Schlickbremse

10. Februar 2017

sperrwerk
Noch ein neues Wort: Schlickbremse. Dabei hatte ich just auf twitter den Begriff Fahrrinnenanpassung schon zum Unwort des Jahres 2017 erkoren. Doch jetzt lese ich in einem Bericht bei wattenrat.de über den katastrophalen Zustand unserer Ems  über die Schlickbremse. Also ein zweites Unwort 2017.

Der Fluch der bösen Tat:

Das 2002 in Betrieb genommene Ems-„Sperrwerk“ kostete ca. 223 Millionen Euro und wurde eigentlich für die Papenburger Meyer Werft gebaut, um die Ems für die Überführung der riesigen Kreuzfahrtschiffe an die Nordsee aufzustauen. Werftchef Meyer hatte sich beharrlich geweigert, mit dem Werftstandort an das seeschifftiefe Wasser der Nordsee umzuziehen, obwohl es vorher schon Überlegung gegeben hatte, an die Ostküste der USA oder nach Rügen zu verlegen. Um das Projekt EU-kompatibel zu machen, wurde das Stauwerk in ein „Sperrwerk“ als Küstenschutzbauwerk umdeklariert.

Zusätzlich muss die Ems ständig kostenintensiv mit Baggerschiffen auf Tiefe gehalten werden. Durch die erhöhte Strömung gelangen erhebliche Schlickmassen aus der Nordsee in den Fluss, der Fluss verschlickt, Sauerstoff wird aufgezehrt und es muss noch mehr gebaggert werden, ein enorm teurer Teufelskreis, bezahlt vom Steuerzahler, nicht von der Meyer Werft. Die Zauberlehrlinge des Projekts wollen nun noch mehr Geld in das Stauwerk versenken, bis zu 40 Millionen Euro soll eine nachträgliche Schwelle im Stauwerk kosten, um den Schlick zu bremsen.

emsDer Erfolg ist fraglich. In den Medien wird überwiegend vom schönen Schein der Meyer-Kreuzfahrtwelt berichtet; von der damit zusammenhängenden Zerstörung der Ems hört oder sieht man dagegen wenig. In der taz schreibt Thomas Schumacher ausführlich über das neue Projekt.

Gewässerschutz Das Emssperrwerk Gandersum soll den Schlick der Nordsee aus der Ems halten, indem es bei Flut die Tore schließt. Doch auch Schiffe könnten nicht mehr durch Davon hat die Ems genug: Schlick. Schwimmen macht bei der schlechten Wasserqualität aber keinen Spaß – auch Fischen nicht

Eine sogenannte Schlickbremse soll [nun] die Ems retten. Seit vielen Jahren leidet der Fluss unter Sauerstoffmangel und Verschlickung. Ein neuer Beschluss des Lenkungskreises des Masterplans Ems sieht nun vor, dass das Emssperrwerk bei Gandersum im Kreis Leer in Zukunft nicht nur Sturmfluten, sondern auch den Nordsee-Schlick aus dem Fluss halten soll – durch eine „flexible Tidensteuerung“. „Bahnbrechend“ und einen „Durchbruch“ nennen die ehemaligen Konkurrenten um die Emssanierung diese Idee. Seit 2015 versuchen Markus Jänen, vom Wasser- und Schifffahrtsamt Emden und Dirk Post, vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserbau, Küsten-und Naturschutz (NLWKN) gemeinsam mit Politikern, Vertretern aus der Verwaltung, der Papenburger Meyer Weft und Umweltschutzverbänden eine Lösung für den miserablen ökologischen Zustand des Flusses zu finden.
Auslöser war…

weiter bei der taz

Quelle Wattenrat; taz. Foto oben: Sperrwerk (esthetic version by © Rki1979); Luftbild unten: Die Ems,der Gelbe Fluss © Voss/Wattenrat

Rettet die Ems

1. November 2016

Jeder weiß, wie schlecht es um die Ems bestellt ist: Die Stickstoffbelastung zu hoch, das Wasser trüb, der Boden bedeckt mit Schlick: Die Ems ist seit Jahrzehnten aus dem Gleichgewicht. Dass das Ökosystem Ems Hilfe braucht, ist unbestritten. Wie dramatisch die Lage ist, macht jetzt ein neuer Bericht des Bundesumweltministeriums deutlich. In einem Ranking der zehn großen deutschen Flussgebiete landet die Ems auf dem letzten Platz. Erschreckend: Lediglich ein Prozent der Fläche im Ems-Gebiet befindet sich demnach in gutem Zustand. … [weiter beim NDR]

Klartext, schreibt die Bürgerinitiative Rettet die Ems auf ihrer Facebook-Seite.
Das Bundesumweltministerium hat auch dieses Jahr festgehalten: die Ems ist der schmutzigste Fluss Deutschlands. Nur 1% des Gewässers ist in gutem Zustand.
Wer nach Hauptverantwortlichen sucht, wird fündig in den Listen der Kreistagsmitglieder im Emsland und Landkreis Leer der letzten 25 Jahre. Dort fanden sich stets die Mehrheiten, die unsere Heimat einem einzelnen Unternehmen zur Verfügung stellen. Der Meyer-Werft. Gut, kann man sagen, ist politisch eben gewollt.

Ist aber trotzdem unmoralisch und ein Verbrechen an der Natur und an einem Stück Heimat.
Die BI RETTET DIE EMS hat stets dagegen gehalten.Das machen wir auch in Zukunft. Denn Vernunft ist eben nicht immer mehrheitsfähig.
Leider.

Was taugt der Rettungsanker Masterplan Ems? fragt die zweifelnde NWZ.

Ems-Saga

19. August 2016

Ems_zwischen_Emsbüren_und_SalzbergenEms-Saga in Hummeldorf
Was lebt in Bach und Fluss? Flussdynamik an Ems und Elsbach
Salzbergen
Treffpunkt: Parkplatz Emshalle, Emsstraße 11

Samstag, 20.08.2016, 15  Uhr
Karten 4 €, Familienkarte 10 €
Dauer: ca. 2 Stunden, ca. 5 km
Einen Fahrradverleih gibt es in Salzbergen. Voranmeldung ist nicht erforderlich

Gemeinsam mit der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland und der Emslandtouristik bietet das Emslandmuseum eine Reihe von Spaziergängen und eine kleine Fahrradtour an, bei denen sich die Teilnehmer über Natur, Landschaft und Geschichte informieren können. Die öffentlichen Veranstaltungen richten sich an alle, die Interesse an erlebbarer Natur und Geschichte haben – Familien und Erwachsene, Einheimische und Gäste.
Mit dem Fahrrad geht es bei dieser Tour zunächst an der Ems entlang. Von der Emsbrücke in Salzbergen, vorbei am „Roten Fleck“, wo einst eine Bluttat begangen wurde, bis zum Elsbach in Hummeldorf, wo die Elfen zu Haus sind. Maike Hoberg vereint Geschichte(n) mit erlebbarer Natur. An Stationen können die Wassertiere, die in Bach und Fluss zu Hause sind, gekeschert und angeschaut werden. Wo fühlen sie sich wohl?

(Foto: Ems nahe Salzbergen, von  GlasiPunk,  GNU Free Documentation License, Version 1.2 or any later version)

wirklich an der Ems

16. Mai 2015

Wo Lingen wirklich an der Ems liegt –  das kann am kommenden Dienstag, den 19. Mai ab 13 Uhr bei einer geführten Wanderung durch die Lingener Emsauen erkundet werden.
Das Emslandmuseum und der Heimatverein Lingen laden dazu ein, die landschaftlichen Schönheiten und naturkundlichen Schätze vor den Toren der Stadt gemeinsam zu entdecken. Start der etwa fünfstündigen Tour mit Dr. Andreas Eiynck ist am Parkplatz der Kläranlage am Langschmidtsweg.
Erstes Ziel ist das neue Schöpfwerk am Mühlenbach, das die Innenstadt vor Hochwasser schützt (Foto). Die Funktionsweise der Pumpen- und Sperranlagen sowie die preisgekrönte Architektur des Gebäudes werden vor Ort erklärt. Von dort geht es durch einen kleinen Auenwald zur malerischen Mündung des Mühlenbaches. Etwas weiter erläutert Sven Oltrop, Naturschützer bei der Stadt Lingen (Ems), das Projekt „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“, bei dem im Lingener Bereich insbesondere wertvolle Magerrasenflächen in das Blickfeld gerückt sind.
Bildschirmfoto 2015-05-11 um 23.14.42Nächstes Ziel sind die Neubaugebiete im Emsauenpark, derzeit sicher noch die größte Baustelle im Emsland, aber bald schon ein attraktives Stadtviertel unmittelbar an der Ems. Von dort sind es nur wenige Schritt in die Emsschleife bei Schepsdorf, deren biologische Vielfalt und Bedeutung ebenfalls von den Naturschützern der Stadt erläutert wird.
Weiter Stationen sind die Deichanlagen am Herrenkamp und die Emsbrücke bei Schepsdorf.
Einen naturkundlichen Leckerbissen gibt es am Pumpenkolk zu bewundern: den letzten erhaltenen Altarm der Ems im Lingener Bereich. Durch das Gelände „Zwischen den Brücken“ geht es entlang des neuen und des alten Möddelhofes zu den früheren Flößwiesen an der Ems in Darme, die einst über eine aufwendige Grabenanlage mit Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal gespeist wurden. Die Reste der Anlage und die gewölbte Form dieser Wiesen sind im Gelände noch gut zu erkennen.
Unterwegs bietet die Wanderung immer wieder besondere Aussicht auf das Emstal mit seinen vielfältigen Landschaftsbildern.
Die Veranstalter: „Bitte gute Kondition, festes Schuhwerk und etwas Proviant nicht vergessen – eine Rastpause am Emsufer ist eingeplant. Ein Teilnehmerbeitrag wird nicht erhoben. Für eine kostenlosen Rücktransport per Bus sorgt der Heimatverein Lingen.“
Um Voranmeldung wird gebeten unter Tel. 0591 47601 (Emslandmuseum).
(Quelle; Foto: Schöpfwerk am Mühlenbach © Milanpaul)

Visitenkarte

3. April 2015

ov-chipkaartEs ist für unsereins deutlich schwieriger geworden, sich in Bussen und Bahnen in den benachbarten Niederlanden zu bewegen. Nachdem im vergangenen Sommer die Papiertickets im gesamten Land abgeschafft wurden und man Busse und Bahnen seitdem nur noch per Chipkarte benutzen kann (NiederlandeNet berichtete), ist das System für uns ausländische Touristen oftmals nicht einleuchtend. Eine Mehrheit im niederländischen Parlament spricht sich jetzt für die Einführung eines Touristentickets für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr aus. Auch das niederländische Kabinett unterstützt die Pläne.

„Zu Ostern erwarten die Niederlande wieder hunderttausende Touristen aus aller Welt, im gesamten Jahr soll der Vorjahreswert von 14 Millionen Gästen erneut erreicht werden. Die meisten von ihnen besuchen traditionell die Hauptstadt Amsterdam und bleiben dann meist auch bis zum Ende ihres Aufenthalts dort. Politiker mehrerer Parteien wollen dies ändern und es für die Touristen attraktiver machen, auch andere Ort im ganzen Land zu besuchen. Dem entgegen steht nach ihrer Meinung bislang auch das für Ausländer wenig transparente Ticketsystem für Bus und Bahn mit sehr komplizierten Fahrscheinautomaten. Und wenn man es geschafft hat, sich eine Chipkarte zu kaufen, muss man das Ein- und Auschecken in den Bussen, Straßen- und U-Bahnen sowie an den Bahnhöfen lernen. Sofern man Teile der Strecke mit einem privaten Bus- oder Bahnanbieter bereist, muss man außerdem für jeden Anbieter einen neuen Einzelfahrschein erwerben.

Die Lösung soll ein Touristenpass sein, der für einen oder mehrere Tage gültig bleibt und zum Reisen im gesamten Land berechtigt. Erik Ziengs von der rechtsliberalen VVD kam als erster mit diesem Vorschlag und konnte bislang viele Kolleginnen und Kollegen davon überzeugen. Nach Ansicht Ziengs’ muss eine solche Touristenkarte eine „echte Visitenkarte der Niederlande“ werden.“                                   […weiter bei Niederlande.net]

Dass es spezielle Touristenangebote wie zB eine „Ems-Vechte-Karte“ in unserer Region nicht gibt, wissen wir. Angesichts von Eifersüchteleien und Provinzgehabe der Anbieter der Verkehrsleistungen wird sich daran auch nichts ändern, nehme ich an.  Außerdem ist unser Bus- und Bahnsystem ohnehin so schmal gehäkelt, dass Gäste sicherlich glauben, wir seien noch im Postkutschenalter. Ergänzt wird dies künftig und besonders zielgerichtet durch die CSUCDUSPD-Maut, die die Niederländer künftig davon abhalten wird, uns zu besuchen. Dann bleiben wir eben unter uns. Dafür brauchen wir keine Visitenkarte.

(Quelle/Material aus NiederlandeNet. Foto: öPNV-Chipkarte in den Niederlanden.  Quelle: Elger van der Wel/cc-by-nc-sa)

Kulturlandschaft im Wandel

25. Januar 2015

Kulturlandschaft im Wandel
Über Dörfer im Emsland

Lingen (Ems)  – Emslandmuseum, Burgstraße 28b
25. Januar bis 19. Mai 2015
Eröffnung: Heute 16.00 Uhr 

Öffnungszeiten Dienstag – Sonntag 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr,
Eintritt zur Eröffnungsveranstaltung frei, sonst:
Erwachsene: 3,- €, Kinder: 1,50 € Familienkarte: 7,- €

ElbergenaltZur Eröffnung einer Ausstellung über die Entwicklung der Dörfer und den Wandel der Kulturlandschaft lädt das Lingener Emslandmuseum ein. Die Grundlagen des Projektes lieferte ein Forschungsprojekt, an dem 22 Heimatvereine aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim beteiligt waren. Die Emsländische Sparkassenstiftung und die Emsländische Landschaft haben die Ausstellung finanziell unterstützt.

Mit Fotowänden und Informationstafeln, aber auch mit historischen  Karten und Landschaftsgemälden werden die wichtigsten Räume der regionalen Kulturlandschaft präsentiert – Eschdörfer und Hudewälder, Flussniederungen und Heckenlandschaften, Moor und Heide. Beeindruckende Fotoaufnahmen fordern die Besucher auf, die vielfältige Kulturlandschaft im Emsland wieder selber zu entdecken. Die Ausstellung vermittelt hierzu viele Hintergrundinformationen und gibt viele Ausflugstipps.
herzford_ausstellung_museumDie Siedlungsgeschichte der Dörfer wird  ebenso geschildert wie die Entwicklung der Landwirtschaft von der früheren Plaggenwirtschaft über Markenteilung, Ödlandkultivierung und Flurbereinigung bis zur modernen Landwirtschaft. Heute steht die Kulturlandschaft im Spannungsfeld von Siedlungsverdichtung und Landschaftspflege, Agrarproduktion und Naturschutz.
Das Ausstellungsdesign  entwickelte die Lingener Agentur „Schön gestalten“, die gemeinsam mit der Druckerei van Acken auch das Programmheft 2015 des Emslandmuseums entwickelte, das die Ausstellungen, Vorträge und Exkursionen sowie alle museumspädagogischen Angebote und Veranstaltung dieses Jahres vorstellt.

Das Café im Kutscherhaus ist ab 14.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Eröffnungsveranstaltung ist frei.

(Fotos: o: altes Gehöft in Elbergen; u: bei Herzford © Emslandmuseum Lingen)

zielführend

2. Juli 2013

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel hat die Ems besucht. In der Opposition waren die Grünen für die Verlegung der Kreuzfahrtschiff-Werft an die See. Jetzt machen sie sich vor allem Sorgen um Arbeitsplätze im Emsland. Ein taz-Beitrag von Thomas Schumacher.

„…Die Ems stirbt, seit die Papenburger Meyer-Werft ihre Luxus-Kreuzfahrtschiffe aus dem Binnenland durch die Ems in die Nordsee bugsiert. Dafür waren in den vergangenen 20 Jahren notwendig: vier Emsvertiefungen, Begradigungen, das Abholzen der Auenwäldchen und regelmäßige Baggerungen. Die Folge: Die Ems kann den Schlick nicht mehr abtransportieren, für Monate im Sommer sind Abschnitte des Flusses ohne Sauerstoff. Alles Leben erstickt. Naturschutzbelange finden keine Beachtung.

Der Minister könnte das wissen. Grüne Parteifreunde waren maßgeblich am Widerstand gegen die Zerstörung der Ems beteiligt. Seit 20 Jahren. Trotzdem sagt Stefan Wenzel im Pressegespräch über die Meyer-Weft – nichts. Das sei „nicht zielführend“, meint er. „Alle Gesprächspartner sind sich einig, dass wir für die Ems was tun müssen“, sagt der Umweltminister staatsmännisch. „Wir wollen die Gewässergüte verbessern…“

Hier geht es zum Artikel der taz-Nord.

Filmchronik Emsland

6. Juni 2013

Baden

20. Mai 2013

Mit den ersten warmen Tagen des Jahres steigt die Lust aufs Baden im Freien. Einem ungetrübten Badespaß an Niedersachsens Nordseeküste, den Flüssen und Binnenseen steht auch in dieser Badesaison nichts im Wege. Die bisherigen Messergebnisse zeigen, dass die 274 niedersächsischen Badegewässer die Anforderungen der Niedersächsischen Badegewässerverordnung und der EU-Badegewässerrichtlinie in hohem Maße erfüllen. Noch vor Beginn der Saison wird die hygienische Qualität aller Badegewässer untersucht. Seit Ende April liegen schon über 250 Messdatensätze aus über 200 Gewässern im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt vor. Dabei zeigten sich keinerlei Auffälligkeiten.

Die hygienische Güte der Badegewässer unterliegt gewissen Schwankungen und die Messungen stellen Momentaufnahmen dar. Aus der Bewertung des Ergebnisses einer einzelnen Probe bzw. Untersuchung kann daher nicht auf die generelle hygienische Güte der Wasserqualität an einer Badestelle geschlossen werden. Eine Gesamtbewertung und Einstufung in Qualitätskategorien von „ausgezeichnet“ bis „mangelhaft“ werden für jede Badestelle auf der Basis der Untersuchungsergebnisse von 4 Jahren vorgenommen. Lediglich zwei der niedersächsischen Badegewässer (0,8 %) mussten aufgrund stark schwankender Überwachungsergebnisse in die Kategorie „mangelhaft“ eingestuft werden. Dabei handelt es sich um die Badestelle an der Bohrinsel Dyksterhusen im Dollart sowie das Freibad an der Ems in Jemgum, beide im Landkreis Leer. Grenzwertüberschreitungen, die zu Badeverboten hätten führen müssen, gab es dort allerdings nicht. An beiden Badestellen laufen Ermittlungen zur Aufklärung der Ursachen der Verschmutzungen.

Ziel der Bewirtschaftung jedes Badegewässers ist die weitere und nachhaltige Verbesserung der Badegewässerqualität. Dies erfolgt auf der Grundlage des für jedes Badegewässer zu erstellenden Badegewässerprofils. Dieses Profil dokumentiert unter anderem die möglichen Einflussfaktoren und dient den Gesundheitsbehörden dazu, negative Auswirkungen auf die Badegewässerqualität vorausschauend beurteilen und ihnen entgegentreten zu können. Die Badegewässerprofile werden regelmäßig aktualisiert und sind an gut sichtbarer Stelle am Badegewässer aufgestellt. Sie geben den Badegästen einen Überblick über alle wissenswerten Daten zum Badegewässer.

Seit Ende April bis zum Ende der Badesaison am 15. September entnehmen die örtlichen Gesundheitsbehörden mindestens alle vier Wochen Wasserproben und prüfen diese auf bakterielle Belastungen. Umfassende Informationen zu den niedersächsischen Badegewässern mit aktuellen Untersuchungsergebnissen gibt es im Internet auf den Seiten des Niedersächsischen Badegewässeratlas unter der Adresse www.badegewaesseratlas.niedersachsen.de.

Auf der Website der Europäischen Kommission unter dieser Adresse kann man sich über die Gewässerqualität in den Mitgliedsstaaten der EU informieren.

Bildschirmfoto 2013-05-16 um 14.34.43

Persönlicher Nachtrag: Bei den nicht getesteten Gewässern kann die Qualität natürlich völlig anders aussehen [Überraschung!]. Im Niedersächsischen Badegewässeratlas fehlen [heute] für Lingen u.a. der Dieksee, der Biener See, der See am Telgenkamp sowie die Moorseen und der See am Naturschutzgebiet in Wachendorf.

(Quelle PM MS Hannover)

Woanders

29. April 2013

In diesen Tagen hab ich’s wohl mit den Schiffen. Nach dem alten Potemkin jetzt „Norwegian Breakaway“, über die und deren Werft SPON schreibt:

„Freizeitpark á la Coney Island, Kneipen wie im alten Harlem, Broadway-Musicals – die neue „Norwegian Breakaway“ ist ein Schiff, das ganz einer Stadt gewidmet ist: New York. Der größte bislang in Deutschland gebaute Kreuzfahrtriese soll seinem künftigen Heimathafen Besucher bringen, seinen Gästen vor allem Spaß.“

Doch dann lese ich in dem SPIEGEL-Artikel auch, dass die US-Reederei Norwegian Cruise Line (NCL)  in Papenburg nach der rund 900 Millionen Dollar teuren „Breakaway“ bereits das Schwesterschiff „Getaway“ in Bau habe. Für Oktober 2015 sei die 163.000 BRZ große „Breakaway Plus“ bestellt und hält eine Option für ein weiteres Schiff. Auch NCL-Konkurrent Royal Caribbean hat die „Quantum“ und ihr Schwesterschiff „Anthem of the Seas“ – beide 158.000 BRZ groß – bei der Meyer-Werft in Auftrag gegeben (s. Video). Dennoch:

„Durchweg rosig ist Lage bei dem Familienunternehmen [Meyer-Werft] … zurzeit nicht. Anders als die Reedereien auf dem US-Markt gehen ihre deutschen Ableger  … woanders einkaufen – vor allem asiatische Werften konkurrieren mit Kampfpreisen.“

Das muss man auch dann nicht gut finden, wenn und weil die Meyer-Werft gerade unsere Ems ruiniert. Die Dyklopers beweisen mit ihrem -im Vergleich zum Royal Carribbean-Video- rührend-amateurhaften Youtube-Film, was das Standortproblem der Meyer-Werft ist. Muss man nicht fürchten, dass der Standort in Papenburg nicht nur für die Ems  sondern auch für die Werft selbst über kurz oder lang ein existentielles Problem wird?