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Bisweilen mit persönlichen Anmerkungen.

Freitag, 18.06.2021, 14:00 Uhr


Corona-Lage in Russland verschärft sich

Die Corona-Lage in Russland verschärft sich weiter. Moskau meldete am Freitag mit 9056 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert für die Hauptstadt. Damit hat sich dort die Zahl der neuen Fälle innerhalb von zwei Wochen verdreifacht. Bürgermeister Sergej Sobjanin verlängerte deswegen die Alltagsbeschränkungen. Die Maßnahmen sollen nun bis zum 29. Juni gelten. Unter anderem müssen bis dahin Cafes und Restaurants am Abend geschlossen bleiben, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern sind verboten. Auch Fanzonen für die Fußball-Europameisterschaft sollen geschlossen werden.

In Russland wird eine dritte Corona-Welle befürchtet. Die Moskauer Behörden hatten zuletzt von einer massiven Verschärfung der Corona-Lage gesprochen und auf eine Ausbreitung der Delta-Variante des Virus verweisen. Die Delta-Variante, die zuerst in Indien festgestellt wurde, soll aggressiver und ansteckender sein und die anschließende Gesundung nach einer Infektion schleppender.

Die russische Regierung machte für den Anstieg der Infektionszahlen neben neuen Virus-Varianten auch eine gewisse Gleichgültigkeit in der Bevölkerung und eine geringe Impfbereitschaft verantwortlich. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow sagte, die Massenimpfkampagne sei offensichtlich nicht so effektiv verlaufen wie gewünscht. Präsident Wladimir Putin beobachte die Situation genau. Landesweit erhöhte sich die Zahl der Ansteckungen binnen 24 Stunden um 17.262 auf mehr als 5,28 Millionen, wie die Regierung mitteilte. Die Zahl der Todesfälle stieg nach ihren Angaben um 453 auf 128.445. Das Statistikamt weist allerdings eine mehr als doppelt so hohe Zahl aus. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Tokio beginnt mit Impfungen von Olympia-Personal 

Tokio hat am Freitag mit den Impfungen für tausende Freiwillige und Mitarbeiter der Olympischen Sommerspiele begonnen. Alle, die engen Kontakt zu den anreisenden Athleten aus aller Welt haben werden, sollen eine Impfung bekommen. Impfberechtigt sind etwa Beschäftigte im Olympischen Dorf, Flughafenmitarbeiter, Vertreter der Olympischen und Paralympischen Komitees sowie ein Teil der 70.000 Freiwilligen. Das Internationale Olympische Komitee hat insgesamt 40.000 Impfdosen bereitgestellt.

Unklar ist noch immer, ob die Sommerspiele vor Publikum stattfinden werden. Eine Expertengruppe empfahl der Regierung am Freitag Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Kein Publikum zu haben, würde das geringste Ansteckungsrisiko bedeuten“ und wäre damit „ideal“, erklärten sie in einem Bericht an die Regierung sowie das Organisationskomittee. Eine Entscheidung in der Frage wird für die kommende Woche erwartet. Zuschauer aus dem Ausland sind bei den Olympischen Spielen von Tokio ohnehin nicht zugelassen.

Die Olympischen Sommerspiele beginnen am 23. Juli. Die Organisatoren und die japanische Regierung halten an dem Termin fest, obwohl viele Japaner das sportliche Großereignis inmitten der Corona-Pandemie ablehnen. Bislang sind in Japan lediglich sechs Prozent der 125 Millionen Einwohner vollständig geimpft.(Quelle: TSP, 18.06.21)


Israel: Tauschen eine Million Impfdosen mit Palästinensern aus

Israel liefert nach eigenen Angaben rund eine Million Biontech/Pfizer-Impfdosen an die Palästinensische Autonomiebehörde im Westjordanland. Die Impfdosen gegen das Coronavirus würden sonst in Kürze ablaufen, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Regierung am Freitag. Im Gegenzug werde Israel den gleichen Umfang an Dosen aus einer Lieferung von Pfizer für die Palästinenserbehörde im Herbst erhalten. Die Autonomiebehörde bestätigte den Vorgang zunächst nicht.

Israels Regierung schrieb in der Mitteilung, es gebe der Autonomiebehörde die Dosen, weil sein eigener Vorrat den aktuellen Bedarf im Land abdecke. In dem Neun-Millionen-Einwohner-Land sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits knapp 5,5 Millionen Einwohner einfach geimpft, davon rund 5,1 Millionen bereits zweifach. Im Westjordanland und Gazastreifen mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern sind laut Gesundheitsministerium in Ramallah dagegen nur rund 440.000 Menschen einfach geimpft, davon 261.000 bereits zweifach.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sowie US-Abgeordnete hatten Israel vorgeworfen, es helfe den Palästinensern nicht bei deren Impfkampagne. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Spanien hebt Maskenpflicht im Freien auf

Angesichts sinkender Infektionszahlen und fortschreitender Impfungen hebt Spanien die Pflicht zum Tragen einer Corona-Schutzmaske im Freien Ende kommender Woche auf. „Dieses Wochenende wird das letzte mit Masken im Freien sein, denn am nächsten Wochenende werden wir sie nicht mehr tragen“, sagt Ministerpräsident Pedro Sanchez.

Das Kabinett werde am nächsten Donnerstag einen entsprechenden Beschluss fassen, der am 26. Juni in Kraft treten solle. Spanien folgt damit trotz der Sorgen vor einer Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Virus einer ähnlichen Entscheidung in Frankreich. Abgesehen von wenigen Ausnahmen wie etwa beim Sport gilt in Spanien seit dem vergangenen Sommer in den meisten Landesteilen eine Maskenpflicht für alle Menschen, die älter als sechs Jahre sind. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Bundesregierung greift Exporteuren länger unter die Arme

Die Bundesregierung verlängert ihre Corona-Hilfen für die heimischen Exporteure bis Jahresende. „Auch wenn sich die wirtschaftliche Situation in den vergangenen Monaten deutlich verbessert hat, stellt die Corona-Pandemie die Exportwirtschaft weiter vor Herausforderungen“, begründete das Wirtschaftsministerium am Freitag die Entscheidung. „Unternehmen spüren die Belastungen zum Teil zeitverzögert erst jetzt.“ Das Fünf-Punkte-Programm sieht beispielsweise bessere Finanzierungsmöglichkeiten für neue Exportgeschäfte und günstigere Absicherungen für Exportkreditgarantien vor. Es war im Juli 2020 beschlossen worden und sollte eigentlich in diesem Monat enden.

Die deutschen Warenexporte brachen 2020 wegen der weltweiten Corona-Rezession ein. Mit der Belebung der globalen Konjunktur – angeführt von den beiden größten Volkswirtschaften USA und China – stehen die Weichen aber inzwischen wieder auf Aufschwung. Von Januar bis April 2021 wuchsen die deutschen Ausfuhren um 11,1 Prozent rund 445 Milliarden Euro. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Handelsverband will Sonntagsöffnungen bis Jahresende

Der Handelsverband Deutschland (HDE) will die Geschäfte bis Jahresende auch an Sonntagen geöffnet halten. „Das wäre ein klares Signal an die Menschen, dass die Innenstädte wieder offen und die Geschäfte wieder für alle da sind“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Freitag. „Zudem gibt das den Händlern die Chance, wenigstens ein bisschen des während der Lockdowns verlorenen Umsatzes nachzuholen.“ Auch darüber hinaus sollte es verlässlichere Regeln für eine rechtssichere gelegentliche Sonntagsöffnung geben.

In vielen anderen Wirtschaftsbereichen sei eine Sonntagsöffnung vollkommen selbstverständlich, argumentiert der Verband. „In Restaurants und Gaststätten gehört es zum Alltag, dass die Türen auch am Sonntag weit geöffnet sind“, sagte Genth. Genauso sei es bei Theatern, Kinos oder Museen, ebenso an den Fließbändern vieler Fabriken. „Nur beim Einzelhandel muss sonntags im Regelfall alles dicht sein“, sagte Genth. „Das ist längst nicht mehr zeitgemäß.“ Einkaufen diene heutzutage nicht mehr nur der Versorgung, sondern Bummeln und Shopping seien auch ein Freizeitevent. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Grafschafter Zahlen

Am Freitag sind nach Angaben der Kreisverwaltung des Landkreises Grafschaft Bentheim keine neuen Infektionen mit dem Coronavirus in der Grafschaft hinzugekommen. Die Zahl der Ansteckungen seit Beginn der Pandemie beträgt also weiterhin 5.357. In Quarantäne müssen am Freitag noch 149 Grafschafter verbleiben. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion liegt weiterhin bei 123. Als genesen gelten 5.190 Grafschafter.
Das Robert-Koch-Institut beziffert den Sieben-Tage-Inzidenzwert für unseren Landkreis am Freitag auf 16,0. Am Donnerstag lag er bei 16,8. Damit liegt Grafschaft im landesweiten Vergleich auf Platz 3 hinter Delmenhorst (18,1) und Holzminden (17,0). Im benachbarten Emsland liegt die Inzidenz am Freitag bei 4,9.

Von den aktuell 44 Corona-Fällen entfallen 33 (-2) auf die Stadt Nordhorn. (Quelle: GN, 18.06.21)


Landkreistag mahnt: Auf vierte Corona-Welle vorbereiten

Die Corona-Situation in Niedersachsen hat sich entspannt. Trotzdem mahnt der Niedersächsische Landkreistag, die Gefahr sei nicht gebannt. Der Verband hat einen 12-Punkte-Plan zur Vorsorge erstellt.

„Corona ist nicht vorbei“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages (NLT), Hubert Meyer, am Freitag bei der Vorstellung des Plans in Hannover. Dieser Sommer müsse sehr viel stärker als der vergangene genutzt werden, um den Gesundheits- und Katastrophenschutz zu stärken und auf eine mögliche vierte Welle vorzubereiten. Zur Krisenvorsorge hat der NLT zwölf konkrete Vorschläge ausgearbeitet.

Der NLT, der 36 Landkreise und die Region Hannover vertritt, fordert unter anderem Klarheit über die Zukunft der Impfzentren. Deren Finanzierung ist auf Bundesebene noch bis Ende September gesichert – was danach mit den Zentren passiert, ist derzeit unklar. „Falls diese geschlossen werden sollen, muss ein intelligenter Rückbau mit einem Stufenkonzept erfolgen, damit Material und Know-how nicht verloren gehen“, sagte Meyer. Zudem kritisiert der NLT, dass derzeit viele Impfzentren tage- oder stundenweise leer seien, weil sie keinen Impfstoff haben, während gleichzeitig die impfenden Arztpraxen durch den hohen Patientenandrang und die zusätzlichen Termine hoch belastet seien.

Um auf ein möglicherweise wieder erhöhtes Infektionsgeschehen im Herbst schnell reagieren zu können, fordert der NLT zudem Pläne für den Einsatz von zusätzlichem Personal bei der Kontaktnachverfolgung von Infizierten. Auch im Bereich der Notfallkrankenhäuser und der Kurzzeitpflege müssen aus Sicht des NLT angesichts der Personalknappheit in der Pflege detaillierte, landesweite Vorplanungen beginnen. Außerdem empfiehlt der NLT allen Mitgliedern, das Sormas-System in den Gesundheitsämtern zu nutzen. Dafür sei es aber nötig, dass „die seit langem angekündigten Schnittstellen“ zu anderen von den Gesundheitsämtern genutzten Systemen geschaffen werden.

Laut NLT-Geschäftsführer Joachim Schwind erreichen den Landkreistag viele kritische Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen vor Ort zur Krisenkommunikation zwischen Land und Kommunen – insbesondere auch zu den Corona-Verordnungen. Die Landkreise hätten kritisiert, dass sie die Informationen des Landes erst über Pressemitteilungen erhalten hätten, während die Erlasse und Anweisungen zu dem Zeitpunkt noch gar nicht fertiggestellt gewesen seien. Der Niedersächsische Landkreistag schlägt dazu eine umfassende externe Evaluation vor. (Quelle: NDR, 18.06.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen: 3,7 (gestern 3,7)
Meppen: 8,5  (8,5)
Papenburg: 2,6 (5,3)


Niedersachsen und Corona

Am Freitag, 18. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 83 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages drei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.724. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.531 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 5,8 Fälle je 100.000 Einwohner (6,3 am Vortag). (Quelle: RKI, 18.04.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1076 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.52 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2440 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 91 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 102 Tote gewesen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 10,3 an (Vortag: 11,6; Vorwoche: 18,6). (Quelle: RKI, 18.06.21)


Hamburg: Keine Maskenpflicht im Freien mehr

In Hamburg müssen von heute an in den allermeisten Fällen im Freien keine Masken mehr getragen werden. Voraussetzung ist jedoch, dass genügend Abstand gehalten werden kann, wie der Senat gestern mitteilte.

Die Maskenpflicht gelte im Freien nur noch etwa auf Wochenmärkten, in Warteschlangen vor Geschäften, Gaststätten sowie bei touristischen Stadtrundfahrten. In Innenräumen, bei religiösen Veranstaltungen, beim Einkaufen, in Kultureinrichtungen, bei Sportveranstaltungen und jeglichen anderen Events in geschlossenen Räumen muss weiterhin eine medizinische Maske getragen werden – das gilt auch für Schulen. (Quelle: RKI, 18.06.21)


Australien: Wieder Maskenpflicht in New South Wales

Das australische Bundesland New South Wales hat das Tragen von Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln in Sydney wieder zur Pflicht gemacht, nachdem sich immer mehr Menschen mit der hochinfektiösen Delta-Variante des Coronavirus angesteckt hatten. Nach Angaben der Behörden können dennoch geplante Veranstaltungen im Freien unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen statt finden. „Wir wollen nicht, dass die Menschen in Panik geraten, aber gleichzeitig wollen wir, dass jeder in höchster Alarmbereitschaft ist“, sagte die Premierministerin des Bundesstaates, Gladys Berejiklian. (Quelle: Tagesschau, 18.06.21)


Active City Day: Hamburger sind zu Bewegung aufgerufen

In Hamburg soll heute mit dem Active City Day gegen Sportmangel und -müdigkeit während der Corona-Pandemie angegangen werden. Alle Hamburger seien aufgerufen, mit Freude an Bewegung etwas für sich selbst tun, teilte die Innenbehörde mit: Treppe statt Fahrstuhl, Fahrrad statt Auto, eine U-Bahn-Station früher aussteigen und den Rest zu Fuß gehen oder im Homeoffice ein angeleitetes Workout in der Mittagspause einlegen. Insgesamt finden in der ganzen Stadt weit mehr als 100 gemeldete Aktionen statt. „Das ist der Startschuss für einen bewegten Sommer“, sagte Sport- und Innensenator Andy Grote (SPD). (Quelle: NDR, 18.06.21)


Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein sinkt auf 5,5

In Schleswig-Holstein wurden binnen eines Tages 24 neue Corona-Fälle registriert (Vortag: 27; Vorwoche: 32). Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 5,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Vortag: 6,0; Vorwoche: 9,4). Neue Todesfälle gibt es nicht. Die Regionen mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz im Land sind weiterhin die Kreise Pinneberg (11,7; Vortag 13) und Stormarn (9,0; Vortag 9,4). In Dithmarschen liegt die Inzidenz weiterhin bei null – in Flensburg weiter bei 1,1.


Braun rät von Reise zum EM-Finale ab

Kanzleramtschef Helge Braun rät den deutschen Fußball-Fans von einer Reise zu den entscheidenden EM-Spielen ab. „Meine große Sorge ist die sich ausbreitende Delta-Variante in Großbritannien – und London ist ein Austragungsort. Man sollte nicht in Virusvariantengebiete reisen“, sagte der CDU-Politiker in einem Interview dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND).

In der englischen Hauptstadt finden die beiden Halbfinals und das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft statt. (Quelle: TSP, 18.06.21)


Curevac-Vorsitzender sieht Impfstoff zu Unrecht in der Kritik

Die vorläufig geringe Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Curevac steht nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden Franz-Werner Haas zu Unrecht in der Kritik. Kein anderes Vakzin sei an so vielen Virusvarianten getestet worden, sagte Haas im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

„Es ist faktisch eigentlich nicht korrekt, die Zahl der vorläufigen Wirksamkeit unseres Corona-Impfstoffs und die Zahlen zur Wirksamkeit anderer Impfstoffe nebeneinander zu stellen“, sagte Haas. In der Studie zum Corona-Impfstoffkandidaten CVnCov seien 29 Virusvarianten enthalten. Das ursprüngliche Virus, der Wildtyp, spiele kaum mehr eine Rolle. „Die Zahlen zur Wirksamkeit der anderen Impfstoffe sähen vermutlich anders aus, wenn man deren Studien zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt hätte.“ (Quelle: TSP, 18.06.21)


Überblick zur Nacht

  • Wales schiebt die weitere Lockerung der Coronavirus-Beschränkungen um vier Wochen auf, nachdem die Delta-Variante B.1.617.2 des Viraus deutlich angestiegen ist.
  • Deutschland wird Ende dieses Monats seine Grenzen für Nicht-EU-Bürger, die gegen Covid-19 geimpft wurden, wieder öffnen, teilte die Regierung am Donnerstag mit.
  • AstraZeneca kann in Dutzenden armer Länder einen höheren Preis für seinen Covid-19-Impfstoff verlangen, sobald das Pharmaunternehmen entscheidet, dass die Pandemie beendet ist, wie aus einer Kopie seines Vertrags mit der Universität Oxford hervorgeht, die die britische Zeitung „The Guardian“ eingesehen hat.
  • Ein- und Ausreisen in die Metropolregion Lissabon soll an den kommenden Wochenenden verboten werden, womit die portugiesischen Behörden auf einen Anstieg neuer Covid-19-Fälle in der Region um die Hauptstadt reagieren, teilten Regierungsstellen mit.
  • Nepal hat inzwischen die Coronavirus-Infektionen nach seinem größten Corona-Ausbruch, der das medizinische System des Landes überforderte, deutlich reduziert, benötigt aber laut seinem Gesundheitsminister dringend Impfstoffe.
  • Dänemark wird Covid-19-Vakzine an 12 bis 15-Jährige verimpfen, berichtete der Sender TV 2. Die dänischen Gesundheitsbehörden werden dies heute in einer Pressekonferenz über die Verwendung der Impfstoffe bei dieser Altersgruppe bekannt geben.
  • Österreich kündigte an, dass Nacht- und Tanzclubs ab Juli wieder geöffnet sind.
  • Frankreichs Tourismusbranche macht mit der Wiedereröffnung von Disneyland Paris, zwei Wochen nachdem das Land seine Grenzen für geimpfte Besucher aus der ganzen Welt wieder geöffnet hat, einen weiteren Schritt in Richtung Normalität.
    (Quelle: The Guardian, 18.06.21)

Viele Gesundheitsämter nutzten Corona-Kontaktlisten selten

Die Corona-Kontaktlisten in Gastronomie oder bei Friseuren werden von den Gesundheitsämtern in Niedersachsen nur selten angefordert. Das ergab eine Abfrage des NDR in Landkreisen und Städten.

Demnach wurden entsprechende Listen im zurückliegenden Jahr von den meisten Gesundheitsämtern jeweils nur etwa zehnmal angefordert. So zum Beispiel im Landkreis Lüchow-Dannenberg, in Braunschweig und im Landkreis Cuxhaven. Der Heidekreis und die Landkreise Friesland und Ammerland sprechen von vereinzelten oder äußerst seltenen Abfragen. Der Landkreis Osterholz hat Kontakte von Infizierten über entsprechende Listen bisher überhaupt noch gar nicht abgefragt. Die Kontaktlisten gelten seit Monaten als das Mittel, das den Gesundheitsämtern helfen soll, im Falle einer Corona-Infektion die Kontakte des Infizierten schneller zu ermitteln. Auch die Corona-Verordnung sieht die Nutzung der Listen, etwa beim Friseur, in Fahrschulen und in der Gastronomie vor.

Die Gründe für die Zurückhaltung der Kommunen sind unterschiedlich: Der Landkreis Osnabrück verwies gegenüber dem NDR in Niedersachsen darauf, dass die Menschen meist im privaten Umfeld infiziert hätten. Deshalb seien nicht die Listen, sondern die direkten Angaben der Infizierten am wichtigsten.

Ähnlich argumentiert der Landkreis Hameln-Pyrmont: Die Abfragen seien herausfordernd, da es sich zumeist um völlig fremde Personen handele, die den Kontakt zueinander nicht genau beschreiben können. Die Stadt Braunschweig verwies dagegen auf praktische Probleme: Die Listen würden zum Teil unsauber geführt und seien unleserlich, so ein Sprecher.

Besonders häufig hat der Landkreis Hildesheim die Kontaktlisten abgerufen. Rund 1.000 Mal sei dies in der Pandemie erfolgt. Der Landkreis verwies darauf, dass die Angaben essentiell seien – sie würden die Arbeit erheblich erleichtern. Die Region Hannover konnte dagegen keine Zahlen liefern. Ein Sprecher sagte lediglich, dass es häufiger vorgekommen sei, dass derartige Listen angefordert wurden.

Seit einiger Zeit steht vielen Landkreisen und Städten als Mittel zur Kontaktnachverfolgung auch die digitale Luca-App zur Verfügung. Allerdings: Dieser Weg wurde laut NDR Recherchen bislang nahezu gar nicht genutzt. Die Kommunen sind offenbar noch unsicher, wie gut sie die digitalen Daten nutzen können. (Quelle: NDR, 17.06.21)


Extrem viele Neuinfektionen in Großbritannien

Großbritannien verzeichnet den höchsten Anstieg an Neuinfektionen binnen eines Tages seit dem 19. Februar. Die Behörden registrieren 11.007 nachgewiesene Ansteckungsfälle, am Tag zuvor waren es noch 9055. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt um 19, am Mittwoch waren es neun weitere Tote. (Quelle: TSP, 17.0.6.21)


Vier von fünf Erwachsenen in Großbritannien inzwischen geimpft

In Großbritannien sind inzwischen 80 Prozent aller Erwachsenen mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Das teilte das britische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Das Ziel, allen Menschen über 18 Jahren bis zum 19. Juli ein Impfangebot zu machen, sei damit in Reichweite. Der Anteil der Erwachsenen, die beide Impfungen erhalten haben, liegt den Angaben zufolge bei knapp 60 Prozent.

Noch in dieser Woche soll laut Gesundheitsminister Matt Hancock die Impfpriorisierung enden. Alle über 18-Jährigen können dann einen Termin buchen – bislang war die Impfreihenfolge streng nach Risikogruppen gegliedert.

Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante in Großbritannien hat die Regierung die eigentlich für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen bis zum 19. Juli verschoben. Zudem können über 40-Jährige nun bereits nach acht Wochen eine Zweitimpfung erhalten, statt wie bisher erst nach zwölf Wochen. (Quelle: TSP, 17.0.6.21)


Delta-Variante verbreitet sich in Russland

In Russland grassiert den Behörden zufolge die aggressivere Delta-Variante, die zuerst in Indien nachgewiesen wurde. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle steige signifikant, teilt die Verbrauchergesundheitsbehörde mit. In Moskau verschlechtere sich die Situation rapide und unerwartet vermutlich wegen ansteckenderer Virus-Varianten, sagt der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergei Sobjanin. Die Behörden seien dabei, rasch die Anzahl der Krankenhausbetten zu erhöhen, um mehr Covid-19-Patienten aufnehmen zu können. Derzeit gebe es aber ausreichend Kapazität. (Quelle: TSP, 17.0.6.21)


Niedersachsen bei Corona-Erstimpfungen über 50-Prozent-Marke

Niedersachsen hat bei den Erstimpfungen die 50-Prozent-Marke überschritten. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden bisher 4.042.848 Menschen (50,6 Prozent) mindestens einmal immunisiert.

Im Ranking der Bundesländer liegt Niedersachsen damit nun auf Rang sechs. Ganz vorn sind der Stadtstaat Bremen mit einer Impfquote von 55,6 Prozent. Danach folgen Schleswig-Holstein (53,1 Prozent) und das Saarland (53,0 Prozent). Auch in Mecklenburg-Vorpommern liegt die Quote bereits über der 50-Prozent-Marke. In Hamburg haben dagegen erst 46,6 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner mindestens eine Impfung erhalten.

„Das ist ein weiterer Meilenstein für unsere Impfkampagne und ein großer Erfolg“, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Donnerstag. Alle, die noch auf der Warteliste stehen, bitte sie um Geduld. Ab der kommenden Woche würden in den Impfzentren wieder mehr Erstimpfungen durchgeführt, so dass auch die Warteliste der Impfzentren schneller abgearbeitet werden könne, so Behrens. Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass Niedersachsen im Juli voraussichtlich weniger Impfstofflieferungen als geplant bekommt. Behrens zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass im Laufe des Sommers allen ein Impfangebot gemacht werden könne. Ziel sei es, bis zum Herbst eine hohe Durchimpfungsquote zu erreichen.

Niedersachsen hatte im Mai zunächst wieder verstärkt Zweitimpfungen vorgenommen, weil bei vielen bereits geimpften Menschen der Abstand zwischen erster und zweiter Spritze von sechs Wochen bei den Impfstoffen von Biontech und Moderna beziehungsweise zwölf Wochen beim Vektor-Impfstoff von AstraZeneca erreicht war. Dadurch hatte sich das Tempo bei den Erstimpfungen zunächst deutlich reduziert. Bei den Zweitimpfungen nähert sich Niedersachsen langsam der 30-Prozent-Marke. Aktuell liegt die Quote bei 28,0 Prozent. Das sind 2.237.209 vollständig geimpfte Menschen.

Die Impfpriorisierung war am 7. Juni deutschlandweit aufgehoben worden. Jeder kann sich seitdem um ein Impfangebot bemühen. Noch immer sind die Liefermengen der Hersteller beim Impffortschritt der Flaschenhals. (Quelle: NDR, 17.06.21)


Corona in Niedersachsen: Delta-Variante 65 Mal nachgewiesen

65 Menschen haben sich in Niedersachsen bislang nachweislich mit der Delta-Variante des Coronavirus infiziert – 30 mehr als noch vor einer Woche. Das teilte das Landesgesundheitsamt mit.

Auch bundesweit ist die in erstmals Indien entdeckte Mutation auf dem Vormarsch: Im Vergleich zur Gesamtzahl der Infizierten kam sie in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) auf einen Anteil von 6,2 Prozent. Damit bleibe sie weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI). Sie gilt nach Einschätzung von Experten als schneller übertragbar.

Die ersten Fälle der Mutation wurden im Mai in Niedersachsen bekannt. Zuletzt wurde die Delta-Variante bei Menschen im Landkreis Vechta und einer Schule in Hildesheim entdeckt. An dem Gymnasium Himmelsthür hatten sich in der vergangenen Woche mindestens 15 Schülerinnen und Schüler infiziert. Bei einigen wurden die Delta-Variante nachgewiesen. 90 Menschen kamen in Quarantäne.

In Vechta waren am Mittwoch sechs Fälle öffentlich geworden. Zwei Erwachsene werden im Krankenhaus behandelt. In der Region Hannover wurden bislang 19 Ansteckungen mit der Variante nachgewiesen. Das Landesgesundheitsamt erhebt die Zahlen stichprobenartig oder prüft auf Verdacht, ob eine Infektion mit der Variante vorliegt. (Quelle: NLGA/GN, 17.06.21)


Niedersachsen: Schulden der Kommunen in 2020 gestiegen

Der Schuldenstand der Kommunen in Niedersachsen ist in der Corona-Krise spürbar gestiegen. Im Jahr 2020 wuchs er im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent, wie das Landesamt für Statistik am Donnerstag mitteilte. Die Verschuldung belief sich den Angaben zufolge am Jahresende auf eine Summe von rund 12,7 Milliarden Euro. Das sind 1589 Euro pro Kopf der niedersächsischen Bevölkerung.

Während sich die eher längerfristigen Wertpapierschulden und Investitionskredite um 6,6 Prozent erhöhten, nahm der Bestand der Kassen- oder Liquiditätskredite demnach um 0,8 Prozent zu. Im Jahr 2019 wurde für den Posten der Kassen- und Liquiditätskredite noch ein deutlicher Rückgang verzeichnet.

Den Angaben zufolge waren insgesamt elf Gemeinden und Gemeindeverbände in Niedersachsen komplett schuldenfrei: Die Stadt Burgwedel, Wagenfeld, Flecken Steyerberg, Stelle, Scheeßel, Zetel, Moormerland, Dötlingen, der Samtgemeindebereich Baddeckenstedt sowie die gemeindefreien Bezirke Lohheide und Osterheide.

Auf die eher längerfristigen Wertpapierschulden und Investitionskredite entfielen den Angaben zufolge rund 11,4 Milliarden Euro, auf die Kassen- oder Liquiditätskredite rund 1,3 Milliarden Euro. (Quelle: GN, 17.06.21)


Österreich lockert weiter – Sperrstunde fällt weg

In Österreich fallen zum 1. Juli weitere Corona-Beschränkungen. So wird die wegen der Corona-Krise eingeführte Sperrstunde aufgehoben. Damit sei auch die Nachtgastronomie bei zunächst etwas reduzierter Kapazität wieder möglich, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag in Wien. „Es kann getanzt, geheiratet, gefeiert werden“. Die Infektionslage sei deutlich besser als allgemein erwartet, so der Regierungschef mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz von 15.

„Wir können weitere große Schritte in Richtung Normalität machen“, sagte Kurz. In der Gastronomie entfalle die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske nun auch für die Mitarbeiter, erklärte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Das Lächeln einer Servicekraft sei wieder sichtbarer Ausdruck der Gastfreundschaft.

Kunst, Kultur und Sport seien – wie bereits vor einiger Zeit angekündigt – ab 1. Juli wieder in ihrer ganzen Breite zu erleben, sagte Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne). Alle Veranstaltungen seien dann ohne Obergrenzen für das Publikum möglich. Dann würden auch wieder Events mit Stehplätzen erlaubt. Statt einer FFP2-Masken-Pflicht werde im Handel, in Bussen und Bahnen sowie in den Museen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ausreichen.

Weiterhin gilt für den Besuch der Gastronomie oder von Veranstaltungen die sogenannte 3-G-Regel. Das heißt, der Gast muss getestet, genesen oder geimpft sein. Ab 1. Juli müssen sich allerdings nur noch alle testen lassen, die mindestens zwölf Jahre alt sind. Am 22. Juli sollen weitere Erleichterungen in Kraft treten.

Kurz erinnerte daran, dass Österreich beim Impfen deutliche Fortschritte gemacht habe. So sei mehr als die Hälfte der Bevölkerung zumindest einmal geimpft. Auch die Test-Strategie mit etwa 400.000 Tests täglich habe sich bewährt. Die Delta-Variante des Coronavirus könne die Hoffnung auf eine weitere Entspannung der Lage eintrüben, sagte hingegen Oswald Wagner, Vizerektor der Medizinischen Universität Wien. Eine Impfung sorge allerdings auch gegen diese Variante für einen sehr hohen Schutz. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Tageshöchstwerte bei Corona-Neuinfektionen und Toten in Afghanistan

In Afghanistan hat die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen und Toten den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht. Am Donnerstag meldeten die Behörden 2313 neue Fälle und 101 Tote, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In dem Land mit geschätzt rund 37 Millionen Einwohnern erhöhte sich die Gesamtzahl der erfassten Corona-Infektionen damit auf knapp 99.000, mehr als 3900 Menschen starben mit dem Virus.

Die Zahlen sind landesweit zuletzt massiv angestiegen. Anfang Mai wurden noch weniger als 200 neue Fälle binnen eines Tages gemeldet. Es wird angenommen, dass die tatsächliche Anzahl der Infektionen und Toten viel höher ist. In offiziellen Statistiken sind nur Menschen geführt, die in Krankenhäusern sterben, nicht aber zu Hause. Zudem lassen sich viele Menschen mit Symptomen nicht testen.

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hat die Regierung einige Beschränkungen angeordnet, wie die Schließung von Bildungszentren und Hochzeitssälen. Bislang hat das Land mehr als 1,6 Millionen Impfdosen erhalten. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Corona-Regeln für Unternehmen auch im Sommer

Für Unternehmen in Deutschland sollen trotz sinkender Ansteckungszahlen auch über den Sommer einige Corona-Regeln weiter gelten: Die Betriebe müssten weiterhin mindestens zweimal in der Woche ihren Beschäftigten Corona-Tests anbieten und nach wie vor auch bestimmte Hygieneregeln einhalten, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Eine entsprechende Neufassung der Ende Juni auslaufenden Corona-Arbeitsschutzverordnung, die Vorgaben für Flächen, Abstände und Masken am Arbeitsplatz macht, soll nach Heils Angaben am kommenden Mittwoch im Kabinett beschlossen werden. Man könne die Arbeitsschutzregeln mit Blick auf Corona ein Stück lockern, weil die Inzidenzen dies hergäben. „Aber ich sage trotzdem: Vorsicht an der Bahnsteigkante.“ Die Regeln schützten Beschäftigte und würden helfen Betriebe offen zu halten. Durch Tests am Arbeitsplatz behalte man das Infektionsgeschehen im Blick und im Griff.

Die in der Bundes-Notbremse verankerte Homeoffice-Pflicht läuft dagegen am 30. Juni gemeinsam mit der Notbremse aus. Hier ist keine Verlängerung geplant. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte das. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel bezeichnete es in der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitagausgaben) als „absolut unverständlich“, „dass die Union einer Verlängerung der Homeoffice-Regelungen nicht zugestimmt hat“.

Das Risiko sich zu infizieren, sei in geschlossenen Räumen deutlich höher als draußen. Daher mache es Sinn, in den nächsten Monaten nach wie vor an der Pflicht zum Homeoffice festzuhalten, sagte Piel. Erst „wenn nahezu alle Beschäftigten ein Angebot für eine vollständige Impfung gegen Covid-19 erhalten haben, muss neu diskutiert werden“. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Apotheker lehnen geringere Vergütung für Corona-Zertifikate ab

Die Apotheker protestieren gegen eine mögliche Absenkung der Vergütung für die Ausstellung digitaler Corona-Impfzertifikate. „Die Apothekerinnen und Apotheker sind verärgert und verlieren ihr Vertrauen in die Berliner Politik“, erklärte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Regina Overwiening, am Donnerstag in Berlin. Hintergrund sind Berichte, wonach das Bundesgesundheitsministerium plant, die Vergütung von derzeit 18 Euro ab Juli auf nur noch sechs Euro senken will.

Overwiening warnte deswegen vor einer geringeren Bereitschaft der Apotheken in Deutschland, sich an dieser oder anderen Aktionen zu beteiligen. „Wenn die Apotheken keine belastbare Kalkulationsgrundlage und damit keine Planungssicherheit haben, sinkt die Bereitschaft, auch in Zukunft zusätzliche problemlösende Aufgaben zu übernehmen“, erklärte die ABDA-Präsidentin. Sie bezeichnete eine Absenkung des Honorars als „nicht nachvollziehbar“.

Die Apotheken stellen seit Montag digitale Impfzertifikate für Menschen aus, die diese noch nicht direkt bei der Corona-Impfung bekommen haben. „Die Berufsorganisationen haben dafür in den Aufbau einer IT-Infrastruktur investiert, die Apotheken vor Ort haben Personal
abgestellt und zusätzliche Hardware eingesetzt“, erklärte dazu Overwiening.

Sie verwies auch auf den damit verbundenen Aufwand: „Die Ausstellung eines Zertifikates bedeutet zum einen, die Daten zu prüfen, einzugeben und auszudrucken. Zum anderen geben die Apotheken den Menschen viel zusätzliche Unterstützung zur Nutzung der CovPass-App.“ Das digitale Zertifikat ist zwar nicht als Impfnachweis erforderlich, es soll aber beispielsweise das grenzüberschreitende Reisen in der EU erleichtern. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Curevac-Impfstoff enttäuscht vorerst – doch wie geht es weiter?

Der Impfstoffkandidat von Curevac ist deutlich weniger wirksam gegen eine Corona-Erkrankung als erhofft. Es ist fraglich, ob er jemals auf den Markt kommt.


Karlsruhe lehnt AfD-Eilantrag zu EU-Corona-Hilfsfonds ab

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat einen Eilantrag der AfD gegen die Unterzeichnung des deutschen Ratifizierungsgesetzes für den EU-Corona-Hilfsfonds abgelehnt. Da das Gesetz bereits durch den Bundespräsidenten ausgefertigt und im Bundesgesetzblatt verkündet worden sei, habe sich der Antrag erledigt, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte das Gesetz am 23. April unterschrieben, nachdem Karlsruhe einen anderen Eilantrag dagegen abgewiesen hatte. (Az. 2 BvE 4/21)

Die AfD hatte ihre Verfassungsbeschwerde und den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung damals aber schon eingereicht, weswegen nun über Letzteren entschieden wurde. Über die eigentlichen Verfassungsbeschwerden der AfD und des „Bündnis Bürgerwille“ gegen das Gesetz wird in Karlsruhe noch beraten, darum ging es in der aktuellen Entscheidung nicht.

Mit dem sogenannten Eigenmittelbeschluss-Ratifizierungsgesetz stimmte Deutschland zu, dass die EU-Kommission zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bis zu 750 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen kann, die über Zuschüsse und Kredite verteilt werden sollen. Inzwischen ist dieses Vorgehen von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Grafschafter Zahlen

Zwei neue Infektionen mit dem Coronavirus meldete die Grafschafter Kreisverwaltung am Donnerstag. Der Inzidenzwert für den Landkreis bleibt damit nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 16,8. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie beläuft sich weiter auf 123.
In Quarantäne befinden sich am Donnerstag noch 204 Grafschafter. Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie 5.357 Menschen im Landkreis infiziert, 5.186 gelten mittlerweile als genesen. Von den aktuell 48 Corona-Fälle sind 34 (-5) in Nordhorn. (Quelle: GN, 17.05.21)


 

Lokale Inzidenzen
Lingen: 3,7 (gestern 3,7)
Meppen: 8,5  (8,5)
Papenburg: 5,3 (5,3)


Analyse: Zahl der Corona-Infektionen in England steigt wieder stark

Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus steigt die Zahl der Neuinfektionen in England wieder stark an. Einer Datenanalyse im Auftrag der Regierung zufolge lag das Wachstum zwischen dem 3. Mai und dem 7. Juni bei 50 Prozent. Der Zeitraum stimme mit der Verbreitung von Delta überein, teilte das Gesundheitsministerium in London am Donnerstag mit. Treiber seien junge und meist ungeimpfte Menschen.

Daten von 110.000 Schnelltests zwischen 20. Mai und 7. Juni hätten ergeben, dass die Zahl der Fälle sich alle elf Tage verdoppelt, hieß es weiter. Schwerpunkt ist Nordwestengland. Experten setzen allerdings darauf, dass wegen der Impfkampagne die Ausbreitung des Virus wieder verlangsamt wird. Mittlerweile haben mehr als 30 Millionen Erwachsene – gut die Hälfte – die für den vollen Schutz notwendigen zwei Dosen erhalten. Schon in wenigen Tagen dürfen alle über 18-Jährigen sich für eine Impfung anmelden.

Wegen der Delta-Variante, die mittlerweile für mehr als 90 Prozent der Fälle im Land verantwortlich ist, hat die Regierung von Premierminister Boris Johnson die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in England um vier Wochen verschoben. Am Mittwochabend stimmte das Parlament in London dieser „Pause“ mit deutlicher Mehrheit zu. Allerdings stimmten mehr als 50 Abgeordnete von Johnsons Konservativer Partei gegen die Regierung. Sie fordern, dass der bisherige Fahrplan eingehalten wird.(Quelle: TSP, 17.06.21)


Hunderte Ärzte in Indonesien infiziert – Waren mit Sinovac geimpft

In Indonesien haben sich den Behörden zufolge mehr als 350 Ärzte angesteckt, obwohl sie mit dem chinesischen Impfstoff Sinovac geimpft worden waren. Die meisten der Betroffenen hätten keine Symptome, Dutzende der Mediziner müssten allerdings im Krankenhaus behandelt werden, sagt ein Vertreter der Gesundheitsbehörden auf Java. Dort gibt es in einem Bezirk einen Corona-Ausbruch, der von der ansteckenderen Virus-Variante Delta dominiert wird. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Bericht: Mehr Unruhen und weniger Frieden in Zeiten der Pandemie

Die Welt ist nach einem aktuellen Bericht in Zeiten der Pandemie konfliktreicher geworden. Das ist das zentrale Ergebnis des jährlichen Global Peace Index, den das Institute for Economics and Peace am Donnerstag in London für 2020 veröffentlichte. Damit hat sich die Friedenssituation im Schnitt zum neunten Mal in zwölf Jahren verschlechtert.

Der Gründer des Instituts, Steve Killelea, macht die Corona-Pandemie für eine Verschärfung der Lage verantwortlich: „Obwohl das Niveau von Konflikten und Terrorismus im Jahr 2020 insgesamt gesunken ist, haben politische Instabilität und gewalttätige Demonstrationen zugenommen“, so Killelea. „Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden weitere Unsicherheiten schaffen, insbesondere für Länder, die bereits vor der Pandemie Probleme hatten.“ Voraussichtlich werde die Erholung auch sehr unterschiedlich verlaufen. Das könnte das Risiko für eine weitere Vertiefung der Gräben bergen.

Insgesamt registrierte der Global Peace Index zwischen Januar 2020 und April diesen Jahres weltweit mehr als 5000 gewaltsame Ereignisse im Zusammenhang mit der Pandemie. 25 Länder verschlechterten sich in der Kategorie gewaltsame Demonstrationen, während sich nur acht Staaten verbesserten. Am verheerendsten war die Lage in Belarus, Myanmar und Russland, wo Demonstrierende bei Protesten gewaltsam bekämpft wurden.

In den USA nahm im untersuchten Zeitraum besonders stark die Zahl der zivilen Unruhen zu – allerdings nicht nur bedingt durch die Pandemie, sondern auch etwa im Rahmen der „Black Lives Matter“-Proteste oder bei der Erstürmung des Kapitols in Washington – Letzteres allerdings erst im Januar 2021.

Die Mordrate, die Todesfälle durch Terrorismus und auch die Wahrnehmung von Kriminalität ist in sehr vielen Ländern der Welt hingegen deutlich gesunken, wobei es auch hierbei extreme regionale Unterschiede gibt. In Afghanistan, Brasilien, Südafrika und Mexiko etwa gab weiterhin mehr als die Hälfte der Bevölkerung Gewalt als größtes Risiko für die eigene Sicherheit im täglichen Leben an.

Afghanistan gilt in dem Bericht als das am wenigsten friedliche Land der Erde – gefolgt vom Jemen, Syrien, Südsudan und dem Irak. Island wurde dagegen erneut als das friedlichste Land der Welt eingestuft – und verteidigt diesen Platz bereits seit 2008.

Europa als Region bleibt ebenfalls nach diesem Index die friedlichste der Welt. Allerdings hält der Bericht fest, dass auch hier die politische Instabilität zugenommen hat. (Quelle: TSP, 17.06.21)


Corona im Landkreis Vechta: Delta-Variante nachgewiesen

Im Landkreis Vechta ist zum ersten Mal die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden, die bislang als indische Variante B.1.617.2 bekannt war. Wie der Landkreis mitteilte, sind sechs Personen mit der Mutation infiziert. Die zunächst betroffene Person sei zuvor in Afghanistan gewesen. Bei anschließenden Tests sei die Delta-Variante dann bei fünf weiteren Haushaltsmitgliedern festgestellt worden. Da unter ihnen auch ein Schüler eines Gymnasiums in Vechta ist, wird dessen gesamte Klasse am Donnerstag getestet. Der Landkreis hat für die betroffenen sechs Personen Quarantäne angeordnet. (Quelle: NDR, 17.06.21)


Kleiner Überblick am Morgen

  • Japan will  den Coronanotfall in Tokio am 20. Juni und damit einen Monat vor den Olympischen Spielen aufheben. Das gab die Regierung am Donnerstag bekannt, da Berichten zufolge nur 10.000 Zuschauer bei den olympischen Veranstaltungen zugelassen sein würden.
  • Unterdessen gab das deutsche Biotech CureVac NV am Mittwoch bekannt, dass sein Covid-19-Impfstoff in einer Spätphase nur eine Wirksamkeit von 47 % gezeigt hat, das Hauptziel der Studie verfehlt und die potenzielle Lieferung von Hunderten von Millionen Dosen an die Europäische Union in Frage steht.
  • Australien schränkt die Empfehlung für den Impfstoff von AstraZeneca weiter ein. Aufgrund der Bedenken über Blutgerinnsel soll das Vakzin nur noch an Menschen über 60 Jahre verimpft werden, sagte Gesundheitsminister Greg Hunt. Zuvor lag die Schwelle bei 50 Jahren.
  • Die Fluggesellschaft Ryanair und drei britische Flughafenbetreiber wollen die Regierung in London wegen der Quarantäne-Bestimmungen für Reisende verklagen. Ein Gericht solle die Transparenz des Ampel-Systems überprüfen, berichtete die „Financial Times“. Die Regierung müsse offenlegen, nach welchen Kriterien sie Länder in die Kategorien „grün“, „gelb“ und „rot“ einteile, hieß es. Von der Einstufung hängt etwa ab, ob Reisende in Quarantäne müssen.
    (Quelle: The Guardian, 17.06.21)

Niedersachsen und Corona

Am Donnerstag, 17. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 91 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages zwölf weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.721. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.448 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 6,4 Fälle je 100.000 Einwohner (7,4 am Vortag). (Quelle: NDR, 17.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.330 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.34 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3.187 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 105 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 94 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.179 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 11,6 an. Am Vortag hatte sie bei 13,2, in der Vorwoche bei 19,3 gelegen.

Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3.718.955 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.594.700 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,71, am Vortag hatte er bei 0,72 gelegen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 71 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta hat ihren Anteil an den Neuinfektionen in Deutschland binnen einer Woche deutlich gesteigert. Mit 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) bleibe sie aber weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des RKI. In der Woche zuvor (KW 21) hatte der Anteil der Delta-Variante an den untersuchten Proben samt Nachmeldungen noch bei 3,7 Prozent gelegen. Das RKI wertet einmal pro Woche die Anteile der gemeldeten Virus-Varianten aus, die als besorgniserregend eingestuft werden.(Quelle: RKI, 17.06.21)


Immunologen fordern Vorbereitungen auf Delta-Variante

Immunologen haben die Politik aufgefordert, sich angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante insbesondere an den Schulen intensiv auf eine neue Corona-Welle im Herbst vorzubereiten. „Es ist fest davon auszugehen, dass spätestens im Herbst die Delta-Variante die dominierende Variante in Deutschland sein wird“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), Carsten Watzl, der „Augsburger Allgemeinen“. „Wenn sehr viele Kinder nicht geimpft sind und die Delta-Variante im Herbst kommt, droht in den Schulen wieder ein stärkeres Ausbruchsgeschehen.“ Man müsse sich daher schon jetzt an Konzepte wie Luftfilter machen, um nicht im Herbst wieder die Schulen zumachen zu müssen. Watzl verwies darauf, dass der Anstieg der Inzidenzzahlen in Großbritannien größtenteils auf Schulkinder zurückgehe, für die es zum Teil noch gar keine Impfstoffe gebe. (Quelle: BR, 17.06.21)


UN: Deutschland bremst Pandemie-Bekämpfung

Nach Einschätzung der UN-Entwicklungsorganisation UNDP bremsen Deutschland und andere Länder die Bekämpfung der Corona-Pandemie, indem sie eine Freigabe von Patenten für Impfstoffe blockieren. „Rechte an geistigem Eigentum sind ein Hindernis für eine beschleunigte Verbreitung und Produktion von Impfstoffen“, sagte UNDP-Chef Achim Steiner der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe bei Vorstößen wie jenem zur Patent-Freigabe zwar immer Bedenken, doch „Risiko ist kein Grund, jetzt nicht zu handeln“, so Steiner. Die Freigabe von Patenten müsse als eine von mehreren Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um der eklatanten Ungleichheit beim Verteilen der Vakzine zu begegnen. Deutschland hatte sich zuletzt beim G7-Gipfel in Cornwall zusammen mit Großbritannien erneut gegen die Patent-Freigabe gestemmt, die eine lizenzfreie Impfstoffproduktion in Entwicklungsländern ermöglichen könnte.(Quelle: Tagesschau, 17.06.21)


Kritik an Maskenpflicht in Schulen

Angesichts sinkender Inzidenz-Zahlen und der Hitzewelle haben sich Politiker und Experten für ein Ende der Maskenpflicht in Schulen ausgesprochen. „Bei der momentanen Talfahrt der Infektionsrate sollte die Maskenpflicht inzidenzabhängig fallen“, sagte Thomas Fischbach, Chef des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte der „Bild“. „Masken haben eine Schutzfunktion, schränken aber auch ein. Schüler können Mimik und Gestik nicht komplett erkennen, schwitzen und bekommen schlechter Luft“, sagte CDU-Familienpolitiker Marcus Weinberg. Infektologe Peter Kremsner, Leiter der CureVac-Studie, regte ebenfalls an, die Masken „angesichts der derzeit niedrigen Inzidenzen“ wegzulassen. „Vor allem, wenn die Durchimpfungsrate weiter so rapide ansteigt, dass die Eltern und Älteren geschützt sind.“
(Quelle: Tagesschau, 17.06.21)


Rechnungshof kritisiert Beschaffung von Corona-Masken

Der Bundesrechnungshof hat die zentrale Beschaffung damals knapper Corona-Schutzmasken in der Frühphase der Pandemie durch das Bundesgesundheitsministerium kritisiert. Anzuerkennen sei, unter welch hohem Einsatz es im Frühjahr 2020 half, eine Notlage bei der Versorgung im Gesundheitswesen abzuwenden, heißt es in einem Prüfbericht an den Bundestag. Gerügt wird darin aber das „Fehlen einer systematischen Mengensteuerung“. Die aus einer „massiven Überbeschaffung resultierenden Lagerbestände“ und die aufgewendeten Haushaltsmittel und Personalkapazitäten seien „nicht wirtschaftlich für eine wirksame Pandemiebekämpfung eingesetzt“ worden.

Die kontrahierte Gesamtmenge aus allen Beschaffungswegen übersteige mit 5,8 Milliarden Schutzmasken selbst einen vom Ministerium „auf der Grundlage sachfremder Annahmen“ berechneten Jahresbedarf von 4,7 Milliarden Masken noch um 23 Prozent, heißt es in dem Bericht. (Quelle: Tagesschau, 17.06.21)



Impfstoff-Kandidat Curevac verfehlt statistische Ziele

Der Corona-Impfstoffkandidat CVnCoV von Curevac hat bei einer zweiten Zwischenanalyse die statistischen Ziele verfehlt. Das teilte das Tübinger Unternehmen in der Nacht auf Donnerstag in einer Pflichtmitteilung mit. „In einer bislang beispiellosen Umgebung mit mindestens 13 Varianten innerhalb der untersuchten Teilmenge der Studienteilnehmer in dieser Zwischenanalyse erzielte CVnCoV eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades und erreichte damit nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien.“ Die in den USA gehandelte CureVac-Aktie brach im nachbörslichen Handel um zunächst fast 40 Prozent ein.

Erste Analysen hätten gezeigt, dass die Wirksamkeit von der untersuchten Altersgruppe und den Virusstämmen abhänge, hieß es weiter. Das Data Safety Monitoring Board (DSMB) habe ein gutes Sicherheitsprofil bestätigt, die Studie werde bis zur endgültigen Analyse fortgesetzt. Der Impfstoffkandidat der ersten Generation befindet sich im letzten Stadium der klinischen Entwicklung. Eine erste Zwischenanalyse hatte keine Sicherheitsbedenken festgestellt. CureVac arbeitet mit Bayer zusammen. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Impfzentrum in Friesland vergibt kurzfristig 1.200 Impfungen

Wegen eines Fehlers in der Kühlkette hatte der Landkreis Friesland am Mittwoch kurzfristig rund 1.200 Corona-Impfungen zu vergeben. Bereits nach wenigen Stunden waren alle Dosen verimpft.

Deutlich mehr als 1.000 Menschen waren dazu ins Impfzentrum des Landkreises in Roffhausen gekommen. Einige gingen leer aus, hätten darauf aber sehr verständnisvoll reagiert, sagte eine Sprecherin des Landkreises dem NDR Niedersachsen. Der Landkreis hatte am Nachmittag über einen Kühlketten-Fehler informiert und Menschen aus Friesland aufgerufen, die aktuell noch keinen Impftermin für eine Erstimpfung erhalten haben, bis 18.30 Uhr ins Impfzentrum nach Roffhausen zu kommen. Am Ende wurden die Vakzine dort sogar noch zwei Stunden länger verabreicht. Der Zeitraum sei wegen der unterbrochenen Kühlkette eng gewesen, man habe sich aber bei Impfärzten und dem Land Niedersachsen rückversichert, dass die Verabreichung der Dosen auch bis 20.30 Uhr möglich war, sagte die Sprecherin.

Zunächst hatte der Landkreis die Zahl der zur Verfügung stehenden Dosen mit 600 angegeben, die anderen seien anderweitig verplant, hieß es. Verimpft wurden am Mittwochabend allerdings sogar 1.000. Man sei davon ausgegangen, dass nicht so viele Menschen reagieren, so die Sprecherin. Damit kein Impfstoff weggeworfen werden müsse, habe man nach weiteren Abnehmern gesucht. 200 Dosen seien kurzfristig nach Wilhelmshaven gebracht und dort verimpft worden. 400 weitere Dosen wollte der Landkreis für Einsatzkräfte von beteiligten Hilfsorganisationen vorhalten. Dort seien aber keine Impfungen mehr erforderlich gewesen, so die Sprecherin. Daher habe man auch diese Vakzine für angereiste Menschen nutzen können.

Obwohl nun 1.200 Impfdosen des Impfzentrums Friesland außer der Reihe vergeben wurden, soll dies keine Auswirkungen auf anstehende Termine haben. Die Sprecherin betonte, dass keine geplanten Impftermine abgesagt werden müssten. Die betroffenen Charge sei für Zweitimpfungen vorgesehen gewesen, zudem seien darunter zusätzliche Dosen gewesen, die noch gar nicht terminiert waren. „Wir können das so organisieren, dass deswegen nichts ausfallen wird“, sagte die Sprecherin.

Weiter unklar ist, welcher Fehler in der Kühlkette gemacht wurde. Es sei üblich, dass Impfstofflieferungen direkt nach Ankunft entsprechend überprüft werden, so die Sprecherin. Dabei sei festgestellt worden, das die Vakzine nicht durchgängig gekühlt wurden. (Quelle: NDR, 16.06.21)


Überblick am Abend

  • Das britische Abgeordnetenhaus hat mit 461 zu 60 Stimmen dafür votiert, die die Lockerung der Coronavirus-Einschränkungen in England auf den 19. Juli verschieben.
  • In Südafrika haben die Covid-19-neuinfektionen am Mittwoch um 13.246 zugenommen, die höchste tägliche Gesamtzahl seit fünf Monaten, wie die Regierung in Pretoria mitteilte.
  • US-Präsident Joe Biden sagte, China versuche, sich in Bezug auf die Covid-19-Pandemie als verantwortungsvolle Nation zu präsentieren, doch es sei unklar, ob Peking wirklich die Ursprünge des Coronavirus offenlegen wolle.
  • Johnson & Johnson wird sein Lieferziel für Covid-Impfstoffe an die EU für das zweite Quartal voraussichtlich verfehlen, nachdem nach Angaben der Europäischen Kommission Millionen von Dosen für die Verwendung in Europa wegen Sicherheitsbedenken gesperrt wurden.
  • Frankreich und Spanien wollen die Regeln für das Tragen von Gesichtsmasken im Freien zu lockern, eine Entwicklung, die von beiden Ländern auf ihre Covid-19-Impfkampagnen zurückgeführt wird.
  • Melbourne, Australiens zweitgrößte Stadt, wird es ihren 5 Mio Einwohnern ermöglichen, wieder mehr als 24 Kilometer von zu Hause entfernt zu reisen; ab Freitag gilt die Maskenpflicht im Freien nicht mehr.
  • Ursula von der Leyen unterzeichnete die ersten Pläne der EU-Mitgliedstaaten, den Brüsseler Covid-Wiederherstellungsfonds in Höhe von 800 Mrd .
  • Alle Mitarbeiter von Pflegeheimen in England müssen nach einem umstrittenen neuen Gesetz vollständig gegen Coronavirus geimpft werden, teilte die Regierung mit.
  • Codogno, die Stadt, in der Anfang 2020 die erste inländische Übertragung von Covid-19 in Italien nachgewiesen wurde, verzeichnet erstmals seit Februar 2020 keine Infektionen mehr unter ihren Einwohner:innen.
  • Unternehmen in Deutschland sollen ab Ende Juni nicht mehr gezwungen sein, Homeoffice zuzulassen, sagte der Chef des Bundeskanzleramt am Mittwoch in Berlin.
  • Das Taj Mahal ist wieder für die Öffentlichkeit geöffnet;  Indien drängt darauf, die Einschränkungen aufzuheben, um seine Wirtschaft wiederzubeleben. (Quelle: The Guardian, 16.06.21)


📌 Delta-Virusmutation nimmt in Deutschland deutlich zu

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta hat ihren Anteil an den Sars-CoV-2-Neuinfektionen in Deutschland binnen einer Woche deutlich gesteigert. Mit 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) bleibe sie aber weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend. In der Woche zuvor (KW 21) hatte der Anteil der Delta-Variante an den untersuchten Proben demnach noch bei 3,7 Prozent gelegen.

Mit einem Anteil von gut 86 Prozent an den untersuchten Proben löste die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) in der ersten Juniwoche bundesweit weiter den Großteil der Infektionen aus. Ihr Anteil sinkt allerdings langsam. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle. (Grafik: pixabay; Quelle: TSP, 16.06.21)


Niedersachsen bekommt weniger Corona-Impfstoff als erwartet

Die Impfkampagne in Niedersachsen dürfte sich ab Juli verlangsamen. Grund ist, dass angekündigte Liefersteigerungen der Impfstoffhersteller ausblieben.

„Nach dem derzeitigen Stand erhalten wir für die niedersächsischen Impfzentren im Juli wöchentlich nur noch rund 200.000 Impfdosen“, teilte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) nach Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Mittwoch mit. Bislang war Niedersachsens Gesundheitsministerium demnach von mindestens 235.000 Dosen pro Woche ausgegangen.

„Wir hatten uns gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden und anderen Bundesländern zuletzt für eine Erhöhung der Liefermenge ausgesprochen und sind dementsprechend enttäuscht“, sagte Behrens. Erwartet werde nun eine Erklärung der Impfstoffhersteller, warum die angekündigten Liefersteigerungen weiter ausblieben. „Mit Blick auf den Herbst können wir uns weitere Verzögerungen bei der Impfkampagne nicht erlauben.“

Wie es mit den Impfzentren, für deren Erhalt sich die niedersächsische Landesregierung zuletzt ausgesprochen hatte, weitergeht, soll nun eine Arbeitsgruppe beraten. „Diese Arbeitsgruppe wird nun prüfen, in welchem Umfang und unter welchen Voraussetzungen die Impfzentren auch über den September hinaus noch gebraucht werden“, sagte Behrens. Erfreulich sei, dass der Bund hierzu seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt habe. (Quelle: NDR, 16.06.21)


Rekord bei Paketsendungen erreicht

Wegen der Corona-Pandemie sind im vergangenen Jahr soviele Pakete vesandt worden wie nie zuvor. Wie der Bundesverband Paket und Expresslogistik mitteilte, wurden 2020 gut vier Milliarden Sendungen transportiert. Das seien 400 Millionen mehr gewesen als 2019. Das Wachstum sei mit 10,9 Prozent erstmals seit 20 Jahren zweistellig ausgefallen. Bei Umsatz verzeichnete die Paketbranche demnach ein Plus von 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 23,5 Milliarden Euro. Bei den Unternehmen waren 2020 insgesamt mehr als 255.000 Mitarbeiter beschäftigt. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Arzt bietet Abi-Jahrgang aus Osnabrück Corona-Impfung an

Der Abitur-Jahrgang eines Osnabrücker Gymasiums hofft auf einen vergleichsweise normalen Schulabschluss. Der Vater eines Schülers hat angeboten, die jungen Erwachsenen gegen Covid-19 zu impfen.

„Die Schüler waren immer außen vor und kommen zu kurz“, sagte der Allgemeinmediziner Christian Albrecht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Organisiert wurde die heutige Impfaktion von den Schülerinnen und Schülern des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums selbst. Insgesamt 80 Impfungen sind für heute geplant. Albrecht zufolge werde der Impfstoff niemandem „weggenommen“. Alle über 60-Jährigen Patientinnen und Patienten seiner Praxis seien bereits geimpft, sagte der Arzt der NOZ. Darüber hinaus habe er diese Woche deutlich mehr Impfstoff erhalten als erwartet. Der Kühlschrank sei im Moment voll. (Quelle: NDR, 16.06.21)


Großbritannien: Höchster Wert an Corona-Neuinfektionen seit Februar

Die Delta-Variante des Coronavirus treibt die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien weiter deutlich in die Höhe. Am Mittwoch meldeten die Behörden 9.055 neue Fälle – das waren etwa 1.380 mehr als am Vortag und der höchste Tageswert seit Februar. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die noch Anfang Mai unter 20 lag, stieg mittlerweile wieder auf deutlich mehr als 70 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Wie schnell sich das Virus derzeit ausbreitet, zeigt die Gesamtzahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage: 55.216 Fälle zwischen dem 10. und 16. Juni bedeuten ein Plus von fast einem Drittel im Vergleich zur Vorwoche. Experten gehen zudem von einer Dunkelziffer in etwa gleicher Höhe aus. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen nahm im Wochenvergleich sogar um 40 Prozent zu.

Wegen der Ausbreitung der zuerst in Indien entdeckten Delta-Variante hat Premierminister Boris Johnson die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in England um vier Wochen verschoben. Die Regierung mahnt die Bevölkerung zur Vorsicht, will die bisher gelockerten Regeln aber nicht zurücknehmen und nun spätestens am 19. Juli alle Restriktionen beenden. Bis dahin soll das Impfprogramm noch einmal Fahrt aufnehmen. Bisher wurden 57,8 Prozent der Erwachsenen die für den vollen Schutz notwendigen zwei Impfdosen verabreicht. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Maskenhersteller rechnen mit Nachfragerückgang

Die Hersteller von Atemschutzmasken rechnen für die kommenden Wochen mit einem Einbruch der Nachfrage, gehen aber weiterhin von einem erhöhten Bedarf aus, wie „Handelsblatt“-Umfrage unter den führenden Maskenproduzenten ergibt. Die Hoffnung der Unternehmen auf stabile Geschäfte ruht demnach auch auf dem erhöhten Hygienebewusstsein der Menschen. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Gesundheitsminister halten in den Ferien an Testpflicht für Flugreisende fest

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich auch für die Ferienzeit auf ein Festhalten an der generellen Testpflicht für Flugreisende verständigt. Flugreisende aus dem Ausland müssen sich damit auch in der Hauptreisezeit vor dem Abflug nach Deutschland testen lassen, wie die Gesundheitsministerkonferenz bei einem Treffen in München entschied. Im Straßen- und Bahnverkehr werde es im Grenzbereich zudem verstärkt Kontrollen geben.

Außerdem verständigten sich die Ländergesundheitsminister mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) darauf, dass das flächendeckende zweimalige Testen pro Woche in Schulen und Kitas aufrecht erhalten bleiben soll. Über den Sommer solle zudem ein Konzept erarbeitet werden, auch die kostenlosen Bürgertests gegebenenfalls im Herbst und Winter fortzusetzen. Unternehmen werden verpflichtet, ihren in Präsenz arbeitenden Mitarbeitern zunächst bis Ende September regelmäßig ein Testangebot zu machen. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Fast die Hälfte der Deutschen hat Erstimpfung erhalten

In dieser Woche könne die Schwelle überschritten werden, dass mehr als 50 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfung erhalten haben, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Wenn die Lieferungen der Hersteller so wie bisher geplant anhalten, könne man allen Personen, die sich impfen lassen wollen, bis Ende Juli/Anfang August ein Impfangebot machen. Wichtig sei derzeit aber auch die Zweitimpfung, weil nur dann der volle Schutz etwa gegen Virus-Varianten bestehe. Ab September werde der Impfbedarf abnehmen, sagte der CDU-Politiker. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Staatssekretär fordert nach Corona-Krise Neustart im Sport

Einen Neustart im deutschen Sport hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium für die Zeit nach der Corona-Pandemie gefordert. Dafür brauche es allerdings „einen Kraftakt, bei dem sowohl der organisierte Sport als auch alle staatlichen Ebenen mitmachen müssen“, sagte der CSU-Politiker Stephan Mayer am Mittwoch im Podcast des Informationsdienstleisters „Sponsors“.

Seit März 2020 lag der Breitensport meistens still, was zu einem weiter voranschreitenden Mitgliederschwund in den Sportvereinen geführt hat. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte angegeben, bis Ende 2020 über eine Million Mitglieder verloren zu haben.

Mit einem solchen Neustart-Programm soll laut Mayer vor allem das Ziel verfolgt werden, das ehrenamtliche Engagement zu stärken und das Interesse am gemeinnützigen Arbeiten wieder zu erwecken. Das sei nach der Pandemie dringend erforderlich als „Revitalisierungsprogramm für unsere Sportvereine“, sagte er. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Laut Umfrage misstrauen vor allem Sachsen den Corona-Maßnahmen

Impfskepsis, Verschwörungsdenken und Regierungskritik sind einer repräsentativen Studie zufolge in Sachsen stark verbreitet. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede zwischen Nord-, Südwest- und Ostsachsen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie des Mercator Forums Migration und Demokratie an der Technischen Universität Dresden, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Für die Erhebung wurden den Angaben zufolge vom Meinungsforschungsinstitut dimap insgesamt 1.008 Personen über 18 Jahre im Zeitraum vom 10. bis 15. Mai 2021 befragt.

Demnach zeigten sich 42 Prozent der sächsischen Bevölkerung mit dem Corona-Management der sächsischen Landesregierung insgesamt unzufrieden, mit dem der Bundesregierung sogar 50 Prozent, sagte der Politikwissenschaftler und Leiter der Studie, Hans Vorländer. Zugleich sei das Lager der Corona-Kritiker in Sachsen sehr ausgeprägt. Rund 42 Prozent zeigten Verständnis für die Corona-Proteste.

Laut Studie vermuten etwa 44 Prozent der Sächsinnen und Sachsen, dass die Regierung „aus Rücksicht auf die Pharmalobby mögliche Nebenwirkungen und Langzeitschäden der Corona-Impfstoffe“ verschweigt. Immerhin 35 Prozent sind der Meinung, die Regierung nutze die Pandemie als Vorwand, „um die Überwachung der Bürger voranzutreiben“, sagte Vorländer. Außerdem glaube etwa die Hälfte, dass die Gefahr, die vom Corona-Virus ausgeht, in den Medien übertrieben wird.

Die Folgen der Corona-Maßnahmen nimmt Sachsens Bevölkerung vor allem als soziale und psychische Belastung wahr. Einschränkungen würden weniger als wirtschaftlich-finanziell empfunden, hieß es. Bei der Bewertung der Corona-Maßnahmen sind die Sächsinnen und Sachsen gespalten.

Wenn es um die Schließung von Schulen und Kitas, von Läden und Restaurants sowie von Kultur- und Freizeiteinrichtungen geht, halten sich laut Vorländer positive und negative Bewertungen in etwa die Waage. Eine nächtliche Ausgangssperre halte eine deutliche Mehrheit aber für wenig sinnvoll. Die Maskenpflicht hingegen werde mehrheitlich akzeptiert.

Die Impfbereitschaft sei relativ hoch, dennoch zeigten 21 Prozent aller Sachsen wenig oder gar keine Bereitschaft zur Corona-Impfung. Damit liege der Anteil der impfskeptischen Personen im Freistaat über dem Bundesdurchschnitt, sagte Vorländer. Impfskeptiker gebe es vor allem in Ostsachsen. Insgesamt würden sich die Einstellungen zur Corona-Politik aber nicht grundlegend von denen in Gesamtdeutschland unterscheiden.

Die Studie „Covid-19 in Sachsen. Sozialräumliche und politisch-kulturelle Rahmenbedingungen des Pandemiegeschehens“ liefere erstmals repräsentative Ergebnisse hinsichtlich der Einstellung der sächsischen Bevölkerung zu den Corona-Schutzmaßnahmen, hieß es. Hinsichtlich der regionalen Verteilung der coronakritischen Einstellungsmuster ergab sich eine Zweiteilung des Landes: Ostsachsen und Südwestsachsen weisen laut Vorländer in allen Kategorien höhere Werte auf als Nordsachsen und die Großstadtregionen.(Quelle: TSP, 16.06.21)


Randgruppen laut EU-Menschenrechtsbericht auch beim Impfen meist benachteiligt

Benachteiligte Gesellschaftsgruppen sind laut einem EU-Menschenrechtsbericht auch in vielen nationalen Covid-Impfplänen zu kurz gekommen. Die Europäische Agentur für Grundrechte (FRA) in Wien kritisierte am Mittwoch, dass der Fokus auf ältere Menschen, medizinisches Personal und Schlüsselkräfte manchmal den Blick auf andere Risikogruppen verstellt habe.

Laut einem Bericht der FRA, der die Situation Ende April widerspiegelt, waren nur in einem Drittel der EU-Länder Gefangene für Impfungen bevorzugt vorgesehen, obwohl sie wegen ihrer gedrängten Unterbringung einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind. In vielen Ländern war zudem keine Priorisierung für Obdachlose, Geflüchtete, Migranten und Angehörige der Roma vorgesehen. Auch diese Gruppen seien wegen ihrer Lebens- und Gesundheitssituation oft einer größeren Gefahr durch Covid-19 ausgesetzt, betonten die EU-Menschenrechtler.

Nur in Deutschland, Österreich und Rumänien wurden sowohl Obdachlose als auch Gefangene sowie Menschen in Einrichtungen für Geflüchtete als priorisierte Gruppen definiert. Aber auch für Deutschland nannte die FRA Kritikpunkte: Die EU-Agentur zitierte Forderungen verschiedener Organisationen nach einem besseren Impf-Zugang für Migranten ohne Papiere, Gefangene und Sehbehinderte.

Die FRA beschäftigte sich in ihrem Bericht auch mit digitalen Impf-, Test- und Genesungszertifikaten. Die Diskriminierung von Ungeimpften müsse vermieden werden, hieß es: „Negative Tests sollten Menschen dieselben Rechte und Freiheiten ermöglichen wie Impfzertifikate.“(Quelle: TSP, 16.06.21)


EU will strengere Beschränkungen für Einreise aus den USA aufheben

Menschen aus den Vereinigten Staaten und mehreren anderen Ländern können künftig wieder leichter in die Europäische Union einreisen. Das bestätigte die portugiesische Ratspräsidentschaft am Mittwoch nach Beratungen der ständigen Vertreter der EU-Staaten in Brüssel. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Lebenssituation junger Europäer durch die Pandemie verschlechtert

Die Lebenssituation junger Menschen in Europa hat sich durch die Corona-Pandemie offenbar deutlich verschlechtert. Laut der am Mittwoch in Berlin vorgestellten fünften TUI-Jugendstudie „Junges Europa“ veränderte sich das Leben für 52 Prozent der unter 26-Jährigen in der Krise zum Schlechteren. In Deutschland stimmten dieser Aussage 46 Prozent der Befragten zu, in Griechenland waren es sogar 65 Prozent.

In den vergangenen Monaten verloren demnach vier von zehn jungen Europäern zwischen 16 und 26 Jahren ihren Job oder erlitten finanzielle Einbußen. In Deutschland gaben 29 Prozent der Befragten an, von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen gewesen zu sein. In Griechenland waren es sogar 58 Prozent der unter 26-Jährigen.

Der Studie zufolge beschreibt fast jeder zweite der unter 26-Jährigen seinen derzeitigen Gefühlszustand als „müde“, „unsicher“, „genervt“ oder „gestresst“. Die Befragten fühlten sich in allen Lebensbereichen stark belastet. Am schwierigsten fänden junge Menschen jedoch die Beschränkungen im öffentlichen und sozialen Leben.

Wie die Umfrage zeigt, bewerten viele junge Deutsche die Corona-Maßnahmen anders als noch vor einigen Monaten: Während im September noch 52 Prozent der Befragten die Maßnahmen für angemessen hielten, bezeichneten diese 54 Prozent der im April Befragten als nicht ausreichend. Dem EU-Pandemiemanagement stellte die Mehrheit der 16- bis 26-jährigen Europäer ein bestenfalls mittelmäßiges Zeugnis aus.

Die Arbeit der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bewerteten die Befragten grundsätzlich positiv. 42 Prozent aller jungen Europäer bezeichneten Merkels Politik als „eher gut oder sehr gut“. Nur die unter 26-jährigen Griechen waren demnach weniger zufrieden mit der deutschen Bundeskanzlerin – dort gaben nur 23 Prozent eine positive Bewertung für deren 16-Jährige Amtszeit ab. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Grafschafter Zahlen

Die Kreisverwaltung des Landkreises Grafschaft Bentheim hat am Mittwoch fünf weitere Corona-Infektionen für die Grafschaft Bentheim bekannt gegeben. Das lässt den Sieben-Tage-Inzidenzwert wieder leicht steigen. Er liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 16,8 (Dienstag: 16,0). Niedersachsenweit ist das der vierthöchste Wert. Er beruht auf 23 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen.
Die Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie beträgt in der Grafschaft 5.355. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Verbindung mit Corona liegt weiterhin bei 123. Als genesen gelten 5.175 Bürger. In Quarantäne sind aktuell 206 Grafschafter (Dienstag: 199). Von den  aktuell 57 Corona-Fällen sind 39 in Nordhorn. (Quelle: GN, 16.06.21)


 

Lokale Inzidenzen
Lingen: 3,7 (gestern 5,5)
Meppen: 11,3  (8,5)
Papenburg: 5,3 (7,9)


Lauterbach erwartet Probleme durch Delte-Variante im Herbst

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach rechnet damit, dass die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus im Herbst wieder für mehr Ansteckungen in Deutschland sorgen wird. „Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Delta-Variante bekommen werden“, sagte Lauterbach am Dienstagabend in der Fernsehsendung „rbb Spezial“. Bisher tritt die aus Indien stammenden Variante in Deutschland nur in geringem Maße auf.

Eine neue Studie der Oxford-Universität zeige, dass die Saisonalität dieser Variante deutlich ausgeprägter sei als ursprünglich angenommen: Im Sommer sei das Risiko, sich damit anzustecken, viel geringer, erklärte Lauterbach. Sie sei aber deutlich ansteckender, führe zu einem schwereren Verlauf, und sei zum Teil resistent gegen die Erstimpfung. „Aber ich hoffe, dass dann bei uns eben schon so viele doppelt geimpft sein werden, dass es keine so große Welle mehr gibt.“

Vor diesem Hintergrund forderte der Gesundheitsexperte, auch Kindern ein Impfangebot zu machen. „Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit.“ (Foto CC s. Archiv v. 15.6.10; Quelle: TSP, 16.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Mittwoch, 16. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 112 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages drei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.706. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.357 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 7,4 Fälle je 100.000 Einwohner (8,5 am Vortag). (Quelle: NDR, 16.06.21)


Deutschland Zahlen


Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.11 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3.254 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 137 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 107 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.074 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 13,2 an (Vortag: 15,5; Vorwoche: 20,8). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3.717.625 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.590.900 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagnachmittag bei 0,72 (Vortag: 0,77). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 72 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: rKI, 16.06.21)


Schon 52 Corona-Fälle bei der Copa América

Zwei Tage nach dem Auftakt der Copa América gibt es bei dem südamerikanischen Kontinentalturnier bereits Dutzende Corona-Fälle. 52 Fußballspieler und Mitarbeiter seien positiv getestet worden, berichtete die Sportzeitung „Lance“ am Dienstag unter Berufung auf das brasilianische Gesundheitsministerium. Allein in der venezolanischen Delegation hatten sich zuletzt rund ein Dutzend Spieler und Mitarbeiter infiziert.

Die Copa América hatte am Sonntag begonnen. Das südamerikanische Kontinentalturnier war erst von wenigen Wochen nach Brasilien verlegt worden, nachdem Argentinien wegen der zweiten Corona-Welle als Ausrichter abgesprungen war. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol geriet daraufhin in die Kritik, denn auch Brasilien ist noch immer ein Corona-Brennpunkt: Über 17,5 Millionen Menschen haben sich dort nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 490.000 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 bisher gestorben. (Quelle: TSP, 16.06.21)


Landkreise: Weiterbetrieb der Impfzentren denkbar

Der Deutsche Landkreistag kann sich einen Weiterbetrieb der Corona-Impfzentren vorstellen. „Derzeit haben die Impfzentren die wichtige Aufgabe einer breiten Impfung der Bevölkerung. Daher sollte man sie nicht schließen, bevor wir ein ordentliches Impfniveau erreicht haben“, sagte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Bislang können wir noch nicht genau absehen, ob wir die Zentren nicht möglicherweise doch über den 30.9.2021 hinaus brauchen.“

Im März hatte die Gesundheitsministerkonferenz beschlossen, dass der Bund den Betrieb der Impfzentren mindestens bis zum 30. September finanziert. Eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) hatte in der vergangenen Woche ergeben, dass derzeit viele Bundesländer eine Schließung von Impfzentren vorbereiten.

Die Impfzentren sollen nach Ansicht des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek weiter betrieben und staatlich unterstützt werden. „Das System hat sich so bewährt, dass ich jetzt weiter drauf setzen würde bis Ende des Jahres“, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsminister-Konferenz der Länder im ZDF-Morgenmagazin. Dabei sollte auch die finanzielle Hilfe des Bundes weiterlaufen, auch wenn das Impfen in den Zentren teurer sei als in Arztpraxen.

(Quelle: TSP, BR, 16.06.21)


Bisher 230.428 Corona-Tote in Mexiko

In Mexiko wurden nach offiziellen Angaben 4250 Neuinfektionen an einem Tag registriert. Außerdem starben 241 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten laut Gesundheitsministerium auf 230.428. Manche Experten schätzen, dass die tatsächlichen Todeszahlen mindestens 60 Prozent höher sind, weil nicht alle Corona-Toten in der Statistik als solche identifiziert werden. (Quelle: Tagesschau, 16.06.21)


EU nimmt 20 Milliarden Euro für Corona-Hilfen auf

Für die europäischen Corona-Hilfen hat die EU-Kommission die ersten 20 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufgenommen. Dafür wurden zehnjährige Anleihen platziert, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstagabend mitteilte. „Ich freue mich, dass dies sehr großes Interesse geweckt hat. Die Anleihe war sieben Mal überzeichnet“, so von der Leyen. Die Konditionen seien mit weniger als 0,1 Prozent Zinsen sehr günstig. Insgesamt würden dieses Jahr 100 Milliarden Euro aufgenommen. (Quelle: ARD, 15.06.21)


New York hebt Corona-Beschränkungen weitgehend auf

Angesichts der Fortschritte bei der Impfkampagne hebt der US-Bundesstaat New York die herrschenden Corona-Beschränkungen weitgehend auf. Wie Gouverneur Andrew Cuomo am Dienstag sagte, haben in dem Bundesstaat inzwischen 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten. „Das ist das nationale Ziel, und wir haben es früher erreicht als geplant“, sagte Cuomo. „Das bedeutet, dass wir jetzt zu dem Leben zurückkehren können, das wir kennen.“

So fallen unter anderem Kapazitätsbeschränkungen in Restaurants, Kinos, Geschäften, Unternehmen und Sportstätten weg. Vorgaben der Bundesbehörden etwa für öffentliche Verkehrsmittel, Krankenhäuser und Schulen bleiben aber bestehen.

Das Erreichen der 70-Prozent-Marke in dem Bundesstaat sollte am Dienstagabend mit Feuerwerken gefeiert werden, unter anderem am Hafen der Millionenmetropole New York City und an den Niagarafällen. Berühmte Gebäude wie das Empire State Building sollten zudem in den Landesfarben Blau und Gold angestrahlt werden.

New York war im vergangenen Frühjahr das Epizentrum der Corona-Pandemie in den USA. In dem Bundesstaat starben mehr als 42.000 Menschen an den Folgen einer Infektion, 33.000 davon in New York City. In den vergangenen Monaten wurden die strikten Corona-Beschränkungen dann angesichts sinkender Fallzahlen schrittweise gelockert, so wie es auch in vielen anderen US-Bundesstaaten geschieht. So wurden am Dienstag auch in Kalifornien die Corona-Beschränkungen weitgehend aufgehoben.

US-Präsident Joe Biden hat das Ziel ausgerufen, dass bis zum Nationalfeiertag Independence Day am 4. Juli 70 Prozent der Erwachsenen im Land mindestens eine Impfdosis erhalten haben. Eine Reihe von Bundesstaaten hat dieses Ziel bereits erreicht.

Landesweit liegt der Anteil allerdings derzeit bei 64,5 Prozent. Angesichts der hohen Zahl von Impfskeptikern und Impfgegnern ist unklar, ob Bidens Ziel erreicht werden kann.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen und Todesfälle ist in den USA zwar deutlich zurückgegangen. Nach wie vor sterben aber Tag für Tag hunderte Patienten an einer Infektion. Am Dienstag wurde die symbolische Schwelle von 600.000 Corona-Toten seit Beginn der Pandemie überschritten. (Quelle: TSP, 15.06.21)



Lettland erleichtert Einreise mit entsprechenden Nachweisen

Wer bei seiner Einreise nach Lettland nachweisen kann, dass er vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder nach einer Infektion genesen ist, muss ab Mittwoch weder in Quarantäne noch einen Corona-Test vornehmen lassen. Darauf einigte sich die Regierung des Baltenstaates. Zudem müssen Geimpfte oder Genesene bei ihrer Reise nach Lettland keinen triftigen Grund mehr für ihren Aufenthalt angeben. (Quelle: Tagesschau, 15.06.21)


Frankreich drückt bei Ausgangssperre ein Auge zu

Fußball-Fans, die heute in Frankreich in einer Kneipe oder einem Café das EM-Spiel gegen Deutschland mitverfolgen, bekommen für den Weg nach Hause einen kleinen Aufschub. Eigentlich gilt in Frankreich ab 23 Uhr noch die Ausgangssperre. Doch heute wird laut der französischen Sportministerin Roxana Maracineanu eine Ausnahme gemacht und bei Kontrollen werde etwas mehr Toleranz gezeigt. Das gelte aber nicht für große Gruppen, die zudem noch Alkohol trinken würden. (Quelle: Tagesschau, 15.06.21)


Mallorca verschiebt Sperrstunde auf zwei Uhr morgens

Die Party-Insel Mallorca nähert sich im Zuge der guten Entwicklung der Corona-Lage immer mehr der Normalität. Die Sperrstunde für Gastronomiebetriebe und Nachtlokale wird ab Samstagabend auf der spanischen Insel und den anderen Balearen Ibiza, Menorca und Formentera von bisher Mitternacht auf zwei Uhr morgens verlegt. Die neuen Regeln wolle man am Freitag offiziell beschließen, sagte der Sprecher der Regionalregierung, Iago Negueruela, am Dienstagabend vor Journalisten in Palma.

Zudem werden ab Samstag andere Einschränkungen gelockert: In den Außenbereichen von Restaurants, Bars und Cafés dürfen statt wie bisher zehn künftig zwölf Personen an einem Tisch Platz nehmen. Für die Innenbereiche gilt weiterhin die Regelung, dass maximal 50 Prozent der Plätze besetzt werden und maximal sechs Personen an einem Tisch sitzen dürfen. Wirte dürfen ihre Gäste aber wieder auch am Tresen bedienen. Dort sind allerdings neben anderen Auflagen vorerst nur Gruppen von höchstens zwei Personen gestattet.

Diskotheken bleiben auf den Balearen noch mindestens bis Mitte Juli geschlossen. Es gibt weitere Auflagen, wie etwa die Maskenpflicht auch im Freien, die vorerst noch sowohl auf Mallorca, der liebsten Insel der Deutschen, wie auch nahezu überall in Spanien herrscht.

Die Corona-Zahlen gehen in Spanien seit Monaten kontinuierlich zurück. Zuletzt wurden am Dienstag landesweit 43 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen erfasst. Diese Sieben-Tage-Inzidenz beträgt auf den Balearen derzeit sogar nur rund 19. Damit liegt die Region in Spanien nur knapp schlechter als Valencia (ca. 17) sowie Galicien (ca. 18) (Quelle: TSP, 15.06.21)


Sputnik-Zulassung verzögert sich voraussichtlich bis September

Die Zulassung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V in der EU verschiebt sich deutschen Regierungskreisen zufolge „voraussichtlich auf September, vielleicht sogar auf Ende des Jahres“. Der Grund sei, dass der russische Hersteller bislang nicht die nötigen Daten der klinischen Studien bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eingereicht habe, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus Regierungskreisen. Das klinische Dossier habe eigentlich bis 10. Juni vorliegen sollen.

In Deutschland hatten etliche Politiker wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und ostdeutsche Landeschefs einen Einsatz von Sputnik V gefordert – allerdings erst, wenn die Zulassung durch die EMA vorliegt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte bei einem Besuch in Moskau gesagt, dass Deutschland insgesamt 30 Millionen Sputnik-V-Impfdosen habe kaufen wollen – im Juni, Juli und August. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zurückhaltend auf die Äußerung reagiert und früher bereits darauf verwiesen, dass der Hersteller der EMA bisher nicht alle nötigen Daten für eine Zulassung übermittelt habe.

Der russische Staatsfonds RDIF, der Sputnik V vertreibt, lehnte zunächst eine Stellungnahme ab. Von der EMA war vorerst keine zu erhalten. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Lektionen gelernt: EU-Vorbereitung auf nächste Pandemie

Europa will auf künftige Pandemien deutlich besser vorbereitet sein – entsprechende Vorschläge wie das gehen soll, hat die EU-Kommission am Dienstagabend vorgestellt. Als eine der Lehren aus der Corona-Pandemie soll es ab Ende des Jahres einen europäischen Chef-Epidemiologen geben. Damit soll unter anderem die Kommunikation in einer Pandemie verbessert werden. Zudem ist geplant, noch in diesem Jahr ein neues und verbessertes Informationssystem einzuführen. „Wir müssen nun diese Lehren in Veränderungen umwandeln“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen laut einer Mitteilung.

Künftig soll es auch jährlich einen Bericht über den Status von Vorbereitungen geben, zudem wird die Möglichkeit diskutiert, einen EU-weiten Pandemie-Ausnahmezustand ausrufen zu können. Zudem will die EU in der Lage sein, 500 bis 700 Millionen Impfdosen im Jahr zu produzieren, die Hälfte davon während der ersten sechs Monate einer Pandemie. EU-Vizekommissionspräsident Margaritis Schinas betonte, die Lehren bezögen sich nur auf gesundheitliche, nicht auf wirtschaftliche Aspekte.

Noch sind die Ideen nicht beschlossen. Über die Vorschläge der EU-Kommission soll beim kommenden EU-Gipfel Ende nächster Woche gesprochen werden. Neben den Staats- und Regierungschefs sollen auch die Europaparlamentarier mitreden können. Bis Ende des Jahres will die Kommission dann konkrete Ergebnisse vorlegen. (Quelle: TSP, 15.06.21)



Slowenien lässt am Donnerstag Notstand auslaufen

Slowenien lässt nach acht Monaten am Donnerstag den Notstand auslaufen. Damit werden auch die meisten verbliebenen Einschränkungen entfallen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Das Land mit zwei Millionen Einwohnern meldete heute 112 Neuinfektionen und zwei weitere Todesfälle. Etwa 45 Prozent der Erwachsenen haben mindestens eine Impfdosis erhalten, bei 32 Prozent ist die Impfung abgeschlossen. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Neue Corona-Fälle auf Grönland – Flüge aus Nuuk eingestellt

Nach neuen Infektionen im relativ coronafreien Grönland sind alle Flüge aus der Hauptstadt Nuuk eingestellt worden. Schiffe dürfen den Hafen nicht mehr verlassen. Zuvor waren auf der weltweit größten Insel mindestens sechs neue Corona-Fälle entdeckt worden, wie der Rundfunksender KNR und die Zeitung „Sermitsiaq“ (Dienstag) berichteten. Bis zu 200 Menschen, die mit den Infizierten Kontakt hatten, sollen nun getestet werden.

Grönland zählt zum dänischen Königreich, ist aber weitgehend autonom. Monatelang hatten es die Menschen dort geschafft, das Virus bis auf wenige Fälle fernzuhalten. Im Mai gab es dann in Nuuk einige Fälle, weshalb für vier Tage strikte Beschränkungen erlassen wurden. Wie lange Flugzeuge nun aufs Neue am Boden bleiben müssen, ist noch unklar.

Nach Regierungsangaben wurden seit Beginn der Pandemie auf Grönland 49 Infektionen nachgewiesen. Niemand starb daran. Von den etwa 56.000 Einwohnern haben mehr als 21.000 die erste Impfung erhalten. 9400 bekamen bereits eine zweite Spritze. (Quelle: TSP, 15.06.21)


EMA: Ersetzen von Astrazeneca-Vakzin auch bei Senioren wurde nicht nahegelegt

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach ein hochrangiger EMA-Vertreter nahegelegt hatte, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca auch nicht mehr bei Menschen über 60 Jahren einzusetzen. Der Leiter der EMA-Impfstrategie, Marco Cavaleri, sei fehlinterpretiert worden, erklärte die in Amsterdam ansässige EU-Behörde am Dienstag. Es sei weiterhin davon auszugehen, dass der Nutzen des Astrazeneca-Impfstoffs Vaxzevria die Risiken überwiege.

Cavaleri war am Sonntag von der italienischen Zeitung „La Stampa“ zitiert worden, es sei womöglich sinnvoll, auch bei den Menschen ab 60 Jahren das Vakzin von Astrazeneca durch die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zu ersetzen. Dies sei eine „Option, die viele Länder wie Frankreich und Deutschland im Lichte der zunehmenden Verfügbarkeit von mRNA-Vakzinen prüfen“.

Cavaleri sei hier „außerordentlich falsch dargestellt“ worden, schrieb eine EMA-Sprecherin in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP. Er habe nie gefordert, dass der Einsatz des Astrazeneca-Vakzins bei Älteren ausgesetzt werden solle.

„Im Gegenteil – es ist klar, dass das Nutzen-Risiko-Profil bei Personen über 60 Jahren sogar positiver ist und Vaxzevria weiter verwendet werden sollte“, hieß es in der Stellungnahme. „La Stampa“ hat inzwischen eine Klarstellung zu dem Cavaleri-Interview veröffentlicht.

Nach dem Auftreten von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen hatten viele Länder, darunter Deutschland und Italien, den Einsatz dieses Corona-Vakzins eingeschränkt. Auch beim Einsatz des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson wurden vereinzelt Blutgerinnsel beobachtet. Bei beiden Mitteln handelt es sich um Vektorvirenimpfstoffe, die Corona-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna beruhen hingegen auf der mRNA-Technologie. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Fast 40 % der Verbraucher beklagen Einkommenseinbußen durch Corona-Krise

Fast 40 Prozent der Verbraucher beklagen einer Umfrage zufolge Einkommenseinbußen durch die Corona-Pandemie. Wie die Auskunftei Creditreform am Dienstag mitteilte, sind 16,4 Millionen Haushalte davon betroffen. Im Vergleich zu einer Vorgängerbefragung aus dem Oktober 2020 waren das rund 1,7 Millionen mehr.

Betroffen sind vor allem Kurzarbeiter, Minijobber und Solo-Selbstständige. Neben Geringverdienern spüren aber immer häufiger auch Normalverdiener die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Häufigste Gründe für die Einkommenseinbußen sind Kurzarbeit und der Verlust des Minijobs.

Fast jeder dritte Befragte fürchtet, in den nächsten zwölf Monaten regelmäßige oder außergewöhnliche Kosten des eigenen Haushalts nicht bezahlen zu können. Dazu gehören vor allem Kosten für Elektrizität und Heizung, dringende und notwendige Anschaffungen für Haus oder Wohnung sowie Mietkosten.

Eine Trendwende ist laut Umfrage nicht in Sicht. Im Gegenteil, zunehmender finanzieller Stress führe spätestens 2023 zu einem deutlichen Anstieg der privaten Überschuldungen. „Die tatsächlichen Nachwirkungen der Pandemie werden erst im Nachgang zum Ende der staatlichen Hilfen eintreten“, erklärte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter des Bereichs Wirtschaftsforschung bei Creditreform. Rund zehn Prozent der Befragten gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten schon einmal das Gefühl gehabt zu haben, dass ihnen die finanziellen Verbindlichkeiten über den Kopf wachsen.

57 Prozent wollen wegen der Krise weniger Geld für Konsum und Lebenshaltung ausgeben. Hochgerechnet sind das 23,7 Millionen Haushalte. Auf der Streichliste ganz oben stehen Ausgaben für Freizeit und Urlaub. Viele Verbraucher legen seit der Pandemie regelmäßig Geld zur Seite. „Der Anteil regelmäßiger Sparer ist im April 2021 auf den höchsten Stand seit Beginn unserer Umfragen im Oktober 2010 gestiegen“, erklärte Stephan Vila, Geschäftsführer von Creditreform Boniversum.

Dennoch verspüren viele Verbraucher Nachholbedarf beim Konsum. Fast 40 Prozent gaben an, in den nächsten Monaten mit Hilfe von Krediten Anschaffungen für den Haushalt zu tätigen. Das sind gut acht Prozentpunkte mehr als im Oktober 2020. „Dies kann als Zeichen für eine diffuse Konsumlust interpretiert werden, mit der Verbraucher die Zeit überwinden wollen, in der Konsum nicht oder nur online möglich war“, erklärte Vila. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Mehr Schnupfen – Symptome bei Delta-Variante laut Forschern anders

Die zunächst in Indien entdeckten Corona-Variante Delta kann bei Patienten anscheinend etwas andere Symptome als frühere Corona-Typen verursachen. In einer britischen App zur Überwachung von Corona-Symptomen wurden zuletzt am häufigsten Kopfschmerzen, eine laufende Nase und eine raue Kehle gemeldet, wie die BBC berichtete. In Großbritannien macht die als sehr ansteckend geltende Delta-Variante bereits mehr als 90 Prozent aller Fälle aus.

Tim Spector vom King’s College London, der die Zoe Covid Symptoms-Studie leitet und die gemeldeten Symptome auswertet, sagte dem Sender: „Seit Anfang Mai haben wir uns die häufigsten Symptome der App-Nutzer angeschaut – und sie sind nicht mehr dieselben wie zuvor.“ Zwar gehöre Fieber noch immer dazu, aber der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, der bislang als typisches Corona-Symptom galt, sei weniger gängig. Zeitlich passe dies mit der Verbreitung der Delta-Variante zusammen.

Für manche jüngeren Menschen könne sich Spector zufolge eine Infektion mit der Delta-Variante eher wie eine schlimme Erkältung anfühlen. Zu bedenken ist jedoch: Obwohl man sich nicht sehr krank fühle, könne man dennoch andere anstecken und deren Gesundheit gefährden, wird Spector von der BBC zitiert. Der Forscher ruft deshalb mit Nachdruck dazu auf: „Jeder, der glaubt, an Covid zu leiden, sollte einen Test machen.“

Für einige jüngere Menschen könne sich Covid-19 somit stärker wie eine einfache Erkältung anfühlen, sagte Spector – und rief Betroffene auf, sich in jedem Fall testen zu lassen. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Intensivstationen vor deutlicher Entlastung

Deutschland werde in den kommenden Tagen die „magische Grenze von 1.000 Covid-Patienten“ auf diesen Stationen unterschreiten, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis.

Damit gehe die dritte Pandemie-Welle dem Ende zu. Covid-19 sei eine Erkrankung, die auch in den nächsten Jahren die Medizin und die Intensivstationen beschäftigen werde, „die aber den Schrecken dieser Pandemie verlieren wird.“

Deutschland gehe jetzt in eine „chronische Phase“ über, sagte Karagiannidis. Die Erkrankung werde die Menschen wie die jährliche Grippewelle begleiten.(Quelle: TSP, 15.06.21)


Sorgen in Frankreich wegen Delta-Variante

In Frankreich wächst die Sorge vor einer Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Derzeit werde bei zwei bis vier Prozent der positiven Corona-Tests, die auf Varianten untersucht werden, die zunächst in Indien entdeckte Variante festgestellt, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag in Paris. Das klinge zwar nach wenig, sei aber vergleichbar mit der Lage in Großbritannien vor einigen Wochen.

Die Delta-Variante hat die Corona-Zahlen in Großbritannien wieder ansteigen lassen. Die geplante Aufhebung aller Restriktionen wurde deshalb am Montag um vier Wochen verschoben.

In Frankreich hat sich die Corona-Lage zuletzt deutlich entspannt. Zuletzt wurden landesweit etwa 43 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gezählt. Bis Montagabend erhielten knapp 46 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine Spritze. Seit diesem Dienstag können sich auch Jugendliche ab 12 Jahren impfen lassen. Dafür brauchen sie die Zustimmung der Eltern. (Quelle: TSP, 15.06.21)


22,3 Millionen Menschen mit vollem Impfschutz

Immer mehr Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 22,3 Millionen Menschen haben den vollständigen Impfschutz, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag (Stand: 09.55 Uhr) hervorgeht. Das sind 26,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Knapp 40,5 Millionen Menschen (48,7 Prozent) haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Am Montag wurden 590.529 Millionen Impfdosen verabreicht. 407.728 davon führten zur vollständigen Impfung.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 54,0 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Auch das Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben die 50-Prozent-Marke geschafft, Mecklenburg-Vorpommern steht kurz davor. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 43,5 Prozent. Das Saarland zählt mit 31,9 Prozent den höchsten Anteil an Einwohnern mit vollständigem Impfschutz. Hessen ist hier mit 24,5 Prozent am Ende der Rangliste. (dpa)


Dritte Welle: Südafrika verschärft Maßnahmen

Als Reaktion auf ein deutliches Anziehen der Corona-Infektionszahlen verschärft Südafrika erneut seine Restriktionen. Präsident Cyril Ramaphosa kündigte in einer TV-Rede an die Nation eine Heraufstufung auf die Alarmstufe drei an. Sie sieht Beschränkungen bei Versammlungen, beim Alkoholverkauf sowie nächtliche Ausgangsbeschränkungen vor. Am schwersten betroffen ist laut Ramaphosa die Region um das Wirtschaftszentrum des Landes in Johannesburg und Pretoria, die rund zwei Drittel aller landesweiten täglichen Neuinfektionen registriert. Dort befindet sich die Gesundheitsinfrastruktur demnach an der Kapazitätsgrenze. Das zahlenmäßig am schwersten betroffene Land Afrikas hat inmitten einer dritten Infektionswelle bisher 1,75 Millionen Fälle dokumentiert. In dem Kap-Staat kursiert eine neue Variante des Sars-CoV-2-Virus, die als besonders ansteckend gilt. (Quelle: Tagesschau, 15.06.21)


Bundesländer wollen strengere Einreisevorschriften wegen Delta-Variante

Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus wollen die Bundesländer einem Bericht zufolge strengere Einreisevorschriften durchsetzen. Kritisiert werden in einem Beschlussentwurf für die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am Mittwoch insbesondere die Regeln für Einreisen aus einfachen Risikogebieten, wie das Magazin „Business Insider“ am Dienstag berichtete.

Wer aus einem einfachen Risikogebiet einreist, kann die häusliche Quarantäne umgehen, indem er sich unmittelbar auf Corona testen lässt und das negative Testergebnis über ein zentrales Portal meldet. „Die umfassende Freitestmöglichkeit für alle Einreisen aus einfachen Risikogebieten führt zu einer lückenhaften Früherkennung möglicher Infektionen“, heißt es dem Bericht zufolge dazu in dem Papier.

„Es ist angesichts der neuen Virusvarianten notwendig, vor der anstehenden Reisesaison über eine einfache, aber effiziente Absicherung von Einschleppungen zur Verhinderung einer vierten Welle zu diskutieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen“, zitierte „Business Insider“ weiter aus dem Entwurf. Eine Option sei eine generelle „Zwei-Test-Strategie“. Dann müsste sich jeder bei der Einreise testen lassen und fünf Tage später erneut.

Verpflichtend solle auch werden, vorsorglich eine Kontaktliste für die Zeit bis zum zweiten Test zu führen. Diese müsse „im Fall des positiven Testergebnisses dem Gesundheitsamt übermittelt werden“.

Zur Begründung der Regelverschärfung heißt es dem Bericht zufolge: „Die GMK ist angesichts der lückenhaften Einreisebestimmungen besorgt, dass es im Rahmen der bevorstehenden Urlaubs- und Reisesaison zu einem Einschleppen von Virusvarianten (insbesondere Delta-Variante) kommt, deren Ausbreitung durch das bis Herbst erreichbare Impfniveau nicht hinreichend kompensiert werden und aufgrund der insbesondere bei der Delta-Variante erhöhten Anzahl schwerer Krankheitsverläufe das Gesundheitssystem überlasten kann.“

Die Delta-Variante, die zuerst in Indien nachgewiesen worden war, breitet sich derzeit insbesondere in Großbritannien stark aus. Sie könnte nach Einschätzung der britischen Gesundheitsbehörden um 60 Prozent ansteckender sein als die bisher in Großbritannien vorherrschende Alpha-Variante.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten am Mittwoch über das weitere Vorgehen. Für den Nachmittag ist eine Pressekonferenz geplant. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Sachsen-Anhalt: Diskotheken wieder offen

Die Diskotheken in Sachsen-Anhalt können wieder öffnen. Voraussetzung sind Negativtests und eine maximale Auslastung der Diskotheken von 60 Prozent, wie die Staatskanzlei in Magdeburg mitteilte. Die landesweit stabile Sieben-Tage-Inzidenz im einstelligen Bereich ermöglichten weitere zentrale Lockerungen. So dürften auch Indoor-Spielplätze und Saunen wieder öffnen. Die Kontaktbeschränkung auf bislang maximal zehn Personen wird aufgehoben. Es gilt jetzt die generelle Empfehlung, größere Ansammlungen möglichst zu vermeiden und sich möglichst mit einem konstanten Personenkreis und vorzugsweise im Freien zu treffen. Die entsprechende Verordnung tritt zum Wochenende in Kraft. (Quelle: MDR, 15.06.21)Zahlreiche Bundesländer


Zahlreiche Bundesländer lockern Maskenpflicht 

Bayerns Schüler können unter freiem Himmel künftig wieder ihre Corona-Schutzmasken ablegen. In den Pausen besteht nach Angaben von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) keine Maskenpflicht mehr. Gleiches gelte etwa bei Wandertagen oder Exkursionen. In den Klassenzimmern müssen die Schülerinnen und Schüler dagegen weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

An allen Schulen in Rheinland-Pfalz wird ab kommendem Montag die Maskenpflicht im Unterricht aufgehoben. Nach Angaben von Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) soll der Mund-Nasen-Schutz auf dem Weg zum Platz im Klassenzimmer aber weiter getragen werden. Die Regelung gilt ihr zufolge solange, wie die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen unter einem Wert von 35 bleibt.

Die Pflicht, im Freien einen Mund-Nasen-Schutzes zu tragen, soll in der kommenden Woche in Mecklenburg-Vorpommern weitestgehend abgeschafft werden. Nach Angaben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wird es außerdem es ein neues Ampelsystem geben, anhand dessen weitere Corona-Maßnahmen oder Lockerungen abgeleitet werden sollen. Es berücksichtigt laut Schwesig nicht allein die Sieben-Tage-Inzidenz, also den Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, sondern zusätzlich auch die Krankenhausauslastung mit Covid-19-Patienten.

Auch Baden-Württemberg will die Maskenpflicht an Schulen lockern. Sofern die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region unter 35 liegt und es zwei Wochen an der Schule keinen Corona-Ausbruch gab, soll die Maskenpflicht „im Unterricht in allen Schulformen“ wegfallen, kündigte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) in Stuttgart an. Bereits bei einer Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche soll die Maskenpflicht auf den Pausenhöfen wegfallen.(Quelle: ARD, 15.06.21)


Konsequenzen nach vorzeitiger Impfung für OB von Halle

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos), ist vorläufig seines Amtes enthoben worden. Das teilte das Landesverwaltungsamt in Sachsen-Anhalt als zuständige Kommunalaufsichtsbehörde heute mit. Mit Verfügung vom 7. Juni sei Wiegand „vorläufig seines Dienstes als Hauptverwaltungsbeamter der Stadt Halle und aller Ämter, die sich aus seinem Hauptamt ableiten, sowie hiermit in Verbindung stehender Nebenämter enthoben“, heißt es in einer Mitteilung der Behörde. Wiegand hatte sich im Januar frühzeitig gegen das Coronavirus impfen lassen. Ihm wird vorgeworfen, für diese und weitere Verstöße gegen die vom Bund erlassene Impfreihenfolge verantwortlich zu sein.

Der Vorwurf und wahrheitswidrige Behauptungen des Beamten führten zur Einleitung eines Disziplinarverfahrens durch das Landesverwaltungsamt. Die Entscheidung wird nach Angabe der Behörde unmittelbar wirksam. (Quelle: MDR, 15.06.21)


Wietmarschen mit Impfaktion

700 Impfdosen wird die Gemeinde Wietmarschen am Wochenende an ihre Bürger verteilen. In Zusammenarbeit mit den Hausarztpraxen soll am Samstag, 19. Juni, von 9 bis 18 Uhr in der Mehrzweckhalle Lohne geimpft werden. Dabei komme der Vektorimpfstoff Johnson & Johnson zum Einsatz, bei dem nur eine einmalige Impfung notwendig ist. Der volle Impfschutz tritt bei Johnson & Johnson nach 14 Tagen ein. „Wir hoffen, dass wir mit dieser Impfaktion dazu beitragen, dass eine Vielzahl unserer Bürger*innen eine Impfung erhalten kann und wir damit einen großen Schritt in Richtung Normalität machen“, heißt es von der Gemeindeverwaltung.

Die Terminvergabe ist für Personen ab 18 Jahren möglich. Zunächst sollen sich am Mittwoch, 16. Juni, und Donnerstag, 17. Juni, nur Menschen anmelden dürfen, die in der Gemeinde wohnen oder arbeiten. Dieser Personenkreis könne sich unkompliziert über folgende Telefonnummern ( 05908 93998-100 bis 103) einen Termin reservieren und erhalte dann alle weiteren Informationen. Die Rufnummern sind in der Zeit von 8.30 bis 16.30 Uhr besetzt.

„Am Freitag, 18. Juni, werden auf unserer Internetseite http://www.wietmarschen.de mögliche freie Termine zur Buchung für Jedermann angeboten“, kündigt die Gemeinde an. Wer Fragen zu Impfreaktionen, Vorerkrankungen oder Ähnlichem habe, solle sich laut der Gemeinde vorab mit seiner Hausarztpraxis in Verbindung setzen. Zur Impfaktion in der Mehrzweckhalle müssen folgende Dokumente mitgebracht werden:

Impfausweis, Krankenkassenkarte, Ausgefülltes und unterschriebenes Aufklärungsmerkblatt (4 Seiten), Ausgefüllter und unterschriebener Anamnesebogen und Einwilligungserklärung (2 Seiten), Personalausweis. (Quelle: GN, 15.06.21)



Lokale Inzidenzen
Lingen: 5,5 (gestern 7,3)
Meppen: 8,5 (8,5)
Papenburg: 7,9 (13,2)


Grafschafter Zahlen

62.131 Grafschafter haben bereits eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das berichtet der Landkreis am Dienstag. Erstmals umfasst diese Statistik sowohl die Impfungen im Zentrum an der Paulstraße in Nordhorn, als auch die Impfungen der niedergelassenen Ärzte im Kreisgebiet. Demnach sind bis einschließlich Sonntag insgesamt 98.210 Spritzen im Landkreis gesetzt worden. 36.079 Bürger haben laut Kreisverwaltung bereits eine zweite Spritze bekommen. Insgesamt leben in der Grafschaft Bentheim 137.068 Menschen (Stand: 2020).

Heute hat die Grafschafter Kreisverwaltung zwei weitere Corona-Fälle gemeldet. Der Inzidenzwert beträgt laut Robert Koch-Institut 16,0. Seit Beginn der Pandemie sind 5.350 Infektionen mit Covid-19 bekannt geworden. Es ist auch ein weiterer Todesfall zu verzeichnen, der in Verbindung mit einer Infektion gebracht wird. Die Zahl dieser Todesfälle steigt somit auf 123 an. Am Dienstag befinden sich 199 Grafschafter in Quarantäne.

Die aktuelle Zahl der 59 Infektionen beträgt 59 im kreisgebiet davon beachtliche 40 (+1) in Nordhorn. (Quelle: GN, 15.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Dienstag, 15. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) elf labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages fünf weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.706. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.246 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 8,5 Fälle je 100.000 Einwohner (9,8 am Vortag). (Quelle: NDR, 15.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken und liegt nun bei 16,6 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wie das Robert-Koch-Institut am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden innerhalb eines Tages 549 Neuinfektionen sowie zehn Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert.

Am vergangenen Montag waren 1117 Neuinfektionen gezählt worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag vor einer Woche bei 24,3. Der Wert ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Die Zahl der Neuinfektionen liegt in der Regel am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 3.715.518. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 89.844. Die Zahl der von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf 3.580.600. (Quelle: RKI, 15.06.21)


Pflegebevollmächtigter rät zu Augenmaß bei Lockerung

In der Debatte über ein Ende der Maskenpflicht warnt der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, vor einer übereilten Aufhebung der Corona-Schutzmaßnahmen in Betreuungseinrichtungen. „Wenn wir jetzt die Bremse ganz loslassen, kann es sein, dass wir wieder von der Straße in Richtung Normalität abkommen“, sagte Westerfellhaus den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Westerfellhaus sagte zur Begründung, nicht alle Pflegekräfte, Bewohner und Besucher seien geimpft. Lockerungen in Pflegeeinrichtungen wie etwa die Aufhebung der Maskenpflicht müssten daher „mit Augenmaß erfolgen“. Mit Blick auf die aktuelle Diskussionen über eine weitreichende Aufhebung der Corona-Auflagen erklärte er, trotz sinkender Fallzahlen „sollte der besonderen Situation in Pflegeeinrichtungen weiterhin unsere uneingeschränkte Aufmerksamkeit gelten“.

Auch der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte anhaltende Vorsichtsmaßnahmen, zugleich aber auch bessere Bedingungen für Pflegebedürftige in den Einrichtungen. „Klar ist, dass der Infektionsschutz und die Freiheitsrechte von Heimbewohnern im Einklang miteinander stehen müssen“, sagte Brysch den Funke-Zeitungen. Besuche, Zusammenkünfte und Feste für vollständig Geimpfte oder Getestete müssten „bedingungslos möglich sein“. Um den Schutz der Hochrisikogruppe weiter sicherzustellen, bleibe aber eine Testpflicht für ungeimpfte Mitarbeiter und Besucher unerlässlich, sagte Brysch.

Der Vizepräsident des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, Stefan Werner, sagte, trotz rückläufiger Inzidenzen sei in den Pflegeeinrichtungen noch keine Rückkehr zum Normalzustand möglich. Die Einrichtungen sorgten aber dafür, dass die Isolation von Betreuten „so weit als möglich“ vermieden und beispielsweise Mahlzeiten in den meisten Einrichtungen wieder gemeinsam eingenommen werden könnten. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Studie: Zwei Impfstoff-Dosen verhindern schwere Verläufe bei Delta-Variante

Mit einer vollständigen Corona-Impfung lassen sich laut einer britischen Studie auch bei der Delta-Variante des Coronavirus schwere Krankheitsverläufe vermeiden. Zwei Dosen des Wirkstoffs von Pfizer/Biontech verhinderten der am Montag vorgestellten Studie der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) zufolge in 96 Prozent der Fälle eine stationäre Behandlung. Für das Vakzin von Astrazeneca lag die Quote bei 92 Prozent.

Die Wirksamkeit des Impfstoffs für die Delta-Variante sei demnach vergleichbar mit jener für den Alpha-Virusstamm, teilte PHE mit. „Diese enorm wichtigen Ergebnisse bestätigen, dass die Impfstoffe bei der Delta-Variante einen signifikanten Schutz vor Krankenhausaufenthalten bieten“, erklärte Mary Ramsay, Leiterin der Abteilung Immunisierung am PHE. Für die Studie wurden in England 14.019 Infektionsfälle mit der Delta-Variante zwischen dem 12. April und dem 4. Juni untersucht.

Früheren Untersuchungen zufolge ist eine einzelne Impfstoffdosis bei der erstmals in Indien aufgetretenen Variante 17 Prozent weniger wirksam als bei der Alpha-Variante. Den neuesten Erkenntnissen zufolge ist der Unterschied nach zwei Dosen jedoch gering. (Quelle: TSP, 15.06.21)


Israel hebt Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden auf

In Israel wird ab Dienstag die Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden aufgehoben. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend mit. Damit beendet die Regierung eine der letzten Corona-Beschränkungen, die noch in Kraft sind. Anfang Juni waren die meisten Regelungen bereits gelockert worden, nur für Besucher aus dem Ausland gelten weiterhin strikte Einschränkungen. Sie dürfen nur nach Israel einreisen, wenn zwingende berufliche oder familiäre Gründe vorliegen.

Mehr als 55 Prozent der Bevölkerung Israels sind bereits vollständig gegen Corona geimpft. Dies ist auf die Ende Dezember gestartete großangelegte Impfkampagne zurückzuführen, die durch ein Abkommen über einen Datenaustausch mit den Impfstoffherstellern Biontech und Pfizer ermöglicht wurde. Dabei verpflichtete sich Israel, das die medizinischen Daten seiner gesamten Bevölkerung digitalisiert hat, gegen eine bevorzugte Belieferung mit Impfstoff rasch Informationen über dessen Wirksamkeit weiterzugeben. ((Quelle: TSP, 14.06.21)


Niedersachsen plant weitere Lockerungen

Die Infektionslage hat sich beruhigt, die Inzidenzwerte sind niedrig wie lange nicht. In Niedersachsen gibt es deshalb Pläne zur Lockerung einiger Corona-Maßnahmen.

Dabei geht es laut Staatskanzlei in erster Linie um private Treffen und Veranstaltungen. Die Landesregierung arbeite bereits an diversen Lockerungen für eine Inzidenz unter 10. Auch für Werte zwischen 10 und 35 könne es Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen geben. Ab wann die neuen Regelungen gelten könnten, ist demnach noch unklar. Die aktuelle Verordnung gilt bis zum 24. Juni.

Konkret könnte bei einer Inzidenz von 10 bis 35 bei privaten Kontaktbeschränkungen die Begrenzung von 3 auf bis zu 10 Haushalte angehoben werden. Bis zu 10 Menschen könnten dann zusammenkommen. Zusätzlich könnten vollständig geimpfte und genesene Menschen dabei sein, außerdem würden Kinder bis 14 Jahren nicht mitgezählt. Bei einer Inzidenz unter 10 soll die Zahl von 10 auf 25 Personen drinnen und 50 Personen draußen erhöht werden. Wenn alle Erwachsenen einen negativen Testnachweis haben, könnten noch größere Treffen möglich sein.Auch bei Veranstaltungen soll es dann deutlich vereinfachter zugehen. Wenn mehr als 25 Personen drinnen oder 50 Personen draußen zusammenkommen, gelten Abstandspflicht und drinnen Maskenpflicht, solange kein Sitzplatz eingenommen wird. Auch könne es eine Schachbrettbelegung mit reduziertem Abstand von einem Meter geben, in geschlossenen Räumen allerdings nur mit einer Lüftungsanlage mit Frischluftzufuhr. Auch durch Tests könnten Abstands- oder Maskenpflicht weiter reduziert werden. Veranstaltungen ab einer Teilnehmerzahl von 1.000 sollen womöglich genehmigungspflichtig werden. In der kommenden Woche ist ein Vorschlag der Länder für ein bundeseinheitliches Vorgehen bei Großveranstaltungen anvisiert.

In der Gastronomie könnte die Teilnehmerbegrenzung bei geschlossenen Feiern fallen. Ab 25 Personen drinnen und 50 Personen draußen soll ein negativer Testnachweis verlangt werden. Maskenpflicht und Abstandsgebot in Diskotheken würde dann entfallen. Bei den Beherbergungen soll zukünftig voraussichtlich nur bei der Anreise ein negativer Test nachgewiesen werden müssen. In den Schulen hingegen sollen Testpflicht und Maskenregelungen bis Ende September erhalten bleiben.

Als Neuerung ist eine Härtefallregelung vorgesehen. Sie soll für Landkreise gelten, deren Inzidenzen zwar steigen, aber klar abgrenzbar sind und epidemiologisch keinen Sprung in die nächste Stufe rechtfertigen. Darüber hinaus soll die Prostitution entsprechend der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts den körpernahen Dienstleistungen zugeordnet werden.

Der Verordnungsentwurf soll am Mittwoch mit Ressorts, Verbänden und Landtag abgestimmt werden. (Quelle: NDR, 14.06.21)


GB erlaubt Zuschauer bei Sport-Events – trotz steigender Infektionen

Trotz der rapiden Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante erlaubt Großbritannien bei mehreren großen Sport-Events in den kommenden Wochen Zehntausende Zuschauer. So dürfen beim Finale der Fußball-EM am 11. Juli im Londoner Wembley-Stadion rund 40.000 Zuschauer dabei sein, wie Kultur- und Sportminister Oliver Dowden am Montag der Nachrichtenagentur PA zufolge mitteilte.

Auch die finalen Wimbledon-Matches am 10. und 11. Juli dürfen vor einem mit 15.000 Zuschauern voll besetzten Centre Court stattfinden. Vorherige Spiele der Turniere werden den Berichten zufolge noch bei halber Zuschauerkapazität stattfinden. Die Großevents sind Teil einer Testreihe der britischen Regierung, mit denen diese Erkenntnisse über die Sicherheit von Großveranstaltungen in Zeiten der Pandemie sammeln will.

Für viele andere Bereiche wurden in England die Corona-Maßnahmen wegen der Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante um mehrere Wochen bis voraussichtlich 19. Juli verlängert. Die Variante ließ die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen wieder in die Höhe schnellen, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Land derzeit wieder bei knapp 67. (Quelle: SPIEGEl, 14.06.21)


Überblick am Abend

  • Boris Johnson hat eine vierwöchige Verzögerung der Aufhebung der Coronavirus-Beschränkungen in England angekündigt. Der Premierminister sagte, die zusätzliche Verzögerung könnte Tausende von Todesfällen verhindern, indem mehr Impfungen zugelassen würden. Aktuelle Daten zeigen, dass zwei Dosen eines Impfstoffs zum Schutz gegen die Delta-Variante erforderlich sind, weshalb es zu einem Anstieg der Fälle geführt, weil in Großbritannien die Menschen überwiegend bisher nur ein Mal geimpft sind.
  • Die Delta-Variante ist inzwischen in 74 Ländern entdeckt worden, und sie breitet sich rasant weiter aus,. Das lässt Befürchtungen aufkommen, dass sie weltweit die dominierende Mutation werden wird. Es besteht auch die Besorgnis, dass Länder mit schwächeren Überwachungssystemen das Vorhandensein des Stamms möglicherweise nicht erkannt haben.
  • Indonesien befürchtet, dass die steigenden Infektionsfälle erst im Juli ihren Höhepunkt erreichen werden, obwohl die Krankenhäuser in der Hauptstadt Jakarta und anderen Teilen Javas bereits fast voll ausgelastet sind. Das Land versucht, die Krankenhauskapazitäten zu erhöhen und Hotels in Isolationszentren umzuwandeln.
  • Russland meldete 13.721 neue Coronavirus-Fälle, darunter 6.590 in der Hauptstadt Moskau. Die Behörden in St. Petersburg, das eine Reihe von Spielen der Euro 2020 ausrichtet, gaben am Montag bekannt, dass sie die Anti-Coronavirus-Beschränkungen verschärfen, um einen neuen Anstieg der Infektionen einzudämmen. Food Courts und Kinderspielbereiche in Einkaufszentren in Russlands zweitgrößter Stadt werden geschlossen, und in den Fanzonen der Euro 2020 werden keine Lebensmittel mehr verkauft.
  • Südafrika muss 2 Millionen Johnson- & Johnson-Dosen wegen einer möglichen Kontamination von Inhaltsstoffen entsorgen. Das ist ein weiterer Rückschlag für die Impfkampagne des Landes mit den eingeplanten Dosen für Gesundheitspersonal und über 60-Jährige.
  • Ein WHO-Beamter sagte, Afrika werde für die von den G7 zugesagten 870 Millionen Impfstoffdosen vorrangig behandelt, weil es eines der „verletzlichsten, unterversorgten (Gebiete)“ sei.
  • Die beiden wichtigsten Krankenhäuser in Afghanistan, die sich mit Covid-19 befassen, mussten Patienten abweisen, da sie keine Betten mehr haben und es an Sauerstoff und medizinischer Versorgung mangelt.
  • Thailands kürzlich gestartete Coronavirus-Impfkampagne ist ins Stocken geraten, nachdem mindestens 20 Krankenhäuser in Bangkok die für diese Woche angesetzten Covid-19-Impftermine verschoben haben, weil sich Impfstofflieferungen verzögerten. Eine Reihe von Coronavirus-Ausbrüchen in thailändischen Fabriken hat auch die Sorge wachsen lassen, dass der Exportsektor schwer getroffen werden könnte und die Ökonomie weiter belastet, die sich bemüht, sich von dem lähmenden Schlag der Pandemie für die Tourismusbranche zu erholen.
  • In Indien haben viele Bundesstaaten haben die Coronavirus-Beschränkungen gelockert. Dazu gehört auch die Hauptstadt Delhi, wo die Behörden alle Geschäfte und Einkaufszentren öffnen ließen, nachdem die Zahl der Neuinfektionen auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Monaten gesunken ist. Touristenattraktionen wie das Taj Mahal und das Rote Fort in Agra sollen ab dieser Woche für Besucher wieder geöffnet sein.
  • Experten warnen aktuell die USA vor einem starken Anstieg der Infektionen durch die Delta-Variante, insbesondere in den Südstaaten, in denen die Impfraten unter dem nationalen Durchschnitt liegen. Derzeit sind 10 % der Covid-19-Infektionen in den USA auf die Delta-Variante zurückzuführen, aber dieser Anteil verdoppelt sich alle zwei Wochen.
  • Laut Johns-Hopkins University steht das Coronavirus kurz davor, in den USA 600.000 Menschen getötet zu haben; die Gesamtzahl der toten liegt bei 599.769 liegt. Die US-Opferzahlen bleiben die höchsten auf der Welt.
  • Deutschland könnte bald damit beginnen, die Regeln für das Tragen von Masken zu lockern, da das Land einen starken Rückgang der Covid-19-Infektionen verzeichnet, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn heute Morgen.
  • In Portugal hat Präsident Marcelo Rebelo de Sousa trotz wachsender Infektionen im vergangenen Monat versprochen, nicht zu den Lockdown-Einschränkungen zurückzukehren.
  • Im Libanon wurden bei einer Wochenendaktion zur Eindämmung der Pandemie mehr als 40.000 Personen mit dem Pfizer/Biontech-Impfstoffs geimpft.
  • Der kolumbianische Präsident Ivan Duque hat am Sonntag seine erste Dosis des Pfizer/Biontech-Impfstoffs erhalten. Er forderte die Bevölkerung Kolumbiens auf, sich angesichts neuer Rekordzahlen täglicher Todesfällen unbedingt vor Covid-19 zu schützen.
  • Der ehemalige Leiter des Covid-19-Impfprogramms in Myanmar wurde festgenommen und wird wegen Absprachen mit Gegnern der Militärbehörden des Hochverrats angeklagt, berichteten staatliche Medien. Die Verhaftung von Htar Htar Lin und anderer Ärzten nach dem Putsch im Februar wurde von den in den USA ansässigen Ärzten für Menschenrechte scharf verurteilt.
    (Quelle: The Guardian, 14.06.21)

GB verschiebt Lockerungen

Für Großbritannien geplante Lockerungen der Corona-Maßnahmen werden um einen Monat verschoben. Durch die ansteckendere Delta-Variante steige die Zahl der Fälle um 64 Prozent je Woche, erklärte Premier Johnson. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus verschiebt die britische Regierung die geplante Aufhebung der letzten Corona-Beschränkungen in England um vier Wochen. Nach derzeitigem Stand sei er aber „zuversichtlich, dass wir nicht mehr als vier Wochen brauchen und nicht über den 19. Juli hinausgehen werden“, sagte Premierminister Boris Johnson. Die Zeit solle genutzt werden, um das Impfprogramm des Landes zu beschleunigen, so Johnson. Die Zahl der Fälle steige um 64 Prozent je Woche, und es müssten immer mehr Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden. Ein umsichtiges Vorgehen jetzt könne Tausende Leben retten.

Ursprünglich hätten die letzten Beschränkungen bereits am Montag kommender Woche aufgehoben werden sollen. So sollten Diskotheken wieder öffnen und Veranstaltungshallen, Hotels und Restaurants wieder mit voller Kapazität genutzt werden können. Dies ist nun um vier Wochen verschoben. Ab Montag werden nun lediglich die Regeln für Hochzeiten und wenige andere Kulturveranstaltung gelockert – dort sind nun auch wieder mehr als 30 Gäste erlaubt. Die anderen Landesteile Schottland, Wales und Nordirland haben eigene Corona-Regeln, die sich jedoch nur geringfügig von denen in England unterscheiden. In einigen Regionen wurden auch dort geplante Lockerungen zunächst aufgeschoben. Die zuerst in Indien entdeckte Delta-Virusvariante könnte nach Einschätzung der britischen Gesundheitsbehörden um 60 Prozent ansteckender sein als die bisher in Großbritannien vorherrschende Alpha-Variante. Sie breitete sich im Königreich zuletzt stark aus und macht inzwischen mehr als 90 Prozent der Neuinfektionen aus. Wissenschaftler haben vor einer dritten Welle in Großbritannien gewarnt, sollte sich die gegenwärtige Entwicklung fortsetzen. (Quelle; Tagesschau, 14.06.21)


Mehr als 600.000 Tote in den USA

Die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle in den USA hat nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters die Marke von 600.000 überstiegen. Die Zahl der neu verzeichneten Toten sank dabei in den vergangenen Wochen deutlich: Im Mai lag sie bei 18.587, ein Rückgang von gut 80 Prozent zum Januar. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC vom Sonntag haben fast 52 Prozent der US-Bürger mindestens eine Impfung erhalten. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Forscher: Symptome bei Delta-Variante sind anders

Die zunächst in Indien entdeckten Corona-Variante Delta kann bei Patienten anscheinend etwas andere Symptome als frühere Corona-Typen verursachen. In einer britischen App zur Überwachung von Corona-Symptomen wurden zuletzt am häufigsten Kopfschmerzen, eine laufende Nase und eine raue Kehle gemeldet, wie die BBC am Montag berichtete. In Großbritannien macht die als sehr ansteckend geltende Delta-Variante bereits mehr als 90 Prozent aller Fälle aus.

Tim Spector vom King’s College London, der die Zoe Covid Symptoms-Studie leitet und die gemeldeten Symptome auswertet, sagte dem Sender: „Seit Anfang Mai haben wir uns die häufigsten Symptome der App-Nutzer angeschaut – und sie sind nicht mehr dieselben wie zuvor.“ Zwar gehöre Fieber noch immer dazu, aber der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, der bislang als typisches Corona-Symptom galt, sei weniger gängig. Zeitlich passe dies mit der Verbreitung der Delta-Variante zusammen.

Für einige jüngere Menschen könne sich Covid-19 somit stärker wie eine einfache Erkältung anfühlen, sagte Spector – und rief Betroffene auf, sich in jedem Fall testen zu lassen. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Doppelt so hohes Risiko einer Krankenhauseinweisung bei Delta-Variante

Eine Infektion mit der Delta-Variante verdoppelt einer Studie zufolge das Risiko, im Krankenhaus behandelt werden zu müssen. Zudem scheinen Impfungen etwas weniger wirksam gegen die zuerst in Indien nachgewiesene Mutation zu sein, wie aus der im Fachblatt „Lancet“ veröffentlichten Untersuchung schottischer Forscher hervorgeht. Demnach schützt Biontech/Pfizer zu 79 Prozent gegen Delta im Vergleich zu 92 Prozent gegen die zunächst in England nachgewiesene Alpha-Variante. Bei Astrazeneca liege der Schutz bei 60 Prozent im Vergleich zu 73 Prozent. Die zunehmende Verbreitung der Delta-Variante in Großbritannien gefährdet geplante Lockerungen.
(Quelle: TSP, 14.06.21)



G7 sichert Afrika 80 Milliarden Dollar zu

Führende Entwicklungsbanken aus den größten Industrieländern (G7) haben Afrika in einer gemeinsamen Erklärung 80 Milliarden Dollar in den nächsten fünf Jahren zugesagt. Wegen der Pandemie nimmt die Armut in vielen afrikanischen Ländern wieder zu, Impfstoff ist noch Mangelware. In der Erklärung heißt es, das Geld solle an afrikanische Firmen und in Hilfsprojekte auf dem Kontinent fließen. Investitionen müssten nun eine Top-Priorität haben. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Krisenzentrum von Bund und Ländern soll Maßnahmen besser koordinieren

Die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung von Pandemien sollen laut „Welt“ künftig besser koordiniert werden. Zu diesem Zweck wolle die Innenministerkonferenz (IMK), die vom 16. bis 18. Juni tage, die Gründung eines gemeinsamen „Kompetenzzentrums“ von Bund und Ländern beschließen. „Die Menschen haben Zweifel an den politischen Instrumenten, Strukturen, Prozessen, kurz an der Managementkompetenz geäußert“, wird der IMK-Vorsitzende Thomas Strobl (CDU) zitiert. Dem müsse man sich stellen.(Quelle: TSP, 14.06.21


Lauterbach über eigenen Urlaub

Für SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kommt ein eigener Urlaub mit der Familie erst dann in Frage, wenn alle Beteiligten doppelt geimpft sind. „Bei uns wird es so sein, dass zu dem Zeitpunkt, wo wir fahren, die gesamte Familie vollständig geimpft ist“, sagte Lauterbach dem Nachrichtensender Welt. „Wenn man vollständig geimpft in eine Region fährt, wo darüber hinaus die Inzidenz niedrig ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich selbst infiziert und dann die Infektion mit zurückbringt, sehr niedrig.“ Das sei vertretbar und das empfehle er auch anderen.  (Foto: pixaybay, 15.06.20; Quelle: TSP, 14.06.21


US-Corona-Impfstoff Novavax zu 90 Prozent wirksam

Der Corona-Impfstoffkandidat des US-Biotech-Unternehmens Novavax hat nach Firmenangaben eine Wirksamkeit von rund 90 Prozent und schützt auch vor Virusvarianten. Bei einer klinischen Studie in den USA und in Mexiko mit insgesamt knapp 30.000 Teilnehmern betrug die Wirksamkeit 90,4 Prozent, wie Novavax am Montag erklärte. Das Vakzin schützte zudem zu 100 Prozent vor „moderaten und schweren“ Krankheitsverläufen.

Das im US-Bundesstaat Maryland ansässige Unternehmen will im dritten Quartal des Jahres Zulassungsanträge stellen. Novavax will dann 100 Millionen Impfdosen pro Monat herstellen und dies bis Jahresende auf 150 Millionen Dosen monatlich ausweiten. Ursprünglich hatte Novavax bereits im zweite Quartal Zulassungsanträge stellen wollen, dies dann aber im Mai verschoben.

Das Novavax-Vakzin könnte eine wichtige Rolle im Covax-Programm spielen, das auch ärmeren Ländern einen Zugang zu Impfstoffen garantieren soll. Der Impfstoff lässt sich – anders als beispielsweise das Biontech-Pfizer-Vakzin – bei Kühlschranktemperatur lagern, was die Logistik erleichtert. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Bundespressekonferenz beendet Live-Übertragungen

Der Verein Bundespressekonferenz beendet mit dem Abflauen der Corona-Welle wieder die Möglichkeit von regelmäßigen Live-Übertragungen der Pressekonferenzen mit der Bundesregierung. Ab 28. Juni werde die Übertragung eingestellt, teilte der Vereinsvorstand in Berlin mit. Öffentlich-rechtliche und auch private TV-Programme hatten in der Pandemiezeit immer wieder Pressekonferenzen live ausgestrahlt, diese Möglichkeit hatte der Verein für die Öffentlichkeit eingeräumt. Der Vorstand traf die Entscheidung nun auch mit Blick auf die parlamentarische Sommerpause. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Marokko hebt Testpflicht für Geimpfte auf

Marokko erleichtert die Einreise für geimpfte Urlauber und Reisende. Vollständig geimpfte Personen, deren zweite Impfung vier Wochen zurückliegt, benötigen keinen PCR-Test mehr für die Einreise. Das teilte das marokkanische Fremdenverkehrsamt mit.

Erst kürzlich hatte Marokko angekündigt, die Grenzen für den internationalen Tourismus ab 15. Juni 2021 wieder zu öffnen. In eingeschränktem Umfang wird auch der Flug- und Fährverkehr nach Europa wieder aufgenommen. Dieser war ausgesetzt worden.

Das öffentliche Leben ist in Marokko derzeit weiterhin eingeschränkt. Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen. Das Land in Nordafrika wird als Risikogebiet eingestuft.(Quelle: TSP, 14.06.21)


Covid-Kliniken in Afghanistan wegen Überlastung geschlossen

In Afghanistan müssen die beiden einzigen Krankenhäuser für Covid-19-Patienten ihre Türen wegen Überfüllung schließen. Es gebe keine Betten sowie keine ausreichenden Instrumente und Medikamente mehr, heißt es in Regierungs- und Mediziner-Kreisen. Auch Sauerstoff sei in den beiden Kliniken in der Hauptstadt Kabul knapp. Amnesty International beklagt, ohne ausländische Hilfe könne die Lage in Afghanistan schnell eskalieren. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Ganz Österreich kein Corona-Risikogebiet mehr

Die Liste der von der Bundesregierung ausgewiesenen Corona-Risikogebiete wird am Sonntag deutlich kürzer. Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen entfallen unter anderem auch die letzten zwei österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg sowie Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Nur Flugpassagiere müssen noch einen negativen Test vorweisen.

Auch die Urlaubsinseln Madeira in Portugal und Zypern sowie zwölf weitere Länder auf dem Balkan, in Osteuropa, Asien und Nordamerika werden von der Risikoliste gestrichen, darunter die USA und Kanada. In Kroatien sind ab Sonntag nur noch zwei Regionen im Landesinneren auf der Risikoliste, alle Urlaubsgebiete an der Adria-Küste sind „risikofrei“. In Griechenland werden die Peloponnes und die Inseln der nördlichen Ägäis – dazu zählen unter anderen Lesbos und Samos – von der Risikoliste gestrichen.

Für alle diese Länder und Regionen entfällt auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Die Bundesregierung rät ab 1. Juli auch nicht mehr generell von touristischen Reisen ins Ausland ab. Für EU-Länder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz, die nicht mehr als Risikogebiet eingestuft sind, wird künftig in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts nur noch „um besondere Vorsicht gebeten“. In einer Woche beginnen in den ersten Bundesländern die Sommerferien. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Corona-Lockerungen in Island

Die Menschen auf der Nordatlantik-Insel Island können sich auf weitere gelockerte Corona-Maßnahmen und eine weniger strikte Maskenpflicht einstellen. Ab Dienstag sind nach Angaben der Regierung in Reykjavik wieder Zusammenkünfte mit bis zu 300 Menschen erlaubt, Restaurants und Kneipen dürfen bis Mitternacht offen bleiben. Einen Mund-Nasen-Schutz müssen die Isländerinnen und Isländer dann nur noch bei Veranstaltungen tragen, bei denen sie sitzen, also zum Beispiel im Theater, bei Gottesdiensten und Sportveranstaltungen. Die Abstandsregel wird von zwei auf einen Meter verringert.

Island hat in den vergangenen zehn Tagen kaum noch Corona-Fälle verzeichnet, und die wenigen Neuinfektionen traten ausschließlich bei Menschen auf, die bereits in Quarantäne waren. Mehr als 200 000 Menschen haben auf der Insel mit ihren 360 000 Einwohnern mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten, mehr als 100 000 auch schon ihre zweite.(Quelle: TSP, 14.06.21)


Drosten zu Gast im Brandenburger Landtag

Virologe Christian Drosten stand am vergangenen Freitag dem Corona-Untersuchungsausschuss des brandenburgischen Landtages fast vier Stunden lang Rede und Antwort.

Die meisten Fragen stellte die AfD. Drosten betonte mehrfach, die Fragen gut nachvollziehen zu können, reagierte jedoch in einer Situation scharf. „Ich finde es nicht amüsant, mich über Lehrbuchwissen abzufragen“, sagte er, nachdem ihn AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt gefragt hatte, wie er eine Pandemie definiere und was für ihn Inzidenz bedeute.

Thematisch ging es vor allem um PCR-Tests, die teilweise als fehleranfällig kritisert werden. „Ich glaube, Sie fragen danach, wie verlässlich eigentlich der Test ist, den eine dahergelaufene kleine Arbeitsgruppe in Berlin entwickelt hat und den es nun auf der ganzen Welt gibt“, sagte der Virologe und bezeichnete mehrere in diese Richtung gehende Fragen als verkürzte Darstellung: „Das ist etwas komplexer.“

Drosten räumte erklärte, dass es zwar zu falschen Testergebnissen kommen könne. Jedoch gebe es keine sachlichen Argumente gegen die grundlegende Auffassung, dass der PCR-Test das Virus nachweise. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Tansania: Weg vom Wegbeten

Gebete gegen Covid-19 – das hielt Tansanias kürzlich verstorbener Staatschef Magufuli für ausreichend. Seine Nachfolgerin Suluhu erkennt die Gefahr an. Doch ergreift sie auch praktische Maßnahmen?

Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes verkünden weiterhin wenig Beruhigendes über das ostafrikanische Tansania. Es sei ein Gebiet mit einem besonders hohen Infektionsrisiko, steht dort zu lesen. Allerdings veröffentliche die tansanische Regierung auch weiterhin keine Zahlen. Die Frage ist sogar, ob die Regierung die Zahl der Corona-Infektionen überhaupt erhebt. Seit Mai 2020 steht das Land mit seinen 58 Millionen Einwohnern offiziell bei 509 registrierten Corona-Infektionen und 21 Todesfällen. Der im März – möglicherweise ebenfalls an Covid-19 – verstorbene Präsident John Magufuli ignorierte die Pandemie. Er setzte lieber auf Gebete statt auf Prävention und polterte: „Impfen ist unnötig. Wenn die Weißen in der Lage wären, uns Impfstoff zu liefern, dann hätten sie ja auch einen Impfstoff gegen HIV-Aids entwickeln können.“

Im internationalen Kampf gegen die Pandemie stellte sich Magufuli ins Abseits. Anders als die Regierung im noch viel ärmeren Nachbarland Mosambik ergriff Tansania keine Präventionsmaßnahmen: Weder schloss sie die Schulen noch verhängte sie Ausgangssperren. Selbst Masken zu tragen, war unüblich.

Die neue Präsidentin Magufulis  stammt aus Sansibar und wurde von vielen Menschen mit großen Hoffnungen begrüßt. Nur vier Wochen nach Magufulis Tod erklärte Samia Suluhu die Strategie des Nichtstuns gegen Corona für beendet: Tansania könne sich „nicht abschotten wie eine Insel“, sagte sie. Ihr Land könne aber, erklärte sie weiter, „auch nicht einfach alles annehmen, was uns angeboten wird, ohne dass wir gefragt werden“. Sprich: Tansania müsse seinen eigenen Weg finden, um mit der Pandemie fertig zu werden, ohne auf Erkenntnisse und Hilfe aus dem Ausland zu verzichten.

In der Bevölkerung sei das gut angekommen, glaubt der Politologe Nicodemus Mbinde. Dass die Präsidentin die Existenz von Covid-19 im Land anerkenne, sei „ein sehr positiver Schritt“. Ein Jahr lang habe sich Tansania „im Stande der Verleugnung“ befunden – jetzt gebe es wieder „Optimismus und Hoffnung“.

Ein drastischer Kurswechsel Suluhu setzte eine Experten-Kommission ein. Der Bericht des Kommitees wurde vor vier Wochen veröffentlicht. Es war ein Paukenschlag, der das ganze Land erschütterte: Die Expert:innen empfahlen einen drastischen Kurswechsel und 19 konkrete Schritte. Dazu zählte, dass Tansania sich um Impfstoff bei der Covax-Initiative bewerben solle und endlich der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seine Zahlen melden müsse. Genau das hat auch der Internationale Währungsfonds zur Bedingung für einen Notfallkredit in Höhe von fast einer halben Milliarde Euro gemacht.

Was genau die Regierung seitdem in die Wege geleitet hat, ist nicht ganz klar. Bislang gibt es noch nicht einmal eine Plakat-Kampagne zur Aufklärung der Bevölkerung. Beobachter in Daressalam sagen, Frau Suluhu gehe sehr behutsam vor. Sie wolle Gefolgsleute ihres Vorgängers nicht bloßstellen und die eigene Partei nicht verprellen. Aber anders als im Vorjahr werde bei den derzeitigen Haushaltsberatungen für das Gesundheits-Budget des kommenden Jahres über Geld für die Corona-Bekämpfung gesprochen, sagt Elisabeth Bollrich, Büroleiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Daressalam: „Das Bild hat sich deutlich geändert, auch das der Präsidentin in den Medien.“ (Quelle: Tagesschau, 14.06.21)


Söder warnt vor einer zu schnellen Lockerung der Maskenpflicht.

Der Freistaat Bayern will die Maskenpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie auch angesichts weiter sinkender Inzidenzen vorerst nicht aussetzen. „Ich rate da zur Zurückhaltung“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Die Öffnungsschritte in Bayern seien erst eine Woche alt. „Es ist noch nicht absehbar, wie das alles wirkt“, sagte Söder, auch mit Blick auf zahlreiche Partys am Wochenende, nicht nur im Umfeld der Fußball-Europameisterschaft. Die Maske sei neben der Impfung eines der wenigen wirksamen Instrumente im Kampf gegen Corona.

„Ich finde es schade, wenn von Seiten des Bundes, ohne jede Zuständigkeit in der Frage und ohne jede Kompetenz, den Ländern da an der Stelle ein Vorschlag gemacht wird“, sagte Söder. Die FFP2-Maskenpflicht sei ein Erfolg. Er sei dagegen, jetzt zu schnell alles wieder aufzugeben. Vorschnelle Lockerungen hätten sich bereits in der Vergangenheit als Fehler herausgestellt. „Nicht immer gleich alles Acht lassen, wenn der Himmel aufklart“, sagte Söder. ((Quelle: TSP, 14.06.21)


Handel warnt vor Abschaffung der Maskenpflicht

Der Handel hat zurückhaltend auf Forderungen nach einem Ende der Maskenpflicht reagiert. „Wir müssen jetzt alles vermeiden, was die erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie gefährdet und möglicherweise in einen nächsten Lockdown führt“, teilte der Handelsverband Deutschland am Montag mit. Lockerungen der vergangenen Wochen dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden, warnte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Kunden und Händler hätten sich an die Maskenpflicht gewöhnt. „Sie sollte erst abgeschafft werden, wenn die Experten aus Medizin und Politik das für verantwortbar halten.“ ((Quelle: TSP, 14.06.21)


Seehofer nach Corona-Infektion wieder fit im Büro

Nach seiner Corona-Infektion und einer vierwöchigen häuslichen Quarantäne arbeitet Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wieder in Berlin. Seit der vergangenen Woche sei Seehofer wieder im Büro tätig, sagte sein Sprecher Steve Alter am Montag. „Ihm geht es gut“, fasste er den Gesundheitszustand des Ministers zusammen. Nach Angaben seines Arztes habe Seehofer die Infektion überstanden.

Alter hatte Seehofers Corona-Infektion am 10. Mai öffentlich gemacht. Der 71-Jährige selbst hatte im April mitgeteilt, dass er seine erste Impfung erhalten habe. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Experten warnen vor Wiederaufflammen der Pandemie ohne Maskenpflicht

Eine generelle Aufhebung der Maskenpflicht in Deutschland könnte nach Ansicht von Wissenschaftlern ein Wiederaufflammen der Pandemie nach sich ziehen. „Wenn wir nach dem Wegfall der Testpflicht in vielen Situation nun auch noch die Maskenpflicht fallen lassen, sind wir im Grunde in einem ungestörten Leben wie vor der Pandemie“, sagte Eberhard Bodenschatz vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen am Montag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das Virus aber sei noch da und wesentlich infektiöser durch Mutationen. „Warum soll die Pandemie dann nicht wiederkommen?“.

Auch die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Eva Grill, hält es vorerst für wichtig, zumindest drinnen weiterhin Maske zu tragen. „Masken sind ein einfacher und wirksamer Schutz, vor allem in Innenräumen“, so die Epidemiologin von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. „Es geht hier auch um den Schutz vor ansteckenderen neuen Varianten des Virus.“

Aerosolforscher Christof Asbach hält eine Entscheidung für die Abschaffung der Maskenpflicht im Freien für gut nachvollziehbar. In Innenräumen gehe es letztlich um die Frage, welches Risiko man akzeptieren möchte. „Die Wahrscheinlichkeit in Innenräumen auf einen Infizierten zu treffen, bleibt mit und ohne Maskenpflicht gleich“, sagte der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung der dpa. „Das Risiko, sich anzustecken, ist ohne Maske natürlich höher.“ Er plädiere auch an die Vernunft der Menschen, sich unabhängig von Vorgaben in kritischen Situationen zu schützen.

Nach Ansicht des Göttinger Forschers Bodenschatz steigt mit dem Wegfall der Testpflicht die Gefahr, einem hoch ansteckenden asymptomatischen Virusträger zu begegnen und etwa in Innenräumen höheren Viruskonzentrationen ausgesetzt zu sein, weil viele Infizierte nicht mehr erkannt würden. Mit dem Anstieg der Impfquote steige die Zahl der Neuinfektionen vielleicht langsamer, aber auch mit Blick auf die sich ausbreitende Delta-Variante sei mit einem neuerlichen Anstieg zu rechnen. „Ich bin gespannt, was passiert.“ Derzeit helfe das Wetter bei der Bekämpfung der Pandemie mit, weil bei der kühlen Luft am Morgen viel gelüftet werde. „Wenn es heiß wird, bleiben die Fenster oft zu. Das kann dann zum Problem werden, etwa auch in Schulen.“ ((Quelle: TSP, 14.06.21)


Bundesforschungsministerium gibt 40 Mio Euro für Medikamente gegen Corona

Das Bundesforschungsministerium stellt weitere 40 Millionen Euro zur Verfügung, um Medikamente gegen eine Corona-Erkrankung zu entwickeln. „Selbst bei einer hohen Impfrate müssen wir leider damit rechnen, dass Menschen weiter an Covid-19 erkranken. Wir benötigen daher spezifische Therapeutika, um Patientinnen und Patienten bestmöglich behandeln zu können“, sagt Forschungsministerin Anja Karliczek. Bislang standen dafür bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Amnesty ruft zu Corona-Hilfe für Nepal auf

Im Schatten der Corona-Tragödie beim großen Nachbarn Indien hat sich die Gesundheitskrise in Nepal laut Amnesty International dramatisch zugespitzt. Derzeit sei Nepal in derselben verzweifelten Lage, wie sie zuletzt in Indien zu beobachten gewesen sei, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Montag. Das Gesundheitssystem des südasiatischen Landes stehe vor dem Zusammenbruch, die Krankenhäuser seien am Limit, es fehle am Nötigsten.

Um jetzt Tausende Leben zu retten, müssten die Behörden dringend Sauerstoff beschaffen und bereitstellen, sagte Yamini Mishra, Amnesty-Direktorin für die Asien-Pazifik-Region. Bürokratischer Zwist und Untätigkeiten hätten dies bislang verzögert. Darüberhinaus sei es dringend nötig, dass die internationale Gemeinschaft Sauerstoff, Beatmungsgeräte und andere lebensrettenden Produkte zur Verfügung stelle. Auch die Impfstoffe seien viel zu knapp, mahnte Amnesty.

Nepal verzeichne derzeit eine der weltweit höchsten Infektionsraten, in den vergangenen Monaten habe sich Covid-19 rasant schnell ausgebreitet. Bislang wurden in dem Land mit etwa 29 Millionen Einwohnern laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 600.000 Infektionen und 8.366 Corona-Tote gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte Experten zufolge aber deutlich höher sein. Laut Amnesty geht das Gesundheitsforschungsinstitut IHME an der Universität Washington von rund 35.000 Corona-Toten in Nepal bis Ende August aus. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Hälfte der über 60-Jährigen hat vollen Impfschutz

Etwa die Hälfte der Menschen über 60 Jahre hat nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den vollen Impfschutz gegen das Coronavirus erhalten. Über 80 Prozent dieser Gruppe hat mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, wie Spahn am Montag via Twitter mitteilte . (Quelle: TSP, 14.06.21)


KBV gegen stärkere Kontrollen von Coronatest Anbietern

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für schärfere Kontrollen von Coronatest-Anbietern abgelehnt. Ein entsprechender Referentenentwurf verlange von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) „Unmögliches“, so eine KBV-Stellungnahme, auf die die KBV am Montag auf Twitter hinwies. Es sei unmöglich, die Abrechnungen tausender Teststellen rasch zu überprüfen und die Gelder zeitnah auszuzahlen.

Der Entwurf für eine geänderte Testverordnung war vergangene Woche in die Abstimmung zwischen den Bundesministerien gegangen. Er sieht vor, dass die KVen „die Rechtmäßigkeit und Plausibilität der Abrechnungen“ prüfen sollen.

Die KBV stört sich vor allem an der vorgesehenen Prüfung auf Rechtmäßigkeit. „Hiermit würde sich der Vorstand einer jeden Kassenärztlichen Vereinigung einem erheblichen Haftungsrisiko aussetzen.“ Er könnte im Fall rechtswidriger Auszahlungen haftbar gemacht werden. Eine Bestätigung der Rechtmäßigkeit würde sehr lange dauern – die zeitnahe Auszahlung von Geldern „wird daher mit der neuen Testverordnung nicht fortgeführt werden können“.

Mit der neuen Verordnung sollen Betreiber von Teststellen zudem weniger für die Tests abrechnen können. Geändert werden soll die Testverordnung wegen Verdachts auf Betrug von Testbetreibern. (Quelle: TSP, 14.06.21)



Apothekerverband bittet um Geduld bei Ausstellung des digitalen Impfnachweises

Zum Start der Ausstellung von digitalen Corona-Impfausweisen in den Apotheken war das entsprechende Suchportal völlig überlastet. Das Portal http://www.mein-apothekenmanager.de, auf dem Verbraucher bundesweit Apotheken finden können, die digitale Impfnachweise kostenlos ausstellen, war am Montag wegen des großen Andrangs „phasenweise nicht erreichbar“, wie ein Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) sagte.

„Das wird sich kurzfristig einpendeln“, fügte der ABDA-Sprecher hinzu. In den ersten Morgenstunden seien bereits „etliche tausend Zertifikate“ ausgestellt worden. Insgesamt seien bereits mehr als 13.000 der knapp 19.000 Apotheken in Deutschland für die Digitalisierung von Impfnachweisen gelistet.

Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Thomas Dittrich, bat die Bürgerinnen und Bürger um etwas Geduld. „Die Apotheken müssen sich an diesen neuen Ablauf gewöhnen, die müssen diese Sachen umsetzen“, sagte Dittrich im ZDF-„Morgenmagazin“. „Insofern ist es wirklich hilfreich, wenn nicht alle sofort heute oder morgen kommen, sondern über die Zeit verteilt.“

„Es werden alle, die einen digitalen Impfnachweis haben wollen, diesen auch bekommen“, versicherte Dittrich zugleich. Die Apotheken hätten zwar „relativ wenig Zeit“ für die Umsetzung gehabt, „wir haben es aber geschafft“. Am Sonntagabend seien noch letzte Tests vorgenommen worden – „das Ganze funktioniert“.

Wer vollständig gegen Corona geimpft wurde, kann mit seinem gelben Impfausweis oder mit einer Bescheinigung des Impfarztes in die Apotheke kommen. Wichtig ist, auch den Personalausweis oder Reisepass zur Kontrolle dabei zu haben. Die Apotheke kann dann ein digitales Impfzertifikat erstellen, das die Kunden später – etwa bei einer Reise – in Form eines QR-Codes auf dem Smartphone mithilfe einer App vorzeigen können.

Wer kein Smartphone hat oder es nicht für den Impfnachweis nutzen will, kann sich das Zertifikat mit dem QR-Code auch ausdrucken lassen. Ein Nachweis des Impfstatus‘ ist weiterhin auch per gelbem Impfheft oder ärztlicher Bescheinigung möglich.
(Quelle: TSP, 14.06.21)


Grafschafter Zahlen

Bei 15,3 liegt der Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim laut Robert-Koch-Institut am Montag. Damit fällt der Wert weiter leicht, am Sonntag lag er noch bei 18,2. Laut Kreisverwaltung kamen am Montag drei neue Infektionen mit dem Coronavirus im Landkreis dazu. Die Gesamtzahl der Infizierten in der Grafschaft Bentheim liegt damit bei 5348. Als genesen gelten 5198 Menschen im Landkreis.
Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion liegt weiter bei 122. In Quarantäne befinden sich derzeit nach Angaben der Kreisverwaltung 188 Grafschafter.

Von  den aktuell 58 Infektionsfällen gibt es 39 (-3) in Nordhorn. (Quelle: GN, 14.06.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen: 7,3 (am Freitag: 14,6)
Meppen: 8,5 (2,8)
Papenburg: 13,2 (10,6)


Niedersachsen und Corona

Am Montag, 14. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 29 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages zwei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.701. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.235 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 9,8 Fälle je 100.000 Einwohner (9,9 am Vortag). (Quelle: NDR, 14.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken und liegt nun bei 16,6 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wie das Robert-Koch-Institut am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden innerhalb eines Tages 549 Neuinfektionen sowie zehn Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert.

Am vergangenen Montag waren 1.117 Neuinfektionen gezählt worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag vor einer Woche bei 24,3. Der Wert ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Die Zahl der Neuinfektionen liegt in der Regel am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 3.715.518. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 89.844. Die Zahl der von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf 3.580.600. (Quelle: RKI, 14.06.21)


US-Klinik droht bei Nicht-Impfung mit Entlassung

Eine US-Richterin hat eine Klage von mehr als hundert Angestellten eines der größten Krankenhäuser des Bundesstaates Texas gegen eine faktische Impfpflicht an ihrem Arbeitsplatz abgeschmettert. „Eine Covid-19-Impfung ist keine illegale Handlung und wird nicht strafrechtlich geahndet“, erklärte Bundesrichterin Lynn Hughes am Samstag (Ortszeit).

Hughes rügte zudem die Initiatorin des Protests, die Pflegerin Jennifer Bridges, für die Aussage, dass die Drohung mit Entlassung bei einer Impfverweigerung wie „medizinische Zwangsexperimente während des Holocausts“ sei. „Die Gleichsetzung der Impfpflicht mit medizinischen Experimenten in Konzentrationslagern ist verwerflich,“ erklärte die Richterin. Bridges und 116 weitere Mitarbeiter des Houston Methodist Hospital in der texanischen Hauptstadt hatten Klage gegen ihren Arbeitgeber eingereicht, weil dieser eine Frist für eine erste Impfung gesetzt hatte. Bei Verstreichenlassen droht den Mitarbeitern die Kündigung. Bridges und ihre Kollegen hatten argumentiert, dies sei illegal, weil die Impfstoffe lediglich eine Notfallzulassung hätten.

In den USA haben bisher 173 Millionen Menschen, mehr als 50 Prozent der Bevölkerung, mindestens eine Dosis eines Covid-19-Impfstoffs erhalten. Umfragen zeigen jedoch, dass Mitarbeiter im Gesundheitswesen zu den größten Impfskeptikern des Landes gehören. (Quelle: TSP, 14.06.21)


Maskenpflicht in Dänemark so gut wie vorbei

Die Däninnen und Dänen müssen von nun an kaum noch Mund-Nasen-Schutz tragen. Die seit Monaten im Kampf gegen das Coronavirus geltende Pflicht zum Tragen einer Maske oder eines Visiers ist zum Montag für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben worden. Darauf hatten sich die Regierung und der Großteil der Parlamentsparteien geeinigt. Einen solchen Corona-Schutz muss man in Dänemark jetzt nur noch im öffentlichen Nahverkehr tragen, wenn man dort nicht sitzt. Bis zum 1. September soll die Maske dann gänzlich verschwinden.

Dänemark hatte seinen schrittweisen Weg aus den Corona-Maßnahmen schon im Frühjahr eingeleitet. Seitdem sind zahlreiche Beschränkungen im Land zurückgefahren worden, so dass mittlerweile im Grunde alles wieder offen ist bis auf die Diskotheken, die nun voraussichtlich Anfang September öffnen dürfen.

Die Zahl der Neuinfektionen war in Dänemark im Zuge der Lockerungen leicht gestiegen, allerdings nicht in die Höhe geschossen. Seit einigen Tagen sinkt die Inzidenz wieder: Am Sonntag wurden nur 315 nachgewiesene Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden gemeldet – das war der niedrigste Wert seit Mitte Februar. Allerdings wurden auch weniger Menschen als normalerweise getestet. Bei den jüngsten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC lag Dänemark bei einer 14-Tages-Inzidenz von rund 215, was dem höchsten Wert im Europäischen Wirtschaftsraum entsprach. Allerdings sind die Werte in zahlreichen weiteren Ländern auch zuletzt rapide gesunken. (Quelle: TSP, 14.06.21)



Nach Corona-Erkrankung: Ex-Box-Weltmeister Powetkin beendet seine Karriere

Der ehemalige Schwergewichts-Weltmeister Alexander Powetkin hat das Ende seiner Box-Karriere verkündet. Der 41-Jährige begründet seine Entscheidung mit den Folgen einer Corona-Erkrankung. „Ich fühle mich, als ob ich betrunken wäre“, sagte Powetkin der russischen Nachrichtenagentur TASS. „Ich brauche eine umfangreiche Behandlung und bin keine 20 mehr“.

Der Russe hielt den Titel der World Boxing Association (WBA) zwischen 2011 und 2013 und brachte es in 40 Profi-Kämpfen auf 36 Siege (davon 25 durch Knock-out), drei Niederlagen und ein Remis.

Zwei seiner Niederlagen kassierte Powetkin in WM-Fights gegen zwei der besten Schwergewichtler der vergangenen Jahrzehnte: 2013 in Moskau gegen Wladimir Klitschko nach Punkten und 2018 in Wembley gegen Anthony Joshua durch technischen Knock-out. (Quelle: SPIEGEL; 13.06.21)


Apotheken geben ab Montag digitale Impfnachweise aus

Apotheken in Deutschland beginnen am Montag schrittweise mit dem Ausstellen digitaler Corona-Impfnachweise. Menschen, die bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, können sich dort nachträglich eine Bescheinigung mit dem für den digitalen Impfpass nötigen QR-Code abholen. Die Apothekerverbände wiesen allerdings darauf hin, dass die Zahl der teilnehmenden Apotheken in den ersten Tagen aus technischen und organisatorischen Gründen noch begrenzt sei und baten um Geduld. Die Website mein-apothekenmanager.de soll ab Montag anzeigen, welche Apotheke vor Ort den digitalen Impfpass anbietet.

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Der Code aus schwarzen und weißen Quadraten wird künftig in der Regel mit dem zweiten Impfgang im Impfzentrum oder beim Arzt ausgehändigt und kann dann mit einer von mehreren kostenlosen Handy-Apps eingescannt werden. Ob, ab wann und wie neben Apotheken auch Impfzentren oder Ärzte auch Nachweise für die bereits vor der Einführung vollständig geimpften rund 20 Millionen Menschen ausstellen, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Weil setzt weiter auf Maskenpflicht

In der Debatte um Corona-Lockerungen hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil Forderungen nach einer möglichen Aufhebung der Maskenpflicht etwa in Schulen eine Absage erteilt.

Der SPD-Politiker betonte, dass das Virus nach wie vor in der Welt sei und man auf das Tragen von Masken nicht verzichten dürfe – vor allem in Hinblick auf die Virus-Mutationen. Zwar könne im Freien auf Masken verzichtet werden, in geschlossenen Räumen hingegen nicht, wie er dem NDR Niedersachsen am Sonntag sagte.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte angeregt, die Maskenpflicht in Schulen zu überprüfen, weil Kinder besonders von den Corona-Einschränkungen betroffen seien. Auch andere Politiker sind für eine Überprüfung der Regel. Weil hingegen bezweifelt, dass gerade in Schulen mit großen Gruppen und geschlossenen Räumen kurzfristig die Maskenpflicht aufgehoben werde. Er verweist darauf, dass in Schulen immer wieder Corona-Infektionen nachgewiesen würden.

Auch die Maskenpflicht im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) dürfte noch lange Bestand haben. „Dort dürfte eine Aufhebung der Maskenpflicht als letztes in Betracht kommen.“ Darüber sollte erst nachgedacht werden, wenn große Teile der Bevölkerung geimpft seien. „Wir sind gut beraten abzuwarten, wie wir in den Herbst kommen und wie sich die Situation dann darstellt.“ (Quelle: NDR, 13.06.21)


EMA rät zur Zurückhaltung mit Astrazeneca-Impfungen auch bei Älteren

Ein Vertreter der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) wirbt für Zurückhaltung bei der Verimpfung des Wirkstoffs von Astrazeneca auch bei Menschen im Alter von über 60 Jahren. „Im Kontext der Pandemie war und ist es unsere Position, dass der Nutzen einer Astrazeneca-Impfung die Risiken in allen Altersgruppen übersteigt“, sagt EMA-Impfexperte Marco Cavaleri der italienischen Zeitung „La Stampa“.

Auf Nachfrage sagte Cavaleri, die Behörden sollten aber nicht nur für Jüngere, sondern auch für Personen über 60 eher mRNA-Impfstoffe wie jene von Biontech/Pfizer und Moderna empfehlen. „Viele Länder wie Frankreich und Deutschland erwägen dies mit Blick auf die größere Verfügbarkeit von mRNA-Vakzinen.“ (Quelle: TSP, 13.06.21)


Südafrika fordert Einhaltung von G7-Impfstoffzusagen

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat die G7-Staaten aufgefordert, ihr Versprechen einzuhalten, ärmeren Ländern verstärkt bei der Finanzierung von Corona-Impfstoffen zu helfen. „Wir müssen die beträchtliche Finanzierungslücke für Tests, Behandlungen, kritische Versorgung wie Sauerstoff und die Gesundheitssysteme schließen“, sagte Ramaphosa, der auch der Afrikanischen Union vorsitzt, während des Spitzentreffens in Carbis Bay im englischen Cornwall. Die Finanzierungslücke von 16,8 Milliarden US-Dollar (13,87 Milliarden Euro) des Programms ACT Accelerator der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Corona-Impfstoffe, Diagnostika und Tests fördert, müsse schnellstens geschlossen werden, teilte die südafrikanische Regierung in einer Mitteilung am Sonntag mit. ((Quelle: TSP, 13.06.21)


Biden fordert von China Klarheit über Herkunft des Virus

US-Präsident Joe Biden fordert von China Klarheit über die Herkunft des Virus. Dazu müsse die Volksrepublik den damit betrauten Forschern Zugang verschaffen, sagt Biden nach dem G7-Gipfel. Es gehe darum herauszufinden, ob das Coronavirus natürlicher Herkunft sei oder das Ergebnis eines „Experiments, das in einem Labor schiefgegangen ist“. Fehlende Transparenz könnte zu einer weiteren Pandemie führen, mahnt Biden. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Johnson lehnt Patentaufhebung bei Corona-Impfstoffen ab

Der britische Premierminister Boris Johnson lehnt eine Aufhebung von Patenten für die Herstellung von Corona-Impfstoffen weiterhin ab. Zentral sei, weltweit Produktionsstätten aufzubauen, vor allem in Afrika, sagte Johnson zum Abschluss des G7-Gipfels im südwestenglischen Cornwall. Auch Know-how müsse geteilt werden. Aber zugleich müssten Anreize für Innovationen geschützt werden, mahnte Johnson. Der richtige Weg sei es, Impfstoffe zum Selbstkostenpreis zu verteilen, wie es der britisch-schwedische Konzern Astrazeneca tut.

Johnson lobte, das Vakzin, das Astrazeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat, sei „der beliebteste Impfstoff der Welt“. Mehr als eine Milliarde Menschen seien geschützt wegen der Entwicklung des Impfmittels, das von der britischen Regierung finanziert worden sei. Dies sei „ein Akt der Großzügigkeit von Astrazeneca“. (Quelle: TSP, 13.06.21)



G7-Versprechen: 2,3 Milliarden Impfdosen für ärmere Länder bis Ende 2022

Die G7-Staaten werden nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel ärmeren Ländern bis Ende 2022 2,3 Milliarden Corona-Impfdosen liefern. Deutschland finanziere vor allem über die internationale Impfinitiative Covax dabei umgerechnet 350 Millionen Impfdosen, sagte Merkel am Sonntag am Rande des G7-Gipfels. Aus eigenen Beständen werde man zunächst 30 Millionen Dosen spenden. Es könnten aber noch mehr werden, wenn es einen Überschuss gebe. Derzeit sei es schwierig, auf diesem Feld Zusagen zu machen, weil man etwa durch die Kürzung beim Hersteller Johnson & Johnson wieder die Erfahrung gemacht habe, dass nicht alle bestellten Impfstoffmengen geliefert würden.

„Wenn wir etwas überzählig haben, werden wir das weitergeben“, sagte Merkel mit Blick vor allem auf das vierte Quartal, wenn mehr Impfstoff von den Firmen geliefert werden solle, als für die Impfungen der Menschen in Deutschland nötig ist. Die Bundesregierung wolle ausdrücklich, dass Impfstoffe künftig auch in Afrika produziert würden. Sie freue sich deshalb, dass das deutsche Unternehmen Biontech dazu bereits die Initiative ergriffen habe. (Quelle: TSP, 13.06.21)


G7 will bei Suche nach Ursprung des Coronavirus nicht locker lassen

Die großen Industrienationen (G7) wollen bei der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus nicht locker lassen. In der Abschlusserklärung des G7-Gipfels im englischen Carbis Bay wurde am Sonntag eine „zeitnahe, transparente, von Experten geführte und wissenschaftlich basierte Studie“ gefordert. Die Ermittlungen sollen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als zweite Phase der ersten Ermittlungen im Januar und Februar in China organisiert werden.

Die Studie soll wie von den beteiligten Experten empfohlen auch in China stattfinden, heißt es im Text. Diese Formulierung scheint zumindest die Möglichkeit einzuschließen, wie von China gefordert, zusätzlich auch noch anderswo zu ermitteln. Mit dieser Forderung will Peking seine These untermauern, dass das Virus nicht unbedingt aus China stammt, sondern auch aus dem Ausland gekommen sein könnte. Dahinter steckt die Sorge, für die Pandemie angeprangert zu werden. ((Quelle: TSP, 13.06.21)


Experten erwarten vermehrte Hackerangriffe

15.00 Uhr: Experten für Cybersicherheit gehen wegen der Pandemie von vermehrten Hackerangriffen in Deutschland und Europa aus. Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, sagt der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«, der Digitalisierungsschub habe die Bedrohungslage verändert. »Viele Unternehmen mussten in kürzester Zeit Homeoffice ermöglichen. Dabei ist viel digitalisiert worden in der Hoffnung, dass erst einmal alles funktioniert.«

Die Informationssicherheit sei dabei oftmals »vernachlässigt worden«. Analysten befürchten vor allem sogenannte Ransomware-Angriffe, bei denen Hacker massenhaft Daten von Firmen stehlen und sie anschließend verschlüsseln, um Lösegeld zu erpressen. In den vergangenen Monaten haben solche Attacken Firmen auf der ganzen Welt lahmgelegt, in Amerika zum Beispiel einen Pipeline-Betreiber.


Auto-Verlosung für Impfwillige in Moskau

Angesichts drastisch steigender Corona-Zahlen in der russischen Hauptstadt Moskau wollen die Behörden mehr Anreize für eine Impfung schaffen. Bis Mitte Juli werden unter Leuten, die sich erstmals impfen lassen, jede Woche fünf Autos verlost, wie Bürgermeister Sergej Sobjanin am Sonntag in seinem Blog schrieb. „Der Hauptgewinn für diejenigen, die sich impfen lassen, ist natürlich nicht mit einem Auto gleichzusetzen – es ist Ihre eigene Gesundheit.“ Für ältere Menschen in Moskau gibt es bereits Geschenkgutscheine nach einer Immunisierung.

Am Sonntag meldeten die Behörden rund 7700 Neuinfektionen in der 12-Millionen-Einwohner-Metropole – so viele wie seit Ende Dezember nicht mehr. In Europas größter Stadt gelten deshalb wieder Beschränkungen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Sobjanin ordnete arbeitsfreie Tage bis zum kommenden Sonntag an. Zudem müssen öffentliche Spielplätze schließen. Restaurants und Clubs dürfen zwischen 23 Uhr und 6 Uhr keine Gäste mehr empfangen. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Delmenhorst bleibt Schlusslicht

Die Stadt Delmenhorst hat weiterhin die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen. Am Sonntag stieg der Wert nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von rund 37 auf 40. Alle anderen Landkreise und kreisfreien Städte liegen mittlerweile unter dem Grenzwert von 35. Am besten ist die Lage im Landkreis Wesermarsch mit einer Inzidenz von Null. Im landesweiten Durchschnitt ist der Wert unter 10 gesunken. Laut RKI wurden binnen einer Woche 9,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert. (Quelle: NDR, 13.06.21)


Entwicklungsorganisationen fordern Klarheit über Impfspenden der G7

Entwicklungsorganisationen haben „mehr Klarheit“ über die versprochenen Impfstoffspenden der G7 für ärmere Länder gefordert. Auf dem Gipfel der großen Industrienationen (G7) im englischen Carbis Bay sprach Romilly Greenhill von der Organisation One am Sonntag von einem „geheimnisvollen Nebel“, der die genannten Zahlen umhülle. „Die Welt muss einen klaren Fahrplan sehen.“

Fraglich sei, wo die Impfstoffe herkommen sollen. Auch sei unklar, was wirklich neu oder von früheren Zusagen erneuert worden sei. So hatte Gastgeber Großbritannien von einer Milliarde Impfspenden bis Ende nächsten Jahres gesprochen – Kanzlerin Angela Merkel eher vage von der Verteilung von insgesamt 2,3 Milliarden Dosen.

Greenhill fragte auch, wie die G7 die Versorgungskrise durch den Exportstopp Indiens auffangen wolle, das als Hauptlieferant für die Impfplattform Covax dienen sollte. Wegen der schweren Infektionswelle im eigenen Land hatte Neu Delhi im April die Ausfuhren eingestellt.

Das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) initiierte Impfprogramm Covax hatte bis Sonntag erst 83 Millionen Impfdosen an 131 Länder ausgeliefert. Geplant war deutlich mehr. Das liegt nicht nur am Exportstopp Indiens, sondern auch daran, dass die reichen Länder den Impfstoff zum Großteil zunächst für sich selbst aufgekauft haben. So ist das dringendste Problem der Mangel an Impfstoff. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Grafschafter Zahlen

Vier Neuinfektionen mit dem Coronavirus gibt es am Sonntag in der Grafschaft Bentheim. Das geht aus der Corona-Statistik des Landkreises, dem sogenannten Dashboard, hervor. Das Robert-Koch-Institut beziffert den Sieben-Tage-Inzidenzwert auf 18,2 am Sonntag. Am Freitag und am Sonnabend lag dieser Wert noch bei 19.0. Am Sonntag befinden sich 205 Bürger in Quarantäne.
Die Zahl der bekannt gewordenen Covid-19-Fälle ist seit Beginn der Pandemie auf 5345 gestiegen. Als genesen gelten 5162 Grafschafter, das sind sieben mehr als noch am Samstag. Insgesamt sind dem Landkreis aktuell 61 Infektionen bekannt. In Zusammenhang mit dem Virus werden weiterhin 122 Todesfälle genannt.

42 (-2) der aktuell 61 Infektionen im Landkreis verzeichnet die Stadt Nordhorn.


Euro2020: Portugals Cancelo positiv getestet

Der portugiesische Verteidiger Joao Cancelo ist kurz vor dem EM-Debüt der Mannschaft von Superstar Cristiano Ronaldo am Dienstag gegen Ungarn positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dem 27-Jährigen, der bei Manchester City unter Vertrag steht, gehe es soweit gut und er habe sich in Budapest in Isolation begeben, teilte der portugiesische Fußballverband FPF am Sonntag mit. Für Cancelo rücke U21-Nationalspieler Diogo Dalot (22) vom AC Mailand nach. Vier Tage nach dem Spiel gegen Ungarn ist Deutschland in München (18 Uhr) Gegner der „Selecao“. (Quelle: ZDF, 13.06.21)



Emsland-Zahlen

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts beträgt die heutige Anzahl der Gesamtinfizierten  12.634. Das sind acht Infektionen mehr als gestern.  Die 7-Tagesinzidenz im Emsland liegt damit bei 9,5 (8,3 gestern). Ob diese Anzahl bestätigt wird, kann -wie im Emsland üblich-  erst am Montag mitgeteilt werden. Erst dann teilt die Krisverwaltung der eigenen Bevölkerung die Corona-Zahlen mit. (Quelle: ER, 12.06.21)


Niedersachsen und Corona

Nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ist die Sieben-Tage-Inzidenz nun auch in Niedersachsen unter die Marke von zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gefallen. Wie aus Daten des Landesgesundheitsministeriums hervorgeht, beträgt der aktuelle Wert 9,9 (Vortag: 10,4 / Vorwoche: 17,6). Demnach wurden seit gestern landesweit 87 neue Fälle laborbestätigt. Gestern waren es 78, vor einer Woche 128. Zwei weitere Infizierte starben in Niedersachsen, die Gesamtzahl liegt nun bei 5.699 Verstorbenen. Auch heute reißt nur eine Kommune landesweit die 35er-Inzidenzmarke: die kreisfreie Stadt Delmenhorst. Der Wert beträgt dort 40,0. (Quelle: NDR, 13.06.21)


Geldbuße für Bolsonaro 

Weil er ohne Mund-Nasen-Schutz an einem Motorrad-Korso teilnahm, muss Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro knapp 90 Euro zahlen. Die Behörden in São Paulo verhängten die Strafe, nachdem Bolsonaro dort am Samstag mit einem Helm ohne Visier tausende Teilnehmer des Korsos „Lasst uns Gas geben für Christus“ anführte. Auch sein Sohn Eduardo und Infrastrukturminister Tarcisio Gomes müssen jeweils knapp 90 Euro zahlen, weil sie wie Bolsonaro keine Masken trugen und bei der anschließenden Kundgebung die Abstandsregeln nicht einhielten. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Studie – Hohe Impfquote mindert Corona-Risiko für junge Ungeimpfte

Eine hohe Impfquote im Land kann offenbar das Risiko für ungeimpfte Jugendliche vermindern, sich mit Corona anzustecken. Das zeigen Gesundheitsdaten aus Israel, die im Fachjournal „Nature Medicine“ vorgestellt werden. Mit zunehmender Zahl geimpfter Erwachsener wurden demnach immer weniger unter 16-Jährige positiv auf Corona getestet – im Mittel halbierte sich der Anteil positiv Getesteter in der noch ungeimpften Bevölkerung mit jedem Anstieg um 20 Prozentpunkte beim Anteil Geimpfter.

Die Daten stützen die Hoffnung, dass die Kinder in Deutschland im Herbst vor größeren Ansteckungswellen geschützt sein könnten, wenn bis dahin ein Großteil der Erwachsenen den vollen Impfschutz hat. Die Forscher merken allerdings an, dass bei den Ergebnissen die Möglichkeit einer natürlich erworbenen Immunität gegen Corona – also durch überstandene Infektion – bei den unter 16-Jährigen nicht berücksichtigt wurde. Zudem habe es zeitweise Lockdown-Maßnahmen gegeben, deren Einfluss auf das Infektionsgeschehen in der Auswertung nicht berücksichtigt sei. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Justizministerin Lambrecht: Maskenpflicht auf Verhältnismäßigkeit überprüfen

Angesichts der abflauenden Coronavirus-Pandemie fordert Bundesjustizministerin Christine Lambrecht die Länder auf, die weitere Fortdauer der Maskenpflicht zu überprüfen. Die Länder müssten klären, „ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig ist, wenn die Inzidenzzahlen niedrig sind und weiter sinken“, sagte die SPD-Politikerin der „Bild am Sonntag“. „Das gilt auch für die Schulen, denn Schülerinnen und Schüler sind von der Maskenpflicht besonders betroffen.“

Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) forderte ein komplettes Ende der Maskenpflicht. „Bei einer klaren Inzidenz unter 35 darf der Staat gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken. Die allgemeine Maskenpflicht müsste daher bei strenger Auslegung des Infektionsschutzgesetzes aufgehoben werden, erst recht draußen“, sagt Kubicki dem Blatt. Die Landesregierungen müssten jetzt zügig ihre Verordnungen ändern, sonst werden sie bald von den Verwaltungsgerichten gezwungen. Der Staat solle lieber eine Informationskampagne aufsetzen, die erklärt, wie sich Menschen in U-Bahnen und Menschenansammlungen mit Masken schützen können. „Die Eigenverantwortung der Menschen muss wieder zentraler Bestandteil unseres Zusammenlebens werden – nicht die ständige Vorgabe von Verhaltensregeln durch den Staat.“

In Dänemark wird ab diesem Montag die Pflicht zum Tragen einer Maske für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben. Einzige Ausnahme davon bleibt der öffentliche Nahverkehr – dort aber auch nur, wenn man nicht sitzt. (Quelle: TSP, 13.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1489 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.58 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2440 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 17,3 an (Vortag: 18,3; Vorwoche: 24,7).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 18 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 74 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.714.969 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.576.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.834 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Samstagabend bei 0,85 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 85 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 13.06.21)


Warum 75 Millionen Impfstoffdosen wegzuwerfen sind

Über die Kontamination von Impfstoff in der Emergent BioSolutions Vakzinefabrik im Südosten von Baltimore (Maryland) hat die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) jetzt Einzelheiten  veröffentlicht. Insgesamt sind durch die Produktionsfehler 75 Millionen Dosen des von Johnson & Johnson entwickelten Coronavirus-Impfstoffs unbrauchbar geworden. Das Unternehmen konnte danach wochenlang einen Vorbereitungsbereich für Impfstoffbestandteile nicht steril abriegeln, weil es den Transport von Produktionsabfällen durch den Bereich zuließ, teilte die Food and Drug Administration in einem Memorandum nach Analyse des Betriebs mite.

Das Memo, das am späten Freitag (Ortszeit) auf der FDA-Website veröffentlicht wurde, bietet die bisher umfassendste Erklärung dafür, warum die Aufsichtsbehörden sicher sind, dass Dutzende Millionen Dosen des in dieser Fabrik hergestellten Impfstoffs von Johnson & Johnson verworfen werden müssen.

Die DA-Behörde riet Johnson & Johnson riet Johnson & Johnson am Freitag,  60 Millionen Dosen sofort wegzuwerfen. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der Dosen auf 75 Millionen, die aufgrund einer Kontamination bei Johnson & Johnsons Subunternehmer  nicht verwendet werden können.

Die Fabrik zur Herstellung von Impfstoffen war vor zwei Monaten geschlossen, während die Aufsichtsbehörden die Ursache der Kontamination ermittelteten und ob es sicher ist, die Anlage wieder zu öffnen.

In dem FDA-Bericht heißt es, dass Emergent es versäumt habe, Zonen, in denen die von Johnson & Johnson und AstraZeneca entwickelten Impfstoffe produzierten, ordnungsgemäß voneinander zu trennen, um eine Kreuzkontamination zu verhindern, die die jeweiligen Dosen unsicher oder unwirksam machen könnte. Es wurde von Dr. Peter Marks, dem führenden Impfstoffregulator der F.D.A., geschrieben und an Johnson & Johnson zugestellt. (Quelle: NYT, 12.06.21)


Delta-Variante: Schwerere Krankheitsverläufe in China bei Infektionen

Ärzte im Südosten Chinas berichten von schwereren Krankheitsverläufen bei Patienten, die sich mit der Delta-Variante des Coronavirus infiziert haben, im Vergleich zur Ursprungsvariante. Das berichtet die „New York Times„. Die Patienten würden kränker und ihr Zustand verschlechtere sich viel schneller. Das hätten Ärzte am Donnerstag und Freitag dem staatlichen Fernsehen in China gesagt. Die Viruskonzentrationen im Körper steige auf höhere Werte als bisher und sinke dann nur langsam.

Bis zu 12 Prozent der Patienten werden innerhalb von drei bis vier Tagen nach Einsetzen der Symptome schwer oder sehr schwer krank, zitiert die Zeitung den Direktor der Intensivmedizin an der Sun Yat-sen-Universität in der Stadt Guangzhou, wo sich der Ausbruch konzentriert habe. In der Vergangenheit habe der Anteil 2 oder 3 Prozent betragen, gelegentlich aber auch bis zu 10 Prozent.

Die WHO hatte einen Strang der zuerst in Indien entdeckten Corona-Variante B.1.617, nämlich die Unterlinie Delta, als „besorgniserregend“ eingestuft. Bei den beiden weiteren Strängen der Mutante sei ein geringeres Ansteckungsrisiko beobachtet worden. Die Variante B.1.617 wird wegen ihrer Zersplitterung in drei Stränge auch als Dreifach-Mutante bezeichnet.

In Untersuchungen sei deutlich geworden, dass mit der als Delta bekannten Unterlinie B.1.617.2 ein höheres Risiko für die Allgemeinheit verbunden ist. (Quelle: TSP, NYT, 12.06.21)


USA melden mehr als zwei Millionen Flugpassagiere pro Tag

In den USA erholt sich die Luftfahrtbranche wieder von den Folgen der Corona-Pandemie. Wie die US-Transportsicherheitsbehörde TSA bekannt gab, passierten am Tag zuvor, dem 11. Juni, 2,03 Millionen die Sicherheitskontrollen an den US-Flughäfen.

Es war das erste Mal seit März 2020, das die Zwei-Millionen-Marke überschritten wurde. Seit in den USA ab dem Frühjahr immer mehr Menschen geimpft wurden, zogen auch die Flugbuchungen an. 2020 waren am 11. Juni 1,5 Millionen Menschen weniger geflogen. 2019 waren es aber noch um rund ein Viertel mehr gewesen als an diesem Freitag. (Quelle: WDR, 12.06.21)


Frankreich: 30 Millionen Menschen mindestens ein Mal geimpft

Frankreich hat die symbolisch bedeutsame Schwelle von 30 Millionen Menschen mit mindestens einer Corona-Impfung überschritten. „Ziel erreicht! Danke an alle, die für die Impfungen mobil machen“, erklärte Premierminister Jean Castex auf Twitter. Das Ziel, 30 Millionen der insgesamt rund 67 Millionen Bürger mindestens eine Corona-Impfspritze zu verabreichen, hatte sich die Regierung in Paris für Mitte Juni gesetzt.
(Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Merkel: G7-Gruppe will Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen ermöglichen

Deutschland und die anderen G7-Staaten wollen nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis 2022 die Verteilung von insgesamt 2,3 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff an Entwicklungsländer ermöglichen. Die G7-Gruppe habe eine globale Verantwortung, sagte Merkel laut der Nachrichtenagentur dpa am Rande des G7-Gipfels im südwestenglischen Carbis Bay. Ein finaler Beschluss des Gipfels liegt aber noch nicht vor.

Unklar ist auch, wie sich die Verteilung der 2,3 Milliarden Dosen zusammensetzt. Als möglich gilt, dass es sich teils um Spenden handelt, aber auch die Finanzierung von Impfstoffen und der Aufbau von Produktionsstätten in die Berechnung mit einfließen. Zuvor war eine Impfstoffspende der G7-Gruppe von mindestens einer Milliarde Dosen im Gespräch. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


6,5 Millionen J&J-Impfdosen weniger für Deutschland

Nach einer Panne in einem Impfstoff-Werk im Johnson & Johnson Produktionsstätte in Baltimore (USA) muss Deutschland auf einen Großteil der von Johnson & Johnson zugesagten Lieferungen vorerst verzichten. Das Pharmaunternehmen werde im zweiten Quartal etwa 6,5 Millionen Impfdosen weniger liefern als geplant, teilte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums mit. „Das ist bedauerlich, denn jede Impfdose zählt. Daher erwarten wir von Johnson & Johnson, dass diese Menge im Juli schnellstmöglich nachgeliefert wird.“ Ursprünglich sollten im laufenden Quartal 10,1 Millionen Dosen des Impfstoffs in Deutschland eintreffen.

Mehrere Chargen im Umfang von jeweils mehreren Millionen Dosen sind nach Medienangaben  wegen einer möglichen Kontamination unbrauchbar, hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA bereits am Freitag mitgeteilt. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass 60 Millionen Impfdosen betroffen seien. Kanada kündigte am Samstag  einen Auslieferungsstopp für 300.000 betroffene Impfdosen an.(Quelle: Tagesschau, TSOP, 12.06.21)


Bischof in Peru stirbt an Covid-19

In Peru ist erstmals ein amtierender Bischof an Covid-19 gestorben. Der 74 Jahre alte Ivo Baldi Gaburri erlag nach zweiwöchiger Behandlung im Krankenhaus den Folgen einer Corona-Infektion. Der gebürtige Italiener hat die Diözese nördlich der Hauptstadt Lima seit 2008 geleitet. Die peruanischen Bischöfe reagierten „mit großer Trauer“ auf die Todesnachricht und baten um Gebete für den Verstorbenen. Auch in Italien bekundeten Kirchenvertreter ihre Anteilnahme. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Berlin: Impfärztin soll Blanko-Impfausweise ausgestellt haben

Die Berliner Polizei ermittelt gegen eine Berliner Impfärztin wegen Betrugsverdachts. Sie soll im Impfzentrum Arena in Treptow neben ihrer regulären Tätigkeit mehrere Blanko-Impfausweise mit Stempel und Chargen-Aufklebern versehen haben. Das sagte eine Polizeisprecherin dem RBB. Die Ärztin sei vor Ort festgenommen und nach der Feststellung ihrer Personalien vor Ort wieder entlassen worden. (Quelle: TSP, 12.06.21)


Arbeitsfreie Woche in Moskau angeordnet – Fanmeile bleibt

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Fallzahlen hat Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin eine arbeitsfreie Woche angeordnet. In der vergangenen Woche habe sich die Corona-Lage „deutlich verschlechtert“, teilte Sobjanin mit. Um den Anstieg der Fallzahlen zu bremsen und „Menschenleben zu retten“, habe er daher angeordnet, dass in der kommenden Woche in Moskau nicht gearbeitet werden soll – auch nicht im Homeoffice, erklärte Sobjanin. Der kommende Montag ist in Russland wegen eines Feiertags ohnehin kein Werktag. Das Dekret betrifft alle Beschäftigten in der Zwölf-Millionen-Metropole, ausgenommen sind systemrelevante Tätigkeiten. Die Betroffenen sollen weiter ihren Lohn erhalten.

Die Fanmeile zur Fußball-Europameisterschaft ist von der Lockdown-Maßnahme aber nicht betroffen. Auf ihr werde wie geplant weitergearbeitet, teilten die Behörden der Staatsagentur Ria Nowosti zufolge am Samstag mit. Dort sei ohnehin die Anzahl der Menschen auf 5.000 begrenzt. Hineingelassen werde nur, wer sich vorher online angemeldet hat. Die Zuschauer müssten zudem Masken tragen und Abstand halten. Außerdem werde am Eingang die Temperatur gemessen. (Quelle: ARD/TSP, 12.06.21)


Fünf Millionen Infektionen in Afrika

Die Zahl der Corona-Infektionen in Afrika hat die Schwelle von fünf Millionen überschritten. Bislang wurden nach Angaben staatlicher Stellen von 54 Ländern 5.008.656 Ansteckungen registriert. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass dies nur ein Bruchteil der wirklichen Infektionen ist – Experten gehen in den meisten armen Ländern Afrikas von einer extrem hohen Dunkelziffer aus. Afrika ist inzwischen der einzige Kontinent, auf dem die Corona-Pandemie noch zunimmt. Derzeit steigt die Zahl der wöchentlichen Infektionen um rund 30 Prozent. Insgesamt starben in Afrika offiziell mehr als 134.000 Menschen, ihre Zahl stieg in dieser Woche um 16 Prozent. Besonders betroffen sind Ägypten, Südafrika, Tunesien, Uganda und Sambia. (Quelle: ARD, 12.06.21)


Putin zeichnet Impfstoff-Entwickler aus 

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Entwickler des russischen Impfstoffs Sputnik V ausgezeichnet. Der Impfstoff wurde vor zehn Monaten als weltweit erster für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben. „Als die Menschen auf der ganzen Welt darauf gewartet haben, dass Wissenschaftler sie vor der Coronavirus-Pandemie retten, haben das unsere Forscher geschafft“, sagte Putin bei der Ehrung. Weil der Wirkstoff vor Abschluss wichtiger Tests auf den Markt kam, sind viele Russen skeptisch und lehnen eine Impfung ab.  (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Premier Johnson hat Zweifel an kompletter Lockerung zum 21. Juni

Der britische Premierminister Boris Johnson hat Zweifel an der für den 21. Juni geplanten Aufhebung aller restlichen Corona-Beschränkungen in England erkennen lassen. Auf die Frage, ob er nun weniger optimistisch sei als noch Ende Mai, sagte Johnson dem Sender Sky News: „Ja, das ist sicherlich angemessen.“ Die Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante des Virus sei sehr beunruhigend. Diese Variante werde leichter übertragen. Es stimme auch, dass Fallzahlen und Zahl der Krankenhausaufenthalte stiegen. Inwieweit sich das auf die Zahl der Todesopfer auswirke, lasse sich noch nicht sagen. Johnson will am Montag bekanntgeben, wie sein weiterer Fahrplan aussieht. Es wird vermutet, dass Johnson einen Aufschub um bis zu vier Wochen verkünden wird. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Saudi-Arabien erlaubt nur 60.000 Pilger zur Hadsch

Aus Angst vor der Ausbreitung neuer Varianten des Coronavirus schränkt Saudi-Arabien die Zahl der Pilger bei der muslimischen Wallfahrt Hadsch erneut ein. In diesem Jahr dürften daran lediglich 60.000 Gläubige teilnehmen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Die Wallfahrt wird zudem nur Gläubigen erlaubt, die im Königreich leben. Aus anderen Ländern darf also niemand einreisen. Die Pilger müssen zudem geimpft und zwischen 18 und 65 Jahre alt sein. 2019 hatten sich mehr als zwei Millionen Muslime an der Wallfahrt beteiligt. Die meisten kamen aus dem Ausland. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


FDP kündigt Corona-Untersuchungsausschuss an

Die FDP will einen Bundestagsuntersuchungsausschuss zum Corona-Management der Regierung nach der Bundestagswahl beantragen. „Es bedarf einer parlamentarischen Aufarbeitung dazu nach der Wahl“, sagte der Vize-Vorsitzende der Liberalen, Wolfgang Kubicki. „Das war die Ankündigung eines Untersuchungsausschusses.“ Kubicki kritisierte unter anderem den Einkauf „untauglicher Masken“ durch das Ministerium von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Auch die Teststrategie und die Behauptung, die Intensivstationen seien bundesweit wegen der Pandemie an der Belastungsgrenze gewesen, seien zu untersuchen. (Quelle: ARD, 12.06.21)


Russland: 18 Millionen Menschen geimpft

In Russland sind bislang 18 Millionen Menschen gegen Covid-19 geimpft. Das teilte Präsident Wladimir Putin der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Die Gesamtbevölkerung beläuft sich auf etwa 144 Millionen. Die Zahl der Positiv-Tests ist im Land in der vergangenen Woche deutlich angestiegen.

Aus Sorge vor weiter steigenden Corona-Zahlen verhängte die Stadt Moskau neue Beschränkungen. Am Samstag meldeten die Behörden 6.700 Neuinfektionen – der höchste in diesem Jahr gemessene Wert binnen eines Tages. Bürgermeister Sergej Sobjanin erwartet den Höhepunkt spätestens im Juli. Auf eine solche Situation müsse in der 12-Millionen-Einwohner-Metropole reagiert werden, sagte er. Die kommende Woche solle deshalb für arbeitsfrei erklärt werden. Zudem müssten Bars, Restaurants und Diskotheken um 23.00 Uhr schließen. In Parks würden etwa Spiel- und Sportplätze geschlossen. (Quelle: ZDF, 12.06.21)


Betriebsärzte bekommen zweiten Impfstoff

Für die Corona-Impfungen über Betriebsärzte soll erstmals das Präparat von Johnson & Johnson als zweiter Impfstoff zur Verfügung stehen. In der Woche ab 21. Juni sollen 192.000 Dosen davon geliefert werden, so das Bundesgesundheitsministerium. Hinzu kommen 602.550 Dosen von BioNTech, so dass insgesamt 794.550 Dosen zusammenkommen.

Hinzu kommen dann 602 550 Dosen von Biontech, so dass insgesamt 794 550 Dosen zusammenkommen. Zum Start hatten die Betriebsärzte in der ersten Woche ab 7. Juni zunächst 702 000 Dosen von Biontech bekommen, in der kommenden Woche ab 14. Juni sollen es 602 550 sein.

Die Arztpraxen sollen in der Woche vom 21. Juni rund 3,3 Millionen Impfdosen erhalten, nämlich 2,84 Millionen Dosen von Biontech und 504 000 von Astrazeneca. Die Länder sollen nach neuen Lieferdaten noch im Juni rund 700 000 Dosen mehr für die Impfzentren bekommen als zunächst geplant, wie es vom Gesundheitsministerium weiter hieß. In der kommenden Woche seien es 400 000 Dosen von Astrazeneca extra. Mehrere Länder wollten dies für Erstimpfungen verwenden. (dpa)

(Quelle: TSP, 12.06.21)


Vier Fälle mit Delta-Variante in Straßburg festgestellt

Nach der Entdeckung eines Clusters der Delta-Variante des Coronavirus im ostfranzösischen Straßburg will die Gesundheitsbehörde rasch handeln. An der Hochschule für Kunst und Musik wurden vier Fälle der zunächst in Indien aufgetretenen Virus-Variante festgestellt, erklärte die Behörde. 43 Kontaktfälle werden den Angaben zufolge derzeit untersucht. Ein Aktionsplan der Gesundheitsbehörde sieht unter anderem eine gezielte Impfaktion am Wochenende vor. Die betroffene Hochschule wurde geschlossen. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Grafschafter Zahlen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim liegt heute laut Robert Koch-Institut, wie schon am Freitag, am Samstag weiterhin bei 19,0. Das geht aus dem Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Dort werden am Samstag sechs Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. In Quarantäne befinden sich derzeit 208 Personen. Seit Beginn der Pandemie sind in der Grafschaft 5341 Covid-19-Fälle bestätigt worden. Als genesen gelten 5155 Grafschafter. In Zusammenhang mit dem Virus werden weiterhin 122 Todesfälle genannt.

Von den aktuell 64 Infektionen  entfallen 44 (+1) auf Nordhorn. (Quelle: GN, 12.06.21)


Emsland-Zahlen

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts beträgt die heutige Anzahl der Gesamtinfizierten  12.626. Das ist lediglich eine Infektion mehr als gestern.  Die 7-Tagesinzidenz im Emsland liegt damit bei 8,3. Ob diese Anzahl bestätigt wird, kann leider erst am Montag mitgeteilt werden. Dann wird der Landkreis erneut aktuelle Zahlen bekannt geben. (Quelle: Nordnews, 12.06.21)



Buchungsportal: Flugreisen und Mietwagen deutlich teurer

Reisende, die es nach der Corona-Zwangspause in die Ferne zieht, müssen in vielen Fällen mit steigenden Preisen kalkulieren. Einer Auswertung des Buchungsportals Check24 zufolge kosteten Hin- und Rückflug für die zehn am häufigsten im Mai gebuchten Ziele im Schnitt 16 Prozent mehr als 2019. Besonders stark zogen demzufolge die Preise für Flüge in die Niederlande (plus 114 Prozent), in die Schweiz (101 Prozent) und nach Österreich (81 Prozent) an. Aber auch bei Verbindungen zum Beispiel nach Spanien schlugen Fluggesellschaften im Schnitt 22 Prozent auf.

„Ein Hauptgrund für die steigenden Flugpreise ist, dass die Fluggesellschaften in der Corona-Pandemie vorsichtiger geplant haben“, erklärte Sebastian Sager, Geschäftsführer Flüge bei Check24. „Dadurch stehen generell geringere Kapazitäten zur Verfügung als in den Vorjahren. Gleichzeitig sind Anbieter bei steigender Nachfrage weniger gezwungen, Rabatte zu gewähren.“ (Quelle ZDF, 12.06.21)


Impfzentren sollen nach und nach geschlossen werden

Bis Ende September soll ein großer Teil der Corona-Impfzentren geschlossen werden. Noch ist aber offen, ob womöglich einzelne Impfstraßen weiter betrieben werden, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den Gesundheitsministerien der Länder ergab. Eine einheitliche Regelung ist nicht in Sicht. Hintergrund ist, dass der Bund ab Ende September die finanzielle Unterstützung der Impfzentren einstellt.

Eher unwahrscheinlich erscheint dabei, dass sämtliche Impfzentren ab September geschlossen werden. In Berlin rechnet man damit, dass im August über 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger eine Erstimpfung haben. „Vor diesem Hintergrund werden die Impfzentren schrittweise geschlossen, das letzte zum 30. September“, heißt es. Aber: Sollte es Erkenntnisse geben, die den Betrieb nötig erscheinen lassen, so könne ein Impfzentrum auch weiter betrieben werden.

Aus Bayern ist zu hören, dass die Frage nach einer möglichen Fortsetzung der Immunisierung in den Impfstraßen noch „Gegenstand der Abstimmungen von Bund und Ländern ist“. Eine Entscheidung sei aktuell nicht abzusehen. Das hänge von vielen Faktoren ab, etwa dem Impffortschritt und der möglichen Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen.

Auch Rheinland-Pfalz hält sich den Weiterbetrieb offen: „Aus Sicht unseres Hauses sind die Impfzentren ein bewährter Baustein der Impfstrategie, den wir nicht ohne Not frühzeitig aufgeben wollen.“ Bevor diese Struktur abgeschafft werde, müsse klar sein, wie die Impfkampagne ohne diesen Baustein möglichst effektiv fortgesetzt werden könne. Hessen hat dagegen beschlossen, alle Impfzentren ab September zu schließen. Dann sollen Hausärzte und Betriebsmediziner die Immunisierungen fortsetzen. (Quelle: TSP, 12.06.21)


EMA-Chefin fordert weltweiten Zugang zu Corona-Impfstoffen

Die Chefin der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), Emer Cooke, hat die weltweite Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen gefordert. „Ich glaube wirklich, dass wir (…) den Zugang auf der ganzen Welt sicherstellen müssen, nicht nur in den Ländern, die die Mittel haben, dafür zu bezahlen“, sagte Cooke der Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt sehe sie Europa und die Welt auf einem guten Weg, neue Varianten des Coronavirus könnten allerdings noch Probleme bereiten.

Insbesondere die Delta-Variante, die zuerst in Indien festgestellt wurde, bereitet derzeit Sorge. „Bis jetzt sind wir zuversichtlich, dass die zirkulierenden Varianten durch die Impfstoffe kontrolliert werden“, sagte Cooke. „Aber das kann sich sehr schnell ändern“. Die EMA arbeitet demnach mit den Impfstoffherstellern zusammen, um sicherzustellen, dass sie ihre Impfstoffe bei Bedarf an neue Varianten anpassen können. (Quelle: ZEIT, 12.06.21)


Sinkende Neuinfektionszahlen in Indien

Indien hat binnen 24 Stunden 84.332 Neuinfektionen verzeichnet. Das ist in dem stark von der Pandemie betroffenen Land der niedrigste Wert seit mehr als zwei Monaten, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Insgesamt wurden bislang mehr als 29 Millionen Ansteckungen nachgewiesen. Weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg zuletzt um 4002 auf 367.081. Experten zufolge dürfte die Dunkelziffer allerdings weitaus höher sein.(Quelle: ARD, 12.06.21)


Bundesländer bereiten Aus für Impfzentren vor

Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur epd unter den Gesundheitsministerien der Länder soll bis Ende September ein großer Teil der Impfzentren geschlossen werden. Hintergrund ist, dass der Bund dann die finanzielle Unterstützung der Impfzentren einstellt. Laut epd sei aber noch offen, ob womöglich einzelne Impfstraßen weiter betrieben werden. Eine einheitliche Regelung zum Vorgehen der Länder sei nicht in Sicht. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Studie: Hohe Impfquote mindert Risiko für junge Ungeimpfte

Eine hohe Impfquote im Land kann offenbar das Risiko für ungeimpfte Jugendliche vermindern, sich mit Corona anzustecken. Das zeigen Gesundheitsdaten aus Israel, die im Fachjournal „Nature Medicine“ vorgestellt werden. Mit zunehmender Zahl geimpfter Erwachsener wurden demnach immer weniger unter 16-Jährige positiv auf Corona getestet – im Mittel halbierte sich der Anteil positiv Getesteter in der noch ungeimpften Bevölkerung mit jedem Anstieg um 20 Prozentpunkte beim Anteil Geimpfter. (Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Städtetag betont Bedeutung der Impfzentren

Die Corona-Impfzentren sollten aus Sicht des Deutschen Städtetags längerfristig weiter betrieben werden. „Bei dem zu erwartenden Andrang sind die Impfzentren mit ihren großen Kapazitäten, etwa in Messehallen, zu wichtig, um sie einfach abzuwickeln“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der „Passauer Neuen Presse“ mit Blick auf steigende Impfstofflieferungen. „Außerdem starten aus den Impfzentren die mobilen Impfteams in Pflegeeinrichtungen und soziale Brennpunkte. Wir brauchen leistungsstarke Strukturen. Die Pandemie ist noch nicht vorbei.“

Der Chef des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt argumentierte hingegen mit zu hohen Kosten. Es sei „mehr als fraglich, Strukturen aufrechtzuerhalten, von denen man immer wieder hört, dass die Kosten pro Impfung etwa zehnmal so teuer sind wie in den Praxen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Anstatt die Impfzentren künstlich am Leben zu erhalten, sollte die Politik ihre Energie lieber in eine sinnvolle Planung der Impfstoffbereitstellung für die Auffrischungsimpfungen stecken.“(Quelle: Tagesschau, 12.06.21)


Corona und Niedersachsen

Am Samstag, 12. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 78 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages drei weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.697. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.120 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 10,8 Fälle je 100.000 Einwohner (11,1 am Vortag). (Quelle: ER, 12.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1911 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2294 Corona-Neuinfektionen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 18,3 an (Vortag: 18,6; Vorwoche: 26,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 129 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 122 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.713.480 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.573.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.816 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,83 (Vortag: 0,79). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 12.06.21)


Bund liefert Schrottmasken nach Niedersachsen

Bei den Schutzmasken-Lieferungen des Bundes nach Niedersachsen hat die Landesregierung 17 Millionen Exemplare aussortiert. Darunter sind rund fünf Millionen FFP2-Masken.

Bei stichprobenartigen Prüfungen sei aufgefallen, dass viele der Unterlagen weder korrekt noch korrekt zugeordnet waren, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hannover dem NDR in Niedersachsen sagte. Zuletzt habe dies im April dieses Jahres vier Millionen Masken betroffen. Auch das Bundesgesundheitsministerium hätte die Prüfunterlagen nicht nachliefern können, sagte Sprecher Oliver Grimm weiter. Die insgesamt 17 Millionen Masken sollen zurückgeschickt werden.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte Medienberichten zufolge Hunderte Millionen Masken in einem Schnellverfahren testen lassen, das nach Ansicht des Bundesarbeitsministeriums nicht ausreichte, um die Masken zu verteilen. Nach Informationen des NDR haben auch andere Bundesländer Mängel an Masken festgestellt, die der Bund ausgeliefert hatte. Ministeriumssprecher Grimm zufolge hat das Land auch selbst Masken bestellt und eingekauft, die im Zweifel vom TÜV Nord technisch geprüft worden seien. (Quelle: NDR, 11.06.21)


Großbritannien verschiebt Lockerungen wegen Delta-Variante

Angesichts eines starken Anstiegs von neuen Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus will der britische Premierminister Boris Johnson einer Zeitung zufolge die Einschränkungen im Land verlängern. Diese sollten nicht am 21. Juni, sondern erst am 19. Juli aufgehoben werden, berichtete „The Sun“ am Freitag. Bei einer niedrigen Zahl von Krankenhausfällen könne es auch eine Öffnung bereits am 05. Juli geben, hieß es. Johnson soll am Montag eine Entscheidung über ein Ende der Maßnahmen bekanntgeben.

Zwar hat in Großbritannien inzwischen mehr als drei Viertel der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten. Trotzdem stieg neusten Daten zufolge die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf 8125. Das ist der höchste Wert seit Ende Februar. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde macht die zuerst in Indien nachgewiesene Mutante inzwischen mehr als 90 Prozent der neuen Fälle auf der Insel aus. Sie ist britischen Experten zufolge 60 Prozent ansteckender als die zunächst vorherrschende Alpha-Variante des Virus. (Quelle: TSP, 11.06.21)


Moskaus Bürgermeister: „Die Gefahr ist real“

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin hat sich wegen der vielen Corona-Infektionsfälle in seiner Stadt besorgt gezeigt. „Ziemlich viele Moskauer befinden sich auf Intensivstationen und werden künstlich beatmet“, sagte Sobjanin am Freitag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. „Die Gefahr ist real“, betonte er. Die Behörden hätten erwartet, dass sich das Infektionsgeschehen in den Monaten April und Mai abmildern würde, wie es im vergangenen Jahr der Fall gewesen sei, sagte Sobjanin. „Aber jetzt sehen wir, dass sich dies in Richtung Juni, Juli verschiebt.“

Die Gesundheitsbehörden in der russischen Hauptstadt meldeten am Freitag 5853 neue Infektionsfälle – der höchste Wert seit Mitte Januar. Insgesamt wurden in Russland seit Pandemie-Beginn mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen. Nach offiziellen Angaben starben in dem Land mehr als 125.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektionen. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

Sobjanin, der zu den engen Verbündeten von Kreml-Chef Wladimir Putin zählt, sagte, rund die Hälfte der Bevölkerung von Moskau verfüge inzwischen über eine Form der Immunität gegen das Coronavirus. Russland hat mehrere eigene Corona-Impfstoffe produziert, darunter den auch in etlichen anderen Ländern zugelassenen Impfstoff Sputnik V. Allerdings stehen viele Russen einer Corona-Impfung skeptisch gegenüber. Um die Menschen zu einer Impfung zu bewegen, haben die Behörden deshalb zahlreiche Anreize in Aussicht gestellt, unter anderem kleine Bargeldbeträge für ältere Menschen. (Foto CC s. Archiv v. 6.6.20; Quelle: TSP, 11.06.21)


Überblick am Abend

  • Die US-amerikanische Food and Drug Agency (FDA) hat erhebliche Bedenken hinsichtlich des Covid-Schnelltests, auf den die Regierung in Großbritannien ihr milliardenschweres Massentestprogramm gestützt hat. In einer vernichtenden Stellungnahme schlug die US-Gesundheitsbehörde vor, dass die Leistung des Tests nicht nachgewiesen wurde, weshalb sie ein Gesundheitsrisiko darstellen, und dass die Tests in den Mülleimer geworfen oder an ihren kalifornischen Hersteller zurückgegeben werden sollten.
  • Gegen Covid-19 könnten die Menschen aller Entwicklungsländer auf der Welt für nur 6,5 Milliarden US-Dollar geimpft werden, wenn Pharmaunternehmen auf ihre Rechte an geistigem Eigentum verzichten, im Gegensatz zu einem Preis von rund 80 Milliarden US-Dollar, wenn das nicht geschieht – so Berechnungen der Hilfsorganisation Oxfam.
  • Die EU erwartet nicht, dass Johnson & Johnson bis Ende Juni die zugesagten 55 Millionen Covid-19-Impfstoffdosen an den Block liefern kann, sagte ein EU-Beamter, nachdem die europäische Arzneimittelbehörde mitgeteilt hatte, dass J&J-Dosen an Europa aus der J&J-Fabrik in Baltimore (USA) würde nach einem Kontaminationsfall dort vorsorglich nicht zum Einsatz kommen.
  • Die Coronavirus-Neuinfektionen in England nehmen nach Angaben der Regierung am schnellsten seit der Winterwelle zu, wobei die Infektionen jetzt um 3 bis 6 % stärker steigen als Ende letzten Jahres.
  • Deutschland wird seine Virus-Reisewarnung für Touristen für die meisten Länder ab dem 1. Juli aufheben, teilte die Regierung mit. Nur Orte mit hohen Ansteckungsraten von mehr als 200 Sieben-Tage-Inzidenz würden einer allgemeinen Reisewarnung unterliegen, sowie Orte, an denen Virusvarianten kursieren, wie Großbritannien und Indien.
  • Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA rät von der Verwendung des Covid-19-Impfstoffs von AstraZeneca bei Menschen mit einer seltenen Blutungserkrankung ab und teilte mit, sie untersuche auch Fälle von Herzmuskelentzündungen nach der Impfung mit allen Coronavirusmitteln. Es gebe in der nähten Woche Konsultationen mit den US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC), um die Berichte über Herzmuskelentzündungen zu erörtern.
  • Eine pakistanische Provinz will die Mobiltelefone der Menschen blockieren, die sich weigern, sich gegen Covid impfen zu lassen, um Skeptiker in einem Land zu bestrafen, in dem bisher nur ein Bruchteil der Bevölkerung geimpft wurde. (Quelle: The Guardian, 11.06.21)

UN fordert „mehr Einsatz“

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Ankündigung von Impfspenden der G7 begrüßt, aber deutlich mehr Einsatz angemahnt. Die Gruppe sieben wirtschaftsstarker Demokratien hatte angekündigt, mindestens eine Milliarde Dosen zu spenden. „Eine Milliarde ist sehr willkommen. Aber offensichtlich benötigen wir mehr als das“, sagte Guterres am Rande des G7-Gipfels. Die Impfungen seien bisher sehr ungleich und unfair verteilt gewesen. Gerade in Entwicklungsländern breite sich das Coronavirus wie ein Flächenbrand aus. Es gelte, schnell zu handeln und so viele Menschen weltweit wie möglich zu schützen, bevor das Virus immun gegen Impfstoffe werde, sagte Guterres. Nötig sei ein globaler Impfplan. Regierungen, globale Organisationen und Finanzinstitutionen müssten sich mit der Pharmaindustrie zusammenschließen, um die Produktion von Impfstoffen zu verdoppeln, so der UN-Generalsekretär. (Quelle: Tagesschau, 11.06.21)



Stuttgart will Geräte zum Distanzmessen im Nachtleben testen

Mit einem neuen Messgerät für Distanzen könnte das Nacht- und Kulturleben bei größeren Menschenmengen künftig deutlich sicherer werden. Das verspricht sich die Stadt Stuttgart, die in einem nach eigenen Angaben deutschlandweit wohl einmaligen Projekt einen sogenannten Distanztracker im Feldversuch über mehrere Monate testen will. Die Tracker in der Größe einer Scheckkarte sollen Besucher warnen, wenn sie einander zu nahekommen, und dabei helfen, enge Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit.

Als Modellprojekt des Landes sei der Tracker gemeinsam mit der Universität des Saarlandes entwickelt worden. Am Donnerstag (17. Juni) soll der Gemeinderat der Stadt darüber entscheiden. Zielgruppe sei zunächst der Stuttgarter Club- und Kulturbereich, infrage kämen aber auch zum Beispiel Kaufhäuser. Ein Echtzeit-Warnsystem soll piepsen oder vibrieren bei potenziell gefährlichen Begegnungen. Auch sei nachvollziehbar, welche Menschen sich für wie lange in unmittelbarer Nähe zueinander befunden haben.

„Das System hat den Charme, dass man auf einem engen Raum die Leute mit Kontakten schnell identifizieren kann und nicht gleich die ganze Masse der Menschen im Raum in Quarantäne schicken muss“, sagte der Saarbrücker Pharmazie-Professor Thorsten Lehr. Gesundheitsämter würden bei der Nachverfolgung entlastet und Ressourcen bei Tests oder in Laboren geschont. Sollte der Gemeinderat zustimmen, ist das Projekt laut Stadt auf neun Monate angelegt. Die Stadt will 495.500 Euro investieren.

(Quelle: TSP, 11.06.21)


J&J soll Lieferzusage nicht einhalten können

Johnson & Johnson (J&J) wird einem Insider zufolge vermutlich nicht seine Zusage von 55 Millionen Impfdosen an die EU für Juni einhalten können. Hintergrund ist dem EU-Vertreter zufolge der Verzicht der Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) auf gewisse Chargen nach einer Verunreinigung in einem US-Werk. Die EMA hat erklärt, zum Zeitpunkt des Vorfalls im April in dem Werk von Emergent Biosolutions sei dort auch Impfstoff für Europa hergestellt worden. Wie viele Dosen betroffen sind, teilte sie nicht mit. In der Fabrik im Bundesstaat Maryland soll Material für einen anderen Impfstoff in die Covid-Mittel gelangt sein. Die US-Behörden haben in dem Werk zahlreiche Mängel entdeckt. (Quelle: TSP, 11.06.21)


Niedersachsen: Bisher 35 Delta-Infektionen, offiziell

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta ist auch in Niedersachsen mehrmals nachgewiesen worden. Bislang seien 35 Infektionen mit der Delta-Variante bekannt, teilte das Landesgesundheitsamt (NLGA) am Freitag auf dpa-Anfrage mit. Bereits Anfang Mai habe es vereinzelte Fälle gegeben, sagte ein Behördensprecher. Etwas häufiger tauche die Variante seit Ende Mai auf.

Die Stadt Braunschweig meldete am Freitag, dass die Delta-Variante dort nachgewiesen worden sei. „Bei drei Erkrankten wurde durch Laboruntersuchung diese Mutation des Covid-19-Erregers identifiziert“, hieß es. Die Erkrankungen würden aktuell mild verlaufen.

Nach Angaben der Braunschweiger Verwaltung gelten bei einer Infektion mit der Delta-Variante schärfere Regeln für Personen, die Kontakt mit den Infizierten hatten. So müssten auch Genesene oder Geimpfte in eine zweiwöchige Quarantäne.

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen sinkt unterdessen aber weiter. Der Wert gab am Freitag erneut nach – auf 11,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorging.

In einem RKI-Bericht vom Mittwochabend zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten hieß es, dass die Variante Delta in Deutschland weiter relativ selten bleibe und ihr Anteil an den untersuchten Proben 2,5 Prozent betrage. Die Angabe bezieht sich auf die Woche vom 24. bis 30. Mai. (Quelle: GN, 11.06.21)


FAZ schließt Corona-Blog

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat heute ihren Corona-Informationsblog geschlossen. In einem Editorial heißt es:

Liebe Leserinnen und Leser,
seit mehr als einem Jahr haben wir Tag für Tag und rund um die Uhr in unserem Corona-Liveblog über das Pandemie-Geschehen berichtet. Nun ist die Zeit gekommen, ihn zu schließen. Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihr Interesse. Und weil es so riesig ist, möchten wir Ihnen ein paar Zahlen präsentieren.
  • Mehr als 42 Millionen Besucher
  • Am 17. März 2020 waren es 577.000 Leser (erste Verordnungen auf Länderebene)
  • Im Schnitt verbrachten Sie 11,6 Minuten in unserem Blog….“

  (Quelle: FAZ, 11.06.21)


Astrazeneca in Italien nur noch für Über-60-Jährige

Nach dem Tod eines 18-Jährigen dürfen in Italien nur noch Über-60-Jährige mit dem Mittel von Astrazeneca geimpft werden. Dies gibt der Covid-Sonderbeauftragte Francesco Figliuolo bekannt. Der Tod des Jugendlichen am Donnerstag nach einer Impfung am 25. Mai ging auf eine Thrombose zurück. (Quelle: TSP, 11.06.21)


Ukraine erhält 500.000 Impfdosen aus Dänemark

Dänemark hat der Ukraine die Lieferung von 500.000 Impfdosen zugesagt. Das gibt das Büro von Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einem Telefonat mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bekannt. Die Ukraine hinkt bei der Impfung der 41 Millionen Menschen im Land vielen europäischen Staaten hinterher. (Quelle: TSP, 11.06.21)


Niederlande: Ab Ende Juni wieder Massenveranstaltungen ohne Maske 

Die Niederlande wollen ab Ende Juni wieder Massenveranstaltungen ohne Schutzmasken zulassen. Voraussetzung ist allerdings, dass Teilnehmer einen Impfbeweis oder ein negatives Testergebnis vorweisen. Das teilte die Regierung am Freitag in Den Haag mit. Besucher müssten dann auch nicht mehr 1,5 Meter Abstand halten. Damit wären ab Ende Juni auch wieder volle Stadien für Konzerte oder Fußballspiele möglich.

Zunächst sollen Veranstaltungen mit bis zu 25.000 Besuchern erlaubt werden, die höchstens 24 Stunden dauern. Ab Ende Juli sollen dann auch mehrtägige Veranstaltungen ohne eine maximale Besucherzahl möglich sein. Dann wären auch wieder Festivals möglich.

Die Regierung stützt ihre Entscheidung auf die Ergebnisse von einer Reihe von Feldversuchen in den vergangenen Monaten. Danach sind Veranstaltungen sicher, wenn Besucher vorher getestet werden und der Besucher-Zustrom kontrolliert wird. Zur Zeit sind Veranstaltungen nur mit einer sehr begrenzten Zahl von Teilnehmern erlaubt. Die Zahl der Neuinfektionen in den Niederlanden geht zurück. Zur Zeit gibt es etwa 71 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Mehr als die Hälfte der Einwohner hat mindestens eine Impfdosis erhalten. (Quelle: TSP, 11.06.21)


Clubs in der Schweiz sollen bald öffnen dürfen

Angesichts sinkender Fallzahlen und einer geringeren Auslastung der Intensivstationen sollen in der Schweiz ab dem 28. Juni Clubs für Personen mit Covid-Zertifikat wieder öffnen dürfen. Der Plan der Regierung sieht auch die Aufhebung der Maskenpflicht im Freien und bei der Arbeit vor. Zudem sollen Geschäfte, Freizeitbetriebe oder Sporteinrichtungen ihre Kapazität stärker ausnutzen dürfen. Einen definitiven Entscheid zu den Lockerungen stellte die Regierung für den 23. Juni in Aussicht. (Quelle: SWR, 11.06.21)


Lauterbach rechnet nicht mit Infektionswelle durch Fußball-EM

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht nicht von einer Infektionswelle durch die Fußball-EM aus. Superspreader hätten kaum eine Chance, andere Fans anzustecken, weil in den Stadien genügend Luftzirkulation herrsche, sagte Lauterbach dem „Spiegel“. Wenn nur etwa jeder fünfte Platz besetzt sei, könnten Infizierte vielleicht noch einige wenige anstecken, „aber eine Kettenreaktion ist unwahrscheinlich“. Damit die Menschen in Deutschland ausgelassen feiern können, schlägt Lauterbach vor, die Sperrstunde der Kneipen und Restaurants zu verlängern.
(Quelle: Tagesschau, 11.06.21)


Bundeswehr-Ausbildung leidet wegen Hilfe in der Pandemie

Die Ausbildung bei der Bundeswehr soll wegen der Hilfe, die die Truppe in der Pandemie leisten musste, gelitten haben. Es sei „eine Bugwelle bei nachzuholender Ausbildung entstanden, für deren Abbau wir gut ein Jahr brauchen werden“, sagte Generalinspekteur Eberhard Zorn der „Rheinischen Post“. Die Bundeswehr hatte 25.000 Soldaten zur Verfügung gestellt, um etwa in Gesundheitsämtern, bei der Nachverfolgung von Infektionen sowie in Teststationen oder Impfzentren zu helfen. Eine solche Amtshilfe über ein Jahr hinweg habe es noc
h nie gegeben, sagte Zorn. Zum 1. Juli soll die Zahl der eingebundenen Soldaten auf 15.000 sinken. (Quelle: Tagesschau, 11.06.21)


Aufhebung der Reisewarnungen soll Tourismus helfen

Die Aufhebung der Corona-Reisewarnungen für viele Länder kann nach Einschätzung des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung die Erholung der stark von der Pandemie getroffenen Branche stützen. Das sei eine ganz wichtige Botschaft für die Reisebranche, erklärte Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Bareiß (CDU). Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte zuvor mitgeteilt, eine Reisewarnung gelte ab 1. Juli nur noch für Länder mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200, aber nicht mehr für „einfache“ Risikogebiete.

Bareiß ergänzte, das Reisen werde damit nicht länger stigmatisiert. Denn die Einstufung als Risikogebiet hätte zu Stornierungen der Verbraucher geführt, was der Infektionslage und den Sicherheitskonzepten nicht angemessen sei. Seit mehr als einem Jahr gelten Länder ab einer Inzidenz von 50 als Risikogebiete. Für die Reisebranche war die Aufhebung der weitreichenden Quarantänepflicht für Heimkehrer aus Risikoländern durch die im Mai geänderte Corona-Einreiseverordnung der entscheidende Lockerungsschritt. (Quelle: TSP, 11.06.21)


Landkreis Vechta: Maskenpflicht in den Schulen

Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse müssen im Landkreis Vechta ab Montag im Unterricht wieder Maske tragen. Der Grund: An mehreren Schulen häufen sich die Corona-Infektionen.

In den vergangenen Tagen sei es im Schulbereich vermehrt zu Infektionsfällen gekommen, teilte der Landkreis am Donnerstag mit. Unter den acht gemeldeten Neuinfizierten seien fünf Schülerinnen und Schüler gewesen: zwei weitere Schüler des Allgemeinen Gymnasiums Lohne, eine Schülerin des Kolleg St. Thomas Vechta und jeweils ein Schüler des Gymnasiums Antonianum Vechta sowie der Oberschule Dinklage, so der Landkreis in einer Mitteilung. Die engen Kontaktpersonen würden nun ermittelt und vom Gesundheitsamt in Quarantäne versetzt.

Um Neuinfektionen zu verhindern und anstehende Prüfungen weiterhin zu ermöglichen, müssen Schüler der Sekundarstufe 1 und 2 deshalb während des Unterrichts wieder durchgehend eine medizinische Maske tragen. Der Landkreis erlässt dafür eine Allgemeinverfügung, die am kommenden Montag in Kraft tritt. Die Behörde appellierte jedoch an die Schülerinnen und Schüler, auch schon heute ihre Masken im Unterricht aufzubehalten. (Quelle: NDR, 11.06.21)


Krankenhäuser: Zahl der Intensivbetten nicht manipuliert

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Zahl der freien Intensivbetten sei während der Corona-Pandemie falsch angegeben worden. „Krankenhäuser haben die Zahl der Intensivbetten nicht manipuliert, diesen Verdacht äußert auch der Bundesrechnungshof nicht. Intensivbettenzahlen zu manipulieren ist auch gar nicht möglich, da die Ausgleichszahlungen an Bedingungen geknüpft sind, die die Krankenhäuser nicht beeinflussen können“, sagte der Vorstandsvorsitzende der DKG, Gerald Gaß, der „Rheinischen Post“.

Laut einer Mitteilung der DKG vom Freitag zählen zu den Bedingungen, dass das Krankenhaus bestimmten Notfallversorgungsstufen angehört, die Inzidenz im gesamten Landkreis bei mindestens 50 Fällen liegt und dass im gesamten Landkreis weniger als 25 Prozent der Intensivbehandlungsplätze frei sind. „Es geht eben ausdrücklich nicht um die Quote freier Betten in einzelnen Krankenhäusern, die dann daraus theoretisch ein Vorteil erzielen könnten. Zudem haben wir mit dem Intensivregister eine transparente Datenbank, die uns aktuell und verlässlich die Zahl der Intensivbetten meldet“, sagte Gaß der Zeitung.

Der Bundesrechnungshof hatte in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht „eine massive Überkompensation aus Steuermitteln“ bei Ausgleichszahlungen für Krankenhäuser festgestellt. Die Kliniken bekamen Geld für verschobene oder ausgesetzte planbare Aufnahmen, um freie Kapazitäten für Covid-19-Patientinnen und -Patienten zu schaffen. Die Ausgleichszahlungen des Bundes hätten allein im Jahr 2020 rund 10,2 Milliarden Euro betragen.

Das Gesundheitsministerium räumte in einer im Bericht zitierten Stellungnahme ein, dass es eine Überkompensation für Krankenhäuser gegeben haben könne – allerdings „allenfalls“ bis zu einer Anpassungs-Verordnung im Juli 2020. (Quelle: TSP, 11.06.21)


Niedersachsen: Erste Testzentren schließen wieder

Angesichts sinkender Corona-Inzidenzwerte im Land werden die ersten kommunalen Testzentren wieder abgebaut. So teilte der Landkreis Vechta am Freitag mit, dass zunächst acht von elf Testzentren ab dem 14. Juni geschlossen werden sollen. „Eine Auswertung der Testzahlen der vergangenen zwei Wochen durch den Malteser Hilfsdienst und das Deutsche Rote Kreuz zeigt einen Rückgang der Testungen von 50 Prozent, in manchen Testzentren sogar von 75 Prozent“, sagte Hartmut Heinen, Erster Kreisrat des Landkreises Vechta.
Die Nachfrage nach bescheinigten Tests und die Zahl der Testzentren gehe landesweit zurück, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hannover. Das sei logisch, weil wegen der geringen Infektionszahlen auch immer weniger Tests benötigt würden. Dennoch sollten die Bürgerinnen und Bürger weiterhin die Möglichkeit zum Selbsttest nutzen. (Foto: Pixabay; Quelle: GN, 11.06.21)


Pandemie-Notlage verlängert – Kritik an Spahn

Der Bundestag hat die Pandemie-Notlage nationaler Tragweite verlängert. Sie dient als rechtliche Grundlage für Corona-Regelungen etwa zu Impfungen und Testkosten. Dafür hatten Redner von Union und SPD geworben. Die Grünen stimmten trotz Kritik zu. Abgeordnete von FDP und AfD sowie der Linke wandten sich gegen eine Verlängerung. Die Opposition verband ihre Kritik am Koalitionskurs teils mit Angriffen gegen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Die festgestellte Lage gibt dem Bund das Recht, direkt ohne Zustimmung des Bundesrates Verordnungen zu erlassen, etwa zu Tests, Impfungen, zum Arbeitsschutz oder zur Einreise. Der Bundestag hatte die „epidemische Lage“ erstmals am 25. März 2020 festgestellt und sie im November bestätigt. Ohne Verlängerung würde die epidemische Lage Ende Juni auslaufen. Nun wird sie maximal für drei Monate verlängert.

Im September soll es vor der Bundestagswahl noch eine Bundestagssitzung geben. Beraten werden soll das erwartete Ende der Pandemie-Notlage, wie es in Fraktionskreisen in Berlin hieß.

Der CDU-Abgeordnete Rudolf Henke betonte, die Verlängerung der Lage bedeute keine Verlängerung des Lockdowns. Den Ländern solle rechtliche Sicherheit für Anordnungen gegeben werden.

Linksfraktionsvize Gesine Lötzsch entgegnete der Koalition, das Parlament solle endlich wieder alle Rechte bekommen. Abstands- und Hygieneregeln ließen sich auch ohne Notlage verlängern, sagte die FDP-Abgeordnete Christine Aschenberg-Dugnus.

Laut dem Koalitionsantrag besteht weiter „ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit“. Die Pandemie-Lage werde verschärft durch Virusmutationen: Weltweit und in Deutschland würden verschiedene Varianten beobachtet.

Der AfD-Abgeordnete Karsten Hilse warf der Koalition mangelnde Ansagen vor, wann die epidemische Lage endet. „Weil Sie die Menschen ewig in dieser epidemischen Lage von nationaler Tragweite halten wollen.“

Die Grünen warfen Union und CDU/CSU Rechtschaos vor und griffen Spahn an. Spahn entscheide derzeit allein über Milliardensummen, kritisierte die Abgeordnete Manuela Rottmann. „Stoppen Sie endlich diese Stümperei.“

Der Bundesrechnungshof hatte Spahns Ministerium laxen Umgang mit Steuergeld vorgeworfen. Gegangen war es da unter anderem um die Verteilung von Millionen Masken an Schutzbedürftige im Winter. Auch die Organisation bundesweiter Bürgertests hielten Kritiker Spahn entgegen. Diese sei betrugsanfällig gewesen. (Quelle: TSP, 11.06.21)


Corona-Impfempfehlung der Stiko erfasst rund 452.000 Kinder – etwa die Hälfte davon leidet unter Asthma

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die Corona-Schutzimpfung von Zwölf- bis 17-Jährigen umfasst rund 452.000 Kinder und Jugendliche. Das sind etwa elf Prozent der Kinder in dieser Altersgruppe, wie eine am Freitag in Berlin veröffentlichte Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung zeigt.

Die Stiko hatte am Donnerstag entschieden, die Impfung von Kindern und Jugendlichen nur bei bestimmten Vorerkrankungen oder anderen Risikofaktoren zu empfehlen. Allerdings sind Impfungen ab dem Alter von zwölf Jahren gleichwohl auf Wunsch und nach ärztlicher Beratung für alle möglich.

Die Impfempfehlung umfasst insgesamt zwölf Erkrankungsgruppen. Dazu zählen unter anderen Adipositas, Diabetes, Herzinsuffizienz, Herzfehler, chronische Lungenerkrankungen und Trisomie 21. Unter den gesetzlich Versicherten gilt die Impfempfehlung demnach bundesweit etwa 402.000 Kindern und Jugendlichen. 45 Prozent davon leiden unter asthmatischen Erkrankungen.

Hinzu kommen Privatversicherte, so dass das Zentralinstitut von insgesamt etwa 452.000 potenziellen Impflingen ausgeht. Die regionale Spannbreite reiche von einem Anteil von neuneinhalb Prozent in Baden-Württemberg bis 13,8 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.

Basis der Berechnung sind vertragsärztliche Abrechnungsdaten des Jahres 2019. Lagen bei Patienten mehrere Erkrankungen vor, wurden diese nur einmal gezählt. (Quelle: TSP, 11.06.21)


Bundesregierung hebt Reisewarnung für Corona-Risikogebiete auf

Die generelle Reisewarnung für Corona-Risikogebiete mit einer Inzidenz unter 200 läuft in knapp drei Wochen aus. Dieser Schritt sei möglich, weil es in Europa „künftig klare gemeinsame Regeln für dem Umgang mit Geimpften, Genesenen und Getesteten“ gebe, erklärte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Freitag. Das Robert-Koch-Institut nahm unterdessen zahlreiche Länder und Regionen aus der Risiko-Einstufung heraus.

Seit mehr als einem Jahr gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für alle Länder, die als Corona-Risikogebiet eingestuft werden. Dazu zählen einfache Risikogebiete mit einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 200, Hochinzidenzgebiete mit einer höheren Rate von Neuinfektionen und Virusvariantengebiete, in denen als besonders gefährlich eingestufte Virusmutanten auftreten. In all diesen Fällen warnt das Auswärtige Amt vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen“

Ab dem 1. Juli sollen nun die einfachen Risikogebiete aus der Warnung herausgenommen werden. Von nicht notwendigen, touristischen Reisen wird dann lediglich „abgeraten“.

„Mit dem Sommer kehren Hoffnung und Zuversicht nach Deutschland zurück“, erklärte Maas. „Vielerorts sinken die Infektionszahlen, immer mehr Bürgerinnen und Bürger sind geimpft. Nach langen Monaten des Lockdowns dürfen wir uns auf mehr Normalität freuen, das gilt auch für das Reisen.“

„Bei aller berechtigten Zuversicht ist das Fehlen einer Reisewarnung aber eines nicht: die Einladung zur Sorglosigkeit“, mahnte Maas. „Reisen mit Vernunft und Augenmaß, das ist das Motto dieses Sommers.“ Niemand könne sich im Sommer 2021 darauf berufen, im Urlaub von der Pandemie überrascht worden zu sein.

Bereits ab Sonntag gelten eine ganze Reihe von Ländern innerhalb und außerhalb Europa nicht mehr als Corona-Risikogebiete. Unter anderem werden mit Tirol und Vorarlberg die letzten österreichischen Bundesländer aus der Risikoeinstufung herausgenommen, wie das Robert-Koch-Institut am Freitag mitteilte. Auch die USA sowie Zypern gelten nicht mehr als Risikogebiete.

Zu den weiteren europäischen Gebieten, die bald keine Risikogebiete mehr sind, gehören die griechischen Regionen Berg Athos, die Nördliche Ägäis, Ostmakedonien und Thrakien sowie Peloponnes. Auch Bosnien und Herzegowina, das Kosovo und Serbien wurden heruntergestuft, ebenso wie große Teile von Kroatien. Die portugiesische Insel Madeira sowie die norwegischen Provinzen Innlandet und Viken und die Schweizer Kantone Bern und Thurgau sind ebenfalls keine Risikogebiete mehr.

Mehrere Länder wurden aber auch hochgestuft: Malaysia, die Mongolei, Namibia und Sri Lanka gelten ab Sonntag als Hochinzidenzgebiete. (Foto: CC s. Archiv v. 22.4.20; Quelle: TSP, 11.06.21)


USA, Österreich und Schweiz für Deutschland keine Risikogebiete mehr

Deutschland streicht die USA, Österreich und die Schweiz von der Liste der Corona-Risikogebiete. Auch Zypern, Kanada und einige griechische Regionen zählten nicht mehr dazu, teilt das RKI mit. Die neuen Regelungen gelten ab Sonntag. (Quelle TSP, 11.06.21)


Kultusministerkonferenz empfiehlt Rückkehr zu Regelbetrieb an Schulen

Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) hat angesichts rückläufiger Corona-Infektionszahlen eine Rückkehr zum „uneingeschränkten Regelbetrieb“ nach den Sommerferien empfohlen. Das gab die KMK am Freitag nach virtuellen Beratungen bekannt. Die Konferenz sei überzeugt, dass der Präsenzunterricht „die notwendige Grundlage gemeinsamen Lehrens und Lernens“ sei. Alle Schulen sollten deshalb mit dem Start des neuen Schuljahrs „dauerhaft“ in den Regelbetrieb gehen.

Der Schritt sei aus Sicht der KMK dabei nicht an individuelle Impfungen von Kindern gekoppelt, betonten die Bildungsminister und -senatoren der Länder in ihrem Beschluss. Zugleich forderten sie aber allgemein, Kindern und Jugendliche bei entsprechenden Wünschen nach persönlicher Immunisierung „gleichberechtigt in die Bedarfsberechnungen zur Beschaffung von Impfstoff einzubeziehen“.

Die KMK verwies zugleich auf die sich generell stark verbessernde Pandemielage. Zum einen habe sich das Infektionsgeschehen zuletzt positiv entwickelt, zum anderen seien Schulen nach Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts (RKI) „keine treibende Kraft“ in der aktuellen Situation. Ferner sei zu beachten, dass ein „großer Teil der Bevölkerung“ bereits mindestens eine Impfung erhalten habe und bis zum Start des Schuljahrs vollständig geimpft sein werde. (Quelle: TSP, 11.06.21)


Auch NRW meldet Quote von 50 Prozent bei Corona-Erstimpfungen

Nach Bremen, Schleswig-Holstein und dem Saarland hat auch das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen eine Corona-Impfquote von mehr als 50 Prozent gemeldet. Seit Donnerstag ist dort jeder zweite Bürger mindestens einmal gegen das Virus geimpft, wie die Staatskanzlei in Düsseldorf am Freitag mitteilte. Damit sei das zu Ostern ausgegebene Ziel, bis zu den Sommerferien jedem Zweiten in Nordrhein-Westfalen mindestens eine Corona-Impfung zu ermöglichen, bereits deutlich früher erreicht.

„Jetzt haben wir ein wichtiges Versprechen eingelöst, das ich persönlich am Ostermontag gegeben habe“, erklärte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Im 16. Monat der Pandemie sei festzuhalten, dass dieser Sommer „ein Wendepunkt“ sein wird. „Wir werden ein großes Stück unserer gewohnten Normalität zurückgewinnen“, erklärte Laschet.

Vollständig geimpft sind in Nordrhein-Westfalen laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts vom Freitag 25,6 Prozent. Damit liegt das Bundesland auf einem der vorderen Plätze. Im Saarland erhielten bereits 29,3 Prozent beide Impfungen, in Hessen erst 22,2 Prozent. (Quelle: TSP, 11.06.21)


Emden hebt Ausgangssperre auf

Die Stadt Emden hat als letzte Kommune in Niedersachsen die Bundesnotbremse aufgehoben. Nach einem bundesweiten Höchstwert in der vergangenen Woche ist die Sieben-Tage-Inzidenz stark gesunken.

Am Freitag meldete das Robert Koch-Institut für Emden einen Wert von 10. Vergangene Woche noch war die kreisfreie Stadt mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 128,2 bundesweit die Kommune mit der höchsten Zahl von Corona-Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Nun gilt für die Emder die Ausgangssperre nicht mehr, Donnerstag war der letzte Tag, an dem die Bewohner der Stadt am Abend zu Hause bleiben mussten.

Die Stadt hatte das dynamische Infektionsgeschehen hauptsächlich auf drei sogenannte Cluster zurückgeführt. Insgesamt seien allein diese drei Ausbruchsgeschehen für mehr als die Hälfte aller Infektionen in der Sieben-Tage-Inzidenz verantwortlich gewesen. Seitdem ist der Wert kontinuierlich gesunken und liegt nun unter der landesweiten Inzidenz. (Quelle: NDR, 11.06.21)


Politische Tricks und ein Brief bringen Gesundheitsministerium in Erklärungsnot

Wie der „Spiegel“ berichtet, wollte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) von Jens Spahn das Bundesarbeitsministerium (BMAS) dazu bewegen, verkürzt getestete Masken an Behinderte und Obdachlose abzugeben. So soll Spahns Staatssekretär Thomas Steffen seinen Amtskollegen Björn Böhning im Arbeits- und Sozialressort mit dem Angebot gelockt haben, die Ware kostenlos zu liefern, um die Zustimmung des Arbeitsministeriums einzuholen. Das jedoch nur, sofern das BMAS dabei helfe, die rechtlichen Voraussetzungen für die Lieferung jener Ware zu schaffen, so der „Spiegel“ weiter.

Das BMAS habe sich jedoch dagegen gesperrt. Steffen habe daraufhin am 8. Februar eine Mail geschickt: „Mein Minister möchte gern mit Bundesminister Heil und dem positiven Ergebnis unserer gemeinsamen Masken-Anstrengungen das Corona-Kabinett nächsten Montag unterrichten. In der Annahme, dass dies so ok ist, würden wir dann jetzt auch alle unsere Projekte (SodEG…etc.) ins Umlaufverfahren geben können“, zitiert der „Spiegel“.

Böhning habe jedoch abgelehnt: Der Plan des BMG „entbehrt jeder fachlichen Grundlage. Ich möchte Sie bitten, diese Verknüpfung zurückzuziehen.“ Ein BMG-Sprecher teilte dem „Spiegel“ auf Anfrage mit, es sei normale Regierungsarbeit, Vorhaben zu bündeln. Letztlich haben sich die zwei Minister auf den Kompromiss, die Masken in der Nationalen Reserve einzulagern, geeinigt, heißt es.

Auch ein Brief an das Bundesgesundheitsministerium bringt Spahn in Bedrängnis. Wie der „Spiegel“ weiter berichtet, erhebt die Betreiberin einer Pflegeeinrichtung, die Paritätischen Pflege Schleswig-Holstein (Pflege SH), im Zusammenhang mit einem Corona-Ausbruch in der Einrichtung schwere Vorwürfe gegen Spahn.

Im Heim in Boostedt hatten sich im Januar 23 Bewohnerinnen und Bewohner und 10 Angestellte mit Corona infiziert. Fünf Senioren starben dabei. „Es ist nicht auszuschließen, dass der Einsatz Ihrer mangelhaften Masken für den Ausbruch mitverantwortlich war“, zitiert der „Spiegel“ aus dem Brief, den die Pflege SH an Spahn schrieb.

Demnach seien alle Schutzausrüstungen für das Heim stets kontrolliert worden, außer die 1000 Halbmasken, die am 18. Dezember in einem Hilfspaket des Gesundheitsministeriums geliefert und nach den Angaben im Beipackzettel ausreichend geprüft worden waren. Der nach dem Ausbruch eingeholte Test der Masken ergab, dass keine der Masken die geforderte Filterleistung von 95 Prozent der Partikel erreichte, der schlechteste Wert lag bei nur 79.

So habe das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium am 5. Februar auf seiner Website vor der Benutzung der vom Spahn-Ministerium gelieferten Masken gewarnt. Das Bundesgesundheitsministerium teilte mit, dass „nach allen vorliegenden Informationen kein Zusammenhang“ zwischen den Todesfällen bestehe, so der „Spiegel“. (Quelle: TSP, 11.06.21)


Grafschafter Zahlen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim sinkt am Freitag weiter. Auf 19,0 beziffert das Robert-Koch-Institut diesen entscheidenden Wert, an dem sich die Corona-Regeln richten. Donnerstag lag er noch bei 21. Aktuell sind dem Kreishaus 62 Corona-Fälle bekannt.
Die Kreisverwaltung meldet einen neuen Corona-Fall. In Quarantäne befinden sich derzeit 211 Grafschafter. Damit sind seit Beginn der Pandemie 5335 Covid-19-Fälle bestätigt worden. 5151 Grafschafter gelten inzwischen als genesen. Im Zusammenhang mit dem Virus werden weiterhin 122 Todesfälle genannt.

Von den 62 aktuellen Infektionen gibt es 43 (-6) in Nordhorn.


Lokale Inzidenzen
Lingen (Ems) 14,6  (gestern 12,8) 

Meppen 2,8 (5,7)
Papenburg 10,6  (13,2


Niedersachsen: Gesundheitsministerin will gegen neue Welle animpfen

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) setzt auf eine möglichst hohe Impfquote, um eine abermalige Verschlechterung der Corona-Lage im Herbst zu verhindern. Zwar sei die Corona-Situation nun zu Sommerbeginn deutlich entspannter, sagte Behrens der dpa in Hannover. „Aber wir wissen auch, die Situation im letzten Sommer war ähnlich.“ Nun gehe es darum, ein Wiederansteigen der Neuinfektionszahlen im Herbst zu verhindern. „Und ich glaube, dass uns das auch gelingt, weil wir inzwischen eine gute Impfquote haben, weil wir es schaffen werden, im Herbst eine Vielzahl von Niedersachsen durchgeimpft zu haben.“

Das Ziel sei, eine Impfquote von 80 bis 85 Prozent bis zum Herbst zu erreichen, sagte Behrens. „Das Virus wird da sein, so wie auch ein Grippevirus da ist, aber wir werden nicht mehr so erkranken.“ Nach dem Impfen eines Großteils der Pflegeheimbewohner habe sich bereits gezeigt, dass es dort zwar immer wieder noch zu Corona-Ausbrüchen komme. Krankheitsfälle fielen aber nicht so stark aus. (Quelle: FAZ, 11.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Freitag, 11. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 155 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages zehn weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.694. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 260.042 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 11,1 Fälle je 100.000 Einwohner (12,0 am Vortag). (Quelle: NDR, 11.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2440 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3165 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 18,6 an (Vortag: 19,3; Vorwoche: 29,7).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 102 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 86 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.711.569 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.569.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, beträgt nun 89.687.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Donnerstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,74). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 79 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 11.06.21)


Weil für Verlängerung der Impfzentren

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat am Donnerstagabend die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags über die Ministerpräsidenten-Runde mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) unterrichtet.

Ein Schwerpunkt sei der Kampf gegen die Corona-Pandemie gewesen – vor allem die Zukunft der Impfzentren. Die Bundesregierung wolle diese am 30. September auslaufen lassen. „Ich habe erhebliche Zweifel daran, ob das ein kluges Vorhaben ist“, sagte Niedersachsens Landeschef. Es werde bald knirschen, wenn die Planung der Zweitimpfungen über den 30. September hinausgingen. „Mit AstraZeneca könnten dann bereits Anfang Juli, bei den anderen Impfstoffen Mitte August keine neuen Erstimpfungen mehr erfolgen“, so Weil. Er habe eigenen Angaben zufolge in der Runde an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) appelliert, eine Verlängerung der Impfzentren in Betracht zu ziehen. Es sei mit Blick auf die rasche Ausbreitung der sogenannten Delta-Virusmutation und dem anstehenden Sommerurlaub von impfenden Haus- und Fachärzte zu überlegen, „ob nicht die Infrastruktur der Impfzentren im ganzen Sommer und darüber hinaus weiterhin sehr gute Dienste leisten kann“.

Darüber hinaus habe die Runde der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ein einheitliches Vorgehen für Großveranstaltungen diskutiert. Die Staatskanzleien seien aufgerufen, dazu innerhalb der kommenden zwei Wochen einen abgestimmten Vorschlag zu unterbreiten. „Nach unserer Einschätzung dürfte das auch nicht auf große Schwierigkeiten stoßen“, sagte Weil. Man könne sich auf die gemeinsamen Beschlüsse aus dem vergangenen September stützen.

Weil hatte eingangs seiner Einlassung betont, es habe sich um ein „reines Arbeitstreffen“ gehandelt, „wie wir es schon lange nicht mehr hatten“. Corona sei nicht völlig dominant, sondern ein Thema von manchen anderen gewesen, so Weil. Zum einen sei das die Entwicklung der Energiewende und der Fortschritt des Netzausbaus gewesen, ein weiterer Fokus lag auf der Digitalisierung der Verwaltung. (Foto: CC s. Archiv v. 28.10.20; Quelle: NDR, 10.06.21)


USA spenden 500 Millionen Impfdosen an arme Länder

US-Präsident Joe Biden hat die Unterstützung der globalen Impfkampagne zur Beendigung der Corona-Pandemie als humanitäre Pflicht bezeichnet. Die Vereinigten Staaten knüpften die Spende von Hunderten Millionen Impfdosen an arme Länder nicht an Bedingungen, sagte Biden am Donnerstag im Küstenort St. Ives im englischen Cornwall. „Unsere Impfstoffspenden beinhalten keinen Druck für Gefälligkeiten oder mögliche Zugeständnisse. Wir tun das, um Leben zu retten. Um diese Pandemie zu beenden.“ Biden stellte für Freitag eine Ankündigung der G7-Staaten zur Unterstützung der globalen Impfkampagne in Aussicht.

Das Weiße Haus hatte zuvor angekündigt, 500 Millionen Impfdosen des Vakzins der Pharmakonzerne Pfizer und Biontech zu erwerben und an 92 arme Länder und die Afrikanische Union zu spenden. 200 Millionen Dosen sollen zwischen August und Ende des Jahres geliefert werden, die übrigen 300 Millionen bis Juni 2022. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Südafrika in dritter Corona-Welle

Südafrika steckt nach offiziellen Angaben zum dritten Mal in einer Coronawelle. Das statistisch am schlimmsten betroffene afrikanische Land verzeichnete 9149 Neuinfektionen. Das entspricht in etwa den Werten, die während der zweiten Welle gemeldet wurden. Südafrika sei somit „technisch heute in die dritte Welle eingetreten“, erklärt das Gesundheitsinstitut NCID. Der Direktor der Afrikanischen Zentren für Krankheitsbekämpfung, John Nkengasong, hatte zuvor bereits gewarnt, dass 14 afrikanische Länder auf eine dritte Corona-Welle zusteuerten. Die indische Variante breite sich immer stärker aus. (Quelle: TSP, 10.06.21)


G7-Gipfel: Corona-Ausbruch im Hotel von Merkels Sicherheitsleuten

In einem Hotel, in dem Sicherheitsleute von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim G7-Gipfel in Cornwall untergebracht waren, hat es Medienberichten zufolge einen Corona-Ausbruch gegeben. Ein Sprecher des britischen Premierministers Boris Johnson bestätigte jedoch auf Anfrage von Journalisten am Donnerstag, dass die Bundeskanzlerin weiter am Gipfel teilnehmen werde.

Der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge wurde der Ausbruch bereits am Mittwoch festgestellt. Das Hotel sei daraufhin geschlossen worden, hieß es weiter.

Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden demokratischen Industrienationen beraten von Freitag bis Sonntag über Themen wie den Kampf gegen Klimawandel und die Coronavirus-Pandemie in dem Badeort Carbis Bay in der südwestenglischen Grafschaft Cornwall. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Impfkommission empfiehlt Corona-Impfungen nur für vorerkrankte Kinder

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat in der Pandemie keine generelle Impfempfehlung für gesunde Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen gegen das Coronavirus aber für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen, wie aus dem jüngsten Bulletin des Robert Koch-Instituts am Donnerstag hervorging. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Müller: Impfzentren werden noch gebraucht

Aus Sicht von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) werden Impfzentren auf absehbare Zeit noch benötigt, um mit dem Impfen der Bevölkerung voranzukommen. „Uns von Seiten der Länder war sehr wichtig, dass wir noch einmal festhalten konnten, dass es nicht in Stein gemeißelt ist, dass am 30.9. die Impfzentren vom Netz gehen“, sagte Müller, der derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, nach den Beratungen der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag. „Wir brauchen sie möglicherweise, um nochmal einen letzten Schub in diese erste Impfkampagne zu bekommen“, sagte der SPD-Politiker. „Und wir müssen immer noch mitbedenken, dass dann im Herbst auch möglicherweise das Nachimpfen beginnt.“

Für diejenigen, die sehr früh eine Impfung bekommen hätten, stehe dann schon das Auffrischen der Impfungen an. „Auch dafür brauchen wir Infrastruktur. Und das war uns von Seiten der Länder sehr wichtig, dass wir auch weiter mit den Impfzentren arbeiten können.“ Müller sagte, eine große Rolle spiele das Thema Impfstoffe. „Die Gesundheitsminister werden sich damit auseinandersetzen, wann können wir mit welchen Lieferungen und welchen Größenordnungen rechnen.“ (Foto: CC s. Archiv v. 13.4.20; Quelle: TSP, 10.06.21)


Söder hält Großveranstaltungen für verfrüht

Trotz der positiven Entwicklungen bei den Corona-Infektionszahlen hält Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Lockerungen für Großveranstaltungen noch für verfrüht. Die Lage sei zwar sehr positiv, es wachse jedoch jeden Tag die Sorge über die Entwicklung in Großbritannien, wo sich die sogenannte Delta-Variante des Virus stark ausbreite, sagte der CSU-Chef am Donnerstag nach der Ministerpräsidentenkonferenz. Aus diesem Grund könne jetzt nicht alles ohne Regeln freigegeben werden.

„Wir sollten nicht kopflos sein“, betonte Söder. Dies gelte gerade auch für den Umgang mit Großveranstaltungen, wo etwa die jeweilige Form der Veranstaltung – also etwa ob es sich um ein Rockkonzert oder um ein Fußballspiel handle, sehr unterschiedlich zu bewerten seien. Entscheidend seien zudem sowohl die Inzidenzzahlen als auch eine hohe Impfgeschwindigkeit.

Darüber hinaus wünscht sich auch Söder eine Fortführung der Impfzentren über den 30. September hinaus. Die Impfzentren sollten nicht einfach beendet werden, sondern klug und vorsichtig verfahren, sagte er. „Wir brauchen immer wieder Rückfall- und Notfall-Optionen und immer wieder auch Infrastrukturen, die uns in Ergänzung zu unserer Ärzteschaft auch helfen können, in größeren Mengen solche für Impfungen vorzunehmen.“ Bund und Länder seien allesamt aufgefordert, sich dahinter zu klemmen müssen, „dass die zugesagten Bestellungen“ der Impfstoffe auch wirklich geliefert würden. „Das muss unsere Hauptaufgabe sein“, sagte Söder. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Dänemark verabschiedet sich großteils von Mund-Nasen-Schutz

Weitgehende Aufhebung der Maskenpflicht, mehr Zuschauer bei der Fußball-Europameisterschaft und längere Öffnungszeiten für Bars und Restaurants: Die dänische Regierung hat am Donnerstag die letzten Etappen bis zur geplanten Aufhebung aller Corona-Beschränkungen Anfang Oktober verkündet. Demnach gilt bereits ab Montag nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht und schon ab Samstag werden die Öffnungszeiten für Bars und Restaurants um eine Stunde auf Mitternacht verlängert.

Ab dem 15. Juli können Bars und Restaurants sogar bis 02.00 Uhr nachts offenbleiben. Nachtclubs dürfen am 1. September wieder öffnen. Bis 1. Oktober müssen die Gäste allerdings noch einen „Corona-Pass“ vorlegen, danach wird dieser Immunitätsnachweis komplett abgeschafft. Für den Besuch von Museen, Kinos und Theatern wird er bereits ab dem 1. August nicht mehr verlangt.

Bei den vier Spielen der Fußball-EM, die in Kopenhagen ausgetragen werden, lässt die Regierung nun 25.000 Zuschauer zu – 9000 mehr als bisher geplant. Aus Zeitgründen kann dies allerdings noch nicht beim ersten Spiel – Dänemark gegen Finnland – am kommenden Samstag umgesetzt werden, wie die Europäische Fußball-Union (Uefa) mitteilte.

„Alles, was wir versäumt haben, werden wir nachholen können, weil wir die Epidemie weitgehend unter Kontrolle haben“, sagte der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke. Dänemark ist in der Pandemie weitgehend glimpflich davongekommen. Derzeit werden nur noch 122 Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt, so wenige wie seit Oktober nicht mehr. 24,2 Prozent der dänischen Bevölkerung sind inzwischen vollständig geimpft, 42,7 Prozent haben bereits die erste Dosis erhalten. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Kritik an Impfaktion an Privatgymnasium

Eine Corona-Impfaktion bei Schülern eines privaten Gymnasiums des Bistums Mainz sorgt für Empörung. Landesärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung kritisieren die Aktion, bei der dem Vernehmen nach vier Mediziner rund 160 Schüler ab 16 Jahren den Piks gesetzt haben sollen. Das Bistum Mainz hat dagegen Verständnis für die Elterninitiative, die die Impfungen organisiert hat.

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) mahnte, solche „offensichtlich allein auf Öffentlichkeitswirkung ausgelegte Aktionen könnten (…) schlimmstenfalls zur Folge haben, dass das nötige Vertrauen und die Akzeptanz für die Impfkampagne sinkt“.

„Wir sehen die Impfaktion am Theresianum ausgesprochen kritisch und halten sie zum jetzigen Zeitpunkt für nicht angemessen. Landesweit warten noch Hunderttausende aus den Priorisierungsgruppen 2 und 3 auf ihre Impfung“, sagte der Präsident der Landesärztekammer, Günther Matheis. „Wir sehen die Impfaktion des Mainzer Theresianum (..) sehr kritisch und halten sie zum jetzigen Zeitpunkt für unangemessen“, heißt es auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung. Dem Bundesgesundheitsministerium sind solche Fälle nicht bekannt. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Evonik arbeitet an neuem Transportmechanismus für mRNA-Medikamente

Der Spezialchemiekonzern Evonik kooperiert mit der US-Universität Stanford bei der Suche nach neuen Möglichkeiten, mRNA-basierte Medikamente an die richtigen Stellen im Körper zu transportieren. Ziel der auf drei Jahre angelegten Zusammenarbeit mit den Forschern in Kalifornien ist die Entwicklung einer Technologie, die über die bisherigen Möglichkeiten von Lipid-Nanopartikeln hinausgeht, wie Evonik am Donnerstag in Essen mitteilte.

Hierzu werde ein polymerbasiertes System entwickelt, das das Unternehmen lizenzieren und vermarkten werde. So sollen die Anwendungsmöglichkeiten von mRNA-Therapeutika erweitert werden, um künftig auch Krankheiten wie Krebs und Aids besser bekämpfen zu können.

Im Erfolgsfall würde Evonik damit sein Produktangebot rund um die mRNA-Transporttechnologie vergrößern und den Portfolioumbau der Sparte Nutrition & Care hin zu Systemlösungen vorantreiben. In der Sparte soll der Anteil solcher Systemlösungen von heute 20 Prozent bis 2030 auf mehr als 50 Prozent steigen.

Aktuell produziert Evonik bereits Lipid-Nanopartikel (LNP) für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer. Aktuell werde Evoniks zugängliches Marktpotenzial für LNP-basierte Liefersysteme bis 2026 auf über 5 Milliarden US-Dollar geschätzt, hieß es weiter. Allerdings nimmt der Wettbewerb in diesem Bereich auch zu. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Moderna beantragt Zulassung in den USA ab 12 Jahren

US-Hersteller Moderna hat nun auch in Amerika eine Notfallzulassung seines Corona-Impfstoffes für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren beantragt. Man habe die nötigen Unterlagen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht, teilte Moderna am Donnerstag mit. Bisher darf Menschen dieser Altersgruppe in den USA und auch in der Europäischen Union nur das Vakzin von Biontech/Pfizer gespritzt werden. Moderna hatte bereits am Montag in der EU die Zulassung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren beantragt.

Grundlage des Antrags sei eine Phase-2/3-Studie mit dem mRNA-1273 genannten Moderna-Impfstoff bei 2500 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren in den USA. Die Wirksamkeit habe dabei bei 100 Prozent gelegen. Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil seien wie bei der Phase-3 Studie von Erwachsenen, hieß es weiter. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Jeder zweite Erwachsene in der EU einmal gegen Corona geimpft

Jeder zweite Erwachsene in der Europäischen Union ist mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft. Die Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag. Nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC sind das 183,1 Millionen Menschen. Knapp 26 Prozent der Erwachsenen – rund 94,8 Millionen – haben demnach den vollen Impfschutz, für den in der Regel zwei Spritzen nötig sind.

Von der Leyen schrieb auf Twitter, die EU sei auf gutem Weg zu dem Ziel, bis Ende Juli genügend Impfstoff zu haben, um 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen. Ein Sprecher der EU-Kommission stellte klar, dass dieses Ziel gelte, auch wenn sich die Zulassung für den deutschen Hersteller Curevac verzögern sollte. Zuletzt hatte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) erklärt, eine Zulassung des Curevac-Impfstoffs sei statt im Juni realistisch erst im August zu erwarten.

(Quelle: TSP, 10.06.21)


Grafschaft Bentheim:  Wenige Fälle lassen Inzidenz stark steigen

Während die Inzidenzwerte in den umliegenden Kommunen und Kreisen eifrig ihre Talfahrt fortsetzen, dümpelt der Wert in der Grafschaft seit einiger Zeit vor sich hin. Er sinkt, aber nur langsam – wobei der Sprung von Mittwoch auf Donnerstag (von 28 auf 21) Anlass zur Hoffnung gibt, dass aus dem lauen Lüftchen nun eine etwas stärkere Brise werden könnte.
„Auch in der Grafschaft sind die Infektionszahlen rückläufig. Das mag etwas langsamer geschehen, aber derzeit liegt der Inzidenzwert bei 21,1. Und hat den bisherigen Bereich 25 bis 30 damit unterschritten. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl schlagen bereits kleine Veränderungen in der Grafschaft deutlich anders zu Buche als in den Landkreisen Emsland oder Osnabrück. Zehn Fälle in sieben Tagen bedeuten für den Landkreis Emsland einen Inzidenzwert von 3,0 – im Landkreis Grafschaft Bentheim einen von 7,4“, erklärt Sprecher Jürgen Hartmann.

Bei den jüngsten Neuinfektionen handelte es sich um Einzelfälle. Hartmann: „Bei Schülern wurde eine Covid-Infektion durch einen Schnelltest erkannt und durch einen PCR-Test bestätigt. Allerdings lag hier kein gehäuftes Auftreten vor.“ Daneben gab es auch einige Infektionsgeschehen in Familien, die zu merklichen Schwankungen in der Inzidenz geführt haben.

Private Treffen spielten für die Entwicklung der Inzidenzzahlen eine wesentliche Rolle, betont der Sprecher: „Wie wir bereits wiederholt dargestellt haben, lässt sich die Ursprungsquelle nicht immer klar identifizieren.“ Von der wiedereröffneten Gastronomie geht nach seiner Einschätzung keine große Gefahr aus: „Hier werden professionelle Sicherheitsstandards und Hygienekonzepte eingehalten.“

Im Grunde, so Jürgen Hartmann, habe es während der gesamten Zeit der Pandemie immer wieder Schwankungen gegeben. Ob sich der Abwärtstrend fortsetzen wird, da will der Sprecher keinen Blick in die Glaskugel wagen: „Wir hoffen auf ein stetes weiteres Sinken – wobei auch hier das oben Gesagte gilt: Wenige zusätzliche Fälle können den Inzidenzwert deutlich beeinflussen, im Extremfall auch wieder über die 35er-Grenze hinaus.“ (Quelle: GN, 10.06.21)


Iran überschreitet Schwelle von drei Millionen Corona-Infektionen

Der Iran hat die symbolische Schwelle von drei Millionen Corona-Infektionen überschritten. Das Gesundheitsministerium in Teheran verzeichnete am Donnerstag 12.398 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionsfälle stieg damit auf 3.003.112. Die Zahl der bestätigten Todesfälle stieg um 153 auf 81.672.

Der Iran ist das am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Land der Region. Seit Ende März kämpft das Land gegen eine vierte Infektionswelle, die unter anderem durch Reisen zum iranischen Neujahr angeheizt wurde. Seit Mitte April gehen die Infektionszahlen langsam zurück.

Das im Februar gestartete Impfprogramm kommt allerdings nicht so schnell voran wie von der Regierung erhofft. Nach Angaben des Gesundheitsministerium haben bislang 4,2 Millionen Iraner ihre erste Impfdosis bekommen. Erst 742.817 Menschen sind zweifach geimpft. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Deutsche in erster Juniwoche wieder so viel unterwegs wie vor Coronakrise

In der ersten Juniwoche sind die Menschen in Deutschland wieder genauso viel unterwegs gewesen wie im selben Zeitraum vor dem Beginn der Corona-Pandemie. Im Vormonat lag die Mobilität trotz rückläufiger Infektionszahlen noch sechs Prozent unter dem Referenzwert vom Mai 2019, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervorging. Im April waren es demnach sogar noch neun Prozent weniger gewesen.

Am Maifeiertag und an Christi Himmelfahrt – eigentlich beliebten Ausflugstagen – stellten die Statistiker hingegen 16 beziehungsweise 14 Prozent weniger Bewegungen fest als an denselben Feiertagen im Jahr 2019. Lediglich am Pfingstmontag seien die Menschen mehr unterwegs gewesen als vor der Pandemie. Für die Auswertung nutzten die Statistiker anonymisierte Mobilfunkdaten.

Obwohl Mobilität auch vom Wetter abhänge, sei für den kalten Mai kein starker Wettereffekt zu beobachten, weil der Vergleichsmonat des Jahres 2019 ähnlich kühl und nass ausgefallen sei. Für einzelne Tage seien dennoch Wettereffekte zu erkennen.

Demnach stieg vom 8. auf den 9. Mai mit der Temperatur auch die Mobilität der Menschen stark an: Für den einen Tag verzeichneten die Statistiker noch sechs Prozent weniger, für den zweiten, deutlich wärmeren Tag dann neun Prozent mehr Bewegungen als 2019.

In der ersten Juniwoche stieg die Mobilität in Deutschland laut Statistikamt auch nachts wieder an. Vom 31. Mai bis zum 6. Juni registrierten die Statistiker dennoch durchschnittlich 18 Prozent weniger Bewegungen als vor der Krise. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Corona-Inzidenz unter 20 – RKI-Chef: Virus keine Chance geben

Erstmals seit acht Monaten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland unter die Marke von 20 gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Donnerstagmorgen mit bundesweit 19,3 an – zuletzt war ein so niedriger Wert Anfang Oktober verzeichnet worden. Vor einer Woche hatte die Inzidenz noch bei gut 34 gelegen. Insgesamt meldeten die deutschen Gesundheitsämter dem RKI binnen eines Tages 3187 Corona-Neuinfektionen. Die Zahl der Todesfälle binnen eines Tages bezifferte die Behörde auf 94.

Das RKI wies trotz des „erfreulichen“ Rückgangs bei den Corona-Zahlen auf weiter bestehende Risiken hin. „Das Virus ergreift jede noch so kleine Chance – die sollten wir ihm nicht geben“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin. Das zeige sich etwa in Pflegeeinrichtungen, wo es trotz hoher Impfquote auch weiter ungeimpfte Menschen gebe und es auch zu Ausbrüchen komme. Die Pandemie sei nicht vorbei.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach mit Blick auf das Infektionsgeschehen von einer ermutigenden Entwicklung. Die Infektionszahlen gingen deutlich herunter, Intensivstationen leerten sich von Corona-Patienten, die Impfzahlen stiegen weiter mit guter Geschwindigkeit. Dies ermögliche es, wieder mehr Freiheit und Normalität zu wagen. Zugleich gelte es, das Erreichte abzusichern und die Zahlen weiter zu senken. Umso tiefer man dabei komme, desto weniger gebe man neuen Mutationen des Coronavirus eine Chance, sich zu verbreiten.

Seit Beginn der Pandemie registrierte das RKI 3.709.129 nachgewiesene Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.563.800 an. Insgesamt starben demnach in Deutschland 89.585 Menschen an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2.

Eine Inzidenz von null – dort wurden also keine Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen registriert – verzeichnete das RKI für Schwerin und den Landkreis Tirschenreuth in Bayern. In diesem Landkreis hatte die Inzidenz Ende Januar noch deutlich über 300 gelegen.

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta bleibt in Deutschland weiter relativ selten. Ihr Anteil an den untersuchten Proben betrage nun 2,5 Prozent, heißt es in einem RKI-Bericht zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend. Die Angabe bezieht sich auf die Woche vom 24. bis 30. Mai.

Mit einem Anteil von 94 Prozent an den untersuchten Proben löst die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) bundesweit weiter den Großteil der Infektionen aus. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Als besorgniserregend werden Varianten eingestuft, wenn sie sich etwa möglicherweise leichter verbreiten, schwerere Verläufe verursachen oder wenn sich das Virus so verändert hat, dass der Schutz von Geimpften und Genesenen beeinträchtigt sein könnte.

In Großbritannien, wo die Delta-Variante sich zunehmend verbreitet, steigen die Fallzahlen wieder rapide. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz lange Zeit nur knapp über 20 lag, stieg sie bis Donnerstag auf rund 49 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Die Zahl der Krankenhaus-Patienten mit Covid-19 stieg erstmals seit Mitte Mai wieder auf über 1000, wie die BBC berichtete. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Anbieter bekommen ab Juli weniger Geld für Corona-Tests

Nach mutmaßlichem Betrug in Corona-Schnellteststellen sollen die Betreiber ab Juli weniger abrechnen können. Das sieht eine geänderte Testverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor. Betreiber von Teststellen sollen für die Entnahme des Abstrichs ab 1. Juli nur noch 8 Euro abrechnen können. Bisher waren es 15 bei ärztlichen und 12 Euro bei anderen Anbietern. Weil die Tests günstiger geworden sind, sollen sie nur noch pauschal mit 4,50 statt mit bis zu 6 Euro abgerechnet werden können.

Der Verdacht auf Testbetrug in großem Stil war durch eine Veröffentlichung von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ Ende Mai aufgekommen. Die abgerechneten Tests mehrerer von den Reportern beobachteter Stellen überstiegen demnach die Besucher an einzelnen Tagen deutlich. Die für die Abrechnung zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen sollen die Abrechnungen künftig gründlicher prüfen – mit Hilfe von Wirtschaftsprüfern auch im Detail und vor Ort.

Generelle Beauftragungen von Teststellen, wie sie mit sogenannten Allgemeinverfügungen möglich waren, soll es nicht mehr geben. Gesundheitsämter sollen die Stellen nur noch einzeln beauftragen können. Zudem sollen sich alle Anbieter von Bürgertests an die Corona-Warn-App anschließen müssen. Auf Wunsch der Getesteten sollen sie ein Testzertifikat direkt über die App bekommen. (Quelle: TSP, 10.06.21)


WHO Europa mit Corona-Warnung vor Fußball-EM und Urlaubssaison

Vor der Fußball-Europameisterschaft und der anstehenden Urlaubssaison warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO vor Nachlässigkeit im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. „Wir sind keineswegs außer Gefahr“, sagte der Leiter des WHO-Regionalbüros Europa, Hans Kluge, am Donnerstag auf einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Angesichts zunehmender gesellschaftlicher Zusammenkünfte, größerer Mobilität sowie großen Festivals und Sportturnieren in den kommenden Tagen und Wochen mahne die WHO Europa zur Vorsicht.

Letztlich müsse man aus den Erfahrungen des vergangenen Sommers lernen, sagte Kluge. Damals seien die Fallzahlen erst in jüngeren Altersgruppen gestiegen, dann hätten sie sich auf Ältere ausgebreitet, was im Herbst und Winter zu einem verheerenden Wiedererstarken des Virus, zu Lockdowns und Todesfällen beigetragen habe. „Lassen Sie uns diesen Fehler nicht noch einmal machen.“

Gleichzeitig wies Kluge auch auf positive Entwicklungen hin. Seit zwei Monaten sehe man einen Rückgang bei den Neuinfektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfällen. In der vergangenen Woche seien in der WHO-Region Europa 368.000 neue Corona-Fälle gemeldet worden – dies sei ein Fünftel der wöchentlichen Fälle während des jüngsten europäischen Höchstwertes im April. Erstmals seit Herbst 2020 sei die Zahl der mit Corona-Infektionen in Verbindung stehenden Todesfälle vergangene Woche auf unter 10 000 gefallen.

Gemeinsam mit dem UN-Hilfswerk Unicef ruft die WHO Europa nun eine Kampagne ins Leben, mit der alle Bürger zur Vorsicht und Minimierung von Risiken im Sommer aufgerufen werden. Wenn man seine Reise verschieben könne, dann sei dies an dieser Stelle der richtige Schritt. „Wenn Sie sich entschließen, zu reisen, dann tun Sie das verantwortungsbewusst. Seien Sie sich der Risiken bewusst“, mahnte Kluge an.

Zugleich forderte er, dass die Impfkampagnen im Sommer mit viel höherem Tempo vorangehen müssten. Bislang hätten 30 Prozent der Menschen in den 53 Ländern der WHO-Region Europa ihre erste Impfdosis erhalten, 17 Prozent seien fertiggeimpft. „Obwohl wir weit gekommen sind, sind wir noch nicht weit genug gekommen.“ Der bisherige Impfschutz in der Bevölkerung sei noch lange nicht ausreichend, um die Region vor einem Wiedererstarken des Coronavirus zu schützen. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Grafschafter Zahlen

Der Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim ist von 28 am Mittwoch auf 21 am Donnerstag gesunken. Die Kreisverwaltung gab am Donnerstag zwei weitere Infektionen mit dem Coronavirus bekannt. Damit gab es in den vergangenen sieben Tagen im Landkreis 29 neue Infektionen. Insgesamt sind dem Kreishaus derzeit 70 Infektionen bekannt. 228 Bürger sind aktuell in Quarantäne. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Corona liegt weiterhin bei 122.
Von den 70 aktuellen Infektionenentfallen mehr als 70% auf Nordhorn. Dort sind 49 (+/-0) Erkrankte wohnhaft. (Quelle: GN, 10.06.21)



Fast 1,3 Millionen Corona-Impfungen an einem Tag

In Deutschland sind innerhalb eines Tages fast 1,3 Millionen Impfungen gegen das Coronavirus vorgenommen worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag (Stand: 11.05 Uhr) wurden am Mittwoch 1.280.338 Impfdosen gespritzt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb auf Twitter, am Mittwoch hätten 1,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine Erst- oder Zweitimpfung erhalten. 47,0 Prozent (39,1 Millionen Menschen) sind nun laut RKI mindestens einmal gegen Corona geimpft, 23,9 Prozent (19,9 Millionen) bereits vollständig geimpft. Insgesamt wurden laut RKI bislang 57,9 Millionen Impfdosen verabreicht.

Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote. Die höchste Quote an Menschen, die mindestens einmal geimpft sind, verzeichnet Bremen mit 51,2 Prozent. Sachsen bleibt mit 42,1 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Das Saarland liegt bei der Berücksichtigung aller verabreichten Impfdosen beim Tempo an der Spitze, während die Kampagne dem RKI zufolge in Hamburg am langsamsten läuft. Hamburg gehört aber auch zu den Ländern, die bislang die wenigsten Impfdosen erhalten haben.

Impfwillige können sich seit Montag unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen Corona impfen lassen. Gleichzeitig stiegen Tausende Betriebsärztinnen und -ärzte in die Impfungen ein. Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. (Quelle: TSP, 10.06.21)



Lokale Inzidenzen

Lingen (Ems) 12,8  (gestern 14,6) 
Meppen  5,7 (5,7)
Papenburg 13,2 (15,9)


Bundesrechnungshof: Kritik an Spahns Geldverschwendung

Der Bundesrechnungshof (BRH) hat am Mittwoch dem Haushaltsausschuss des Bundestags seinen ersten umfassenden Bericht über die Corona-Ausgaben der Bundesregierung vorgelegt. Im Zentrum steht dabei das Gesundheitsministerium (BMG) unter Jens Spahn.

Das BMG habe nicht nachvollziehbar hohe Preise für Masken an Apotheker bezahlt und Fehlanreize für Ausfallpauschalen bei Kliniken geschaffen, urteilen die Rechnungsprüfer. Der 42 Seiten umfassende Bericht ist noch nicht öffentlich, liegt NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung aber vor. „Apothekenpreise“ für Masken Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder hatten am 16. November 2020 beschlossen, dass besonders vulnerable Personengruppen mit kostenlosen FFP2-Masken versorgt werden sollen. Das BGM hatte daraufhin eine Verordnung erlassen, nach der die Masken über Apotheken abgegeben werden. Die Apotheker erhielten dafür pro Maske zunächst sechs Euro, ab Februar 2021 dann 3,90 Euro.

Der Bundesrechnungshof kritisiert die Preise als völlig überteuert. Eine Preisanalyse des BMG im November habe ergeben, dass „Schutzmasken mit nachweislicher Zertifizierung zu einem durchschnittlichen Preis von 1,62 Euro erhältlich waren“. Warum das BMG den Apothekern dennoch sechs Euro zahlte, sei nicht nachvollziehbar. „Eine begründende Preisanalyse für die Festlegung dieses Erstattungsbetrags konnte das BMG nicht vorlegen“, schreibt der Rechnungshof. Als das Ministerium im Februar schließlich den Erstattungspreis auf 3,90 Euro absenkte, war auch das nach Ansicht des Rechungshofes unverständlich, weil zu diesem Zeitpunkt Masken im Einzelhandel bereits unter einem Euro angeboten wurden.

Kritik äußern die Prüfer auch daran, dass sich die Spitze des Gesundheitsministeriums „über die Bedenken der hauseigenen Fachleute hinweggesetzt“ habe, die vor „unkalkulierten Folgekosten“ warnten. 2,1 Milliarden Euro für Masken Insgesamt flossen bei der Maskenaktion 2,1 Milliarden Euro an die Apotheker. Das heißt, jede Apotheke in Deutschland bekam im Schnitt mehr als 100.000 Euro – kein Wunder, dass der Rechnungshof hier eine „deutliche Überkompensation zu Gunsten der Apotheken“ sieht. Das BMG kommt in dem Bericht auch zu Wort. Zur Maskenabgabe über die Apotheker nimmt dass BMG für sich in Anspruch, dass für die Umsetzung „nur vier Wochen zur Verfügung standen“ und der Preis „wesentlich auf einer Markterhebung“ beruhe. Falsche Anreize für Kliniken?

Im zweiten Teil des Berichts bewertet der Rechungshof die Zahlungen an die Krankenhäuser und speziell die Anreize für die Schaffung neuer Intensivbetten. Für die Behandlung von Patientinnen und Patienten hatten die Kliniken im Jahr 2020 schon von den gesetzlichen Krankenkassen 1,3 Milliarden mehr bekommen als im Jahr zuvor, obwohl die Betten um knapp acht Prozent weniger ausgelastet waren. Zusätzlich erhielten die Kliniken 10,2 Milliarden Euro aus Steuermitteln als Ausgleichszahlungen für verschobene oder ausgesetzte Eingriffe. Auch das stellt für den Bundesrechnungshof eine massive Überkompensation der Krankenhäuser aus Steuermitteln dar. Außerdem mahnen die Prüfer, dass „Unterstützungsleistungen nach dem Gießkannenprinzip“ künftig vermieden werden sollten.

Das Gesundheitsministerium räumt in diesem Punkt immerhin ein, von März bis Juli 2020 zu viel Geld ausgegeben zu haben. Seit November erhalten Kliniken die Ausgleichszahlungen nur noch, wenn die freien Intensivbetten in der Region weniger als 25 Prozent betragen, die Auslastung also sehr hoch ist. Hierin sieht der Rechnungshof einen gefährlichen Fehlanreiz, die Zahl der freien Intensivbetten künstlich nach unten zu rechnen.

Der Bericht zitiert in diesem Zusammenhang ein Schreiben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 11. Januar dieses Jahres ans Gesundheitsministerium. Dabei äußerte das RKI die „Vermutung, dass Krankenhäuser zum Teil weniger intensivmedizinische Behandlungsplätze meldeten, als tatsächlich vorhanden waren.“ Nach Ansicht des RKI seien die ans DVI-Zentralregister gemeldeten Daten „daher nicht mehr für eine Bewertung der Situation geeignet“, schreibt der Rechnungshof. Im Klartext heißt das: Die Zahlen der Ferien Intensivbetten könnten tatsächlich höher gewesen sein als ausgewiesen.

Die Auslastung der Intensivstationen aber war (und ist) neben den Inzidenz-Werten ein magnetisches Kriterium der Bundesregierung dafür, wie streng oder locker die Corona-Maßnahmen gefasst werden. Betten nicht auffindbar In einem dritten Punkt analysiert der Bericht die Schaffung neuer Intensivbetten. Von März bis September 2020 habe der Bund jedes neue Intensivbett mit 50.000 Euro zusätzlich finanziert. Insgesamt wurden von den Krankenhäusern dafür knapp 700 Millionen Euro abgerufen. Teilt man die Summe durch den Zuschuss pro Bett müsste es jetzt 13.700 neue Intensivbetten in Deutschland geben – doch die kann der Rechnungshof nicht finden. „Ein solcher Kapazitätszuwachs ist aus den vorliegenden Statistiken indes nicht abzulesen“, schreiben die Rechnungsprüfer. Das Gesundheitsministerium rechtfertigt sich damit, dass für Intensivbetten „bis Frühjahr 2020 keine einheitliche Definition existierte.“ (Quelle: Tagesschau, 10.06.21)


Zahl der britischen Covid-Patienten in Krankenhäusern steigt wieder

Die Zahl der Krankenhaus-Patienten mit Covid-19 ist in Großbritannien wieder deutlich angestiegen. Erstmals seit Mitte Mai liegt die Zahl wieder über 1000, wie die BBC am Donnerstag berichtete. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf rund 49, nachdem sie wochenlang knapp über 20 gelegen hatte. Wissenschaftler sprechen vom Beginn einer dritten Corona-Welle, die durch die Ausbreitung der wohl sehr ansteckenden, zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante verursacht wird.

Trotz der steigenden Zahlen wird in England weiter über die für den 21. Juni angepeilte Aufhebung aller Corona-Beschränkungen gestritten. Lobby-Verbände und Vertreter der Kulturbranche machen Druck auf die Regierung, auf den Schutz der Impfkampagne zu vertrauen und weiter zu lockern. Premier Boris Johnson äußerte sich zuletzt zurückhaltend. Eine Entscheidung soll am 14. Juni verkündet werden.

Mittlerweile haben mehr als 54 Prozent der erwachsenen Briten einen vollständigen Impfschutz, mehr als 77 Prozent immerhin die erste Dosis bekommen. Allerdings gilt der Schutz der Erstimpfung bei der Delta-Variante als deutlich geringer als bei anderen Typen. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Donnerstag, 10. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 155 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages zehn weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.692. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 259.887 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Landesdurchschnitt auf 12,0 Fälle je 100.000 Einwohner (13,9 am Vortag). (Quelle: NDR, 10.06.21)


Deutschland-Zahlen

Erstmals seit vielen Monaten liegt die Sieben-Tage-Inzidenz wieder unter 20. Angesichts des positiven Trends wollen die Länderchefs über den Umgang mit Großveranstaltungen diskutieren. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3187 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4640 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 19,3 an – damit liegt sie erstmals seit Oktober vergangenen Jahres wieder unter 20. Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 94 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 166 Tote gewesen. (Quelle: Tagesschau, 10.06.21)


Stiko: Trotz Impfung fehlt manchen der Immunschutz

Die Ständige Impfkommission (Stiko) geht davon aus, dass etliche Menschen trotz vollständiger Impfung keinen wirksamen Corona-Immunschutz aufgebaut haben. Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Es gibt inzwischen mehrere Studien, die zeigen, dass die Impfung gegen Covid-19 bei Menschen, deren Immunsystem medikamentös gebremst wird, nicht so gut wirkt wie bei anderen.“ Die Immunantwort sei schlechter oder falle ganz aus.

Betroffen seien etwa Menschen nach einer Organtransplantation oder zum Teil auch Krebspatienten. In solchen Fällen sei es wichtig, das Ansteckungsrisiko im Umfeld durch Impfungen so weit wie möglich zu verringern. „Man nennt das Kokonstrategie“, so Mertens. Auch bei Rheumapatienten sei die Immunantwort je nach Art der Immunsuppression zumindest reduziert. Im Moment könne man noch nicht abschätzen, wie groß die Gruppe der Patienten sei, die trotz vollständiger Impfung keinen oder einen zu geringen Immunschutz aufgebaut hätten. „Wir müssen aber davon ausgehen, dass es nicht nur Einzelfälle sind.“ (Quelle: TSP, 10.06.21)


Ramelow würde komplette Öffnung im Herbst wagen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) spricht sich nach einem Zeitungsbericht dafür aus, die Corona-Regeln im Herbst komplett zu lockern. „Ich glaube, wir können das Risiko der kompletten Öffnung im Herbst eingehen“, sagte Ramelow der „Rheinischen Post“. Die Widerstandskraft sei durch den Impfstoff in diesem Jahr höher. Er wisse aber auch, dass sich 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung nicht impfen lassen werden. „Die müssen das Risiko dann selbst tragen und verantworten“, sagte Ramelow.

Nach Angaben des Regierungschefs sind in Thüringen wahrscheinlich zwei Menschen infolge einer Covid-Impfung gestorben. Er bedauere das sehr, die Angehörigen erhielten Unterstützung, sagte Ramelow. „Aber bei zwei zu einer Million sind die Risiken abschätzbar und erklärbar“, fügt er hinzu. „Normalität heißt, mit Risiken zu leben.“ (Quelle: TSP, 10.06.21)


Schwesig will einheitliche Regeln für Großveranstaltungen

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD) fordert bundeseinheitliche Corona-Regeln für Großveranstaltungen. Vor den Beratungen der Länder-Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag sagte sie der „Rheinischen Post“: „Mecklenburg-Vorpommern wirbt dafür, dass wir uns auf gemeinsame Regeln für den Umgang mit Volksfesten und Großveranstaltungen verständigen. Da sollten wir möglichst einheitlich vorgehen.“ Zudem brauche es gemeinsame Regeln für Regionen, in denen die Corona-Zahlen wieder steigen.

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), hatte der Deutschen Presse-Agentur zu den anstehenden Gesprächen gesagt: „Neben den allgemeinen Themen der regulären MPK wird es auch im Interesse aller Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten um mögliche Zulassungen von Großveranstaltungen mit Publikum gehen.“ Zudem gehe er davon aus, dass man über die kommenden Impfstofflieferungen und Impfangebote insbesondere für Kinder und Jugendliche sprechen werde.

Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft forderte angesichts der relativ niedrigen Infektionszahlen eine deutliche Lockerung der Regeln. Verbandspräsident Jens Michow sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Es ist nicht erkennbar, was noch geschehen soll, damit die Branche endlich wieder Geld verdienen kann anstatt auf staatliche Hilfen angewiesen zu bleiben.“ Die Branche sei in der Lage, nur geimpften, getesteten oder genesenen Menschen den Zutritt zu Veranstaltungen zu gewähren. „Sofern sich die aktuelle Entwicklung der Inzidenzrate fortsetzt, ist für mich nicht erkennbar, wieso Kapazitätseinschränkungen in Veranstaltungsstätten noch verhältnismäßig sein sollten“, sagte er. (Quelle: TSP, 10.06.21)


Indien: Neue Höchstzahl

Indien meldet 6148 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden und damit einen neuen weltweiten Höchstwert. Dazu trug vor allem bei, dass der Bundesstaat Bihar seine Todeszahl am Vortag wegen einer neuen Erfassung um rund 4000 Fälle nach oben korrigierte. Hier werden nun auch Fälle berücksichtigt, bei denen Menschen zuhause oder in privaten Kliniken an Covid-19 starben. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in dem südasiatischen Land auf 359.676, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Das ist der dritthöchste Wert weltweit nach den USA und Brasilien.

Die Zahl der bestätigten Ansteckungen erhöhte sich in Indien um 94.052 auf 29,2 Millionen. Die täglich gemeldeten Neuinfektionen waren zuletzt unter die Schwelle von 100.000 gefallen, nachdem es Anfang Mai teils noch über 400.000 gewesen waren. Das Gesundheitssystem war teilweise überlastet, in Kliniken wurden Intensivbetten knapp. (Quelle: FAZ, 10.06.21)


Auch Weil für bundesweite Regelung

Angesichts der sinkenden Corona-Zahlen hat sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil vor den neuen Bund-Länder-Beratungen für eine bundesweite Regelung für Großveranstaltungen wie etwa Volksfeste ausgesprochen. „Das wäre auf jeden Fall von Vorteil“, sagt der SPD-Politiker im ARD-Morgenmagazin. Denn es gehe häufig um Veranstaltungen mit einem ähnlichen Format. „Deswegen wäre es gut, wenn wir einheitliche Maßstäbe hätten.“ Dabei gehe es um Kapazitätsbegrenzungen, Impfungen und Testungen sowie klare Hygienekonzepte. „Dann kann man sich langsam aber sicher auch wieder an größere Veranstaltungen herantasten.“ Zugleich warnte Weil auch wegen der Virus-Mutationen vor übereilten Lockerungen. „Wir sind jetzt eigentlich ziemlich dicht vor dem Ziel – so ist mein Eindruck – und ganz kurz vor dem Ziel da sollte man keine Fehler mehr machen.“ (Foto CC s. Archiv v. 28.10.20; Quelle: FAZ, 10.06.21)


KMK-Konferenz: Wie geht es an den Schulen weiter?

Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) berät am Donnerstag über das weitere Vorgehen an den Schulen nach den Sommerferien. Aktuell normalisiert sich der Schulbetrieb angesichts sinkender Corona-Zahlen zwar wieder, und einige Länder lockern auch die Maskenpflicht in den Einrichtungen. Allerdings ist nicht absehbar, wie die Lage im Herbst sein wird. Die Ministerinnen und Minister wollen bei ihrer Videokonferenz außerdem eine Empfehlung für den Umgang mit Antisemitismus an Schulen verabschieden.

Die brandenburgische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Britta Ernst (SPD) hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, die Schulen nach dem Sommer in voller Präsenz zu öffnen – und zwar unabhängig davon, ob Kinder geimpft sind oder nicht.

Die designierte Chefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Maike Finnern, hält lange coronabedingte Schulschließungen im neuen Schuljahr für höchstwahrscheinlich verzichtbar. „Das ist nicht noch einmal vorstellbar. Ich glaube nicht, dass wir noch einmal in eine Situation kommen, in der Schulen mehrere Monate geschlossen werden müssen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. (Quelle FAZ, 10.06.21)


Frankreichs Premier in Quarantäne

Frankreichs Premierminister Jean Castex muss in Corona-Isolation. Seine Frau war zuvor positiv auf das Virus getestet worden, wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch mit Verweis auf sein Amt berichtete. Castex wird sich demnach eine Woche lang isolieren. Ein erster Corona-Test bei ihm sei negativ gewesen. Der 55 Jahre alte Politiker ist bereits einmal gegen das Coronavirus geimpft. (Quelle: FAZ, 09.06.21)


US-Regierung will 500 Mio Impfdosen an andere Länder spenden

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will die US-Regierung übereinstimmenden Medienberichten zufolge 500 Millionen Impfdosen erwerben und sie an andere Länder spenden. Das Weiße Haus habe sich entsprechend mit den Pharmakonzernen Pfizer und Biontech geeinigt, berichtete am Mittwoch unter anderem die „Washington Post“ unter Berufung auf mehrere mit den Plänen vertraute Personen.

Den Berichten zufolge dürfte US-Präsident Joe Biden das Vorhaben vor oder beim G7-Gipfel im südwestenglischen Cornwall verkünden, an dem er während seiner ersten Auslandsreise als Präsident teilnimmt. Laut „New York Times“ sollen die Impfdosen im Laufe der kommenden zwei Jahre an etwa 100 Länder verteilt werden.

Die US-Regierung hat bislang zugesagt, bis Ende Juni 80 Millionen Impfstoffdosen mit anderen Staaten zu teilen. Vergangene Woche hatte das Weiße Haus Details zur Verteilung der ersten 25 Millionen Dosen veröffentlicht. Mindestens 75 Prozent davon, knapp 19 Millionen Dosen, sollen demnach über das Impfprogramm Covax vergeben werden. Die verbleibendenden rund 25 Prozent, etwa 6 Millionen Dosen, will die US-Regierung direkt an Länder abgeben: etwa an die Nachbarländer Kanada und Mexiko sowie Indien und Südkorea. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Klinik-Angestellte in Texas wehren sich gegen Impfpflicht

In Texas wehren sich rund hundert Angestellte eines der größten Krankenhäuser des US-Bundesstaates gegen eine faktische Impfpflicht an ihrem Arbeitsplatz. Die Mitarbeiter des Houston Methodist Hospital in der texanischen Hauptstadt organisierten am Dienstagabend eine Protestveranstaltung an einem der Standorte des Krankenhauses. Angestellten der Einrichtung droht eine Kündigung, sollten sie nicht bis Montag eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben.

„Wir sind nicht gegen den Impfstoff“, sagte eine der Initiatoren des Protestes, die Pflegerin Jennifer Bridges, der Lokalzeitung „Houston Chronicle“. „Wir wollen uns einfach wohler damit fühlen und gründlich recherchieren, bevor wir ihn nehmen.“ Sie und rund hundert Kollegen haben deshalb Klage gegen ihren Arbeitgeber eingereicht.

Nach Angaben der Krankenhausverwaltung sind fast 100 Prozent der 26.000 Mitarbeiter „der Aufforderung (sich impfen zu lassen) nachgekommen“. Es sei bedauerlich, dass diese Leistung, die das Houston Methodist zum sichersten Krankenhaus des Landes mache, „von ein paar verärgerten Mitarbeitern überschattet wurde“, erklärte das Krankenhaus weiter. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Kapitän an Covid-19 gestorben? Schiff darf nicht anlegen

Seine letzte Reise ist eine wahre Odyssee: Weil der Kapitän an Covid-19 gestorben sein könnte, ist der italienische Containerfrachter „Ital Liberia“ in den vergangenen Wochen an mehreren asiatischen Häfen abgewiesen worden. Nachdem Crewmitglieder bei der Abfahrt im südafrikanischen Durban bereits Anfang April positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, sollte die Mannschaft eigentlich in Jakarta in Quarantäne gehen, wie die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd mitteilte. Dann habe die Hauptreederei Evergreen jedoch mitgeteilt, dass der Kapitän gestorben sei.

Auch das italienische Außenministerium bestätigte, dass der Mann im April gestorben war. Eine Todesursache wurde nicht genannt. Hapag-Lloyd teilte am Mittwoch mit, dass das Schiff nun auf dem Weg in die italienische Heimat sei. Jüngsten Daten des Schiffsortungsdienstes „vesselfinder.com“ zufolge befand sich die „Ital Libera“ zuletzt am Suezkanal. Der fast 300 Meter lange Frachter mit einer Kapazität von rund 5000 Standardcontainern (TEU) pendelt üblicherweise zwischen China und Südafrika. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Brinkhaus: Müssen Regulierungen wieder zurückfahren

Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus will staatliche Regulierungen aus der Corona-Krise nach der Wahl aufheben. Es sei gefährlich, sich an staatliche Interventionen in vielen Lebenslagen zu gewöhnen, sagt der CDU-Politiker einem Vorabbericht der Zeitung „Welt“ zufolge. Eine finanzielle Entlastung der Bürger habe Brinkhaus nicht versprochen, heißt es weiter. Zu den Sozialversicherungsbeiträgen erklärt er demnach: „Wir sind froh, wenn wir sie bei den 40 Prozent halten können, das wird anspruchsvoll genug sein.“ ( (Quelle: TSP, 09.06.21)


Vorerst keine Lockerungen in Lissabon

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon wird es wegen der steigenden Infektionszahlen vorerst keine Lockerungen geben. „Die Lage in Lissabon ist beunruhigend“, sagt Kabinettsministerin Mariana Viera da Silva. Die Regierung habe Schwierigkeiten, die Zahl der Fälle zu senken. In Portugal leben insgesamt rund zehn Millionen Menschen. Für Mittwoch meldete die Gesundheitsbehörde 890 neue Positiv-Tests. Das ist der höchste Zuwachs an einem Tag seit Anfang März. Die meisten neuen Fälle konzentrieren sich auf die Gegend um Lissabon. Die derzeitigen Corona-Regeln sollen dort in Kraft bleiben, bis sich die Situation wieder entspanne. In anderen Teilen des südeuropäischen Landes soll dagegen weiter gelockert werden. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Kubicki kritisiert Umgang mit Genesenen

FDP-Vize Wolfgang Kubicki kritisiert den Umgang der Bundesregierung mit Genesenen, die keinen PCR-Test nachweisen können. Aus eine Anfrage der FDP beim Gesundheitsministerium gehe hervor, dass der Regierung keine Schätzungen über deren Anteil in der Bevölkerung vorliege, sagt Kubicki der Zeitung „Welt“ einem Vorabbericht zufolge. „Tausende von voll immunisierten Menschen werden unbegründet in ihren Rechten eingeschränkt, es sei denn, sie lassen sich Impfstoff verabreichen, der ihnen nichts nützt und anderen fehlt.“ (Quelle: TSP, 09.06.21)


Indische Variante in Deutschland bei 2,5 Prozent

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta bleibt in Deutschland weiter relativ selten. Ihr Anteil an den untersuchten Proben betrage nun 2,5 Prozent, geht aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend hervor. Die Angabe bezieht sich auf Proben aus der Woche vom 24. bis 30. Mai.

Die Entwicklung der Variante (B.1.617.2) der Wochen zuvor beschreibt das RKI in der Tendenz als ansteigend, auf bis zu 3,1 Prozent in der Woche vom 17. bis 23 Mai. In den RKI-Berichten der Vorwochen war der Anteil dieser Variante stets mit Werten um zwei Prozent beziffert worden, nun gab es aber rückwirkend Änderungen, die etwa mit Nachmeldungen begründet werden.

Mit einem Anteil von 94 Prozent an den untersuchten Proben löst die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) bundesweit weiter den Großteil der Infektionen aus. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

(Quelle: TSP, 09.06.21)


Digitaler Impfpass ab Donnerstag – die fünf wichtigsten Fragen

Der digitale Corona-Impfpass soll an diesem Donnerstag in Deutschland an den Start gehen. Die Anwendung namens „CovPass“ werde Schritt für Schritt ausgerollt und in den App-Stores verfügbar sein, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Mittwoch. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Einzelheiten dazu am Donnerstag vorstellen.

Ein Überblick über die drängendsten Fragen aus dem Tagesspiegel.
(Quelle: TSP, 09.06.21)


Bericht: Länder sprechen über Öffnungen von Großveranstaltungen

Die 16 Ministerpräsidenten wollen in ihren Beratungen am Donnerstag nach Informationen der Agentur Reuters aus Verhandlungskreisen versuchen, eine gemeinsame Linie bei den Corona-Öffnungen für Großveranstaltungen und im Sport zu treffen. Dabei könnte auch eine Grenze bei der Sieben-Tage-Inzidenz festgelegt werden, ab der es bei wieder steigenden Infektionszahlen keine Zuschauer bei Sportveranstaltungen geben soll. Bei dem folgenden Bund-Länder-Spitzengespräch mit Kanzlerin Angela Merkel soll Corona am Donnerstagnachmittag aber keine Rolle spielen. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Ukraine bittet Deutschland um überschüssigen Impfstoff

Die Ukraine bittet Deutschland um die Lieferung überschüssiger Impfstoffdosen. Das sagt Außenminister Dmytro Kuleba nach einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Heiko Maas. Dieser verweist darauf, dass Deutschland zweigrößter Geber der internationalen Covax-Initiative ist, die der Ukraine bisher eine Million Impfdosen geliefert habe und bis Ende Juni eine weitere Million liefern wolle. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Indische Variante offenbar um rund 60 Prozent ansteckender als britische Variante

Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus ist einem britischen Epidemiologen zufolge um rund 60 Prozent ansteckender als die zuvor in Großbritannien vorherrschende Alpha-Variante. Dabei handele es sich um die „wahrscheinlich beste Schätzung“, sagt der Experte Neil Ferguson vom Londoner Imperial College. Eine mögliche dritte Welle könnte vergleichbar wie die zweite Welle verlaufen, die in Großbritannien im Winter durch die Alpha-Variante befeuert worden war. Noch gebe es viele offene Fragen, wie gut die Covid-19-Impfstoffe gegen die neue Variante schützen. Der britische Premierminister Boris Johnson hat bereits erklärt, dass die für den 21. Juni geplante vollständige Öffnung Englands aufgrund der schnellen Verbreitung der Delta-Variante verschoben werden könnte. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Canstatter Volksfest fällt erneut aus

Nach der Absage des Münchner Oktoberfests wegen des Coronavirus findet auch das Cannstatter Volksfest in Stuttgart erneut nicht statt. Das teilte die Stadt am Mittwoch mit. Das zweitgrößte Volksfest in Deutschland war vom 24. September bis zum 10. Oktober 2021 geplant. Die „Bild“ hatte zuerst berichtet. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Kritik an Impfaktion in Mainzer Gymnasium wächst

Einen Tag nach der organisierten Impfung von Schülern eines katholischen Mainzer Gymnasiums ist das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium auf deutliche Distanz zu der Aktion gegangen. „Seit Beginn der Impfkampagne gilt leider bis heute: Der Impfstoff ist Mangelware“, erklärte Landesgesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) am Mittwoch. Deswegen sei es weiterhin richtig, dass zuerst Menschen mit hohem Ansteckungsrisiko oder erhöhter Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs geimpft werden.

Aktionen wie die im Mainzer Theresianum könnten „schlimmstenfalls zur Folge haben, dass das nötige Vertrauen und die Akzeptanz für die Impfkampagne sinkt“. Dies müsse dringend verhindert werden. Den Minister hatten nach eigenen Angaben Rückmeldungen vieler Bürgerinnen und Bürger erreicht, die kein Verständnis hätten. Für die Entscheidung, die Priorisierung bei den Coronavirus-Impfungen bereits jetzt aufzuheben, sei allerdings das Bundesgesundheitsministerium verantwortlich.

Die Mainzer Schule hatte für rund 150 Schülerinnen und Schüler über 16 sowie Abiturienten eine Impfstraße aufgebaut. Ärzte aus der Elternschaft hatten den Impfstoff organisiert und einen Tag nach der offiziellen Aufhebung des bisherigen Terminvergabe-Verfahrens verimpft. In Rheinland-Pfalz warteten Anfang der Woche noch mehr als 200.000 Menschen aus einer der drei Priorisierungsgruppen auf eine Terminvergabe. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Charité-Studien: Alte Menschen reagieren schwächer auf Impfstoff

Forscher der Berliner Charité haben eine Erklärung dafür gefunden, warum es trotz zweifacher Impfungen immer noch Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gibt. Das Immunsystem von alten Menschen reagiere weniger effizient auf die Impfung als das von jüngeren, teilte die Charité am Mittwoch nach zwei im Fachblatt „Emerging Infectious Diseases“ veröffentlichten Studien mit. Deshalb sei es besonders wichtig, dass Pflegepersonal und Besucher immunisiert seien.

Darüber hinaus blieben Hygienemaßnahmen und Tests wichtig. Mittelfristig komme auch eine weitere Auffrischimpfung für ältere Menschen infrage, um deren Impfschutz zu verbessern. Für eine der Untersuchungen arbeiteten die Wissenschaftler einen Ausbruch in einer Berliner Pflegeeinrichtung vom Februar auf. Dabei hatten sich – neben 11 Pflegekräften ohne vollständigen Impfschutz – rund 20 Bewohner mit Sars-CoV-2 in der Variante Alpha (B.1.1.7) angesteckt.

Bis auf vier von ihnen waren alle vollständig mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer geimpft. Die vier Ungeimpften erkrankten so schwer, dass sie in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Nur rund ein Drittel der Geimpften hatte Krankheitszeichen wie Husten oder Atemnot. Zwei geimpfte Bewohner starben laut Charité, aber vermutlich nicht ursächlich an Covid-19. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Weitere Lockerungen in Frankreich in Kraft getreten

Frankreichs Premierminister Jean Castex hat die weiteren Corona-Lockerungen als ein „Symbol für ein Land, das wieder auflebt“ gewürdigt. In Frankreich wurde nun die abendliche Ausgangssperre um zwei Stunden nach hinten auf 23 Uhr verlegt. Auch Innenräume von Restaurants sind wieder unter Auflagen geöffnet. Für Urlauber aus Deutschland und anderen Ländern ist die Einreise nun leichter. Reisende brauchen einen negativen Antigentest oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung.

Regierungssprecher Gabriel Attal betonte, dass der nun geltende Gesundheitspass „Freiheit“ bedeute. Dieser ist bei Großveranstaltungen notwendig und kann entweder digital oder auf dem Papier vorgezeigt werden. Er weist zum Beispiel eine Impfung oder einen negativen Test nach. Über einen QR-Code kann der Nachweis in die Corona-App „TousAntiCovid“ übertragen werden.

Seit Mittwoch sind auch wieder Fitnessstudios und Schwimmbäder für alle Menschen geöffnet. Kinos oder Theater dürfen mehr Gäste als bisher empfangen. Frankreich lockert seine strengen Corona-Maßnahmen seit einigen Wochen schrittweise und hatte etwa im Mai bereits Geschäfte oder die Außenbereiche der Gastronomie geöffnet. Zuletzt wurden im Land knapp 69 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gezählt. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Norwegen macht Weg für freiwillige Impfung mit J&J frei

Die Norwegerinnen und Norweger können sich auf Wunsch und nach Rücksprache mit einem Arzt bald doch mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson (J&J) impfen lassen. Außerhalb der eigentlichen nationalen Impfkampagne könne man ab dem 15. Juni Termine zur Beurteilung bei Ärzten oder Impfkliniken buchen, gab Gesundheitsminister Bent Høie am Mittwoch bekannt.

Um die Impfung zu erhalten, muss man jedoch eines von mehreren Kriterien erfüllen. Dazu zählen unter anderem dringend notwendige Reisen in Länder mit hohen Infektionszahlen oder andere Gründe, bei denen der Nutzen die Risiken des Impfstoffes übersteigen könnte.

Damit folgt Norwegen in etwa dem Beispiel von Dänemark: Auch dort ist Johnson & Johnson aus der nationalen Impfkampagne gestrichen worden, interessierte Bürger können sich das Mittel aber ebenso wie das von Astrazeneca seit Ende Mai freiwillig und nach Konsultation mit einem Arzt außerhalb des nationalen Impfprogramms verabreichen lassen. Der Impfstoff von Astrazeneca wurde in Norwegen im März aus dem nationalen Impfprogramm gestrichen. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Bundestag debattiert in Aktueller Stunde über Maskenaffäre

Der Bundestag befasst sich derzeit mit den Vorwürfen gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Zusammenhang mit möglicherweise minderwertigen Schutzmasken. Beantragt wurde die Aktuelle Stunde von der Linksfraktion, die in ihrem Antrag von einem „erneuten Maskenskandal um Gesundheitsminister Spahn“ spricht. Die Angelegenheit hatte zuletzt auch zu scharfen Auseinandersetzungen in der großen Koalition geführt – die Union warf der SPD unfaire Angriffe auf Spahn vor. (Quelle: TSP, 09.06.21)


28 Elefanten in Indien auf Corona getestet

In Indien sind 28 Elefanten auf das Coronavirus getestet worden. Die Dickhäuter wurden in einem Nationalpark im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu den Tests unterzogen, nachdem in einem Zoo der Hauptstadt Chennai eine mutmaßlich infizierte Löwin verendet war. Die Löwin war indischen Medienberichten zufolge Anfang Juni gestorben.

Wie die Lokalzeitung „The New Indian Express“ berichtete, waren in dem Zoo insgesamt neun Löwen positiv getestet worden. Nasen- und Afterabstriche von insgesamt 28 Asiatischen Elefanten, darunter auch zwei Jungtiere, wurden demnach an das Indische Forschungsinstitut für Veterinärmedizin im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh geschickt.

Wie auf einem Video des Schutzgebiets zu sehen ist, mussten die Tierpfleger die Rüssel der Elefanten anheben, um an die Nasenlöcher zu kommen. Außerdem führten sie Teststäbe in den Enddarm der Tiere ein. „Die Tiere hatten keine Symptome, es war nur zur Sicherheit“, sagte der Nationalpark-Vertreter. „Es war nicht schwer, die Abstriche zu nehmen, da alle unsere Elefanten trainiert sind.“(Quelle: TSP, 09.06.21)


Schauspielhaus Zürich feiert Lockerungen

Mit spontanen Straßenkonzerten am Ufer des Zürichsees feiern Künstlerinnen und Künstler des Schauspielhauses Zürich die neue Freiheit nach der Lockerung vieler Corona-Schutzmaßnahmen. Am Mittwoch zogen sie mit ihren Instrumenten musizierend auf das Schiff „MS J.J. Rousseau“, das nun fünf Tage als „Corona-Passionsschiff“ über den Zürichsee schippern soll.

Geplant habe die Truppe rund um den deutschen Co-Intendanten Nicolas Stemann, immer wieder an Land zu gehen für „Spontankonzerte und Strassenmusik, Badeaktionen und nächtliche Geisterfahrten“, heißt es. „Das Schiff steht für den Übergang, für das Dazwischen in Zeit und Raum. Noch sind wir nicht im Danach der Pandemie, und trotzdem wird vieles nicht mehr so sein wie zuvor“, teilte das Schauspielhaus mit. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Videos sollen Geflüchtete von Corona-Impfung überzeugen

Ab sofort sollen Geflüchtete in Niedersachsen besser über Impfung gegen Covid-19 informiert werden. In kleinen Internet-Videos klären Ärzte in 16 Sprachen über das Impfen auf.

Dazu hat der Flüchtlingsrat Mediziner gewonnen, die die Infos zum Impfen leicht verständlich in ihrer Muttersprache weitergeben. Die Videos gibt es zum Beispiel auf Albanisch, Kurdisch, Persisch, Russisch und Somali. Die Ärzte thematisieren Impf-Reaktionen und widerlegen besonders verbreitete Mythen. Auch die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung unterstützt das Projekt, sagt Vorstandsmitglied Derya Onay-Akbay. „In den Flüchtlingsunterkünften leben die Menschen oft eng an eng unter einem Dach – das Risiko einer Corona-Infektion ist höher als anderswo.“

Die Impfbereitschaft unter den Migranten ist aber offenbar bisher niedrig. Ein Grund dafür sei, dass die Menschen die bisherigen Info-Kampagnen nicht verstehen, weil ihre Deutschkenntnisse dafür nicht ausreichen. Mit den Videos soll sich das nun ändern.

In einem der größten Ankunftszentren in der Region, in Bad Fallingbostel-Oerbke im Heidekreis, leben derzeit rund 550 Menschen. Bei ihnen ist die Bereitschaft bisher eher gering, wie Hannah Hintze von der Landesaufnahmebehörde sagt. Das Problem seien in den sozialen Medien verbreitete Gerüchte, dass Männer von der Impfung unfruchtbar werden könnten. Zuletzt habe das ein arabischer Arzt auf Twitter geschrieben, so Hintze. Deshalb wollten sich viele Geflüchtete nicht impfen lassen.

Bei der letzten Impfkampagne dort habe sich nur ein Fünftel der Bewohner impfen lassen. Einen größeren Corona-Ausbruch hat es trotzdem noch nicht gegeben – wohl, weil weiter intensiv getestet wird und weil die Sozialarbeiter in Oerbke aktiv auf die Menschen zugehen und sie auf ihre Ängste ansprechen. Es gebe aber immer wieder einzelne Infizierte unter den Neuankömmlingen, so Hannah Hintze. Wenn diese aus Großfamilien stammen, werde es schwierig, die anderen Familienmitglieder zu schützen.

Auch die Landesaufnahmebehörde informiert weiter über die Impfung und die Erkrankung. Eine freiwillige Impfung werde bei der Eingangsuntersuchung angeboten. Und wer sich nicht sofort dazu entschließe, der könne sich auch noch später impfen lassen. Aber der Vorteil bei der Aufnahme sei, dass dort immer auch Übersetzer und Ärzte dabei sind. Sie können auf alle Fragen zur Impfung antworten – und so für Vertrauen in die Spritze sorgen.

Mehr beim Flüchtlingsrat

(Quelle: NDR, 09.06.21)



Grafschafter Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt in der Grafschaft Bentheim weiterhin nur langsam: Laut Angaben des Robert-Koch Institutes liegt der Wert am Mittwoch bei 27,7 (Dienstag: 29,9). In benachbarten Landkreisen sind die Zahlen bereits deutlich niedriger: Im Emsland beträgt der Inzidenzwert 10,4, im Landkreis Osnabrück 10,6, im Kreis Borken 10,8 und im Kreis Steinfurt sogar nur 8,7.
Das Kreishaus meldet am Mittwoch vier Neuinfektionen mit dem Coronavirus für die Grafschaft. Die Gesamtzahl der Fälle steigt damit auf 5332, die Zahl der Genesenen beträgt 5139. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiter bei 122. In Quarantäne sind 253 Grafschafter, Dienstag waren es noch 262.

Dem Landkreis sind am Mittwoch 71 aktuell Infizierte bekannt, 49 (+3) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 09.06.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen (Ems)  14,6 (gestern 14,6) 
Meppen 5,7  (5,7)
Papenburg  15,9 (23,8)


Niedersachsen und Corona

Am Mittwoch, 9. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 201 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages 10 weitere Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.686. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 259.732 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt auf 13,9 Fälle je 100.000 Einwohner (15,7 am Vortag). (Quelle: RKI, 09.06.21)


Tierschutzbund: Corona-Ausbrüche auf 400 Nerzfarmen in der EU

Auf mehr als 400 Nerzfarmen in Ländern der Europäischen Union sind nach Angaben von Tierschützern Corona-Ausbrüche bekannt geworden. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn waren dabei bis Mitte Mai in zehn EU-Staaten Millionen von Tieren betroffen.

Laut einer Aufstellung der Organisation wurde Sars-CoV-2 in Dänemark auf 290 Nerzfarmen nachgewiesen, in den Niederlanden waren es 69 und in Schweden 13. In Griechenland habe es in 22 von 91 Nerzfarmen positive Testungen gegeben. Weitere Nachweise gab es laut Tierschutzbund in Italien, Litauen, Polen, Spanien, Frankreich und Lettland. Die Tierschutz-Organisation forderte ein Verbot der Zucht und Haltung von Pelztieren.

Als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie hatte Dänemark alle Nerze in den Nerzzuchtbetrieben des Landes töten lassen. Der radikale Schritt war damit begründet worden, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Die Nerzhaltung in Dänemark wurde bis zum 31. Dezember 2021 verboten.

In Deutschland gibt es laut Tierschutzbund derzeit keine Nerzfarmen. Sie seien zwar nicht verboten, aber wegen der Haltungsvorgaben kein lukratives Geschäft, hieß es. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Kurzarbeitsregeln werden erneut verlängert

Die wegen der Corona-Pandemie vereinfachten Zugangsregeln zur Kurzarbeit sollen über Ende Juni hinaus um weitere drei Monate verlängert werden. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) legt dazu an diesem Mittwoch dem Bundeskabinett eine entsprechende Verordnung vor.

In der Begründung heißt es, es gebe nach Ansicht der Bundesregierung trotz sinkender Corona-Zahlen und Impffortschritts weiterhin „Unsicherheiten“. Es gehe darum, „Beschäftigungsverhältnisse auch über den 30. Juni 2021 hinaus zu stabilisieren und dadurch Arbeitslosigkeit und gegebenenfalls Insolvenzen möglichst zu vermeiden“.

„Mit Kurzarbeit sichern wir Millionen Arbeitsplätze durch die Krise und erhalten der deutschen Wirtschaft wichtige Fachkräfte für ein schnelles Durchstarten jetzt im Sommer“, sagte Heil der „Rheinischen Post“: „Mir ist wichtig, dass wir auch den Unternehmen, die weiter stark durch die Corona-Einschränkungen betroffen sind, eine klare Perspektive über den Sommer geben.“ (Foto: CC s. Archiv v.14.5.21; Quelle: TSP, 09.06.21)


Studie: Europas Städte büßen durch Corona-Pandemie an Attraktivität ein

Europas Städte haben durch die Corona-Pandemie spürbar Attraktivität eingebüßt. Im jährlichen Ranking der lebenswertesten Städte der Economist Intelligence Unit (EIU), das am Dienstag veröffentlicht wurde, schnitten Wien, Hamburg und andere europäische Metropolen deutlich schlechter ab als in den Vorjahren. Plätze gut machten hingegen Neuseeland, Japan und Australien.

Den Titel „lebenswerteste Stadt der Welt“ sicherte sich demnach in diesem Jahr die neuseeländische Hafenstadt Auckland. Maßgeblich dazu beigetragen habe der Erfolg bei der Eindämmung der Covid-19-Pandemie, erklärte die EIU. Auf Platz zwei folgte das japanische Osaka, Platz drei belegt Adelaide in Australien. Neuseelands Hauptstadt Wellington landete auf Platz vier.

Wien – seines Zeichens Spitzenreiter im EIU-Ranking von 2018 bis 2020 – fiel auf Rang zwölf zurück. Hamburg fiel sogar um 13 Plätze auf Rang 47. „Acht der zehn größten Absteiger in der Rangliste sind europäische Städte“, erklärten die Herausgeber.

Im Detail nennt die EIU insbesondere für deutsche und französische Städte die „Belastung der Krankenhaussysteme“ und die damit einhergehende „verschlechterte Bewertung der Gesundheitsversorgung“ als Grund für das schwache Abschneiden. Die Pandemie habe sich in Europa zudem besonders stark auf den Kulturbereich und die allgemeine Lebensqualität ausgewirkt.

Die größte Verbesserung im Ranking verzeichnete die Hauptstadt der US-Pazifikinsel Hawaii: Honolulu bekam die Ausbreitung des Coronavirus besonders schnell in den Griff und stieg daher im Ranking um 46 Plätze auf Rang 14. Die syrische Hauptstadt Damaskus bleibt der Studie zufolge hingegen die Stadt, in der das Leben aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs am schwierigsten ist. (Quelle: TSP, 09.06.21)


Ärzteschaft ruft nach mehr Impfstoff

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, drängt die Bundesregierung, für mehr Impfstoff gegen das Coronavirus zu sorgen. „Der Bedarf übersteigt die zur Verfügung stehenden Kapazitäten deutlich. Wenn wir Termine verschieben müssen, weil Lieferungen ausbleiben, führt das zu Frust bei den Patienten. Und diesen Frust bekommt als Erstes das Praxispersonal zu spüren. Daran muss sich schnell etwas ändern“, sagte Reinhardt der „Rheinischen Post“. Er habe Verständnis dafür, dass die Menschen schnell geimpft werden wollen. Der Bund müsse daher sicherstellen, dass so schnell wie möglich ausreichend Impfstoffe für die Praxen, Impfzentren und Betriebsärzte zur Verfügung stehen.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, appellierte an die impfwilligen Menschen, noch für eine kurze Zeit Geduld zu haben. „Jeder, der will, wird auch geimpft werden. Nur können nicht alle sofort und gleichzeitig oder schon in den nächsten Tagen ihre Impfung erhalten“, sagte Gassen der „Rheinischen Post“. Dazu seien vorhandenen Impfstoffmengen immer noch zu knapp. Die Situation solle sich laut Bundesgesundheitsministerium aber ändern. „Wir erwarten also deutlich höhere Impfstoffmengen noch im Juni.“ (Quelle: TSP, 09.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3254 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 4.917 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Mittwochmorgen mit bundesweit 20,8 an (Vortag: 22,9; Vorwoche: 36,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 107 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 179 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.705.942 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.557.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.491 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagnachmittag bei 0,71 (Vortag: 0,76). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 71 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 09.06.21)


Überblick zum Abend

  • Portugal will geimpfte US-Touristen einreisen lassen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. „Wir sind in der Lage, die Öffnung nicht unbedingt notwendiger Reisen und Flüge für Menschen aus den USA nach Portugal zu genehmigen, sofern sie einen Impfausweis haben“, sagte Wirtschaftsminister Pedro Siza Vieira.
  • Impfpässe werden zum ersten Mal bei den Gruppenspielen von Englands EM Team im Wembley-Stadion verwendet, wobei diejenigen, die nicht vollständig geimpft sind, den Nachweis eines negativen Lateral Flow-Tests vorlegen können, der innerhalb der letzten 48 Stunden durchgeführt wurde.
  • Der Präsident der Weltbank, David Malpass, sagte, die Institution unterstütze nicht den Verzicht auf geistige Eigentumsrechte für Covid-19-Impfstoffe bei der Welthandelsorganisation; man habe die Sorge, dass dies die Innovation im Pharmasektor behindern würde.
  • In Südafrika hat Präsident Cyril Ramaphosa den Gesundheitsminister des Landes wegen angeblicher Verbindungen zu einem Korruptionsskandal um die Finanzierung der Coronavirus-Kommunikation in „Sonderurlaub“ versetzt.
  • Pfizer/Biontech wollen ihren Covid-19-Impfstoff an einer größeren Kohorte von Tausenden von Kindern unter 12 Jahren in den USA, Finnland, Polen und Spanien testen, nachdem in einem früheren Stadium der Studie eine niedrigere Dosis des Schusses ausgewählt wurde.
  • Ein hochrangiger Beamter des Weißen Hauses hat die Gouverneure der Bundesstaaten aufgefordert, mit der US-amerikanischen Food and Drug Administration CDA zusammenzuarbeiten, um die Haltbarkeit des Covid-Impfstoffs von Johnson & Johnson zu verlängern; Millionen von nicht verwendeten Dosen stehen landesweit kurz vor dem Ablauf.
  • Viele tausend Impfstoffdosen wurden in afrikanischen Ländern zerstört, nachdem ihr Verfallsdatum überschritten war, da die Impfung zögerlich war und die medizinische Infrastruktur fehlte, während einige Impfungen erst kurz vor Ablauf des  Haltbarkeitsdatum gespendet wurden.
  • 10.000 Musikfans strömten am Wochenende  in Albanien  an vier Tagen zum ersten uneingeschränkten europäischen Festival seit Beginn der Pandemie, wobei alle den Nachweis eines kürzlich erfolgten negativen Tests erbrachten.
  • Der US-Bundesstaat Washington soll Erwachsenen einen kostenlosen Cannabis-Joint geben, nachdem sie eine Covid-Impfung erhalten haben, um die Impfaufnahme durch eine Förderung zu beschleunigen, die von der Spirituosen- und Cannabisbehörde des Bundesstaates als „Joints for Jabs“ bezeichnet wurde. (Quelle: The Guardian, 08.06.21)

Niederlande im Masken-Sumpf

Die niederländische Regierung hat ejetzt ine unabhängige Untersuchung eines angeblich gar nicht gewinnorientierten Deals über 100 Millionen Euro zum Kauf von FFP2-Masken aus China im vergangenen Jahr versprochen. Das Geschäft hatte drei junge Unternehmer um etwa 20 Millionen Euro reicher gemacht.

Die investigative Website Follow the Money (FTM) hatte enthüllt, dass Sywert van Lienden (30) aus dem Geschäft 9,2 Mio. € gezogen hat. Van Lienden ist ein ehemaliger Beamter, der zum TV-Experten und Aktivisten wurde und das Wahlprogramm der Christdemokraten (CDA) (Teil der Regierungskoalition) mitgeschrieben hat.

Seine beiden Mitarbeiter, Bernd Damme und Camille van Gestel, verdienten 5,7 Mio bzw. 5,5 Mio. Euro, nachdem sie im April 2020 eine gemeinnützige Stiftung ins Leben gerufen hatten, nachdem Krankenhäuser und Beamte vor einem verzweifelten Mangel an FFP2-Masken gewarnt hatten.

Knapp zwei Tage nach dem Start ihrer Wohltätigkeitsorganisation Auxiliary Forces Alliance gründete das Trio jedoch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, über die die 40 Mio Masken gekauft und importiert wurden. Die drei Profiteure haben der FTM inzwischen die Details des Programms – und ihre Gewinne – bestätigt.

Van Lienden entschuldigte sich für einen „unerklärlichen … Mangel an Transparenz und Offenheit“ und sagte am Wochenende dem niederländischen Fernsehen, er sei „völlig zerstört und gedemütigt“ worden und habe „viele Leute enttäuscht“. Er bestand zugleich darauf, dass der Deal legal sei, sagte aber, er verstehe, warum die Beschäftigten im Gesundheitswesen es für „unverständlich hielt, dass solche Summen verdient wurden“. Er sagte auch, er bedauere es, bis letzten Monat gewartet zu haben, als die Tageszeitung De Volkskrant erste Details des Geschäfts enthüllte, bevor es „die Spatzen von den Dächern pfiffen, dass eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung involviert war“.

Im Gegensatz zu van Gestel, der sagte, er werde seinen Anteil am Gewinn behalten, sagte van Lienden, er werde  – „abhängig von den verheerenden Folgen dieses Shitstorms“ für seine berufliche Karriere –  einen Großteil seines Gewinns an Wohltätigkeitsorganisationen spenden, die Krebsforschung für Jugendliche finanzierten und sich für benachteiligte Kinder engagierten.

Bisher gibt es keine Beweise dafür, dass ein niederländischer Politiker persönlich von dem Deal profitierte; die Affäre wirft aber ein Schlaglicht auf den Umgang der Regierung mit dePandemie; denn van Lienden nutzte seine politischen Kontakte in Den Haag, um den Vertragsabschluss zu erreichen. Dazu hatte er sich an Gesundheitsminister Hugo de Jonge wandte und sein Assistent.

Nachdem die niederländische Ministerin für medizinische Versorgung, Tamara van Ark, letzte Woche gegenüber den Abgeordneten darauf bestanden hatte, dass es „irrelevant“ sei, dass ein privates Unternehmen beteiligt sei, weil van Lienden „Masken von guter Qualität zu einem vernünftigen Preis“ angeboten habe, stimmte sie angesichts der großen öffentlichen Empörung diese Woche einer unabhängigen Untersuchung des Skandals zu.

Van Ark sagte, sie sei erst kürzlich darauf aufmerksam gemacht worden, dass das Gesundheitsministerium den Deal im Voraus finanziert habe. „Das Wichtigste war, dass wir die Gesichtsmasken hatten“, sagte sie dem niederländischen Fernsehen. „Wir hatten nicht den Luxus einer anderen Wahl.“

Am Ende wurden die vom Trio beschafften Masken allerdings gar nicht benötig. Sie sind immer noch eingelagert. Inzwischen stelle einige Berichte in Frage, ob sie überhaupt den Sicherheitsstandards entsprechen oder nicht.

Der Skandal erinnert an andere Covid-19-Beschaffungsskandale in Europa. Im März wurde bekannt, dass Mitte-Rechts-CDU-Politiker in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sechsstellige Provisionen für Vermittlungsgeschäfte zur Beschaffung von Gesichtsmasken während der ersten Coronavirus-Welle im vergangenen Jahr verdient hatten.

Zweieinhalb Monate nach den letzten niederländischen Wahlen erweisen sich die Gespräche über eine Kabinettsbildung unterdessen als schwierig, und der Chefunterhändler wird voraussichtlich mehr Zeit beantragen, um die Parteien herauzufinden, die in einer neuen Koalition zusammenarbeiten wollen.

Die liberal-konservative VVD-Partei von Ministerpräsident Mark Rutte und die CDA sind froh, eine Mitte-Links-Partei in der neuen Koalition zu haben, aber nicht zwei – und die sozialdemokratische PvdA und Groen-Kinks wollen nur gemeinsam der Regierung beitreten.

Zudem will die progressive Partei D’66, die hinter der VVD die zweitmeisten Wählerstimmen erhielt, nicht mit dem dritten Mitglied der aktuellen Koalition regieren, der sozialkonservativen Christlichen Union.

(Quelle: The Guardian, 08.06.21)


Drosten warnt vor Rückschlägen für Corona-Impfkampagne im Sommer

Der Virologe Christian Drosten hat vor Rückschlägen für die Corona-Impfkampagne über den Sommer in Deutschland gewarnt. Man müsse aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich zum Beispiel die Zweitimpfung nicht mehr abholten, weil sie keine Lust mehr hätten oder es zu kompliziert sei, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info). „Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste große Aufgabe sein.“

Drosten erwartet demnach in einigen Wochen eine Diskussion über die Förderung der Impfbereitschaft. Ziel seien mindestens 80 Prozent Zweifachimpfungen, zumindest in der „impffähigen erwachsenen Bevölkerung“, erinnerte er. Auch nach der Aufhebung der festgelegten Reihenfolge seit Montag bleibe es zunächst noch wichtig, die Gruppen zu impfen, in denen dies wegen des erhöhten Covid-19-Risikos dringlich sei. Das Augenmerk müsse im Moment noch auf der Versorgung der Menschen ab Mitte 40 liegen, so Drosten. Aktuell liegt der Anteil der vollständig Geimpften in der Bevölkerung bei knapp 22 Prozent. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Keine Neuinfektionen in Stadt und Landkreis Osnabrück

Erstmal seit August 2020 verzeichnet Osnabrück keine Neuinfektion. (Themenbild)
Zum ersten Mal seit zehn Monaten haben die Behörden in Stadt und Landkreis Osnabrück keinen neuen Corona-Fall gemeldet. Zurzeit sind im Raum Osnabrück 239 Menschen mit dem Virus infiziert. Das sind knapp 80 weniger als am vergangenen Dienstag. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert Koch-Institut in der Stadt Osnabrück aktuell bei 14, im Landkreis Osnabrück bei 15. (Quelle: NDR, 08.06.21)


Niedersachsen sucht Impfstoff

Es gibt weiter mehr Impfwillige als Impfstoff. Allerdings soll sich in gut zwei Wochen das Verhältnis von Erst- und Zweitimpfungen wieder drehen. Wer auf der Warteliste steht, braucht aber Geduld.

Insgesamt betrifft das aktuell rund 640.000 Personen, wie Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD, Foto unten) mitteilte. Allerdings gebe es eine hohe Fluktuation. In der vergangenen Woche hätten 90.000 Personen von der Warteliste einen Termin erhalten. Auch das Interesse bei Kindern und Jugendlichen sei groß, so Behrens. Bei den Zwölf- bis 15-Jährigen hätten sich gestern mehr als 10.000 angemeldet, bei den 16- und 17-Jährigen stünden bereits rund 19.000 Jugendliche auf der Warteliste. Der größte Teil der Impfungen soll voraussichtlich bei Kinder- und Jugendärzten erfolgen. Um eine Herdenimmunität zu erreichen, sei es auch wichtig, Kinder und Jugendliche zu impfen, so Behrens.

Zu der Frage, warum kurzfristig freiwerdende Termine nicht an Personen auf der Warteliste vergeben werden, sondern direkt im Impfportal buchbar seien, sagte die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, dass dies unter anderem auf Erfahrungen der Impfzentren beruhe. Wenn Impftermine kurzfristiger als fünf Tage im Voraus an Wartende vergeben würden, würden diese die Termine oft nicht wahrnehmen.

Die Gesundheitsministerin bat alle Impfwilligen weiter um Geduld. Derzeit würden die meisten Dosen weiterhin für Zweitimpfungen verwendet. Das solle sich aber ab der 25. Kalenderwoche – also ab dem 21. Juni – wieder ändern. Dann werde sich das Verhältnis der Erst- und Zweitimpfungen wieder drehen, so Behrens. Wer sich jetzt auf die Warteliste setze lasse, könnte vier bis sechs Wochen auf einen Impftermin warten, so die Ministerin. Seit Beginn der Impfkampagne sind den Angaben zufolge rund 5,2 Millionen Menschen in Niedersachsen geimpft worden, etwa jede dritte Impfung erfolgte in den Arztpraxen. Seit dem Ende der Priorisierung gestern sind auch Betriebsärzte in die Kampagne eingestiegen.

Obwohl die Corona-Zahlen in Niedersachsen weiter sinken – zwei Landkreise weisen sogar Inzidenzwerte von null auf, andere liegen im einstelligen Bereich – soll es in den kommenden Tagen keine weiteren Lockerungen geben, wie Gesundheitsministerin Behrens und Regierungssprecherin Anke Pörksen sagten. Die niedrigen Zahlen müssten sich stabilisieren. Die Lage müsse weiter beobachtet werden – vor allem mit Blick auf die Mutationen und die beginnende Sommer-Reisezeit. Allerdings werde daran gearbeitet, die Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich zu lockern. Diese neuen Regeln sollen laut Pörksen dann wohl aber erst mit der neuen Corona-Verordnung ab dem 25. Juni greifen.
(Foto CCs. Archiv v. 9.3.21Quelle: NDR, 08.06.21)


David Hasselhoff macht Werbung für Corona-Impfung

Der US-Schauspieler und Sänger David Hasselhoff („Baywatch“, „Knight Rider“) macht Werbung für die Impfkampagne des Bundesgesundheitsministeriums. „Ärmel hoch“, sagt Hasselhoff auf Deutsch in einem vom Ministerium auf Twitter veröffentlichten Video. Das Haus von Jens Spahn (CDU) bestätigte am Dienstag, dass Hasselhoff für seinen Beitrag kein Geld bekommen habe.

Sein Rat an alle Amerikaner in der ganzen Welt und in Deutschland sei, sich impfen zu lassen, so Hasselhoff in einem weiteren Video. Dazu zeigt er ein kleines Pflaster auf seinem rechten Oberarm. Er wolle wieder Alltag haben und die Freiheit zu reisen, erklärt der Sänger des Mauerfall-Hits „Looking For Freedom“ (zu deutsch „Suche nach Freiheit“) vor seiner Villa in der kalifornischen Stadt Calabasas. Und er habe Freiheit durch die Impfung gefunden: „I found freedom“.

(Quelle: TSP, 08.06.21)


Laschet sieht Zeit für Wandel in der Pandemie

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet sieht in der Corona-Pandemie Zeit für einen Wandel: Angesichts der sinkenden Infektionszahlen würden nun Verordnungen zurückgenommen. „Man muss jetzt auch wieder auf die Eigenverantwortung der Menschen setzen“, sagt er in der Unions-Bundestagsfraktions-Sitzung. Der Staat könne nicht alles regeln. Er weist darauf hin, dass von 400.000 Corona-Schnelltests in Nordrhein-Westfalen am Wochenende nur 0,1 Prozent positiv gewesen seien. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Euro2021: Schweden hat jetzt auch einen Corona-Fall

Schwedens Fußball-Nationalmannschaft hat nicht mal eine Woche vor dem Auftaktspiel gegen Spanien nun auch einen Corona-Fall. Der Verband teilte am Dienstag mit, dass Dejan Kulusevski am gleichen Tag positiv getestet wurde. Er hatte zuvor über Erkältungssymptome geklagt. Er reiste daher nicht mit zur finalen Vorbereitung in Göteborg, sondern blieb in Stockholm und hält sich den Hygienemaßnahmen entsprechend dort isoliert auf.

Es sei traurig für die Mannschaft, aber vor allem für Dejan selbst, betonte Nationaltrainer Janne Andersson. Einen Ersatz will er nicht anfordern, er hofft, dass der 21 Jahre alte Offensivspieler von Juventus Turin bereits gegen Spanien am kommenden Montag in Sevilla wieder im Kader stehen kann.

Der Gegner aus Südeuropa hatte am Sonntag einen Corona-Fall vermeldet. Kapitän Sergio Busquets war positiv auf das Virus getestet worden und hatte daraufhin umgehend das EM-Camp der Spanier in Las Rozas de Madrid verlassen müssen. Er befindet sich derzeit in Quarantäne in Barcelona. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Brüssel billigt kommende Woche erste Pläne für Corona-Hilfsgelder

Die EU-Kommission will kommende Woche erste nationale Ausgabenpläne für den 750 Milliarden Euro schweren Corona-Hilfsfonds genehmigen. Erste Gelder könnten dann „in den kommenden Wochen zu fließen beginnen“, sagte EU-Kommissionspräsident Ursula von der Leyen am Dienstag im Europaparlament in Straßburg. Sie zeigte sich überzeugt, dass Europa durch den Fonds „stärker als jemals zuvor“ aus der Krise kommen werde.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten den 750 Milliarden Euro schweren Hilfsfonds gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie im Juli vergangenen Jahres vereinbart. Die EU-Kommission nimmt zu seiner Finanzierung im Namen der Mitgliedstaaten gemeinsame Schulden in beispielloser Höhe auf. Erste Anleihen will die Behörde noch im Juni ausgeben, mit ersten Auszahlungen wird im Juli gerechnet.

Die Mitgliedstaaten mussten dafür in Brüssel nationale Ausgabenpläne einreichen, die bestimmte Kriterien erfüllen. So müssen mindestens 37 Prozent der Mittel in Klimaschutzmaßnahmen investiert werden und 20 Prozent in Digitalisierung. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Gericht beendet corona-bedingtes Prostitutionsverbot in Niedersachsen

Das pandemiebedingte Verbot von Prostitution in Niedersachsen ist vom Oberverwaltungsgericht gekippt worden. Anstelle des bisher geltenden pauschalen Verbots seien „mildere Beschränkungen“ ausreichend, teilte das Gericht mit – und verwies dabei auch auf ein Beschluss im vergangenen August. Bei der Ausübung der Prostitution und entsprechender Dienstleistungen seien daher nun – bis zu einer etwaigen Neuregelung durch das Land – die Beschränkungen zu beachten, die für alle sogenannten körpernahen Dienstleistungen gelten – also etwa für Friseure oder Kosmetikstudios.

Das heißt: Ab einer Inzidenz unter 50 dürfen Bordelle demnach öffnen. Es müssen medizinische Masken getragen werden. Falls dies nicht durchgängig möglich ist, gibt es eine Testpflicht für Kunden. Auch das Personal muss sich – je nach Inzidenz – regelmäßig testen lassen. Vor dem Hintergrund dieser Maßnahmen sei eine „Unterminierung der fraglos komplexen Pandemiebekämpfungsstrategie des Landes Niedersachsen nicht zu befürchten“, teilte das OVG mit.

Mit dem Beschluss gab das OVG dem Normenkontrolleilantrag eines Bordell-Betreibers aus Bad Harzburg statt. Dieser hatte sich gegen die in der Corona-Verordnung festgeschriebene Untersagung des Betriebs von Prostitutionsstätten und die Untersagung entsprechender Dienstleistungen gewandt. Der Antragssteller begründete dies damit, dass es sich um keine notwendige Infektionsschutzmaßnahme mehr handele. Zudem liege ein Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz vor. Dieser Argumentation folgte der 13. Senat.

Dies teilte das Gericht am Dienstag in Lüneburg mit. Der Beschluss ist unanfechtbar (AZ: 12 MN 298/21) (Quelle: NDR, 08.06.21)



Stiko empfiehlt wohl Corona-Impfung für Kinder mit Vorerkrankungen

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Corona-Impfung laut einem vorläufigen Entwurf nur Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen. Das Gremium nennt laut dem als vertraulich gekennzeichneten Papier, das der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag vorlag, rund ein Dutzend Krankheitsbilder, die mit anzunehmendem erhöhtem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf einhergingen. Eine generelle Impfempfehlung für die Altersgruppe wird in dem Entwurf nicht ausgesprochen. Zuvor hatten „Business Insider“ und andere Medien darüber berichtet.

Die Stiko listet auf: Fettleibigkeit, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression, schwere Zyanose, schwere Herzinsuffizienz, schwere pulmonale Hypertonie, chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion, chronische Niereninsuffizienz, chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen, maligne Tumorerkrankungen, Trisomie 21 (Down-Syndrom) und syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung.

Zusätzlich sieht der Stiko-Entwurf eine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren vor, „in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren Covid-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht (z.B. Menschen unter relevanter immunsuppressiver Therapie)“.
(Quelle: TSP, 08.06.21)


Curevac-Impfstoff nicht vor August

Die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Tübinger Firma Curevac dauert länger als geplant. Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) bestätigte am Dienstag in Stuttgart, dass sich das Verfahren weiter verzögern wird. Zuletzt hatte es geheißen, man rechne mit einer Zulassung im Juni. Lucha sagte, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe in der Gesundheitsministerkonferenz mitgeteilt, „dass wir nach der derzeitigen Situation leider erst realistisch im August erwarten können, dass der Curevac-Impfstoff zulassungsfähig appliziert werden kann oder zugelassen wird.“ Der Grünen-Politiker erklärte, dass es bei der von Curevac durchgeführten klinischen Studie zu dem Vakzin „Komplikationen“ gebe.

Zuvor hatte „Business Insider“ berichtet, dass Spahn in der Konferenz berichtet habe, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) „nicht vor August“ mit einer Zulassung des Curevac-Mittels rechne. Bei der Studie gebe es noch nicht genug Teilnehmer. Noch Ende Mai hatte es demnach in internen Lieferprognosen der Bundesregierung geheißen, dass bis Ende Juni 1,4 Millionen Dosen von Curevac kommen, bis Ende September 9,4 Millionen und im letzten Quartal 28,9 Millionen. In den aktualisierten Prognosen von Juni tauche Curevac nun für dieses Jahr gar nicht mehr auf. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Keine Überraschung: Aspirin hilft nicht bei schweren Covid-Verläufen

Aspirin verbessert einer britischen Studie zufolge nicht die Überlebensaussichten bei schwer kranken Covid-19-Patienten. Da das Medikament dazu beiträgt, Blutgerinnsel bei anderen Krankheiten zu reduzieren, wurde es bei Corona-Patienten getestet, die ein höheres Risiko für Gerinnungsprobleme haben.

Obwohl Aspirin mit einer leicht erhöhten Wahrscheinlichkeit in Verbindung gebracht werde, lebend entlassen zu werden, reiche das wohl nicht aus, um seine weit verbreitete Anwendung bei Covid-19-Patienten im Krankenhaus zu rechtfertigen, sagte Peter Horby, einer der Wissenschaftler, der an der Studie der Universität Oxford mit rund 15.000 Patienten beteiligt war. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Union will epidemische Lage bis September verlängern

Die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag will die sogenannte epidemische Lage von nationaler Tragweite nach Angaben von CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus über Ende Juni hinaus verlängern. „Wir halten es für angemessen und richtig, diese Lage bis in den September hinein zu verlängern“, sagt der CDU-Politiker. Daran hingen viele Verordnungen von Bund und Ländern vom Impfen bis zu Reisebeschränkung in der Corona-Krise. Ohne einen Beschluss des Bundestages würde die Regelung Ende Juni auslaufen. Grundlage ist eine Regelung des Infektionsschutzgesetzes, dass eine epidemische Lage vorliegt, „wenn eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit in der gesamten Bundesrepublik Deutschland besteht“. Der Bundestag muss alle drei Monate über eine Verlängerung entscheiden. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Rolf Mützenich fordert Aufklärung durch Jens Spahn 

In der Debatte um die Verteilung von angeblich weniger geprüften Corona-Schutzmasken denkt SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich nicht an eine Entschuldigung an den Gesundheitsminister. „Herr Spahn sollte nicht nach einer Entschuldigung rufen, sondern an der Aufklärung mitwirken, was wir jetzt auch in den Ausschüssen tun werden“, sagte Mützenich am Dienstag in Berlin.

Hintergrund der Debatte, die die schwarz-rote Koalition belastet, ist ein „Spiegel“-Bericht über den Umgang mit angeblich minderwertigen, in China bestellten Corona-Masken. Demnach sollten nach Plänen des Gesundheitsministeriums Masken, die nicht nach hohen Standards getestet worden seien, an Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder für Obdachlose gehen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, von der SPD-Spitze kamen Rücktrittsforderungen. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Keine Maskenpflicht mehr für Schüler in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommerns Schüler müssen keine Masken mehr im Unterricht tragen. Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag in Schwerin nach einer Kabinettssitzung mit. Mecklenburg-Vorpommern hat die niedrigste Corona-Sieben-Tage-Inzidenz aller Bundesländer, sie lag zu Wochenbeginn bei 8,7. Das Land lockert zudem die coronabedingten Kontaktbeschränkungen erheblich. Künftig sind private Treffen mit 30 Personen erlaubt, wie Schwesig sagte. Bisher durften sich maximal zehn Personen treffen. (Quelle: NDR, 08.06.21)


China lässt als erstes Land Corona-Impfungen für kleine Kinder zu

China hat als erstes Land Corona-Impfungen für kleine Kinder zugelassen. Der chinesische Hersteller Sinovac bestätigte am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP, dass sein Corona-Impfstoff eine Notfallzulassung für Kinder ab drei Jahren erhalten habe. Unklar war allerdings, wann die Impfungen bei Kindern in der Volksrepublik tatsächlich beginnen. Darüber werde die Nationale Gesundheitskommission „entsprechend Chinas gegenwärtiger Anforderungen für die Epidemie-Vorbeugung und -Kontrolle und der Impfstoffbelieferung“ entscheiden, erklärte Sinovac.

Die Studien des Sinovac-Impfstoffes an Kindern und Jugendlichen befinden sich noch in einer frühen Phase. Die Ergebnisse würden in Kürze im renommierten Fachblatt „The Lancet“ veröffentlicht, hieß es von Sinovac.

Der staatliche Fernsehsender CCTV hatte am Wochenende unter Berufung auf ein Mitglied der chinesischen Corona-Taskforce berichtet, Corona-Impfungen bei Kindern seien zugelassen worden, nachdem die „Sicherheit und Wirksamkeit“ auch bei dieser Gruppe bewiesen worden sei. Die chinesische Regierung will bis Jahresende 70 Prozent der Gesamtbevölkerung von 1,41 Milliarden Menschen impfen.  (Quelle: TSP, 08.06.21)


Bremen meldet als erstes Bundesland Impfquote von 50 Prozent

Bremen hat als erstes Bundesland eine Impfquote von 50 Prozent gemeldet. Wie die Gesundheitsbehörde der Hansestadt am Dienstag mitteilte, erhielt dort inzwischen jeder zweite Einwohner zumindest eine Impfdosis. 25 Prozent waren demnach doppelt geimpft und genossen damit einen vollen Impfschutz. Generell liegen die aktuellen Impfquoten in den 16 Ländern nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) relativ eng beieinander in einem Bereich zwischen rund 40 bis 50 Prozent. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Überdurchschnittlich viele Todesfälle in Tschechien im April

Trotz der seit Monaten laufenden Corona-Impfkampagne sind in Tschechien auch im April mehr Menschen gestorben als üblich. Es wurden rund 11.500 Todesfälle registriert und damit 27 Prozent mehr als im Schnitt der gleichen Monate der Jahre 2015 bis 2019. Dennoch sei es die geringste monatliche Übersterblichkeit seit Beginn der Herbst-Coronawelle gewesen, teilte die staatliche Statistikbehörde CSU am Dienstag in Prag mit. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

In der Gruppe der über 80-Jährigen sank die Sterblichkeit den Daten zufolge auf den Wert vor Beginn der Corona-Pandemie. Wie in Deutschland wurden in Tschechien die Ältesten zuerst gegen das Virus geimpft. Auch bei den über 70-Jährigen sei eine positive Entwicklung zu beobachten, hieß es. Generell seien mehr Männer als Frauen gestorben – besonders auffällig sei dies in der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen. (Quelle: TSP, 08.06.21)


DFB-Mitgliederstatistik – Folgen der Pandemie für Fußball spürbar

Die Corona-Pandemie hat im deutschen Amateurfußball zu einem Rückgang von Mitgliederzahlen, Vereinen und Mannschaften im Spielbetrieb geführt. Dies zeigt die am Dienstag veröffentlichte Mitgliederstatistik des Deutschen Fußball-Bundes. Allerdings seien die negativen Folgen in einigen Bereichen weniger gravierend ausgefallen als zum Teil befürchtet, hieß es.

Die Zahl der Vereinsmitglieder in den 21 Landesverbänden unter dem Dach des DFB liegt bei 7,06 Millionen Menschen. Nach den stetigen Steigerungen in den vergangenen Jahren bis hin zum Rekord von 7,17 Millionen Personen in 2020 ist dies der tiefste Stand seit 2017. 24.544 Vereine sind im DFB registriert. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 0,74 Prozent.

Die Zahl der gemeldeten Fußballmannschaften in Deutschland lag laut DFB in der Saison 2020/2021 bei 138.442 Teams und damit um 2,5 Prozent niedriger als in der Spielzeit 2019/2020. Prozentual sei der Rückgang sogar geringer ausgefallen als in den Jahren zuvor, als der Sportbetrieb noch keinen Corona-Einschränkungen unterlegen gewesen sei. 127.000 Mannschaften seien in dieser Saison im offiziellen Spielbetrieb gemeldet gewesen.

Aktiv waren 1,81 Millionen Spieler ab Sommer 2020 am Ball, wie es weiter hieß. 1,653 Millionen von ihnen sind männlich. 1,04 Millionen Spieler kicken in Kinder- und Jugendmannschaften, 770 000 im Erwachsenenbereich. Der Rückgang an aktiven Spielern lag nach DFB-Angaben bei rund zehn Prozent im Vergleich zur Saison 2019/2020.

Zurückzuführen sei dies vor allem auf die Pandemie-Einschränkungen. Daher konnten nur 443.392 Partien in der Saison 2020/2021 gespielt werden. Das waren noch einmal rund 50 Prozent weniger Spiele als in der Saison zuvor, die bereits von der Pandemie geprägt gewesen war. In einer normalen Spielzeit werden im deutschen Fußball nach DFB-Angaben 1,4 Millionen Partien absolviert. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Kita-Verbandschef fordert „Wumms“-Gelder für Kinder

Ein Teil der Konjunkturhilfen des Bundes zur Bewältigung der Corona-Krise sollte aus Sicht der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder für die Kita-Arbeit aufgewandt werden. In der Krise habe sich gezeigt, dass die Kindertagesbetreuung mit Sicherheit zu den systemrelevanten Handlungsfeldern in der Gesellschaft gehöre, sagte Vorstandschef Carsten Schlepper in Bremen. „Aber die Chance, einen Teil der Milliarden aus dem ‚Wumms‘-Paket des Bundes unterstützend einzubringen, wurde vertan“, kritisierte der Experte.

Vor einem Jahr hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) 130 Milliarden Euro an Hilfen für Bürger, Wirtschaft und Kommunen mobilisiert. Es gehe darum, „mit Wumms“ aus der Krise zu kommen, erklärte er. Instrumente des Konjunkturprogramms waren etwa die Mehrwertsteuersenkung, der Kinderbonus für Familien, die Förderung beim Kauf von E-Autos, Hilfe für Unternehmen und die finanzielle Entlastung der Kommunen für weitere Investitionen. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Bayern: Neunjährige „versehentlich“ geimpft – Papa sitzt daneben

Ein neun Jahre altes Mädchen ist im Impfzentrum in Bobingen im Landkreis Augsburg laut Polizei „versehentlich“ gegen das Coronavirus geimpft worden. Der Vater des Kinds habe Strafanzeige gegen die Verantwortlichen gestellt, sagte ein Sprecher der Augsburger Polizei am Dienstag auf Anfrage. Es liefen nun Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Es solle geprüft werden, wer an der Impfung am vergangenen Samstag beteiligt gewesen sei und wie es überhaupt zu einer versehentlichen Impfung kommen könne, sagte der Polizeisprecher. Dem Kind gehe es aber gut. Der Polizeisprecher bestätigte damit Berichte der „Augsburger Allgemeinen“ und von Hitradio RT1. Demnach hatte der Vater eigentlich einen Impftermin, seine Tochter begleitete ihn.

Den Berichten zufolge soll der impfende Arzt das Mädchen gefragt haben, ob es Angst vor Spritzen habe. Als der Arzt daraufhin den Oberarm des Kinds desinfiziert habe, habe der Vater das noch als Spaß wahrgenommen. Doch dann habe der Mediziner das Mädchen mit dem Impfstoff von BioNTech geimpft. Der Impfstoff von BioNTech ist für Kinder zugelassen, allerdings erst ab einem Alter von zwölf Jahren. (Quelle: FAZ, 08.06.21)


Spahn: Alle Impfwilligen sollen im Juli mindestens eine Erstimpfung bekommen

Mit 38 Millionen Menschen haben nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn 46 Prozent der Deutschen eine Erstimpfung erhalten. Bei einer vermuteten Impfbereitschaft von 75 Prozent der Bevölkerung blieben noch 15 Millionen, die auf eine Impfung warteten, sagt der CDU-Politiker im ARD-Morgenmagazin. Angesichts des Impfstoffmangels wirbt Spahn um Geduld. „Es können jetzt nicht alle innerhalb von ein, zwei Wochen geimpft werden.“

Noch im Laufe des Juli sollten nach Angaben des Gesundheitsministers jedoch alle Impfwilligen zumindest eine Erstimpfung erhalten haben. Dies gelte, „wenn die Impfungen kommen, wie sie sollen“, sagte Spahn weiter.
„Allein für diesen Monat noch erwarten wir deutlich über 20 Millionen Dosen allein von Biontech, und im Juli wird es weitere Lieferungen geben.“ (Foto: CC s. Archiv v. 21.10.20; Quelle: TSP, 08.06.21)


Niedersachsen: Inzidenz in zwei Landkreisen bei Null

Die niedersächsischen Landkreise Friesland und Goslar kommen derzeit am besten durch die Corona-Pandemie: Die Sieben-Tage-Inzidenz in den beiden Landkreisen ist nach den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag auf Null gesunken. Der Wert gibt die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche an. Auch bundesweit lagen die beiden Kreise vorn – gefolgt vom Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Inzidenz von 1,3, wie aus den RKI-Daten hervorgeht. Allerdings sind die Daten des Robert-Koch-Instituts wegen der Meldeketten nicht immer ganz aktuell, auch gibt es immer wieder Meldeverzögerungen der Gesundheitsämter.
So geht das Gesundheitsamt des Landkreises Goslar von einer Sieben-Tage-Inzidenz von 2,2 aus, wie aus online veröffentlichten Daten des Kreises hervorgeht. Neuinfektionen gab es demnach am Dienstag keine, 28 aktive Infektionen wurden gemeldet.

Der Landrat des Kreises Friesland, Sven Ambrosy, sagte angesichts des Inzidenzwerts Null: „Bereits seit Monaten haben wir in Friesland eine vergleichsweise niedrige und stabile Inzidenz, die in den letzten Tagen stetig gefallen ist.“ Er begründete dies unter anderem mit enger und schneller Kontaktnachverfolgung. Die niedersächsische Landesregierung rief der SPD-Politiker dazu auf, in die anstehenden Novelle der Corona-Landesverordnung weitere Lockerungen für Niedriginzidenzkommunen mit einer Inzidenz unter 10 aufzunehmen.

Auch landesweit schwächt sich das Infektionsgeschehen immer weiter ab, die niedersächsische Sieben-Tage-Inzidenz sank erneut leicht – auf 15,7. Am Montag lag der landesweite Inzidenzwert bei 17,1. Insgesamt wurden 71 neue Infektionen registriert, die Zahl der Todesfälle stieg um 13 auf 5676.

Die höchsten Inzidenzen in Niedersachsen gibt es weiter in der kreisfreien Stadt Emden (40,1) und im Landkreis Diepholz (39,2). Alle anderen Kreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen liegen unter der Schwelle von 35. Im kleinsten Bundesland Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 23,3, Neuinfektionen wurden nicht gemeldet, weitere Todesfälle ebenfalls nicht.
(Quelle: GN, 08.06.21)


Grafschafter Zahlen

Der Inzidenzwert für die Grafschaft Bentheim wird weiterhin auf 29,9 vom Robert-Koch-Institut beziffert. Das Kreishaus meldet lediglich einen weiteren Covid-19-Fall am Dienstag. Gleichzeitig korrigierte die Grafschafter Kreisverwaltung die Zahl der Neuinfektionen am Montag um einen Fall nach unten. Somit liegt die Gesamtzahl der bekannt gewordenen Infektionen weiterhin bei 5.328. Als genesen gelten 5.136 Grafschafter, das sind fünf mehr als noch am Montag. Insgesamt sind der Kreisverwaltung derzeit 70 aktuelle Covid-19-Fälle bekannt. In Quarantäne befinden sich derzeit 262 Bürger. Im Zusammenhang mit dem Virus werden weiterhin 122 Todesfälle genannt.

Der Landkreis zählte am Dienstag 70 aktuell Infizierte mit dem Coronavirus, 46 (-2) davon i Nordhorn.

40.100 Grafschafter haben bis einschließlich Sonntag im Impfzentrum oder von einem mobilen Team die erste Impfung erhalten. 22.900 Grafschafter haben bereits einen zweiten Pieks bekommen. Insgesamt sind in diesem Rahmen 63.000 Spritzen gesetzt worden. Nicht einberechnet in diese Statistik des Landkreises sind die Impfungen, die Hausärzte vornehmen. Seit Montag ist die Impfpriorisierung aufgehoben worden, nun können sich alle Grafschafter ab zwölf Jahren um einen Termin bemühen.

(Quelle: GN, 08.06.21)


Mehr als eine Million EU-Bürger haben bereits ein EU-Impfzertifikat erhalten

Mehr als eine Million Bürger in der Europäischen Union verfügen bereits über ein digitales EU-Impfzertifikat. Dies sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders während der Plenarsitzung des Europäischen Parlaments am Dienstag. Der Impfpass werde „es den EU-Bürgern leichter machen, ihr Grundrecht auf Freizügigkeit wahrzunehmen“ und sei ein „praktisches Instrument“, um sicheres Reisen im Sommer zu ermöglichen.

Die elektronische Plattform für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli an den Start gehen. Sie soll neben Angaben zu Impfungen auch Informationen über Tests oder überstandene Corona-Infektionen enthalten. Mitgliedstaaten können schon jetzt Zertifikate ausstellen.

In Deutschland laufen seit Ende Mai Feldtests mit dem digitalen EU-Nachweis in einigen Impfzentren. Dabei wird getestet, ob Bürgerinnen und Bürger nach einer Impfung den Nachweis mit einer App einscannen können. Dieser kann dann bei Reisen kontrolliert werden.

Auch in acht weiteren Mitgliedstaaten werde das EU-Impfzertifikat bereits ausgestellt, sagte ein Kommissionssprecher am Dienstag. Neben Deutschland sind dies Bulgarien, Dänemark, Griechenland, Kroatien, Litauen, Polen, Spanien und Tschechien. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Britische Urlauber verlassen Portugal wegen neuer Quarantäne-Regel

Etwa 27 000 britische Urlauber haben Portugal am Wochenende und am Montag angesichts einer neuen zehntägigen Pflicht zur Corona-Quarantäne in der Heimat verlassen. Das berichtete die Zeitung „Público“ am Dienstag unter Berufung auf den Präsidenten des Tourismusverbandes der Region Algarve im Süden des Landes. Viele hätten geklagt, dass sie ihre Ferien abkürzen und teure Ersatzflüge buchen mussten, berichtete die BBC. „Das Land erst auf die grüne Liste zu setzen und dann nach nur drei Wochen wieder zu streichen, ist einfach unglaublich“, zitierte die BBC eine Urlauberin nach der Ankunft am Flughafen London Gatwick.

Die britische Regierung hatte das beliebte Urlaubsland am Donnerstag nach nur drei Wochen wieder von der grünen Liste der Länder gestrichen, die ohne Quarantänepflicht bei der Rückkehr besucht werden dürfen. Die neue Regelung trat am Montag um 4 Uhr morgens britischer Zeit in Kraft. Die Regierung von Premierminister Boris Johnson hatte den von der Tourismusindustrie in beiden Ländern und Urlaubern kritisierten Schritt mit der Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der zuerst in Indien festgestellten Delta-Variante des Coronavirus und mit leicht steigenden Corona-Zahlen in Portugal begründet. Während die Delta-Variante in Großbritannien schon als vorherrschend gilt, wurden in Portugal bisher nur wenige Fälle registriert.

Noch im Januar hatte Portugal bezogen auf die Bevölkerungszahl zeitweilig die höchsten Infektionszahlen weltweit. Das Land ging in einen harten Corona-Lockdown und die Infektionszahlen sanken schnell. Zuletzt jedoch stiegen die Zahlen wieder leicht. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei rund 40 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche. (Quelle: TSP, 08.06.21)


135.000 Kurzarbeiter stockten Einkünfte mit Hartz IV auf

In der Corona-Pandemie haben zwischen April 2020 und April 2021 etwa 135.000 Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter ihre Einkünfte mit Hartz-IV-Leistungen aufgestockt. Insbesondere im April und Mai 2020 kam es zu einem sprunghaften Anstieg, wie die Bundesagentur auf Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann mitteilte. Zimmermann sagte, die Zahlen zeigten sehr deutlich, dass das Kurzarbeitergeld für viele Menschen zu niedrig sei, besonders in den ersten Monaten. Das treffe vor allem Beschäftigte mit kleinem Einkommen. Über die Zahlen hatte zuerst die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet.

Zimmermann erklärte, die Zahl der Anspruchsberechtigten auf aufstockendes Hartz IV dürfte sogar noch weitaus größer sein, da viele den Gang zum Jobcenter scheuten und stattdessen ihre Ersparnisse aufbrauchten. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag kritisierte, die Bundesregierung lasse Geringverdienende beim Kurzarbeitergeld im Stich. Nötig sei ein Kurzarbeitergeld von 90 Prozent vom letzten Netto vom ersten Tag. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Institut – Auch im Mai weniger Firmenpleiten

Die wegen der Corona-Krise erwartete Pleitewelle in Deutschland ist einer Untersuchung des IWH-Instituts zufolge auch im Mai ausgeblieben. 682 Personen- und Kapitalgesellschaften wurden als insolvent gemeldet, wie das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Dienstag mitteilte. Das seien elf Prozent weniger als im Vormonat und sogar 30 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Daten basieren unter anderem auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte.

„Die von vielen Beobachtern vorhergesagte Insolvenzwelle ist wie vom IWH pro­gnostiziert bisher ausgeblieben und für die nähere Zukunft auch nicht zu erwarten“, sagte Steffen Müller, der die Abteilung Strukturwandel und Produktivität und die dort angesiedelte Insolvenzforschung an dem Institut leitet. Die meisten Unternehmen seien kerngesund in die Pandemie gegangen und hätten nach wie vor ein funktionierendes Geschäftsmodell.

Die absehbaren weiteren Öffnungen und Lockerungen kommen den bislang besonders ge­beutelten Branchen zugute – etwa dem Hotel- und Gastgewerbe oder dem Einzelhandel. In diesem Umfeld und vor dem Hintergrund noch immer bestehender staat­licher Unterstützungsmaßnahmen sei nicht zu erwarten, dass die Zahl der Firmenpleiten sprunghaft ansteigen werde. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Forscher fordern „Corona-Friedensdividende“ statt Rüstung

Friedensforscher fordern eine „Corona-Friedensdividende“ anstelle von Rüstung. „Es gilt, Militärausgaben zu reduzieren, um die sozial-ökologische Erneuerung der Weltwirtschaft anzugehen und soziale Ungleichheiten abzubauen“, empfehlen vier deutsche Forschungsinstitute in ihrem am Dienstag in Berlin vorgestellten diesjährigen „Friedensgutachten“. Mit einer solchen „Dividende“ könnten die Folgen der Pandemie besser bewältigt werden.
Die Pandemie habe zwar nicht zu einer unmittelbaren Zunahme an Gewaltkonflikten weltweit geführt, analysieren die Forscher. Dennoch wirke sich die Corona-Krise verschärfend auf die Ernährungssituation in vielen Krisenregionen wie etwa im Jemen, am Horn von Afrika oder im westlichen Sahel aus. Daher müsse die humanitäre Hilfe gestärkt werden. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Indien-Update

In Indien verzeichnen die Gesundheitsbehörden 86.498 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sei der niedrigste Wert seit 66 Tagen, teilt die Regierung mit. Insgesamt wurden bislang 29 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen, weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt in Indien um 2123 auf 351.309. Experten zufolge dürften die Dunkelziffern allerdings weitaus höher sein.

Seit Montag strebt das südasiatische Land erste Öffnungsschritte an. In Neu-Dehli haben U-Bahnen wieder den Betrieb aufgenommen, die Menschen dürfen unter Auflagen wieder die Büros aufsuchen. Kultureinrichtungen wie Kinos und Theater bleiben allerdings noch geschlossen, auch in Restaurants darf noch nicht wieder gespeist werden. (Quelle: FAZ, 08.06.21)


USA: Fast 16.000 Neuinfektionen und 302 weitere Tote

In den USA sind bislang annähernd 600.000 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Binnen 24 Stunden stieg ihre Zahl um mindestens 302 auf 597.767, wie eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten ergibt. Mindestens 15.920 Menschen wurden positiv auf das Virus getestet, seit Ausbruch der Pandemie sind es damit 33,54 Millionen. Die USA weisen bei Infektions- und Totenzahlen weltweit die höchsten Werte auf. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen (Ems)  14,6 (gestern 12,8)
Meppen 5,7  (8,6)
Papenburg  23,8  (18,5)


Niedersachsen und Corona

Am Dienstag, 8. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 71 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet.

Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages 13 Todesfälle. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.676. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 259.530 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt auf 15,7 Fälle je 100.000 Einwohner (17,1 am Vortag). (Quelle: RKI -der NDR hat falsche Zahlen gemeldet..., 08.06.21)



Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1204 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.02 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1785 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 22,9 an (Vortag: 24,3; Vorwoche: 35,2).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 140 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 153 Tote gewesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montag bei 0,76 (Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 76 weitere Menschen anstecken. (Quelle: RKI, 08.06.21)


Rückkehr in die Büros: Apple Mitarbeiter kritisieren Pläne

Der US-Technologiekonzern Apple stößt mit seinen Plänen für eine schrittweise Rückkehr der Mitarbeiter in die Büros offenbar auf Widerstand innerhalb der Belegschaft. Mindestens 80 Angestellte verlangten in einem Brief an die Konzernführung mehr Flexibilität, wie das US-Technikportal „The Verge“ berichtete.

Die Unterzeichner verwiesen demnach auf eine „wachsende Besorgnis unter unsere Kollegen“. Die geplante Präsenz-Pflicht in den Büros ab September für drei Tage in der Woche habe bereits dazu geführt, dass einige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen hätten.

Durch die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, werde die Work-Life-Balance verbessert, hieß es in dem Brief. Die Initiatoren erklärten, sie würden das derzeitige Modell gerne beibehalten. Es scheine in diesem Punkt eine Diskrepanz zwischen der Haltung der Konzernführung und der Belegschaft zu geben. (Quelle: TSP, 08.06.21)


USA: Geimpfte in Washington bekommen Joint zur Belohnung

Der US-Bundesstaat Washington schenkt Bürgerinnen und Bürgern, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen, Marihuana. Wie Behördenvertreter bekanntgaben, haben sie das Programm Joints for Jabs (Joints für Spritzen) erlaubt, für das sich Aktivisten schon seit längerer Zeit stark machen.

Demnach dürfen Marihuanageschäfte jedem Einwohner über 21 Jahren, der sich bis spätestens 12. Juli in einer örtlichen Impfklinik gegen das Coronavirus impfen lässt, zur Belohnung einen kostenlosen Joint geben.

In Washington ist der Konsum und Verkauf von Marihuana für den privaten Freizeitgebrauch seit 2012 legal. Um mehr Bürger zur Impfung zu bewegen, lässt die Regierung Brauereien, Winzer und Restaurants bereits kostenlose Getränke verteilen an diejenigen, die eine Corona-Impfung nachweisen können. Außerdem können die Menschen dort kostenlose Tickets für Sportveranstaltungen bekommen und Geldpreise von bis zu einer Million Dollar gewinnen.

Der Gouverneur von Washington, Jay Inslee, hat angekündigt, er wolle bis Ende Juni alle Einschränkungen wegen des Coronavirus aufheben. Die Restriktionen könnten auch früher fallen, sofern 70 Prozent aller Einwohner über 16 Jahre mindestens einmal geimpft worden seien, sagte er. (Foto: CC s. Archiv v.11.6.13; Quelle:ZEIT, 08.06.21)



Krankenhaushygieniker fordern Entsorgung minderwertiger Corona-Schutzmasken

Führende Krankenhaushygieniker haben die sofortige Vernichtung der von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bestellten umstrittenen Import-Masken gefordert. „Die schnell geprüften FFP2-Masken sollten schnellstmöglich entsorgt werden. Sie gehören auch nicht in die Notfallreserve des Bundes“, sagte Peter Walger, Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

„Zu den Importmasken liegt uns eine Fülle von Hinweisen auf Fake Ware vor, die die Qualitätsanforderungen im medizinischen Bereich nicht ansatzweise erfüllt, aber trotzdem zum Einsatz kommt.“ Grundsätzlich gelte, dass FFP2-Masken nur für den professionellen Einsatz im Pflege- und medizinischen Bereich geeignet seien, und dann nur unter Bedingungen, sagte Walger.

Pflegekräfte oder Ärzte müssten, um sich selbst zu schützen, eine passgenaue Maske auswählen können. Die Dichtigkeit beim Tragen müsse individuell geprüft werden. Und es müsse gegebenenfalls auch geprüft werden, wie lange die Masken getragen werden könnten. „Das ist in der Praxis quasi nirgendwo gewährleistet.“

„FFP2-Masken gehören nicht in die Hände von Laien, egal ob von Obdachlosen, Hartz-IV-Empfängern oder Vorstandsvorsitzenden“, betonte Walger. Die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken für alle in der Öffentlichkeit sei daher „eine Fehlentscheidung“ gewesen. Die DGKH appelliere an Bund und Länder, „zur Pflicht zum Tragen einer einfachen medizinischen Maske (OP-Maske) zurückzukehren“, sagte der Vorstandssprecher. „Selbst viele Alltagsmasken schützen Laien besser vor Corona als schlecht sitzende FFP-Masken.“ (Quelle: TSP, 08.06.21)


Hausärzteverband bittet Impfwillige um Geduld

Nach dem Wegfall der Priorisierung von einzelnen Bevölkerungsgruppen bei den Corona-Impfungen haben Ärzte und Verbände einen eklatanten Impfstoffmangel beklagt. „Auch heute ist die Impfstoffmenge noch immer zu gering für die hohe Nachfrage“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wenn weniger geliefert als bestellt wurde, müssen wir sogar Termine noch einmal verschieben.“

Weigeldt bat Impfwillige um Geduld. „Die Hausärztinnen und Hausärzte können nur das verimpfen, was da ist“, sagte er. Frust und Enttäuschung über eventuelles Terminchaos seien zwar nachvollziehbar, aber bei den Hausärzten „definitiv an der falschen Adresse“.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisierte die Aufnahme von Kindern und Jugendlichen ins Impfprogramm. „Mit dem Versprechen, dass auch alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren ab heute einen Impftermin bekommen können, hat die Politik falsche Erwartungen geweckt“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen dem RND. Es werde ein erweitertes Impfangebot in Aussicht gestellt, für das es aber keinen zusätzlichen Impfstoff gebe. (Quelle: TSP, 08.06.21)


Euro2021: Portugiesisches Team geimpft

Fast die gesamte EM-Delegation der Portugiesen um Superstar Cristiano Ronaldo ist gegen das Coronavirus geimpft. Dies teilte der nationale Fußball-Verband FPF mit. Die Aktion sei in enger Abstimmung mit der Task Force zur Impfung gegen Covid-19 durchgeführt worden. Wer genau geimpft wurde, wurde nicht mitgeteilt.

Der deutsche EM-Gruppengegner Portugal hatte sich am Freitag in einem Testspiel in Madrid gegen die Spanier 0:0 getrennt. Bei Spaniens Nationalmannschaftskapitän Sergio Busquets wurde anschließend ein positiver Corona-Befund festgestellt. Eine spanische Zeitung hatte anschließend berichtet, dass die Portugiesen in Quarantäne müssten. Die gesamte EM-Reisegruppe um Ronaldo & Co. sei vor dem Training am Montagnachmittag aber negativ getestet geworden. Portugal bestreitet seine EM-Generalprobe am Mittwoch (20.45 Uhr) in Lissabon gegen Israel.

(Quelle: FAZ, 07.06.21)


New York will Pandemie mit Großkonzert im Central Park den Rücken kehren

New York plant ein Open-Air-Konzert im Central Park, um die Rückkehr der Stadt aus dem Pandemie-Blues zu feiern. Geplant sei ein Event mit zahlreichen Musik-Größen, an das man sich noch lange erinnern werde, sagt Bürgermeister Bill de Blasio, ohne Details zu nennen. Laut „New York Times“ ist das Konzert für den 21. August geplant und in eine Festwoche eingebunden.

Um das Programm soll sich der prominente Musikproduzent Clive Davis kümmern, der in der Vergangenheit mit Stars wie Bruce Springsteen, Aretha Franklin und Whitney Houston arbeitete. Davis sagte dem Magazin „Times“, er werde acht Stars von Kultrang für das dreistündige Konzert anheuern, das weltweit übertragen werden soll.

Viele der 60.000 Eintrittskarten sollen kostenlos vergeben werden, allerdings sind auch VIP-Plätze vorgesehen. Der große Rasen im Central Park war in der Vergangenheit unter anderem Schauplatz des berühmten Gratis-Konzerts von Simon and Garfunkel im Jahr 1981 oder des Global Citizen-Konzerts 2019.

Die Stadt war in den USA besonders schwer von der Pandemie getroffen worden. Das öffentliche Leben kam weitgehend zum Stillstand. Zuletzt war die Zahl der neuen Covid-Fälle aber stetig gesunken. (Quelle: TSP, 07.06.21)


WHO: G7-Gipfel soll für gerechtere Impfstoff-Verteilung sorgen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wenige Tage vor Beginn des G7-Gipfels an die reichen Länder appelliert, umgehend für die dringend nötigen Corona-Impfstoffe im ärmeren Teil der Welt zu sorgen. Die G7-Staaten hätten bei ihrem Treffen im englischen St. Ives die Macht, zusätzliche 100 Millionen Dosen allein im Juni und Juli zur Verfügung zu stellen, um die weltweiten Impfziele zu erreichen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag.

„Das baldige Teilen von Impfstoff ist die beste Art, die akute Phase der Pandemie zu beenden.“ Bisher seien fast 44 Prozent aller Dosen in den reichen Ländern verabreicht worden, aber nur 0,4 Prozent in den armen Regionen. „Besonders frustrierend an diesen Zahlen ist, dass sich daran seit Monaten nichts geändert hat.“

WHO-Experte Mike Ryan erinnerte daran, dass erst eine Impfrate von etwa 80 Prozent der impfbaren Bevölkerung für eine hohe Sicherheit vor dem Virus sorge. Auch gerade Länder mit einer bisher vergleichsweise geringen Zahl von Corona-Infektionen seien auf Impfstoffe angewiesen, da deren Bürger besonders anfällig seien. „Jede Dosis zählt, jede Dosis ist hilfreich“, sagte ein weiterer WHO-Fachmann.

Generell entwickle sich die Corona-Pandemie aktuell auf zwei unterschiedlichen Pfaden, sagte Tedros. Während die Verbreitung des Virus in einigen Weltregionen deutlich abnehme, steige sie zum Beispiel in Afrika und Südamerika an. Weltweit ist die Zahl der Neuinfektion laut WHO in der sechsten Woche in Folge zurückgegangen. Auch die Zahl der Todesfälle sei nun fünf Wochen hintereinander gesunken.

(Quelle: TSP, 07.06.21)


Bericht: Fast jede fünfte Firma in Gastronomie und Freizeitwirtschaft vor dem Aus

In Gastronomie, Hotellerie und Freizeitwirtschaft steht beinahe jedes fünfte deutsche Unternehmen finanziell vor dem Aus, zeigt laut „Handelsblatt“ eine Sonderauswertung der aktuellen Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). In der Gastronomie klagen demnach zwei von drei Unternehmen über sinkendes Eigenkapital, in der Freizeitwirtschaft ist es jedes zweite. Gesamtwirtschaftlich seien davon 24 Prozent der gut 27.000 vom DIHK befragten Unternehmen betroffen, berichtet die Zeitung vorab. (Quelle: TSP, 07.06.21)



Ganz Paris soll auch nach der Corona-Krise eine Terrasse bleiben

Ganz Paris soll auch nach der Corona-Krise eine Terrasse bleiben – zumindest im Sommer. Nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr hatten Pariser Restaurants und Bars ihre Terrassen provisorisch erweitert, damit die Menschen genug Abstand voneinander halten können. Diese erweiterten Terrassen sollen nun dauerhaft bleiben, kündigte die Stadt am Montag an. Betreibende in der Gastronomie müssen sie künftig genehmigen lassen. Dann sollen sie jedes Jahr vom 1. April bis zum 31. Oktober erlaubt sein.

Die Terrassen waren im vergangenen Jahr auf Parkstreifen oder Fußwegen entstanden – einige Läden hatten sich mit ein paar Holzpaletten eine kleine Oase mitten auf der Straße geschaffen. Auch in diesem Jahr hat die Stadt für die Terrassen eine zeitweise Ausnahmegenehmigung erlassen. Wer seine Terrasse ab Juli weiter offen halten will, muss nun einen Antrag stellen. Für die Terrassen gelten dann auch besondere Regelungen. So müssen sie um 22.00 Uhr schließen und am Ende der Saison vollständig wieder abgebaut werden. Außerhalb der Betriebszeiten müssen die Möbel weggeräumt werden. Sie müssen auch bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen.

Rund 9800 Terrassen seien im vergangenen Sommer in Paris registriert worden, so die Stadt. Sie seien auch eine „Antwort auf die Veränderungen in der Nutzung des öffentlichen Raums“. In der französischen Hauptstadt warten die meisten Brasserien und Restaurants sowieso mit einer Markise und ein paar Tischen und Stühlen an der frischen Luft auf. Doch dort ist es häufig richtig eng und voll – während der Pandemie also keine gute Idee. Seitdem die Terrassen erweitert worden sind, wirken manche Straßen in den Ausgehvierteln fast wie komplette Fußgängerzonen.

(Quelle FAZ, 07.06.21)


Modehändler und Warenhäuser erreichen Vor-Corona-Umsatz – fast

Die sinkenden Inzidenzzahlen und die Lockerung der Corona-Auflagen in vielen Städten sorgen wieder für bessere Geschäfte im stationären Modehandel. Nach einer am Montag veröffentlichen Branchenumfrage des Fachblattes „Textilwirtschaft“ lagen die Umsätze von Warenhäusern, Modehändlern und Markenshops in der vergangenen Woche im Schnitt nur noch um 5 Prozent unter dem Niveau der gleichen Woche im Vor-Krisenjahr 2019. Zum Vergleich: In der letzten Maiwoche hatte das Minus noch 32 Prozent betragen, in der letzten Aprilwoche sogar noch 80 Prozent.

Allerdings trug auch ein Kalendereffekt ein Stück zu dem guten Abschneiden bei. Denn im Vergleich zu 2019 hatte die Woche mancherorts einen Verkaufstag mehr. Waren es 2019 aufgrund von Christi Himmelfahrt für alle Händler in der 22. Woche nur fünf Verkaufstage, hatten in diesem Jahr aufgrund von Fronleichnam, der nur in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ein offizieller Feiertag ist, manche Händler einen Verkaufstag mehr.

Nach den Zahlen des auf die Messung von Besucherfrequenzen in Einkaufsstraßen spezialisierten Unternehmens Hystreet waren in der vergangenen Woche knapp 28 Prozent mehr Besucher in den Einkaufsmeilen unterwegs als noch in der Vorwoche. (Quelle FAZ, 07.06.21)


Massenimpfungen in Thailand

Um den Tourismus wieder in Gang zu bringen, hat Thailand eine landesweite Massenimpfaktion gestartet. Noch in diesem Monat sollen etwa sechs Millionen Impfdosen verabreicht werden. Dazu wurden in der Hauptstadt Bangkok 25 Impfstellen eingerichtet, unter anderem in Einkaufszentren und Supermärkten. Dort sollen täglich bis zu 70.000 Menschen geimpft werden – vor allem mit dem Präparat von AstraZeneca, das in Thailand produziert wird.

Die Aktion konzentriert sich zunächst auf die Hauptstadt Bangkok und die bei Touristen beliebte Insel Phuket. Die Behörden erhoffen sich durch die Impfaktion eine Lockerung der strikten Reisebeschränkungen. Ziel ist es, 70 Prozent der Bevölkerung von Phuket zu impfen und vollständig geimpften Touristen einen Aufenthalt ohne Quarantäne zu erlauben.

Seit Beginn der Pandemie registrierte Thailand knapp 180.000 Corona-Infektionen und mehr als 1.200 Todesfälle. Weniger als drei Millionen der insgesamt 70 Millionen Einwohner sind bislang geimpft.(Quelle: ZEIT, 07.06.21)


Indien: Kostenlose Impfung für Erwachsene

Indien bildete im April und Mai einen Brennpunkt der Pandemie, nun will die Regierung mit kostenlosen Impfangeboten für Erwachsene helfen, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. „Es ist beschlossen worden, dass ab dem 21. Juni alle Erwachsenen über 18 Jahre kostenlos geimpft werden“, sagte Regierungschef Narendra Modi in einer Fernsehansprache.

Die Bundesregierung werde die Aufgabe von den Provinzregierungen übernehmen. Bislang ist die Bundesregierung nur für kostenlose Impfstoffe für ältere Menschen und Beschäftigte zuständig, die besonders großen Ansteckungsrisiken ausgesetzt sind. Sie überließ es den jeweiligen Provinzen und privaten Krankenhäusern, Dosen für eine Gebühr an Menschen in der Altersgruppe 18 bis 45 Jahre zu verabreichen. (Quelle: ZEIT, 07.06.21)


Impfzahlen-Update

Am Sonntag wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts 273.355 Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus immunisiert. Damit sind nun über 17,74 Millionen Bürger vollständig geimpft. Das entspricht 21,3 Prozent der Bevölkerung. Mindestens eine Impfung erhalten den Angaben zufolge mehr als 37,99 Millionen Menschen oder 45,7 Prozent der Bevölkerung. Die Impfkampagne des Bundes läuft seit nunmehr 164 Tagen.

Im Saarland erhielten bereits 25,1 Prozent der Menschen den vollumfänglichen Impfschutz. In keinem anderen Bundesland sind mehr Menschen vollständig geimpft worden. Das Bundesland Bremen folgt 24,5 Prozent, in Sachsen beträgt der Wert 24,1 Prozent.

Bremen führt indes die Liste der Bundesländer mit den meisten Erstimpfungen an. 49,5 Prozent der Bevölkerung erhielt hier mindestens eine Impfung. Das Saarland folgt mit 48,8 Prozent, auf dem dritten Platz rangiert Nordrhein-Westfalen mit einer Erstimpfungsquote von 48,3 Prozent.

Bis Mitte Juli werden nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland geimpft sein. Ein Ministeriumssprecher verweist in Berlin mit Blick auf das Ende der Priorisierung aber darauf, dass anfangs nicht ausreichend Impfstoff für alle vorhanden sein werde. Ab sofort können sich alle Personen ab zwölf Jahren um einen Impftermin bemühen. (Quelle: RKI, 07.06.21)


Österreich verlängert Kurzarbeit bis 2022

In Österreich wird die Möglichkeit der Kurzarbeit bis Sommer 2022 verlängert. Ab Juli würden zwei Modelle angeboten, teilten Regierung und Sozialpartner mit. Für besonders von der Pandemie betroffene Brachen mit mindestens 50 Prozent Umsatzausfall, wie Stadthotellerie und Luftfahrt, bleiben die bisherigen Regelungen bestehen.

Damit kann die Arbeitszeit bei Mitarbeitern betroffener Unternehmen weiterhin auf bis zu null Prozent sinken. Für andere Wirtschaftsbereiche sieht ein Übergangsmodell eine um 15 Prozent reduzierte Förderhöhe vor, die von den Unternehmen zugunsten der Beschäftigten auszugleichen sind.

In Österreich sind derzeit rund 330.000 Beschäftigte zur Kurzarbeit angemeldet. Arbeitsminister Martin Kocher geht von einem Rückgang auf 100.000 bis 120.000 im Herbst aus. (Quelle: ZEIT, 07.06.21)


Grafschafter Zahlen

Acht weitere Corona-Fälle meldet das Kreishaus am Montag für die Grafschaft Bentheim. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt laut Robert-Koch-Institut auf 29,9, am Sonntag lag dieser noch bei 29,2. Aktuell gibt es im Landkreis laut Dashboard 75 Corona-Infektionen, am Sonntag waren es noch 71. In Quarantäne befinden sich am Montag 217 Bürger.
Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 5328 Covid-19-Fälle bekannt geworden, 5131 Grafschafter gelten inzwischen als genesen. Das sind vier Genesene mehr als noch am Sonntag. 122 Todesfälle werden in Verbindung mit dem Virus genannt.

Der Landkreis zählte am heutigen Montag 75 aktuell Infizierte mit dem Coronavirus, mit 48 (+1) rund zwei Drittel davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 08.06.21)


Merkel und Laschet stützen Spahn

Im koalitionsinternen Streit über das Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), nicht offiziell zugelassene Schutzmasken kostenlos an Bedürftige zu verteilen, haben sich führende Politiker der CDU hinter den Minister gestellt und die SPD für ihre scharfen Angriffe auf Spahn gerügt.

In der Sitzung des CDU-Präsidiums am Montag sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel laut Teilnehmerangaben, alle unterstützten Spahn. Die Vorwürfe des Koalitionspartners seien von den Fakten nicht gedeckt. Die SPD versuche, die Corona-Politik in ein schlechtes Licht zu rücken. Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet nannte die Rücktrittsforderungen, welche die SPD an Spahn gerichtet hatte, den Angaben zufolge einen „Versuch, mit Negative Campaigning Punkte zu sammeln“. Das funktioniere nicht, so Laschet. Die SPD spiele mit den Ängsten der Menschen.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, Minister Spahn habe „sehr klar dargelegt, warum Vorwürfe unbegründet sind“, dass für das Gesundheitsministerium immer die Sicherheit der Nutzer an oberster Stelle gestanden habe und dass die Masken infektionssicher seien. Deshalb seien die Masken auch in der nationalen Reserve gelandet, in der Schutzausrüstung für den Pandemiefall bereitgehalten wird. Der Ausbau dieser Reserve war eine zentrale Lehre aus den teils chaotischen Zuständen zu Beginn der Corona-Krise vor mehr als einem Jahr.

Schon vor der Einlassung des Regierungssprechers hatte Spahn selbst die Kritik an Plänen zur Verwendung der umstrittenen Masken zurückgewiesen. Das Magazint Der Spiegel hatte berichtet, dass das Gesundheitsministerium Anfang des vergangenen Jahres für schätzungsweise eine Milliarde Euro Masken gekauft habe, die nicht über die entsprechende Zulassung verfügt hätten. In der Koalition kam es daraufhin zu einem Streit, der sich an zwei Punkten entzündete.

Zum einen ging es um die Frage, nach welchem Prüfverfahren die betroffenen Masken nun auf ihre Tauglichkeit hin untersucht werden sollen. Das Gesundheitsministerium hält manche Tests für nicht erforderlich, auf die das Arbeitsministerium offenkundig dringt. Dazu gehört eine Untersuchung aus dem Bereich des Arbeitsschutzes, bei dem die Masken einer erhöhten Temperatur von 70 Grad Celsius ausgesetzt werden. Das Gesundheitsministerium begründet den Verzicht auf diesen Test damit, dass sich „diese Konstellation im pandemischen Geschehen nicht stellt“, wie eine Ministeriumssprecherin sagte.

Spahn selbst hat dazu am Montagmorgen gesagt, die Masken aus China, um die es gehe, seien nachweislich geprüft worden. Sie hätten zwar keine EU-Zertifizierung, seien aber beim Infektionsschutz sicher. Solche Schutzmasken seien im vergangenen Jahr auch an Kommunen und Landkreise gegangen. Auch Einrichtungen der Eingliederungs- und der Obdachlosenhilfe sollten beliefert werden.

Um diesen Punkt dreht sich der zweite Streit innerhalb der Koalition. Spahn wollte die entsprechenden Einrichtungen mit den umstrittenen Masken beliefern lassen. Dagegen hatte sich das Bundesarbeitsministerium aber gesträubt. Aus Sicht des Gesundheitsministeriums hätten auch diese Masken, „die den Infektionsschutz gewährleisten“, dorthin geliefert werden können, so Spahn am Montag. Man habe dann aber reguläre FFP2-Masken an die Einrichtungen versandt.

Die SPD fordert weiterhin Spahns Rücktritt als Gesundheitsminister. Der Minister habe „ganz eindeutig im vergangenen Jahr versucht, Masken, die nicht alle notwendigen Prüfungen bestanden haben, zu verteilen an Menschen, die sich gegen diese schlechten Masken nicht wehren können, Menschen mit Behinderungen, Menschen in Obdachlosenunterkünften und andere“, sagte SPD-Chefin Saskia Esken am Montag in Berlin. „Wer Menschen in dieser Gesellschaft in zwei Klassen einteilt, diejenigen, die ein Anrecht haben auf korrekte Masken und welche, die auch mit nicht ganz zu 100 Prozent wirksamen Masken abgespeist werden, der hat ein Menschenbild, das passt nicht in diese Regierung.“

FDP-Generalsekretär Volker Wissing forderte am Montag Klarheit darüber, ob die in Rede stehenden Masken den nötigen Infektionsschutz bieten oder nicht. „Sollte sich herausstellen, dass Masken verteilt werden sollten, die qualitativ ungeeignet sind, dann hätte das selbstverständlich massive Konsequenzen für den Bundesgesundheitsminister“, sagte Wissing in Berlin. (Quelle: FAZ, 07.06.21)


EM veröffentlicht Leitlinien für Ärzte

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Leitlinien für Ärzte herausgegeben, in denen sie die Mediziner auffordern, bei der Behandlung von Patienten mit seltenen Blutgerinnseln und niedriger Thrombozytenzahlen Heparin zu vermeiden, sofern sie Covid-19-Impfstoffe von AstraZeneca oder Johnson & Johnson erhalten haben.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass die europäische Arzneimittelbehörde in ihrer Erklärung Ärzte für die richtige Behandlung sensibilisiert und dazu auf die Leitlinien der Internationalen Gesellschaft für Thrombose und Hämostase (ISTH) konzentriert, nach denen „im verdachtsfall auf eine impfstoffgebundene Gerinnung die Behandlung mit einer Antikoagulation ohne Heparin “ eingeleitet werden sollte.

„Für die Behandlung von Verdachtsfällen (Thrombose mit Thrombozytopenie-Syndrom), insbesondere wenn keine lokale Leitlinie verfügbar ist, empfiehlt die Taskforce, dass medizinisches Fachpersonal die vorläufige Anleitung des ISTH in Betracht zieht“, so die EMA in ihrem Papier. (Quelle: The Guardian, 07.06.2021)


Indien lockert, Fälle zurückgegangen

Indien meldete am Sonntag 114.460 neue Coronavirus-Infektionen, den niedrigsten Stand seit zwei Monaten, während die Zahl der Todesopfer um 2.677 stieg. Inzwischen bereiten sich Teile des Landes darauf vor, die Bewegungsbeschränkungen zu lockern.

Neu-Delhi und andere Städte arbeiten daran, mehr Unternehmen den Betrieb zu ermöglichen und die Bewegungsregeln ab Montag zu lockern. Der westliche Bundesstaat Maharashtra, der prosperierendste Indiens, der in der zweiten Welle die meisten Infektionen erlitten hat, plant, eine im April verhängte strenge Sperrung schrittweise zu lockern. (Quelle: The Guardian, 07.06.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen (Ems) 12,8 (Freitag, 4.6. 9,1)
Meppen 8,5 (19,8)
Papenburg  18,5 (31,8)


Corona-Impfung: Wer kann sich wo und wann impfen lassen?

Am heutigen 7. Juni ist in Deutschland die bisher geltende Impf-Priorisierung generell aufgehoben worden. Alle Menschen ab zwölf Jahren können sich um einen Termin in Impfzentren, bei Haus- und Fachärzten sowie bei den Betriebsärzten bemühen. Allerdings soll es noch den Sommer über dauern, bis jedem und jeder ein Impfangebot gemacht werden kann. Wie kann man sich anmelden? Hierüber informiert der NDR im Netz:

Bislang steht deutschlandweit noch nicht genügend Impfstoff für alle bereit. Daher wurden von der Regierung zunächst drei Gruppen benannt, die zuerst geimpft werden sollten: höchste (1), hohe (2) und erhöhte Priorität (3). Im Mai beschlossen die Gesundheitsminister zunächst, die Vektor-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson von der Priorisierung auszunehmen. Nach Aufklärung durch den Arzt oder die Ärztin und individueller Risikoabwägung ist es damit jedem möglich, sich mit diesen Impfstoffen impfen zu lassen. Für die anderen Impfstoffe entfiel die Priorisierung generell am 7. Juni. Die Aufhebung gilt für Arztpraxen, Betriebsärzte und Impfzentren. Schleswig-Holstein und Hamburg gehen allerdings einen Sonderweg – dort wird die Impfpriorisierung in den Impfzentren vorerst beibehalten.

So setzten sich die Priorisierungsgruppen zusammen:

Wer gehört zur ersten Gruppe?

Wer gehört zur zweiten Gruppe?

Wer gehört zur dritten Gruppe?

Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, jedem Bundesbürger bis Ende des Sommers ein Impfangebot zu machen.

Beim sogenannten Impfgipfel am 27. Mai beschlossen Bund und Länder zudem, auch Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren ein Impfangebot bis Ende August zu machen. Voraussetzung ist, dass ein Impfstoff für diese Altersgruppe zur Verfügung steht. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) gab am 28. Mai dem Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren grünes Licht. Am 31. Mai erteilte die EU-Kommission die offizielle Zulassung. Es ist bislang der einzige für diese Altersgruppe freigegebene Impfstoff in der EU.

Nach dem Willen von Bund und Ländern können sich Kinder und Jugendliche damit seit dem 7. Juni um einen Impftermin insbesondere bei den niedergelassenen Ärzten bemühen. Den Ländern wird freigestellt, darüber hinaus Angebote etwa in den Impfzentren für diese Gruppe zu machen. Eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt es derzeit noch nicht. Klar ist: Voraussetzung für den Schulbesuch soll eine Impfung nicht werden.

Die Corona-Schutzimpfung ist für alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos.

Damit möglichst viele Menschen sich rasch impfen lassen können, sind in ganz Deutschland Impfzentren eingerichtet worden. Die ersten gingen Anfang des Jahres in Betrieb. Als Reaktion auf den schleppenden Beginn der Impfkampagne beschlossen Bund und Länder am 19. März, zusätzlich auch in Hausarztpraxen impfen zu lassen. Damit begannen die Bundesländer direkt nach Ostern. Zum 7. Juni wurden auch Betriebsärztinnen und -ärzte in die Impfkampagne einbezogen.

Am 7. Mai stimmte der Bundesrat Erleichterungen für vollständig Geimpfte und Genesene zu. Vollständig Geimpfte können sich damit wieder in unbegrenzter Personenzahl treffen. Zudem entfällt die Quarantänepflicht nach Kontakt zu Infizierten und die Testpflicht als Zugangsvoraussetzung beispielsweise beim Friseur. Allerdings müssen weiter eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen und Abstandsgebote geachtet werden. Um Betrug mit Impfpässen vorzubeugen, stellte der Bundesrat mit Beschluss vom 28. Mai das Fälschen von Impfausweisen unter Strafe. Europaweit soll es zudem künftig einen digitalen Impfpass geben, mit dem die Bürger ihren Impfstatus nachweisen können.

In Deutschland sind derzeit vier Impfstoffe für die Impfung zugelassen: Die sogenannten mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna und die Vektor-basierten Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson. Für eine vollständige Immunisierung gegen das Coronavirus sind bei den mRNA-Impfstoffen jeweils zwei Dosen notwendig, die nach der jüngsten Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) im Abstand von sechs Wochen gespritzt werden sollen. Beim Vektor-basierten AstraZeneca-Impfstoff soll die zweite Dosis laut Stiko-Empfehlung zwölf Wochen nach der ersten verabreicht werden. Beim Impfstoff von Johnson & Johnson ist für eine vollständige Immunisierung nur ein Piks nötig.

Nach Bekanntwerden vereinzelter schwerer Nebenwirkungen nach Impfungen mit dem Mittel von AstraZeneca beschlossen Bund und Länder, das Vakzin nur noch bei über 60-Jährigen einzusetzen. Jüngere sollen sich „nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung“ aber weiterhin damit impfen lassen können. Unter 60-Jährigen, die eine erste Dosis des Vakzins von AstraZeneca bereits erhalten haben, wird für den zweiten Piks ein mRNA-Impfstoff empfohlen. (Quelle: NDR, 07.06.21)


Niedersachsen: Impfpriorisierung aufgehoben

Die ersten Impfungen in Niedersachsen wurden am 27. Dezember 2020 durchgeführt. Mobile Impfteams besuchten zunächst vor allem Altenheime. Die ersten Impfzentren in Niedersachsen nahmen am 1. Februar ihren Betrieb auf. Für die Impfungen in den rund 50 Corona-Impfzentren des Bundeslandes gibt es ein zentrales Terminmanagement. Das Land richtete eine Hotline ein unter (0 800) 99 88 665 und betreibt ein Online-Impfportal. Wer einen Impftermin haben möchte, kann sich auf eine Warteliste setzen lassen.

Am 15. März 2021 startete die Terminvergabe für die zweite Priorisierungsgruppe. Seit dem 1. Mai war die Anmeldung unter anderem für die Beschäftigten aller Schulformen sowie für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und den Einsatzdienst der Feuerwehr geöffnet. Seit dem 10. Mai konnten in drei Stufen weitere Menschen der Priorisierungsgruppe 3 Termine für Impfungen mit allen zugelassenen Präparaten vereinbaren. Zum 7. Juni wurde die Impfpriorisierung in Niedersachsen aufgehoben, zu diesem Termin starteten auch die Betriebsärzte in die Impfkampagne. Bereits seit dem 6. April gibt es Impfungen auch in den Haus- und Facharztpraxen.

Alle weiteren Informationen zu Impfungen in Niedersachsen werden auf der Internetseite des Landes veröffentlicht. (Quelle: NDR, 07.06.21)


Überblick am Morgen

  • China hat in Shenzhen Massentests und Reisebeschränkungen wegen neuer Infektionsfälle angeornet, während das nahe gelegene Guangzhou weiterhin gegen den ersten Ausbruch der Delta-Variante des Landes kämpft.
  • Taiwan hat seine Beschränkungen bis Ende Juni verlängert; weiterhin treten täglich Hunderte neuer Fälle auf.
  • Die USA haben angekündigt, dass 750.000 Impfstoffdoesen an Taiwan zu spenden.
  • Großbritannien verzeichnete am Sonntag 5.341 Fälle, ein Anstieg von 2.101 am letzten Sonntag, als nur 3.111 Fälle gemeldet wurden.
  • Portugals Premierminister hat Großbritannien dafür kritisiert, dass es das iberische Land von der sog. Grünen Liste gestrichen hat, sodass Portugal-Reisende bei der Rückkehr ohne Quarantäne besuchen können.
  • Die britischen Minister sind „absolut offen“ für eine Verschiebung des Endes aller Beschränkungen am 21. Juni in England, wenn die Delta-Variante weiterhin exponentiell zunimmt, sagte der Gesundheitsminister.
  • Sonntag ist der erste Tag für 12-16-Jährige in Israel, sich impfen zu lassen, nachdem 55% der Bevölkerung im Land bisher zwei Dosen der mRNA-Impfstoffe erhalten haben.
  • Marokko wird seine Flughäfen ab dem 15. Juni wieder für den internationalen Verkehr öffnen, auch um die Rückkehr seiner im Ausland lebenden Staatsangehörigen zu erleichtern.
  • Mitglieder eines Senatsausschusses, der den Umgang mit der Pandemie in Brasilien untersucht, haben erklärt, dass das Fußballturnier der Copa America nicht inmitten des zweittödlichsten Ausbruchs der Welt stattfinden sollte und verschoben werden muss.
  • Ugandas Präsident Yoweri Museveni verhängte erneut einen strikten Lockdown, der die die Schließung von Schulen und die Aussetzung von Reisen zwischen den Bezirken umfasst. (Quelle: The Guardian, 07.06.21)

Niedersachsen und Corona

Am Montag, 7. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 54 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit gab es laut RKI innerhalb eines Tages keinen neuen Todesfall. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, liegt damit bei 5.663. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 259.459 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt auf 17,1 Fälle je 100.000 Einwohner (17,6 am Vortag). (Quelle: NDR, 07.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1117 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1978 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 24,3 an (Vortag: 24,7; Vorwoche: 35,1).

Das RKI wies allerdings in einem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am Donnerstag hin: „Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 22 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 36 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.701.484 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.542.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.244 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Sonntagabend bei 0,81 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 81 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 07.06.21)


Irland: Polizei nimmt Dutzende fest

Die Polizei in Irland hat Dutzende von Menschen bei Zusammenstößen in drei aufeinanderfolgenden Nächten mit lautstarken Menschenmassen festgenommen, was Zweifel an den Plänen der Regierung für einen „Sommer im Freien“ zur Eindämmung von Covid-19 aufkommen lässt.

Die Polizei nahm am Sonntagabend 14 Personen im Zentrum von Dublin und acht weitere in Cork fest, womit sich die Zahl der am Feiertagswochenende inhaftierten Personen auf mehr als 50 erhöht.

Jeden Abend hatten sich Menschenmassen friedlich unter freiem Himmel bei mildem Wetter getroffen; in der Folge kam es dann zu gewaltsamen Auseinandersetzungen junger Leute mit der Polizei, die Flaschen und andere Raketen warfen.

„Die Beamten trafe auf eine beträchtliche Anzahl von Gruppen Jugendlicher (Teenager wie  jüngere Erwachsene), die im Stadtzentrum herumlungerten und nicht an Essen im Freien / Geselligkeit beteiligt waren“, heißt es in einer Erklärung der Polizei.

Die irische Regierung hatte zuvor die Menschen ermutigt, sich im Freien zu treffen, um die Übertragung von Covid-19 zu reduzieren, doch die großen Treffe in den Innenstadtstraßen der Hauptstadt meist ohne Masken und ohne die Einhaltung von Abstandsregeln haben die Gesundheitsbehörden bestürzt, u.a. den irischen Gesundheitsminister Holohan.

 

Unternehmen in der Innenstadt beschwerten sich über Abfall, öffentliches Urinieren und eine einschüchternde Atmosphäre. Die Dubliner Behörden haben inzwischen versprochen, 150 Dixi-Toiletten und zusätzliche Abfallbehälter zu installieren.

Am heutigen Montag können Bars, Restaurants und Cafés den Außendienst wieder aufnehmen, was die Hoffnung weckt, dass dies die Straßenansammlungen reduzieren wird. Es ist Teil einer umfassenderen Entspannung, die die Wiedereröffnung von Fitnessstudios, Schwimmbädern und Kinos ermöglicht.(Quelle: The Guardioan, 07.06.21)


Slowakei startet Impfungen mit Sputnik V

Als zweites EU-Land nach Ungarn hat die Slowakei mit der Verabreichung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V begonnen. Als Erster erhielt ein Mann aus der Industriestadt Zilina die Spritze, wie der Sender TA3 am Montag berichtete. „Ich habe wirklich auf Sputnik gewartet“, sagte der Slowake, der in christlicher Pilgertracht erschien. Russland habe eine lange Tradition bei der Impfstoffentwicklung.

Die Slowakei setzt den Vektorimpfstoff trotz fehlender Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA ein. Ex-Regierungschef Igor Matovic hatte 200 000 Dosen des Wirkstoffs aus Russland gekauft. Die Kontroverse über seinen Alleingang trug zu seinem Sturz als Ministerpräsident bei. Der Impfstoff soll zunächst nur für Menschen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren verwendet werden. Das Angebot ist freiwillig.

Nach Medienberichten bleibt das Interesse an einem Impftermin mit Sputnik V bisher weit hinter den Erwartungen zurück. Matovic, der derzeit Finanzminister ist, machte dafür eine „niederträchtige Kampagne“ verantwortlich. In der Slowakei werden derzeit hauptsächlich die Impfstoffe von Pfizer-Biontech und Moderna verabreicht. Seit Beginn der Pandemie gab in dem Land mit knapp 5,5 Millionen Einwohnern mehr als 12.000 Corona-Todesfälle. (Quelle: TSP, 07.06.21)


Moderna – EU-Zulassung von Covid-Impfstoff für Kinder beantragt

Nun hat auch der US-Hersteller Moderna bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beantragt. Dies teilte das Unternehmen am Montag mit. Bisher darf in der EU nur das Vakzin von Biontech/Pfizer auch so jungen Menschen verabreicht werden. Moderna hat eine EU-Zulassung ab 18 Jahren.

Grundlage des Antrags sei eine Phase-2/3-Studie mit dem mRNA-1273 genannten Moderna-Impfstoff bei 2500 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren in den USA, teilte das Unternehmen mit. Die Wirksamkeit habe dabei bei 100 Prozent gelegen. Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil seien wie bei der Phase-3 Studie von Erwachsenen, hieß es weiter. Das Präparat werde „im Allgemeinen gut vertragen“.

Für Erwachsene hat der Moderna-Impfstoff bereits seit 6. Januar eine bedingte Marktzulassung in der Europäischen Union. Er wurde inzwischen millionenfach gespritzt. Die EU-Kommission hatte im Namen der 27 Mitgliedsstaaten zunächst 160 Millionen Dosen des Präparats geordert. Im Februar folgte dann ein zweiter Vertrag über bis zu 300 Millionen weitere Dosen. (Quelle: TSP, 07.06.21)


Altmaier rechnet pro Monat mit drei Millionen Impfungen durch Betriebsärzte

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht in der Einbeziehung der Betriebsärzte in die Impfkampagne einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus. „Das ist ein weiterer großer Fortschritt in der Impfstrategie. Die Betriebsärzte haben auf diesen Tag gewartet und sind bereit, heute loszulegen. Das wird nochmal einen deutlichen Unterschied machen“, sagte der CDU-Politiker am Montag im RTL/ntv-„Frühstart“. Diese Woche erhielten die Betriebsärzte rund 700.000 Impfdosen. Das sei eine beträchtliche Zahl. Sie werde wachsen, wenn sich das Impfen einspiele. Altmaier ging von rund drei Millionen Impfungen pro Monat durch Betriebsärzte bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Familienangehörigen aus.

Die Betriebsärzte starten an diesem Montag mit den Impfungen, laut Betriebsärzteverband haben rund 6300 Kollegen Impfstoff angefordert. In der ersten Woche sollen sie insgesamt 702.000 Dosen bekommen. Sie starten zunächst mit dem Präparat von Biontech/Pfizer. (Quelle: TSP, 07.06.21)


Hausärzte dämpfen Erwartung an Ende der Priorisierung

Die deutschen Hausärzte haben die Erwartungen an das Ende der Impfpriorisierung an diesem Montag gedämpft. „Denn letztlich ist der Impfstoff noch immer zu knapp für die hohe Nachfrage und wird auch weiterhin zu unzuverlässig geliefert“, sagte Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, den Zeitungen der Funde Mediengruppe. Gleichzeitig werde mit der Aufhebung der Priorisierung und der Ankündigung der Kinder- und Jugendimpfungen die Nachfrage noch zunehmen. „Aber das Setting wird das Gleiche bleiben: Wir impfen, so viel wir eben können.“

Um Enttäuschungen unter den Impfwilligen zu vermeiden, sollten sich die Ankündigungen der Politik künftig stärker an der tatsächlichen Umsetzbarkeit der Impfkampagne orientieren und weniger am beginnenden Bundestagswahlkampf, forderte Weigeldt. Für viele Kolleginnen und Kollegen werde der 7. Juni ein Tag wie viele andere seit Beginn der Impfkampagne sein.

Impfwillige können sich ab diesem Montag unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen Corona impfen lassen. In Deutschland können nun alle ab zwölf Jahren geimpft werden. Allerdings soll es den Sommer über dauern, bis für alle genug Impfstoff da ist.

Mehr als 45 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. Vielerorts dominieren derzeit die Zweitimpfungen, denn erst mehr als jede und jeder Fünfte hat den kompletten Impfschutz. (Quelle: TSP, 07.06.21)


Kommunen fürchten Frust mit Aufhebung der Impfpriorisierung

Die Aufhebung der Impfpriorisierung an diesem Montag wird nach Ansicht der deutschen Städte und Gemeinden bei vielen Menschen zu Ernüchterung führen. „Enttäuschung und Frust sind dabei vorprogrammiert, da nicht sofort ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der „Rheinischen Post“. „Frust und Enttäuschung werden sich noch verschärfen, da bis Mitte Juni 2021 – eventuell sogar bis Ende Juni – zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen keine Termine für Erstimpfungen in den Impfzentren zur Verfügung stehen werden.“

Impfwillige können sich ab Montag unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen Corona impfen lassen. In Deutschland können nun alle ab 12 Jahren geimpft werden. Mehr als 45 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. Vielerorts dominieren derzeit die Zweitimpfungen, denn erst mehr als jede und jeder Fünfte hat den kompletten Impfschutz.

Landsberg sagte, das bedeute allerdings auch, dass rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung immer noch auf einen Impftermin warte. „Gerade weil mit der Impfung neben dem Schutz der Gesundheit auch viele Freiheiten wie etwa Reisen ohne Test oder auch Zugang zu Veranstaltungen verbunden sind, werden sehr viele Menschen schnell einen Impftermin bekommen wollen.“ Dennoch sei die Aufhebung der Priorisierung richtig gewesen, nicht zuletzt im Hinblick auf die mit der Vergabe von Impfterminen verbundene Bürokratie. (Quelle: TSP, 07.06.21)


Spanien offen für geimpfte Reisende aus aller Welt

Spanien öffnet am Montag seine Grenzen für geimpfte Reisende aus aller Welt. Gegen das Coronavirus geimpfte Menschen „und ihre Familien“ seien im Land willkommen und zwar unabhängig von ihrem Herkunftsland, hatte die Regierung in Madrid Ende Mai erklärt. Auch ausländische Kreuzfahrtschiffe dürfen ab Montag wieder in spanischen Häfen anlegen.

Die Tourismusbranche des Landes setzt nach monatelangem Corona-Lockdown auf das Sommergeschäft. Die Regierung hofft in diesem Jahr auf 45 Millionen ausländische Besucher. Spanien ist nach Frankreich das zweitbeliebteste Reiseziel der Welt und verzeichnete 2019 nach offiziellen Angaben 83,5 Millionen ausländische Besucher. Im vergangenen Jahr brach die Zahl um 77 Prozent ein. (Quelle: TSP, 07.06.21)


Algarve: Briten reisen ab

Viele frustrierte Briten sind von der portugiesischen Algarve verfrüht abgereist, um eine Quarantäne-Regelung in ihrem Heimatland zu umgehen. Am Flughafen in Faro bildeten sich am Nachmittag lange Schlangen von Rückreisenden. Für Sonntag waren 55 Flüge nach Großbritannien mit einer Kapazität von mehr als 10.000 Sitzplätzen geplant. Laut dem portugiesischen Hotelverband AHP kam es außerdem zu vielen Stornierungen von Zimmern für den Sommer.
Portugal ist wie viele andere Urlaubsländer im Süden Europas auf die Touristen aus Großbritannien angewiesen. Großbritannien hatte wegen einer steigenden Zahl an Neuinfektionen Portugal wieder von der Liste der sicheren Reiseländer gestrichen. Ab kommender Woche droht den britischen Urlaubern nach der Heimreise eine zehntägige Quarantäne. (Quelle: TSP, 07.06.21)


Schauspielerin will sich nicht gegen Corona impfen lassen – und wird aus Drehbuch geschrieben

Das Drehbuch für den nächsten „Steirerkrimi“ wird wegen einer fehlenden Corona-Impfung einer Schauspielerin überarbeitet. Darstellerin Eva Herzig, die in der Krimireihe die Rolle einer Expertin der Spurensicherung hat, will sich nach eigenen Angaben nicht gegen Covid-19 impfen lassen – das Engagement der 48-Jährigen wurde daraufhin ausgesetzt. Der Österreichische Rundfunk (ORF) teilte am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: „Der Produzent hat seine Kopartner ORF und ARD von seiner Entscheidung, die Zusammenarbeit mit Eva Herzig zeitlich auszusetzen, informiert.“ Die Krimis sind auch im Ersten zu sehen.

Die Schauspielerin hatte sich im Mai zu dem Fall geäußert. Der „Bild am Sonntag“ sagte Herzig nun: „Diese Impfung ist mir noch zu unerforscht.“ Auf dpa-Anfrage betonte die Schauspielerin, wegen Berichten zu Nebenwirkungen und wegen möglicher Langzeitfolgen habe sie noch Zweifel zu Covid-Impfstoffen. „Deswegen ist das etwas, das ich mir nicht in meinen Körper injizieren lassen will.“ (Quelle: TSP, 07.06.21)


Mehr Kontrollen für Testzentren

Nach mutmaßlichem Betrug in Corona-Schnellteststellen sollen die Betreiber künftig weniger abrechnen können und strenger kontrolliert werden. Das sieht ein Eckpunktepapier des Bundesgesundheitsministeriums vor, das der SZ vorliegt.

Der Verdacht auf Testbetrug in großem Stil war durch eine Veröffentlichung von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung Ende Mai aufgekommen. Die abgerechneten Tests mehrerer von den Reportern beobachteter Stellen überstiegen demnach die Besucherzahl an einzelnen Tagen deutlich. Nun sollen die Betreiber von Teststellen für die Entnahme des Abstrichs nur noch acht Euro statt bisher 15 bei ärztlichen und zwölf Euro bei anderen Anbietern abrechnen können. Weil die Tests günstiger geworden sind, sollen sie nur noch pauschal mit drei statt mit bis zu zwölf Euro abgerechnet werden können.

Die Behörden der Länder und Kommunen sollen die Einhaltung der Standards und die Zuverlässigkeit der Stellen auch durch stichprobenartiges Aufsuchen prüfen. Behörden mit entsprechenden Einsatzkräften wie der Zoll sollen Amtshilfe leisten. Die für die Abrechnung zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen sollen die Abrechnungen gründlicher prüfen, mit Hilfe von Wirtschaftsprüfern auch stichprobenartig im Detail. Zudem sollen sich alle Anbieter von Bürgertests an die Corona-Warn-App anschließen müssen, sodass die Testergebnisse dort zu sehen sind.

Generelle Beauftragungen von Teststellen, wie sie mit so genannten Allgemeinverfügungen möglich waren, soll es nicht mehr geben. Gesundheitsämter sollen die Stellen nur noch einzeln beauftragen können. (Quelle: SZ, 06.06.2021)


Dresdner Studentenhochhaus: Weitere Delta-Erkrankte

Sieben weitere Bewohner des unter Quarantäne stehenden Hochhauses in Dresden sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das hätten die analysierten Proben von den 170 Bewohnern ergeben, teilte die Stadt am späten Samstagabend mit. Bei drei positiv Getesteten besteht zudem der Verdacht auf eine Infektion mit der sogenannten Delta-Variante, die zuerst in Indien festgestellt wurde. Die Ergebnisse müssen noch durch eine sogenannte Sequenzierung bestätigt werden. Ein Bewohner des Studentenwohnheims war am 1. Juni nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben – bei ihm besteht der Verdacht auf die als besonders ansteckend geltende Virusvariante.

Das Gesundheitsamt hatte am Donnerstagnachmittag Quarantäne für das gesamte Studentenwohnheim verhängt. Die Quarantäne bleibt nach Angaben der Stadt auch vorerst bestehen. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ermittelten nun, ob die negativ getesteten Bewohner tatsächlich keinen Kontakt zu Infizierten hatten. Erst dann könne nach und nach die Quarantäne für Einzelne aufgehoben werden, hieß es. (Quelle: FAZ, 06.06.21)


Britischer Minister legt sich nicht fest auf Lockdown-Ende am 21. Juni

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock will sich noch nicht festlegen, ob für den 21. Juni in Aussicht gestellte Lockerungen auch tatsächlich umgesetzt werden. „Es ist zu früh, um eine endgültige Entscheidung darüber zu fällen“, sagte Hancock dem Sender Sky News. „Der Premierminister (Boris Johnson), ich und das Team werden uns alle Daten in dieser Woche ansehen… Wir sagen zu diesem Zeitpunkt nicht ‚Nein‘ zum 21. Juni.“ (Quelle: TSP, 06.06.21)


Baden-Württemberg: Turnvereine verlieren Mitglieder

Die Turnvereine in Baden-Württemberg haben im Vergleich zum Vorjahr zahlreiche Mitglieder verloren. Nach Abschluss einer Bestandserhebung stehe ein Minus von rund 32.000 Mitgliedern im Vergleich zum Jahr 2020, teilte der Schwäbische Turnerbund (STB) am Sonntag mit. STB-Präsident Markus Frank macht die Politik und den monatelangen Lockdown für den massiven Rückgang verantwortlich. „Es hätte sicherlich schlimmer ausfallen können, allerdings ist ein Minus von rund 4,5 Prozent im Durchschnitt ein klares Zeichen, welchen Schaden die einschneidenden Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus im Sportsystem angerichtet haben“, sagte Frank. Besonders stark ist laut STB der Rückgang in der Altersgruppe von null bis sechs Jahren, wo 15.000 Mitglieder im Vergleich zum Vorjahr fehlten.

Lokal:
Der Kreissportbund Emsland hat bis zum 31.12.2020 in absoluten Zahlen keine Mitglieder verloren. Das teilte die Stadtverwaltung Lingen vor einigen Tagen im kommunalen Sportausschuss mit. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor. Die Frage (des Blogbetreibers), wie sich die Mitgliedschaft bei privaten Sporteinrichtungen zB Fitnessstudios darstelle, konnte die Verwaltung nicht beantworten. Dazu gebe es keine Zahlen, hieß es. (Quelle: FAZ, BN, 06.06.21)


Grafschafter Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Sonntag fünf Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Kreisgebiet. Das geht aus dem Corona-Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5.320, als genesen gelten derweil 5.127 Grafschafter. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 122. Der Inzidenzwert nach Angaben des Robert-Koch Institutes liegt am Sonntag bei 29,2 (Samstag: 30,6).
In Quarantäne befinden sich 192 Grafschafter, zwei mehr als noch am Vortag. Der Landkreis zählt am Sonntag 71 aktuell Infizierte mit dem Coronavirus (Samstag: 68). Die Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen im Kreisgebiet (in Klammern die Veränderung zum Vortag):

Bad Bentheim: 10 (0), Emlichheim: 8 (+1), Uelsen: 0 (0), Neuenhaus: 5 (+1), Wietmarschen: 0 (0), Nordhorn: 47 (+2) und Schüttorf 1 (-1).
(Quelle GN: 06.06.21)


Optimistischer Lauterbach: „Werden keinen Lockdown mehr brauchen, wenn…“
Skeptische Brinkmann: „Das kann ganz schnell gehen, auch im Sommer….“

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach räumte gegenüber der Rheinischen Post ein, dass die Delta-Variante deutlich gefährlicher sei. Die gute Nachricht sei aber, dass sie in Deutschland bisher weniger als zwei Prozent der Infektionen ausmache. „Wenn wir Superspreading verhindern, sind wir bei dieser Variante auf der sicheren Seite“, sagte Lauterbach. Daher sollten Innenräume von Restaurants, Hotels und bei Veranstaltungen nur für Geimpfte, Getestete oder Genesene zugänglich sein, forderte der SPD-Politiker. „Im Herbst kann es eine kleinere vierte Welle geben, aber wir werden keinen Lockdown mehr brauchen“, prognostizierte Lauterbach.

Die Virologin Melanie Brinkmann zeigte sich gegenüber derselben Zeitung allerdings besorgt über größere Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen, etwa in Fitnessstudios, beim Hallensport oder in der Innengastronomie. „Mir wird dabei ganz anders“, sagte sie der Rheinischen Post. Auf die Frage, ob eine vierte Welle noch in diesem Sommer komme, sagte sie: „Wenn es richtig schlecht läuft, dann schon.“ Auch trüge der Eindruck, dass Deutschland beim Impfen schon auf der sicheren Seite sei. Sie sei auch skeptisch, ob das Versprechen der Regierung, bis Ende des Sommers allen Bürgern ein Impfangebot zu machen, zu halten sei. Sieben-Tages-Inzidenzen von 100 Neuinfektionen je 100 000 Menschen halte sie für möglich. „Ich befürchte, das kann ganz schnell gehen, auch im Sommer.“ (Quelle: RP, 06.06.21)


Druck auf Spahn: 1 Milliarde Euro für miese Masken

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hält den Umgang von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit angeblich minderwertigen Coronamasken für menschenverachtend und fordert Konsequenzen. CDU-Chef Armin Laschet müsse „sich jetzt der Frage stellen, ob dieses skandalöse Vorgehen von Jens Spahn für eine Partei mit einem christlichen Etikett noch tragbar ist“, sagte Walter-Borjans der Bild am Sonntag. „Die Öffentlichkeit hat das Recht auf eine schnelle Antwort.«“

Der SPIEGEL hatte zuvor enthüllt, dass Spahns Ministerium Anfang 2020 für schätzungsweise eine Milliarde Euro unbrauchbare Masken gekauft hatte. Weil sie offenbar regulär nicht verteilt werden durften, wollten Spahns Leute sie demnach in Sonderaktionen an Hartz-IV-Empfänger, Behinderte und Obdachlose abgeben. Inzwischen sieht der Plan vor, die nutzlosen Masken in der Nationalen Reserve Gesundheitsschutz einzulagern. Von dort sollen sie nur in einem Katastrophenfall ausgegeben werden dürfen. Um sie verschwinden zu lassen, sollen sie nach Erreichen der Verfallszeit vernichtet werden.

Auch aus anderen Parteien gab es scharfe Kritik. Linkenchefin Janine Wissler legte Spahn kaum verhohlen den Rücktritt nahe. Sie nannte das Verhalten des Gesundheitsministeriums „menschenverachtend und abgründig«“. Es stelle sich die Frage: „Was sagt das über das Menschenbild von Jens Spahn aus, wenn er zulässt, dass minderwertige Masken an Hartz-IV-Bezieher, Obdachlose und Menschen mit Behinderung verteilt werden?“ Ein Minister, der bereit sei, diese vulnerablen Gruppen bewusst zu gefährden, „ist nicht tragbar“.

Der Gesundheitsexperte der FDP-Fraktion im Bundestag, Wieland Schinnenburg, sprach von einem „schwerwiegenden Vorgang“. Spahn müsse „entweder glaubhaft dementieren oder Konsequenzen ziehen“. Es sei unverständlich, „wie verantwortliche Politiker auf solche Ideen kommen können“.

(mehr und Quelle: SPIEGEL, 06.06.21)


Impfungen und Herzmuskelentzündungen

Berichte aus Israel über einen möglichen Zusammenhang zwischen seltenen Fällen von Herzmuskelentzündung (Myokarditis) und Corona-Impfungen sind aus Sicht eines deutschen Experten wenig überraschend und sollten für Geimpfte kein Grund zur Sorge sein. „Das kommt nicht unerwartet und beunruhigt mich nicht. Es geht um wenige Hundert Fälle einer Erkrankung mit meist mildem Verlauf bei insgesamt mehr als fünf Millionen Geimpften“, sagte der Kardiologe und Pharmakologe Thomas Meinertz.

Von anderen Impfungen sei bekannt, dass danach in seltenen Fällen Herzmuskelentzündungen auftreten könnten, ausgelöst durch eine überschießende Immunreaktion. Ob es sich bei den Fällen in Israel um eine solche Reaktion handelt, ist aber noch völlig offen. Meinertz weist auch auf die geschärfte Selbstwahrnehmung vieler Menschen nach einer Impfung hin. „Viele Patienten haben eine Erwartungshaltung und berichten dann zum Beispiel von Herzrhythmusstörungen“. Dabei handle es sich um das normale Grundrauschen, das nun bemerkt wird.

Die Erkrankung sei ohnehin bei Jüngeren häufiger als bei Älteren – und einen Beleg, dass sie nun tatsächlich bei Geimpften häufiger auftritt als eigentlich zu erwarten wäre, sieht Meinertz noch nicht. Eine Myokarditis könne nur mit einer Biopsie des Herzmuskels sicher diagnostiziert werden, sagte er. Bei den meist leichten Fällen in Israel sei sie suggestiv diagnostiziert worden, zum Beispiel anhand von Beschwerden wie Brustschmerz, mit Echokardiogramm, Laborwerten, mittels MRT oder EKG. „Das EKG gibt nur einen Hinweis.“

Die Berichte seien kein Anlass, die Corona-Impfung generell in Zweifel zu ziehen, sagte der Mediziner aus dem wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Aber sie stützen die derzeitige Zurückhaltung der Ständigen Impfkommission (Stiko), die bisher keine generelle Impfempfehlung für alle Kinder und Jugendlichen ausspricht. „Man muss sich bewusst sein, dass eine Impfung ein Eingriff ist.“

Für den Professor spricht trotz der Myokarditis-Fälle nichts dagegen, Kinder mit Vorerkrankungen zu impfen, die im Fall einer Corona-Infektion ein erhöhtes Risiko für Covid-19-Komplikationen haben. Der Nutzen der Impfung überwiege bei diesen Patienten das Risiko einer seltenen und wenig gefährlichen Nebenwirkung.

Ein Ausschuss des israelischen Gesundheitsministeriums hält eine Verbindung zwischen der Corona-Impfung, vor allem der zweiten Dosis, mit einer Herzmuskelentzündung für wahrscheinlich. Nach Untersuchung von 275 Fällen von Myokarditis zwischen Dezember 2020 und April 2021 kam das Expertenteam zu dieser Schlussfolgerung. In Israel wurde vor allem der Impfstoff von Biontech/Pfizer eingesetzt.

148 Fälle von Myokarditis seien in zeitlicher Nähe zu Impfungen aufgetreten – davon 27 Fälle von 5,4 Millionen, die eine erste Dosis erhalten haben, und 121 Fälle von gut fünf Millionen, die eine Zweitimpfung erhalten haben. Etwa die Hälfte der Myokarditis-Patienten litten den Angaben zufolge an Vorerkrankungen. (Quelle: FAZ. 06.06.21)



Kaum noch Corona-Verfahren beim OVG Niedersachsen

Die Flut von Verfahren vor dem niedersächsischen Oberverwaltungsgericht gegen die Corona-Verordnungen der Landesregierung ist mit den Lockerungen deutlich zurückgegangen. Derzeit beschäftigen den 13. Senat in Lüneburg drei Eil-Anträge, wie ein Sprecher des OVG mitteilte. Ein Betreiber aus dem Landkreis Osnabrück wendet sich gegen die grundsätzliche Schließung von Saunen und Thermen. Einen Antrag gibt es gegen die Testhäufigkeit im Allgemeinen. Ein Einzelhandelsunternehmen mit mehreren Filialen wendet sich gegen die Flächenbegrenzung mit der verringerten Anzahl von Kunden und die Testpflicht. Seit Beginn der Pandemie im April 2020 erreichten das OVG mehr als 500 Eil-, Hauptsache- und Beschwerdeverfahren nach erstinstanzlichen Entscheidungen der Verwaltungsgerichte. (Quelle: NDR, 06.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Sonntag, 6. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 128 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages vier Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.663. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 259.405 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt auf 17,6 Fälle je 100.000 Einwohner (19,0 am Vortag).

Nach dem Dashboard des RKI hat der Landkreis Emsland von Samstag auf Sonntag keine neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Zahl der Infizierten beträgt weiterhin 12.599, die Zahl der Toten 188. Innerhalb der letzten 7 Tage wurden 53 Neuinfektionen gemeldet; die 7-Tage-Inzidenz beträgt daher 16,2.

(Quelle: NDR, 06.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2440 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.04 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3852 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 24,7 an (Vortag: 26,3; Vorwoche: 35,2).

Das RKI wies allerdings in einem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am Donnerstag hin: „Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 74 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 56 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.700.367 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.538.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.222 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Samstagabend bei 0,84 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 84 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 06.06.21)


GEW kritisiert langsame Impfungen von Lehrer:innen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft bemängelt die Fortschritte bei der Impfung von Lehrerinnen und Lehrer. „Der Impffortschritt bei den Lehrerinnen und Lehrern ist immer noch zu langsam. Zwischen 40 und 60 Prozent sind – zumindest mit der ersten Dosis – geimpft.
Gerade bei den Lehrkräften, die zur PrioGruppe 3 gehören, mangelt es immer noch an Impfangeboten“,kritisiert die Vorsitzende der Gewerkschaft Marlis Tepe laut der Zeitung Bild am Sonntag. Die generelle Aufhebung der Impfpriorisierung dürfe nicht zu einer Verzögerung der Lehrerimpfungen führen.


Fußball-EM: Kein Public Viewing

Angesichts der Corona-Pandemie sind in deutschen Städten bislang keine großen Public-Viewing-Veranstaltungen zur Fußball-Europameisterschaft geplant. In Biergärten und Restaurants können Menschen das Turnier, das am Freitag (11. Juni) beginnt, jedoch an vielen Orten verfolgen. In Berlin vor dem Brandenburger Tor, wo bei vergangenen Turnieren Menschenmassen der deutschen Nationalmannschaft die Daumen drückten, wird es in diesem Jahr keine Fanmeile geben. Ein Sprecher des zuständigen Bezirksamtes Mitte sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass es keine Anträge für Public Viewing im Bezirk gegeben habe – auch nicht für das Brandenburger Tor.

Auch in vielen anderen Städten waren nach Angaben der Behörden keine großen Public-Viewing-Veranstaltungen geplant. In Hamburg wird es das normalerweise übliche große Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld nach Angaben der Wirtschaftsbehörde nicht geben. München, einziger deutscher Spielort bei dieser EM, hat sich dazu entschlossen, die Vorbereitungen für die geplante „Fan Zone“ im Münchner Olympiapark nicht weiter zu verfolgen.

Lokal gilt: In der Region an Ems und Vechte sind in den Mittelstädten Papenburg, Meppen, Lingen (Ems) und Nordhorn ebenfalls keine Public Viewing-Veranstaltungen bekannt.

Profitieren könnte davon die durch die Pandemie arg gebeutelte Gastronomie. Biergärten und Restaurants heißen zunehmend wieder Gäste willkommen. „Die Vorfreude von Gastronomen, Mitarbeitern und Gästen wächst“, sagte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Insbesondere Gaststätten mit Gärten oder Terrassen bereiten sich laut Hartges derzeit darauf vor, ihren Gästen, soweit es die geltenden Verordnungen und Abstandsgebote erlauben, attraktive Fußball-Erlebnisse zu bieten. Wie in den vergangenen Jahren würden Fernseher und Großleinwände aufgestellt. (Quelle: FAZ/ER, 06.06.21)


Intensivmediziner sehen Entlastung der Kliniken

Die Belastung in den Kliniken hat sich zuletzt aus Sicht der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) klar verbessert. „Auf den Stationen ist deutliche Entspannung zu spüren“, sagte der DIVI-Präsident Gernot Marx dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Corona-Krise sei „noch nicht geschafft, geht aber in die richtige Richtung“.

Diese Woche würden rund 2000 an Covid-19 erkrankte Patientinnen und Patienten behandelt – ein Stand, der laut Marx zuletzt Anfang November vergangenen Jahres gemeldet wurde. Die Intensivbetten seien aber weiterhin konstant ausgelastet, weil abgesagte Operationen nun nachgeholt werden müssten.

Das disziplinierte Verhalten der Menschen sowie die Impfkampagne und Bundesnotbremse hätten Wirkung gezeigt, sagte Marx. Er appellierte jedoch an die Bürger, weiterhin vorsichtig zu sein und warnte vor einer vierten Welle. „Wenn viele Menschen unvorsichtig werden, könnten sich im Herbst aber wieder mehr Infektionen ereignen“, sagte der DIVI-Präsident. „Das Risiko dafür, dass es erneut viele Schwerkranke und Todesfälle geben könnte, besteht weiterhin“, fügte er hinzu. (Quelle: TSP, 06.06.21)


SPD-Chef kritisiert Spahn wegen dessen Masken-Plänen

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hält den Umgang von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit angeblich minderwertigen Corona-Masken für menschenverachtend und fordert Konsequenzen. „(CDU-Chef) Armin Laschet muss sich jetzt der Frage stellen, ob dieses skandalöse Vorgehen von Jens Spahn für eine Partei mit einem christlichen Etikett noch tragbar ist“, sagte Walter-Borjans zu Bild am Sonntag. „Die Öffentlichkeit hat das Recht auf eine schnelle Antwort.“

Spahn steht nach einem Bericht des Magazins Spiegel über den Umgang mit angeblich minderwertigen Corona-Masken in der Kritik. Demnach sollten nach Plänen des Gesundheitsministeriums Masken, die nicht nach hohen Standards getestet worden seien, an Menschen mit Behinderung oder an Obdachlose gehen.
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) wies die Darstellung zurück, dass die Gefährdung von Menschen in Kauf genommen worden sei – auch von Angehörigen besonders vulnerabler Gruppen. „Das ist ein nicht akzeptabler Vorwurf, der von keinen Fakten gedeckt ist“, twitterte das BMG.
Walter-Borjans sagte der Zeitung: „Es ist unwürdig und menschenverachtend, wenn ein Gesundheitsminister Menschen in zwei Klassen einteilt, nämlich die mit Anspruch auf qualitätsgeprüfte Masken und die, für die absolut untaugliche Masken gut genug sind, um ihr Leben eben nicht zu schützen.“ „Wenn das einem Minister der SPD einfiele, wüssten wir, was zu tun ist.“

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt zeigte sich „erschüttert“ und erwartet „eine umgehende Erklärung vom Minister selbst“. Göring-Eckardt sagte der „Bild am Sonntag“: „Die Bundesregierung darf keinen Zweifel daran lassen, dass Leben und Gesundheit jedes Menschen gleichviel zählt und nicht aufs Spiel gesetzt wird, um eigene Fehler unter den Teppich zu kehren.“ (Quelle: FAZ, 06.06.21)


Enorme Schäden im deutschen Kunst- und Kultursektor

Die Corona-Pandemie hat im deutschen Kunst- und Kultursektor enorme Schäden hinterlassen. Das ergibt sich aus einem Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages. So habe die Kulturwirtschaft 2020 insgesamt dreimal größere Umsatzeinbußen hinnehmen müssen als die Kreativwirtschaft, heißt es. Die Umsätze seien dort um 19 Prozent zurückgegangen, während die der Kreativwirtschaft um sechs Prozent gefallen seien.

„Am gravierendsten waren die Teilmärkte Filmwirtschaft, Darstellende Kunst und Kunstmarkt betroffen, die auf das Umsatzniveau von vor 17 Jahren zurückgefallen sind“, so das Gutachten. „Insgesamt sind die Umsätze der Kultur- und Kreativwirtschaft um 22,4 Milliarden Euro zurückgegangen. Einzelne Teilbranchen wurden so auf ein Umsatzniveau zurückgeworfen, das so zuletzt vor dem Jahr 2003 erzielt wurde.“ Insgesamt sind laut Gutachten rund 260.000 Unternehmen und über 1,8 Millionen Erwerbstätige im Kultur- und Kreativsektor tätig.

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, kritisierte das Krisenmanagement der Bundesregierung. „Kultur ist nach 16 Monaten ein blinder Fleck in der Pandemiebekämpfung“, sagte er gegenüber RND. (Quelle: FAZ, 06.06.21)


Überblick zur Nacht

  • Die Handelsminister in der asiatisch-pazifischen Freihandelszone haben vereinbart, den Transit von Covid-19-Impfstoffen und verwandten Waren in Häfen zu beschleunigen.
  • Laut einer von AFP zusammengestellten Bilanz hat das Coronavirus seit Ausbruch des Ausbruchs im Dezember 2019 zum Tod von mindestens 3.714.923 Menschen geführt.
  • Italien erwartet einen Anstieg des Tourismus um 20 % gegenüber 2020, da die Reisebeschränkungen im Sommer nachlassen, sagte der italienische Tourismusverband.
  • Belgien beginnt ab nächsten Monat mit der Impfung von 16- bis 17-Jährigen.
  • Märkte und Einkaufszentren dürfen ab Montag in Neu-Delhi, Indien, teilweise wiedereröffnet werden, um die Coronavirus-Beschränkungen weiter zu lockern.
    NHS-Chef sagt, dass die Delta-Variante „nicht signifikant“ die Krankenhauszahlen in Bolton erhöht.
  • Kontakt-Tracer in Victoria (Australien) versuchen, die Quelle von zwei Covid-19-Fällen zu finden.
  • Der britische Premierminister Boris Johnson wird die Staats- und Regierungschefs des G7-Gipfels nächste Woche auffordern, sich dazu zu verpflichten, die ganze Welt „bis Ende 2022“ zu impfen. (Quelle: The Guardian, 06.06.21)

USA-Impfzahlen und die Unterschiede im Land

In den USA sind inzwischen mehr als 138 Millionen Menschen vollständig geimpft, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien über 371 Millionen Dosen ausgeliefert und etwa 300 Millionen verabreicht worden. Über 170 Millionen Menschen, also mehr als die Hälfte, seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben 328 Millionen Menschen.

Derweil geben Massachusetts und der Rest der Neuengland-Bundesstaaten, die am stärksten geimpfte Region der USA, dem Rest des Landes einen Blick in die Zukunft, wenn mehr Amerikaner geimpft werden.

In der Region sind Fälle, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle allmählich zurückgegangen, da mehr als 60 Prozent der Einwohner in allen sechs Gebieten mindestens eine Dosis des Impfstoffs erhalten haben, berichtet AP.

Im Vergleich dazu sind die südlichen Bundesstaaten Alabama, Louisiana und Mississippi mit rund 35 % am wenigsten geimpft, und die Zahl der Neuerkrankungen dort  im Allgemeinen höher als in den meisten Neuengland-Staaten.

Experten des öffentlichen Gesundheitswesens sagen jedoch, dass der Rest des Landes einige Ratschläge aus Neuengland annehmen könnte, da Präsident Joe Biden darauf drängt, bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli mindestens eine Impfstoffdosis an 70 Prozent der Erwachsenen zu verabreichen.

(Quelle: FAZ, 05.06.21)


Drosten: Virus könnte Ursprung in der Pelzindustrie haben

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht unter den verschiedenen Hypothesen zur Herkunft von Sars-CoV-2 den Weg über die Pelzindustrie als plausibelste an. „Ich habe dafür keinerlei Belege, außer die klar belegte Herkunft von Sars-1, und das hier ist ein Virus der gleichen Spezies. Viren der gleichen Spezies machen die gleichen Sachen und haben häufig die gleiche Herkunft“, sagte Drosten dem Schweizer Online-Magazin „Republik“. In den Jahren 2002 und 2003 hatte eine von China ausgehende Infektionswelle weltweit zu etwa 800 Todesopfern geführt. Die Erkrankung wurde Schweres Akutes Atemwegssyndrom (Sars) genannt. Der Ende 2019 erstmals nachgewiesene Erreger Sars-CoV-2 ist mit dem damaligen Virus sehr eng verwandt.

Beim ersten Sars-Virus seien die Übergangswirte Marderhunde und Schleichkatzen gewesen, sagte Drosten. „Das ist gesichert.“ In China würden Marderhunde nach wie vor in großem Stil in der Pelzindustrie verwendet. Dabei würden immer wieder auch wilde Marderhunde in die Zuchtbetriebe gebracht, die zuvor Fledermäuse – die als wahrscheinlichster Ursprung von Sars-CoV-2 gelten – gefressen haben können. „Marderhunden und Schleichkatzen wird lebendig das Fell über die Ohren gezogen“, erklärte der Charité-Virologe. Die stoßen Todesschreie aus und brüllen, und dabei kommen Aerosole zustande. Dabei kann sich dann der Mensch mit dem Virus anstecken.“

Für ihn sei überraschend gewesen, dass diese Zucht überhaupt noch einmal als möglicher Ausgangspunkt einer Pandemie infrage kommen würde – bis vor kurzem habe er „in der naiven Vorstellung“ gelebt, dass Schleichkatzen und Marderhunde als bekannte potenzielle Übergangswirte inzwischen kontrolliert würden. „Für mich war das eine abgeschlossene Geschichte. Ich dachte, dass diese Art von Tierhandel unterbunden worden sei und dass das nie wieder kommen würde. Und jetzt ist Sars zurückgekommen.“ (Quelle: TSP, 05.06.21)


Biontech und die Delta-Mutante

Ist Biontech gegen die Delta-Variante B.1.617 weniger wirksam sein? Eine neue Studie legt diesen Schluss nahe.

Der zweiten Biontech-Dosis könnte in Zukunft eine noch größere Bedeutung zukommen – denn sie scheint im Kampf gegen die Delta-Variante des Coronavirus besonders wichtig zu sein: Nach der ersten Biontech-Impfstoffdosis fällt die Antikörperreaktion bei der Delta-Variante viel geringer aus als beim Wildtyp. Wer also nur die erste Spritze erhalten hat, könnte womöglich bei der Delta-Variante im Vergleich zum Wildtyp oder auch der Beta-Varianten weniger geschützt sein.

Das geht aus einer neuen Studie hervor, die Forschende der Francis Crick Institute und des National Institute for Health Research UCLH Biomedical Research Centre in London an 250 Erwachsenen durchgeführt haben. Sie wurde jetzt im renommierten Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht.

Demnach wurden nach der ersten Impfung nur bei 32 Prozent der Studienteilnehmer:innen neutralisierende Antikörper in quantifizierbarer Menge gegen die Delta-Variante (Indien) gefunden. Die Antikörperreaktion gegen den Wildtyp lag dagegen bei 79 Prozent, gegen Alpha (Großbritannien) bei 50 Prozent und gegen Beta (Südafrika) bei 25 Prozent.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schreiben dazu: „Unsere Daten deuten darauf hin, dass die meisten Teilnehmer, die zwei Dosen von BNT162b2 erhalten haben, vor einer B.1.617.2-Infektion und damit verbundenen Krankheiten geschützt wären.“

Allerdings weisen sie auch darauf hin, dass die jeweiligen Antikörperspiegel allein keine Vorhersage über die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die Varianten zulassen. Um eine solche Aussage überprüfen zu können, seien größere Bevölkerungsstudien nötig.

Die neue Studie ist vor allem vor dem Hintergrund der Diskussion in Großbritannien relevant: Dort ist B.1.617.2 inzwischen zur dominanten Variante geworden. Aktuell wird daher im Vereinigten Königreich diskutiert, den Abstand zwischen zwei Impfungen zu verkürzen, um der neuen Variante, die zunächst in Indien nachgewiesen worden war, die Stirn zu bieten.

Die Weltgesundheitsbehörde WHO hat B.1.617.2 unter eine besondere Beobachtung gestellt. Sie sieht eine „signifikant erhöhte Übertragungsrate“ und ein „höheres Risiko für die Allgemeinheit“. (Quelle: TSP, 05.06.21)


Impfrekord in Italien – mehr als 600.000 Impfdosen an einem Tag verabreicht

Italien hat im Kampf gegen das Coronavirus einen Impfrekord verbucht: Mehr als 600.000 Impfdosen seien am Freitag verabreicht worden, teilten die Behörden am Samstag mit. Bei der Gesamtzahl der vollständig Geimpften liege Italien in der EU nun mit 12,7 Millionen Immunisierten auf dem zweiten Platz hinter Deutschland. Dies entspreche fast 24 Prozent der über Zwölfjährigen in Italien. Insgesamt wurden den Angaben zufolge landesweit inzwischen mehr als 37 Millionen Impfdosen verabreicht.

In Italien waren in den vergangenen Monaten hunderte neue Impfzentren eröffnet worden. Inzwischen gibt es 2666 solcher Einrichtungen, Anfang März waren es noch 1500. Rund 800 weitere Zentren sollen in den kommenden Wochen hinzukommen. (Quelle: TSP, 05.06.21)


Belgien will bald mit Impfungen für 16-und 17-Jährige starten

Belgien beginnt bald mit Regelimpfungen gegen das Coronavirus für Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren. „Ab Juli werden sie eine Einladung für die erste Dosis erhalten“, erklärten die Gesundheitsminister der verschiedenen Landesteile am Samstag. Vorgesehen sind demnach Injektionen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer, der bislang als einziger von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) für diese Altersgruppe zugelassen ist.

Die Impfung von Kindern unter 16 Jahren sei noch nicht vorgesehen, erklärten die belgischen Minister. Dafür seien „zusätzliche wissenschaftliche und ethische Analysen notwendig“.

Frankreich hatte diese Woche angekündigt, die Impfung für 12- bis 18-Jährige ab dem 15. Juni zu öffnen. Andere europäische Länder haben ähnliche Schritte unternommen. (Quelle: TSP, 05.06.21)


Kreuzfahrtschiff legt unter Protesten in Venedig ab

Unter lautstarken Protesten hat am Samstag nach gut eineinhalb Jahren wieder ein großes Kreuzfahrtschiff in Venedig abgelegt. In kleinen Booten auf dem Wasser, mit Fahnen und Spruchbändern passten die Demonstranten den Kreuzer ab. „Große Schiffe raus aus der Lagune“, skandierten die Menschen. Die Bewegung „No Grandi Navi“ (Keine großen Schiffe) hatte bereits Anfang der Woche zu den Protesten aufgerufen. Wegen der Corona-Pandemie hatte über Monate kein großes Kreuzfahrtschiff in der Weltkulturerbestadt angelegt.

Für Ärger hatte die Route des zur Mittelmeerkreuzfahrt aufgebrochenen Potts durch die Lagune gesorgt. Genau da wollen die Kreuzfahrt-Gegner die Schiffe nicht mehr haben. „Das hätte ein April-Scherz sein können“, schrieben „No Grandi Navi“ in ihrer Protest-Ankündigung mit Bezug auf ein Regelung, die am 1. April in Kraft trat. Darin veranlasste die Regierung in Rom einen Ideenwettbewerb, um Lösungsvorschläge für eine Anlegestelle außerhalb der Lagune zu sammeln. Konkrete Pläne liegen bislang noch nicht vor. (Quelle: TSP, 05.06.21)


Peinliche Anzeige: NRW wirbt für Impftermin-Buchung im Juni – dabei gibt es gar keine Termine

Eine Anzeigenkampagne der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen mit dem Titel „Im Juni: Impftermin buchen!“ ruft die Opposition auf den Plan. Die SPD im Düsseldorfer Landtag mutmaßt, dass man vergessen hat, die Anzeigen in diversen Tageszeitungen zu stornieren – da es zurzeit doch gar keine Möglichkeit zur Terminbuchung gebe.

Die SPD beruft sich auf eine Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums vom vergangenen Mittwoch, in der es hieß, dass es „auch ab dem 7. Juni 2021 zunächst keine Terminfenster in den Buchungsportalen der Kassenärztlichen Vereinigungen zur Verfügung gestellt“ würden. In der Anzeige dagegen steht „In den Tagen und Wochen ab dem 7. Juni kann nun jeder einen Termin für seine Impfung vereinbaren.“

In einer Kleinen Anfrage an die schwarz-gelbe Landesregierung will die SPD-Abgeordnete Lisa Kapteinat nun unter anderem wissen, was der Hintergrund der Anzeigen ist. SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty fragte via Twitter direkt: „Storno vergessen, @landnrw?“

(Quelle: TSP, 05.06.21)


Kulturrat alarmieren vor Einsparungen in Kulturbetrieben

Der Deutsche Kulturrat warnt vor Einsparungen im Kulturbetrieb in den nächsten Jahren. „Wir versuchen, den Parteien vor der Bundestagswahl das Versprechen abzuringen, dass sie nicht an der Kultur sparen“, sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Ich mache mir besondere Sorgen um die vielen Kommunen, die überschuldet sind. Die Kommunen nehmen deutlich weniger Geld ein, weil Gewerbesteuer fehlt. Das wird sich auf die kulturelle Infrastruktur auswirken.“

Gleichzeitig lobte Zimmermann das Engagement des Bundes und der Länder für die vom Lockdown betroffenen Kultureinrichtungen: „Ich schätze, dass in der Corona-Krise bis zu zehn Milliarden Euro zusätzlich in den Kulturbetrieb geflossen sind. Darum haben wir kein Massensterben von Kultureinrichtungen und Kulturbetrieben. Das ist ein großer Erfolg.“

Allerdings sei der Kulturbereich sehr krisenanfällig. „Wir müssen uns überlegen, wie der Kulturbereich für die Zeit nach der Pandemie krisenfester gemacht werden kann.“ (Quelle: FAZ, 05.06.21)


300 Menschen feiern in Tübingen – mehrere Auseinandersetzungen

Wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln hat die Polizei in Tübingen eine Ansammlung von etwa 300 Menschen aufgelöst. Die Menschen tranken Alkohol und versetzten sich „mehr und mehr in Feierlaune“, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Als die Beamten die Gruppen aufforderten, nach Hause zu gehen, wurden sie den Angaben nach beschimpft. Bei der Räumung in der Nacht zum Samstag seien auch zwei Flaschen in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden. Beamte nahmen den mutmaßlichen Täter fest.

In der Nacht kam es auch zu mehreren Auseinandersetzungen. Dabei seien elf Menschen verletzt worden. Nach einer Schlägerei wollten Beamte einen Mann festnehmen. Daraufhin solidarisierten sich mehrere Menschen mit dem Verdächtigen und griffen die Beamten an, hieß es von der Polizei. Dabei wurden den Angaben nach vier Polizisten leicht verletzt. Einer habe seinen Dienst nicht fortsetzen können. (Quelle: TSO, 05.06.21)


Grafschafter-Zahlen

Der Landkreis Grafschaft Bentheim verzeichnet am Samstag sechs Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Kreisgebiet, das geht aus dem Corona-Dashboard der Kreisverwaltung hervor. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5315, als genesen gelten derweil 5125 Grafschafter. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 122.
Der Sieben-Tage-Inzidenzwert nach Angaben des Robert Koch-Institut liegt am Samstag bei 30,6, am Freitag lag der Wert noch bei 29,2.

In Quarantäne befinden sich am Samstag 192 Grafschafter, zwei mehr als noch am Vortag. Dem Landkreis sind 68 aktuell Infizierte bekannt (Freitag: 71). Die Fälle verteilen sich folgendermaßen auf die Kommunen in der grafschaft Bentheim  (in Klammern die Veränderung zum Vortag):

  • Bad Bentheim: 10 (0)
  • Emlichheim: 7 (0)
  • Uelsen: 0 (0)
  • Neuenhaus: 4 (+1)
  • Wietmarschen: 0 (0)
  • Nordhorn: 45 (-4)
  • Schüttorf: 2 (0)

(Quelle: GN, 05.06.21)


Emsland-Zahlen

Am Wochenende und an Feiertagen gibt der Landkreis Emsland keine aktuellen Zahlen bekannt. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jedoch diejenigen Corona-Zahlen, die ihm vom Landkreis übermittelt worden sind. Diese Übersicht stammt von heute 05.Juni 2021 – Stand 8.00 Uhr.

Die aktuelle Anzahl der Gesamtinfizierten am heutigen Tage mit 12.599 angegeben. Am gestrigen Tag hat das Robert Koch- Institut die Gesamtzahl der Infizierten mit 12.595 angegeben. Somit gab es rechnerisch 4 neue Infektion bzw. neue positive Testungen. Die 7-Tagesinzidenz liegt aktuell bei 16,8. Ob diese Anzahl so bleibt und bestätigt wird, können wir leider erst am Montag mitteilen. Dann wird der Landkreis erneut aktuelle Zahlen bekannt geben. (Quelle: Nordnews, 05.06.21)


Deutsche Bahn: Buchungen nehmen deutlich zu
„Trend zu klimafreundlichen Reisen“

Nach einem starken Rückgang in der Corona-Pandemie sind die Fahrgastzahlen bei der Deutschen Bahn seit dem Pfingstwochenende wieder gestiegen. „Wir hatten zuletzt trotz der Kontaktbeschränkungen viel Zuspruch“, sagte Bahn-Chef Richard Lutz den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). Der Pfingstverkehr sei bereits wieder „rege“ gewesen und seither würden die Buchungszahlen deutlich anziehen. „Man spürt, dass die Menschen raus wollen, wenn die Möglichkeit dazu besteht.“

Trotz der Corona-Pandemie hat der Staatskonzern sein Angebot weitgehend aufrecht erhalten, die Züge blieben jedoch zeitweise nahezu leer. Die Bahn leide darunter, dass die Pandemie länger dauere und die Erholung später komme als erwartet, sagte Lutz. „Kurzfristig sind unsere Einbußen höher als prognostiziert.“

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bahn dem Bericht zufolge einen Verlust von 5,7 Milliarden Euro eingefahren. Der Bund unterstützt das Unternehmen mit direkten und indirekten Corona-Hilfen in Höhe von rund fünf Milliarden Euro. Für den Sommer rechnet Lutz mit einer weiteren Zunahme an Reisenden: „Die Vorfreude darauf ist überall bei der DB zu spüren“, sagte er den Zeitungen. Er zeigte sich auch zuversichtlich, dass die Geschäftsreisenden wieder in die Züge zurückkehren. „Bald wird es wieder Messen und Kongresse geben. Und dann werden sich viele Geschäftsreisende überlegen, ob sie mit dem Flugzeug oder der Bahn anreisen“, sagte Lutz unter Verweis auf einen deutlichen Trend zum klimafreundlichen Reisen. (Quelle: FAZ, 05.06.21)



RKI: Niedrigste Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 26,3 an (Vortag: 29,7; Vorwoche: 37,5). Am niedrigsten ist die Inzidenz derzeit in Mecklenburg-Vorpommern mit 9,4. Der höchste Wert ist im Saarland mit 31,5 zu finden. Unter der Landkreisen gibt es mit Hildburghausen in Thüringen nur noch einen, der eine Inzidenz von über 100 aufweist. Die meisten Landkreise befinden sich bei der Sieben-Tage-Inzidenz inzwischen unter dem Wert von 50; viele sogar unter 30. (Quelle RKI, 05.06.21)


Filmfestspiele Berlin: Bund stützt mit 10 Mio

Die coronabedingt geteilten Filmfestspiele in Berlin muss der Bund in diesem Jahr mit rund zehn Millionen Euro zusätzlich finanzieren. „Wir haben schon im Winter, als der zweite Lockdown auf einem Höhepunkt war und wir nicht wissen konnten, was wann wieder möglich sein würde, eine zweistellige Millionensumme reserviert“, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Die Berlinale sei das erste solche Festival weltweit, das wieder an den Start gehe. „Das ist uns auch finanziell große Anstrengungen wert. Wir möchten damit ein starkes kultur- und filmpolitisches Signal setzen und den Neustart der Kulturbranche sichtbar machen“, sagte die CDU-Politikerin. Die genaue Summe lässt sich noch nicht beziffern.

Wegen der Pandemie wurden die Filmfestspiele in Berlin geteilt – im März konnten Fachleute online Filme schauen, nun ist von Mittwoch an ein öffentliches Festival unter freiem Himmel geplant. Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals.

Die Festspiele finanzieren sich in der Regel zu einem Drittel vom Bund mit derzeit 10,3 Millionen Euro. Ebenfalls ein Drittel bringt sonst der Ticketverkauf – im vergangenen Jahr waren es etwa 330 000 Eintrittskarten. Die restlichen Einnahmen sichern Sponsoren. Die Berlinale kann 2021 nur rund 60.000 Tickets verkaufen. Auch beim Sponsoren-Anteil sind erhebliche Rückgänge einkalkuliert. (Quelle: FAZ, 05.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Sonnabend, 5. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 149 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages sieben Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.659. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 259.277 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt auf 19,0 Fälle je 100.000 Einwohner (22,1 am Vortag). (Quelle: NDR, 05.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2.294 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 122 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 5.426 Neuinfektionen und 163 neue Todesfälle verzeichnet.

Diese Zahlen bilden nur das Infektionsgeschehen eines einzelnen Tages ab. Durch Nachmeldungen und Verzögerungen in der Meldekette bis zum RKI – zum Beispiel wird am Wochenende oder nach Feiertagen (wie aufgrund Fronleichnam in dieser Woche in zahlreichen Bundesländern) weniger getestet – unterliegt die Zahl der neu dazugekommenen Corona-Infektionen großen Schwankungen.Aussagekräftiger ist deshalb , so das ZDF, der 7-Tage-Schnitt mit Daten von Risklayer und Mitarbeitern des Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die mehrmals täglich Zahlen direkt aus Veröffentlichungen der Gesundheitsämter der Städte und Kreise beziehen: Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.697.927 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 05.06., 05:31 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert stieg leicht auf 0,88. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. (Quelle: RKI, ZDF 05.06.21)


Mediziner erwarten gefährliche Variante in Deutschland

Intensivmediziner rechnen damit, dass sich die zunächst in Indien entdeckte „Delta-Variante“ des Coronavirus in Deutschland durchsetzen wird. „Der große Unsicherheitsfaktor ist gerade die neue Mutation B.1.617.2, die noch ansteckender als die derzeit dominierende Variante B.1.1.7 sein soll. Schrittweise wird sich deshalb auch in den nächsten Wochen diese neue Mutation durchsetzen“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, der „Rheinischen Post“. Wenn die Menschen unvorsichtig würden, könnten die Infektionszahlen wieder hochschnellen. „Dann ist eine vierte Welle möglich“, warnte Marx. Die Intensivmedizin sei auf dieses Szenario aber vorbereitet.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach räumte in derselben Zeitung ein, dass die Delta-Variante deutlich gefährlicher sei. Die gute Nachricht sei aber, dass sie in Deutschland bisher weniger als zwei Prozent der Infektionen ausmache. „Wenn wir Superspreading verhindern, sind wir bei dieser Variante auf der sicheren Seite“, sagte Lauterbach. Daher sollten Innenräume von Restaurants, Hotels und bei Veranstaltungen nur für Geimpfte, Getestete oder Genesene zugänglich sein, forderte der SPD-Politiker. „Im Herbst kann es eine kleinere vierte Welle geben, aber wir werden keinen Lockdown mehr brauchen“, prognostizierte Lauterbach.

Die Virologin Melanie Brinkmann zeigte sich besorgt über größere Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen, etwa in Fitnessstudios, beim Hallensport oder in der Innengastronomie. „Mir wird dabei ganz anders“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Auf die Frage, ob eine vierte Welle noch in diesem Sommer komme, sagte sie: „Wenn es richtig schlecht läuft, dann schon.“ Auch trüge der Eindruck, dass Deutschland beim Impfen schon auf der sicheren Seite sei. Sie sei auch skeptisch, ob das Versprechen der Regierung, bis Ende des Sommers allen Bürgern ein Impfangebot zu machen, zu halten sei. Sieben-Tages-Inzidenzen von 100 Neuinfektionen je 100 000 Menschen halte sie für möglich. „Ich befürchte, das kann ganz schnell gehen, auch im Sommer.“ (Quelle: TSP, 5.06.21)


Linke fordert als Konsequenz kleiner Klassen

Die Linke fordert als Konsequenz aus dem Corona-bedingten Wechselunterricht kleinere Grundschulklassen. Die kleineren Lerngruppen als Notlösung in der Pandemie seien von den Kindern positiv wahrgenommen worden, sagte Linke-Chefin Janine Wissler den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Das Lernen fällt leichter, Inklusion funktioniert besser und Wohlbefinden ist höher“, befand Wissler. Sie schlug eine Klassengröße von 15 Kindern pro Grundschulklasse vor. Das sei nicht sofort erreichbar, aber auch nicht utopisch. Haupthindernis sei der Mangel an Lehrern. Daher sei ein bundesweites Programm für mehr Lehramtsstudienplätze und die Umwandlung von befristeten in sichere Stellen notwendig.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek setzt auf regulären Unterricht im kommenden Schuljahr. Dies müsse zentrales Ziel der Politik sein, sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Alle für Schulen Verantwortlichen sollten bereits jetzt beginnen, Konzepte für diesen möglichst regulären Schulbetrieb nach den Sommerferien erarbeiten.“ Die Ministerin wies zugleich darauf hin, dass in der EU zwar einen Impfstoff für über 12-Jährige zugelassen sei. Allerdings werde es auch im Herbst keinen Impfstoff für die Grundschüler geben. „Daher müssen wir alle Vorarbeiten angehen, um auch für die Grundschüler den Präsenzunterricht im neuen Schuljahr zu ermöglichen“. Vor diesem Hintergrund fördere die Bundesregierung den Einbau von Lüftungsanlagen, was jetzt gerade den Grundschulen nutzen könne.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht forderte die Bundesländer ebenfalls auf, nach den Sommerferien vollen Präsenzunterricht an Schulen sicherzustellen. „Nach den Sommerferien muss es wieder Schulunterricht in Präsenz geben“, sagte die SPD-Politikerin der „Bild“-Zeitung. „Lehrer werden sich im Regelfall nicht weigern können, ab Herbst in Präsenz zu unterrichten“, stellte Lambrecht weiter klar. Denn bis dahin hätten alle Lehrer ein Impfangebot bekommen. Die Ministerin versicherte zugleich, dass die Impfung für Kinder ab zwölf Jahren „keine Voraussetzung für Präsenzunterricht, Kinderfreizeiten, Sportverein, Schwimmbad“ sei. (Quelle: FAZ, 05.06,.21)


Weltweit mehr als 172 Millionen Infizierte und 3,8 Millionen Tote

Weltweit haben sich inzwischen mehr als 172,37 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Grundlage offizieller Daten. Danach starben mehr als 3,8 Millionen Menschen in Zusammenhang mit dem Virus, seit es im Dezember 2019 erstmals im chinesischen Wuhan nachgewiesen wurde. Die USA weisen mit fast 600.000 die meisten Todesfälle auf. Dort wurden gut 33,5 Millionen Infektionen nachgewiesen – ebenfalls weltweit der höchste Wert. Indien liegt bei den Fallzahlen an zweiter Stelle, Brasilien an dritter. Das südamerikanische Land weist jedoch mehr Todesfälle auf als Indien.
(Quelle: ZDF, 05.06.21)


Einige Bundesländer bleiben bei Priorisierung

Trotz der generellen Öffnung der Corona-Impfungen für alle an diesem Montag halten einige Bundesländer in ihren Impfzentren am Vorrang für Risikogruppen fest. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Bayern soll die Priorisierung dort vorerst bestehen bleiben. In Bremen arbeiten die Impfzentren die Vorranglisten zunächst weiter ab. Im Saarland sollen Menschen der bisherigen Priorisierungsgruppen dort nach wie vor vorrangig bei Terminen bedacht werden. In den übrigen Ländern endet auch in den Impfzentren die bisherige Impfreihenfolge.

In den Arztpraxen fällt die Priorisierung bundesweit am Montag weg, wie Bund und Länder vereinbart hatten. Den Ländern ist es dem Beschluss zufolge aber „unbenommen, die Priorisierung im Rahmen der ihnen zugewiesenen Impfstoffdosen aufrechtzuerhalten“.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte, dass nur wenige Länder die Priorisierung in den Zentren aufrecht erhalten. „Auf die niedergelassenen Ärzte kann niemand verzichten“, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. „Doch es gibt Millionen Menschen, die keinen festen Hausarzt haben.“ Nicht zu vergessen sei, dass die Teams der Zentren auch bei zusätzlichen Impfangeboten in Corona-Hotspots gefordert sind. „Massenimpfangebote in Kirchen, Moscheen, Sportanlagen oder Bürgerhäusern wären sonst kurzfristig kaum möglich.“

Die feste Reihenfolge war seit Beginn der Corona-Impfungen eingeführt worden, um angesichts noch knappen Impfstoffes einen Vorrang für besonders gefährdete Menschen zu sichern. Dazu gehörten in drei Gruppen Menschen ab 80 Jahre, dann ab 70 und ab 60 sowie mit chronischen Erkrankungen und in bestimmten wichtigen Berufen. (Quelle: TSP, 5.06.21)


Überblick zur Nacht

  • Die Uefa führt derzeit Gespräche mit der britischen Regierung, um die Quarantänebeschränkungen für ausländische Unterstützer für die K.o.-Phase der EM 2020 zu lockern.
  • Die brasilianische Gesundheitsbehörde Anvisa empfiehlt, an jegliche Zulassung des russischen Covid-19-Impfstoffs Sputnik V Bedingungen zu knüpfen.
  • Der Direktor des US-amerikanischen Zentrums für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten CDC hat Jugendliche aufgefordert, sich impfen zu lassen. Neue Daten hätten gezeigt, dass jeder dritte Teenager, der aufgrund des Virus ins Krankenhaus eingeliefert wurde, Anfang dieses Jahres auf die Intensivstation musste.
  • Argentinien und Serbien haben offiziell mit der Produktion des russischen Sputnik-V-Impfstoffs begonnen.
  • In Belgien wird innerhalb des nächsten Monats eine Richterin im Rechtsstreit zwischen der EU und AstraZeneca über nicht erfolgte Lieferungen vn Covid-19-Impfstoffdosen an die Europäische Union entscheiden.
  • United Airlines will diesen Sommer weitere Flüge nach Paris anbieten, nachdem die französische Regierung  angekündigt hatte, Frankreich  wieder für geimpfte Reisende aus den USA zu öffnen.
  • Ín Mexiko sollen 1-Millionen-Dosen des Johnson & Johnson-Impfstoffs verwenden, um bevorzugt Menschen entlang der Grenze zu den USA zu impfen.
    (Quelle: The Guardian, 05.06.21)

Brasilien-Update

Brasilien hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Landes am Freitag offiziell 1.454 neue Tote im Zusammenhang mit Coronaviren registriert und 37.936 neue Infektionsfälle gemeldet

Das Land weist jetzt insgesamt 470.842 Todesfälle und 16,84 Millionen bestätigte Fälle auf. Die täglichen Todesfälle sind seit dem zweiten Höhepunkt der zweiten Welle des Landes im April erheblich zurückgegangen, bleiben aber im historischen Vergleich hoch. (Quelle: The Guardian, 05.06.21)


GB beschleunigt Impfprogramm „aus Sorge vor Delta-Variante“

Aus Sorge vor der Delta-Variante will Großbritannien einem Medienbericht zufolge sein Impfprogramm beschleunigen. Menschen über 40 Jahre sollen ihre zweite Impfung innerhalb von acht Wochen nach der ersten Dosis erhalten, berichtet der „Telegraph“. Der übliche Abstand zwischen erster und zweiter Impfung beträgt in der Regel zwölf Wochen mit dem Vakzin von AstraZeneca. Personen, die älter sind als 25 Jahre, sollen bereits ab kommender Woche ein Impfangebot erhalten.

Großbritannien hatte zuletzt mehr als 6000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet. Die Virus-Mutante Delta, die zuerst in Indien auftrat, ist in Großbritannien mittlerweile dominant.
(Quelle: FAZ, 05.06.21)


USA-Update

In den USA sind inzwischen mehr als 137 Millionen Menschen vollständig geimpft, wie die Seuchenbehörden CDC mitteilten. Insgesamt seien über 369 Millionen Dosen ausgeliefert und etwa 299 Millionen verabreicht worden. Knapp 170 Millionen Menschen der 329 Millionen Einwohner sind demnach mindestens einmal geimpft worden. (Quelle: FAZ, 05.06.21)


Spanien hebt PCR-Testpflicht bei Einreise auf

Ab Montag können Reisende auch ohne den bisher obligatorischen PCR-Test nach Spanien einreisen. Ein Antigentest, ein Nachweis einer vollständigen Impfung oder einer Genesung von einer Corona-Erkrankung reiche dann aus, teilte das spanische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Das erleichtert auch Reisen zu der bei Deutschen beliebten Urlauberinsel Mallorca, da jetzt bei Hin- und Rückflug ein negativer Antigentest ausreicht. Dieser ist schneller und deutlich günstiger. „Spanien ist ein sicheres Reiseziel und wir haben alle Voraussetzungen, um unsere führende Stellung im internationalen Tourismus bald wiederzuerlangen“, betonte Gesundheitsministerin Carolina Darias in einer Pressemitteilung.

Die Ministerin begründete die Lockerung mit der „erfolgreichen“ Impfkampagne. „Jeden Tag machen wir einen Schritt Richtung Normalität“, betonte sie. Von den 47 Millionen Spaniern sind bisher 10 Millionen vollständig geimpft, wie Regierungschef Pedro Sánchez auf Twitter schrieb. 19 Millionen Menschen hätten mindestens eine Corona-Impfung erhalten, schrieb die Zeitung „El País“. Die Infektionszahlen sind in den vergangenen Wochen stark gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt derzeit landesweit etwa 55, auf den Balearen liegt sie sogar bei nur 19. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Überblick am Abend

  • Der russische Präsident Wladimir Putin hat behauptet, Europa habe den russischen Covid-Impfstoff wegen eines „Kampfes um Geld“ nur langsam genehmigt und kommerzielle Interessen würden über das Wohl der europäischen Bürger gestellt.
  • Die Schweiz will ab kommender  Woche mit der Verteilung von „Covid-19-Zertifikaten“ an Personen beginnen, die geimpft, negativ getestet oder von einer Infektion genesen sind, um das Reisen in Europa zu erleichtern, teilte die Regierung mit.
  • Der führende US-Gesundheitsbeamte Dr. Anthony Fauci hat China aufgefordert, die Krankenakten aller Mitarbeiter des Wuhan-Labors freizugeben, deren Beschwerden wichtige Hinweise darauf geben könnten, ob Covid-19 erstmals als Folge eines Laborlecks aufgetreten ist.
  • Spanien hat als vorläufig letztes Land angekündigt, vor Beginn des neuen Schuljahres im September allen zwischen 12 und 17 Jahren Covid-19-Impfstoffe anbieten zu wollen.
  • Die Zahl der CoViD19-Patienten auf Intensivstationen hat in Frankreich den tiefsten Stand im Jahr 2021 erreicht. Sie fiel unter das Niveau, das nach dem Ende der zweiten Sperrung des Landes im November erreicht wurde.
  • Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock sagte, die Impfung von Kindern in Großbritannien habe Vorrang vor der Abgabe von Impfstoffdosen an andere Länder zur Anwendung bei gefährdeteren Menschen haben –  weniger als einen Monat nachdem Premier Boris Johnson ein Ende eines uneinigen Ansatzes zur Bekämpfung der Pandemie gefordert und gesagt hatte, dass die Staaten den Versuchungen des Nationalismus widerstehen. müssten
  • Japan hat nach Taiwan 1,24 Millionen Dosen des Coronavirus-Impfstoffs von AstraZeneca kostenlos geliefert, weil das Land keine Verwendung für den Impfstoff habe, nachdem  international Bedenken wegen möglicher Blutgerinnseln geäußert wurden.
  • Ein hochrangiger japanischer Offizieller hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) kritisierte und behauptet, Tokio werde trotz des weit verbreiteten öffentlichen Widerstands „in die Enge getrieben“, die Olympischen Spiele durchzuführen.
  • Ein neunjähriger asiatischer Löwe ist in einem staatlichen Zoo am Rande der südindischen Stadt Chennai am Coronavirus gestorben, sagte der Zoo. Das Tier sei das jüngste einer Handvoll Löwen, von dem bekannt ist, dass es dem Virus erlegen ist. (Quelle: The Guardian, 04.02.21)


G7-Gesundheitsminister wollen „besser zusammenarbeiten“

Die Gesundheitsminister der G7-Staaten haben sich zum Abschluss ihres Treffens in Oxford auf eine bessere Zusammenarbeit bei künftigen Pandemien verständigt. „Durch gemeinsame Anstrengungen von Staaten, Wissenschaft und Industrie soll es im Falle einer nächsten Pandemie gelingen, dass bereits nach 100 Tagen erstens bezahlbare Tests breit verfügbar sind, zweitens die erste Produktion von Impfstoffen starten kann und drittens Studien für Medikamente begonnen haben“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag.

Auf eine schnellere Auslieferung von Corona-Impfstoffen an ärmere Länder konnten sich die Minister der sieben führenden Industrienationen nicht einigen. Dies solle „so schnell wie möglich“ geschehen, bekräftigten sie lediglich. Spahn betonte: „Wir wollen die Welt impfen, aus humanitären Gründen, aber auch in unserem ureigenen nationalen Interesse.“ Eine hohe Impfquote im eigenen Land helfe wenig, „wenn sich das Virus auf anderen Kontinenten weiter verbreitet und mutiert und dann doch wieder zu uns kommt“. Das Treffen in Oxford fand im Vorfeld des G7-Gipfels mit den Staats- und Regierungschefs in Cornwall kommende Woche statt. Dazu wird auch US-Präsident Joe Biden auf seiner ersten Auslandsreise nach dem Amtsantritt erwartet. Die USA hatten am Donnerstag angekündigt, drei Viertel der 80 Millionen Corona-Impfdosen, die als Spende vorgesehen sind, über die internationale Covax-Initiative zu verteilen. (Quelle: FAZ, 04.06.21)


Weitere Lockerungen ab Mittwoch in Belgien

Die belgische Regierung hat für kommende Woche weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen angekündigt. Einen Monat nach der Öffnung ihrer Außenbereiche dürfen Cafés und Restaurants ihre Kunden ab kommenden Mittwoch auch wieder in geschlossenen Räumen bedienen, gleichzeitig dürfen sie wieder bis 23.30 Uhr öffnen, wie Regierungschef Alexander De Croo am Freitag nach Regierungsberatungen bekanntgab.

Ab dem 9. Juni dürfen Kinos, Sporthallen und Saunas wieder öffnen, wenn sie sich an bestimmte Belüftungsregeln halten, gleichzeitig wird die Besucherzahl bei Shows oder Sportveranstaltungen – ebenfalls unter Corona-Auflagen – deutlich erhöht. Die Menschen dürfen wieder zu Hause bis zu vier Gäste empfangen. Ab kommenden Mittwoch ist zudem wieder ein Bürotag pro Woche erlaubt.

Reiserückkehrer aus roten Zonen müssen laut De Croo künftig nicht mehr in Quarantäne, wenn sie vollständig geimpft sind, einen weniger als 72 Stunden alten PCR-Test vorweisen können oder ein Attest, dass sie von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind. Allerdings gilt bei der Rückkehr aus Ländern mit starker Verbreitung neuer Corona-Varianten weiterhin eine zehntägige Quarantäne. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Koalition einig über Verlängerung der „epidemischen Lage“

Die Koalitionsfraktionen wollen trotz sinkender Corona-Zahlen die Sonderbefugnisse des Bundes nach Juni um drei Monate verlängern. „Wir sind uns innerhalb der Koalition einig, noch einmal für drei Monate eine epidemische Lage nationaler Tragweite festzustellen“, sagte Unionsfraktionsvize Thorsten Frei (CDU) der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“: „Dies wird nächste Woche im Bundestag geschehen.“

Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, sagte den Zeitungen: „Wir als SPD können uns eine Verlängerung der epidemischen Lage bis September vorstellen, aber nicht etwa bis Jahresende.“

Zuvor hatte Regierungssprecher Steffen Seibert erklärt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) es für sinnvoll halte, dass die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ verlängert werde. Er verwies zugleich darauf, dass die Entscheidung darüber Sache des Bundestages ist. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Abrechnungsbetrug in Schnelltestzentren: Festnahme und U-Haft

Im Fall um mutmaßlichen Betrug in Schnelltestzentren hat es in Bochum zwei Festnahmen gegeben. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Einer der beiden Festgenommenen sitzt demnach wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs in Untersuchungshaft. Bei einem zweiten Tatverdächtigen sei U-Haft beantragt, sagte Staatsanwalt Timo Dörffer der dpa. ie „WAZ“ hatte zuvor berichtet. Demnach handele es sich bei einem der Festgenommenen um einen der Betreiber der Zentren.

Nach Recherchen von SZ, NDR und WDR lädt das System zum Abrechnungsbetrug ein, da eine Kontrolle der angegebenen Kosten fehle. Stichproben hätten etwa an einer Teststelle in Köln ergeben, dass statt 70 wirklich genommener Proben fast 1000 abgerechnet worden seien. Ähnliches hätten Stichproben unter anderem in Essen und in Münster zutage gefördert. Der Bericht verweist auf mangelnde Kontrollmöglichkeiten seitens der Behörden. (Quelle: FAZ, 04.06.21)


USA schicken eine Million Impfdosen für Militär nach Südkorea

Die USA haben eine große Corona-Impfstoff-Spende für das südkoreanische Militär auf den Weg gebracht. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, schrieb am Freitag auf Twitter, eine Million Dosen des Präparats von Johnson & Johnson seien unterwegs nach Südkorea. Damit werde die Sicherheit und Einsatzbereitschaft von südkoreanischen und amerikanischen Truppen sichergestellt. Der Impfstoff von Johnson & Johnson entfaltet seine volle Wirkung bereits nach einer Dosis.

US-Präsident Joe Biden hatte Ende Mai bei einem Besuch seines südkoreanischen Kollegen Moon Jae In in Washington in Aussicht gestellt, der Regierung in Seoul Impfstoff für das dortige Militär zur Verfügung zu stellen. Dabei gehe es um rund 550.000 Soldaten. Biden sagte, dies sei auch im Interesse der Tausenden US-Soldaten, die in Südkorea stationiert seien.

(Quelle: TSP, 04.06.21)


Ausweisnummer bei Corona-Test nicht erforderlich

Die Angabe von Personal- oder Reisepassnummer ist beim Corona-Bürgertest im Testzentrum nicht nötig. Dafür werde keine generelle Erfordernis gesehen, erklärte ein Sprecher von Berlins Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, Maja Smoltczyk, gegenüber „netzpolitik.org“. Immer wieder komme es vor, dass Anbieter von sogenannten Bürgertests auch diese Information abfragen, obwohl dies für die Zuordnung des Test zu einer Person nicht erforderlich sei.

Anders verhält es sich im Einzelfall bei verpflichtenden und kostenpflichtigen PCR-Tests, etwa vor einer Reise. Hier könne die Zuordnung eines Testergebnisses zu einer konkreten Person mittels der Dokumentennummer sinnvoll und rechtens sein, so „netzpolitik.org“. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Mexiko will Impfungen in US-Grenzgebiet vorantreiben

Mexiko will gespendeten Impfstoff aus den USA an der gemeinsamen Grenze einsetzen, um diese möglichst bald wieder öffnen zu können. Die USA haben angekündigt, 25 Millionen Impfdosen an andere Länder zu spenden – der südliche Nachbar soll davon gut eine Million Dosen des Vakzins von Johnson & Johnson bekommen. Damit will Mexiko zunächst ein Drittel der Menschen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren impfen, die in den Gemeinden an der US-Grenze leben, wie Außenminister Marcelo Ebrard am Freitag mitteilte. Insgesamt leben im Grenzgebiet auf mexikanischer Seite rund 7,75 Millionen Menschen.

Die rund 3200 Kilometer lange Grenze zwischen den Nachbarn ist für den nicht-essenziellen Landverkehr seit dem 21. März 2020 wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Das hat laut Ebrard sehr schwere Auswirkungen auf Wirtschaft, Handel und Personenverkehr gehabt. Auf der mexikanischen Seite der Grenze gibt es viele Montagebetriebe für den Export in die USA – Mexikos wichtigsten Handelspartner. Zudem arbeiten oder studieren Tausende Menschen, die dort leben, in den USA. Der Flugverkehr zwischen den beiden Nachbarn wurde in der Pandemie nie unterbrochen. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Corona-Verdacht bei toter Löwin

Eine Löwin ist in einem indischen Zoo gestorben, nachdem sie zuvor positiv auf Corona getestet worden war. Auch weitere Löwen im Arignar Anna Zoological Park in der Stadt Chennai seien positiv getestet worden, teilten die indische Nachrichtenagentur IANS und andere indische Medien unter Berufung auf eine Mitteilung des Zoos am Freitag mit. Demnach sei die verstorbene Löwin Neela asymptomatisch gewesen und habe lediglich kurz vor ihrem Tod am Donnerstag Nasensekret gezeigt. Andere Löwen in dem Zoo hätten teils gehustet und den Appetit verloren. Weitere Proben seien an Labore geschickt worden, die kranken Tiere würden behandelt. Ihre Tierpflegerinnen und Tierpfleger seien gegen Corona geimpft und trügen zudem Schutzanzüge, hieß es. (Foto: Löwe (m), pixabay; Quelle: TSP, 04.06.21)


DFB lädt 150 Mitarbeiter von Impfzentren zum Länderspiel ein

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) lädt bei der EM-Generalprobe am Dienstag gegen Lettland 150 Beschäftigte von Impfzentren in die Düsseldorfer Arena ein. „Die Möglichkeit zu schaffen, Beschäftigten, die seit fast 100 Tagen mit der Bekämpfung des Coronavirus beauftragt sind und pro Öffnungstag bis zu 4500 Impfungen absolvieren, mit einem Besuch des Länderspiels eine kleine Geste des Dankes zu überreichen, finde ich großartig“, sagte der Düsseldorfer Stadtdirektor und Krisenstabsleiter Burkhard Hintzsche.

Ein rund 8000 Quadratmeter großer Teil der Arena wird derzeit auf zwei Ebenen als Impfzentrum genutzt. Aus diesem Grund hatte es dieser Tage einen Termin zwischen dem Impfzentrum und dem DFB gegeben, um sich abzustimmen. Der Betrieb des Impfzentrums soll am Spieltag wie geplant weiterlaufen. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Booking zahlt Corona-Hilfen zurück

Nach scharfer Kritik an der Entlohnung seiner Chefs zahlt der US-Reiseanbieter Booking 110 Millionen Dollar staatliche Corona-Beihilfen zurück. Allein 78 Millionen Dollar davon gingen zurück an die Niederlande, den Sitz der größten Booking-Tochter, teilte der Konzern am Freitag mit. Politiker in Den Haag hatten kritisiert, dass Booking-Chef Glenn Fogel 2020 mit 7,1 Millionen Dollar und Finanzchef David Goulden mit 24 Millionen Dollar entlohnt wurden.

Booking erklärte zwar, diese vor allem über Aktienoptionen gewährten Zahlungen seien in der Branche üblich und weitgehend an die künftige Geschäftsentwicklung gekoppelt. Man habe aber die Stimmen aus den Niederlanden gehört und ernst genommen, sagte eine Sprecherin. Booking sei der Regierung für die Unterstützung dankbar, die bei der Sicherung von Arbeitsplätzen helfe, und freue sich auf die weitere Zusammenarbeit.
Booking hatte im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 12,5 Milliarden Dollar hinnehmen müssen, nach 6,6 Milliarden Dollar Gewinn im Jahr zuvor. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Serbien startet mit Produktion von Sputnik V

Als erstes europäisches Land mit Ausnahme von Russland und Belarus startet Serbien mit der Produktion des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. Kremlchef Wladimir Putin und er wollten am Freitagnachmittag per Videolink mitverfolgen, wie die ersten Impffläschchen im Belgrader Virologieinstitut Torlak abgefüllt würden, sagte Präsident Aleksandar Vucic vor Journalisten.

Schon in wenigen Tagen könne Serbien seinen Bürgern, „aber auch den Menschen in der Region, in Europa und der ganzen Welt“, Impfdosen anbieten. Ein ähnliches Projekt sei mit dem Vakzin des chinesischen Herstellers Sinopharm geplant.

Nach Behördenangaben sollen innerhalb von sechs Monaten vier Millionen Dosen des russischen Impfstoffs in Serbien produziert werden. Sputnik V ist inzwischen in über 65 Ländern zugelassen, hat aber noch kein grünes Licht in der EU und den USA. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Putin appelliert an Impfbereitschaft seiner Landsleute

Angesichts der stockenden Impfkampagne in Russland hat Präsident Wladimir Putin an die Impfbereitschaft seiner Landsleute appelliert. „Jeder erwachsene Bürger Russlands hat die Möglichkeit, kostenlos geimpft zu werden“, sagte Putin am Freitag beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg und warb für den russischen Corona-Impfstoff. Moskau sei zudem darauf vorbereitet, Besucher aus dem Ausland gegen Bezahlung impfen zu lassen.

Russische Behörden hätten im Zusammenhang mit der Schutzimpfung keinen einzigen Todesfall registriert, sagte Putin. Der 68-Jährige wies darauf hin, dass er selbst geimpft sei und die Nebenwirkungen gering gewesen seien.

Nach offiziellen Angaben sind knapp elf Millionen Russen vollständig gegen Corona geimpft, das sind rund acht Prozent der Bevölkerung. Laut einer Umfrage des unabhängigen Lewada-Instituts vom April wollen sich mehr als 60 Prozent der Befragte nicht impfen lassen. Nach Angaben der Website Gogow, die Zahlen aus zahlreichen Medien zusammengetragen hat, haben landesweit bis Mitte Mai 10,5 Millionen Russen beide Dosen eines Corona-Vakzins erhalten. (Quelle: TSP, 04.06.21)


NRW: 37 Häftlinge im Gefängnis Werl infiziert

Im Gefängnis in Werl hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. 37 der mehr als 1000 Häftlinge seien betroffen, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Justizministeriums am Freitag. Nach Angaben von Anstaltssprecherin Verona Voigt rechnet die Gefängnisleitung mit weiteren Fällen. Die Betroffenen Insassen wurden in eine Quarantänestation auf dem Gelände verlegt. Die Kapazitätsgrenzen seien aber noch längst nicht erreicht. Im Haus 2 könnten mehrere Ebenen für die Quarantäne genutzt werden, erklärte Voigt. Über den Ausbruch in Werl hatte zuvor der „Soester Anzeiger“ online berichtet.

Nach Angaben des Justizministeriums sind die Gefängnisse im Land bislang nur in geringem Maße betroffen. Zuletzt hatte es Ende Mai 17 positiv getestete Häftlinge in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Münster gegeben. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Italienische Regionen vor weiteren Lockerungen

Wegen der sich bessernden Corona-Lage in Italien stehen für weitere Regionen deutliche Lockerungen bevor. Gesundheitsminister Roberto Speranza wollte am Freitag eine Anordnung unterzeichnen, wonach die Regionen Abruzzen und Umbrien in Mittelitalien sowie Ligurien und Venetien im Norden sogenannte Weiße Zonen würden, wie sein Ministerium in Rom mitteilte. Damit gelten ab Montag in 7 der rund 20 Regionen die lockersten Corona-Regeln.

Dann entfällt etwa die nächtliche Ausgangssperre, die derzeit im Rest des Landes um 23 Uhr beginnt, und ab Montag erst um Mitternacht. Zudem dürfen in Restaurants innen und außen mehr Gäste an einem Tisch sitzen. Überall gilt weiter die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung.

In ihrem wöchentlichen Corona-Lagebericht rechneten die Gesundheitsexperten vor, dass ganz Italien bis Mitte Juni zur Weißen Zone werden könnte, wenn sich die Situation wie derzeit weiter verbessere. Bei allem Optimismus mahnten sie jedoch, vorsichtig zu bleiben. Dem Bericht zufolge wurden in den vergangenen sieben Tagen landesweit durchschnittlich 32 Infektionen je 100.000 Einwohner registriert. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Keine Quarantäne mehr für Deutsche in Dänemark

Reisende aus Deutschland müssen in Dänemark von Samstagnachmittag an nicht mehr in Quarantäne. Dies gilt auch für Dänen, die von einer Deutschlandreise zurückkehren.
„Deutschland öffnet sich wieder für uns“, sagte Außenminister Jeppe Kofod am Freitag. Ein negativer Corona-Test wird aber weiter verlangt. Die neue Regel tritt am Samstag um 16.00 Uhr in Kraft. Zuletzt mussten deutsche Dänemark-Urlauber entweder geimpft sein oder nach der Einreise in Quarantäne gehen.

Auch von Reisen nach Italien, Österreich, Ruanda und der Slowakei sowie einigen Regionen in Griechenland, Kroatien und der Schweiz rät das dänische Außenministerium nicht mehr ab. Wie in Deutschland sind die Infektionszahlen auch hier zuletzt gesunken. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Sicherheitslücke bei Schnelltestanbieter in München und Berlin

Durch eine Sicherheitslücke in der Software eines Corona-Schnelltestanbieters mit Stationen in München und Berlin konnten Unbefugte auf Testergebnisse und andere sensible Daten zugreifen. Entdeckt wurde die Schwachstelle durch das Hackerkollektiv „Zerforschung“. Der betroffene Anbieter, die MyDerma GmbH mit Sitz in Berlin, teilte am Freitag mit, die „mögliche Schwachstelle“ habe einige Tage lang bestanden, sei aber, „wie wir sehen können, von niemandem genutzt“ worden.

Nach Angaben des Hackerkollektivs waren rund 17.500 Testergebnisse des Berliner Anbieters von der Sicherheitslücke betroffen. Wie viele davon aus der Münchner Station kamen, wisse man nicht, hieß es von der Gruppe auf Nachfrage. Unter anderem seien aber Namen, Adressen und Telefonnummern „mit vertretbarem Aufwand“ zugänglich gewesen. Eine solche Sicherheitslücke habe man auch bei drei weiteren Anbietern in Berlin und im Großraum Ravensburg gefunden. Der Umgang der Firmen mit Gesundheitsdaten sei „extrem verantwortungslos“.

Die MyDerma GmbH betonte dagegen, bis auf die Hackergruppe habe niemand Zugang zu den Daten gehabt: „Entsprechend sind auch keine Daten in die Hände unbefugter Dritter gelangt.“ Das verwendete System weise nun aber „eine nochmals deutlich höhere Sicherheitsstufe“ auf, teilte die Firma mit. Details nannte sie dazu nicht. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Gleich wieder Party am Ballermann nach Aufhebung der Ausgangssperre

Urlauber und Einheimische auf Mallorca haben in der Nacht zum Freitag das von der Justiz angeordnete vorzeitige Ende der nächtlichen Ausgangssperre feuchtfröhlich gefeiert. Wie auf Aufnahmen des TV-Senders IB3 zu sehen ist, kam es an der Playa de Palma zu Trinkgelagen und größeren Menschenansammlungen. Eigentlich sollte die nächtliche Ausgangssperre auf der bei deutschen Urlaubern beliebten Baleareninsel erst in der Nacht zu Sonntag enden. Doch Spaniens Oberster Gerichtshof hatte die Sperrstunde sowie die Beschränkung der Personenzahl bei privaten Treffen am Donnerstag für gesetzwidrig erklärt. Beide Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie waren sofort außer Kraft gesetzt.

Hunderte Menschen versammelten sich am Balneario 6, dem berüchtigten Ballermann, aber auch in der britischen Urlauberhochburg Magaluf zu großen Partys mit viel Alkohol. Wie die Fernsehbilder zeigen, wurden weder Mindestabstand noch die weiterhin geltende Maskenpflicht groß eingehalten. Die Polizei traf kurz nach Mitternacht ein, schritt aber kaum ein. Die meisten Feiernden ließen sich von dem Blaulicht der Streifenwagen ohnehin nicht stören.

Es „war eine Machtdemonstration des Partyvolks“, kommentierte der Ballermann-Experte Ingo Wohlfeil in der „Mallorca Zeitung“ und äußerte die Befürchtung, dass die Bilder in Deutschland auf Kritik stoßen könnten. Bereits im vergangenen August hatten Bilder von wilden Partys an der Playa de Palma Unmut in der Bundesregierung ausgelöst, die die Balearen-Politiker dazu zwang, die sogenannte Bier- und Schinkenstraße zu schließen. Die Polizei kündigte für das Wochenende bereits schärfere Kontrollen an.

Die Corona-Zahlen sind auch in Spanien angesichts der voranschreitenden Impfkampagne kontinuierlich zurückgegangen. Sie stagnieren bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von derzeit landesweit etwa 55. Auf den Balearen beträgt die Inzidenz sogar nur 19. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Italien und Tschechien ab Sonntag keine Corona-Risikogebiete mehr

Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag Italien, Tschechien und weite Teile Österreichs von der Liste der Risikogebiete. Das gilt auch für einige der beliebtesten Urlaubsgebiete Kroatiens, 8 von 26 Schweizer Kantonen sowie für die französische Insel Korsika, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte. Hinzu kommen einige Überseegebiete Frankreichs und der Niederlande sowie der Vatikan. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten. Nur Flugpassagiere müssen bei Einreise noch einen negativen Test vorweisen.

Gelockert werden die Einreisebeschränkungen auch für die Türkei, Schweden und Litauen. Diese drei Länder werden vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet zurückgestuft. Damit entfällt die generelle Quarantänepflicht von fünf bis zehn Tagen bei Einreise nach Deutschland. Wer einen negativen Test vorweisen kann, muss sich nicht mehr selbst isolieren.

Als Hochinzidenzgebiete werden in der Regel Länder eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche (Sieben-Tage-Inzidenz) über 200 liegt. Als Risikogebiete gelten weiterhin mehr als 100 Länder mit einer Inzidenz über 50.

Neu auf der Liste der Risikogebiete sind nur zwei Regionen in Norwegen. Es wird aber ein weiteres Land in die höchste Risikokategorie eingestuft: Uruguay wird zum Virusvariantengebiet mit besonders ansteckenden oder gefährlichen Mutationen des Coronavirus. Damit gelten ab Sonntag für das kleine südamerikanische Land drastische Einreisebeschränkungen. Aus Virusvariantengebiete dürfen nur deutsche Staatsbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland mit Flugzeug, Bahn oder Bus einreisen. Und sie müssen dann für 14 Tage in Quarantäne, die auch nicht durch einen negativen Test verkürzt werden kann.

Mit den neuen Einstufungen sinkt die Zahl der weltweit als Hochinzidenzgebiete eingestuften Länder von 28 auf 24, die der Virusvariantengebiete steigt von 12 auf 13. Es gibt weiterhin mehr als 100 Länder, die ganz oder teilweise als einfache Risikogebiete eingestuft sind.

Für alle diese Länder gilt auch weiterhin eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für Touristen. Aber auch für alle anderen Länder rät das Ministerium weiterhin von touristischen Reisen ab. (Quelle: TSP, 04.06.21)


(Nach 6 Monaten: Erst
Ein Fünftel der Deutschen vollständig gegen Corona geimpft  

In Deutschland hat knaopp sechs Monate nach Beginn der Impfkampagne erst ein Fünftel der Menschen den vollen Impfschutz gegen das Coronavirus erhalten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (Stand: 11.10 Uhr) sind 45 Prozent der Deutschen (37,4 Millionen Menschen) mindestens einmal geimpft worden, 20,1 Prozent (16,7 Millionen Menschen) sind vollständig geimpft. Demnach sind bislang insgesamt 53,4 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Am Donnerstag wurden laut RKI 614 111 Dosen gespritzt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb am Freitag auf Twitter: „Dank dieses Fortschritts können wir ab Montag die Prio. aufheben – auch wenn wir noch einige Wochen Geduld miteinander brauchen, bis alle, die wollen, geimpft sein werden.“ Am Montag soll die Impfpriorisierung in ganz Deutschland aufgehoben werden, in einigen Bundesländern auch schon etwas früher.

Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote.Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet das Saarland mit 48,3 Prozent. Sachsen liegt mit 40 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Während das Saarland auch bei der Berücksichtigung aller verabreichter Impfdosen beim Tempo an der Spitze liegt, läuft die Kampagne dem RKI zufolge in Brandenburg am langsamsten. Das östliche Bundesland hat aber von allen Ländern bislang auch die wenigsten Impfdosen erhalten.

Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Großbritannien erteilt Biontecht-Impfstoff Genehmigung ab zwölf Jahre

Großbritannien lässt den Impfstoff von Biontech/Pfizer nun auch ab zwölf Jahren zu. Nach sorgfältiger Prüfung von Daten klinischer Studien sei man zu dem Schluss gekommen, dass der Impfstoff bei 12- bis 15-Jährigen sicher sei und wirke, teilt die britische Arzneimittelaufsicht mit. „Der Nutzen überwiegt jedwede Risiken.“ Ob diese Altersgruppe nun in die Impfkampagne aufgenommen werde, müsse die Impfkommission entscheiden. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Bis zu 14.000 Zuschauer bei EM-Spielen in München erlaubt

Bei den Spielen der Fußball-Europameisterschaft in München dürfen bis zu 14.000 Fans ins Stadion in München. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagt, das entspreche 20 Prozent der Kapazität der Allianz-Arena. „Die Fußball-EM ist eine Sondersituation, die wir haben.“ Voraussetzung sei, dass alle Zuschauer negativ getestet seien und eine Maske trügen. Zuvor hatte schon die „Bild“-Zeitung über den Beschluss berichtet. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Geringes Interesse an Impfung mit Sputnik V in der Slowakei

An dem russischen Corona-Vakzin Sputnik V zeichnet sich in der Slowakei kurz vor dem Impfstart am Montag ein geringes Interesse ab. In den ersten drei Tagen seit Beginn der Registrierung hätten sich nur knapp 5300 Menschen für einen Sputnik-V-Impftermin angemeldet, berichtete die Zeitung „Dennik N“ am Freitag unter Berufung auf Behördenzahlen.

Der EU-Mitgliedstaat will den Vektorimpfstoff trotz fehlender Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA einsetzen. Der frühere Regierungschef und jetzige Finanzminister Igor Matovic hatte 200.000 Dosen des Wirkstoffs aus Russland gekauft, deren Haltbarkeit im Sommer ausläuft. Der Impfstoff soll zunächst nur für Menschen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren verwendet werden.

Matovic machte in einem Eintrag in den sozialen Medien eine „dreimonatige niederträchtige Kampagne“ gegen Sputnik V für das zurückhaltende Interesse der Bevölkerung verantwortlich. Er selbst wolle sich indes auch nicht damit impfen lassen. Er müsse als Minister viel reisen, die Sputnik-V-Impfung werde aber nicht von allen Ländern anerkannt, sagte er vor kurzem der Zeitung „Sme“. (Quelle: TSP, 04.06.21)


WHO: Deutschland und andere müssen Impfdosenspenden vorziehen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) appelliert an Deutschland und andere Länder, die versprochene Spende von Corona-Impfdosen für arme Länder vorzuziehen. Die Bundesregierung hat die Abgabe von 30 Millionen Dosen bis Ende des Jahres in Aussicht gestellt. Nötig sei der Impfstoff in ärmeren Ländern aber in den nächsten drei Monaten, sagte Bruce Aylward am Freitag in Genf. Er ist WHO-Koordinator für das Programm ACT Accelerator, das Corona-Impfstoffe, Diagnostika und Tests fördert.

Weltweit seien bislang rund zwei Milliarden Impfstoffdosen eingesetzt worden, 75 Prozent davon in nur zehn Ländern. Der Impf-Arm des ACT Accelerators, Covax, habe bislang 80 Millionen Dosen ausgeliefert, überwiegend an Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen. Covax wollte eigentlich die Beschaffung der Impfdosen für alle Länder übernehmen und für eine gerechte Verteilung sorgen.

Die WHO kritisiert, dass reiche Länder separate Verträge mit Impfstoffherstellern machten und einen Großteil der Produktion aufgekauft hätten. Deshalb komme Covax nicht an genügend Impfstoff. Eigentlich hätten bis Ende Mai 200 Millionen Dosen mehr ausgeliefert werden sollen. Während reiche Länder gesunde jüngere Menschen impfen, wartet in ärmeren Ländern selbst das Pflegepersonal vielerorts noch auf den lebensrettenden Impfstoff. „Menschen setzen ihr Leben aufs Spiel und sind nicht geschützt – das ist absurd“, sagte Aylward.

Insgesamt haben überwiegend westliche Länder rund 150 Millionen Dosen Impfstoff als Spende versprochen, allerdings meist „bis Ende des Jahres“. „Wir brauchen das doppelte, und wir brauchen es schneller“, sagte Aylward. Es müssten möglichst 250 Millionen Menschen in den nächsten drei Monaten geimpft werden können. Die WHO argumentiert: je schneller die Weltbevölkerung geimpft werde, desto besser werde die Gefahr gebannt, dass sich neue Varianten entwickeln, vor denen die bisherigen Impfstoffe möglicherweise nicht schützen.

Covax verhandele mit China über den Kauf von Impfstoffdosen der Hersteller Sinopharm und Sinovac, sagte Aylward. China habe bislang kein Angebot gemacht, Impfdosen zu spenden. (Quelle: TSP, 04.06.21)


„Spiegel“: Bund hält mehr als eine Millionen Biontech-Dosen zurück

Der Bund hält nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ rund 1,2 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech zurück. Demnach geht aus Aufstellungen des Bundesgesundheitsministeriums von Jens Spahn (CDU) hervor, dass Biontech für die laufende Woche rund 5,13 Millionen Dosen „Comirnaty“ an den Staat ausgeliefert hat. Das Ministerium stellt den Impfzentren der Länder und den Hausarztpraxen aber für diese Woche nur 3,92 Millionen Dosen bereit. Damit verzögert sich die Impfkampagne – vor allem bei den Erstimpfungen durch die Hausärzte.

Ursprünglich sollten die Praxen in dieser Woche Impfstoff für mehr als 3,3 Millionen Spritzen bereitgestellt bekommen. Tatsächlich sind es dem Bericht zufolge aber nur etwa 2,2 Millionen Portionen „Comirnaty“ – also 1,1 Millionen Dosen weniger für die Hausärzte. Bei den Impfzentren wurden rund 75.000 Dosen gekürzt.

Die Aufgabe des Bundesgesundheitsministeriums sei es, „die Mengen in die Arztpraxen so zu steuern, dass der Bedarf für Zweitimpfungen zu jedem Zeitpunkt gedeckt werden kann“, schrieb eine Ministeriumssprecherin auf eine „Spiegel“-Anfrage. In den kommenden drei Wochen müssten überproportional viele Zweitimpfungen durchgeführt werden. Der Bedarf an Zweitimpfungen müsse zwingend deutlich niedriger sein als die Gesamtmenge, die durch das Ministerium BMG in das Regelsystem überführt werde. Die Liefermenge von Biontech in den kommenden zwei Wochen reiche nicht aus, um dies sicherzustellen – insbesondere, da die Betriebsärzte ebenfalls mit 700.000 Impfdosen von Biontech mitimpften. (Quelle: TSP, 04.06.21)


Grafschafter Zahlen

Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung in der Grafschaft ist um einen neuen Todesfall gestiegen. Die Gesamtzahl liegt damit bei 122. Das teilt der Landkreis Grafschaft Bentheim am Freitag mit. Die Zahl der Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie ist in der Grafschaft um vier Neuinfektionen auf 5309 gestiegen. Als genesen gelten derweil 5116 Grafschafter.

Der Grafschafter Inzidenzwert liegt nach Angaben des Robert-Koch Institutes bei 29,2, am Vortag lag der Wert noch bei 32,8.

In Quarantäne befinden sich am Freitag laut Landkreisangaben 190 Grafschafter (Donnerstag: 202). 71 aktuell Infizierte sind dem Kreishaus bekannt, zehn weniger als noch am Vortag; 49 (-4) von ihnen leben in Nordhorn. (Quelle: GN, 04.06.21)



Lokale Inzidenzen
Lingen: 9,1 (gestern: 12,8)
Meppen:  19,8  (25,5)
Papenburg: 31,8 (34,4)


Niedersachsen und Corona

Am Freitag, 4. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 235 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages sieben Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.652. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 259.128 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt auf 22,1 Fälle je 100.000 Einwohner (24,4 am Vortag). (Quelle: NDR, 04.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3165 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 7380 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 29,7 an (Vortag: 34,1; Vorwoche: 39,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 86 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 192 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.695.633 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.527.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.026 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Donnerstagabend bei 0,87 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 04.06.21)


Überblick am Abend

  • Mexiko meldete heute offiziell 2.894 neue bestätigte Fälle von Covid-19 und 216 weitere Todesfälle, berichtet Reuters. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, steigt dadurch die Gesamtzahl auf 2.426.822 Infektionen und 228.362 Tote. Separate, kürzlich veröffentlichte Regierungsdaten deuten allerdings darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer mindestens 60 % über der bestätigten Zahl liegt.
  • Großbritannien hat am Donnerstag 5.274 neue Fälle registriert – die höchste tägliche Zahl seit März. Entsprechend der statistischen Auswertung wurden innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Test 18 Todesfälle gemeldet.
  • Frankreichs 7-Tage-Inzidenz der täglichen Covid-19-Todesfälle ist jetzt zum ersten Mal seit dem 27. Oktober unter 100 gefallen, wie offizielle Zahlen zeigen. Der Inzidenzwert lag am Mittwoch bei 95 gegenüber 105. Die Zahl der Todesopfer durch Covid-19 stieg um weitere 70 Menschen auf 109.828, die achthöchste Gesamtzahl weltweit.
  • Die Johns-Hopkins-Universität bestätigte, dass weltweit mehr als zwei Milliarden Impfdosen verteilt wurden, wobei Israel das Land mit den meisten Impfungen bleibt. Dort sind  fast sechs von zehn Menschen vollständig gegen Covid geimpft.
  • Italien hat Impfungen für alle Menschen ab 12 Jahren geöffnet, nachdem die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA in der letzten Woche die Pfizer/BioNTech-Impfung für 12- bis 15-Jährige genehmigt hatte.
  • Die USA werden 75 % ihrer ungenutzten Covid-19-Impfstoffe an das von den Vereinten Nationen unterstützte globale Impfstoff-Sharing-Programm Covax spenden, kündigte Präsident Joe Biden an, weil immer mehr US-Amerikaner geimpft wurden und die globalen Ungleichheiten eklatanter geworden sind.
  • Die Chefs des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank fordern die G7-Industrieländer auf, überschüssige Covid-19-Impfstoffe so schnell wie möglich an die Entwicklungsländer freizugeben, und forderten die Hersteller auf, die Produktion z steigern.
  • Indien hat 300 Millionen Dosen eines noch nicht zugelassenen Coronavirus-Impfstoffs bestellt, einen Tag nachdem sein Oberster Gerichtshof die Regierung dafür kritisiert hatte, das Impfprogramm des Landes zu verpfuschen.
  • Für die Covid-Behandlung Erkrankter mit dem aus einem Cocktail aus monoklonalen Antikörpern Medikment, das der US-Arzneimittelhersteller Regeneron und der Schweizer Pharmakonzern  Roche entwickelt haben, hat die EU etwa 55.000 Dosen gekauft.
  • Die US-Botschaft hat „nachdrücklich vorgeschlagen, dass US-Bürger Afghanistan so schnell wie möglich verlassen“, inmitten von gemeldeten Covid-Fällen und US-Bürgern, denen Berichten zufolge der Zutritt wegen fehlender Betten verweigert wird, wobei auch andere Bedenken zunehmen, die nichts mit dem Virus im Land zu tun haben .
  • Portugal wurdeaufgrund der jüngten Entwicklung von der „grünen Liste“ der britischen Regierung mit solchen Zielen gestrichen, von denen aus Menschen ohne Quarantäne nach England zurückkehren können.
  • In Pakistan hat der Gouverneur einer Provinz angeordnet, dass Regierungsangestellte, die sich gegen Covid impfen lassen, ab nächsten Monat nicht mehr bezahlt werden.
  • Ein Kreuzfahrtschiff ist zum ersten Mal seit 17 Monaten in Venedig, Italien, angekommen und signalisiert die Rückkehr von Touristen nach der Pandemie, macht aber diejenigen zornig, die die negativen Auswirkungen der riesigen schwimmenden Hotels auf das Weltkulturerbe anprangern. (Quelle: The Guardian,03.06.21)

Dresdner Hochhaus unter Quarantäne

Nach dem Tod eines an Covid-19 erkrankten jungen Indien-Rückkehrers in Dresden hat das Gesundheitsamt für alle Bewohner eines Hochhauses Quarantäne angeordnet. Es handelt sich um ein Studentenwohnheim. Hintergrund sei der schnelle Krankheitsverlauf des Mannes, dessen Gesundheit sich nach zunächst gutem Allgemeinzustand rapide verschlechtert habe, teilte die Stadt am Donnerstagabend mit.

Er war zuvor aus Indien zurückgekehrt und hatte keine erkennbaren Vorerkrankungen. Es bestehe der begründete Verdacht, dass die Infektion auf eine Virusvariante zurückzuführen sei. Wie alt der Mann war, wurde nicht mitgeteilt.

Um Infektionsketten aufzudecken und zu unterbrechen, sollen am Freitag alle Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses verpflichtend auf Corona getestet werden. Sie stehen mindestens bis einschließlich Dienstag unter Quarantäne. Bis dahin seien die Corona-Tests ausgewertet und auf mögliche Virusvarianten untersucht worden, heißt es zur Begründung von der Stadt. Wie viele Menschen von der Quarantäne betroffen sind, wurde nicht mitgeteilt. (Quelle: TSP, 03.06.21)


Einige Migranten von Covid besonders betroffen

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sieht Hinweise für erhöhte Corona-Risiken bei einigen Gruppen von Migranten in Europa und fordert gezielte Maßnahmen, um die Menschen besser zu schützen. Dazu zählt auch gezieltes Werben in den jeweiligen Muttersprachen, um Impfraten zu erhöhen. Die Studie legte die ECDC am Donnerstag in Stockholm vor.

Die EU-Behörde greift damit eine heikle politische Debatte auf. Teils gab es auch in Deutschland Schätzungen, wonach besonders viele Menschen mit ausländischen Wurzeln auf Covid-19 behandelt wurden. In Deutschland werden Angaben zu Staatsangehörigkeit oder Migrationshintergrund bei Covid-Kranken laut Infektionsschutzgesetz jedoch nicht erfasst. Das ECDC nennt nun Hinweise aus anderen europäischen Ländern. So seien in Dänemark, Norwegen und Schweden mehr Migranten unter Covid-Kranken festgestellt worden, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspräche. (Quelle: TSP, 03.06.21)


Die Gefahr einer dritten Welle in Afrika ist real und nimmt zu.

Afrika kämpft mit rasant steigenden Infektionszahlen und Impfstoffmangel. Angesichts der Lage warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag, dass Afrika nicht auf eine dritte Pandemie-Welle vorbereitet sei. Besonders betroffen seien Uganda sowie die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, Kinshasa.

„Viele afrikanische Krankenhäuser und Kliniken sind noch lange nicht darauf vorbereitet, einen enormen Anstieg an schwer erkrankten Patienten zu bewältigen“, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti. „Die Gefahr einer dritten Welle in Afrika ist real und nimmt zu“, fügte sie hinzu.

Afrika hat nach Angaben der WHO offiziell über 4,8 Millionen Corona-Infektionsfälle und 130.000 Todesfälle registriert. Das entspricht 2,9 Prozent der weltweiten Fälle und 3,7 Prozent der Todeszahlen. (Quelle: TSP, 03.06.21)


Komitee kritisiert Corona-Politik in Schweden

Die schwedische Regierung hat für ihren Umgang mit der Corona-Pandemie heftige Kritik einstecken müssen. Das Kontrollkomitee des Reichstages legte am Donnerstag einen Bericht vor, in dem der Regierung zahlreiche Mängel vorgeworfen werden. Kritisiert wird unter anderem, dass sie keine Strategie zur Bekämpfung der Pandemie verabschiedet habe. Außerdem sei das Pandemiegesetz, das der Regierung mehr Vollmachten gibt, zu spät ausgearbeitet worden. „Der Ausschuss ist der Ansicht, dass der Umgang der Regierung mit der Pandemie mangelhaft war“, sagte die Vorsitzende Karin Enström.

In Schweden haben sich in Bezug auf die Bevölkerungszahl sehr viel mehr Menschen mit dem Covid-19-Virus infiziert als in anderen europäischen Ländern. Die Regierung hatte lange auf Verbote verzichtet und den Menschen lediglich Empfehlungen gegeben(Quelle: TSP, 03.06.21)


Allianzen zwischen Querdenkern und Rechtsextremisten

Niedersachsens Sicherheitsbehörden haben vor neuen Allianzen an der Nahtstelle zwischen sogenannten Querdenkern, Rechtspopulisten und Rechtsextremisten gewarnt. Die Proteste von Corona-Leugnern und ähnlichen Gruppierungen, die in Teilen auch in Niedersachsen vom Verfassungsschutz beobachtet würden, zeigten „teilweise Züge verfassungsfeindlichen Denkens“ und seinen von Rechtsextremisten bereits als Einfallstor in neue Kreise identifiziert worden, teilte die Landesregierung am Donnerstag in Hannover bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts für das Jahr 2020 mit. Diese Entwicklung komme einem „grundlegenden Strukturwandel“ der rechtsextremistischen Szene gleich. (Quelle: TSP, 03.06.21)


Leichtathletik-DM in Braunschweig vor Fans 

Die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften finden am Wochenende wieder in Braunschweig statt – in diesem Jahr mit Zuschauern. Jeweils 2.000 Fans dürfen an beiden Tagen ins Eintracht-Stadion, darunter viele „Corona-Helden“.

Anders als im Vorjahr, als Malaika Mihambo & Co. vor leeren Rängen um Titel sprangen, sprinteten und warfen, wird wieder so etwas wie Leichtathletik-Stimmung im Stadion an der Hamburger Straße aufkommen. Im Rahmen eines Modellprojekts, das der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) gemeinsam mit dem Land Niedersachsen und der Stadt Braunschweig umsetzt, werden am Sonnabend und Sonntag jeweils 2.000 Zuschauer Einlass finden. Beim Stabhochsprung-Wettbewerb der Frauen am Freitag ist kein Publikum zugelassen.

Pistorius: „Ein Stück näher in Richtung Normalität“

„Auf meinen Vorschlag und mein Drängen hin ist dieses Modellprojekt genehmigt worden“, sagte der für den Sport zuständige niedersächsische Innenminister Boris Pistorius auf der Pressekonferenz am Mittwoch. Die Tickets wurden an „Corona-Heldinnen“ und „Corona-Helden“ vergeben, aber auch an Wohlfahrtsverbände sowie Ehrenamtliche aus der niedersächsischen Leichtathletik. „Ich freue mich sehr, dass Sie sich entschieden haben, die Karten an die Corona-Heldinnen und -Helden abzugeben“, lobte Pistorius die Organisatoren. „Das sind Menschen, die in den letzten Monaten unter besonderem Druck standen und dem auch standgehalten haben. Das ist eine große Geste.“ Zudem werden 300 personalisierte Pappfiguren auf den Rängen platziert.

Der Einlass der Zuschauer erfolgt unter strengen Hygieneauflagen. Alle Tickets sind personalisiert. Besucher müssen entweder vollständig geimpft sein, einen tagesaktuellen Schnelltest oder einen positiven PCR-Test, der 28 Tage bis sechs Monate alt ist, als Nachweis einer Genesung vorlegen. Außerdem müssen sich Besucher ausweisen können, sie werden beim Zutritt auf das Stadiongelände registriert. Während der gesamten Veranstaltung gilt für alle Zuschauer Maskenpflicht (medizinische OP-Maske) sowie das Einhalten eines Abstands von 1,5 Metern. Sportler, die in den Vorkämpfen ausgeschieden sind, müssen das Stadion verlassen und dürfen auch nicht wieder rein.

Die Leichtathletik-Meisterschaften, die auch als Generalprobe für die Olympischen Spiele in Tokio gelten, sind Bestandteil der Finals in 18 Sportarten, die von Donnerstag bis Sonntag hauptsächlich in Berlin und der Rhein-Ruhr-Region ausgetragen und von ARD und ZDF übertragen werden. „Wir liegen als Bestandteil der Finals zwischen Rhein-Ruhr und Berlin, und beim Sandwich ist das Beste ja immer in der Mitte“, sagte Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD). „Die zweite deutsche Meisterschaft binnen elf Monaten. Das muss nicht zur Regel werden, kann aber.“

Die Aktiven freuen sich über die günstige Wetterprognose für das Wochenende. „Schnelle Muskeln brauchen warme Temperaturen“, sagte Chef-Bundestrainerin Annett Stein. Zu ihrem Bedauern werden einige hochkarätige Namen in den Startlisten fehlen: Neben Christina Schwanitz und David Storl im Kugelstoßen fehlen auch Speerwurf-Rekordler Johannes Vetter, Sprinterin Gina Lückenkemper und Langstrecken-Ass Konstanze Klosterhalfen sowie die Hürden-Spezialistinnen Cindy Roleder und Pamela Dutkiewicz-Emmerich. Auch der Wolfsburger Titelverteidiger über 100 Meter, Deniz Almas, muss wegen einer Fußverletzung passen. Auf hochklassige Wettkämpfe dürfen sich die Fans vor allem beim Diskus- und Speerwerfen freuen.

Weitspringer Markus Rehm, der bei den Para-Europameisterschaften im polnischen Bydgoszcz gerade einen Fabelweltrekord aufgestellt hat (8,62 m), darf entgegen seiner Erwartung nur außer Konkurrenz starten. Für viele Athletinnen und Athleten geht es noch um die Olympia-Norm. Das Nominierungsfenster für Tokio ist in der deutschen Leichtathletik bis zum 29. Juni geöffnet.

Für die emsigen Arbeiter, die das Eintracht-Stadion für die Leichtathletik herrichten, geht es derzeit noch darum, eine wettkampf-taugliche Weitsprung-Anlage zu installieren. In diesem Jahr werden dafür Betonplatten in den Fußballrasen eingelassen, berichtete Stephan Lemke, Geschäftsführer der Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft mbH. „Wir sind nicht froh, dass die Eintracht abgestiegen ist“, sagte Lemke. „Aber wir sind froh, dass es kein Relegationsspiel gab. Das hätte für uns Nachtschichten bedeutet.“ (Quelle: NDR, 03.06.21)


Hälfte der erwachsenen Briten ist vollständig geimpft

Jeder zweite Erwachsene in Großbritannien ist mittlerweile vollständig gegen Corona geimpft. „Ein weiterer wichtiger Meilenstein heute“, twitterte Impf-Staatssekretär Nadhim Zahawi am Donnerstag. „50 Prozent aller Erwachsenen in Großbritannien haben nun den Schutz von zwei Impfdosen.“ Mehr als drei Viertel der Erwachsenen haben bislang eine erste Corona-Impfung erhalten.

Die Briten befinden sich derzeit im Wettlauf der Impfungen mit der wohl sehr ansteckenden, zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante: Derzeit sind die Corona-Fallzahlen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von rund 32 noch immer recht niedrig – allerdings hat der Anteil der Delta-Variante in den vergangenen Wochen rapide zugenommen. Wegen der höheren Übertragbarkeit gelten zwei Impfdosen als unbedingt notwendig für einen wirksamen Schutz. (Quelle: TSP, 03.06.21)


Großflächiges Impfen bei Volkswagen soll zum 10. Juni beginnen

VW will die eigenen Beschäftigten nach dem Ende der Risikogruppen-Priorisierung und Abschluss erster Modellprojekte nun ab der kommenden Woche flächendeckend gegen das Coronavirus impfen. Am Donnerstag (10. Juni) sollen die Betriebsärzte an allen deutschen Standorten der Kernmarke in Niedersachsen, Sachsen sowie Hessen (Kassel) „im größeren Maßstab“ loslegen, heißt es in der jüngsten Ausgabe der Mitarbeiterzeitung „Mitbestimmen“. Dabei bekommen Kolleginnen und Kollegen, die in der Produktion arbeiten, intern Vorrang vor anderen Belegschaftsgruppen etwa aus der Verwaltung.

Am Montag (7. Juni) fällt die feste Reihenfolge von Prioritätsgruppen bei der Immunisierung gegen den Covid-19-Erreger in Deutschland grundsätzlich weg. Allerdings bedeutet das nicht, dass überall schon Impfstoff in ausreichenden Mengen verfügbar ist. Daher sind auch bei Betriebsärzten oft noch gewisse Warte- und Planungszeiten nötig.

Volkswagen hatte bereits mehrere eigene Impfzentren aufgebaut und in den vergangenen Wochen an Testläufen für verschiedene Firmen in Niedersachsen teilgenommen. Bis spätestens Ende Juni sollen jetzt sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des größten deutschen Konzerns ein Schreiben mit einem persönlichen Impfangebot erhalten. Per beigefügtem TAN-Code können sie dann ihren Termin reservieren.(Quelle: TSP, 03.06.21)



Bund stützt Werften an der Ostsee

Die MV-Werften mit Standorten in Wismar, Warnemünde und Stralsund bekommen Geld aus dem sogenannten Corona-Rettungsschirm des Bundes. Ein Sprecher der Werftengruppe teilte mit, eine positive Entscheidung sei heute gefallen.

Damit ist der Weg für Überbrückungskredite aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) frei. Eine Summe nannten die MV-Werften nicht. Wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bestätigte, erhält die Werftengruppe rund 300 Millionen Euro in Form einer stillen Beteiligung und Darlehen aus dem WSF. „Das ist eine wichtige Entscheidung, die den Beschäftigten in der Region und dem Land insgesamt Zuversicht gibt“, so Altmaier. Die Werften hätten nun die Chance, aus der pandemiebedingten Krise erfolgreich rauszukommen.

Der Werften-Verbund in Mecklenburg-Vorpommern baut für den asiatischen Mutterkonzern Genting Hongkong Passagierschiffe und war durch den coronabedingten Einbruch im Kreuzfahrttourismus in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Um eine Insolvenz der MV Werften abzuwenden, waren bereits im Dezember vom Bund verbürgte Kredite von 193 Millionen Euro bewilligt worden. Das Unternehmen könne nun nicht nur begonnene Schiffe fertigstellen, sondern auch neue Aufträge einwerben, sagte Altmaier. Aus der Landesregierung hatte es bereits vor rund einer Woche geheißen, dass die Kreditzusage unter Dach und Fach sei, allerdings fehlte bis zuletzt die Zustimmung des Bundes.

„Mit dem Kredit des Bundes und dem damit greifenden Sozialtarifvertrag werden die drei Standorte Rostock, Stralsund und Wismar als funktionsfähige Werften gesichert“, sagte IG-Metall-Küste-Bezirksleiter Daniel Friedrich. Allerdings beinhalte die Vereinbarung auch den Abbau von 650 der knapp 3.000 Stellen. Den betroffenen Mitarbeitern werde der Wechsel in Transfergesellschaften angeboten, in denen sie für neue Aufgaben qualifiziert und damit vor direkter Arbeitslosigkeit geschützt würden.

Friedrich mahnte weitere Schritte zur langfristigen Rettung der MV-Werften an. „Für eine Perspektive sind jedoch weitere Aufträge wie ‚Endeavor 2‘ und ‚Global 2‘ oder neue Geschäftsfelder entscheidend. Darauf müssen sich nun alle Anstrengungen konzentrieren“, betonte er. Das eisgängige Luxusschiff „Endeavor 1“ ist fertig und soll in Kürze in Dienst gestellt werden. Die Bundeshilfe über 300 Millionen Euro soll dafür genutzt werden, die für den asiatischen Kreuzfahrtmarkt bestimmte „Global 1“ für 9.000 Passagiere bis 2022 fertig zu bauen. (Quelle: NDR, 03.06.21)



WHO: Keine neue Mutante in Vietnam

Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge gibt es keine neue Mutante des Coronavirus in Vietnam. „Auf Basis der WHO-Definition gibt es derzeit keine Misch-Variante in Vietnam“, sagt der WHO-Vertreter für Vietnam der Zeitung „Nikkei“. Was die Behörden in Vietnam als neue Mutante ausgemacht hätten, gehöre zur indischen Variante, sagt Kidong Park. Vietnam hatte am Wochenende gemeldet, dass es eine neue Variante des Virus gebe. Dabei handele es sich um eine Kreuzung aus der indischen und britischen Mutanten, wurde der Gesundheitsminister des Landes zitiert. (Quelle: TSP, 03.06.21)


Fast 1 Million neue Stellen in den USA

Die US-Unternehmen haben angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs im Mai so viel Personal eingestellt wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Unter dem Strich schuf die Privatwirtschaft 978.000 Arbeitsplätze, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgehrt. Das ist der kräftigste Anstieg seit Juni 2020, als die Erholung von der ersten Corona-Welle begann.

Für den am Freitag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung ist das ein gutes Signal. Experten erwarten hier im Mai einen Anstieg der Stellenzahl außerhalb der Landwirtschaft um 650.000. Zuletzt hatte sich die Lage am US-Arbeitsmarkt trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs nicht im erhofften Tempo verbessert. Im April entstanden nur 266.000 Jobs – weit weniger als erwartet. Die Arbeitslosenquote stieg sogar leicht auf 6,1 Prozent. Die US-Notenbank will ihre lockere Geldpolitik solange fortsetzen, bis spürbare weitere Fortschritte auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität erreicht sind. (Quelle: TSP, 03.06.21)


Altmaier lehnt Steuererhöhungen ab

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lehnt Steuererhöhungen zur Refinanzierung der im Rahmen der Corona-Pandemie ausgezahlten Wirtschaftshilfen ab. „Ich glaube, dass es falsch wäre, mitten in einer Krise die Steuern zu erhöhen“, sagte Altmaier den Fernsehsendern RTL und n-tv am Donnerstag. Er setzte auf „solide Haushaltsführung“, um die rund 300 Milliarden Euro schrittweise zurückzuholen. Das Ziel müsse „möglichst viel neues Wachstum sein“, sagte Altmaier weiter.

„Das kommt allen zugute, das schafft neue Arbeitsplätze“, betonte der Wirtschaftsminister. Dieser Weg sei „viel besser, als Arbeitsplätze aus Deutschland zu vertreiben durch Steuererhöhungen zur Unzeit“. (Quelle: TSP, 03.06.21)


Thüringen kein bundesweiter Hotspot mehr

Thüringen ist im Bundesländervergleich kein Corona-Hotspot mehr. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen lag am Donnerstag bei 38,6 und näherte sich damit weiter dem deutschen Durchschnitt von 34,1 an. Das geht aus Angaben der Thüringer Staatskanzlei hervor, die sich auf Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) stützten.

Nachdem Thüringen lange Zeit das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Bundesland war, verzeichneten jetzt vier Bundesländer eine höhere Sieben-Tage-Inzidenz. Auch regional setzte sich die Entspannung der Lage fort. 18 von 23 Kreisen und kreisfreien Städten lagen bei der Sieben-Tage-Inzidenz unter der Marke von 50. Nach der neuen Corona-Verordnung des Landes sind damit weitgehende Lockerungen der Beschränkungen in Handel und Gastronomie sowie bei Freizeitaktivitäten möglich. (Quelle: TSP, 03.06.21)


EU reserviert 55.000 Dosen von Regenerons Antikörper-Arznei

Die Europäische Union (EU) hat sich einem Kommissionssprecher zufolge rund 55.000 Dosen der Antikörper-Therapie des US-Biotechnologiekonzerns Regeneron zur Behandlung von Covid-19 gesichert. Es ist erst das zweite Medikament gegen eine Coronavirus-Infektion, das die Staatengemeinschaft bezieht. Bislang wurde lediglich das antiviral wirkende Mittel Remdesivir von Gilead gekauft. Regeneron hat den Schweizer Roche-Konzern mit der Herstellung seines Präparats beauftragt. Die Arznei darf dank einer vorläufigen Genehmigung bereits eingesetzt werden. Die reguläre EU-Zulassung wird zwischen August und Oktober erwartet. (Quelle: TSP, 03.06.21)



Grafschafter Zahlen

Der Inzidenzwert in der Grafschaft Bentheim steigt nach Angaben des Robert-Koch Institutes leicht von 27 am Mittwoch auf 32,8 am heutigen Donnerstag. Zu den bisherigen Corona-Fällen sind heute elf neue Fälle hinzugekommen, heißt es aus dem Kreishaus. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 5305, als genesen gelten 5103 Grafschafter. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung liegt weiterhin bei 121.
In Quarantäne befinden sich am Donnerstag 202 Personen, vier weniger als noch am Vortag. Der Landkreis zählt 81 aktuell Infizierte in der Grafschaft, 53 (+4) davon in Nordhorn. (Quelle: GN, 03.06.21)


Lokale Inzidenzen
Lingen: 12,8 (gestern: 11,0)
Meppen:  25,5  (31,2)
Papenburg: 34,4 (47,7)


Bankenverband erwartet keine riesige Insolvenzwelle

Die privaten Banken in Deutschland rechnen nicht mit einer riesigen Pleitewelle als Folge der Pandemie. „Das zuletzt niedrige Niveau von Insolvenzen in Deutschland zeichnet ein verzerrtes Bild. Klar ist, dass die Unternehmensinsolvenzen zunehmen werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Christian Ossig, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir erwarten allerdings keinen sprunghaften Anstieg, sondern einen Prozess, der sich über mehrere Monate hinziehen wird.“

Die Experten des Verbandes rechnen mit 24.000 Firmenpleiten in diesem Jahr – und damit weniger, als zunächst von einigen Beobachtern befürchtet. „Das sind Zahlen, die verkraftbar erscheinen“, stellte Ossig fest. „Die Banken in Deutschland sind darauf gut vorbereitet, weil sie gut vorgesorgt haben. Die Kapitalpuffer wurden deutlich gestärkt, die Risikovorsorge schon im vergangenen Jahr erhöht.“ (Quelle: TSP,


RKI: Variante Alpha bleibt vorherrschend

Die vor einigen Wochen als besorgniserregend eingestufte Corona-Variante Delta (B.1.617.2) spielt in Deutschland nach Daten des Robert Koch-Instituts weiter eine untergeordnete Rolle. Ihr Anteil an untersuchten Proben aus der Woche vom 17. bis 23. Mai betrug 2,1 Prozent. Das geht aus einem RKI-Bericht vom Mittwochabend hervor. In den Wochen zuvor hatte der Anteil leicht, aber beständig zugenommen, auf bis zu 2,4 Prozent.

Die zuerst in Indien festgestellte Mutante hat damit den RKI-Daten zufolge in Deutschland den zweitgrößten Anteil, allerdings mit enormem Rückstand: Alpha (B.1.1.7) kommt auf rund 93 Prozent. Diese in Großbritannien entdeckte Variante breitete sich seit Ende 2020 international stark aus. Die weiteren als besorgniserregend eingestuften Varianten Beta (B.1.351) und Gamma (P.1.) wurden in noch geringerer Zahl gefunden.

In Deutschland werden allerdings längst nicht alle positiven Proben auf Varianten untersucht. Wie die Autoren schreiben, erlaube es die Verordnung zur molekulargenetischen Corona-Überwachung, dass für bis zu zehn Prozent der wöchentlichen positiven Proben eine Gesamtgenomsequenzierung gemacht und vergütet werden kann, da seit etwa Mitte Mai die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen in Deutschland unter 70.000 Fällen liege. Damit wolle man sichergehen, dass auch in Phasen niedriger Inzidenz „ein umfassendes Bild“ zu den in Deutschland vorkommenden Varianten für die Analyse und Bewertung der Situation zur Verfügung stehe. In Zeiten mit höheren Fallzahlen sind es laut Verordnung bis zu fünf Prozent der Proben.

Die besorgniserregenden Corona-Varianten sind neuerdings nach Buchstaben des griechischen Alphabets benannt. Die neutralen Namen sollen verhindern, dass sie nach den Ländern der Entdeckung benannt werden. „Das ist stigmatisierend und diskriminierend“, hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montagabend mitgeteilt.

Als besorgniserregend gelten Varianten mit Erbgutveränderungen, die mit bestimmten Eigenschaften wie höherer Übertragbarkeit und einer veränderten Immunantwort im Zusammenhang stehen. Bei der hierzulande vorherrschenden Variante Alpha steckt ein Infizierter im Schnitt mehr Menschen an als bei früheren Virusformen. (Quelle: TSP, 03.06.21)


Niedersachsen und Corona

Am Donnerstag, 3. Juni, hat das Robert Koch-Institut (RKI) 320 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen gemeldet. Landesweit wurden laut RKI innerhalb eines Tages 14 Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Niedersachsen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind, steigt damit auf 5.645. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Niedersachsen 258.893 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesdurchschnitt sinkt auf 24,4 Fälle je 100.000 Einwohner (26,2 am Vortag). (Quelle: NDR, 03.06.21)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4640 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.37 Uhr wiedergeben.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 6313 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 34,1 an. Am Vortag hatte sie bei 36,8, vor einer Woche bei 41 gelegen.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 166 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 269 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.692.468 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.518.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 88.940 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochnachmittag bei 0,83, am Vortag hatte sie bei 0,77 gelegen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (Quelle: RKI, 03.06.21)


Kinder und Jugendliche: Mehr psychische Erkrankungen

Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen haben während der Corona-Pandemie einem Bericht zufolge deutlich zugenommen. Die Zahl der wegen Essstörungen behandelten Minderjährigen könnte 2020 um rund 60 Prozent gestiegen sein, berichtete das ARD-“Mittagsmagazin“ am Donnerstag unter Berufung auf eine Auswertung von Versichertendaten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH). Auch andere psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout könnten um rund 30 Prozent zugenommen haben.

Innerhalb von zehn Jahren habe sich die Zahl der Depressionen bei Minderjährigen fast verdoppelt. Auch Anpassungsstörungen, Burnout, Angststörungen und Essstörungen nahmen demnach zwischen 2009 und 2019 deutlich zu. Die Pandemie habe diesen Trend verstärkt. Bundesweit wiesen die Zahlen auf einen Anstieg von mehr als 20 Prozent aller psychischen Erkrankungen hin.

Für den Bericht wurden die Daten von 209.332 sechs- bis 18-jährigen Versicherten der KKH ausgewertet. Von den rund 200.000 versicherten Kindern und Jugendlichen befanden sich 2019 rund zwölf Prozent aufgrund psychischer Erkrankungen in Behandlung.

Am stärksten seien Kinder und Jugendliche in Berlin betroffen gewesen. Von knapp 15.000 versicherten Sechs- bis 18-Jährigen mussten 2019 mehr als 2000 behandelt werden. Mit 13,9 Prozent war der Anteil dort bundesweit am höchsten.

Im ersten Halbjahr 2020 lag der Anteil für Berlin bei neun Prozent – auch das der Spitzenplatz im bundesweiten Vergleich. Über dem Durchschnitt lagen auch Niedersachsen mit 13,6 Prozent und Schleswig-Holstein mit 13,2 Prozent. (Quelle: ARD, 03.06.21)


Lauterbach: Inzidenz wird sich bei 35 einpendeln

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet für die kommende Zeit ein entspannteres Corona-Infektionsgeschehen. „Die Sieben-Tage-Inzidenz wird sich in den nächsten Tagen bei einem Wert von rund 35 einpendeln“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Öffnungsschritte führten zwar zu mehr Infektionen, gleichzeitig aber seien immer mehr Menschen durch Impfungen geschützt. „Hinzu kommt, dass sich vieles jetzt draußen abspielt – das senkt ebenfalls das Infektionsrisiko.

Allerdings könnte gegen Ende des Sommers eine neue Infektionswelle drohen. „Die indische Mutante wird sich wahrscheinlich in den kommenden Monaten in zahlreichen europäischen Ländern ausbreiten. Der Sommertourismus könnte sie schnell über den Kontinent verteilen“, sagte Lauterbach. Durch Reiserückkehrer werde sich die Mutante spätestens im Herbst auch in Deutschland großflächig ausbreiten. Das Ausmaß sei noch unklar.

Im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) betonte Lauterbach, dass sich im Herbst auch eine neue Virus-Variation verbreiten könne. „Wir müssen uns auf Booster-Impfungen im Herbst vorbereiten“. (Quelle: TSP, 03.06.21) 


Möglicher Zusammenhang zwischen Herzmuskelentzündung und Biontech-Impfung

Israel sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Covid-19-Impfstoff von BioNTech/Pfizer und Fällen von Herzmuskelentzündung. Unter den mehr als fünf Millionen Geimpften traten nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums zwischen Dezember und Mai 275 Fälle von Myokarditis auf. Eine Untersuchung sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen der zweiten Dosis und Herzmuskelentzündung bei Männern im Alter zwischen 16 und 30 gebe.

Bei 16- bis 19-jährigen Männern sei dies häufiger beobachtet worden als in anderen Altersgruppen. Israel genehmigte gleichwohl die Impfung von 12- bis 15-Jährigen und will damit in der kommenden Woche beginnen, wie der israelische Koordinator für die Pandemiebekämpfung, Nachman Asch, dem Radiosender 103 FM am Mittwoch sagte. „Die Vorteile überwiegen die Risiken.“

Pfizer erklärte, dass dem Unternehmen die Befunde aus Israel bekannt seien. Bislang sei aber kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Myokarditis festgestellt worden. Es sei bisher keine höhere Rate von Herzmuskelentzündungen beobachtet worden, als in der Allgemeinbevölkerung zu erwarten gewesen wäre.

Nebenwirkungen der Impfung würden gründlich überwacht und Pfizer tausche sich regelmäßig mit der Abteilung für Impfstoffsicherheit des israelischen Gesundheitsministeriums aus, um die Daten zu überprüfen. Das israelische Gesundheitsministerium hatte Ende April erklärt, Fälle von Herzmuskelentzündung in Verbindung mit der Impfung zu untersuchen. (Quelle: TSP, 03.06.21) 


Chile: Keine Intensivbetten mehr, fast

Trotz eines der am weitesten fortgeschrittenen Impfprogramme weltweit geraten in Chile die Krankenhäuser aufgrund der Corona-Pandemie an ihre Grenzen. Die Intensivstationen des südamerikanischen Landes seien zu 96,7 Prozent ausgelastet, sagte der Beauftragte für die Intensivpflege des chilenischen Gesundheitswesens, Luis Castillo, am Mittwoch im Radiosender Cooperativa.

Im ganzen Land seien nur noch 146 Intensivbetten frei. Das sei die höchste Auslastung in Chiles Geschichte, sagte Castillo. Bei den meisten Intensivpatienten handele es sich um Menschen mit Covid-19. Ein Großteil sei noch nicht geimpft worden.

Dabei liegt Chile beim Bevölkerungsanteil der vollständig Geimpften mit rund 53 Prozent weltweit auf einem der vordersten Plätze. Chile hat sich frühzeitig Impfstoffe einer ganzen Reihe von Herstellern gesichert. Geimpft wird nach einem recht einfachen Priorisierungsplan ohne komplizierte Terminvergabe – in Gesundheitszentren, Fußballstadien und Impfstraßen.
(Quelle: FAZ, 03.06.21)


Antiobiotika-Einsatz bei CoVid19-Patienten: Zu häufig.

Antibiotika werden bei Covid-19-Patienten einer Studie zufolge weitaus häufiger eingesetzt als nötig wäre. Die Präparate würden wegen möglicher bakterieller Co-Infektionen verabreicht – diese gebe es aber bei Covid-19 vergleichsweise selten, berichten britische Forscher im Fachmagazin „The Lancet Microbe“. Covid-19 selbst wird von einem Virus verursacht – gegen solche Erreger wirken Antibiotika nicht.

Das Team um Clark Russell und Cameron Fairfield von der University of Edinburgh hatte Daten zu gut 8600 Covid-19-Patienten untersucht, die im vergangenen Jahr in Kliniken eingeliefert und gezielt auf Bakterieninfektionen getestet wurden. Nur etwa 1100 davon – etwa 13 Prozent – hatten demnach eine begleitende bakterielle Infektion. Meist habe es sich um Sekundärinfektionen gehandelt, die mehr als zwei Tage nach der Einlieferung der Patienten ins Krankenhaus erworben wurden.

Daten von insgesamt rund 36 000 Covid-19-Patienten zeigten wiederum, dass 37 Prozent vor der Krankenhauseinweisung antimikrobielle Mittel bekommen hatten; 85 Prozent von gut 46 000 Patienten mit verfügbaren Angaben wurden während ihres Krankenhausaufenthalts ein oder mehrere Antibiotika verabreicht – oft ohne entsprechende Diagnose rein vorsorglich oder auf einen Verdacht hin.

Schon vor ihrer Analyse hätten kleinere Studie gezeigt, dass bakterielle Infektionen etwa der Atemwege und der Blutbahn bei Patienten mit Covid-19 vergleichsweise selten sind, erläutern die Forscher. Dies habe sich nun bestätigt. Der Einsatz antimikrobieller Medikamente ohne Bestätigung einer bakteriellen Co-Infektion durch gezielte Tests müsse verringert werden, betonen die Experten. Andernfalls drohten arzneimittelresistente Infektionen zu einer längerfristigen Folge der Pandemie zu werden.

Schon seit Jahren warnen Experten eindringlich vor der Entwicklung und Ausbreitung von Resistenzen bei Bakterien im Zuge des massenhaften Einsatzes von Antibiotika in Medizin und Tierhaltung. Ausgerechnet die von einem Virus ausgelöste Pandemie könnte die Resistenzentwicklung bei Bakterien noch befeuern, weil ein großer Teil der in Kliniken behandelten Covid-19-Patienten Antibiotika bekam und bekommt.

Häufig ist das zum Beispiel bei Patienten auf Intensivstation. „Wenn ein Patient länger auf der Intensivstation liegt, mehrere Wochen zum Beispiel, dann hat er in der Regel auch Antibiotika bekommen“, hatte Stefan Kluge vom UKE Hamburg vor einiger Zeit erklärt. Während der Behandlung auf der Intensivstation träten oftmals bakterielle Infektionen über Schläuche und Katheter auf. Oft aber werden die Mittel Experten zufolge auch in Deutschland vorsorglich verabreicht – bei Lungeninfekten zum Beispiel als Absicherung gegen eine potenziell doch vorhandene bakterielle Co-Infektion, die zu einer gefährlichen Sepsis führen könnte. (Quelle: FAZ, 03.06.21)



Spanien will Nachtclubs öffnen

n Spanien dürfen Nachtclubs in Regionen mit niedriger Infektionsrate demnächst wieder öffnen. „Wir kehren nach und nach zur Normalität zurück“, sagte Gesundheitsministerin Carolina Darias am Mittwoch vor Journalisten. Die Regelung gilt für Regionen mit weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen 14 Tagen. Die Nachtclubs dürfen zudem nur bis 03.00 Uhr früh öffnen. Ob Kapazitätsbeschränkungen für die Clubs gelten, blieb unklar.

Im August 2020 hatte die Regierung angesichts rasant steigender Corona-Fallzahlen die landesweite Schließung aller Nachtclubs angeordnet. Seit dem Ende des nationalen Notstands Anfang Mai haben die Regionalregierungen unterschiedliche Regelungen für das Nachtleben beschlossen.

Um das Vorgehen bei den Öffnungen zu vereinheitlichen, beriet sich Darias am Mittwoch mit den Gesundheitsministern der Regionen. Bislang weisen nur die Balearen, die Küstenregion von Valencia und die Enklave Ceuta weniger als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern auf. (Quelle: FAZ, 03.06.21)



Johnson&Johnson-Impfstoff wird zum Ladenhüter

Obwohl viele Menschen immer noch sehnsüchtig auf ihren Impftermin warten, liegen mehrere Hunderttausend Dosen des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson deutschlandweit ungenutzt herum.

Von den 424.800 Dosen, die bis zum 26. Mai geliefert wurden, sind laut einem internen Bericht des Bundesgesundheitsministeriums lediglich 35 Prozent verimpft worden. Die Quote der Impfstoffe von Astrazeneca, Biontech und Moderna hingegen beläuft sich auf jeweils 90 Prozent.Dabei ist zur vollständigen Immunisierung bei Johnson&Johnson sogar nur eine einmalige Impfung erforderlich.

Ein Grund für die zurückhaltende Abgabe des Impfstoffs könnte laut focus.de sein, dass der Wirkstoff von Johnson & Johnson bislang vorrangig an Personen verimpft wird, bei denen sich die Organisation einer Zweitimpfung schwierig gestaltet. Dazu zählen unter anderem Obdachlose, Flüchtlinge, Gefängnis-Insassen oder Bewohnerinnen von Frauenhäusern, die keinen festen Wohnsitz haben oder Deutsch nicht als Muttersprache sprechen.

Die Impfkampagne in solchen Einrichtungen gerät jedoch immer wieder ins Stocken. Das liegt unter anderem an dem erhöhten Beratungsbedarf, der auf Empfehlung der Stiko mit der Verimpfung des Wirkstoffes an Unter-60-Jährige einhergeht. Nicht selten fehlt es auch an Dolmetschern.

Trotz dieser absehbaren Komplikationen haben viele Länder das Vakzin von Johnson & Johnson zunächst nicht an Arztpraxen und Impfzentren weitergegeben.

In der vergangenen Woche erhielten die Hausärzte nun 540.000 Dosen Johnson&Johnson. Sie sollen die Verimpfung mit dem Johnson&Johnson-Impfstoff vorantreiben und die Impfkampagne beschleunigen. (Quelle: TSP, 02.06.21)


G7-Gesundheitsminister treffen sich in Oxford