrsprachige Flyer verteilt werden, die über das Thema Impfen und das Verhalten in Quarantäne informieren. Daneben würden auch Schwerpunkttestungen erwogen. Es gebe in der Gemeinde Augustdorf ein diffuses Infektionsgeschehen gerade in Familienverbünden, erläuterte ein Sprecher des Kreises. Das Gesundheitsamt bewerte die Infektionslage noch detaillierter. Zudem solle noch stärker auf Impfangebote hingewiesen werden. Der Kreis Lippe habe darüber hinaus nach derzeitigem Stand der Verordnungen keine rechtliche Handhabe, um erweiterte Schutzmaßnahmen anzuordnen, wie es vor Monaten noch durch Allgemeinverfügungen möglich war, heißt es. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Laschet findet Impfvorschriften in Frankreich zu streng

Kanzlerkandidat Laschet hat sich gegen die in Frankreich geltende Impfpflicht bestimmter Berufsgruppen ausgesprochen. Er lobte in einem in Auszügen veröffentlichten Interview mit mehreren Zeitungen zwar die gestiegene Impfquote in Frankreich. Trotzdem lehne er die Rigorosität der Franzosen in dieser Frage ab, fügte er hinzu. „Wir haben unseren Bürgerinnen und Bürgern versprochen, dass es keine Impfpflicht geben wird. Daran halte ich mich auch als Bundeskanzler.“

In Frankreich gilt seit Mittwoch eine Impfpflicht für Pflegepersonal und Feuerwehrleute. Millionen Mitarbeitende von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Pflege- und Rettungsdiensten sowie der Feuerwehr müssen nun mindestens mit einer Dosis geimpft sein; ab Mitte Oktober ist der volle Impfschutz vorgeschrieben. Andernfalls drohen Suspendierung und Gehaltsausfall. (Foto: CC s. Archiv v. 11.9.21; Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Hunderte abgelaufene Impfdosen von Moderna verabreicht

Wegen eines falschen Etiketts sind in Sindelfingen, Reutlingen und Esslingen 840 abgelaufene Dosen des Impfstoffs von Moderna verabreicht worden. Der Impfstoff wurde vorschriftsmäßig in Kühlboxen transportiert. Auf den Paketen war eine längere Ablaufzeit notiert, wie die drei zuständigen Landkreise mitteilten. Daher sei der Impfstoff teilweise noch gespritzt worden. Das Datum habe sich später als falsch herausgestellt. Die Verantwortlichen erwarteten wegen des Fehlers zunächst keine Folgen für die Betroffenen. Einer neuen Studie des Herstellers zufolge sei der Impfstoff so stabil, dass er drei Monate lang bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden könne. In Europa gelte aber derzeit noch die Vorgabe der Europäische Arzneimittel-Agentur, nach der die Lagerung eine Dauer von 30 Tagen nicht überschreiten soll.(Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Ehrendoktorwürde für BioNTech/Pfizer-Gründer

Die Gründer der deutschen Pharmafirma BioNTech/Pfizer, Özlem Türeci und Ugur Sahin, sind mit der Ehrendoktorwürde der medizinischen Fakultät der Universität Köln ausgezeichnet worden. Die beiden Eheleute, deren Mainzer Unternehmen den ersten zugelassenen Impfstoff gegen Corona entwickelt hatte, nahmen die Ehrung in einer von der Stadt Köln ausgerichteten Feierstunde im Historischen Rathaus entgegen. In Anwesenheit von Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) und Universitätsrektor Axel Freimuth trugen sich die beiden Wissenschaftler und Unternehmer dabei nach Angaben der Stadt auch in die Goldenen Bücher der Stadt und der Universität ein. Sahin machte in Köln sein Abitur und studierte an der medizinischen Fakultät der Kölner Universität. Dort promovierte er später auch. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Viele Kinder in Österreich wegen Corona von Schule abgemeldet

In Österreich hat sich die Zahl der Schulabmeldungen angesichts der Pandemie verdreifacht. Insgesamt 7515 Kinder bis zum neunten Schuljahr sind in häuslichem Unterricht, wie aus Zahlen des Bildungsministeriums hervorgeht. Im Vorjahr waren es rund 2600. In Österreich gilt keine Schul-, sondern lediglich eine Unterrichtspflicht. Ein Hausunterricht kann nur untersagt werden, wenn mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die Gleichwertigkeit des Unterrichtes nicht gegeben ist.

Am Ende des Schuljahrs ist an einer Schule eine sogenannte Externistenprüfung über den Unterrichtsstoff zu absolvieren. Das Bildungsministerium will künftig die Regeln für häuslichen Unterricht verschärfen. Obendrein hatte es die Eltern mehrfach darauf hingewiesen, dass im Gegensatz zur Phase des generellen Fernunterrichts nun das Lernen zu Hause nicht mehr durch die Lehrer unterstützt wird. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Putin gibt Stimme zur Parlamentswahl online ab

Der wegen eines Coronafalls in seinem engen Umfeld in Selbstisolation befindliche russische Präsident Wladimir Putin hat seine Stimme zur Parlamentswahl online abgegeben. „Unter diesen Bedingungen der gesundheitlichen Einschränkungen, der Quarantäne, habe ich meine Bürgerpflicht online erfüllt“, sagte Putin im russischen Fernsehen. Seine Landsleute rief er auf, sich an die Wahlurnen zu begeben oder online abzustimmen. Letzteres ist in sieben Regionen des Landes möglich.(Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


US-Experten beraten über Zulassung von Drittimpfung

Ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat über eine mögliche grundsätzliche Zulassung einer Drittimpfung beraten. Die Frage ist umstritten: Während einige Experten für eine Auffrischungsimpfung plädieren, halten andere sie für derzeit nicht angebracht. Führende Gesundheitsvertreter der Regierung von Präsident Joe Biden hatten schon Mitte August angekündigt, allen US-Bürgern solle ab dem 20. September eine Booster-Impfung angeboten werden.

In der Folge wurden aber Zweifel an dem Vorhaben laut. Befürworter einer Drittimpfung argumentieren, eine zusätzliche Impfdosis erhöhe den Schutz vor einer Infektion. Dies gelte insbesondere in Anbetracht der Ausbreitung der Delta-Variante und einer über die Zeit nachlassenden Schutzwirkung der Vakzine. Gegner einer Auffrischungsimpfung erklären dagegen, zwei Impfdosen der Vakzine von BioNTech/Pfizer und Moderna würden bereits ausreichenden Schutz bieten. Sie argumentieren zudem, der Schwerpunkt müsse darauf liegen, nicht geimpfte Menschen zu impfen – in den USA, aber auch in Entwicklungsländern, wo ein Mangel an Impfstoffen herrscht. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Unicef mahnt Öffnung von Schulen an

Unicef hat an Regierungen weltweit appelliert, noch wegen der Corona-Pandemie geschlossene Schulen schnellstmöglich wieder zu öffnen. Seit Beginn der Pandemie und der damit verbundenen Lockdowns hätten Schulkinder auf der ganzen Welt bereits schätzungsweise 1,8 Billionen Stunden an Präsenzunterricht verpasst, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen mit. In rund 27 Prozent der Länder weltweit seien die Schulen immer noch ganz oder teilweise geschlossen. Dadurch bleibe Mädchen und Jungen der Zugang zu Bildung und anderen wichtigen Unterstützungsangeboten verwehrt. „Wir vernachlässigen eine ganze Generation, deren Psyche und Zukunft auf dem Spiel steht“, erklärte UN-Generalsekretär António Guterres. „Wir müssen der Wiedereröffnung von Schulen Vorrang einräumen und diejenigen unterstützen, die während der Pandemie zu kurz gekommen sind. Wir dürfen nicht weiter Zeit verlieren.“ (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Kambodscha impft jüngere Kinder

Kambodscha hat mit Corona-Impfungen in der Gruppe der sechs- bis elfjährigen Schulkinder begonnen. Die Maßnahme soll eine sichere Öffnung der Schulen nach monatelanger Schließung ermöglichen. Ministerpräsident Hun Sen hielt zum Start der Impfungen eine Rede, die im Fernsehen und auf seiner Facebook-Seite übertragen wurde. Zu sehen war unter anderem, wie die Enkelkinder des Ministerpräsidenten geimpft wurden, außerdem junge Familienangehörige anderer Regierungsvertreter.

Ältere Kinder wurden in Kambodscha bereits zuvor geimpft. Hun Sen erklärte, er habe Vertreter des Gesundheitswesens angewiesen, zu untersuchen, ob Kinder zwischen drei und fünf Jahren ebenfalls geimpft werden könnten. Fast 72 Prozent der fast 17 Millionen Einwohner Kambodschas haben seit dem Start der Impfungen im Februar mindestens eine Dosis eines Corona-Vakzins erhalten. In den meisten Fällen werden chinesische Impfstoffe genutzt. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Baerbock für zeitweise Aufweichung von Patentschutz für Impfstoffe

Anders als die Bundesregierung dringt Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock auf eine zeitweise Aufweichung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe. „Monopole auf geistiges Eigentum zur Bekämpfung einer weltweiten Pandemie dürfen den Zugang zu überlebenswichtigen Schutzmaterialien, Impfstoffen und Arzneimitteln nicht versperren“, schreibt Baerbock in einer Reuters vorliegenden Antwort auf den Appell von Nobelpreisträgern und ehemaligen Regierungschefs, sich für die Freigabe von Impfpatenten einzusetzen. Es handele sich um einen engen, zeitlich begrenzten Verzicht auf die Eigentumsrechte. Dieser ziele nur darauf ab, den weltweiten Zugang zu Covid-19-verwandten Produkten zu erleichtern. (Foto: CC s. Archiv v. 4.4.20; Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Schweiz verschärft Einreise-Bestimmungen

Zur Eindämmung der Infektionszahlen erhöht die Schweiz die Hürden für Einreisen. Ab dem 20. September müssen Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, an der Grenze einen negativen Test vorweisen – unabhängig davon, woher sie kommen und mit welchem Verkehrsmittel sie einreisen. Nach vier bis sieben Tagen werde ein zweiter Test verlangt. Die Regierung wolle damit eine Zunahme der Fälle durch Reiserückkehrer nach den Herbstferien verhindern. Auslöser des Entscheids seien Erfahrungen nach den Sommerferien gewesen, als Reisende zur der besorgniserregenden Situation in dem Land beigetragen hätten.(Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


STIKO rät Schwangeren und Stillenden zur Corona-Impfung

Schwangere, Stillende und Frauen im gebärfähigen Alter sollten sich der Ständigen Impfkommission (STIKO) zufolge grundsätzlich gegen Corona impfen lassen. Nach einem sogenannten Stellungnahmeverfahren hat das Robert Koch-Institut nun die endgültige Empfehlung veröffentlicht. Ungeimpften Schwangeren wird demnach eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ans Herz gelegt. Bislang war die Immunisierung nur für werdende Mütter mit besonderem Risiko empfohlen. Auch ungeimpften Stillenden empfiehlt die STIKO eine Impfung, zudem rät sie „allen ungeimpften Personen im gebärfähigen Alter dringend die Impfung gegen Corona, so dass ein optimaler Schutz vor dieser Erkrankung bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft besteht“. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Indien: Mehr als 18 Millionen Impfungen an einem Tag

Im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt nach China wurden nach offiziellen Angaben an einem Tag mehr Menschen gegen Corona geimpft als je an einem Tag davor. Bis am frühen Abend wurden demnach mehr als 18 Millionen Menschen geimpft. Mehr als 40 Prozent der mehr als 1,3 Milliarden Menschen in Indien sind mindestens einmal gegen Corona geimpft. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Bundesregierung plant keine neuen Regeln am Arbeitsplatz

Firmen und Angestellte in Deutschland müssen sich vorerst nicht auf verschärfte Corona-Vorschriften am Arbeitsplatz einstellen, wie sie bald in Italien gelten. Ihr seien dazu „keine Pläne aus unserem Haus bekannt“, sagte eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies darauf, dass erst kürzlich die Corona-Arbeitsschutzverordnung bis zum Jahresende verlängert worden war. Diese sieht unter anderem vor, dass Arbeitgeber den in Präsenz tätigen Beschäftigten zweimal die Woche Corona-Testmöglichkeiten anbieten müssen. Auch betriebliche Hygienepläne sind darin vorgeschrieben. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Arbeitgeberpräsident Dulger kann sich Impfprämie vorstellen

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger kann sich eine Geldprämie als Impfanreiz vorstellen. Im Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“ sagte Dulger zu neuen Anreizen für eine Corona-Impfung: „Das kann man ja auch regional unterschiedlich gestalten: In München zum Beispiel mit Tickets für den FC Bayern, da würde sich wahrscheinlich die halbe Stadt piksen lassen. Und ja: Ich würde auch eine Geldprämie begrüßen – alles, was hilft, ist richtig, um in die Normalität zurückzukehren.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lehnt hingegen staatliche Impfprämien nach wie vor ab. „Ich finde die Frage spannend, was denn die 55 Millionen dazu sagen, die schon geimpft sind, die sich einen Termin besorgt haben, die mögliche Impfreaktionen in Kauf genommen haben, um sich und andere zu schützen“, sagt der CDU-Politiker der Sendergruppe RTL/ntv. Er verstehe den Ansatz und finde es auch gut, dass Unternehmen und Einzelhändler Rabattaktionen anbieten. Aber er sei gegen staatliche Prämien. „Das ist auch eine Frage der Fairness.“
(Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Wales führt Nachweispflicht für Nachtclubs ein

Nachtschwärmer im britischen Landesteil Wales müssen künftig vor Betreten von Nachtclubs und größeren Events einen Corona-Impf- oder Testnachweis vorlegen. Das teilte der walisische Regierungschef Mark Drakeford mit. Angesichts hoher Fallzahlen in dem Landesteil mit rund 3,1 Millionen Einwohnern rief der Labour-Politiker die Menschen auch dazu auf, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten. Die Regel tritt vom 11. Oktober an in Kraft und gilt für alle Erwachsenen. „Das letzte was wir wollen, sind weitere Lockdowns, und dass Geschäfte ihre Türen wieder schließen müssen“, sagte Drakeford der Mitteilung zufolge. Deswegen müssten nun kleine, aber bedeutungsvolle Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Ungarn wirft EU Blockade von Corona-Hilfen wegen LGBTQ-Streit vor

Ungarns Regierungschef Viktor Orban hat der EU vorgeworfen, Brüsseler Corona-Hilfen wegen des Streits um das Homosexuellen-Gesetz des Landes zu blockieren. Die EU-Kommission weigere sich „wegen der Debatte über die LGBTQ-Politik“, die Mittel freizugeben, sagte Orban. Der Staatshaushalt sei jedoch stabil und er werde sich weiter für die „Souveränität“ des Landes einsetzen. In Ungarn war Anfang Juli ein Verbot von „Werbung“ für Homo- und Transsexualität in Kraft getreten. Unter anderem aus Brüssel gab es daran scharfe Kritik. Dass die Diskriminierung von LGBTQ-Menschen ein Grund für das ausbleibende grüne Licht für die EU-Corona-Hilfen für Ungarn seien, weist die Kommission jedoch zurück. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Psychologin: Pandemie hat Trauerprozesse erschwert

Die Psychologieprofessorin Birgit Wagner rechnet in den kommenden Monaten mit Therapiebedarf bei Menschen, die sich während der Pandemie nicht von sterbenden Angehörigen verabschieden konnten. „Es ist schlicht grausam gewesen, Angehörigen einen Besuch des Sterbenden zu verweigern“, sagte sie dem „Spiegel“. Gerade zu Beginn der Pandemie habe dies Trauerprozesse erheblich erschwert. Oft sei die Vorstellung, was der oder die Verstorbene in den letzten Stunden erlebt habe, viel schlimmer als das, was wirklich geschehen sei, erklärte die Expertin für Klinische Psychologie. Forschungen deuteten außerdem darauf hin, dass auch ein Blick auf den Leichnam des geliebten Menschen bei der Verarbeitung der Trauer helfen könne, genauso wie eine gelungene Abschiedsfeier. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Israel: Sanitätstruppe betreut Corona-Kranke zu Hause

Um die Krankenhäuser in der Corona-Krise zu entlasten, betreut die Sanitätstruppe der israelischen Armee seit dieser Woche Corona-Infizierte zu Hause. Dutzende Teams aus Arzt, Krankenpfleger und Fahrer würden zunächst 250 Kranke täglich besuchen, teilte die Armee mit. Die Operation „Hand in Hand“ könne bei Bedarf aber noch ausgebaut werden. In Israel wurden zuletzt mehrfach mehr als 10.000 neue Corona-Fälle pro Tag registriert – die höchsten Zahlen seit Beginn der Pandemie. Am Freitag meldete das Gesundheitsministerium 3171 neue Corona-Infizierte für den Vortag. Allerdings war auch deutlich weniger getestet worden. 658 Corona-Infizierte sind demnach schwer krank. Knapp 60 Prozent der rund 9,4 Millionen Israelis sind geimpft. (Quelle: BR24, 17.09.21)


1420 Aktionen bei bundesweiter Impfwoche

Bei der noch bis diesen Sonntag laufenden bundesweiten Aktionswoche für Corona-Impfungen sind laut Bundesregierung rund 1400 Impf-Gelegenheiten vor Ort organisiert worden. Damit solle auch erneut ins Bewusstsein gerückt werden, wie einfach und für jeden erreichbar das Impfangebot sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Jede Impfung macht nicht nur die geimpften Personen, sondern uns alle ein wenig sicherer.“ Es werde sicherlich auch nach dieser Woche weitere fantasievolle und unkonventionelle Impf-Aktionen geben, sagte Seibert.

Er bekräftigte erneut: „Die Bundesregierung hat eine allgemeine Impfpflicht immer abgelehnt, und da gibt es auch keine veränderte Position.“ Für die am Montag gestartete Aktionswoche hatten Bund und Länder alle Akteure vor Ort dazu aufgerufen, unkomplizierte Impfangebote zu organisieren – etwa bei Vereinen, Feuerwehren, Kulturveranstaltern oder Unternehmen. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


IOC-Chef Bach kündigt Impfprogramm für Winterspiele an

Mit einer Neuauflage seines Impfprogramms will das Internationale Olympische Komitee die Winterspiele in Peking sicherer machen. Das IOC werde Verbände und weitere Partner dabei unterstützen, Impfstoffe gegen das Coronavirus für alle Teilnehmer der Spiele verfügbar zu machen, schrieb IOC-Präsident Thomas Bach in einem Brief an die olympische Bewegung. Dabei werde man sich „natürlich im Rahmen der nationalen Bestimmungen“ bewegen, versicherte Bach.

Das Impfprogramm für Tokio habe „effektiv gewirkt“, versicherte Bach. Daher rief er alle Beteiligten der kommenden Winterspiele auf, rechtzeitig ihren Bedarf anzumelden, damit das IOC entsprechende Vorkehrungen treffen könne. Bach bekräftigte, man werde für die Peking-Spiele erneut „strenge Maßnahmen gegen Covid-19 treffen, um die Gesundheit und Sicherheit aller Teilnehmer“ sicherstellen zu können. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


Deutschland: Hospitalisierungs-Inzidenz steigt leicht

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei der Hospitalisierung steigt leicht auf 1,89 (Vortag: 1,87) pro 100.000 Einwohner, teilt das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Der Wert ist im aktualisierten Infektionsschutzgesetz maßgebend für den Umgang mit der Pandemie und hat dabei die Sieben-Tage-Inzidenz der neuen Positiv-Tests abgelöst. Es werden 527 Krankenhauseinweisungen „mit Covid-19“ gemeldet. Insgesamt befanden sich am Donnerstagmittag 1.551 „Covid-19-Fälle“ in intensivmedizinischer Behandlung. Das waren 25 mehr als tags zuvor.(Quelle: rki, 17.09.21)


117 Millionen Kinder noch immer ohne Unterricht

Eineinhalb Jahre nach den weltweiten Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie gehen 117 Millionen Kinder noch immer nicht wieder in die Schule. „Je länger die Schulen geschlossen bleiben, desto schlimmer sind die Folgen“, betonte die Bildungsbeauftragte der UN-Bildungsorganisation Unesco, Stefania Giannini, in einer Erklärung. Möglicherweise entstünden dadurch bleibende Schäden hinsichtlich der Gesundheit und Ausbildung der Kinder. Wegen der geschlossenen Schulen hätten die Kinder weniger gelernt, die Zahl der Schulabbrecher habe sich erhöht, hieß es weiter. Schwächere Schüler seien überproportional betroffen. Seit Beginn der Corona-Pandemie waren die Schulen weltweit im Schnitt viereinhalb Monate komplett geschlossen. Etwa achteinhalb Monate waren sie nach Unesco-Angaben nur eingeschränkt offen, also fast ein gesamtes Schuljahr lang. (Quelle: Tagesschau, 17.09.21)


70 Prozent der Franzosen sind vollständig geimpft

70 Prozent der Menschen in Frankreich sind inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft, 73,9 Prozent haben eine erste Impfdosis erhalten. In der vierten Woche in Folge schwäche sich die Infektionslage im Land ab, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Seit drei Wochen sei zudem die Zahl der Klinikeinweisungen von Corona-Patienten rückläufig. Während nach einer Befragung die Zahl der Befürworter einer Impfung auch für Kinder weiter steigt, lässt die Beachtung der Hygieneregeln nach. Nur noch 58 Prozent der Befragten gaben an, bei der Begrüßung auf Handschlag oder Wangenkuss zu verzichten und sich regelmäßig die Hände zu waschen. 68 Prozent halten sich strikt an die Vorschriften zum Tragen einer Maske. (Quelle: WDR, 17.09.21)


Neue Hochsikikogebiete

Portugal und Zypern keine Hochrisikogebiete mehr Die Bundesregierung streicht Zypern und Portugal ab Sonntag von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. Damit verschwindet das auch bei Urlaubern beliebte Portugal nun ganz aus dieser Kategorie, wie das Robert Koch-Institute (RKI) mitteilte. Gestrichen werden außerdem die Region West in Irland, Brasilien, Indien, Nepal, Bangladesch, Botsuana, Sambia, Simbabwe, Eswatini (Swasiland), Lesotho, Malawi und Zentralafrika. Neu als Hochrisikogebiete eingestuft werden Armenien, Venezuela, Guyana, Belize, Moldau, Barbados sowie Antigua und Barbuda. (Quelle: rki, 17.09.21)



Deutschland: 62,8 Prozent vollständig geimpft

Insgesamt sind in Deutschland laut dem Robert Koch-Institut (RKI) bislang 52,2 Millionen Menschen oder 62,8 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben 55,7 Millionen Menschen oder 67,0 Prozent aller Einwohner. Bei den über 60-Jährigen liegt der Anteil der vollständig Geimpften bei 83,7 Prozent, bei den 18- bis 59-Jährigen bei 68,1 Prozent und bei den 12- bis 17-Jährigen bei 27,8 Prozent. Zudem gibt es mehr und mehr Auffrischungsimpfungen für ältere und besonders gefährdete Menschen. Am Mittwoch und Donnerstag waren es erstmals jeweils mehr als 40.000 am Tag, wie aus Daten des RKI hervorgeht. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten kürzlich vereinbart, das Angebot zu Impf-Auffrischungen zu erweitern: Neben Pflegeheimbewohnern können sich unter anderem auch Menschen ab 60 Jahre mit ärztlicher Beratung dafür entscheiden, wenn die vollständige Impfung schon mindestens sechs Monate zurückliegt. (Quelle: rki, 17.09.21)


Vermehrte Impfdurchbrüche bei Johnson & Johnson

Experten und Behörden fallen vermehrte Impfdurchbrüche beim Impfstoff von Johnson & Johnson auf. Bislang erkrankten in 6106 Fällen Menschen trotz vollständigem Impfschutz durch das Mittel, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht. Laut RKI wurden bislang gut drei Millionen Menschen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson geimpft. Auf eine Million Geimpfte kämen demnach grob überschlagen 2000 Impfdurchbrüche. Zum Vergleich: Beim am häufigsten in Deutschland verwendeten Impfstoff – BioNTech/Pfizer – sind es diesen Zahlen zufolge rund 675 Durchbrüche pro eine Million vollständig Geimpfte.

Das Vakzin von Johnson & Johnson ist der einzige bisher in der EU zugelassene Impfstoff, bei dem es laut EU-Arzneimittelbehörde (EMA) nur eine Dosis braucht. Nach dieser Impfung dauere es länger als nach den mRNA-Impfungen, bis sich ausreichend Antikörper gebildet hätten, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. „Teilweise steigen die Spiegel mehr als einen Monat nach der Impfung noch an.“ Da die Antikörperspiegel deutlich unterhalb derer lägen, die durch die anderen Impfstoffe erzeugt werden, scheine der Schutz vor einer Corona-Infektion nach der Impfung mit dem Vakzin also deutlich schlechter, sagte Watzl. Vor einer schweren Erkrankung schütze der Impfstoff aber sehr wohl, betonte er. Eine Sprecherin von Johnson & Johnson sagte, dass kein Impfstoff derzeit Infektionen zu 100 Prozent verhindern könne. „Unser zugelassener Covid-19-Impfstoff als Einmaldosis kann jedoch nachweislich dazu beitragen, das Infektionsrisiko zu verringern und schwere Verläufe zu vermeiden“, betonte sie. Für die Impfung von Johnson-&-Johnson wiesen Daten auf eine robuste und langanhaltende Wirkung über einen Zeitraum von bisher gemessenen acht Monaten hin – auch gegen Delta und andere Virus-Varianten. (Quelle: rki, 17.09.21)


Weniger Kinderschutz-Meldungen im Lockdown

Während des Corona-Lockdowns haben Schulen und Kitas deutlich weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet. Im Frühjahr 2020 – als viele Einrichtungen geschlossen waren – meldeten Schulen halb so viele Fälle wie im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Bei den Kitas ging die Zahl der Meldungen zeitgleich um etwa ein Drittel zurück. Im gesamten Corona-Jahr 2020 stellten die Jugendämter in Deutschland bei 60.551 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung fest. Bei weiteren 66.557 Minderjährigen kamen die Behörden zu dem Ergebnis, dass zwar keine Kindeswohlgefährdung vorlag, aber Hilfe- oder Unterstützung nötig war.

In 15 Prozent der Fälle kam der Hinweis von einer Schule oder Kindertagesstätte. „Insbesondere im April und Mai 2020 – also einen Monat nach den ersten coronabedingten Schulschließungen im März und April – lagen die von Schulen gemeldeten Kinderschutzfälle deutlich unter dem Vorjahresniveau“, sagte Manuela Nöthen, Expertin für Kinder- und Jugendhilfestatistik im Statistischen Bundesamt. Auch die von Kitas gemeldeten Fälle nahmen ab, jedoch nicht so stark. (Quelle: Tgágesschau, 17.09.21)


Deutschland-Zahlen

In Deutschland sind binnen 24 Stunden mehr als 11.000 Corona-Neuinfektionen verzeichnet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen mitteilte, meldeten die Gesundheitsämter innerhalb eines Tages 11.022 Covid-19-Fälle. Am Vortag waren es 12.925.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ging abermals leicht zurück auf 74,7 (Vortag 76,3); vor einer Woche hatte der Wert bei 83,8 gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb dieses Zeitraums an und ist ein zentraler Indikator für das Tempo der Ausbreitung des Coronavirus.

Die Zahl der Corona-bedingten Krankenhauseinweisungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 1,87 an. Die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz gilt seit einer vor kurzem beschlossenen Neufassung des Infektionsschutzgesetzes als wichtigste Größe für die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Allerdings gibt es angesichts großer regionaler Unterschiede keinen bundesweit einheitlichen Schwellenwert zur Beurteilung des Infektionsgeschehens; vielmehr wird dieser jeweils von den Landesregierungen mit Blick auf die Bedingungen vor Ort selbst festgelegt. Der höchste Wert bei der Hospitalisierungs-Inzidenz wurde um Weihnachten mit rund 15,5 verzeichnet.

Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie stieg auf 4.125.878. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland erhöhte sich um 20 auf nunmehr 92.857. Die Zahl der Genesenen liegt laut RKI bei etwa 3.873.700. (Quelle: RKI, 17.09.21)


„Mutter Beimer“ ruft zum Impfen auf

Schauspielerin Marie-Luise Marjan, berühmt geworden als „Mutter Beimer“ aus der Fernsehserie „Lindenstraße“ (1985-2020), hat zum Impfen gegen das Coronavirus aufgerufen. Corona habe viele Pläne durcheinander gebracht, erklärte die 81-Jährige am Rande der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln. „Man kann nur bitten, dass die Leute sich impfen lassen. Damit wir nicht schon wieder irgendeine große Beschränkung bekommen“, sagte sie. Sie verstehe nicht, warum man „das Angebot einer Regierung oder auch der Wissenschaftler und Ärzte, die sich Gedanken darüber“ gemacht hätten, nicht annehme. „Das ist umsonst! Meine Damen, meine Herren, liebe Kinder. Nun nehmt es doch an.“ Sie selbst sei schon seit mehreren Monaten geimpft. (Quelle: TSP, 1709.21)


Erster Prozess um Coronaausbruch in Ischgl beginnt

Mehr als 6.000 Menschen aus 45 Ländern haben sich nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in Ischgl und anderen Tiroler Urlaubsorten mit dem Coronavirus angesteckt – am Freitag (10.00 Uhr) startet in Wien der erste Zivilprozess gegen die österreichischen Behörden. Dabei geht es um das Schicksal eines 72-jährigen ehemaligen Journalisten und leidenschaftlichen Skifahrers, der nach dem Ischgl-Urlaub an Covid-19 starb. Seine Witwe fordert 100.000 Euro Schadensersatz von Österreich.

Es ist die erste von 15 Klagen von Österreichern und Deutschen, die den Behörden schwere Fehler im Umgang mit der Pandemie vorwerfen. Diese hätten dazu geführt, dass Ischgl und Umgebung gleich zu Beginn der Pandemie Anfang März 2020 zu einem Corona-Hotspot wurden. Die österreichischen Behörden weisen die Vorwürfe zurück. (Quelle: TSP, 17.09.21)


Österreich erhöht Warnstufe für das Salzburger Land

Als einzige Region in Österreich wird das Salzburger Land von den Landesbehörden mit der höchsten Risikostufe bewertet. Insgesamt bewertet Österreich das Infektionsrisiko mit fünf Warnstufen. Im Rest des Landes besteht demnach ein mittleres oder hohes Risiko. Die Mitglieder der Kommission aus Medizin und Verwaltung argumentierten, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Salzburg mit rund 180 Infizierten besonders hoch sei, während die Impfrate und die Kontaktnachverfolgung hinterherhinkten. Die österreichweite Inzidenz lag zuletzt bei 164.


Italien macht Impfung oder Test im Arbeitsleben zur Pflicht

Als erstes Land in Europa schreibt Italien künftig allen Beschäftigten im privaten und öffentlichen Bereich Impfungen oder negative Corona-Tests vor. Damit wird die Regelung zum sogenannten Grünen Pass deutlich ausgeweitet. Die Beschlüsse greifen ab dem 15. Oktober. Ab dann dürfen Arbeitnehmer ohne entsprechendes Zertifikat über Impfung oder Test ihrer Arbeit in einem Büro, einer Behörde, in einem Geschäft oder in der Gastronomie nicht mehr nachgehen. Wer wegen eines fehlenden Zertifikats nicht bei der Arbeitsstelle erscheint, kann ohne Bezahlung freigestellt werden – in öffentlichen Einrichtungen nach fünf Tagen, in der Privatwirtschaft sofort. In einigen Bereichen wie etwa in Schulen sind Impfungen bereits Pflicht für das Personal. Arbeitgeber, die nicht auf die entsprechenden Nachweise kontrollieren, müssen mit Strafen von bis zu 1500 Euro rechnen.


Facebook löscht „Querdenker“-Konten

Die Betreiber des sozialen Netzwerkes Facebook haben mitgeteilt, dass knapp 150 Konten und Gruppen gelöscht wurden, die in Zusammenhang mit der „Querdenker“-Bewegung stehen. Als Grund führte Facebook an, die Bewegung versuche „koordinierten sozialen Schaden“ hervorzurufen. Betroffen seien auch die Accounts von „Querdenker“-Gründer Michael Ballweg.
Nordrhein-Westfalen, Dortmund: Ein Teilnehmer der Demonstration „Querdenken-231″hält ein Schild auf dem „Groko und Lügenpresse kriegen heute auf die Fresse“ steht, A


China meldet mehr als eine Milliarde vollständig Geimpfte

Angaben der chinesischen nationalen Gesundheitskommission sind mittlerweile landesweit mehr als eine Milliarde Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft worden. Das entspreche etwa 72 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bisher seien in China 2,16 Milliarden Vakzin-Dosen verimpft worden. 19:35 Uhr Bayern: Drei Landkreise überschreiten Inzidenz von 200 Zahlen des Robert Koch-Institutes zufolge liegt derzeit in drei Landkreisen bundesweit die Sieben-Tage-Inzidenz bei einem Wert über 200. Alle drei liegen in Bayern. Der Bayerische Rundfunk wirft einen Blick auf die Hintergründe.

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Thailand: Mini-Gärten auf Taxi-Dächern sorgen für Aufsehen

Taxibetreiber in Thailand machen mit einer „grünen“ Aktion auf die pandemiebedingte Not ihrer Mitarbeiter aufmerksam. In Bangkok kann man seit geraumer Zeit Fahrzeugflotten mit kleinen Autodachgärten besichtigen: Fahrer nutzen dazu schwarze Mülltüten, die sie in Bambusrahmen fixieren und mit Erde bedecken. Auf diesen Mini-Gemüsebeeten werden dann Gurken, Tomaten, Bohnen und andere Nutzpflanzen angebaut. Von oben sieht das Ganze eher wie eine Kunstinstallation als ein Taxi-Parkplatz aus, und darum geht es teils auch: Die Aktion zweier Taxigenossenschaften soll den Fokus auf die Not ihrer Fahrer und der Betreiber rücken, die von den Sperrmaßnahmen in der Corona-Krise hart getroffen worden sind. Tatsächlich stehen 2.500 Taxis der Genossenschaften Ratchapruk und Bovorn müßig in Bankok herum, nur noch 500 fahren Kunden durch die Straßen der Metropole, wie Manager Thapakorn Assawalertkul sagte. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Umfrage: Mehr als jeder Dritte hat privat oder im Job Impf-Streit erlebt

Die Impfung ist ein Thema, das im Job und auch im privaten Umfeld manchmal zu Konflikten führt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa hat das mehr als jeder Dritte (37 Prozent) schon persönlich erlebt. Rund 15 Prozent der Befragten gaben an, in ihrer Familie sei über die Impfung gestritten worden. Zwölf Prozent der Deutschen ab 18 Jahren haben einen solchen Streit am Arbeitsplatz erlebt – allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass ein Teil der Beschäftigten derzeit ohnehin im Home Office arbeitet. 23 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage unter Wahlberechtigten gaben an, in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis habe es schon Streit um die Impfung gegeben. Bei der Beantwortung der Frage waren Mehrfachnennungen möglich. Eine Mehrheit von 59 Prozent gab an, in ihrem direkten Umfeld habe es bislang keinen Streit darüber gegeben, ob man sich impfen lassen sollte oder nicht. Vier Prozent der Befragten antworteten mit „weiß nicht“.


Niedersachsen lockert Maskenpflicht für jüngere Lernende

Jüngere Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen könnten von der geplanten überarbeiteten Corona-Verordnung profitieren und künftig keine Maske mehr im Unterricht tragen müssen. Wie aus einem Verordnungsentwurf hervorgeht, müssen Kinder, die in die erste und zweite Klasse gehen, keine Maske mehr tragen, wenn sie einen Sitzplatz in einem Unterrichts- oder Arbeitsraum eingenommen haben. Ein entsprechender Entwurf der Corona-Landesverordnung liegt der Deutschen Presse-Agentur in Hannover vor. Alle Schülerinnen und Schüler im Bundesland müssen derzeit im Unterricht noch Schutzmasken tragen. Die derzeitige Corona-Landesverordnung gilt noch bis zum 22. September. Mögliche Änderungen könnten somit kommende Woche in Kraft treten.
Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte diese Woche im Landtag bereits angekündigt, dass mit der sogenannten 2G-Regel künftig in weiteren Bereichen die Maskenpflicht und das Abstandhalten wegfallen sollen – etwa in Gastronomie, Kultur und Sport.

Nach der 2G-Regel wird der Zutritt zu bestimmten Bereichen nur gewährt, wenn Menschen gegen das Coronavirus geimpft oder genesen sind. Ein negativer Corona-Test reicht dann in der Regel nicht mehr aus. In der derzeitigen Corona-Verordnung können Betreiber von Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars bereits den Zugang auf Gäste beschränken, die geimpft oder genesen sind. Dann muss zum Beispiel keine Maske mehr getragen werden. Menschen bis 18 Jahren sollen demnach auch ohne Impfung oder Genesung Zutritt bekommen, da sie sich regelmäßig vor dem Schulbesuch testen. Kinder, die jünger als zwölf Jahre sind, können sich noch nicht impfen lassen.

Laut des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) befürwortet die Mehrheit der Gastronomen in Niedersachsen die 2G-Regel, erwartet aber auch, dass sie die angekündigten Erleichterungen dann auch tatsächlich umsetzen können.

Für einen Wechsel von einer Corona-Warnstufe in die nächsthöhere muss laut Weil künftig der entsprechende Leitwert bei dem Krankenhausindikator erreicht sein – hinzukommen müsse dann ein weiterer Indikator, entweder die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen oder der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. Auch dort müssten jeweils die bereits bekannten Schwellenwerte überschritten werden. Daneben werde auch die 50er Inzidenzschwelle beibehalten, ab dem der Zutritt für bestimmte Bereiche auf Genesene, Geimpfte und Getestete (3G) beschränkt werden soll.

In dem Verordnungsentwurf ist von drei Warnstufen die Rede. Erreicht ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt die höchste Stufe, benötigen demnach Ungeimpfte einen PCR-Test für Bereiche, die mit einer Testpflicht verbunden sind.

(Quelle: GN, 16.09.21)


Kostenlose Tests für Schwangere und Jugendliche enden zum Jahresende

Die Kostenübernahme von Corona-Schnelltests für Zwölf- bis 17-Jährige sowie für Schwangere soll zum Ende des Jahres auslaufen. „Wir werden für alle Kinder über zwölf Jahren und für Schwangere bis Ende des Jahres die Kosten übernehmen“, zitierte die „Welt“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Für beide Gruppen sei die Impf-Empfehlung erst kürzlich gekommen. „Sie haben in diesen Wochen die Chance, sich impfen zu lassen.“

Ungeimpfte müssen vom 11. Oktober an Corona-Tests selbst bezahlen. Davon ausgenommen sind Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können und zunächst auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. (Quelle: ARD, 16.09.21)


Berlin: Hat Rechtsanwalt Corona-Betrug ermöglich?

Ein Berliner Rechtsanwalt soll Firmen bei der betrügerischen Beantragung von Corona-Hilfen in Höhe von mehr als 21 Millionen Euro unterstützt haben. Mehr als 16 Millionen Euro davon seien auch tatsächlich ausgezahlt worden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Demnach waren Ermittler von Polizei und Zoll sowie Steuerfahnder in dem Fall zu einer großangelegten konzertierten Durchsuchung ausgerückt. Dabei wurden zehn Wohnungen und sechs Geschäftsräume durchsucht; in einem weiteren Geschäft wurden die Beamten freiwillig zu einer Durchsuchung eingelassen. Der Rechtsanwalt gilt demnach als Hauptbeschuldigter. Daneben richten sich die Ermittlungen wegen Subventionsbetrugs noch gegen weitere neun Verdächtige. Ausgelöst wurden die Ermittlungen demnach durch eine Anzeige des für die Bearbeitung zuständigen Bundeswirtschaftsministeriums, das „Auffälligkeiten“ bei der Prüfung der Anträge bemerkt hatte. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Schweden will Zwölf- bis 15-Jährigen Impfungen anbieten

In Schweden sollen auch Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren im Herbst ein Impfangebot erhalten. Das gab Ministerpräsident Stefan Löfven bekannt. In der Alterklasse ab 16 Jahren haben mehr als 80 Prozent der Bevölkerung bislang eine Impfdosis erhalten. Fast 75 Prozent sind vollständig geimpft. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Krankschreibung per Telefon bis Jahresende möglich

Angesichts der weiter angespannten Lage bleiben Krankschreibungen wegen leichter Erkältungsbeschwerden bis Jahresende auch telefonisch und ohne Besuch einer Arztpraxis möglich. Die Sonderregelung wird nochmals um drei Monate bis 31. Dezember verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken beschloss. Dies solle wegen der leichter übertragbaren Delta-Variante und langsam voranschreitender Impfungen weiterhin helfen, Kontakte zu vermeiden und Infektionsrisiken zu minimieren. Telefonische Krankschreibungen sind bis zu sieben Tage möglich und können ebenfalls telefonisch für weitere sieben Kalendertage verlängert werden. Ärztinnen und Ärzte müssen sich dafür durch „eingehende telefonische Befragung“ persönlich vom gesundheitlichen Zustand überzeugen. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Italien will Gesundheitspass für alle Beschäftigte einführen

In Italien soll ab dem 15. Oktober ein sogenannter Grüner Pass für alle Beschäftigten obligatorisch werden. Regierungskreisen zufolge soll dann eine entsprechende Verordnung in Kraft treten, die das Kabinett noch heute beschließen will. Das Zertifikat zeigt an, dass der Inhaber wenigstens eine Impfdosis erhalten hat, negativ getestet ist oder vor Kurzem von Corona genesen ist. Es wäre die erste solche Bestimmung für alle Beschäftigten im öffentlichen und privaten Sektor in einem europäischen Land. Die meisten politischen Parteien und die großen Arbeitgeberverbände unterstützen die Maßnahme in der Hoffnung, dass damit künftig Lockdowns vermieden werden.
Es gab aber immer wieder Proteste gegen den Grünen Pass, so wie hier Anfang August in Mailand. Beschäftigte, die keinen solchen Pass vorweisen, sollen ohne Bezahlung von der Arbeit freigestellt werden. Wer trotzdem zur Arbeit geht, muss mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro rechnen. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Bagso: Warnung vor neuen Besuchsverboten in Heimen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (Bagso) warnt vor neuen Besuchsverboten in Alten- und Pflegeeinrichtungen und spricht sich für rasche flächendeckende Auffrischungsimpfungen der Bewohner aus. In der gegenwärtigen vierten Welle der Pandemie gebe es Meldungen über neuerliche Besuchsverbote oder Einschränkungen von gemeinsamen Veranstaltungen in den Heimen, erklärte die Organisation in Bonn. Bewohner von Pflegeheimen müssten aber auch bei steigenden Infektionszahlen weiterhin Besuche empfangen können. Auch das gesellschaftliche Leben innerhalb von Einrichtungen, wie das gemeinsame Einnehmen von Mahlzeiten, dürfe nicht erneut eingeschränkt werden. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Neue EU-Behörde zum Schutz vor Gesundheitskrisen

Die geplante EU-Behörde zur Vorsorge von Gesundheitskrisen wie der Corona-Pandemie soll Anfang 2022 voll einsatzfähig sein. Schon jetzt nimmt die Behörde namens Hera (Health Emergency Preparedness and Response Authority) ihre Arbeit auf, wie die EU-Kommission mitteilte. Sie soll gesundheitliche Notstände in Zukunft verhindern, gefährliche Erreger schneller entdecken sowie zügig und grenzüberschreitend darauf reagieren.

Bis 2027 stehen Hera sechs Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt zur Verfügung. Die Behörde bekommt keinen eigenen Sitz, sondern wird innerhalb der EU-Kommission angesiedelt. „Wir müssen für die nächste Gesundheitskrise bereit sein“, sagte die zuständige EU-Kommissarin Stella Kyriakides. Es müsse sichergestellt sein, dass die Bürgerinnen und Bürger schnell und effektiv geschützt werden. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Simbabwe-Regierung warnt: Ohne Impfung kein Lohn!

Inmitten der Pandemie streicht die Regierung des südafrikanischen Staates Simbabwe Impfverweigerern unter seinen Staatsbediensteten künftig den Lohn. Der zuständige Leiter des rund 300.000 Mitarbeiter starken öffentlichen Dienstes bestätigte in einem Rundschreiben entsprechende Ankündigungen von Justizminister Ziyambi Ziyambi. „In Übereinstimmung mit dem Kabinettsbeschluss werden alle Staatsdiener unverzüglich geimpft; nicht geimpften Mitarbeitern wird nicht erlaubt, sich zur Arbeit zu melden“, heißt es in dem Schreiben von Jonathan Wutawunashe. Wer nicht geimpft sei, müsse zu Hause bleiben. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Frankreich suspendiert 3000 ungeimpfte Gesundheitskräfte

Mit Start der Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen in Frankreich sind rund 3.000 Angestellte vorläufig suspendiert worden. Sie hätten noch keine erste Impfung gegen das Coronavirus vorweisen können, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran. Er gehe aber davon aus, dass die Angestellten, die etwa in Bereichen wie Küche oder Wäscherei arbeiteten, die Impfung schnell nachholten. „Alle, die mit kranken und schwachen Menschen in Kliniken oder Heimen arbeiten, sind jetzt geimpft“, betonte der Minister in einem TV-Interview. Es habe nur wenige Dutzend Kündigungen von Beschäftigten gegeben, die mit der Impfpflicht gar nicht einverstanden seien. Betroffen von der Impfpflicht in Frankreich sind rund 2,7 Millionen Beschäftigte, überwiegend im Gesundheitssektor, auch aber Feuerwehrleute, Beschäftigte des Zivilschutzes sowie Gendarmen. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


BioNTech-Chef: Mathelehrerin hat Anteil am Impferfolg

Biontech-Chef Ugur Sahin hat seiner früheren Kölner „Lieblingslehrerin“ in einer persönlichen Videobotschaft zum 80. Geburtstag gratuliert und ihren Matheunterricht als wichtigen Beitrag bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs bezeichnet. „Es ist auch Ihrem Unterricht und Ihnen persönlich zu verdanken, dass wir im Januar letzten Jahres mit aller Entschlossenheit begonnen haben, den Impfstoff zu entwickeln“, sagte Sahin in seiner Gratulation an Gisela Seulen, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Die damalige Schlussfolgerung, dass sich das Coronavirus vom chinesischen Wuhan aus in die ganze Welt verbreiten werde, sei „nicht komplexer als Oberstufen-Mathe“ gewesen.

Die Mathematik helfe ihm, „biologische Mechanismen zu verstehen oder die Zusammenhänge zwischen Krankheiten und der Entwicklung von wirksamen Therapieverfahren“, sagte Sahin weiter. Seulen sagte der Zeitung, sie fühle sich von Sahins Botschaft „natürlich gebauchpinselt“.

Der Vorstandschef und Mitgründer des Mainzer Unternehmens Biontech war im Alter von vier mit seiner Familie nach Köln gezogen, machte dort Abitur und studierte Medizin. An diesem Freitag zeichnet die Uni Köln ihn und seine Frau, die Forscherin und Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci, mit der Ehrendoktorwürde aus. (dpa)

(Quelle: TSP, 16.09.21)


Infektionsmediziner fordern offene SchulenE

Experten für Infektionskrankheiten bei Kindern und Krankenhaushygiene-Fachleute haben dazu aufgerufen, Schulen und Kitas für Kinder unter zwölf Jahren „uneingeschränkt und unabhängig von der regionalen Inzidenz im Regelbetrieb“ offen zu halten. Das gelte auch für alle anderen Bereiche des sozialen Lebens, wie Jugendarbeit, Sportvereine, Musikschulen oder Schwimmkurse, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI). „Gemeinschaftseinrichtungen tragen in der jetzigen Situation (keine Lockdown-Maßnahmen mehr im öffentlichen und privaten Bereich) nicht wesentlich zur Gesamtausbreitung des Erregers in der Gruppe der nicht geimpften Kinder und Jugendlichen bei“, heißt es in dem Papier. Die weit überwiegende Zahl infizierter Kinder sei asymptomatisch oder erkranke mild. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


WHO kritisiert Horten von Impfdosen in reichen Ländern

Die Afrika-Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Matshidiso Moeti, wirft reichen Staaten das Horten von Impfdosen vor. Dadurch würden viele Menschen in armen afrikanischen Ländern vom Zugang zu den lebensrettenden Wirkstoffen ausgeschlossen, kritisierte Moeti. Die WHO-Regionaldirektorin für Afrika verlangte von den reichen Ländern, ihre Überschüsse dem internationalen Programm Covax zu übergeben.

(Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Pandemie hat kaum Einfluss auf Klimawandel

Der Klimawandel und seine verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt beschleunigen sich laut einer umfangreichen neuen Studie der Vereinten Nationen (UN) weiter. Die Pandemie werde die unablässige Erhöhung der Temperaturen nicht verlangsamen können, warnten die UN in Genf. Es gebe keine Anzeichen, dass die Welt nach der Pandemie „grüner“ werde. Stattdessen zeige die Studie, dass die Konzentration der Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre 2020 und im ersten Halbjahr 2021 weiter gestiegen seien. Die Lockdowns, Betriebsschließungen und Verkehrsrückgänge hätten 2020 nur einen leicht dämpfenden Einfluss auf die Konzentration gehabt. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Studie: BioNTech-Booster erhöht Schutz bei Senioren

Eine Auffrischungsimpfung bei Menschen über 60 Jahren erhöht die Schutzwirkung des BioNTech-Mittels einer Studie zufolge beträchtlich. So habe es bei zweifach Geimpften in Israel mehr als zehn Mal so viele nachgewiesene Infektionen und knapp 20 Mal mehr schwere Erkrankungen gegeben als bei dreifach Geimpften, schreiben israelische Forscher im „New England Journal of Medicine“.

Ein deutscher Experte zeigte sich beeindruckt vom Effekt der Booster-Impfung. In Israel haben mittlerweile alle Geimpften die Möglichkeit, frühestens fünf Monate nach der zweiten Dosis eine Auffrischungsimpfung zu bekommen. In der Studie wurden Daten von insgesamt mehr als einer Million Senioren in Israel berücksichtigt. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Wiesn-Chef Baumgärtner rechnet mit Oktoberfest 2022

Nach zwei Jahren ohne Oktoberfest soll es 2022 in München wieder heißen: „Ozapft is“. „Nächstes Jahr wird es die echte Wiesn geben“, verspricht der Wiesnchef und Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU). Dafür laufen Planungen, wie Baumgärtner der Nachruchtenagentur dpa sagte. Voraussetzung sei, dass nicht Bundes- oder Landesregelungen dagegen stehen. Sicherheit habe oberste Priorität. Er halte es tendenziell für möglich, dass das Fest mit Geimpften und Genesenen gefeiert werden könne, sagt Baumgärtner – eventuell mit zusätzlichen Tests für beide Gruppen, da auch sie das Virus tragen könnten. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Moderna empfiehlt Auffrischungsimpfung

Nach einer Studie zu seinem Vakzin empfiehlt der Impfstoffhersteller Moderna eine Auffrischungsimpfung. Probanden, die erst kürzlich geimpft wurden (etwa acht Monate nach der ersten Dosis), wiesen ein geringeres Risiko eines Impfdurchbruchs auf als solche, deren Erstimpfung bereits ein Jahr zurückliegt, erklärte das Unternehmen. „Das erhöhte Risiko von Impfdurchbrüchen bei Teilnehmern der COVE-Studie, die im letzten Jahr geimpft wurden, im Vergleich zu denjenigen, die erst vor kurzem geimpft wurden, verdeutlicht die Auswirkungen einer nachlassenden Immunität und untermauert die Notwendigkeit einer Auffrischungsimpfung zur Aufrechterhaltung eines hohen Schutzniveaus“, erklärte Firmenchef Stéphane Bancel. Der Impfstoff bleibe grundsätzlich bis zu sechs Monate hochwirksam – auch angesichts des hohen Anstiegs an Delta-Fällen, hieß es weiter. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Münster: 83 Infizierte nach 2G-Party

Nach einer Clubparty nur für Geimpfte und Genesene in Münster ist die Zahl der infizierten Besucher auf 83 gestiegen. Bisweilen seien 59 Impfnachweise eingereicht und überprüft worden, teilte die Stadt mit. Es sei jedoch kein Verstoß bei den Impfnachweisen festgestellt worden. Insgesamt hatten am 3. September rund 380 Menschen an der Partynacht teilgenommen. Für den Zutritt galt die sogenannte 2G-Regel, das heißt, nur Geimpfte oder Genesene wurden reingelassen.

Die Betroffenen zeigten weiterhin nur milde oder gar keine Symptome, teilte die Stadt weiter mit. Bereits am Dienstag hieß es, dass die meisten infizierten Gäste aus Münster kommen, die übrigen Personen in der erweiterten Region wohnen. Auch ein Mitarbeiter des Clubs sei infiziert. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Geringe Impfquote und vierte Welle in Teilen Afrikas

In Afrika sind erst 3,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft, obwohl sich Teile des Kontinents bereits im Griff einer vierten Infektionswelle befindet. Betroffen sind vor allem Länder im Norden des Kontinents wie Algerien, Ägypten oder Tunesien, aber auch Staaten wie Benin im Westen oder Kenia und Somalia im Osten. John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union, der Africa CDC, betonte erneut, dass Afrika unbedingt Zugang zu mehr Impfstoffen benötige.

Allerdings zeigt der Trend bei der Zahl der Neuinfektionen nun deutlich nach unten. Gegenüber der Vorwoche sank sie um 20 Prozent, bei der Zahl der Todesfälle um 26 Prozent. Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC rund acht Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 204.000 tödlich waren – weltweit entspricht das einem Anteil von 4,4 Prozent. Die Dunkelziffer dürfte nach Expertenansicht auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen allerdings höher liegen. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Bei Konzertreihe: Spürhunde sollen Infektionen riechen

Erstmals in Deutschland sollen Corona-Spürhunde im Praxiseinsatz eine Konzertreihe für ein Forschungsprojekt in Hannover sicherer machen. Ziel sei, „Gefährdungspotenziale herunterzudampfen“ – und herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option sei, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Es gibt weltweit Interesse an dem Projekt“, sagte der CDU-Politiker.

Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sprach von weltweit 26 Studien, die alle ergeben hätten, dass Hunde Corona-Infektionen erschnüffeln könnten. Die vierteilige Konzertreihe startet am Sonntag mit Fury in the Slaughterhouse auf der Gilde-Parkbühne in Hannover. (Quelle: NDR, 16.09.21)


OVG: Klagen gegen Maskenpflicht abgelehnt

Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat Klagen gegen die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen und in Schulen vorerst abgelehnt. Das Tragen medizinischer Masken sei in geschlossenen Räumen und an belebten Orten mit häufigen Besucherwechseln nach derzeitigem Stand noch eine „notwendige Infektionsschutzmaßnahme“, urteilte das Gericht nach eigenen Angaben in mehreren Normenkontrollverfahren. Auch für Geimpfte und Genesene sei die Pflicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt weiter erforderlich. Wie das Gericht weiter ausführte, sind Infektionen auch bei Geimpften und Genesenen nicht ausgeschlossen.

Zugleich liege die Impfquote in Niedersachsen mit derzeit knapp 64 Prozent noch in einem Bereich, in dem eine Überlastung des Gesundheitssystems bei „einer dynamischen Entwicklung“ allein durch eine Vielzahl von Erkrankungen von Ungeimpften oder noch nicht vollständig Geimpften drohe. Dies gelte auch im Zusammenhang des Schulunterrichts, weil Kinder Infektionen in ihr familiäres Umfeld weitergeben könnten. (OVG Niedersachsen, Beschl. v. 15.9.21, Az.: 13 MN 369/21, 13 MN 384/21 und 13 MN 396/21)
(Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


OECD: Zwei Drittel der Schultage während Corona gestört

Der Unterricht für die rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland war nach einer OECD-Erhebung seit Beginn der Pandemie bis zum Auslaufen der Schulschließungen im Frühjahr im Schnitt an mehr als 180 Tagen gestört. Das sind zwei Drittel der rund 270 Schultage im untersuchten Zeitraum zwischen Januar 2020 und 20. Mai 2021.

Demnach waren etwa Grundschulen im Schnitt 64 Tage geschlossen und 118 Tage nur teilweise geöffnet, also beispielsweise im sogenannten Wechselbetrieb. Weiterführende Schulen waren an 85 Tagen geschlossen und an 98 Tagen nur eingeschränkt in Betrieb, Gymnasien oder Berufsschulen waren 83 Tage zu und 103 Tage nur teilweise geöffnet. Kitas waren im Untersuchungszeitraum im Durchschnitt 61 Tage vollständig geschlossen. Zahlen zum Teilbetrieb bei Kitas liegen nicht vor. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Twitter-Post: Rapperin Minaj ins Weiße Haus eingeladen

Nach einer viel diskutierten Twitter-Botschaft der US-Rapperin Nicki Minaj über angebliche Nebenwirkungen der Corona-Impfung hat das Weiße Haus ihr ein Telefongespräch mit einem Experten angeboten. Wie mehrere US-Medien am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf einen Regierungsbeamten berichteten, wurde Minaj ein Gespräch zur Aufklärung über die Sicherheit und Wirksamkeit der Vakzine vorgeschlagen.

Die Musikerin hatte am Montag bei Twitter geschrieben, ein Bekannter in ihrer Heimat Trinidad und Tobago sei nach der Impfung impotent geworden. Minaj teilte am Mittwoch mit, sie sei aufgrund des Tweets ins Weiße Haus eingeladen worden und habe diese Einladung auch angenommen. Der US-Beamte widersprach dieser Darstellung jedoch laut Medienberichten und erklärte, es handele sich lediglich um ein Telefongespräch mit einem Arzt.

(Quelle: ARD, 16.09.21)


YouTube sperrt Videokanal von rumänischem Senat

Wegen Äußerungen der rumänischen Senatorin und Corona-Leugnerin Diana Sosoaca hat YouTube vorübergehend den offiziellen Videokanal des rumänischen Senats gesperrt. Das berichtete die rumänische Internet-Zeitung „g4media.ro“ unter Berufung auf die Senatspräsidentin Anca Dragu. Sosoaca wirbt seit Ausbruch der Pandemie kontinuierlich im Senat und bei anderen öffentlichen Auftritten gegen das Tragen von Mund-Nasen-Schutz und gegen Corona-Impfungen.

Vor wenigen Tagen blockierte Sosoaca zusammen mit Anhängern die Aktivität eines Impfzentrums im nordostrumänischen Dorf Rachiteni. Die Demonstranten unter der Führung von Sosoaca besetzen laut Medienberichten den Eingang des Impfzentrums und ließen keinen Impfwilligen passieren. Die diensthabende Ärztin erklärte nachher, sie habe während des Vorfalls Angst um Leib und Leben gehabt. An dem betreffenden Tag habe man niemanden impfen können. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


China: 70 Prozent der Menschen geimpft

China hat mehr als 70 Prozent seiner 1,4 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohner geimpft. Diese Zahl gab die Nationale Gesundheitskommission bekannt. Demnach seien 1,01 Milliarden Menschen vollständig geimpft, wie Kommissionssprecher Mi Feng auf einer Pressekonferenz sagt. Die Impfstoffe stammen zumeist von Sinovac Biotech und dem staatlich unterstützten Hersteller Sinopharm. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


DIW senkt Prognose für Deutschland deutlich

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) senkt seine Konjunkturprognose für dieses Jahr wegen der stockenden Produktion in der Industrie drastisch. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr lediglich um 2,1 Prozent zulegen, wie die Berliner Forscher voraussagten. Im Juni hatten sie noch mit einem Plus von 3,2 Prozent gerechnet.

„Die deutsche Wirtschaft windet sich nur langsam aus der Pandemie“, betonten die DIW-Ökonomen. Die globalen Lieferengpässe würden die hiesige Industrie hart treffen. „Dadurch ist die heimische Produktion trotz hoher Nachfrage ins Stocken geraten“, hieß es dazu. „Auch die Dienstleistungsbranche schwächelt mit steigenden Infektionszahlen wieder.“ (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Donnerstag zehn Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Kreisgebiet. Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institutes sinkt leicht von 71,1 am Mittwoch auf 69,6. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt auf 5.945, als genesen gelten 5.638 Menschen. In Quarantäne befinden sich 362 Grafschafter, am Mittwoch waren es 386. Der Landkreis vermeldet einen neuen Todesfall in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Zahl steigt somit auf 126.
Die landesweite Hospitalisierungsrate beträgt 4,7. Die Zahl gibt die landesweite Aufnahme in Krankenhäusern wegen Covid-19 pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen an. Die landesweite Belegung der Intensivbetten liegt bei 5,5 Prozent.

Die 184 aktuellen Coronafälle am Donnerstag verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 12 (-2), Emlichheim: 12 (+1), Uelsen: 3 (+1), Neuenhaus: 10 (0), Wietmarschen: 17 (+1), Nordhorn: 99 (0)
und Schüttorf: 28 (-4). (Quelle: GN, 16.09.21)


Mehrere Mitarbeiter von Putin infiziert

Im Umfeld von Russlands Präsident Wladimir Putin hat es mehr Corona-Fälle gegeben als ursprünglich bekannt. „Nicht nur ein oder zwei, sondern mehrere Dutzend Menschen“ seien mit dem Virus infiziert, sagte Putin per Videokonferenz auf der Tagung der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS). Der Staatschef hatte sich am Dienstag in Selbstisolation begeben, nachdem ein Infektionsfall eines engen Mitarbeiters festgestellt worden war. Putin musste den OVKS-Gipfel in Tadschikistan wegen der Quarantäne absagen. Er entschuldigte sich bei den Partnerländern für die Absage aufgrund Dutzender Fälle des Coronavirus in seinem engen Umfeld.

Der 68-jährige russische Staatschef Wladimir Putin ist nach eigenen Aussagen im Juni mit dem russischen Impfstoff Sputnik V geimpft worden. Putin sei „absolut gesund“, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow zuletzt. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)



Versorger kappen weniger Kunden den Strom

Die Energieversorger haben im vergangenen Jahr rund 230.000 Verbrauchern in Deutschland wegen unbezahlter Rechnungen den Strom abgestellt. Das sind fast 20 Prozent weniger Stromsperren als 2019, wie aus Zahlen für den neuen Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt hervorgeht, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegen. Die Gaszufuhr wurde 24.000 Haushalten gesperrt, das waren gut 22 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der stärkste Rückgang seit Jahren ist unter anderem eine Folge der Corona-Pandemie. Durch Corona in finanzielle Nöte geratene Bürger hatten im ersten Halbjahr 2020 ein sogenanntes Leistungsverweigerungsrecht. Ihnen mussten Zahlungen für Strom und andere Leistungen der Daseinsvorsorge gestundet werden. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


UNICEF dringt auf Öffnung der Schulen

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen fordert die Länder, in den die Schulen wegen der Corona-Pandemie geschlossenen sind, auf, diese so schnell wie möglich wieder zu öffnen. Wie ein von UNICEF veröffentlichter Bericht zeigt, sind in 17 Ländern die Schulen derzeit vollständig zu, etwa in Venezuela, Bangladesch, auf den Philippinen und in Saudi-Arabien. In 39 Ländern sind sie nur teilweise geöffnet. Dies sei eine Krise, die nicht ignoriert werden dürfe, sagt Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Überall müssen die Schulen so schnell wie möglich geöffnet werden.“ (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Baden-Württemberg will weitreichende Testpflicht

Baden-Württemberg macht sich für eine bundesweite Testpflicht von Beschäftigten und Selbstständigen ohne Impf- oder Genesenennachweis stark, wenn sie im Publikumsverkehr tätig sind. Kundinnen und Kunden sowie Besucherinnen und Besucher müssten in fast allen Innenräumen etwa der Gastronomie, in Kultureinrichtungen oder Fitnessstudios einen Nachweis über Impfung, Test oder Genesenenstatus vorlegen, heißt es in einem Antrag Baden-Württembergs für die Gesundheitsministerkonferenz, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

„Für Beschäftigte der jeweiligen Branchen gelten jedoch weiterhin keine 3G-Pflichten“, so der Antrag. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber hätten Beschäftigten jenseits vom Homeoffice zwar mindestens zweimal pro Woche Tests anzubieten. Die Mitarbeitenden müssten das Angebot aber nicht annehmen. Gerade bei beruflichen Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten mit von der 3G-Pflicht Betroffenen Kontakt hätten, gebe es „ein Ungleichgewicht der Schutzmaßnahmen“. Der Antrag soll zunächst auf einer Amtschefkonferenz an diesem Donnerstag und Freitag in Würzburg beraten werden. Eine entsprechende Regelung wurde für das Land bereits beschlossen.(Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Nur BioNTech-Einzeldosis für Teenager in Hongkong

Gesundheitsexperten in Hongkong empfehlen wegen des erhöhten Auftretens von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) nur eine Impfung mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer für Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren. Die Herzmuskelentzündung trete in dieser Altersgruppe häufiger auf als ursprünglich angenommen, sagt Lau Yu-lung, Vorsitzender des Impf-Gremiums, das die Regierung berät. Mit einer Einmal-Gabe des Vakzins könne das Risiko einer Myokarditis „deutlich verringert“ werden. (Quelle: Tagesschau, 16.09.21)


Ausschreitungen bei Corona-Protesten in Slowenien

In der slowenischen Hauptstadt Ljubljana ist es am Mittwoch zu Ausschreitungen bei Protesten gegen eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen gekommen. Die Sicherheitskräfte reagierten mit Wasserwerfern und Tränengas auf Demonstranten, die Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper auf die Einsatzkräfte warfen. Laut Polizeiangaben nahmen rund 8000 Menschen an den Protesten teil. Mehrere Polizisten seien verletzt und einige Demonstranten festgenommen worden, berichtete die Nachrichtenseite N1. Die jüngsten Corona-Regelungen in Slowenien machen seit Mittwoch ein sogenanntes PCT-Zertifikat zur Voraussetzung für die Teilnahme an vielen Bereichen des öffentlichen Lebens.


US-Notenbank Fed schreibt Impfung für Mitarbeiter vor

Die US-Notenbank Fed verlangt von ihren Mitarbeitern eine vollständige Impfung gegen Covid-19. Die Fed in Philadelphia informiert ihre Mitarbeiter in einem Memo über die neue Vorschrift und ist damit die letzte der zwölf regionalen Fed-Banken, die die Impfung verpflichtend einführt. Auch im Hauptsitz in Washington müssen alle Mitarbeiter bis zum 30. November vollständig geimpft sein, sagt ein Sprecher der Notenbank der Nachrichtenagentur Reuters. Insgesamt beschäftigen die zwölf regionalen Notenbanken fast 20.000 Mitarbeiter, in Washington sind es etwa 2.900.


Deutschland-Zahlen

Beim Infektionsgeschehen in Deutschland gibt es derzeit kaum Dynamik. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Donnerstagmorgen bei 76,3. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 77,9 gelegen, vor einer Woche bei 83,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.925 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.23 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 15.431 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 68 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 50 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.114.856 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 1,88 an (Dienstag: 1,86). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.863.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.837. (Quelle: RKI, 16.09.21)


Versuchter Brandanschlag auf Impfzentrum in Sachsen

Ein Impfzentrum in Treuen (Sachsen) ist zum Ziel eines Brandanschlages worden. Es blieb nach Polizeianagaben bei einem Versuch. Wie die Polizeidirektion Zwickau am Mittwoch mitteilte, warfen Unbekannte am Dienstagabend gegen ein Rolltor der Einrichtung drei Bierflaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit. Die Polizei vermutet Ethanol, eine genaue Analyse steht aber noch aus. Die Brandsätze zündeten nicht, weshalb kein Feuer ausbrach. Menschen wurden nicht verletzt. Laut Polizei gibt es keinen nennenswerten Schaden.

Nach Angaben von Polizeisprecher Jan Meinel suchte die Polizei unter anderem mit einem Hubschrauber und Wärmebildkameras nach den Tätern. Bislang gebe es aber keine Spur von ihnen. Die Polizei will nun Zeugen befragen. Das Objekt wurde durch einen Wachdienst gesichert. Die mutmaßlichen Täter hätten einen Zeitpunkt abgewartet, als die Streife auf der anderen Seite des Gebäudes war, hieß es. Sie sollen dann in einem Auto geflüchtet sein. Die Polizei sucht nach einem roten Pkw, der zum Tatzeitpunkt in Richtung Auerbach gefahren sein soll. Nach Zeugenaussagen saßen drei Personen in dem Fahrzeug.

Ein derartiges Vorkommnis habe es beim Impfzentrum in Treuen noch nicht gegeben, sagte der Sprecher. Das Impfzentrum Treuen ist eines von 13 Impfzentren in Sachsen und wird im Spectrum-Center Eich betrieben, einem früheren Einkaufszentrum. Ende September soll das Impfzentrum wie alle anderen derartigen Einrichtungen im Freistaat schließen.

Corona-Leugner und Kritiker von Schutzmaßnahmen hatten in der Vergangenheit immer wieder gegen das Impfen mobil gemacht. Bei einem Angriff in Gera waren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen unlängst zwei medizinische Fachangestellte verletzt worden. Demnach hatte ein Mann von ihnen eine Impfbescheinigung verlangt, wollte sich aber nicht impfen lassen. Als die Mitarbeiter ihm die Bescheinigung verweigerten, schlug er auf sie ein. Sie mussten ins Krankenhaus.

Auch anderswo entlud sich die Kritik am Impfen in Gewalt. Im April kam es zu einem Anschlag mit Molotow-Cocktails auf ein Impfzentrum in der norditalienischen Stadt Brescia. Auch in Frankreich gab es Anschläge. (Quelle: TSP, 15.09.21)


Demonstration gegen Impfaktion eskaliert

Bei einer Demonstration von Impfgegnern gegen eine Impfaktion an einer Realschule in Kösching bei Ingolstadt ist es am Mittwoch zu Handgreiflichkeiten gekommen. Wie eine Polizeisprecherin sagte, hatten sich am Morgen etwa 15 Demonstranten vor der Schule in Bayern versammelt. Sie seien „das mobile Impfteam angegangen, und es kam zu körperlichen Auseinandersetzungen“. Darauf seien mehrere Streifenwagen angerückt. Die Beamten hätten die Lage beruhigt, die Impfaktion sei dann fortgesetzt worden. (Quelle: TSP, 15.09.21)


Sachsens Gesundheitsministerin nennt Anschlag auf Impfzentrum neue Eskalationsstufe

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat den Anschlag auf das Impfzentrum im vogtländischen Treuen-Eich verurteilt. Der Angriff sei abscheulich und „eine neue Eskalationsstufe“, erklärte Köpping am Mittwoch in Dresden. Sie sei „sehr erleichtert, dass keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Schaden gekommen sind“. Laut Polizeiangaben wurde das Impfzentrum in der Nacht zum Mittwoch von Unbekannten mit Brandsätzen beworfen.

In der Vergangenheit wurden laut Köpping schon mehrfach verbale Angriffe auf mobile Impfteams festgestellt. Auch aktuell sei dies so. „Das ist völlig inakzeptabel“, sagte die Ministerin. Es sei eine persönliche Sache, sich nicht impfen zu lassen. Aber andere Menschen und Gebäude anzugreifen, um die Impfkampagne insgesamt zu stören, sei ein „krimineller Akt und gehört hart bestraft“.

Die hohe Impfquote im Vogtlandkreis zeige, dass die Arbeit des Impfzentrums sehr gut angenommen werde, erklärte Köpping. Sie sei froh, dass der Impfbetrieb planmäßig weitergehen könne. „Wer immer den Brandanschlag verübt hat, muss zu Verantwortung gezogen werden“, forderte die Ministerin. Das Impfzentrum in Treuen-Eich war im März bereits mit Farbe beschmiert worden.

Laut einem MDR-Bericht sollen im aktuellen Fall Unbekannte drei mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllte Bierflaschen gegen ein Rolltor der Einrichtung geworfen haben. Allerdings sei kein Feuer ausgebrochen. (Quelle: TSP, 15.09.21)


US-Soldaten, die Corona-Impfung verweigern, droht Entlassung

Soldaten der US-Armee, die Corona-Impfungen verweigern, droht die Entlassung. „Es ist buchstäblich eine Frage von Leben und Tod für unsere Truppen, ihre Familien und die Gemeinden, in denen wir leben“, sagt General Raymond Scott Dingle, der oberste Mediziner der Armee (Surgeon General of the Army). Soldaten können jedoch aus „legitimen medizinischen, religiösen oder administrativen Gründen“ eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Die Armee gehe nun davon aus, dass alle ihre aktiven Einheiten bis zum 15. Dezember 2021 und die Mitglieder der Reserve und der Nationalgarde bis zum 30. Juni nächsten Jahres vollständig geimpft sein werden. (Quelle: TSP, 15.09.21)


Bayerischer Verwaltungsgerichtshof erklärt 3G-Regelung für rechtmäßig

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof erklärt die 3G-Regelung im Freistaat für voraussichtlich rechtmäßig. Die Richter weisen damit einen gegen die Vorschrift gerichteten Eilantrag zurück. Angesichts der anhaltenden Pandemie seien die Eingriffe in die Freiheitsrechte der Betroffenen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens geeignet, erforderlich und angemessen, erklären die Richter. Insbesondere sei die Regelung ein milderes Mittel gegenüber einer vollständigen Schließung oder einer stärkeren Beschränkung der grundrechtlichen Freiheiten. (Quelle: TSP, 15.09.21)


Spahn mahnt zum Impfen – „Niedrigschwellige Angebote“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert erneut zum Impfen auf und verweist auf die laufende bundesweite Kampagne „Hier Wird Geimpft“. „Aktuell ist es besonders einfach, sich impfen zu lassen“, schreibt der CDU-Politiker auf Twitter. „Überall im Land gibt es niedrigschwellige Angebote.“ Aktuell haben laut Spahn 62,4 Prozent oder 51,9 Mllionen Menschen in Deutschland den vollen Impfschutz, 66,7 Prozent oder 55,5 Millionen sind mindestens einmal geimpft.
(Quelle: TSP, 15.09.21)


Regierung verlängert Corona-Regeln für Kurzarbeit

Die Bundesregierung hat die Corona-Sonderregeln für Kurzarbeit um drei weitere Monate bis Ende 2021 verlängert. Das Kabinett stimmte am Mittwoch nach Angaben aus Regierungskreisen einer entsprechenden Verordnung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zu. Damit gilt bis Jahresende, dass nur zehn Prozent der Beschäftigten eines Betriebes vom Arbeitsausfall betroffen sein müssen, damit der Betrieb Kurzarbeit anmelden kann. Zudem erstattet die Bundesagentur für Arbeit den Arbeitgebern weiterhin die Sozialbeiträge bei Kurzarbeit in voller Höhe. Die Mehrausgaben werden im Reuters vorliegenden Entwurf der Verordnung auf rund 1,2 Milliarden Euro beziffert.

Die erneute Verlängerung wird mit der Sicherung von Arbeitsplätzen begründet. Es sei schwer absehbar, wie sich die Corona-Pandemie angesichts der hochansteckenden Delta-Variante im Herbst weiter entwickeln werde. Betriebe und Arbeitnehmer sollten durch die Verlängerung Planungssicherheit erhalten.

Durch die Ausweitung der Kurzarbeit wurde ein noch stärkerer Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Corona-Pandemie vermieden. Allein in diesem Jahr hat die Bundesagentur bis Ende voriger Woche rund 18 Milliarden Euro für Kurzarbeit ausgegeben, wie ein BA-Sprecher auf Anfrage mitteilte. Davon seien rund 10,8 Milliarden Euro für Kurzarbeitergeld und rund 7,2 Milliarden Euro zur Erstattung der Sozialbeiträge geflossen. Derzeit wende die BA wöchentlich etwa 300 Millionen Euro für Kurzarbeit auf. (Quelle: TSP, 15.09.21)


EU spendet 200 Millionen weitere Corona-Impfdosen für ärmere Länder

Die Europäische Union will 200 Millionen weitere Corona-Impfdosen für ärmere Länder spenden. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in ihrer zweiten Rede zur Lage der Union in Straßburg an. Von der Leyen sprach von einer „Investition in die Solidarität und einer Investition in die weltweite Gesundheit“.

Damit verdoppelt die EU ihre Spendenzusagen nahezu auf nun insgesamt 450 Millionen Impfdosen. Von der Leyen nannte den Kampf gegen die Corona-Pandemie „eine der großen geopolitischen Fragen unserer Zeit“. Sie betonte, bisher seien „weniger als ein Prozent der Dosen weltweit in Ländern mit niedrigem Einkommen verabreicht worden“. Die Kommissionspräsidentin verwies auch darauf, dass die EU eine Milliarde Euro investiert, um die Produktion von Impfstoffen in Afrika zu fördern.(Quelle: TSP, 15.09.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Mittwoch 19 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institutes sinkt leicht von 73,2 am Dienstag auf 71,1. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt auf 5935, als genesen gelten 5626 Menschen. In Quarantäne befinden sich 386 Grafschafter, am Dienstag waren es 433. Die Zahl der Todesfälle in der Grafschaft liegt weiterhin bei 125.
Die landesweite Hospitalisierungsrate beträgt 4,6. Die Zahl gibt die landesweite Aufnahme in Krankenhäusern wegen Covid-19 pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen an. Die landesweite Belegung der Intensivbetten liegt bei 5,7 Prozent. Aktuell werden vier COVID-19 Patienten – davon ein Patient intensivmedizinisch – in der Euregio-Klinik versorgt. Alle Patienten sind nicht geimpft, teilt die Klinik mit.

Die 181 aktuellen Coronafälle am Mittwoch verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 14 (-1), Emlichheim: 11 (+1), Uelsen: 2 (0), Neuenhaus: 10 (-2), Wietmarschen: 16 (+3), Nordhorn: 99 (-4) und Schüttorf: 32 (+6). (Quelle: GN, 15.09.21)



Coronawelle in China breitet sich aus

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in der südostchinesischen Provinz Fujian weiter aus. Wie die Behörden am Mittwoch mitteilten, wurden in der Provinz 50 weitere Infektionen entdeckt. Seit dem Ausbruch der Delta-Variante am vergangenen Freitag gab es damit 152 Infizierte. In zwei Großstädten der Provinz, Putian und Xiamen, war daraufhin ein Lockdown angeordnet worden.

Die chinesische Regierung verfolgt eine „Null-Covid-Strategie“. Mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung, Quarantäne und strengen Einreisebeschränkungen hat das Land das Coronavirus weitgehend im Griff. Zuletzt hatte es jedoch trotz strenger Maßnahmen eine Häufung lokaler Ausbrüche der Delta-Variante gegeben.

Der aktuelle Ausbruch hatte seinen Ursprung in Putian. Es wurde vermutet, dass ein Familienvater nach seiner Rückkehr aus Singapur das Virus eingeschleppt hat. Der Mann war am 4. August zurück nach China gereist, verbrachte 21 Tage in Quarantäne und war neun Mal negativ auf das Virus getestet worden. Am vergangenen Freitag fiel ein Test dann aber positiv aus. (Quelle: TSP, 15.09.21)


Lambrecht fordert mehr Hilfe für Kinder

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht hat mehr Hilfe für durch die Corona-Pandemie psychisch belastete Kinder gefordert. „Für die Kinder, die unter psychischen Erkrankungen leiden, brauchen wir eine bessere und frühzeitigere Versorgung. Eltern müssen schneller einen Therapieplatz für ihr Kind bekommen“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

An diesem Mittwoch solle der Bericht einer gemeinsamen Arbeitsgruppe des Bundesgesundheits- und des Bundesfamilienministeriums „Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona“ ins Bundeskabinett kommen.

Darin sind laut dem Bericht 26 Empfehlungen enthalten. Darunter finde sich auch die Forderung nach einer Sicherstellung ausreichender psychotherapeutischer Versorgungsangebote sowie eine temporäre Ausweitung des Angebots der Krankenkassen bei der Kostenübernahme für die ärztlichen Regeluntersuchungen älterer Kinder.

Kinder hätten in der Pandemie stark unter Ängsten, Einsamkeit und Bewegungsmangel gelitten, so Lambrecht. „Dabei treffen die Auswirkungen der Pandemie ausgerechnet die Kinder und Jugendlichen besonders hart, die schon vorher unter schwierigen Bedingungen aufgewachsen sind.“ Gerade für diese Kinder müssten Kitas, Schulen, Sportangebote und Jugendeinrichtungen auch unbedingt offen sein und offen bleiben. (Quelle: TSP, 15.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist etwas gefallen. Das Robert Koch-Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Morgen mit 77,9 an. Zum Vergleich: Gestern hatte der Wert bei 81,1 gelegen, vor einer Woche bei 82,7.
Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.455 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 13.565 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 83 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 35 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.101.931 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 1,86 an (Montag: 1,79). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.852.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.769.

Der Saarbrücker Experte für Corona-Prognosen Thorsten Lehr hält die Stagnation bei den Neuinfektionen nicht für das Ende der vierten Welle und einen sprunghaften Wiederanstieg der Corona-Zahlen für möglich. „Dieses Verhalten der Inzidenzkurve haben wir fast auf den Tag genau im letzten Jahr beobachten können“, sagte Lehr der Deutschen Presse-Agentur.

Auch vor einem Jahr sei die Inzidenz leicht abgesunken und auf konstantem, etwas niedrigerem Niveau wie jetzt verharrt, bevor sie Ende September wieder stark angestiegen sei. „Bei der aktuellen Impfsituation und den gelockerten Kontaktbeschränkungen ist ein ähnlicher Anstieg Ende September, Anfang Oktober wieder erwartbar“, warnte Lehr.

Die Stagnation der Infektionszahlen begründete Lehr mit der abebbenden Zahl der Reiserückkehrer und durch sie eingeschleppter Infektionen. Zudem seien in vielen Bundesländern nach den Sommerferien zunächst die Infektionszahlen bei Schülern explosionsartig angestiegen. Durch das kontinuierliche Testen und Quarantänemaßnahmen bei Kontaktpersonen komme es vielerorts ein bis zwei Wochen nach dem Schulstart aber zu einer Stagnation oder sogar Abnahme der Zahlen in dieser Altersgruppe. (Quelle: RKI, 15.09.21)


Niederlande schaffen Abstandsregel ab – Coronapass für Gastronomie

Nach rund 18 Monaten machen die Niederlande in der Corona-Pandemie einen großen Schritt zurück zur Normalität. Der verpflichtende Sicherheitsabstand von 1,5 Meter werde ab dem 25. September abgeschafft, kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag an. Zugleich wird aber ein sogenannter Corona-Pass für Gaststätten, Sportveranstaltungen und Kultur eingeführt. Besucher müssen nachweisen, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind.

Premier Rutte ermahnte aber weiterhin zur Vorsicht. „Das ist nicht der Tag, an dem alles wieder so sein wird wie vor Corona, dafür gibt es noch zu viele Infektionen und werden noch zu viele Menschen in Krankenhäuser eingeliefert.“ Die Unsicherheit über die Entwicklung im Herbst bleibe weiter groß, so der rechtsliberale Premier.

Viele Maßnahmen bleiben weiterhin, darunter die Maskenpflicht für Busse, Bahnen, Züge und auf Flughäfen. Diskotheken und Clubs dürfen zwar wieder öffnen, müssen aber wie alle anderen Gaststätten um Mitternacht schließen.

Durch die Aufhebung der 1,5-Meter-Regel können bei Konzerten, in Theatern, aber auch in Restaurants und Cafés mehr Besucher zugelassen werden – allerdings nur mit dem Corona-Pass. So werden seit Frühjahr 2020 auch erstmals wieder Fußballspiele in vollen Stadien erlaubt.

Die Einführung des Corona-Passes ist besonders für Gaststätten umstritten. Zahlreiche Gastwirte kündigten bereits an, dass die Kontrolle nicht machbar und zu teuer sei. Kommunen sollen Geld bekommen, um extra Kontrollen zu finanzieren. Durch den Corona-Pass hofft die Regierung auch, die Impfquote zu erhöhen. Zur Zeit sind etwa 63 Prozent der Niederländer geimpft.

Die Inzidenz liegt etwa bei 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen und ist in der vergangenen Woche leicht zurück gegangen. Auch die Lage in Krankenhäusern verbesserte sich leicht, bleibt aber angespannt. Große Infektionsherde sind nach Angaben der Behörden nun Schulen. (Quelle: TSP, 14.09.21)


Zwei Drittel der Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona geimpft

Zwei Drittel aller Menschen in Deutschland sind nach offiziellen Angaben jetzt mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Zumindest eine erste Spritze bekommen haben inzwischen 55,4 Millionen Menschen oder 66,6 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag hervorgeht. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 51,8 Millionen Menschen oder 62,3 Prozent aller Einwohner.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief auch mit Blick auf eine noch bis diesen Sonntag laufende bundesweite Aktionswoche dazu auf, viele einfach zu nutzende Impfgelegenheiten anzunehmen. „Jede Impfung mehr macht einen Unterschied für Herbst und Winter“, schrieb der CDU-Politiker bei Twitter. Eine zusätzliche Auffrischungsimpfung haben laut RKI mittlerweile rund 207.000 Menschen bekommen. (Quelle: TSP, 14.09.21)


Braun gegen „größere Belohnungen“ für Corona-Impfung

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat sich gegen „größere Belohnungen“ für eine Corona-Impfung ausgesprochen. Es sei zwar „okay“, zum Beispiel eine Bratwurst als Anreiz anzubieten, sagte Braun am Dienstag in der RTL/ntv-Sendung „Frühstart“. Auch als Mediziner sage er: „Irgendwelche größeren Belohnungen dafür, dass sich jemand impfen lässt, das fände ich aus ethischer Sicht falsch.“ Das Impfen an sich sei ja schon der Vorteil.

Er forderte vor dem Hintergrund der laufenden Aktionswoche zur Corona-Impfung noch Ungeimpfte auf, sich jetzt rasch impfen zu lassen. „Man muss sich jetzt impfen lassen, um im Herbst und Winter mit beiden Impfungen eine voll ausgeprägte Immunität zu haben“, sagte der CDU-Politiker. Es sei zu spät im November, „wenn wir möglicherweise nochmal mehr Infektionsgeschehen haben“.

Braun schloss härtere Maßnahmen für Ungeimpfte nicht aus. Dies hänge allerdings von der Situation in den Krankenhäusern sowie von einem hohen Infektionsgeschehen in Schulen ab. In diesem Fall könne man „die Eskalationsstufe 2G grundsätzlich nicht ausschließen“, sagte der Kanzleramtschef.

Sollten Operationen für Geimpfte abgesagt werden, weil „Betten freigehalten werden müssen für zusätzliche Corona-Patienten, dann muss man auch überlegen: Sind weitere Maßnahmen erforderlich?“. Allerdings habe sich das Infektionsgeschehen durch die 3G-Regel derzeit „einigermaßen stabilisiert“. ( Quelle: CC s. Archiv v. 6.3.21; Quelle: TSP, 14.09.21)



Französische Behörde will Schutzwirkung des J&J-Impfstoffs untersuchen

Die französische Medikamentenbehörde will die Schutzwirkung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson näher untersuchen. Es sei eine „hohe Zahl“ von Impfdurchbrüchen bei Menschen gemeldet worden, die den Ein-Dosen-Impfstoff erhalten hatten, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Behörde ANSM. Einige der Infektionen seien schwer oder sogar tödlich verlaufen.

Bei gut einer Million Impfungen mit Johnson & Johnson, die in Frankreich verabreicht wurden, hat es demnach 32 Corona-Infektionen gegeben. Vier Menschen seien gestorben. Die Patienten mit schwerem Verlauf seien alle vorerkrankt gewesen. Bei geimpften und dennoch infizierten Patienten auf zwei Intensivstationen seien J&J-Impflinge zudem „überrepräsentiert“. Konkret handle es sich um vier von sieben Fällen in Marseille und drei von sechs Fällen in Tours.

Deswegen solle nun eingehender untersucht werden, ob der Impfstoff möglicherweise weniger wirksam sei. Die französische Gesundheitsbehörde hatte bereits im August empfohlen, eine einmalige Impfung mit Johnson & Johnson durch eine Dosis eines mRNA-Impfstoffes wie Biontech/Pfizer oder Moderna zu ergänzen. (Quelle: TSP, 14.09.21)


Dobrindt gegen Impfpflicht – „Kein weiterer Lockdown im Herbst“

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich trotz stockender Impfbereitschaft klar gegen eine Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. „Ich lehne eine Impfpflicht ab. Wir werben weiter für das Impfen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Frage, ob er angesichts der in den vergangenen Wochen gestiegenen Infektionszahlen neue weitreichende Beschränkungen im Herbst erwarte, verneinte Dobrindt klar: „Es wird keinen weiteren Lockdown geben. Man sieht auch jetzt bereits, dass sich das Infektionsgeschehen durch die Zahl der erreichten Impfungen verlangsamt.“

Vor dem Hintergrund der in dieser Woche laufenden bundesweiten Impfaktionswoche der Bundesregierung sagte Dobrindt: „Die Angebote müssen möglichst niedrigschwellig sein. Das heißt, überall da, wo viele Menschen zusammenkommen, zum Beispiel auch vor Clubs oder anderen großen Veranstaltungen, müssen mobile Impfteams zum Einsatz kommen.“ Der CSU-Politiker betonte: „Jedem muss klar sein: Wenn er sich nicht impfen lässt, ist das Risiko einer Virusinfektion hoch und die Folgen sind nicht vorhersehbar.“

Die Zusage sei immer gewesen: Mit dem Impfen zurück zur Normalität, sagte Dobrindt. Jeder, bei dem es möglich sei, habe inzwischen ein Impfangebot. Nachdem offen sei, wann Jugendliche im Alter von unter zwölf Jahren geimpft werden können, sagte Dobrindt: „Es braucht jetzt zügig eine Zulassung des Impfstoffs für unter 12-Jährige, damit auch diese Lücke geschlossen ist. Dann geht es um die Verantwortung jedes Einzelnen, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt.“

Über die Einführung einer verpflichtenden 2G-Regel mit Erleichterungen nur für Geimpfte und Genesene im Herbst wolle er nicht spekulieren, sagte Dobrindt. „Wir haben die 3G-Regel – also Erleichterungen für Geimpfte, Genesene und Getestete. Ich halte dies als Maßstab für ausreichend.“ Nun müsse man die Entwicklung beobachten, die sich maßgeblich an der Belastung des Gesundheitssystems orientieren müsse.

In der Diskussion darüber, Arbeitgebern generell die Abfrage des Impfstatus ihrer Mitarbeiter zu ermöglichen, äußerte sich Dobrindt ablehnend. „Die Entscheidung, das in Alten- und Pflegeheimen und in Schulen zu machen, ist der richtige Weg. Grundsätzlich und an allen Arbeitsplätzen kann ich mir das nicht vorstellen.“ In den Schulen seien Masken zudem nach wie vor notwendig. „Ich hoffe sehr darauf, dass Luftreinigungsanlagen in den Klassenzimmern zum Einsatz kommen.“ Er werbe dafür, dass die notwendigen Schutzmaßnahmen, die bei Ungeimpften stattfinden könnten, weiter eingehalten würden. „Das heißt: Lüften, Luftreiniger, Masken.“

„Wir wissen doch, dass wir das Virus nicht mehr los werden. Aber wir können uns vor dem Virus durch Impfen schützen“, sagte der CSU-Politiker. Der Maßstab sei nun: „Eigenverantwortung durch Impfen und Einhaltung der Hygieneregeln und eine Belastungsampel im Gesundheitswesen.“ Danach müsse sich auch die Politik richten. Er selbst werde „selbstverständlich“ auch einen Auffrischungsimpfung gegen Corona machen, sobald er an der Reihe sei. (Quelle: TSP, 14.09.21)


Australiens Hauptstadt bleibt einen weiteren Monat im Lockdown

Die Region Australian Capital Territory (ACT) mit der australischen Hauptstadt Canberra bleibt einen weiteren Monat im Lockdown. Diese Entscheidung traf die Regionalregierung am Dienstag, nachdem die Behörden in dem Territorium 22 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet hatten.

Canberra ist vom Bundesstaat New South Wales umschlossen, der von der derzeitigen Welle besonders schwer betroffen und seit einem guten Monat im Lockdown ist. Mitte August wurde im ACT erstmals seit einem Jahr wieder ein Corona-Fall bestätigt.

Die Regionalregierung teilte weiter mit, dass bislang etwa 50 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft seien. Im Australian Capital Territory leben rund 430.000 Menschen. Die Beschränkungen sollen erst dann gelockert werden, wenn mindestens 70 Prozent der Bürger zwei Impfdosen erhalten haben, hieß es.

Auch die Bundesstaaten New South Wales mit der Metropole Sydney und Victoria mit der Millionenstadt Melbourne sind weiter im Lockdown. Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern hat seit Beginn der Corona-Krise eine Null-Covid-Strategie verfolgt und war wegen extrem strikter Regeln lange erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante häufen sich aber die Lockdowns. (Quelle: TSP, 14.09.21)


El Salvador impft Kinder ab sechs Jahren gegen Corona

Das kleine mittelamerikanische Land El Salvador hat mit Corona-Impfungen bei Kindern ab sechs Jahren begonnen. „Denken Sie daran, dass die Impfung freiwillig, allgemein erhältlich und kostenlos ist“, schrieb Staatspräsident Nayib Bukele bei Twitter. Rund die Hälfte der Bevölkerung in El Salvador hat bereits zwei Impfdosen erhalten.

Nayib gab nicht an, um welches Vakzin es sich handelt. El Salvador hat Impfdosen beim chinesischen Hersteller Sinovac bestellt, der eine Verwendung des Mittels für Kinder ab drei Jahren freigegeben hat.

Trotz der fortschreitenden Impfkampagne hatte das Land mit 6,6 Millionen Einwohnern zuletzt einen leichten Anstieg der Corona-Fallzahlen registriert. Seit September wurden in El Salvador täglich mehr als 300 Neuansteckungen gemeldet, ein Höchststand seit Jahresbeginn.

Chile hatte in der vergangenen Woche ebenfalls eine Impfung bei Kindern ab sechs Jahren angekündigt, Kuba impft sogar alle Bürger ab zwei Jahren mit einem eigenen Vakzin. (Quelle: TSP, 14.09.21)


US-Staat Florida droht Landkreisen mit Strafen bei Impfpflicht

Der Gouverneur vom US-Bundesstaat Florida, Ron DeSantis, droht Städten und Landkreisen mit Strafen, falls sie ihre Angestellten zu Impfungen zwingen wollen. Er kündigt für jeden einzelnen Fall eine Strafe von 5000 Dollar an. „Das sind potenziell Millionen und Abermillionen Dollar an Strafen“, sagt er. US-Präsident Joe Biden hat vergangene Woche Impfungen für alle Mitarbeiter der Bundesregierung angeordnet. (Quelle: TSP, 14.09.21)


Schulen in Südchina nach größerem Corona-Ausbruch bei Schulkindern geschlossen

Angesichts eines größeren Corona-Ausbruchs bei meist ungeimpften Schulkindern in der südchinesischen Provinz Fujian sind zahlreiche Schulen geschlossen worden. Die rund 3,2 Millionen Einwohner der Stadt Putian wurden am Dienstag zu verpflichtenden Corona-Tests aufgerufen, um den jüngsten Ausbruch einzudämmen. Ein Fall mit der ansteckenderen Delta-Variante, der auf einen Reiserückkehrer aus Singapur zurückgeführt wird, hatte sich zu einem örtlichen Ausbruch von mehr als hundert Ansteckungen ausgeweitet.

Die Behörden in der Provinz Fujian registrierten am Dienstag 59 neue, im Inland übertragene Fälle. Unter ihnen waren zahlreiche Schulkinder, sie hatten sich vermutlich bei dem zwölfjährigen Sohn des Reiserückkehrers angesteckt. Bis Dienstag registrierten die Behörden 36 Ansteckungen bei Schulkindern, darunter acht bei Kindergartenkindern. Es handelt sich um den ersten größeren Corona-Ausbruch unter Schulkindern in China.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua liegt die Impfquote in China derzeit bei rund 70 Prozent der Bevölkerung. Die meisten Kleinkinder sind jedoch nach wie vor nicht geimpft, was die Befürchtung aufkommen ließ, dass der jüngste Ausbruch in Fujian die schwächste Bevölkerungsgruppen des Landes unverhältnismäßig stark treffen könnte.

Die Stadt Putian ließ am Montag alle Schulen schließen und in der nahegelegenen Hafenstadt Xiamen wurde der Verkehr mit Fernbussen eingestellt. Die chinesische Botschaft in Singapur warnte chinesische Bürger, bei Reisen in das südostasiatische Land „vorsichtig“ zu sein und sich „auf Schwierigkeiten bei der Wiedereinreise nach China einzustellen“. (Quelle: TSP, 14.09.21)


Ministerien: Pandemie-belastete Familien stärker unterstützen

Der Bund will in einer konzertierten Aktion Corona-geschädigte Familien stärker entlasten. „Kinder und Jugendliche haben in der Pandemie ganz besonders gelitten. Wir wollen sie auf dem Weg zurück in die Normalität besonders unterstützen und hier stärker in Prävention und Vorsorge investieren“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Dazu gehörten auch mehr Vorsorgeuntersuchungen, um psychische und physische Probleme frühzeitig zu erkennen, so der Minister. Hier gehe es etwa um Bewegungsmangel und psychosomatische Erkrankungen.

In dem Entwurf von Gesundheits- und Familienministerium für den Kabinettsbeschluss am Mittwoch heißt es demnach, Kinder und Jugendliche hätten ein geringes Risiko für schwere Covid-19-Krankheitsverläufe und dadurch bedingte Krankenhausaufnahmen. „Doch die sozialen Einschränkungen der Pandemie belasten junge Menschen besonders stark – vor allem diejenigen, die bereits vor der Pandemie unter schwierigen Bedingungen aufgewachsen sind.“

Die Ministerien richten laut dem Entwurf Kernempfehlungen an die Länder und Kommunen: „Flächendeckende Schließungen von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen gilt es mit oberster Priorität zu vermeiden, ohne die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu gefährden.“ Außerdem sollten Sport- und Bewegungsmöglichkeiten sowie Angebote der außerschulischen Bildung und Jugendarbeit auch unter den Bedingungen einer Pandemie zugänglich bleiben.

Weiter heißt es, „präventive Angebote der Gesundheitsförderung sollten allen Kindern und Jugendlichen verstärkt zugänglich gemacht werden, um sie bei der Bewältigung der gesundheitlichen Belastungen durch die Pandemie zu unterstützen.“ Da viele Kinder noch nicht geimpft werden können, „muss ein umfassendes Testangebot an Kitas und Schulen für Kinder unter 12 Jahren zur Verfügung stehen“. (Quelle: TSP, 14.09.21)


Bayern will Corona-Lollitests in Kitas einführen

Bayern will die sogenannten Lollitests auch an den bayerischen Kitas einführen. „Wir wollen noch mehr Sicherheit in den Kitas“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der „Augsburger Allgemeinen“, „wir werden daher auf Wunsch der Eltern die Lollitests ermöglichen.“ Die Kommunen sollen demnach die Wahl haben, ob sie die Lollitests mit PCR-Standard einführen oder weiter auf freiwillige Selbsttests setzen. „Der Freistaat wird dafür die Kosten übernehmen“, erklärte Söder.

Bei den Lollitests lutscht jedes Kind an zwei Tupfern. Im Labor werden die Proben von allen gesammelt und als Pool untersucht. Diese Pool-PCR-Tests gelten als zuverlässiger als die Schnelltests.

Am Dienstag wollte sich das Kabinett mit dem Schulstart in Bayern beschäftigen. Dabei soll es unter anderem um die Fragen gehen, wie Schülerinnen und Schülern ab 12 Jahren in den kommenden Wochen Impfangebote gemacht werden können und wie bei Jüngeren die Infektionsgefahr möglichst gering gehalten werden soll. (Quelle: TSP, 14.09.21)


Bund und Länder suchen Regelung bei Lohnersatzleistung für Ungeimpfte

Im Streit um Quarantäne-Entschädigungen für Ungeimpfte streben Bund und Länder nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine gemeinsame Regelung an. „Wir versuchen, mit den Ländern eine gemeinsame Linie bei der Lohnersatzleistung zu finden“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der „Rheinischen Post“. Die Gesundheitsminister von Bund und Länder kommen am Mittwoch zu Beratungen zusammen.

Mehrere Bundesländer haben angekündigt, keine Entschädigungen mehr für Verdienstausfälle von Ungeimpften zu zahlen, die in Corona-Quarantäne müssen. Sie berufen sich dabei auf einen Passus im Infektionsschutzgesetz, wonach der Anspruch auf Lohnfortzahlung entfallen kann, wenn die Quarantäne durch eine Schutzimpfung hätte vermieden werden können. (Quelle: TSP, 14.09.21)


Rekordeinnahmen aus Hundesteuer im Corona-Jahr 2020

Zwischen Lockdown und geplatzten Urlaubsträumen haben offenbar viele Menschen in Deutschland im Jahr 2020 ihren langgehegten Wunsch nach einem Vierbeiner in die Tat umgesetzt: Im ersten Pandemiejahr wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Rekordeinnahmen aus der Hundesteuer erzielt. Die öffentlichen Kassen nahmen im Jahr 2020 rund 380 Millionen Euro aus der Hundesteuer ein. Für die Städte und Gemeinden bedeutete dies nach Angaben der Behörde am Dienstag ein Plus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2019 beliefen sich die Einnahmen aus der Hundesteuer auf 370 Millionen Euro.

Der Trend setzt sich bisher auch 2021 fort, hieß es. Im ersten Quartal 2021 lagen die Einnahmen aus der Hundesteuer bei rund 159 Millionen Euro und damit 8,4 Prozent über den Einnahmen des Vorjahresquartals. Im 1. Quartal 2020 hatten die Hundesteuer-Einnahmen 146 Millionen Euro betragen.

Der Trend zum Haustier hat sich allerdings schon vor der Pandemie entwickelt, soweit die Steuereinnahmen ein Indiz dafür sind. Im Jahr 2010 hatte die Hundesteuer den Städten und Gemeinden noch 258 Millionen Euro eingebracht. Die Preise für Hunde- und Katzenfutter haben sich den Angaben zufolge hingegen nur unterdurchschnittlich erhöht. Im August 2021 mussten Hundebesitzerinnen und -besitzer lediglich 0,7 Prozent mehr für Futter ausgeben als im Jahresdurchschnitt 2015. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im gleichen Zeitraum um 10,1 Prozent. (Quelle: TSP, 14.09.21)


Boosterimpfung laut Studie für die Allgemeinbevölkerung nicht nötig

Zusätzliche Corona-Auffrischungsimpfungen sind nach Ansicht mehrerer führender Wissenschaftler für die allgemeine Bevölkerung nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht erforderlich. Es seien mehr Belege erforderlich, um solche „Booster“ zu rechtfertigen, heißt es in einem Artikel der Experten im Medizin-Fachjournal „Lancet“. Die Verfasser räumen aber ein, dass einige Personen, etwa Menschen mit geschwächtem Immunsystem, von einer zusätzlichen Impfdosis profitieren könnten.
Eine breitere Anwendung von Auffrischungsimpfungen könnte zudem künftig erforderlich sein, wenn die Immunität bei Geimpften nachlasse oder sich neue Varianten entwickelten. Zu den Autoren zählen zwei scheidende Spezialisten der US-Arzneimittelaufsicht FDA, sowie zwei ranghohe Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie verweisen darauf, dass mit den derzeitigen Impfvorräten mehr Menschen gerettet werden könnten, wenn sie bei bislang Ungeimpften zum Einsatz kämen. (Quelle: TSP, 14.09.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Dienstag drei Neuinfektionen mit dem Coronavirus, das geht aus dem Online-Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institutes steigt von 71,8 am Montag auf 73,2. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie beträgt 5916, als genesen gelten 5610 Grafschafter. In Quarantäne befinden sich 433 Menschen, am Montag waren es 476. Die Zahl der Todesfälle in der Grafschaft liegt weiterhin bei 125.
Die landesweite Hospitalisierungsrate liegt bei 4,5. Die Zahl gibt die landesweite Aufnahme in Krankenhäusern wegen Covid-19 pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen an. Die landesweite Belegung der Intensivbetten liegt bei 5,2 Prozent.

Bis einschließlich Sonntag, 12. September 2021, wurden in der Grafschaft Bentheim 170.619 Impfungen durchgeführt, teilt der Landkreis am Dienstagnachmittag mit. Davon waren 91.547 Erstimpfungen. 86.963 Personen sind bereits vollständig geimpft. Die Zahlen enthalten die Impfungen durch das Impfzentrum sowie Impfungen durch die niedergelassenen Ärzte.

Die 181 aktuellen Coronafälle am Dienstag verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 15 (0), Emlichheim: 10 (0), Uelsen: 2 (0), Neuenhaus: 12 (0), Wietmarschen: 13 (0), Nordhorn: 103 (-1) und Schüttorf: 26 (+2) (Quelle: GN, 14.09.21)



Spahn ruft eindringlich zur Corona-Impfung auf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürgerinnen und Bürger noch einmal eindringlich dazu aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Es werde auf jeden Fall bis zum Frühjahr eine „Grundimmunität“ der Bevölkerung erreicht werden – und zwar „durch Infektionen oder durch Impfung“, sagte Spahn am Montagabend beim „Ständehaustreff“ der „Rheinischen Post“. Er empfehle den Weg der Impfungen, denn das erspare Pflegekräften viel Arbeit und viele Tote.

„Die Zahl der Ungeimpften in Deutschland ist noch zu groß“, sagte Spahn. Die Delta-Variante des Coronavirus sei so ansteckend, dass, wenn man sich nicht zu Hause allein für sechs Monate einschließen wolle, man nur noch eine Wahl habe: „Entweder Sie infizieren sich ohne Schutz oder Sie werden sich impfen lassen.“ Noch sei auch eine Überlastung der Krankenhäuser nicht ausgeschlossen.

Rund 40.000 Todesfälle seien durch die bisherigen Impfungen vermieden worden, sagte Spahn. 90 bis 95 Prozent der Corona-Patienten auf den Intensivstationen seien nicht geimpft. Eine Impfpflicht befürwortete Spahn trotzdem nicht. Es gebe schon so massive Spannungen um die Corona-Beschränkungen etwa bei der Maskenpflicht. „Mir ist es wichtig, dass aus diesen Spannungen nicht Spaltung wird.“ (Foto: CC s-. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 14.09.21)


Münster: Zahl der Corona-Infizierten nach „2G“-Party steigt auf 63

Vielleicht können wir später darauf drehen: Nach einer Clubparty unter „2G“-Bedingungen in Münster ist die Zahl der bekannten Corona-Infektionen auf 63 gestiegen. Das teilte die Stadt am Montag auf Anfrage mit. Die Krankheitsverläufe seien nach Kenntnis des Gesundheitsamtes aber bislang weiterhin mild oder liefen symptomfrei ab. 46 Infizierte kämen aus Münster. Die Gäste hatten sich bei einer Partynacht mit rund 380 Gästen angesteckt. Teilnehmen durften ausschließlich Geimpfte oder Genesene.

Nach Bekanntwerden des Ausbruchs hatte die Stadt Münster das Hygienekonzept des Clubs als vorbildlich gelobt: Nicht nur hatte der Club nur immunisierten Menschen Zutritt gewährt, auch die Lüftungsanlagen überträfen laut Wartungsfirma die Anforderungen. Das Gesundheitsamt empfahl allen Gästen der Party, einen Bürgertest vornehmen zu lassen. Bei Symptomen sollten sich die Partygäste an einen Hausarzt wenden. (dpa)


Deutschland-Zahlen

Beim Infektionsgeschehen in Deutschland gibt es derzeit kaum Dynamik. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 81,1. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 81,9 gelegen, vor einer Woche bei 83,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 6325 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 6726 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 68 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 59 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.089.476 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 1,86 an (Montag: 1,79). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.841.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.686. (Quelle: RKI, 14.09.21)


Ungeimpfte in Deutschland sind meist jünger, weiblich oder weniger gebildet

Unter den noch ungeimpften Bürger und Bürgerinnen in Deutschland seien 56 Prozent Impfverweigerer, teilte Prof. Dr. Cornelia Betsch, die wissenschaftliche Leiterin des „COSMO – COVID-19 Snapshot Monitoring“, bei einem virtuellen Presse-Briefing zur deutschen Impfkampagne am Montag mit. 20 Prozent der Ungeimpften seien impfbereit, weitere 24 Prozent eher unsicher oder zögerlich.

Wie die Daten der COSMO-Befragung zeigen, seien noch ungeimpfte Personen meist jünger, weiblich oder würden einen niedrigeren Bildungsstand haben. Auch Menschen mit Kindern oder mit Migrationshintergrund seien unter den Ungeimpften vertreten. Schwangeren Frauen sowie Frauen mit Kinderwunsch hätten oft Bedenken wegen der möglichen Risiken bei einer Corona-Impfung. In diesem Sinne sei die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Schwangere ein wichtiger Schritt. Bei Kindern spiele der Einfluss und die Impfbereitschaft der Eltern in Bezug auf ihre Kinder eine entscheidende Rolle.

„Impfbereitschaft ist ansteckend, aber Impfskepsis ist es auch“, sagte Dr. Katrin Schmelz in der Pressekonferenz. Sie ist Psychologin und Verhaltensökonomin am Exzellenzcluster „Die Politik von Ungleichheit“ der Universität Konstanz und am Thurgauer Wirtschaftsinstitut, Kreuzlingen in der Schweiz. Um die Impfbereitschaft zu steigen, brauche es nach Angaben der Experten beim Presse-Briefing mehr Aufklärung sowie mehr Impfangebote an Schulen, Universitäten und Arbeitsplätzen. „Es ist wichtig, dass man zeigt, dass Infos zur Impfung wissenschaftlich basiert sind“, sagte Dr. Betsch.

Sollten sich alle, die zum Impfen bereit seien, auch tatsächlich impfen, ergäbe sich laut der letzten COSMO-Erhebung im Juli 2021 eine Impfquote unter Erwachsenen zwischen 18 und 74 Jahren von 83 Prozent. (Quelle: TSP, 13.09.21)


Neuseeland verlängert Lockdown in Auckland

Der Corona-Lockdown in Neuseelands größter Stadt Auckland wird verlängert. Wie Premierminister Jacinda Ardern am Montag mitteilte, müssen sich die zwei Millionen Einwohner noch mindestens eine Woche lang an strenge Ausgangsbeschränkungen halten. Zur Begründung sagte Ardern, in der Stadt tauchten immer wieder neue „rätselhafte“ Ansteckungsfälle auf, die sich nicht auf bekannte Infektionsherde zurückverfolgen ließen.

Neuseeland hatte Mitte August einen landesweiten Lockdown verhängt, um einen Ausbruch der hochansteckenden Delta-Variante einzudämmen. Im Rest des Landes wurden die Beschränkungen vergangene Woche weitgehend aufgehoben. In Auckland wurden sie aber noch beibehalten, weil alle Fälle dort aufgetreten waren. Am Montag wurden in Auckland 33 Neuinfektionen verzeichnet. (Quelle: TSP, 13.09.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim meldet am Montag neun Corona-Neuninfektionen. Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institutes steigt von 66,0 am Sonntag auf 71,8. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt auf 5914, demgegenüber gibt es 5609 Genesene. In Quarantäne befinden sich 321 Grafschafter, am Sonntag waren es noch 476. Die Zahl der Todesfälle in der Grafschaft liegt weiterhin bei 125.
Die landesweite Hospitalisierungsrate liegt bei 4,4. Die Zahl gibt die landesweite Aufnahme in Krankenhäusern wegen Covid-19 pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen an. Die landesweite Belegung der Intensivbetten liegt bei 5,1 Prozent.

Die 180 aktuellen Coronafälle am Montag verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Kommunen (in Klammern die Veränderung zum Vortag): Bad Bentheim: 15 (-1), Emlichheim: 10 (0), Uelsen: 2 (+1), Neuenhaus: 12 (0), Wietmarschen: 13 (+1), Nordhorn: 104 (+1) und Schüttorf: 24 (+1). (Quelle: GN, 13.09.21)


Biontech-Chef rechnet mit Impfstoff für über Fünfjährige noch in diesem Jahr

Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass noch in diesem Jahr der Impfstoff seines Unternehmens für fünf- bis elfjährige Kinder zum Einsatz kommen kann. „Wenn alle Daten gut aussehen und die Behörden das entsprechend so bestätigen und eine Genehmigung geben“, dann halte er das „für realistisch“, sagte Sahin dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom Montag.

Er rief zugleich zu weiteren Anstrengungen in der laufenden Impfkampagne auf. „Wir erwarten, dass wir Daten Ende September vorliegen haben, die wir auch den Behörden in Europa und in den USA vorlegen werden“, sagte Sahin weiter mit Blick auf den Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige. Er plädierte auch für Auffrischungsimpfungen für bereits vollständig geimpfte Erwachsene. Es sei „sinnvoll, dass diejenigen mit einem abbauenden Immunschutz noch eine dritte Impfung bekommen.“

Zur derzeit eher stockenden Impfkampagne sagte Sahin: „Wir dürfen nicht einfach resignieren und akzeptieren, dass wir noch keine ausreichende Impfquote haben.“ Es müsste weiter versucht werden, die Menschen zu überzeugen, Gespräche zu führen „und vielleicht auch den Zugang zum Impfstoff nochmal zu vereinfachen, so dass Impfungen weiter erleichtert werden“.

Die Delta-Variante und die bislang nicht ausreichende Impfquote in Deutschland könnten zu einem weiteren Anstieg der Inzidenzzahlen im Herbst führen, warnte der Biontech-Chef. Neben mehr Impfungen sei auch eine Kombination weiterer Maßnahmen erforderlich, um die Infektionen einzudämmen, besonders in geschlossenen Räumen. (Quelle: TSP, 13.09.21)


Laschet lehnt Impfpflicht in Deutschland weiter kategorisch ab

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) lehnt eine Impfpflicht in Deutschland weiterhin kategorisch ab. „Ich vertraue noch auf die Einsicht der Menschen“, sagte Laschet am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Er habe den Eindruck, dass Manche beim Thema Impfen nur zu nachlässig seien und nicht darüber nachgedacht hätten. „Echte Impfverweigerer gibt es gar nicht so viele.“

Er hoffe, dass sich bei der am Montag beginnenden sogenannten Impfwoche nun möglichst viele weitere Menschen impfen lassen würden, fügte der CDU-Chef hinzu. Er verwies zugleich darauf, dass ab Oktober etwa die für Ungeimpfte vielfach nötigen Schnelltests von den Bürgern selbst bezahlt werden müssten. Das sei „Druck“. Er sei allerdings weiter gegen eine Impfpflicht. Das habe er auch immer gesagt. (Quelle: TSP, 13.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert Koch-Institut (RKI) aktuell bei 81,9. Das geht aus Angaben des Instituts vom Montagmorgen hervor. Am Vortag hatte der Wert bei 80,2 gelegen, vor einer Woche bei 84,3. Allerdings wies das RKI-Dashboard am Sonntag für Baden-Württemberg nur einen neu hinzugekommenen Fall aus. In den Tagen zuvor waren es jeweils deutlich über 1000.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 5511 Corona-Neuinfektionen. Die Zahlen geben den Stand des RKI-Dashboards von 04.17 Uhr wieder. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4749 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden zwölf Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es acht Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.083.151 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,95 an. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. (Quelle: RKI, 13.09.21)


Flughafen Frankfurt im August mit bestem Monat seit Pandemie-Beginn

Am Frankfurter Flughafen sind im August so viele Passagiere abgeflogen und gelandet wie in keinem anderen Monat seit Beginn der Corona-Krise. Der Betreiber Fraport zählte an Deutschlands größtem Drehkreuz knapp 3,4 Millionen Fluggäste, wie er am Montag mitteilte. Das waren rund 123 Prozent mehr als im August 2020, aber immer noch 51 Prozent weniger als vor der Corona-Krise im August 2019. Das Aufkommen an Fracht und Luftpost legte im Vergleich zu August 2020 um gut 13 Prozent auf 178.223 Tonnen zu.

Nach dem Reiseaufschwung im Sommer geht Fraport-Chef Stefan Schulte von einem „schwierigen Winter“ aus, wie er vor einigen Tagen sagte. Für das laufende Jahr rechnet er in Frankfurt insgesamt mit „unter 20 bis 25 Millionen“ Fluggästen. 2020 war das Aufkommen auf weniger als 19 Millionen eingebrochen, nachdem der Flughafen 2019 mit mehr als 70 Millionen ein Rekordjahr verzeichnet hatte. (Quelle: TSP, 13.09.21


Corona erhöht Risiko von Cyberangriffen auf Unternehmen

Die Corona-Krise wirkt sich häufig negativ auf die IT-Sicherheit von Unternehmen aus. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Montag veröffentlichter Forschungsbericht des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Arbeit im Homeoffice und die Nutzung privater Hard- und Software erhöhen demnach das Risiko einer Infektion mit Schadenssoftware sowie von Phishing-Attacken. Das sind E-Mails vermeintlich seriöser Absender, mit denen Betrüger zum Beispiel an Passwörter gelangen wollen. Bedroht seien vor allem Firmen mit angespannter wirtschaftlicher Situation, die seltener zusätzliche IT-Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

Die Autoren des Berichts hatten in den Jahren 2018/19 insgesamt 5000 Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten befragt. An einer Folgebefragung zwischen Juli und September 2020 nahmen mehr als 600 Firmen erneut teil. 60 Prozent von ihnen berichteten, dass sie innerhalb eines Jahres mindestens einen Cyberangriff reagieren mussten. Automatisch abgewehrte Angriffe, durch eine Firewall etwa, sind darin nicht enthalten. In 85 Prozent der Fälle konnten die Cyberkriminellen in einem frühen Versuchsstadium abgewehrt werden.

Nach Angaben des KFN wurden in dem Projekt „Cybersicherheit in Unternehmen“ erstmals über einen längeren Zeitraum sogenannten Dunkelfeld-Daten zum Thema Cyberangriffe gegen Unternehmen gesammelt. Denn die Anzeigequote solcher Delikte ist niedrig: In der ersten Runde lag sie bei 12 und jetzt bei 9 Prozent. Als Gründe wurde hierfür am häufigsten die geringe Schadenshöhe genannt, danach die fehlende Aussicht auf Ermittlungserfolg. Partner in dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt „Cyberangriffe gegen Unternehmen“ war die Leibniz Universität Hannover. (Quelle: TSP, 13.09.21)


Lauterbach rechnet mit Anstieg der Geimpften im Winter

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hofft, dass die Corona-Pandemie im Frühjahr weitgehend überstanden sein wird. „Der Herbst wird noch einmal schwierig werden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Köln. „Wir werden noch einmal steigende Fallzahlen haben. Im Winter könnte es dann aber besser werden, wenn die Zahl der Ungeimpften abgenommen hat.“

Er rechne damit, dass insbesondere nach der Bundestagswahl zunehmend die 2G-Regel eingeführt werde, wonach nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind. „Das wird viele dazu bewegen, sich impfen zu lassen.“ Im Frühjahr könne die Pandemie dann weitgehend überstanden sein – „wenn es keine neuen Mutationen gibt“.
(Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle: TSP, 13.09.21)


Merkel wirbt eindringlich für Coronaimpfung

ngesichts des schleppenden Fortgangs der Impfkampagne in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eindringlich für Corona-Impfungen geworben. „Nie war es einfacher, eine Impfung zu bekommen. Nie ging es schneller“, sagte Merkel am Sonntag im Vorfeld der Impfwoche in ihrem aktuellen Podcast.

Die Infektionszahlen und auch die Zahl der Covid-19-Erkrankten seien in den vergangenen Wochen „leider wieder gestiegen“. Und von denjenigen, die im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelt werden müssen, seien die allermeisten ungeimpft. „Um gut durch Herbst und Winter zu kommen und um das Virus dauerhaft unter Kontrolle zu bekommen, müssen wir daher noch mehr Menschen überzeugen, sich impfen zu lassen“, sagte die Kanzlerin.

Nur eineinhalb Jahre, nachdem das Coronavirus erstmals in Deutschland auftauchte, sei heute ausreichend zuverlässiger und wirksamer Impfstoff vorhanden. Merkel nannte es einen „Riesenerfolg“, dass inzwischen mehr als 50 Millionen Menschen vollständig geimpft seien. Während der Impfwoche sei es noch einfacher, sich ohne Termin impfen zu lassen, betonte sie.

Mit der Aktionswoche #HierWirdGeimpft sollen ab Montag bundesweit auch in Vereinen, Geschäften und vielerlei anderen Orten Menschen für die Corona-Impfung gewonnen werden. „Ich bitte Sie daher, schützen Sie sich selbst und andere. Lassen Sie sich impfen. Jetzt“, appellierte Merkel an die Bundesbürger und Bundesbürgerinnen. Auf der Website http://www.hierwirdgeimpft.de können alle Impfangebote auf einer Deutschlandkarte eingesehen werden.

Deutschland befindet sich nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) inzwischen in der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal betroffen. RKI-Chef Lothar Wieler warnte vor einem dramatischen Anstieg der Neuinfektionen, wenn die Zahl der Impfungen nicht deutlich gesteigert wird. (Foto: CC s. Archiv v. 22.3.20; Quelle: TSP, 13.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, liegt die Inzidenz nun bei 80,2 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Samstag hatte der Wert bei 82,8 gelegen und am Sonntag vergangener Woche bei 83,1.

Binnen 24 Stunden wurden den Angaben vom Sonntag zufolge 7345 Neuinfektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.077.640. Die Zahl der Todesopfer in Deutschland stieg um acht auf nunmehr 92.606. Die Zahl der Genesenen beträgt laut RKI 3.823.500.

An Wochenenden ist die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in der Regel niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI inzwischen in der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal betroffen. RKI-Chef Lothar Wieler warnte vor einem dramatischen Anstieg der Neuinfektionen, wenn die Zahl der Impfungen nicht deutlich gesteigert wird. (Quelle: RKI, 12.09.21)


12.000 demonstrieren in Enschede gegen Corona-Maßnahmen

Rund 12.000 Menschen sind am Samstag in einem Protestmarsch durch Enschede gezogen. Sie sprachen sich gegen die aktuellen Corona-Regeln in den Niederlanden aus und forderten, dass Großveranstaltungen wieder stattfinden dürfen. Es werde mit zweierlei Maß gemessen, hieß es. So seien beispielsweise Fußballspiele oder Autorennen erlaubt, Konzerte und Festivals aber nicht. Sie verlangten eine Gleichbehandlung und mehr Freiheiten.
Auch in anderen niederländischen Städten kam es am Samstag zu ähnlichen Demonstrationen. Begleitet wurde der Zug in Enschede, der sich auf einer Strecke von gut sechs Kilometern durch die Stadt zog, von 17 bunten und lauten Musikwagen. Dem Vernehmen nach schlossen sich auch Impfgegner dem Protestmarsch an. (Quelle: GN, 11.09.21)


Impfverweigerer randalieren in Thessaloniki am Rande einer Messe

Hunderte Gegner von Corona-Schutzimpfungen haben am Samstagabend vor dem Eingang des Messegeländes der Hafenstadt Thessaloniki Steine und andere Gegenstände auf die Polizei geschleudert. Die Sicherheitskräfte setzen Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Randalierer auseinander zu treiben, wie das Staatsfernsehen zeigte. Unter den Randaliereren waren nach Berichten von Reportern zahlreiche religiöse Eiferer, die Ikonen trugen sowie nationalistisch und rechtsextremistisch orientierte Menschen.

Zum Zeitpunkt der Ausschreitungen hielt der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis eine Rede in einer Halle des Geländes dieser größten griechischen Handelsmesse über die Wirtschafts-und Finanzpolitik der nächsten Monate in Griechenland. Die Rede wurde nicht gestört. (Quelle: TSP, 12.09.21)


Beteiligung an Protesten gegen Frankreichs Corona-Politik sinkt

Die Proteste gegen die verschärften Corona-Regeln in Frankreich haben am neunten Wochenende in Folge wieder mehr als hunderttausend Menschen auf die Straßen getrieben. Die Beteiligung an den übers ganze Land verteilten Demonstrationen sank am Samstag aber erneut – wie schon seit mehreren Wochen. Laut Frankreichs Innenministerium protestierten 121.000 Menschen. Das sind 20.000 weniger als in der Vorwoche und rund 50.000 weniger als vor drei Wochen.

Der Unmut richtet sich gegen den von Präsident Emmanuel Macron und der Regierung verlangten Gesundheitspass zum Nachweis von Impfung, Genesung oder negativem Test. Wer ins Café gehen, in den Fernzug steigen oder in manchen großen Einkaufszentren shoppen will, muss den Pass vorlegen. Die Nachweispflicht besteht für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Auch die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, darunter Beschäftigte im Gesundheitswesen, stößt auf Widerstand. (Quelle: TSP, 11.09.21)


Konzert in Kopenhagen mit 50.000 Zuschauern

Ein Konzert mit Zehntausenden Zuschauern dicht an dicht: Was wie eine vage Erinnerung an Vor-Corona-Zeiten klingt, wird in Kopenhagen für dänische Musikfreunde Realität. Nach der Aufhebung der letzten verbliebenen Corona-Beschränkungen in Dänemark hat die Rockband The Minds of 99 für den Samstagabend zu einem ausverkauften Konzert ins Stadion Parken geladen. 50.000 Fans sollten bei dem Auftritt in der dänischen Hauptstadt dabei sein. Nach Angaben des Veranstalters und der Zeitung „Jyllands-Posten“ ist die Band damit die erste, die seit Pandemiebeginn in Europa eine Stadion-Show mit voller Zuschauerauslastung spielt.

In den Stunden vor dem Konzert konnte man sich vor Ort nahe dem Stadion gegen das Coronavirus impfen lassen. Wie das dänische Kulturministerium am Samstag mitteilte, sollen solche Pop-up-Impfstationen in der kommenden Zeit auch vor anderen größeren Konzerten und Veranstaltungen aufgebaut werden. Ziel ist es, bei der Impfkampagne vor allem Jüngere zu erreichen.

Bereits bei den vier in Kopenhagen ausgetragenen Begegnungen der Fußball-EM im Juni waren zwischen 15.000 und 24.000 Menschen im Parken dabei. Nachdem Dänemark die Corona-Beschränkungen seit dem Frühjahr und über den Sommer hinweg nach und nach gelockert hatte, fielen am Freitag auch die letzten Restriktionen. ((Quelle: TSP, 11.09.21)


Impfaktion der Düsseldorfer Jecken: Erster Pieks um 11.11 Uhr

Bei einer Aktion der Düsseldorfer Karnevalisten haben sich am Samstag etwa 45 Menschen die Corona-Schutzimpfung verabreichen lassen. Gestartet war die Immunisierungskampagne am 11. September pünktlich um 11.11 Uhr an der Wagenbauhalle. Wo Künstler Jacques Tilly sonst die Wagen für die Rosenmontagszüge gestaltet, konnte man sich vier Stunden lang ohne Voranmeldung impfen lassen. Auch an einem zweiten Standort in Düsseldorf hatten die Karnevalisten eine Impfstation eröffnet.

„Jeder geimpfte Mensch ist ein Erfolg gegen das Coronavirus“, sagte der Sprecher des Comitee Carneval, Hans-Peter Suchand. Die Bandbreite der Impflinge habe von einem 13-jährigen Mädchen bis zu einem Senior von fast 80 Jahren gereicht. Einige hätten sich bereits die Zweitimpfung geholt, andere hätten denn ersten Piks bekommen. Sie könnten sich in sechs Wochen ebenfalls an der Wagenbauhalle zum zweiten Mal impfen lassen.

In Köln hatten sich bei einer ähnlichen Aktion Ende August 185 Menschen impfen lassen. In Düsseldorf gab es Führungen durch die Wagenbauhalle, Live-Musik und Gratis-Würstchen. Je höher die Impfquote, desto geringer seien die Einschränkungen für alle Brauchtumsvereine bei der Planung und Organisation ihrer Veranstaltungen, betonte Düsseldorfs Karnevalspräsident Michael Laumen.

Die Düsseldorfer Jecken hatten bereits angekündigt, für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen die 2G-Regel anzuwenden – erlaubt wären damit nur geimpfte oder genesene Gäste. Ein Test würde nicht reichen.(Quelle: TSP, 11.09.21)


Kassenärzte sehen geringe Lust auf Auffrischung

Das Interesse der Menschen an einer dritten Corona-Impfung ist derzeit nach Ansicht des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gering. „Die Zahlen zeigen, dass derzeit weder besonders viele Ärzte bei den Auffrischimpfungen mitmachen noch in der Bevölkerung der Bedarf nach einer weiteren Dosis groß ist“, sagte Andreas Gassen der „Welt am Sonntag“. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag haben sich bislang etwas mehr als 162. 000 Menschen in Deutschland eine sogenannte Booster-Impfung verabreichen lassen. Diese werden in mehreren Bundesländern bereits für bestimmte Menschen angeboten, deren zweite Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt.

Dass diese Angebote bisher zögerlich angenommen werden, sieht Gassen in der derzeit fehlenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) begründet. „Die Bevölkerung hat mittlerweile zu Recht gelernt, beim Impfen nicht auf Politiker, sondern eher auf Mediziner zu hören“, sagte Gassen der „Welt am Sonntag“. Auch die Ärzte seien von dem erneuten Vorpreschen der Politik und der lückenhaften Datenlage verunsichert.

„Die Begeisterung ist begrenzt, nach der sehr belastenden Impfkampagne jetzt noch einzelne Auffrischimpfungen durchzuführen, die schlecht vergütet und organisatorisch aufwendig sind“, sagte Gassen. Die Stiko plant nach Angaben ihres Chefs Thomas Mertens zeitnah eine Empfehlung für Auffrischungsimpfungen. (Quelle: TSP, 11.09.21)


Ärztepräsident gegen mehr Druck auf Umgeimpfte

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hält stärkere Einschränkungen für Ungeimpfte derzeit für unangebracht. „Im Moment bin ich dagegen“, sagte Reinhardt der „Passauer Neuen Presse“. „Noch mehr Druck auf Nicht-Geimpfte auszuüben, wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen.“ Er war gefragt worden, ob er ein Befürworter einer stärkeren Verbindlichkeit von „2G“-Regeln sei, bei denen nur Geimpfte und Genesene Zugang zu bestimmten Veranstaltungen und Einrichtungen haben.

Der Präsident der Bundesärztekammer argumentierte, zum einen sei das Gesundheitssystem aktuell nicht so sehr beansprucht, dass das von dieser Seite her legitimiert wäre. „Zum anderen dürfte mehr Druck bei Unentschlossenen, die man mit vernünftigen Argumenten überzeugen könnte, eher Gegenreaktionen auslösen. Auf diese Weise werden wir die fehlenden 20 bis 25 Prozent bei der Impfquote kaum erreichen.“ Reinhardt plädierte dafür, vielmehr „noch stärker und gezielter“ zu versuchen, „bestehende Zweifel zu zerstreuen und Fake-News über das Impfen (…) konsequent zu korrigieren“.

Er lehnte auch Überlegungen ab, dass Ungeimpfte bald keinen Anspruch auf Entschädigung bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Quarantäne mehr haben sollen. Dies ist in mehreren Bundesländern bereits angekündigt. „Diese Debatte ist überzogen. Zudem löst sie die daraus folgende Frage aus, wie mit anderen Menschen umgegangen wird, die Raubbau an ihrem Körper betreiben.“

Angesichts der stockenden Impfungen hatte die Debatte über strengere Corona-Vorgaben für Ungeimpfte zuletzt weiter Fahrt aufgenommen. (Quelle: TSP, 11.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist leicht gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, liegt die Inzidenz nun bei 82,8 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Freitag hatte der Wert bei 83,8 gelegen und am Samstag vergangener Woche bei 80,7.

Binnen 24 Stunden wurden den Angaben vom Samstag zufolge 11.214 Neuinfektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.070.295. Die Zahl der Todesopfer in Deutschland stieg um 45 auf nunmehr 92.598. Die Zahl der Genesenen beträgt laut RKI 3.817.900.

Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI inzwischen in der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal betroffen. RKI-Chef Lothar Wieler warnte vor einem dramatischen Anstieg der Neuinfektionen, wenn die Zahl der Impfungen nicht deutlich gesteigert wird. (Quelle: TSP, 11.09.21)


Fehler in Corona-Krise? Verfahren gegen französische Ex-Ministerin

Frankreichs Justiz hat wegen möglicher Verfehlungen im Umgang mit der Corona-Krise ein Ermittlungsverfahren gegen die Ex-Gesundheitsministerin Agnès Buzyn eingeleitet. Es bestehe der Verdacht einer „Gefährdung des Lebens anderer“, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft am Gerichtshof der Republik.

Buzyn, von Mai 2017 bis Februar 2020 Gesundheitsministerin unter Präsident Emmanuel Macron, war am Freitag von Richtern des Gerichtshofs angehört worden. Die Einleitung eines Verfahrens bedeutet, dass die Ermittler „schwerwiegende oder übereinstimmende Indizien“ für ein Fehlverhalten sehen. Das Verfahren kann am Ende zu einem Strafprozess führen, falls die Ermittler ausreichend Beweise gegen die Beschuldigte sehen. Andernfalls können sie das Verfahren auch wieder einstellen.

Hintergrund sind Vorermittlungen, die schon im Juli 2020 begonnen haben. Ihnen liegen Medienberichten zufolge mehrere Klagen zugrunde, etwa von drei Ärzten. Die Vorwürfe betreffen unter anderem den Mangel an Masken und anderer Schutzausrüstung zu Beginn der Pandemie. Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen ist Buzyn die erste Person des öffentlichen Lebens, gegen die nun ein formelles Verfahren eingeleitet wurde. Ebenfalls ermittelt wird unter anderem gegen den aktuellen Gesundheitsminister Olivier Véran. (AFP)

10. Sep. 2021 18:40
Alexandra Beste
Weitere Besserung der Corona-Lage in Italien

Die Corona-Infektionslage in Italien hat sich in der vergangenen Woche weiter gebessert. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert sank von landesweit durchschnittlich 74 Fällen je 100 000 Einwohner auf 64 Fälle, wie das Gesundheitsministerium im wöchentlichen Bericht über die Corona-Lage am Freitag in Rom mitteilte. Die Gesundheitsexperten gaben für Friaul-Julisch Venetien, die Lombardei und die Autonome Provinz Bozen/Südtirol ein moderates Infektionsrisiko aus. In den übrigen Regionen galt demnach eine niedrige Gefahr.

In den Krankenhäusern stieg der Anteil der Covid-19-Patienten auf den Intensiv- und Krankenstationen. Landesweit lag er in der Intensivmedizin bei durchschnittlich rund sechs Prozent. Die Delta-Variante ist den Experten zufolge bei weitem am stärksten verbreitet. Mit Blick auf die Beschränkungen beließ die Regierung die Insel Sizilien wegen des dortigen Infektionsgeschehens weiter in der Gelben Zone. Das heißt, die Menschen müssen dort auch im öffentlichen Raum Masken tragen, und in Restaurants darf nur eine bestimmte Anzahl an Personen an einem Tisch sitzen.

Am Freitag meldeten die Gesundheitsbehörden etwas mehr als 5600 Corona-Neuinfektionen und rund 60 Tote mit dem Virus binnen eines Tages. Landesweit müssen die Menschen außerdem an vielen Orten einen Nachweis über eine Corona-Impfung, einen Negativ-Test oder eine Genesung vorlegen können. Das gilt zum Beispiel im Fernbahn- und Fernbusverkehr, in Museen und auf Kulturveranstaltungen und für alle, die innen im Restaurant essen wollen. (Quelle: TSP, 11.09.21)


Ungarn unterzeichnet Absichtserklärung zur Produktion chinesischen Impfstoffes

Die ungarische Regierung unterzeichnet eine Absichtserklärung mit dem chinesischen Konzern Sinopharm zur Produktion von dessen Impfstoff. Demnach sollen in den kommenden zehn Monaten die Voraussetzungen geschaffen werden, um das Vakzin herstellen zu können, teilt das Außenministerium in Budapest mit. Ungarn ist das einzige EU-Land, das bislang den Sinopharm-Stoff verimpft hat. (Quelle: TSP, 11.09.21)


Hessen: Ministerpräsident Bouffier spricht sich für PCR-Tests bei Ungeimpften aus

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hält bei den Corona-Zugangsregelungen für Ungeimpfte die Anwendung von PCR-Tests in bestimmten Bereichen für angebracht. Menschen ohne Schutzimpfung oder überstandene Corona-Erkrankung müsse man weiter am Leben teilnehmen lassen, sagte der CDU-Politiker im Hessischen Rundfunk.

„Ich kann das Rathaus nicht zumachen, und ich kann auch vieles andere nicht zumachen. Der muss dann halt getestet werden. Und zwar so, dass wir sicher sein können, dass durch solche Personen nicht eine Gefahr für die Sicherheit anderer Menschen entsteht.“

Bouffier sagte, deshalb spreche viel dafür, PCR-Tests statt Schnelltests zu verlangen. „Wir stimmen uns ja auch mit den anderen Bundesländern ab“, so der Ministerpräsident. „Ein PCR-Test hat den Vorteil, dass er sehr viel genauer ist. Ich glaube, darauf wird es hinauslaufen.“ (Quelle: TSP, 11.09.21)


Rund 5000 Menschen protestieren in Litauen gegen Corona-Gesundheitspass

Tausende Menschen haben am Freitag in der litauischen Hauptstadt Vilnius gegen einen von der Regierung eingeführten Corona-Gesundheitspass demonstriert. In dem baltischen EU-Land muss ab Montag jeder beim Besuch von Einkaufszentren, Restaurants und Schönheitssalons mit einem sogenannten „Chancen-Pass“ nachweisen, dass er vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet ist. „Ich bin nicht grundsätzlich gegen Impfungen, aber es muss möglich sein, dass man selbst entscheiden kann, und nicht Bedingungen geschaffen werden, unter denen man einfach geimpft sein muss“, sagte die 56-jährige Demonstrantin Rima Junel.

Polizeiangaben zufolge waren fast 5000 Demonstranten bei der Protestaktion im Stadtzentrum, zwei Menschen wurden festgenommen. Der 51-jährige Geschäftsmann Valdas Vitkus bezeichnete die Entscheidung der Mitte-Rechts-Regierung als „diktatorisch“. Bei einer Anti-Impf-Demonstration im vergangenen Monat in der Nähe des Parlaments war es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, in deren Folge mehrere dutzend Menschen wegen Randalierens festgenommen wurden. (Quelle: TSP, 11.09.21)


Thailand will Hauptstadt Bangkok im Oktober für geimpfte Urlauber öffnen

Vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Touristen sollen ab Oktober wieder in die thailändische Hauptstadt Bangkok und vier weitere Provinzen reisen können. Wie die thailändische Tourismusbehörde am Freitag mitteilte, fällt für ausländische Reisende mit Impfnachweis in Bangkok und den Provinzen Chiang Mai, Chon Buri, Phetchaburi und Prachuap Khiri Khan ab dem 1. Oktober die bisher obligatorische Hotel-Quarantäne weg. Stattdessen sollen die Regeln eines Modellprojekts gelten, das bereits seit Juli auf der Ferieninsel Phuket erprobt wird.

Im sogenannten Sandkasten-Programm müssen sich die Urlauber eine Woche lang in einer bestimmten Region aufhalten und sich regelmäßig testen lassen. Im Laufe des Oktobers sollen nach Angaben der Tourismusbehörde dann noch 21 weitere Reiseziele in das Programm aufgenommen werden, darunter Chiang Rai, Sukhothai und Rayong.

Thailand kämpft gerade gegen seine dritte und bisher schlimmste Corona-Welle, die durch die hochansteckende Delta-Variante befeuert wird. Trotzdem soll der Tourismussektor wieder in Schwung gebracht werden. Er erwirtschaftet normalerweise fast 20 Prozent des thailändischen Bruttoinlandsproduktes. (Quelle: TSP, 11.09.21)


Kreta und Korsika ab Sonntag keine Corona-Hochrisikogebiete mehr

Die Bundesregierung streicht die bei Urlaubern beliebten Inseln Kreta und Korsika ab Sonntag von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. In Frankreich bleiben damit nur noch die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur und einige Überseegebiete auf der Liste, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Griechenland verschwindet damit komplett von der Liste der Hochrisikogebiete. (Quelle: TSP, 11.09.21)


Dreiviertel der Jugendlichen nicht vollständig geimpft

Nur etwa ein Viertel der 12 bis 17 Jahre alten Jugendlichen sind bislang vollständig geimpft. Mindestens eine Impfung haben 35,9 Prozent in dieser Altersgruppe bekommen. Das geht aus Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums vom Freitag (Stand: 10.03 Uhr) hervor. „Die empfohlene Impfung schützt in jedem Alter“, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter. Quer durch die Bevölkerung hatten bislang 61,9 Prozent oder rund 51,47 Millionen Menschen den vollständigen Impfschutz. Mindestens eine Impfung erhielten 66,3 Prozent oder etwa 55,14 Millionen Einwohner. ((Quelle: TSP, 11.09.21)


Australien startet Impfkampagne für Indigene

Australien will in einer sechswöchige Impfkampagne mindestens 90 Prozent der indigenen Bevölkerung des Bundesstaates Northern Territory gegen Corona impfen. Es handle sich dabei zwar um ein „ehrgeiziges“ Ziel, eine geringere Impfquote sei jedoch inakzeptabel, betonte der Geschäftsführer der Aboriginal Medical Services Alliance des Staates, John Paterson, am Freitag gegenüber dem australischen Nachrichtenportal ABC.

Bislang hinke die Impfung der Aborigines in der Gesamtbevölkerung noch deutlich hinterher, hieß es. Ende August waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Canberra 35,7 Prozent der weißen Australier über 16 Jahre doppelt geimpft, während bei der indigenen Bevölkerung erst 21,3 Prozent die zweite Dose erhalten hatten. Australiens Regierung steht wegen ihrer verfehlten Impfstoffbeschaffungspolitik und ihrer „Null Covid-19“-Strategie zunehmend in der Kritik.

Gemessen an der Gesamtzahl der Bevölkerung, hat das Nothern Territory den höchsten Anteil indigener Bürger. Über 76.000 der insgesamt rund 250.000 Einwohner des gut 1,4 Millionen Quadratkilometer großen Staates sind Aborigines. Australienweit gehören etwa 600.000 Menschen der indigenen Bevölkerung an. Die Aborigines sind kein einheitliches Volk, sondern bestehen aus Stämmen oder Clans mit unterschiedlichen Gebräuchen und Sprachen. (Quelle: TSP, 11.09.21)


Sächsische Schulen berichten von Drohungen vor Impfstart

Vor den geplanten freiwilligen Impfangeboten an Sachsens Schulen sehen sich Schulleiter und Lehrer mit Drohungen konfrontiert. Das sei punktuell aus mehreren Regionen Sachsens gemeldet worden, sagt der Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung, Roman Schulz. Solche Schreiben würden teils sogar an deren Privatadressen geschickt. „Das ist absolut inakzeptabel.“

„Es ist sehr bedauerlich und erschreckend zugleich, dass Menschen, die sich freiwillig entschieden haben, ein Impfangebot wahrzunehmen, dafür drangsaliert werden“, sagt der Sprecher des Kultusministeriums, Dirk Reelfs. Zuvor hatte die „Freie Presse“ berichtet, dass Schulleitern mit Strafanzeigen wegen Körperverletzungen gedroht und Kundgebungen vor Schulen angekündigt hätten.

Seit Schulbeginn wurde laut Reelfs die Impfbereitschaft zunächst anonym abgefragt. Obwohl die Rückmeldungen der Schulen noch nicht vollumfassend vorliegen, bekräftigte er den Start der Impfungen in der kommenden Woche.

Das Angebot richtet sich an Mädchen und Jungen ab zwölf Jahren. Sie werden für die Impfung vom Unterricht freigestellt. Melden sich an einer Schule etwa 80 Impfwillige, sind bei entsprechenden Kapazitäten der mobilen Impfteams auch Impfungen an der jeweiligen Schule möglich. (Quelle: TSP, 11.09.21)


Stiko spricht sich für Corona-Impfung von Schwangeren aus

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sich generell für eine Corona-Impfung von Schwangeren und Stillenden ausgesprochen. „Nach eingehender Beratung und Bewertung der vorhandenen Evidenz“ empfehle die Stiko eine Impfung für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel und für Stillende mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. Der Beschlussentwurf der Empfehlung muss nun noch in ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und beteiligten Fachkreisen, ist also noch keine endgültige Empfehlung.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: „Auch schwangere und stillende Frauen haben nun eine klare Empfehlung zur Impfung. Das bedeutet nach vielen Monaten mit vielen offenen Fragen nun endlich wissenschaftlich begründete Gewissheit.“ Er wandte sich mit einem dringenden Appell an schwangere und stillende Frauen: „Fragen Sie Ihren Arzt. Lassen Sie sich impfen. Sie schützen sich und Ihr Kind.“

Ärzte konnten auch bislang schon Schwangere impfen, die Stiko-Empfehlung schloss aber bisher nur Schwangere mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere Corona-Erkrankung oder mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände ein. (Quelle: TSP, 11.09.21)


Bundesrat beschließt Neuregelungen im Infektionsschutzgesetz

Bundesadleregen Covid-19 orientieren. Zudem sollen Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher und Beschäftigte in Pflegeheimen vom Arbeitgeber gefragt werden dürfen, ob sie geimpft sind oder nicht. Die entsprechenden Neuregelungen im Infektionsschutzgesetz beschloss am Freitag auch der Bundesrat, nachdem in dieser Woche bereits der Bundestag zugestimmt hatte. Die Änderungen sollen zügig in Kraft treten, sobald sie nach Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurden.

Konkret vorgesehen ist, dass die Zahl der wegen Corona in Kliniken aufgenommenen Patienten künftig die wichtigste Messlatte für schärfere Maßnahmen sein soll. Mit einfließen sollen auch andere Kennwerte, etwa die Auslastung der Intensivstationen und die Zahl der Geimpften. Das löst die bisherige Orientierung an den Infektionszahlen ab, die wegen vieler Geimpfter als nicht mehr so aussagekräftig gilt.

Beschäftigte in Kitas, Schulen und Pflegeheimen sollen künftig von ihren Arbeitgebern gefragt werden dürfen, ob sie geimpft sind oder ob sie Corona schon hatten. Normalerweise dürfen Gesundheitsdaten von Beschäftigten nicht abgefragt werden. Im Gesundheitswesen sind allerdings bereits Ausnahmen möglich. Nun soll dies auf Kitas, Schulen und Pflegeheime ausgeweitet werden, allerdings nur solange eine „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ gilt, über die im Bundestag alle drei Monate neu abgestimmt wird.

Begründung für die Ausweitung: In den Einrichtungen würden besonders verletzliche Personengruppen betreut, zudem wären wegen der räumlichen Nähe zahlreiche Menschen einem Infektionsrisiko ausgesetzt. Die Impfstatusabfrage soll beispielsweise bei der Erstellung von Dienstplänen helfen.(Quelle: TSP, 11.09.21)


WHO: Gesundheitswesen in Europa muss dringend reformiert werden

Eine Kommission der Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Länder in Europa und darüber hinaus zu umfassenden Reformen ihrer Gesundheitssysteme aufgerufen. Trotz wiederholter Warnungen vor einer globalen Pandemie sei die Welt nicht auf das Ende 2019 aufgetretene Coronavirus vorbereitet gewesen, erklärte das WHO-Regionalbüro Europa am Freitag. Anlass ist die Veröffentlichung eines Abschlussberichts der vom italienischen Ex-Ministerpräsidenten Mario Monti geleiteten Kommission, die während der Pandemie eingesetzt worden war.

Voneinander abweichende und fehlerhafte politische Schritte hätten dazu geführt, dass die Folgen von Covid-19 katastrophal gewesen seien und es weiter blieben. Mehr als 1,2 Millionen Menschen seien in Verbindung mit einer Corona-Erkrankung in der europäischen Region gestorben, die Wirtschaft habe zudem einen beispiellosen Abschwung erlebt, der selbst die globale Finanzkrise 2008 in den Schatten stelle. Die gemachten Fehler dürften sich nicht wiederholen.

„Wir können nicht zulassen, dass eine andere Pandemie die Welt in die Knie zwingt, und müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um zu verhindern, dass eine Katastrophe gleichen Ausmaßes noch einmal passiert“, erklärte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Größte Herausforderung sei nicht das Finden erfolgreicher Strategien gewesen, sondern das kollektive Unvermögen, diese Strategien effektiv umzusetzen. (dpa)(Quelle: TSP, 11.09.21)



Niedersachsen: Drittimpfung können früher in Altenheimen starten

Mobile Teams aus den Impfzentren können nach Informationen des NDR Niedersachsen früher als geplant für Drittimpfungen in die Alten-und Pflegeheime fahren.

Wenn einzelne Impfzentren genug Zeit und genug Impfstoff haben, dann können sie auch jetzt schon Besuchstermine mit den Alten- und Pflegeheimen vereinbaren, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) dem NDR in Niedersachsen. Sie verlasse sich jetzt auf die Flexibilität und die Einsatzfreude der Impfzentren.

Der Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Weyhe im Landkreis Diepholz habe das Ministerium beunruhigt. Die Datenlage zeige, dass gerade Hochbetagte die Immunantwort, also den Impfschutz, schneller verlieren. Und gerade die Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen waren Anfang des Jahres die ersten, die geimpft wurden. Von Oktober an sollen die Impfteams dann wie geplant flächendeckend in den Alten- und Pflegeheimen impfen. Die Hauptpriorität liege aber weiterhin darauf, alle Erwachsenen mit Impfstoff zu versorgen, sagte Behrens weiter. Die Intensivstationen füllten sich vor allem mit Ungeimpften.

(Quelle: NDR, 10.09.21)


Dänemark streicht alle Beschränkungen

In Dänemark fallen ab diesem Freitag die letzten Corona-Beschränkungen weg. So muss beispielsweise niemand mehr bei bestimmten Großveranstaltungen wie Begegnungen in der obersten dänischen Fußballliga einen Corona-Pass vorzeigen.
Der Nachweis, dass man geimpft, genesen oder negativ getestet worden ist, entfällt auch in den gerade erst wieder eröffneten Diskotheken. Zugleich wird Covid-19, die durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöste Erkrankung, nicht mehr länger als „gesellschaftskritische Krankheit“ eingestuft.

Die Maskenpflicht und andere Corona-Beschränkungen wurden in Dänemark bereits in den vergangenen Wochen und Monaten nach und nach zurückgefahren. Zuletzt durfte zu Monatsbeginn auch das Nachtleben nach anderthalb Jahren wieder öffnen, allerdings zunächst mit der Anforderung, per Corona-Pass auf dem Smartphone Test, Impfung oder Genesung vorzeigen zu können. Diese Anforderung war parallel für Lokale, Fitnessstudios und anderes aufgehoben worden.

Ein Grund für die endgültige Lockerung sind die hohen Impfzahlen, wie Gesundheitsminister Magnus Heunicke bei der Ankündigung Ende August erklärt hatte. Bislang sind mehr als 83 Prozent aller Menschen im Land im Alter von über zwölf Jahren vollständig geimpft worden.

Bei der Einreise aus dem Ausland gelten je nach Herkunftsland oder -region jedoch weiterhin gewisse Einschränkungen: Deutsche Reisende, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen sich zum Beispiel nach der Einreise auf Corona testen lassen. Das an Dänemark grenzende Schleswig-Holstein ist davon nicht betroffen. (Quelle: GN, 10.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist wieder etwas angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen lag sie bei 83,8 – am Vortag hatte der Wert bei 83,5 gelegen, vor einer Woche bei 80,2.
Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.969 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.28 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 14.251 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 55 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 45 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.059.081 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI gestern mit 1,89 an (Vortag 1,79). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.810.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.553. (Quelle: RKI, 10.09.21)


Hospitalisierungsinzidenz steigt leicht auf 1,89

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen auf 1,89 gestiegen (Vortag 1,79). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Auch die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen stieg wieder ein wenig. Laut RKI lag sie bei 83,8 – am Vortag hatte der Wert bei 83,5 gelegen, vor einer Woche bei 80,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.969 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.28 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 14.251 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 55 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 45 Todesfälle gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.553. (Quelle: TSP, 10.09.21)


Los Angeles führt Impfpflicht für Schüler ab 12 Jahren ein

Der kalifornische Schulbezirk Los Angeles, der zweitgrößte in den USA, führt für alle Schüler ab zwölf Jahren eine Impfpflicht ein. Wer keine medizinische oder anderweitig begründete Ausnahmegenehmigung habe, müsse für den Präsenzunterricht ab 10. Januar vollständig geimpft sein, teilte der Schulbezirk am Donnerstag (Ortszeit) mit. „Die Impfungen gegen Covid-19 sind sicher und wirksam. Von den impfberechtigten Schülern zu verlangen, dass sie geimpft sind, ist der stärkste Weg, um unsere Schulgemeinschaft zu schützen“, sagte die geschäftsführende Behördenchefin Megan Reilly.

In die Zuständigkeit des Bezirks fallen nach dessen Angaben rund 640.000 Kinder und Jugendliche in allen Jahrgangsstufen, vom Kindergarten bis zum Abitur. Der Bezirk im Westküstenstaat Kalifornien umfasst die Stadt Los Angeles sowie einige umliegende Gemeinden. Für die Angestellten gilt bereits ab Mitte Oktober eine Corona-Impfpflicht.

Eine Impfpflicht für Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulangestellte gibt es in den USA bereits in einigen Bezirken. Die verpflichtende Ausweitung auf Schüler ist hingegen bislang ungewöhnlich. (Quelle: TSP, 10.09.21)


USA verdoppeln Strafen für Maskenverweigerer

Die US-Regierung verdoppelt die Bußgelder für Maskenverweigerer in Flughäfen, Bahnhöfen sowie beim Reisen in Flugzeugen, Zügen und Bussen. Ein erstmaliger Verstoß gegen die Maskenpflicht kann ab Freitag mit einem Bußgeld von 500 bis 1000 US-Dollar (420 bis 840 Euro) geahndet werden, wie das Heimatschutzministerium mitteilte. Wiederholungstäter müssten nun mit Bußgeldern von 1000 bis 3000 US-Dollar rechnen.

Die Regel gilt demnach vor allem für Reisen zwischen Bundesstaaten, die unter die Aufsicht der Transportsicherheitsbehörde (TSA) fallen. Die TSA hatte die Vorschrift zur Maskenpflicht im Reiseverkehr jüngst bis Mitte Januar kommenden Jahres verlängert. Die Verdoppelung der Bußgelder war Teil einer Reihe von Maßnahmen, die US-Präsident Joe Biden am Donnerstag (Ortszeit) im Weißen Haus ankündigte, um die Pandemie einzudämmen. (Quelle: TSP, 10.09.21)


RKI analysiert aktuelle Entwicklung

Die unzureichenden Impfquoten bei jüngeren Erwachsenen in der Corona-Pandemie spiegeln sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) auch auf Deutschlands Intensivstationen wider.
Unter den dort behandelten Menschen seien von Mitte August bis Anfang September mehr 18- bis 59-Jährige gewesen als Menschen über 60, hieß es in dem am Donnerstagabend veröffentlichten RKI-Wochenbericht. Das könne als Effekt der Impfkampagne und der bislang noch unzureichend hohen Quoten bei den 18- bis 59-Jährigen interpretiert werden.

Auf den Intensivstationen wuchs der Anteil an Covid-Patienten insgesamt wieder. Mit knapp 1400 Kranken entspreche der Anstieg 22 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, hieß es in dem Bericht. Höchstwerte hatte es hier um die Weihnachtszeit mit rund 5760 Intensivpatienten gegeben.

Impfdurchbrüche als Grund für eine Klinikeinweisung sind laut RKI bisher sehr selten. Das Institut appelliert deshalb weiter an die Bundesbürger, sich sowohl zum eigenen Schutz als auch zum Schutz anderer gegen Covid-19 immunisieren zu lassen. Geschützt werden müssen dabei auch Kinder unter 12, die sich noch nicht impfen lassen können.

Im Rückblick auf die 32. bis 35. Kalenderwoche hat das RKI die gemeldeten Klinikdaten genau analysiert. Danach lagen in der Altersgruppe von 18 bis 59 Jahren 4836 Menschen aufgrund einer Covid-19-Infektion im Krankenhaus, 496 auf Intensivstationen. 54 Patienten aus dieser Gruppe starben in diesem Zeitraum an Covid-19.

Von den Über-60-Jährigen waren 2590 Patienten aufgrund von Corona in einer Klinik, 411 auf einer Intensivstation. In diesem Zeitraum wurden 338 Covid-19-Todesfälle in dieser Altersgruppe registriert.

Von den 12- bis 17-Jährigen kamen nach diesen Zahlen 182 aufgrund von Covid-19 in eine Klinik, 2 auf eine Intensivstation. Hier wurde ein Todesfall registriert.

Die Kliniken sind aufgefordert, nur Patienten zu melden, die aufgrund einer Covid-19-Infektion aufgenommen und behandelt wurden. Nachmeldungen, auch bei den Todesfällen, sind dabei möglich.

Die meisten Covid-Patienten, die nun in ein Krankenhaus kommen, sind nach RKI-Angaben 35 bis 59 Jahre alt. Dann folgen die 60- bis 79-Jährigen, heißt es in dem Wochenbericht. Das Risiko, an der Infektion zu sterben, liegt bei älteren Menschen aber weiterhin am höchsten. Die große Mehrheit der Corona-Toten (79 Prozent) ist laut Bericht über 80 Jahre alt. Nachdem die Zahl der Todesfälle im Sommer über einige Wochen auf niedrigem Niveau schwankte, nimmt sie seit Anfang August wieder zu.

Zwischen den Altersgruppen in Deutschland sind die Quoten der vollständig Geimpften sehr unterschiedlich verteilt. Mit Daten vom 8. September lagen sie bei Menschen über 60 Jahren – rund 24 Millionen Bundesbürgern – bei rund 83 Prozent. Die rund 45 Millionen Menschen starke Gruppe zwischen 18 und 59 Jahren ist zu fast 67 Prozent immunisiert. Bei den 12- bis 17-Jährigen – rund 4,5 Millionen Kindern und Teenagern – liegt sie aktuell bei rund 24 Prozent.

Die Unterschiede haben auch damit zu tun, dass sich ältere Menschen zuerst impfen lassen konnten und eine Impfempfehlung für alle Kinder und Jugendlichen ab 12 erst seit Mitte August vorliegt. Inzwischen gibt es aber genug Impfstoff für alle Altersgruppen. Für Kinder bis 12 Jahre ist noch kein Impfstoff zugelassen.

Die Impfquote über alle Altersgruppen hinweg stieg laut RKI-Bericht nur langsam auf nun 62 Prozent an. Vor einer Woche waren es 61 Prozent. Der Virologe Christian Drosten hatte sich für das Ende des Sommers 80 Prozent Impfquote in Deutschland erhofft.

Die vierte Pandemiewelle betrifft inzwischen alle Altersgruppen. Sie habe zunächst durch Infektionen innerhalb der jungen erwachsenen Bevölkerung an Fahrt aufgenommen und breite sich nun zunehmend auch bei Älteren aus, heißt es. Im Bundesdurchschnitt ist laut RKI eine weitere Zunahme der Fallzahlen um 11 Prozent binnen einer Woche zu beobachten, regional allerdings sehr unterschiedlich.

Auch die Positivrate bei PCR-Tests steigt unter der vollständigen Dominanz der ansteckenderen Delta-Variante kontinuierlich an und liegt nun bei 8,7 Prozent. Anfang Juli lag dieser Wert noch bei 1,1 Prozent. Spitzenwerte in der Pandemie in Deutschland lagen bisher bei bis zu 15 Prozent Positivrate.

Die Zahl der PCR-Tests in rund 200 auswertenden Laboren hat zuletzt auf rund 934.000 pro Woche zugenommen. Im Juli lag dieser Wert oft um die 600.000 PCR-Tests pro Woche. (Quelle: 10.09.21)


Biden: Geduld geht uns aus

US-Präsident Joe Biden hat mit zugespitzten Äußerungen den Druck auf die Minderheit seiner immer noch ungeimpften Landsleute erhöht. „Viele von uns sind frustriert angesichts der fast 80 Millionen Amerikaner, die immer noch nicht geimpft sind, obwohl Impfungen sicher, wirksam und kostenlos sind“, sagte Biden am Donnerstag im Weißen Haus. Dank der Impfungen habe man die nötigen Mittel, um die Pandemie einzudämmen, betonte er. An die Adresse der Ungeimpften sagte Biden weiter: „Wir sind geduldig gewesen, aber die Geduld geht uns aus.“ Seine Forderung: „Lassen Sie sich impfen.“

Die US-Regierung will die Corona-Pandemie mit Hilfe von Anordnungen zur Impfpflicht eindämmen. Neue Regelungen zur Corona-Impfung sollen für fast 100 Millionen Beschäftigte der Privatwirtschaft und des Gesundheitswesens gelten. Auch für alle Angestellten der Bundesregierung sowie Zulieferer verschärft US-Präsident Joe Bidens Regierung die Impfvorschriften.

Firmen mit mehr als 100 Angestellten soll vorgeschrieben werden, dass alle Mitarbeiter geimpft sein müssen oder sich mindestens ein Mal pro Woche auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen müssen. Die Regelung werde derzeit unter Führung des Arbeitsministeriums entwickelt und für rund 80 Millionen Beschäftigte der Privatwirtschaft gelten, erklärte das Weiße Haus am Donnerstag.

Zudem sollen künftig alle Mitarbeiter in Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens, die Zahlungen der staatlichen Krankenversicherungen annehmen, gegen Corona geimpft sein müssen. Die Regelung werde für rund 17 Millionen Mitarbeiter gelten, hieß es. In den staatlichen Programmen Medicare und Medicaid sind vor allem Ältere, Behinderte und Bedürftige versichert.

Kurz zuvor hatte das Weiße Haus bereits bestätigt, dass in Kürze für alle Mitarbeiter der Bundesregierung eine Impfpflicht gelten wird. Es werde dabei nur wenige Ausnahmen aus bestimmten gesundheitlichen oder religiösen Gründen geben, sagte Bidens Sprecherin Jen Psaki. Die zuvor eingeführte Möglichkeit, sich durch regelmäßige Corona-Tests von einer Impfpflicht zu befreien, soll wegfallen. Die Regelung soll auch für Unternehmen gelten, die für die Regierung arbeiten.

Angestellte des Bundes hätten bis zu 75 Tage Zeit, sich vollständig impfen zu lassen, erklärte Psaki. Mitarbeiter, die bis dahin nicht geimpft seien, drohten über die zuständige Personalabteilung disziplinarische Maßnahmen, die bis zur Entlassung führen könnten. Die Regierung als einer der größten Arbeitgeber des Landes wolle mit der Regelung allen Unternehmen ein Modell vorgeben, sagte Psaki. Biden hatte zuletzt immer wieder auch für eine Corona-Impfpflicht in Unternehmen geworben und Arbeitgeber zum Handeln aufgefordert.

Die vom Weißen Haus angekündigten Schritte gäben den bereits auf Bundesebene bestehenden Impfpflichten weitere Rückendeckung. Die Vorschriften etwa des Verteidigungsministeriums und der Behörden für Veteranen beträfen bereits rund 2,5 Millionen Angestellte, hieß es.

Die Impfkampagne in den USA macht trotz vieler Anreize nur noch sehr langsam Fortschritte. Bislang sind 53,4 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen abschließend geimpft. Die Impfungen sind für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene freigegeben. In der Bevölkerungsgruppe ab 12 Jahren sind 62,5 Prozent voll geimpft.

Aufgrund der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus hatte die Pandemie in den USA zuletzt wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Die Gesundheitsbehörde CDC meldete im Wochendurchschnitt pro Tag fast 140.000 Neuinfektionen und rund 1100 Todesfälle. (Quelle: SZ, 10.09.21)


„Werden mehr machen müssen, um Lockdowns zu verhindern“

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor einer Überforderung der Krankenhäuser im Herbst, wenn sich nicht bald mehr Menschen in Deutschland impfen lassen. „Wir werden bei den Ungeimpften mehr machen müssen, um zu verhindern, dass wir Lockdowns brauchen“, sagte er am Donnerstagabend in der Talkshow „Maybrit Illner“. Er rechne mit einer massiven Welle an Erkrankungen unter Ungeimpften.

„Uns läuft die Zeit davon“, sagte er. Deshalb müsse nun alles daran gesetzt werden, die stockende Impfkampagne voranzubringen. Lauterbach empfiehlt dazu mehr Aktionen mit niedrigschwelligen Angeboten wie Impfbusse. Entscheidend sei aber eine bessere Aufklärung der Menschen. Viele hätten falsche Vorstellung davon, welches Risiko der Impfstoff hat und welche eine Covid-19-Krankheit. „Die haben oft Angst vor der Impfung, weil sie fehlinformiert sind“, sagte er. „Die Impfkampagne muss besser werden.“ (Foto: CC s. Archiv v. 15.6.20; Quelle TSP, 10.09.21)


Mehr Jüngere als Ältere auf Intensivstationen

Die unzureichenden Impfquoten unter jüngeren Erwachsenen in der Corona-Pandemie spiegeln sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) auch auf Deutschlands Intensivstationen wider. Unter den dort betreuten Menschen seien von Mitte August bis Anfang September mehr 18- bis 59-Jährige gewesen als Menschen über 60, hieß es in dem am Donnerstagabend veröffentlichten RKI-Wochenbericht. Das könne als Effekt der Impfkampagne und der bislang noch unzureichend hohen Quoten bei den 18- bis 59-Jährigen interpretiert werden.

Auf den Intensivstationen wuchs der Anteil an Covid-Patienten insgesamt wieder. Mit knapp 1400 Kranken entspreche der Anstieg 22 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, hieß es in dem Bericht. Höchstwerte hatte es hier um die Weihnachtszeit mit rund 5760 Intensivpatienten gegeben.

Die meisten Covid-Patienten, die allgemein in ein Krankenhaus kommen, sind nach RKI-Angaben zwischen 35 und 59 Jahre alt. Das Risiko, an der Infektion zu sterben, liegt bei alten Menschen aber weiterhin am höchsten. (Quelle: TSP, 09.09.21)


Fast 31.000 Corona-Erkrankungen trotz Impfung

Bislang sind fast 31.000 Menschen in Deutschland trotz vollständigem Impfschutz an Covid-19 erkrankt. Das geht aus dem jüngsten Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Seit dem 1. Februar seien 30.880 sogenannte Impfdurchbrüche – also symptomatische Coronainfektionen mindestens zwei Wochen nach vollständiger Impfung – registriert worden. Die Effektivität der Im­pfung bewertet das RKI dennoch als hoch: Sie liege bei Erwachsenen je nach Altersgruppe zwischen 86 und 87 Prozent. (Quelle: TSP, 09.09.21)


Partynacht in Münster endet mit 26 Infizierten – trotz 2G

Bei einer Partynacht mit „2G“-Zugangsbeschränkung in einem Club in Münster haben sich vergangene Woche mindestens 26 Menschen, darunter ein Mitarbeiter der Einrichtung, mit Corona infiziert, wie die Stadt mitteilt. Dabei handele es sich nach bisherigen Erkenntnissen um Impfdurchbrüche und Ansteckungen von bereits Genesenen.

Die Stadt rechnet damit, dass noch weitere Infektionen bekannt werden. Die Nachverfolgung durch das Gesundheitsamt laufe intensiv. Zahlreiche Kontakte müssten nun einen PCR-Test vorlegen. „Die genaue Anzahl der engen Kontaktpersonen ist noch unklar“, heißt es.

Der Eintritt zu der Party am 3. September sei in verschärfter 2G-Regelung erfolgt. „Alle Gäste waren nach Eigenangabe geimpft oder genesen“, so die Stadt. Auf die Infektion aufmerksam geworden seien die Betroffenen aufgrund milder Symptome oder durch eine Meldung ihrer Corona-Warn-App auf dem Smartphone. Laut Stadt wohnen 20 Infizierte in Münster. Sie seien hauptsächlich Mittzwanziger.

(Quelle: TSP, 09.09.21)



Grafschafter Zahlen

Zwölf weitere Covid-19-Fälle meldet die Kreisverwaltung am Donnerstag. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert wird vom Robert-Koch-Institut wie am Vortag auf 63,8 beziffert. In Quarantäne befinden sich derzeit 463 Grafschafter.

Derzeit gibt es laut Kreisverwaltung 197 aktuelle Infektionen. Seit Pandemiebeginn sind 5849 Corona-Fälle bestätigt worden. 5527 Menschen gelten inzwischen als wieder genesen. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 liegt seit fast einem Monat unverändert bei 125.

Die aktuellen 197 Corona-Fälle teilen sich folgendermaßen auf die Kommunen in der Grafschaft auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 20 (0), Emlichheim: 16 (+1), Uelsen: 10 (-3), Neuenhaus: 13 (-1), Wietmarschen: 9 (+2), Nordhorn: 104 (-2) und Schüttorf: 25 (+5) (Quelle: GN, 09.09.21)


Bayern ruft Urlaubsrückkehrer zu Corona-Tests auf

Die bayerische Staatsregierung hat Urlaubsrückkehrer zum Ferienende zu einem Corona-Test aufgerufen. „Gerade nach der Rückkehr aus dem Urlaub gilt: Die Tests sind unsere Augen im Kampf gegen das unsichtbare Virus. Nur durch breites Testen können wir Infektionen erkennen und die Infektionsketten so früh wie möglich unterbrechen“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek in einer Mitteilung.

„Lassen Sie sich und Ihre Familie deshalb jetzt noch einmal testen, bevor Sie nach den Ferien wieder in Ihren Beruf zurückkehren und Ihre Kinder zur Schule oder in die Kita schicken.“ Im vergangenen Jahr seien gerade auch durch Reiserückkehrer am Ende des Sommers und der Sommerferien wieder verstärkt Infektionen in Bayern und Deutschland aufgetreten. Holetschek verknüpfte den Aufruf auch mit einem Appell zur Corona-Impfung.
(Quelle: Tagesschau, 09.09.21)


Nordmazedonien: Tote bei Brand auf Corona-Station

In Nordmazedonien sind bei einem Brand in einem Behelfskrankenhaus für Corona-Patienten mindestens zehn Menschen gestorben. „In Tetovo ist ein schrecklicher Unfall passiert, der zahlreiche Leben gekostet hat“, schrieb Gesundheitsminister Venko Filipce bei Twitter. Die bisher bestätigte Zahl der Todesopfer könne noch steigen. Nach Angaben der Feuerwehr brach das Feuer in der Stadt im Nordwesten des Landes am späten Nachmittag aus. Die Corona-Station war vergangenes Jahr errichtet worden, um das fragile Gesundheitssystem des Landes zu entlasten. (Quelle: Tagesschau, 09.09.21)


Studie: Lockdown führt Belastungen bei Kindern

In fast jeder zweiten Familie haben die Einschränkungen der Lockdown-Monate einer Umfrage zufolge zu physischen und psychischen Belastungen bei den Kindern geführt. In der Erhebung für die pronova BKK gaben jeweils 46 Prozent der befragten Eltern an, dass die körperliche beziehungsweise psychische Gesundheit ihrer Kinder gelittabe. Der Medienkonsum (79 Prozent) und in selteneren Fällen auch Streitigkeiten in der Familie (36 Prozent) nahmen während des Lockdowns zu. 46 Prozent der Eltern sahen der Umfrage zufolge außerdem die körperliche Gesundheit ihrer Kinder durch Bewegungsmangel und fehlende motorische Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt. Für die Erhebung wurden im Juli bundesweit eintausend Menschen ab 18 Jahren mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt repräsentativ befragt. (Quelle: Tagesschau, 09.09.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems): 70,6 (gestern: 47,1)
Meppen: 64,9 (62,0)
Papenburg: 55,9 (50,6)


DAK-Studie: Mehr Jugendliche mit Essstörungen in Klinken

Die Corona-Pandemie geht einer neuen Studie zufolge mit steigenden Behandlungszahlen wegen Übergewicht und Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen einher. So wurden nach dem Report der DAK-Gesundheit 2020 in den Krankenhäusern 60 Prozent mehr Mädchen und Jungen aufgrund einer Adipositas behandelt als im Vorjahr. Auch bei starkem Untergewicht sowie Magersucht und Bulimie nahmen die Zahlen zu. Untersucht worden waren anonymisierte Krankenhausdaten von knapp 800.000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren, versichert bei der DAK-Gesundheit.

„Die Krankenhausdaten zeigen alarmierende Folgen der Pandemie für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen“, sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm nach einer Mitteilung. Die Zahl junger übergewichtiger Patientinnen und Patienten stieg nach einem Absinken im Frühjahrs-Lockdown steil an. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit starkem Untergewicht nahm 2020 um 35 Prozent zu. Stationär behandelte Essstörungen wie Bulimie und Anorexie nahmen in den Lockdowns deutlich zu – im Jahresvergleich gab es einen Anstieg um zehn Prozent. (Quelle: Tagesschau, 09.09.21)


Niedersachsen und Corona

Am Donnerstag, 9. September, hat das Robert Koch-Institut 1.494 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Es kommen vier neue Todesfälle hinzu. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt somit bei 5.869. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt leicht auf 75 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 71,6 Fälle). (Quelle: NDR, 09.09.21)


Australien: Victoria meldet höchste Werte seit einem Jahr

Trotz eines seit mehr als einem Monat geltenden strikten Lockdowns steigen die Corona-Zahlen im australischen Bundesstaat Victoria weiter. Die Behörden in der Region mit der Metropole Melbourne meldeten 324 lokal übertragene Neuinfektionen – so viele wie seit fast 13 Monaten nicht mehr. Zuletzt waren in Victoria Mitte August 2020 mehr als 300 Fälle registriert worden.

Der Bundesstaat im Osten Australiens befindet sich bereits zum sechsten Mal seit Beginn der Pandemie im Lockdown. Dennoch planten die Behörden in den meisten Teilen der Region Lockerungen der Beschränkungen. So sollten Cafés und Restaurants unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Schlimmer als Victoria ist nur der benachbarte Bundesstaat New South Wales mit der Millionenstadt Sydney betroffen. Hier werden schon länger täglich mehr als 1000 Neuinfektionen gemeldet.(Quelle: Tagesschau, 09.09.21)


China verspricht Afghanistan humanitäre Hilfe

China hat Afghanistan humanitäre Hilfsgüter im Wert von 200 Millionen Yuan versprochen, das entspricht umgerechnet etwa 26 Millionen Euro. Es handelt sich unter anderem um Getreide, Medizin und Impfstoffe, wie das Außenministerium in Peking mitteilte. Die Zusage machte Außenminister Wang Yi auf einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen anderer Nachbarländer Afghanistans. In einer ersten Impfstoff-Charge werde China drei Millionen Corona-Impfdosen liefern. Die Volksrepublik sei zudem bereit, weitere Nothilfe und Güter für den Kampf gegen die Pandemie zu liefern.(Quelle: Tagesschau, 09.09.21)


Japan erwägt Verlängerung der Corona-Maßnahmen

Die japanische Regierung erwägt eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen in der Hauptstadt Tokio und weiteren Regionen bis zum 30. September. Um die Ausbreitung der Delta-Variante einzudämmen und eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern, es sei noch zu früh, um die Zügel schleifen zu lassen, sagte Wirtschaftsminister Yasutoshi Nishimura. 06:34 Uhr Chile will Kinder ab sechs Jahren gegen impfen In Chile sollen künftig schon Kinder ab sechs Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Es laufe die Impfkampagne für Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren an, sagte Gesundheitsminister Enrique Paris. Die Kinder sollen mit dem Impfstoff CoronaVac des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac geimpft werden. Zuvor hatte das Institut für öffentliche Gesundheit dem Vakzin eine Notfallzulassung für Kinder ab sechs Jahren erteilt. (Quelle: Tagesschau, 09.09.21)


KBV-Chef empfiehlt NRW-Quarantäne-Regeln zur Nachahmung

Für die geplanten Erleichterungen der Quarantäneregeln in Schulen bekommt die nordrhein-westfälische Landesregierung Zustimmung vom Chef der Kassenärztlichen Vereinigung. „NRW hat hier den richtigen Weg eingeschlagen: Wir begrüßen die Entscheidung, dass künftig nur noch das mit dem Coronavirus infizierte Kind in Quarantäne muss“, sagte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der Zeitung „Rheinische Post“. Dieser Entschluss sei längst überfällig gewesen „und sollte auch von anderen Bundesländern übernommen werden“, sagte Gassen. Die Kinder seien ohnehin die Leidtragenden der Pandemie. „Dass immer gleich ganze Schulklassen für zwei Wochen zu Hause bleiben müssen, ist nicht länger hinnehmbar“, sagte Gassen. Nordrhein-Westfalen will künftig nur noch infizierte Kinder in Quarantäne schicken. (Quelle: Tagesschau, 09.09.21)


Montgomery für weitreichende 2G-Regel

Im Kampf gegen die vierte Pandemie-Welle hat sich der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, für eine Verschärfung von Corona-Maßnahmen ausgesprochen. Es werde kaum reichen, die Impfquote durch mobile Angebote zu erhöhen. „Um die vierte Welle zu brechen, bevor sie dramatisch wird, sollte man jetzt bundesweit überall dort, wo es möglich ist, eine 2G-Regel einführen“, sagte Montgomery den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. Zugang hätten dann jeweils nur noch Geimpfte und Genesene. Dort, wo es nicht praktikabel wäre, Ungeimpfte auszuschließen, wie etwa im Öffentlichen Nahverkehr, müsse dann zumindest eine strengere 3G-Regel gelten. „Ungeimpfte müssten dann einen aktuellen PCR-Tests vorweisen. Ein einfacher Schnelltest dürfte nicht mehr ausreichen“, sagte Montgomery. Eine solche erweiterte 2G-Regel könne der nötige Anreiz sein, sich impfen zu lassen. (Foto: CC s. Archiv v. 19.5.20; Quelle: Tagesschau, 09.09.21)


Studien: Pandemie sorgt für Stadtflucht

Die Corona-Pandemie beflügelt die Nachfrage nach Einfamilienhäusern im Umland der Städte. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Online-Immobilienmarktplatzes ImmoScout24, aus der die Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ berichten. Demnach ist die Nachfrage nach Einfamilienhäusern am Stadtrand in den fünf größten Städten zwischen Februar 2020 und Juni 2021 um 58 Prozent angestiegen. Auch außerhalb der Metropolen ist der Effekt der Studie zufolge spürbar, hier wurden 52 Prozent mehr Kontaktanfragen nach Häusern im Grünen gestellt. Besonders begehrt ist der Wunsch nach einem Eigenheim außerhalb der Innenstadt demnach in der Hauptstadt: In Berlin stieg die Nachfrage nach Einfamilienhäusern am Stadtrand um 80 Prozent an. Aber auch Hamburg (76 Prozent) und München (71 Prozent) erlebten eine deutlich gestiegene Nachfrage. (Quelle: Tagesschau, 09.09.21)


Kliniken für Einheitlichkeit bei Schwellenwerten

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, hat sich für eine einheitliche Festlegung kritischer Marken zur Einschätzung der Corona-Lage ausgesprochen, die regional angepasst werden können. „Wir sollten bundesweit gültige Schwellenwerte für die drei zentralen Faktoren – Infektionsinzidenz, Hospitalisierungsinzidenz und Belegung der Intensivkapazitäten – definieren“, sagte Gaß dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Der Schwellenwert hängt aber dann von den regionalen Besonderheiten ab, wie Krankenhauskapazitäten, Impfquote und Ähnliches.“ Der Bundestag hatte zuvor eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Die Länder sollen danach künftig weitgehend vor Ort festlegen können, ab wann strengere Alltagsbeschränkungen nötig werden. (Quelle: Tagesschau, 09.09.21)


Buyx: Drittimpfungen für vulnerable Gruppen vertretbar

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, hält trotz niedriger Impfquoten in vielen ärmeren Ländern der Welt Auffrischimpfungen ausgewählter Gruppen in Deutschland für ethisch vertretbar. „Die Pandemie ist nicht dauerhaft vorbei, wenn sie nicht auf der ganzen Welt vorbei ist“, sagte sie der Tageszeitung „Welt“. „Wir wollen nicht, dass weitere Varianten entstehen, gegen die unsere Impfstoffe deutlich schlechter wirken.“ Deswegen sei es auch richtig, dass Deutschland wie schon begonnen viele Millionen Dosen ins Ausland spenden werde. „Man muss also das Eine tun, aber das Andere nicht unbedingt lassen“, sagte Buyx. Für die vor allem für Menschen mit hohen Risiken geplanten Auffrischimpfungen sei genug Impfstoff da.

Wenn künftig aber jeder das Angebot einer Auffrischimpfung bekommen sollte, wie es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwägt, könne sich die Einschätzung noch einmal ändern. Die Bewertung hänge unter anderem von der Lage in den Krankenhäusern und der weltweiten Verfügbarkeit von Impfstoff ab, so die Vorsitzende des Ethikrats. (Quelle: Tagesschau, 09.09.21)


Kontakt-Nachverfolgung nicht mehr möglich

Die Gesundheitsämter in Deutschland können derzeit nicht mehr alle Kontaktpersonen von Infizierten nachverfolgen. „Bei einer hohen Zahl von positiv Getesteten ohne gleichzeitigen Lockdown haben die Menschen häufig so viele Kontakte, dass eine grundsätzliche und umfängliche Nachverfolgung nicht mehr zu leisten ist“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, der Zeitung „Rheinische Post“. (Quelle: Tagesschau, 09.09.21)



WHO-Chef greift Pharmaindustrie wegen Bevorzugung reicher Länder an

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Prioritäten von Pharmaherstellern bei der Verteilung von Covid-Impfstoffen kritisiert. Tedros Adhanom Ghebreyesus reagierte damit am Mittwoch auf eine Mitteilung des internationalen Branchenverbandes IFPMA, wonach reiche Staaten jetzt über so viele Impfdosen verfügen, dass Dosen an ärmere Staaten abgeben könnten, ohne ihre eigenen Impfkampagnen einzuschränken. „Ich war entsetzt, als ich das gelesen habe“, sagte Tedros in Genf. Es sei schon seit langem genug Impfstoff für reiche und arme Länder da.

Laut WHO sind bislang 80 Prozent aller weltweiten Corona-Impfungen in Ländern mit hohen und mittleren Einkommen erfolgt. Noch kein einziges armes Land hat eine Impfrate von zehn Prozent erreicht. (Quelle: TSP, 08.09.21)


Brandanschlag in Delmenhorst: Täter muss drei Jahre in Haft

Das Amtsgericht Delmenhorst hat einen 31-Jährigen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann hatte im März dieses Jahres mehrere Brandsätze in das Delmenhorster Rathaus geworfen.

Der Verurteilte gab an, aus Frust über die Corona-Regeln gehandelt zu haben. Er sei wegen der Pandemie wochenlang allein zu Hause gewesen und sei dann auf die Idee gekommen, so gegen die Corona-Regeln zu protestieren.

Der 31-Jährige hatte im März mehrere als Molotow-Cocktails präparierte Flaschendurch ein eingeschlagenes Fenster in das Rathaus geworfen. Die Tourist-Information im Rathausgebäude wurde schwer beschädigt, der Schaden auf 200.000 Euro geschätzt. Verletzt wurde bei dem Brandanschlag niemand. Der Mann war noch am Tatort von drei Zeugen festgehalten, bis die Polizei eintraf.

Die Ermittler gaben bereits damals als Motiv an, dass der Mann unzufrieden mit den Corona-Maßnahmen gewesen sei. Er soll bereits zuvor mehrfach gegen Corona-Regeln verstoßen haben. Deswegen liefen seitens der Stadt Delmenhorst mehrere Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen ihn. (Quelle: NDR, 08.09.21)



Israel: Zahl der Neuinfektionen wieder rückläufig

In Israel ist rund sechs Wochen nach Beginn der Drittimpfungen gegen das Coronavirus die Zahl der Neuinfektionen wieder rückläufig. Es seien 6780 neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwochabend mit. Es wurde am jüdischen Neujahrsfest allerdings auch etwas weniger getestet als an gewöhnlichen Wochentagen. Die Zahl der Schwerkranken blieb mit 678 stabil.

Seit Ende August war die Zahl der Neuinfektionen in Israel mehrmals über 11.000 geklettert – mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Schwerkranken liegt aber etwa bei der Hälfte des Wertes von Januar. (Quelle: TSP, 08.09.21)


Deutschland mit Impf-Aktionswoche #HierWirdGeimpft

Auch knapp ein Dreivierteljahr nach Beginn der Impfkampagne zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist die deutsche Zielmarke noch nicht in Reichweite. 61,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ist vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 66 Prozent haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen.

Das sei zu wenig, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betont. Auf Twitter ruft er daher zum Impfen auf: „Bei Inzidenz und auf Intensivstationen sehen wir: Wir erleben eine anwachsende Pandemie der Ungeimpften. Alle, die können, sollten sich ihren Schutz holen!“

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen laut Robert-Koch-Institut (RKI) mit 76,2 Prozent den höchsten Anteil an Erstgeimpften. Der Stadtstaat zählt mit 71,6 Prozent auch den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen steht mit 55,7 Prozent an Erstgeimpften und 52,5 Prozent vollständig geimpfter Einwohner am Ende beider Ranglisten.

Eine deutschlandweite Aktionswoche zum Impfen – initiiert von der Bundesregierung – soll nun die Quote weiter nach oben treiben. Vom 13. bis 19. September soll sich jeder Bürger möglichst unkompliziert impfen lassen können.

„Es geht darum, gemeinsam für den nötigen Ruck zu sorgen, wo er vielleicht an der einen oder anderen Stelle beim einen oder anderen Bürger noch fehlt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Auf der Website zusammengegencorona.de bekommen Bürger Informationen, wo sie sich in ihrem Bundesland impfen lassen können.

Unter dem Hashtag #HierWirdGeimpft wird dazu aufgerufen, selber eine Impfaktion zu organisieren – etwa im Sportverein, vor dem Supermarkt oder der Apotheke. Des Weiteren wirbt das Bundesgesundheitsministerium mit diesen zehn Gründen für eine Impfung:

1. Besser vorbeugen als erkranken: Modellrechnungen des RKI zufolge haben Impfungen 76.000 stationäre, 19.600 intensivmedizinische Fälle und mehr als 38.300 Sterbefälle verhindert. Da niemand vorhersagen könne, wie schwer eine Coronavirus-Erkrankung verlaufe, sei Vorbeugung in Form einer Impfung der beste Weg, heißt es seitens der Bundesregierung.

2. Auch Jüngere können schwer erkranken: Von schweren Krankheitsverläufen und Long-Covid, also Langzeitschäden nach einer Corona-Erkrankung, sind immer wieder auch junge Menschen betroffen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin leidet jede zehnte erkrankte Person an Corona-Spätfolgen.

3. Sichere und wirksame Impfstoffe: Vier Impfstoffe sind aktuell in der EU zugelassen. Sie haben das Prüfverfahren der EU erfolgreich absolviert. Der Bund betont deshalb: „Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der Impfstoffe wurden genauso überprüft wie bei allen anderen Arzneimitteln – nur, dass es diesmal schneller ging, weil alle relevanten Schritte parallel statt hintereinander stattfanden.“

4. Weniger Risiken als bei einer Corona-Infektion: Laut Gesundheitsministerium liegt das Risiko einer schwerwiegenden Nebenwirkung nach einer Impfung bei 0,02 Prozent. Das Risiko schwer an Corona zu erkranken, sei deutlich höher. Jede siebte Person, die sich infiziere, müsse mit einem schweren Verlauf rechnen, heißt es.

5. Es ist genug Impfstoff da: Inzwischen kann sich jeder in Deutschland ab 12 Jahren einen Impftermin holen. Der Bund rät: „Fragen Sie z. B. in der Arztpraxis oder bei der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt in Ihrem Unternehmen nach einem Impftermin.“

6. Schutz auch für andere: Durch eine Impfung sinkt auch das Risiko, andere anzustecken. „Dadurch werden auch Menschen geschützt, die sich nicht impfen lassen können – zum Beispiel Personen, die sich aufgrund von Vorerkrankungen nicht impfen lassen können und Kinder unter 12 Jahren, für die noch kein Impfstoff zugelassen ist“, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

7. Impfen verhindert weitere Lockdowns: Je mehr Menschen geimpft sind, desto schlechter kann sich das Virus weiter ausbreiten. Damit sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich neue Mutationen bilden. Und weitere Lockdowns werden ebenso unwahrscheinlicher.

8. Entlastung für das Gesundheitssystem: Weniger Infektionen bedeuten, dass weniger Menschen auch intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Das wiederum entlastet das Gesundheitssystem.

9. Wieder mehr Normalität: Stück für Stück kehrt der gewohnte Alltag zurück. Arbeitnehmer gehen wieder in Büros, Schüler haben wieder Präsenzunterricht. Restaurantbesuche und der Besuch von Kulturveranstaltungen ist dank Impfungen wieder sicherer möglich. Doch der Bund macht auch darauf aufmerksam, dass die Quote noch nicht reicht. Denn: Berechnungen des Robert Koch-Instituts zufolge müssen mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen geimpft sein, um zur Herdenimmunität zu gelangen. Bei den über 60-Jährigen müssten es sogar 90 Prozent sein.

10. Erleichterung fürs Reisen: Wer vollständig geimpft ist, kann leichter verreisen. Für diese Personen entfallen Test-und Quarantänepflichten.
(Quelle: TSP, 08.09.21)


Grafschaft Bentheim: Zahl der Corona-Patienten steigt

Die Zahl der Corona-Infektionen im Landkreis steigt weiter an – die Zahl der Patienten, die sich zur Behandlung der Viruserkrankung in die Euregio-Klinik in Nordhorn begeben müssen, ebenso. Über einen längeren Zeitraum hatte sich im Krankenhaus die Zahl der Patienten zum Teil auf null reduziert, aktuell werden zwei Grafschafter – beide ungeimpft – auf der Intensivstation und fünf – vier ungeimpft – auf der Normalstation behandelt.

Die Klinik selbst sieht sich gut aufgestellt, sollten weitere medizinische Fälle in absehbarer Zeit dazu kommen. Geschäftsführer Michael Kamp: „Wie auch in der Vergangenheit arbeiten wir nach einem Stufenkonzept, welches durch die Krankenhauseinsatzleitung in regelmäßigen Abständen den aktuellen Gegebenheiten angepasst wird. Dieses hat sich in den vergangenen Monaten der Pandemie bewährt. Abhängig von den jeweils benötigen Kapazitäten auf der Normal- oder Intensivstation greifen unterschiedliche Stufen, welche uns eine schnelle Reaktion auf steigende Zahlen an Covid-19 Patienten ermöglichen. Auch besteht weiterhin die enge Kooperation mit den umliegenden Krankenhäusern im Emsland und Westfalen, sodass wir Patienten bei Engpässen in umliegende Häuser verlegen können.“

Kamp hofft, dass die Klinik-Mitarbeitenden auch die demnächst anstehende Dritt-Impfung ebenso gut annehmen, wie die Erst-Immunisierungen. Der Klinik-Geschäftsführer: „Nach derzeitigen Planungen wird es wieder ein Impfangebot für alle Mitarbeiter der Klinik geben, sobald eine entsprechende Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die sogenannte Booster-Impfung vorliegt. Die vergangenen Impfungen, bei der wir eine Quote von beinahe 95 Prozent erreicht haben, haben gezeigt, dass unser Konzept funktioniert und wir durch das hausinterne Angebot viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen konnten. Daran wollen wir festhalten.“ (Quelle: GN, 08.09.21)


Bundesregierung verlängert Überbrückungshilfen bis Ende 2021

Die Bundesregierung verlängert die mit der Corona-Pandemie begründeten Wirtschaftshilfen um drei weitere Monate bis Jahresende 2021. Die Details der Förderbedingungen der „Überbrückungshilfe III Plus“ gelten weitgehend weiter, teilen Finanz- und Wirtschaftsministerium mit.

Antragsberechtigt seien weiterhin Unternehmen mit einem Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent. Verlängert würden ebenfalls der Eigenkapitalzuschuss für besonders stark betroffene Unternehmen und die „Neustarthilfe Plus“ für Solo-Selbstständige. Die sogenannte Restart-Prämie als Hilfe vom Lockdown zur Wiedereröffnung laufe aber Ende September aus.

Bis Anfang September wurde ein hoher zweistelliger Milliardenbetrag an Hilfen bereits ausgezahlt. Allein für die November- und Dezemberhilfe 2020 sowie Überbrückungshilfen flossen nach Angaben der Regierung bereits mehr als 30 Milliarden Euro an die Wirtschaft. Hinzu kommen Kredite und Bürgschaften sowie das Kurzarbeitergeld, für das an Arbeitgeber und Beschäftigte etwa 38 Milliarden Euro gezahlt wurden.

(Quelle: TSP, 08.09.21)


Covax-Initiative rechnet mit deutlich weniger Impfstoffen für ärmere Länder

Die internationale Covax-Initiative muss deutliche Abstriche bei ihrem Lieferziel für dieses Jahr machen. Die Allianz für eine weltweit gerechte Verteilung von Covid-19-Impfstoffen rechne nun damit, 2021 wohl 1,425 Milliarden Dosen von den Geberländern zu erhalten. Ursprünglich war ein Umfang von zwei Milliarden Dosen geplant.

Wie die Gründer der Covax-Initiative, darunter die Impfallianz des Impfstoffs (Gavi) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO), in Genf mitteilen, ist dies unter anderem auf Exportverbote und die Bevorzugung bestimmter Länder aufgrund von bilateralen Abkommen zurückzuführen.

Demnach können bis Jahresende nur für höchstens 20 Prozent der Menschen in ärmeren Ländern Corona-Impfstoffe geliefert werden. Die WHO hatte in der vergangenen Woche erklärt, acht von zehn afrikanischen Staaten würden es nicht schaffen, das „wichtigste“ Ziel im Anti-Corona-Kampf zu erreichen. Dieses bestand darin, bis Ende dieses Monats zehn Prozent ihrer Bevölkerung gegen das Coronavirus zu impfen. (Quelle: TSP, 08.09.21)



Grenzwert erreicht: Zahl der Intensiv-Patienten steigt

Die Corona-Inzidenz liegt in den meisten niedersächsischen Landkreisen bereits stabil über dem ersten Schwellenwert von 35. Nun überschreitet auch die Intensivbetten-Belegung erstmals eine Grenze.

Genau fünf Prozent der landesweit 2.424 Intensivbetten waren am Mittwoch mit Covid-19-Patienten belegt, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Hält der Aufwärtstrend der vergangenen Tage an und wird der Grenzwert fünf Werktage in Folge überschritten, dürften vielerorts in Niedersachsen die Corona-Beschränkungen wieder anziehen. Denn dann tritt angesichts von zwei Parametern, die stabil Grenzwerte überschreiten, die erste Warnstufe in Kraft. Die Landkreise und kreisfreien Städte können dann binnen zwei Tagen per Allgemeinverfügung strengere Regeln erlassen.


Intensivmediziner „in hoher Sorge“ wegen vierter Welle

Die Intensivmedizinervereinigung Divi blickt mit Sorge auf die Corona-Lage im Herbst. „Die Situation ist jetzt gut beherrschbar, aber wir bereiten uns auf eine größere vierte Welle vor“, sagt der Hamburger Intensivmediziner und Divi-Präsidiumsmitglied Stefan Kluge auf einem Kongress in Weimar.

Mit Blick auf den Herbst sei klar, dass es zu einem Anstieg der Infektionszahlen und Intensivpatienten kommen werde. „Wir sind in hoher Sorge.“ Der Impffortschritt stocke und im Vergleich zu anderen Ländern gebe es in Deutschland auch wenige Genesene.

Kluge warnt, dass auch Jüngere, die sich nun vermehrt anstecken, schwer erkranken könnten. Auf der Intensivstation seien deren Verläufe ähnlich wie die bei älteren Patienten. „Die Jüngeren überleben halt länger.“ Es gebe Patienten, die über Monate an der künstlichen Lunge hingen – dadurch verschiebe sich das Sterbedatum teils nach hinten.

Aktuell verzeichnet das Divi-Register 1348 Intensivpatienten mit Covid-19 und damit 25 mehr als am Vortag, so Kluge. Das sei weniger als zum Höhepunkt der Covid-Pandemie mit mehr als 5000 Patienten. Aber: „Alle Modellierungen zeigen, dass die Zahl der Covid-19-Patienten ansteigen wird.“ Sorge mache ihm auch, dass rund 20 Prozent der Über-70-Jährigen noch ungeimpft seien. (Quelle: TSP, 08.09.21)


Grafschafter Zahlen

Die Kreisverwaltung in Nordhorn hat am Mittwoch 22 weitere Corona-Infektionen für die Grafschaft Bentheim bekannt gegeben. Damit sind in den vergangenen sieben Tagen insgesamt 88 neue Corona-Fälle verzeichnet worden. Der Inzidenzwert für den Landkreis klettert nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von 59,5 auf 63,8. In Quarantäne befinden sich am Mittwoch 474 Grafschafter.

Die Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie steigt auf 5837. Als genesen gelten am Mittwoch 19 weitere Grafschafter, insgesamt liegt die Zahl de.r Genesenen bei 5.837. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 liegt seit fast einem Monat unverändert bei 125.

Die aktuellen 195 Corona-Fälle teilen sich folgendermaßen auf die Kommunen in der Grafschaft auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 20 (0), Emlichheim: 15 (-1), Uelsen: 13 (-2), Neuenhaus: 14 (+1), Wietmarschen: 7 (+1), Nordhorn: 106 (+3) und Schüttorf: 20 (+1).

(Quelle: GN, 08.09.21)


Schweiz verschärft Nachweispflicht deutlich

Angesichts steigender Infektionszahlen weitet die Schweiz die Nachweispflicht stark aus. Ab kommendem Montag haben nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete Zutritt zu Restaurants und zu vielen Kultur- und Freizeiteinrichtungen, wie die Regierung mitteilt.

Im Hinblick auf die Herbstferien will die Regierung zudem schärfere Einreisebestimmungen erlassen. So sollen nicht genesene und nicht geimpfte Reisende aus allen Ländern einen negativen Test vorweisen müssen.

Zur Begründung für die Verschärfungen verweist die Regierung auch auf die wieder angespannte Lage in den Krankenhäusern und die starke Auslastung der Intensivbetten. Die neue Regel ist bis zum 24. Januar 2022 befristet. Wenn sich die Infektionslage bessert, kann sie auch vorher aufgehoben werden. (Quelle: TSP, 08.09.21)


Indien schränkt religiöses Fest wegen steigenderZahlen ein

Wegen steigender Corona-Zahlen haben die indischen Behörden strenge Regeln für ein religiöses Fest erlassen, das traditionell große Menschenmengen anzieht. Unter anderem in Mumbai, der Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra, wird das am Freitag beginnende hinduistische Fest Ganesh Chaturthi, bei dem der Gott Ganesha verehrt wird, stark eingeschränkt. „Die dritte Welle kommt nicht, sie ist schon da“, sagte Mumbais Bürgermeisterin Kishori Pednekar zur Begründung.

„Wir können später Feste feiern“, sagte der Regierungschef von Maharashtra, Uddhav Thackeray. „Lasst uns zuerst das Leben und die Gesundheit der Menschen in den Mittelpunkt stellen.“

Im April und Mai war Indien von einer verheerenden Infektionswelle überrollt worden, mehr als 200.000 Menschen starben. Angeheizt wurde das Infektionsgeschehen von der hochansteckenden Delta-Variante, aber auch von großen Wahlkampfveranstaltungen und religiösen Festen wie der hinduistischen Kumbh Mela.

Die Kumbh Mela, eines der größten religiösen Fest der Welt, hatte bis zu 25 Millionen Menschen in den Norden Indiens gelockt. Ungeachtet der Pandemie drängten sich die Menschen dicht an dicht, um ein rituelles Bad im Fluss Ganges zu nehmen. Zuletzt wurde auch das Onam-Fest im August für einen Anstieg der Infektionszahlen im südindischen Bundesstaat Kerala verantwortlich gemacht.

Vor dem elftägigen Fest Ganesh Chaturthi greifen die indischen Behörden nun durch: In Mumbai wurden Umzüge am ersten und letzten Tag des Festes verboten. Figuren des Gottes mit dem Elefantenkopf dürfen nicht zu groß sein, damit sie von weniger Menschen durch die Straßen getragen werden können. (Quelle: TSP, 08.09.21)


Ungeimpften droht in Österreich Club-Verbot

In Österreich müssen sich Corona-Ungeimpfte auf Einschränkungen einstellen. Angesichts stockender Impfzahlen bei gleichzeitig steigender Neuinfektionen habe die konservativ-grüne Regierung einen Stufenplan erstellt, der nur Ungeimpfte betrifft, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch: „Was wir im Moment erleben, ist eine Pandemie der Ungeimpften.“ Ab einer Auslastung von 15 Prozent der Intensivplätze – was einer Belegung von 300 Betten entspricht – sollen Menschen ohne Corona-Impfung künftig keinen Zutritt mehr zur Nachtgastronomie bekommen. Für Clubs und Veranstaltungen ab 500 Personen ohne zugewiesenen Sitzplatz soll dann die „2G“-Regel (Geimpft oder Genesen) anstatt wie bisher „3G“ gelten, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Als Immunisiert gilt man bis zu sechs Monate nach einer Infektion, dann sei eine Impfung nötig.

Die Maßnahmen sind laut Kurz „niemals Schikane“. „Das ist nicht, um jemanden zu schaden, oder auszugrenzen.“ Sie seien notwendig, um einen generellen Lockdown für alle zu verhindern. Für Geimpfte schloss er erneut Einschränkungen aus.

Bereits ab einer zehnprozentigen Auslastung der Intensivbetten, was die Regierung bereits in der kommenden Woche erwartet, soll es für Ungeimpfte eine FFP2-Masken-Pflicht im Handel geben. Für alle anderen gelte dies nur als Empfehlung. Da eine Überprüfung dieser Maßnahme schwierig ist, appellierte Kurz an die persönliche Verantwortung. Derzeit gilt in Österreich im Handel (außer in Wien) keine Maskenpflicht, in öffentlichen Verkehrsmittel muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Als weitere Maßnahmen sollen Antigen-Tests nur noch 24 Stunden anstelle von 48 Stunden gültig sein.

Sollte ein Fünftel der Intensivplätze belegt sein – etwa 400 Betten – gelten nur noch PCR-Tests und keine Antigen-Tests mehr als Nachweis für „3G“. Die „3G“-Regel (Geimpft, Genesen und Getestet) gilt unter anderem in der Gastronomie oder bei Freizeiteinrichtungen.

In Österreich sind derzeit gut 58 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 130. 171 Menschen müssen derzeit aufgrund des Coronavirus auf einer Intensivstation behandelt werden. (Quelle: TSP, 08.09.21)


RKI-Chef Wieler warnt vor „fulminantem Verlauf“ der vierten Welle

Der Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, warnt vor einem gefährlichen Verlauf der neuen Corona-Welle. „Wenn es uns nicht gelingt, die Impfungen drastisch zu steigern, dann kann die aktuelle vierte Welle einen fulminanten Verlauf nehmen“, sagt er in Berlin. Die Intensivbetten-Belegung habe sich in den letzten beiden Wochen fast verdoppelt. „Auch auf den Intensivstationen wird der Altersdurchschnitt immer jünger.“ Auch daher müsse es mehr Impfungen geben. „Sie sind unsere Chance, die Pandemie zu beenden.“ Derzeit sind in Deutschland etwas über 60 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

Zur Frage nach der sogenannten vierten Welle erklärt Wieler: „Wir sehen seit mehreren Wochen einen Anstieg.“ Bei einer erstarkenden Infektionsdynamik könne er nicht ausschließen, „dass wir die Maßnahmen verschärfen müssen“.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, fordert gleichzeitig eine höhere Impfbereitschaft. Wenn die Impfquote nicht drastisch steige, „wird das einen fulminanten Lauf nehmen“. Demnach habe sich die Zahl der Intensivpatienten in den vergangenen zwei Wochen fast auf 1372 verdoppelt. Dabei werde der Altersdurchschnitt immer jünger. „Das liegt daran, dass die Mehrheit nicht geimpft ist“, so Wieler. Impfungen seien das „mächtigste Werkzeug“ gegen die Pandemie. (Quelle: TSP, 08.09.21)


Hilfsorganisation startet Massentest in Bangkoks größtem Slum

Auch Thailand kämpft derzeit gegen eine dritte Corona-Infektionswelle – Schnelltests zur Feststellung einer Infektion sind für arme Familien in dem südostasiatischen Land aber kaum erschwinglich. Diesem Problem hat sich die Hilfsorganisation Bangkok Community Help Foundation angenommen: Sie startete einen Massentest im größten Slum der Hauptstadt Bangkok, in dem rund 100.000 Menschen auf engstem Raum zusammenleben.

Fast tausend Menschen in dem Slum Khlong Toei seien in den vergangenen Tagen bereits getestet worden, sagte Friso Poldervaart von der Hilfsorganisation der Nachrichtenagentur AFP. „Dort leben viele Menschen in sehr engen Räumen“, sagte Poldervaart. In vielen Fällen lebten zehn Menschen auf 20 Quadratmetern. „Das bedeutet, wenn jemand Covid hat, dann haben die anderen es auch.“

Normalerweise würden in Thailand Isolationshilfen für zu Hause ausgegeben, wenn Menschen positiv auf das Coronavirus getestet würden, sagte Poldervaart. Im Slum sei es aber nicht möglich, sich zu Hause zu isolieren. Um die Slum-Bewohner dazu zu ermutigen, sich testen zu lassen, verteilten Mitarbeiter der Stiftung unter anderem kostenlos Reis und Säfte. Auch Pakete mit Medikamenten wurden ausgegeben.

Thailand wird seit April von einer dritten Corona-Welle heimgesucht. Inzwischen verzeichnete das südostasiatische Land mehr als 1,3 Millionen Infektionsfälle. 13.000 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19. Erschwert wird die Lage für viele Thailänder von einer schweren Wirtschaftskrise. Zahlreiche Menschen, die ohnehin bereits unter der Armutsgrenze lebten, verloren in der Corona-Krise ihre Jobs. (Quelle: TSP, 08.09.21)


Menschen im Norden Englands härter von Pandemie betroffen als Landsleute

Die Menschen im Norden Englands sind einer Untersuchung zufolge bislang härter von der Corona-Pandemie betroffen als der Rest ihrer Landsleute. Sie verbrachten im Schnitt rund anderthalb Monate mehr in Lockdowns, hatten mehr psychische Leiden sowie ein größeres Risiko, an Covid-19 zu sterben, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung der Northern Health Science Alliance hervorgeht.

Die Sterberate an Covid-19 lag im Norden demnach 17 Prozent höher als im Rest des größten britischen Landesteils, in Pflegeheimen sogar 26 Prozent höher. Da die Corona-Lockdowns in England zeitweise abhängig von der regionalen Infektionslage verhängt wurden, verbrachten die Menschen im Norden Englands durchschnittlich 41 Tage länger unter harten Beschränkungen. Die Studienautoren führen die Unterschiede zu großen Teilen auf eine größere Armut in der Region sowie einen schlechteren Gesundheitszustand der Bürgerinnen und Bürger bereits vor dem Ausbruch der Pandemie zurück.

„Die Pandemie hat uns alle auf verschiedene Weise hart getroffen, aber unser Bericht zeigt, dass Menschen im Norden mit deutlich größerer Wahrscheinlichkeit zu den am härtesten getroffenen gehören, sowohl in Bezug auf Gesundheit als auch auf Wohlstand“, sagte der Forscher Luke Munford von der Universität Manchester. Investitionen in die Gesundheitsversorgung der Region seien dringend notwendig. (Quelle: TSP, 08.09.21)


Scholz: Abgesenkte Mehrwertsteuer für Gastronomie bleibt

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich dafür ausgesprochen, die in der Corona-Pandemie beschlossene Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie dauerhaft beizubehalten. Er habe der Verlängerung der Maßnahme bis Ende 2022 zugestimmt „in dem Bewusstsein: Das schaffen wir nie wieder ab“, sagte er am Dienstag in der ARD-Sendung „Wahlarena“ auf die Frage eines Gastronomen.

Die Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants, Cafés und ähnlichen Betrieben war wegen der Belastungen der Branche durch die Corona-Eindämmungsmaßnahmen zum 1. Juli 2020 von 19 auf sieben Prozent gesenkt worden. Zunächst sollte dies nur ein Jahr lang gelten, später wurde eine Verlängerung bis Ende 2022 beschlossen.

In der „Wahlarena“ konnten vorab ausgewählte Bürgerinnen und Bürger Fragen an Scholz stellen. Unter anderem meldete sich ein weiterer Gastronom zu Wort, der sich besorgt über das Vorhaben der SPD äußerte, den Mindestlohn auf zwölf Euro pro Stunde zu erhöhen. Scholz sagte, bei der Einführung des Mindestlohns in Deutschlands habe es viele Befürchtungen gegeben, die letztlich nicht eingetreten seien. So werde es auch bei der Anhebung auf zwölf Euro sein. (Quelle: TSP, 08.09.21)


Rund 290.000 Neuinfektionen und mehr als 1800 Tote in USA

In den USA melden die Gesundheitsbehörden mindestens 289.557 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt haben sich damit seit Ausbruch der Pandemie im Dezember 2019 mehr als 40,47 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Mindestens 1835 Menschen starben mit oder an dem Virus, die Zahl der Toten steigt damit auf 651.760. Die USA verzeichnen weltweit die höchsten Infektions- und Totenzahlen. (Quelle: TSP, 08.09.21)


Kinderärzte: Lehrer sollten Auskunft geben müssen

Die Länder sollten ihre Lehrer aus Sicht von Kinder- und Jugendärzten dazu verpflichten, Auskunft über ihren Corona-Impfstatus zu geben. „Inzwischen zeigt man bei jedem Restaurant- und Kinobesuch seinen Impfausweis. Warum soll das nicht auch in der Schule möglich sein, wo es ein wichtiger Baustein für die Sicherheit unserer Kinder wäre?“, sagte Axel Gerschlauer, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte Nordrhein (BVKJ) der „Rheinischen Post“ (Mittwoch).

Der Bundestag hatte am Dienstag beschlossen, dass Arbeitgeber von Beschäftigten in Kitas, Schulen und Pflegeheimen künftig Auskunft über eine Corona-Impfung oder eine überstandene Covid-Erkrankung verlangen können. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

Gerschlauer forderte, der Druck auf die Ungeimpften müsse steigen. „Der beste Schutz für ungeimpfte Kinder sind geimpfte Erwachsene. Das gilt vor allem für Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher.“ Die Ausbrüche an Schulen seien meist von außen über die Erwachsenen ausgelöst worden.

Gerschlauer äußerte sich auch zu Schutzmaßnahmen im Gesundheitswesen: „Auch in Kinderarzt-Praxen sollten wir über eine 3G-Regel für Begleitpersonen und selbstverständlich Personal nachdenken: Ungeimpfte Erwachsenen dürfen unsere kleinen Patienten nicht gefährden.“ (Quelle: TSP, 08.09.21)


Venezuela erhält erste Lieferung Impfstoffe von Covax-Initiative

Venezuela hat nach monatelangen Kontroversen eine erste Lieferung Corona-Impfstoffe von der internationalen Impfinitiative Covax erhalten. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (Paho) bestätigte am Dienstag (Ortszeit) die Lieferung der fast 700.000 Impfdosen des chinesischen Herstellers Sinovac. Insgesamt soll das Land zwölf Millionen Dosen via Covax erhalten. Zuvor hatte es Streitigkeiten um die Bezahlung der Lieferungen gegeben.

Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hatte Sanktionen der USA für Verzögerungen bei der Zahlung der 120 Millionen Dollar (100 Millionen Euro) verantwortlich gemacht. Im Juli stellte Maduro der zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörenden Paho sogar ein Ultimatum: „Entweder ihr schickt uns die Impfstoffe oder gebt uns das Geld zurück“.

Nach Angaben der Paho hat Venezuela bislang die Impfung von 3,2 Millionen Menschen mithilfe russischer und chinesischer Impfstoffe abgeschlossen. Das Land hat insgesamt rund 30 Millionen Einwohner. Trotz seines Ölreichtums steckt Venezuela seit Jahren in einer tiefen Wirtschafts- und Versorgungskrise. Als Folge verließen rund fünf Millionen Venezolaner ihr Land.

Maduro und seinen Vertrauten wird vorgeworfen, sich an der Krise bereichert zu haben. Am Dienstag bestätigte der Verfassungsgerichtshof von Kap Verde, dass ein Maduro-Vertrauter in die USA ausgeliefert werden darf. Die USA werfen dem kolumbianischen Geschäftsmann Alex Saab Geldwäsche vor. Er soll Maduro und seinen Verbündeten geholfen haben, aus Lebensmittelhilfen für die notleidende Bevölkerung Venezuelas hunderte Millionen Dollar Profite geschlagen und ins Ausland geschafft zu haben. Saab war bei der Zwischenlandung seines Flugzeugs in dem westafrikanischen Land festgenommen worden. (Quelle: TSP, 08.09.21)


Kinderhilfswerk mahnt zur Corona-Impfung – „Sind wir Kindern schuldig“

Angesichts möglicher Corona-Einschränkungen im Herbst mahnt der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, Erwachsene sollten sich mit Rücksicht auf Kinder impfen lassen. Alles andere sei „vollkommen rücksichtslos“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dieser Gruppe sei in den vergangenen Monaten durch die Schließung von Schulen und Kitas viel abverlangt worden, um die Älteren zu schützen. „Viel zu viele Kinder und Jugendliche haben schon jetzt psychische Beeinträchtigungen, Bewegungsmangel und Übergewicht“, warnte Krüger.

Jetzt müsse die Rücksichtnahme in die andere Richtung gehen: „Nun fordern wir als Kinderrechtsorganisation mit der gleichen Vehemenz von den Erwachsenen ein, sich impfen zu lassen, um die Kinder zu schützen“, sagte Krüger. Die vierte Welle rolle auf Deutschland zu. „Je mehr Erwachsene und auch je mehr Jugendliche ab zwölf Jahren geimpft sind, desto größer ist die Chance, diese Welle zu brechen.“ Bei der Impfung gehe es auch darum, erneute Schulschließungen und massive Einschränkungen in der Freizeit zu vermeiden. „Das sind wir unseren Kindern schuldig“, so der Kinderhilfswerks-Präsident. (Quelle: ARD, 08.09.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems): 47,1 (gestern: 47,1)
Meppen: 62,0 (62,0)
Papenburg: 50,6 (32,0)


Studie: Wenige Betriebe kürzen wegen Kurzarbeit den Urlaub

Ein Großteil der Unternehmen in Deutschland hat einer Studie zufolge darauf verzichtet, den Jahresurlaub von Beschäftigten in Kurzarbeit zu kürzen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg fand in seiner Untersuchung heraus, dass nur jeder neunte Betrieb Urlaubstage seiner kurzarbeitenden Mitarbeitenden strich – vor allem Unternehmen mit hohem Arbeitsanfall. Aktuell ist noch nicht abschließend geklärt, ob Kurzarbeit zu geringeren Urlaubsansprüchen führen kann, wenn an weniger Tagen oder gar keine Arbeit geleistet wird. Im November soll das Bundesarbeitsgericht darüber entscheiden. (Quelle: ARD, 08.09.21)


Quarantäne: Niedersachsen und Bremen zahlen weiter Verdienstausfall

Niedersachsen und Bremen wollen vorerst auch Nichtgeimpften eine Entschädigung für einen Verdienstausfall zahlen, wenn diese wegen der Pandemie in häusliche Quarantäne müssen. Bis auf Weiteres werde den Antragstellern geglaubt, dass sie sich erst nach Aufhebung der bundesweiten Priorisierung am 7. Juni um einen Impftermin bemühen konnten und deshalb noch nicht über einen vollständigen Impfschutz verfügten, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Gesundheitsministeriums dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Seit Beginn der Pandemie haben die Bundesländer laut einer epd-Umfrage insgesamt mehr als 450 Millionen Euro an Entschädigungen für Verdienstausfälle durch eine Quarantäne gezahlt. Niedersachsen, Thüringen und das Saarland machten keine Angaben. Wenn eine Quarantäne zum Verdienstausfall führt, haben die Betroffenen ein Anrecht auf Entschädigung. Das Infektionsschutzgesetz sieht zugleich aber vor, dass der Entschädigungsanspruch entfallen kann, wenn die Quarantäne durch eine Schutzimpfung hätte vermieden werden können. (Quelle: NDR, 08.09.21)


THW Kiel darf vor 9.000 Fans in der Halle spielen

Der THW Kiel startet heute in die neue Handball-Saison: Zum Spiel gegen den HBW Balingen-Weilstetten dürfen 9.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in die Arena kommen. Davor fanden die Handball-Bundesligaspiele eineinhalb Jahre lang wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer statt. Ob alle Zuschauer kommen, die in Besitz einer Dauerkarte sind, ist jedoch ungewiss. Der THW verfährt nach dem 2G-Modell, das nur Geimpfte und Genesene zulässt. Für Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren gibt es eine Ausnahme. Sie dürfen mit einem negativen Test und einem Begleiter in einen Sonderblock der Halle.

Viktor Szilagyi, Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten THW Kiel © Markus Scholz/dpa
THW-Manager Szilagyi: „Vom Reden ist noch keiner Meister geworden“
Kiels Geschäftsführer Viktor Szilagyi im NDR Interview über die Favoritenrolle im Titelkampf und das Modellprojekt mit 9.000 Zuschauern.
(Quelle: NDR, 08.09.21)


Niedersachsen und Corona

Die Behörden haben in Niedersachsen 1.167 neue Corona-Fälle registriert (Vortag: 429; Vorwoche: 1.035). Damit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz leicht auf 71,6 (Vortag: 71,2; Vorwoche: 60,2). Es wurden keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Die höchsten Inzidenzen haben Salzgitter (189,7), Delmenhorst (153,5), Holzminden (119,6) und Wolfsburg (107,4). (Quelle: NDR, 08.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen ist heute leicht gefallen – laut Robert Koch-Institut (RKI) auf 82,7 (Vortag: 83,8; Vorwoche: 75,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 13.565 Corona-Neuinfektionen (Vortag: 6.726; Vorwoche: 13.531) Deutschlandweit wurden 35 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Vor einer Woche waren es 23 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.030.681 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 1,69 an (Montag: 1,64). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.793.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.448.
(Quelle: RKI, 08.09.21)


AstraZeneca-Chef gegen dritte Impfung für alle

AstraZeneca-Chef Pascal Soriot spricht sich gegen eine dritte Impfung für jedermann in Großbritannien aus. Dies könne unnötig sein und zudem das britische Gesundheitssystem NHS überfordern, sagt er der Zeitung „Telegraph“. „Wir brauchen das Gewicht eines klinischen Beweises (…) bevor wir eine fundierte Entscheidung über eine dritte Dosis fällen können“, erklärt Soriot.
(Quelle: TSP, 07.09.21)


NRW will künftig nur infizierte Kinder in Quarantäne schicken

In Nordrhein-Westfalen sollen bei Corona-Infektionen in Schulen und Kitas in der Regel nur noch die erkrankten Kinder selbst in Quarantäne. „Wir schaffen eine Regelung mit Augenmaß, die sowohl die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen sicherstellt, als auch ihr Recht, am Präsenzunterricht und der Betreuung teilzunehmen“, erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) dazu am Dienstagabend in Düsseldorf.

Die notwendigen Erlasse und Verordnungen sollen demnach bis Ende der Woche ausgearbeitet und veröffentlicht werden. Weiter einzuhalten sind aber die geltenden Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Lüften, Testen und Tragen von medizinischen Masken.

Nur wenn mehrere Kinder infiziert seien und deshalb von einem erkennbar größeren Ausbruchsgeschehen ausgegangen werden könne, sollen Gesundheitsämter über das einzelne Kind hinaus Anordnungen zur Quarantäne erlassen, hieß es. Diese Kontaktpersonen können aber vorzeitig zurückkehren, wenn nach fünf Tagen ein PCR-Test negativ ausfällt. (Quelle: TSP, 07.09.21)


Rheinland-Pfalz führt ab Sonntag 2G-Plus-Regelung ein

Rheinland-Pfalz führt ab Sonntag eine sogenannte 2G-Plus-Regelung mit Einschränkungen für Ungeimpfte ein. „Für Geimpfte und Genesene bleibt es bei einem sehr großen Stück Normalität“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des Landeskabinetts in Mainz. Für diese Gruppen sollen unbegrenzte Treffen möglich sein. Dazu könne ein gewisses Kontingent an getesteten Ungeimpften kommen.

Statt Inzidenzschwellen sollen laut der neuen Corona-Bekämpfungsverordnung die Intensivbettenauslastung und die Hospitalisierungstendenz Kriterien für weitere Schutzmaßnahmen sein. Einen weiteren Lockdown werde es nicht geben, erklärte Dreyer. Stattdessen soll bei steigenden Zahlen der Zutritt von Ungeimpften zu Veranstaltungen jeglicher Art und der Gastronomie schrittweise reduziert werden.

Der Verordnung plus gibt es ab Sonntag drei neue Warnstufen, die sich aus der Sieben-Tage-Inzidenz, dem Sieben-Tage-Hospitalisierungswert und dem Anteil der mit Covid-19-Erkrankungen belegten Intensivbetten zusammensetzen. Wenn mindestens zwei der Indikatoren über drei Tage am Stück bestimmte Werte erreichten, wird die nächsthöhere Stufe ausgerufen.

Generell dürfen sich laut Verordnung künftig maximal 25 ungeimpfte Menschen im öffentlichen Raum aufhalten. Bei Erreichen der Warnstufe zwei reduziert sich die Zahl auf zehn, bei Warnstufe drei auf fünf. An Veranstaltungen in geschlossenen Räumen dürfen bis zu 250 getestete Ungeimpfte teilnehmen. Auch diese Zahl reduziert sich beim Erreichen der Warnstufen zwei und drei.

Seit dem 28. August gilt in Hamburg das sogenannte 2G-Optionsmodell: Veranstalter können demnach selber entscheiden, ob sie künftig nur noch Geimpfte und Genesene einlassen und damit weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind oder ob sie weiter auf das 3G-Modell setzen und auch Getestete einlassen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat 2G-Corona-Regeln für bestimmte Bereiche in Aussicht gestellt. Mit solchen Angeboten nur für Geimpfte und Genesene seien aber komplexe Fragen verbunden. Noch sei nichts entschieden, sagte der SPD-Politiker am Dienstag nach der Senatssitzung. Der Senat werde in der kommenden Woche möglicherweise abschließend beraten, „wie wir 2G- und 3G-Angebote machen können“. (Quelle: TSP, 07.09.21)


Biden will in Kampf gegen Corona-Pandemie „Sechs-Punkte-Strategie“ vorstellen

Angesichts stark gestiegener Infektionszahlen will US-Präsident Joe Biden neue Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie ergreifen. Biden werde seine „Sechs-Punkte-Strategie“ am Donnerstag in einer Rede vorstellen, sagte ein Vertreter des Weißen Hauses am Dienstag. Es gehe darum, die Ausbreitung der Delta-Variante zu stoppen und die Zahl der Impfungen zu steigern.

„Wie der Präsident seit seinem ersten Tag im Amt sagt, wird seine Regierung alle Hebel in Bewegung setzen, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen“, sagte der Mitarbeiter des Weißen Hauses. Die Pläne werden demnach sowohl den öffentlichen als auch den Privatsektor umfassen.

In den vergangenen Wochen stieg die Zahl der Ansteckungen wieder dramatisch an. Derzeit werden täglich im Durchschnitt mehr als 150.000 Neuinfektionen und mehr als 1000 Todesfälle verzeichnet. Inzwischen überschritt die Zahl der Gesamtinfektionen seit Beginn der Pandemie die Marke von 40 Millionen.

Experten führen als Gründe für den Wiederanstieg die Ausbreitung der Delta-Variante, die große Zahl von Impfskeptikern und die Abkehr von anderen Schutzmaßnahmen wie das Maskentragen an. Besonders betroffen sind konservativ regierte Bundesstaaten im Süden des Landes wie Florida, Texas, Mississippi und Alabama. (Foto: CC s. Archiv v. 28.4.20; Quelle: TSP, 07.09.21)


In Sachsen sollen mobile Impfteams ihre Arbeit fortsetzen

Sachsen verlängert den Einsatz mobiler Corona-Impfteams bis zum Jahresende. Das hat das sächsische Kabinett am Dienstag in Dresden beschlossen. Die insgesamt 13 Impfzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten schließen dagegen Ende September. Die Corona-Impfungen sollen nun stärker über die Hausärzte und Betriebsärzte sowie in den Krankenhäusern erfolgen, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden.

Die Kosten für die 30 sächsischen mobilen Impfteams belaufen sich auf 34,5 Millionen Euro, die Hälfte davon trägt laut Köpping der Bund. Die Landkreise sollen nun konkrete Standorte nennen, wo die Teams hingehen sollen, damit diese auch ausgelastet sind.

Sachsen ist beim Impfen gegen das Coronavirus bundesweit Schlusslicht. Laut Robert Koch-Institut sind derzeit 52,6 Prozent der sächsischen Bevölkerung vollständig geimpft. Nach wie vor sei die Impfquote viel zu niedrig, sagte Köpping: „Das kann uns nicht zufriedenstellen.“ Dies gelte auch für die Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren.

Köpping bestätigte außerdem, dass es auch unter Ärztinnen und Ärzten Impfskeptiker gebe. Die Ärzteschaft werde aber gerade für die Fortsetzung der Impfkampagne gebraucht, sagte sie. Von den 78 Krankenhäusern in Sachsen haben laut Köpping 41 ihre Impfbereitschaft erklärt. Sie sollen verstärkt vom 1. Oktober an impfen. Geplant seien auch sogenannte Booster- oder Auffrischungsimpfungen in den Einrichtungen der Vollzeitpflege. (Quelle: TSP, 07.09.21)


Johnson kündigt Abgabe für Gesundheitsreform und Covid-Kosten an

Der britische Premierminister Boris Johnson reagiert mit einer Gebühr auf die im Zuge der Corona-Krise gestiegenen Kosten im Gesundheitsweisen. Ein 1,25 Prozent umfassender Aufschlag auf die Sozialversicherungsbeiträge soll ab April 2022 dabei helfen, die Reform zu finanzieren. Johnson betont im Parlament, es gehe dabei um wichtige und zugleich verantwortungsbewusste Entscheidungen: „Es wäre unverantwortlich, die Kosten über höhere Kredite und höhere Schulden zu tragen.“ (Quelle: TSP, 07.09.21)



Studie: Biontech-Impfung schützt Schwangere gut vor Infektion

Der Biontech-Impfstoff schützt auch Schwangere gut vor einer Corona-Infektion und vor einer Einweisung ins Krankenhaus. Die Wirksamkeit sei in etwa vergleichbar mit der in der Allgemeinbevölkerung, berichten Forschende aus Israel und den USA im Fachmagazin „Nature Medicine“. Sie hatten Daten von mehr als 21.000 geimpften und nicht-geimpften Schwangeren aus Israel ausgewertet.

Das Team um Noa Dagan vom Clalit Research Institute in Tel Aviv hatte das Infektionsrisiko bei 10.861 geimpften Schwangeren ab 16 Jahren mit dem von gleich vielen ungeimpften Schwangeren verglichen, die sich in zahlreichen Faktoren ähnelten, etwa Alter, Schwangerschaftsstadium, Herkunft und Wohnort. In der Nachbeobachtungszeit traten 131 Infektionen in der Gruppe der geimpften und 235 in der Gruppe der ungeimpften Schwangeren auf.

Mit Blick auf eine Ansteckung habe die Impfung nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von 96 Prozent, schreiben die Wissenschaftler. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit der Geimpften, sich mit dem Erreger anzustecken, um 96 Prozent geringer ist als bei den Ungeimpften. Eine symptomatische Infektion verhinderte die Impfung mit einer Wirksamkeit von 97 Prozent, eine Einweisung ins Krankenhaus mit 89 Prozent. Unter den Teilnehmern gab es nur einen schweren Krankheitsverlauf in der ungeimpften Gruppe und keine Todesfälle. Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen der Impfung haben die Forscher nicht untersucht.

Die Daten wurden zu der Zeit erhoben, als in Israel die Alpha-Variante von Sars-CoV-2 zirkulierte. Derzeit kursiert in Israel – wie in vielen anderen Ländern der Welt – vor allem die Delta-Variante, die besonders ansteckend ist und vor der die Impfstoffe etwas weniger gut schützen. Da der aktuellen Studie zufolge die Wirksamkeit der Impfung bei Schwangeren mit der in der Allgemeinbevölkerung vergleichbar sei, ließen sich Erkenntnisse zur Effektivität der Impfung gegen andere Varianten vermutlich auf Schwangere übertragen, schreiben die Forscher.

Die gute Wirksamkeit könne zur Akzeptanz der Impfung unter Schwangeren beitragen, schreiben die Wissenschaftler. In Deutschland hat die Ständige Impfkommission (Stiko) bisher keine Covid-19-Impfempfehlung für alle Schwangeren ausgesprochen, da die Datenlage sehr begrenzt sei. Gynäkologische Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) hatten sich zuletzt dafür ausgesprochen, Schwangere und Stillende priorisiert gegen Covid-19 zu impfen. Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt die Impfung für Schwangere.
(Quelle: TSP, 07.09.21)


FDP lehnt Änderungen im Infektionsschutzgesetz ab

Die FDP will den Änderungen im Infektionsschutzgesetz am Dienstag im Bundestag nicht zustimmen. Das sagt Vize-Parteichef Wolfgang Kubicki. Die massiven Eingriffe in Grundrechte seien angesichts der Impffortschritte nicht mehr zu rechtfertigen. Die Regierung müsse aufhören, Ungeimpfte auszuschließen und die Gesellschaft zu spalten. Corona-Tests müssten zudem weiterhin für alle kostenlos bleiben. Auch die Grünen kündigen an, die Änderungen im Infektionsschutzgesetz nicht mitzutragen. (Quelle: TSP, 07.09.21)


Auf Mallorca darf wieder gefeiert werden

Das Nachtleben auf Mallorca nimmt langsam wieder Fahrt auf. Seit Dienstag 0.00 Uhr ist das nächtliche Versammlungsverbot aufgehoben. Um Urlauber und partywütige Einheimische von Trinkgelagen abzuhalten, hatte die Balearen-Regierung Ende Juli beschlossen, dass sich nachts sowohl auf der Straße als auch in Privaträumen nur noch Leute treffen dürfen, die sowieso zusammen wohnen. Zuletzt galt die Maßnahme von 2.00 Uhr bis 6.00 Uhr.

Die Lockerungen bedeuten aber nicht, dass Partys auf Mallorca nun schon uneingeschränkt möglich wären. Die Tanzflächen in Bars, Diskotheken und Clubs sind weiter geschlossen. In den Lokalen wird pingelig darauf geachtet, dass die Gäste auch ja sitzen bleiben und sich an die Vorschriften halten. Am Ballermann gelten auch weiterhin die Benimmregeln, die schon vor Corona eingeführt wurden. Sprich: Trinkgelage auf offener Straße sind tabu. Aber tanzen im Freien ist nicht ausdrücklich verboten.

Die Lockerung der Maßnahmen war wegen der abflachenden Corona-Kurve möglich. Die Sieben-Tage-Inzidenz auf Mallorca liegt Stand Montag nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums bei knapp 75, niedriger als in Deutschland. (Quelle: TSP, 07.09.21)


Gericht: Bei Urlaub in Quarantäne kein Anspruch auf Ersatz

Jedem Arbeitnehmer steht per Gesetz Erholungsurlaub zu. Wer während des Urlaubs allerdings krank wird, kann sich nicht erholen. Nur fair, dass Krankheitstage nicht auf den Jahresurlaub angerechnet werden. Anders verhält es sich für den Quarantäne-Fall.

So können Arbeitnehmer nicht darauf hoffen, sich den Urlaubsanspruch im Falle einer Quarantäne zurückholen zu können, wie es bei einer Erkrankung der Fall ist. Das zeigt ein Urteil, auf das der DGB Rechtsschutz in Düsseldorf hinweist.

Das Arbeitsgericht Neumünster hat kürzlich die Klage eines Arbeitnehmers zurückgewiesen (AZ: 3 Ca 362 b/21), der genau dieses Recht bei seinem Arbeitgeber einklagen wollte. Denn nachdem der Urlaub des Arbeitnehmers bereits genehmigt worden war, ordnete das Gesundheitsamt für diesen eine Absonderung an, die sich über den gesamten Urlaubszeitraum erstreckte. Der Mann durfte die eigene Wohnung nicht verlassen. Als Kontaktperson hatte sich der Kläger jedoch nicht selbst infiziert.

Weil der Mann nicht arbeitsunfähig war, konnte deshalb die Gesetzesvorschrift, die den Krankheitsfall während des Urlaubs regelt, nach Ansicht des Gerichts keine Anwendung finden. Weil es für den Quarantäne-Fall keine gesonderte Regelung gibt, bekam der Arbeitgeber des Klägers recht.

Dass andere Arbeitsgerichte in einem solchen Fall zu einem abweichenden Urteil kommen, hält Till Bender vom DGB Rechtsschutz für sehr unwahrscheinlich. Insofern könnte das Urteil aus Neumünster als Präzedenzfall wegweisend sein. (Quelle: TSP, 07.09.21)


Experte: Belastungen der Intensivstationen bis 2022

Der Corona-Experte Clemens Wendtner rechnet damit, dass die Pandemie die Intensivstationen bis weit in das nächste Jahr hinein belasten wird. „Aus ärztlicher und wissenschaftlicher Sicht muss man ganz klar erkennen, dass wir weit davon entfernt sind, den Sieg über Corona verkünden zu können“, sagte der Infektiologe der „Augsburger Allgemeinen“. „Die Pandemie mit einer deutlichen Belastung der Krankenhäuser wird sich meiner Einschätzung nach über die erste Hälfte des Jahres 2022 erstrecken.“

Hauptproblem sei die derzeit kaum steigende Impfquote, sagte der Chefarzt der München Klinik Schwabing. „Wenn sich hier nichts signifikant in den nächsten Wochen ändert, müssen wir davon ausgehen, dass die vierte Welle jetzt im Herbst noch massiv ansteigen wird und wir wieder viele Covid-Patientinnen und Covid-Patienten in den Kliniken und nicht zuletzt auf den Intensivstationen versorgen müssen.“

Wendtner sagte weiter: „Die vierte Welle wird leider die Ungeimpften mit voller Wucht und mit allen klinischen Konsequenzen treffen, für diese Personengruppe wird es nach derzeitiger Datenlage keinen Schutz durch eine Herdenimmunität geben.“ Studien zeigten, dass die Viruslast bei der Delta-Variante um den Faktor 300 höher liegen kann als im Vergleich zum ursprünglichen Wuhan-Wildtyp des Virus. (Quelle: TSP, 07.09.21)


Hunderte NGOs fordern Verschiebung der UN-Klimakonferenz wegen Corona

Wegen der unzureichenden Versorgung von ärmeren Ländern mit Corona-Impfstoff fordert ein Netzwerk aus rund 1500 Organisationen eine Verschiebung der UN-Klimakonferenz in Glasgow. Knapp zwei Monate vor der geplanten Konferenz sei „offenkundig, dass eine sichere, inklusive und gerechte Klimakonferenz unmöglich ist“, erklärte am Dienstag das Climate Action Network (CAN), dem rund 1500 Organisationen, darunter Greenpeace, WWF und Oxfam, angehören. Dies liege am „Scheitern, tausenden Menschen in armen Ländern Zugang zu Impfstoffen zu verschaffen“. (Quelle: TSP, 07.09.21)


Gericht bestätigt Einreisebeschränkung trotz Sinovac-Impfung

Das Berliner Verwaltungsgericht hat Einreisebeschränkungen für Nicht-EU-Bürger trotz vollständiger Impfung mit dem chinesischen Corona-Impfstoff Sinovac bestätigt. Der Eilantrag einer iranischen Staatsangehörigen und ihrer Familie wurde am Freitag zurückgewiesen, wie das Gericht mitteilte.

Den vom Bundesinnenministerium (BMI) erlassenen Einreisebeschränkungen zufolge werden an deutschen Schengen-Außengrenzen Nicht-EU-Bürger – sogenannte Drittstaatenangehörige – zurückgewiesen, wenn kein dringender Einreisegrund wie etwa ein Besuch bei der sogenannten Kernfamilie vorliegt. Etwas anderes gilt im Fall vollständigen Impfschutzes durch einen auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts gelisteten Impfstoff. (Quelle: TSP, 07.09.21)


Grafschafter Zahlen

Auch am Dienstag gibt es laut Kreisverwaltung keine Neuinfektion mit dem Coronavirus in der Grafschaft Bentheim. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert sinkt weiter leicht und wird vom Robert-Koch-Institut auf 59,5 beziffert. Insgesamt gibt es derzeit 192 aktuelle Corona-Fälle im Kreisgebiet. In Quarantäne befinden sich derzeit 445 Grafschafter.
Bislang sind 5.815 Corona-Fälle im Labor bestätigt worden. 5.498 Menschen gelten inzwischen als genesen. Das ist ein Genesener mehr als am Montag. Die Anzahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Infektion liegt weiterhin bei 125

Die aktuellen 192 Corona-Fälle teilen sich folgendermaßen auf die Kommunen in der Grafschaft auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 20 (0), Emlichheim: 16 (0), Uelsen: 15 (0), Neuenhaus: 13 (0), Wietmarschen: 6 (0), Nordhorn: 103 (-1) und Schüttorf: 19 (0)

Bis einschließlich Sonntag waren 86.221 Grafschafter bereits vollständig geimpft. 90.838 Menschen haben bereits eine erste Impfung erhalten. Insgesamt hat der Landkreis 169.202 Spritzen gesetzt.

Die Zahlen enthalten die Impfungen durch das Impfzentrum sowie Impfungen durch die niedergelassenen Ärzte. (Quelle: GN, 07.09.21)


Mehr als 40 Millionen Infektionen in den USA

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in den USA auf mehr als 40 Millionen gestiegen, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Rund 649.000 Menschen starben dort demnach bisher in Zusammenhang mit dem Virus. Im Durchschnitt der vergangenen Woche infizierten sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC landesweit pro Tag etwa 150.000 Bürger in den USA mit Sars-CoV-2.

Der Immunologe Anthony Fauci, der zu den Beratern von US-Präsident Joe Biden zählt, warnte angesichts der Corona-Ausbreitung vor einem Krankenhaus-Notstand in einigen Regionen. Mediziner könnten sich gezwungen sehen zu entscheiden, wer zuerst ein Bett auf der Intensivstation erhalte. „Wir sind gefährlich nah dran“, sagte Fauci dem Sender CNN. Laut CDC sind in dem rund 330 Millionen Einwohner zählenden Land bislang 53 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. (Quelle: TSP, 07.09.21)



Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems): 47,1 (gestern: 49,2)
Meppen: 62,0 (45,3)
Papenburg: 32,0 (32,0)


Schulleitungsverband kritisiert Quarantäne-Regeln als „realitätsfern“

Der Allgemeine Schulleitungsverband Deutschland hat die Vereinbarung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern zu Quarantäne-Regeln in Schulen scharf kritisiert. Die Verbandsvorsitzende Gudrun Wolters-Vogeler sagte am Dienstag im RBB-Inforadio, die Vereinbarung sei „realitätsfern“. Die Regeln gingen von einem „völlig veralteten Schulbild“ aus.

„Sie gehen davon aus, dass die Schülerinnen und Schüler ständig an festen Plätzen arbeiten“, kritisierte die Vorsitzende der Dachorganisation der Schulleitungsverbände. Das entspreche nicht moderner Pädagogik: „Wenn wir gucken in dem Bereich Grundschule und Sekundarstufe 1, dann geht es da relativ viel um zum Beispiel Gruppenarbeit, Partnerarbeit.“ Das heiße, die Schülerinnen und Schüler hätten im Laufe eines Schultags enge Kontakte nicht nur – wie früher im Omnibussystem – zu immer denselben Schülern.

Nach den neuen bundeseinheitlichen Regel sollen bei Corona-Infektionen in der Schule nur noch der direkte Sitznachbar des Kindes und weitere, enge Kontaktpersonen für fünf Tage in Quarantäne. Danach können sich die Betroffenen „freitesten“.

Wolters-Vogeler, Direktorin einer Hamburger Grundschule, sprach sich dafür aus, dass Lehrerinnen und Lehrer nach ihrem Impfstatus befragt werden dürfen. Davon halte sie „sehr viel“, denn das bedeute, dass ein Lehrer nicht mit in Quarantäne müsse, wenn es einen Fall in einer Klasse gebe: „Ich glaube für die Lehrer ist es inzwischen auch nicht mehr der große Aufreger.“ (Quelle: TSP, 07.09.21)


Niedersachsen und Corona

Am Dienstag, 7. September, hat das Robert Koch-Institut 429 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Zahl der Todesfälle liegt bei vier. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt somit bei 5.865. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt leicht auf 71,2 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 72,5 Fälle). Am und nach dem Wochenende sind die Zahlen nach Angaben des RKI häufig niedriger, da weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen, weniger Laboruntersuchungen durchgeführt und weniger Infektionsnachweise gemeldet werden. (Quelle: NDR, 07.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist zum ersten Mal seit Tagen wieder leicht gesunken. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, liegt die Inzidenz nun bei 83,8 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Am Vortag hatte der Wert noch bei 84,3 gelegen, vor einer Woche bei 74,8. Zuletzt war die Inzidenz am Dienstag vor einer Woche leicht gesunken.

Binnen 24 Stunden wurden 6726 Neuinfektionen gemeldet. 59 weitere Menschen starben den Angaben zufolge im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Damit beträgt die Zahl der Todesopfer in Deutschland seit Beginn der Pandemie nun 92.413, insgesamt wurden laut RKI 4.017.116 Ansteckungen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen. Die Zahl der Genesenen beträgt laut RKI rund 3.783.800. Die Inzidenz steigt seit Wochen kontinuierlich an.

Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI inzwischen in der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal stark betroffen. (Quelle: RKI, 07.09.21)


Kuba startet Impfungen für Kleinkinder

Kuba hat als erstes Land der Welt mit der Coronavirus-Impfung für Kleinkinder begonnen. Am Montag begannen die Behörden in der Provinz Cienfuegos mit den Impfungen für die Altersgruppe der Zwei- bis Elfjährigen. Die Kinder erhalten die in Kuba entwickelten Corona-Impfstoffe Abdala und Soberana, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings nicht anerkannt werden. Seit Freitag schon werden Kinder ab zwölf Jahren geimpft.

Wegen der Corona-Pandemie waren Kubas Schulen seit März 2020 die meiste Zeit geschlossen. Am Montag begann nun das neue Schuljahr – am Fernseher, weil nur wenige Haushalte in dem kommunistisch regierten Karibikstaat einen Internetanschluss haben. Die Behörden planen, die Schulen ab Oktober schrittweise wieder zu öffnen, wenn bis dahin alle für eine Corona-Impfung in Frage kommenden Kinder und Jugendliche die Impfspritzen erhalten haben.

In vielen weiteren Ländern der Welt werden Kinder ab zwölf Jahren mittlerweile ebenfalls geimpft, und in einigen werden auch Versuche mit jüngeren Kindern durchgeführt. China, die Vereinigten Arabischen Emirate und Venezuela haben angekündigt, dass sie jüngere Kinder bald regulär impfen lassen wollen – Kuba ist allerdings das erste Land mit einer flächendeckenden Impfkampagne für Kleinkinder.

Die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus hat Kubas Gesundheitssystem an die Belastungsgrenze gebracht. Von den insgesamt rund 5700 Todesfällen durch die Pandemie in dem Inselstaat wurde fast die Hälfte allein im August registriert. (Quelle: TSP, 07.09.21)


Kinderärzte halten 98 der Quarantäne an Schulen für nicht notwendig

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) kritisiert, dass ein Großteil der bisher in Schulen verhängten Quarantänemaßnahmen überflüssig gewesen seien. „Daten aus der Vergangenheit zeigen, dass rund 98 Prozent der Quarantänen nicht notwendig gewesen wäre“, sagte der BVKJ-Sprecher und Kinderarzt Jakob Maske der Zeitung „Rheinische Post“. Er forderte daher „sehr spezifische Quarantäneregeln“, die nur die infizierte Person selbst oder sehr nahe Kontaktpersonen beträfen. Diese seien „für die Schüler und den Schulbetrieb und damit auch für die seelische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen immens hilfreich“. Die neuen Quarantäne-Regeln seien seiner Ansicht nach verspätet beschlossen worden. „Einige haben gerade erst wieder mit der Schule begonnen.“ (Reuters)


Lebenserwartung in Italien durch Corona-Krise um 1,2 Jahre gesunken

In Italien ist die durchschnittliche Lebenserwartung infolge der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr um 1,2 Jahre gesunken. In besonders betroffenen Regionen ging sie sogar um mehr als vier Jahre zurück, wie die Statistikbehörde Istat am Montag mitteilte. 2020 lag die Lebenserwartung landesweit demnach bei 82 Jahren, ein Jahr zuvor waren es noch 83,2 Jahre.

Der seit Jahren andauernde Trend zu einer steigenden Lebenserwartung sei durch die Corona-Pandemie „und den daraus resultierenden starken Anstieg der Sterblichkeit“ unterbrochen worden, teilte die Behörde mit. Am Auffälligsten ging die Lebenserwartung demnach in den im vergangenen Jahr besonders stark von der Pandemie betroffenen norditalienischen Provinzen Bergamo und Cremona zurück: Für Männer sank sie demnach um 4,3 beziehungsweise 4,5 Jahre, für Frauen um 3,2 beziehungsweise 2,9 Jahre.

Italien hatte vergangenes Jahr als erstes europäisches Land einen massiven Corona-Ausbruch erlebt. Seit Pandemiebeginn starben dort mehr als 129.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus, die Mehrheit von ihnen in Norditalien. (Quelle: TSP, 06.09.21)


Gesundheitsminister einigen sich bei Schul-Quarantäne

Die Gesundheitsminister der Länder haben sich nach Informationen von Reuters aus Teilnehmerkreisen darauf geeinigt, die Quarantäne-Regeln in den Schulen neu zu ordnen. Sie folgen dem Vorschlag des Bundes, bei Infektionen in Schulen nur noch die direkten Sitznachbarn mindestens fünf Tage in Quarantäne zu schicken. Danach soll es die Möglichkeit geben, sich „freitesten“ zu können. Angewandt werden sollen die Regeln aber nur, wenn es Lüftungs-, Masken- und Testkonzepte in den Schulen gibt. Man sei sich einig, dass grundsätzlich nicht mehr die ganze Klasse bei einem Positivfall in Quarantäne gehen müsse. Die Schüler einer Klasse, die nicht direkte Kontaktpersonen sind, sollen intensiv getestet werden. (Quelle: TSP, 06.09.21)


Entwurf: Gratis-Tests für Zwölf- bis 17-Jährige bis Ende November

Kinder von zwölf bis 17 Jahren sollen voraussichtlich noch bis Ende November kostenlose Corona-Schnelltests bekommen können. Das geht aus einem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums für eine neue Testverordnung hervor, die das geplante generelle Ende der Gratis-Tests für alle Bürger zum 11. Oktober umsetzen soll. Zunächst berichteten das Nachrichtenportal „ThePioneer“ und „Business Insider“ über den Entwurf, er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Anspruch auf kostenlose Tests sollen demnach bis zum 30. November auch Personen ohne Symptome haben, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Generell möglich bleiben sollen Gratis-Tests für alle, die sich nicht impfen lassen können – darunter Kinder unter zwölf Jahren, für die es bisher keinen zugelassenen Impfstoff gibt, sowie etwa auch Schwangere.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten beschlossen, dass das vom Bund finanzierte Angebot für kostenlose Bürgertests für alle enden soll – ab 11. Oktober sollen sie in der Regel selbst zu bezahlen sein. Da inzwischen allen ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden könne, sei eine dauerhafte Übernahme der Kosten durch den Steuerzahler nicht angezeigt, hieß es im Beschluss.(Quelle: TSP, 06.09.21)


Zahl der Minijobs nach Corona-Lockerungen auf 6,5 Millionen gestiegen

Die Zahl der Minijobber in Deutschland ist innerhalb eines halben Jahres um 720.000 auf rund 6,48 Millionen gestiegen. Seit den im Frühjahr einsetzenden Lockerungen der Corona-Einschränkungen in der Wirtschaft übten immer mehr Beschäftigte einen Minijob aus, um etwas hinzuzuverdienen, erklärte die bundesweite Minijob-Zentrale am Montag in Bochum. Insbesondere in der Gastronomie und im Einzelhandel suchten Arbeitgeber weiter dringend nach Aushilfen, sagte die Leiterin der Zentrale, Peggy Horn.

Von den Minijobbern arbeiten den Angaben zufolge rund 6,19 Millionen im gewerblichen Bereich, die übrigen in Privathaushalten. Die Zahl dieser Arbeitsplätze sei von Februar bis Juli um mehr als 12,5 Prozent gestiegen. Ein Großteil der Jobs, die Corona-bedingt 2020 nicht angeboten worden seien, werde jetzt wieder benötigt und angemeldet, sagte Horn. Erfreulich sei, dass sich der Anstieg der Minijobs nicht negativ auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auswirke.

Die Leiterin der Minijob-Zentrale erinnerte daran, dass Minijobs in ihrer jetzigen Form 2003 auch deshalb geschaffen worden seien, „um auf dem Arbeitsmarkt flexibel und legal auf Schwankungen und Arbeitsspitzen reagieren zu können“. Diese Funktion hätten sie gerade auch während der Corona-Pandemie erfüllt. (Quelle: TSP, 06.09.21)


Niedersachsen startet im Oktober mit dritter Corona-Impfung

Das Land Niedersachsen will ab Oktober Corona-Drittimpfungen in Alten- und Pflegeeinrichtungen anbieten. Mobile Teams sollen dann Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort impfen.

Das sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Details werde Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag vorstellen. Andere Länder haben bereits mit den Auffrischimpfungen begonnen, darunter Schleswig-Holstein und Bremen. Die Gesundheitsminister der Länder hatten Anfang August beschlossen, von September an Älteren und Pflegebedürftigen dies anzubieten.

Studien deuten auf einen verminderten oder schnell nachlassenden Schutz bei diesen Gruppen hin. Die Auffrischung sollte sechs Monate nach der zweiten Impfung erfolgen. Eine offizielle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Auffrischungsimpfungen für Senioren und Immungeschwächte liegt bislang nicht vor. (Quelle: NDR, 06.09.21)


Bundesregierung unterstützt Medikamenten-Entwicklung gegen das Coronavirus

Die Bundesregierung unterstützt die Entwicklung von Medikamenten gegen das Coronavirus: Konkret sollen sechs Vorhaben gefördert werden, wie Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) am Montag in Berlin sagten. Die Gesamtfördersumme beläuft sich auf 150 Millionen Euro.

Karliczek sagte: „Corona wird bei uns bleiben, und wir werden Medikamente benötigen, um Covid-19-kranke Menschen zu behandeln.“ Sie dämpfte zugleich die Erwartungen an die rasche Entwicklung von Medikamenten gegen das Coronavirus. Deren Entwicklung dauere in der Regel Jahre und keine Monate. Es seien dabei „keine Wunder zu erwarten“. „Es wird nicht das eine Medikament gegen Covid-19 geben.“

Vielmehr benötigten die Patientinnen und Patienten je nach Stadium und Entwicklung verschiedene Therapien. Bei den jetzigen Vorhaben sei allerdings im Idealfall eine bedingte Zulassung für das kommende Jahr zu erwarten, betonte Karliczek zugleich.

„Noch hilft nur Impfen gegen Corona“, sagte Spahn. „Aber wir wollen der Pandemie auch langfristig ihren Schrecken nehmen.“ Mit der Förderung werde auch in die Zukunft investiert, „weil wir damit auch den deutschen Forschungs- und Entwicklungsstandort im Bereich Biotechnologie stärken“.

Konkret werden Projekte der Unternehmen AdrenoMed AG, Apogenix AG, Atriva Therapeutics GmbH, Corat Therapeutics GmbH, Inflarx GmbH und der DRK Baden-Württemberg-Hessen unterstützen.

Es geht Karliczek zufolge jetzt darum, solche Ansätze zu unterstützen, die bereits in der späten klinischen Entwicklung sind. Geplant ist die Unterstützung von Projekten, in denen etwa der Einsatz von Antikörpern und blockierenden Molekülen in der Behandlung von Covid-19 untersucht wird. (Quelle: TSP, 06.09.21)


Deutsches Gastgewerbe atmet auf – Bester Umsatz seit Krisen-Beginn

Trendwende im deutschen Gastgewerbe: Dank der Corona-Lockerungen und mehr Nachfrage durch Tourismus lagen die Umsätze der Branche im August nur 5,7 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019, wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) am Montag mitteilte. „Das ist der beste Wert, der in einer monatlichen Dehoga-Umfrage seit Beginn der Pandemie im März 2020 festgestellt wurde“, erklärte Dehoga-Präsident Guido Zöllick am Montag. „Die Einbußen haben sich in den letzten Wochen deutlich abgeschwächt, im Gastgewerbe wächst die Zuversicht.“ Betriebe, die vorwiegend Erlöse mit Tourismus machen, fuhren sogar drei Prozent mehr Umsatz ein. „Corona hat den Trend zum Heimaturlaub und zum regionalen Tourismus noch einmal verstärkt.“

Angelaufen sei inzwischen auch der Inlandstourismus in den Städten. Internationale Touristen fehlten allerdings noch. Weiterhin angespannt stellt sich dagegen die Lage der nicht-touristisch geprägten Betriebe dar. Hier liege das Umsatzminus bei zehn Prozent. „Große Veranstaltungen, Messen und Kongresse finden erst seit kurzem wieder statt“, erläuterte Zöllick. Business- und Tagungshotels, Eventcaterer sowie Clubs und Diskotheken beklagten weiter erhebliche Umsatzeinbußen.

Auch die Zahl der Betriebe mit Existenzangst hat sich laut Dehoga fast halbiert. Waren es vor einem Jahr noch 61,1 Prozent der Unternehmer, die um ihre Existenz bangten, sind es nun noch 32,9 Prozent. (Quelle: TSP, 06.09.21)


Impfaufruf von Kinderärzten an ungeimpfte Erwachsene

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hat erwachsene Bundesbürger in einem eindringlichen Appell zu Impfungen gegen Covid-19 aufgefordert. „Wir sind diejenigen, die die Kinder schützen müssen und nicht umgekehrt“, sagte Verbandspräsident Jörg Dötsch am Montag. Bevor es um Impfungen für Kinder gehe, seien Erwachsene in der Verantwortung. Man könne Kinder nicht dazu zwingen, sich ununterbrochen für das Wohl ungeimpfter Erwachsener einzusetzen.

„Es kann jetzt nicht sein, dass wir Erwachsenen alle Freiheiten für uns beanspruchen und glauben, dass die Kinder uns wieder retten“, ergänzte er. „Das muss man auch mal ganz klar sagen, dass das eine Verpflichtung von uns Erwachsenen ist. Man denke nur an die EM-Spiele. Wie viele Tausende von Infektionen die generiert haben. Und alle wussten es vorher. Das war mit Ansage.“ Er halte dieses Verhalten für extrem unsolidarisch, kritisierte Dötsch. (Quelle: TSP, 06.09.21)


Spahn: Fünf Tage Quarantäne in Schulen, aber mit Schutzkonzepten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulklassen ausgesprochen, pocht dafür aber auf Schutzkonzepte. In der Regel solle eine einheitliche Quarantäne von fünf Tagen möglich sein, die dann mit einem negativen Test beendet werden könne, sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. Gelten solle dies zudem nur für „umsitzende“ Kinder und nicht die ganze Klasse. Voraussetzung dafür sei aber, dass Grundregeln umgesetzt würden, nämlich Maske tragen für alle im Unterricht, regelmäßige Tests und Lüftungskonzepte.

„Dann ist aus unserer Sicht diese alltagstauglichere und gleichzeitig Schutz bietende Lösung möglich“, sagte Spahn vor Beratungen mit den Länder-Gesundheitsministern am Montagnachmittag. So sei es auch in einer Arbeitsgruppe zwischen Ländern, Bund und Robert Koch-Institut (RKI) schon miteinander diskutiert. Spahn sagte, er sehe die Chance, zu dieser einheitlichen Linie als Empfehlung zu kommen. Dabei könne es weiter auch Einzelfallsituationen geben, in denen Gesundheitsämter vor Ort abweichend vorgingen, etwa je nachdem, wie Kinder sitzen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert beim Impfen im September eine „gemeinsame Kraftanstrengung“. Knapp 70.000 Erstimpfungen am zurückliegenden Wochenende seien zu wenig, twittert der CDU-Politiker. „Die Impfquote geht uns alle an.“ Laut Spahn haben 61,3 Prozent oder 51 Millionen Deutsche den vollen Impfschutz, 65,8 Prozent oder 54,7 Millionen sind mindestens einmal geimpft.

(Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 06.09.21)


Höchste Zahl an Corona-Todesfälle in Österreich seit Ende Juni

Österreich hat die höchste Zahl an Corona-Todesfälle seit Ende Juni verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien acht Menschen an den Folgen der Viruserkrankung gestorben, teilte die Regierung am Montag laut Bericht der Nachrichtenagentur APA mit. Außerdem gebe es eine starke Zunahme der Corona-Patienten auf Intensivstationen. Es seien derzeit 170 Schwerkranke, die dort behandelt würden. Dies sei ein Anstieg um 120 Prozent innerhalb von zwei Wochen.

Innen- und Gesundheitsministerium in Wien meldeten den Angaben zufolge zudem mehr als 1400 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – das ist der höchste Montagswert seit Ende April. In der Alpenrepublik sind seit Pandemiebeginn mehr als 10.800 Menschen an den Folgen der Infektion gestorben. (Quelle: TSP, 06.09.21)


Corona-Impfungen in ein Drittel der Unternehmen mit Betriebsärzten

Etwa jedes dritte Unternehmen in Deutschland mit Betriebsärztinnen und Betriebsärzten bietet seinen Beschäftigten Impfungen gegen das Coronavirus an. 4 Prozent planen noch, dies zu tun, wie eine repräsentative Befragung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zwischen dem 2. und 17. August ergeben hat. Damit stieg der Anteil der Betriebe mit Impfangebot im Vergleich zur letzten Befragung im Juni um 4 Prozent.

„Dieser auf den ersten Blick geringe Anstieg ergibt sich unter anderem aus der hohen Zahl an Beschäftigten, die in der Zwischenzeit bereits geimpft wurden“, erläuterte IAB-Direktor Bernd Fitzenberger am Montag. 98 Prozent der Betriebe ohne Impfangebot geben demnach als Grund dafür an, dass bereits eine große Zahl der Beschäftigten geimpft sei. (Quelle: TSP, 06.09.21)


Bund fördert Entwicklung von Covid-Medikamenten mit 150 Millionen Euro

Der Bund will sechs Projekte zur Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 mit rund 150 Millionen Euro unterstützen. „Wir sind optimistisch, dass am Ende der Prüfungen tatsächlich wirksame Medikamente stehen, die dann zugelassen werden können“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek am Montag in Berlin. Konkret geht es um die deutschen Firmen AdrenoMed, Apogenix, Atriva Therapeutics, Corat Therapeutics, InflaRX sowie die DRK Baden-Württemberg-Hessen, die die Projekte koordiniert. „Corona wird bei uns bleiben. Und wir werden Medikamente benötigen, um an Covid-19 erkrankte Menschen zu behandeln. Deshalb steht neben der Frage, die Pandemie in den Griff zu bekommen, die Frage nach weiterer Medikamentenforschung für uns im Mittelpunkt.“

Karliczek sagte, das Ministerium wolle Projekte unterstützen, die sich bereits in der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung befänden und bis zur Zulassung gefördert werden sollten. Geplant sind Studien sowohl mit mittelschwer als auch mit schwer bis hin zu kritisch erkrankten, beatmeten Patienten. Dabei soll unter anderem die Behandlung mit Antikörpern und blockierenden Molekülen untersucht werden. Einige der Medikamente sind Karliczek zufolge bereits für Erkrankungen wie Krebs oder Sepsis erforscht worden. Sie sollen zudem mit einem anderen Wirkmechanismus als die bisher eingesetzten Arzneien Remdesivir und Dexamethason arbeiten.

Wann diese Medikamente zur Verfügung stehen, ist noch offen und hängt von deren Wirksamkeit in den klinischen Studien ab. „Einige der Vorhaben planen im Idealfall eine bedingte Zulassung, die womöglich schon im kommenden Jahr gültig werden könnte“, sagte Karliczek. (Quelle: TSP, 06.09.21)


Grüne: Kein normaler Herbst trotz Impffortschritt

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt glaubt trotz fortschreitender Impfkampagne nicht an einen Herbst mit relativer Normalität. „Den werden wir nicht haben“, sagt sie in Berlin. Die Infektionszahlen stiegen mittlerweile wieder deutlich, auch weil die Bundesregierung zu wenig Vorsorge getroffen habe. „Wir sind noch nicht raus aus der Corona-Krise. Das war mit Ansage.“ Es müsse deutlich stärker für Impfungen geworben werden. Außerdem müsse künftig auch am Arbeitsplatz die 3G-Regel gelten – Beschäftigte also geimpft, genesen oder getestet sein. Sollte es wieder Einschränkungen geben, müssten Geimpfte Vorteile gegenüber Ungeimpften haben. (Quelle: TSP, 06.09.21)


Grafschafter Zahlen

Auf 60,9 beziffert das Robert-Koch-Institut den Sieben-Tage-Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim am Montag. Damit ist dieser Wert weiter leicht gesunken, am Sonntag lag er noch bei 64,5. Dazu meldet die Kreisverwaltung einen neuen Corona-Fall. Somit sind zurzeit 193 aktuelle Infektionen (Sonntag: 205) in der Grafschaft bekannt. 442 Grafschafter befinden sich in Quarantäne.
Insgesamt sind bisher 5.815 Corona-Fälle bekannt geworden. 5.497 Menschen gelten inzwischen als wieder genesen, das sind zwölf mehr als noch am Sonntag. Die Anzahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Infektion liegt weiterhin bei 125.

Die aktuellen 193 Corona-Fälle teilen sich folgendermaßen auf die Kommunen in der Grafschaft auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag):Bad Bentheim: 20 (-5), Emlichheim: 16 (-4), Uelsen: 15 (0), Neuenhaus: 13 (-1), Wietmarschen: 6 (-1), Nordhorn: 104 (-2) und Schüttorf: 19 (+1)

(Quelle: GN, 6.09.21)


Bundesregierung ruft zu bundesweiter Impfwoche auf

Die Bundesregierung hat angesichts steigender Infektionszahlen erneut eindringlich dazu aufgerufen, Angebote zu Corona-Impfungen zu nutzen. „Für einen sicheren Herbst und einen sicheren Winter zählt jede Impfung“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Er verwies auf eine dazu geplante bundesweite Aktionswoche vom 13. bis 19. September, während der viele Impfgelegenheiten vor Ort angeboten werden sollen. „Es geht darum, gemeinsam für den nötigen Ruck zu sorgen, wo er vielleicht an der einen oder anderen Stelle beim einen oder anderen Bürger noch fehlt.“

Bund und Länder rufen dafür alle Akteure vor Ort auf, unkomplizierte und kreative Impfangebote zu organisieren, wie Seibert sagte – etwa bei Sportvereinen, freiwilligen Feuerwehren, Kulturveranstaltern, Unternehmen, Ärzten oder Apotheken. Ziel sei, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, sich nun noch impfen zu lassen. Mit einer Impfung schütze man sich selber vor einer schweren Erkrankung, aber auch Schutzbedürftige, die sich nicht impfen lassen könnten.(Quelle: TSP, 06.09.21)


Intensivmediziner warnen vor Anstieg der Corona-Patienten

Deutschlands Intensivmediziner blicken mit Sorge auf den Herbst. „Wir werden mit den jetzigen Impfquoten einen erneuten Anstieg auf den Intensivstationen im Oktober und November sehen“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, der „Rheinischen Post“. „Das gute Wetter schützt uns im Moment. Die Wochen der Wahrheit kommen aber, wenn das Wetter nass-kalt und ungemütlich wird.“

„Je höher wir jetzt mit den Zahlen steigen, desto weniger Puffer werden wir haben“, sagte Karagiannidis zu den Corona-Infektionszahlen, die seit mehreren Wochen wieder deutlich steigen. „Wir müssen den Anstieg im Herbst soweit es geht in die Länge ziehen. Der Verdoppelungszeit in den Inzidenzen und bei der Intensivbelegung wird eine entscheidende Bedeutung zukommen.“ (Quelle: TSP, 06.09.21)


Tourismusbranche fordert staatliche Hilfen

Die deutsche Tourismusbranche fordert staatliche Hilfen nach den herben Rückschlägen durch die Corona-Pandemie. „Der Tourismus läuft langsam wieder an, vieles geht wieder“, sagte der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), Reinhard Meyer. Es bedürfe aber auch politischer Unterstützung, um den Wirtschaftsfaktor Tourismus wieder auf die Erfolgsschiene zu bringen und im Wettbewerb bestehen zu können. „Es kann nicht länger sein, dass staatliche Zuwendungen für die Automobilbranche hierzulande selbstverständlich sind, aber dem Tourismus, der sich mitten im Strukturwandel befindet, verwehrt werden.“

Der Tourismus brauche ein Wiederaufbau- und Modernisierungsprogramm. Dieses müsse die mittelständisch geprägte Branche bei Investitionen in Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Klimafolgenanpassung, bei der Digitalisierung oder bei Innovationen unterstützen. Auch sei ein kommunaler Rettungsschirm notwendig, damit die Kommunen mit der Finanzierung der touristischen Infrastrukturen vor Ort nicht allein gelassen werden. (Quelle: TSP, 06.09.21)


Braun hofft auf gemeinsame Regeln für Quarantäne

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat vor den Beratungen der Gesundheitsminister der Länder für eine einheitliche Linie bei den Quarantäneregeln in den Schulen geworben. Angesichts der großen Diskussionsbreite sei dies wichtig, sagte sie am Montag im Deutschlandfunk. Trotzdem sollten aber den Gesundheitsämtern Spielräume gelassen werden für den Einzelfall. Eine 14-tägige Quarantäne-Pflicht sei oft zu lang. Amtsärzte forderten ebenfalls bundesweit einheitliche Quarantäneregeln bei Corona-Infektionsfällen in Schulen.

Auch Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) sagte im ZDF-„Morgenmagazin“, er hoffe sehr auf eine einheitliche Regelung. „Ich wünsche mir eine einheitliche Regelung“, sagte er. Die Länder und Kommunen sollten sich an dem Ministerpräsidenten-Beschluss von fünf Tage Quarantäne orientieren

Die Gesundheitsminister der Länder wollen am Montag über Quarantäne-Maßnahmen im Fall von Corona-Infektionen an Schulen beraten. Bislang gibt es dazu in den Ländern unterschiedliche Vorgaben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt darauf gedrungen, die Regeln zu vereinheitlichen.

Im Deutschlandfunk verteidigte Karliczek das unterschiedliche Vorgehen der Länder. Der Föderalismus grundsätzlich habe die Möglichkeit, auf einzelne Situationen viel besser einzugehen als „wenn man grundsätzlich alles gleich macht“, sagte die Ministerin. „Aber wichtig ist natürlich schon, dass wir die Akzeptanz in dieser schwierigen Situation jetzt noch eine Weile erhalten und dafür brauchen wir, glaube ich schon, eine einheitliche, grundsätzliche Linie.“

Karliczek betonte, dass es nun Aufgabe der Gesellschaft sei, sich solidarisch mit Kindern zu zeigen. „Die Kinder haben lange Rücksicht auf die Älteren genommen. Jetzt, finde ich, sollten wir auch die Solidarität den jungen Kindern, die wir noch nicht impfen, zeigen.“ Masken und Lüften in den Schulklassen seien gute Beiträge – neben der Quarantänepflicht für infizierte Kinder – um für eine sichere Umgebung zu sorgen, sagte Karliczek.

(Foto: CC s. Archiv v. 23.11.19; Quelle: TSP, 06.09.21)


Lokale 7-Tage-Inzidenzen:
Lingen(Ems): 45,3 (Freitag 48,9)
Meppen: 59,2 (47,9)
Papenburg: 32,0 (26,6)


Die Gesundheitsminister der Länder beraten

Die Gesundheitsminister der Länder wollen am Montag über Quarantäne-Maßnahmen im Fall von Corona-Infektionen an Schulen sprechen. Dabei solle es um „möglichst einheitliche Regeln“ gehen, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern.

Bislang gibt es in den Ländern höchst unterschiedliche Vorgaben für die Quarantäne, sollte sich in einer Klasse ein infizierter Schüler finden. Teilweise werden bereits jetzt nur die Sitznachbarn in Quarantäne geschickt. Viele Schülerinnen und Schüler sind noch nicht geimpft, weil es derzeit keine Impfstoffe gibt, die für Kinder unter zwölf Jahren offiziell zugelassen sind. Zuletzt waren die Infektionszahlen besonders in jüngeren Altersgruppen stark gestiegen.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte die Länder am Wochenende aufgerufen, sich auf eine „klare Linie“ zu verständigen. Sie würde sich freuen, wenn die Quarantäne von 14 Tagen mit einer klugen Teststrategie verkürzt werden könnte, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vor kurzem einheitliche Vorgaben gefordert.

„Wenn eine gute Lüftung im Klassenzimmer gewährleistet ist, wenn vielleicht sogar eine Raumluftfilteranlage drin ist, dann muss man nicht die Kinder einer ganzen Klasse in Quarantäne schicken“, sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, im RND-Podcast „Die Schulstunde“. „Dann kann man sich auch auf die unmittelbaren Banknachbarn konzentrieren.“ Eine Rolle spiele auch, ob es eine Maskenpflicht gebe. Geimpfte Kinder müsse man nicht in Quarantäne schicken.

Meidinger betonte, unterm Strich gehe es darum, wie genau die Situation vor Ort aussehe. Er verstehe, dass Quarantäne-Anordnungen Eltern vor enorme Probleme stellten, teils seien sie aber schlicht notwendig. Ausschließlich infizierte Schüler in Quarantäne zu schicken und dabei auf Kontaktverfolgung komplett zu verzichten, wäre „ein Signal für die schnelle Durchseuchung der Schulen“, sagte er.

Der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin am Uniklinikum Jena, Mathias Pletz, hatte am Wochenende davor gewarnt, Corona-Maßnahmen an Schulen vorschnell aufzuheben. „Nach allem, was wir über Delta wissen, kann man es nicht einfach laufen lassen.“

Wie die Vertreter der Bundesregierung forderte auch die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, einheitliche Regeln. „Die Verunsicherung bei Eltern, Lehrerinnen und Lehrern durch die vielen unterschiedlichen Quarantäneregeln ist groß“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Zum Teil unterschieden sich die Verfahren nicht nur von Land zu Land, sondern auch zwischen einzelnen Gesundheitsämtern. „Die Länder müssen sich jetzt dringend auf bundeseinheitliche Quarantäneregeln für Schulen einigen“, forderte Teichert. „Das schafft Sicherheit und erleichtert die Akzeptanz der Maßnahmen.“ (Quelle: GN, 06.09.21)


Niedersachsen und Corona

Am Montag, 6. September, hat das Robert Koch-Institut 293 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Zahl der Todesfälle liegt bei einem. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt somit bei 5.861. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt auf 72,5 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 71,2 Fälle). Am und direkt nach dem Wochenende sind die Zahlen nach Angaben des RKI häufig niedriger, da weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen, weniger Laboruntersuchungen durchgeführt und weniger Infektionsnachweise gemeldet werden. (Quelle: NDR, 06.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen lag sie bei 84,3 – am Vortag hatte der Wert bei 83,1 gelegen, vor einer Woche bei 75,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4749 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4559 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 8 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 10 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.010.390 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz der Neuinfektionen war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie die Zahl der Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,83 an (Vortag 1,74). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz erfolgt nach RKI-Angaben auf Basis des Meldedatums an das lokale Gesundheitsamt. Zwischen einer Infektion und der Krankenhauseinweisung vergehen demnach im Schnitt etwa zehn Tage, dieser Wert spiegelt die Infektionslage also merklich verzögert wider.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.775.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.354. (Quelle: RKI, 06.09.21)


Demonstration in Amsterdam gegen die Corona-Politik

Zehntausende Menschen haben in Amsterdam gegen die Corona-Politik der Regierung demonstriert. „Gemeinsam für die Niederlande“ lautete das Motto des Protestzugs, an der sich auch der Rechtspopulist Thierry Baudet beteiligte. Die Stimmung war friedlich, es wurde getrommelt und getanzt. Angesichts des großen Andrangs rief die Stadt gegen Mittag per Twitter dazu auf, sich dem Demonstrationszug nicht mehr anzuschließen, es sei zu voll auf den Straßen. Die Veranstalter hatten mit 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerechnet. Außer um den Umgang mit der Pandemie ging es manchen Demonstranten auch um Kritik an der Regierung etwa wegen des Wohnungsmangels. Obwohl sich die Infektionslage in den Niederlanden zuletzt verschlechtert hatte, hat die Regierung die Corona-Regeln bislang nicht wieder verschärft. (Quelle: Tagesschau, 05.09.21)


„Spiegel“: Deutlich mehr Impfungen als gemeldet

Die Zahl der Impfungen in Deutschland ist laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ deutlich höher als gedacht. Das gehe aus Erhebungen der Kassenärztlichen Vereinigungen in mehreren Bundesländern hervor. Im zweiten Quartal sind demnach mindestens 350.000 verabreichte Dosen dem Robert Koch-Institut (RKI) nicht gemeldet worden und tauchen nicht in der bundesweiten Impfquote auf. Laut RKI sind derzeit mehr als 61 Prozent aller Einwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Eine solche Lücke war zunächst in Hamburg bekannt geworden, wo bis Ende Juni rund 71.000 Impfungen nicht erfasst waren. In Bayern liegt die Lücke dem Bericht zufolge bei rund 150.000, in Baden-Württemberg und Berlin jeweils bei rund 50.000 Impfungen. Sachsens Praxen haben rund 29.000 Impfungen nicht gemeldet. Im Saarland und in Brandenburg gab es dagegen offenbar zusammen genommen rund 18.000 weniger Impfungen als gemeldet. Die Praxen erfassen die Impfungen doppelt: einmal über ein Portal des RKI, zum anderen über ihre Abrechnungssoftware. Bei einem Vergleich dieser Zahlen seien die Differenzen zu Tage getreten. (Quelle: Tagesschaum 05.09.21)


Expertin: Besuche in Pflegeheimen müssen erlaubt bleiben

Nach Ansicht der Gerontologin Adelheid Kuhlmey sollten Besuche in Pflegeheimen auch bei einer sich zuspitzenden Corona-Lage möglich sein. Geimpfte, genesene und getestete Angehörige sollten auf alle Fälle weiter Zugang zu den etwa 800.000 Bewohnerinnen und Bewohnern der 14.000 Pflegeheime in Deutschland haben, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Berliner Charité den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „So etwas wie in der ersten Welle der Pandemie darf sich nie wiederholen.“ Durch die Abschottung der Heime seien neue Risiken für Bewohnerinnen und Bewohner entstanden: „Verwirrtheitszustände nahmen zu, Verläufe von demenziellen Erkrankungen wurden beeinflusst, Einsamkeitsgefühle traten auf.“(Quelle: Tagesschau,05.09.21)


Bennett: Israel kann Lockdown wegen Auffrischungen vermeiden

Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett hält einen vollständigen Lockdown während der jüdischen Feiertage in den kommenden Wochen wegen der Auffrischungsimpfungen für unnötig. Die Regierung hat Familien aufgerufen, große Versammlungen zu vermeiden. Gebeten in Synagogen dürfen nur kleine Gruppen Geimpfter beiwohnen. Bennett sagte dem Kabinett, Kinder, die nicht geimpft seien, sollten nicht mit in die Synagogen kommen. Israelis begehen am Montagabend das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana. In den kommenden Wochen gibt es auch den Fastentag Jom Kippur und das einwöchige Fest Sukkot. Die Feiertagszeit im vergangenen Jahr hatte zu einem Anstieg der Coronavirus-Infektionen geführt. Danach gab es einen vollständigen Lockdown. (Quelle: Tagesschau,05.09.21)


Deutschland will 100 Millionen Impfdosen bereit stellen

Deutschland will bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen in der internationalen Corona-Impfkampagne zur Verfügung stellen. „Das ist so viel wie wir bisher auch in unserem Land verimpft haben“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Rande des G20-Treffens der Gesundheitsminister in Rom. Ziel sei es, bis zum Ende des Jahres mindestens 40 Prozent der Weltbevölkerung geimpft zu haben. Die Pandemie sei erst vorbei, wenn sie auf der ganzen Welt vorbei sei, so der CDU-Politiker. Ansonsten könnten Varianten entstehen, die dann auch Deutschland wieder erreichten und zu Problemen führten. Beim zweitägigen Treffen der Gesundheitsminister aus den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G20) ist die Corona-Pandemie ein zentrales Thema.
Spahn warb erneut für mehr Impfungen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat noch zögernde Bürger dazu aufgerufen, Angebote für Corona-Impfungen möglichst bald wahrzunehmen. „Jetzt im September entscheiden wir darüber, und zwar in Deutschland und Europa, wie sicher wir durch Herbst und Winter kommen“, sagte der CDU-Politiker in Rom am Rande eines G20-Treffens der Gesundheitsminister. Um sicher durch die nächsten Monate zu kommen, brauche es „noch fünf Millionen Impfungen und mehr in Deutschland“. Nötig sei noch mehr Tempo. Vollständig geimpft sind bisher 50,9 Millionen Menschen oder 61,2 Prozent der Bevölkerung. Spahn betonte, Impfen schütze nicht nur einen selbst, sondern auch andere und insbesondere die Schwächeren in der Gesellschaft. (Quelle: Tagesschau,05.09.21)


Shoppen und Impfen in Hamburg

In Hamburg haben am heutigen Sonntag viele Läden geöffnet. In einigen Einkaufszentren kann man sich auch gleich impfen lassen – so will die Stadt die Impfquote verbessern. Zusätzlich lockt ein HVV-Angebot: Busse und Bahnen sind für einen Tag im Großraum Hamburg gratis. Impfen lassen kann man sich etwa in den Harburg-Arcaden, im Elbe-Einkaufszentrum, in der Hamburger Meile und im Alstertal-Einkaufszentrum (nur Zweitimpfung). Auch im Millerntorstadion wird wieder geimpft – und zwar von 12 bis 19 Uhr. Verimpft werden überall die Vakzine von BioNTech sowie Johnson & Johnson. (Quelle: Tagesschau,05.09.21)


Slowakei: keine Impfpflicht bei Papstbesuch

Angesichts der bislang niedrigen Anmeldezahlen für den Papstbesuch in der Slowakei erweitert die Bischofskonferenz des Landes den zugelassenen Besucherkreis. Das teilte sie am Wochenende auf ihrer Website mit. Nicht mehr nur vollständig geimpfte Personen können demnach an den Treffen mit Franziskus teilnehmen, sondern auch solche, die von Covid-19 genesen sind oder einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen.

Nachdem sich bis Mitte vorvergangener Woche erst 33.000 Personen zu den öffentlichen Auftritten von Franziskus registrieren ließen, riefen die Bischöfe des Landes die Katholiken zuletzt in einem Hirtenbrief zu einer aktiven Teilnahme an dem Papstbesuch auf. Zugleich räumte ein Sprecher ein, die Resonanz sei bislang niedriger als erwartet. In der Slowakei ist bislang nicht nur die Impfquote gering. Auch Papst Franziskus, seine Art und Politik stoßen bei vielen Gläubigen des Landes auf eine gewisse Skepsis. Der Papst reist vom 12. bis 15. September erst für einen halben Tag in die ungarische Hauptstadt Budapest. Anschließend besucht er für drei Tage die benachbarte Slowakei (Quelle: Tagesschau,05.09.21)


Niedersachsen und Corona

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Niedersachsen wieder gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen sieben Tagen, lag nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Sonntag bei 71,2 – und damit höher als am Samstag (59,2). Im kleinsten deutschen Bundesland Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 109,8 nach 105,4 am Vortag.
In Niedersachsen gibt es aktuell ein Corona-Warnstufensystem mit drei Kategorien. Wenn in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt fünf Tage lang in Folge die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen die Zahl 50 überschreitet, sind etwa Innengastronomie, Friseure oder Fitnessstudios in der Regel nur noch für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) zugänglich. Die höchsten Werte hatten am Freitag die Städte Salzgitter mit einer Inzidenz von 178,1, Delmenhorst (131,6) und Wolfsburg (124,4).

Weiter ausschlaggebend ist die Zahl der Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern in Niedersachsen sowie die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Werden in mindestens zwei der drei Kategorien Schwellenwerte erreicht, können die Kommunen eine Warnstufe per Allgemeinverfügung feststellen. Noch offengelassen hat die Landesregierung, was bei Erreichen der zweiten und dritten Warnstufe passiert.

Bei der Belegung der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten lag die Inzidenz am Sonntag bei 3,7 – nach 3,5 am Vortag. Das heißt: Im landesweiten Schnitt wurden in den vergangenen sieben Tagen 3,7 von 100.000 Einwohnern im Zusammenhang mit ihrer Corona-Infektion in einer Klinik behandelt. Ab einem Wert von sechs ist in Niedersachsen der erste Schwellenwert erreicht, weitere Schwellenwerte sind neun und zwölf.

Bei der Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten gab die Landesregierung den Wert mit 4,4 Prozent an – gemessen an der Gesamtkapazität für Niedersachsen. Schwellenwerte sind 5 Prozent, 10 Prozent und 20 Prozent. (Quelle: rki/GN, 05.09.21)


Viele Covid-Tote in Französisch-Polynesien

Der schlimmste Coronavirus-Ausbruch von Frankreich tritt viele Zeitzonen entfernt von Paris auf. Auf den Inseln von Französisch-Polynesien im Südpazifik, darunter Tahiti, gibt es nicht genug Sauerstoff, Intensivbetten und Platz in Leichenhallen. Von den 463 Todesfällen mit dem Coronavirus in dem Gebiet gab es die meisten im Laufe des vergangenen Monats. Derzeit gibt es 15 bis 20 neue Todesfälle pro Tag. Die Probleme werden mit Skepsis über Impfungen, einer hohen Rate von Übergewichtigen und Diabetes-Kranken erklärt. Seit dem 23. August gilt ein Lockdown. Die französische Regierung versprach in dieser Woche, 100 weitere Pflegekräfte in die Region zu schicken. Das Gebiet mit 118 Inseln, das nicht stark an Paris gebunden ist, ist von der französischen Regierung bei der Gesundheitsversorgung abhängig. (Quelle: Tagesschau, 05.09.21)


Ethik-Experte fordert Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

Der Humangenetiker und Medizinethiker Wolfram Henn spricht sich für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen aus. Der „Bild am Sonntag“ sagte er: „Mein Vorschlag wäre, eine Impfpflicht für Berufe mit personennahen Dienstleistungen einzuführen. Allerdings nur bei solchen Berufen, bei denen der Mensch, der die Dienstleistung in Anspruch nimmt, keine Wahlfreiheit hat.“ Das seien Berufe in der Medizin, in der Pflege, in Schulen und Kitas, aber auch in manchen Transportberufen wie etwa für Taxifahrer: „Diese sind für Krankenfahrten von vulnerablen Personen verantwortlich“, erklärte Henn. Friseure wiederum wären nicht betroffen, weil der Kunde hier die Wahlfreiheit habe.(Quelle: Tagesschau, 05.09.21)


Deutschland-Zahlen

Im Laufe des Samstags haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut 10.453 neue Corona-Fälle übermittelt. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8416 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen stieg erneut an: Sie liegt jetzt bei 83,1 – am Vortag hatte der Wert bei 80,7 gelegen, vor einer Woche bei 74,1. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 21 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es zwölf Todesfälle gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.346.

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Bislang haben die Gesundheitsämter 4.005.641 Ansteckungen gemeldet, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorging. Die tatsächliche Zahl der Ansteckungen hierzulande dürfte höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.768.400 an. (Quelle: RKI, 05.09.21)


Japan: Impfausweise für Auslandsreisen

Japan will laut Medienbericht Impfausweise für Reisen ins Ausland einführen. Reisende könnten die digitalen Impfausweise mit QR-Code ab Dezember auf ihren Handys installieren, berichtet die Zeitung „Nikkei“.(Quelle: Tagesschau, 05.09.21)


Brasilien: Stopp für chinesischen Impfstoff

Die brasilianische Gesundheitsbehörde Anvisa setzt die Verwendung von mehr als zwölf Millionen Dosen des von der chinesischen Sinovac Biotech Ltd entwickelten Corona-Impfstoffs für 90 Tage aus. Nach Informationen der Behörde wurden die Impfdosen in einer nicht von Anvisa zugelassenen Anlage hergestellt. Anvisa werde versuchen, die Anlage zu inspizieren. Weitere neun Millionen Impfdosen aus der gleichen Produktionsstätte seien bereits auf dem Weg nach Brasilien.(Quelle: Tagesschau, 05.09.21)


6.000 Geimpfte und Genesene sehen Roland Kaiser in Goslar

Rund 6.000 Menschen haben das Konzert des Sängers Roland Kaiser am Freitagabend in Goslar besucht. Das Besondere: Nur Geimpfte und Genesene sollten Zutritt haben. Ausnahmen gab es trotzdem.

Die Veranstaltung war das einzige Open-Air-Konzert des Sängers in diesem Sommer in Niedersachsen – und sie war ein Experiment: Würden trotz 2G-Regel genug Besucher kommen? 6.000 Menschen waren es am Ende, die am Abend auf dem Festplatz Osterfeld in Goslar zu Hits wie „Dich zu lieben“, „Manchmal möchte ich schon mit dir“ oder „Santa Maria“ tanzten, sangen und schunkelten. So, wie vor der Corona-Pandemie: Auf Abstände musste nicht geachtet werden. Auch Masken sah man während des Konzerts nicht, lediglich auf den Wegen herrschte Maskenpflicht.

Die 2G-Regel war von Anfang an Teil der Konzertplanung: „Als das Management von Roland Kaiser auf uns zukam, um ein Konzert hier veranstalten zu wollen, haben wir das direkt zur Bedingung gemacht“, sagt Maximilian Strache vom Landkreis Goslar. Denn: Man habe den Menschen zwar endlich wieder etwas Normalität und Erlebnis bieten wollen. Auf Sicherheit vor einer möglichen Corona-Infektion wollte man aber nicht verzichten. Nach einigem Hin und Her habe man sich dann mit dem Veranstalter auf einen Kompromiss geeinigt: 2G, aber Jugendliche unter 18, die noch noch kein Impfangebot haben und Erwachsene, die sich nicht impfen lassen dürfen, hatten trotzdem Zugang zum Konzert. Allerdings: SIe mussten einen negativen Corona-Test vorweisen und wurden in einem abgetrennten Bereich auf dem Konzertgelände untergebracht, wo auch Maskenpflicht herrschte.

Die meisten Besucher nahmen die 2G-Regelung gelassen hin, manche begrüßten sie sogar, weil es so mehr Sicherheit gebe. Einiger Unmut kam hingegen in den sozialen Netzwerken auf: Viele hatten sich schon vor zwei Jahren Karten besorgt, waren nicht geimpft oder genesen und konnten nicht am Konzert teilnehmen. Für diese Gruppe bot der Veranstalter allerdings Entschädigung an. Roland Kaiser hat derweil bereits die nächste Konzertreihe angekündigt. Der Vorverkauf soll bald starten. (Quelle: NDR, 04.09.21)


Virologin in der Schweiz warnt vor schwerer vierter Welle

Das Infektionsgeschehen in der Schweiz ist weiterhin hoch. Dennoch hatte sich die Regierung vor wenigen Tagen entschlossen, die Corona-Auflagen nicht wieder zu verschärfen. „Die Zahl der Spitaleinweisungen von Corona-Patientinnen und -Patienten ist weiterhin hoch, hat in der letzten Woche aber nicht mehr zugenommen“, teilte die Regierung am Mittwoch mit. Es zeichne sich eine Stabilisierung der Infektionszahlen ab. Zudem ließen sich wieder mehr Menschen impfen. Deshalb werde von einer Verschärfung vorerst abgesehen. Im Raum stand etwa, Besuche in Restaurants oder Fitnesscentern nur noch für Geimpfte, Genesene oder Getestete zuzulassen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in der Schweiz am Sonntag bei etwa 170. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen dem Robert Koch-Institut zufolge am Morgen bei 83.

Die aus Deutschland stammende Virologin beurteilt die Lage in der Schweiz anders als die Regierung. Auf Twitter verwies sie am Sonntag auf einen Tweet des Journalisten Marc Brupbacher vom Schweizer „Tagesanzeiger“, der geschrieben hatte: „Schweizer Intensivstationen sind in Westeuropa am stärksten mit Covid-Patienten ausgelastet.“

Eckerle, die die Abteilung Infektionskrankheitenan den Universitätskliniken in Genf leitet, kommentierte dies mit dem Hinweis darauf, dass nur 51 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in der Schweiz vollständig geimpft seien und schrieb: „Kein Wille, die 4. Welle einzudämmen. Schulbeginn & die ersten kalten Tage werden die Situation bald noch weiter anheizen.“



Verletzte nach Angriff auf Impfteam in Thüringen

Bei einer Corona-Impfaktion in Gera am Samstag ein mobiles Impfteam angegriffen worden. Dabei seien zwei Mitglieder des Teams verletzt worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Die Polizei bestätigte den Vorfall, der sich am Nachmittag in einem Einkaufszentrum ereignete. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hatte der Mann am Nachmittag eine Impfbescheinigung verlangt, wollte sich aber nicht impfen lassen. Als die Mitarbeiter ihm sagten, dass es ohne Impfung keine Bescheinigung gebe, sei der Mann „ausgetickt“.

Der Mann habe eine medizinische Fachangestellte und einen Helfer verletzt. Sie wurden in einem Krankenhaus behandelt, aber nach KV-Angaben bereits wieder entlassen. Der Angreifer habe sich bei der Impfaktion registrieren lassen, sodass seine Daten bekannt waren. Die Polizei stellte ihn nach Angaben eines Sprechers in einem Parkhaus, gegen ihn laufe eine Anzeige. Er sei auf freiem Fuß. Laut Polizei soll auch er im Einkaufszentrum leicht verletzt worden sein.

Dem KV-Pandemiestabsleiter zufolge ist es das erste Mal seit Beginn der Impfkampagne, dass ein Impfteam in Thüringen angegriffen wurde. Die Impfaktion wurde daraufhin abgebrochen, bis zum Vorfall waren 120 Menschen geimpft worden. Die Aktion soll wiederholt werden. (Quelle: TSP, 04.09.21)

Grafschafter-Zahlen

25 Neuinfektionen mit dem Coronavirus meldet der Landkreis Grafschaft Bentheim am Samstag. Das geht aus dem sogenannten Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Demnach sind am Samstag insgesamt 201 aktuelle Covid-19-Fälle bekannt. Das Robert-Koch-Institut beziffert den Sieben-Tage-Inzidenzwert auf 66,7. In Quarantäne befinden sich derzeit 494 Personen.
Seit Beginn der Pandemie sind in der Grafschaft insgesamt 5799 Covid-19-Fälle gemeldet worden. 5473 Menschen gelten als genesen. Die Anzahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Infektion liegt weiterhin bei 125.

Die aktuellen 201 Corona-Fälle teilen sich folgendermaßen auf die Kommunen in der Grafschaft auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 23 (+3), Emlichheim: 22 (+1), Uelsen: 16 (-3), Neuenhaus: 13 (0), Wietmarschen: 6 (0), Nordhorn: 105 (+6) und Schüttorf: 16 (+3).
(Quelle: GN, 04.09.21)


Scholz sagt „Menschen sind keine Versuchskaninchen“ – und erntet Kritik von Laschet

Auch im Wahlkampf sind die Corona-Impfungen ein Thema: Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet kritisiert seinen SPD-Konkurrenten Olaf Scholz für eine umstrittene Wortwahl und fordert ihn auf, von Begriffen wie „Versuchskaninchen“ Abstand zu nehmen. „Menschen sind keine Versuchskaninchen in diesem Land“, sagt Laschet in Potsdam. Die Äußerung sei „unverantwortlich“, so der CDU-Politiker.

Zuvor hatte Scholz für Impfungen gegen Covid-19 geworben und das kritisierte Wort gewählt: „50 Millionen sind jetzt zwei Mal geimpft. Wir waren ja alle die Versuchskaninchen für diejenigen, die bisher abgewartet haben. Deshalb sage ich als einer dieser 50 Millionen – es ist gut gegangen! Bitte macht mit“, sagte Scholz in einem Interview mit NRW-Lokalradios.

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisiert Scholz. „So eine Wortwahl ist eine Steilvorlage für die, die mit Halb- und Unwahrheiten Vertrauen untergraben wollen“, schreibt Spahn bei Twitter. (Quelle: TSP, 04.09.21)


Polizei löst Party in Waldhütte mit 80 Feiernden auf

Ohne Genehmigung, ohne Masken, ohne Abstand: Die Polizei in Schwetzingen in Baden-Württemberg hat eine Party in einer Waldhütte mit rund 80 jungen Gästen aufgelöst. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, trafen die Beamten bei einer Streifenfahrt in der Nacht auf die Feiernden. Die Mehrheit der Partygäste flüchtete beim Anblick der Polizei in den angrenzenden Wald, etwa 30 Menschen blieben vor Ort.

Die Polizei nahm Personalien auf und leitete Überprüfungen beim zuständigen Ordnungsamt ein – denn der Veranstalter hatte zwar für eine Musikanlage samt DJ-Pult gesorgt, jedoch keine Genehmigung für die Feier und kein Hygienekonzept. Anzeigen gab es auch wegen Beamtenbeleidigung sowie des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. (Quelle: TSP, 04.09.21)


Neuseeland meldet ersten Corona-Todesfall in sechs Monaten

Erstmals seit mehr als sechs Monaten ist in Neuseeland ein Todesfall nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet worden. In einem Krankenhaus in Auckland sei eine um die 90 Jahre alte Frau gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Sie litt demnach noch an anderen Erkrankungen. Zuletzt hatte es in dem Pazifikstaat Mitte Februar einen Corona-Toten gegeben. Insgesamt wurden bislang 27 Todesfälle nach einer Corona-Ansteckung registriert.

Wegen eines Corona-Ausbruchs im August mit nunmehr 782 Fällen gelten in dem Land strikte Einschränkungen. In der Millionenmetropole Auckland selbst gilt ein strenger Lockdown, nur wesentliche Geschäfte wie Supermärkte und Apotheken dürfen öffnen.

Der Inselstaat mit fünf Millionen Einwohnern hat sich seit März 2020 weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Im April hatte die Regierung einen Reisekorridor mit dem Nachbarland Australien eröffnet, der aber Ende Juli wegen einer Corona-Welle beim großen Nachbarn wieder geschlossen wurde.

Die anfangs sehr schleppend verlaufende Impfkampagne schreitet derweil langsam voran: Mittlerweile sind fast 1,3 Millionen Neuseeländer vollständig geimpft. Die Regierung hatte anfangs auf eine Null-Covid-Strategie gesetzt. Kritiker werfen ihr vor, sich deshalb lange nicht genug ums Impfen gekümmert zu haben. (Quelle: TSP, 04.09.21)


Lehrerverband fordert 3G-Regel und lehnt Impfauskunftspflicht ab

Der Deutsche Lehrerverband lehnt eine Impfauskunftspflicht ab und spricht sich für die Einführung einer konsequenten 3G-Regel an den Schulen aus. „Diese 3G-Regel sollte für Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen gelten“, sagt Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Auf diese Weise lasse sich das Ziel eines hohen Gesundheitsschutzes im Schulbereich genauso erreichen wie mit der umstrittenen Impfauskunftspflicht, so Meidinger.
Nach der 3G-Regel bleibe es den Betroffenen überlassen, ob sie einen Impf- oder Genesungsnachweis vorlegen oder eine tägliche Testung machen.

„Wir lehnen eine Impfauskunftspflicht ab, weil wir glauben, dass ein derart tiefer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen auch im Schulbereich nicht gerechtfertigt ist“, so Meidinger. „Im Übrigen gehören Lehrkräfte zu der Berufsgruppe mit den höchsten Impfquoten“, betont er. (Quelle: TSP, 04.09.21)


Frankreich erwägt Lockerungen in Einkaufszentren

In Frankreich könnte es in Kürze gelockerte Corona-Auflagen in großen Einkaufszentren geben. Wenn sich die Lage weiter entspanne, könnten die Vorschriften in den kommenden Tagen entschärft werden, sagt Arbeitsministerin Elisabeth Borne dem Radiosender France Inter.

Seit Anfang August müssen Kunden in großen Shopping-Malls einen Gesundheitspass vorlegen, der sie als geimpft, genesen oder getestet ausweist. Kürzlich hatte die französische Supermarktkette Auchan erklärt, diese Vorschrift bremse ihr Geschäft aus. ((Quelle: TSP, 04.09.21)


Niedersachsen und Corona

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Niedersachsen leicht gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen sieben Tagen, lag nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Samstag bei 59,2 – und damit etwas niedriger als am Freitag (64,6). Im kleinsten deutschen Bundesland Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 105,4 nach 101,0 am Vortag.

In Niedersachsen gibt es aktuell ein Corona-Warnstufensystem mit drei Kategorien. Wenn in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt fünf Tage lang in Folge die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen die Zahl 50 überschreitet, sind etwa Innengastronomie, Friseure oder Fitnessstudios in der Regel nur noch für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) zugänglich. Die höchsten Werte hatten am Freitag die Städte Salzgitter mit einer Inzidenz von 157,9, Delmenhorst (131,6) und Wolfsburg (105,8).

Weiter ausschlaggebend ist die Zahl der Menschen mit Corona in Krankenhäusern in Niedersachsen sowie die Belegung der Intensivbetten mit Corona-Patienten. Werden in mindestens zwei der drei Kategorien Schwellenwerte erreicht, können die Kommunen eine Warnstufe per Allgemeinverfügung feststellen. Noch offengelassen hat die Landesregierung, was bei Erreichen der zweiten und dritten Warnstufe passiert.

Bei der Belegung der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten lag die Inzidenz am Freitag bei 3,5 – nach 3,4 am Vortag. Das heißt: Im landesweiten Schnitt wurden in den vergangenen sieben Tagen 3,4 von 100 000 Einwohnern im Zusammenhang mit ihrer Corona-Infektion in einer Klinik behandelt. Ab einem Wert von sechs ist in Niedersachsen der erste Schwellenwert erreicht, weitere Schwellenwerte sind neun und zwölf.

Bei der Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten gab die Landesregierung den Wert mit 4,2 Prozent an – gemessen an der Gesamtkapazität für Niedersachsen. Schwellenwerte sind 5 Prozent, 10 Prozent und 20 Prozent. Die Impfquote betrug bei den Erstimpfungen landesweit 68,1 Prozent. (Quelle: RKI/GN, 04.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie bei 80,7 – am Vortag hatte der Wert bei 80,2 gelegen, vor einer Woche bei 72,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.835 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.05 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10.303 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 24 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 22 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.995.188 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz der Neuinfektionen war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie die Zahl der Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gibt das RKI nun mit 1,83 an (Vortag 1,74). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen.

Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz erfolgt nach RKI-Angaben auf Basis des Meldedatums an das lokale Gesundheitsamt. Zwischen einer Infektion und der Krankenhauseinweisung vergehen demnach im Schnitt etwa zehn Tage, dieser Wert spiegelt die Infektionslage also merklich verzögert wider.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.763.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.325. (Quelle: RKI, 04.09.21)


Intensivmediziner: Impfquote muss bis Oktober deutlich steigen

Die Intensivmediziner warnen für den Fall, dass die Corona-Impfquote in Deutschland nicht deutlich ansteigt, vor vielen Intensivpatienten im Oktober und November. „Wir sehen schon jetzt, wie stark sich die Delta-Variante in geschlossenen Räumen ausbreitet“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, der „Augsburger Allgemeinen“. „Wenn wir bis Oktober nicht die Impfquote deutlich nach oben bringen, bekommen wir im Herbst einen richtig starken Anstieg der Corona-Fälle auf den Intensivstationen.“ Die Entwicklung könne für den Fall, dass die Impfquote kaum noch steigt, relativ genau vorausberechnet werden.

Auch ein Anstieg der Impfquote um zehn Prozentpunkte würde laut Karagiannidis einen enormen Unterschied bei der Belegung der Intensivstationen machen: „Das ist eine sehr einfache Rechnung: Bei einer Impfquote von 80 Prozent gibt es doppelt so viele Gefährdete wie bei einer Impfquote von 90 Prozent, denn dann gäbe es nur zehn Prozent Ungeimpfte statt 20 Prozent. Bei einer Impfquote von 70 Prozent ist die Zahl dreimal so hoch.“

In Deutschland macht sich in der Corona-Pandemie zusehends Impfmüdigkeit breit. Der Anteil der vollständig immunisierten Bundesbürger sei mit rund 61 Prozent im Vergleich zur Vorwoche (59 Prozent) weiterhin nur langsam gestiegen, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagabend. (Quelle: TSP, 04.09.21)


Moderna beantragt bei EMA bedingte Zulassung für Booster-Impfung

Der amerikanische Impfstoffhersteller Moderna hat bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eine bedingte Zulassung für eine Auffrischungsimpfung eingereicht. Die Booster-Impfung rufe eine robuste Antikörperreaktion auf die Delta-Variante hervor, teilt Moderna mit. Am Vortag hatte Moderna bei der US-Arzneimittelbehörde FDA erste Daten für die Prüfung einer Auffrischungsimpfung eingereicht. (Quelle: TSP, 03.09.21)


Delta-Variante führt offenbar nicht zu schwereren Fällen bei Kindern

Die Delta-Variante des Coronavirus führt ersten Erkenntnissen zufolge nicht zu schwereren Verläufen von Covid-19 bei Kindern. Wie eine Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigt, unterscheidet sich der Anteil der schweren Krankheitsverläufe bei Kindern aktuell nicht wesentlich von dem im Januar, als in den USA die Alpha-Variante des Coronavirus vorherrschte. Außerdem deuten die Daten auf eine hohe Wirksamkeit des Impfschutzes bei Jugendlichen hin.

Die Rate der Corona-bedingten Krankenhauseinweisungen bei Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren war in den USA zuletzt wieder stark gestiegen und lag Mitte August bei 1,4 pro 100.000. Die Forscher verglichen daraufhin rund 3100 Krankenhaus-Fälle vom Januar mit 164 aus der aktuellen Delta-Welle und stellten kaum Unterschiede bei der Stärke der Verläufe fest.

Der Anteil der Patienten, die auf eine Intensivstation verlegt werden mussten, lag im Januar vor Auftreten der Deltavariante bei 26,5 Prozent, nun liegt er bei 23,3 Prozent. Vor Delta brauchten 6,1 Prozent der erfassten Patienten Beatmung, mit Delta waren es 9,8 Prozent. Diese Unterschiede sind statistisch nicht signifikant. Für belastbarere Ergebnisse werden nach Aussage der Wissenschaftler jedoch weitere Daten benötigt.

Die Studie zeigt deutlich die Wirksamkeit der Corona-Impfung auch gegen die Delta-Variante bei Jugendlichen. In den USA ist eine Impfung ab zwölf Jahren möglich. Zwischen dem 20. Juni und dem 31. Juli waren von 68 ins Krankenhaus eingelieferten Jugendlichen 59 nicht geimpft, fünf einmal und vier doppelt geimpft. Damit ist eine Krankenhausbehandlung bei ungeimpften Jugendlichen im Falle einer Corona-Infektion rund zehnmal so wahrscheinlich wie bei geimpften.(Quelle: TSP, 03.09.21)


Drosten: Gute Impfquote in Deutschland so kaum zu schaffen

Der Berliner Charité-Virologe Christian Drosten ist pessimistisch, dass Deutschland allein durch Impfangebote eine akzeptable Impfquote in der Corona-Pandemie erreichen kann. Hauptgrund sei eine gewisse Gleichgültigkeit in der Bevölkerung, sagte Drosten im am Freitag veröffentlichten Podcast „Das Coronavirus-Update“ von NDR Info. Er gehe nicht davon aus, dass Deutschland über Ansprache der Bevölkerung noch viel weiter komme mit der Impfquote. „Und darum glaube ich, dass die Politik eine schwere Aufgabe vor sich hat und konsequent auch Entscheidungen treffen muss bald.“ Gefragt worden war Drosten in diesem Zusammenhang auch nach einer Impfpflicht als Option.

Bislang sind erst 61 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. Im August nahm die Impfquote nur noch um rund 10 Prozentpunkte zu. Nach dem jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) haben in der Bevölkerung über 60 Jahre 83 Prozent den vollen Impfschutz. Bei den Erwachsenen zwischen 18 und 60 Jahren liegt die Quote bei 65 Prozent.

Nach RKI-Berechnungen müssen aber mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein, damit eine ausgeprägte neue Welle mit vollen Intensivstationen im Herbst und Winter unwahrscheinlich wird.

Man könne versuchen, die Dringlichkeit der Impfungen in Deutschland zu vermitteln, sagte Drosten. „Es gibt eine grundsätzliche Offenheit. Ich würde nur ganz wenigen nicht geimpften Personen im Moment unterstellen, dass die jetzt vollkommen verrückte Geschichten glauben.“ Vielmehr sei es manchmal diese gewisse Gleichgültigkeit, die eine Entscheidung zur Impfung verhindere. Das sei der große Unterschied zu Menschen in Portugal oder Spanien. „Die haben eine schreckliche gesamtgesellschaftliche Erfahrung hinter sich. Viele Tote und einen richtigen Lockdown, wo man nur zum Einkaufen mit Begründung nach draußen darf und auf der Straße patrouilliert das Miltär.“ Das sei ein wirklicher Lockdown. „Das haben wir in Deutschland nicht erlebt. Wir können, glaube ich, diese Erfahrung in Deutschland nicht im Nachhinein noch simulieren.“

Was ihn aber optimistisch stimme, sei die hohe Impfbereitschaft bei den 12- bis 17-Jährigen, sagte Drosten. „Das ist extrem positiv zu sehen. Wir haben hier eine junge, auffassungsfähige Bevölkerungsschicht.“ Er glaube, dass sich das auf die Studierenden auch so übertragen lasse. Junge Leute würden deshalb noch eine wichtige Rolle spielen in der nächsten Zeit. (Quelle: TSP, 03.09.21)


Britische Impfgegner greifen Sitz von Arzneimittelbehörde an

Eine Gruppe mutmaßlicher Impfgegner hat am Freitag versucht, den Sitz der britischen Arzneimittelbehörde MHRA in London zur stürmen. Wie auf Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war, lieferten sich Demonstranten handgreifliche Auseinandersetzungen mit Polizisten, die verschiedene Eingänge zu dem Gebäude im Osten der britischen Hauptstadt bewachten. Nach Angaben der Polizei wurden mehrere Beamte verletzt.

Britische Impfgegner haben in den vergangenen Wochen immer wieder versucht, in die Gebäude von Medienhäusern in London einzudringen. Ende August gelang es einer Gruppe das Foyer der TV-Produktionsfirma ITN zu besetzen. Ähnliche Szenen hatte es Anfang August bei der ehemaligen BBC-Zentrale im Westen Londons gegeben, die von den Impfgegnern versehentlich ins Visier genommen wurde. (Quelle: TSP, 03.09.21)


Britische Impfkommission rät von Impfung 12- bis 15-Jähriger ab

Die britische Impfkommission (JCVI) hat sich überraschend gegen flächendeckende Corona-Impfungen von 12- bis 15-Jährigen ausgesprochen. Die Kommission erweiterte zwar ihre Impfempfehlung für an Herz, Lungen und Leber erkrankte Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe, eine allgemeine Impfempfehlung wollte sie aber nicht aussprechen. Zur Begründung hieß es am Freitag in einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde Public Health England, die gesundheitlichen Vorteile einer Impfung seien für gesunde Menschen diese Altersgruppe marginal.

Bislang lautete die Empfehlung der Kommission, 12- bis 15-Jährige nur zu impfen, wenn sie in die Gruppe der besonders durch Covid-19 gefährdeten Menschen fallen. Dazu gehören beispielsweise Menschen mit unterdrücktem Immunsystem.

Erst eine Woche zuvor hatte das britische Gesundheitsministerium mitgeteilt, sich auf die flächendeckende Impfung der 12- bis 15-Jährigen im größten Landesteil England vorzubereiten. Ob die Regierung der Empfehlung der Impfkommission folgen wird, war zunächst unklar. Die medizinischen Chefberater der vier Landesteile England, Schottland,
Wales und Nordirland sollen nun eine endgültige Empfehlung aussprechen, die neben der individuellen Gesundheit auch weitere Gesichtspunkte wie die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs einbezieht. (Quelle: TSP, 04.09.21)


Corona-Zeit: Rekordzahl von Niederländern mit psychischen Problemen

Der Anteil der Niederländer mit psychischen Problemen ist während der Corona-Krise auf einen Höchststand seit Start der landesweiten Untersuchung vor 20 Jahren geklettert. 15 Prozent der Bevölkerung ab 12 Jahren habe sich im ersten Halbjahr 2021 psychisch ungesund gefühlt, teilte die niederländische Statistikbehörde (CBS) am Freitag in Den Haag mit. Am schlechtesten war die Situation bei Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren, von denen ein Viertel angab, sich psychisch nicht in Ordnung zu fühlen. Die Erhebung stützte sich auf Fragen nach Traurigkeit, Nervosität, Niedergeschlagenheit, Ruhe und Glücklichsein. Ungefähr 10 000 Menschen wurden befragt.

Im Vergleich zu Befragungen von 2019 verschlechterte sich die psychische Verfassung der Niederländer während der Corona-Krise zunehmend. 2020 gab demnach ein Viertel der Menschen an, sich öfter einsam zu fühlen als früher. Auch Gefühle wie Angst, Traurigkeit und Stress kamen während der Corona-Krise öfter vor als früher.
(Quelle: TSP, 03.09.21)


Corona-Beschränkungen führten zeitweilig zu verbesserter Luftqualität

Die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Jahr 2020 haben zeitweilig für eine deutlich verbesserte Luftqualität gesorgt. Vor allem in den Ballungsräumen sei die Luftverschmutzung merklich zurückgegangen, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht der UN-Weltwetterorganisation (WMO). Die Feinstaubkonzentration sank demnach in einigen Städten im Frühjahr 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum in den Jahren 2015 bis 2019 um bis zu 40 Prozent.

Nach Aufhebung der meisten Beschränkungen sei allerdings auch die Luftqualität wieder schlechter geworden, hieß es in dem Bericht weiter. „Covid-19 hat sich als eine unerwartete Erfahrung in Bezug auf die Luftqualität erwiesen“, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. Eine Pandemie sei jedoch kein Ersatz für nachhaltige und systematische Maßnahmen, um die Hauptursachen für Umweltverschmutzung und Klimawandel zu bekämpfen.

Allerdings habe die Reduktion von Treibhausgasen wie CO2 auch zur Verringerung schwefelhaltiger Teilchen geführt, die wiederum für die Abkühlung der Atmosphäre sorgen. So habe der geringere Emissionsausstoß zwar zu besserer Luft für die Menschen geführt, aber wohl gleichzeitig auch den Klimawandel vorangetrieben. Der Bericht verwies hierbei auf eine komplexe Verschränkung mehrerer Faktoren.

Zudem stellte die WMO einen Anstieg der Ozonkonzentration fest. Dies ist wahrscheinlich auf die geringeren verkehrsbedingten Stickoxidemissionen zurückzuführen – ein Schadstoff, der das Ozon abbaut. (Quelle: TSP, 03.09.21)



Niederlande verschärfen Einreisebestimmungen für Deutschland

Die Niederlande verschärfen ihre Corona-Einreisebestimmungen für Reisende aus Deutschland. Wie das Auswärtige Amt in Berlin am Freitag mitteilte, müssen Einreisende ab zwölf Jahren ab Montag nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder mit einem PCR- oder Schnelltest negativ getestet wurden. Deutschland gilt für die Niederlande nicht als Hochrisikogebiet, wird ab Samstag aber als „gelb“ eingestuft.

Für Transitreisen durch die Niederlande mit einem Aufenthalt von weniger als zwölf Stunden ist kein PCR-Test erforderlich. Besondere Regelungen gelten jedoch für Transitreisende an Flughäfen. (Quelle: TSP, 03.09.21)


Bordellbesuch in Frankfurt am Main auch mit Antigen-Schnelltest möglich

Ein Besuch von Bordellen in Frankfurt am Main ist auch mit einem negativen Corona-Antigen-Schnelltest möglich. Das entschied das Verwaltungsgericht der hessischen Stadt nach Angaben vom Freitag in einem Verfahren um vorläufigen Rechtsschutz. Eine von den örtlichen Behörden verfügte strengere Regelung, die einen Besuch nur mit negativem PCR-Test erlaubt, ist damit hinfällig.

Laut Gericht haben die örtlichen Behörden nicht die Kompetenz, die von der hessischen Landesregierung per Corona-Allgemeinverfügung zentral aufgestellten Vorgaben eigenmächtig zu verschärfen. Diese enthalte „eine abschließende Regelung zu Prostitutionsstätten und ähnlichen Einrichtungen“. Landesweit gilt in dem Bundesland für Besuche in Bordellen eine 3G-Regel. Kunden müssen einen negativen Test vorlegen, sofern sie nicht bereits geimpft oder genesen sind.

Der Beschluss gilt zunächst nur für die betroffenen Parteien, es war kein Normenkontrollverfahren. Eine Beschwerde dagegen ist binnen zwei Wochen beim hessischen Verwaltungsgerichtshof möglich. (Quelle: TSP, 03.09.21)


UN: Mehr Menschen sterben durch verschmutzte Luft

Verschmutzte Luft führt laut den UN zu immer mehr Todesfällen. Rund 4,5 Millionen Menschen seien im Jahr 2019 durch Krankheiten infolge des Einatmens verunreinigter Luft gestorben, teilte die Weltwetterorganisation (WMO) am Freitag in Genf mit. Im Jahr 1990 seien es 2,3 Millionen Todesfälle gewesen.

Zum „Welttag der sauberen Luft für einen blauen Himmel“ (7. September) rief die WMO die Länder auf, die Luftverschmutzung energisch zu drosseln. Dadurch würden Menschenleben gerettet und der Klimawandel abgebremst.

Während der Corona-Pandemie sei infolge der Lockdowns, Betriebsschließungen und Reisebeschränkungen weniger Luftverschmutzung gemessen worden, hielt die WMO fest. Die Pandemie sei somit zu einem ungeplanten Experiment geworden, dass zu „vorübergehenden lokalen Verbesserungen“ der Luftqualität geführt habe.(Quelle: TSP, 03.09.21)


Serbien, Albanien, Japan und Sri Lanka ab Sonntag Hochrisikogebiete

Die Bundesregierung stuft Serbien und Albanien von Sonntag an als Hochrisikogebiete in der Corona-Pandemie ein. Auch Aserbaidschan, Guatemala, Japan, die Palästinensischen Gebiete und Sri Lanka fallen dann in diese Kategorie, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Dagegen gilt Kuwait dann nicht mehr als Hochrisikogebiet.

Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, müssen für zehn Tage in Quarantäne. Erst nach fünf Tagen können sie sich mit einem negativen Test davon befreien.

Für die Einstufung sind – anders als früher – nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage. ((Quelle: TSP, 03.09.21)


Zwei Drittel der Franzosen sind vollständig geimpft

Zwei Drittel der Menschen in Frankreich sind inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft, 72,3 Prozent haben eine erste Impfdosis erhalten. Parallel dazu sinkt die Zahl der Klinikeinweisungen von Corona-Patienten und die Sieben-Tage-Inzidenz ist rückläufig, teilten die Gesundheitsbehörden am Freitag in Paris mit. Dies gilt auch für die von Deutschland als Hochrisikogebiet eingestuften Regionen Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d’Azur sowie die Insel Korsika. Angespannt bleibt die Lage in den französischen Überseegebieten. Auch unter den Beschäftigten im Gesundheitsbereich, die von einer Impfpflicht betroffen sind, stieg die Quote weiter an.

Eine landesweite Impfaktion an diesem Wochenende richtet sich unterdessen an die rund zehn Millionen Menschen in Frankreich, die die Möglichkeit zu einer Impfung noch nicht genutzt haben. Sämtliche Impfzentren sind ohne Termin zugänglich, auch in einer Großzahl von Einkaufszentren kann man sich impfen lassen. Nach Ferienende läuft auch in den Schulen eine Impfkampagne an, vom 30. September an müssen in Frankreich auch Jugendliche ab 12 Jahren für den Besuch vieler Einrichtungen einen Gesundheitspass zum Nachweis von Impfung, Test oder Genesung vorlegen. ((Quelle: TSP, 03.09.21)


Russland bekommt neue Stadt mit Namen Sputnik

Der erste Satellit im Weltall war Namensgeber für den weltweit ersten Corona-Impfstoff Sputnik V. Nun will Russland eine komplett neue Stadt bauen, die ebenfalls Sputnik heißen soll. Eine entsprechende Vereinbarung ist am Freitag beim Wirtschaftsforum in Wladiwostok am Pazifik unterzeichnet worden, wie das zuständige Ministerium für die Entwicklung des Ostens Russlands mitteilte.

Die Industriestadt Sputnik soll demnach etwa 30 Kilometer von Wladiwostok an der Grenze zu China auf einer Fläche von 925 Hektar entstehen. Rund 300.000 Menschen sollen in Sputnik wohnen.

Sputnik 1 hieß der weltweit erste Satellit, den die Sowjetunion 1957 ins All gebracht hatte – ein Schock für die USA im Wettlauf der Supermächte im Kalten Krieg. Mitte August vergangenen Jahres war es ebenfalls Russland, das als weltweit erstes Land einen Impfstoff gegen das Coronavirus freigab und ihn in Erinnerung an glorreiche Zeiten in der Raumfahrt Sputnik V taufte. Der Impfstoff ist laut russischen Angaben mittlerweile in rund 70 Ländern zugelassen.

Wann die Stadt Sputnik gebaut wird, war zunächst unklar. Die Behörden rechnen damit, dass sich wegen der günstigen Lage unweit des Meeres und des Flughafens von Wladiwostok viele Bauherren finden werden. (Quelle: TSP, 03.09.21)


Hessen weist Inzidenz künftig getrennt nach Geimpften und Ungeimpften aus

Das Land Hessen weist seine tägliche Corona-Inzidenz künftig zusätzlich getrennt nach Geimpften und Ungeimpften aus. Die neue Regel gilt ab Montag, wie das hessische Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Demnach werden neben der Gesamtinzidenz ab der kommenden Woche täglich zusätzlich die Werte für Geimpfte und Ungeimpfte veröffentlicht.

Die Differenz sei groß, erklärte Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne). „Bezogen auf die Altersgruppe ab zwölf Jahren liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in der Gruppe der Ungeimpften heute bei 262,3 pro 100.000 Einwohner, während die Inzidenz der vollständig Geimpften 12,7 pro 100.000 Einwohner beträgt.“ Dem Robert Koch-Institut lag die Inzidenz in Hessen am
Freitag insgesamt bei 103,7. Zu den Ungeimpften sollen Menschen zählen, die gar keinen oder noch keinen vollständigen Impfschutz haben, sowie Menschen, bei denen Angaben dazu fehlen.

Klose rief dazu auf, die Impfangebote wahrzunehmen. „Impfen ist der wichtigste Beitrag zum Selbstschutz, zum Schutz der Nächsten und zum Gemeinschaftsschutz, den jede und jeder erbringen kann“, erklärte er. (Quelle: TSP, 03.09.21)



Italiens Regierungschef Draghi befürwortet Impfpflicht

Eine von Regierungschef Mario Draghi ins Spiel gebrachte mögliche allgemeine Impfpflicht hat in Italien Kritik ausgelöst. Die Chefin der rechtsnationalen Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens), Giorgia Meloni, sagte im Interview der Zeitung „La Stampa“, sie stelle sich auf die Seite der rechten Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini, eine Impfpflicht abzulehnen: „Ich glaube, Salvini hat Recht eine vernünftige Position zu vertreten, die wir mittragen und die von der Mehrheit der europäischen Länder geteilt wird“, erklärte die Politikerin.

Draghi hatte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bejaht, dass er sich vorstellen könne, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die europäische und die italienische Arzneimittelagentur die Impfstoffe nicht mehr als Notfall-Arznei – sprich eine Impfung mit bedingter Zulassung-, sondern als gewöhnliche Arzneimittel mit vollständiger Zulassung festlegen. Der Chef der Sozialdemokraten, Enrico Letta, begrüßte die Aussage Draghis, der am Freitag außerdem seinen 74. Geburtstag feierte.

Der ebenfalls anwesende Gesundheitsminister Roberto Speranza fügte hinzu, dass bereits eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal in Italien bestehe. (Quelle: TSP, 03.09.21)


Grafschafter Zahlen

13 neue Corona-Fälle verzeichnet die Grafschaft Bentheim am Freitag. Das geht aus dem sogenannten Dashboard des Landkreises hervor. Demnach sind am Freitag insgesamt 191 aktuelle Infektionen bekannt. Das Robert-Koch-Institut beziffert den Sieben-Tage-Inzidenzwert auf 66,0. In Quarantäne befinden sich 487 Grafschafter.
Seit Pandemiebeginn sind insgesamt 5774 Covid-19-Fälle gemeldet worden. 5458 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 125.

Zu den Impfungen: Bis einschließlich Sonntag, 29. August, sind in der Grafschaft Bentheim 165.018 Impfungen verabreicht worden, heißt es vom Landkreis. Davon waren 89.085 Erstimpfungen. 83.750 Personen sind bereits vollständig geimpft. Die Zahlen enthalten die Impfungen durch das Impfzentrum sowie Impfungen durch die niedergelassenen Ärzte.

Die 191 aktuellen Corona-Fälle teilen sich wie folgt auf die Kommunen im Landkreis auf (in Klammern die Veränderungen zum Vortag): Bad Bentheim: 20 (0), Emlichheim: 21 (+1), Uelsen: 19 (0), Neuenhaus: 13 (0), Wietmarschen: 6 (-10), Nordhorn: 99 (+3) und Schüttorf: 13 (+1) (Quelle: GN , 03.09.21)


EU-Kommission und Astrazeneca beenden Rechtsstreit zu Impfdosen

Die EU-Kommission und die britische Pharmafirma Astrazeneca haben ihren laufenden Rechtsstreit zur Lieferung von Corona-Impfdosen beigelegt, wie die Kommission am Freitag mitteilte. Damit werde die Lieferung von 200 Millionen ausstehenden Dosen bis März 2022 garantiert. (Quelle: TSP, 03.09.21)


Lokale Inzidenzen:
Lingen(Ems): 48,9 (gestern 48,9)
Meppen: 47,9 (25,4)
Papenburg: 26,6 (26,6)


Weniger Hochschulabsolventen im Prüfungsjahr 2020

Wegen der Corona-Pandemie haben deutlich weniger Menschen die Hochschule abgeschlossen. Im Prüfungsjahr 2020 erwarben nur rund 477.000 Absolventinnen und Absolventen einen Abschluss an den deutschen Hochschulen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Das waren sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Mit einer Ausnahme im Jahr 2018 war die Zahl der Hochschulabschlüsse seit 2001 kontinuierlich gestiegen. (Quelle TSP, 03.09.21)


Offenbar vorerst nur Biontech-Wirkstoff bei US-Booster-Impfungen

Bei einer von der US-Regierung für September geplanten Kampagne für Auffrischungsimpfungen könnte einem Insider zufolge zunächst ausschließlich der Impfstoff von Pfizer und Biontech zum Einsatz kommen. US-Rivalen der beiden Pharmakonzerne seien dafür mit ihren Zulassungsanträgen noch nicht weit genug, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Johnson & Johnson hat noch gar keine Genehmigung beantragt. Moderna reichte am Freitag letzte Daten ein. Ursprünglich war geplant, ab 20. September 100 Millionen Auffrischungsimpfungen zu verabreichen. Die Kampagne startet dem Insider zufolge nun in kleinerem Umfang. (Quelle: TSP, 03.09.21)


3G-Regel greift nun auch im Landkreis Cloppenburg

Im Landkreis Cloppenburg gilt von Sonnabend an die Warnstufe 1. Das teilte jetzt die Kreisverwaltung mit. Am Donnerstag hatte der Kreis den fünften Tag in Folge die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 überschritten. Damit gilt nun die 3G-Regel: Danach dürfen nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete beispielsweise in geschlossene Restauranträume gehen, an größeren Versammlungen teilnehmen oder in Hotels übernachten. Ähnliche Regeln gelten bereits in anderen Kreisen, beispielsweise in Cloppenburgs Nachbarkreis Vechta.
(Quelle: NDR, 03.09.21)


Niedersachsen und Corona

Am Freitag, 3. September, hat das Robert Koch-Institut 1.136 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Es gibt vier neue Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt somit bei 5.859. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt auf 64,6 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 60,8 Fälle). (Quelle: NDR, 03.09.21)


Deutschland-Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen lag sie bei 80,2 – am Vortag hatte der Wert bei 76,9 gelegen, vor einer Woche bei 70,3. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 14.251 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.10 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.029 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 45 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 14 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.984.353 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz der Neuinfektionen war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie die Zahl der Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Hospitalisierungs-Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Aufnahmen von Covid-19-Patienten in stationäre Behandlung je 100.000 Einwohner in sieben Tagen gemeldet wurden. Am Donnerstag gab das RKI den Wert im Lagebericht mit 1,74 an (Vortag 1,81). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen.

Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz erfolgt nach RKI-Angaben auf Basis des Meldedatums an das lokale Gesundheitsamt. Zwischen einer Infektion und der Krankenhauseinweisung vergehen demnach im Schnitt etwa zehn Tage, die Hospitalisierungs-Inzidenz spiegelt die Infektionslage also merklich verzögert wider.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 3.757.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.301. (Quelle: RKI, 03.09.21)


Großraum Sydney: Rekordinfektionen trotz Lockdown

Trotz eines seit zehn Wochen andauernden strikten Lockdowns meldet der australische Bundesstaat New South Wales weiter Corona-Rekordzahlen. Am Freitag verzeichneten die Behörden in der Region an der Ostküste 1431 neue Fälle und zwölf Tote in Verbindung mit Covid-19 – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Besonders betroffen ist die Metropole Sydney. Wahrscheinlich werde der Höhepunkt der bisher schwersten Virus-Welle in den nächsten 14 Tagen erreicht, sagte Regional-Premierministerin Gladys Berejiklian.

Gleichzeitig wurden die Beschränkungen in Teilen des bevölkerungsreichsten Bundesstaates leicht gelockert: Die Bürger dürfen nun wieder länger als eine Stunde am Tag Sport im Freien treiben. Mehr als 36 Prozent der rund acht Millionen Einwohner von New South Wales sind mittlerweile nach Behördenangaben vollständig geimpft. (Quelle: Tagesschau, 03.09.21)


Impfmüdigkeit begünstigt vierte Pandemie-Welle

Von Ende Juli bis Ende August legte die Impfquote in Deutschland nur noch um rund zehn Prozent zu. Das war bisher das geringste Wachstum in den Sommermonaten. Regional klaffen die Werte dabei weit auseinander. Die Spanne bei vollständig geimpften Menschen reichte Anfang September von 52 Prozent in Sachsen bis zu 71 Prozent in Bremen, wie es in dem RKI-Bericht. Am besten durchgeimpft ist nach den jüngsten Daten der Nordwesten der Republik, am wenigsten Zuspruch finden die Angebote neben Sachsen in Brandeburg (55,2) und Thüringen (56 Prozent).

Insgesamt kommt die Impfquote damit längst nicht an die Werte heran, die das RKI im Juli als wünschenswert erachtete. Nach der damals entworfenen Modellierung müssen mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein, damit eine ausgeprägte vierte Welle mit vollen Intensivstationen im Herbst und Winter unwahrscheinlich wird. (Quelle: TSP, 03.09.21)


USA liefern zwei Millionen Impfstoff-Dosen nach Kenia und Ghana

Die USA liefern im Rahmen des weltweiten COVAX-Hilfsprogramms mehr als zwei Millionen Dosen des Moderna-Impfstoffs nach Kenia und Ghana. Wie ein Sprecher des Weißen Hauses mitteilt, schickten die Vereinigten Staaten 880.320 Dosen nach Kenia, womit sich die Gesamtzahl der an das afrikanische Land gesandten Dosen auf knapp 1,76 Millionen belaufe. Etwa 1,2 Millionen Impfdosen gingen an Ghana. Der westafrikanische Staat habe damit ersten Mal eine Impfstoff-Lieferung aus dem USA erhalten, so der Sprecher. ((Quelle: TSP, 03.09.21)


Neuseeland erfolgreich bei Eindämmung des Delta-Ausbruchs

Neuseeland hat einen starken Rückgang bei den Neuinfektionen zu verzeichnen. Wie die Direktorin für Öffentliches Gesundheitswesen, Dr. Caroline McEnlay, erklärt, sei das Land auf dem besten Weg, die Übertragungskette der hochinfektiösen Delta-Variante des Coronavirus zu unterbrechen. Für etwa 1,7 Millionen Menschen in der größten Stadt Auckland gilt nach wie vor ein strenger Lockdown. Im Rest des Landes wurden die Beschränkungen zwar etwas gelockert, Schulen und Büros sowie Cafés, Restaurants und alle öffentlichen Einrichtungen bleiben jedoch weiter geschlossen. (Quelle: TSP, 03.09.21)


Kretschmann hält Beschränkungen für Ungeimpfte für gerechtfertigt

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält bei einem starken Anstieg der Covid-19-Patienten in den Kliniken Einschränkungen für Ungeimpfte für unausweichlich. „Die Nicht-Geimpften sind jetzt natürlich die Träger der Pandemie“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Wenn es bei den Ungeimpften zu hohe Inzidenzen gebe, wirke sich das auf die Krankenhausbelegung aus. Und dann müsse die Politik handeln. „Das hat nichts mit Strafe oder irgendwas durch die Hintertür zu tun, sondern es ist die Erfordernis, die Pandemie im Griff zu behalten. Andere Motive stehen überhaupt nicht dahinter“, sagte Kretschmann. (Foto: CC s.Arcgiv v. 12.4.20; Quelle: TSP, 03.09.21)


Mehr als 24.000 Corona-Erkrankungen trotz Impfung

Bislang sind mehr als 24.000 Menschen in Deutschland trotz vollständigem Impfschutzes an Covid-19 erkrankt. Das geht aus dem jüngsten Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Seit dem 1. Februar seien 24.098 sogenannte Impfdurchbrüche – also symptomatische Coronainfektionen mindestens zwei Wochen nach vollständiger Impfung – registriert worden. Die Effektivität der Impfung bewertet das RKI dennoch als hoch: Sie liege bei Erwachsenen je nach Altersgruppe zwischen 86 und 87 Prozent. (Quelle: RKI, 02.09.21)



RKI-Bericht: Impfquoten steigen kaum noch

In Deutschland macht sich in der Corona-Pandemie zusehends Impfmüdigkeit breit. Der Anteil der vollständig immunisierten Bundesbürger sei mit rund 61 Prozent im Vergleich zur Vorwoche (59 Prozent) weiterhin nur langsam gestiegen, heißt es im jüngsten Wochenbericht der Robert Koch-Instituts vom Donnerstagabend. Von Ende Juli bis Ende August legte die Impfquote lediglich um rund 10 Prozent zu.

Insgesamt kommt sie damit am Ende des Hochsommers nicht an die Werte heran, die das RKI im Juli für wünschenswert erachtete. Nach der damals entworfenen Modellierung müssen mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein, damit eine ausgeprägte vierte Welle mit vollen Intensivstationen im Herbst und Winter unwahrscheinlich wird.

Für den Charité-Virologen Christian Drosten reichen die derzeitigen Impfraten nicht aus. „Mit dieser Quote können wir nicht in den Herbst gehen“, sagte er am Donnerstag dem Deutschlandfunk. Generell könne man sich aus der Pandemie aber herausimpfen.

Regional klaffen die Impfquoten in Deutschland weit auseinander. Die Spanne reichte Anfang September bei vollständig geimpften Menschen von 52 Prozent in Sachsen bis zu 71 Prozent in Bremen, heißt es im Bericht. (Quelle: TSP, 02.09.21)


WHO: Großteil afrikanischer Staaten verfehlt Impfziel

Acht von zehn afrikanischen Staaten werden nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation das „wichtigste“ Ziel nicht erreichen. Wie das Regionalbüro der Organisation im kongolesischen Brazzaville mitteilte, werden voraussichtlich 42 von 54 Ländern es nicht schaffen, bis Ende dieses Monats die am stärksten gefährdeten zehn Prozent ihrer Bevölkerung gegen das Virus zu impfen. Demnach haben neun afrikanische Länder, darunter Südafrika, Marokko und Tunesien, das Ziel bereits erreicht. Drei weitere seien auf dem besten Weg dazu und zwei „könnten es erreichen, wenn sie das Tempo der Immunisierung erhöhen“. „Das Horten von Impfstoffen hat Afrika zurückgeworfen und wir brauchen dringend mehr Impfstoffe“, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti. Nun, da mehr Impfstoffe einträfen, müssten die Regierungen aber auch „genaue Pläne“ zur Verteilung der Mittel vorlegen, damit „schnell Millionen von Menschen geimpft werden können“. (Quelle: Tagesschau, 02.09.21)


Litauen: 70 Prozent aller Erwachsenen geimpft

Mit fast zweimonatiger Verspätung hat Litauen das von Staatspräsident Gitanas Nauseda ausgerufene Impfziel erreicht: In dem baltischen EU- und Nato-Land haben nun 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten. „Ja, wir haben es geschafft!“, schrieb Nauseda auf Twitter. „Wir sind der Rückkehr zum normalen Leben einen großen Schritt näher gekommen.“ Es sei stolz und allen Menschen in Litauen dankbar. Eigentlich sollte das Impfziel bereits am Staatstag am 6. Juli erreicht werden – es war im Januar ausgegeben worden. In Litauen lief die Impfkampagne jedoch mangels Impfstoff zunächst schleppend an und war zuletzt etwas ins Stocken geraten. (Quelle: Tagesschau, 02.09.21)


Lohner Bürgermeister in Quarantäne

Eigentlich wollten die Lohner Christdemokraten in diesen Tagen mit ihrem Bürgermeisterkandidaten und derzeitigen Bürgermeister Manfred Wellen eine politische Fahrradtour unternehmen – doch daraus wird nichts. Am Mittwochabend sagte die CDU die Veranstaltung plötzlich ab. Der Grund: Manfred Wellen befindet sich aktuell in Quarantäne – und zwar freiwillig, sagt er. Seine Kinder besuchen die Kita „Taka-Tuka-Land“ in Lohne und genau dort ist ein Corona-Fall aufgetreten. Die Kinder befinden sich in Quarantäne.
Freiwillig im Homeoffice

Da Manfred Wellen kein Risiko für seine Mitmenschen eingehen will, ist er derzeit nicht im Rathaus anzutreffen. Er arbeitet nun von zu Hause aus. Er nimmt die Situation, wie sie ist: Infolge eines Corona-Falls in der Kita „Taka-Tuka-Land“ befinden sich aktuell 37 Personen in Quarantäne, bestätigt Mareike Wessels, Pressesprecherin des Landkreises Grafschaft Bentheim. Es handele sich um eine infizierte Person.

Ob ein Kind oder eine Betreuungskraft betroffen ist, dazu will sich der Landkreis aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht äußern. Die Personen, die sich in Quarantäne befinden, wurden allesamt auf das Coronavirus getestet. Da die Testergebnisse noch ausstehen, sei noch nicht abzusehen, ob sich jemand angesteckt hat.

Die Kita „Taka-Tuka-Land“ befindet sich in Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und es gibt sie seit 2018. Im Frühjahr 2020 war sie in einen Neubau an der Heinrichstraße eingezogen. Dort wird nun trotz des Corona-Falls weitergearbeitet. „Die Kita ist nicht geschlossen, der Betrieb kann weiter aufrecht erhalten werden“, sagt Wessels.(Quelle: GN, 02.09.21)


Draghi stellt Impfpflicht für alle Italiener in Aussicht

Italien könnte Ministerpräsident Mario Draghi zufolge eine Impfpflicht für alle einführen. Dies werde geprüft, wenn die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) eine reguläre Zulassung für die gegenwärtigen Impfstoffe erteilt habe. Bislang hat die EMA für die Mittel etwa von BioNTech nur eine Notfallzulassung erteilt. Bislang sind gut 70 Prozent der Italiener komplett geimpft. (Quelle: TSP, 02.09.21)


Verein fordert Ende anlassloser Tests in Schulen

Kinder- und Jugendmediziner und andere Experten haben in einem offenen Brief das Ende von anlasslosen Corona-Tests in Schulen und eine „Vermeidung überzogener und unverhältnismäßiger Quarantäneregeln“ gefordert. „Nach monatelangen Schul- und Kita-Schließungen, die mit Abstand zu den längsten in Europa zählen, schuldet die Politik unseren Kindern und Jugendlichen jetzt vor allem eines: Normalität“, heißt es in dem Schreiben.

Initiator ist der Verein „Initiative Familien“. Nach dessen Angaben haben rund 130 Experten der Kinder- und Jugendmedizin, Virologen, Juristen, Psychologen und Vertreter medizinischer Fachgesellschaften den Brief unterstützt und unterzeichnet – darunter der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene.

Die Beteiligten weisen auf psychologische, physische und soziale Folgen für Kinder durch geschlossene Einrichtungen, Kontaktbeschränkungen und Bewegungsmangel in der Vergangenheit hin. Mit Blick auf die verfügbaren Impfungen für Erwachsene heißt es: „Kinder zum Schutz erwachsener Kontaktpersonen weiter einzuschränken, ist nicht mehr zu rechtfertigen“.

Es sei wissenschaftlicher Konsens, dass Kinder und Jugendliche selbst nur in seltenen Fällen schwer durch eine Corona-Infektion erkrankten und in der Regel schnell genesen würden. „Auch die unter Long-Covid diskutierten Symptome treffen Kinder selten und nicht oder kaum häufiger als Gleichaltrige, die nie eine Sars-CoV-2-Infektion durchlaufen haben“, heißt es weiter.

Konkret fordern die Unterzeichner ein Ende der „extrem kostenintensiven und belastenden Testungen bei asymptomatischen Kindern ohne einen konkreten Anlass“ und eine „Gleichstellung aller Kinder und Jugendlichen mit geimpften und genesenen Erwachsenen“. Zudem müssten die Quarantäneregeln auf den Prüfstand. (Quelle: TSP, 02.09.21)


Impfkritischer US-Komiker Joe Rogan an Covid-19 erkrankt

Der bekannte US-Komiker und Moderator Joe Rogan, der sich gegen Corona-Impfungen für junge Menschen ausgesprochen hatte, ist selbst an Covid-19 erkrankt. In einem Instagram-Video sagte der 54-Jährige, er habe am Wochenende nach einer Florida-Reise Fieber und andere Krankheitssymptome entwickelt und sei dann positiv getestet worden.

Er sei daraufhin drei Tage lang mit einer Reihe von Medikamenten behandelt worden – unter anderem mit dem Anti-Parasitenmittel Ivermectin. Dessen Einsatz gegen Covid-19 ist höchst umstritten und wird von den US-Gesundheitsbehörden nicht empfohlen. Die Arzneimittelbehörde FDA hat sogar eine Warnung ausgesprochen, weil viele Menschen sich das Medikament in einer für Rinder gedachten Version kaufen.

Rogan erklärte in seinem am Mittwoch veröffentlichten Instagram-Video, inzwischen gehe es ihm wieder gut: „Ich fühle mich großartig“, sagte der Komiker. „Einen wunderbaren, tief empfundenen Dank an die moderne Medizin, die mich so schnell und leicht da rausgezogen hat.“

Rogan ist Moderator eines der bekanntesten Podcasts der USA. Im vergangenen Jahr sicherte sich die Streamingplattform Spotify laut Medienberichten für 100 Millionen Dollar die Rechte an seiner Sendung. In „The Joe Rogan Experience“ spricht er mit Prominenten, Komikern, Wissenschaftlern, Journalisten und Sportlern über eine große Bandbreite an Themen, darunter Politik, Fitness, Kampfsport, Ufos und Drogen.

Kritiker werfen ihm vor, Verschwörungstheoretikern eine Plattform zu bieten und zur Verbreitung von Falschinformationen beizutragen. In die Kritik geriet Rogan unter anderem, als er im April sagte, junge, gesunde Menschen bräuchten keine Impfung gegen das Coronavirus.

„Wenn du 21 Jahre alt bist und mich fragst: ‚Sollte ich mich impfen lassen?‘, dann sage ich nein“, sagte er in seinem Podcast. „Wenn du gesund bist und die ganze Zeit Sport machst, wenn du jung bist und gut isst, dann musst du dir keine Sorgen machen.“ Ob Rogan selbst gegen das Coronavirus geimpft ist, ist unbekannt.

Seine Äußerungen riefen selbst das Weiße Haus auf den Plan. „Ist Joe Rogan jetzt Arzt geworden, während wir nicht hingeschaut haben?“, fragte spöttisch die Kommunikationsdirektorin von Präsident Joe Biden, Kate Bedingfield, im Nachrichtensender CNN. „Ich bin nicht sicher, dass wissenschaftliche und medizinische Ratschläge von Joe Rogan der produktivste Weg sind, an Informationen (zum Coronavirus) zu kommen.“

(Quelle: TSP, 02.09.21)


Italien und Großbritannien melden steigende Fallzahlen

Die Zahl der Neuinfektionen in Italien und Großbritannien steigt weiter. Das Gesundheitsministerium in Rom gibt 6761 Neuinfektionen bekannt nach 6503 am Vortag. In Großbritannien wurden 38.154 neue Fälle verzeichnet nach 35.693 am Mittwoch. Dagegen ist die Zahl der neu gemeldeten Toten in beiden Staaten rückläufig. (Quelle: TSP, 02.09.21)


Grafschafter Zahlen

Am Donnerstag hat die Kreisverwaltung zwölf weitere Corona-Infektionen für die Grafschaft Bentheim bekannt gegeben. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch-Instituts steigt leicht von 79,8 am Mittwoch auf 81,2.
Die Zahl der aktuellen Corona-Fälle liegt weiterhin bei 190. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 liegt unverändert bei 125. In Quarantäne waren am Donnerstag 437 Grafschafter, vier mehr als am Mittwoch. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie steigt auf 5762. Hier die Ortszahlen: Bad Bentheim: 20 (+1), Emlichheim: 20 (-1), Uelsen: 19 (+1), Neuenhaus: 13 (-1), Wietmarschen: 10 (-1), Nordhorn: 96 (-2) und Schüttorf: 12 (+3). (Quelle: GN, 02.09.21)


Zahl der Corona-Intensivpatienten steigt

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Krankenhäusern steigt dem Divi-Register auf 1160 (Vortag: 1128). Der Wert liegt deutlich unter dem Niveau der vorrangehenden Corona-Wellen, steigt aber seit dem 31. Juli täglich. Das Robert-Koch-Institut nennt zudem eine Hospitalisierungsquote mit 1,74. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen in den vergangenen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner mit einer Corona-Erkrankung in Krankenhäuser eingewiesen wurden. Die Zahl steigt zeitverzögert zu den wachsenden Infektionszahlen, weil schwerwiegende Verläufe der Krankheit zwei bis vier Wochen nach einer Infektion auftreten. (Quelle: TSP, 02.09.21)



„Endlich ohne Maske sehen“

Unter besonderen Corona-Bedingungen hat in Frankreich am Donnerstag landesweit wieder die Schule nach den Sommerferien begonnen. Unter anderem gilt eine Maskenpflicht im Unterricht. Die sei zugegebenermaßen etwas lästig, räumte Präsident Emmanuel Macron in einer Videobotschaft ein. Die Regierung tue aber alles, um den Schulbetrieb so normal wie möglich zu machen.

Von der Zeitung „Le Parisien“ befragte Schüler schilderten ihre Probleme – und für den kleinen Leo stand das eigene Masketragen da nicht oben an. „Mein allergrößter Wunsch? Dass die Lehrerin die Maske absetzt“, gestand er. Im letzten Schuljahr habe er „gar nicht so richtig gesehen, wie sie ausschaut“.

Schwieriger war da schon der Umstand, den die kleine Jade beschrieb. „Ich verstehe überhaupt nicht, was sie sagt, wenn sie zu mir spricht, selbst wenn sie sich bemüht zu artikulieren und lauter spricht“, sagte sie über ihre Lehrerin, die mit Maske unterricht.

Ernsthafte Probleme hin oder her, bei seiner Videobotschaft an die Schüler löste Präsident Macron auch eine Wette ein, die er mit zwei Youtubern geschlossen hatte, die er vor Monaten für einen coolen Clip zum Einhalten der Corona-Regeln gewonnen hatte. Zwischendurch hielt er lachend einen Bilderrahmen mit dem Foto der zwei in die Kamera und verwies auf den inzwischen über 15 Millionen Mal aufgerufenen Song. (Quelle: TSP, 02.09.21)


Im Iran seit Pandemiebeginn mehr als fünf Millionen bestätigte Infektionen

Seit Beginn der Pandemie sind im Iran mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Mit über 30.000 Neuinfektionen in den letzten 24 Stunden sei die Gesamtzahl der Infizierten auf 5.055.512 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Die Zahl der Corona-Toten stieg demnach auf fast 109 .000.

Wegen der deutlich ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus sind in den letzten Wochen die Todes- und Infektionszahlen im Iran drastisch gestiegen. Außerdem kann das Land wegen der Wirtschaftskrise und US-Sanktionen nicht genügend Vakzine einführen. Dementsprechend läuft auch die Impfkampagne nur schleppend voran. Bislang konnten nur elf Prozent der mehr als 83 Millionen Iraner doppelt geimpft werden.

(Quelle: TSP, 02.09.21)


Norwegen bietet Impfungen für 12- bis 15-Jährige – Lockerungen verschoben

Angesichts eines enormen Anstiegs von Corona-Fällen bei Jugendlichen will Norwegen 12- bis 15-Jährigen nun Impfungen anbieten. „Die Situation ist jetzt unberechenbar“, sagte Regierungschefin Erna Solberg am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Oslo, wie unter anderem die Zeitung „Verdens Gang“ berichtete. Wegen Infektionen oder Selbstisolation nach Corona-Kontakt müssten viele Schüler dem Unterricht derzeit fernbleiben. Das müsse sich ändern, betonte Solberg. Der Anstieg der Corona-Fälle war in der vergangenen Woche in der Altersgruppe der 13- bis 19-Jährigen am höchsten ist – die Zahl der Neuinfektionen stieg hier um 174 Prozent.

Zugleich kündigte Solberg an, geplante Lockerungen der Corona-Regeln zu verschieben, bis der Anteil der vollständig Geimpften höher ist. Dann sollen aber alle Einschränkungen aufgehoben werden. Bisher haben 57 Prozent der Erwachsenen beide Dosen erhalten. „Eine weitere Öffnung birgt nun das Risiko einer weiteren Infektion“, sagte die Regierungschefin. „Wir werden dieses Risiko nicht eingehen.“ Wenn mehr Menschen vollständig geimpft sind, könne das Land dann mit erhöhter Wachsamkeit in einen normalen Alltag übergehen.
(Quelle: TSP, 02.09.21)


Linke fordert von Regierung Veröffentlichung der Protokolle der Bund-Länder-Beratungen

Die Linke drängt die Bundesregierung, die Protokolle der Corona-Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten zu veröffentlichen. „Weil das Bundeskanzleramt mauert, prüft die Linksfraktion, wie wir die Herausgabe der Corona-Protokolle auf dem Rechtsweg einklagen“, sagte Parlamentsgeschäftsführer Jan Korte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag in Berlin.

„Die Öffentlichkeit hat ein klares Interesse an den Sitzungsprotokollen, die Bundesregierung kann sich nicht einfach so aus dem Staub machen“, sagte Korte. „Auch nach der Bundestagswahl werden wir für eine Aufarbeitung der Corona-Politik streiten.“

In der AFP vorliegenden Antwort des Kanzleramtes auf eine Linken-Anfrage lehnte die Regierung eine Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle erneut ab. „Eine Auskunft zu vertraulich geführten Gesprächen im Rahmen von Besprechungen der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder liefe auf die Beeinträchtigung der Vertraulichkeit der Beratungen insgesamt hinaus“, schreibt das Bundeskanzleramt. Dieses „berechtigte schutzwürdige Interesse an einem geschützten Willensbildungs- und Entscheidungsprozess“ falle „in den Schutzbereich des Kernbereichs exekutiver Eigenverantwortung“. Er umfasse auch Entwürfe zu Entscheidungen sowie Arbeiten und Beschlüsse zu ihrer unmittelbaren Vorbereitung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe kurz vor den Wahlen „ganz klar Angst vor Öffentlichkeit und versteckt sich hinter einer Paragraphen-Mauer des Schweigens“, sagte der Linken-Abgeordnete Lorenz Gösta Beutin zu AFP. „Besonders in der größten Krise seit Ende des Zweiten Weltkrieges braucht eine Demokratie transparentes Regierungshandeln wie der Fisch das Wasser statt intransparenter Hinterzimmer-Deals.“

Wählerinnen und Wähler würden nicht erfahren, „welche Politiker, Ministerien und Parteien für welche Corona-Entscheidungen, Grundrechte-Einschränkungen, Impf-Strategien und Wirtschaftshilfen verantwortlich sind“, sagte Beutin. Das sei „ein Tiefschlag für die Demokratie in diesem Land“. Wo Protokollverpflichtungen und Geschäftsordnungen fehlten, müssten diese schnellstmöglich eingeführt werden. „Es darf keine Grauzonen im Regierungshandeln geben.“ (Quelle: TSP, 02.09.21)


In Deutschland jetzt rund 61 Prozent vollständig geimpft

Rund 61 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervor (Stand: 11.33 Uhr). Demnach wurden am Mittwoch 264 072 Impfdosen verabreicht. Mehr als 54 Millionen Menschen (65,5 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, 50,6 Millionen (60,9 Prozent) sind vollständig geimpft.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 75,4 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Der Stadtstaat zählt mit 70,8 Prozent auch den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen steht mit 55,2 Prozent Erstgeimpfter und 51,9 Prozent vollständig geimpfter Einwohner am Ende beider Ranglisten.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hatte in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Mittlerweile können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen.(Quelle: TSP, 02.09.21)


Deutscher Fußball-Bund startet Impfkampagne

Mit Bundestrainer Hansi Flick und Nationalmannschaftskapitän Manuel Neuer an der Spitze hat der Deutsche Fußball-Bund gemeinsam mit seinen Regional- und Landesverbänden die Impfkampagne „Schiri, ich hab‘ schon Gelb“ gestartet. „Nur im Team können wir die Corona-Pandemie überstehen – indem jeder für sich und seine Mitmenschen Verantwortung übernimmt. Impfen ist unser sicherster und schnellster Weg zurück zur Normalität. Lasst ihn uns alle gemeinsam gehen“, sagte Flick in einer Verbandsmitteilung vom Donnerstag.

Der DFB wolle auf die Bedeutung des Impfens gegen Corona aufmerksam machen. „Es ist ein Thema, das im Fußball Profis und Amateure gleichermaßen angeht. Jede Impfung schützt nicht nur eine Person mehr, sondern auch deren Umfeld und damit unter anderem den Trainings- und Spielbetrieb“, hieß es in der Mitteilung.

Im Rahmen der Kampagne werden beim WM-Qualifikationsspiel der Deutschen an diesem Sonntag in Stuttgart gegen Armenien zwei Impfbusse am Stadion zum Einsatz kommen. Gespritzt werden dort nach Wahl die Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie Johnson & Johnson.

Beim WM-Qualifikationsspiel der Frauen gegen Serbien am 21. September in Chemnitz wird ebenfalls ein Impfbus vor Ort sein. Weitere Impfaktionen sind für die übrigen Heimländerspiele der Männer, der Frauen und der U21 bis Jahresende in Planung.

„Ich habe mich impfen lassen, weil ich mich und andere schützen möchte und unsere Gesundheit das höchste Gut ist. Damit unser Leben bald wieder so ist wie vor der Pandemie: mit gemeinsamen Begegnungen und Nähe in einer unbeschwerten Atmosphäre“, sagte Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. (Quelle: TSP, 02.09.21)


Israel meldet Höchststand der Neuinfektionen seit Pandemiebeginn

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel ist auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie gestiegen. Es seien 11.187 neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Der neue Höchststand wurde am Tag nach dem Schulbeginn veröffentlicht – Experten hatten davor gewarnt, dieser könnte das Infektionsgeschehen noch weiter befeuern. Es ist der dritte Tag in Folge mit mehr als 10.000 neuen Fällen in Israel. Die Zahl der Schwerkranken ist gleichzeitig stetig gesunken und liegt etwa bei der Hälfte des Wertes von Januar.

Experten betonen, der Impfstoff von Biontech/Pfizer sei weiterhin wirksam bei der Verhinderung von schweren Erkrankungen und Todesfällen. Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner ist die Zahl der Corona-Erkrankungen in Israel in allen Altersgruppen unter den Ungeimpften um ein Vielfaches höher als unter den Geimpften. Dies gilt besonders für Schwerkranke über 60.

Seit Ende Juli verabreicht das Land als erstes weltweit dritte Impfungen gegen Corona, mehr als 25 Prozent der rund 9,4 Millionen Bürger haben diese bereits erhalten. Hintergrund der Entscheidung für eine dritte Impfung sind Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die Effektivität der Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Mehr als 59 Prozent der Bürger sind zweimal geimpft. (Quelle: TSP, 02.09.21)



Lokale Inzidenzen
Lingen(Ems): 48,9 (47,1)
Meppen: 25,4 (31,0)
Papenburg: 26,6 (63,4)



Christian Drosten drängt auf mehr Impfungen:
„Mit dieser Impfquote können wir nicht in den Herbst gehen“

Bundesweit sind nach Angaben des Robert Koch-Institutes bislang fast 61 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Aus Sicht des Virologen Christian Drosten reicht das nicht aus.

„Mit dieser Impfquote können wir nicht in den Herbst gehen“, sagte er im Deutschlandfunk. Gerade angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante sei die nachlassende Impfbereitschaft ein Problem. Regelmäßige Corona-Tests seien für ihn keine Alternative zur Impfung. Sie seien nur ein Behelfsmittel gewesen, solange noch kein Vakzin vorhanden gewesen sei. (Quelle: DLF, 02.09.21)


Virologe Streeck zweifelt an 2G-Regel

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ Skepsis gegenüber der 2G-Regelung geäußert. Negativ Getesteten den Zugang zu Veranstaltungen oder anderen Angeboten zu verwehren sei „weder sozial noch medizinisch sinnvoll“. Streeck äußerte die Befürchtung, dass es dadurch zu mehr Ausbrüchen im privaten Bereich kommen könnte, die dann schwerer nachzuvollziehen und zu kontrollieren seien. „Es ist doch nicht so, dass Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, nur noch frustriert alleine zu Hause sitzen und kein soziales Leben mehr haben“, sagte der Virologe.

In Bezug auf Auffrischungsimpfungen plädierte Streeck dafür, zunächst Ältere und Risikogruppen erneut zu impfen. Bei der restlichen Bevölkerung stehe in Frage, ob die sogenannte Booster-Impfung dringend notwendig sei. „Es gibt keinen belastbaren Hinweis, dass die Wirkung von zwei Impfungen derart nachlässt, dass sie das Hauptziel des Schutzes vor einem schweren Verlauf prinzipiell nicht mehr gewährleisten“, sagte Streeck.

(Quelle: ARD, 02.09.21)


Australien: Steigende Neuinfektionen im Bundesstaat Victoria

Die Gesundheitsbehörden im australischen Bundesstaat Victoria haben binnen eines Tages 176 Neuinfektionen mit dem Coronavirus – der höchste Wert seit etwa einem Jahr. Am stärksten breitet sich die Delta-Variante des Virus in der Metropole Melbourne aus. Die dortige Regionalregierung verlängerte darum den derzeit geltenden Lockdown bis mindestens zum 23. September. Bis dahin sollen 70 Prozent der in der Stadt lebenden Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten haben. Es ist bereits der sechste Lockdown, der in Melbourne aufgrund der Pandemie verhängt wurde. (Quelle: ARD, 02.09.21)


Thailand will wieder mehr Tourismus zulassen

Im kommenden Monat sollen nach den Inseln Phuket und Ko Samui weitere Regionen in Thailand wieder Touristen empfangen dürfen. Wie die Bangkok Post berichtet, sollen die Beschränkungen zunächst ab Anfang Oktober für die Hauptstadt Bangkok und die Provinz Chon Buri mit dem beliebten Badeort Pattaya fallen.

Die Zeitung bezieht sich dabei auf Aussagen des thailändischen Tourismusministers Phiphat Ratchakitprakarn. Auch das kulturelle Zentrum Chiang Mai im Norden und Prachuap Khiri Khan mit dem Ort Hua Hin, der Sommerresidenz der thailändischen Königsfamilie, sollen dann öffnen. Im Laufe des Monats sollen weitere 21 Provinzen des Landes folgen. Voraussetzung sei, dass 70 Prozent der dort lebenden Bevölkerung vollständig geimpft seien. (Quelle: ARD, 02.09.21)



Niedersachsen und Corona

Am Donnerstag, 2. September, hat das Robert Koch-Institut 1.106 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Es gibt keinen neuen Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt somit bei 5.855. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Landesdurchschnitt auf 60,8 Fälle je 100.000 Einwohner (Vortag: 60,2 Fälle). (Quelle: NDR, 02.092.1)


Deutschland-Zahlen

ie Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen ist wieder leicht angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie bei 76,9 – am Vortag lag der Wert bei 75,7. Vor einer Woche betrug er 66,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 13.715 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.10 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.626 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 33 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 21 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.970.102 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz der Neuinfektionen war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie die Zahl der Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Hospitalisierungs-Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Aufnahmen von Covid-19-Patienten in stationäre Behandlung je 100.000 Einwohner in sieben Tagen gemeldet wurden. Am Mittwoch gab das RKI den seit Wochen langsam steigenden Wert im Lagebericht mit 1,81 an. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen.

Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz erfolgt nach RKI-Angaben auf Basis des Meldedatums an das lokale Gesundheitsamt. Zwischen einer Infektion und der Krankenhauseinweisung vergehen demnach im Schnitt etwa zehn Tage, die Hospitalisierungs-Inzidenz spiegelt die Infektionslage also merklich verzögert wider.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 3.750.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.256. (Quelle: RKI, 02.09.21)


Frühere Erkältungen verbessern die Immunreaktion gegen Sars-CoV-2