Asbest

13. Juli 2021

Gestern kontrollierte das Staatl. Gewerbeaufsichtsamt Osnabrück die Großbaustelle der Sparkasse Emsland am Lingener Marktplatz, ob die Abbrucharbeiten auch nach Recht und Gesetz ablaufe. Alle Arbeiter trugen Schutzbekleidung, wobei ich nicht weiß, ob die überwiegend eingesetzten südosteuropäischen Arbeiter die Schutzkleidung immer tragen.

In dem Anfang der 1970er Jahre errichteten Gebäude ist offenbar in nicht geringem Maße Asbest verbaut worden. Dies hatte zuletzt der Stadtbaurat in einer, in seinem Auftrag an mich gerichteten E-Mail so ausgedrückt:

Nach Rücksprache mit Herrn Schreinemacher teile ich Ihnen mit, dass vor Beginn der Abrissarbeiten des Sparkassengebäudes ein dezidiertes Baustoffgutachten vorgelegt worden ist. In diesem Gutachten wurden unter Nennung der jeweiligen Baustoffe auch die jeweils daraus zu erfolgenden Entsorgungswege aufgeführt, die im Rahmen der derzeit erfolgenden Arbeiten selbstverständlich eingehalten werden.

„Unter Nennung der jeweiligen Baustoffe“ – so  täuscht die Verwaltung über eine Asbest-Baustelle. Der gefährliche Baustoff wird also gerade in der Lingener Innenstadt großflächig verteilt. Die ausgebauten Asbestbaustoffe liegen oben auf oder unterm dem Dach des Sparkassengebäudes, war zu erfahren.  Die Nachbarn, zu denen ich zähle, wissen von nichts und werden so bewusst getäuscht. Sie sind ungeschützt den Asbest-Immissionen ausgesetzt. Ich hatte bereits Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt, weil ich als Nachbar mit keinem Wort beteiligt wurde, obwohl die Bauordnung unseres Bundeslandes das Gegenteil verbindlich vorschreibt und obwohl Bauherrn das ungeachtet gesetzlicher Vorschriften so machen, wenn sie bauen.

Die Antwort der Bauaufsicht der Stadtverwaltung war, weshalb ich, 35m entfernt wohnend, denn Nachbar sei. Das solle ich doch einmal erklären. Ja, geht’s noch?

Inzwischen stelle ich die Frage, ob der erst spät beschlossene Abbruch entgegen allen öffentlichen Erklärungen über angebliche Unterzüge, mit denen man nicht klarkomme, in Wahrheit den Grund hat, dass ein Asbestbau schwer und damit nur sehr teuer zu renovieren ist? Ob ich jemals eine ehrliche Antwort bekomme? Was meint die Leserschaft?

Foto: Asbestfasern, gemeinfrei via Wikipedia

 

 

Kombination

13. Februar 2015

Sicher

5. Februar 2011

Ich bin bekanntlich überzeugter Anhänger der deutschen Sparkassen und werde es sicher auch bleiben. Aber dies hier geht ja nun gar nicht:

Konto-II

18. Juni 2010

Neue Entwicklung in Sachen Inkasso-Tank. Diese Meldung vom 2. Mai ist obsolet. Es gibt doch kein Sparkassen-Konto für Anwalt Olaf Tank: Denn das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Osnabrück (VG Osnabrück, Beschl. v. 29. 04.2010, – 1 B 9/10 -) aufgehoben. Das Verwaltungsgerichts hatte das öffentliche Geldinstitut dazu verpflichtet, dem Osnabrücker Rechtsanwalt Olaf Tank ein Konto für seine zweifelhaften Inkassotätigkeiten einrichten und (weiter) zur Verfügung stellen müssen. Dabei waren Hunderte ahnungslos-übertöpelter Internetkunden  in den letzten Jahren in  Abo-Fallen auf schrägen Internetseiten getappt und dann mit Hilfe von Anwalt T.  abgezockt. Unbemerkt und unbeabsichtigt waren Besucher bestimmter Internetseiten teure Abos eingegangen. Tanks Inkassokanzlei überzog die Opfer dann mit teueren Zahlungsaufforderungen und bisweilen auch Klagen.

Nachdem das Osnabrücker Verwaltungsgericht Ende April im Eilverfahren noch entschieden hatte, die drittgrößte niedersächsische Sparkasse sei aufgrund des Nds.  Sparkassengesetzes verpflichtet, dem Inkassoanwalt ein Konto einzurichten, befand jetzt das in Lüneburg beheimatete Oberverwaltungsgericht: Ein solcher Anspruch ergibt sich nicht aus dem Sparkassengesetz. Auch die Grundrechte des Rechtsanwalts sind nicht beeinträchtigt. Weil die Sparkasse einen Rufschaden darlegen könne, könne sie die Einrichtung eines Kontos ablehnen. Den Rufschaden konnte die Sparkasse leicht nachweisen: Innerhalb von vier Wochen nach Eröffnung des Kontos von Tank waren bei der Sparkasse Osnabrück, einem Bericht der NOZ zufolge, mehr als 300 Beschwerden eingegangen.

Die Entscheidungsgründe des OVG Niedersachsen sind noch nicht veröffentlicht. Das Aktenzeichen der Entscheidung lautet 10 ME 77/10.

Nachtrag: Hier eine Übersicht der Verbraucherzentrale über Abofallen im Internet.

(Foto: © sparktography, Creative commons)