Kasse machen

9. Januar 2019

Der WDR hat’s getan, und in unserer Stadt muss man bei all der Geldorientierung unserer kommunalen Selbstverwaltung einerseits und phänomenalen Preissteigerungen einzelner Bilder der kommunalen Kunstsammlung andererseits im Zweifel auch damit rechnen. Um was geht es? Es geht darum, mit Kunst Kasse zu machen. Das will auch das niederländische Königshaus. Niederlande.net berichtet über’s Kasse machen bei „Konings“:

Die Königsfamilie der Niederlande lässt erneut Kunstwerke versteigern. Am 30. Januar versteigert das Auktionshaus Sotheby’s in London und New York Kunstgegenstände, die aus der Sammlung des niederländischen Königshauses (Standarte unten) stammen. Versteigert werden dreizehn Zeichnungen alter Meister und zwölf Kavelingen mit chinesischem Porzellan, Geschirr und Silberbesteck. Die Versteigerung könnte ungefähr 3,5 Millionen Euro einbringen.

Wer die Kunstgegenstände zur Versteigerung freigegeben hat, wollen das Regierungspresseamt (RVD) und Sotheby’s nicht bekanntgeben. Im Katalog der Londoner Versteigerung steht lediglich die Information „property of a princess“. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass Prinzessin Christina, die jüngste Tochter von Juliana, die Verkäuferin sein muss. Sie verkaufte bereits in der Vergangenheit mehrmals Kunstobjekte. Die Zeichnungen, die am 30. Januar in New York angeboten werden, stammen aus der berühmten Kollektion von Wilhelm II. und seiner Gattin Anna Paulowna. Das bekannteste Kunstobjekt stellt eine Zeichnung von Peter Paul Rubens dar, deren Versteigerungswert auf 2,5 bis 3,5 Millionen Euro geschätzt wird. Die Holzkohlezeichnung, die einen muskulösen jungen Mann zeigt, ist eine Vorstudie für ein Altarbild in der Liebfrauenkathedrale in Antwerpen gewesen. Die Zeichnung des niederländischen Großmeisters wurde oftmals ausgestellt und wird vielfach in der Literatur beschrieben. 1959 wurde die Zeichnung der Sammlung von Königin Wilhelmina zugeschrieben, danach war Königin Beatrix die Eigentümerin.

Die Verkleinerung der Kunstsammlung ist mittlerweile eine Oranje-Tradition mit einer langen Vorgeschichte. Der letzte große Kunstsammler der Königsfamilie war Wilhelm II., der sich bei seinem russischen Schwager Nikolaus I. eine Millionen Gulden lieh, um sich Kunst kaufen zu können. Nach seinem plötzlichen Tod 1849 hatte Wilhelm II. einen großen Schuldenberg angehäuft. Nikolaus I. wollte Wilhelm II. die Schulden im Tausch gegen die Kunstsammlung erlassen, doch die Familie beharrte darauf, dass die Versteigerung sinnvoller sei. Mehrere Werke von Raphael, Michelangelo und Leonardo da Vinci und 192 Gemälde alter Meister wurden damals verkauft und brachten 771.059 Gulden ein. Noch heute sprechen Kunsthistoriker mit Wehmut von der damaligen Versteigerung, die im August 1850 stattfand. Ausländische Kunstsammler ersteigerten die Objekte und die Kunstsammlung des niederländischen Königshauses wurde drastisch verkleinert.

Auch die Zeichnungen, die Sotheby’s jetzt anbieten, sind nicht die ersten Reststücke aus der Sammlung von Wilhelm II., die verkauft werden. 1988 ließ Prinz Bernhard zwei Gemälde versteigern. Der Ehemann von Königin Juliana schenkte den Ertrag nicht wie angekündigt dem WWF, sondern verwendete das Geld für ein Privatprojekt. 2013 verkauften die Enkelkinder von Juliana ein Gemälde des javanischen Künstlers Raden Saleh. Davor hatte ein unbekanntes Mitglied der Königsfamilie 2012 den Atlas Munnicks van Cleeff, eine Sammlung von 1.200 Zeichnungen aus dem 17. Und 18. Jahrhundert von der Stadt und Provinz Utrecht, für einen Millionenbetrag verkauft. Die Verkäufe aus den Jahren 2012 und 2013 wurden erst 2016 öffentlich gemacht, worauf die niederländischen Kunsthistoriker mit heftiger Kritik reagierten – denn die Königsfamilie hatte die Gemälde und Kunstobjekte nicht zuerst niederländischen Museen angeboten, sondern diese direkt versteigern lassen.

Die Tageszeitung NRC Handelsblad hat das RVD auf die erneute Versteigerung von Kunstobjekten der Königsfamilie angesprochen. Laut dem RVD sind die Besitzer von Privatsammlungen in den Niederlanden dazu bemächtigt, ihre Kunstobjekte versteigern zu lassen, wenn dabei alle rechtlichen Prozeduren berücksichtigt werden – und das sei auch bei dieser Versteigerung der Fall. Außerdem habe das Presseamt bestätigt, dass Prinzessin Juliana die Objekte Erben vermacht hatte.

Salima Belhaj (Foto lks) von der Partei D66 fordert nun, dass Ministerpräsident Mark Rutte noch vor der Versteigerung an das Königshaus appelliert und sich für einen Verbleib der Kunst im eigenen Land ausspricht. Vor der Versteigerung solle zuerst erfragt werden, ob niederländische Museen Interesse an dem Werk Rubens haben. Belhaj hofft, dass die Zeichnung der niederländischen Gesellschaft auf diese Weise erhalten bleibt. Außerdem wünscht sie sich, dass bei zukünftigen Kunstobjekten der Königsfamilie immer so verfahren wird.

Auch die Vereniging Rembrandt (dt. „Verein Rembrandt“) hat bereits ihre Hilfe angeboten. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, niederländische Museen beim Ankauf von Kunst zu unterstützen. Sollte ein niederländisches Museum einen Versuch unternehmen, die Kunstobjekte zu kaufen, würde der Verein dieses Museum unterstützen, um so dabei zu helfen, dass die Zeichnungen in den Niederlanden bleiben können. Allerdings muss die Verkäuferin der Kunstobjekte natürlich dazu bereit sein, die Kunstobjekte von der anstehenden Versteigerung zurückzuziehen und dementsprechend vermutlich auf viel Geld zu verzichten.

 

(Quelle: Niederland.net)

Blokkeerfries

19. Dezember 2018

Vor einer Woche wurde das niederländische Wort des Jahres 2018 bekannt gegeben: Das Wort „Blokkeerfries“ hat das Rennen gemacht und mit einer deutlicher Mehrheit von 55 Prozent gewonnen. Jährlich kürt die niederländische Wörterbuch-Institution Van Dale das niederländische Wort des Jahres. Van Dale zufolge ist ein „Blokkeerfries“ „eine der Personen, die in Friesland eine Blockade errichtet hat, um zu verhindern, dass andere gegen bestimmte Aspekte der Sinterklaas-Tradition demonstrieren.“ Ein „Blokkeerfries“ könne dementsprechend auch als Verteidiger der Sinterklaas-Tradition angesehen werden. Frei übersetzt könnte das Wort im Deutschen „Blockadenfriese“ lauten.

Auf den zweiten Platz der Wahl, an der immerhin 28000 Niederländerinnen und Niederländer teilnahmen, kam das Wort „Yogasnuiver“ (yoga sniffer) ein Spottbegriff, den ein niederländischer Polizeiführer für einen Menschen prägte, der vorgeblich  gesundheitsbewusst lebt – eingeschlossen allerdings immer wieder Kokain und Partydrogen .

Quellen: Niederlande.Net und Dutchnews; Foto Blokkeerfries )

over de grens

15. Dezember 2018

Zum Wochenende ein wenig trockene Statistik aus dem Nachbarland:

In Europa sind die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden unvergleichlich. 2017 wurden Waren und Dienstleistungen im Wert von 177,3 Milliarden Euro über die deutsch-niederländische Grenze gehandelt. Das allein zeigt, wie eng die Volkswirtschaften beider Länder miteinander verflochten sind. Weltweit wird die deutsch-niederländische Integration nur noch von den USA und Kanada übertroffen. Besonders wichtig für die deutsch-niederländischen Wirtschaftsbeziehungen ist unzweifelhaft das Geschehen entlang der Grenze. Gemeinsam mit den Partnern aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hat das Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) jetzt die Grenzwirtschaft unter die Lupe genommen.

Ausschlaggebend für den Vergleich zweier Wirtschaftsstrukturen ist die Bruttowertschöpfung. Dabei handelt es sich um die Gesamtheit aller Güter und Dienstleistungen, die alle Branchen einer Volkswirtschaft innerhalb eines gewissen Zeitraums produzieren. Der Gesamtbetrag der Bruttowertschöpfung wird schließlich in den jeweils geltenden Marktpreisen ausgedrückt. Für das Jahr 2015 weist die CBS-Studie über die Wirtschaft an der deutsch-niederländischen Grenze aus, dass die Bruttowertschöpfungen in den deutschen Bundesländern höher liegen als in den Niederlanden. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erwirtschafteten an der Grenze gemeinsam rund 815 Milliarden Euro, während die niederländische Grenzregion es auf 615 Milliarden Euro bringt.

Zunächst mag zwar auffallen, dass die Niederlande ungefähr ein Viertel weniger im Untersuchungszeitraum erwirtschaftet haben als die beiden benachbarten Bundesländer. Betrachtet man jedoch den Beitrag, den jeder einzelne Arbeitnehmer zur Bruttowertschöpfung geleitet hat, relativiert sich dieser Eindruck. Die sogenannte Arbeitsproduktivität liegt in den Volkswirtschaften nämlich ähnlich hoch: Während die Niederlande und Niedersachen im Vergleich eine nahezu identische Arbeitsproduktivität aufweisen, können die Niederlande verglichen mit Nordrhein-Westfalen sogar ein Plus herausholen. Insgesamt sind die Arbeitnehmer an der niederländischen Grenze also am produktivsten.

Nimmt man die jeweiligen Branchen in den Blick, die an der Grenze für die Niederlande, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen eine wichtige Rolle spielen, zeigen sich Unterschiede. So dominiert das produzierende Gewerbe (ohne das Baugewerbe) in den meisten Kreisen Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens im Grenzgebiet deutlich. Auf niederländischer Seite spielen in der Grenzregion dagegen Dienstleistungen im öffentlichen Sektor, der Erziehung, Gesundheit und in den Privathaushalten eine vordergründige Rolle. Trotz aller Unterschiede weisen die Wirtschaftsstrukturen im Großen und Ganzen aber Ähnlichkeiten auf.

In einer früheren Studie untersuchte das CBS bereits den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt. Demnach pendelten 2016 rund 38.000 Menschen aus Deutschland zur Arbeit in die Niederlande (NiederlandeNet berichtete). Auffällig ist dabei, dass die Arbeitnehmer aus Deutschland oft unterdurchschnittlich verdienen. Eine weitere Arbeitsmarktstudie nahm jetzt die Arbeitsverhältnisse genauer in den Blick. Hierbei zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden, denn: In der niederländischen Grenzregion sind 54 Prozent der Arbeitnehmer in einem Teilzeitarbeitsverhältnis beschäftigt. Das sind fast doppelt so viele wie auf der deutschen Seite, denn dort liegt der Anteil der Teilzeitarbeitnehmer bei 28 Prozent. Was allerdings beide Grenzregionen eint: Die Teilzeitarbeit ist überwiegend weiblich. Sowohl in den Niederlanden (83 Prozent) als auch in Deutschland (52 Prozent) wird Teilzeitarbeit eindeutig häufiger von Frauen verrichtet.


Ein Beitrag auf NiederlandeNet

aussetzen

12. Dezember 2018

Dasjenige Land, in dem Geflüchtete zum ersten Mal europäischen Boden berühren, ist für das Asylverfahren zuständig. So will es das sogenannte Dublin-III-Abkommen der EU. Aufgrund dieser Regelung werden regelmäßig Schutzsuchende innerhalb der EU rückgeführt. Die Niederlande haben nun jedoch beschlossen, Rückführungen geflüchteter Familien mit minderjährigen Kindern nach Italien vorläufig auszusetzen. Grund hierfür ist eine Gesetzesänderung der italienischen Regierung, die nach Auffassung der niederländischen Zuwanderungs- und Einbürgerungsbehörde  den Aufenthalt in Italien zu unsicher macht.

Die Gesetzesänderung der italienischen Regierung, bestehend aus der populistischen Bewegung Cinque Stelle und der regionalistischen Lega Nord, sieht gravierende Neuregelungen im dortigen Asylrecht vor. In Italien dürfen demnach nur noch Geflüchtete und unbegleitete Minderjährige Zugang zu einer Unterkunft erhalten, wenn sie eine Aufenthaltsgenehmigung vorweisen können. Der Aufenthalt in Asylbewerberheimen soll darüber hinaus auf ein halbes Jahr begrenzt werden. Für den Schutz der Asylsuchenden sollen die Gelder aus dem italienischen Haushalt des Weiteren drastisch gekürzt werden. Die Folge der Gesetzesänderung wird sein, dass zahlreiche Schutzsuchende obdachlos werden. Die Neuregelung, mit der illegale Einwanderung bekämpft werden soll, werde deshalb das glatte Gegenteil bewirken, sagen Kritiker. Rund 60.000 Menschen würden durch das Migrations- und Sicherheitsgesetz, so der Name des neuen Gesetzes, illegalisiert. Die Vereinten Nationen führten, dass dadurch die Geflüchteten anfälliger für Drogen- und Menschenhandel würden und sich die Sicherheitslage in Italien zuspitzen werde.

Jetzt prüft der IND, ob der Aufenthalt von geflüchteten Familien mit minderjährigen Kindern in Italien noch sicher ist. Solange die Untersuchungen laufen, werden keine Familien mehr nach Italien abgeschoben. Auch der Raad van State, ein Beratungsorgan der niederländischen Regierung, wird sich mit der Frage befassen. Die Geflüchtetenorganisation VluchtelingenWerk Nederland ruft die niederländische Regierung indes dazu auf, denjenigen Personengruppen, die von der italienischen Gesetzesänderung berührt sein werden, eine Asylverfahren in den Niederlanden in Aussicht zu stellen.

Erst kürzlich kam in den Niederlanden, wie NiederlandeNet berichtete, die Debatte um das sogenannte Kinderpardon auf. Mit dem Kinderpardon würde das Bleiberecht geflüchteter Kinder verbessert. Für das Kinderpardon engagierte sich auch das VluchtelingenWerk, das darüber hinaus eine Verbesserung der Lebenssituation von geflüchteten Familien, insbesondere deren Kinder, in den Niederlanden anmahnt. In einem Manifest, das die NGO gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Organisationen verfasst hat, wird bei zehn Punkten deutlicher Nachholbedarf angemeldet. So hätten geflüchtete Familien unter anderem einen schweren Stand auf dem Wohnungsmarkt und keinen geregelten Zugang zur Gesundheitsversorgung. Auch wären Schulbesuche von geflüchteten Kindern noch immer keine Selbstverständlichkeit. Zudem müsse die Sicherheitslage junger Mädchen in den Asylbewerberheimen verbessert werden.

 

[Ein Beitrag von Niederlande.Net]

„Liebe Kitty,…“ – mit dieser Anrede beginnt Anne Frank jeden Eintrag ihres weltberühmten Tagebuchs. Entstanden ist das Tagebuch in einem Hinterhaus in der Amsterdamer Prinsengracht, in dem sich das junge Mädchen rund zwei Jahre lang mit ihrer Familie und anderen Juden vor den Nazis versteckt hielt. Heute befindet sich in dem Versteck ein Museum, das die Geschichte Anne Franks ebenso lebhaft wie mitreißend erzählt. Nach einer zweijährigen Renovation wurde das Anne-Frank-Haus vergangene Woche wiedereröffnet.

Eröffnet wurde das Museum in der vergangenen Woche von König Willem-Alexander und jungen Mitgliedern der Anne-Frank-Stiftung, die sich gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung engagiert. Das Museum wurde zwar umgebaut, das Hinterhaus selbst, in dem sich die Familie Frank versteckte, allerdings nicht. Neu in der Ausstellung sind etwa Darstellungen über den Kriegsverlauf in Amsterdam sowie die Judenverfolgung in ganz Europa. Auch wird Bildmaterial ausgestellt, das die Lebensumstände im Unterschlupf veranschaulichen soll. Der neu hinzugefügte historische Kontext in der Ausstellung ergibt sich aus der Tatsache, dass die meisten Museumsbesucher ausländische Touristen unter 25 Jahren sind. Ihnen soll das Geschehen des Zweiten Weltkrieges, der Shoah und des Naziterrors so ausführlich wie möglich nahegebracht werden.

Zudem wurden auch organisatorische Änderungen am Museum vorgenommen. Wer ab jetzt das Anne-Frank-Haus besuchen möchte, muss ein Ticket online erwerben. Die Eintrittskarten werden zu 80 Prozent zwei Monate im Voraus zum Verkauf angeboten. Die restlichen 20 Prozent können bis zu einem Tag vor  Museumsbesuch erworben werden. Durch die Neuerung müssen die Besucher nicht mehr stundenlang vor der Museumstür an der Prinsengracht Schlange stehen. Denn Jahr für Jahr zieht das Anne-Frank-Haus 1,2 Millionen Menschen an, die die Lebensgeschichte der im KZ Bergen-Belsen gestorbenen Jüdin nachempfinden wollen.

Anne Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. 1934 emigrierte die Familie Frank in die Niederlande, um der Verfolgung durch die Nazis zu entkommen. Mehrere Male versuchte Otto Frank, Annes Vater, einen Antrag auf Asyl in den USA zu stellen, doch die Anfragen wurden nie vollständig bearbeitet. Am 4. August 1944 wurden die Familie Frank und die anderen untergetauchten Juden verraten und deportiert. Nur zwei Monate vor der Befreiung des KZ Bergen-Belsen durch sowjetische Truppen verstarben Anne Frank und ihre Schwester Margot, getrennt von ihren Eltern, an Erschöpfung und Typhus. Das Tagebuch, das Anne führte, verfasste sie vollständig auf Niederländisch. Es wurde von der Haushälterin Miep Gies an Otto Frank, der den Holocaust überlebte, übergeben und später mit leichten Änderungen veröffentlicht. Der Weltbestseller gilt als bedeutendes Dokument der Grausamkeit im Zweiten Weltkrieg.

(Quelle: NiederlandeNet, Foto Anne-Frank-Haus, via flickr)

Feuerwerksfreie Zonen

19. November 2018

In den Niederlanden wurde im vergangenen Sommer erneut die Diskussion über Feuerwerksverbote eröffnet, als die Parteien D66 und ChristenUnie Zuspruch für ihren Antrag erhielten, der es Gemeinden ermöglichen soll, eigenmächtig über ein Feuerwerksverbot zu entscheiden. Vorerst müssen Gemeinden, die ein Verbot erwirken wollen, vor dem Gericht stichhaltige Argumente anführen. In den niederländischen Gemeinden herrscht Uneinigkeit über die Nutzung von Feuerwerkskörpern, einige Städte wünschen sich ein striktes Verbot, andere fordern die Bürger dazu auf, sich innerhalb der Nachbarschaften abzusprechen und aufeinander einzugehen.

Der Untersuchungsrat für Sicherheit hatte der Regierung im vergangenen Jahr empfohlen, Böller und Raketen für Konsumenten zu verbieten, doch das Kabinett entschied sich aufgrund „unzureichender Unterstützung“ gegen ein Verbot. Die Parteien D66 und ChristenUnie gehören jedoch zu den Gegnern der Feuerwerke, während die VVD und die CDA dem Feuerwerk gegenüber toleranter eingestellt sind. Im kommenden Jahr soll den Feuerwerksgegnern entgegengekommen werden: Die Gemeinden sollen dann selbst entscheiden dürfen, ob sie ein Feuerwerksverbot verhängen oder nicht. Viele Gemeinden betrachten diese Vorgehensweise skeptisch, denn wenn eine Gemeinde ein Verbot ausspreche, würde das nur zu einem Feuerwerkstourismus in anderen Gemeinden führen.

Zunächst verändert sich in Bezug auf Feuerwerksverbote nichts. Trotzdem werden Feuerwerksverbote in vielen Gemeinden thematisiert und verschiedenen Herangehensweisen getestet. Um feuerwerksfreie Zonen beantragen zu können, müssen die Gemeinden aufzeigen, dass es andernfalls zu Schäden oder Lärmbelästigung kommen könnte. In Deutschland ist das Zünden von Feuerwerkskörpern in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Alten- und Kinderheimen und Reet- und Fachwerkhäusern grundsätzlich verboten. In den Niederlanden wurde in einigen Gemeinden das Verbot für die Bereiche um Kirchen erwirkt, damit die Bürger ungestört dem Neujahrsgottesdienst beiwohnen können. Auch in der Nähe einiger Krankenhäuser wurde ein Feuerwerksverbot verhängt.

Auf kommunaler Ebene scheiden sich beim Thema Feuerwerksverbot offensichtlich die Geister. Oftmals setzen sich die Parteien GroenLinks und die Partij voor de Dieren für Verbote ein – auch auf nationaler Ebene. Die ChristenUnie und die SGP setzen sich meistens auf kommunaler Ebene für das Verbot ein, während die D66 sich vor allem im Gelderland für das Verbot ausspricht und die SP in Purmerend. Oft wird das Verbot von den Parteien also nur in bestimmten Gemeinden oder Provinzen unterstützt.

Eine Alternative für ein örtliches Verbot stellten in den vergangenen Jahren die freiwilligen feuerwerksfreien Zonen dar. Bürger können gemeinsam beschließen, ihre Straße oder ihr Viertel feuerwerksfrei zu halten. Von der Gemeinde erhalten sie dafür meist jedoch nur ein paar Schilder – das Verbot muss von den Bürgern selbst durchgesetzt werden. Feuerwerksfreie Zonen wurden in diesem Jahr für Tilburg, Almere, Delft, Borne, Zoetermeer und Oegstgeest angekündigt. Das Gelderländer Dorf Leur, das ca. 130 Einwohner zählt, hat sich selbst freiwillig zu einer vollständig feuerwerksfreien Zone erklärt.

Im grenznahen Enschede wurde im vergangenen Jahr ein sogenanntes G1000-Treffen organisiert, bei dem 1000 Einwohner über das Thema Feuerwerk diskutierten. Bei diesem Treffen wurde beschlossen, feuerwerksfreie Zonen einzurichten, was auch in diesem Jahr wiederholt werden soll. Enschede ist bei dem Thema sensibilisiert. Die Explosion der Feuerwerksfabrik S.E. Fireworks dort ist unvergessen. Sie kostete am 13. Mai 2000 ingesamt 23 Menschen das Leben, 947 Personen wurden verletzt und das nördlich des Stadtzentrums gelegene Stadtviertel Roombeek verwüstet.

Viele Gemeinden sind froh darüber, dass sie sich vorerst nicht entscheiden müssen, feuerwerksfrei zu werden oder nicht. Sie möchten sich zuerst ein Bild darüber machen, wie die Bürger zu dem Thema stehen. Bisher haben landesweite Umfragen ergeben, dass die Mehrheit der Niederländer ein Verkaufsverbot für Böller und Raketen befürworten würde.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Organisation von öffentlichen Feuerwerkshows, so könnten mehr Bürger vom privaten Feuerwerk absehen und einem professionellen Feuerwerk beiwohnen. Auch die bessere Aufklärung in Schulen spielt in den Debatten über das Feuerwerksverbot immer wieder eine wichtige Rolle.

Einige Gemeinden möchten jetzt Feuerwerkszonen errichten – dann wäre das Zünden von Feuerwerkskörpern ausschließlich an diesen Orten erlaubt. Amsterdam und Rotterdam haben diese Regelung bereits für das kommende Jahr angekündigt. In Leiden wurde in diesem Sommer ein Antrag mit einem Phasenplan von der Partij voor de Dieren angenommen, um möglichst bald ein feuerwerksfreies Leiden realisieren zu können.

(Text/Quelle: NiederlandeNet. Foto: Feuerwerk vom 31.12.17 auf den 1.1.18 im EuroParcs Susteren, NL Ein Foto via flickr von Sebastian Bartoschek, CC BY 2.0)

38.000 aus Deutschland

6. November 2018

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat die Europäische Union einen entscheidenden Vorteil: Wer Arbeit sucht, wird nicht von Nationalgrenzen aufgehalten. Rund 38.000 Arbeitnehmer aus Deutschland machen von dieser Regelung Gebrauch und pendeln zur Arbeit in die Niederlande. Besonders viele Arbeitnehmer aus der Bundesrepublik finden sich in den Grenzprovinzen Limburg (28 Prozent) und Gelderland (22 Prozent), die im Osten des Landes liegen.

Die Studie, die das Zentrale Statistikamt CBS kürzlich veröffentlichte, bezieht sich auf das Jahr 2016. Darin ist die Rede von Arbeitnehmern, die aus Deutschland zur Arbeit einreisen. Unter diese Kategorie fallen deshalb auch Arbeitnehmer, die keinen deutschen Pass haben, aber dennoch in der Bundesrepublik wohnhaft sind. So zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass die meisten aus der Bundesrepublik pendelnden Arbeitnehmer niederländische Staatsangehörige (17.000) sind. Hinzu kommen 14.000 Deutsche und 4.000 Polen, die zwar in Deutschland wohnen, aber im nordwestlichen Nachbarland arbeiten.

Auch zeigt das CBS diejenigen Branchen auf, in denen Arbeitnehmer aus Deutschland besonders oft einer Berufstätigkeit nachgehen: Mit 27 Prozent sind diese am häufigsten in der Vermietungsbranche und dem übrigen Dienstleistungssektor angestellt. Zu diesem Wirtschaftszweig zählen zum Beispiel Leiharbeitsfirmen. Verglichen mit den in den Niederlanden lebenden Arbeitnehmern finden Beschäftigte aus der Bundesrepublik darüber hinaus eine Stelle in der Industrie (D: 17,3 Prozent; NL: 9,3 Prozent) sowie in der Logistikbranche (D: 9 Prozent; NL: 4,6 Prozent).

Obwohl die Pendlerströme zunächst erfreulich sind, weist das CBS allerdings auf ein Problem hin: Wer aus Deutschland zur Arbeit ins Nachbarland fährt, verdient oft unterdurchschnittlich. In der Tat ist mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer aus der Bundesrepublik im Niedriglohnsegment beschäftigt und verdienen nur zwischen 10 und 20 Euro pro Stunde. Der Grund: Gerade im Bereich Vermietung und sonstige Dienstleistungen, also dort, wo Berufspendler aus Deutschland zahlenmäßig überwiegen, kommt Leiharbeit häufiger vor. Daneben verdienten 2016 im selben Sektor besonders viele Arbeitnehmer, nämlich 14 Prozent, nur den gesetzlichen Mindestlohn. Zum Vergleich: Arbeitnehmer aus Belgien, die mit 40.000 Grenzpendlern größte Gruppe, verdienen deutlich besser und sind im Hochlohnbereich sogar überrepräsentiert. Bei den Spitzenstundenlöhnen ab 70 Euro übertreffen die Pendler aus Belgien (3,5 Prozent) beispielsweise sowohl die Niederländer (weniger als 1 Prozent) als auch die Arbeitnehmer aus Deutschland (1,6 Prozent) eindeutig.

Des Weiteren weist das CBS auf eine weitere Auffälligkeit hin: Die meisten Pendler aus Deutschland sind Männer. Während sich bei der niederländischen Berufsbevölkerung ein relativ ausgeglichenes Bild zeigt (52 Prozent männliche, 48 Prozent weibliche Beschäftigte), haben die deutschen Grenzpendler mit 68 Prozent einen deutlichen Männerüberschuss.

 

(Quelle/gefunden bei: NIederlandeNet)

Tödden und Hollandgänger

23. Oktober 2018

Tödden und Hollandgänger
Ausstellung über Arbeitsmigration zwischen Deutschland und den Niederlanden
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 28 b
noch bis Sonntag, 3. Februar 2019
Dienstag – Sonntag 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr,
Weihnachten und Neujahr geschlossen

Erwachsene: 4,- €, Kinder: 2,- €
Mit dem 5-Musea-Ticket:  Erwachsene 3,- €  Kinder 1,5 €
Das 5-Musea-Ticket ist an der Museumskasse kostenlos erhältlich.

An das Schicksal der Hollandgänger, die einst als Wanderarbeiter zum Grasmähen und Torfstechen in die Niederlande ziehen mussten, erinnert eine neue Ausstellung im Lingener Emslandmuseum.

Unter dem Dach des „Geschichtsnetzwerks“ der Ems-Dollart-Region haben das Emslandmuseum und das Fries Landbouw-Museum in Leeuwarden gemeinsam eine Ausstellung zur Geschichte der Arbeitsmigration zwischen Deutschland und den Niederlanden produziert, die am vergangenen Sonntag im Lingener Museum eröffnet wurde.

Die Ausstellung zeigt insbesondere die Lebensverhältnisse der Hollandgänger, die als Saisonarbeiter ein kümmerliches Dasein fristen mussten, sowie die Geschäfte der „Tödden“, die als Wanderhändler in die Niederlande zogen und von denen es einige zu sagenhaftem Reichtum brachten.
Die beiden Ausstellungsmacher Dr. Andreas Eiynck aus Lingen (Ems) und Henk Dijkstra aus Leeuwarden erklären aber nicht nur die Ursachen und Hintergründe der einstigen Arbeitsmigration. Sie haben sich in der Heimatregion Emsland und in der Arbeitsregion Friesland auf die historische Spurensuche begeben und schildern die damaligen Geschehnisse am Beispiel konkreter Personen und Familien. Auf einem Bauernhof in Friesland wurden Briefe von emsländischen Hollandgängern aufbewahrt, die auch persönliche Kontakte zwischen den niederländischen Bauern und den deutschen Wanderarbeitern dokumentieren. Solche langjährigen Kontakte in die Niederlande hatten auch die Verwandten des Hollandgängers Knapp Gerd alias Gerd Kruis, die nach seiner Mordtat an einem Kameraden und der anschließenden Hinrichtung ihres Familienmitglieds allesamt in die Niederlande zogen. Bei den Nachfahren der einstigen Wanderhändler sind manchmal noch uralte Geschäftspapiere überliefert, die einen Eindruck vom Umfang der Handelsbeziehungen und dem Ablauf einer Handelssaison vermitteln. Besonders häufig wurden die Forscher dabei im einstigen Töddendorf Schapen fündig, aber auch in Beesten und Freren.
Die Ausstellung zeigt wichtige Reisestationen und authentische Reiseutensilien wie den letzten erhaltenen Wanderstab eines Lingener Hollandgängers, außerdem Andenkenstücke von der Saisonarbeit mit niederländischen Motiven und Inschriften sowie die typischen holländischen Tabaksdosen, die man im Rucksack oder in der Hosentasche leicht transportieren konnte. Bei den Hollandgängern wie bei den Wanderarbeitern war es damals sehr populär, Haus und Wohnung mit solchen Accessoires zu dekorieren und damit auf die weitreichenden Arbeitskontakte hinzuweisen. Sicher boten solche Stücke auch Anlass zu Gesprächen über Reiseerlebnisse und Erfahrungen in Holland, denn gerade für die jüngere Arbeitsmigranten war die Wanderarbeit immer auch ein Stück Abenteuer.
Ein Highlight der Ausstellung bilden die fast 400 Gold- und Silbermünzen, die kurz nach 1684 unter einem Töddenhaus in Schapen vergraben und 1969 bei Bauarbeiten zufällig entdeckt wurden. Im vergangenen Jahr gelang es nun endlich, den damaligen Besitzer des Schatzes zu ermitteln. Es war der unverheiratete und kinderlose Kaufmann Johann von Brandlegt, der damals auf dem Gelände der späteren Hüberts’schen Handelsschule wohnte und bei seinem Tod 1685 das Geheimnis des Schatzes mit in sein Grab nahm.
Die Ausstellung ist bis Anfang Februar 2019 im Emslandmuseum Lingen zu sehen und wird anschließend im Fries Landbouw-Museum in Leeuwarden präsentiert.

Forever Amy

6. Oktober 2018

Forever Amy
Met de originele band van Amy Winehouse
Winschoten (NL) – De Klinker
Mi, 16.10.2018 – 20 Uhr

Tickets: ab € 23,50

Vijfendertig jaar zou ze afgelopen september zijn geworden, de razendpopulaire Britse jazz- en soulzangeres, Amy Winehouse. Helaas overleed de zangeres in 2011 op 27-jarige leeftijd. Toch wordt haar muziek nog altijd in leven gehouden. ‘Forever Amy’ is een overweldigende reis door de muziek en liveoptredens van Amy Winehouse. De originele band van Winehouse speelt samen met de Italiaanse zangeres Alba Plano een eerbetoon aan Winehouse haar beste muziek. Op woensdag 17 oktober is de show te zien in de Grote zaal van Cultuurhuis De Klinker.

Amy Winehouse wilde niet naar de ‘Rehab’ en belandde op 23 juli 2011 in de roemruchte Club van 27. Haar onstuimige, extravagante leven was een razendsnelle afwisseling van hoogtepunten en diepe dalen, en leverde een aantal memorabele albums op. ‘Forever Amy’ is een ontroerend eerbetoon aan de muziek en het leven van La Winehouse. Het Siciliaanse jazz- en soulwonder Alba Plano doet, qua stem en presentatie, vergeten dat Amy niet zelf op het podium staat. Zij wordt begeleid door Amy’s oorspronkelijke bandleden, die de jazzdiva door en door kenden en met deze show haar prachtige muzikale nalatenschap levend willen houden.

Dit eerbetoon aan Amy Winehouse wilt u niet missen! Kaarten voor de voorstelling Forever Amy zijn te verkrijgen bij de theaterkassa van De Klinker of via de www.indeklinker.nl.


IDEAAL GELEGEN

Cultuurhuis De Klinker is ideaal gelegen in het centrum van Winschoten en is gemakkelijk en snel te bereiken vanaf de Rijksweg A7. Het treinstation van Winschoten is op ongeveer 10 minuten loopafstand. U en uw gasten kunnen de auto gratis parkeren op het parkeerterrein dat direct naast het cultuurhuis gelegen is. Vanaf de stad Groningen is Cultuurhuis De Klinker per auto binnen ca. 20 minuten te bereiken.

PARKEREN
Naast Cultuurhuis De Klinker is een parkeerplaats gelegen waart u gratis kunt parkeren. Rondom De Klinker zijn ca. 300 parkeerplaatsen.

Austeritäts-Haushalt

27. September 2018

Der unsoziale Austeritäts-Haushalt der niederländischen Mitte-Rechts-Regierung trifft auf Proteste. Seit Beginn dieses Jahres gab es mehr Streiks als im gesamten letzten Jahr, das mit 32 Arbeitsniederlegungen bereits den höchsten Stand seit 1989 erreicht hatte.  Am kommenden Dienstag wollen Zehntausende in den Haag gegen diese Politik demonstrieren. Niederlande.net berichtet über die Fortsetzung der Aktionen gegen den Haushalt der Regierung in dem 17-Mio-Nachbarstaat:

„Die Debatten um den Haushaltsplan der niederländischen Regierungen bestimmen nach wie vor das politische Geschehen in Den Haag. Am Prinsjesdag wurde der Entwurf der Regierung für das neue Haushaltsjahr präsentiert, danach begannen die Haushaltsdebatten, die zu den Höhepunkten im Parlamentsjahr zählen. Wie viel Geld wofür ausgegeben werden soll, wo eingespart werden muss und welche Ziele sich das Kabinett unter Mark Rutte setzt, können Sie hier nachlesen…“

Besonders benachteiligt sehen sich die niederländischen Grundschullehrer, die im Zentrum der Proteste stehen. „Seit über einem Jahr haben wiederholt Tausende von ihnen gestreikt und gegen ihre niedrige Bezahlung und steigende Arbeitsbelastung protestiert. Der größte Protest fand am 5. Oktober letzten Jahres mit 60.000 Lehrern in Den Haag statt, dem Sitz von Regierung und Parlament. Ein Jahr danach, am Dienstag den 2. Oktober, wollen die Lehrer – diesmal gemeinsam mit anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst – erneut in Den Haag demonstrieren. (…) In keiner anderen Berufsgruppe ist die Zahl der chronisch Überarbeiteten so hoch. Auch die Bezahlung der Grundschullehrer liegt weit unter dem Durchschnitt. Mit einem Ausgangsgehalt von monatlich 2.346 Euro verdienen sie rund 30 Prozent weniger als der durchschnittliche Akademiker. Das führt dazu, dass immer weniger sich für diesen Beruf entscheiden.

Für den Grundschulsektor werden in den nächsten zehn Jahren fast 11.000 unbesetzte Stellen vorhergesagt. Die anhaltenden Proteste haben jedoch zu keiner erheblichen Verbesserung der Situation geführt. Die Gewerkschaften haben einen ab September geltenden neuen Tarifvertrag für Grundschullehrer ausgehandelt, der lediglich ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent und eine Einmalzahlung von 750 Euro vorsieht. Die niederländische Regierung wies darauf hin, dass sie zusätzliche 270 Millionen Euro in die Gehälter investiere. Die Grundschullehrer hatten jedoch 1,4 Milliarden Euro mehr verlangt…“
(Gelesen im Artikel „Niederlande: Streik- und Protestwelle im öffentlichen Dienst“ von Harm Zonderland und Dietmar Henning am 25. September 2018 bei wsws)