HOLLYWOOD VAMPIRES
ALICE COOPER – JOHNNY DEPP – JOE PERRY 

„LIVE 2020“
Lingen (Ems) – EmslandArena Open Air
23. August 2020

Exklusiver Presale: Heute, Dienstag, 19.November 2019, seit 10:00 Uhr bei allen Reservix- Vorverkaufsstellen und auf http://www.reservix.de
Ticketpreis: Ab 78,75 € inkl. aller Gebühren
Allgemeiner Vorverkaufsstart: Freitag, 22. November, 10:00 Uhr. Tickets dann bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, auf www. Reservix.de und auf http://www.eventim.de,
sowie über die Hotlines 0591/ 912950 & 0591/ 9144-144.

„Zugegebenermaßen mit ein wenig Stolz kündigen wir heute das Gastspiel der US Weltklasse Band Hollywood Vampires an. Mit Johnny Depp, Alice Cooper und Joe Perry (Aerosmith) wird die wohl am prominentesten besetzte Rockband der Welt im kommenden Jahr für sechs Termine auch nach Deutschland kommen. Neben dem Gastspiel in Hamburg wird der Auftritt in Lingen das einzige Konzert der Superstar-Rockband in Norddeutschland sein.“  (PM)

Unkraut

13. November 2019

In den Niederlanden hat der Senat, die Erste Kammer der Gesetzgebung im Nahbarland in dieser Woche Besonderes beschlossen.

Das meldete der Online-Dienst Westerwolde-News in seinem Twitter-Account. Twitter hat die Meldung in niederländischer Sprache auch ins Deutsche übersetzt. Ganz prima. Jedenfalls nahezu. Warum? Klickt bitte den Tweet an und dann auf google Übersetzen

Um was geht es? Aktuell entwickeln die Niederlande ein Modell, in dem für den Freizeitgebrauchstaatlich gezüchtetes und angebautes Marihuana („Wiet“) nur in bestimmten Coffeeshops verkauft werden sollen. So soll ein geschlossener Kreislauf entstehen. Nach Ansicht der Kommission „Experiment closed coffee shop chain“ unter  Vorsitz von Prof. Dr. Dr. med. André Knottnerus, die die Realisierbarkeit des Versuchs untersucht, kann der Wiet-Versuch gelingen, wenn es ein diverses Angebot an verschiedenen Cannabissorten, Verkaufspunkten und teilnehmenden Gemeinden gibt.

Gestern nun beschloss nun der Senat der Niederlande („Eerste Kamer“) den entsprechenden Gesetzesentwurf für das auf vier Jahre angelegte Experiment „Closed coffee shop chain“ – ein wichtiger Schritt, um den im Koalitionsvertrag der amtierenden Koalition vereinbarten, landesweiten Versuch mit einer geschlossenen Kette vom Cannabisanbau bis zum Verkauf bzw. vom Züchter bis zum Konsumenten umzusetzen.

Als nächste Schritte sind auch die Annahme des Beschlussvorschlags durch den niederländischen Staatsrat sowie eine Ministerialverordnung notwendig. Der Beschlussvorschlag liegt inzwischen bereits dem Staatsrat vor. Die Anhörungen zur Ministerialverordnung wurden in dieser Woche ebenfalls abgeschlossen. Die abgegebenen Stellungnahmen werden jetzt ausgewertet. Nach diesen letzten Schritten im Gesetzgebungsverfahren wird der mehrjährige Versuch dann starten.

Im vergangenen Sommer hatte bereits die unabhängige Knotterus-Kommission 10 niederländische Städte für das Experiment vorgeschlagen: Arnhem, Almere, Breda, Groningen, Heerlen, Hellevoetsluis, Maastricht, Nijmegen, Tilburg und Zaanstad. Die drei Städte Maastricht, Breda und Heerlen wurden aufgrund ihrer Lage als Grenzgemeinden eingestuft und dürfen daher kein Marihuana an Ausländer verkaufen.

2024/25 soll die Situation in den zehn Versuchsgemeinden dann mit anderen, am Versuch nicht teilnehmenden Gemeinden verglichen werden. Als sogenannte Kontrollgemeinden hat die zuständige Kommission Zutphen, Tiel, Roermond, Midden-Groningen, Lelystad, Hoorn und Helmond vorgeschlagen. Die Kommission hatte außerdem im Sommer gefordert, dass auch eine der vier großen niederländischen Städte am Experiment teilnehmen müsste; von diesen hatte sich aber keine beworben. Daher ist offen, ob bspw. Utrecht nicht doch mit modifizierten Konditionen am Versuch teilnehmen könnte.

Cannabisanbauer, die an dem Projekt interessiert sind, können sich inzwischen anmelden, wenn das Projekt tatsächlich beginnt. Sie müssen dabei nicht aus einer der 10 Versuchsgemeinden kommen. Der genaue Zeitpunkt und die Frist für die notwendige Registrierung werden in naher Zukunft bekannt gegeben. Es bleiben also nur noch wenige Hürden zu meistern, bevor das Experiment mit staatlich gezüchtetem Cannabis in den Niederlanden beginnt.

Klima 100

13. November 2019

Künftig gilt auf den niederländischen Autobahnen Tempo 100 – zur Senkung von Schadstoffemissionen wird die gültige Höchstgeschwindigkeit um 30 Kilometern pro Stunde reduziert.

Das hat das niederländische Kabinett als Teil eines Maßnahmepakets zum Klimaschutz beschlossen, meldetengestern niederländische und deutsche Medien unter Berufung auf Regierungskreise in de Haag. Die alte  Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h ist künftig nur noch zwischen 19 Uhr abends und sechs Uhr früh erlaubt. Die Vereinbarung soll am heutigen Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Seitenblick: Ein Internet-Poll der Tubantia, der führenden Tageszeitung im benachbarten Twente, zeigte gestern Abend eine überwiegende Zustimmung.

Die Regierungsparteien im Nachbarland stehen unter Druck, nachdem der Hoge Raad, das  höchste Gericht der Niederlande, im Mai Genehmigungsverfahren für große Bauvorhaben mit der Begründung gestoppt hatte, der Stickstoffausstoß des Landes dürfe nicht noch weiter ansteigen.

Mehr auch auf Niederlande.net

NL: Klimaatdag

9. November 2019

Neues von den Nachbarn im Westen:
Der Prinsjesdag ist fester Bestandteil eines jeden politischen Jahres in den Niederlanden. Seit dem 1. November dieses Jahres wird ein weiterer Tag fester Bestandteil auf der politischen Agenda werden: der Klimatag (nl. klimaatdag). Genau wie am Prinsjesdag wird die Arbeit des Kabinetts beurteilt. Auch werden die Kosten für das kommende Jahr berechnet und präsentiert. Allerdings nicht in Bezug auf Wirtschaft und Finanzen, sondern hinsichtlich des Klimas und der Frage, ob die Klimaziele der Niederlande erreicht werden können. Am ersten Klimatag der Niederlande zeigte sich vor allem, dass noch viel Unsicherheit in Bezug auf die Klimaziele der Regierung herrscht.

Das Planbureau voor de Leefomgeving (Planungsbehörde für die Umwelt,PBL) hat am vergangenen Freitag Zahlen zum Klimaziel der Niederlande präsentiert. Aus ihnen geht hervor, dass die Niederlande den CO2-Ausstoß im Vergleich zum Jahr 1990 um 43 bis 48 Prozent reduzieren können. Diese Zahlen gelten jedoch nur unter der Voraussetzung, dass alle der im Juni im klimaatakkoord (Klimaabkommen) festgesetzten Ziele nach Plan ausgeführt und umgesetzt werden. Und das ist noch nicht sicher, da die Reduzierung des Klimagases CO2 vor allem auch von den niederländischen Gemeinden, Provinzen, Bauern, Bürgern, Energiekonzernen und Fabriken abhängig ist. Und selbst wenn alle Ziele umgesetzt werden, wird das im Klimaabkommen vereinbarte Ziel von 49 Prozent laut des PBLtrotzdem knapp verfehlt werden.

Am Ende des Klimatages ist vor allem deutlich geworden, dass die umstrittene CO2-Steuer für die Industrie ein ausschlaggebender Faktor zum Erreichen der Klimaziele sein wird, so die Zeitung NRC Handelsblad. Die Industrie sei für einen großen Teil des ausgestoßenen CO2 verantwortlich, sodass selbst eine Geringe Abweichung von vorgegebenen Zielen deutliche negative Auswirkungen auf das Klimaziel haben wird. Daher sollen alle der 300 großen Betriebe einen individuellen Plan zur Reduzierung von CO2 einreichen. Werden diese Pläne eines Unternehmens nicht eingehalten, muss ein Betrag an CO2-Steuer gezahlt werden. Das würde demnach bedeuten, dass sie quasi ein Bußgeld zahlen müssen, wenn sie ihren Ausstoß nicht verringern. Die Höhe dieser Steuer ist jedoch noch nicht festgesetzt worden, Minister Eric Wiebes (VVD) bereitet sie jedoch im Moment vor, sodass sie ab 2021 in Kraft treten kann. Darüber hinaus wird die Industrie von der niederländischen Regierung 550 Millionen Euro an Subventionen erhalten, damit sie Produktionsprozesse anpassen und dadurch umweltfreundlicher gestalten kann.

Die Anzahl an Autos hat in den Niederlanden in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Und das, obwohl die Kosten im Verkehrssektor vergleichsweise niedrig ausfallen, um das Klimaziel erreichen zu können. Laut den Prognosen des PBL werde das Fahren elektrischer Autos im Jahr 2030 so günstig sein, dass CO2-Reduktion Hand in Hand mit dem Einsparen von Kosten gehen werde. Das liege unter anderem an sinkenden Kosten für Autobatterien. Allerdings kündigte das Kabinett am Mittwoch letzter Woche an, dass es der „Übersubventionierung“ elektrischer Autos entgegenwirken will. Die Anreize für die Anschaffung eines elektrischen Fahrzeuges könnten somit niedriger sein, als angenommen, wodurch diese Prognose des PBL bereits überholt ist.

Bereits aus diesen beiden Aspekten geht hervor, wie viel Unsicherheit in Bezug auf die Klimaziele herrscht. Ein weiteres Beispiel ist die Umstrukturierung des Energiesektors. Das PBL prophezeit einen deutlichen Zuwachs von Sonnen- und Windenergie in den kommenden Jahren. Die Realität sieht jedoch anders aus, da sich in vielen Regionen der Niederlande Protest gegen neue Wind- und Solarparks formiert. Daraus wird deutlich, dass die Klimaziele der Regierung nicht nur eine technische und ökonomische, sondern auch eine sozial-kulturelle Aufgabe für die Niederländer sind. Auch wenn Windparks beispielsweise im Meer errichtet und Solarmodule auf Dächern errichtet werden, wo sie weniger auf Widerstand stoßen, muss die komplette Energieinfrastruktur der Niederlande umgebaut werden. Das bedeutet neue Stromleitungen und –netze, neue Rohre und Kabel etc.

Es gibt jedoch auch aufmunternde Prognosen. So wird die neue Klimapolitik den niederländischen Bürger weniger kosten, als ursprünglich angenommen. Auch kündigte das Kabinett zusätzliche Regelungen an, damit die Klimaziele erreicht werden können. Wiebes will unter anderem 60 Millionen Euro für Subventionen für Wärmepumpen und Sonnenboiler zur Verfügung stellen. Dadurch sollen Privathaushalte entlastet werden, sodass entstehende Kosten durch Einsparungen langfristig ausgeglichen werden. Berechnungen des Centraalbureaus voor de Statistiek( Statistisches Amt für die Niederlande) zufolge wird es durchaus möglich sein, dass der durchschnittliche niederländische Privathaushalt durch die Klimaziele der Regierung im Jahr 2030 lediglich 1,5 Prozent weniger Einkommen zur Verfügung haben wird, als ohne Klimaziele. Allerdings gilt diese Zahl nur unter Vorbehalt und ist von den nun folgenden Handlungen der Regierung abhängig.

(Quelle/Text:. Niederlandenet)

PM

7. November 2019

(M)eine PM von heute Nachmittag, also meine Pressemitteilung:

„In einer ersten Reaktion hat am Donnerstag Robert Koop, Fraktionsvorsitzender der unabhängigen Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“ im Lingener Stadtrat, zu den per „Lingener Tagespost“  mitgeteilten Haushaltsvorschlägen der Lingener CDU  Stellung genommen:

„ Wir sind ein Stück erleichtert, dass die CDU endlich den Radverkehr entdeckt. Das ist gut. Der Radverkehr ist nämlich gleichermaßen klima- wie umweltfreundlich, und er ist alternativlos. Die CDU greift damit alte Forderungen der BürgerNahen und der Grünen im Rat unserer Stadt auf,  denen sie bisher ablehnend oder ausgesprochen zurückhaltend gegen überstand.  Denn die  geforderte Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer verlangt,  den bisher benachteiligten Radverkehr massiv und konsequent zu unterstützen und auszubauen. Da gibt es sehr viel zu tun, damit Lingen eine fahrradfreundliche Stadt wird.

Deshalb reicht es natürlich nicht aus, publikumswirksam ‚1 Mio Euro mehr’ in 2020 bereit zu stellen. Denn Lingen braucht kein einmaliges Strohfeuer im Jahr vor den Kommunalwahlen sondern wir brauchen dauerhaft und jedes Jahr diese 1 Mio Euro extra für den  umwelt- und klimafreundlichen Radverkehr – und angesichts des Rückstandes vielleicht auch noch einige Euro mehr. Die notwendige Verkehrswende ist ein stetiger Prozess.

Ein Blick in die benachbarten Niederlande zeigt, wie es geht, wenn man will. Dort geschieht für den Radverkehr Vorbildliches, das wir auch bei uns umsetzen wollen. Die BN wird dazu zahlreiche konkrete Vorschläge in die Etatberatungen einbringen und auch den von der CDU nicht erwähnten öffentlichen LiLi-Stadtbusverkehr in den Blick nehmen.“

 

In der zweiten Oktoberwoche dieses Jahres fand wieder die Frankfurter Buchmesse statt, auf der über 7.000 Aussteller vertreten waren. Auch die Niederlande und Flandern präsentierten sich auf der FBM – drei Jahre nachdem sie ein zweites Mal Gastland sein durften.

Damals standen die Niederlande und Flandern im Fokus der Medien und ihr Auftritt führte zu einem starken Anstieg an Übersetzungen aus dem Niederländischen ins Deutsche. Jetzt zeigten die niederländischsprachigen Verlage aktuelle literarische Neuerungen unseres Nachbarlandes.

Neben der Niederländischen Stiftung für Literatur (nl. Nederlands Letterenfonds) und diversen größeren Verlagen – wie De Bezige Bij und Querido – waren auch kleinere Verlage oder Verlagsgruppen aus den Niederlanden anzutreffen. Dabei handelt es sich nicht immer gleichzeitig auch um niederländisch-sprachige Verlage, wie das Beispiel von Afûk – Boeken fan Fryslân zeigt, die über aktuelle friesische Bücher für Kinder und Erwachsene informiert haben. Durch dieses Angebot soll diese nordseegermanische Sprache gefördert werden und so langfristig erhalten bleiben.

Als niederländische Neuerscheinung wurde unter anderem Maarten ‚t Harts neues Buch De nachtstemmer vorgestellt, das vom Verhältnis eines nordniederländischen Orgelstimmers zu einer brasilianischen Einwanderin handelt. Die Tageszeitung NRC Handelsblad beschreibt ‚t Harts Roman als flüssiges, leicht verständliches Leseerlebnis und die Zeitung Trouw nennt ihn einen Roman voller Unwahrscheinlichkeiten, die man erstmal verdauen muss, der aber auch vollgepackt mit Poesie, Spannung und Freude am Lesen ist. Die Rechte für den bei De Arbeiderspers erschienenen Roman wurden bereits an den Piper Verlag verkauft, sodass sich deutsche Leser bald selbst ein Bild von ‚t Harts neustem Werk machen können.

Eine andere Neuerscheinung, die beworben wurde, war Manon Uphoffs Buch Vallen is als vliegen, in dem sie den Menschen mit einem Tier gleichsetzt, das unentwegt seine Wunden lecken muss. Laut der Zeitung De Volkskrant findet die Autorin die richtige Sprache für eine solche Erzählung, die beinahe unmöglich zu erzählen ist. Von diesem Werk, das in den Niederlanden bei Querido erschien, ist bisher aber noch keine deutsche Übersetzung in Auftrag gegeben. Es bleibt also noch spannend, ob Vallen is als vliegen auch in Deutschland gelesen werden kann.

Darüber hinaus gab es natürlich noch eine Vielzahl an Werken, die auf der Buchmesse beworben wurden. Mehr als 300.000 Personen besuchten sie, wodurch die Veranstalter  5,5 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr verzeichnen konnten.

[ps Mehr zu den Niederlanden als Gastland 2016 kann man im Niederlande.net- Dossier Flandern und die Niederlande auf der Frankfurter Buchmesse 2016. Ein Gastlandauftritt 2.0 nachlesen.]


Eine Information von Niederlande.Net

vor 60 Jahren

15. September 2019

Das konnte man sich vor gut 60 Jahren wohl auch in Amsterdam nicht vorstellen und hat es dann trotzdem einfach mal gemacht. Heute gibt es dort eine Innenstadt geprägt von ÖPNV, Fußgängern und Radfahrern. Es funktioniert offenbar gut. Und keiner heult rum.

„Lasst uns doch auch hier den notwendigen Lieferverkehr in Städten mit Autos fahren, gesundheitlich eingeschränkte Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind sowieso – und irgendwelche Hotelgäste noch dazu, wenn die Hotels Parkplätze haben, die nicht auf öffentliche Parkflächen angewiesen sind.

Der Rest kann gehen. Oder besser: laufen, ÖPNV oder diese E-Scooter nutzen. Wäre derber Fan dieser Umsetzung. (Wobei selbst in Amsterdam immer noch viel zu viele Autos unterwegs sind, aber irgendwo musst du halt auch erstmal anfangen.“ (Ronny Kraak)

(Quelle: Das Kraftfuttermischwerk)

staatlich gezüchtet

7. September 2019

Um das illegale Geschäft mit Cannabis zu beenden, gehen die benachbarten Niederlande einmal mehr undogmatische Wege. Niederlande.Net, die  Informationsplattform aus Münster, weiß mehr über einen, auf vier Jahre angelegten Modellversuch:

Groningen, Tilburg, Breda, Maastricht, Almere, Arnhem, Nimwegen, Zaanstad, Heerlen und Hellevoetsluis sind als die niederländischen Gemeinden ausgewählt, in denen bald nur noch staatlich gezüchtetes Marihuana in Coffeeshops gekauft werden kann. Insgesamt hatten sich 26 Gemeinden für die Teilnahem am Experiment beworben, die vier großen Städte (Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Utrecht) hatten allerdings bekannt gegeben, dass sie aufgrund der Bedingungen des Experiments nicht teilnehmen werden. Sie fanden es nicht akzeptabel, dass alle Coffeeshops einer ausgewählten Gemeinde am Experiment teilnehmen müssen.

Nach vier Jahren soll die Situation in den zehn Experimentiergemeinden dann mit Kontrollgemeinden verglichen werden. Als sogenannte Kontrollgemeinden schlug die zuständige Kommission Zutphen, Tiel, Roermond, Midden-Groningen, Lelystad, Hoorn und Helmond vor. Die Kommission gibt außerdem zu bedenken, dass eigentlich eine der „Großen Vier“ am Experiment teilnehmen müsste. Daher soll och untersucht werden, ob beispielsweise Utrecht nicht doch mit modifizierten Konditionen am Experiment teilnehmen könnte.

Nach Ablauf des Experiments soll sein Erfolg an verschiedenen Faktoren bemessen werden. So soll beispielsweise geprüft werden, ob die Handelskette – vom Züchter bis zum Konsumenten – geschlossen gehalten werden kann und es zu keinen illegalen Lieferungen gekommen ist. Auch wird unter anderem der Cannabiskonsum in den jeweiligen Gemeinden evaluiert werde. Laut Knottnerus, Leiter der bereits genannten Kommission, sei das Experiment bereits positiv zu bewerten, wenn „es keine Verschlechterung gegenüber der jetzigen Situation ist“. Das würde nämlich bedeuten, dass die organisierte Kriminalität, die zum jetzigen Zeitpunkt Teil der Lieferkette für Coffeeshops ist, ins Abseits katapultiert werden konnte.

Die stattlichen Züchter, die übrigens nicht in den jeweiligen Gemeinden selbst ansässig sein müssen, sollen rund 15 Cannabis- und 10 Haschvarianten züchten, die dann zu einem „marktkonformen“ Preis angeboten werden: Nicht zu billig, damit der Marihuanakonsum nicht stimuliert wird, aber auch nicht zu teuer, sodass die Konsumenten Waren auf dem Schwarzmarkt kaufen werden.

Die drei Gemeinden Maastricht, Breda und Heerlen werden aufgrund ihrer Lage als Grenzgemeinden eingestuft und dürfen daher kein Marihuana an Ausländer verkaufen.

Durch die Bekanntgabe der jeweiligen Experimentiergemeinden hat das niederländische Experiment mit staatlichem Marihuana mehr Kontur bekommen. Der Aufbau und die voraussichtliche Durchführung sind aber bereits kritisiert worden. Die Anzahl an Gemeinden reiche u. a. nicht aus, um verlässliche, wissenschaftliche Ergebnisse zu bekommen.

Mehr über die niederländische Drogenpolitik und die vermeintliche Legalität von Marihuana kann im Niederlande.Net-Dossier Drogengesetzgebung in den Niederlanden nachgelesen werden.

nebenan obdachlos

27. August 2019

Neueste Zahlen des Centraalbureau voor de Statistiek (CBS) zeigen, dass sich die Anzahl der Obdachlosen in den Niederlanden seit 2009 – also in rund zehn Jahren – mehr als verdoppelt hat. Das Kabinett, darunter Staatssekretär Paul Blokhuis (ChristenUnie), zeigten sich erschrocken von dieser Entwicklung. Die genauen Ursachen hierfür seien nur schwierig auszumachen.

Rund 18.000 Menschen waren im Jahr 2009 offiziell obdachlos. 2018, also rund zehn Jahre später, ist diese Zahl auf 39.000 Menschen gestiegen. Allerdings dürfte die Dunkelziffer noch deutlich höher ausfallen, da beispielsweise Personen, die sich ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung in den Niederlanden befinden, in der Statistik des CBS nicht aufgenommen worden sind. Dabei ist vor allem auffallend, dass besonders die Anzahl an Obdachlosen mit einem „nicht-westlichen Hintergrund“ überproportional anwuchs. Seit 2009 hat sich die Zahl dieser Personengruppe auf 18.000 verdreifacht. Die meisten dieser Personen in dieser Gruppe sind darüber hinaus jünger als dreißig Jahre alt.

Staatssekretär Blokhuis (ChristenUnie) habe sich laut eigenen Angaben bei den Zahlen des CBS sehr erschrocken. „Wir wussten, dass die Anzahl Obdachloser eher zu als abnahm, aber dass sie Zunahme so stark ist, das ist ein Rückschlag“.

Warum die Anzahl der Obdachlosen in den Niederlanden so stark anstieg, ist laut eines Sprechers des CBS schwierig zu bestimmen. Viele Obdachlose sind nicht offiziell registriert, weshalb es nur wenig Informationen über die entsprechenden Personen und ihren Hintergrund gibt. Ein möglicher Faktor, der als Grund diskutiert wird, sind die steigenden Preise auf dem Wohnungsmarkt, durch die die Mieten in den großen Städten immer unbezahlbarer werden. Die meisten Obdachlosen halten sich in den Niederlanden tatsächlich in den großen Städten Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht auf. Obdachlose sind häufig gezwungen, unter freien Himmel oder in Zelten zu schlafen, da die zuständigen Auffangeinrichtungen überfüllt sind. Dort müssen jeden Abend Personen abgewiesen werden, die einen Schlafplatz suchen.

 


Quelle: Niederlande.net

wächst weiter

16. August 2019

Der niederländischen Wirtschaft geht es viel besser als denen ihrer Nachbarländer . Im zweiten Quartal dieses Jahres ist sie noch einmal um 0,5 Prozent gewachsen. Das Jahreswachstum beläuft sich auf 2 Prozent, so das Statistikamt CBS.

Das Wachstum der niederländischen Wirtschaft sei vor allem diversen Investitionen zu verdanken, vor allem im Wohnungs- und Nutzbau. Diese stiegen im zweiten Quartal um ganze 5 %. Auch im Bereich Konsum stiegen die Ausgaben um 1,7 %. Allerdings hing das Wirtschaftswachstum auch mit Faktoren wie einem überdurchschnittlich kühlen Mai zusammen, im dem der Verkauf bzw. Absatz von Gas zum Beheizen von Wohnungen stieg. Neben bewusst getroffenen Entscheidungen sind also auch nicht beeinflussbare Faktoren für das Konjunkturwachstum verantwortlich.

Dieses Quartal ist somit das 21. Quartal in Folge, in dem die niederländische Wirtschaft wächst. Nur im letzten Quartal von 2015 stagnierte die Wirtschaft.

Auch der niederländische Wiederexport wuchs im letzten Quartal, wohingegen der Export von in den Niederlanden produzierter Güter etwas sank. Die Ursache hierfür sieht das CBS in der deutschen Wirtschaftsleistung, die im Gegensatz zu derjenigen der Niederlande um 0,1 Prozent leicht zurückging. Doch warum steigt die niederländische Wirtschaft stärker als die deutsche? Grund hierfür sei die Tatsache, dass Konsumentenausgaben für die Konjunktur in den Niederlanden wichtiger sind als in Deutschland. Hierzulande bestimmt vor allem die Industrie das Wachstum oder den Rückgang der Wirtschaftsleistung. Das Wirtschaftswachstum lasse sich also auch auf den Optimismus der niederländischen Konsumenten zurückführen.

Laut der Zeitung Volkskrant führe das Wachstum der Wirtschaft aber auch zu einer zunehmenden Spannung auf dem Arbeitsmarkt. Im Durchschnitt gab es für 100 Arbeitslose in den Niederlanden 93 freie Stellen. Bereits seit sechs Jahren wächst somit die Zahl der freien Arbeitsstellen in jedem neuen Quartal. Im ersten Quartal dieses Jahrs waren es noch 88 freie Stellen pro 100 Arbeitslose. Rund 3,3 Prozent der Niederländer waren im zweiten Quartal arbeitslos.

Neben Deutschland, das der wichtigste Handelspartner der Niederlande ist, beeinflusst auch die internationale Wirtschaft die Niederlande stark. Peter Hein van Mulligen, Ökonom des CBS: „Die ganze Unruhe in der Weltwirtschaft, merken wir davon etwas? Für das zweite Quartal lautet die Antwort eindeutig: nein!“ Allerdings drängt sich die Frage auf, wann den Niederlanden der nächste Konjunkturrückgang bevorsteht.

(Quelle: NiederlandeNet)