Klimastreik

14. September 2021

Für den 24. September ruft die Fridays-for-Future-Bewegung zum nächsten großen Klimastreik auf. Zwei Tage vor der Bundestagswahl soll der Protest Klimagerechtigkeit zum wahlentscheidenden Thema machen. Mit dem Aufruf „Höchste Zeit zu handeln: Wir wählen Klima!“ unterstützt ein Bündnis aus fast 200 Organisationen, Verbänden und Initiativen den achten Klimastreik. Es fordert dazu auf, sich den deutschlandweit mehr als 300 Demonstrationen und Aktionen anzuschließen. Eine davon startet am 24. September um 14.00 Uhr am Meppener Rathaus.

„Wir müssen jetzt handeln, um die Klimakrise und das weltweite Artensterben einzudämmen. Nur so können wir das 1,5-Grad-Limit des Pariser Klimaabkommens einhalten“, heißt es aus dem Koordinierungskreis. „Bisher hat die Große Koalition auf den Protest von Millionen Menschen auf den Straßen nur halbherzig reagiert. Doch mit der Bundestagswahl können wir das ändern: Wenn wir erneut die Straßen füllen, machen wir gemeinsam Klima zum zentralen Thema der Wahl – und stimmen am 26. September für konsequenten Klimaschutz.“

Gemeinsam mit Fridays for Future fordert das Bündnis, bis spätestens 2030 aus der Kohle auszusteigen. Gleichzeitig setzt es sich dafür ein, den Anteil der erneuerbaren Energie auf 80 Prozent zu erhöhen. Alle neuen Autobahnprojekte müssten gestoppt und ein verbindliches Datum – am besten 2030 – für das Ende der Neuzulassung von Verbrennungsmotoren festgelegt werden. Zudem fordert das Bündnis eine klima- und umweltfreundliche Landwirtschaft sowie eine sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft. Das Bündnis setzt sich außerdem für weltweite Klimagerechtigkeit ein und fordert eine Verdoppelung der Klimafinanzierung für die Länder des Globalen Südens.

„Bei diesem Klimastreik geht es um alles. Deswegen brauchen wir am 24. September Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft, die mit uns auf die Straßen gehen. Das schaffen wir nur in einem starken Bündnis“, so Louis Motaal, Fridays-for-Future-Aktivist.

Zum Koordinierungskreis des Bündnisses gehören die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Attac Deutschland, Avaaz, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die BUNDjugend, Campact, Greenpeace, die Klima-Allianz Deutschland, der NABU, die NAJU (Naturschutzjugend im NABU), die NaturFreunde Deutschlands, die Naturfreundejugend Deutschlands, Together for Future, der WWF und die WWF-Jugend. Der Aufruf wird insgesamt von fast 200 zivilgesellschaftlichen Organisationen getragen.

Alle Aktionen und Demonstrationen des Klimastreiks werden Corona-konform mit Abstand, Hygieneregeln, FFP2- oder medizinischen Masken organisiert.

(Quelle: FFF, 13.09.21)

Extrawurst

15. August 2021

In den Sommerferien mit Bus und Bahn Niedersachsen entdecken: Dazu nutzen viele Schüler und Schülerinnen das Sommerferienticket, mit dem sie sechs Wochen lang für 33 Euro insgesamt durch Niedersachsen und Bremen reisen können. In unserer Region gibt es allerdings eine, nicht nur auf mich peinlich wirkende Extrawurst: Die Busverbindungen 161 und 165, die die Grafschaft Bentheim und das Emsland verbinden, sind von dem Ferienticket nämlich ausgeschlossen.

Die Strecken zwischen Nordhorn und Lingen über Wietmarschen, Lohne und Klausheide werden vom Lingener Busunternehmen Meyering befahren. „Die Sommerferientickets lohnen sich für uns nicht,“ erklärt Hermann Meyering auf Anfrage der Nordhorner Grafschafter Nachrichten, „um als Verkehrsunternehmen am Sommerferienticket teilzunehmen, müssten wir zahlen und kostspieliges Werbematerial anbieten.“ Der Verkauf der Ferienfahrkarten soll eigentlich diese Kosten der Busunternehmen decken und zusätzlich Gewinn abwerfen.

Vor vier Jahren hatte Meyering noch das niedersächsische Sommerferienticket angeboten und in seinen Bussen akzeptiert. Die verkauften Tickets hätten allerdings nicht einmal die Kosten gedeckt, berichtet er. Deshalb müssen Schüler und Schülerinnen in den Buslinien zwischen Nordhorn und Lingen auch in den Sommerferien reguläre Fahrscheine kaufen.

Jan Koormann, Sie erklären es ihm doch – oder?

 

Insektensommer

6. August 2021

Schwarzgelb, unbeliebt, aber auch unersetzlich: Wespen haben ein Imageproblem. Jetzt im Hochsommer sind die Hautflügler wieder unterwegs und stören beim Eis essen oder Grillen. Doch beim deutschlandweiten Insektensommer vom 6. bis 15. August kann man die Tiere besser kennen- und schätzen lernen.

Und es soll herausgefunden werden, ob es in diesem Jahr wie vermutet aufgrund des kühlen und verregneten Frühlings weniger Wespen gibt. „Auch wenn das viele Menschen freuen dürfte – die Tiere sind enorm wichtig“, so Hanna Clara Wiegmann vom NABU Emsland/ Grafschaft Bentheim. „Auch Wespen bestäuben Nutzpflanzen, vertilgen Schädlinge, wie Blattläuse und Spannerlarven, und nützen so in Landwirtschaft und im eigenen Garten. Außerdem beseitigen sie als geflügelte Gesundheitspolizei Aas“, so Wiegmann. Zudem müsse bei Wespen nicht gleich an einen Stich gedacht werden, wer die Tiere nicht bedränge oder nach ihnen schlage, habe wenig zu befürchten und ohnehin hat nur etwa jede fünfte der weltweit rund 137.000 Wespenarten einen Wehrstachel.

Um belastbare Ergebnisse zu Wespen und weiteren Insekten zu erzielen, ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen bei der Insektenzählung mitmachen. „Im vergangenen Jahr haben wir bundesweit fast 10.000 Meldungen erhalten. Allein bei der ersten Zählung im Juni haben schon mehr als 9.000 Menschen mitgemacht“, berichtet Hanna Clara Wiegmann.

Eine besondere Rolle beim Insektensommer spielt wie im Vorjahr der Marienkäfer, von dem es in Deutschland rund 70 Arten gibt. Hanna Clara Wiegmann: „Wir wollen herausfinden, ob der heimische Siebenpunktmarienkäfer oder der Asiatische Marienkäfer häufiger zu sehen ist. Letzterer wurde erst vor wenigen Jahrzehnten eingeschleppt. Wie weit sich die invasive Art bereits verbreitet hat, soll der Insektensommer zeigen.“ Im Juni lag der Asiatische Marienkäfer landes- und bundesweit vorne.

Beobachten und zählen kann man fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich oder Bach. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App „NABU Insektensommer“. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de abrufbar.

Jeder gesichtete Sechsbeiner soll gezählt und gemeldet werden. Jetzt im August soll dabei auf einige häufig vorkommende Arten besonders geachtet werden: Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Ackerhummel, Blaue Holzbiene, Siebenpunkt-Marienkäfer, Streifenwanze, Blaugrüne Mosaiklibelle und Grünes Heupferd. Wer diese Tiere nicht kennt, kann sie ganz einfach mit dem NABU-Insektentrainer (www.insektentrainer.de) unterscheiden lernen. Die Daten der Zählaktion werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah veröffentlicht.

Weitere Informationen:
www.insektensommer.de


Foto: Britlish, Wespen – via pixabay

Über 40 Jahre

30. Juni 2021

Über 40 Jahre hat Rita Gölnitz verletzte und geschwächte Igel bei sich zu Hause aufgenommen. Gölnitz päppelte sie auf, bis sie wieder fit genug waren, um im Freien zu überleben. „Jetzt ist es aber Zeit für mich in meine „Päppler-Rente“ zu gehen“, sagt Rita Gölnitz. Insgesamt hat die gelernte Kinderkrankenschwester über 900 Igel versorgt. Sie baute in dieser Zeit ein großes Netzwerk von Menschen auf, die in der Aufzucht helfen, aber auch die ihren naturnahen Garten für das Auswildern zur Verfügung stellen. Auch Tierärzte sind dabei, auf deren Rat und Unterstützung sie zurückgreifen kann.

Eine dieser Personen ist seit fast 15 Jahren Heidi Patzer. 2007 kontaktierte Rita Gölnitz sie nach einem Fund von 5 jungen Igeln und brachte sie zur Igelstation nach Meppen. Und jetzt übernimmt Heidi Patzer diese Station. Der neue Standort ist in Haren. Der Schwerpunkt der Station liegt auf der Pflege von Igeln aber auch verletzte Wildhasen und Kaninchen werden aufgenommen. „Die ersten Ausläufe und Gehege stehen schon und ich habe gerade wieder einen neuen Igel reinbekommen“, erklärt die Igelfreundin.

„Ich bin sehr froh, dass Heidi die Igelstation übernimmt.“, freut sich Rita Gölnitz über ihre Nachfolgerin, „so kann ich beruhigt die Aufgabe abgeben“. „Wir bedanken uns sehr herzlich bei Rita Gölnitz für ihr jahrelanges, unermütliches und fachkundiges Engagement und freuen uns auf die kommende Zusammenarbeit mit Heidi Patzer“, sagte Hanna Clara Wiegmann, Geschäftsführerin der NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim, bei der Verabschiedung.

Beiden Igelspezialistinnen ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass Igel gerade in der heißen Jahreszeit Unterstützung brauchen, beispielsweise durch Aufstellen von Wasserstellen.  Dabei ist es aber sehr wichtig, dass auf Hygiene geachtet wird und die Wasserstellen täglich gereinigt werden.

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(Fotos: oben 15.11.20; unten: Heidi Patzer, Rita Gölnitz, Hanna Clara Wiegmann, v. lks © Peter Gölnitz; Quelle: PM NABU, 30.06.21)

Borkener Paradies

17. Juni 2021

Wegen seiner knorrigen Eichen, Sanddünen und Heiden ist das Borkener Paradies nahe Meppen ein beliebtes Ausflugsziel. Unter dem Thema  „Besonderheiten im Borkener Paradies“ möchten jetzt der NABU, der BUND und die Bürgerinitiative EXIT233 in einer gemeinschaftlichen Exkursion zeigen, dass es dort  noch viel mehr zu entdecken gibt als die „paradiesische“ Landschaft.

Das Borkener Paradies ist nämlich eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete im Emsland. Hier leben seltene Pflanzen und Tiere wie der Ährige Ehrenpreis und der Mondhornkäfer, darüber berichtet unter anderem der Käferexperte Claus Alfes. Auf der geführten Wanderung wird auch erklärt, warum die Eichen hier so urtümlich gewachsen sind, wie die besondere Landschaft entstand, was Hude- und Allmendweiden sind und warum es Borkener und nicht Versener Paradies heißt. Die Bedrohungen  die für den Fortbestand und die Zukunft des Borkener Paradieses bestehen, z.B. durch eine Erweiterung der nahen E233, werden ebenfalls thematisiert.

Diese Exkursion findet unter der Leitung des Baumexperten Jürgen Zwoch am kommenden Samstag, den 19. Juni ab 14 Uhr statt. Eine Anmeldung, unter Tel. 05931-4099630, ist für die Teilnahme erforderlich.

Accoustic Steel

9. Juni 2021

Acoustic Steel
Jonas Egbers

Schüttorf – Unabhängiges Jugendzentrum Komplex, Mauerstraße 56
Samstag, 19. Juni, 18 Uhr
Karten: 8 Euro  – Sitzkonzert
Corona-Zugangsbeschränkungen*

Zikadumda, die Konzertinitiative des Unabhängigen Jugendzentrums (UJZ) Komplex, veranstaltet am 19. Juni nach pandemiebedingt langer Zeit wieder ein Live-Konzert. Ein wenig Metal gefällig? Aber mal ganz anders:„Acoustic Steel“ spielen auf akustischen Instrumenten völlig neu arrangiert und humorvoll ihren Metal. Und als Support hat das Komplex noch Jonas Egbers obendrauf gepackt. Das Ganze findet im Biergarten des Komplex als Sitzkonzert statt. Beginn ist um 18 Uhr.

    • Acoustic Steel: Buddys aus der Grenzmetropolregion Emsland/Grafschaft Bentheim machen sich auf den Weg, dem Volk eine Geschichtsstunde in Sachen Heavy Metal darzubieten. Acoustic? Metal? Ja, aber nix leise, sondern laut Auf verschiedensten akustischen Instrumenten wird dem wahren Stahl gehuldigt. Umgebaut, völlig neu arrangiert und humorvoll von der Bühne gefeuert. Metal auf Holz sozusagen. Doch darf man so was? Was sagt die Metalpolizei dazu? Logo darf man das, der Spirit, die Attitüde und die Liebe zum Heavy Metal bleiben, und so trieb es die vier Bandmitglieder von der kleinen Kneipe in der Heimat quer durch’s Land bis zum Wacken Open Air.
    • Jonas Egbers: Der 23-jährige Singer-Songwriter Jonas kommt aus Meppen. Er wird auf der Bühne eine Mischung aus Coversongs und eigenen Liedern zum Besten geben. Dieses Jahr im Oktober wird auch sein erstes eigenes Studioalbum erscheinen.

* Es gibt drei Möglichkeiten, an diesem Konzert teilzunehmen: Entweder 14 Tage nach einer vollständigen Impfung, oder man ist genesen, oder man hat einen aktuellen negativen Corona-Test. An einem Tisch können Personen aus drei verschiedenen Haushalten plus geimpfte und genesene Personen sitzen.

Tickets sind über die Homepage www.komplex-schuettorf.reservix.de/events erhältlich.

 

(Quellen: UJZ, GN)

Am kommenden Mittwoch, den 09. Juni  bietet der NABU wieder eine Naturführung an. Bei der Exkursion „Von Prachtlibellen und andere Insekten“ führt Dipl. Biologe Andreas Rakers ins Hasetal. Der Schwerpunkt der Führung ist die Erkundung von Insekten am Fließgewässer. An einem Uferstrand der Hase lassen sich z.B. Laufkäfer beobachten, die hier angespülte Insekten jagen.

Die Naturführung findet   unter Berücksichtigung der derzeit geltenden Hygienemaßnahmen statt. Um die Abstandsregel einhalten zu können, ist die Teilnehmerzahl auf 6 Personen begrenzt. Treffpunkt ist der Parkplatz am Friedhof in Meppen-Bokeloh. Die Exkursion beginnt um 18 Uhr.  Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich, um die Kontaktnachverfolgung gewährleisten zu können. Anmeldungen und weitere Informationen erhalten Sie unter 05931 4099630.

Informationen zu weiteren NABU Veranstaltungen finden sich auf der Homepage der NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim unter www.nabu-emsland.de/veranstaltungen/

Quelle: PM; Foto: Karmesinbär (c) Andreas Rakers.

Im niedersächsischen Merzen gerät ein Schweinemäster durch Aufnahmen von Tierschützern unter Druck. Die entstehen mit großem Aufwand. Unter dem Titel „Hausfriedensbruch unvermeidbar“  berichtet die taz über einen Schweinemäster im östlich von Fürstenau gelegenen Dorf Merzen. In dessen Betrieb hatten Tierschützer vor einem halben Jahr Aufnahmen gefertigt, die massive Tierschutzverstöße zeigten. Dabei soll der Betrieb für 2020 mehr als 300.000 Euro von der EU für Tierschutzmaßnahmen erhalten haben, kritisieren Tierschutz-Aktivisten. Besonders pikant:  Der verantwortliche Landwirt gehört der CDU an und sitzt im Gemeinderat der kleinen Gemeinde. 

„In Merzen sieht die Welt noch in Ordnung aus: Eine Kirche mit bunten Fenstern, eine Handvoll Schützenvereine, ein konservativ dominierter Gemeinderat. „Ein schönes, harmonisches Dorf“, schwärmt Bürgermeister Gregor Schröder (CDU) über sein 4.000-Einwohner-Örtchen im niedersächsischen Landkreis Osnabrück. Er sagt das in einem Imagevideo der Samtgemeinde Neuenkirchen, das den Ort Merzen porträtiert.

Dass es mit Schönheit und Harmonie inzwischen vorbei ist, liegt an einem anderen Video aus Merzen. Einem, das Leid und Tod zeigt. Es wurde dem Deutschen Tierschutzbüro in Berlin zugespielt und zeigt eine Schweinemastanlage: Die Tiere stehen eng an eng, einige sind blutig, verletzt. Manche haben abgebissene Schwänze und riesige Abszesse. Einige dämmern offenbar dem Sterben entgegen. Eines liegt tot da: blau und aufgedunsen. „Katastrophal!“, beschreibt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender der Tierrechtsorganisation, die Zustände.

Eigentümer und Mitbetreiber der Schweinemast sei Landwirt W., Merzens stellvertretender Bürgermeister. Auf Peifers Anzeige beim Veterinäramt in Osnabrück folgen Kontrollen, amtliche Anordnungen. In einem Brief von Ende April, in dem Amtstierärztin Maren Mellmann Peifer Rückmeldung gibt, ist von „Verstößen in Form von Überbelegung und der Versorgung kranker und verletzter Schweine“ die Rede, von der Verringerung der Tierzahl, von „unverzüglicher Nottötung von Tieren, für die eine Heilung nicht zu erwarten ist“. Mittlerweile seien die Mängel „weitestgehend abgestellt“. Dass auch die Strafanzeigen vom Tisch seien, die Peifer und Mellmann bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg gestellt haben, heißt das natürlich nicht.

Die Videoaufnahmen, die den Fall ins Rollen brachten, stammen aus einer Nacht im Dezember 2020. Für solche Dreharbeiten braucht ein Tierrechtlerteam starke Nerven, nicht nur, weil es soviel Elend sieht und es ausblenden können muss. Zu viel Empathie lenkt ab. Und was, wenn der Informantentipp, wo und wie man reinkommt, ungenau war? Was, wenn die Wachen draußen den Rückzug signalisieren, weil plötzlich der Landwirt auftaucht?

Fast immer geht das gut. Das Zielgebiet ist gründlich observiert, oft über Tage. Die Ausrüstung ist hightech, von der Wärmebildkamera bis zum Funkgerät, von der Nachtsichtoptik bis zur infrarotabsorbierenden Tarnkleidung. Auch Drohnen kommen zum Einsatz.

Aber wenn dann doch mal was schiefgeht?…“

[weiter bei der taz]

Das Endergebnis der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ beeindruckt erneut mit einer hohen Teilnahmezahl: mehr als 15.500 Vogelfreunde haben in Niedersachsen vom 13. bis 16. Mai an der großen wissenschaftlichen Mitmachaktion von NABU und LBV teilgenommen und aus über 10.500 Gärten und Parks Vögel gemeldet. Bundesweit haben sich mehr als 140.000 Menschen beteiligt, insgesamt wurden über 3,1 Millionen Vögel gezählt. Im Emsland und der Grafschaft Bentheim zählten über 600 Personen mehr als 15.000 Vögel.

„Die Rekord-Teilnahme während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr konnte zwar nicht erreicht werden, dennoch zeigt sich auch dieses Jahr ein hohes Interesse der Menschen an der natürlichen Vielfalt vor ihrer Haustür“, freut sich Hanna Clara Wiegmann, NABU-Regionalgeschäftsführerin Emsland-Grafschaft Bentheim.

Die Vogelschutzexperten des NABU haben die Rohdaten der Zählung nun analysiert und statistische Korrekturen vorgenommen. Bundesweit konnten pro Garten knapp 33 Vögel von 11,4 unterschiedlichen Arten entdeckt werden. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, in dem mit nur gut 30 Vögeln der bisher niedrigste Wert ermittelt wurde. Insgesamt erweist sich der Vogelbestand in Deutschlands Dörfern und Städten seit Beginn der Zählungen im Jahr 2005 als weitgehend stabil. Dennoch gibt es unter den 66 am häufigsten beobachteten Arten ein leichtes Übergewicht deutlich abnehmender Arten: 20 Arten mit sinkenden Beständen stehen 16 Arten mit zunehmenden und 30 Arten mit stabilen Zahlen gegenüber. Unter den größten Verlierern finden sich mit Mauersegler, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Grauschnäpper auffallend viele Fluginsektenjäger. Mit Hausrotschwanz, Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Zilpzalp, Kuckuck, Nachtigall und Klappergrasmücke sind weitere ausschließlich von Insekten lebende Vogelarten dabei.

Langfristig deutliche Zunahmen zeigen dagegen einige Vegetarier, darunter Ringeltauben, Stieglitz, Gimpel und Kernbeißer. Hanna Clara Wiegmann dazu: „Nicht umsonst rufen wir regelmäßig dazu auf, den eigenen Garten möglichst naturnah zu gestalten, damit sich Insekten dort wohlfühlen und Gartenvögel ausreichend Nahrung vorfinden. Es empfiehlt sich, heimische Laubgehölze zu pflanzen, Ecken mit Wildpflanzen anzulegen und selbstverständlich auf Umweltgifte zu verzichten.“

Wie auch in dem vergangenen Jahre, liegen auf den ersten drei Plätzen im Emsland und der Grafschaft Bentheim Haussperling, Amsel und Kohlmeise. Die Blaumeise lag in beiden Landkreisen auf Platz 4. Sie konnte sich im Vergleich zum Vorjahr wieder erholen, in dem die Art durch das Bakterium Suttonella ornithocola Verluste verzeichnen musste. Der erstmals öffentlich gewählte Vogel des Jahres, das Rotkehlchen, fliegt landes- und bundesweit auf Platz neun und erzielt damit – möglicherweise kraft Amtsbonus – seine bisher beste Platzierung. Auch im Emsland schafft es das Rotkehlchen auf Platz 9 und in der Grafschaft Bentheim liegt das Rotkehlchen sogar auf Platz 7.

Detaillierte Ergebnisse sind auf Bundes-, Landes- und Landkreisebene auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar.

Die nächste Mitmachaktion des NABU läuft schon vom 4. bis 13. Juni: Dann werden beim „Insektensommer“ wieder Sechsbeiner gezählt und gemeldet. Weitere Informationen zur Aktion unter www.insektensommer.de.


Quelle: PM des NABU

 

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