@tobiLingen

21. September 2018

@tobiLingen ist einer der Fußballfachmänner in unserer Stadt und Anhänger eines bajuwarischen Kikerclubs aus Münchn, der schon manchen Erfolg errungen hat. Vorgestern nu war der Auftakt der diesjährigen Fußball-Championsleague für Tobis Club. wenn ich das richtig verfolgt habe, patzte der Bezahlsender Sky und Tobi hatte nicht dieselbe große Freude wie sonst. Über twitter fragte er, ob es eine Entschädigung gebe. Ich denke mal, ein Heineken wäre etwas passendes. Und hier für @tobiLingen der Hinweis, dass es auch andere erwischen kann…

manipulativ

12. August 2018

In der vergangenen Woche gab es eine kurze, populistisch-flache Empörung, dass Arbeitnehmer*inen hierzulande, die aus der Europäischen Union stammen, für ihre in den Herkunftsländern lebenden Kinder Kindergeld erhalten. Jede/r mit nur ein wenig Nachdenken konnte erkennen, wie oberflächlich die nszeniert wirkende emörung war. Dazu gab es gestern einen trefflichen Kommentar in der NOZ. Übrigen waren peinlicherweise die Sozialdemokraten in vörderster Front…

Ich erwähne dies, weil die Fernsehzuschauer sehen konnten, wie mit Statistik-Diagrammen manipuliert wird. Und das ausgerechnet in der Tagesschau-Hauptausgabe, die diese obere Grafik veröffentlichte, als in der Tagesschau-online-Ausgabe längst die unverzerrte Grafik unten zu sehen war. Mein Gott, wie peinlich!

Übrigens ist innerhalb des grafisch dargestellten Zeitraums die Zahl der hier arbeiten EU-Ausländer um knapp 200.000 gestiegen, so dass es zwangsläufig mehr Transferleistungen an Kindergeld für diese hier Beschäftigten geben muss…

Vor gut einem Jahr gab es -ausgerechnet von eben derselben Tagesschau ein kleines Fimchen, wie man manipulative Statistiken entlarvt. „Kurven- und Balkendiagramme sind“, so die Tagesschau damals, „beliebte Darstellungsformen bei der Vermittlung komplexer Informationen. In sozialen Netzwerken werden sie gern geteilt. Nicht selten zu Propagandazwecken.“

Ja, dann fasst Euch, liebe Tagesschau-Macher, mal kräftig an die eigene Nase, und die liebe Leserschaft darf sich informieren…

update wegen eines Seitenaspekts in der Sache Kindergeld:
Ich habe in meinem Beitrag inzwischen einen kleinen Nachtrag nach den beiden Grafiken eingeschoben und außerdem den Link auf den NOZ-Kommentar korrigiert. Gemeint hatte ich den Kommentar von Uwe Westdörp nicht den zuerst verlinkten schrill-alarmigen von Katharina Ritzer, in dem sie die Plünderung der Sozialkassen beschwört, aber nicht genug recherchiert hat; so wusste die konservative WELT schon Anfang Mai, dass es 2017 im Bereich der Familienkasse Nordrhein-Westfalen-West (u.a. mit Aachen, Köln, Bonn, Krefeld, Mönchengladbach, Düsseldorf, Wuppertal uvam – also mit  Hunderttausenden Kindergeldbeziehern) ganze 34 ermittelte Kindergeld-Betrugsfälle gab, um die sich jetzt die Staatsanwaltschaft und die Gerichte kümmern

Mich erinnert die mediale Aufregung – peinlicherweise mit der SPD vorneweg– sehr an den angeblichen sog. Bremer „Bamf-Skandal“ im Frühjahr, wo aus Tausenden Fehlentscheidungen und unendlicher Korruption, über die sich alle empörten, bislang ganze 17 falsche Entscheidungen ermittelt werden konnten. Oder -die älteren erinnern sich- an den Empörungshype über Florida-Rolf, der in Florida „unter Palmen“ Soziahilfe bezog, woraufhin binnen Wochen gleich das ganze Gesetz geändert wurde, bevor herauskam, dass keine 50 Deutschen davon betroffen waren…

Lieber Mesut Özil,

25. Juli 2018

No comment!

Helsinki

15. Juli 2018

In Helsinki (Finnland) treffen sich jetzt der Präsident der USA, Donald John Trump, und -wie es immer so schön heißt- sein „russischer Amtskollege“ Wladimir Wladimirowitsch Putin zum Meinungsaustausch. Die größte finnische Tageszeitung „Helsingin Sanomat“  teilt beiden in ihrer Muttersprache mit, was in einem freien Land fundamental ist: Die Pressefreiheit.

Der blonde Bernd

13. Juli 2018

Da gibt es seit gestern einen aktuellen Beitrag im Deutschlandfunk Kultur über unseren blonden Bernd. Lies mal:

„Bernd Rosemeyer war ein populärer Rennfahrer. Aber er war auch SS-Hauptsturmführer. Nun will seine Heimatstadt Lingen mit einem Museum an den „blonden Bernd“ erinnern – eine umstrittene Ehrung.

„Pop-Star des Dritten Reiches“, „Vollgas-Virtuose“, „Draufgänger mit 545 PS“ – hier ist die Rede ist von Bernd Rosemeyer und so lauten die Überschriften, die man zu dem verstobenen Rennfahrer im Netz findet. Sein Name ist in Lingen zum Gesprächsstoff geworden, denn dem 1909 geborenen Rosemeyer soll ein privates Museum gewidmet werden.

Der Haken daran ist das Hakenkreuz, das seine Rennautos zierte. Und das Hakenkreuz wird bis heute mit ihm in Verbindung gebracht. „Wir sehen es als sehr problematisch an, für einen ehemaligen SS-Offizier, hier ein privates Museum zu errichten“, sagt Stefan Altmeppen, Erster Stadtrat Lingens. Rosemeyer trat – spätestens 1933 – freiwillig der SS bei. Für seine Siege im Autorennen wurde der „blonde Bernd“ zum „Hauptsturmführer“ ernannt. Schon damals polarisierte er. Umstritten ist er bis heute.

Hitler, Himmler und Göring kondolierten

Als Rosemeyer dann…“

[weiter bei Deutschlandfunk Kultur]

[Hören]

Roboterjournalisten

19. März 2018

Neue Entwicklungen in Großbritannien und andernorts lassen mich frösteln. Und damit ist nicht das Wetter gemeint sondern Roboterjournalisten. Sie sollen die Lokalpresse retten. Wer rettet uns vor den Robotern? Netzpolitik.org berichtet:

Nachrichtenagenturen von London bis Helsinki setzen seit neuestem Algorithmen für ihre Lokalberichterstattung ein. Doch statt neutraler Datenberichte liefern die automatischen Textgeneratoren Spin am laufenden Band. Die Öffentlichkeit steht mit dem Beginn des Roboterzeitalters im Journalismus vor einer neuen Herausforderung.

Roboter in einem Berliner Spielzeugladen. Marschieren die demnächst bei der BZ ein? Public Domain Alexander Fanta

Die Press Association liefert seit 150 Jahren die Nachrichten, auf die sich Großbritannien verlässt. Die Nachrichtenagentur bietet unabhängige, neutrale Berichterstattung, ein bisschen langweilig vielleicht, aber zuverlässig. Doch ihre besten Kunden, die Lokalzeitungen, sterben in den letzten Jahren dahin wie die Fliegen: Knapp 200 Blätter wurden im Vereinigten Königreich allein seit 2005 eingestellt. Die Lage ist so schlimm, dass die britische Premierministerin Theresa May kürzlich warnte, der Niedergang der Lokalpresse stelle eine Gefahr für die Demokratie dar.

netzpolitik.org finanziert sich zu fast 100 % aus Spenden von Leserinnen und Lesern. netzpolitik.org: „Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.“

Um der Krise Herr zu werden, sendet Press Association (PA) ihren Kunden seit Kurzem eine neue Art von Texten. Das Zauberwort lautet Roboterjournalismus. Mit 700.000 Euro von Google und der Hilfe eines Start-ups bauen die Journalisten von PA gefinkelte Vorlagen, die aus Datensätzen für jede Region, ja jede Postleitzahl in Großbritannien eigene Geschichten schreiben.

Viel Journalismus mit wenig Aufwand

Roboter bedeuten viel Inhalte für wenig menschlichen Aufwand. Das wirft eine brisante Frage auf: Wie wirkt es sich auf den öffentlichen Diskurs aus, wenn Algorithmen immer mehr solcher Texte generieren?

Dazu muss erklärt werden, wie Roboterjournalismus funktioniert. Eine Software frisst Statistiken und erstellt daraus eine faktenbasierte Geschichte. Im Fall von PA geht es um Datensätze der Regierung, etwa zu Geburtenraten, den Wartezeiten in Krankenhäusern oder Kindern mit Gewichtsproblemen. Die Stories gießen trockene Zahlen in Worte und produzieren ganze Artikel samt Schlagzeilen, etwa: „Nahezu eines von drei Kindern in Lewisham ist dickleibig, enthüllen Daten“.

Die Lokalzeitung brachte kurz vor Neujahr eine computergenerierte Story über die städtische Abfallwirtschaft auf ihrem Titelblatt. Beim Titel hat wohl ein Mensch nachgeholfen. All rights reserved Norwich Evening News

Die Roboter-Geschichten finden willige Abnehmer. In Blättern wie den Norwich Evening News und dem Cambridge Independent schreibt die Software von PA bereits Titelgeschichten. Noch läuft das „Radar“ genannte Projekt in der Testphase. In Kürze, wenn Radar voll einsatzfähig ist, soll es monatlich bis zu 30.000 Geschichten produzieren. Damit will die Nachrichtenagentur den Hunger der finanziell ausgebluteten Lokalblätter nach Inhalten stillen. „Was Radar uns erlaubt, ist, mit einer kleinen Anzahl zusätzlicher Journalisten mehr lokale Geschichten zu produzieren“, sagt Pete Clifton, der Chefredakteur von PA.

Der Roboterjournalist berichtet über lokale Daten, die menschliche Journalisten zuvor nur auf nationaler Ebene behandeln konnten. Das erlaube selbst in kleinen Orten Berichterstattung und damit eine faktenbasierte Debatte, sagt PA-Chefredakteur Clifton. „Es ist eine fantastische Übung in Demokratie.“

Automatisierung macht die Massenproduktion von etwas möglich, das bisher Handwerk war. In der Welt, die wir kannten, suchte jede Lokalzeitung ihren eigenen Zugang zu einem Thema, jeder Journalist schrieb auf Basis der selben Fakten eine zumindest leicht andere Geschichte. In Großbritannien zeichnet sich nun ein neuer Weg ab: Selbst lokale Nachrichten werden nun aus der selben Vorlage gegossen, aus dem gleichen Blickwinkel geschrieben.

Konservativ, kontextfrei, konfrontativ

Wie problematisch die Roboternachrichten sein können, macht ein Blick auf zuletzt veröffentlichte Geschichten der Press Association deutlich. Hier drei [aktuelle] Beispiele:…

weiter bei Netzpolitik.org

(ein Beitrag von 

Die ZEIT stellte gestern Abend in ihrer Online-Ausgabe diese Gewissensfrage. :

WETTEN, DASS DU AUCH EIN BISSCHEN GROKO BIST?

Du änderst deine Meinung gelegentlich? Hast schon mal die Nacht durchgemacht? Wir haben den Test, der beweisen wird: Nicht nur Martin Schulz ist Groko.

Egal, wie die Entscheidung der SPD-Mitglieder am Sonntag ausfällt, viele RieSieGeGrokoFans gab es nie. Sie ist ein Mittel zum Zweck. Gab keine Alternative. Muss halt sein. Dabei sind wir doch alle ein bisschen Groko.

ps Ich wäre mit 15 angekreuzten Kästchen auch ein Heimatminister geworden.

Bücher-Baby-Treff

12. Januar 2018

Bücher-Baby-Treff in der Stadtbibliothek
Spielerisch die Welt der Sprache erleben

Lingen (Ems) – Stadtbibliothek, Karolinenstr. 10
Heute 12.01.18 – ab 10.30 Uhr
Kein Eintritt
Die Bücher-Babys starten ins neue Jahr. Immer freitags (außer in den Ferien) lädt die Lingener Stadtbibliothek die kleinsten Leser um 10:30 Uhr zum Bücher-Baby-Treff ein. Babys zwischen einem und zwei Jahren können dann gemeinsam mit ihren Eltern, Groß- oder Tageseltern spielerisch und mit viel Spaß die Welt Sprache entdecken. Dabei wird gesungen, gereimt und gelesen.
Das erste Treffen des neuen Jahres findet heute, am 12. Januar statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Früher

26. September 2017

Früher gab es einen Anruf oder einen Brief, wenn eine Tagung stattfinden sollte. Jetzt gibt es so Spannendes wie youtube. 😉

in unserem Städtchen

25. September 2017

Was mir hier in unserem Städtchen bei dieser Bundestagswahl aufgefallen ist?

In Lingen (Gesamtergebnis links) ist die CDU enttäuscht. Trotz Kanzlerin Merkel ist sie auf das Niveau der Wahlen von 2005 bzw. 2009 gefallen. Gegenüber 2013 hat sie auch hier fast 8 % bei den Zweiitstimmen und knapp 6 % bei den Erststimmen eingebüßt. Trotz Goldenem Buch und so. Sie erinnern sich?

In die Knie ging die SPD im Bund und auch in Lingen (Ems). So schlecht war sie bei einer Bundestagswahl noch nie. Schon vorher war sie in Lingen nicht einmal optisch präsent. So hatte sie -neben den kommerziellen Großtafeln-  beispielsweise nur 90 Plakate gekauft und aufgehängt. Am Ende hing vielleicht noch ein halbes Dutzend. Ausnahme Baccum, wo dies aber am Ergebnis nicht änderte..

FDP-Kandidat Jens Beeck bekam weniger persönliche Erststimmen (2562) als seine Partei Zweitstimmen (3117). Das überraschte mich dann doch. Beeck ist trotzdem -Glückwunsch, Jens!- über die niedersächsische FDP-Landesliste in den Bundestag gewählt und fährt morgen nach Berlin. Worüber wir uns gemeinsam freuen dürfen. Nach vier Jahren sitzt wieder ein Lingener im Bundestag.

Ganz vorn bei der Preisverleihung für den verharmlosendsten AfD-Bericht dieser Bundestagswahl sind Lingener und Meppener Tagespost für diesen, ihren Kumpel-Artikel; denn er schaffte es zwanglos, ohne eine einzige kritische Frage an den lokalen AfD-Rechten auszukommen. Das war schrecklich (und) peinlich. Die so kumpelhaft dahergeschriebene AfD kam auch in unserer Stadt auf nahezu 6%.

Last but not least:
Wo war eigentlich OB Dieter Krone? Zumindest zur Wahl hätte der erste Bürger dieser Stadt aufrufen dürfen. Hat er nicht, obwohl das Demokraten eigentlich immer machen. Da passte es ins Bild, dass die Internetseite der Stadt Lingen am Wahltag mit der Ausschreibung einer Erzieher/in-Stelle, einer Elternbildungsveranstaltung, der Kinder-Kultur-Kiste und einem Hinweis auf die Lingener Herbstkirmes ihre Leser überraschte. 

Wie geht’s weiter?
Noch gestern Abend hat die gebeutelte CDU den Startschuss für die heiße Phase des  niedersächsischen Landtagswahlkampfs 2017 gegeben. Gut organisiert plakatierte sie um bzw. neu. Christian Fühner strahlt nun plakatmäßig auf Albert-Stegemann-Untergrund. Ich bin gespannt, wie lange die Lingener SPD diesmal für denselben Werbeschnitt braucht. Viel Zeit hat sie nicht: Immerhin wählen wir schon in drei Wochen den neuen Landtag. Der vorgezogene Termin war notwendig, weil die grüne Abgeordnete Elke Twesten in ihrem Wahlkreis nicht wieder als Kandidatin aufgestellt worden war und daraufhin zur CDU wechselte. Sie erinnern sich? Jedenfalls zum 15. Oktober könnte OB Krone aber doch seine Lingener dazu aufrufen, zur Wahl zu gehen. Das will er im kommenden Frühjahr doch auch, wenn der OB gewählt wird.