Aufruf: Seebrücke

16. November 2018

„Auch Lingen darf die Augen nicht verschließen vor dem, was im Mittelmeer geschieht. Auch in Lingen müssen Menschen auf die Straße gehen, um gegen Europas Abschottungspolitik und die Kriminalisierung von Seenotretter*innen zu demonstrieren. Auch Lingen darf nicht wegschauen, wenn tausende Menschen ertrinken.

Wenn ihr mit uns ein Zeichen setzen wollt für ein gerechteres und humanes Europa und für mehr Solidarität, dann kommt am 17.November um 14 Uhr auf den Bahnhofsvorplatz in Lingen.
Tragt die Farbe Orange, bringt Banner, Plakate und Schilder mit. Kommt mit eurer Familie, euren Freund*innen und Nachbar*innen. Erzählt euren Kolleg*innen, Kommiliton*innen und allen, die ihr trefft, von unsere Demo und warum wir auf die Straße gehen.
Es ist an der Zeit den Mund aufzumachen und zu rufen: So darf es nicht weitergehen. Nicht mit uns!“


Zum Ablauf:

„Um 14 Uhr ist Treffpunkt am Bahnhof, dann werden wir eine Demo durch die Stadt machen (Konzept der Demo wird vor Ort erklärt) und enden anschließend mit einer Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen wieder am Bahnhof.

Anschließend können alle die Lust haben noch mit uns gemeinsam zum Markt zur Veranstaltung 1 Million Lichter gehen.

Die Route der Demonstration:

Bahnhofsvorplatz – Querung Bernd-Rosemeyer-Str. – Marienstr. – links Lookenstr. – rechts Konrad-Adenauer-Ring – rechts Zum Neuen Hafen – links Kivelingstr. – rechts Kirchstr. – links Gymnasialstr. – rechts Baccumer Str. – links Burgstr. – rechts Bernd-Rosemeyer-Str. –

Transparente und Plakate können gerne mitgebracht werden. Wichtig: Fahnenstangen/ Transparentstangen/ Stöcke/ Stäbe dürfen nicht aus Metall sein, max. 2 cm Durchmesser und max. 1,5 m Länge haben. Fackeln, Wunderkerzen u. ä. sind nicht erlaubt.“

Anastacia

16. November 2018

Anastacia
Lingen (Ems) – EmslandArena
Sa 17.11.2018 – 20 Uhr
Restkarten

Aufgrund der großen Nachfrage kehrt Pop-Star Anastacia nach ihren ausverkauften Konzerten im Frühjahr dieses Jahres u.a. in Berlin, Hamburg, München mit ihrer Evolution Tour im November 2018 noch einmal zurück nach Deutschland. Die prägnante Mega-Soulstimme ist das Markenzeichen ihres erstaunlichen Erfolgs. Ihr unglaublicher Wille kann Berge versetzen und scheinbar sogar das Schicksal besiegen. Im Anschluss an ihre Europatournee im Frühjahr und Sommer präsentiert die herausragende Interpretin all ihre Chartbreaker sowie Songs ihres aktuellen Albums ‚Evolution‘ im November dann auch in Lingen.

Mehr als 30 Millionen Alben weltweit für die vorangegangenen Multi-Platin-CDs ‚Not That Kind‘, ‚Freak Of Nature‘ und ‚Anastacia‘ sowie ‚Heavy Rotation‘ und ‚It’s A Man’s World‘ verhalfen der zierlichen Powerfrau mit der gigantischen Röhre zu einer kometenhaften Karriere. Bestseller-Singles wie ‚I’m Outta Love‘, ‚Paid My Dues‘, ‚One Day In Your Life‘ oder ‚Left Outside Alone‘, die natürlich zum Tourneeprogramm gehören, markieren die zentralen Etappen ihres Aufstiegs.

Die aktuelle CD ‚Evolution‘ markiert eine Rückkehr zu den Ursprüngen. Fesselnde Rocknummern wechseln sich mit einprägsamen Pop-Songs und bewegenden Balladen ab. „Ich bin so begeistert, wieder nach Europa zurückzukommen und das Publikum an meinen Liedern teilhaben zu lassen“, erklärt Anastacia.

Anastacia ist auch die Geschichte eines triumphalen Aufbäumens gegen Schicksalsschläge. Gesundheitliche Probleme überschatteten immer wieder ihr Leben. Aber Anastacia kämpfte mit unbändigem Willen für ihre vollständige Genesung. Auf ihrer bewegten Reise meisterte sie zahllose Herausforderungen und verlor dabei ihre Ziele nie aus dem Blick. Sie ist eine Kämpferin, die anderen Mut macht und dazu motiviert, positiv zu bleiben und niemals aufzugeben.

Anastacia Newkirk wurde in New York geboren, wuchs jedoch in Chicago auf. Mit 14 kehrte die Tochter eines Nightclubsängers und einer Schauspielerin nach Manhattan zurück. Sie versuchte sich in wechselnden Rollen und Engagements, unternahm kleine literarische Versuche. Dann erprobte sie sich als Songschreiberin, bevor sie als Tänzerin und Backgroundsängerin in die Musikszene eintauchte. Ihre Stunde schlug, als sie sich 1998 am MTV-Wettbewerb „The Cut“ beteiligte und mit ‚Not That Kind‘ Furore machte.

Ihr Debütalbum ‚Not That Kind‘ stürmte an die Spitzen der Charts und machte Anastacia zur Königin des neuen Soul. Die zweite CD ‚Freak Of Nature‘ übertraf diesen Erfolg sogar noch und etablierte Anastacia endgültig als internationalen Superstar.

Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, über unsere Ticket-Hotlines 0591 91295-0 und 0591 9144-144 sowie auf www.eventim.de und www.ticketmaster.de

NABU zu E233

15. November 2018

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zum laufenden Planfeststellungsverfahrens für den ersten Planungsabschnitt der E 233 hat jetzt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) nun eine umfassende und sehr kritische Stellungnahme abgegeben.

Weit über 50 Seiten umfasst die Einwendung. Zunächst wurden einige Verfahrensfehler aufgelistet. Wesentliche Unterlagen würden fehlen, etwa verschiedene Gutachten zum straßenverkehrsbedingten Stickstoffeintrag in angrenzende Lebensräume. Auch die kurze Einwendungsfrist wurde angesichts des großen Umfangs von 37 Aktenordnern mit Planungsunterlagen bemängelt.

Darüber hinaus seien aber auch zahlreiche inhaltliche Fehler bei den Planungsunterlagen zu beklagen. So werde in der Verkehrswirtschaftlichen Untersuchung von 2017 die Mautpflicht für Lkw auf der E233 seit dem 1.7.2018 nicht ausreichend berücksichtigt. Und die         schalltechnischen Untersuchungen nähmen zu geringe Verkehrszahlen an, so dass die Lärmemissionen unterschätzt würden.  Außerdem sei die Tiergruppe der Gastvögel in keiner Weise berücksichtigt worden, obwohl Bereiche von regionaler, landesweiter und sogar nationaler Bedeutung betroffen seien.  Bestandserfassungen anderer Tiergruppen seien veraltet und fehlerhaft.

„Nach unserer Einschätzung ist das Vorhaben insbesondere aufgrund von Verstößen gegen arten- und habitatschutzrechtliche Vorgaben nicht genehmigungsfähig“, so Katja Hübner, Mitarbeiterin des NABU-Regionalverbandes Emsland/Grafschaft Bentheim. „Wir hoffen, dass unsere Stellungnahme nun dazu führt, dass das ganze Vorhaben noch einmal auf den Prüfstand gestellt und auch vor dem Hintergrund einer aktualisierten Kosten-Nutzen-Berechnung auf seine Erforderlichkeit überprüft wird.“

Die vollständige Stellungnahme des NABU und weitere Informationen sollen unter www.nabu-emsland-mitte.de zu finden sein. Die Einwendungsfrist zur E233 läuft übrigens heute ab..


Wer gezielt die kritische Begleitung des Genehmigungsverfahrens der E 233 finanziell unterstützen will, kann dies durch eine Spende unter Angabe des Verwendungszwecks „Exit233“ auf das Konto des NABU Emsland Mitte, IBAN DE60266500010000011825 tun. Diese Spenden sind steuerlich absetzbar. Bis 200 € reicht den Finanzbehörden die Vorlage des Kontoauszugs. Ab einer Spendenhöhe von 200 € stellt der NABU Spendenbescheinigungen aus, sofern ihm die Postadresse des Spenders bekannt gemacht wird.

(Quelle: PM NABU)

BOA

14. November 2018

Heute zwinge ich mich zu diesem Beitrag. Zwingen deshalb, weil die CDU-Mehrheit im Finanzausschuss des Lingener Stadtrats gestern alle (!) Anträge unserer BN-Fraktion abgelehnt hat – mit Ausnahme eines: 3.000 Euro (=ein Vierzigtausendstel des Lingener Etats 2019) für die Prüfung freizugeben, die historischen Sandstein-Grabtafeln am Alten Friedhofs daraufhin zu untersuchen, ob sie restauriert werden können. Bleibt es bei dem Tempo, haben wir von den BürgerNahen in etwa 20.000 Jahren Entscheidendes mitzureden. In einem kurzen Bericht an unsere Aktiven habe ich mich heute deshalb dazu erklärt, dass sei nur mit dem A-Wort gut erklärbar und den Etatentwurf abgelehnt…

Aber wir wollen ja fachlich sachlich leiben. Also:

Am vergangenen Samstag ist das neue Magazin BOA erschienen. Das 132 Seiten dicke Heft, das für 4,90 Euro zu haben ist und zweimonatlich erscheint, soll vor allem Mode-, Musik- und Sportinteressierte ansprechen. Es erscheint bei Gruner + Jahr und wurde von deren Content-Marketing-Tochter gemeinsam mit Jerome Boateng konzipiert. Geworben wurde mit einem 60-Sekünder aus einem Späti in Kreuzberg. Guckt mal: Diese nette Aktion von Nachbar Jérôme, den vor zwei Jahren ein politischer Blindgänger beleidigte. Politischer Blindgänger… da war doch heute  was?! Na, ich hab’s vergessen, weil es um anderes geht: Mund abputzen und weitermachen.

Lingen & Denkmal

13. November 2018

Architekturreihe Lingen & Denkmal
Prof Johannes Schilling (Köln)
„Transzendente Räume – Architektur zwischen Radikalität und Illusion“

Lingen (Ems) – IT-Zentrum, Kaiserstraße 10b
Do 15. Nov. 2018 – 19 Uhr
Eintritt: frei

Die Architekturreihe Lingen & Denkmal wird an diesem Donnerstag mit einem Vortrag des Kölner Architekten Johannes Schilling fortgesetzt. Die Stadtverwaltung kündigt den Vortrag mit diesen Worten an:
„Architektur ist die Kunst, einen allgemeinen Zustand des Übergangs, von der räumlichen Idee über die gebaute Form bis zu den Empfindungen der Nutzer, in der Schwebe zu halten. Dieses vielschichtige Wissen um die Architektur wird von Schilling Architekten fortwährend erweitert. Mit jedem Projekt stellt sich die Frage nach dem Wesen und dem Umfang von Architektur neu. Johannes Schilling vollzieht in seiner Architektur eine beständige Evolution von Form und Ausdruck in dem von Raum und Kontext gesetzten Rahmen. Historie, soziale Belange und schlichtweg Funktionalität mögen die Architektur prägen, aber bestimmt wird sie von der Sensibilität, die Dinge in einem erweiterten Verständnis aufzunehmen und zu reflektieren. Der Widerhall, der dabei in uns Betrachtern und Nutzern erzeugt wird, ist der eigentliche Gewinn. So bleibt die Architektur gleichermaßen zugänglich und voller lebhafter Überraschungen – mit anderen Worten, ein Phänomen.
Prof. Johannes Schilling, Jahrgang 1956, studierte Architektur an der RWTH Aachen, an der Kunstakademie Düsseldorf und an der NSTC Halifax. 1984 gründete er das Büro Schilling Architekten in Köln und hat seit 2003 eine Professur an der Münster School of Architecture inne.“


Mit der Reihe „Lingen & Denkmal“ will die Stadt Lingen (Ems) renommierten Architekten, Gestaltern und Kulturschaffenden die Möglichkeit geben, in ungezwungener Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. Im Jahr 2018 steht dabei das Thema „Lingen & Denkmal – Neue Architektur in alten Mauern“ im Mittelpunkt. „Wir möchten Lust auf Architektur und Baukultur machen“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee zu der Reihe. Der Austausch sei dabei besonders wichtig. „Ich wünsche mir, dass die Architekten und Bauschaffenden einmal abseits von konkreten Projekten miteinander ins Gespräch kommen“, so der Stadtbaurat. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen vor allem alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region.

 

(Foto © Stadt Lingen(Ems))

schlechtes Wetter

12. November 2018

Hal Faber meinte gestern in seiner wwww-Kolumne aus heise.de:

„Die Gedenken sind frei, jeder kann sie verbraten“, tralala. Der 9. November ist vorbei und die großen Reden sind gehalten. Von allen und vor allem vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, ganz in der Tradition von Bundespräsident Gustav Heinemann, der da befand „Traditionen sind mit anderen Worten keineswegs das Privileg konservativer Kräfte“. Darum ist „Alles für das Volk, alles durch das Volk“, wie es Philipp Scheidemann formulierte, kein blutstümelnder Spruch von Trägern blauer Kornblumen. Darum kann man mit Steinmeier sagen, klaro, geht in Ordnung, wenn er fordert: „Trauen wir uns doch! Trauen wir uns, die Hoffnung, die republikanische Leidenschaft jener Novembertage auch in unserer Zeit zu zeigen. Trauen wir uns, den Anspruch zu erneuern. Es lebe die deutsche Republik! Es lebe unsere Demokratie!“ Zur Demokratie gehört auch das Aushalten von Widersprüchen wie den einer Verteidigung der Sozialdemokraten von 1918, die gemeinsame Sache machten mit dem Militär und dem Beamtentum des untergegangenen Staates…

*** Was bleibt, ist der heutige Sonntag. „Was für ein schöner Sonntag, Kumpel“ ist dieser Tag, wenn Emmanuel Macron und Angelika Merkel im Wald von Compiègne den Ergänzungs-Gedenkstein dort enthüllen, wo Matthias Erzberger am 11. November vor 100 Jahren die Waffenstillstandserklärung unterzeichnete. Wobei der Salonwagen, in dem die Erklärung unterzeichnet wurde, ein Duplikat ist. Das Original nutzte Hitler am 21. Juni 1940 beim Waffenstillstandsdiktat, mit dem die Schmach vom deutschen Volke getilgt werden sollte. Möge es weitergehen mit der „Aussöhnung im Dienste Europas und des Friedens“, vielleicht sogar mit einer echten europäischen Armee, eine Idee, die der US-Präsident Trump sehr beleidigend findet. Darauf eine rote Mohnblume. Unterdessen hat besagter Präsident den geplanten Besuch des US-Soldatenfriedhofes Bois Belleau wegen schlechten Wetters abgesagt.“ (Text und Quelle: Hal Faber wwww bei heise.de)

Und was war sonst noch?
Für interessierte oder gelangweilte Mitarbeiter unserer öffentlichen Verwaltung habe ich noch einen Rückblick auf diese kleine, aber feine Veranstaltung, die eine vierköpfige Initiative kurzfristig auf den Weg brachte,  zur Erinnerung an an 10. November 1918, als in Lingen der Arbeiter- und Soldatenrat gegründet wurde. Die lokale Revolution damals erscheint im Rückblick etwas zäh, was man vielleicht schon am dritten Wort des Aufrufs erkennen kann, der da „Ordnung“ lautete.

Hier die „handgemachten“ Videos, ohne jede Beleuchtung aber mit klarem Ton  (Danke, Bernd!) vom vergangenen Samstag. Danke, an alle die mitgemacht haben. Nicht zuletzt an Citypolizist Norbert Tenger, der uns das Gefühl ständiger Sicherheit bescherte und während des kleinen Umzugs auch noch ausreichend Zeit fand, die radelnde Jugend auf die Pflicht hinzuweisen, doch in der Fußgängerzone bitte abzusteigen.

und der zweite Teil

Heribert Prantl, Chefredakteur der Süddeutschen, schrieb vor einer Woche über das Erinnern an den 9. November 1918: „Man kann nicht sagen, dass die Geburt der deutschen Republik heute rauschend gefeiert würde. Verglichen mit dem Lutherjahr, bei dem das Gedenken und Feiern, das Jubilieren und das Kritisieren schier nicht mehr aufhörte, ist das Fest der Demokratie nicht einmal ein Festlein. Keine große Einladung, keine große Feier, kein Feuerwerk, keine Festakte. Das Wagnerjahr ist größer begangen worden. Deutsche Revolution? Es gibt keine Revolutionshelden (obwohl es sie gäbe), es gibt keinen Revolutionsmythos (obwohl es ihn bräuchte), es gibt nicht einmal eine dankbare Erinnerung (obwohl sie so wichtig wäre).“ Auch deshalb gab es vorgestern diese kleine Veranstaltung zur Erinnerung an die deutsche Revolution 1918 und ihre lokalen Protagonisten; denn auch in unserer Stadt hat man ansonsten weder des Tages noch seiner Helden gedacht.

Schöne Woche, liebe Leserschaft!

Nicht in meinem Namen

11. November 2018

Gestern veröffentlichte Oberbürgermeister Dieter Krone in der Lingener Tagespost einen Nachruf auf den am vergangenen Montag verstorbenen, früheren Oberbürgermeister Bernhard Neuhaus. Wir lasen darin dasselbe, was Krone bereits am Vorabend bei der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht gesagt hatte. Danach, so Krone, hat sich der verstorbene Bernhard Neuhaus „für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden“ eingesetzt.

Was für ein Missgriff an Gedankenlosigkeit! Denn waren die von den Nazis gequälten, entrechteten, ermordeten Menschen jüdischen Glaubens, die in unserer Stadt und in Deutschland lebten, etwa keine Deutschen?

Soldaten! Arbeiter! Bürger!

9. November 2018

Morgen, am 10. November 1918, also vor genau 100 Jahren wurde in unserer Stadt im großen Saal des damaligen Hotels Nave gegenüber vom Bahnhof der Arbeiter- und Soldatenrat gegründet. Ihm gehörten an die Schmiede Müscher und Meyer, der Schleifer Uhle, die Schlosser Bracht und Driemann, der Kupferschmied Strecker und der Tischler Fritz Knospe, der die Versammlung leitete und zum Vorsitzenden bestimmt wurde. Hinzu kamen die Mitglieder des Soldatenrats, der Reservist Bachmann, der Landsturmmänner Nopper und Overbeck, Offiziers-Stellvertreter Fischer, Feldwebel Fuhlhop, Sergeant Heskamp und Sanitäter Schenk.

An den Einsatz dieser Männer und der dahinter stehenden Frauen gegen die Monarchie, gegen den Krieg und für Frieden und Demokratie soll am Samstag, 10. November 2018 mit einer Veranstaltung erinnert werden, zu der ich herzlich einlade.

Sie beginnt um 11.00 Uhr im Butcher’s, Schlachterstraße 12. Dann schließt sich eine Demonstration durch die Schlachterstraße, Bauerntanzstraße, Marktplatz, Burgstraße, Karolinenstraße in die Clubstraße 5 an, wo es in Heidis Litfass eine weitere Lesung gibt und die Veranstaltung zu Ende geht.

Es wirken u.a. mit Peter Löning, Piano Pete Budden, Ali Janßen, Peter Lütje, Gerhard Kastein, Heribert Lange und der Blogbetreiber. Kein Eintritt.

Bernhard Neuhaus ist tot

8. November 2018

Bernhard Neuhaus, unser früherer Oberbürgermeister, ist gestorben. Er wurde 85 Jahre alt.

Bernhard Neuhaus habe ich im Lingener Stadtrat als engagierten Kommunalpolitiker kennen gelernt. In vielen, oft kontrovers geführten Debatten, haben wir um die bessere Lösung gerungen.

Ich habe Bernhard aber auch als sozial engagierten Menschen erlebt. Anfang der 1990er Jahre wurde auf seine Initiative der Freundeskreis „Ukrainehilfe“ ins Leben gerufen, der noch heute aktiv ist. In vielen gemeinsamen Hilfsaktionen konnten die Lebensbedingungen der Menschen in dem kleinen Dorf Juskivzi in der Westukraine nachhaltig verbessert werden. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich, trotz politisch unterschiedlicher Auffassungen, im Laufe der Zeit ein freundschaftliches Verhältnis zwischen uns entwickelte.  Die  besondere Aufmerksamkeit  von Bernhard  galt  immer  dem letzten noch lebenden ehemaligen Zwangsarbeiter Wassilij Ratuschko, der während des letzten Krieges im Lingener Eisenbahnausbesserungswerk zwangsverpflichtet war. Ratuschko ist vor einigen Jahren gestorben und nun ist ihm Bernhard Neuhaus gefolgt.

Gern denke  ich an das besondere Anliegen von Bernhard Neuhaus, die Erinnerung an unsere ehemaligen  jüdischen Mitbürger  und  Mitbürgerinnen in Lingen und die an ihnen begangenen Verbrechen wach zu halten. Immer wieder hat er an Henriette Flatow erinnert, nach der auch eine Straße am Lingener Krankenhaus benannt wurde. Bernhard hat sich um die Erinnerungskultur große Verdienste erworben.

Die Stadt Lingen hat einen bedeutenden Mitbürger verloren.

Ein Nachruf von Hajo Wiedorn


Aufmüpfig war er, der verstorbene Bernhard Neuhaus, als er in den 1960er Jahren die lokale CDU – heute sagt man – aufmischte. Die nämlich war dem JU-Mann zu betulich, zu wenig innovativ,. zu katholisch. Er öffnete seine Partei, der er seit 1963 in Lingen vorstand, für evangelische Christen; das war damals fast schon so revolutionär, wie es heute wäre, wenn dies für Muslims geschähe. Mit Karl-Heinz Vehring, dem damaligen Stadt- und späteren Oberstadtdirektor bildete er in den Jahrzehnten danach ein immer besseres, fast schon kongeniales Duo, das die Stadt voranbrachte – keineswegs immer so, wie es die politische Minderheit gut und richtig fand, aber eben voran. Dabei war er weiß Gott mit Vehring nicht immer einer Meinung, konnte dem Verwaltungschef auch inhaltlich standhalten und setzte eigene Positionen durch, wenn er dies für nötig hielt.

Dann wurde der Verstorbene 1988 ehrenamtlicher Oberbürgermeister, und nicht viel später kam es zu einem denkwürdigen Tag in der Lingener Stadtgeschichte, den ich hier schildern möchte, weil ich ihn so sehr mit dem Verstorbenen verbinde:

Damals kam Bernhard Neuhaus infolge eines protokollarischen Fehltritts mit seiner Stellvertreterin Leni Johannsen (auch CDU) ins politische Schlingern. Etwas vorlaut hatte er nämlich verkündet, „in Amsterdam aus dem Flugzeug zu springen“, sofern in der städtischen Delegation auch Leni Johannsen in die damals noch nahezu neue Partnerstadt Burton-upon-Trent mitfliege. Beide konnten nicht miteinander, wie unschwer zu erkennen ist. Das schnell in der CDU bekannt gewordene Zitat brachte dem amtierenden OB Bernhard Neuhaus größten Ärger. Jedenfalls las er mit belegter Stimme zu Anfang der folgenden, nichtöffentlichen Verwaltungsausschusssitzung im damaligen Rathaus-Sitzungsraum 118  seine Rücktrittserklärung vom Ehrenamt als Oberbürgermeister vor. Das hatte so kurz nach seiner Wahl zum OB 1988 niemand auf dem Zettel. Mir war schlagartig klar, dass es keinen in der CDU gab, der Neuhaus gleichwertig als OB würde ersetzen können. Deshalb beantragte ich ohne Absprache mit meinen beiden SPD-Mitstreitern „zur Geschäftsordnung“ eine Sitzungsunterbrechung. Auf dem Flur ging es dann hoch und hektisch her, und wir drei SPD-Vertreter überzeugten dort erst uns, dann die CDU-Vertreter im Verwaltungsausschuss mitsamt der Verwaltungsspitze und schließlich Bernhard Neuhaus selbst zum Rücktritt vom Rücktritt. „Der kann immerhin Vehring Paroli bieten, das kann kein anderer, der ihm folgen könnte“, war meine Aussage, mit der ich die beiden Genossen überredet hatte.

Voraussetzung für die Korrektur des Rücktritts war unsere strikte Zusicherung, über alles auf ewig zu schweigen. Als die Sitzung wieder begann, erklärte ich dann, wir von der SPD forderten ihn hiermit auf, im Amt zu bleiben. Der von ihm bekannt gegebene Rücktritt sei unwirksam, weil er nicht schriftlich erfolgt sei. Eine durchaus mutige Rechtsauffassung, die aber nicht weiter hinterfragt wurde. Der Rücktritt war vom Tisch, alle waren irgendwie erleichtert und dank der Kreativität von Oberstadtdirektor Vehring wurde ein Protokoll über die Sitzung abgefasst, das wenig mit der Realität, aber viel mit dem vereinbarten Verschweigen zu tun hatte. Bernhard Neuhaus blieb noch weitere sieben Jahre ehrenamtlicher Oberbürgermeister.

Bernhard Neuhaus und ich haben uns in den letzten Jahren angenähert, und ich konnte erkennen, dass Bernhard Neuhaus ein wirklicher Menschenfreund war. Er kämpfte für die Erinnerungskultur in Lingen, initiierte die Ehrenbürgerschaft der Holocaust-Überlebenden Ruth Foster-Heilbronn und Bernard Grünberg, und trat gegen das Vergessen von Gewalt und Entrechtung der jüdischen Mitbürger in Lingen ein. Mir persönlich erzählte der Verstorbene auch manches über meinen lange verstorbenen Großvater und dessen Haltung gegen die Nazis, das ich nicht wusste.

Bernhard Neuhaus war eine moralische Instanz unserer Stadt. Er wird ihr fehlen.

Ein Nachruf von Robert Koop


Ein Beitrag von Thomas Pertz zum 80. Geburtstag des Verstorbenen.


Foto:© Lingener Tagespost,  Thomas Pertz

Tahnee

8. November 2018

Tahnee
#geschicktzerfickt
Zusatztermin
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Do 15.11.18 – 20 Uhr

Karten: 24,00 €, erm. 19,70€ €

Ein Abend zum Nachdenken, Hinterfragen und befreiendem Lachen! In ihrem ersten Solo-Programm #geschicktzerfickt erzählt Tahnee nämlich von Frauen, Männern, Lesben, Lügen und der Liebe. Als Frau und Lesbe weiht sie das Publikum in die Geheimnisse der weiblichen Dreifaltigkeit ein und erklärt: “Frau ist nicht gleich Frau, Mann ist nicht gleich Mann und Pussy ist nicht gleich Pussy!“

Die Comedienne nimmt kein Blatt vor den Mund und räumt mit sämtlichen Klischees auf. Auf der Suche nach Normen und Werten begegnet Tahnee sich selbst und geht dabei hart mit sich und anderen ins Gericht. (PM)