NEWROZ-FEST

23. März 2017

NEWROZ-FEST
Mit Kultur gegen Unkultur
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Sa 26. März 2017 – ab 13.00 Uhr

Die Kurdische Gemeinde in Lingen (Ems) feiert das diesjährigen „Internationale NEWROZFEST „für Frieden & Toleranz in unser Gesellschaft unter dem Motto: „MIT KULTUR GEGEN UNKULTUR“.

Das alljährliche Newroz-Fest (Neujahrsfest) am 21. März (im kurdischen Kalender am 01. Xakeleve 2717) symbolisiert nicht nur den kalendarischen Frühlingsbeginn für die Kurden und andere Völker im Mittleren und Nahen Osten, Kaukasus und Hindukusch sondern auch den Beginn eines neuen Jahres.
Das Newroz-Fest steht wie kein anderer Feiertag für die kurdische Identität und für die Sehnsucht des kurdischen Volkes nach Freiheit und Frieden.
Die Kurdistan Kultur Gemeinde e.V. lädt all jene dazu ein, die sich mit dem Kampf der kurdischen Bevölkerung für Freiheit und Demokratie, für Gleichberechtigung und Menschenrechte solidarisieren, diesen Tag gemeinsam mit Kurdinnen und Kurden zu begehen.

In den letzten 100 Jahren, seit dem das kurdische Volk in einer fremdbestimmten Zwangsjacke mit arabischem und türkischem Nationalismus, Islamismus, sowie persischem Fundamentalismus leben muss, konnte es zu keinem Zeitpunkt das Newroz-Fest in Frieden oder in Freiheit feiern. Dennoch hat sich das kurdische Volk niemals seinem Schicksal ergeben. Das Fest wurde zu einem Fest des Widerstandes und zur Demonstration des Willens, selbstbestimmt leben zu wollen.

Das diesjährige Newroz- Fest steht auch unter dem Vorzeichen des barbarischen Terrors des sogenannten Islamischen Staates (IS). Nicht nur haben die IS-Terroristen dem kurdischen Volk viel Schmerz und Leid zugefügt, sondern auch angekündigt, dutzende kurdische Freiheitskämpfer, die ihre Heimat verteidigten und sich nun in Gefangenschaft des IS befinden, an diesem höchsten Feiertag der Kurden zu verbrennen.

Der Schmerz und die Sorge um das Leben der Peshmerga, Kämpfe, Politiker Journalisten und der vielen yezidische Frauen Kurdinnen und Kurden, die sich noch in der Gefangenschaft der IS-Barbaren und türkische, iranische befinden, macht es uns dieses Jahr unmöglich, ausgelassen zu feiern. Dennoch werden wir in diesem Jahr überall noch zahlreicher als sonst zusammen kommen, um mit unseren Freiheitsliedern vor allem gegen den barbarischen IS Terror, der Türkische, Iranische und Syrische Regierungen zu demonstrieren.

An diesem Wochenende finden weltweit Festveranstaltungen, Demonstrationen und sonstige Solidaritätsaktionen statt, um auf die Lage des kurdischen Volkes aufmerksam zu machen. Als Kurdistan Kultur Gemeinde e.V. werden wir auch diesen Tag nutzen, um eine Brücke zwischen unseren Völkern und Ländern zu schlagen. Als Deutsche kurdischer Herkunft rufen wir daher alle Menschen in Deutschland dazu auf, unsere Einladung anzunehmen und sich an den geplanten Newroz-Veranstaltungen zu beteiligen. Mit traditioneller kurdischer Musik und  Essen. (Quelle)

LEONIDEN

18. März 2017


LEONIDEN
Two Peace Signs Tour 2017
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Fr 24.03.17 – 21 Uhr

Karten: 12 Euro + VVK

Leoniden, namentlich die Brüder Lennart und Felix Eicke, Jakob Amre, Djamin Izadi und JP Neuman, spielen gekonnt filigranes Indierock-Getänzel, schaffen einen sehnsüchtigen Hybriden aus Ausbruch und schwelgerischen Umdrehungen. Ihre Songs sind Blockbuster, eignen sich perfekt für den Soundtrack eines Godzilla-Films Ende der 90er. Nur dass ihr Monster mehr durch die urbanen Clubs wütet als sich durch Häuserschluchten zu fressen. Leoniden, das ist vor allem Musik, die Spaß macht, unbeschwert ist, kein Morgen kennt, sich in der Nacht genügt. Oder sagen wir: eine Einladung, für ein paar Songs alles andere zu vergessen und sich in diesem kollektiven Dancefloor-Wir zu verlieren? Das selbstbetitelte Debütalbum der Band ist vor einem Monat über das bandeigene Plattenlabel „Two Peace Signs“ erschienen.
Das Konzert im Alten Schlachthof wird präsentiert von INTRO, Diffus, Cardinal Sessions, ByteFM & Musikblog.

22

17. März 2017

22 – Malerei aus der Kunstsammlung der Stadt Lingen (Ems)
Kunstverein Lingen
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a
Eröffnung Fr 17. März -19.00 Uhr
18.03.2017 bis 07.05.2017, ganztägig
Eintritt 3 Euro

Mit der Gruppenausstellung „22 – Malerei aus der Kunstsammlung der Stadt Lingen (Ems)“ präsentiert die Kunsthalle im Kunstverein Lingen einen Überblick über einen großen Teil einer städtischen Kunstsammlung, die seit der Verleihung des ersten Lingener Kunstpreises im Jahr 1983 stets gewachsen ist. Die Zahl 22 umfasst alle Trägerinnen und Träger der heute renommierten und etablierten Auszeichnung des Lingener Kunstpreises seitdem bis zum vergangenen Jahr 2016. Auf einen Blick in den beiden Ausstellungsräumen der Kunsthalle vorgestellt, wird für die Betrachterinnen und Betrachter sowohl ablesbar, welche Art von Malerei in den 1980er, 1990er und 2000er Jahren aktuell war und ist, als auch ein Stück Geschichte dieses traditionsreichen Mediums vermittelt. Im Rückblick lässt sich ebenfalls sagen, wer von den derzeitigen und ehemaligen Preisträgerinnen und – trägern heute zu den namhaften Positionen der zeitgenössischen Kunstgeschichte zählen, denn einige der ausgestellten Künstlerinnen und Künstler üben eine Professur an einer renommierten Kunsthochschule aus, andere haben hingegen aufgehört, künstlerisch zu arbeiten.

Ich durfte die Ausstellung schon gestern Abend sehen. Mein Urteil: In musealer Qualität präsentiert die Lingener Kunsthalle die Malerei der 22 Lingener Kunstpreisträger. Ein Besuch ist ein Muss.

Situation

15. März 2017

Wenn er denn mal tagt (2016 nur vier mal), unser Lingener „Ausschuss für Familie, Soziales und Integration,“ wiederholt sich stets der Tagesordnungspunkt „Situation der Flüchtlinge in der Stadt Lingen (Ems)“. Allerdings geht es in der Vorlage nie (!) wirklich um die Situation der Flüchtlinge in Lingen (Ems) sondern stets und nur um deren behördliche Einordnung. Zuletzt in der Ratsvorlage 21/2017 (Guckst Du hier)

Die Vorlage ist seit Jahren ein typisches Beispiel reichlich sinnfreier Verwaltungsarbeit; wenn aber Ausschussmitglieder wirklich nach der Situation der Geflüchteten fragen (hier das aktuelle Beispiel unter Top 5), hören sie regelmäßig die Antwort, dass alles in Ordnung und im Übrigen Aufgabe des Landkreises ist.

Sie kennen das sicherlich: Verwaltungen machen keine Fehler, sind folglich nicht offen für Verbesserungen und Veränderungen und sind deshalb allemal kritikresistent. Bis heute beispielsweise gibt es kein Flüchtlingsbüro in Lingen, das alle Aufgaben und Dienstleistungen für Geflüchtete zusammenführt, und emslandweit auch immer noch keine Gesundheitskarte für Geflüchtete, stattdessen viiiiiel Verwaltung. Folglich bleibt es in unserer Stadt bei der sinnfreien und routinemäßigen Mitteilung an die Ausschussmitglieder, wieviele „Flüchtlinge“ in welches behördliche Kästchen gehören (Foto). Mehr nicht und das ist regelmäßig enttäuschend; denn es löst kein einziges Problem und dient vor allem nicht der Integration der Menschen, die Zuflucht in unserer Stadt gesucht haben.

Da passt es gut, dass die Linksfraktion im Bundestag (Ulla Jelpke u.a.) nicht zum ersten Mal genauer nach den Zahlen im Bund nachgefragt hat und diese dann inhaltlich einordnet.

Die aktuelle Antwort der Bundesregierung zur Zahl der Ende 2016 in Deutschland lebenden Geflüchteten enthält gerade angesichts der aktuellen Debatte um angeblich notwendige Verschärfungen bei Abschiebungen sehr interessante und für die politische Argumentation hilfreiche Zahlen und unterstreicht die Kritik des Nieders. Flüchtlingsrats an einer Fokussierung der Politik auf das Thema „Abschiebungen“.

Aus ihr ergibt sich insbesondere, dass nicht die Zahl der Ausreisepflichtigen, sondern die Zahl der Schutzbedürftigen in Deutschland steigt. „Die anstehende Aufgabe lautet also: Integration, nicht Abschiebung“, erklärt dazu Ulla Jelpke. Und weiter: „Die Zahl der anerkannten Flüchtlinge, die in Deutschland mit einem Schutzstatus leben, hat sich im Jahresverlauf 2016 auf gut 600.000 Menschen verdoppelt. Fast genauso groß ist die Zahl der Asylsuchenden, die noch auf eine Entscheidung warten. Geringfügig gesunken ist im Jahresverlauf die Zahl der Geduldeten (von 155.000 auf 153.000). Die Zahl der Ausreisepflichtigen ohne Duldung ist leicht gestiegen (von 49.000 auf 54.000), hierunter befinden sich allerdings nicht nur abgelehnte Flüchtlinge, sondern z.B. auch EU-Bürgerinnen und -bürger ohne Aufenthaltsrecht. Nicht wenige der im Ausländerzentralregister gespeicherten Ausreisepflichtigen ohne Duldung halten sich, auch nach Einschätzung der Bundesregierung, gar nicht mehr im Land auf, da nicht alle Ausreisen offiziell registriert werden.“

Obwohl also die Zahl der Ausreisepflichtigen im Land in etwa gleich bleibt, wird politisch mit absurd überhöhten Zahlen gearbeitet – die oftmals genannte Zahl von angeblich 500.000 Ausreisepflichtigen Ende 2017 geht auf eine kostenpflichtige Berechnung der Wirtschaftsberatungsgesellschaft McKinsey (!) zurück und ist unhaltbar.

Thomas Hohlfeld, Referent für Migration und Integration der Fraktion DIE LINKE, hat eine gute Zusammenfassung der Zahlen mit weiteren Zitaten, Bewertungen und Analysen geschrieben.

Noch ein Blick auf unsere Stadt:
Da hat gestern der nicht-öffentlich tagende Verwaltungsausschuss neue Verträge mit dem SKM beraten, der in Lingen die Arbeit mit Geflüchteten leistet. Ich kenne das Ergebnis noch nicht. Aber laut Verwaltungsvorlage reduziert sich die Zahl der Flüchtlingsplätze um etwa 20%, um gleichzeitig die Vergütung pro Tag und Flüchtlingsplatz deutlich zu erhöhen. Am Ende errechnen sich knapp 30.000 Euro mehr für das Unternehmen SKM bei deutlich weniger Geflüchteten und vor allem einem Betreuungsschlüssel von 1:80 in den Wohnheimen und 1:207 außerhalb der Wohnheime. Was eine Fachkraft pro 207 Geflüchtete noch betreuen kann, ist für mich kein Rätsel. Dabei hätte man die zurückgehenden Zahlen der Flüchtlinge in der Stadt zum Anlass für eine bessere Betreuung nehmen können müssen.

Atze Schröder

11. März 2017

Atze Schröder
Turbo (Preview)
Lingen (Ems) – Theater an der Wilhelmshöhe,
Willy-Brandt-Ring 44

Mittwoch 15. März – 20 Uhr
Karten 34,95 €  (fast ausverkauft)

Comedian Atze Schröder geht ab Herbst mit seinem neuen Programm „Turbo“ auf Tour. Bevor er jedoch die Premiere feiert, bereitet er sich im Frühjahr bei kleinen Preview-Veranstaltungen darauf vor. Eine der -kaum beworbenen- Veranstaltungen ist am Mittwoch  im Lingener Theater an der Wilhelmshöhe.

kleine Unterdeckung

10. März 2017

160.000 Euro fehlen den Handballern der HSG Nordhorn-Lingen im Etat der laufenden Saison. Wird die Lücke nicht „zeitnah“ geschlossen, gibt es für die neue Saison keine Lizenz und stattdessen einen Insolvenzantrag, also das Aus des Profihandballs an Ems und Vechte. Die HSG-Fans erinnern sich: Nach dem Erstligaabstieg infolge Insolvenz im Jahr 2009 gab es auch in den Jahren danach immer wieder Finanzprobleme und genauso oft Geldspritzen aus Steuermitteln. Versteckt und geteilt in vielen Töpfen sponsert beispielsweise jährlich die Stadt Lingen (Ems) direkt und indirekt die HSG Nordhorn-Lingen – direkt durch Überweisungen aus Stadtmarketingmitteln und Zahlungen städtischer Gesellschaften in Höhe von mehreren zehntausend Euro und indirekt beispielsweise dadurch, dass der Verein nur einen Bruchteil der Kosten für seine Spiele in der EmslandArena trägt.

Die aktuell der HSG Nordhorn-Lingen fehlenden 160.000 Euro müssen binnen „drei, vier Wochen“ für die laufende Saison beschafft werden – pro Tag also 7.500 Euro. HSG-Geschäftsführer Gerhard Blömers sagte dazu in einem ev1.tv-Interview ausgesprochen aufschlussreiche Sätze für Lingener Ohren:

Man arbeite „mit der Politik eng zusammen“ – wobei „mit der Politik“ die hauptamtlichen Bürgermeister gemeint sind. Man habe, so HSG-Geschäftsführer Blömers , „viele Gespräche geführt auch in den letzten Wochen und Monaten“. Auch der Lingener Oberbürgermeister sei „komplett informiert“ und ziehe auch mit. Da bin ich doch ausgesprochen verwundert: OB Dieter Krone hat sicherlich die Spitze der CDU-Fraktion informiert, aber mit keinem Wort die Gremien der Stadt. Weder über das aktuelle Finanzproblem noch über das, was kommt. Ist es ihm peinlich? Hält er kommunale Demokratie für hinderlich? Man ahnt es, denn eine wenig demokratische Handlungsweise – einschließlich wöchentlicher vertraulicher Freitagsgespräche mit CDU-Fraktionschef Hilling – ist mittlerweile fast schon ein  Markenzeichen dieses Oberbürgermeisters.

Verschwiegen hat Krone den Lingener Ratsgremien bisher auch, das im HSG-Budget auch für die kommende Spielzeit 2017/18 aktuell und zusätzlich um die 200.000 Euro fehlen, wie die Grafschafter Nachrichten melden. „Auch für diese zusätzlichen Mittel benötigen wir zeitnah verbindliche Zusagen unserer Partner“, teilte die HSG mit und „hier drängt ebenfalls die Zeit“. Also braucht die HSG binnen drei, vier Wochen rund 15.000 Euro Sponsorengelder und -zusagen pro Tag. Wie soll das gehen?

Spätestens bis Mitte April muss jedenfalls zunächst die 160.000-Euro-Defizitdeckung vorliegen. Denn „dieser Nachweis (ist( Voraussetzung für eine positive Entscheidung der Lizenzierungskommission der HBL, die für Mitte April erwartet wird“. Die HSG ergänzt in ihrer Presseerklärung: „Andererseits müssen diese zusätzlichen Gelder spätestens Ende März/Anfang April abrufbar zur Verfügung stehen, um die Liquidität und damit den Spielbetrieb bis zum Saisonende sicherzustellen.“ Der etwas verschwurbelte Satz bedeutet, dass die 160.000,- Euro binnen gut drei Wochen benötigt werden, um die laufenden Gehälter und Kosten zu zahlen. Sonst ist Insolvenz.

Im Gegensatz zu allen öffentlich beschworenen und blumigen Erklärungen -gerade auch von OB Dieter Krone- über einen ausgeglichenen HSG-Haushalt, hieß es gestern Abend auf der Pressekonferenz, schon vor zwei Jahren, also zu Beginn der Saison 2015/16 habe „eine kleine Unterdeckung“ vorgelegen. Hinzugekommen seien „Abgabennachbelastungen, so dass die Saison 2015/16 mit einem Fehlbetrag abgeschlossen werden musste“. Die Frage drängt sich auf: Warum kam es zu „Abgabennachbelastungen“? Wie hoch sind diese Nachforderungen an Steuer- und Sozialbeiträgen? Wie hoch war der Fehlbetrag im Sommer vergangenen Jahres? Warum hat OB Krone davon nichts berichtet? Nachgefragt hat beim Pressetermin am Donnerstagabend offenbar niemand.

In der aktuellen Saison, erklärten die Verantwortlichen, lägen die Einnahmen „deutlich unter Plan“, weil „Sponsoren abgesprungen oder mündliche Zusagen nicht eingehalten worden“ seien; zudem sei der Etat durch ein weiterhin hohes Kostenniveau belastet worden, „so dass sich kumuliert das oben genannte Defizit einstellt“.

Da erinnere ich mich lebhaft an den letzten Sommer:
Wie beschimpften und kritisierten doch die Spitzenkräfte im Lingener Rathaus den TuS Lingen, als dieser älteste Ballsportverein des Emslandes vor 10 Monaten bekannt gab, dass „Sponsoren abgesprungen oder mündliche Zusagen nicht eingehalten“ würden und man deshalb den Weg in die Insolvenz gehen müsse -bei 93.000 Euro Defizit. Da gab es „kein Verständnis für das kurzfristige und unverantwortliche Verhalten des TuS-Vorstandes“ (O-Ton). Während die Oberligamannschaft des TuS gestrichen wurde und wohl mit einer Ausfallbürgschaft über rund 90.000 Euro gerettet worden wäre, ersannen Krone, Altmeppen & Co die Schnapsidee, „höherklassigen Fußball in Lingen“ zu fordern und dafür den Namen FC Lingen für den TuS-Nachfolgeverein markenrechtlich zu blockieren. Mit ihrem vollmundigen Gerede flogen sie erst im vergangenen Dezember krachend auf die Nase, als sie die Lingener Ortsteilvereine von ihrem sport- und realitätsfernen Spielereien überzeugen wollten…

update:
OB Krone hat die Mitglieder des Rates am Freitag um 10.03 Uhr per E-Mail informiert. Also was er so darunter versteht: Er hat die Pressemappe der HSG übersandt und mitgeteilt, dass die „Sponsoring-Maßnahmen“ der Stadt erst nach Genehmigung des Haushalts ausgezahlt werden, wie dies der VA einstimmig am 13.12.2016 beschlossen hat. Sollte also gar die Stadt Lingen für ein Großteil der Etatlücke verantwortlich sein…?

(Quellen GN, ev1.tv)

Traumtheater Salome

9. März 2017

Traumtheater Salome
Internationale Varieté-Gala
Lingen (Ems) – Kulturforum St. Michael
Di 14.03.2017 – 20 Uhr
Eintritt:
VVK 28 € (23 € erm.), Abendkasse 30 € (25 € erm.)

Farben, Tanz, Klänge, Musik, Gesang, Worte und insbesondere vielerlei Körperkünste, eine Welt der Phantasie und des Staunens, ein Schwebezustand zwischen realer Welt und metaphysischem Raum – das ist im Traumtheater Salome zu erleben! Und der Gast sollte sich ganz einfach der Schönheit dieser Illusionen hingeben, denn phantastische Bühnenbilder entführen ihn in eine mystische Feenwelt, zu orientalischer Märchen, nordischen Mythen und modernen Phantasieerzählungen. Inmitten des farbenfrohen Spektakels findet ein Reigen unterschiedlichster Impressionen statt: Klassische Tänze, gewitzte Pantomime, rasante Akrobatik und Geschichten, die Unmögliches möglich
machen. Gleichgültig ob Magie, Zirkus, Spitzentanz oder Clownerie – jeder Akteur zeigt sein Können auf höchstem technischen und künstlerischen Niveau und präsentiert vollkommene Ästhetik und Kreativität.

Seit über dreißig Jahren begeistert das legendäre Traumtheater Salome viele Millionen Zuschauer, jetzt ist das Varieté der Poesie im besonderen Ambiente des Kulturforums Sankt Michael zu erleben.

Karten gibt es beim LWT Lingen (0591) 9144-144, über http://www.lingen.de
und beim VVV Nordhorn (05921) 80390

Frauentag

8. März 2017

Heute ist Internationaler Frauentag. Nachdem die deutsche Sozialistin Clara Zetkin 1910 einen solchen Tag vorgeschlagen hatte, kamen 1911 zum ersten Frauentag in Dänemark, Österreich, Schweden, der Schweiz, Deutschland und in den USA Frauen zu Demonstrationen und Versammlungen zusammen. Im Mittelpunkt stand damals die Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen. Seitdem orientieren sich die Forderungen in jedem Jahr an der aktuellen politischen Lage des einzelnen Landes. Seit 100 Jahren geht es um Themen wie gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt und verstärkten Kampf gegen Diskriminierung. Der 8. März ist also ein frauenpolitischer Tag, den 1977 die Vereinten Nationen als Internationalen Frauentag anerkannten. Seit Mitte der 1980er Jahre wird er auch in Lingen (Ems) beachtet und ist seit einiger Zeit hier in eine „Frauenwoche“ eingebunden. Hier ein Überblick über die Frauentag-Veranstaltungen im Emsland und der Grafschaft Bentheim.

Das Lingener Programm 2017 zum Frauentag empfinde ich dabei als ausgesprochen dünne lokale Suppe. Allerdings nicht ganz so, wie es die Firma Netto meinte tun zu müssen (Quelle)…

 

 

Luther500

4. März 2017

Kreuzkirchenkonzert
Eine feste Burg ist unser Gott
Orgelmusik zu Liedern von Martin Luther
An der Flentrop-Orgel:
 Kantor Peter Müller

Lingen (Ems) – Kreuzkirche, Universitätsplatz
So, 5. März 20 Uhr
Karten 5 € (erm. 3 €)

 

emsbueren

Historien-Drama in Emsbüren: Die 1.200-Jahr-Feier fällt aus.

Die niedersächsische Kirchengemeinde Emsbüren, informiert die taz, hielt sich für eine Keimzelle des organisierten Christentums in Südwest-Niedersachsen.

Sie „konnte sich bis vor Kurzem noch als etwas ganz Besonderes fühlen: Sie verfügte über eine Urkunde Ludwigs des Frommen, in der sie im Jahre 819 erstmals erwähnt wurde. „Eine Kaiserurkunde können nur wenige Orte vorweisen“, sagt Georg Wilhelm vom Osnabrücker Diözesanarchiv. Das Problem nur: Die Urkunde ist eine Fälschung. Die Kirchengemeinde hat jetzt die für 2019 geplanten Jubiläumsfeierlichkeiten abgeblasen.

Die Ernüchterung hat ihre Ursache in einem Forschungsprojekt des mittlerweile emeritierten Bonner Historikers Theo Kölzer, der für das Quellenwerk „Monumenta Germaniae Historica“ sämtliche Urkunden Ludwigs, des Sohnes Karls des Großen, untersuchte. Weil er die

sogenannte „Visbek-Urkunde“, in der Emsbüren alias Saxlinga erwähnt ist, als Fälschung entlarvte, muss die kirchliche Organisationsgeschichte im Emsland neu geschrieben werden.

„Natürlich hat die Forschung gesehen, dass es mit der Urkunde ein Problem gibt“, sagt Wilhelm. Das Dokument sei in der falschen Schrift verfasst gewesen und auch die Jahreszahl konnte nicht stimmen. Die Urkunde verlieh der Abtei Visbek ein Privileg und sicherte ihr bestimmte Zuwendungen. Bisher waren die Forscher deshalb davon ausgegangen, dass das Dokument zwar in einem späteren Jahrhundert verfasst worden war, dass es sich aber im Wesentlichen um eine inhaltlich korrekte Abschrift handelte.

„Urkundenfälschung durch Geistliche ist nicht so ein spektakuläres Phänomen“, sagt Tobias Weller vom Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bonn. Alte Urkunden seien häufig nur in Abschriften überliefert. Und Fälschungen hätten bisweilen auch dazu gedient, legitime, aber etwa nicht schriftlich fixiert Ansprüche zu bekräftigen, was bei der Visbeker Urkunde freilich nicht der Fall gewesen sei. Sie wurde, was selten vorkommt, komplett gefälscht.

Professor Dr.  Kölzer fiel beim Vergleich der mehr als vierhundert Urkunden Ludwigs des Frommen auf, dass es für die Visbeker Urkunde eine echte Vorlage von einem französischen tazKloster gab, die für Visbek um 980 im Benediktinerkloster Corvey ab- und umgeschrieben wurde. Kölzer konnte nachweisen, dass es personelle Verbindungen zwischen dem französischen Kloster und Corvey gab, der Originaltext also nach Corvey gelangt sein konnte.

Im größeren Zusammenhang erscheint das Missgeschick Emsbürens verschmerzbar. „Es gibt sehr viele Dokumente, die man als Erstbelege für sächsische Bischofssitze angenommen hat, die sich im Rahmen der ‚Monumenta Germaniae Historica‘ als Fälschungen erwiesen haben“, sagt Weller. Dem könnte noch so manches Jubiläum zum Opfer fallen.“

(Der Text gefunden bei der taz. Foto oben: Emsbüren, Kirchgarten, von Thomas Pusch Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0; Foto unten: Die gefälschte Visbeker Urkunde: Foto Uni Marburg/Forschungsinstitut Lichtbildarchiv älterer Originale (LBA) der Philipps-Universität Marburg/dpa )

ps Und wie meldet die „Lingener Tagespost“ diese kleine, historische Fälschung? Man reibt sich die Augen: Sie meldet es als Erfolg: „Dank einer Urkunde aus dem Jahr 1181 und dem Taufbrunnen aus dem 12. Jahrhundert kann die Kirchengemeinde St. Andreas Emsbüren jetzt das korrekte Alter nachweisen…“