Mehrfachsteckdose

21. Februar 2017

Ein Facebook-Dialog im 21. Jahrhundert: Strom sparen mit Mehrfachsteckdose. Nur, damit Sie wissen, wie das so geht.

stromsparen

Füttern? Füttern!

23. Oktober 2016

„Don’t feed the troll“ – so lautet eine alte Weisheit aus den frühen Internettagen. Im Grundsatz hat sie auch heute noch Relevanz: Netzkommentatoren mit einem Faible für Provokation oder dem Bedürfnis, ihren Frust an anderen zu entladen, drehen dann so richtig auf, wenn sie Beachtung erfahren. Auf Trolle nicht weiter einzugehen, kann somit ein Ansatz sein, um sich Zeit, Ärger und schlechte Laune zu ersparen.

Doch angesichts einer um sich greifenden Polarisierung in der digitalen Welt hat das Nichtreagieren auf Trolle einen enormen Nachteil: Der fehlende Widerspruch auf hetzerische, pöbelnde und populistische Parolen produziert ein verzerrtes Gesamtbild. So werden aus Minderheitsmeinungen für den flüchtigen äußeren Beobachter, für Journalisten und Politiker, aber auch für die Trollenden selbst scheinbare Mehrheitsmeinungen. Erst recht, seit immer mehr Social Bots [mehr hier…] in den Debatten bei Facebook und Twitter mitmischen.

Ein verlässliches Bild davon, wie viele Personen tatsächlich hinter einer extremen Position und dem dazugehörigen Hashtag stehen, lässt sich ohne tiefgehende Analysen kaum erhalten. Bots, Trolle aus Fleisch und Blut (teilweise mit mehreren Accounts) sowie Sympathisanten und Mitläufer agieren in gemeinsamer Mission und schaffen es teilweise, mit fragwürdigen Standpunkten, Desinformation und der Verbreitung falscher Fakten alle moderaten Anwendergruppen zu übertönen.

Trollen widersprechen, ohne sie überzeugen zu müssen

Das Ausbleiben konfrontierender Reaktionen wird in einer solchen Umgebung zum Problem. Bislang sind es primär einige wenige Aktivisten und Einzelkämpfer, die sich mit Trollen anlegen. Doch die breite, die Extrempositionen der Populisten und Radikalen nicht teilende Netzöffentlichkeit kann etwas tun: Sie kann aufhören, die Trolle* zu ignorieren, und sie stattdessen zur Rede stellen.

Wohlgemerkt nicht mit…

[weiter bei t3n.de]

EM/4

18. Juni 2016

Mit dem „EM-Streich“ nutzt die Supermarktkette Netto den aktuellen Fußballhype und holt sich dafür prominente Unterstützung ins Boot: Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuss. Für seine erste Folge des „EM-Streichs“ suchte sich die Kette seinen Markt an der Bargteheider Straße 30 in Hamburg-Rahlstedt aus. 1,5 Kilometer Kabel wurden verlegt und 18 Kameras aufgebaut. Schaut selbst.

Netto hilft der Film wohl dabei, seine Reichweite in den sozialen Netzwerken auszubauen. Nach nicht einmal 24 Stunden kam der „EM-Streich“ allein auf Facebook auf rund 350.000 Views. Im Laufe der EM soll die Clipreihe mit Sky-Mann Fuss mit mehreren Episoden fortgesetzt werden.

neuer Angriff

29. Mai 2016

Die Sicherheitsbehörden starten einen neuen Angriff auf Verschlüsselung und Anonymisierung, berichtet netzpolitik.org:

Die Rheinische Post hat den Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen zu Extremismus und Terrorismus interviewt. Der Jurist erklärt, wie sich der Geheimdienst Zugang zu Facebook- oder WhatsApp-Gruppen verschaffen. Wenn seine Behörde Erkenntnisse habe, dass sich Personen im Internet zu Anschlagsplanungen verabreden, könnten ErmittlerInnen „eine Quelle hineinspielen oder Überwachungsmaßnahmen nach dem G-10-Gesetz beantragen“. Das betrifft offensichtlich unverschlüsselte Chats.

Maaßen bedauert, der Inlandsgeheimdienst habe „nicht die Möglichkeiten, die wir gerne hätten“ und meint damit wohl das Knacken oder Umgehen Verschlüsselung. „Sie kriegen eine extremistische WhatsApp-Gruppe nicht geknackt?“, bohrt die RP. Doch, erklärt der Präsident:

Es gibt immer verschiedene Wege, um an Erkenntnisse zu gelangen. Ein Beispiel sind Informationen, die wir von ausländischen Partnern bekommen. Die USA etwa haben eine kluge Wirtschafts- und Sicherheitspolitik betrieben: Nahezu alles, was im Cyber-Raum relevant ist, Router, Hardware, Software, ist amerikanisch. Das erleichtert das Aufbrechen von Kryptosoftware, und das erleichtert die Auslieferung von Daten auf der Grundlage amerikanischen Rechts.

Wir brauchen die amerikanischen Dienste und andere Partner in der jetzigen Situation ganz besonders, um ein Mehr an Information zu bekommen und ein Mehr an Sicherheit für Deutschland zu gewährleisten.

Das Interview kommt wenige Tage nach einer Konferenz der EU-Agenturen Europol und ENISA, auf der rechtliche und technische Möglichkeiten zum Umgehen von Verschlüsselung diskutiert wurden. Detlef Borchers hat das Abschlussstatement des Treffens, zu dem keine Medien zugelassen waren, teilweise übersetzt:

Wenn eine Umgehung der Verschlüsselung nicht möglich ist, aber der Zugang zu verschlüsselten Informationen für die Sicherheit und Strafverfolgung dringend erforderlich ist, dann müssen gangbare Lösungen zur Entschlüsselung angeboten werden, die die Schutzmechanismen nicht schwächen, sowohl in der Rechtssprechung wie durch die technische Entwicklung. Für letztere wird eine enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern und mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft der Experten für Kryptoanalyse stark befürwortet, damit eine Verschlüsselung dort gebrochen werden kann, wo dies rechtlich geboten ist.

Die Konferenz in Den Haag drehte sich auch um Verfahren zur Deanonymisierung im Internet. Bislang wurde dies meist mit organisierter Kriminalität und dem Darknet begründet, Strafverfolgungsbehörden interessieren sich vor allem für den Handel mit Waffen, gestohlenen Kreditkarten oder Informationen aus gehackten Datenbanken. Auch hier droht Ungemach, denn der deutsche Bundesinnenminister wünscht sich wohl eine generelle Pflicht für die Verwendung von Klarnamen im Netz. Der Zeitung DIE WELT sagte Thomas de Maizière:

In der Debatte um anonyme Hasskommentare im Internet brachte de Maizière eine Art Vermummungsverbot ins Gespräch. „Wir haben für Demonstrationen das Vermummungsverbot eingeführt“, sagte der CDU-Politiker. „Es ist keine Schande, für ein öffentliches Anliegen mit seinem Gesicht friedlich zu demonstrieren. Die Vermummung ist im Internet genauso falsch wie bei einer öffentlichen Demonstration. Das Bekenntnis zum Namen ist richtig und führt zur Mäßigung im Umgang mit der Sprache.“

Also: „Niemand hat die Absicht, einen Überwachungsstaat zu errichten.“ 

offline

22. Mai 2016

anonymouskollektiv-hetze-internet-facebookDie unsägliche und hier schon mehrfach beschriebene Fanseite von Anonymous.Kollektiv ging gestern Nachmittag offline. Zuvor hatte der Focus über die mögliche Identifizierung des Betreibers geschrieben. Der dort genannte Name stand schon des Öfteren im Fokus der Berichterstattungen, weshalb einige von den Bericht erstattenden Unterlassungsklagen ins ihre Häuser bzw. Redaktionen geschickt bekamen. Ich hatte diesen Namen hier deshalb immer vermieden. Ob das alles noch irgendwie juristische Nachspiele haben wird, kann ich nicht sagen, dass die hetzende und immer wieder Falschmeldungen bringende Fanseite von Anonymous.Kollektiv bei Facebook aktuell nicht zu erreichen ist, hingegen schon. Mal gucken, ob das so bleibt. Derweil macht der Betreiber es sich auf dem russischen Social Network VK gemütlich, was die Hetze und Lügen sicher nicht geringer werden lässt.

Ob Facebook für die Löschung verantwortlich ist oder der Betreiber selber den Stecker gezogen hat, ist unklar. Für beide Varianten gäbe es Gründe. Zum einen waren einige der dort verbreiteten Inhalte juristisch zumindest durchaus fragwürdig, was für eine Löschung durch FB sprechen würde. Zum anderen aber würde es in das mitunter profilneurotische Getue des Betreibers passen, die Seite selber vom Netz zu nehmen, um sich weiterhin und noch intensiver dem Opfermythos hingeben zu können. „Zensur“ und so.

„Anonymous.Kollektiv“ war ein Forum für Islamfeinde und Flüchtlingshasser. Asylsuchende wurden als „notgeile, pädokriminelle Migranten-Rotte“ oder „Gelumpe“ betitelt. Die nun gelöschte Facebook-Seite warb außerdem für einen Online-Shop, der Pistolen und Gewehre für Hartgummi-Munition verkaufte und zu Gewalt gegen Flüchtlinge aufrief.

Für ihren Namen bediente sich die Seite bei der Hacker-Gruppe „Anonymous“. Mitglieder der Gruppe haben sich längst von der Hetz-Seite distanziert. Die Facebookseite „Anonymous.Kollektiv“ war in der Vergangenheit bereits zwischenzeitlich offline. Im März dieses Jahres hatte sie ihren Betrieb aber wieder aufgenommen.
(via Süddeutsche)

eben gefunden auf Kraftfiuttermischwerk

Wegen der Unterbringung von bis zu 1000 Flüchtlingen in den ehemaligen ADO-Hallen hat sich in Aschendorf eine sogenannte Bürgerwehr gebildet. Das meldeten gestern die „Ems-Vechte-Welle“ und die Papenburger „Emszeitung“, der nord-emsländische Ableger der NOZ. Auf einer Facebook-Seite präsentiert sich tatsächlich seit Donnerstagnachmittag -natürlich anonym- die „Bürgerwehr Aschendorf„:

So Leute,
am 19.01.2016 wird Aschendorf/Papenburg nie mehr so sein wie früher. Wenn es Neuigkeiten gibt Postet es bitte hier. Bilder, Kommentare,Links,usw. bitte alles auf diese Seite damit wir gut Informiert sind. Wichtig ist das ihr auf eure Kinder und Frauen aufpasst!! Und bitte teilt diese Seite damit ganz Aschendorf bescheid weiß.

Parolen wie „Vorsicht! Wachsamer NachbarWachsamerNachbar“ (Foto unten via FB) und „Nicht mit uns!“ springen auf der FB-Seite ins Auge, die sich zudem zunächst mit dem Aschendorfer Stadtwappen schmückte. Weil das jedoch nicht gestattet war, wurde es inzwischen nach einem entsprechenden Hinweis aus dem Papenburger Rathaus von der FB-Seite entfernt.

Angeblich sind „ganz normale Bürger unserer Gemeinde und Umgebung“ in der Bürgerwehr. Auf Facebook liest man dazu altbekanntes, interpunktionsmäßig wie orthografisch ausbaufähiges Geseiere. O-Ton:

Wir wollen keine Selbstjustiz aber einen sicheren Ort in dem wir wieder leben können, ohne Angst zu haben, dass unser hart erworbenes Gut gestohlen wird oder unsere Kinder in Gefahr kommen. Sicherheit für uns alle soll an obererster Stelle stehen.

Ihr „Vertrauen in die Sicherheitskräfte“ sei nach eigenen Angaben „erschüttert“. Man rufe nicht zur Selbstjustiz auf, sondern wolle sich nur dafür einsetzen, ohne Angst vor Diebstählen, Einbrüchen oder sexuellen Übergriffen leben zu können. Die Aktivisten:

Wir stellen Transparent und offen klar das wir weder zu einer politischen Richtung noch zu irgendeiner Organisation oder Partei gehören. Die Verantwortlichen bei der Bürgerwehr Aschendorf / Papenburg sind parteilos und gegenüber jeder Person die Hilfe benötigt, neutral!“.

Die Bürgerwehr erntete allerdings sofort in zahlreichen Facebook-Kommentaren heftige Kritik, wobei kritische Kommentare „haufenweise gelöscht“ wurden. Außerdem entstand nur Stunden später auf Facebook die Gruppe „Bürgerwehr gegen die Bürgerwehr Aschendorf“  – leider auch anonym. Sie hat inzwischen knapp 250 Facebook-Likes, die Bürgerwehr etwa das Doppelte.

Bürgerwehren entstanden vor etwa drei Jahren zuerst im Osten Deutschlands, wo auch anders. Die ZEIT berichtete schon kurze Zeit später, wie eine krude „Bürgerwehr“ in Sachsen und Brandenburg Staatsmacht spiele. Seit „#Kölnhbf“ gibt es auch im Westen kein Halten mehr und mittels Facebook kann jede/r Durchgeknallte inzwischen so tun, als seien Recht wie Rechtschreibung bei ihm in besten Händen: „Ich bin kein Rechter, aber…“ In Bürgerwehren sammeln sich vor allem Rechtsextreme und Schlägertypen. Mehrfach gerieten freiwillige Ordnungshüter schon außer Kontrolle., wusste die ZEIT zu berichten: In Neuruppin standen im letzten Jahr mehrere Bewohner des Dorfes Kremmen vor Gericht, die polnische Erntehelfer verprügelt und stundenlang festgehalten hatten, weil sie sie des Einbruchs verdächtigten. Bestraft wurden sie ausgesprochen milde.

In Sachsen läuft seit Jahren ein selbsternanntes Freiwilliges Polizeihilfswerk Streife. Hinter der Gruppe verbergen sich die sog. Reichsbürger, ein Netzwerk von größtenteils  Rechtsextremen, das vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Als sie vor zwei Jahren in Bärwalde bei Dresden einen Gerichtsvollzieher festhielten und in Todesangst versetzten, konnte erst die Polizei helfen. Vor vier Wochen mussten sich die ersten vier von insgesamt 17 Beschuldigten vor dem Amtsgericht Meißen verantworten. Doch nur einer der mutmaßlichen Anhänger der Reichsbürgerbewegung erschien dabei zum Prozessauftakt und er wurde zu 22 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, die anderen werden jetzt per Haftbefehl gesucht [mehr].

Nach den Kölner Silvesterereignissen haben sich in ganz kurzer Zeit in ganz NRW Bürgerwehren nach ostdeutschem Muster gebildet, berichtet der WDR. Seit heute ist dieselbe Bewegung in der emsländischen Provinz angekommen.

Die Reaktionen seitens der nord-emsländischen Größen auf die Aschendorfer Initiative sind erfreulicherweise gleichermaßen klar und eindeutig; sie finden sich hier. Der Leiter der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim, Karl-Heinz Brüggemann, sprach von „überzogenem Aktionismus“. „Aktuell“ [er sagte wirklich „aktuell“] könne „die Polizei die objektive Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde garantieren“. In denjenigen Städten im Emsland und der Grafschaft Bentheim, in denen sich Notunterkünfte für Flüchtlinge befinden, gab es Brüggemann zufolge bislang auch keine Häufung von Straftaten wie sexuelle Belästigung, Ladendiebstahl, Bedrohung oder Sachbeschädigung. Gut zu wissen, auch dies hier.

Ab kommenden Dienstag -und damit einige Tage später als angekündigt- ziehen bis zu 1000 Flüchtlinge in die neue Notunterkunft in Aschendorf. Die seit vergangenem Oktober als Notunterkünfte genutzten Sporthallen in Lingen(Ems), Meppen und Sögel werden dann geräumt und stehen wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung.

Doppelmoral

28. Juli 2015

Vom Kraftfuttermischwerk etwas über diese schreckliche Doppelmoral mancher US-Konzerne:

Wir wissen alle, dass Facebook sich mit nackter Haut schwer tut und schnell mal den digitalen Radiergummi ansetzt. Mitunter auch dann, wenn tatsächlich nichts wirklich Anstössiges zu sehen ist.

Ganz anders agiert Facebook bei menschenverachtenden, rassistischen oder gar zur Gewalt aufrufenden Inhalten oder Kommentaren. Oder besser: manchmal agiert Facebook halt gar nicht. Nazi-Seiten können sich dort meistens recht lange halten und ihre Propaganda fahren – einige Kommentare, die nicht nur die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten, werden trotz des Meldens nicht gelöscht. Nichts Neues, aber anhand dieses Beispiels sehr gut dokumentiert.

Martin Schmitt hat vor ein paar Tagen diesen Kommentar gemeldet:

Facebook sah sich nicht gezwungen, dort irgendwie zu interagieren, der Kommentar blieb stehen.

Einen Tag später meldete Schmitt dann ein Foto zweier leicht gekleideter Menschen. Dieses wurde prompt entfernt. Mehr Doppelmoral geht kaum.

CKsjoWdW8AAExqZ

Offenbar findet Facebook es problematisch, sich liebende Menschen zu zeigen. Menschenverachtende Hasskommentare hingegen lässt man dort ohne weiteres stehen.

(Quelle; mit Dank an Ronny)

Facebook-Punkt

24. November 2014

Gerade gefunden bei Schlecky Silberstein, und es trifft die Sache so was von auf den Facebook-Punkt. Guckst & liest Du:

„Neulich lasen wir von einer Studie aus Belgien, nach der Menschen, die im Real Life am wenigsten geschissen kriegen, im Internet am meisten kommentieren. Peinlich berührt unterbrach der Autor seinen Kommentar auf Spiegel Online und stolperte dann über diese bezeichnende Zusammenfassung der Kommentare unter dem Band Aid 30 Video, das gestern Premiere feierte. Darin haben sämtliche Musik-Allstars Deutschlands mit Ausnahme von Mike Krüger einen Song gesungen, um die Spendenaktion Band Aid 30 zu promoten und gleichzeitig daran zu erinnern, dass in diesen Sekunden Menschen verrecken. Misha Anouk hat das Treiben in den Kommentaren schön zusammengetragen. Das ist unser Deutschland!

bandaid

 

 

Im Übrigen würden wir unser Leben darauf verwetten, dass von 1000 Kommentatoren maximal einer auch was abgedrückt hat. Seid cooler:

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“ (Schlecky Silberstein)

404-Leere

3. November 2014

Flankiert durch die jeglicher nachhaltiger Kritik abholden NOZ-Lokalausgaben, können Emsländer in Amt und Würden so unglaublich bräsig sein. Sie leben das Landrat-Lebensmotto: Keiner weiß es, aber wir sind unter Gottes Sonne wirklich die Besten. Kritik stört und hat da eben keinen Platz. Außerhalb der Grenzen unseres mental-emsländischen Archipels weiß es zwar keiner, aber wir wissen es.

Ein Musterbeispiel dafür ist seit Jahren die Lingener  „Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd“. Die ist traditionell selbst dann unfähig, eigene Fehler zu erkennen, auch wenn man Sie mit der Nase drauf stößt. Es könnte daran liegen, dass sie sich nicht anstrengen muss. Schon länger hat man den Eindruck, Euch stören doch nur die Fahrgäste, liebe „VGE“ – oder? Hier einmal mehr… ach, lesen Sie selbst den lesenswerten Offenen Brief an die VGE-Süd von Inga Bertel (Foto) in der unaufgeregten Facebook-Gruppe „Lingen diskutiert„:

BertelLiebe Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd,

erstmal vielen Dank an alle, die zur Zeit die NachEule wiederbeleben. Das ist eine wirklich gute Idee. Besser wäre es natürlich, man würde uns Nutzer der ersten Stunde auch wieder ansprechen und nicht nur den Sauf-Tourismus zwischen den Discotheken bewerben bzw sich nur darauf konzentrieren.
Aber vielleicht ist es auch richtig, sich primär um die jüngeren Partygänger als Zielgruppe zu bemühen. Aber, warum gibt es dann von euch die Fahrpläne als „ausgedruckte“ Bildatei? Wo ist eure Päsenz beim Kunden, wo führt ihr den Dialog?

Verlinkt doch mal wenigstens die „Fahrplaner App“. Die gibt es nämlich für Android- und iOS-Geräte! Das sind sog. Smartphones, sowas benutzen die hippen jungen Leute heutzutage. So hört man. Die genannten gibts hier, AppStore: Und hier, Google Playstore:

Wobei das nicht daran ändert, dass das „Update“ beispielsweise nicht unter den Haltestellen zu finden ist. Und der „Joker“ in Lingen ebensowenig. Ihr müsst doch keine Fahrpläne und Auskunftsdienste als Verlaufsdokumentation für die Busfahrer erstellen! Die Kunden als potentielle Fahrgäste müssen schnell und zielsicher erkennen, wie und wo sie einsteigen und mitfahren können.

Die gesamte Homepage der VGE-Süd unter www.vge-emsland-sued.de ist ein Witz! Fängt beim Layout an und hört mit der Einbindung der www.fahrplan.de Seite als „Fahrplanauskunft“ noch lange nicht auf: „Die Zahlen die hier genannt werden basieren auf dem Stand vom 14.12.2009.“? Das glaube ich euch sofort.

Die gesamte Seite ist für den Stand der Technik für das augenscheinliche Veröffentlichungsjahr 2011 schon eine Blamage. Aber drei Jahre später mit dem gleichen starren Überwurf für Inhalte von Kooperationspartnern und Verbundsmitgliedern sich weiter so durchzumogeln, das geht einfach nicht!

Stichwort „Liniennetzplan“ (Das Logo von Adobe Acrobat ist, nebenbei erwähnt, völlig veraltet und der hinterlegte Hyperlink läuft auf der Adobe-Seite in eine 404-Leere). Aber richtig gut ist Folgendes: Aufgrund dieser vielen Fremdinhalte steht auf eurer eigenen Homepage, „Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir für die Fahrplanangaben trotz sorgfältiger Übernahme keine Gewähr übernehmen können.“ – Wer sollte denn bitte sonst Verantwortung übernehmen oder zeigen? Dass dann im Liniennetzplan auch noch die Hälfte der Buslinien fehlt – oder wird die Lili bewusst von reise-freunde.de ignoriert? – macht dann den Braten auch nicht mehr fett. Schön wäre es jedoch, wenn ihr unter „Infos zu Fahrscheinen“ auch brauchbare Informationen hinterlegen könntet, beispielsweise den Preis der verschiedenen Tickets!!!! Unglaublich….

Bitte, bitte, bitte – liebe Verkehrsgemeinschaft Emsland Süd (Eigentlich jetzt mit oder ohne Bindestrich??)! Organisiert einfach weiter die Schülerbeförderung; da kann sich nämlich niemand aussuchen, ob er oder sie mitfahren will und legt die Organisation eines kundenorientierten Bussystems in unserem schönen Altkreis endlich in fähige Hände.
Und die Homepage? Löschen. Neumachen. Inklusive der E-mailadresse vge.verkehrsgemeinschaft@ewetel.net – Eine @ewetel.net-Adresse, ich fasse es nicht.
Inga Bertel, eine potentielle Kundin

Mein ps-Zusatz zur LiLi. Wer eigentlich erklärt den Busfahrern, wie man eine Strecke abfährt? Pünktlich an Haltestellen sein, nicht Minuten eher durchbrausen…

(Foto facebook)

hoffnungsloser Fall

19. Juni 2014

BeneckefotoDr. Mark Benecke, Kriminalbiologe und Spezialist für forensische Entomologie, hat auch in unserem Städtchen schon mehrmals über seine Arbeit berichtet. Benecke ist in den Medien kein Unbekannter. Trotzdem wurde er -offenbar nicht zum ersten Mal- von Beamten der Bundespolizei “auseinander genommen”, wie er selber schreibt. Diesmal in einem Zugabteil auf dem Weg aus den Niederlanden nach Deutschland. In einem Facebook-Beitrag schreibt er:

„So sieht es aus, wenn man von vier Polizistinnen mit sehr kleinen Seelen und noch geringerer Menschenkenntnis auseinander genommen und dann noch mit den Worten “Sie bestätigen wirklich jedes Vorurteil, das man gegen Leute wie Sie (gemeint waren tätowierte Menschen) hat” beleidigt wird, ohne irgend etwas getan zu haben – außer sich komplett durchsuchen zu lassen.

Bundespolizei in Deutschland: Ich schäme mich für Euch. Jeden Tag aufs Neue; denn wenn ich Euch ausbilde, seid ihr freundlich und nett, wenn ich Zug fahre, nehmt ihr mich seit Jahren immer wieder auseinander (egal, von mir aus) und beleidigt jetzt aber auch noch alle Menschen mit Tätowierungen (absolute Scheiße von Euch, superpeinlich). Warum bildet die Bundespolizei rückgratlose, unhöfliche, vorurteilsbehaftete Menschen aus, die nach einer Durchsuchung — siehe Fotos — auch noch ein totales Chaos hinterlassen?

Es waren Engländer, Niederländer und Russen im Zug. Sie alle kriegten mit, wie unprofessionell und unfreundlich Ihr seid, sobald Ihr den Hauch von Macht spürt. So sieht dann der hässlliche Deutsche im Ausland aus: Jung, wichtigtuerisch, kleinkariert, borniert und mit viel zu viel Macht ausgestattet.

Ihr lernt es einfach nicht, und wisst Ihr was? So langsam habe ich auch keinen Bock mehr, Euch BundespolizistInnen auszubilden; denn es bringt, soweit ich es erkennen kann, leider nichts. So langsam glaube ich, ihr seid ein hoffnungsloser Fall.

Live aus dem Zug und immerhin diesmal nicht sofort in Handschellen wie letztes Mal (so gesehen schon ein Fortschritt).

marky mark