„NS-Täter vor Gericht“

18. Oktober 2017

Reihe Lehrhausgespräche
des Forum Juden Christen

„NS-Täter vor Gericht“
Karl-Heinz Keldungs, Richter am OLG aD

Lingen (Ems) – Jüdische Schule,
Konrad-Adenauer-Ring
Heute (18.10.) – 19.00 Uhr

Karl-Heinz Keldungs hat im vergangenen Jahr das Buch „Große Strafprozesse vor Düsseldorfer Gerichten“ (, 304 Seiten, 29 Euro, ISBN 978-3-944011-55-4) veröffentlicht. Darin finden sich eindrucksvolle Berichte über die NS-Prozesse, die in Düsseldorf gegen die Protagonisten der Massenmorde in den Todesfabriken von Majdanek und Treblinka stattfanden.

In seinem Lingener Vortrag wird Karl-Heinz Keldungs über die Entstehungsgeschichte des Holocaust, die politischen, administrativen und organisatorischen Weichenstellungen und  die juristische Aufarbeitung nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland und im Ausland und die Entwicklung der Rechtsprechung gegen die Täter im Laufe der Jahrzehnte seit 1945 sprechen. Ein Schwerpunkt wird dabei der Majdanek-Prozess sein, der von 1975 bis 1981 vor dem Landgericht Düsseldorf stattfand.

Gräber, Gruften, Grünanlagen
Themen-Stadtführung mit Dr. Andreas Eiynck
Lingen (Ems) – Haupteingang zum Alten Friedhof, Am Gasthausdamm

Mi 18.10.2017 – 15 Uhr

Alter Friedhof LingenDer Lingener Alte Friedhof ist eine Jahrhunderte alte Begräbnisstätte, also ein historischer Ort. Zu mittelalterlicher Zeit befand sich dort eine Kappelle, deren Kirchhof dann zu einem Friedhof aller christlichen Gemeinden ausgebaut wurde. Außerdem verleihen die uralten Grabsteine mit Wappen und Inschriften, die Erinnerungsstelen und Denkmäler sowie die Grünanlagen dem Friedhof einen ganz besonderen Charakter.
Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck unternimmt mit den Interessierten einen Spaziergang über den Friedhof, bei dem ausgewählte Denkmäler noch näher erläutert werden.
Kosten: 2 Euro
(Foto: Stadt Lingen(Ems))

Dietutnix

1. Oktober 2017

Dietutnix
Lingen (Ems) – Theater an der Wilhelmshöhe,
Willy-Brandt-Ring 44
Sa, 7 Okt. – 20 Uhr

Eintritt 16 €

 

Captain Capa

30. September 2017

Captain Capa
This is Forever
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Sa 07.10. – 21 Uhr
Karten: 11 Euro (+ VVK)

Ingmar Stadelmann

29. September 2017


Ingmar Stadelmann
Humorphobie
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40b
Heute, 29. Sept- – 20 Uhr

Karten: 17,- €

Humorphobie – von griech. chymos: [1] flüssig; phóbos: Angst, Phobie bezeichnet eine soziale, gegen Kabarettisten, Satiriker und Comedians gerichtete Aversion bzw. Feindseligkeit. [2] Humorphobie wird in den Sozialwissenschaften zusammen mit Phänomenen wie Rassismus und Xenophobie unter den Begriff „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ gefasst und ist demnach nicht krankhaft abnorm bedingt. Humorphobes Verhalten steht teilweise in einem engen Zusammenhang zur Dummheit, da Außenstehende die vermeintliche Humorfähigkeit einer Person häufig an deren Abweichung von als gesellschaftstypisch geltenden Verhaltens- und Ausdrucksweisen zu erkennen glauben.

Drei Jahre lang war Ingmar Stadelmann mit seiner Show „Was ist denn los mit den Menschen?“ auf Tour. Drei Jahre, in denen er mit Preisen ausgezeichnet wurde und viele Fans gewonnen hat. 2014 war Stadelmann der „FC Bayern“ der deutschen Comedy: Er gewann den „RTL Comedy Grand Prix“ und den „Deutschen Comedypreis“ in der Kategorie „Bester Newcomer“. 2015 überzeugte er gleich doppelt: Beim „Großen Kleinkunstfestival der Wühlmäuse“ im RBB holtr sich Ingmar den Jury- und den Publikumspreis!

Nun setzt der in Ostdeutschland geborene Stadelmann noch einen drauf: Sein neues Soloprogramm #humorphob nennt Ingmar in seiner typisch bescheidenen Großkotzigkeit „revolutionär“. Zwar behauptete er das auch schon bei seiner letzten Bühnenshow, aber damals durfte man das noch mutig nennen, heute ist es wahr: Ingmar Stadelmann schafft es in seiner gewohnt bissigen Art, die Grenzen zwischen Kabarett und Comedy aufzulösen. Mal wundert er sich über alltägliche Beobachtungen beim Menschen, mal ist die aktuelle Politik sein Ziel. Natürlich darf sein scharfsinniger Blick auf die Hauptstadt Berlin auch jetzt nicht fehlen!

Ingmar Stadelmann wurde nicht über Nacht zum Comedystar. Das verhindert schon seine Humorfarbe: Schwarz, schmerzbefreit; allerdings auch immer saukomisch. Er ist ein bisschen wie der italienische Restaurantbetreiber, der in der Fußgängerzone alle Passanten einzeln anspricht und von seiner Qualität des Essens überzeugen will. Das dauert ein wenig länger, aber am Ende ist der Laden immer voll und der Gast vollends zufrieden!

„Es gibt Menschen, die alles googeln. Für die ist „Humor“ am Ende wahrscheinlich nur ein Kloster in Rumänien.“ (Stadelmann)

Und so stellt sich Ingmar Stadelmann in #humorphob dem Kampf gegen die Humorlosigkeit, mit den ihm dafür zur Verfügung stehenden Waffen: Der humoristischen Kalaschnikow, der Pointen-Geiselnahme, der Terror-Punchline oder als Selbstgag-Attentäter: revolutionär, charmant-provokant, irre!
(Quelle: PM)

Städtepartnerschaften

29. September 2017

Jede -öffentliche wie nichtöffentliche- Ratssitzung endet mit dem Tagesordnungspunkt „Anfragen und Anregungen. Gestern habe ich im Lingener Rat unter diesem Top das Wort ergriffen, weil mich der zunehmende Nationalismus umtreibt. Meine Rede zum Nachlesen:

„(Anrede)
ich melde mich mit einer Anregung. …
Gestatten Sie mir, dass ich ein klein wenig aushole. Es geht um unsere Städtepartnerschaften. Dazu möchte ich zuerst unterstreichen, dass es seit der ersten Städtepartnerschaft im Jahre 1981 mit der englischen Stadt Burton-upon-Trent inzwischen fünf Städtepartnerschaften und –freundschaften gibt.
Nach Burton-upon-Trent bzw. East Staffordshire sind dies
seit 1993 das polnische Bielawa bzw. Langenbielau (Niederschlesien),
dann nach Jahren guter und effektiver Zusammenarbeit seit 1996 offiziell Marienberg (Sachsen), Salt (Katalonien, Spanien), seit 1998 und in Frankreich Elbeuf (Normandie), seit 12 Jahren, also seit 2004. Man sollte auch nicht das kleine ukrainische Juskowzy vergessen, mit dem wir allerdings keine formelle Partnerschaft haben.

Ich weiß nicht, wie Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, es empfinden. Aber ich habe in den vergangenen Jahren zunehmend den Eindruck gewonnen, dass es immer mehr Rituale sind, die diese Städtepartnerschaften ausmachen. Es gibt wenig Neues bzw. wenig neue Begegnungen. Es gibt zu wenig Austausch.

Bei dem insgesamt guten Besuch des Rates in Bielawa vor zwei Monaten ist das sehr greifbar geworden. Ein wirklicher Meinungsaustausch hat leider nicht stattgefunden. Wir haben bereits in der letzten Ratssitzung darüber gesprochen, wie wir das aufnehmen.

Dies vorausgeschickt ergibt sich jenseits der Partnerschaftsrituale Handlungsbedarf, um sich intensiver kulturell und wirtschaftlich auszutauschen. Unsere kommunalen Partnerschaften sollten als Plattform genutzt werden, um Demokratisierungsprozesse, das Eintreten für Toleranz und Menschenrechte, für kulturelle Vielfalt und europäisches Denken und Handeln zu unterstützen.

Ich rege dazu an, in den Gremien des Rates offen zu diskutieren, wie sich dies trotz der Rituale verwirklichen lässt. Der Grund für meinen Vorschlag ist die Entwicklung in letzter Zeit, die uns allen bekannt geworden ist:

In Salt gibt es einen zunehmenden Nationalismus, mit dem die Kommune die Bewegung für ein eigenes Katalonien unterstützt.
In Burton-upon-Trent bzw. East Staffordshire haben im Frühjahr 2017 mehr als 60% der Abstimmungsberechtigten für den Brexit gestimmt, also auch für eine antieuropäische, nationalistische Position.
In Bielawa hat die nationalistische PiS-Partei maßgeblichen Einfluss und den Bürgermeister gewählt.. Sie entzog sich sogar –sagen wir –“protokollarischen Treffen“ mit uns „wegen unaufschiebbarer Termine“.
Und schließlich haben am vergangenen Wochenende bei den Bundestagswahlen in der Partnerstadt Marienberg 30 % der Wählerinnen und Wähler für die rechte, nationalistische AfD gestimmt.

All diese nationalistischen Entwicklungen machen Grund zur Sorge. Denn es war der Nationalismus in Europa, der in unserem Kontinent Jahrhunderte Krieg und Elend schuf. Wem es also um den Frieden in Eruopa geht, der muss gegen Nationalismus aufstehen. Das gilt auch für uns als Kommune.

Meine Bitte ist, offen und ehrlich ein Fazit von fast 40 Jahren Städtepartnerschaften zu ziehen und darüber hier im Rat sowie außerhalb in den Parteien und Gruppen zu diskutieren, wie wir weitermachen, was wir ändern und was wir neu und besser machen müssen, um „Europe first“ auf eine Weise zu befördern, die uns einander annähern lässt, anstelle uns voneinander wegzubewegen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.“

Christine Meißner

29. September 2017

Christine Meißner, Violoncello
14. Hauskonzert bei Familie Löning
Lingen (Ems) – Falkenstr. 17
Sa 7.10. – 19 Uhr
Kein Eintritt, Spende erbeten
Anmeldung notwendig

Die Cellistin Christine Meißner (Weimar) mit ihrem Programm „Aus den Visionen“ und Werken von Hildegard von Bingen, Johann Sebastian Bach, Joseph Marie Clément Ferdinand Dall´Abac, Max Reger, André Jolivet, Sofia Gubaidulina und Lisa Streich.

Olaf Schubert & seine Freunde:
Sexy forever
Lingen (Ems) – Theater an der Wilhelmshöhe
Willy-Brandt-Ring 44

Fr 29. Sept. – 20 Uhr (Restkarten) für 29,10 €

Jazz 1: Omar Klein Trio

27. September 2017

Niedersächsische Musiktage
Omer Klein Trio
Grenzenlos
Lingen (Em) – Kulturforum St. Michael, Langschmidtsweg 66a
Fr 29. Sept –  20 Uhr

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Emsland im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage statt.

Karten: Sitzplatz: 27 € (erm. 22 €) – Stehplatz: 20 € (erm. 17 €)

Tip: Wochenend-Jazzevent zu einem Wochenend-Preis: 30 € pro Person
(keine Ermäßigung möglich). Das Sonderticket beinhaltet zwei Veranstaltungen (Omer Klein Trio am Fr 29.09.17 und Frank Muschalle am Sa 30.09.17) und kann nur im Vorverkauf beim LWT Lingen, Neue Str. 2 (Tel. 0591/9144-145) oder im VVV Nordhorn, Firnhaberstr. 17 (Tel. 05921/80390) erworben werden.

Die New York Times nannte @omerklein schon vor Jahren einen grenzenlosen Künstler. Die Rede ist von dem israelischen Jazzpianisten Omer Klein, der immer wieder durch seine atemberaubende pianistische Motorik beeindruckt.

Mit seinen Trio-Partnern Haggai Cohen-Milo (Bass) und Amir Bresler (Percussion) spielt er eine stilistisch vielfältige Improvisationsmusik, in der man singbare, teils folkloreartigen Melodien und natürlich Jazz US-amerikanischer, aber auch europäischer Prägung entdecken kann. Kurzum: Weltklasse-Jazz in unserem Städtchen.

in unserem Städtchen

25. September 2017

Was mir hier in unserem Städtchen bei dieser Bundestagswahl aufgefallen ist?

In Lingen (Gesamtergebnis links) ist die CDU enttäuscht. Trotz Kanzlerin Merkel ist sie auf das Niveau der Wahlen von 2005 bzw. 2009 gefallen. Gegenüber 2013 hat sie auch hier fast 8 % bei den Zweiitstimmen und knapp 6 % bei den Erststimmen eingebüßt. Trotz Goldenem Buch und so. Sie erinnern sich?

In die Knie ging die SPD im Bund und auch in Lingen (Ems). So schlecht war sie bei einer Bundestagswahl noch nie. Schon vorher war sie in Lingen nicht einmal optisch präsent. So hatte sie -neben den kommerziellen Großtafeln-  beispielsweise nur 90 Plakate gekauft und aufgehängt. Am Ende hing vielleicht noch ein halbes Dutzend. Ausnahme Baccum, wo dies aber am Ergebnis nicht änderte..

FDP-Kandidat Jens Beeck bekam weniger persönliche Erststimmen (2562) als seine Partei Zweitstimmen (3117). Das überraschte mich dann doch. Beeck ist trotzdem -Glückwunsch, Jens!- über die niedersächsische FDP-Landesliste in den Bundestag gewählt und fährt morgen nach Berlin. Worüber wir uns gemeinsam freuen dürfen. Nach vier Jahren sitzt wieder ein Lingener im Bundestag.

Ganz vorn bei der Preisverleihung für den verharmlosendsten AfD-Bericht dieser Bundestagswahl sind Lingener und Meppener Tagespost für diesen, ihren Kumpel-Artikel; denn er schaffte es zwanglos, ohne eine einzige kritische Frage an den lokalen AfD-Rechten auszukommen. Das war schrecklich (und) peinlich. Die so kumpelhaft dahergeschriebene AfD kam auch in unserer Stadt auf nahezu 6%.

Last but not least:
Wo war eigentlich OB Dieter Krone? Zumindest zur Wahl hätte der erste Bürger dieser Stadt aufrufen dürfen. Hat er nicht, obwohl das Demokraten eigentlich immer machen. Da passte es ins Bild, dass die Internetseite der Stadt Lingen am Wahltag mit der Ausschreibung einer Erzieher/in-Stelle, einer Elternbildungsveranstaltung, der Kinder-Kultur-Kiste und einem Hinweis auf die Lingener Herbstkirmes ihre Leser überraschte. 

Wie geht’s weiter?
Noch gestern Abend hat die gebeutelte CDU den Startschuss für die heiße Phase des  niedersächsischen Landtagswahlkampfs 2017 gegeben. Gut organisiert plakatierte sie um bzw. neu. Christian Fühner strahlt nun plakatmäßig auf Albert-Stegemann-Untergrund. Ich bin gespannt, wie lange die Lingener SPD diesmal für denselben Werbeschnitt braucht. Viel Zeit hat sie nicht: Immerhin wählen wir schon in drei Wochen den neuen Landtag. Der vorgezogene Termin war notwendig, weil die grüne Abgeordnete Elke Twesten in ihrem Wahlkreis nicht wieder als Kandidatin aufgestellt worden war und daraufhin zur CDU wechselte. Sie erinnern sich? Jedenfalls zum 15. Oktober könnte OB Krone aber doch seine Lingener dazu aufrufen, zur Wahl zu gehen. Das will er im kommenden Frühjahr doch auch, wenn der OB gewählt wird.