rechte Trolle

25. September 2020

Sie erinnern sich noch an die WDR-„Umweltsau„, bei der eine Satire Anfang des Jahres durch unser aller virtuelles Dorf getrieben wurde? Dazu gibt es jetzt aufschlussreiche Neuigkeiten:

„Belege“

14. August 2020

Gestern Abend berichtete das „Hallo-Niedersachsen“-Magazin des NDR über eine Messung der Wetterstation Lingener Marienschule, die den Temperaturrekord von 42,6 Grad im Juli 2019 bestätige. Es gebe neue „Belege„.  Wettermann Jörg Kachelmann twitterte anschließend:

Die amtliche LÜN-Messstation „Emsland“ in Lingen-Darme hat übrigens, wie mir zugetragen wurde, für die Zeit der angeblichen Rekordtemperatur eine Temperatur von knapp unter 40° Celsius gemessen. Sie liegt rund 2-3km von der DWD-Wetterstation am Lingener Freibad entfernt „über einer Wiese“…

 

Das ZDF führt ein neues Nachrichtenmagazin ein. „Heute Journal Update“ heißt die Spätausgabe der gleichnamigen bekannten Nachrichtensendung „Heute Journal“, wie der öffentlich-rechtliche Sender am Montag in Mainz mitteilte.
Die Sendung startet bereits am 7. September. Ab dann wird die Nachtsendung von Montag bis Freitag jeweils gegen Mitternacht ausgestrahlt – „mit 15 Minuten neuester News, Hintergrundberichten, Schaltgesprächen und Interviews.“

„Die
Heute Journal-Redaktion erhält damit die Zuständigkeit für den Informationsfluss am gesamten Abend“, erläuterte die stellvertretende ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten die neuen Pläne. „Die Sendung um 21.45 Uhr bleibt ddie Hauptsendung des Abends.“ Moderiert wird die neue Spätausgabe von Hanna Zimmermann, die bereits das Vorgängerformat Heute+ präsentierte, und Nazan Gökdemir, die seit 2012 das tägliche Nachrichtenmagazin „Arte Journal“ moderiert und für das ZDF seit 2013 als Moderatorin und Redakteurin beim „Forum am Freitag“ im Einsatz ist. 
Die Neuerung ist Teil der gesamten Überarbeitung des Nachrichtenangebots des Zweiten. Früher lief auf dem späten Sendeplatz das Nachrichtenformat „Heute+“, das aber durch das neue Nachrichtenangebot ersetzt wird. Das ZDF hatte in diesem Jahr auch sein Online-Nachrichtenangebot überarbeitet: Aus der bisherigen Webseite heute.de wurde bereits im Frühjahr ZDFheute.

Propaganda-Coup

3. August 2020

In der vergangenen Woche hat jemand seine rechte Gesinnung etwas ausgelebt und tatsächlich ein Plakat mit einer flüchtlingsfeindlichen Botschaft beim Lingener Dritte-Welt-Laden in der Großen Straße an die Schaufensterscheibe geklebt. Die engagierten Dritte-Welt-Leute haben das einzig Richtige getan: Sie haben das Plakat wieder entfernt. Das führte dann dazu, dass die gleiche Botschaft tags darauf wieder an derselben Stelle zu lesen war. Also wurde sie erneut beseitigt. Wir konstatiere. Es gab eine fremdenfeindliche Botschaft am Schaufenster, zweimal.

Damit hätte man es abhaken können, wenn nicht die Empörung der Dritte-Welt-Leute so groß gewesen wäre, dass sie… also jedenfalls ist die Meldung heute in der „Lingener Tagespost“ zu lesen. Als zweiter Aufmacher auf Seite 1 des Lokalteils, Vierspaltig plus Foto und mit wunderbar nachzulesender, fremdenfeindlicher Botschaft. Und das auch noch, obwohl „auf Twitter“ unsere BN, als die Meldung in Online-Ausgabe auftauchte, noch samstäglich das gesamte Redaktionsteam der LT aufforderte, diese Zettelkleberei doch bitte nicht als Propaganda-Coup in der gedruckten LT-Ausgabe sozusagen zu adeln.

Das nenne ich mal optimale Medienarbeit des Botschaftklebers. Oder hat es sonst schon jemand geschafft, mit einem DIN-A-4-Zettel und etwas Kleber, ein Aufmacher in der LT zu sein?

update: Antwort von @PertzLT

Reichsmark

3. August 2020

Update:
Ich akzeptiere die Kritik, dass dieser Rückblick vielleicht „etwas zu wenig in der Sache“ ist. Also gibt es diesen Nachtrag.

RsF

31. Juli 2020

Schüttorf

12. Juni 2020

Missstände

1. Juni 2020

Radio Veronica

18. Mai 2020

Gestern vor sechzig Jahren strahlte im Nachbarland das legendäre „Radio Veronica“ die erste Sendung aus. Radio Veronica feiert dieses Jubiläum groß – unter anderem mit der Wahl des legendärsten Programms der Veronica-Geschichte. Zuhörer konnten bis gestern für Shows wie Countdown Café, Curry & van Inkel, Evers in the Wild und Jensen in the Morning stimm

Sänger Tim Akkerman würdigte auch alle Veronics in den Niederlanden. 60 Frauen mit diesem Namen wurden mittels -wie’s heute heißt – „Live-Schalte“ – in die Jubiläumssendung gespielt. Zurück Radio kehrt für kurze Zeit auch der Roepie-Roepie-Vogel (Grafik unten) und im Rest der Woche folgen auch in den Niederlanden einst populäre Radiospiele. Am kommenden Freitag, den 22. Mai, präsentieren „die heutigen und die alten Helden“ des Senders dann die „Veronica Top 60“. Mit dabei sind die legendären Veronica-DJs Wessel van Diepen, Rob Stenders und Edwin Evers.

Die Geschichte des Zeezender Radio Veronica ist in der Rückschau schnell erzählt: Eine Gruppe niederländischer Radiohändler gründete im Oktober 1959 in Amsterdam den „Vrije Radio Omroep Nederland“ (VRON). Sie wollten künftig Rundfunkprogramme nach amerikanischem und dänischem Vorbild senden. Wegen der geltenden Gesetze in den meisten europäischen Ländern konnten solche Projekte nur außerhalb der nationalen Hoheitsgebiete (damals Drei-Meilen-Zone) verwirklicht werden. Aus dem Namenskürzel der VRON-Gesellschaft entstand der Projektname „Veronica“.

Am 9. Dezember 1959 kaufte die neue Offshore-Radiogesellschaft in Emden für 63.000 niederl. Gulden  das ausrangierte Feuerschiff Borkumriff. Die Emder Cassens-Werft wurde rüstete es zum Sendeschiff umg; am 18. April 1960 verließ das neue Radioschiff als Schleppverband den Emder Hafen unter panamaischer Flagge, um in internationalen Gewässern bei Katwijk vor der niederländischen Küste vor Anker zu gehen.

Am 17. Mai 1960 ging’s dann auf der Mittelwelle (1562,5 kHz !) los – in einer Zeit, als kommerzielle Radiosender in den Niederlanden verboten waren. In diesen Jahren wurde in den regulären niederländischen Radiosendern am Radiostandort Hilversum („Radio Hilversum“ stand auf der Senderanzeige aller damals modernen „Musiktruhen“) fast keine Popmusik gespielt. Schon im Jahr darauf hörten 5 Millionen (von damals 13,2 Millionen Niederländer/innen Radio Veronica). Mitte der 1960er Jahre wurde Radio Veronica mehr und mehr zur Rock-und-Pop-Popmusik-Legende. Ab 1965 sendete Radio Veronica die Charts der beliebtesten Schallplatten, die „Veronica Top 40“.

Der besondere Ehrgeiz der Radiomacherbestand darin, als einer der ersten Sender neue Singles großer Bands wie der Beatles oder der Rolling Stones zu präsentieren. Dies geschah in der Form, dass die Songs dann etwa dreißig Mal am Tag gesendet wurden. Bis heute verwendet man in den niederländischen Hitparaden die Veronica-Erfindung „Alarmschijf“ als Markierung für Topsongs.

1964 ersetzte der Island-Fischtrawler Norderney das erste Sendeschiff. In einem schweren Sturm wurde die Norderney dann am 2. April 1973 auf den Strand von Scheveningen geworfen. Die Radiosendungen mussten unterbrochen und die Besatzung von Bord gebracht werden. Die Bergungsarbeiten zogen Tausende Schaulustige an.

Trotz seiner Popularität -übrigens auch hier bei uns im Grenzgebiet – und sogar einer massiven Demonstration Tausender vor dem niederländischen Parlament in Den Haag  musste Radio Veronica seinen Sendebetrieb am 31. August 1974 einstellen. Das Parlament setzte mit seinem Verbotsgesetz internationale Vereinbarungen um, die Radiosendungen auf See nicht erlaubten. Später kehrte Veronica als regulärer Kanal in das niederländische Fernsehen zurück.

(Quellen: wikipedia.nl; Tubantia.nl; Foto: Musiktruhe Kuba Dominante; von Aeon Perfect CC by-sa/2.0/de)

NDR will sparen

17. Mai 2020

Die taz berichtet aktuell über aktuelle Entwicklungen beim NDR:

Ich glaube, ich übergebe ein gut bestelltes Haus“, sagte Lutz Marmor, der langjährige Intendant des NDR, bei seiner Verabschiedung am 9. Januar dieses Jahres. Eine knappe Woche später verkündete Joachim Knuth, sein Nachfolger: „Wir müssen jährlich 60 Millionen Euro einsparen.“ In der vergangenen Woche teilte Knuth den Mitarbeitern dann mit: Es werden in den kommenden vier Jahren noch jeweils 15 Millionen Euro mehr sein.

Dass der NDR insgesamt 300 Millionen Euro einsparen muss, stößt unter Mitarbeitern auf Verwunderung. „In den vergangenen Jahren hieß es immer wieder, der NDR sei dank ­Sparmaßnahmen für die Zukunft gut gewappnet“, bemerken die Journalistengewerkschaften Verdi und DJV sowie die Organisation Freie im NDR. Sendersprecher Frank Jahn sagt dazu, erst als die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) im Februar 2020 ihren aktuellen Bericht vorgelegt habe, „stand der Umfang der erforderlichen Einsparungen letztendlich fest“. Die „weitere Verschärfung der Sparmaßnahmen“ hänge mit der Coronapandemie zusammen.

Unklar ist aber unter anderem, wie viel Geld jeweils durch die konkret geplanten Einzelmaßnahmen eingespart wird, die im NDR Fernsehen unter anderem die Kulturmagazine, das Medienmagazin „Zapp“, das Auslandsmagazin „Weltbilder“ und die Doku-Redaktion „Die Box“ betreffen. „Eine umfangreiche Information aller Mitarbeiter*innen über die genauen Einschnitte in allen Bereichen“ gebe es bisher nicht, kritisiert der Redakteursausschuss im Intranet des Senders.

Der NDR hat bei der Begründung seiner Sparmaßnahmen herausgestellt, dass…“

[… weiter bei der taz-Nord]