Schule nur im Sitzen?

24. Juni 2020

Nicht nur die Bremer Sportjugend will endlich den Schulsport zurück haben, informiert die taz. Jenseits solch vorbildlicher Initiativen und solcher kenne ich auch eine Lingener Sportlehrerin, die dasselbe will. Doch bei den (Bremer) Behörden ist noch nicht einmal klar, wer eigentlich zuständig ist.

Niemand weiß, wann und wie der wegen Corona ausgefallene Schulsport wieder stattfinden wird. Das kritisiert die Bremer Sportjugend: „Wir brauchen klare Konzepte, wie es spätestens nach den Sommerferien weitergehen soll“, sagt der Vorsitzende der Bremer Sportjugend Bernd Giesecke.

Die Kinder hätten mindestens seit einem Vierteljahr keinen Sport gemacht. „Dabei ist die körperliche Betätigung so wichtig – besonders für junge Menschen.“ Giesecke sieht vor allem Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) in der Pflicht, jetzt tätig zu werden. Deren Sprecherin des Ressorts Annette Kemp erklärt auf Nachfrage: „Solange das Infektionsrisiko beim gemeinsamen Sport selbst in Halbgruppenstärke als hoch eingeschätzt wird, wird auf Sport im Freien zurückgegriffen werden müssen.“ Es werde auf die Angebote gebaut, die im Freien stattfinden können.

Einzelne Schulen beginnen zwar mit sportlichen Aktivitäten, jedoch umfasst das längst nicht alle. „Bewegung wird im Schulalltag momentan zu wenig beachtet. Es wäre wichtig mit der Ausweitung des Angebots unter Wahrung der Hygieneregeln zu starten“, sagt An­dreas Staets, Landesgeschäftsführer der GEW Bremen. Während Unterrichtsfächer wie Mathe, Deutsch und Englisch wieder zum Schulalltag gehören, gibt es beim Sportunterricht keine einheitliche Regelung.

„Die derzeitige Situation ist sehr unbefriedigend. Ein grobes Konzept, wie es nach den Ferien weitergehen soll, sollte für alle Schulen stehen. Dann gibt es Möglichkeiten für die Schulen, es entsprechend zu organisieren“, sagt Jürgen Hadtstein vom Runden Tisch Schulsport.

Das Problem: Niemand fühlt sich zuständig für die Frage, wann der Sportunterricht…

[weiter bei der taz Bremen]

(Foto oben: Schulsport, Pixabay; unten: Emslandstadion Lingen © KSB Emsland)

Dankeschönmatjes

21. Juni 2020

58 niederländische Patienten wurden in der Coronakrise in deutschen Krankenhäusern aufgenommen und behandelt, davon allein 49 in Nordrhein-Westfalen. Vor 14 Tagen konnten die letzten der überlebenden Patienten wieder in die Niederlande verlegt werden. Als Dank für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wurden am Montag letzter Woche 4.000 Matjesfilets an die Mitarbeiter des Universitätsklinikums in Münster verteilt.

Das Fass mit dem ersten Hering der Saison wurde an Hugo van Aken, Direktor des Uniklinikums Münster, und an den nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) überreicht. Eigentlich ist es Tradition, dass dieses Fass versteigert wird, in Anbetracht der Coronakrise und der Leistungen des Krankenhauspersonals hat sich das Nederlands Visbureau (deutsch „Niederländisches Fischamt“) dazu entschieden, den ersten Matjes an Pflegepersonal und Krankenhausmitarbeiter zu stiften, darunter auch an das UKM. Zusammen mit dem Erasmus MC in Rotterdam hatte es die Koordination übernommen und die niederländischen Patienten den deutschen Krankenhäusern zugeteilt.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bedankte sich bei der Zeremonie für die Hilfsbereitschaft seitens der deutschen Krankenhäuser. Van Aken berichtete, dass 80 Krankenhäuser in den ersten 24 Stunden nach ihrem Aufruf Bereitschaft gezeigt hätten, niederländische Patienten aufzunehmen. Aufgrund der im Vergleich zu Deutschland geringen Zahl an Intensivstationsbetten fürchtete man in den Niederlanden, dass das Gesundheitssystem überlastet werden könnte. Ernst Kuiper, Leiter des Erasmus MC Rotterdam erklärte, ebenso wie Martin van Rijn (PvdA), Minister für Gesundheitsversorgung, dass die Niederlande im Gegenzug jederzeit bereit seien, NRW in ähnlichen Situationen zu unterstützen.

Betrachtet man die Traditionen rund um den ersten Hering des Jahres, so wird die Bedeutung dieser Geste besonders deutlich: Am jährlich stattfindenden vlaggetjesdag (dt. Fähnchentag) wird der erste Fang der Saison in Scheveningen an Land gebracht, wo ein großes Festival stattfindet. Wie bereits erwähnt, wird das erste Matjesfass dabei versteigert und der Erlös an gemeinnützliche Zwecke gespendet. 2019 wurden 95.500 Euro für dieses Fass bezahlt.

Soweit der Beitrag im Niederlande.Net. Weiß jemand aus der verehrten Leserschaft, ob unter den 80 Krankenhäusern, die helfen CoViD-19-Erkrankte aus den Niederlanden helfen wollten, auch niedersächsische Krankenhäuser diesseits der Grenze waren? Gelesen habe ich nichts darüber.

(Text: Niederlande.Net; Foto: Matjes frisch aus dem Fass, von Wolfgang Meinhart, Hamburg CC BY-SA 3.0 via wikipedia)

Susan Albers & Pete Budden
Lingen (Ems) – Amtsgerichtshof
Freitag, 26. Juni – 19, 20, 21 Uhr
Kein Eintritt
(Freikarten ab heute (20.06.) 10 Uhr online und in der Touristinformation im Rathaus)

Die neue Lingener Konzertreihe, der „Kleine Lingener Sommer“, feiert am kommenden Freitag Premiere. Das „1. Konzert“ spielen die Keyboarder und Sänger Susan Albers und Pete Budden „handgemachte“ Musik –  viel Pop und Musik von Alicia Keys über Elton John bis hin zu Adele.

Die Sehnsucht nach Kultur und Musik ist bei vielen nach der langen Corona-Pause groß. Es gibt dazu jetzt in Lingen ein „neues Format“: .Über den Sommer verteilt werden kleinere „Veranstaltungen für jeden Geschmack“ stattfinden. Von Pop über Klassik bis hin zu Comedy und Familienprogramm ist alles dabei – natürlich immer unter Beachtung der geltenden Hygiene- und Veranstaltungsauflagen. Das heißt gegenwärtig auch: Mit maximal 250 Besucherinnen und Besuchern.

Die Reihe startet am Freitag nächster Woche (26. Juni) mit drei, jeweils gut halbstündigen Konzerten der beiden, weit über die Region hinaus bekannten Musikern Susan Albers und Pete Budden. Für Susan Albers ist seit mehr als 25 Jahren die Bühne ein fester Bestandteil ihres Lebens. Die Sängerin ist sowohl mit ihrer Band als auch als Solokünstlerin  unterwegs. „Piano Pete“ Budden ist sicherlich allen Musikliebhabern im Nordwesten ein Begriff. Der Emsländer ist ein Tastenkünstler am Klavier und kann auch als Sänger und Songwriter auf eine beachtliche Laufbahn zurückblicken.

Um möglichst vielen die Möglichkeit zu geben, an diesem Musikerlebnis im Amtsgerichtshof teilzunehmen, treten Susan Albers und Piano Pete Budden um 19, 20 und 21 Uhr drei Mal jeweils rund eine gute halbe Stunde auf. Bis zu 100 Besucher können bei jedem der drei Konzerte teilnehmen. Freikarten sind notwendig. Maximal zwei von ihnen werden pro Person abgegeben.

(Text und Foto © LWT)

Einen dringenden Hilferuf haben heute der Einzelhandel und die Gastronomie in der Lingener Innenstadt an die Fraktionen im Stadtrat geschickt. Die Vorsitzenden des LWT eV Dirk Iserlohe und Stefanie Neuhaus-Richter richteten einen öffentlichen Brief an die Stadtratsfraktionen. Hier das Schreiben im Wortlaut:

„Leider ist es nicht es nicht so, dass nun, wo unsere Geschäfte und Restaurants und Cafés wieder öffnen dürfen, alles wieder gut ist. Für die Gastronomie ist das leicht vorstellbar: Die halbe Zahl der Tische bedeutet halber Umsatz.

Die aktuelle, schwierige Situation für den Einzelhandel, die nicht so offensichtlich ist, möchten wir hier deutlich machen:  Der Einzelhandel scheint bei flüchtiger Betrachtung weniger betroffen, da wir relativ schnell wieder öffnen konnten und die Mehrzahl der Flächen in Lingen nicht über 800m² groß sind. Doch in die Statistiken fließen die Lebensmittel – und Onlineumsätze ein, die während des Lockdowns bekanntermaßen Rekorde feierten.

Der stationäre Facheinzelhandel erzielte vor Corona aus 100 Euro Umsatz etwa 3 Euro Gewinn. Sinkt jedoch der Umsatz um mehr als 5%, rutscht der Händler in ein Defizit, da ein großer Teil des Ertrages zur Deckung von Fixkosten dient. Miete, Personalkosten (trotz Kurzarbeit nicht in dem Maße reduzierbar, wie der Umsatz wegbricht), Steuerberater und Versicherungen bleiben zunächst nahezu gleich -auch, wenn der Umsatzes sinkt. Im Rahmen des Lockdowns haben die Unternehmen der Lingener Innenstadt branchenunterschiedlich zwischen 10-20% ihres Jahresumsatzes verloren – für sich betrachtet schon eine betriebswirtschaftliche Katastrophe mit hohen Defiziten. Diese Defizite haben die Unternehmen in der Regel durch entsprechende staatlichen Kreditprogramme ausgleichen müssen, deren Kapitaldienst in den nächsten 10 Jahren den Spielraum für Investitionen nimmt und die Geschäfte auf das Äußerste belasten wird.

Noch mehr Sorge bereitet uns jedoch die aktuelle Entwicklung. Nach intensiven Austausch mit den Kollegen wissen wir, dass sich viele Unternehmen nach wie vor zwischen 40% und 70% ihres normalen Umsatzes bewegen, womit sie jeden Tag tiefer und tiefer in die roten Zahlen rutschen. Hinzu kommt, dass sich in den Innenstadtleitbranchen, dem Textil- und Schuhhandel, riesige Warenläger aufgebaut haben, die saisonal bedingt deutlich an Wert verloren haben. Diese werden inzwischen durch entsprechender Reduzierungen ohne Ertrag verkauft, um die wenigstens die kurzfristige Liquidität der Unternehmen zu sichern. Diese Entwicklungen gefährden unsere Unternehmen massiv in ihrer Existenz und damit eben auch die Arbeitsplätze und nicht zuletzt die Innenstadt in ihrem bisherigen Handelsbesatz und ihrer Attraktivität.

Schätzungen von Handelsexperten gehen davon aus, dass 20-30% der Facheinzelhändler in den kommenden zwei Jahren aufgeben müssen. An dieser Entwicklung ändert leider auch die Mehrwertsteuersenkung, die sicher ein positives Signal ist, nur zum Teil etwas. Die Menschen haben während des Lockdowns, belegbar und nachhaltig, ihr Einkaufsverhalten noch weiter in Richtung des Onlinehandels verlagert, der wiederum gleichermaßen von der Mehrwertsteuersenkung profitiert.

Um es ganz unverblümt zu sagen: Einigen Kollegen steht das Wasser bis zum Hals und wir brauchen so schnell es geht mehr Frequenz in unseren Geschäften.

Daher möchten wir an dieser Stelle auf eine wichtige, richtige und vor allem nachahmenswerte Initiative der CDU Rheine verweisen, die für ihre Bürger plant, die innerstädtischen Parkgebühren und die Tickets des ÖPNV bis zum Jahreswechsel entfallen zu lassen, um die innenstädtischen Geschäfte und Gastronomie erhalten zu können. Es ist wichtig, jetzt Impulse zu setzen, um die Verhaltensweisen der Konsumenten zu einem innenstädtischen Einkaufserlebnis zu animieren, bevor aus neuen Verhaltensweisen Gewohnheiten geworden sind.

Wir sind der Auffassung, dass die Rettung der innerstädtischen Geschäfte und Gastronomie langfristig die Lebensqualität der Bürger sichert und hoffen daher sehr auf die Unterstützung.

Wenn wir jetzt nicht tätig werden und sehr schnell alles Machbare realisieren, dann werden wir uns über einen Masterplan Innenstadt unter ganz anderen Prämissen unterhalten müssen.

Gerne stehen wir für Gespräche zur Verfügung und hoffen auf ein positives Feedback.
Mit freundlichen Grüßen
Dirk Iserlohe                      Stefanie Neuhaus-Richter
Vorsitzender LWT e.V.         stell. Vors. LWT e.V.

-.-.-.-.-.-.-

Unsere Fraktion „Die BürgerNahen“ hat die LWT-Vorstandsmitglieder sofort zu einem Gespräch eingeladen. Das sowie das Schreiben selbst dürften auch die übrigen Stadtratsfraktionen zu entsprechenden Einladungen veranlassen. Unsere Antwort:

Lieber Dirk, sehr geehrte Frau Neuhaus-Richter,

wir stimmen Ihrer Bewertung zu, dass die Situation im Einzelhandel der Innenstädte dramatisch ist. Bei den Beratungen in den letzten drei Monaten haben wir mehrfach unser Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Super- und Verbrauchermärkte vor den Toren des Stadtzentrums geöffnet bleiben durften, die kleinen Einzelhandelsgeschäfte aber nicht. Wir halten auf dem Hintergrund des Corona-Krise auch die Expansionspläne bei BvL sowie die etwa zweijährige Großbaustelle der Sparkasse für ein Hindernis der Erholung der Innenstadtbetriebe.
Für die Innenstadt-Gastronomie haben wir eine Ausdehnung der Außenflächen angeregt, die dann auch gekommen ist. Die Ideen der CDU-Rheine sind allemal diskussionswürdig.
Ihr Angebot zum Gespräch greifen wir daher sehr gern auf …
Mit freundlichen Grüßen
Die BürgerNahen – Stadtratsfraktion
Robert Koop, Vors.

 

Wochentag

24. Mai 2020

Zwar nicht heimlich still aber allemal leise und während gerade die Mitarbeiter der fünf emsländischen  Schlachthöfe auf Corona-Infektionen getestet werden, hat sich der Landkreis Emsland aus der täglichen Bekanntgab derCorona-Infektionen zurückgezogen. Auf der Website der Behörde lese ich:

„Bitte beachten Sie, dass diese Statistik bis auf Weiteres nur noch an Wochentagen aktualisiert wird.“

Man liest „an Wochentagen“, stutzt, liest nochmal und fragt dann „bis auf Weiteres“: „Welche Wochentage eigentlich?“

Mein Vorschlag: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Denn als Wochentag, weiß Wikipedia, bezeichnet man einen Tag der Woche, der in wiederkehrender Benennung und gleichbleibender Reihenfolge das gesamte Jahr des bürgerlichen Kalenders über vorkommt.

Gemeint ist etwas völlig anderes als das, was da geschrieben steht: Wochentage. Gemeint ist Arbeitstage. Da kann ich nur hoffen, dass angesichts dieses Faux-Pas  die Qualität der Corona-Arbeit des Landkreises besser ist als das, was sie auf der Bekanntgabeseite ihrer Corona-Fallzahlen dokumentiert…

Tja

17. Mai 2020

Tja, Freunde und Freundinnen. Und Ihr jetzt so? Also ich stell mir gerade vor, dass die Eltern dieses Herrn in Lila diesen Corona-Beitrag heute auf dem Berliner Alexanderplatz sehen. Himmel, was müssen die sich schämen…!

Das war überfällig, wenngleich das Land Niedersachsen ohnehin gerade eine Corona-Niederlage nach der anderen vor Gericht einfährt. Aber die prädemokratischen Geheimerlasse von Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) in Corona-Zeiten müssen sofort auf den Tisch.

Das in diesen Zeiten besonders konservativ-rechthaberisch agierende Justizministerium in Niedersachsen muss einem Journalisten der Plattform fragdenstaat.de alle Erlasse herausgeben, die im Hinblick auf die Corona-Pandemie ergingen. Das Land hatte sich zunächst geweigert, weil es sich bei den Erlassen nicht um „Umweltinformationen“ handele. Umweltinformationen unterliegen aufgrund gesetzlicher Regelungen einem höheren Grad der Informationsfreiheit.

Das Verwaltungsgericht Hannover stellt sich auf die Seite des Journalisten. Es sei für eine „Umweltinformation“ nicht erforderlich, dass die Maßnahme dem Schutz der Luft diene. Vielmehr genüge ein sachlicher Bezug zum Umweltbestandteil Luft. Dieser Bezug sei schon dadurch gegeben, dass sich das Corona-Virus über die Luft verbreite.

Das Gericht sieht auch eine Eilbedürftigkeit. Die Kontrolle des Staates, der derzeit die Grundrechte massiv einschränke, müsse zeitnah zum Geschehen erfolgen. Eine Auskunft nach Abschluss des Klageverfahrens sei „allenfalls von historischem Interesse“. Der Antragsteller müsse sich auch nicht auf die Pressemitteilungen und Informationen auf der Webseite des Ministeriums verlassen und darauf vertrauen, dass diese sachlich richtig und vollständig seien (Aktenzeichen 4 B 2369/20).


Quelle: LawBlog/Udo Vetter

Die virtuelle re:publica 2020 ist seit gestern Abend Geschichte. Mitten in der Corona-Krise erfand sich die größte europäische Digitalkonferenz re:publica neu: Statt mit Tausenden Besuchern in Berlin, gab es sie in diesem Jahr ausschließlich im Internet – offen für alle und (!) kostenlos. Das re:publica-Team nannte sein Konzept einen „Prototypen“, der mit Hochdruck erst in den vergangenen sechs Wochen entstanden ist – und bei dem die Konferenz mit unterschiedlichen Beteiligungsformaten experimentierte.

Es war anstrengend, meinte Florian Dietz (rbb) und resümierte: „Mein Kopf ist voll, meine Augen müde. Wenn ich auf den Tag zurückblicke, kann ich nur sagen: Das große Experiment ist euch gelungen, re:publica! Ich habe so viele Sessions verfolgt, wie an bisher keinem Veranstaltungstag vor Ort. Das Angebot ist riesig! Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten in verschiedenen Tabs, hatte ich es raus, zwischen den Kanälen hin und her zu springen und von überall etwas mitzunehmen, selbst wenn ich einen Programmpunkt nicht vollständig verfolgen konnte.“

Richtig! Für mich dabei wohl die aktuellste Session heute bei dieser re:publica im Exil: war: „Verschwörungstheorien im Netz“. Sicher auch die wichtigste: Netzaktivistin und Bloggerin Katharina Nocun (@kattascha) und Psychologin Pia Lamberty (@_pietz_).haben sich in ihrem Buch „Fake Facts“ Verschwörungstheorien gewidmet – für ihren Beitrag analysierten sie aktuelle Verschwörungstheorien in diesen Coronavirus-Zeiten. Die simple Antwort, sagt Pia Lamberty: Es ist eine einfache Kompensationsstrategie durch den persönlichen Kontrollverlust in der Pandemie. Viele Menschen kämen besser mit dem Gedanken an eine Verschwörung klar als mit zufälligen Entwicklungen. Diese Session war meine persönliche Nummer 1.

Spontan dachte ich an diesen meditativen Kreis Entrückter auf meinem lokalen Marktplatz – immer samstags, wenn der Fischstand abgeräumt ist.

Also mit Florian Dietz: Daumen hoch und Glückwunsch an die Macher! Klar re:publica ist analog greifbar (sic!) anders. Sie wird, hoffe ich genauso sehr wie egoistisch, 2021 wieder da sein.

Wer übrigens den aus Lingen stammenden re.publica-Mensch in diesem traditionellen Abschlusssong (pre-release-Version) findet, darf mir mailen (robert.koop(at)web.de). Schreibt mir einfach die Sekunde, wo… Dann gibt’s eine Flasche seines und meines (!) Lieblingsweins.
ps Ich wusste gar nicht, dass er -seit heute auch noch frisch gebackener Onkel- so engagiert  singen kann…
pps Mitsinger sind raus!

Perspektive

4. Mai 2020

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das und wie Fotos dann aber auch manipulieren (können) ist Allgemeinwissen. Bei zahlreichen Bildern über Menschen in Parks und an Ufer, die angeblich den Corona-Abstand nicht einhalten, habe ich in den letzten Tagen ein Gefühl von Manipulation gehabt. Jetzt sehe ich meine Skepsis durch diesen Artikel bestätigt.

Er stammt aus Kopenhagen und einen in dänischer Sprache erschienenen Bericht hab ich in diesem kleinen Blog noch nicht wiedergegeben. Doch gestern bin ich auf einen kleinen Hinweis in Felix von Leitners „Fefe-Blog“ gestoßen. Er schreibt:

Habt ihr auch in der Presse die Fotos gesehen, wie die Leute unverantwortlich nahe beieinander sind? Hier ist eine tolle Fotoserie aus Dänemark, wie Fotographen das über die Perspektive herbeitricksen können.

Der Artikel berichtet, wie Fotograf Ólafur Steinar Gestsson und ein Kollege in Kopenhagen Fotos von Menschen machen, die das gute Aprilwetter genießen – und obwohl die beiden Fotografen fast gleichzeitig auf den Kameraknopf drückten, sind die Aufnahmen sehr unterschiedlich.

Die Erklärung für den Unterschied liegt in der Wahl des Winkels und der verschiedenen Kameraobjektive: Eines wird mit einem Teleobjektiv aufgenommen, das andere mit einem Weitwinkelobjektiv. Die beiden Objektive sind „die Extreme der Ausrüstung, die Sie verwenden können“, erklärt Ólafur Steinar Gestsson in dem Beitrag auf der Webseite (Ausriss unten) des dänischen TV-Senders TV2.

Also Freunde, glaubt bitte nicht alles, was Ihr seht…auf Fotos.

Hier geht’s  mit beeindruckenden Beispielen weiter, auf Dänisch allerdings…

 

Vom Ende…

2. Mai 2020

…der Livemusik lese ich bei DLFKulturund dann:
„Keine Konzerte, keine Clubs, keine Festivals – dafür jede Menge Auftritte im Internet. Wie dauerhaft sind die Corona-Schäden für die Popmusikwelt? Wir sprechen mit Katja Lucker vom Musicboard Berlin und der Musikerin Malonda.

Echte Musikfans sitzen derzeit bestimmt auch mal mit Tränen in den Augen vor einem Live-Stream von zurückgelassenen Popmusikerinnen und Popmusikern – und warten darauf, dass das große Vermissen von Musik auf Bühnen einsetzt.

Vielleicht sind sie aber auch genervt, weil es online einfach nicht gut funktioniert. Und möglicherweise liegt in mancher Freude über die digitalen Möglichkeiten für (Pop-)Musikschaffende auch eine praktische Verdrängungsleistung für das Ausmaß der Musik-Krise, die gerade erst beginnt.

Die Absagen der Festivals im Sommer werden vom Publikum inzwischen nur noch halbgelangweilt durchgewunken, weil: Das war ja eh schon allen klar. Katja Lucker ist die Geschäftsführerin vom Musicboard Berlin, einer Fördereinrichtung für Musiker und Musikveranstaltungen des Landes Berlin – und arbeitet derzeit mehr denn je, um die Corona-Veranstaltungs-Absagen aufzufangen und manches davon ins Netz zu übertragen. In Berlin war und läuft vieles unkompliziert, gerade für die Künstlerinnen und Künstler. Das bestätigt auch die Musikerin Malonda.

<

„Ich find das eigentlich ganz gut, dass man merkt, dass es schon auch Reaktionen auf Forderungen seitens der Politik gibt. Andererseits gibt es auch immer wieder Leute, die durch alle Raster fallen“, sagte Malonda.

Katja Lucker schaut..“

[weiter bei DLFKultur]