Schwangerschaft

22. Januar 2018

Während Donald Trump einmal mehr seinem Arzt Gegenargumente liefert und die Schwangerschaft neu berechnet, fordert ganz im Gegensatz dazu jetzt der aus Schweden stammende Möbelkonzern IKEA seine Kundinnen dazu auf, in den hauseigenen Katalog bzw auf die Werbeanzeige zu …pinkeln. Dann besteht die einmalige Chance auf eine 50 %ige Preisermäßigung. Das, so denke ich, ist ein guter Start in die 4. Kalenderwoche 2018. Guckst Du:

Jahresrückblick Gysi-Schmidt

31. Dezember 2017

Es gibt diese Momente, in denen nicht nur ich die “Late Night-Show” von und mit Harald Schmidt vermisse. Am zweiten Weihnachtsfeiertag war es wieder soweit. Da zeigte n-tv seinen “ganz pointierten Jahresrückblick”, bei dem Harald Schmidt zusammen mit Gregor Gysi auf das Jahr 2017 zurückblickten. Tatsächlich lieferten die beiden einen wunderbaren Mix aus platten Pointen, gepflegten Gehässigkeiten und intelligenten Spitzfindigkeiten – stets garniert mit einer Prise Medienkritik.

Guckst Du die beiden Meinungsstarken mit Doppelklick unten und komm nachher gut rein in das Neue Jahr und vor allem -dies mein Wunsch- besser wieder raus…

nichts auslassen

27. Dezember 2017

„Meine Familie war jüdisch, aber wie viele Juden waren wir entschlossen, nichts auszulassen.“

In Zeiten zunehmenden Antisemitismus brachte N3 jetzt eine herrliche Reportage über die unglaubliche Geschichte von jüdischen Songwritern, die im Laufe des 20. Jahrhunderts den amerikanischen Soundtrack für Weihnachten erfanden.

„Christmas Songs – Jüdische Songwriter und Weihnachten“ ist eine beschwingte Kombination aus selten gesehenem Archivmaterial, Musicalauftritten und Interviews mit zeitgenössischen Schriftstellern, Darstellern sowie Kennern der nordamerikanischen Popkultur. Ein Muss in dieser Zeit, zumal zwischen den Tagen.

Beitrag in Dur

27. Dezember 2017

Kurz auf die Feiertage zurückgeblickt: Im österreichischen Kurier hat Kabarettist Guido Tartarotti am 23. Dezember einen Beitrag in Dur über einen Titan der deutschen Unterhaltungsindustrie geschrieben. Ich finde, das ist (im Gegensatz zu manch anderem) präzise auf den Weihnachtspunkt 2017:

„In der Sendung „Heinzl und die VIPs“ auf ATV sagte der deutsche Schlagerpop-Komponist und Casting-Show-Juror Dieter Bohlen über „Stille Nacht“, so ein Lied zu schreiben sei leicht. Das könne er auch, sogar besser: „Ein paar Moll-Akkorde, ein bisschen Traurigkeit“, mehr sei da nicht dran.

Abgesehen davon, dass „Stille Nacht“ nicht aus Moll-, sondern aus Dur-Akkorden besteht, ist es auch überhaupt nicht traurig, sondern friedlich. Wir leben jedoch in einer lauten Zeit, in der kann man etwas Friedliches durchaus mit Traurigkeit verwechseln, wenn man friedlich nicht mehr gewöhnt ist. Und natürlich ist da viel mehr dran. Denn das heute vor 199 Jahren erstmals gesungene, vom Dorfschullehrer Franz Xaver Gruber komponierte und vom Hilfspfarrer Joseph Mohr getextete, ganz, ganz einfache Lied schafft etwas, was Dieter Bohlens Lieder nicht schaffen: Es gibt den Menschen Hoffnung.

Deshalb wird heute in Häusern und Wohnungen auf der ganzen Welt „Stille Nacht“ gesungen. Und nur in sehr wenigen „Cheri Cheri Lady“.“

Guido Tartarottis Kabarettprogramm „Selbstbetrug für Fortgeschrittene“ ist am 9. Januar 2018 im Orpheum Wien zu sehen, am 13. Januar in der Kulturwerkstatt Kottingbrunn, am  31. Januar im Theater am Alsergrund und am 21. Februar im Kabarett Niedermair.
Bis zum 30.12. tritt er zusammen mit Gerald Fleischhacker, Verena Scheitz, Christof Spörk und Dieter Chmelar im Stadtsaal Wien auf. Ihr Programm: Das war 2017 – Ein Jahr im Rückspiegel.

Die Cops ham mein Handy

20. Dezember 2017

Vor einiger Zeit ist dem Künstler und Gestalter Lukas Adolphi sein Handy geklaut worden. Einige Monate und etliche Gerichtsverhandlungen später hat er sein Handy von der Polizei wieder bekommen und festgestellt, dass die Diebe es fleißig für ihre private Kommunikation benutzt haben. Die Chats hat er nun als Buch mit dem Titel „Die Cops ham mein Handy“ veröffentlicht. Das Ergebnis ist eine Real-Life-Seifenoper, die nur das echte Leben schreiben kann.

Mir wurde vor Jahren mein Telefon von zwei Typen geklaut. Später wurden sie gefasst. Gerichtsverhandlung. Irgendwann bekomme ich mein Telefon wieder. Als ich es anschalte sehe ich, dass der Langfinger mein Telefon zwei Wochen lang benutzt und hunderte Nachrichten geschickt und empfangen hat. Diese findet ihr nun in Form eines Reklame-Bands.

Die Idee ist so gut, dass Urbanshizt das Buch sofort als independent Kunstbuch des Jahres nominiert hat, in der Hoffnung, dass es da draußen einen passenden Buchpreis gibt und jemand die Nominierung erhört.

Alle Bilder: Lukas Adolphi / Seitenauszüge aus „Die Cops ham mein Handy“

„Die Cops ham mein Handy“ ist als Reklame-Band im Eigenverlag des Künstlers erschienen und kann für 8 Euro (zzgl. Porto) per Email bestellt werden. (Mail an info(at)lukasadolphi.de). Urbahshit, wo ich dieses Posting gefunden habe, berichtet, dass man sich eher beeilen sollte, um noch ein Exemplar abzubekommen.

aufpiqd

18. Dezember 2017

Diese Internetplattform piqd findet immer wieder Juwelen im Netz. So diesen Beitrag von J. Olaf Kleis, der eine Arbeit der Frankfurter Professorin Helma Lutz „aufpiqd„, auf den ich mit dem Ausruf „Lesebefehl!“ hinweise:

NRW rüstet sich mit ‚Silvester-Erlass‘ für den Jahreswechsel“, titelt Spiegel Online über die Mobilisierung von 5700 PolizistInnen, die zum Jahreswechsel in Köln patrouillieren sollen. Die Übergriffe 2015/16 haben sich mit den Stichworten „Köln“ und ‚Silvester“ in die Imagination der Nation als eine staatlich zu bannende Gefahr aus den Maghreb-Staaten eingebrannt. Es ist die Bedrohung, die nicht nur Frauen, sondern die angeblich geregelte Geschlechterordnung in Deutschland gefährde. Denn hier im Westen sind Fälle wie Weinstein, Roy Moore, Louis C.K. usw. entweder nicht wahr oder Ausnahmen, derer man sich durch entschiedene Distanzierung entledigen kann.

Zwar sagen Frauen fast durchweg #MeToo, aber kaum ein Mann scheint Täter zu sein. Sorry, kaum ein westlicher Mann. Die Gefahr komme aus Nordafrika, aus dem Nahen Osten, gegen die die Polizei mobilisiert werden muss. Was tatsächlich ein Männlichkeits- und Machtproblem ist, wird geschickt getrennt: Bei nicht-westlichen Migranten ist es ein Männlichkeitsproblem, während Fragen von Macht und Rassismus ausgeblendet werden, und im Westen/Globalen Norden scheint es ein Machtproblem zu sein, das generelle Männlichkeitsbilder nicht in Frage stellt und Übergriffe jenseits der Elite kaum thematisiert. Das mag nicht für alle gelten, aber so lässt sich an Migranten wunderbar ein gesellschaftliches Problem entsorgen und mit der Projektion von Migrantinnen als Opfer sexueller Gewalt migrantischer Männer zudem die Rolle des Westens als Retter aufwerten.

Diese Wahrnehmung von migrantischer Weiblichkeit und Männlichkeit als „anders“ oder gar „feindlich anders“ hat in vielen westlichen Gesellschaften eine Kernfunktion für die Definition des Selbst erhalten. Mit den Worten von Umberto Eco: „Einen Feind zu haben, ist nicht nur wichtig um die eigene Identität zu definieren, sondern auch, um sich ein Hindernis aufzubauen, an dem man das eigene Wertesystem demonstrieren und durch dessen Bekämpfung man das eigene Wertesystem beweisen kann.“


Prof. Dr. Helma Lutz  lehrt Frauen- und Geschlechterforschung an der Goethe-Universität in Frankfurt (a.M). Seit 2015 ist sie geschäftsführende Direktorin des Cornelia Goethe Centrums für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse. Ihr Beitrag basiert auf der Eröffnungsrede, die sie auf der Jahrestagung des „Rats für Migration“ in Berlin gehalten hat. Unter dem Hashtag #4genderstudies findet am Montag, dem 18. Dezember 2017, ein Aktionstag im Netz für das Fach Gender Studies statt.

Familiennachzug

12. Dezember 2017

The CCTV footage in the beginning is a reenactment. But the scenes of families brought back together however are all too real. You can help us do more: http://goo.gl/8B88rK

Läuft bei mir

4. Dezember 2017

Moin. Ist Montag heute, also erklären Sie mir bitte die Geschichte mit dem Kühlschrank in diesem Clip. Das klappt doch an einem solchen Wochentag nie… oder?

 

Über die neuen Rechten

2. Dezember 2017

Es tut mir leid, aber das muss jetzt an diesem Samstag sein: Eine sehenswerte Dokumentation bei 3sat, die wahrscheinlich nicht für jede/n Neuigkeiten parat hält, aber die Auswüchse der neuen Rechten ganz gut zusammenfasst.

Die sind Autoren, Verlagsbesitzer, Philosophen, Künstler, Studenten, Kirchenmänner und Politiker. Gebildet, wortgewandt, und gleichzeitig radikal -Knotenpunkte im neurechten Netzwerk zwischen AfD und Identitärer Bewegung.

Sie verachten den sogenannten Mainstream, empfinden die Gegenwart als dekadent und wollen eine Wende nach rechts. Offen und medienwirksam stilisieren sie sich zu Rettern der „europäischen“ Traditionen.

Pegida und das Aufkommen der AfD haben ihnen dabei Mut gemacht, denn längst agieren sich nicht mehr im Verborgenen: durch Demonstrationen und Aktionen, durch Bücher, die zu Bestsellern werden und durch einen Eklat auf der Frankfurter Buchmesse, der durch alle Medien ging, wird die neue Rechte immer mehr wahrgenommen.

HAUL

28. November 2017

Christian Löffler versucht mit diesem bewegenden Video von Marek Partyš die Situation von Flüchtlingskindern auf der ganzen Welt im Blickwinkel zu halten und wirbt mit Amnesty International um Spenden für jene alle Flüchtlingskinder auf der Welt.

This Video Is Dedicated to All the Refugee Children in This World, Leaving Their Homes Due to Hunger, Violence or War. Let’s Not Forget About Them.

Spenden gerne an Amnesty International.