erstermai2016

1. Mai 2016

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Osterfeuer

24. März 2016

Osterfeuer auf dem Darmer EschOsterfeuer haben nicht nur in unserer Region eine lange Tradition. Sie gelten gleichermaßen als ein Symbol für die Wiederauferstehung von Jesus Christus wie auch dazu, den Winter zu verabschieden oder auszutreiben und gleichzeitig den Frühling einzuläuten. Die Asche der abgebrannten Osterfeuer wurde anschließend auf den Feldern verstreut, um diese für die kommende Saison fruchtbar zu machen. Heute wird das Osterfeuer meist nicht mehr aus religiösen oder abergläubischen Gründen gefeiert.

Auch 2016 veranstalten am Ostersonntag wieder viele Vereine und Verbände in Lingen ihre traditionellen Osterfeuer. Wie 2015 laden insgesamt 13 Brauchtumsfeuer zum geselligen Beisammensein ein – -mit Ausnahme von Brockhausen-  an denselben Plätzen wie im vergangenen Jahr:

  • Altenlingen: auf der Ackerfläche an der Straße „Kirchwand“
  • Brockhausen: beim Dorfgemeinschaftshaus an der Straße „Zum Dorfplatz 5“
  • Brögbern: beim Heimathaus Brögbern an der „Duisenburger Straße“
  • Clusorth-Bramhar: am Parkplatz „Haus der Vereine“ in der „Bramharstraße“
  • Darme: auf der Ackerfläche an der Ecke „Zum Heidhof/Groten Esch“ (Foto)
  • Estringen: am Sportplatz Estringen
  • Holthausen-Biene: am Gemeinschaftshaus/Marientreff an der Straße „Am Gemeinschaftshaus“
  • Hüvede: auf der Ackerfläche „Achterkehrstraße“
  • Münnigbüren: auf der Ackerfläche Ecke „Holzkamp/Brockortstraße“
  • Neuholthausen: auf der Ackerfläche am „Rabergweg“
  • Ramsel: an der „Wiesenstraße“
  • Reuschberge: an der „Teichstraße“ gegenüber dem Emslandstadion
  • Schepsdorf: auf der Ackerfläche „Zum Gut Herzford/Deichstraße“I

Der Zutritt ist überall frei.

 

(Foto: © Richard Heskamp, Osterfeuer in Darme)

nicht-öffentlich

6. Juli 2015

Heute lädt der Oberbürgermeister oder besser „die Stadt“ in Schepsdorf zu einer weiteren Informationsveranstaltung zur „Unterbringung von Flüchtlingen in modularen Wohngebäuden“ ein. Es geht, kurz gesagt, um Containerunterkünfte, die nach meiner Meinung nicht notwendig aber vor knapp fünf Monaten beschlossen worden sind. Immerhin sehen sie nach den Planzeichnungen leidlich aus; die Pflanzen und das Grün muss man sich allerdings aus der Ansichtsskizze (lks) wegdenken. Zunächst sollen diese Container für rund 190 Flüchtlinge an Bildschirmfoto 2015-07-05 um 18.49.19insgesamt acht Standorten im Stadtgebiet entstehen: Am Schwarzen Weg/Waldstraße in Heukamps Tannen, an der Wilhelm-Berning-Straße, in Laxten an der Lengericher Straße, in Bramsche an der westlich der B70 gelegenen Straße Am Bloomholt, nahe des Waldstadion in Darme (auf dem Grundstück an der Bahnstrecke, wo das Haus gekauft wurde aber dann verfiel, weil man es sich anderes überlegt hatte), in Altenlingen an der Gierenbergstraße (wo sich der Ortsrat in öffentlicher Sitzung und einstimmig für den Bereich am Heuesch ausgesprochen hatte) und in Holthausen-Biene, wo der Ort noch nicht ausgewählt ist. Und in Schepsdorf.

Oberbürgermeister Krone steht nicht selbst bei den Informationsveranstaltungen vorne. Jedenfalls war dies bei den ersten beiden Veranstaltungen am vergangenen Dienstag im Bürgerhaus Heukamps-Tannen und am letzten Mittwoch im Rathaus so. Das irritiert, weil man auf die Lingener richtig stolz sein durfte: In beiden Veranstaltungen ging es bei sämtlichen Fragen um Integration, Solidarität, Hilfe und Chancen – gänzlich anders als vor 20 Jahren, als bei den Bürgerversammlungen Befürchtungen und Ängste vor dem und den Fremden den Ablauf prägten. Nun, gestehen wir dem OB zu, dass es bei solchen Veranstaltungen wenig pressewirksame Lächelfotos gibt. Wohl deshalb schickt er seinen Ersten Stadtrat samt Entourage und auch der alte Fahrensmann Hermann-Josef Schmeinck musste ran; er ist inzwischen SKM-Chef geworden und seine Organisation betreut in unserem Städtchen seit rund 30 Jahren die Flüchtlinge und das ausgesprochen engagiert und gut.

Inakzeptabel ist es, dass die Standortfragen grundsätzlich hinter verschlossenen Türen besprochen werden. Das nämlich widerspricht den Regeln der Geschäftsordnung des Rates. Sie sieht keine nicht-öffentliche Beratung dieser Fragen vor. Im Auftrag unserer Fraktion Die BürgerNahen (BN) habe ich OB Krone deshalb vor acht Tagen angeschrieben, dafür zu sorgen, dass die Beratungen in den Ortsräten öffentlich stattfindet, also entsprechend der Geschäftsordnung. Geantwortet hat er mir nicht; diskutiert wird jedenfalls nicht-öffentlich (Ausnahme Altenlingen, wo öffentlich und dann auch noch nicht-öffentlich beraten wird). Da haben die Verwaltungsleute wohl Angst vor besorgten Anwohnern. Die Furcht öffentlich Bediensteter ist aber kein Grund, Geschäftsordnungen außer Kraft zu setzen.

Bildschirmfoto 2015-07-05 um 18.32.39Und dann stört, dass die Container im Ortsteil Schepsdorf weit außerhalb im Gewerbegebiet Pöttkerdiek aufgestellt werden. Mit anderen Worten, die 30 Flüchtlinge werden in die hinterste Ecke abgeschoben; die Straße heißt Radberg, und wenn Sie noch 70m weiterlaufen, stehen Sie auf der B213-Umgehungsstraße und werden umgefahren.  Anderer Meinung ist da OB Krone, der den Standort als „mitten im Ortsteil“ bezeichnete, und für die sozialdemokratischen Ratsvertreter war wichtig, dass „da eine Lili-Bus-Haltestelle“ ist, was Krone bejahte. Die LiLi-Anbindung gibt es tatsächlich, allerdings nicht beim Flüchtlingsheim, sondern rund 1,2 km entfernt an der Nordhorner Straße.  Wir von der BN haben daher im Verwaltungsausschuss beantragt, den Standort als ungeeignet zu verwerfen („erschwert die Integration“) und die Schepsdorfer zu bitten, einen besseren Platz auszusuchen. Davon nämlich gibt es mehrere, darunter die alte Wiese des Pfarrer Borgel direkt gegenüber der Alexander-Kirche, den Platz, wo an der Nordlohner Straße bis vor einigen Jahren die Jugendherberge stand, und ein Grundstück am Beginn der Herzforder Straße gegenüber der Kochlöffelzentrale. Der BN-Antrag wurde abgelehnt und heute beschließt nun der Ortsrat Schepsdorf nicht-öffentlich drei Stunden vor der Bürgerinformation den Standort hinten in der Ecke; die SPD wird loben, dass alles zwar nicht optimal aber dort eine Lili-Haltestelle ist, obwohl sie nicht existiert (Guckst Du) und dann wird so beschlossen.

Direkt anschließend werden den Schepsdorfern in einer Bürgerversammlung nähere Einzelheiten zum geplanten Standort „am“ Pöttkerdiek in Schepsdorf vorgestellt. Ich bin gespannt, wie die Schepsdorfer reagieren. Eigentlich erwarte ich, dass sie genauso besonnen sind und Willkommenskultur leben wie die Lingener, die in Heukamps Tannen oder an der Wilhelm-Berning-Straße leben. Warum auch anders. [Beginn der Veranstaltung ist um 20 Uhr im Heimathaus Schepsdorf (Alexanderstr. 6)]

(Fotos aus den nichtöffentlichen Ratsvorlage 177/2015 der Stadt Lingen (Ems))

wirklich an der Ems

16. Mai 2015

Wo Lingen wirklich an der Ems liegt –  das kann am kommenden Dienstag, den 19. Mai ab 13 Uhr bei einer geführten Wanderung durch die Lingener Emsauen erkundet werden.
Das Emslandmuseum und der Heimatverein Lingen laden dazu ein, die landschaftlichen Schönheiten und naturkundlichen Schätze vor den Toren der Stadt gemeinsam zu entdecken. Start der etwa fünfstündigen Tour mit Dr. Andreas Eiynck ist am Parkplatz der Kläranlage am Langschmidtsweg.
Erstes Ziel ist das neue Schöpfwerk am Mühlenbach, das die Innenstadt vor Hochwasser schützt (Foto). Die Funktionsweise der Pumpen- und Sperranlagen sowie die preisgekrönte Architektur des Gebäudes werden vor Ort erklärt. Von dort geht es durch einen kleinen Auenwald zur malerischen Mündung des Mühlenbaches. Etwas weiter erläutert Sven Oltrop, Naturschützer bei der Stadt Lingen (Ems), das Projekt „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“, bei dem im Lingener Bereich insbesondere wertvolle Magerrasenflächen in das Blickfeld gerückt sind.
Bildschirmfoto 2015-05-11 um 23.14.42Nächstes Ziel sind die Neubaugebiete im Emsauenpark, derzeit sicher noch die größte Baustelle im Emsland, aber bald schon ein attraktives Stadtviertel unmittelbar an der Ems. Von dort sind es nur wenige Schritt in die Emsschleife bei Schepsdorf, deren biologische Vielfalt und Bedeutung ebenfalls von den Naturschützern der Stadt erläutert wird.
Weiter Stationen sind die Deichanlagen am Herrenkamp und die Emsbrücke bei Schepsdorf.
Einen naturkundlichen Leckerbissen gibt es am Pumpenkolk zu bewundern: den letzten erhaltenen Altarm der Ems im Lingener Bereich. Durch das Gelände „Zwischen den Brücken“ geht es entlang des neuen und des alten Möddelhofes zu den früheren Flößwiesen an der Ems in Darme, die einst über eine aufwendige Grabenanlage mit Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal gespeist wurden. Die Reste der Anlage und die gewölbte Form dieser Wiesen sind im Gelände noch gut zu erkennen.
Unterwegs bietet die Wanderung immer wieder besondere Aussicht auf das Emstal mit seinen vielfältigen Landschaftsbildern.
Die Veranstalter: „Bitte gute Kondition, festes Schuhwerk und etwas Proviant nicht vergessen – eine Rastpause am Emsufer ist eingeplant. Ein Teilnehmerbeitrag wird nicht erhoben. Für eine kostenlosen Rücktransport per Bus sorgt der Heimatverein Lingen.“
Um Voranmeldung wird gebeten unter Tel. 0591 47601 (Emslandmuseum).
(Quelle; Foto: Schöpfwerk am Mühlenbach © Milanpaul)

Osterfeuer

5. April 2015

In diesem Jahr finden am Ostersonntag 13 traditionelle Osterfeuer in Lingen statt. Ihr Eindruck trügt sie nicht: Es waren schon mal deutlich weniger. In den Abendstunden können heute folgende Osterfeuer besucht werden:

  • Altenlingen: auf der Ackerfläche an der Straße „Kirchwand“
  • Brockhausen: Ackerfläche an der Straße „Brockhauser Teiche“
  • Brögbern: beim Heimathaus Brögbern an der „Duisenburger Straße“
  • Clusorth-Bramhar: am Parkplatz „Haus der Vereine“ in der „Bramharstraße“
  • Darme: auf der Fläche an der Ecke „Zum Heidhof/Groten Esch“
  • Estringen: am Sportplatz Estringen
  • Holthausen-Biene: an der Straße „Am Gemeinschaftshaus“
  • Hüvede: auf der Ackerfläche „Achterkehrstraße“
  • Münnigbüren: auf der Ackerfläche Ecke „Holzkamp/Brockortstraße“
  • Neuholthausen: auf der Ackerfläche am „Rabergweg“
  • Ramsel: an der „Wiesenstraße“
  • Reuschberge: an der „Teichstraße“ gegenüber dem Emslandstadion
  • Schepsdorf: auf der Ackerfläche „Zum Gut Herzford/Deichstraße“

Osterfeuer

[Osterfeuer Rinaldo Wurglitsch CC Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)]

Emsland Kalender 2015

25. Dezember 2014

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41 Mal ist der Emsland Kalender seit 1974 erschienen. Es waren die Aufnahmen des Fotografen Werner Franke, die ihn prägten. Der ehem. Oberkreisdirektor des Landkreises Lingen wunderte sich bisweilen, wie wenige Emsländer ihre Heimat wirklich kennen, und hoffte darauf, dass der Kalender dazu anregt, die Schönheiten des Emslandes schätzen zu lernen. Dank zollte der Schepsdorfer jährlich der Sparkasse Emsland für ihre finanzielle Unterstützung „dieses besonderen Werbeträgers der Region“. Tatsächlich wurde der Kalender auch von Emsländern in der ganzen Welt nachgefragt.

franke_werner2014 ist Werner Franke nach langer Krankheit gestorben und die Sparkasse Emsland hat sofort -für mich unverständlicherweise- ihre Garantieabnahme und damit ihre Unterstützung eingestellt.

Es ist also an der Zeit, Freunde, eine emsländische Tradition zu retten, und wer anders als Gerhard Kromschröder oder der Betreiber dieses kleinen Blogs könnte dies leisten? Kromschröder, dessen von den Granden im Meppener Kreishaus so kleinkariert angefeindetes Projekt eines Emsländischen Bildbandes in bester Erinnerung ist, weiß noch nichts von (s)einer Chance für den anderen Emsland Kalender. Also hab ich den Vorschlag meines Sohnes Max aufgegriffen und mit seiner Hilfe für 2015 die fällige Neuauflage konzipiert. Ausnahmslos mit aktuellen Bildern, die im Internet veröffentlicht und mit einem entsprechenden Vermerk unter Creative Commons lizensiert worden sind.

Dieser Emsland Kalender 2015 enthält auf etwas dünnerem Papier, aber sonst wie gehabt 12 13 pralle, stets bunte [manchmal sehr bunte] und traditionelle Aufnahmen aus dem Emsland.

Es ist, wenn man so will, für alle bloglesenden Interessenten (m)ein kleines Weihnachtsgeschenk, vor allem an die, die sonst einen deutlich helleren und leeren Fleck auf ihrer Wohnzimmertapete zurück behielten, weil sie dort den Emsland Kalender jahrelang platziert und geschätzt haben. Es ist auch eine Hommage an den Emsland-Fotografen Werner Franke.

Wenn die werte Leserschaft ein (oder mehrere) Exemplare erwerben möchte, bitte ich um eine E-Mail an robertsblog(at)email.de. 

Weil alles sehr schnell gestrickt wird, kann ich noch nicht genau sagen, wie teuer ein Exemplar werden wird; das hängt auch von der Zahl der zu bestellenden Kalender ab. Ich rechne mit 10 – 12 Euro (zzgl Versand). Der Überschuss geht an eine gemeinnützige Organisation im Emsland. Schlagen Sie einfach eine vor, wenn Sie wollen. Der Versand erfolgt spät, aber nicht zu spät: Anfang bis Mitte Januar.

Kalender 2015

Kalender CC-Fotoquellen

(Quelle; Werner Franke, Foto @ NOZ), Kalenderfotos)

Tag des offenen Denkmals

13. September 2014

DSC04462Denk mal: Vielleicht hätten wir an oder zu diesem morgigen  Tag des offenen Denkmals (rechts im Wortsinn ein lingentypyisches  offenes Baudenkmal) einmal gemeinsam aufarbeiten können, bei wievielen Baudenkmalen in unserem Städtchen die Bauverwaltung in der letzten Zeit kräftig daran mitgewirkt hat, ihnen den Garaus zu machen und warum.

Man könnte auch nachfragen, weshalb es keinen Denkmalschutzbeauftragten in Lingen gibt. OK, die Antwort auf diese Frage ist einfach: Eine Kultur der Kritik ist in Lingen nicht vorhanden und ein solcher Ehrenamtler könnte ja Probleme machen, wenn mal wieder jemand zulasten eines Baudenkmals Mammon in die Hand nimmt.

Außerdem wissen wir doch alle, dass unsere Behörden keine Fehler machen (niemals !) und die kleinen alltäglichen Desaster an Emstunnel, Ausländerabschiebereien, Tierschutz, Geld im Altenlingener Forst versenken und eben Denkmalabriss keine Fehlleistungen der jeweiligen Verwaltung sondern notwendig und richtig sind. Also entschuldige ich mich gleich dafür, über derlei überhaupt nachgedacht zu haben. Und das Ende Juli zerstampfte Arbeiterwohnhaus in der Kaiserstraße war ja gar kein Arbeiterwohnhaus und konnte daher weg, weil es natürlich kein Baudenkmal sondern eine Signalstation der oberen Denkmalschutzbehörde in Oldenburg war. Vor dem Abriss wurde nämlich signalisiert, dass…

Kommen wir auf den Denkmal-Tag zurück: Dieses Jahr steht der Tag des offenen Denkmals am morgigen Sonntag unter dem Motto „Farbe“. Da nun fehlen dem aufmerksamen Lingener mindestens zwei Bauwerke in seiner Stadt: Einmal die alte Schepsdorfer Kirche die farblich  eingeflattert ist (Bild re) und natürlich das rot-blaue Farbspiel a la Baurat Lisiecki in der Schützenstraße (Bild lks), wo mal eben ein Baudenkmal des Lingener Architekten Hans Lühn durch das OK der Bauverwaltung verhunzt wurde.

Immerhin wird der Denkmal-Tag dieses Jahr nicht vergessen, wie weiland zu Zeiten des uns gottseidank abhanden gekommenen Oldenburgers, der als Stadtbaurat Lingen acht Jahre überwiegend schreckliche Architektur hinterlassen hat; doch Architektur ist ja nur Geschmacksache, wusste eine Ratskollegin jüngst zu plappern. Na dann ist sie ja auch nicht wichtig!

Unten die regionale Denkmal-Programmkarte für Sonntag, den Tag des Denkmals [bitte Grafik anklicken; viel Spaß dabei]. Hier noch ein kleiner Hinweis, was Sie selbst tun können, um Baukultur vor Kommerz und privatem Klüngel zu sichern.

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70 Jahre

24. August 2014

Vor einigen Tagen habe ich in diesem Blog kritisiert, dass des Schicksals der Zwarte Hand aus Belgien nicht gedacht wird, obwohl unser Stadt dazu allen Anlass hätte. Die Gleichgültigkeit setzt sich fort. Jetzt, in dieser Stunde vor 70 Jahren wurden sieben Geiseln aus Luxemburg auf dem ehem. Schießplatz in Schepsdorf hingerichtet. Auch an diesen Mord erinnert der Gedenkstein nahe des Hinrichtungsorts. Doch auch diesen Jahrestag haben die Verantwortlichen nicht begangen. Traurig und beschämend gleichermaßen.
Auszug auf einem Relief

Nachtrag
Hallo Robert.

Fünf Personen haben Sonntagabend in Lingen an die ermordeten Geiseln erinnert. Sie haben mit ihren Händen auch die notwendigen Reinigungen am Mahnmal vorgenommen
Von der Stadt Lingen waren keine Signale am Monument zu sehen. Wie erwartet!
Das Thema sollte über deinen Blog hinaus veröffentlicht werden. Kulturhistorische Arbeit wird von der Kommune partiell nicht vorgenommen. Da helfen auch die Schutzargumente – die Dezernentin sei krank – wenig, sie sind nur peinlich.

Grüße
G.K.

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Schwarze Hand

8. August 2014

SchwarzeHand

Achiel Daes, Albert de Bondt, Emiel de Cat, Marcel de Mol, Remy de Mol, Clement Dielis, Louis Hofmans, Edmond Maes, Henry Pauwels, Josef Peeters, Josef Verharvert, Jean-Pierre Vincent – gestern morgen vor 71 Jahren um 8 Uhr wurden diese 12 Männer der belgischen Widerstandsgruppe „De Zwarte Hand“ auf dem Schießplatz in Lingen-Schepsdorf erschossen.  Die Widerstandsgruppe hatte sich ab 1940 ausschließlich auf gewaltfreie Aktivitäten wie das Verteilen von antideutschen Flugblättern und den Betrieb von illegalen Radiosendern konzentriert. Als den deutschen Besatzern eine Mitgliederliste (mit Fotos!) in die Hand fiel, wurde einer nach dem anderen verhaftet. Sie waren so genannte „Nacht und Nebel-Gefangene„, die nach der Festnahme im belgischen  Kleinbrabant sofort für ihre Familien, Angehörigen und Freunde verschwunden waren, geheim nach Deutschland verschleppt,  verurteilt, in Zuchthäusern und Konzentrationslagern gequält und schließlich ermordet wurden.

Nur 37 von 111 Mitgliedern der Schwarzen Hand überlebten den 2. Weltkrieg.

Seit 1991 befindet sich auf Initiative der Überlebenden der „Zwarte Hand“ nahe des Hinrichtungsplatzes, der auf dem heutigen Gelände der Telekom in Schepsdorf lag, ein Denkmal, das an den Blutzoll der „Schwarzen Hand“ erinnert. Auch in diesem Jahr haben die Verantwortlichen der Stadt Lingen (Ems) leider nicht an das Hinrichtungsdatum gedacht. Die kleine Gedenkstätte an der Kiefernstraße in Schepsdorf machte gestern früh auch keinen sonderlich gepflegten Eindruck. Zwei Freunde, meine Frau und ich haben dann den Bereich um das Denkmal ein wenig hergerichtet und an diesem Donnerstagmorgen mit zwölf Grablichtern und einem kleinen Blumenstrauß der mutigen Belgier gedacht.

Kivelinge 2.0

30. Mai 2014

Bildschirmfoto 2014-05-30 um 00.39.38Umstritten ist innerhalb meiner Familie, wie das Geschenk der Kivelinge an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt einzuordnen ist. Einig sind wir uns zunächst, das es allemal besser ist als „das Kunstwerk“, das zum letzten Kivelingsfest 2011 überreicht wurde und zu Recht als eher misslungen gelten darf.

Diesmal also Infotafeln, die zum virtuellen Stadtrundgang einladen. Mit QR-Code, also Kivelinge 2.0 sozusagen. Ich find’s nützlich und in Ordnung, auch wenn die EDV-Experten innerhalb der Familie von einer Halbwertszeit von zwei Jahren reden und auch die Aussage von Oberbürgermeister Krone falsch ist, das Geschenk verursache keine Folgekosten. Denn es muss Folgekosten verursachen, wenn die Stadt die QR-Codes einerseits auf dem Laufenden halten und andererseits ergänzen will. Und wenn man sich mit ihnen auseinandersetzt. Denn natürlich ist es noch notwendig auch die Daten und Orte unserer Stadt einzubeziehen, die im 19-teiligen Geschenk nicht vorkommen – nämlich solche, die nicht nur schön, großartig, historisch, lingensisch und was weiß ich sind, sondern authentisch. Nicht alles ist im Rückblick einzig- oder großartig.

Sie wissen, dass ich den Gedenkort jüdische Schule meine oder die Stolpersteine, die Hinrichtungsstätte der „Schwarze Hand“ in Schepsdorf und ähnliches, was unsere Geschichte belastet. Aber das virtuelle Geschenk ist dafür ein guter Beginn. Man kann (und muss!) es nutzen. Nicht als „quick response“, also als schnelle Antwort, was QR abkürzt, sondern als dauernder Auftrag. Deshalb finde ich das Kivelingsgeschenk 2014 grundsätzlich gut.