traurig wie befürchtet

25. August 2021

Thomas Pertz ist nicht immer ein kluger Journalist. Jetzt hat er in der „Lingener Tagespost“ einen Beitrag veröffentlicht, warum in Lingen nicht sofort etwas für die Kitas und Schulen getan werden soll. Das findet er offenbar gut:

Wie in ganz Niedersachsen eröffnen in einer Woche auch in unserer Stadt die Schulen wieder, die Kitas sind bereits geöffnet. Das Besondere auch in diesem Jahr: Es gibt für die ungeimpften Jüngsten keinen Schutz. Das haben die BürgerNahen kritisiert. Ein ganz großes Stück hätten mobile Luftfilter Schutz leisten können.

Doch die Lingener Stadtverwaltung mit OB Krone an der Spitze hat trotz ganz viel Zeit und trotz vierter Corona-Welle bisher keinen Schutz der ungeimpften Kinder in den Lingener Kitas und Schulen geschaffen. OB Krone -den sollten Sie nicht vergessen, Herr Pertz!- hat ihn sogar aktiv verhindert und dagegen gestimmt – gemeinsamen mit CDU und anderen.

Doch das erwähnt Thomas Pertz in seiner Zeitung nicht. Stattdessen wirft er den BürgerNahen (und natürlich mir) plakativ „Wahlkampf“ vor, weil wir auf die Fehler und Versäumnisse  hinweisen.

Außerdem titelt er treu: „Schulen und Kitas erhalten Raumfilter“. Zum Vergleich: Würden seine  Sportredaktionskollegen schreiben: „SV Meppen steigt auf“ – aber nicht wann, würde man den Kopf schütteln. Denn die wichtigste Frage ist natürlich, wann sich denn in den Lingener Kitas und Schulen endlich etwas für den Schutz der Kinder ändert. Bedeutsam ist die Antwort für jedes einzelne ungeimpfte Kind, das in Kita und Schule geht, und damit für die betroffenen Familien. Genau das Wann steht aber in den Sternen, bis auf weiteres sind jedenfalls alle ungeimpften Kinder ungeschützt. Doch genau über das Wann schweigt Thomas Pertz in seinem Beitrag leider und lobt kommentierend den sparsamen Umgang mit Steuergeldern. Das macht es nicht besser.

Zur Erinnerung:
Im Herbst 2020 forderten die Grünen die Anschaffung solcher mobiler Luftfilter für die Klassenzimmer, unsere BürgerNahen schlossen sich an und brachten diesen  Antrag in die städtischen Gremien ein.

Ausstattung der städtischen Schulen mit Raumlüftern/ Luftreinigern (Antrag der BN-Fraktion vom 10. Dezember 2020)

Beschlussvorschlag:
Alle Klassenräume, Fachunterrichtsräume und Lehrerzimmer der in der Trägerschaft der Stadt stehenden Schulen in Lingen (Ems) werden mit Raumlüftern/ Luftreinigern (gemäß Muster KA-520 der Fa Kampmann nebst Ersatzfilter oder ähnlich) ausgestattet.

Sachverhalt / Begründung:

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir beantragen, im Verwaltungsausschuss zu beschließen, alle Klassenräume, Fachunterrichtsräume und Lehrerzimmer der in der Trägerschaft der Stadt stehenden Schulen in Lingen (Ems) werden mit Raumlüftern/ Luftreinigern (gemäß Muster KA-520 der Fa Kampmann nebst Ersatzfilter oder ähnlich) ausgestattet.

Die Verwaltung wird beauftragt, dies spätestens bis zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien Anfang 2021 umzusetzen.

Die Mittel werden außerplanmäßig bereitgestellt. Beim Land Niedersachsen ist ein Zu- schussantrag zu stellen.

Der Antrag wird als Eilantrag eingebracht.

Wir haben die Initiative in einer Presseerklärung begründet, die die Lingener Tagespost heute veröffentlicht hat und auf die wir verweisen.

Mit freundlichen Grüßen
Die BürgerNahen – Stadtratsfraktion
Robert Koop, Vors.“

Nach kontroverser Aussprache im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss lehnten die  CDU- und SPD Vertreter den Antrag ab. Mit Nein stimmten Oberbürgermeister Dieter Krone, Heinz Tellmann (CDU), Edeltraut Graeßner (SPD), Werner Hartke (CDU), Stefan Heskamp (CDU), Uwe Hilling (CDU), Martin Koopmann (CDU), Andreas Kröger, (SPD) Irene Vehring (CDU). Es gab zwei Ja-Stimmen für den Antrag (Thomas Kühle (Grüne), Robert Koop (BN).

Zu den Haushaltsberatungen im Rat der Stadt am 21. April haben wiederum die BürgerNahen und die Grünen gemeinsam den Antrag eingebracht, die Gelder für mobile Luftfilter in den Haushalt einzustellen. Wiederum vergeblich. Für „Die Bürgernahen“ hatte ich bei der Etat-Aussprache sogar angekündigt, den in Teilen sehr problematischen Haushalt 2021 mitzutragen, wenn die CDU mit ihrer absoluten Ratsmehrheit für die Anschaffung von Luftfiltern für die städtischen Schulen und Kitas stimme. Die CDU und die SPD sagten aber wiederum Nein. Begründung: Die bringen nichts. Mit Nein stimmte auch OB Krone -den sollten Sie nicht vergessen, Herr Pertz!.

Zwei Monate später habe ich am 29. Juni  im Verwaltungsausschuss darauf hingewiesen, dass durch die stark zunehmende Delta-Variante besonders die nicht geimpften Personen gefährdet seien. Hierzu würden die Grundschüler bzw. die jüngeren Schüler zählen, für die noch keine Impfmöglichkeit bestehe. Erneut forderte ich, sofort Luftfilter anzuschaffen. Jetzt wies OB Krone daraufhin, dass stationäre Raumlüfter dafür besser geeignet seien und es „jetzt auch ein Förderprogramm“ des Landes dafür gebe.

Nun sprang die CDU flott auf den fahrenden Zug (die Hilfsbremser der SPD später hinterher) und beantragte in der Ratssitzung am 15. Juli -sprachlich reichlich schwurbelig:

„Die Stadtverwaltung wird beauftragt, schnellstmöglich ein Umsetzungskonzept für die Sanierung der Schulen und KiTas in der Stadt Lingen (Ems) mit stationären Raumluftanlagen zum Erhalt und zur Verbesserung der Luftqualität in den Klassen- und Gruppenräumen zu erarbeiten, die entsprechenden Fördermöglichkeiten zu eruieren und auszunutzen sowie die für die Umsetzung der Maßnahmen notwendigen Aufträge auszuschreiben.“

Der Plan ist also, in Schulen und Kitas „ein Umsetzungskonzept“ zu entwickeln, etwa 240 Räume mit stationären, fest eingebauten Raumlüftern nachzurüsten. Ein guter Plan. Aber dass dies Monate dauern wird, ist klar.  Bürgernahe und Grüne stellten deshalb den Änderungsantrag, sofort und zusätzlich mobile Luftfilter anzuschaffen; der Umbau von knapp 300 Räumen in den städtischen Schulen dauere einfach viel zu lange.  Den Änderungsantrag lehnten CDU, SPD und OB Krone in öffentlicher Ratssitzung ab. Zitat Edeltraut Graeßner (SPD): „Erst noch mobile Geräte anschaffen? Das tragen wir nicht mit.“

Jetzt zum Ende der Sommerferien haben die BürerNahen nachgefragt. Das Ergebnis ist so traurig wie befürchtet. Keine einzige Anlage ist gebaut, keine einzige in Auftrag gegeben, keine einzige Ausschreibung ist abgeschlossen. 

Und Thomas Pertz schreibt ernsthaft: „Wenn zwischen der Ratsentscheidung und dem positiven Förderungsbescheid sechs Wochen vergangen sind, zeigt dies dreierlei: erstens zügiges Verwaltungshandeln, zweitens eine gute Kooperation der Fachbereiche im Rathaus und drittens einen sparsamen Umgang mit Steuergeldern.“ Ach jeh – zügig, gut und sparsam?

Lieber Herr Pertz,
sagen Sie’s doch einfach den Lingener Eltern und Kindern, dass es in Herbst und Winter wieder im Mantel in den „Präsenzunterricht“ geht und es dann wieder keine Luftfilter gibt, weil CDU/SPD und OB Krone -den sollten Sie nicht vergessen!- seit knapp einem Jahr immer wieder Nein zum möglichen und notwendigen Schutz in Kitas und Schulen sagen.

Sie können auch ihre Leser darüber informieren, dass die Luftfilter etwa 400.000,- Euro teuer wären und verkauft werden können, wenn man sie iKitas und Schulen nicht mehr braucht. Sie kosten also nicht mehr als die Corona-Subvention für die Einkaufsgutscheine in Lingen, und Sie könnten fragen, was diese Prioritätensetzung eigentlich aussagt.

Das aber alles nicht zu schreiben, und statt dessen denen „Wahlkampf“ vorzuwerfen, die seit dem Herbst 2020 vergeblich für sofortige Lösungen streiten, ist ausgesprochen einseitig und -mit Verlaub- gegenüber den betroffenen Familien auch reichlich hochnäsig.

Mittwoch

21. August 2021

Tagesschau-Sprecherin Susanne Daubner liest die „Jugendwörter des Jahres vor“: „…und Mittwoch.“

(via reddit)

entsprechende Strahlung

2. August 2021

Die Mobilfunkversorgung im Emsland („Willkommen bei den Machern“) ist weiterhin auf Dritte-Welt-Land-Niveau. Das ist auch in Lingen so, beispielsweise im schlecht versorgten Gauerbach. Deshalb plant die deutsche Telekom einen neuen 34m hohen Mobilfunkturm auf dem Wertstoffhof Brümmers Weg in Laxten-Gauerbach. Zur Orientierung: Rund 150m östlich wohnt Oberbürgermeister Krone.

Anwohner haben nun Bedenken gegen das lange notwendige Vorhaben geäußert. Sie möchten den neuen Mobilfunkmasten nicht in ihrer Nähe haben. Es soll sich eine Interessengemeinschaft gebildet haben, die allerdings nicht ganz offen agiert. Doch CDU-Ortsrat  Christian Schulte-Weß fragte vor zwei Monaten bei den Beratungen im Laxtener Ortsrat, ob es „nicht wirklich bessere Alternativstandorte gibt“. Er bat um Überprüfung, ob eine entsprechende Strahlung von solchen Masten ausgehe.

Allerdings gibt es auch viele, die wissen, wie schlecht die Mobilfunkversorgung im Gauerbach ist und die unbedingt die Lücke verbessern wollen. Sie wollen die Bewohner des Gauerbachs gut versorgt wissen – auch mobilfunkmäßig.

Das Telekom-Projekt führte jetzt zu einer interessanten Entwicklung: Die SPD-Ratsmitglieder brachten für die städtischen Gremien zuerst den Antrag ein, am Standort für den Funkturm am Brümmers Weg auf dem Gelände des dortigen Wertstoffhofs festzuhalten. Die Stadt solle weiterhin die Realisierung für den Aufbau eines Funkturms an dieser Stelle verfolgen. So weit, so klar.

Dann aber schaltete sich OB Dieter Krone ein. In einem Gespräch mit SPD-Mann Stefan Wittler, der wie Krone selbst nur ein paar Schritte entfernt wohnt,  äußerte der OB Bedenken, den „ursprünglichen Antrag in eine öffentliche WGA-Sitzung einzubringen“. In einer E-Mail an den „lieben Dieter“ änderte die SPD daraufhin flugs ihren Antrag und erwartet „nunmehr, dass dieser Antrag so auf die Tagesordnung gesetzt wird“. Die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Wirtschafts- und Grundstücksausschuss ist gemeint. Der tagt praktischerweise übrigens erst zwei Tage nach der Kommunalwahl am 12. September. Beraten werden soll jetzt vor allem nicht-öffentlich.

Da reibe ich mir die Augen: Denn ein öffentlicher Mast ist natürlich auch öffentlich zu beraten. Die Regeln des Kommunalverfassungsrechts und der Geschäftsordnung unseres Rates und seiner Ausschüsse sehen nichts anderes vor, auch wenn der OB in der Nähe wohnt oder die SPD die Hosen voll hat, das Thema vor den anstehenden Wahlen öffentlich zu debattieren. Der Blogbetreiber und die BürgerNahen (BN) haben daher einen Hilfeplan entwickelt, der eine solche öffentliche Beratung vor den Wahlen möglich macht. Die ist im Ortsrat Laxten am 9. September möglich.

Die BN  hat also den verzagten Sozialdemokraten geholfen und gestern diesen Antrag an den Herrn Oberbürgermeister geschrieben:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister oder Vertreter im Amt,

wir widersprechen dem SPD-Antrag, den von ihr gestellten Antrag nicht-öffentlich zu behandeln. Nach unserer Geschäftsordnung und dem Nieders. Kommunalverfassungsgesetz gehört der Antrag in die öffentliche Sitzung. Dass Sie, Herr Oberbürgermeister, anderer Auffassung sind, befremdet.

Wir übernehmen als Fraktion hiermit förmlich den Antrag der SPD und beantragen, diesen in der nächsten öffentlichen Sitzung des Wirtschaft- und Grundstücksausschuss (WGA) zu beraten. Die Deutsche Funkturm hat nämlich den Standort am Wertstoffhof in Laxten bestimmt nicht aus Jux und Laune dort gewählt. Funklöcher werden gesucht, und es wird genau bestimmt, wie sie abgedeckt werden können. Das können die Techniker aus dem Mobilfunkbereich kompetent darstellen. Nach allem, was bekannt ist, ist das Projekt für die Netzsicherheit und Mobilfunkversorgung in Laxten und vor allem im Gauerbach sehr wichtig und nicht verzichtbar.

Wir und der Ortsratskollege Peter Golbeck beantragen daher, die WGA-Beratung in der Sitzung des Ortsrats Laxten am 9. September vorzuberaten, dort also auf die Tagesordnung zu nehmen. Vertreter der „Interessengemeinschaft“ bitten wir, zu beiden Sitzungen einzuladen, sofern diese sich zu erkennen geben.

Wir regen schließlich an, das Angebot der DFMG bzw. der Telekom aufzugreifen, eine Bürgerinformationsveranstaltung zu veranstalten und Fachleute beider Unternehmen außerdem in den Ortsrat sowie den WGA einzuladen.

Mit freundlichen Grüßen
Die BürgerNahen – Stadtratsfraktion
Robert Koop, Vors.

Noch Fragen?

Michael Sänger hatte die Idee zu seinem Youtube-Kanal, nachdem die lokale Lingener Tagespost verkündet hatte, künftig die Berichterstattung über die lokale Kultur drsatisch zu kürzen werden soll. Er dachte, wusste später besagte Lingener Tagespost. Sänger zu seinem Entschluss: „Wenn im Theater an der Wilhelmshöhe 300 oder 400 Menschen eine Vorstellung besucht haben, muss man das doch besprechen. Die Leute müssen doch irgendwo etwas darüber finden, was sie da gesehen haben.“ Unterstützt wird er dabei von Hinrich Slaar, Kirchenvorsteher der reformierten Kirche, wo Michael Sänger die Orgel spielt. „Der hat eine gute Ausrüstung und kümmert sich um die richtige Ausleuchtung und den Schnitt.“

Michael Sänger ist eine der prägenden Personen der Lingener Kulturszene. Als Initiator und künstlerischer Leiter  war bis zum vergangenen Jahr das Lingener Marionettentheater ohne ihn nicht denkbar.. Hervorzuheben sind auch die von dem ausgebildeten Theologen  gehaltenen Lesungen und Lehrhausgespräche. Der heute 75jährige war als Organist tätig, sitzt mit beratender Stimme  im Kulturausschuss und im Vorstand des Kulturforums Sankt Michael. Die Lingener Theatergänger beglückt Michael Sänger als Mitglied der sog. „Theater-AG“, die das Theaterprogramm der Stadt Lingen festlegt. Von 1989 bis 2007  arbeitete Sänger mit Schülerinnen und Schülern in der von ihm gegründeten anderen „Theater-AG“ des ehemaligen Gymnasiums Johanneum, die mehrfach prämiert wurde. Sein beruflicherWerdegang ist in dem Buch „Wer nicht spielt, nimmt sich zu wichtig – das Lingener Marionettentheater“ festgehalten. 2016 erhielt Sänger den Lingener Kulturpreis.

Inzwischen hat Kultur-Influencer Michael Sänger drei Kulturplaudereien veröffentlicht. Hier sind sie alle zum Nachhören und -sehen. Neue Plaudereien kann und sollte man abonnieren.

 

 

 

Hirschhausen am Donnerstag bei Maybrit Illner (ganze Sendung) – und ich würde das genauso unterschreiben, wenn das irgendwo tatsächlich möglich wäre. Und ich unterschreibe selten irgendwas instant.

(via Direktlink)

Adresse

3. Juli 2021

In dieser Woche ist die Redaktion der „Lingener Tagespost“ (LT) in einen Neubau umgezogen. er liegt an einer Straße, die einst von einem NS-Bürgermeister nach einem  SS-Offizier benannt wurde, der erfolgreicher Rennfahrer war. LT-Leser Christoph Frilling hatte dazu einen Hinweis aus der CDU bekommen und ein Foto geschossen. Seine Frage ist auch meine Frage:

Ob sich die NOZ/Lingener Tagespost unter ihrer neuen Adresse komfortabler fühlt?

 

Premiere

6. Juni 2021

 Seit gestern Abend 20 Uhr ist das Theaterstück Maria Magda von Viola Bungarten für 24 Stunden als Stream auf der Homepage des Theaters Münster kostenlos freigeschaltet. Wenn Sie sich an diesem Sonntag das knapp 90minütige Theaterstück anschauen, haben Sie wahrscheinlich eine sehr interessante, wenn auch eher weniger entspannte Zeit; denn darum geht es:

Die Titelheldin wird in ein Kloster-Internat für schwer erziehbare Mädchen geschickt. Eines dieser Mädchen ist verschwunden. Ein anderes hat Geheimnisse, das dritte eine verborgene Gabe. Und dann kommen noch Nonnen, Hexen und das Patriarchat vor. Schauen Sie am besten selbst. Und wenn Sie sehr neugierig sind, können Sie sich den gesamten Text des Stückes hier herunterladen.

Das Theater Münster hat übrigens seit Freitag (für eine Zwischenspielzeit) wieder geöffnet: „Vom 4. bis 26. Juni 2021 spielen wir wieder live für euch im Großen Haus.“

  • Den Auftakt machte der Tanzabend DER TURM zu Musik von Philip Glass, choreografiert von Hans Henning Paar, der am Freitag 4. Juni seine Premiere feiert (weitere, leider ausverkaufte  Vorstellungen am 5. und 6. Juni).
  • Freunde der Barockoper kommen mit der musikalischen Tragödie ARGENORE von Wilhelmine von Bayreuth auf ihre Kosten, die am 9., 11. und 13. Juni zu sehen ist.
  • Das Schauspiel Münster präsentiert sich mit zwei Klassikern der dramatischen Literatur: Anton Tschechows Komödie DIE MÖWE entführt am 15., 16. und 17. Juni in das zaristische Russland.
  • Den Ehekonflikt zwischen Martha und George kann man in Edward Albees Schauspiel WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF? am 19. und 20. Juni mitverfolgen.
  • Musikalisch klingt die Zwischenspielzeit mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Felix Mendelssohn Bartholdy im 10. Sinfoniekonzert am 23., 24., 25. und 26. Juni aus. Auch dafür sind allerdings gegenwärtig alle Karten ausverkauft…

Das Platzkontingent ist übrigens coronakonform begrenzt. Der zeitlich vorgegebene Einlass erfolgt in kleinen Gruppen maximal 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. Neben einer gültigen Eintrittskarte ist der Nachweis „Geimpft, Getestet oder Genesen“ erforderlich.

Tipp:
Nach Münster gelangt man mit dem Zug – bequem innerhalb von weniger als 1 h. Die Aufführungen beginnen überwiegend um 19.30 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Die Westfalenbahn fährt  stündlich, allabendlich zurück bis um 22.11 Uhr und 23.13 Uhr.  Vom Hauptbahnhof bis zum Theater sind es knapp 15 Minuten (900m) zu Fuß.

Nachtrag:
Auch das Theater Osnabrück startet in diesen Tagen neu. Darüber in Kürze mehr in diesem kleinen Blog.

kleines Kurzfilmprogramm

11. April 2021

Ein kleines Kurzfilmprogramm -gefunden bei FernSehErsatz-, um die Zeit, Lockdowns oder was auch immer zu überbrücken und wieder mal ein paar Dinge zu sehen, die keine schlechten Nachrichten oder ganz okaye Netflix-Serien sind. Mit dabei ist das ganze letzte Jahr aus der Perspektive derer, die seit März 2020 allein zuhause rumsitzen. Ein sympathischer Herr Hase berichtet über seinen Alltag aus einem Test-Labor  und das ist schöner-, aber auch unschönerweise was fürs Auge. Für die aktuelle Weltuntergangsstimmung gibt’s die wahre Geschichte vom Ende der Dinos. Und weil die Zeit gerade so langsam und so schnell gleichzeitig vergeht, kann man in Speed of Time nochmal die Geschwindigkeit anpassen lassen.

(wie erwähnt habe ich die Kurzfilme bei FernSehersatz gefunden. Sorry für die Werbeeinblendungen)

Süßigkeiten

3. April 2021

Karsamstag. 15 Uhr. Um es auf den entscheidenden Punkt zu bringen, die Fastenzeit ist vorbei. Auch innerhalb des katholischen Zirkels dürfen von dieser Stunde an also wieder Süßigkeiten genossen werden. Daher chez Krömer,  zur progredienten österlichen Auflockerung mit Karl Lauterbach…

Karfreitag

2. April 2021

„Sie ist eines der großartigsten Werke der westlichen Kultur“, sagt Andrew Manze über die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. „Wir alle kennen ihre Wirkung, sie ist Perfektion in Musik“. In der Videoproduktion „Matthäus-Passion 2021“ spielt jetzt die NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Chefdirigent Manze Auszüge aus Bachs Meisterwerk. Mit dabei sind renommierte Gesangssolistinnen und -solisten sowie der NDR Chor. 

Das besondere: Mit der „Matthäus-Passion 2021“ stellt die NDR Radiophilharmonie Bachs Komposition in den Kontext unserer Zeit. Das Werk erzählt von Leid, Tod, Trauer, Verzweiflung, aber auch von Hoffnung und Dankbarkeit: Gefühle und Zustände, die ebenso das gegenwärtige Leben bestimmen.

Zwischen die Musik fügen sich Interviews mit Menschen ein, die über ihr ganz persönliches Corona-Jahr berichten. Verschiedenste Personen erzählen von ihrem Umgang mit Krankheit, Tod und Verlust, von der Belastung im Beruf und im Privaten. Wie ist es, einen geliebten Menschen durch die Pandemie zu verlieren? Wie begegnet man den Themen Alter und Einsamkeit? Aber es geht in den Gesprächen auch um schöne und verbindende Momente, die in dieser Krise entstanden sind. Es geht auch darum, das Glück in besonderen Augenblicken und kleinen Gesten zu finden.

Matthäus-Passion 2021
seit heute als Video online kostenfrei abrufbar
Mo, 05.04.2021 | 07:55 – 09:10 Uhr | NDR Fernsehen

Andrew Manze, Dirigent
Susanne Bernhard, Sopran
Sarah Romberger, Alt
Matthias Winckhler, Bass
NDR Chor
NDR Radiophilharmonie
Alexander Radulescu, Konzept und Regie

Johann Sebastian Bach
Auszüge aus der „Matthäus-Passion“ für Soli, Chor und Orchester BWV 244

Nr. 3 Choral „Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen“
Nr. 6 Arie „Buß und Reu“
Nr. 8 Arie „Blute nur, du liebes Herz“
Nr. 10 Choral „Ich bin‘s, ich sollte büßen“
Nr. 13 Arie „Ich will dir mein Herze schenken“
Nr. 17 Choral „Ich will hier bei dir stehen“
Nr. 44 Choral „Befiehl du deine Wege“
Nr. 39 Arie „Erbarme dich“
Nr. 40 Choral „Bin gleich von dir gewichen“
Nr. 42 Arie „Gebt mir meinen Jesum wieder“
Nr. 46 Choral „Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe“
Nr. 48 Rezitativ „Er hat uns allen wohlgetan“
Nr. 49 Arie „Aus Liebe will mein Heiland sterben“
Nr. 51 Rezitativ „Erbarm es Gott“
Nr. 52 Arie „Können Tränen meiner Wangen“
Nr. 54 Choral „O Haupt voll Blut und Wunden“
Nr. 64 Rezitativ „Am Abend, da es kühle war“
Nr. 65 Arie „Mache dich, mein Herze, rein“
Nr. 62 Choral „Wenn ich einmal soll scheiden“
„KonzertPlus“: Das neue Format


Unter dem Namen „KonzertPlus“ konzipiert und produziert die NDR Radiophilharmonie ein neues Videoformat. Stets in Verbindung mit klassischer Musik entsteht hier eine unkonventionelle Kunstform. Die Kompositionen werden in erweiterte Kontexte gestellt, verbinden sich mit Filmbildern, Texten, Schauspiel, Interviews und mehr – eben das Plus zum Konzert.

[Wem -wie mir- das dann doch ein wenig zu viel Ablenkung von einzigartiger Musik ist, hier statt der medialen Häppchen die klassische Fassung der Matthäus Passion:

]

(Quelle: NDR)