Pippi ’75!

21. Mai 2020

Vor 75 Jahren erschien das erste Pippi-Langstrumpf-Buch. Das feiert der deutsche Pippi-Langstrumpf-Verlag Oetinger Verlag (Hamburg), unter anderem mit einem Geburtstagsbuch für Erwachsene. Die taz berichtet:

Pippi Langstrumpf, Lina langs­okkur, Pippi Uzunçorap – sie hat viele Namen, die übermenschlich starke Göre mit den abstehenden roten Zöpfen. Als diese ungewöhnliche Kinderfigur vor 75 Jahren die Bühne der Weltliteratur betrat, sorgte sie für große Begeisterung, bei manchen Erwachsenen auch für Verstörung. Mittlerweile sind Pippis Abenteuer in 77 Sprachen übersetzt worden, darunter Grönländisch, Seychellenkreol und Amharisch; und es kommen immer noch neue hinzu. Pippi Langstrumpf ist eine kulturelle Universalie.

Das hätte sicher noch niemand so gesehen, als die erste schwedische Ausgabe von „Pippi Långstrump“ erschien. Den Namen hatte Astrid Lindgrens Tochter Karin sich ausgedacht, als sie einmal krank im Bett lag und von der Mutter eine Geschichte einforderte. Drei Jahre später bekam Karin das erste Pippi-Manuskript als Geschenk zu ihrem zehnten Geburtstag. Wieder ein halbes Jahr später, im November 1945, erschien das erste Pippi-Langstrumpf-Buch im Verlag Rabén & Sjögren.

Die Verantwortlichen im marktführenden Bonnier Verlag, dem die Autorin das Manuskript zuerst angeboten hatte, müssen sich seitdem oft schwarz geärgert haben. Sie hatten es zwar sehr freundlich und sehr bedauernd abgelehnt, aber das half nun auch nichts mehr.

Die erste deutsche Pippi kam 1949 heraus. Der junge Hamburger Verleger Friedrich Oetinger hatte sie von einer Schwedenreise mitgebracht, auf der er auch Astrid Lindgren traf. Als er die Autorin fragte, ob er ihr Büchlein in Deutschland verlegen dürfe, sagte sie spontan „Von mir aus gern“ – obwohl sie aus der „recht dürftigen“ Kleidung des Besuchers aus Nachkriegsdeutschland schon geschlossen hatte, dass dieser wohl als Verleger nicht sehr erfolgreich sei. Das stimmte vielleicht, sollte sich aber…

[mehr und weiter bei der taz]

Das Buch:
Astrid Lindgren et al.: „Pippi Langstrumpf – Heldin, Ikone, Freundin“. Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2020, 224 Seiten, 30 Euro. ISBN: 978-3789113451

Bestellen kann man das Pippi-Jubiläumsbuch hier bei meinem lokalen Buchhaändler, der in unserem Städtchen mit „Lingen liefert“ unterwegs ist. Man kann das Buch aber auch in der Clubstraße abholen und schauen, ob es och vielleicht ein andere interessante Lektüre gibt

1-2-3 Corona

17. Mai 2020

„1-2-3 Corona“: Ein alter Defa-Film wird in der Krise neu entdeckt. Hier zum Hintergrund und hier der agilm in coller Länge:

Joko und Klaas

14. Mai 2020

Vom Ende…

2. Mai 2020

…der Livemusik lese ich bei DLFKulturund dann:
„Keine Konzerte, keine Clubs, keine Festivals – dafür jede Menge Auftritte im Internet. Wie dauerhaft sind die Corona-Schäden für die Popmusikwelt? Wir sprechen mit Katja Lucker vom Musicboard Berlin und der Musikerin Malonda.

Echte Musikfans sitzen derzeit bestimmt auch mal mit Tränen in den Augen vor einem Live-Stream von zurückgelassenen Popmusikerinnen und Popmusikern – und warten darauf, dass das große Vermissen von Musik auf Bühnen einsetzt.

Vielleicht sind sie aber auch genervt, weil es online einfach nicht gut funktioniert. Und möglicherweise liegt in mancher Freude über die digitalen Möglichkeiten für (Pop-)Musikschaffende auch eine praktische Verdrängungsleistung für das Ausmaß der Musik-Krise, die gerade erst beginnt.

Die Absagen der Festivals im Sommer werden vom Publikum inzwischen nur noch halbgelangweilt durchgewunken, weil: Das war ja eh schon allen klar. Katja Lucker ist die Geschäftsführerin vom Musicboard Berlin, einer Fördereinrichtung für Musiker und Musikveranstaltungen des Landes Berlin – und arbeitet derzeit mehr denn je, um die Corona-Veranstaltungs-Absagen aufzufangen und manches davon ins Netz zu übertragen. In Berlin war und läuft vieles unkompliziert, gerade für die Künstlerinnen und Künstler. Das bestätigt auch die Musikerin Malonda.

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„Ich find das eigentlich ganz gut, dass man merkt, dass es schon auch Reaktionen auf Forderungen seitens der Politik gibt. Andererseits gibt es auch immer wieder Leute, die durch alle Raster fallen“, sagte Malonda.

Katja Lucker schaut..“

[weiter bei DLFKultur]

3.025 Seiten

22. April 2020

Die schriftliche Urteilsbegründung im Münchner NSU-Verfahren liegt vor. Das schriftliche Urteil ist wichtig, weil erst jetzt die Revision weiterlaufen kann. Die Süddeutsche nennt das schriftliche Urteil des OLG München „gigantisch – wie alles in diesem historischen Prozess“: Nicht nur das Verfahren hat 438 Tage lang gedauert, mit fünf Angeklagten und 14 Verteidigern, dazu 90 Nebenklägern und mehr als 600 Zeugen. 3.025 Seiten Urteil haben die Richter am Dienstag auf der Geschäftsstelle des OLG München abgegeben. 93 (!) Wochen hatten sie für dieses schriftliche Urteil Zeit – am Mittwoch wäre die Frist abgelaufen. Ihr schriftliches Urteil umfasst sechs Aktenordner, dazu kommen noch einmal 44 Aktenordner mit den gesammelten Anträgen, Verfügungen und Protokollen aus fünf Jahren Prozess. Einzelheiten der schriftlichen Urteilsgründe kann man beispielsweise auf tagesschau.de nachlesen.

Zu der fast zweijährigen Frist für die schriftliche Urteilsbegründung kam es, weil es eben 438 Verhandlungstage gab. Der zeitliche Rahmen für die schriftlichen Urteilsgründe, die sogenannte Urteilsabsetzungsfrist, verlängert sich für ein Strafgericht nach den Vorgaben von § 275 StPO.

Ein Strafurteil muss danach spätestens fünf Wochen nach seiner Verkündung schriftlich „zu den Akten gebracht“ werden; diese „Frist verlängert sich, wenn die Hauptverhandlung länger als drei Tage gedauert hat, um zwei Wochen, und wenn die Hauptverhandlung länger als zehn Tage gedauert hat, für jeden begonnenen Abschnitt von zehn Hauptverhandlungstagen um weitere zwei Wochen.“

Interessanterweise ist es nun nicht so, dass sich die Revisionsbegründungsfrist für Angeklagte und sonstige Beteiligte (etwa Nebenkläger oder auch die Staatsanwaltschaft) verlängert. Hier kennt das Gesetz nur eine starre Frist, und zwar für jede Art des Strafprozesses. Ob Ladendiebstahl oder Mammutverfahren: Die Begründungsfrist beträgt immer einen Monat. Diese Monatsfrist läuft ab formaler Zustellung der Urteilsgründe bei der Angeklagten oder deren Verteidiger: Diese dürfte auch noch einige Tage in Anspruch nehmen.

Daher dürften den Verteidigern nun ausgesprochen arbeitsreiche Wochen bevorstehen, wenn sie wirklich Rügen von Substanz erheben wollen. Die Deadline von einem Monat ist für die sogenannten Verfahrensrügen, etwa die unrechtmäßige Ablehnung von Beweisanträgen, absolut verbindlich. Eine Verlängerung dieser Frist sieht das Gesetz schlicht nicht vor.


Quelle: LAwBlog.de – Udo Vetter; Foto: Strafjustizzentrum München von Bubo CC BY-SA 3.0

Wecker!

21. April 2020

Konstantin Wecker, der „alte Anarcho“. Dieses politisch-poetisches Video habe ich leider erst jetzt… Ach, schaut und hört selbst…:

Aus Liebe

14. April 2020

Panorama 3 berichtete heute Abend über zwei Norddeutsche, die in Corona-Zeiten einen radikalen Entschluss gefasst haben: Sie ziehen zu ihren Ehefrauen ins Altenheim, um das Besuchs-Verbot zu umgehen. Autorin Anne Ruprecht hat beide Ehemänner über Wochen begleitet. Was bewegt sie, was vermissen sie, was macht ihnen Angst? Und werden sie ihren Entschluss bereuen? Den 30-minütigen Film können Sie auf folgender Seite sehen.

Günter Klein (l.) und Ingeburg Klein © NDR Foto: Screenshot

Panorama 3 Extra – Die Corona-Krise: Aus Liebe ins Seniorenheim

Über Jahrzente brachte sie nichts auseinander – und dann kam der Virus. Wir haben zwei Seniorenpaare im Altenheim und ihre Liebe in Zeiten des Coronavirus begleitet. mehr 

Jazz 20×20

26. März 2020

Was hören im Jahr 2020? Sechs Jazzautorinnen und -autoren der ZEIT empfehlen 20 Alben.
Vom Blues bis zum Drone – es lebe die Vielfalt!
Das ollte wohl für jede/n was dabei sein. Zum Beispiel dies:

und überhaupt alles.

Digitaler Abendschoppen

25. März 2020

Die geneigte Leserschaft hat natürlich bemerkt, dass ich in diesen Quarantäne-Tagen im Blog das private Genießen herausarbeite.  Nach den Paradeisern aus dem Burgenland jetzt meine ultimative Antwort auf Markus, den Großen! Sie wissen es: Lingens Stadtgastronom Markus Quadt hatte am vergangenen Samstag seine erste digitale Bierverkostung im Programm, und ich erwidere darauf jetzt mit einer samstäglichen, digitalen Weinverkostung aus Hattenheim im Rheingau.

Das klingt kompliziert, geht aber einfach: „Wein bestellen – live und online bei der Verkostung dabei sein – so geht der „digitaler Weinfrühschoppen.

Die traditionellen, samstäglichen Weinfrühschoppen im Alten Rathaus in Hattenheim sind aktuell aus Virusgründen nicht möglich. Dennoch will die Familie Ricarda und Josef Laufer mit ihren Gästen weiter Wein genießen und die erstklassigen Rheingau-Winzer unterstützen. Sie startet daher am Samstag mit einem neuen, digitalen Format. „Das Konzept: Ihr bestellt die Probenweine per E-Mail an mail@weingut-barth.de oder telefonisch unter 06723-2514, danach könnt Ihr diese im Weingut oder im Krug (vielleicht zusammen mit „Krug´s täglich Abendbrot“ (aktuelle Angebote ab Mittwoch auf www.zum-krug-rheingau.de)) abholen“ – was für uns aus dem Nordwesten allerdings etwas weit sein dürfte. Aber: „Alternativ schicken wir Ihnen die Weine auch zu. Was genau gibt es?

  • Premieren-Winzer ist Mark Barth (VDP Weingut Barth)
  • Was trinken wir? 6 Flaschen frisch gefüllte 2019er Guts- und Ortsweine vom Rosé über Rieslinge bis zum Spätburgunder (2016), die es noch nicht im Verkauf gibt. Ihr seid also die Ersten!
  • Moderation, Unterhaltung, Expertisen und vieles mehr am Samstag live per Link auf www.zum-krug-rheingau.de.
  • Wer genau dann keine Zeit hat, macht gar nichts: wir stellen das Video im Anschluss online und verlinken es von der Krug-Webseite aus.
  • Und wem 6 Flaschen allein oder zu zweit zu viel sind, macht auch nichts: macht einfach nur die erste oder zwei oder drei auf und trinkt die anderen zu einem späteren Zeitpunkt.
  • Während der Live-Übertragung könnt ihr uns über die entweder direkt oder über Kommentarfunktion (wir arbeiten noch an der besten Technik) Fragen stellen, die wir dann beantworten.
  • Kosten für die Online-Verkostung: keine.
  • Kosten für 6 Flaschen VDP-Weine: 59 Euro bei Abholung, zzgl. 6 Euro bei Lieferung.

Bitte geben Sie bei Ihrer Bestellung Ihre Lieferanschrift und unbedingt auch Ihre E-Mail-Adresse an.

Noch Fragen? Dann lasst es uns wissen. Wir freuen uns auf eine interessante Premiere und bitte seid gnädig mit uns, wir stehen zum ersten Mal vor der Kamera und hoffen auf eine fehlerfreie Übertragung. Denn wir freuen uns auch virtuell auf Sie. :-).“

(Foto: Zum Krug, Eltville-Hattenheim, ©Josef Laufer)

 

Die große Leere

24. März 2020

Die New York Times veröffentlichte gestern einen Artikel The Great Empty“, den ich einfach mal flott mit „Die große Leere“ übersetzen möchte. Sie schreibt:

„DURING THE 1950S, New York’s Museum of Modern Art organized a famous photo exhibition called “The Family of Man.” In the wake of a world war, the show, chockablock with pictures of people, celebrated humanity’s cacophony, resilience and common bond.

Today a different global calamity has made scarcity the necessary condition of humanity’s survival. Cafes along the Navigli in Milan hunker behind shutters along with the Milanese who used to sip aperos beside the canal. Times Square is a ghost town, as are the City of London and the Place de la Concorde in Paris during what used to be the morning rush.

The photographs here all tell a similar story: a temple in Indonesia; Haneda Airport in Tokyo; the Americana Diner in New Jersey. Emptiness proliferates like the virus.

The Times…“

hier gehts weiter

Die Photoaufnahmen berühren und zeigen, wie viel sich gerade verändert. Mich besticht die ästhetische Ruhe der Aufnahmen, die ich aus urheberrechtlichen Gründen hier leider nicht präsentieren kann, aber Sie können sie hier ansehen.  Es lohnt. (Foto: © NYTimes)