gefährdet Russland

21. November 2017

Ist die niederländische Demokratie in Gefahr durch den Einfluss von Russland? Diese Frage stellte das NRC Handelsblad in ihrer gestrigen Ausgabe. „Wir dürfen nicht denken, dass es bei uns nicht passiert“, so der Titel. Eine ganze Seite widmete die Zeitung der Problematik von Cybersecurity. Anlass dafür war unter anderem ein Brief, den die neue Ministerin für Binnenlandse Zaken und Koninkrijkrelaties am 13. November der Zweiten Kammer vorlegte. In diesem Brief weist sie nachdrücklich daraufhin, dass die Niederlande sich immer stärker der Gefahr ausgesetzt sehen, vor allem durch Russland in Form von Cyberangriffen in der öffentlichen Meinungsbildung beeinflusst zu werden.

Neu ist dieses Thema in den Niederlanden allerdings nicht. Bereits während der Kampagne zu den Wahlen zur Zweiten Kammer dieses Jahres fand das NRC Handelsblad heraus, dass die neue Partei DENK angeblich Internet-Trolle eingesetzt haben soll, um „politische Gegner zu attackieren (siehe dazu Artikel vom 13. Februar 2017 ). Auch ein von Wilders bearbeitetes und somit nicht echtes Foto, auf dem Alexander Pechtold von der niederländischen Partei D66 abgebildet war, wie er mit „Hamas-Terroristen“, so Wilders, an einer Demonstration teilnahm. Dies sind allerdings noch die „harmlosen“ Varianten der Fake-News. Größer schien die Gefahr und die damit verbundene Angst vor digitalen Eingriffen kurz vor den Wahlen zur Zweiten Kammer. Man befürchtete, dass russische Angriffe die digitale Stimmauszählung beeinflussen würden, sodass Plasterk, ehemaliger Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft, sogar vorschlug, die abgegebenen Stimmen per Hand auszählen zu lassen. Dass die Sorge nicht ganz unberechtigt war und sie sich vor allem auf Angriffe aus Russland bezog, ist nicht abwegig. Bereits während der Wahlen zum amerikanischen Präsidenten und des Brexit-Referendums wurde Russland vorgeworfen, durch sogenannte Internet-Trolle und Hackerangriffe die öffentliche Meinung beeinflusst zu haben. Das NOS nannte gestern in einem Artikel zusätzlich noch mögliche Einflussnahme auf das Unabhängigkeitsreferendum Kataloniens.

Bereits 2016 wies der AIVD (Allgemeine Informations- und Sicherheitsdienst der Niederlande) in seinem Jahresbericht auf die Gefahr hin, die von Russland durch  Einfluss auf Entscheidungsprozesse (besluitvormingsprocessen) ausginge. Das Internet habe Russland noch größere und gefährlichere Möglichkeiten für Angriffe eröffnet.  Der AIVD gab damals an, Untersuchungen durchzuführen und auf Basis dieser Untersuchungen, die niederländische Regierung „zu informieren und mobilisieren“.

Die niederländischen Abgeordneten Van der Molen (CDA) und Verhoeven (D66) wiesen in einer Sitzung der Zweiten Kammer auf die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer öffentlichen Kampagne hin, die die Bevölkerung vor allem über die Art und Weise, wie Nachrichten beispielsweise in den sozialen Medien verbreitet werden und wie Fake-News erkannt werden können, aufklären müsse. Ollongren verfasste daraufhin einen Brief, in dem sie unter anderem Bezug auf die Debatte zur Regierungserklärung vom 2. November nimmt. Durch den Brief an die Zweite Kammer setzt Ollongren digitale Sicherheit wieder auf die politische Agenda  und bringt das Thema vor allem in einen größeren Kontext als „nur“ die Gefahr, die von Internet-Trollen und Fake-News im Alltag der Bürger ausgeht. In den Niederlanden gebe es politische Prozesse, die für Russland relevant sein könnten und damit potenzielles Angriffsziel seien, so heißt es in dem Brief.  Als Beispiel nennt sie eine von Russland erstellte Website, die so aussah, als sei es eine offizielle Seite der Niederlande, auf der fälschliche Informationen zu MH17 verbreitet wurden.

Ollongren gab weiterhin nicht nur bekannt, sich mit Medien und Technologiebetrieben auseinanderzusetzen und deutliche Aufklärung, aber auch Maßnahmen zu fordern, sondern auch, dass die neue Regierung sich der Gefahr die durch Digitalisierung entsteht, bewusst sei. So werden 95 Millionen Euro für digitale Sicherheit zur Verfügung gestellt, heißt es im Regierungsabkommen vom Oktober dieses Jahres. Der Ablauf der anstehenden Gemeinderatswahlen und des Referendums zum Wiv (Wet op de inlichten- en veiligheidsdiensten) würden besonders scharf beobachtet, so Ollongren in dem Brief.

Ob die von Van der Molen und Verhoeven geforderte Kampagne tatsächlich realisiert wird und welche Auswirkungen die Forderung nach mehr Aufklärungsarbeit bezüglich digitaler Sicherheit auf die bereits erhitzte Diskussionen rund um das Wiv haben können, wird sich zeigen. Interessant wird auch die Frage danach sein, wie die Debatte über Cybersecurity und russische Angriffe die diplomatischen Beziehungen zwischen den Niederlanden und Russland möglicherweise verändern oder gar verschlechtern werden.

(gefunden bei NiederlandeNet)

Löhne nicht

8. November 2017

Während unser Land über reiche Schlupflochspezialisten diskutiert (nur Springerpresse mit WELT und der BLÖD-Zeitung (lks) setzt ihren eigenen Gegen-kleine-Leute-Schwerpunkt), hat sich SPD-Vize Olaf Scholz hat sich für eine deutliche Anhebung des Mindestlohns in Deutschland ausgesprochen: Denn „in einer Gesellschaft, in der die Löhne durch Globalisierung und technischen Wandel unter Druck geraten, muss die SPD den Mindestlohn noch viel stärker als Korrekturinstrument einsetzen, als sie es bisher getan hat.“ 

Nebenan in den Niederlanden gibt es dieselben Probleme, berichtet die deutsch-niederländische Informationsseite NiederlandeNet:

„Die Wirtschaft wächst – die Löhne nicht
„Um satte 3,3 Prozent wächst die niederländische Wirtschaft voraussichtlich im Gesamtjahr 2017. Das sind gute Nachrichten – allerdings nicht für alle. Ein erheblicher Teil der niederländischen Arbeitnehmer merkt vom wirtschaftlichen Aufschwung nämlich nichts und das geht schon seit Jahren so: Die Löhne bleiben strukturell hinter dem Wirtschaftswachstum zurück. Was sind die Gründe dafür und wer sind die Gewinner und die Verlierer dieser Entwicklung?

weiter …

 

(Quelle: NiederlandeNet)

Früher

26. September 2017

Früher gab es einen Anruf oder einen Brief, wenn eine Tagung stattfinden sollte. Jetzt gibt es so Spannendes wie youtube. 😉

Enschede, 17.9.17

21. September 2017

Im jenseits der Grenze liegenden, niederländischen Enschede fanden am vergangenen Sonntagmittag mehrere Demonstrationen statt. Auf der einen Seite hielt die rechtspopulistische und islamkritische Bewegung „Fortress Europe“, zu der auch Pegida gehört, eine Anti-Islamdemonstration im Stadtzentrum ab. Auf der anderen Seite veranstalteten linksaktivistische Gruppen wie „No-Hogesa“ und „AFA Fryslân“ (Antifascistische Actie, Antifaschistische Aktion, Foto oben) an anderen Stellen Gegendemonstrationen. Ihnen wurde ein zwei Kilometer entfernte Volkspark als Demonstrationsort zugewiesen. Extremistische Anhänger der AFA versuchten die Veranstaltung von Pegida zu stören. Es kam laut Berichten niederländischer Tageszeitungen zu 32 Verhaftungen (Foto s. unten). Im Laufe des Abends wurden jedoch alle Inhaftierten wieder freigelassen.

Pegida steht für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Die Organisation gilt als  rassistisch, islam- und fremdenfeindlich. Sie wurde 2014 in Dresden von Lutz Bachmann gegründet. Während in Deutschland wöchentlich tausende Pegida-Anhänger zusammenkamen und in den Straßen demonstrierten, sind die Zahlen in den Niederlanden verhältnismäßig geringer. Zunächst schien es zwar auch in den Niederlanden einen fruchtbaren Grund zu geben, für Protestbewegungen, die sich gegen Immigration richten. Zu der ersten Pegida Nederland Versammlung im Oktober 2015 kamen mehr als hundert Menschen in Utrecht zusammen. Im Laufe ihres eineinhalb-jährigen Bestehens hat die Bewegung jedoch an Beliebtheit verloren. Ein Artikel der niederländischen Tageszeitung NRC Handelsblad vom März berichtet von Versammlungen und Demonstrationen mit gerade einmal 28 Teilnehmern. Zu diesem Zeitpunkt seien die Teilnehmerzahlen bereits schon länger derartig gering gewesen. Nur noch „der harte Kern“ nehme fast monatlich an den Aktionen von Pegida teil – die meisten von ihnen Männer und Frauen mittleren Alters aus allen Bildungsschichten.

Bei der „Fortress Europe“ Zusammenkunft in Enschede traten Sprecher aus unter anderem Deutschland und Finnland auf. Nach Einschätzungen der Medien nahmen statt der erwarteten 500-1000 nur 150 Pegida-Sympathisanten und wenige Dutzend AFA-Anhänger an der Aktion am Sonntag teil. Die Demonstration der rechtspopulistischen und islamkritischen Vertreter beinhaltete außerdem einen kurzen Marsch durch die Stadt. Trotz vieler Maßnahmen konnte eine Konfrontation der beiden Gruppen nicht verhindert werden, als einige linke Aktivisten versuchten die Demonstration durch Sitzblockaden auf dem Weg zu behindern. Bei der Versammlung trat auch die rechtsextreme deutsche Band Kategorie C auf, die laut der Gemeinde Enschede viele Fans unter Hooligans mit rechts-extremistischem Gedankengut habe, so die niederländische Tageszeitung de Volkskrant.

Neben den oben genannten 32 Festnahmen verhaftete die Polizei am Sonntagmittag während der Pegida Nederland Demonstration auch einen der Sprecher wegen mutmaßlich strafbarer Äußerungen. Schon im März hieß es in dem erwähnten Artikel des NRC Handelsblads, dass die Äußerungen radikaler wurden. „Wir müssen alle Mittel anwenden, um das Land vor dem Islam zu beschützen“, wurde dort zitiert. Der Auftritt der extrem-rechten deutschen Musikband wird ebenfalls gerichtlich untersucht. Gründe für die zahlreichen Festnahmen waren unter anderem Straftaten wie Waffenbesitz, Diskriminierung und Beleidigung, sowie das Übertreten der Notverordnung. Die Notverordnung war vom Bürgermeister ausgerufen worden und galt von Samstagabend bis zum Montagmorgen. Der Verordnung zufolge war es Demonstranten untersagt nach Enschede einzureisen.

Unter den Festgenommenen befand sich auch der Anführer der niederländischen Pegida-Gruppierung, Edwin Wagensveld. Er muss sich unter anderem für einen aufrührerischen Kurzfilm verantworten, den er letztes Jahr öffentlich gemacht hatte. Wagensveld machte darin sehr drastische Äußerungen über den Islam und über deren Propheten. Weiter rief er die Deutschen dazu auf bei der Bundestagswahl für die Alternative für Deutschland (AfD) zu stimmen und seine niederländische Anhängerschaft solle am anstehenden Prinsjesdag „Krach machen“ und Flugblätter verteilen. Wagensveld wurde in den vergangenen Jahren fünf Mal festgenommen, da er laut dem NRC Handelsbald regelmäßig an die Grenzen des Gesetzes stoße.

Enschede wurde für den Tag als Sicherheitsrisikogebiet erklärt. Die Polizei war in großer Zahl und mit zusätzlichen Einheiten unterwegs. Zu solch einer Sicherheitsrisiko-Bestimmung gehören außerdem Maßnahmen wie zum Beispiel, dass gesichtsvermummendeKleidung nicht getragen werden darf, auch kann die Polizei Menschen präventiv festnehmen und es gibt zusätzliche Kontrollen durch Kameras.

(Fotos: CC  via twitter; Text Niederlandenet)

50 Kameras

13. September 2017

In Außenwerbetafeln in den benachbarten Niederlanden wurden Kameras mit Video-Scannern eingesetzt, um Passanten zu analysieren. Die Betreiberfirma hat die Praxis nach Protesten eingestellt. Doch auch in Deutschland werden Überwachungssysteme getestet, die Menschen automatisiert erkennen und lesen sollen.

Die britische Werbefirma „Exterion Media“ hat in den Niederlanden 50 Kameras deaktiviert, die sich in digitalen Außenwerbetafeln des Konzerns befinden. Das berichtet die niederländische Zeitung „NRC Handelsblad“ unter Berufung auf eine Pressemitteilung des Unternehmens.

Mit bloßem Auge sind die kleinen Kameras kaum zu erkennen. All rights reserved Screenshot Twitter (@Nsdefect)
Exterion, das nach eigenen Angaben auch in Frankreich, Spanien und Großbritannien aktiv ist, reagierte damit auf öffentlichen Protest gegen die ungefragte Analyse. Ausgelöst wurde der Widerstand durch einen Twitterpost: Ein Reisender hatte auf dem Bahnhof der Stadt Amersfoort eine Apparatur in einer Anzeigetafel entdeckt und ein Bild davon geteilt. Während die staatliche Bahngesellschaft als Betreiberin des Bahnhofs zunächst von einem „Sensor“ sprach, der keine Bilder erzeugen könne, bestätigte Exterion später, dass es sich um eine Kamera handele.

aut Bericht der Zeitung wurden die Kameras mit der Gesichtstracking-Software „VidiReports“ ausgestattet, um die Werbeanzeigen zu optimieren. Der Website des Herstellers „Quividi“ zufolge kann die Software sowohl erkennen, ob und wie lange eine Person die Werbeanzeige betrachtet, als auch biometrische Merkmale wie Geschlecht und Alter abschätzen. Diese Daten sollen in einer Datenbank gespeichert worden sein. Die Software kann zudem laut Hersteller auch die Gemütslage der Betrachter erfassen. In diesem Fall sei die Funktion allerdings nicht aktiviert gewesen, so Exterion.

Das Unternehmen betonte in seiner Pressemitteilung „dass die Kameras keine Videoaufnahmen in irgendeiner Weise machen.“ Das System erfasse und speichere lediglich die genannten Informationen über die Betrachter, aber keine Bilder. Ein Rückschluss auf einzelne Personen sei nicht möglich.

Auch in Deutschland wurden ähnliche Systeme bereits eingesetzt. So erregten etwa die Supermarktkette Real sowie die Deutsche Post Aufmerksamkeit durch den Einsatz von Werbebildschirmen mit visueller Tracking-Software in einigen Filialen. Ob solche Systeme überhaupt legal eingesetzt werden dürfen, ist umstritten. Fraglich ist insbesondere, ob eine Kennzeichnung durch einen allgemeinen Hinweis auf Videoüberwachung ausreicht, wie es bei Real der Fall war. Das Unternehmen hat die Tests inzwischen ebenfalls eingestellt.

Die Kapazitäten von Gesichtserkennungssoftware nehmen stetig zu. Wie The Guardian berichtet, kam zuletzt eine Studie der Stanford University zu dem Schluss, dass die Technik genutzt werden kann, um die sexuelle Orientierung eines Menschen mit hoher Trefferquote vorherzusagen. Auch für staatliche Akteure sind die Systeme interessant. Während ein Test des BKA mit automatischer Gesichtserkennung am Bahnhof Südkreuz noch läuft, träumt die CDU in ihrem Wahlprogramm bereits von einem flächendeckenden Einsatz der vernetzen Videoscanner an öffentlichen Gefahrenorten“.


gefunden bei netzpolitik.org  Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Mittwochs im Museum
Emsländer bei der Ostindischen Kompanie
Bericht von Gerda Nichau
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 28 b
Heute, Mittwoch 6. Sept.2017 16.00 Uhr und 19.39 Uhr
Eintritt: 5,00 € ermäßigt 3,00 €

Gerda Nichau spricht über Weltenbummler von einst – Emsländer in Diensten der Niederländischen Ostindien Kompanie. Über Jahrhunderte beherrschte diese Handelsgesellschaft den Handel mit dem heutigen Indonesien. Unter ihren Seeleuten waren auch zahlreiche Lingener und Emsländer, von denen die meisten jedoch nie in ihre Heimat zurückkehrten.

Der Reichtum der Niederlande und ihre Ruf als Handelsnation beruhten lange Zeit auf einem riesigen Kolonialreich. Wichtigstes Überseegebiet war dabei das heutige Indonesien, das bis 1946 als „Niederländisch Ostindien“ unter holländischer Herrschaft stand. Die „Vereinigte Ostindische Kompanie“ (VOC) plünderte diese Kolonie hemmungslos aus. Die weite Entfernung dorthin erforderte monatelange Schiffsreisen, die nicht immer glücklich verliefen. Stürme ließen Schiffe samt Besatzung im Ozean versinken, Mangelernährung und Krankheiten wüteten unter den Mannschaften. Bei den unteren Rängen der Besatzung, zu denen in der Regel die meisten Deutschen zählten, gab es bis zu einem Drittel Verluste bei der Überfahrt.

Nicht Abenteuerlust, sondern pure Not trieb die Emsländer dabei auf die Schiffe der Holländer. Es winkten gute Bezahlung und ein Bleiberecht in den Niederlanden. Dafür nahmen viele die Gefahren der Reise in Kauf. Andere blieben in Ostindien und brachten es als Kolonialbeamte oder Vorarbeiter auf den Plantagen zu Wohlstand. Nach der Unabhängigkeit Indonesiens 1949 verließen die meisten Europäer fluchtartig das Land und ließen sich in den Niederlanden nieder. Dort wird die Kolonialgeschichte heute sehr zwiespältig bewertet. (Quelle: Pressemitteilung)

werden möchten

1. August 2017

Robert Smithson (1938 – 1973)
Broken Circle/Spiral Hill

Freitag, 4. August, 12.00 Uhr – Fahrt für Mitglieder des Kunstvereins Lingen und solche, die es werden möchten, zum Kunstwerk im öffentlichen Raum des US-Künstlers.
Treffpunkt Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a
Kosten 15 Euro (incl. Essen)

Im Juni 1971 war Robert Smithson eingeladen, an der Ausstellung Sonsbeek buiten de perken im holländischen Emmen teilzunehmen. Während eines kurzen Aufenthalts vor Ort fand er einen geeigneten Standort für sein Projekt, entwickelte zeichnerisch verschiedene Konzepte für Skulpturen in situ und realisierte die raumgreifende, zweiteilige Landschaftsarbeit Broken Circle/Spiral Hill.

Ursprünglich war Smithson gebeten worden, ein Kunstwerk im Park Sonsbeek zu errichten. Er weigerte sich jedoch, eine Arbeit in einem gestalteten Parkgelände zu realisieren, denn „Parks sind fertige Landschaften für fertige Kunst“1. Sein Kunstkonzept war wesentlich radikaler und bezog sich auf Projekte, die an einen konkreten Ort und dessen Landschaft, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte gebunden waren.

Nachdem er verschiedene mögliche Standorte in einem Moorgebiet südöstlich von Emmen in Betracht gezogen hatte, die ihn aufgrund der besonderen geologischen Gegebenheiten reizten, entschied sich der Künstler für eine Sandgrube am Stadtrand. Die auf einer Endmoräne gelegene Landschaft vereinte verschiedene, für Smithson inhaltlich und ästhetisch attraktive Materialien – das türkisfarbene Wasser des Sees, verschiedenfarbiger Sand, dunkle Erde sowie Findlinge in unterschiedlichen Größen.

Smithson machte sich die Qualität der disparaten Landschaft und die malerische Wirkung der Materialien zunutze. Außerdem war dieser Standort geradezu ideal für die Realisierung einer Arbeit im Sinne seiner Idee der ‚Land Reclamationʻ, „einer seitens des Künstlers vollzogenen Neubestimmung und Neuentwicklung von Gebieten, die durch industrielle oder andere Verwendungszwecke des Menschen degradiert worden sind.“

Kunst sollte im Sinne Smithsons als Ressource genutzt werden, um zwischen Industrie und Ökologie zu vermitteln.

Die Fahrt erfolgt mit PKW’s ab der Kunsthalle Lingen um 12 Uhr, die Teilnahmegebührt beträgt inklusive Picknick 15 Euro. Telefonische Anmeldungen in der Kunsthalle unter (0591) 599 95.

(Foto: Broken Circle and Spiral Hill (1971) by Robert Smithson in Emmen/The Netherlands Gerardus  via wikipedia)

Hinweis:
In einer früheren Version dieses Beitrags lautete die Überschrift „werden wollen“. Narürlich aber geht es bei einer Mitgliedschaft im Kunstverein nicht um’s Wollen sondern um’s Mögen. Also ist die Überschrift geändert.

Apropos Mögen: Am Donnerstag, 3. August, findet ab 18 Uhr wieder das monatliche Bar-Do in der Kunsthalle statt. Mehr hier...

Fiets4Daagse

24. Juli 2017

Fiets4Daagse
Kombinierte Bus-Radtour in die Region Drenthe
Lingen (Ems)/ Emmen-Drenthe
Mi 25. Juli – ab 8.30 Uhr
Kosten: 34,80 incl. Verpflegung etc.

Die Fiets4Daagse sind das Radfahr-Ereignis in den benachbarten Niederlanden. Die ohnehin schon fahrradaffinen Nachbarn lassen an diesen vier Tagen im Sommer fast alle Autos stehen und fahren Rad. Dazu bietet die LWT GmbH am kommenden Mittwoch, 26. Juli 2017 eine Bus- und Radtour an.

Um 8:30 Uhr startet in Lingen (Ems) der Bus von Lingen nach Emmen. Hier beginnt eine etwa 40 Kilometer lange Radtour durch die „magische Region Drenthe“. Auf der Strecke wird das Malerfestival Montmartre in Oosterhesselen besucht. Hier kann man Malern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Danach führt die Tour vorbei an der Jantina Hellingmolen in Aaldenn und weiter zu dem bekannten Malerdorf Zweeloo, wo Vincent van Gogh ein Gemälde der Ortskirche gemalt hat (lks.). In der Oud-Saksische Koffie- & Pannenkoekenboederij im wunderschönen Ort Oud Aalden gibt es dann leckere Pfannkuchen zu essen. Die Radtour endet wieder in Emmen, wo es zu originalem Drentse Krentenwegge Kaffee/Tee gibt. Anschließend findet die Rückreise nach Lingen wieder mit dem Bus statt.

Im Preis von 34,80 € p. P. sind die Busfahrt inkl. Radtransfer, die Startgebühr, so wie Verpflegung enthalten. Die Karten gibt es in der Tourist-Information in #Lingen.

Autumn Swing

6. Juli 2017

Autumn Swing
Umsonst & draußen
Meppen – Am Rathaus
Freitag, 7. Juli ’17 – 18 Uhr
kein Eintritt

Das Musik-Trio „Autumn Swing“ aus Emmen (NL) spielt live vor dem Meppener Rathaus.

Seit über 20 Jahren spielt die Band einen Mix aus swingenden Jazz-Standards, Blues, Balladen, Bossa Nova und bekannten Nummern aus den vergangenen 50 Jahren. Die Musiker bieten nicht nur eine bunte Vielfalt musikalischer Stilrichtungen, sondern begeistern ihr Publikum am Piano, an der Gitarre, Drums und natürlich mit Live-Gesang.

Der Eintritt ist kostenlos.

 

Was ihr wollt

5. Juli 2017

William Shakespeare „Zwölfte Nacht oder Was ihr wollt“
Bentlager Welttheater (Wiederaufnahme)
Rheine – Kloster Bentlage

Beginn: 06./07./13./14./15. Juli 2017 jeweils 20 Uhr
Beginn: 09./16. Juli 2017 jeweils 17:30 Uhr
Außengelände von Kloster Bentlage, bei Regen gibt es eine überdachte Spielfläche
Eintritt: 20 € • ermäßigt 15 €

Mit einer eigens auf Kloster Bentlage zugeschnittenen Inszenierung zelebrierte im vergangenen Jahr das „Bentlager Welttheater“  den 400. Todestag William Shakespeares. Publikum und Presse waren sich einig: Der erste Aufschlag des Bentlager Welttheaters war (Zitat:) „grandios“. Wegen des großen Erfolges – und weil es viel zu schade wäre, eine eigens auf das Außengelände von Kloster Bentlage zugeschnittene Inszenierung für nur eine Handvoll Vorstellungen zu schaffen – wird jetzt Shakespeares „Zwölfte Nacht oder Was Ihr wollt“ für sieben weitere Aufführungen wieder aufgenommen.

Zum Inhalt: Die junge Schiffbrüchige Viola strandet auf der fernen Insel Illyrien. Als Mann verkleidet tritt sie unter dem Namen Cesario in den Dienst des Herzogs Orsino. Dieser liebt seit langem unerwidert die Gräfin Olivia. Orsino schickt Cesario als Boten zu Olivia, damit dieser das Herz der Gräfin mit jugendlichem Schwung endlich für den Herzog gewinnt. Allerdings verliebt sich Olivia nun in den Boten und so beginnt ein munteres Verwirrspiel, das nicht gerade unkomplizierter wird, als auch noch Violas totgeglaubter Bruder Sebastian auf die Insel gespült wird. Da auch Hofstaat und Bedienstete ihre Liebesintrigen spinnen, steht das idyllische Illyrien bald „Herz über Kopf“.

4 Schauspieler, 11 Figuren, 3 Sprachen: Alle Rollen sind ausschließlich mit männlichen Darstellern besetzt, ganz in der Tradition des elisabethanischen Theaters. Unter der Regie der Niederländerin Silvia Andringa machen sich Marcell Kaiser und Jan Sturmius Becker aus Münster, Christian Cadenbach aus Aachen und Laurens ten Den aus Enschede auf die Suche nach versteckten kleinen Bühnen und großartigen Kulissen rund um das Kloster – ein vielseitiges Ensemble mit Spaß an rasanten Rollenwechseln und Spielfreude, das die Zuschauer auf ihrer turbulenten Reise durch das Stück und über das Außengelände der Klosteranlage geleitet.

Möglich gemacht wird diese Theaterproduktion durch die finanzielle Unterstützung im Rahmen des INTERREG-Programms Deutschland Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes NRW.

Veranstalter: Kloster Bentlage gGmbH (auch © Foto)