Bereits vor zwei Monaten hat unsere Fraktion „Die BürgerNahen“ im Lingener Rat den Antrag gestellt, die Verwaltung möge einen Vorschlag erarbeiten, die damals bereits stark von den Preissteigerungen bei Erdgas und Elektrizität betroffenen finanzschwachen Haushalte mit einer einmaligen Zuwendung zu unterstützen. Die Antwort der gut und sicher besoldeten führenden Leute in der Stadtverwaltung der finanziell bestens dastehenden Stadt Lingen (Ems)  lautete seinerzeit: „Das geht nicht.“ Ich habe dies damals als ausgesprochen arrogant bezeichnet.

Jetzt haben die BürgerNahen zum selben Thema einen Offenen Brief an Oberbürgermeister Dieter Krone (parteilos) und den verantwortlichen Ersten Stadtrat Stefan Altmeppen (CDU) der „großen selbstständigen Stadt Lingen (Ems)“geschrieben, die geforderte Vorlage jetzt zu erstellen. Darin fordern sie die „Rückendeckung für Lingener Familien bei Energiekosten!“ und schreiben in ihrem Internetblog:

Aufgrund der steigenden Energiepreise und aufgrund der Preisanpassungen der Stadtwerke Lingen zum 01. Januar 2022 hatten die BürgerNahen in der Ratssitzung am 04. November 2021 über einen Eilantrag die Erarbeitung einer einmaligen Entlastung der Lingener Haushalte beantragt. Der Antrag der BN-Fraktion auf eine Entlastung der Lingener Haushalte wurde durch die Mitglieder der CDU-Gruppe am 30. November 2021 im Auschuss für Familie, Soziales, Integration und Inklusion abgelehnt.

Bernd Koop, Ratsmitglied für die BürgerNahen, hatte bereits Ende November 2021 im Ausschuss Möglichkeiten skizziert, wie die Stadtverwaltung auch eine dauerhafte Entlastung in diesem Bereich gestalten könnte. Insbesondere da nun nach dem Jahreswechsel Menschen ihre teils sicher geglaubten günstigen Energieversorgungsverträge außerordentlich gekündigt werden und sie nur noch durch die teils wesentlich teurere Grundversorgung aufgefangen werden, sehen die BN hier Handlungsbedarf!

Offener Brief an den Oberbürgermeister Dieter Krone
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrter Herr Erster Stadtrat,
in der Sitzung des Ausschuss‘ für Familie, Soziales, Integration und Inklusion am 30.11. hatte die BN-Fraktion/Die BürgerNahen über einen Antrag die Stadtverwaltung beauftragen wollen, die Menschen in Lingen hinsichtlich der Energiekosten zu entlasten. Dieser Antrag für die Lingener Familien wurde vom Ausschuss, auch durch Ihr Mitwirken Herr Erster Stadtrat, abgelehnt.

Aktuell werden Menschen in Lingen langfristig geschlossene Energieversorgerverträge außerordentlich gekündigt; das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass wir in Lingen hier als Kommune sehr wohl für die Menschen aktiv werden sollten. Die ‚Zahl des Monats‘ auf http://www.lingen.de von 48 Mio Euro Gewerbesteuereinnahmen ist ein guter Anlass, hier sozialverträglich alle Menschen in Lingen, die dies wünschen, bei einem grundsätzlichen Auskommen zu stützen. Vgl. https://www.lingen.de/politik-rathaus-service/aktuelles/lingen-aktuell/zahl-des-monats-januar-2022.html

Ich bitte Sie, hier in gegenseitiger Absprache als Oberbürgermeister der Stadt Lingen (Ems) und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stadtwerke Lingen GmbH und als zuständiger Dezernent für den Fachbereich Arbeit und Soziales im Sinne von laufenden Geschäften der Verwaltung aktiv zu werden.
Wie in der o.g. Ausschusssitzung von mir dargelegt, bieten sich in erster Linie, aber nicht ausschließlich, zwei Ansätze: Das Familienpolitische Programm der Stadt Lingen (Ems) und ein Rabatt mittels LingenPass.

Sinnvoller wäre dies, aus sozialen Gesichtspunkten, natürlich bereits im letzten Jahr gewesen, sehr geehrter Herr Erster Stadtrat.

Das Familienpolitische Programm der Stadt Lingen (Ems) ist eine großartige Stärkung für die Lingener Familien und wird, Sie wissen dies, zu großen Teilen über den FamilienPass realisiert. Für die Lingener Familien ist u.a. ein sog. Stromkostenzuschuss möglich, wenn auch weitere Kriterien dafür erfüllt sind. Grundsätzlich ist also eine Förderung möglich. Grundzuschüsse sollten in Lingen jedoch für alle Familien mit einem entsprechenden Einkommen, also bereits auch ab dem ersten Kind, möglich sein und dann vor allem pro Kind gestaffelt werden. Im Familienleben entstehen mit Kindern zwischen 80€ bis 150€ Mehrkosten beim Strom, Stand 2010. Mit vielerlei elektrischen Geräten für Bildung und einer sehr viel höheren Quote für Menschen in Elternzeit sind diese Werte heute identisch oder nochmals höher anzusetzen. Sinnvoll wirkt es zudem, die Grenzen für eine Förderung an die aus der Kinderbetreuung bekannten Staffelgruppen zum jährlichen Bruttoeinkommen der Familien zu koppeln, vgl. https://www.lingen.de/familie-bildung/kinderbetreuung/kindertagesstaetten/kindertagesstaetten.html
Denn durch die dann im Rathaus üblicherweise bereits vorliegenden Dokumente ist eine einfache, unbürokratische Bearbeitung auch weiterer Förderungen möglich.

Für die Familien und Menschen mit LingenPass ergibt sich weiterhin der für den LingenPass bekannte Unterstützungsansatz über eine Rabattierung. Unternehmen und Vereine können hier freigewählte Rabatte einräumen – auch die Stadt Lingen (Ems) tut dies bereits. Eine direkte Auszahlung an die zu fördernden Menschen findet, wie bekannt, nicht statt. Die Kreiswerke Main-Kinzig GmbH haben u.a. den Tarif Energie5Öko im Programm. Dieser wird wie folgt beschrieben: „Der Tarif Energie5Öko ist ein speziell für das Ehrenamt entwickelter Stromtarif, der bereits einen fünfprozentigen Rabatt auf den Nettoarbeitspreis einschließt.“ Eine vergleichbare Tarifstruktur mit einem Rabatt beim Arbeits- oder Grundpreis ist somit auch für die Stadtwerke Lingen GmbH und Menschen mit LingenPass und/oder bspw. auch einer Lingener Ehrenamtskarte machbar. Eine zusätzliche Kontrolle oder Bedürftigkeitsprüfung entfällt, da diese bereits mit dem Antrag auf den LingenPass erfolgt bzw. definiert ist. Ein Ausgleich erfolgt, wenn nötig, aus dem gut aufgestellten städtischen Haushalt.

Im Gegensatz zu den in der o.g. Ausschusssitzung und im Aufsichtsrat der Stadtwerke getätigten kartellrechtlichen und Zuständigkeits- oder Wettbewerbsbedenken zeigt dies, dass eine Entlastung der Menschen in Lingen unkompliziert möglich ist. Familien und Menschen mit einem knappen Budget verdienen unseren besonderen Schutz — dies zeigen das starke Familienpolitische Programm der Stadt Lingen (Ems) und der notwendige LingenPass bereits. Nun gilt es, dies auch im Bereich der Energie umzusetzen.

Bitte werden Sie hier aktiv – das sozialverträgliche Auskommen aller Menschen in Lingen stärkt insgesamt den Zusammenhalt in unserer Stadt. Gerne darf in der nächsten Ausschusssitzung des „ASoFII“ am 21.02.2022 dazu und zum allgemeinen Thema Energie und Energiekosten für Haushalte und Familien vorgetragen werden. Wünschenswert wäre dann schon eine Vorlage der Verwaltung, die mit Zustimmung, auch des VA am 23. und des Rates am 24.02. bereits dafür sorgt, dass direkt den Menschen in Lingen ein stückweit die Last rasant steigender Energiepreise von den Schultern genommen werden kann.

Ich wünsche ein frohes neues Jahr.
Bernd Koop, BN-Fraktion

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Größtenteils ein Crossposting von Die Bürgernahen
Foto: Tekke (CC BY-ND 2.0)

30

11. Januar 2022

30 und damit nur noch rund ein Drittel der sog. „Spaziergänger“ vom ersten Januarmontag waren gestern Abend in der Lingener Innenstadt unterwegs. Vor dem Neuen Rathaus wurden rund ein Dutzend Kerzen abgestellt. Als ich nach meiner BN-Fraktionssitzung vor die Tür kam, standen dort vier jüngere Männer. That’s it.

Also befassen wir uns ungeschwurbelt mit Wichtigerem, nämlich diesen Fragen, von denen jede einzelne unter die Überschrift „Organisationsversagen“ gehört:

  • Warum haben wir in unserer Stadt offiziell 333 Coronainfizierte (Meldungsstand Montag, 10.01.) und damit plötzlich die höchste Zahl während der Pandemie und ein Vielfaches der anderen Gemeinden und Städte im Landkreis?
  • Was sind die Ursachen? Weihnachtsmarkt, Kneipenbesuche, Unbesorgtheit?
  • Warum wird freitags ein Kindergarten in Lingen wegen Infektionen geschlossen und heute -bei unveränderten Zahlen- wieder geöffnet und was ist mit den anderen, mindestens drei Kitas, die Omikron zu Besuch haben?
  • Wieviele feste Raumlüfter gibt es inzwischen in Lingen, wo vor 13 Monaten CDU und SPD die Anschaffung mobiler Geräte zum Schutz der Schülerinnen und Schüler wie der Lehrkräfte ablehnten?
  • Warum „glänzt“ der Landkreis Emsland seit knapp zwei Jahren ständig mit einer großen Zahl an Nachmeldungen SarsCov2-Infizierter beim Robert Koch-Institut (RKI)?
  • Warum ist ab Freitagmittags  das Gesundheitsamt des Landkreises nicht erreichbar sondern geschlossen und im Wochenende?
  • Warum gibt es im ganzen Landkreis Emsland keine PCR-Teststation am Wochenende- von einzelnen engagierten Ärzten abgesehen, deren Namen hinter vorgehaltener Hand weitergegeben werden? 
  • Warum gibt es überhaupt keine Anstrengungen des gewählten Kreistages und seiner Abgeordneten, die greifbare Misere der Kreisverwaltung zu beenden oder jedenfalls die Ursachen für die Fehler aufzuarbeiten?

Die Fragenliste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, im Gegenteil. Sie ist ausbaubar.

ps Auch in der Grafschaft Bentheim hielt sich übrigens der Zulauf bei den Schwurblern gestern in Grenzen: die Grafschafter Nachrichten meldeten 10-15 von ihnen in Nordhorn und eine Handvoll mehr in Neuenhaus.

„Food in the nude“

10. Januar 2022

Es gibt einen neuen Trend „Food in the nude“ und der beschert Supermärkten gerade einen regelrechten Boom.  „Nacktes Essen“ bedeutet: Die Verbraucher bekommen ihr Obst und Gemüse vollkommen unverpackt. Nachdem 2019 eine Gruppe von Supermärkten in Neuseeland die Verwendung von Plastikverpackung für nahezu ihr gesamtes Obst und Gemüse in einem Projekt mit dem Titel „Food in the nude“ einstellte, stieg der Verkauf einiger Gemüsesorten bis auf der Dreifache.

Was mit „Food in the nude“ begann, hat in Neuseeland eine regelrechte Revolution gegen Plastik ausgelöst und verschiedene Gesetze gegen Plastikverpackungen und andere Plastikartikel wurden verabschiedet. Während andere Supermärkte oder Discounter behaupten, man brauche 10 Jahre, um plastikfrei zu werden, schaffte es in Großbritannien  ein britischer Supermarkt: „Plastikfrei“ und das in nur 10 Wochen! Plastik und Lebensmittel gibt es im Supermarkt immer häufiger in enger Verbundenheit: Diese Symbiose gehört inzwischen zum normalen Anblick im Regal.

Doch es geht auch grundsätzlich, wie Frankreich jetzt zeigt. Seit dem 01. Januar 2022 gilt im EU-Nachbarland ein neues Gesetz, das Plastikverpackungen für die meisten Obst- und Gemüsesorten verbietet. Gurken, Paprika, Zucchini, Auberginen, Zitronen und Orangen gehören zu den 30 Sorten, die nicht in Plastik verpackt werden dürfen. Und auch in Spanien wird der Verkauf von Obst und Gemüse in Plastikfolie ab 2023 in Supermärkten und Lebensmittelgeschäften verboten. mehr…

Die Politik in Frankreich kommt den Händlerinnen und Händlern aber entgegen: Für einige schnell verderbliche Lebensmittel wie Pfirsiche und Tomaten gilt eine längere Übergangsfrist bis Juni 2023, „um eine praktikable und zufriedenstellende Lösung zu finden“, so ARD-Korrespondentin Linda Schildbach. Für sehr empfindliche Früchte wie Beeren oder reifes Obst endet die Übergangsfrist sogar erst im Juni 2026.

Die französische Regierung erwartet, dass mit dem Plastikverbot für die rund 30 Obst- und Gemüsesorten mindestens eine Milliarde Verpackungen jedes Jahr vermieden werden. Über ein Drittel aller Obst- und Gemüsesorten wurden bisher in Frankreich üblicherweise für den Verkauf in Plastik verpackt. mehr… 

Hinweis:
Der erste Unverpackt-Laden im Emsland ist in Lingen. Sie finden das von einer Genossenschaft betriebene Geschäft in der Kirchstraße 2, also neben der Einfahrt zur Tiefgarage unter dem Marktplatz. Seine MacherInnen schreiben: Damit „wollen wir gemeinsam mit Euch verantwortungsvoller handeln und weniger Müll produzieren. Wir wollen unser Konsumverhalten überdenken und zeigen, dass es möglich ist nachhaltiger einzukaufen.“


Quellen: Deutschlandfunk Nova; Netzfrauen.org;  foodwatch.de, TRT

 

Danke

3. Januar 2022

Aufruf

2. Januar 2022

Gestern habe ich eine Mahnwache als Veranstaltung angemeldet, bei der der bisher 40 Coronatoten in unserer Stadt gedacht werden soll.

Sie wird am Montagabend, 3. Januar um 19 Uhr auf dem Vorplatz des Neuen Rathauses stattfinden. Es wird eine (überparteiliche) Mahnwache sein, also keine Rede, Banner usw., und sie soll etwa 30 Minuten dauern.

Für jedes Lingener Coronaopfer wird eine Kerze angezündet sein und zwar in einem Glas, das von Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihren Händen getragen werden soll. Es soll schweigend der Verstorbenen gedacht werden.

Ich bitte die Leserschaft  herzlich um Teilnahme und Unterstützung. Zusammen sollten wir ein Zeichen setzen, dass wir unserer Coronatoten gedenken und gemeinsam mit ihren Familien und Freunden um sie trauern. Damit stellen wir uns jenen entgegen, die Leid und Schmerz ebenso wenig sehen wie unser aller Pflicht zum Schutz Gefährdeter vor dem tödlichen Virus.

Auf das Bild klicken, um den Aufruf auf Facebook zu teilen.

Mein Silvester-Menutipp

29. Dezember 2021

In diesen Tagen zwischen den Jahren sollte nicht nur Ärgerliches & Dummes im Blick sein, man darf auch… ach, lest selbst:

Es muss nicht immer der klassische, rotweinige Coq au vin sein, der manchmal eben schwerer im Magen liegt, als es gut tut. Da habe ich beim Stöbern hier das aktuelle NYT-Rezept gefunden – von mir „aus Gründen“ aufgestockt auf fünf Portionen  – rechtzeitig zum  Silvesterabend. Der Clou: Der Hauptgang ist in einer Stunde zubereitet, und es gibt genügend Zeit für Beilagen und Vorspeise.

Als Silvestermenu also dieses Mal „in Weißwein geschmortes Hühnchen mit Champignons und Lauch“: Crème fraîche und ausgefallene Champignons in eine Pfanne mit in Wein geschmortem Hühnchen geben. Das macht das Gericht besonders reichhaltig und speziell. Wenn es Hühnchen sein soll, passt dieses New-York-Times-Silvester-Rezept perfekt für ein festliches Abendessen. Es ist viel schicker als das Essen unter der Woche, und es ist nicht allzu schwierig- sogar ich bekomme es (wohl) hin. Aber, liebe Lesergemeinde, testet es vielleicht ein oder zwei Tage im Voraus, also heute (am Lingener Wochenmarkttag) oder morgen. Übrigens schmeckt das „Wine-braised Chicken with Mushrooms and Leeks“  tags darauf noch besser – wie alle Schmorgerichte.

ZUBEREITUNG
1.
Hähnchen oder Hühnchen oder Stücke davon abwaschen und [Update: Nicht waschen, schreibt Mechthild, weil schau mal hier] mit Küchenpapier trocken tupfen. Rundum mit etwas Salz und schwarzem Pfeffer würzen. Zwei Knoblauchzehen fein reiben oder durch eine Presse passieren oder hacken. Die Hälfte des geriebenen Knoblauchs für später beiseite legen. Mit dem Rest die Hühnchenteile einreiben. Legen Sie das Hühnchen erst einmal zur Seite, während Sie die anderen Zutaten zubereiten.
2.
In einem Schmortopf bei mittlerer bis hoher Hitze einen Esslöffel Öl und einen Esslöffel Butter mischen. Wenn die Butter schmilzt, fügen Sie das Hühnchen (die Hühnchenteile) portionsweise hinzu und braten Sie es auf beiden Seiten 4 bis 6 Minuten pro Seite, bis es  gebräunt ist. Wenn die Pfanne austrocknet, nach Bedarf noch etwas Öl hinzufügen. Die Hühnchen dann auf einen Teller geben.
3.
Den restlichen Esslöffel Öl und die Butter in eine Pfanne geben. Sobald die Butter geschmolzen ist, fügen Sie die Pilze hinzu und kochen Sie ungestört, bis sie auf einer Seite gut gebräunt sind, 2 bis 3 Minuten, dann wenden und 1 weitere Minute kochen.
Die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren den restlichen geriebenen oder in dünne Scheiben geschnittenen Knoblauch, den  Lauch und jeweils eine große Prise Salz und Pfeffer einrühren. 4.
Unter gelegentlichem Rühren kochen, bis der Lauch zart und goldbraun ist. Das dürfte etwa 7 Minuten dauern. Rosmarinzweige und den Weißwein in den Schmortopf geben und köcheln lassen, dabei die gebräunten Stücke auskratzen, bis sich die Flüssigkeit auf die Hälfte reduziert hat (etwa 1 Minute).
5.
Jetzt das Hühnchen mit der Hautseite nach oben in die Pfanne legen und angesammelte Säfte vom Teller darüber gießen. Reduzieren Sie die Hitze auf mittlere bis niedrige Stufe und kochen Sie alles zugedeckt, bis das Hühnchen durchgegart ist, also etwa 25 bis 35 Minuten.
6.
Jetzt kommt das gebratene Hühnchen auf eine Servierplatte und wird mit Folie abgedeckt oder wartet im Backofen bei geringer Hitze, um es warm zu halten. Die Rosmarinzweige aus dem Schmortopf fischen. Wenn die Sauce dünn aussieht, die Hitze auf mittlere bis hohe Stufe stellen und 2 bis 5 Minuten köcheln lassen, bis sie leicht eindickt. Den restlichen Knoblauch, Crème fraîche, Schnittlauch und Zitronenschale unterrühren. Sauce abschmecken und bei Bedarf mehr Salz hinzugeben. Die Sauce über das Hähnchen geben und mit Petersilie, mehr Zitronenschale und einem Klecks Crème fraîche nach Belieben garnieren und servieren.

ps
Vorneweg vielleicht ein gemischter oder ein Tomatensalat? Ich würde das geschmorte Hühnchen mit Kartoffel-Lauch-Plätzchen und gekochten Karotten servieren. Ist aber -wie alles – Geschmacksache. [Rezeptfreier Hinweis: Nur das Impfen ist keine Geschmacksache, sondern solidarisch und klug zugleich]

pps 
Zu all dem Guten gehört ein Riesling, Silvaner oder Sauvignon Blanc ins Glas (und derselbe vorher in den Topf), also ein Wein, der genug Reife oder Substanz hat, dass er neben der würzigen, knusprigen Haut oder dem angebratenen Fleisch besteht. Ein VDP-Ortswein wäre nicht schlecht. Wein Willenbrock hat die Auswahl, zB den hier.

Guten Appetit!


Zutatenliste:

1,8 kg  Brathuhn oder Stücke (gern auch mit Knochen)
Salz und frisch gemahlener, schwarzer Pfeffer
4 Knoblauchzehen
3 Esslöffel ital. Olivenöl extra Virgine – mehr nach Bedarf
3-4 Esslöffel Butter
2 ordentliche Becher dünn geschnittene, frische Champignons (oder auch Pilze wie King Oyster, junger Schwefelporling, Pfifferlinge oder Herbsttrompete oder eine Mischung von alledem, sofern man sie in Lingen kaufen kann…)
3  große Lauchstangen (5 Tassen), halbieren und in dünne Halbmonde schneiden (die weißen und hellgrünen Teile verwenden)
2 bis 3 Rosmarinzweige
1/2 Flasche trockener Weißwein (wer den nicht verträgt, darf wahlweise auch trockenen Rot- oder Roséwein probieren)
1 Becher Crème fraîche – mehr zum Servieren, wenn gewünscht
3 Esslöffel gehackter frischer Schnittlauch
1 Teelöffel fein geriebene, ungespritzte Zitronenschale – plus mehr zum Servieren
2/3 Tasse fein gehackte, frische Petersilie (Blätter und zarte Stängel)

Jürgen!

28. Dezember 2021

Was für ein Sch…jahr! Jetzt Jürgen. 10 Wochen hat er im Frühjahr so stark gegen dieses Virus gekämpft und stirbt nun an dessen Folgen zu Weihnachten. Dabei wollten wir noch gemeinsam unseren Verein in die Zukunft führen. Vor zwei Wochen haben wir deshalb noch zusammengesessen und beratschlagt. Dann vor fünf Tagen Willy zu Grabe getragen und jetzt Du.

Ruhe in Frieden, alter Sportsfreund.

 

 

wahrscheinlich jedoch nicht

27. Dezember 2021

Eine neu initiierte Sammelbewegung reklamiert Zuwachs: Den „Freien Niedersachsen“ folgen mittlerweile knapp 17.000 auf Telegram. Natürlich gibt es da eine Flächenumverteilung und Telegram-Zulauf aus Sachsen, Thüringen und anderen Landstrichen, in denen bekanntlich die Impfquote besonders niedrig und die Zahl freidrehender Schwurbler und Corona-Infizierter hoch ist.

Nach dem Vorbild der von rechtsextremen Kadern initiierten „Freien Sachsen“ ist seit Anfang des Monats auch in Niedersachsen eine Mobilisierungs- und Informationsplattform entstanden, die mit eigenen Beiträgen auch inhaltliche Spitzen setzt. Der NDR etwa sei eine „Propagandamedienanstalt“, der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ein „Möchtegern-Kaiser“ und „Despot“. Nach Darstellung der „Freien Niedersachsen“ selbst folgen Tausende ihren Aufrufen zum Protest.

Bereits eine Woche vor Weihnachten erschienen in den NOZ-Ausgaben für Meppen und Papenburg Hinweise auf unangemeldete Demonstrationen sog. „Spaziergänge“ der freidrehenden Schwurbler der Region.  „Wer dieses Treffen organisiert und ob es sich dabei um eine feste Gruppe oder einzelne Personen handelt, ist unklar.“ Bislang sei keine organisierte Gruppenstruktur erkennbar, antwortete ein Sprecher der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim (PI) auf Nachfrage der „Meppener Tagespost“ (MT). Dafür, dass die Treffen in Meppen und Haren von derselben Gruppe organisiert worden sind, gebe es ‚keine konkreten Hinweise“. „Ein polizeiliches Einschreiten wird wahrscheinlich jedoch nicht immer erforderlich sein.“ zitierte die Meppener Tagespost de Polizeisprecher

Dass die Kräfte der PI offenbar nicht in der Lage sind, die organisierte Struktur hinter diesen „Spaziergängen“ zu erkennen, kennt man schon aus Sachsen, Thüringen und anderen östlichen Bundesländern zur genüge. Dort wurde die Polizei immer wieder von „Spaziergängern“ an der Nase durch die Manege gezogen. Spazieren geht dort nämlich niemand. In Wahrheit handelt es sich um organisierte Demonstrationen, die dem Demonstrationsrecht und den aktuell geltenden Corona- und Hyiegeneverordnungen unterliegen.

Am vergangenen  Montag „spazierten“, laut eigenen Angaben nun genau 63 Menschen -tatsächlich waren es etwa die Hälfte – mit Lichtern und Kerzen durch Lingen, unter anderem über den Konrad-Adenauer-Ring bis zum Neuen Rathaus. Ohne Masken, ohne Mindestabstände, ohne Polizei – aber mit einem Warnwesten gesicherten Posten am Ende des Zuges; so wirklich wollte man sich dann doch nicht selbst gefährden. Dass mit masken- und abstandslosen Demonstrationen andere gefährdet werden, war egal.

Vor dem Eingang des neuen Rathaus stellten die Schwurbler dann ihre knapp 30 Kerzen ab, die angesichts von inzwischen 39 Corona-Toten in unserer Stadt vielleicht besser vor einem der lokalen Friedhöfe hätten aufgestellt werden sollen. Gut eine Stunde später raste ein SUV mit dem amtlichen Kennzeichen EL-T 2010 zum Rathausvorplatz, sein Fahrer sprang heraus, fotografierte die Kerzen (Foto) und raste flugs wieder davon (Foto); tags darauf präsentierten die „Freien Niedersachsen“ das dabei geschossene Foto wie ene Trophäe in ihrem Telegram-Kanal.

Also die Frage: Wer koordiniert die Lokalen Schwurbel-Proteste? Zwar spricht die PI von „Facebook-Gruppen“ in denen die „Spaziergänge“ angekündigt werden, tatsächlich ist aber auch hier der Messenger-Dienst „Telegram“ das zentrale Werkzeug für die, die aus dem rechten Spektrum spalten, hetzen und Falschinformationen verbreiten und ganz nebenbei auch unsere demokratisch verfasste Gesellschaft attackieren und sie abschaffen wollen.

Der Journalist Moritz Siman, ein Experte für die extreme Rechte, hat Anfang des Monats auf Twitter Zusammenhänge aufgezählt:

Sinan: „Wie erfolgreich diese Versuche außerhalb Sachsens sein werden, hängt maßgeblich vom gesellschaftlichen Umgang mit diesen ab. Es ist der Versuch der weiteren Radikalisierung eines rechten und verschwörungstheoretischen Millieus, bei denen das Corona-Thema Mittel zum Zweck ist.“

Auch Belltower.News (News-Plattform für digitale Zivilgesellschaft) widmete sich in einem langen Beitrag dem „zentrale[n] Vernetzungstool der antidemokratischen Coronaleugner:innen-Proteste“, insbesondere dem Kanal „Freie Sachsen“:

„Optisch merkt man auf den ersten Blick in den Telegram-Kanal der ‚Freien Sachsen‘ vielleicht nicht unbedingt, dass hier extrem rechte Aktivist:innen hetzen. Reichskriegsfarben fehlen, genau wie gängige rechtsextreme Codes. Die Sprache die sie in ihrem Kanal verwenden ist hingegen eindeutig. Immer stärker radikalisieren sie ihre über 100.000 Abonnent:innen. Sie bedienen eine gewaltvolle Rhetorik, die immer auf einen Kampf ‚Gut gegen Böse‘, ‚Wir gegen die‘, ‚Unten gegen Oben‘, hinausläuft. Quasi in Echtzeit posten sie Bilder und Videos von Demonstrationen. So bekommen die Abonnent:innen den Eindruck, sie seien tatsächlich die Mehrheit.“

Und im Emsland? Im Emsland hat die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim „keine Hinweise“ auf eine organisierte Struktur und freut sich, dass alles „sehr, sehr friedlich“ und „ohne Zwischenfälle“ abgelaufen ist. Dass das Versammlungsrecht und die Corona-Verordnungen des Landes verletzt werden interessiert die Ordnungshüter offenbar nicht.

Dabei ordnet der niedersächsische Verfassungsschutz, dessen Präsident einmal Chef der auch für das Emsland zuständigen Polizeidirektion war,  die „Freien Niedersachsen“ dem Verdachtsobjekt „Demokratiefeindliche und/oder sicherheitsgefährdende Delegitimierung des Staates“ zu. Die Gruppierung orientiere sich inhaltlich und in ihrem Auftreten an den „Freien Sachsen“, so der niedersächsische Verfassungsschutz auf taz-Anfrage. In den vergangenen Wochen habe sich gezeigt, dass esbei den Protestzügen immer mehr Teil­neh­me­r*in­nen gebe. Rechts­ex­tre­mis­t*in­nen und Reichs­bür­ge­r*in­nen seien zwar darunter, organisierten sie aber nicht selbst. „Radikale Teile der Coronaleugner sehen Gewalt als legitimes Mittel und machen staatliche Repräsentanten verächtlich“, so der Niedersächsische Verfassungsschutz.

Noch dies: Eines vereint die Demonstrationen in Lingen, Meppen, Papenburg:  Niemand will es sein, niemand möchte in Erscheinung treten, niemand den eigenen Namen in der Lokalzeitung lesen. Nicht einmal der rechtsradikale Gordon W. .

Heute soll ab 18 Uhr übrigens wieder ab Universitätsplatz eine nicht angemeldete Demonstration in Lingen stattfinden. So war es bei Telegram bereits am vergangenen Dienstag zu lesen. Vielleicht geruhen sich Ordnungsamt und Polizei dann doch einmal, tätig zu werden?


Quellen: Taz, Belltower:News, @M000X (Moritz Sinan)
Foto: RobertsBlog

Für die nächsten Tage:

Impfen

In Meppen, Papenburg und Lingen sind diese feste Impfstationen in Betrieb:

  • Impfstation in Papenburg
    (Jugendgästehaus Papenburg, Kirchstraße 38):
    Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag: 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr; Donnerstag: 9 bis 20:30 Uhr
    (nicht geöffnet an Heiligabend und Silvester; Mittwoch, 29. Dezember, nur Impfungen für Kinder von 5 bis 11 Jahren)
  • Impfstation in Meppen (Jugend- und Kulturgästehaus an der Koppelschleuse; Parkmöglichkeiten an der Sportanlage am Helter Damm; mit dem Fahrrad vor der Tür…
    Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag: 9 bis 16:30 Uhr; Donnerstag: 9:00 Uhr bis 20:30 Uhr
  • Impfstation in Lingen (Ems) in den Emslandhallen:
    Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag: 9.00 Uhr bis 16:30 Uhr;
  • Donnerstag: 9.00 Uhr bis 20:30 Uhr
    (nicht geöffnet an Heiligabend und Silvester; Mittwoch, 29. Dezember, nur Impfungen für Kinder von 5 bis 11 Jahren)

Übersicht der Impfstation in den Emslandhallen:


Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bilden die zentrale Anlaufstelle für Impfungen gegen das Corona-Virus. Ergänzend bietet der Landkreis Emsland inzwischen weitere Erst- und Zweitimpfungen sowie Drittimpfungen dezentral in den kreisangehörigen Kommunen durch die Mobilen Impfteams (MITs) an. Betreiber der MITs sind das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Malteser Hilfsdienst (MHD). Die ärztliche Leitung der MITs hat Dr. Wolfgang Hagemann:

Hier die aktuellen „mobilen“ Termine:

Donnerstag, 23. Dezember, 9:30 – 16:30 Uhr Freren (kl. Turnhalle, Klausenstraße 3, 49832 Freren)

Montag, 27. Dezember, 9:30 -16:30 Uhr Geeste (Heimathaus in Geeste, Osterbrocker Straße 5, 49744 Geeste)

Dienstag, 28. Dezember, 9:30 -16:30 Uhr Haselünne (Stadthalle, Friedrich-Berentzen-Weg 2, 49740 Haselünne)

Mittwoch, 29. Dezember, 14 – 17 Uhr Twist (Sporthalle Oberschule, Flensbergstraße 17, 49767 Twist)

Montag, 3. Januar, 9:30 – 16:30 Uhr Herzlake (Jugendheim Lähden, Jahnstraße 1, 49774 Lähden)

Montag, 3. Januar 14 – 17 Uhr Surwold (Kommunikationszentrum Alter Bauhof, Schleusenstraße 74, 26903 Surwold)


HINWEIS FÜR KINDERIMPFUNGEN:

Mittwoch, 29. Dezember, 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr Impfangebot für Kinder von 5 bis 11 Jahren an den stationären Impfstationen in Lingen (Ems), Emslandhallen, und Papenburg (Jugendgästehaus Johannesburg, Kirchstraße 38).


Bei den Kinderimpfungen gelten die bekannten Regeln, d.h. Kinder bis einschließlich 5 Jahren sind von der Pflicht zum Tragen einer Maske ausgenommen, zwischen dem 6. und 14. Geburtstag reicht eine Alltags-/Stoffmaske. Eine erziehungsberechtigte Person muss das Kind begleiten, die Einwilligung muss zudem schriftlich im Namen der Sorgeberechtigten im Anamnesebogen des rki (s.u.) erfolgen. Darüber hinaus ist ein Altersnachweis des Kindes erforderlich (durch den Impfpass des Kindes oder durch den Kinderausweis oder die Krankenkassenkarte).

Weitere Informationen zu den Terminen der Kinderimpfung hier…


Corona-Schnelltestzentren in Lingen (Ems)

Wichtiger Hinweis: Auch unter Aufsicht am Arbeitsplatz durchgeführte und bescheinigte Negativtestungen können verwendet werden. Jede dieser Bescheinigungen kann innerhalb von 24 (PCR-Test = 48) Stunden beliebig oft eingesetzt werden.

  • Apotheken:
    • Darmer Apotheke (Rheiner Straße 109 in Lingen)
      Terminbuchung unter: coronatestemsland.de
    • Looken Apotheke (Lookenstraße 23 in Lingen)
    • Biener Apotheke (Am Treffpunkt 5) – ohne Voranmeldung, Informationen zu den Öffnungszeiten unter https://biener-apotheke.de/
  • Testzentren und -Stationen:
    • Corona-Testzentrum bei „Meyering Verkehrsbetriebe“ am Emsufer 9 i& n Lingen-Schepsdorf: montags bis freitags, 8 Uhr bis 18 Uhr; samstags von 8 bis 12 Uhr – ohne Voranmeldung
      24. Dezember von 08 bis 12 Uhr
      25. Dezember von 10 bis 12 Uhr
      26. Dezember von 10 bis 12 Uhr
      31. Dezember von 08 bis 12 Uhr
      01. Januar von 10 bis 12 Uhr
    • Corona-Testzentrum des Malteser Hilfsdienstes e.V. (Lengericher Straße 39): freitags von 18 bis 21 Uhr sowie samstags von 9 bis 14 Uhr und von 15 bis 18 Uhr; Termine online buchen unter https://app.no-q.info/malteser-hilfsdienst-ev-lingen-ems/checkins; es sind auch Tests ohne Anmeldung mit wenig Wartezeit möglich
      23. Dezember von 18 bis 21 Uhr
      25. Dezember von 9 bis 12 Uhr
      30. Dezember von 18 bis 21 Uhr
    • Drive in Teststation am Schwarzen Weg 20: montags bis sonntags, 7 bis 19 Uhr, ohne Termin möglich, Online-Registierung unter https://schnelltest-lingen.de/
    • Drive in Teststation auf dem Parkplatz an der EmslandArena (Lindenstraße 24a): montags bis sonntags, 7 bis 21 Uhr – ohne Termin möglich, Chekko-App wird benötigt
      24. Dezember von 9 bis 18 Uhr
      25. Dezember von 9 bis 18 Uhr
      26. Dezember von 9 bis 18 Uhr
    • Eisbar auf dem Weihnachtsmarkt: montag bis donnerstags, 9.30 bis 19 Uhr, freitags bis samstags, 9.30 bis 20 Uhr, sonntags, 12 bis 20 Uhr, ohne Termin möglich, Chekko-App wird benötigt
    • Teststation im La Luna im Lookentor (Poststraße 5/Hintereingang Marienstraße): täglich von 9 bis 19 Uhr (ohne Termin)
      alle Infos und Öffnungszeiten auch unter: www.schnelltest-el.de
      24. Dezember, 08 bis 13 Uhr
      25. Dezember, 09.30 bis 12.30 Uhr
      26. Dezember, 13 bis18 Uhr
      27. bis 30. Dezember, 09 bis 19 Uhr
      31. Dezember, 08 bis 13 Uhr
      01. Januar, 13 bis 17 Uhr
      ab dem 2. Januar, 09 bis 19 Uhr (wieder regulär)
    • INJOY Lingen (Schillerstr. 2 49811 Lingen): montags bis freitags, 8 bis 12 Uhr und 16 bis 19 Uhr; samstags, 9 bis 14 Uhr; sonntags 10 bis 16 Uhr; ohne Termin möglich
    • Teststation Willy Brandt Ring 72: montags bis freitags, 7 bis 19 Uhr; samstags 10 bis 19 Uhr24. Dezember, 09 bis 16 Uhr
      25. Dezember, 09 bis 16 Uhr
      26. Dezember, 09 bis 16 Uhr
      31. Dezember, 09 bis 16 Uhr
    • Pars Corona Teststation (auf dem Parkplatz vor dem Möbelhaus Berning und dem Obi-Baumarkt, Rheiner Straße 112-114): montags bis samstags, 7:30 bis 19:30 Uhr; sonntags mit Terminvereinbarung (Tel. 0160 65 700 00); Öffnungszeiten an den Feiertagen:24. Dezember, 07:30 bis 14:30 Uhr
      25. Dezember, 10:00 bis 13:30 Uhr
      26. Dezember,10:00 bis 13:30 Uhr
      31. Dezember, 7:30 bis 14:30 Uhr
      1. Januar 2022, 10 bis 12 Uhr
    • Testzentrum Gasthaus Sperver (Bremer Straße 11): montags bis freitags von 7 bis 10 Uhr sowie von 12:30 bis 19:30 Uhr; samstags von 9 bis 19:30 Uhr; sonntags von 9 bis 13 Uhr; Termine online buchen unter https://wirtesten.online/gasthaussperver/termin24. Dezember von 8 bis 13 Uhr
      25. Dezember von 8 bis 13 Uhr
      26. Dezember von 8 bis 13 Uhr
      31. Dezember von 9 bis 17 Uhr
    • Testzentrum Firma ROSEN (Am Seitenkanal 2-4, 49811 Lingen): montags bis samstag, 7 bis 19 Uhr und sonntags, 10 bis 16 Uhr; Terminvergabe über teststelle-aldi-rosen.chayns.net
      24. Dezember, 9 bis 12 Uhr
      25. Dezember, 11 bis 16 Uhr
      26. Dezember, 10 bis 16 Uhr
      31. Dezember, 7 bis 13 Uhr
      01. Januar, 14 bis 19 Uhr
    • Teststation in der Marienstraße: montags bis sonntags, 10 bis 19 Uhr – ohne Termin möglich
      24. Dezember, 9 bis 16 Uhr
      25. Dezember, 9 bis 16 Uhr
      26. Dezember, 9 bis 16 Uhr
      31. Dezember, 9 bis 16 Uhr
    • Teststation in der Großen Straße: dienstags bis sonntags, 10 bis 19 Uhr – ohne Termin möglich
      24. bis 26. sowie 31. Dezember geschlossen
    • Testzentrum Handwerk der Kreishandwerkerschaft (Beckstraße 21): Termine online buchen unter https://www.emslandhandwerk.de/einrichtungen/arbeitsmedizinischer_sicherheitstechnischer_dienst/testzentrum_handwerk/alle_wichtigen_fakten_im_berblick.html
    • Testzentrum DRK Ortsverein Lingen e.V. (Clara-Eylert-Straße 6): mittwochs, 18 bis 19:15 Uhr, freitags, 18 bis 21 Uhr sowie samstags, 9 bis 12 Uhr – Terminvereinbarung unter https://testzentrum-drk-lingen.de
      24. Dezember, 08:30 bis 10:30 Uhr
      25. Dezember 08:30 bis 10:30 Uhr
      26. Dezember, 08:30 bis 10:30 Uhr
      31. Dezember, 08:30 bis 10:30 Uhr
    • Drive&Walk In, Schnelltest Center, Parkplatz Gaststätte Timmer (Altenlingen, Forstweg 47): ohne Termin möglich;montags bis donnerstags, 6 bis 11 und 15 bis 20 Uhr, freitags und samstags, 6 bis 20 Uhr, sonntags, 8 bis 20 Uhr; Online Registrierung unter: https://app.covstop.de/
      24. Dezember, 6 bis 16 Uhr
      25. Dezember, 8 bis 16 Uhr
      26. Dezember, 8 bis 16 Uhr
    • Drive&Walk In, Schnelltest Center, Parkplatz Bäckerei Fehren (Baccum – Ramsel, Alte Dorfstraße 4): ohne Termin möglich;
      montags bis donnerstags, 6 bis 11 und 15 bis 20 Uhr, freitags/samstags 6 bis 20 Uhr, sonntags 8 bis 20 Uhr;
      Online Registrierung unter: https://app.covstop.de/
      24. Dezember, 6 bis 16 Uhr
      25. Dezember, 8 bis 16 Uhr
      26. Dezember, 8 bis 16 Uhr

Quellen: [1][2][3]

Die Grünen in Hannover haben erneut das AKW Emsland in Lingen in den Blick genommen. Ein Jahr vor dem bevorstehenden Abschalten des Meilers werfen sie der Atomaufsicht des Landes  „gefährliche Vernachlässigung von Inspektionspflichten“ vor.

Darum geht es:
Das Atomkraftwerk Emsland in Lingen geht in das letzte Betriebsjahr. Die Grünen schlagen nun Alarm und werfen dem Umweltministerium gefährliche Vernachlässigung von Inspektionspflichten vor. Mit einer Landtagsanfrage fordern die Grünen Aufklärung darüber, dass die Landes-Atomaufsicht zwei Jahre nach den ersten Korrosionsfunden noch immer keine vollständige Überprüfung durchsetzt. Gutachten zum baugleichen Atomkraftwerk Neckarwestheim II belegen die Notwendigkeit einer jährlichen und vollumfänglichen Überprüfung der Dampferzeugerheizrohre. Die Betriebserfahrung aus dem baden-württembergischen Reaktor zeigt, dass die Korrosion dort trotz der ergriffenen Gegenmaßnahmen nicht gestoppt werden konnte. Anders als in Niedersachsen lässt die baden-württembergische Atomaufsicht jedoch jährlich alle Dampferzeuger-Heizrohre des AKW Neckarwestheim überprüfen, sodass neue Roststellen erfasst und die betroffenen Rohre verschlossen werden.

Miriam Staudte, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, atompolitische Sprecherin erläuterte:

„Wir fordern Olaf Lies als Chef der Landesatomaufsicht auf, unverzüglich alle Dampferzeuger-Heizrohre im AKW Emsland auf voller Länge und an beiden Enden untersuchen zu lassen. Die Atomaufsicht hat stets versichert, es würden höchste Sicherheitsstandards bis zum letzten Tag gelten. Dieses Versprechen ist nun einzulösen, es darf keinen Sicherheitsrabatt auf das letzte Betriebsjahr nach dem Motto `wird schon gut gehen´ geben.“

„Das Wegschauen der Landesregierung ist eine gefährliche Vernachlässigung von Inspektionspflichten. Es ist eine haltlose Behauptung des Umweltministeriums, die Schadensursache sei behoben und die Korrosion gestoppt. Die Heizrohre des AKW Emsland wurden vielmehr nur unvollständig und im Jahr 2021 gar nicht mehr untersucht. Damit ist der nötige Sicherheitsnachweis nicht erbracht.“

„Die Erfahrungen aus Baden-Württemberg belegen, dass die Korrosion mit den ergriffenen Maßnahmen nicht aufgehalten wird. An den baugleichen AKW Emsland und Neckarwestheim II zeigt sich das gleiche Korrosionsproblem, es wurden die gleichen Gegenmaßnahmen ergriffen. Der Unterschied ist: Niedersachsen hat nur einen Teil der Rohre und den nur unvollständig überprüft und die Sache damit für erledigt erklärt. Die Atomaufsicht Baden-Württemberg hingegen lässt in Neckarwestheim seit 2017 jährlich jedes einzelne der 16.0000 Heizrohre jeweils an beiden rissgefährdeten Enden durchleuchten. Bislang wurden dort jedes Jahr neue Schadstellen festgestellt, die Korrosionsmechanismen sind also weiter aktiv.“

Auch die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt und die Lingener Gruppe AgiEL kritisierten die fehlenden Kontrollen im AKW Emsland. Demnach wurden in Neckarwestheim bei der Revision 2021 erstmals Korrosionsschäden am sog. ‚kalten Ende‘ der Dampferzeuger-Heizrohre festgestellt, die im AKW Lingen gar nicht untersucht wurden.

Armin Simon (.ausgestrahlt) und Alexander Vent (AgiEL) sagten am vergangenen Freitag:

„Es besteht die konkrete Gefahr, dass an den nicht kontrollierten Rohrabschnitten im AKW Emsland weitere Risse entstanden sind. RWE muss sofort alle Dampferzeuger-Heizrohre vollständig überprüfen – insbesondere auch die bisher nicht untersuchten ‚kalten‘ Rohrenden (‚cold leg‘). Die Annahme von RWE, dass dort keine Risse zu befürchten seien, ist nach den Erkenntnissen aus Neckarwestheim falsch. Die niedersächsische Atomaufsicht darf die ‚Augen zu‘-Strategie von RWE bei der Risssuche nicht länger dulden. Umweltminister Olaf Lies muss den Reaktor umgehend bis zur vollständigen Überprüfung aller Rohre stilllegen.“

Hintergrund:

Auch im AKW Emsland (Foto) wurden im Jahr 2019 Risse an zwei Dampferzeuger-Heizrohren entdeckt. 2020 musste erneut ein schadhaftes Rohr verschlossen werden, an einem weiteren Rohr wurde fortschreitender Lochfraß festgestellt.

2019 und 2020 wurde dann aber jeweils nur ein Teil der Rohre untersucht – und auch das jeweils nur auf einem kurzen Teilstück an einem der beiden Rohrenden. In der Revision 2021 gab es ungeachtet der erneuten Korrosionsfunde in 2020 gar keine weiteren Untersuchungen der Dampferzeuger-Heizrohre.

Betreiber und Atomaufsicht benennen Korrosion als Ursache der Schäden, diese sei auf den Eintrag von Verunreinigungen zurückzuführen. Im AKW Emsland und im AKW Neckarwestheim II wurden jeweils die gleichen Gegenmaßnahmen ergriffen: Vorsorgliches Verschließen potenziell betroffener Kondensatorrohre, Spülungen der Dampferzeuger-Rohre und eine engmaschigere Kontrolle der wasserchemischen Parameter. Wegen der fortschreitenden Korrosion klagt .ausgestrahlt izwischen auf sofortige Stilllegung des AKW Neckarwestheim II vor dem Verwaltungsgericht Mannheim.

Die nur 1,23 mm dicken Wände der Dampferzeuger-Heizrohre sind die sicherheitstechnisch wichtige Barriere zwischen dem radioaktiven Reaktorkreislauf (Primärkreislauf) und dem nicht-radioaktiven, die Turbinen antreibenden Wasser-Dampf-Kreislauf (Sekundärkreislauf). Bereits der Bruch eines einzigen der mehr als 16.000 Rohre stellte einen schweren Kühlmittelverluststörfall dar, weswegen alle von Spannungsrisskorrosion betroffenen Rohre umgehend verschlossen werden müssen.


Foto Areal mit dem KKe: von Krd – Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International
TExt: Grüne, PM, Bündnis AgiEL, .ausgetrahlt