Rundgang am neuen Emsarm
Kinderstube für Fische und Amphibien
Salzbergen-Holsten, Emsbrücke
Samstag, 20.07.2019 – 15.00 Uhr – 17.00 Uhr

Eintrittspreis: 4,00 €, Familienticket 10,00 €

In Salzbergen, auf der gegenüberliegenden Flussseite der Emshalle, wurden rund 14.000 Kubikmeter Boden ausgebaggert und abgefahren, um einen neuen Seitenarm zu schaffen. Auch hier haben nun Jungfische wieder die Möglichkeit den Hauptstrom zu verlassen und in dem ruhigeren, geschützten Gewässerabschnitt heranzuwachsen. Kröten, Frösche, Molche und andere Tiere finden hier ebenfalls den Lebensraum für ihren Nachwuchs. Heimische Wildblumen wurden neue ausgesät und säumen jetzt die Ufer. Zu einem Rundgang an diesem neuen Emsarm an der Emsbrücke Salzbergen-Holsten laden die Naturschutzstiftung und das Emslandmuseum am Samstag (20.7., 16-17 Uhr) im Rahmen ihrer Sommerexkursionen alle Interessierten ein. Naturschützerin Maike Hoberg und Dr. Andreas Eiynck erläutern dabei Geschichte und Natur an einem der schönsten Abschnitte der Ems. Hier entstand 2018 durch das Abbaggern von rund 14.000 Kubikmetern Boden ein neuer Seitenarm der Ems, der sich bereits nach einem Jahr zu einem Naturreservat für viele Fische und Amphibien, aber auch für die typischen Pflanzen des Flusstales entwickelt hat.

Ein Fluss bedeutet mehr als nur Wasser zum Angeln, zum Baden oder zum Kanu fahren. Er ist Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen und verbindet über weite Kilometer Biotope und deren Arten miteinander. Vor den Eingriffen der Menschen waren die sogenannten Flussauen bewachsen mit nassen, sumpfigen Auwäldern. Auf höher gelegenen Flächen bildeten sich sandige Dünen. Der Fluss schängelte sich in vielen Bögen und Windungen durch die Landschaft und änderte bei Hochwasser immer wieder seinen Lauf. Frühere Flussschleifen wurden dabei teilweise oder ganz abgeschnitten und blieben als sogenannte „tote Arme“ zurück. Gerade diese Altarme sind aber Biotope voller Leben und hier herrscht biologische Vielfalt in Fülle.

Geschützt vom Hauptstrom bilden die Altarme die Kinderstuben für Fischen und Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche. Unzählige Insekten leben hier und Libellen verbringen hier als Larven ihre ersten Lebensjahre. Vögel und Säugetiere finden an den Ufern Nahrung und Schutz. Im Zuge des Gewässerausbaus wurde auch die Ems begradigt, Ufer wurden verbaut, Altarme abschnitten und zugeschüttet. Ihre ehemals reiche biologische Vielfalt ging stark zurück.

Im Rahmen des Hotspot-Projektes 22 „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“ hat die Ems im Bereich von Salzbergen bis Lingen auf rund 20 Flusskilometern wieder etwas ihrer ehemaligen Strukturvielfalt und damit auch der biologischen Vielfalt zurückbekommen. Es wurden neue Seitenarme geschaffen, die die Funktion der ehemaligen Altarme übernehmen können.

Treffpunkt für den rund einstündigen Rundgang ist der Parkplatz an der Emshalle in Salzbergen, Emstraße 11 (an der Emsbrücke Salzbergen-Holsten). Der Treffpunkt liegt etwa 700m vom Salzbergener Bahnhof entfernt – also knapp 10m zu Fuß.

Die Westfalenbahn fährt mit der Verbindung RB 15 ab Lingen um 14.05, Rückfahrt ab Salzbergen ist ab 17.40 Uhr. Ich empfehle das Emsland-Tourentiket für zwei Personen und zwei Fahrräder Preis 19 Euro. Jeder weitere Mitfahrer plus 5 Euro. Fahrräder können kostenlos mitgenommen werden. Mehr…

Nach der Naturführung kann dann nach Rheine oder Leschede geradelt werden oder vielleicht auch ganz zurück nach Lingen…

(Foto: Ems bei Sazbergen, von GlasiPunk GNU-Lizenz für freie Dokumentation)

Vorgelegt hat jetzt der Heimatverein Lingen (Ems) eine kleine Broschüre mit seinem Programm für das zweite Halbjahr 2019. Es enthält Bemerkenswertes zur Lokalgeschichte unserer Stadt wie des Umlandes.

So geht am 28. August nachmittags eine Fahrt in das benachbarte Beesten, wo unter anderem im Ortskern das Töddenhaus Urschen (Foto lks) besichtigt wird, dessen vorbildliche Renovierung 2013 die verstorbene Lingener Architektin Petra Berning verantwortete.

In Lingen (Ems) wird am 11. September der Neue Friedhof vorgestellt; er entstand als Kriegsgefangenenfriedhof, als dort im Zweiten Weltkrieg fast 1000 Soldaten beigesetzt wurden. Reichlich euphemistisch heißt es dazu im Programmheft des Heimatvereins, die Soldaten seien „bei Flugzeugabstürzen, an Kriegsverletzungen und an Krankheiten“ gestorben. Tatsächlich hatten die russischen Kriegsgefangenen ein furchtbares Schicksal. und auch die verbliebenen  „Kriegsgräber“ auf dem Neuen Friedhof sind nicht immer nur ehrenvoll behandelt worden. Ich bin mir allerdings sicher, dass Benno Vocks dazu die richtigen klaren Worte finden wird; er führt nämlich über den größten Lingener Friedhof.

„Lingen im Nationalsozialismus“ war in diesem Frühjahr der Höhepunkt der von Museumsleiter Andreas Eiynck geprägten Reihe Mittwochs im Museum“. Er musste gleich mehrfach wiederholt werden; Hunderte Lingener nahmen teil. Am 22. Oktober widmet nun Lingens Stadtrchivar Mirko Crabus seinen Herbstvortrag demselben Thema: „Lingen im Nationalsozialismus“. Angekündigt ist ein „ebenso differenzierter wie facettenreicher Überblick“. Das verspricht -gerade im Vergleich mit Eiyncks Vortrag- einen spannenden Abend, auf dem sicher einmal mehr deutlich werden wird, welche gewalttätige Menschenverachtung, welchen Rassismus und welche Rechtlosigkeit die (Lingener) Nationalsozialisten in unserer Stadt praktizierten.

Am 26. November referiert Redakteur Manfred Fickers in derselben Reihe des Stadtarchivs über „Lingen und die französische Revolution 1789 bi 1802“. Beide Veranstaltungen finden im Professorenhaus statt.

Andreas Eiynck setzt im kommenden Halbjahr seine erfolgreiche Mittwochs-im-Museum-Reihe mit den 70er, 80er und 90er des vergangenen Jahrhunderts in Lingen fort, bevor Ulli Brinker -nach seinem Vortrag über Südafrika im vergangenen Jahr- jetzt am 19. Dezember mit einem Vietnam-Vortrag sowie dann am letzten Tag des Jahres die traditionelle Silvesterveranstaltung im Emslandmuseum mit einem fotografischen Rückblick „Lingen Abbruch und Neubau“ (Andreas Eiynck) und Kaffee, Glühwein und Neujahrshörnchen das Jahr 2019 zu Ende gehen lassen.

Die Vorträge des Stadtarchivs sind übrigens kostenfrei, bei den anderen Veranstaltungen wird ein Kostenbeitrag erhoben.


(Foto: Töddenhaus Urschen, Foto: © Stadt Freren)

Fsl 2019 – update

12. Juli 2019

Seit Montag freuen sich die Lingener Fußballfreunde über echten Amateursport bei der 36. Fußball Stadtmeisterschaft Lingen. Gastgeber ist in diesem Jahr der SV Voran Brögbern.  Das Endspiel der  Lingener Stadtmeisterschaft 2019 wird am kommenden Sonntag, den 21. Juli ab 14 Uhr ausgetragen.

Traditionell lädt der Gastgeber einen Nachbarverein zum Mitspielen ein. Nur so können spielplanfreundlich 12 Teams antreten. die Brögberner haben in diesem Jahr den SV Bawinkel eingeladen; damit sind bei der FSL 12 Fußballmannschaften in vier Gruppen  am Start.

Favorit ist in diesem Jahr der Landesligist SV Holthausen-Biene, der im vergangenen Jahr enttäuschte, als er im Halbfinale ausschied und letztlich der SV Olympia Laxten Stadtmeister wurde. Diese Scharte will das Team aus dem Norden der Stadt in diesem Jahr auswetzen. Bis zum Halbfinale ließen die Biener nichts anbrennen und gewannen jede Begegnung klar.

Wie im letzten Jahr hatten am Montag der SV Holthausen-Biene und der TuS-Vorgänger RB Lingen die Stadtmeisterschaft eröffnet; der RB kickt in der kommenden Saison in der 3. Kreisklasse; das Team verlor gegen den fünf Klassen höher spielenden Landesligisten nach einer respektablen Leistung mit 0:3.

Am Mittwochabend sorgten dann eben diese RB-Kicker übrigens für die erste richtige Überraschung, als sie mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung den zwei Klassen höher spielenden VfB Lingen durch 3 Tore von Stürmer Nils Höting, alle aufgelegt von Tim Fieker, besiegten.

Hier der Spielplan:

Spielplan Vorrunde – Spielzeit 2 x 25 Minuten
Bäckerei-Köbbe-Gruppe A – Montag, 15.07.2019
1. 18:00 SV Holthausen/Biene – RB Lingen 3:0
2. 19:15 SuS Darme – SV Holthausen/Biene 0:10
3. 20:30 RB Lingen – SuS Darme 5:1
Zimmerei-Abeln-Gruppe B – Montag, 15.07.2019
4. 18:00 SV Bawinkel – VfB Lingen 0:1
5. 19:15 BV Clusorth/Bramhar – SV Bawinkel 0:3
6. 20:30 VfB Lingen – BV Clusorth/Bramhar 3:1
Tischlerei-Pawelleck-Gruppe C – Dienstag, 16.07.2019
7. 18:00 ASV Altenlingen – SG Bramsche 2:0
8. 19:15 SC Baccum – ASV Altenlingen 0:2
9. 20:30 SG Bramsche – SC Baccum 2:1
MBW-Gruppe D – Dienstag, 16.07.2019
10. 18:00 SV Olympia Laxten – SV Eintr. Schepsdorf 5:1
11. 19:15 SV Voran Brögbern – SV Olympia Laxten 1:1
12. 20:30 SV Eintr. Schepsdorf – SV Voran Brögbern 1:4
Viertelfinale – Spielzeit 2 x 45 Minuten
Mittwoch, 17.07.2019
13. 18:00 SV Holthausen/Biene – SV Bawinkel 5 : 0
14. 19:45 VfB Lingen – RB Lingen 2 : 3
Donnerstag, 18.07.2019
15. 18:00 ASV Altenlingen – SV Voran Brögbern :
16. 19:45 Olympia Laxten – SG Bramsche :
Halbfinale – Spielzeit 2 x 45 Minuten
Samstag, 20.07.2019
17. 15:00 SV Holthusen-Biene – Sieger VF 3 :
18. 17:00 RB Lingen – Sieger VF 4 :
Finalspiele – Spielzeit 2 x 45 Minuten
Sonntag, 21.07.2019
19. 14:00 Verlierer HF 1 – Verlierer HF 2 :
20. 16:00 Sieger HF 1 – Sieger HF 2 :

Die Gruppen, die am 7. März ausgelost wurden:

Bäckerei-Köbbe-Gruppe Zimmerei-Abeln-Gruppe
1. SV Holthausen/Biene 1. SV Bawinkel
2. SuS Darme 2. BV Clusorth/Bramhar
3. RB Lingen 3. VfB Lingen
Tischlerei-Pawelleck-Gruppe MBW-Gruppe
1. ASV Altenlingen 1. SV Olympia Laxten
2. SC Baccum 2. SV Eintracht Schepsdorf
3. SG Bramsche 3. SV Voran Brögbern

Lohne

10. Juli 2019

In (Wietmarschen-)Lohne, wo er ein Jahr unterrichtete, ist Erich Maria Remarque offenbar nie mehr gewesen…

Familientag

9. Juli 2019

Eltern & Kids aufgepasst: RB Lingen, der TuS-Vorgänger, lädt ein.

„Am Samstag (13. Juli) dreht sich fast alles um Fußball bei RB Lingen. Eure Kids möchten einfach mal kicken und das Fußballspielen ausprobieren? Wir laden euch alle herzlich ein!

Familien, Großeltern, Onkel, Tanten, Bekannte, Verwandte… Aber ganz besonders Minikicker, F-, E- und D-Jugendkicker!

Ab 11 Uhr wird ein buntes, vielfältiges und attraktives Rahmenprogramm geboten: Training- und Fußballwettbewerbe, Tombola, Hüpfburg, Torwandschießen, Kinderschminken und vieles mehr. Kommt vorbei und genießt einen entspannten Nachmittag im Emslandstadion, während eure Kids unseren Fußballparcours durchlaufen. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Wir freuen uns auf Euch!“

Quelle: RB Lingen

kunstwegen Frischluftführung
„kunstwegen auf der Burg Bentheim“

Am Sonntag, 14. Juli 2019, bietet kunstwegen eine kompakte Führung auf der Burg Bentheim an, die Jacob van Ruisdael und das Bentheimer Landschwein umfasst.

Treffpunkt ist um 14 Uhr am unteren Burgtor, die Dauer beträgt ca. 45 Minuten.

Die Teilnahme an der Führung kostet 3 Euro pro Person, Kinder nehmen gratis teil. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Burg Bentheim Gemälde von 1653 von Jacob Isaacksz. van Ruisdael – 
http://gallery.euroweb.hu/html/r/ruysdael/jacob/1/benthei.html– gemeinfrei

Diner en blanc

7. Juli 2019

Am Samstag, 13. Juli 2019, 18 Uhr,präsentieren der Kulturkreis impulse e. V. und die Stadt Freren auf dem Frerener Marktplatz das
Dîner en blanc.

Die Veranstalter laden zu dem Event unter freiem Himmel  ein. Großes Vorbild dieses Picknicks ist das „Dîner en blanc“, das es seit 1988  in Paris gibt. Es ist ein kulinarisches Ereignis der besonderen Art. Mit Picknickkörben strömen die Menschen in den frühen Abendstunden zum Treffpunkt. Tische und Stühle werden zu langen Tischen zusammengestellt und verwandeln den Ort in ein Open-Air-Gelage.
Die Besonderheit: Jede/r Teilnehmer/in erscheint in ausschließlich weißer Kleidung – naja Schuhe ausgenommen.
Stühle und Tische werden gestellt. Der Kulturkreis (Tel. 05902 93920) bittet um vorherige Anmeldung.
Der Kulturkreis bietet gekühlte Getränke an. Aufbau ab 17 Uhr und Beginn ist 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.


Foto: Diner en banc in Paris, Foto von Luc Legay CC BY-SA 2.0

Auf keinen Fall wollte gestern die CDU im Lingener Stadtrat eine Resolution verabschieden, in der unsere Stadt den „Klimanotstand“ ausgerufen hätte. Bündnis’90/Die Grünen hatten die Entschließung eingebracht. Klimaschützer unterstützten im Ratssitzungsaal uas Anliegen in der Einwohnerfragestunde. Es war vergeblich.

Der „Klimanotstand“, der nach dem Willen der Grünen hätte verabschiedete werden sollen, ist längst bundesweit in vielen kommunalen Räten beschlossene Sache – beispielsweise in Münster mit den Stimmen der CDU oder jüngst auch in Frankreich, wo gar die Nationalversammlung in Paris den (nationalen) „Klimanotstand“ beschlossen hat.

Der „Klimanotstand“ hat keine fest definierten Konsequenzen für die Bürger/innen einer Kommune. Sie geht damit nur eine Selbstverpflichtung ein, in Zukunft bei allen Entscheidungen den Klimaschutz mit höchster Priorität zu berücksichtigen, zum Beispiel in der Verkehrspolitik, beim Wohnungsbau oder bei der Energieerzeugung.

Der Stadtrat hätte sich bei einem Ja zum Grünen-Antrag auch regelmäßig mit den Auswirkungen und Folgen der CO2-Emissionen befassen und der OB den Rat über die Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen informieren. müssen; das vor drei Jahren einstimmig (aber ohne jegliche Konsequenzen) beschlossene städtische „Klimaschutzkonzept“ wäre nachhaltig umzusetzen und auch regelmäßig zu überarbeiten  gewesen.

Ein „Klimanotstand“-Beschluss hätte also konkret bedeutet, dem Schutz des Klimas höchste Priorität bei allen kommunalen Entscheidungen zu geben. Doch genau das wollte die CDU-Ratsmehrheit gerade nicht und versteckte ihre Absicht in einem Änderungsantrag und hinter einer von ihr juristisch geführten Debatte um den Notstandsbegriff, um den es aber gar nicht ging. Das Papier der Grünen lehnte die CDU aber nicht nur wegen der Verwendung bzw. Nichtverwendung des Wortes „Klimanotstand“ ab, wie sie glauben machen wollte.  Sie schreckt offenbar vor echten Klimaschutz-Konsequenzen zurück; sie will vielmehr wieder alles relativieren. Man erkennt dies an Schlüsselstellen ihres Papiers. So heißt es im Resolutionentwurf der Grünen:

„(Die Stadt Lingen (Ems))…

  • berücksichtigt ab sofort die Auswirkungen auf das Klima bei jeglichen Entscheidun-gen. Es werden diejenigen Lösungen bevorzugt, die möglichst stark den Klima-, Umwelt- und Artenschutz berücksichtigen und den Klimawandel und dessen Fol- gen abschwächen…“

Im CDU-Papier liest man stattdessen schön formuliert:

„(Die Stadt Lingen (Ems))…

  • wird verstärkt bei Entscheidungen die Lösungen bevorzugt, die möglichst stark den Klima-, Umwelt- und Artenschutz berücksichtigen und den Klimawandel und dessen Folgen abschwächen…“
Kurzum: die CDU will lediglich verstärken, nicht wirklich ändern und formuliert daher  Hintertüren zu einer konsequenten Klimapolitik, die wir alle unbedingt beötigen. Angesichts dessen resignierten die Grünen gestern und zogen ihr Papier zurück, das dann aber nach kurzer Sitzungsunterbrechung und Beratung zwischen den Minderheitsfraktionen SPD, Grüne und BürgerNahen als SPD-Entwurf zur Abstimmung gestellt wurd, doch  dabei dem CDU-Papier unterlag, für das sich der OB ebenso aussprach wie FDP-Mann Beeck, der u.a. auf China und Indien verwies, deren Politik viel klimafeindlicher sei. 

Was das bedeutet, kann man  konkret belegen. Ein krachender Anti-Klima-Beschluss kam nämlich keine 15 Minuten, nachdem der Stadtrat abgestimmt hatte. Im nicht-öffentlichen Teil beschloss der Stadtrat, knapp 4 Hektar Wiesen- und Ackerland südlich des Mühlenbaches und nördlich des Dieksees durch die städtische GEG zu kaufen, um diese Fläche (Foto lks) künftig mit etwa drei Dutzend Einfamilienhäusern zu bebauen. Mit der Priorität für Klimaschutz hat dieser Natur- und Flächenverbrauch vor den Toren der Stadt erkennbar nichts zu tun. 

Guercœur

2. Juli 2019

Das Theater Osnabrück hat Albéric Magnards 120 Jahre alte Oper „Guercœur“ inszeniert. Der Dreiakterr ist heute noch aktuell.

Es ist, so die taz, der Abend der starken Bilder: Die schwarze Bühne, auf der nur einzelne Gesichter zu sehen sind, fast den ganzen ersten Akt hindurch, und am Ende, als dem toten Guercœur im Himmel das Leben zurückgegeben wird, bildet sich ein riesiger Kopf aus Licht, durchbohrt uns mit leerem Blick. Die blutige Reanimations-Szene, in der der wiedergeborene Guercœur zum zweiten Mal stirbt, getötet von seinen eigenen Anhängern, die von Kämpfern für die Demokratie zu Kämpfern für die Diktatur geworden sind: Ein Rettungsassistenten-Team legt eine Infusion, gibt Defibrillator-Schocks, setzt Spritzen.

Es ist der Abend der gesanglichen Brillanz: Bariton Rhys Jenkins, als Guercœur, bewältigt seine große Rolle mit Kraft und Präzision. Sopranistin Lina Liu, als Himmelswesen Vérité, legt in ihren Hoffnungsmonolog, in ihre Vision einer gerechteren, friedvolleren Welt, so viel Leidenschaft, dass dieser hochemotionale Verheißungs- und Sehnsuchtsmoment des dritten Akts der Höhepunkt der über drei Stunden ist, die Albéric Magnards Oper „Guercœur“ in Osnabrück dauert.

Es ist der Abend der Symbole: Die drei…

weiter bei der taz


Eine Vielzahl selten gespielter Opern jenseits des Kernrepertoires harrt noch ihrer Wiederentdeckung, da zahlreiche Komponisten aus verschiedensten Gründen in Vergessenheit geraten sind. Dazu zählt auch Lucien Albéric Magnard, dessen Werke zu Lebzeiten noch regelmäßig gespielt wurden, wenngleich er in seiner französischen Heimat auch nicht unumstritten war. Tragische Umstände verhinderten eine größere Verbreitung seiner Werke: Als Magnard 1914 sein Haus gegen deutsche Soldaten verteidigen wollte, wurde er erschossen und das Haus, in dem sich viele seiner Kompositionen befanden, in Brand gesetzt. Unter den verbrannten Noten befanden sich auch zwei Akte seiner Oper GUERCŒUR.

Zu Beginn der Oper ist der gleichnamige Titelheld bereits tot. Im Jenseits bittet er aber darum, wieder auf die Erde gelassen zu werden. Der Wunsch wird ihm gewährt, doch in seiner ehemaligen Welt haben sich einige Dinge verändert: Seine Frau hat einen neuen Geliebten und die Korruption blüht. Als sich Guercœur auflehnt und die Zustände ändern will, wird er abermals getötet – diesmal von seinen eigenen Leuten. Desillusioniert kehrt er ins Jenseits zurück. Es ist Magnards Komponistenkollegen Ropartz zu verdanken, dass GUERCŒUR dem Publikum noch immer zugänglich ist. Er rekonstruierte die verlorenen Akte und setzte das Stück 1931 in Paris wieder auf den Spielplan. Die Musik, die in ihrer Ästhetik stark an die deutsche Spätromantik erinnert, beeindruckt über 100 Jahre nach ihrer Entstehung und nach dem Tod ihres Schöpfers.

Regisseur Dirk Schmeding ist erstmals zu Gast am Theater Osnabrück. Die von ihm inszenierte Oper KOMA von Georg Friedrich Haas brachte ihm eine Nominierung für die ‚Beste Regie‘ in der Umfrage des Magazins Opernwelt ein.

Die Inszenierung der Oper ist die erste szenische Aufführung seit der Uraufführung im Jahr 1931 in Paris und zugleich die deutsche Erstaufführung.

(Foto: Lucien Albéric Magnard (1865-1914), gemeinfrei)

Kontra K

29. Juni 2019

Kontra K
Die letzten Wölfe
Lingen (Ems) – EmslandArena Open Air
Heute – 18 Uhr

Karten: 44,95 € (inkl. Gebühren)