Bewegend

14. September 2017

Unter dem Motto #FingervomHandy sollen vor allem junge Verkehrsteilnehmer auf die Gefahren von Smartphones im Straßenverkehr aufmerksam gemacht werden. Botschafter der Aktion sind unter anderem Ex-Youtuber Oguz Yilmaz und Rapper Kay One. Zudem bringt die Kampagne einen bewegenden Kinospot.

The Danish Way

8. September 2017

When commuting, try taking the scenic route. It’s #TheDanishWay: The humble bike – never on strike.

„Lingen und sein (bekanntlich fehlendes) Verkehrskonzept“ Hier die Alternative von Mads Mikkelsen…

Hier noch mehr zum Schmunzeln. Das „Making of“ von Carlsberg

Bahnhof

28. August 2017

Lingen gestaltet den historischen Bahnhofsgebäude der ehemaligen Hannoverschen Westbahn um. Das ist bekannt. Es ist das erste Mal, dass die Kommune eine solche Aufgabe übernimmt. Da könnte man –Städtebaulicher Wettbewerb hin oder her– auf die Idee kommen, Fachleute zu fragen, um funktionale Fehler zu vermeiden.

Ich durfte für die BürgerNahen (BN) dazu einige Gedanken äußern, was zu der von mir als ausgesprochen flach empfundenen Bemerkung eines CDU-Ratsmitglieds führte, der offenbar nur im Notfall mit der Bahn fährt, der Bahnhof würde „doppelt so teuer“, folgte man diesen BN-Vorschlägen. Das wird er allerdings ohnehin, denn die geplanten 1,6 Mio Euro netto (= 2 Mio brutto) werden nicht reichen – oder allenfalls für eine eher peinliche, untaugliche  Schmalspurlösung, um im Eisenbahnerbild zu bleiben.

Daher fürchte ich, dass es wieder so ein Projekt nach Lingener Art werden wird: Also eines mit mancherlei, auch groben Fehlern nach dessen Vollendung ausnahmslos Jubelberichte in der Lokalzeitung und den anderen Lokalmedien stehen und der amtierende OB strahlend in die Kamera lächelt.

Dabei geht es auch viel besser, weiß BauNetz, und berichtet über den zweiten „grünen Bahnhof“ in Deutschland, der am vergangenen Freitag in Wittenberg als „Bahnhof des Jahres“ ausgezeichnet wurde:

„500 Jahre Reformation, da muss alles stimmen. Die Deutsche Bahn und die Lutherstadt Wittenberg haben das Jubiläum zum Anlass für ein neues Empfangsgebäude am Bahnhof genommen. 3.650 Pendler kommen dort täglich an, im Jubiläumsjahr, so schätzte man, werden es Tausende mehr sein, die der Wirkungsstätte Martin Luthers einen Besuch abstatten wollen. Der Bahnhof wurde bereits im Dezember letzten Jahres in Betrieb genommen, heute erhält er die Auszeichnung Bahnhof des Jahres.

Für die Architekturwelt ist der Preis wenig relevant, prämiert wird eher die Kundenfreundlichkeit, selten sind Neubauprojekte dabei. Die Jahre zuvor ging der Preis nach Steinheim und Stralsund. Dennoch bietet die Verleihung Anlass für einen genaueren Blick. Denn mit dem Bahnhof von Lutherstadt Wittenberg werden auch die Bemühungen der Bahn für ihr Vorzeigeprojekt „Grüner Bahnhof“ prämiert. Es steht für den Anspruch, Bahnhaltepunkte klimaneutral zu betreiben.

Weil die Bahn keine Verpflichtung hat, Planungsprojekte europaweit auszuschreiben, wird sie hin und wieder für ihre intransparente Vergabepolitik kritisiert. Nicht zuletzt entscheiden dort oft auch die Länder oder Kommunen mit, die sich meist an den Baukosten beteiligen. Was noch immer nicht alle wissen:

Die Bahn unterhält seit 2008 eine hauseigene Planungsabteilung. Die derzeit unter dem Namen I.SBO Objektentwicklung und Planung firmierende Abteilung sitzt mit über 40 Mitarbeitern im Gebäude des Berliner Hauptbahnhofs. Der Bahnhof in Münster wurde dort geplant, das Empfangsgebäude in Berlin Gesundbrunnen, der Umbau der S-Bahnverteilerebene am Münchner Hauptbahnhof. Von hier stammt auch die Idee für den Bau klimaneutraler Empfangsgebäude.“

[…weiter hier bei BauNetz]

In der DB-Planungsabteilung arbeitete mehrere Jahre der junge Lingener Tim Schmidt, der inzwischen im Land Brandenburg die Beamtenlaufbahn eingeschlagen hat. Darauf weise ich mit der dringenden Bitte hin, diesen Fachmann auf keinen Fall zu fragen; denn das könnte ja beim Fehlervermeiden hilfreich sein 😉 .

Solarzellen und Grünflächen auf dem Dach, Wärme und Kühlung aus Geothermie sowie eine Regenwasseraufbereitungsanlage lassen jedenfalls in der Lutherstadt Wittenberg den Bahnhof seinen Energiebedarf selbst produzieren. Auch der Service -übrigens der rund um das eigentliche Bahnhofsgebäude- soll sich wieder so nennen dürfen. Mehr Stellplätze für Autos und Fahrräder gibt es, Infotafeln und Wartedächer. Im Empfangsgebäude gibt es einen hellen Wartebereich mit USB-Anschlüssen an den Bänken, auch ein Bäcker und ein Zeitungsladen sind zu finden und barrierefreie Toiletten.

Wer mit der Bahn in Deutschlands Kleinstädten unterwegs ist, weiß, dass dies keine Selbstverständlichkeiten sind, weiß BauNetz. Mal sehen, was bei uns in Lingen (Ems) am Ende herauskommt. Das nämlich ist offen. Klar ist bisher nur, dass anschließend das Ergebnis begeistert bejubelt wird, egal wie es ausfällt.

LiLi

6. Juli 2017

Es gibt immerhin zwei Dinge, die unsere LiLi („Linie für Lingen“) etwas besonderer machen: Das Schietwetter-Ticket („für die dunkle Jahreszeit„) ist eines davon; das zweite ist mir schon wieder entfallen. Ansonsten dümpelt der Lingener „Öh-Pee-En-Vau“ eben vor sich hin und geht seine grässlichen Geburtsfehler nicht an  – beispielsweise die Verpflichtung, bei jedem (!) Buswechsel ein neues Ticket zu kaufen oder die allgemeine Sonntagsruhe [hier klappt sie doch tadellos, ver.di!].

An diese provinziell-gleichgültige Müdigkeit musste ich letzte Nacht denken, als ich diese wunderbare, selbstironische Inszenierung der Berlinger Verkehrsbetriebe BVG (mit Olli P.!) sah; es war nicht die erste. Selbstironisch? Bei uns genauso unvorstellbar wie gute Werbung für LiLi oder gar ein gutes Bussystem. Genieß es, liebe Leserschaft:

 

Ein Berliner Startup hat ein System entwickelt, mit dem sich ganz normale Straßenlaternen durch einen minimalen Umbau in Ladestationen für Elektroautos umzubauen lassen.

Die urbane Mobilität der Zukunft wird ziemlich sicher zum großen Teil elektrisch angetrieben werden. Die Technik ist bereits da, die Infrastruktur noch nicht. Ladestationen aufzustellen ist aufwendig und teuer. Und die wenigen Ladestationen, die es in den Städten bereits gibt, konkurrieren untereinander mit verschiedenen Systemen und Abrechnungsmethoden.

Die Berliner Firma Ubitricity hat ein System entwickelt, das auf der vorhandenen Infrastruktur der Städte aufbaut, in dem sich Straßenlaternen zu Ladestationen umbauen lassen. Der SimpleSocket, wie ihn die Firma nennt, kann mit relativ wenig Aufwand an jeder normalen Straßenlaterne nachgerüstet werden. Die Abrechnung auf Seiten der Nutzer erfolgt – anders als bei den herkömmlichen Strom“zapf“säulen – nicht über die Säule selber, sondern über ein „smartes“ Ladekabel, das mit einer Sendeeinheit ausgestattet ist.

Ubitricity
Bilder: Ubitricity

Sollte sich das System durchsetzten, könnte in verhältnismäßig schneller Zeit und mit relativ wenig Aufwand ein flächendeckendes Netz an Ladestationen für Elektroautos entstehen. Wer sich für die genaue Technik der Idee interessiert, erfährt hier alle Details.

Gesehen bei mobilegeeks

Fahrradklima

22. Mai 2017

Lingen - Radweg am DEK-.jpg

Eine deutliche Niederlage hat der jüngste Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) dem Hamburger Senat beschert: Auf Platz 31 von 39 deutschen Großstädten über 200.000 Einwohner ist die Hansestadt in puncto Fahrradkomfort und -sicherheit im Herbst 2016 gelandet. Und wäre nicht die Aufstockung der Leihfahrräder in die Wertung eingegangen, hätte Hamburg auf Platz 34 gelegen – beim Fahrradklimatest 2014 war es Platz 35.

Woran es hakt? Vor allem am Zustand der Radwege und am Sicherheitsgefühl; das geht aus der Beantwortung der 27 Fragen hervor, die mit Schulnoten zwischen eins (sehr gut) und sechs (ungenügend) bewertet wurden. Eine schwache 4,7 haben die Sicherheit sowie das Fahren auf Radwegen und -schutzstreifen trotz neuer, auf den Fahrbahnen verlaufenden Velorouten. Die aber, sagt ADFC-Sprecher Dirk Lau, seien zu schmal. Sie müssten nämlich drei Meter breit sein und 1,50 Meter Überholabstand für Autos ermöglichen, damit die nicht eng am Radler vorbeipreschen müssten.

In Lingen meint man, es sei eine gute Lösung, Radfahrer auch auf den Fahrbahnen der vielbefahrenen Innenstadtstraßen zuzulassen, sofern diese wollen. Das sei eine Frage der Gleichberechtigung. Ich frage mich, ob beispielsweise 12jährige so etwas „wollen“ und wie sicher es dann für sie ist. Oder anders: Wir erlauben uns ein gefährliches Experiment und es ist eine wirkliche Schnapsidee; davon bin ich überzeugt. Sie wird zu schweren Unfällen führen.

Bei den Städten ab 50.000 Einwohner belegt in der ADFC-Befragung Lingens Nachbarstadt Nordhorn bundesweit Platz 2 mit 2,6 Punkten (hinter Bocholt) und unser Lingen landete mit nur mäßigen 3,5 Punkten auf Rang 14. Allerdings haben in unserem Städtchen fast doppelt so viele Interviews stattgefunden als in der Nachbarstadt: 164 statt 83. Dies wirft doch Zweifel a la Roggendorf nach der Vergleichbarkeit der Resultate auf. Ein Stimmungstext eben…

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Der ADFC-Stimmungstest
An dem bundesweiten ADFC-Fahrradklima-Test im Herbst 2016 nahmen über 120.000 Viel- und Gelgenheitsradler in 539 Städten teil – 15 Prozent mehr als beim letzten Test 2014. Ähnliche Fahrradklima-Tests gab es 1988, 1991, 2003, 2005 und 2012. Bundesweit fahrradfreundlichste Stadt ist, fast möchte ich sagen: natürlich- Münster, gefolgt von Karlsruhe und Freiburg im Breisgau.
Auf den Plätzen vier bis sieben liegen Bremen, Hannover, Kiel und Braunschweig mit Noten zwischen 3,51 und 3,67. Lübeck liegt mit Note 4,04 auf Platz 20, Hamburg ist mit 4,19 Platz 31 klares Schlusslicht im Norden.

(Quelle: taz; Foto: Radweg am Dortmund-Ems-Kanal © milanpaul)

Opel

8. März 2017

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann will nach dem Kauf des Unternehmens durch die französische PSA die Eigenständigkeit des Autobauer bewahren, und Peugeot-Chef Carlos Tavares versucht, die Beschäftigten an den deutschen Standorten zu beruhigen. Opel wird jedenfalls französisch, und welche/r Autoverrückte denkt da hierzulande nicht an die glorreichen Kadett-Zeiten der Rüsselsheimer Autobauer zurück.

Guckst Du hier den ZDF-Mitschnitt Autotest des Opel Kadett-B 1968 von TV-Legende Rainer Günzler und der Werbefilm de Kadett-A mit Kabarett-Star Achim Strietzel

Behinderung

6. Dezember 2016

behinderung

umfahren

11. Oktober 2016

Seit gestern haben die Stadtwerke Lingen an der Kurt-Schumacher-Brücke „mit notwendigen Sanierungsarbeiten an den Erdgasleitungen“ begonnen. Bis voraussichtlich Freitag, 14. Oktober, ist die viel befahrene Linksabbiegespur Richtung Rheiner Straße gesperrt. Wir lesen: „Um den Verkehrsfluss möglichst wenig zu behindern, finden die Arbeiten in den Herbstferien statt. Umleitungen werden ausgeschildert. Ortskundige werden gebeten, die Sperrung weiträumig zu umfahren.“ Man darf sich bei so viel Herbstferien-Zynismus beiseite lachen.

Denn abgesehen davon, dass es in unserer Stadt große Experten im zügigen Straßenbau gibt und auch wenn viele Autofahrer über die Untätigkeit nur den Kopf schütteln: Seit gestern ist klar, weshalb man die Arbeiten nicht im Stück von Samstag 18 Uhr bis Montag 6 Uhr erledigt hat. Die Antwort: Gut Ding will eben öffentliche Dienstweile haben! Guckst Du hier:

 

schumacherbruecke1#
Gestern, Montag, 10.10.2016, 8.20 Uhr (vertrauliche Bitte: Der Leser/die Leserin beachte die zahlreichen Arbeitskräfte auf der Großbaustelle). Und erst am gestrigen Montag um 17.00 Uhr. Bei twitter würde es jetzt heißen: @wroglingen übernehmen Sie!

schumacherbruecke2

Ganz wichtig war übrigens, von der schönen Betonsäule unten den wilden Wein abzukratzen. Dessen herbstliches Rot störte nun wirklich…

Außenwelt

21. Juli 2016

Ein lokaler Zwischenruf:

Gestern hat wieder eine kleine Schar Arbeiter Leitungen im Bereich des gesperrten Kreisverkehrs Burgstraße/Wilhelmstraße/Rosemeyerstraße verlegt – etwa acht Stunden, dann war Schluss. Außerdem ist immer ab Freitagmittag bis Montagmorgen Arbeitsstopp. Die Baustelle an einem zentralen Punkt unseres Städtchens und damit die Sperrung der Burgstraße zieht sich ausgesprochen träge und zäh, was vorhersehbar war und was vorhergesagt wurde. Es war klar, dass täglich Tausende (!) durch die Sperrung genervt, belästigt und und behindert werden. Als ich dazu zu Beginn der Baustelle Kritik übte, wurde ich öffentlich belehrt. Es sei ja etwas anderes, körperliche Arbeit zu leisten als im Büro oder in einer Redaktion zu sitzen, und wenn es schneller gehen solle, sei bald alles wieder kaputt – Argumente aus dem wohlfeilen Almanach „Dummdreistes aus dem Schatzkästlein des 19. Jahrhunderts“. Die Twitterdiskussion ist hier teilweise nachzulesen.

Notwendig ist die Frage, weshalb nicht in zwei Schichten gearbeitet wird: 16 Stunden am Tag und jedenfalls auch samstags; Immerhin kommt nach den Leitungsarbeiten noch die Grunderneuerung der Straßenoberfläche, die ebenfalls Wochen dauern soll. Würde mit mehr „Manpower“ gearbeitet, wäre heute die Baustelle nahezu fertig. Stattdessen alles zusammen: 7 Wochen für 100m Straße. Und hinterher stehen dann die Verantwortlichen (übrigens nie die bauausführenden Arbeiter!) strahlend auf ’nem Farbfoto in der Lokalpresse, was sie doch für tolle Hechte sind, dass jetzt die XY-Straße wieder in Ordnung ist, usw usw. Man kennt das zur Genüge und es ist und bleibt einfach nur doof.

 

Also, liebe Stadtverwaltung Lingen: Warum so träge? WARUM GEHT DAS NICHT MIT MEHR EINSATZ? BÜRGERFREUNDLICHER? MIT MEHR RÜCKSICHT?! Man könnte wirklich den Eindruck gewinnen, dass es Euch wurscht ist.

Doris Lindhaus hat diesen Eindruck offenbar. Sie arbeitet in einem  Einzelhandelsbetrieb in der Burgstraße und ist faktisch ohne Arbeit. „Abgeschnitten von der Außenwelt“, schreibt sie. Daher hat sie sich heute in einer Leserzuschrift geäußert und ein Konzept für die schönste Straße in unserer Stadt gefordert. Das fehlt total. Jedes ihrer Worte stimmt.