„Über Gebärfähigkeit“

12. Oktober 2020

Ein Abend in der Reihe Philosophie in der Kunsthalle:
Über Gebärfähigkeit
Zur Naturgeschichte einer Imagination des Weiblichen

Vortrag von Karina Korecky, Freiburg
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstraße 10a
Donnerstag, 15. Okt. 20 – 19.30 Uhr
Kosten 6 Euro (Mitglieder des Kunstvereins 4 Euro)

Die Veranstaltung findet nach Maßgabe der jeweils aktuellen Gesundheitsauflagen und unter Einhaltung der Hygieneregeln statt.

Der Begriff der Gebärfähigkeit, so die These, bezeichnet das bevölkerungspolitische Potenzial der Frauen. Wie ist es entstanden? Der philosophische Vortrag skizziert die Bewegung des Verhältnisses von Subjekt und Geburt von der deutschen Aufklärung über das 19. Jahrhundert, den ersten Weltkrieg und den NS bis zur Wiedervereinigung. Verhandelte der frei Geborene seinen ersten Grund als geschlechtslose Antinomie (Immanuel Kant), integrierte die liberale Medizin des 19. Jahrhunderts Weiblichkeit in des „Menschen Sein“ (Rudolf Virchow), wurde die sexuelle Reproduktion im NS zum Gegenstand völkischer Arrangements. Als „Gebürtlichkeit“ führte Hannah Arendt in der Nachkriegszeit das Konzept der Natalität in die politische Theorie ein. Dem biopolitisch zugerichteten weiblichen Subjekt galt schließlich die feministische Dekonstruktion der 1990er Jahre (Judith Butler) – die allerdings die Geschichte dieser weiblichen Natur unterschlug.

Karina Korecky

in Wien geboren studierte Soziologie und Politikwissenschaft an den Universitäten Wien und Hamburg. Sie war Lehrbeauftragte in Hamburg und Bremen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für die Geschichte der Medizin in Düsseldorf und arbeitet seit 2017 am Institut für Soziologie der Universität Freiburg im DFG-Forschungsprojekt „Psychiatrie und Subjektivität im Wandel“.

Foto: © Kunstverein Lingen

 

Susa Templin

8. September 2020

Susa Templin
Grundrisse
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a
Sa 12. Sept. – 22. Nov. 2020
Eintritt und mehr…

Zur Eröffnung der Ausstellung von Susa Templin mit dem Titel „Grundrisse“ lädt die Kunsthalle Lingen an diesem Freitag, 11. September 2020, zwischen 10 und 22 Uhr herzlich ein. Aus aktuellen Anlass bietet die Kunsthalle an diesem Tag „statt Reden die Möglichkeit zu einem durch Meike Behm moderierten Gespräch mit der Künstlerin Susa Templin“ –  um 12 Uhr, um 15 Uhr und um 19 Uhr – unter Einhaltung der Corona Auflagen. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Faltblatt.  In der Zeit von 10 bis 22 Uhr bietet die Kunsthalle Lingen an der Bar Getränke und einen Imbiss.

The Kunsthalle Lingen cordially invites to the opening of the exhibition by Susa Templin entitled „Floor Plans“ on Friday, 11 September 2020 from 10 a.m. to 10 p.m. On this day, instead of speeches, the Kunsthalle Lingen is offering the opportunity for a discussion with the artist Susa Templin, moderated by Meike Behm, at 12 noon, 3 p.m. and 7 p.m. in accordance with the Corona conditions. A leaflet will be published to accompany the exhibition.  From 10 a.m. to 10 p.m. the Kunsthalle Lingen offers drinks and a snack at the bar.


Wer ist Susa Templin?

Die 1965 in Hamburg geborene Künstlerin lebt in Berlin. Sie absolvierte ihr Studium der freien Kunst an der Hochschule der Künste in Berlin und der Staatlichen Hochschule für bildende Künste, Städelschule in Frankfurt am Main in der Zeit von 1987 bis 1993. Sie präsentierte ihre künstlerische Arbeit unter anderem in der Fotogalleriet Malmö, in der Kunsthalle Mannheim, der Berlinischen Galerie, im Museo de Arte in Lima und dem Museum Folkwang Essen in Einzelausstellungen und nahm an Gruppenausstellungen unter anderem in der Kunsthalle in Nürnberg und der DZ Bank Kunstsammlung in Frankfurt am Main teil. Viele Museen und Institutionen besitzen Werke von Susa Templin, beispielsweise das Museum Folkwang in Essen, die Kunsthalle Mannheim und die Berlinische Galerie, Museum für Moderne Kunst, Berlin.

Susa Templin arbeitet in den Medien analoge Fotografie und Fotografie-Installation. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich mit urbanen Strukturen auseinander: In Städten wie beispielsweise New York oder Berlin entstehen Fotografien, die jene Orte festhalten, deren „Gebautheit“ die Künstlerin faszinieren und fertige Zeichnungen, in denen vom Raum abstrahiert wird. Bei der Beschäftigung mit den Begrenzungen, die die Architektur vorgibt, sind auch Gärten und Parks Teil ihres Interesses. Für Susa Templin sind sie wie „Phantasieraum“ in der Stadt, künstliche Landschaft, konstruierte Natur. Aus fotografischem Bildmaterial entstehen plastische Modelle, in denen sie schließlich wieder fotografiert, so dass Vorschläge für die Gestaltung von Städten entstehen und Susa Templin setzt ihre imaginären Entwürfe zur Umgestaltung des Stadtraums um. Technisch betrachtet, handelt es sich bei den Fotografien von Susa Templin bis heute um analoge Fotografie, die nicht im Computer nachbearbeitet wird.

Eigens für die Kunsthalle Lingen entsteht eine raumgreifende Installation, so dass die eigentliche Zweidimensionalität des Mediums in eine dreidimensionale Erfahrung zwischen Fotografien erweitert wird. Das Phänomen „Raum“ wird inhaltlich auch in diesen eigens für die Ausstellung entstehenden Bildern vermittelt und eine Irritation, die an ein Labyrinth erinnert, wird evoziert. Vor dem Hintergrund unseres heutigen sich oft diffus entwickelndem Raum, innerhalb dessen Grenzen nicht mehr klar verlaufen, vermittelt diese Arbeit einen aktuellen Aspekt.

Zeit zum Durchatmen: Die Kunsthalle Lingen öffnet wieder.

Ab morgen bis zum 16. August 2020:

Bettina von Arnim
Die Cyborgs und ihre Spuren
Helga Fanderl
KONSTELLATIONEN
Lingen (Ems) – Kunst-Halle IV, Kaiserstraße 10a

 

Bettina von Arnim
Bis zum 16. August 2020 präsentiert die Kunsthalle Lingen unter dem Titel „Die Cyborgs und ihre Spuren“ eine retrospektiv angelegten Einzelausstellung der in Deutschland geborenen Künstlerin Bettina von Arnim, die heute in Südwestfrankreich lebt. In den 1960er Jahren studierte sie in West-Berlin an der der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste und in Paris an der École des Beaux-Arts sowie bei dem Grafiker Johnny Friedländer. Bis heute arbeitet Bettina von Arnim vor allem in den Medien Malerei und Grafik. Sie präsentierte ihre künstlerische Arbeit in Einzelausstellungen u.a. im Kunstverein Augsburg, im Neuen Berliner Kunstverein sowie im Musée de Cahors und nahm an Gruppenausstellungen u.a. im Frankfurter Kunstverein und in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main teil. Heute sind ihre Werke in vielen renommierten Sammlungen und Museen wie der Neuen Nationalgalerie in Berlin, dem Museum Städel in Frankfurt am Main, dem Kunstmuseum Bonn und dem Museum der Stadt Göteborg vertreten.

Die Ausstellung „Die Cyborgs und ihre Spuren“ umfasst Bilder in Öl auf Leinwand und Radierungen aus den Jahren von 1960 bis 2020. In vielen ihrer Arbeiten reflektiert Bettina von Arnim das Thema „Mensch / Maschine“ auf phantasievolle Weise. Vor dem Hintergrund des Baus der Berliner Mauer 1961, der Mondlandung und des Wettrüstens im Kalten Krieg spiegeln die Bilder das Thema des Eingeschlossen-Seins in Metall und deuten darauf, dass die technische Hülle den Menschen ersetzt hat. Sie erzählen von der Zerstörung der Natur, der Tiere und Pflanzen durch die Technokraten.

Vor allem seit den 1990er Jahren mit der Erfindung des Internet leben wir in einer zunehmend digital strukturierten Welt. Cyborgs sind Mischungen aus Technik und Menschen, die nicht mehr nur in Vorstellungen oder in Zukunftsvisionen existieren. Wir sehen denaturierte Wesen in phantastischen Monturen, in Kostümen, die Einblicke in ihr Inneres geben: in labyrinthische Computerchips. Nach der Welt der Apparate und mechanisierten „Lebewesen“ entwirft die Künstlerin „Kulturlandschaften“, die unglaubliche Tiefe suggerieren. Wir sehen stereometrisch ausgeschachtelte Ordnungen, in denen hilflose Hünen liegen. Schliesslich bleiben nur noch die Spuren, die von den „Maschinenkerlen“ zerstückelten Landschaften, oder ein Relief aus Buchstaben bis zum Horizont. Zwar wirken die Bilder auf den ersten Blick amüsant, sie sind in ihrem analytisch-scharfsinnigen Gehalt hingegen erschreckend.

Die Kunsthalle Lingen dankt der Stiftung Niedersachsen für die großzügige Unterstützung der Ausstellung.

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Helga Fanderl
Die Filmemacherin  wurde in Ingolstadt geboren und lebt heute in Berlin. Sie studierte von 1987 bis 1992 an der Hochschule für bildende Künste in Frankfurt am Main bei Peter Kubelka und anschließend an der Cooper Union School of Arts New York bei Robert Breer. Ihre Filme präsentierte sie u.a. bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen , sie sind u.a. in den Sammlungen des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main sowie in der Sammlung des Centre Pompidou in Paris vertreten. Pflasterzeichnen, Apfelernte, Mädchen oder Karpfen in Farbe schwimmend – die Titel aus ihrem inzwischen auf rund 1000 Filme angewachsenen Werk von Helga Fanderl bezeichnen wörtlich das jeweilige Motiv, oder besser: das Ereignis, das sie mit der Handkamera aufgenommen hat. Ihr geht es darum, ihre Wahrnehmung vorgefundener Realität bzw. ihren Gegenstand, die Figur im Moment des Filmens zu gestalten. Die Filme werden nicht nachbearbeitet, sondern sie charakterisiert das Unmittelbare und das Direkte der Aufnahme im Augenblick des Geschehens und des Schneidens in der Kamera. Die kurzen Sequenzen entstehen auf eine sehr körperliche Art in einer Filmsprache, die man vergleichen kann mit Bildauffassungen und Gesten in der Zeichnung und Malerei. Helga Fanderl stellt ihre Filme in wechselnden Programmen selbst vor; die Filmprojektion direkt im Zuschauerraum gehört wie das Surren des Vorführapparats zum Setting ihrer Präsentationen: Kino im Original.

Für die Ausstellung stellt Helga Fanderl ein Programm von 16mm Blowups ihrer originalen Super 8 Filme zusammen, das von Dienstag bis Sonntag täglich um 15 Uhr präsentiert wird.

Die Kunsthalle Lingen dankt der OLB Stiftung für die großzügige Unterstützung der Ausstellung.

 

(Quelle: Kunstverein Lingen)

PAN-Duo

23. November 2019

Reihe Junge Virtuosen
PAN-Duo
Tour de Force – Außer Atem
Lingen (Ems) – Kunsthalle, Kaiserstraße 10 a

Sonntag, 24.11. – 18 Uhr
Karte: 17 Euro, ermäßigt: 15 Euro (für Kunstvereinsmitglieder) sowie siehe unten

Eine richtige “Tour de force“ auf Barockinstrumenten – ist das überhaupt möglich? Die Antwort ist: Ja! Mitten in Werke von Johann Sebastian Bach schmuggelt das PAN-Duo -Anna Kiskachi, Cembalo, und Paula Pinn, Blockflöte- zwei verrückte zeitgenössische Werke: Moritz Eggerts “Außer Atem“ für drei Blockflöten und einen Spieler, das nicht nur der Interpretin beinahe den Atem raubt, sowie Petr Wajsars “Harpsycho“ für Cembalo solo, bei dem die Spielerin das Cembalo zum Instrument der Verrücktheit werden lässt.

Doch Kuriositäten sind nicht nur hier zu finden – auch Bach hat in seinen Werken so manche Fantasie walten lassen und es scheint, als bewege sich seine Musik an der Grenze zwischen Irdischem und Überirdischem – manch ein Stück ist so außergewöhnlich, dass man im ersten Moment gar keine Komposition Bachs vermutet!

Das letzte Werk des Programms, die Flötensonate in A-Dur, ähnelt einem spannenden Kriminalfall:
Ein Teil der Partitur des ersten Satzes wurde abgeschnitten – wer war das? Was verbindet Bachs Musik mit so spannender Neuer Musik? Die Antwort liegt in dem Programm “Tour de force“ – eine non-stopping music, die außer Atem kommen lässt!

Musikerinnen und Musiker sind Preisträger internationaler Wettbewerbe und Förderpreisträger der GWK, Münster. In Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Lingen hat die GWK auch in diesem Jahr die Konzertreihe konzipiert und finanziell mit ermöglicht. Als Hauptsponsor unterstützt die MV Unternehmensgruppe GmbH & Co. KG die „Jungen Virtuosen“. Weiterhin werden die Konzerte von der Designagentur Schön! Gestalten unterstützt.

Versprochen ist erstklassiger Musikgenuss und der Wunsch der Macher der Kunsthalle, „dass die Musik Ihnen auch die Kunstwerke in neuer Weise erschließe.“

U.a. Studierende der Hochschule Osnabrück sowie Schülerinnen und Schüler der Musikschule des Emslandes haben freien Eintritt!

(Quelle/Foto PM Kunstverein)

Adrian Williams

21. August 2019

Adrian Williams
Lesung
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a
Sonntag, 25. Aug ’19 – 15 Uhr

Eintritt: frei

Am kommenden Sonntag geht die derzeitige Ausstellung in der Kunsthalle Lingen mit dem Titel „Schluss mit Reden, spielen wir!“ zu Ende. Aus diesem Anlass liest die teilnehmende Künstlerin Adrian Williams am Sonntag einen eigens verfassten Text in deutscher Sprache.

Adrian Williams (geb. 1979 in Portland, Oregon, lebt in Frankfurt am Main) absolvierte ihr Studium der freien Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main und präsentierte ihre künstlerische Arbeit in Einzelausstellungen u.a. im Portikus Frankfurt am Main und im Kunstverein Braunschweig und nahm an Gruppenausstellungen im MACBA in Barcelona und in den Kunstwerken in Berlin.

Adrian Williams verfasst Stücke und Hörspiele, die bei jedem erneuten Hören andere narrative Bilder entstehen lassen. Sie untersucht in ihren Performances, Filmen und Installationen die Zwischentöne zwischen Bild, Klang und Text, die die Phantasie des Betrachters anregen, eine eigene Wirklichkeit zu kreieren.

Anschließend bietet die Kunsthalle Lingen eine letzte Führung durch die Ausstellung „Schluss mit Reden, spielen wir!“ und durch die dem Soziologen Niklas Luhmann gewidmete Präsentation im Kabinett mit dem Titel „Weltenanschauungen“. Der Eintritt ist an diesem letzten Tag beider Ausstellungen frei.

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Foto © Ars Viva, Text: PM

Frauen und Küche…

13. August 2019

REDEN ÜBER KUNST
„Frauen und Küche in der Kunstgeschichte“
Prof. Dr. Susanne Düchting, Osnabrück
Lingen (Ems) – Kunsthalle, Kaiserstr. 10a

Heute, 13. August 2019 um 19.30 Uhr
Kosten 6 Euro, ermäßigt und Mitglieder 4 Euro,
Studierende frei!

 

„Die Geschichte der „Küche“ ist traditionell eng verbunden mit der Geschichte der Frau in ihren Rollen als Hausfrau und Mutter. Seit den 1960er Jahren wird diese scheinbar „natürliche“ Zuordnung von feministischen Künstlerinnen in Arbeiten kritisch hinterfragt, analysiert und reflektiert. Für ihre mal scharf formulierten, mal witzig-ironischen Darstellungen nutzen sie vor allem die Formate Fotografie, Film, Performance und Installation.

Dr. Susanne Düchting ist Kunsthistorikerin und Professorin für „Theorie und Geschichte der Produktgestaltung“ an der Hochschule Osnabrück. Als freie Kunstkritikerin schreibt sie über Ausstellungen in der Region.

 

SCHLUSS MIT REDEN, SPIELEN WIR!
Eine Gemeinschaftsausstellung
Lingen (Ems) – Kunsthalle, Kaiserstr. 10b

Samstag, 8. Juni bis Sonntag, 25. August 2019
Eröffnung Freitag, 7. Juni –  19 Uhr

Die Kunsthalle zeigt in der Sommerausstellung Arbeiten von Zuzanna Czebatul, Angela Fette, Sina Folwaczny, Parastou Forouhar, Kalin Lindena, Mona Mahall / Asli Serbest, Anne Pöhlmann, Rebecca Ann Tess, Anke Weyer, Adrian Williams

Die Formulierung „Schluss mit Reden, spielen wir!“ stammt von der Figur Billie Jean King aus dem 2017 entstandenen Film mit dem Titel „Battle of the Sexes“, sie äußert ihn gegenüber ihrem männlichen Gegner im Tennisspiel Bobby Riggs. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte und erzählt von dem Kampf um Gleichberechtigung der Geschlechter am Beispiel von ungleichen Siegprämien beim Tennisturnier. Auch heute noch verdienen Frauen in vielen Bereichen weniger als Männer, im Betriebssystem Kunst wird die Kunst von Künstlerinnen auf dem Kunstmarkt für weniger Geld angeboten, als diejenige von Künstlern. Vor diesem Hintergrund wie auch im Hinblick auf die aktuelle #metoo Debatte hinterfängt die Gruppenausstellung mit dem Titel „Schluss mit Reden, spielen wir!“ die Frage, ob feministische Themen heute in der Kunst nach wie vor relevant sind oder ob sie sich nach der feministischen Revolution in den 1970er Jahren Themen auf andere Aspekte verlagert haben. Eingeladen wurden neun Künstlerinnen und die Architektinnen Mona Mahall und Asli Serbest, deren Werk jeweils eine unterschiedliche Haltung bzw. eine eigene starke Position in Bezug auf das Medium, in dem sie jeweils arbeiten, und in Bezug auf das Thema, auf das ihre Werke jeweils verweisen, vermittelt.

Weltenanschauungen

6. Juni 2019

Im Kabinett der Kunsthalle:
Weltenanschauungen
Lingen (Ems) – Kaiserstraße 10 b 
Samstag, 8. Juni bis Sonntag, 25. August 2019
Eröffnung am Freitag, 07. Juni 2019 um 19 Uhr

Jetzt wird’s anspruchsvoll:
Denn die Ausstellung im Kabinett der Lingener Kunsthalle mit dem Titel „Weltenanschauungen“ wird die Systemtheorie des Bielefelder Soziologen Niklas Luhmann (1927 bis 1998) haptisch erfahrbar machen. Die Grundidee ist, eine Lehrausstellung auf hohem ästhetischem Niveau zu gestalten, die die komplexe Lehre des Sozialwissenschaftlers nahebringt. Kernaussagen Niklas Luhmanns sind z.B. „Soziale Systeme grenzen sich prinzipiell gegen ihre Umwelt ab“, „Die Grenze eines Systems zur Umwelt markiert ein Komplexitätsgefälle“ oder auch „Soziale Systeme sind nichts anderes als Kommunikation“.

Anspruch dieser Ausstellung ist, diese Luhmannschen Kernaussagen im Zusammenspiel dreier beispielhafter Sozialsysteme unserer Welt im Austausch miteinander darzustellen: Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft. Das Komplexitätsgefälle wird z.B. durch eine Wand zwischen den verschiedenen Systemen vermittelt, die einen ungehinderten Austausch zunächst verhindert. Wie trotzdem Kommunikation stattfinden kann, wie viel davon beim Gegenüber ankommt, und wie das den Blick aufeinander prägt, wird in der Installation erlebbar.

Die Aufgabe des Publikums wird es sein, die Gedanken Luhmanns dabei wiederzuerkennen.

Das konkrete Ziel besteht darin, eine immer komplexere und arbeitsteilige Welt als eine Art dreidimensionales und begehbares Venn-Diagramm in einem Raum darzustellen.

Die Kuratoren Prof. Dr. Till Albert (Professor für Unternehmensführung, Hochschule Osnabrück, Standort Lingen) und Peter Lütje (Künstler, Lingen) wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass jeder Mensch eine Wirkung zum Miteinander liefert, auch wenn nicht jeder das unmittelbar erkennen kann.

Die Ausstellung wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, den Landkreis Emsland, die Stadt Lingen( Ems) und die Kulturstiftung Heinrich Kampmann.

Samstagsmaler

7. Mai 2019

Samstagsmaler
in der Kunsthalle Lingen
Für Kinder von 6 bis 12 Jahren
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a
Sa 11. Mai – 14-16 Uhr

Kostenbeitrag 5

In der Lingener Kunsthalle können Kinder und Jugendliche Kunst erleben, verstehen und zu Entdeckern werden. Die Teilnehmer finden unter Anleitung einer Kunstpädagogin die Möglichkeit sich Kunstwerken zu nähern und auf Basis dessen die eigene Krativität zu entfalten. Gesehenes und Erlebtes fließen so in eigene Bilder ein. Nach einer kindgerechten Führung durch die aktuelle Ausstellung von Nel Aerts „Der Schlangenbeschwörer“  folgt die Kreativaktion im Foyer der Kunsthalle. Beim Arbeiten an gemeinsamen Projekten, Farbenmischen und Bilder-Erfinden bleibt bewusst Platz für Unerwartetes, Spontanes und Neues.

Um vorherige Anmeldung wird gebeten: Tel. 0591-59995
Es wird -s.o.- ein Kostenbeitrag erhoben. Bei Bedarf bietet die Kunsthalle Lingen die Aktionen kostenlos an, damit allen Kindern die Teilnahme am kulturellen Leben ermöglicht wird..

(Foto: Kunsthalle Lingen)

Simone Drescher und Frank-Immo Zichner
Junge Virtuosen
Lingen (Ems) – Kunsthalle, Kaiserstr. 10a
Sonntag, 03. Februar 2019 – 18.00 Uhr

Eintritt: 17 € (erm. 15 €)

Im Rahmen der Reihe „Junge Virtuosen“ sind an diesem Sonntag die Musiker Simone Drescher und Frank-Immo Zichner in der Kunsthalle Lingen zu sehen. Beginn ist um 18 Uhr.

Die Cellistin Simone Drescher konzertierte bereits mit der Philharmonie Baden-Baden, dem Folkwang Kammerorchester Essen, der Neuen Philharmonie Westfalen, dem Philharmonischen Orchester Hagen und wurde zu zahlreichen Festivals, wie dem Schleswig – Holstein – Musikfestival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern in der Reihe „Junge Elite“, dem PODIUM Festival Esslingen und zum Heidelberger Frühling eingeladen.

Frank-Immo Zichner ist ein Pianist mit einem außerordentlich breiten Repertoire. Sein künstlerisches Interesse gilt dabei nicht nur den Hauptwerken der Solo- und Kammermusik-Literatur. Konzerte führten ihn als Pianist und Kammermusiker in über 30 Länder Europas, Südostasiens, Mittel- und Südamerikas nach Japan und zu Festivals wie dem Schleswig-Holstein-Musikfestival.

Programm

BRAHMS e-Moll Op.38

SCHUMANN Fantasiestücke op.73

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KIRCHNER Und Salomo sprach

PÄRT Spiegel im Spiegel

VASKS Gramata cellam

TSCHAIKOVSKY Pezzo Capriccioso

 

(Foto von Bettina Straub)