Psychiatriepapier

16. Januar 2020

Eine Patientenverfügung schützt nicht davor, in die Psychiatrie eingewiesen zu werden – jedenfalls nicht sofern Dritte gefährdet sind. Gleiches gilt für eine medizinisch notwendige Zwangsbehandlung mit Medikamenten, so das Landgericht Osnabrück in einem aktuellen Beschluss.

Ein Betroffener war wegen sexuell aggressiven Verhaltens eingewiesen und gegen seinen Willen medikamentös behandelt worden. Er wehrte sich dagegen mit dem Hinweis, eine im Internet erhältliche Patientenverfügung („Für Freiheit, gegen Zwang“) unterzeichnet zu haben. Darin wird jede „jede Zwangsbehandlung egal mit welchen als Medikamenten bezeichneten Stoffen“ strikt abgelehnt.

Nach Auffassung des Gerichts müssen staatliche Stellen zwar den Willen des Einzelnen berücksichtigen. Aber nur so weit, wie Rechte anderer nicht berührt würden. In diesem Fall müsse abgewogen werden, wessen Rechte schwerer wiegen. Nach Auffassung des Gerichts geht von dem Betroffenen eine konkrete Gefahr aus. Dieser Gefahr müsse notfalls auch gegen seinen erklärten Willen begegnet werden. Das von ihm unterzeichnete Papier ändere daran nichts (Aktenzeichen 4 T 8/20; 4 T 9/20; 4 T 10/20).
(Mehr: PM des Landgericht Osnabrück)

Quelle: LawBlog

 

Grundwasserkörper

20. November 2019

Bei uns „lm Emsgebiet ist das Grundwasser oft zu stark mit potenziell schädlichem Nitrat belastet. Dagegen richtet sich eine Klage gegen Niedersachsen und NRW. Die Deutsche Umwelthilfe klagt nach dem Dieselskandal Also jetzt auch gegen die Belastung des Grundwassers mit Nitrat, zum Beispiel aus Gülle. Die Organisation zog am Mittwoch gegen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen vor das Oberverwaltungsgericht Lüneburg, weil sie gegen die Wasserrahmenrichtlinie verstoßen hätten. Diese EU-Vorschrift fordert, dass sich alle Gewässer in einem guten ökologischen und chemischen Zustand befinden.

Doch im Ems-Gebiet der beiden Bundesländer werde der Nitrat-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter im Grundwasser an vielen Messstellen überschritten, teilte die Umwelthilfe mit. Die Organisation will die Behörden nun durch die Klage zu Maßnahmen zwingen, um den Grenzwert einzuhalten.

Potenziell gesundheitsschädliches Nitrat aus Stickstoffdüngern belastet Grundwasser, aus dem das meiste Trinkwasser gewonnen wird. In der Umwelt trägt zu viel Dünger zum Aussterben von Pflanzen- und Tierarten sowie zum Klimawandel bei.

„21 der insgesamt 40 Grundwasserkörper beziehungsweise zwei Drittel der Gesamtfläche der Flussgebietseinheit Ems auf deutschem Gebiet befinden sich in einem schlechten chemischen Zustand“, so die Umwelthilfe. Hauptgrund dafür sei, dass die Bauern im Schnitt mehr mit Stickstoff düngten als die Pflanzen aufnehmen könnten…“

[weiter bei der taz…]

Rudern gegen Krebs

19. Oktober 2019

„Rudern gegen Krebs“ – unter diesem Motto gehen in Lingen (Ems) am heutigen Samstag ab 9 Uhr rund 90 Ruder-Mannschaften auf dem Dortmund-Ems Kanal an den Start: Freundesgruppen, Teams von Firmen, Verwaltungen, Stadtwerken, Krankenhäusern und Arztpraxen, Physiotherapie-Praxen, Servicevereinen, Patientengruppen usw. haben sich für den guten Zweck zu 4-er Teams zusammengeschlossen.

Die meisten Teilnehmenden haben vorher nie gerudert. Aber in den letzten Wochen haben sie fleißig trainiert; für viele ist dieser Samstag auch eine persönliche Premiere. Neben spannenden Wettkämpfen auf dem Wasser wird ein ein unterhaltsames Programm für Klein und Groß geboten – mit Musik, Tanz, Kaffee und Kuchen, Getränkewagen und Grillstand auf dem und um das Gelände der ausrichtenden  Lingener Rudergesellschaft.

Die Hoffnung der Veranstalter und Teilnehmer auf gutes Wetter wird sich nicht ganz erfüllen Aber zahlreiche Besucher werden trotzdem an der Wettkampfstrecke zuschauen. Bei dieser Regatta steht neben Spaß und Sport der Einsatz für die gute Sache im Mittelpunkt. Denn die Erlöse der Regatta kommen dem Fonds für Krebskranke, Lingen e.V. zugute. Finanziert werden damit Bewegungs-, Yoga- und Entspannungsprojekte für betroffene Personen während des Klinikaufenthaltes oder in einer ambulanten Chemotherapie-Phase.

Die Idee, diese bundesweit organisierte Regatta auch nach Lingen zu bringen, hatte Dr. Hartmut Görtz, Chefarzt im Bonifatius Hospital, der bereits mehrfach an dieser Veranstaltung in Hamburg teilgenommen hat. Die Benefizregatta selbst ist eine Initiative und Aushängeschild der Stiftung Leben mit Krebs, die seit 2005 bundesweit jährlich bis zu 10 Regatten veranstaltet. „Sport ist eine wirksame Unterstützung bei der Behandlung von Krebs“, betont Klaus Schrott, Vorstandsvorsitzender der Stiftung., „Deshalb freuen wir uns, dass wir mit den Erlösen in Lingen ein spezielles Bewegungsangebot für onkologische Patienten finanzieren können“, fügt Schrott hinzu.

Im „Orga-Boot“ der Lingener Benefizregatta sind die Stiftung „Leben mit Krebs“, die Lingener Rudergesellschaft LRG, der Fonds für Krebskranke Lingen und das Bonifatius Hospital.

Mit über 100 Regatten in 23 Städten und mehr als 30.000 Teilnehmern in den letzten 14 Jahren ist „Rudern gegen Krebs“ die größte Breitensportveranstaltung dieser Art in Deutschland – in diesem Jahr mit einer Premiere in Lingen.

Nähere Informationen findet man unter www.rudern-gegen-krebs.de/10987.htm und hier.
(Quelle; Video: Ems tv)

Auf keinen Fall wollte gestern die CDU im Lingener Stadtrat eine Resolution verabschieden, in der unsere Stadt den „Klimanotstand“ ausgerufen hätte. Bündnis’90/Die Grünen hatten die Entschließung eingebracht. Klimaschützer unterstützten im Ratssitzungsaal uas Anliegen in der Einwohnerfragestunde. Es war vergeblich.

Der „Klimanotstand“, der nach dem Willen der Grünen hätte verabschiedete werden sollen, ist längst bundesweit in vielen kommunalen Räten beschlossene Sache – beispielsweise in Münster mit den Stimmen der CDU oder jüngst auch in Frankreich, wo gar die Nationalversammlung in Paris den (nationalen) „Klimanotstand“ beschlossen hat.

Der „Klimanotstand“ hat keine fest definierten Konsequenzen für die Bürger/innen einer Kommune. Sie geht damit nur eine Selbstverpflichtung ein, in Zukunft bei allen Entscheidungen den Klimaschutz mit höchster Priorität zu berücksichtigen, zum Beispiel in der Verkehrspolitik, beim Wohnungsbau oder bei der Energieerzeugung.

Der Stadtrat hätte sich bei einem Ja zum Grünen-Antrag auch regelmäßig mit den Auswirkungen und Folgen der CO2-Emissionen befassen und der OB den Rat über die Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen informieren. müssen; das vor drei Jahren einstimmig (aber ohne jegliche Konsequenzen) beschlossene städtische „Klimaschutzkonzept“ wäre nachhaltig umzusetzen und auch regelmäßig zu überarbeiten  gewesen.

Ein „Klimanotstand“-Beschluss hätte also konkret bedeutet, dem Schutz des Klimas höchste Priorität bei allen kommunalen Entscheidungen zu geben. Doch genau das wollte die CDU-Ratsmehrheit gerade nicht und versteckte ihre Absicht in einem Änderungsantrag und hinter einer von ihr juristisch geführten Debatte um den Notstandsbegriff, um den es aber gar nicht ging. Das Papier der Grünen lehnte die CDU aber nicht nur wegen der Verwendung bzw. Nichtverwendung des Wortes „Klimanotstand“ ab, wie sie glauben machen wollte.  Sie schreckt offenbar vor echten Klimaschutz-Konsequenzen zurück; sie will vielmehr wieder alles relativieren. Man erkennt dies an Schlüsselstellen ihres Papiers. So heißt es im Resolutionentwurf der Grünen:

„(Die Stadt Lingen (Ems))…

  • berücksichtigt ab sofort die Auswirkungen auf das Klima bei jeglichen Entscheidun-gen. Es werden diejenigen Lösungen bevorzugt, die möglichst stark den Klima-, Umwelt- und Artenschutz berücksichtigen und den Klimawandel und dessen Fol- gen abschwächen…“

Im CDU-Papier liest man stattdessen schön formuliert:

„(Die Stadt Lingen (Ems))…

  • wird verstärkt bei Entscheidungen die Lösungen bevorzugt, die möglichst stark den Klima-, Umwelt- und Artenschutz berücksichtigen und den Klimawandel und dessen Folgen abschwächen…“
Kurzum: die CDU will lediglich verstärken, nicht wirklich ändern und formuliert daher  Hintertüren zu einer konsequenten Klimapolitik, die wir alle unbedingt beötigen. Angesichts dessen resignierten die Grünen gestern und zogen ihr Papier zurück, das dann aber nach kurzer Sitzungsunterbrechung und Beratung zwischen den Minderheitsfraktionen SPD, Grüne und BürgerNahen als SPD-Entwurf zur Abstimmung gestellt wurd, doch  dabei dem CDU-Papier unterlag, für das sich der OB ebenso aussprach wie FDP-Mann Beeck, der u.a. auf China und Indien verwies, deren Politik viel klimafeindlicher sei. 

Was das bedeutet, kann man  konkret belegen. Ein krachender Anti-Klima-Beschluss kam nämlich keine 15 Minuten, nachdem der Stadtrat abgestimmt hatte. Im nicht-öffentlichen Teil beschloss der Stadtrat, knapp 4 Hektar Wiesen- und Ackerland südlich des Mühlenbaches und nördlich des Dieksees durch die städtische GEG zu kaufen, um diese Fläche (Foto lks) künftig mit etwa drei Dutzend Einfamilienhäusern zu bebauen. Mit der Priorität für Klimaschutz hat dieser Natur- und Flächenverbrauch vor den Toren der Stadt erkennbar nichts zu tun. 

Herbrumer Naturgarten, Herzogstraße in Herbrum, Papenburg, von Frank Vincentz  CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported„Im Garten atmet die Zeit freier “
Vortrag von Bernward Rusche
Lingen (Ems) – Kunsthalle, Kaiserstraße 10a
Dienstag, 25. Juni 2019 – 19.30 – 21.30 Uhr
Kosten 6 Euro, 4 Euro für Mitglieder und ermäßigt, Studierende frei!

„Im Garten atmet die Zeit freier…“ – dieses Zitat der großen Rose Ausländer ist der Titel des Vortrages von Bernward Rusche, NABU Emsland-Süd, am kommenden Dienstag in der Kunsthalle.

Insekten, Vögel, Pflanzen verschwinden. Aber wir können diese Entwicklung noch aufhalten. Naturnahe Gärten in denen nicht nur die Zeit „befreit“ ist, sind ein Beitrag dazu. Tipps für das richtige Maß zwischen Gestaltung und „laissez faire“ gibt es an diesem Abend vom Gartenexperten Bernward Rusche.


(Foto: Herbrumer Naturgarten, Herzogstraße in Herbrum, Papenburg, von Frank Vincentz  CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

ein höllischer Zustand

17. April 2019

Eines Tages hörte Puja Angelika Büche, berichtet die taz, eine unheimliche Stimme ganz nah an ihrem Ohr. Aber da war niemand. Ein Gespräch über Gedanken, die einem nicht gehören. Puja Angelika Büche hat ein Buch über Ihre Schizophrenie geschrieben. Friederike Grabitz hat sie interviewt. Mein Lesebefehl in der Karwoche.

taz: Wie geht es Ihnen? Sind Ihre Stimmen in diesem Moment hier?
Puja Angelika Büche: Wir sind zu zweit, es geht mir prima.

Sie waren Cellistin im Masterstudium, sind mit Leonard Bernstein auf Tour gefahren, hatten viele Freunde – bis eines Tages eine Stimme in Ihrem Kopf Ihnen befohlen hat, von einer Brücke zu springen. Danach waren Sie in der Psychi­atrie, Ihr Leben war ein Scherbenhaufen. Haben Sie geahnt, dass Sie krank sind?
Ja, einige Monate vorher hörte ich einmal eine junge Frau um Hilfe rufen. Als die Polizei sie nicht fand, ging ich zum Arzt. Er gab mir Schlaftabletten. Auch ein zweiter Arzt und eine Therapeutin erkannten die Schizophrenie nicht. Ich habe selbst nicht verstanden, dass das eine psychische Erkrankung ist.
Sie mussten akzeptieren, dass nicht mehr alle Ihre Gedanken Ihnen gehören. Was hat das mit Ihrem Selbstvertrauen gemacht?
Es ist ein höllischer Zustand. Ich habe gedacht, meine Gedanken sind für alle hörbar, und habe mich für einige davon sehr geschämt. Je mehr ich versuchte, sie zu kontrollieren, desto mehr gehässige Gedanken kamen. Heute habe ich gelernt, die zu benutzen, die ich brauche, und die anderen vorbeiziehen zu lassen, ohne zu kommentieren und bewerten. Die Gedanken dürfen Quatsch erzählen, aber ich lade sie nicht zum Tee ein.
In dem Film „A Beautiful Mind“ geht es um einen Schizophrenen, der es am Ende schafft, dass seine Stimmen ruhig auf der Treppe sitzen. Lassen sich die Stimmen zähmen?
Es gibt Leute, die können die Stimmen gern haben und integrieren. Bei mir ging das nicht, meine waren ausnahmslos quälend.
Berühmte Schizophrene wie Jeanne d’ Arc hatten es besser.
Dafür müsste man in einer Kultur leben, wo Stimmen im Kopf nicht als krank oder bizarr angesehen werden. Wenn das…

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Mehr in der taz zu Schizophrenie

Fifth Avenue

27. Februar 2019

Hierzulande steigt die erwartung, Cannabis künftig zu entkriminalisieren. Das meint jedenfalls der Deutsche Handverband, wie die Neue OZ in dieser Woche meldet.

Woanders ist man da schon ein Stück weiter. Wussten Sie beispielsweise, dass sich zwischen den zahlreichen noblen Boutiquen, Kaufhäusern und prachtvollen Gebäuden in der New Yoker „Fifth Avenue“ auch der Cannabis-Händler MedMen mit einem Flagship-Store niedergelassen. US-Medien bezeichnen die Kette inzwischen schon als „Starbucks of Weed“ oder „Apple Stores of Cannabis“. Das Unternehmen selbst hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Genuss von Cannabis massentauglich zu machen. Dieses Vorhaben unterstreicht die Firma jetzt mit einem cineastischen Werbefilm, bei dem niemand Geringeres als Spike Jonze („Being John Malkovich“, „Her“) Regie führte. (mehr…). Gucken Sie mal:

Tuberkulose

27. Februar 2019

In den vergangenen Monaten sind in den Landkreisen Cloppenburg und Osnabrück vor allem ausländische, in Schlachthöfen beschäftigte Wanderarbeiter und deren Angehörige an Tuberkulose erkrankt. Ein Mann starb so gar an der tückischen Krankheit. Bislang hieß es, dass Tbc-Infektionen insbesondere bei Wanderarbeitern in der Schlachtindustrie auftreten und die Erkrankung nicht unmittelbar mit deren Tätigkeit im Schlachthof zusammenhängt. Vor allem die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) machte die Wohn- und Arbeitsbedingungen der Wanderarbeiter für die Erkrankung veranortlich. Diese Einschätzung könnte sich jezt ädern.

Denn die amtlichen Fleischbeschauer in den Schlachthöfen hatten nach mehrere Krankheitsfällen gefordert, ebenfalls untersucht und gegebenenfalls behandelt zu werden.  der Landkreis Cloppenburg stimmte zu und bot kostenlose Tests an. Von insgesamt rund 260 Mitarbeitern des Landkreises nahmen 122 das Angebot der Behörde für kostenlose Tests an. Jetzt wurden die Testergebnisse bekannt: Sieben Mitarbeiter des Kreisveterinäramtes Cloppenburg sind positiv auf Tuberkulose getestet worden. Das bestätigte der Landkreis Cloppenburg. Bei diesen Mitarbeitern bestehe der Verdacht auf Tuberkulose, sie seien aber nicht akut erkrankt, betonte eine Sprecherin der Behörde. Sie würden von Ärzten betreut und gegebenenfalls weiter medikamentös behandelt.

Dass nun auch Beschäftigte betroffen sind, die zwar mit dem Fleisch in Berührung gekommen sind, aber vermutlich eher wenig Kontakt mit den Schlachthofmitarbeitern hatten, muss -so die Grünen im Landtag – dringend aufgeklärt werden. Sie  wollen dazu eine Unterrichtung im zuständigen Landtagsausschuss beantragen.

Die Grünen fordern aber auch weitergehende Konsequenzen. Ihre ostfriesische Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz  forderte eine verpflichtende Tuberkulose-Impfung für Schlachthof-Mitarbeiter und sagte „Die Ergebnisse der freiwilligen Tbc-Tests im Landkreis Cloppenburg sind alarmierend: Sieben von 130 Fleischbeschauern haben sich – vermutlich im Rahmen ihrer Tätigkeit – unbemerkt mit Tuberkulose infiziert. Da Tuberkulose durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen wird und die Fleischbeschauer in der Regel gar keinen Kontakt zu den Schlachthofmitarbeitern haben, stellt sich die dringende Frage nach dem Infektionsweg.“

Wir bewegen uns hier in einem sensiblen Bereich der Fleischverarbeitung“, so Meta Janssen-Kucz. „Über verpflichtende Impfungen gegen Tuberkulose sollten wir nachdenken.“ Das betreffe alle, die in Schlachthöfen ein und aus gingen, könne aber auch für die Angehörigen der Mitarbeiter*innen sinnvoll sein.

(Quellen taz, NDR, B’90/Di Grünen)

(Foto: Tuberkuloseerreger, von Dr. George P. Kubicaphil.cdc.gov, gemeinfrei)

Impfmüdigkeit

20. Januar 2019

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat jetzt Impfgegner und Impfmüdigkeit („Vaccine hesitancy„) zu den zehn aktuell größten Bedrohungen für die Weltgesundheit erklärt. Laut WHO verhindern Impfungen nämlich jedes Jahr weltweit zwei bis drei Millionen Todesfälle. Weitere 1,5 Millionen könnten vermieden werden – wenn die Impfbereitschaft besser wäre. Die Gründe für Impfmüdigkeit seien vielfältig. Nachlässigkeit, schwieriger Zugang zu den Impfstoffen oder mangelndes Vertrauen. Welchen Folgen das habe, zeige das Beispiel Masern: Die Zahl der Fälle ist 2017 weltweit um 30 Prozent gestiegen. Ein Grund sei die wachsende Zahl der Impfgegner in Industrienationen. Auch in Deutschland verdreifachte sich die Zahl der Masernfälle auf mehr als 900.

Ein Grund hierfür sind falsche Behauptungen. Gegner der Masern-Schutzimpfung haben immer wieder neue Nebenwirkungen der Schutzimpfung gegen Masern in den Raum gestellt. Die Mutmaßungen, dass Allergien, Asthma, Diabetes mellitus oder Morbus Crohn durch Impfungen ausgelöst würde, konnten allesamt nicht bestätigt werden.

Obwohl die Impfung gegen Masern als notwendig und sicher gilt, wurde in einzelnen Publikationen kritisiert, dass die Studien zur Untersuchung der Nebenwirkungen der MMR-Impfung nicht ausführlich genug und bezüglich des Studiendesigns teilweise inadäquat seien.[88] Dagegen hat Ende 2013 das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) alle vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2012 gemeldeten Verdachtsfälle ausgewertet. Es konnte kein neues Risikosignal entdeckt werden, damit bleibt das PEI bei einer positiven Risiko-Nutzen-Bewertung der monovalenten und kombinierten Masernimpfstoffe. Die WHO sagt kurz: Sicher!

Als größte globale Gesundheitsrisiken stuft die Weltgesundheitsorganisation auch Ebola, HIV, Dengue-Fieber, Antibiotika resistente Keime, Übergewicht, chronische Krankheiten – und die Luftverschmutzung ein: Neun von zehn Menschen weltweit atmen laut WHO Tag für Tag dreckige Luft. Sieben Millionen Menschen sterben vorzeitig an den Folgen – zum Beispiel an Krebs oder Herz-Lungen-Krankheiten.

Diabetes an die kurze Leine

30. November 2018

Ungefähr jeder zehnte Deutsche leidet an Diabetes.1 Diese Krankheit lässt sich nicht so einfach heilen wie ein Schnupfen. Doch so mancher Diabetes-Patient konnte bereits Abschied nehmen von Spritzen, Medikamenten und Übergewicht. Die Erkrankung bleibt bestehen; doch wer sich von ihrem Joch befreien möchte, muss oft nur seinen Lebenswandel ändern, kann dafür den Spieß umdrehen und den Diabetes an die kurze Leine zwingen.

Seit 2009 veröffentlicht Felix Olschewski (Foto lks) in seinem Blog Urgeschmack Hinweise auf einen solchen Lebenswandel. Er schreibt: „Geplant war das nie. Mein Anliegen war stets die Verknüpfung gesunder Ernährung mit Nachhaltigkeit und Genuss. Allerdings deckt sich meine Herangehensweise mit einer Ernährung, die Diabetikern hilft. Der beste Beweis sind…“

Weiterlesen bei Urgeschmack: