Im Jahr 1986 erhielt der Germanistikstudent Gerhard Henschel von Walter Kempowski den Ratschlag: „Eine Tour, die in Bargfeld beginnt, sollte in Nartum enden.“ Fast dreißig Jahre später – im Sommer 2015 – setzte er die Idee mit dem Fotografen Gerhard Kromschröder in die Tat um: beide wanderten quer durch die Lüneburger Heide von Bargfeld, Arno Schmidts letztem Wohnort, nach Nartum, wo Walter Kempowski zuletzt lebte. Entstanden ist dabei ein Wandertagebuch, das den spröden Charme und die Kulturgeschichte einer unterschätzten Landschaft in der niedersächsischen Provinz reich illustriert.

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Am 16. Februar um 19:30 Uhr stellen Gerhard Henschel und Gerhard Kromschröder ihr Buch „Landvermessung. Durch die Lüneburger Heide von Arno Schmidt zu Walter Kempowski“ im Bibliothekssaal der Uni Oldenburg vor (Campus Haarentor, Uhlhornsweg 49-55 26129 Oldenburg; Karten sind für 7 Euro bzw. 5 Euro ermäßigt an der Abendkasse).

Als ausgewiesener Kromschröder-Fan weise ich auf diese feine Lesung in Oldenburg hin, weil es doch so dringlich ist, dass Kromschröder und Henschel weiterwandern – durchs Emsland natürlich. Ungeachtet des Umstandes, dass  Kromschröder einmal sagte: „Das Emsland ist keine Toskana des Nordens.“ und diese steile These, wie jeder Emsländer weiß, schon deshalb falsch ist, weil wir hier nicht Norden sondern -ganz klar- Nordwesten sind, Natürlich gab es bei uns auch keine großen Literaten. Etwas Wegweisend-Verbindendes wird sich trotzdem finden lassen – zum Beispiel von Sögels Levin Schücking hin zu Ferdinand Freiligrath, obwohl der eingestandenermaßen mehr westfälisch ist. Trotz alledem und auch, wenn die beiden Wahlhamburger ihre Emsland-Tour vielleicht ohne Begleitfahrzeug mit HH-Autokennzeichen realisieren sollten; denn zwanglos wir erinnern uns daran, was im Emsland alles passieren kann, weil der Fotograf ein Hamburger Fahrzeug nutzt. Jedenfalls darf das tiefe, hermannlönsige Niedersachsen nicht alles sein, was Kromo und Freund diesseits der deutschen Mittelgebirge erwandern. Oder?

ps Im Vorfeld der Veranstaltung besteht um 19.00 Uhr im Bibliothekssaal die Möglichkeit, mit Gerhard Henschel und Gerhard Kromschröder ins Gespräch zu kommen. Welcher verständiger Leser dieses kleinen Blogs  also meldet sich bitte dazu an (E-Mail: heike.andermann(at)uni-oldenburg.de) und trägt mein dringliches Anliegen vor?

pps Übrigens zeigt die Samtgemeinde Sögel ab 3. Mai die Ausstellung von Kromschöders legendären schwarz-weißen Emsland-Bildern, die nach einem -man sagt „Hermann-Bröring-Verdikt“ ungenutzt in Schloss Clemenswerth lagerten. Redner: Hermann Vinke. Und am 5. Mai gibt Kromschröder dann dort eine Lesung.. Schon mal vormerken, bitte.

 

wohl gehen

10. Februar 2017

eweMachtkampf bei EWE, der ehemaligen „Energieversorgung Weser Ems „? An der gänzlich missglückten Klitschko-Überweisung nach Kiew dürfte es wohl nicht liegen, dass der Vorstandsvorsitzende des fünftgrößten deutschen  Energieversorgers aus Oldenburg voraussichtlich seinen Schreibtisch räumen muss. Die taz berichtet:

„Der Vorstandschef des Energieversorgers EWE Matthias Brückmann muss wohl gehen. Das Präsidium des Aufsichtsrats verlangte gestern in Oldenburg seine Ablösung. Brückmann hatte im vergangenen Jahr 253.000 Euro an die Stiftung der Boxprofis Vladimir und Vitali Klitschko gespendet. Vladimir Klitschko sollte im Gegenzug zu einem Werbeauftritt nach Oldenburg kommen. Dazu kam es aber nicht. Brückmann hatte nach Bekanntwerden der Spende angekündigt, EWE die Summe aus eigenen Mitteln zu erstatten – offenbar zu spät.

Elegant war es zugegangen bei der Charity-Gala der Klitschko-Stiftung im März 2016 in Kiew, auf der für Kinder-Hilfsprojekte in der Ukraine gesammelt wurde. EWE-Chef Brückmann hatte sich damals generös erboten, die „Lücke“ zur Zwei-Millionen-Dollar-Marke zu schließen. So erinnert sich einer der Gäste. Und an die stattliche Summe von 253.000 Euro, die für den „Lückenschluss“ nötig war.

Doch bei EWE herrschte Erstaunen über die eigenmächtige Aktion des Vorstandsvorsitzenden. Zumal die EWE ihr Sponsoring in der Region gerade drastisch heruntergefahren hatte, vor allem für örtliche Sportvereine. Und hatte…

weiter bei der taz

UmBauBar

20. April 2016

logo_umbaubarNeues aus unserer Bezirkshauptstadt Oldenburg. Dort, so berichtet die taz, ist in den letzten Jahren passiert, was man sonst nur aus florierenden Großstädten kennt: „Kultur setzte sich in Nischen fest. Doch jetzt wird es eng.

Die Theke ist aus Palettenholz, die Tische sind Kabeltrommeln. „Das gehört zu unserer Idee“, sagt Keno Hellmers, der Betriebsleiter der „UmBAUbar“ in Oldenburg. Er sitzt in einem Lehnsessel, die leere Tanzfläche im Rücken. Bald beginnt der Abendbetrieb.

Die Umbaubar gibt es, seit der Oldenburger Architekt Bernd Feeken vor neun Jahren auf die Idee kam, den Rohbau auf einer Großbaustelle in der Innenstadt zum Wohnzimmer zu machen. „Die Gäste hockten mit ihrem Drink in der Hand auf umgedrehten Bierkisten“, so Hellmers. In Berlin mag so etwas normal sein, in Oldenburg sei die Idee neu gewesen, meint Katharina Semling von „Bau-Werk“, einem Oldenburger Forum für Baukultur: „In einem freien Raum gab es auf einmal kulturelles Leben.“

 

Es folgten weitere alternative Projekte wie das ehrenamtlich organisierte Freifeld Festival: 2013 fand die erste Ausgabe in einer ehemaligen Kaserne statt. Musik, Workshops und Theater füllten sonst ungenutzten Raum.

Das kleine Oldenburg schloss sich damit einer Entwicklung an, die laut Stadtforscherin Gesa Ziemer weltweit erkennbar ist, allerdings in der Regel in Metropolen. „Kultur- und Kreativschaffende nutzen zwischenzeitlich Räume und Flächen, die sonst brach liegen würden.“ Ziemer ist…“

[weiter bei der taz]

traumatisiert

4. Februar 2016

safe_place_oL-300x300Deutlich mehr Geld als bisher soll in diesem Jahr Refugio Bremen bekommen: Für den Betrieb des therapeutischen Behandlungszentrums für Flüchtlinge will die Bremer Landesregierung 178.000 Euro statt wie im Vorjahr 128.000 Euro ausgeben. Die Bremische Bürgerschaft muss noch zustimmen. 2014 lag die Fördersumme bei 74.000 Euro.

Damit reagiert Bremen auf den steigenden Bedarf an psychotherapeutischen Angeboten. Es sei „möglich, dass bis zu 40 Prozent der Flüchtlinge Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung aufweisen“, heißt es im kürzlich vorgestellten Integrationskonzept der Hansestadt. Viele ExpertInnen gehen davon aus, dass weit mehr als die Hälfte belastet sind. Die Anzeichen dafür sind nicht immer zu erkennen, weil die Betroffenen in der von vielen Unsicherheiten geprägten Ankunftszeit die Erlebnisse verdrängen müssen…. [weiter bei der taz]

Ähnliche Einrichtungen für traumatisierte Flüchtlinge im Emsland und der Grafschaft Bentheim sucht man hier vergebens. „Wir schicken sie nach Bremen“, hieß es auf meine entsprechende Frage vor einem Jahr. Dort aber ist man längst an der Kapazitätsgrenze angekommen. Danach müssen laut Refugio Bremen die meisten Hilfesuchenden drei bis sechs Monate warten, bis sie eine Therapie beginnen können. Im schlimmsten Fall beträgt die Wartezeit ein Jahr. Voll finanziert sei das Behandlungszentrum noch lange nicht, sagt  Marc Millies, Sprecher von Refugio: „Bisher haben die Zuschüsse 20 Prozent unserer Kosten abgedeckt, jetzt sind es etwas mehr.“ Weitere Behandlungszentren gibt es in Oldenburg, Münster und Bielefeld – doch alle sind überlaufen. Dasselbe gilt für die MediBüros; Anlaufstellen dieses Netzwerkes für Menschen, die sonst keinen Zugang zum Gesundheitswesen finden, finden sich -ausgenommen Oldenburg und Bremen-  ebenfalls nicht in Weser-Ems (Grafik lks).

Bildschirmfoto 2016-02-03 um 21.43.49Gleichzeitig schränken die im „Asylpaket II“ von der Großen Koalition geplanten Maßnahmen die Grund‐ und Menschenrechte von vor Krieg, Verfolgung und struktureller Diskriminierung geflohenen Menschen ein und verhindern faire Asylverfahren. Dies betrifft vor allem neue Aufnahmezentren, Aussetzen des Familiennachzugs und das Bagatellisieren von Traumatisierungen sowie die Abschiebung schwer erkrankter Menschen.

Die bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF e.V.) kritisiert denn auch den neuen Gesetzesentwurf deutlich: „Über die Asylanträge für bestimmte Gruppen von Geflüchteten soll innerhalb von einer Woche entschieden werden. Darunter fallen alle Menschen, die aus sicheren Herkunftsländern kommen, im Folgeverfahren sind oder ihre Papiere vernichtet haben sollen. „Insbesondere Asylsuchende, die durch Gewalterlebnisse in ihrem Herkunftsland psychisch schwer belastet sind, werden in Eilverfahren Probleme haben, ihre Bedarfe entsprechend vorzubringen“, sagt Elise Bittenbinder, Vorsitzende der BAfF e.V. 

„Es ist zynisch, davon auszugehen, dass sich Flüchtlinge so schnell Termine und Atteste vom Facharzt beschaffen können, wenn selbst langjährige Patient*innen wochenlang warten“ stellt Dr. Vera Bergmeyer vom MediNetz Bremen fest. Zudem sollen lebensbedrohlich erkrankte Flüchtlinge abgeschoben werden, wenn es in einem Landesteil des Herkunftslandes Behandlungsmöglichkeiten gibt, unabhängig davon, ob diese den Menschen auch zugänglich sind. „Psychische Störungen werden als unbedeutend hingestellt“ erklärt Björn Steuernagel, vom Refugio-Vorstand Bremen. Elise Bittenbinder: „Gerade traumatisierte Geflüchtete können erlittene Menschenrechtsverletzungen oftmals nicht sofort so zusammenhängend und ohne Zeitsprünge vorbringen, wie das der Gesetzgeber von ihnen erwartet. Das braucht Schutz und Zeit, die in dem beschleunigten Verfahren nicht gegeben ist.“

#einBuchfuerKai

21. Mai 2015

Der Blick auf die Bestseller-Liste des Online-Buchhändlers Amazon offenbart gerade  Erstaunliches, schreibt der NDR. Auf dem ersten Platz, direkt vor der Autobiografie von Thomas Gottschalk, steht seit Mittwochnachmittag das Buch „Willkommen im Meer“ des unbekannten Oldenburger Autors Kai-Eric Fitzner. Einen Tag zuvor lag der Titel noch bei Platz 60.000. Der rasante Sprung an die Spitze der Verkaufscharts hat allerdings einen traurigen Hintergrund

#einBuchfuerKai – titelt die Jazzlounge und dort schreibt Blogger Johannes Korten:
„Vor einigen Tagen und gestern wieder erreichten mich sehr traurige und bewegende Nachrichten. Kai-Eric Fitzner, den ich vor einigen Jahren auf einem gemeinsamen Podium in Dresden kennen- und im Nachgang mehr als schätzen lernte, ist schwer erkrankt. Es ist leider ungewiss ob und wie er wieder genesen wird.

#einbuchfürKaiKai und Familie
Hier der Link zum FB-Post von Raja, Kai’s Frau.
Liebe Freunde und Bekannte von Kai!Mein Mann Kai wurde, wie ihr wisst, am 8. Mai, einen Tag vor seinem 45. Geburtstag,…

Posted by Kai-Eric Fitzner on Dienstag, 19. Mai 2015

Die plötzliche Krankheit und sein Ausfall als Ernährer stellen seine Frau Raja und die drei Kinder neben menschlichen auch vor ökonomische Herausforderung. In dieser Situation möchte ich schnell und unbürokratisch helfen. Zum einen bitte ich euch, Kais wirklich lesenswerten und tollen Roman “Willkommen im Meer” zu kaufen, zu verschenken und weiter zu empfehlen. Damit kann zumindest ein kleiner Beitrag geleistet werden. Wenn ihr das Anliegen teilen möchtet, verwendet dazu doch bitte das Hashtag #einBuchfuerKai.

Ich möchte aber auch zu unbürokratischer, finanzieller Unterstützung* für die Familie aufrufen. Nach Rücksprache und in enger Abstimmung mit Kai’s Frau Raja habe ich ein Konto eingerichtet, auf das ihr Geld überweisen könnt. Ich werde über alle Eingänge hier Rechenschaft ablegen und einmal täglich alles eingegangene Geld an Raja weiterleiten. Wem das Vertrauen in dieses handgestrickte und Konstrukt fehlt, was ich gut verstehen kann, dem stelle ich gern auf Anfrage auch direkt Raja’s und Kai’s Bankverbindung zur Verfügung, damit direkt überwiesen werden kann. Eine Veröffentlichung ihrer Bankdaten möchte Raja nicht, und ich kann das sehr gut verstehen.

Die Bankverbindung für die Unterstützung* lautet:

Johannes Korten
IBAN DE 58 4306 0967 4019 2844 02
BIC GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Hilfe für Kai und Raja

Parallel werde ich mich mit Experten aus meinem beruflichen Umfeld kümmern, dass auch professionell geholfen und die Finanzsituation von Experten analysiert und begleitet wird. Damit sollte die Familie in dieser belastenden Situation nicht alleine bleiben. Wer vor Ort in Oldenburg und Umgebung zudem weitere Hilfe anbieten kann, der möge sich bitte bei mir melden. Ich koordiniere das gern und leite Angebote weiter.

Ich danke euch allen schon jetzt für jedes noch so kleine Zeichen der Unterstützung. Bereits gestern Abend sind tolle Sachen passiert, die mir gezeigt haben, dass das “Sozial” in “Soziale Netzwerke” immer noch seine Berechtigung hat.

* Ich verwende bewusst den Begriff “Unterstützung”, denn es handelt sich um eine Schenkung, die natürlich nicht den Charakter einer steuerlich absetzbaren Spende hat.

(Crosspost von Jazzlounge)

Polygenos

27. März 2015

polygenosVor gut einem Jahr rettete die Genossenschaft Polygenos  das „Poly-Haus“ in Oldenburg (Foto lks). Seitdem kämpft sie darum, das Haus als Treffpunkt für alternative Stadtkultur zu erhalten. Die taz berichtet aktuell über den Stand des Lehrstücks. Titel: Angepackt statt abgerissen.

„Zwischen Pferdemarkt und Lappan gelegen, hat das „Poly-Haus“ in Oldenburg einen prominenten Standort. Aber so richtig will sich das Gebäude nicht in seine Umgebung aus modernen Neubauten einfügen. Die Fassade ist verwittert. Überreste alter Efeuranken durchziehen das Mauerwerk wie graue Adern. Ja, das Poly-Haus ist in die Jahre gekommen. Aber trotzdem ist es ein belebter Ort. Das Gebäude ist seit einem Jahrzehnt ein Treffpunkt für die alternative Szene der Stadt. Vor allem durch den Club Polyester im Erdgeschoss des Gebäudes, von dem es auch seinen Namen hat. Mit seinem Kulturprogramm aus Konzerten, Lesungen und Slam-Poetry ist er zu einem festen Anlaufpunkt geworden. Die Gäste mögen ihr liebevoll genanntes „Poly“, und damit auch das Haus.

Entsprechend groß war dann im Herbst 2013 auch das Echo, als es hieß: Gebäude sanierungsbedürftig, zu hohe Kosten, Verkauf. „Investoren waren sofort da, aber die hätten das Haus abgerissen und neue Fassaden hochgezogen“, erzählt Nicole Gast. Sie gehörte zu den ersten Unterstützern, die sich damals…“

[weiter über das Oldenburger Projekt im Beitrag der taz]

Wer Interesse an Polygenos hat, kann sich beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 26. April vor Ort ein Bild machen. Es gibt Live-Musik, eine Ausstellung und ein Kinderprogramm. Näheres unter: www.polygenos.de

Hach, Königs kommen nächsten Montag. König Willem-Alexander und Königin Máxima besuchen am 26. Mai den Nordwesten. Es ist ein Arbeitsbesuch.

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Beginnen wird die Reise am Vormittag des 26. Mai in Oldenburg, wo das Königspaar von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) offiziell an der Universität empfangen wird. Dort wohnt das Königspaar einem Seminar über die Speicherung erneuerbarer Energien bei, indem unter anderem auf neue Speichertechniken, auf ihre Anwendung in der Praxis und auf langfristige Entwicklungen eingegangen wird. Der König wird hier eine Rede halten. An dem Seminar, das der weiteren Intensivierung der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet dienen soll, nehmen auch deutsche und niederländische Spitzenvertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft teil.

Im Anschluss werden sich der niederländische König und seine Gattin das EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie Next Energy anschauen und sich zum Thema Energiewende informieren. Das Institut, das zu den Themen Smart Cities und Smart Regions forscht, ist der Universität Oldenburg angegliedert. Im Rahmen der Präsentation verschiedener Forschungsprojekte und Innovationen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien wird auch das Projekt „Batteriewechselstation für Elektrofahrzeuge“ vorgestellt. Hierbei handelt es sich um die erste und einzige Batteriewechselstation in Deutschland, bei der Autos, wenn sie nicht fahren, als Energiespeicher genutzt werden.

Eine weitere Station des Arbeitsbesuches wird Leer sein, wo es das maritime Kompetenzzentrum Mariko besuchen wird. Vom Mariko aus wird ein gemeinsames deutsch-niederländisches Projekt für Flüssiggasschiffe koordiniert. Besonderes Interesse wird der König dem dortigen Schifffahrtsimulator entgegenbringen, der ihm von Studierenden des Fachbereichs Seefahrt der Hochschule Emden/Leer erläutert wird. Im Mariko findet im Rahmen eines Mittagessens auch ein Gespräch mit deutschen und niederländischen Entscheidungsträgern zum Thema „grenzüberschreitende Kooperation bei der Aus- und Weiterbildung“ statt. Vorab werden themenbezogene Präsentationen gegeben, unter anderem über die gemeinsamen Bemühungen der Region Leer und der Gemeinde Oldambt in der Provinz Groningen, Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zusammenzuführen.

Königin Máxima wird währenddessen einen Stand der Kampagne „Frische ist Leben“ besuchen, einer gemeinsamen Initiative deutscher, niederländischer und flämischer Akteure zur Förderung des Obst- und Gemüseverzehrs in Deutschland. Deutschland ist der wichtigste Absatzmarkt für niederländisches Obst und Gemüse, wobei ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Exporte nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geht, so das niederländische Presseamt.

Die letzte Station in Niedersachsen wird die emsländische Gemeinde Werlte sein, wo der Besuch einer Gas-Produktionsstätte von Audi auf dem Programm steht. Die dortige Power-to-Gas-Anlage verwandelt Strom aus erneuerbaren Energiequellen in Methangas und speichert dies anschließend, bevor es als Kraftstoff für Autos zum Einsatz kommt. Mit Hilfe dieser Technologie kann Strom aus erneuerbaren Energiequellen für eine nachhaltigere Gestaltung der Mobilität genutzt werden. Aktuell sondieren verschiedene Akteure gemeinsam mit Audi die Chancen für eine Produktion dieses E-Gases im Norden der Niederlande.

Aus dem Emsland reist das Königspaar am Montagnachmittag ins Münsterland, wo zum Abschluss des ersten Besuchstages ein Abendessen in Schloss Wilkinghege in Münster stattfindet. Teilnehmen wird neben dem niedersächsische Ministerpräsidenten Weil auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD).

[Text: Quelle NiederlandeNet; Foto: Willem-Alexander und Máxima: Das niederländische Königspaar besucht Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, Quelle: RVD]

update: Platzt Besuch in Werlte? fragt die NOZ.

Oldenburg  –  Katharinenstraße 23
Edith-Russ-Haus für Medienkunst

So 18. Mai 2014 – 31. August 2014
[Heute:
11:00 Uhr Eröffnung
15 bis 16 Uhr
Begehung der Ausstellung mit Şükran Moral, in Zusammenarbeit mit dem Helene-
Lange-Kolleg und dem Institut für visuelle Kunst und Kultur der Carl von Ossietzky
Universität, Oldenburg, mit anschließendem Gespräch. (Begrenzte Teilnehmerzahl)
17 bis 18 Uhr
Führung durch die Ausstellung]

Das Edith-Russ-Haus für Medienkunst zeigt bis zum 31. August 2014 diese erste Einzelausstellung der türkischen Künstlerin in Deutschland mit einer Auswahl ihrer Werke seit dem Jahr 1997 bis heute. Zudem stellt die Künstlerin zwei neue Installationen erstmalig im Edith-Russ-Haus vor.

Mehr zur Ausstellung erfahren sie hier und hier

[Foto Sükran Moral, From the Series Bordello [Aus der Serie Bordello], 1997 © S. Moral & Galeri Zilberman]

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Das Edith-Russ-Haus für Medienkunst in Oldenburg geht auf eine Stiftung der Oldenburger Studienrätin Edith Ruß (22.1.1919 – 18.7.1993) zurück, die der Stadt testamentarisch ihr Vermögen mit der Auflage vermachte, ein Haus »für die Künste« zu errichten. Sie wollte so einen Ort der »Kunst im Übergang ins neue Jahrtausend« schaffen. Aus dieser Initiative wuchs das Konzept eines Hauses für Medienkunst, das Ausstellungsfläche sowie Gästeappartements bietet.

Mit dem Edith-Russ-Haus für Medienkunst besitzt die Stadt Oldenburg in der Landschaft der zeitgenössischen Kunst eine Rarität: Ein Haus, das allein der Kunst mit Neuen Medien gewidmet ist.

Neue Baukunst!

9. November 2013

Neue Baukunst!
Architektur der Moderne in Bild und Buch

Landesmuseum Oldenburg, Schlossplatz 1, 26122 Oldenburg
Eröffnung: Sonntag, 10. November 2013, 11.30 Uhr
Ausstellung bis 23. Februar 2014, Di-So 10-18 Uhr

„Architektur der Moderne in Bild und Buch“ ist der Untertitel der Ausstellung „Neue Baukunst!“ in Oldenburg. Bild und Buch – die Erwähnung dieser beiden Medienformate gibt einen Hinweis auf den Ausgangspunkt der Ausstellung: Es sind die Blauen Bücher, Bestseller zur modernen Baukunst in den zwanziger Jahren.

Walter Müller-Wulckow (1886-1964) schrieb sie, um die damals neuesten architektonischen Entwicklungen einem breitem Publikum zugänglich zu machen. Dazu hatte er mit mehr als 300 Architekten korrespondiert, um Materialien für die Publikation anzufordern.

Die Ausstellung stützt sich auf die dabei gesammelten Schriftstücke, Pläne und Fotos, die in ihrer Zusammenschau ein bedeutendes architekturhistorisches Dokument sind. Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg kann bei diesen größtenteils noch nie gezeigten Exponaten aus seinem eigenen Bestand schöpfen: Müller-Wulckow war nämlich Gründungsdirektor eben dieses Museums. Ergänzt wird die Schau um Exponate aus der Albertina Wien und dem Bauhaus-Archiv Berlin. Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung.

Zum Thema:
www.landesmuseum-oldenburg.niedersachsen.de

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Blockade

22. Oktober 2013

GerdSchwandner„Immer wieder gehen Menschen gegen Abschiebungen auf die Straße. Sie fordern mehr Rechte für Asylbewerber, wollen verhindern, dass die in ihr Heimatland zurückgeschickt werden oder kämpfen dafür, dass sie nach einer Abschiebung zurückkehren dürfen. In Oldenburg haben Demonstranten nun eine Abschiebung vorerst verhindert. Etwa 50 Menschen [die Nordsee-zeitung berichtet von mehr als 100] harrten am Dienstag vor der Wohnung eines Asylbewerbers in Oldenburg aus. Der 30 Jahre alte Mann stammt aus der Elfenbeinküste und hatte 2010 in Oldenburg Asyl beantragt. 2013 wurde der Antrag abgelehnt. Beamte der Ausländerbehörde waren am Dienstag angerückt – der Mann sollte abgeschoben werden. Nachdem an der blockierten Zufahrt kein Durchkommen war, zogen sie unverrichteter Dinge wieder ab.

Laut eines Polizeisprechers wären Zwangsmaßnahmen unverhältnismäßig gewesen, weshalb die Beamten nicht weiter eingriffen. Für Mareike Kaempff, Anwältin des jungen Afrikaners, ist der Abschiebeversuch unverständlich. Der 30-Jährige wolle bereits seit Anfang des Jahres seine deutsche Freundin heiraten, mit der er…“ [weiter beim NDR]

–> Sollten wir nicht längst darüber nachdenken,  alle Nichtdeutschen zu akzeptieren, die unter uns (teilweise seit Jahren oder gar Jahrzehnten) leben? Oder bringt es uns als Gesellschaft weiter, Tausende von Beamte zu besolden, die sich an  Abschiebungen von Flüchtlingen versuchen wie dieser Oldenburger Fall zeigt, bei dem die Abschiebung heute kurz vor der Eheschließung in Oldenburg stattfinden sollte? Himmel, wie sinnfrei und dumm dieser Staat handelt!

ps Als Ausgleich noch etwas ausgesprochen Fremdenfreundliches aus Oldenburg: Die rund acht Millionen  Einwohner zählende chinesische Metropole Xi’an hat Oldenburgs OB  Gerd Schwandner am Montag die Ehrenbürgerwürde verliehen. Xi’ans Stadtoberhaupt Jun Dong – so bejubelt es die Internetseite Oldenburgs, die aber über den Bürgerprotest schweigt-  überreichte seinem Oldenburger Amtskollegen in einer feierlichen Zeremonie im neuen Rathaus Xi’ans die Urkunde. Das ist doch mal was!

 

(OB Schwandner, Oldenburg, Foto: Thorsten Ritzmann CC)