Deutsche Wertarbeit

5. April 2018

Constantin Naidin kommt nach Deutschland, um auf der Meyer-Werft in Papenburg Kreuzfahrtschiffe zu bauen. Er wird schlecht bezahlt und übel behandelt. Nils Klawitter erzählt auf Spiegel-Online Plus die Geschichte eines ausgebeuteten Werftarbeiters im Emsland.

„Sein Leben in Deutschland hat Constantin Naidin in eine gelbe, abgegriffene Plastiktüte gepackt. „Danke für Ihren Einkauf“, steht auf Rumänisch darauf. Fünfeinhalb Jahre in einer Tüte – Lohnabrechnungen, Kassenzettel, Kontoauszüge. Und ein kleines silbernes Notizbuch.

„Mit Unterlagen“, sagt Naidin, „ist man am sichersten.“

In das silberne Büchlein hat er die Stationen seines Arbeitslebens in Deutschland notiert. Eines Lebens als Arbeiter auf der Papenburger Meyer-Werft. Als „Fremdarbeiter“, wie sie in Papenburg heute noch sagen. Fünfeinhalb Jahre, in denen er behandelt wurde wie ein Mitarbeiter ohne Rechte, wie ein Mensch zweiter, oft auch dritter Klasse. Fünfeinhalb Jahre, in denen sein Traum von Deutschland zerstob.

Nun steht er zum letzten Mal vor dem Tor der Meyer-Werft, wo im November 2012 alles begonnen hatte. Bald soll der Bus kommen, der ihn zurück nach Rumänien bringen wird. 33 Stunden wird die Fahrt dauern.

Neben ihm wartet ein Wohnmobilbesitzer aus Altenburg auf das Auslaufen eines Schiffs, eines 20 Stockwerke hohen, blau lackierten Berges, der aus dem braungrünen Wasser der Ems ragt. Der Mann trägt Adiletten und führt seinen Dackel aus. „Deutsche Wertarbeit“, sagt er und nickt Naidin zu, der einen Kopf kleiner, aber ein gutes Stück breiter ist. Der Rumäne läch…“

Hier geht es weiter, die 39 Cent lohnen, die Sie SPON fürs Weiterlesen zahlen müssen. Ebenso wie der Kommentar in der taz.

Steakhüfte vom Twist

13. März 2018

Heute geht’s um „Leckeressen“. Kennen Sie das Blog Urgeschmack von Felix Olschewski? 

Der Mann, auf dem Twist aufgewachsen und inzwischen wieder zurück gekehrt, ist nach eigenem Bekunden „freier Autor, Musiker und Reisender“. Er schreibt über Essen und Esskultur und ist sechsfacher Kochbuchautor. Seit 2009 hilft er mit der freien Internetseite urgeschmack.de täglich Tausenden Menschen auf dem Weg zu ihrer eigenen optimalen Ernährung. Olschewski sagt von sich: Ich liebe gutes Essen.

„Mit Urgeschmack möchte ich möglichst viele Menschen für eine schmackhafte, gesunde und nachhaltige Ernährung begeistern und ihnen helfen, ihre eigenen Ziele zu erreichen.

Jetzt hat er gerade drei Rezepte zur Steakhüfte veröffentlicht; Vegetarier müssen also tapfer sein. Das beste Fleisch aus Weidehaltung nützt nichts, wenn man nichts daraus zu kochen weiß. Soll es über Rinderfilet, Roastbeef und Rouladen hinausgehen, kennen viele Menschen keine passenden Rezepte. Anhand der Steakhüfte zeigt in diesem Video Helmut Backers vom Landgasthof Backers (Twist), wie viele Variationen sich ohne Mühe aus einem weniger bekannten Stück gewinnen lassen:

Zur Verfügung gestellt hat das Stück Steakhüfte Wolfgang Möllering vom Hof Möllering (Haselünne-Bückelte). Helmut Backers und Wolfgang Möllering waren bereits meine Interviewpartner in vorangegangenen Videos. Beide setzen sich ein für mehr Regionalität im Essen, für guten Geschmack und zugunsten besserer Bedingungen für Tiere und Menschen in der Landwirtschaft. Erwähnt wird daher auch der der Hof Fehnland Ziegenkäse aus Hebbelermeer 

Hier erfährt man mehr darüber:

Weidehaltung und Wertschätzung (Video)
Weidefleisch in Restaurants – Chancen und Herausforderungen (Video)

Das Blog Urgeschmack ist frei von Werbung. Auch dafür ist Olschewski verantwortlich und schreibt:. Gefällt Ihnen dieser Steak-Beitrag? Freuen Sie sich, etwas gelernt zu haben? Gründliche Recherche und Schreiben kosten Zeit. Ihre Unterstützung hilft beim Fortführen dieser Arbeit.

Weitere Ideen und Rezepte für gesundes Essen und zum Abnehmen finden Sie in Das Urgeschmack-Kochbuch: Jeden Tag gesund und lecker.

KellerKönig

31. Januar 2018

KellerKönigBandContest
Bawinkel – Winkel29
Freitag 2.12.18 – 20 Uhr
Eintritt: ab 3 €

Die vierte Runde des KellerKönig Bandcontest ist im vollen Gang. 12 Bands aus der gesamten Region  treten bei vier Vorentscheiden um den Einzug ins Halbfinale an. Beim KellerKönig Bandcontest kommt es übrigens auf das Publikum an; denn dieses entscheidet, wer den Einzug ins Halbfinale schafft.

Wer als Besucher dabei sein will, muss auch nicht allzu Tief in die Tasche greifen. Für drei Euro gibt es abendlichen Eintritt und für fünf Euro erhält man ein Festivalband mit dem man Zutritt zu allen vier Vorentscheiden und dem Halbfinale im LiLa Keller in Laxten erhält. Das Tagesticket kostet drei Euro. Die Veranstaltung in Bawinkel soll um 23:59 Uhr zu Ende sein. Ich habe allerdings nichts dazu gefinden, ob es dann mit dem öPNV nach Lingen gehen kann.

Das große Finale mit den zwei besten Bands und einem Headliner findet übrigens am Samstag den 14. April 2018 im Alten Schlachthof  in Lingen (Ems) statt.

Einlass ist um 20 Uhr. Eingeladen sind Jugendliche und junge Erwachsene ab 14 Jahren. Es gelten die Regeln des Jugendschutzgesetzes. Eine Ausnahmeregelung gibt es jedoch: Besucherinnen und Besucher unter 16 Jahren dürfen auch bis 24 Uhr bleiben.

ps In Bawinkel treten auf:

Zum Holocaust-Gedenktag
Paula Quast liest Mascha Kaléko

„… sie sprechen von mir nur leise.“
Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstraße 79
Sa 27. Jan 19 – 20 Uhr
Eintritt: 10,- € / erm: 8,- €
Paula Quast Foto-Alfons Fries Das Zitat ist der Titel eines lyrisch-musikalischen Portraits, das die Schauspielerin Paula Quast und die Musikerin Krischa Weber als Hommage an die Literatin Mascha Kaléko erschaffen haben. Es richtet sich nicht nur an Menschen jeden Alters, die Gedichte zwischen Alltag und großen Gefühlen lieben, sondern an alle, die sich vom hektischen Alltag eine Auszeit nehmen wollen.

Mit ihrem lyrisch-musikalischen Portrait haben die beiden Künstler ein neues Genre geschaffen, das zwischen Rezitation und Schauspiel angesiedelt werden muss. Sprache und Musik verschränken sich ineinander, wechseln einander ab. Das Programm gewinnt so eine ganz eigene Dramaturgie und Dynamik. Die Musik, der kleine Tisch mit der Blattsammlung als Requisite machen daraus eine Art Kammerspiel, bei dem die Zeit wie im Flug vergeht.

Paula Quast spricht die Gedichte von Mascha Kaléko im Vertrauen auf die Kraft des einzelnen Wortes, durch den Mut zur Pause lässt sie ihnen Raum, ihre Wirkung zu entfalten. Ihr Gesichtsausdruck und ihre Körperhaltung sind unaufdringlich, und doch ist sie so präsent, dass sie und die Dichterin im Laufe der Inszenierung immer mehr zu einer Person verschmelzen.

Manchmal findet man solche Perlen eher zufällig… nein, so ganz richtig ist dieser Satz nicht, natürlich kennt „man“ Mascha Kaléko, zumindest ihr „Memento“ hat man im Gedächtnis, vielleicht ist sogar  ihr Schicksal als Jüdin im 3. Reich bekannt; aber im wesentlichen teilt sie doch das Schicksal der allermeisten Emigranten, nämlich das Gefühl des Entwurzeltseins, die relative Erfolglosigkeit, den Verlust des Publikums, wenn man nicht mehr in seiner Muttersprache schreibt, – obwohl Kaléko auch auf Englisch veröffentlichte – und das Absinken in die Vergessenheit….

1907 wurde sie in Galizien geboren, die Mutter war Österreicherin, der Vater Russe. Um den Progromen zu entgehen, übersiedelte man nach Deutschland, auch hier gab es mehrere Stationen, bis die Familie in Berlin, im…“

[weiter hier im Blog aus.gelesen]

(Quelle:aus.gelesen und  Pressemitteilung)

Rezepte

14. Januar 2018

In Niedersachsen und Schleswig-Holstein müssten mehrere Hunderttausend Nutztiere aus dem Bestand abgebaut werden, um die Güllebelastung und damit auch die Stickstoffbelastung des Grundwassers auf ein normales Maß zu reduzieren und die Trinkwasserkosten stabil zu halten. Das ist eine zentrale Forderung im jetzt veröffentlichten „Fleischatlas 2018 – Rezepte für eine bessere Tierhaltung“, der die wichtigsten Instrumente und politischen Maßnahmen auf eine verständliche und visuell ansprechende Weise beschreibt.

Der Fleischatlas 2018 ist eine gemeinsame Veröffentlichung von BUND, der Heinrich-Böll-Stiftung und Le Monde Diplomatique. Er ist der vierte Atlas der Fleischatlas-Serie und  präsentiert – anders als die vorherigen Atlanten – nicht nur die Probleme der Fleischindustrie und ihre Ursachen, sondern vor allem Chancen, Strategien und Instrumente für einen Wandel.

Kein anderer Sektor trägt so massiv zum Verlust der Artenvielfalt, der Rodung von Wäldern und der Zerstörung unseres Klimas, der Gefährdung unserer Gesundheitssysteme und zum Leid der Tiere bei wie die industrielle Fleischproduktion. Die Folgen sind wissenschaftlich belegt und Land auf und ab diskutiert. Jetzt ist es höchste Zeit zu handeln: Sollen die Ziele der globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 und das Pariser Klimaabkommen erreicht werden, muss die Fleischproduktion grundlegend umgebaut werden.

Uns an Ems und Vechte betreffen die negativen Folgen der Massentierhaltung besonders: Im vergangenen Jahr entstanden in Deutschland laut der Studie 208 Millionen Kubikmeter Gülle in der Nutztierproduktion – etwa 60 Millionen entstehen jährlich in Niedersachsen. Vor allem im Westen Niedersachsens ist die Gülle zu viel für die Äcker und Weiden. Können sie die Nährstoffe nicht aufnehmen, verunreinigen diese das Grundwasser. […mehr beim NDR]

(Quellen: Böll-Stiftung, NDR)

 

 

 

Mit großer Wucht propagiert die lokale Prominenz den !vierspurigen Ausbau der E 233 in der Region. Sie weiß jetzt die große Koalitiion in Hannover hinter sich. Dabei fehlt der behauptete Nutzen der Hasetalautobahn; denn das Verkehrsaufkommen auf den überregionalen Straßen im Emsland ist keineswegs sonderlich gestiegen. Darüber täuscht aber ein von Redakteur Manfred Fickers  Meinungsmacher-Artikel in den Emslandausgaben der Neuen Osnabrück Zeitung, die seit langem zu den besonders unkritischen Propagandisten des Milliarden-Straßnbauprojekts zählen. Ulf Dunkel, der Sprecher der Bürgrinitiative gegen den Autobahnausbau der E 233 „Verkehrswende Cloppenburg-Emsland VCE e.V.“ von der deutsch-niederländischen Grenze bei Hebbelermeer bis zur A 1 bei Cloppenburg, hat dies gestern kommentiert:

„Wie immer die nicht umfassend dargestellten Zahlen auch interpretiert werden, sie können eines nicht verschleiern:

Die Anzahl der Fahrzeugbewegungen rechtfertig einen vierstreifigen Ausbau überhaupt nicht. Anderswo haben Bundesstraßen, die tatsächlich ausgebaut werden müssen, wesentlich höhere Bewegungszahlen. Und ca. 16.800 Kfz/Tag hatte die E233 schon 1999, also hat sich kaum etwas getan – so wie es das DeutschesInstitut für Wirtschaftsforschung (DIW) auch seit Jahren dokumentiert und bestätigt.

Das ganze Gerede vom „dringend benötigten Ausbau der E233“, damit die Landkreise Cloppenburg und Emsland „eine Zukunft haben“, ist Theater konservativer Politiker, die den Blick vor den wirklichen Herausforderungen dieses Jahrhunderts verschließen und meinen, mit Asphalt könne man immer noch die Wirtschaft fördern. Dabei ist Deutschland zu gut aufgestellt wie seit langem nicht mehr, mit den Landkreisen Emsland und Cloppenburg ganz oben in der Erfolgspyramide.

Sparen wir uns die vielen Nachteile des geplanten Ausbaus: Verbrennen von 1,5 Milliarden Euro, Verlust von über 1.000 ha wertvoller Böden, Zerschneiden von Siedlungen, Wegfall von ca. 100 Auf- und Abfahrten an der Strecke usw. Investieren wir das Geld und die politische Energie endlich in die wirklich wichtigen Themen: Ausbau der Bildungssysteme und Kinderbetreuung, schnelles Internet, Instandhaltung (ohne Neubau) der Verkehrsinfrastrukturen, Rückverlagerung der Güterverkehre weg von der Straße auf Schiene und Schiffe, Ausbau der Forschung und Entwicklung und finanzielle Stärkung der Unter- und Mittelschicht durch Umverteilung von oben nach unten.“

Und was kostet der sinnfreie Spaß? Guckst Du hier die

📌 Doch noch

19. Dezember 2017

Der Emsland-Kalender 2018 ist nach mancherlei Produktionsschwierigkeiten jetzt doch noch erschienen und das ideale Last-Minute-Geschenk zu Weihnachten. Zu kaufen gibt es ihn in Lingen (Ems) bei der Buchhandlung Holzberg und Bürobedarf Nottbeck oder zum Bestellen hier.

Aus der Reihe Mittwochs im Museum
Als das Fräulein vom Amt verstummte
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 30 a
Mi 6.12.2017 – 16 Uhr und 19.30 Uhr
Eintritt: 5 € bzw. 3 € für Heimatvereinsmitglieder

Erst 50 Jahre ist es her, seit im Lingener Fernmeldeamt die letzte Telefonvermittlung durch ein „Fräulein vom Amt“ von Hand vermittelt wurde. Darin erinnert die Vortragsreihe „Mittwochs im Museum“ am 6.12. (Mi., 16 und 19.30 Uhr) mit einer Veranstaltung rund um die Telefongeschichte von Lingen. Mit dabei ist als Zeitzeugin auch Elisabeth Kremer, geb. Fockers aus Salzbergen. Die gebürtige Salzbergenerin gehörte am 20. Dezember 1967 zur letzten Nachtschicht der „Fernmelde-Handvermittlungsstelle Lingen“. Auch einige ihrer Kolleginnen von damals haben sich bereits angekündigt. Den passenden Rahmen für die Veranstaltung bietet die laufende Sonderausstellung „Bandsalat und Waschbeton“ über die 60er und 70er Jahre.

1952 wurde in Lingen hinter dem Postamt ein eigenes Fernmeldeamt eingerichtet. Wie viele andere junge Frauen hatte auch Elisabeth Fockers dort eine Anstellung als „Fräulein vom Amt“ gefunden. Im Schichtbetrieb stöpselten bis zu 24 Damen – bei Herren war diese Tätigkeit offenbar nicht so beliebt – die Gesprächsverbindungen für die Orts- und Ferngespräche. Zu Stoßzeiten, aber auch an Feiertagen wie Weihnachten, Silvester oder Ostern herrschte Hochbetrieb.

Doch dann änderte die Selbstwähltechnik alles. 1963 richtete die Post in Lingen eine „Hauptvermittlungsstelle“ ein, die 10.000 „Selbstwählferngespräche“ täglich absolvieren konnte. Damit wurde auch im Emsland die sogenannte „Landesfernwahl“ möglich – Auslandsgespräche mussten auch weiterhin von Hand vermittelt werden. Was den Wähldienst erheblich vereinfachte, kostete damals viele Arbeitsplätze. Daran erinnert ein Gedicht von Helga Kreft, die damals ebenfalls im Vermittlungsdienst bei der Post tätig war und heute zum Vorstand des Lingener Heimatvereins gehört. Sie gehörte damals zu den wenigen Beschäftigten, die im Fernmeldedienst bleiben konnten, während zahlreiche Kolleginnen in andere Berufe wechselten. Die damals im Fernmeldeamt aufgestellten „Selbstwählzentralen“ mit voluminösen Schaltschränken wurden keine zwei Jahrzehnte später von der digitalen Technik überholt.
Welchen rasanten technischen Wandel die Telekommunikation in den letzten gut 100 Jahren erfahren hat, zeigt auch jenes Originaltelefon, das 1906 bei der ersten Verteilung der Telefonnummern in Lingen die Anschlussnummer 1 erhielt. Es hat kein Display und keine Wählscheibe, das Rufsignal musste mit einer Handkurbel betätigt werden. Dieses Telefon gehörte damals der Familie Klukkert, die an der Stelle des heutigen Arbeitsamtes einen Landhandel betrieb. Das wertvolle historische Gerät wurde dem Emslandmuseum von einem Nachfahren aus Rheine übergeben.

Weide oder Wiese

9. November 2017

Über die Herausforderungen der Grünlandnutzung spricht Felix Olschewski, Urgeschmack-Blogger. Er fragt: Bestes Fleisch vom Weidetier braucht zuerst eines: Eine Weide. Oder eine Wiese?
Mit Dirk Brockhaus spricht Felix Olschewski über die Herausforderungen, vor denen Landwirte bei unterschiedlichen Formen der Grünlandnutzung stehen. Er weiß: Eine Alternative zur industriellen Intensivtierhaltung können Verbraucher und Erzeuger nur gemeinsam erschaffen. Hier als Nachhilfe das aktuelle Urgeschmack-Video.

Mehr Interessantes zum Thema:

Teil 1 der Videoreihe: Weidehaltung und Wertschätzung – Bestes Fleisch durch Naturschutz
Ruiniert Fleisch das Klima?
Weideschlachtung: Tod auf der Weide
Der wahre Wasserverbrauch von Fleisch
Mehr auf Deutschlands größter Internetseite zu diesem Thema: weidefleisch.org

 

Fledermäuse

20. September 2017

Im emsländischen Freren findet am kommenden Wochenende vom 23.- 24. September 2017 die 26. Tagung der Landesfachgruppe Fledermausschutz im NABU Niedersachsen statt. Zum Erfahrungs- und Informationsaustausch werden etwa 100 Fledermausspezialisten vor allem aus Niedersachsen erwartet. Im Mittelpunkt stehen am Samstag Fachvorträge zu vielfältigen Themen zum Fledermausschutz, bevor der Abend mit einem Fotovortrag von Dr. Erhard Nerger zu Landschaften und Tieren des Emslandes ausklingt. Am Sonntag findet eine Exkursion in das Hahnenmoor statt.

Alle Fledermausarten sind streng geschützt, sodass der Artengruppe im Rahmen von Planungen aber auch im Naturschutz mittlerweile vielfältige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Trotz der stetigen Schutzbemühungen sind die Tiere aber durch aktuelle Entwicklungen nach wie vor gefährdet. Ein gravierendes Problem ist beispielsweise der Rückgang der Insekten, die die Nahrungsgrundlage für Fledermäuse darstellen. Dr. Frauke Krüger wird diesen Aspekt in einem Vortrag näher beleuchten. Ein weiteres aktuelles Thema ist der „Fledermauszug“, zu dem es bezogen auf Offshore-Gebiete der Nord- und Ostsee einen Beitrag geben wird. Vor dem Hintergrund aktueller Windparkplanungen sind hier durch die Intensivierung der Forschung wichtige Erkenntnisse zu erwarten.

Weitere Fachvorträge widmen sich der Berücksichtigung von artenschutzrechtlichen Belangen im Rahmen von Planungsvorhaben, die im Zusammenhang mit Quartierverlusten stehen – wie dem Abriss oder der Sanierung von Gebäuden und dem Verlust von Höhlenbäumen. Es werden vielfältige Wege aufgezeigt, Beeinträchtigungen von Fledermäusen zu vermeiden oder möglichst gering zu halten sowie adäquat zu kompensieren.

Gastgeberin ist die Fledermaus-AG des NABU Emsland/Grafschaft Bentheim. Sie gibt einen Einblick in ihre langjährige Arbeit. Dass die Vernetzung der Fledermausschützer eine besondere Rolle spielt, wird in Vorträgen zu einem gemeinsamen niedersächsischen Erfassungsworkshop und einer deutsch-finnischen Kooperation deutlich. Weitere Beiträge zum Thema Echoortung und zu Tierschutzaspekten runden das Programm ab.

Veranstaltungsort ist die Alte Molkerei, Bahnhofstr. 79, 49832 Freren von 9 Uhr bis 18 Uhr.. Fledermausfreunde und weitere Interessierte sind herzlich willkommen. Anmeldungen noch möglich hier. Die Teilnahme am Samstag kostet 5,00 Euro pro Person.

(Quelle Nabu PM; Foto Pipistrellus Pipistrellus; Mnolf, CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported)