Das LWL-Museum für Kunst und Kultur im westfälischen Münster lädt am nächsten Samstag, 4. September, zur Langen Nacht der Museen ein. Zu diesem Anlass hat das Museum von 10 bis 24 Uhr geöffnet, ab 16 Uhr ist der Eintritt frei. Zur aktuellen Ausstellung „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“ erwartet die Besucher den ganzen Abend lang ein Programm aus verschiedenen Führungen und Veranstaltungen.

Als Teil des „Schauraums“, dem Fest der Museen und Galerien, können die Besucher bei Rundgängen und Aktionen die Kunst des Hauses sowie die Sonderausstellungen entdecken. Den gesamten Abend lang führen Themen-Touren durch die Sammlung. Alle 30 Minuten bietet das Haus einstündige Touren durch die Ausstellung „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“ an.

Auch die Familienausstellung „August und das Zirkuspferd“ kann bei Erlebnisrundgängen von 18 bis 23.30 Uhr entdeckt werden. Alle 30 Minuten gibt es Epochen-Führungen durch die Sammlung des Museums des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Zweimal findet im Laufe des Abends – um 20 und um 22 Uhr – eine halbstündige Impulstour zu Joseph Beuys „Multiples“ statt.

Fester Programmpunkt der Langen Nacht ist der Bücherflohmarkt, der von 16 bis 22 Uhr in der LWL-Schleuse an der Rothenburg aufgebaut wird. Darüber hinaus sind die Ateliers den ganzen Abend geöffnet und können selbstständig entdeckt werden.

Die Teilnahme an den Rundgängen kostet zwei Euro pro Person und muss vorab im Ticketshop des Museums gebucht werden. Informationen erfolgen unter Telefon 0251 5907201 oder an E-Mail besucherbuero(at)lwl.org sowie auf der Homepage des Museums.

Programm:

16 bis 22 Uhr: Bücherflohmarkt
18 bis 23 Uhr: Tour „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“
18 bis 23.30 Uhr: Erlebnisrundgang durch „August und das Zirkuspferd“
18 bis 23.30 Uhr: Offene Ateliers
18.15 bis 23.15 Uhr: Epochentour durch die Sammlung
20 Uhr und 22 Uhr: Tour zu Joseph Beuys „Multiples“

digital verfügbar

23. August 2021

140 Fahrradtouren im Münsterland digital verfügbar!

Beim Routenplaner und Navigations-App komoot gibt es inzwischen 140 Routen im benachbarten Münsterland, die man nachfahren kann. Der Münsterland e.V. und die Tourist-Informationen in Westfalen haben reagiert und sind mit inzwischen 140 Fahrradtouren in der App des Freizeitplaners komoot vertreten. „Bis jetzt haben wir dort eine Reichweite von sieben Million Menschen, die die Touren gesehen haben“, sagt Robert Denzer, zuständig für das Thema Digitalisierung beim Münsterland e.V.

Wer eine neue Strecke für die Fahrradtour sucht, dem reicht oft schon der Blick aufs Handy. Denn Routenplanung für Fahrradtouren läuft bei vielen inzwischen digital ab. Der Münsterland e.V. und die Tourist-Informationen der Region haben reagiert und sind mit inzwischen 140 Fahrradtouren in der App des Freizeitplaners komoot …

[Hier gehts weiter]

Hirschhausen am Donnerstag bei Maybrit Illner (ganze Sendung) – und ich würde das genauso unterschreiben, wenn das irgendwo tatsächlich möglich wäre. Und ich unterschreibe selten irgendwas instant.

(via Direktlink)

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat ein Sonderkonto wegen der vom Hochwasser geschädigten Denkmale eingerichtet. Sie schreibt in einem Aufruf: „Die aktuelle Hochwasser-Katastrophe hat vor Denkmalen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nicht Halt gemacht. Schon erreichen die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) erste verzweifelte Nachrichten über geschädigte Baudenkmale, die erst gerade instandgesetzt worden waren oder unlängst preisgekrönt wurden – und die nun zum „Denkmal in Not“ geworden sind.

Die betroffenen Eigentümer sind auf solidarische und schnelle Hilfe angewiesen, da vielfach Elementarversicherungen die Bauwerke in gefährdeten Regionen gar nicht erst versichern. 

Die DSD hat daher ein Sonderkonto für vom Hochwasser geschädigte Baudenkmale eingerichtet, um schnell und unbürokratisch helfen zu können.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Spendenkonto Soforthilfe Hochwasserkatastrophe
IBAN DE78 3804 0007 0555 5552 00.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz besitzt das DZI-Spendensiegel und das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats.

Es geht langsam voran. Aber es bewegt sich. Unsere Stadtratsfraktion „Die BürgerNahen“ und auch die Kollegen der Grünen haben vielfach verlangt, die städtischen Schulen und Kita mit Raumlüftern auszustatten. Das scheiterte bisher am strikten Nein von OB Krone, der Stadtverwaltung und von der Allianz aus CDU-Ratsmehrheit und SPD.

Vorgestern im Verwaltungsausschuss, dem höchsten Beschlussgremium nach dem Rat in unserer Stadt, habe ich unter dem Tagesordnungspunkt „Aktueller Sachstand zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie“ dann nochmals die Initiative für Raumlüfter ergriffen und gefragt, ob die Stadtverwaltung jetzt Anträge auf Zuschüsse aus dem Bundesprogramm für die Raumlüftung stelle oder gestellt habe. Dieses Programm ist neu aufgelegt und damit werden in den Bildungsstätten für Kinder stationäre, fest eingebaute Raumlüfter zu 80 % bezahlt.

Erstmals erklärte in der sich auf meine Frage anschließenden Debatte OB Krone, dass die Verwaltung für die Installation solcher Raumlüfter in Schulen und Kitas sei. Man habe mit der Prüfung begonnen, wo solche Lüfter „kurzfristig“ und möglichst schon in den Sommerferien eingebaut werden könne. Er, so Krone, befürworte diese Raumlüfter ausdrücklich.

Ein Kollege aus der CDU meinte in der Folge, es solle aber möglichst einheitlich im ganzen Landkreis gehandelt werden. Kollege Thomas Kühle (Grüne) wies nochmals daraufhin, dass das Stoßlüften nicht wirklich eine gute Sache sei. Bei Hitze würde es bspw. ganz wenig bringen.

Nun denn, Hauptsache es wird endlich gehandelt – auch wenn es leider viel spät ist. Und die Sache mit mobilen Raumlüftern setzen wir auch noch durch. Denn die Entscheidung des Bundeskabinetts, Raumentlüftungen zu fördern, unterstreicht, dass die Raumlüfter als wirksames Mittel zur Bekämpfung der Pandemie anerkannt wird. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass neue, gefährliche  Virusvarianten sich entwickeln werden und die Sorge vor möglichen Schulschließungen nach den großen Ferien steigt. Es gibt die Förderung von Raumlüftern übrigens ja bereits seit Oktober 2020  bei und für Gaststätten und das, was für die Gastronomie gut ist, sollte doch für unsere Kinder in den Schulen und Kitas auch endlich möglich sein. Anderorts wie in Bayern geht es jetzt jedenfalls, auch wenn es auch dort vor einem Jahr viel besser gewesen wäre:

 

 

Polizeigewalt

29. Juni 2021

Teilnehmer:innen einer Großdemo am vergangenen Samstag in Düsseldorf gegen das neue Versammlungsrecht in NRW berichten von einer gewaltsamen Eskalation durch die Polizei. Dabei griff die Polizei auch einen Journalisten mehrfach mit einem Schlagstock an. Der Vorgang hat jetzt ein parlamentarisches Nachspiel.

Polizei auf einer Demo
Laut Berichten von Teilnehmenden ging die Polizei immer wieder gegen die Demonstration vor. – Alle Rechte vorbehalten @Demoticker

Das umstrittene Versammlungsgesetz in Nordrhein-Westfalen soll voraussichtlich Anfang September wieder auf die Tagesordnung im Landtag kommen. Dann steht zuerst eine Beratung im Innenausschuss über eine Sachverständigenanhörung aus dem Mai auf dem Plan. Einige Tage später könnte das Gesetz der Laschet-Regierung dann zur Abstimmung kommen. Das bestätigen Vertreter von FDP und Grünen gegenüber netzpolitik.org.

Die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW stellt sich nach Meinung von Experten mit dem Gesetz gegen eine Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts und will das Demonstrationsrecht empfindlich einschränken. Sogar die weißen Overalls von Klimademonstrant:innen sollen künftig verboten sein: Der Gesetzentwurf nennt sie in einer Reihe mit Nazi-Uniformen von SA und SS.

FDP unter Druck

Menschen ziehen bei einem Protest über FelderDie hier von Demonstrant:innen bei einem Klimaprotest genutzten weißen Overalls stellt die Begründung des Gesetzentwurfs in eine Reihe mit den Uniformen von SA und SS. CC-BY-NC 2.0 endegelaende

Insbesondere die in NRW mitregierende FDP gerät in der Sache zunehmend unter Druck. Felix Banaszak, Vorsitzender der Grünen in NRW, kritisierte auf Twitter, dass „ausgerechnet die ehemalige Bürgerrechts- und Freiheitspartei FDP gemeinsam mit der CDU ein Versammlungsgesetz einführen will, das den Geist der Unfreiheit atmet und Versammlungen als Gefahren und nicht als zu schützende Grundrechtsausübung versteht“.

Marc Lürbke, innenpolitischer Sprecher der NRW-FDP, sagt gegenüber netzpolitik.org: „Wir haben von Anfang betont, zunächst eine umfangreiche Sachverständigenanhörung durchzuführen, um den Gesetzentwurf dann im Lichte der gewonnenen Erkenntnisse neu zu bewerten.“ Im parlamentarischen Verfahren werde die FDP dann entsprechende Änderungsinitiativen einbringen und „sehr genau darauf achten, dass Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit, besonders auch in Krisenzeiten, nicht eingeschränkt“ würden, so Lürbke weiter.

Am vergangenen Samstag hatten mehrere tausend Menschen in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf gegen das Gesetzesvorhaben demonstriert. Ein großes Bündnis aus etwa achtzig linken Gruppen, Bürgerrechtsorganisationen und Fußballfanclubs hatte zu den Protesten aufgerufen. Nach Polizeiangaben waren 3.000, nach Angaben der Veranstalter 8.000 Teilnehmer:innen auf der Straße. Sie erreichten wegen polizeilicher Maßnahmen aber nicht mehr den Landtag, wo die Abschlusskundgebung stattfinden sollte.

Laut Medienberichten und einer Pressemitteilung des Protestbündnisses hat die Polizei die Demonstration mit „übermäßigen Repressionen den ganzen Tag begleitet“. Das berichten auch zahlreiche Teilnehmer:innen auf Twitter. Laut dem Bündnis sei die Polizei wegen „Vermummung einzelner Demonstrationsblöcke durch das Tragen von medizinischen Masken und das zu hohe Tragen von Transparenten“ gegen Teile der Demonstration aktiv geworden. In Medienberichten und auf Bildern auf Twitter war zu sehen, dass vereinzelt auch Pyrotechnik gezündet wurde.

Beim Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken durch die Polizei seien etwa 100 Teilnehmer:innen verletzt worden, berichten die Veranstalter:innen weiter. Videos auf Twitter zeigen unter anderem, wie die Polizei den Demonstrierenden Transparente entriss. Von Polizeigewalt berichtet auch die Piratenpartei NRW.

Die Gewerkschaft ver.di zeigt sich irritiert: „Es schien, als wäre der Gesetzentwurf der Landesregierung zum Versammlungsgesetz für die Polizei schon beschlossen und umgesetzt. Zumindest lassen die Maßnahmen darauf schließen. Minister Reul muss für eine lückenlose Aufklärung sorgen“, sagt Gabriele Schmidt, Landesbezirksleiterin ver.di NRW, mit Blick auf den CDU-Innenminister des Landes.

Im Verlauf der Demonstration bildete die Polizei über Stunden einen so genannten Kessel, umzingelte hunderte Demonstrant:innen bis zu sechs Stunden lang, laut Berichten unter ihnen auch Minderjährige und eine „Oma gegen Rechts“. Die Betroffenen mussten deshalb einen Gulli und eine goldene Rettungsdecke nutzen, um ihre Notdurft zu verrichten, weil die Polizei keine Toilette zur Verfügung stellte. Das bestätigte auch die Gewerkschaft ver.di. Es ist Aufgabe der Polizei, in solchen Fällen für eine ausreichende Versorgung der Betroffenen mit Wasser, Essen und Toiletten zu sorgen.

„Die Polizei hat von Anfang an auf eine gewaltsame Eskalation gesetzt, um unsere Demonstration zu verhindern“, sagte Gizem Koçkaya, eine Sprecherin des Bündnisses „Versammlungsgesetz NRW stoppen!“, gegenüber der taz. Auch die taz beschreibt das Vorgehen der Polizei als brutal. Der Vorsitzende der Grünen in NRW, Felix Banaszak, beschreibt die Vorgänge vom Samstag als „extrem beunruhigend“. Die Polizei bewertet die Vorgänge in ihrer Pressemitteilung erwartungsgemäß anders.

Auf der Demonstration gab es auch einen Übergriff der Polizei auf einen Journalisten der Nachrichtenagentur dpa. Der Fotograf wurde nach eigenen Angaben von einem Beamten mehrfach mit einem Schlagstock geschlagen. Er berichtete zudem von mindestens einem weiteren Kollegen, der ebenfalls angegriffen worden sei. Der Chefredakteur der dpa, Sven Gösmann, nannte den Vorgang einen nicht hinnehmbaren Angriff auf die Pressefreiheit“. Die Polizei kündigte eine Untersuchung des Vorgangs an. Die Fraktionen von SPD und Grünen in NRW haben eine aktuelle Stunde zu den Vorfällen in Düsseldorf im Landtag einberufen: Sie wird am Donnerstagvormittagstattfinden.

Das Demo-Bündnis fordert unterdessen den Rücktritt von NRW-Innenminister Reul (CDU). In Köln und Münster sind heute und morgen Demos wegen der Vorfälle angekündigt.


 

Vor 75 Jahren

18. Juni 2021

Vor 75 Jahren ging es um eine Schicksalsfrage im Emsland: Zu welchem deutschen Teilstaat wolle man gehören?

Mit der Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen und der Auflösung des größten deutschen Bundesstaates Preußen standen die Besatzungsmächte vor der Aufgabe, die staatlichen Verwaltungseinheiten in ihren jeweiligen Zonen neu zu regeln. Ziel war ein föderaler Aufbau und Voraussetzung dafür die Schaffung neuer Bundesländer, die sich an historischen Einheiten wie an praktischen, vor allem wirtschaftlichen Gegebenheiten orientieren sollten.

Die Britische Militärbehörde hatte im Sommer 1946 mit der Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen Fakten geschaffen. Um den Wiederaufbau des Ruhrgebietes zu erleichtern und es mit einem breiten ländlichen Umland zu versorgen bildete sie aus den früheren preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen ein neues Mega-Bundesland mit dem größten Industrierevier Westdeutschlands.

Damit stand auch der Rest der Britischen Zone unter Zugzwang. Ein echtes Gegengewicht zu NRW hätte nur ein einheitlicher „Nordstaat“ von der holländischen bis an die dänische Grenze mit dem Zentrum Hamburg gebildet. Doch den wollten die Norddeutschen nicht. Ganz im Norden war bald ein Land Schleswig-Holstein abgesteckt. Es blieben die frühere preußische Provinz Hannover, das Land Braunschweig, das Großherzogtum Oldenburg sowie die Grafschaft Schaumburg-Lippe und das Fürstentum Lippe-Detmold.

Hannover förderte eine „Fünferlösung“, bei der alle diese fünf Länder unter dem Dach eines neuen Landes Niedersachsen mit dem Kern Hannover bilden sollten. Eine schon in den 1920er-Jahren diskutierte Ausweitung Niedersachsens um angrenzende Teile Westfalen wurde vorgeschlagen, aber von NRW entschieden abgelehnt.

Oldenburg schlug vor, den niedersächsischen Raum in drei etwa gleich große Länder aufzuteilen: ein vergrößertes Land Braunschweig im Süden, ein Land Hannover mit Teilen Westfalens sowie ein Land Weser-Ems mit dem Kern in Oldenburg, das natürlich auch die Hauptstadt werden sollte.

Hiergegen regte sich der Widerstand besonders in den Kreisen Lingen und Grafschaft Bentheim, wo eine regelrechte „Los von Oldenburg-Bewegung“ entstand. Denn dem nationalsozialistischen Gau Weser-Ems war man gerade erst entronnen und hatte mit den Oldenburger offenbar keine guten Erfahrungen gemacht. Der spätere Bentheimer Landrat Heinrich Specht forderte im Mai 1946:

„Nach 1933 nutzte Oldenburg seine Stellung als Gauhauptstadt zu starken wirtschaftlichen und politischen Zentralisierungsbestrebungen aus … heute will man nicht herausgeben, was (die NSDAP-Gauleiter) Röver und Wegener eingeheimst haben. Die Grafschaft Bentheim verwahrt sich jedoch dagegen, zum Opfer dieses Machtstrebens degradiert zu werden, und erst recht dagegen, mit jenem Oldenburger Partikularismus identifiziert zu werden, den man heute bereits in ganz Deutschland belächelt. Sie tritt beharrlich ein für eine völlige und endgültige Lösung aller Wirtschafts- und Verwaltungsbindungen an Oldenburg. In der Erkenntnis, daß sie Hannover ihre wirtschaftliche Existenz verdankt, wünscht sie vollen Anschluss an die Provinz Hannover…“.

Ebenfalls im Mai 1946 hatte in Meppen eine Versammlung der emsländischen und südoldenburgischen Landkreise stattgefunden, an der auch Bürgermeister Zurhorn aus Münster teilnahm, der eifrig für einen Anschluss an Westfalen zu warb. Um die befürchtete Zuordnung an Oldenburg zu verhindern, forderten die Kreise Cloppenburg, Meppen und Lingen am 4. Juni ihren Anschluss an Westfalen. Der Redakteur Andreas Büscher schrieb hierzu am 2. Juli 1946 in der Osnabrücker Rundschau:

„Es unterliegt keinem Zweifel, daß das Emsland wirtschaftlich nach Westfalen orientiert ist. Ein möglichst enger Zusammenschluss dieser Gebiete, auch in verwaltungstechnischem Sinne, würde diese Zusammengehörigkeit vertiefen und sich dadurch zum Besten beider Gebiete auswirken. Deshalb müssen die vier Emslandkreise – möglichst geschlossen – rechtzeitig danach trachten, in der zukünftigen Neuordnung des nordwestdeutschen Raumes den Anschluß an das benachbarte Westfalen zu erreichen.“

Vorgeschlagen wurde hierzu ein Volksentscheid parallel zu den geplanten Kommunalwahlen im Herbst 1946. Doch daraus wurde nichts, denn mittlerweile war die Gründung von NRW bereits erfolgt. Osnabrück hatte ohnehin mehr auf Niedersachsen gesetzt, weil es die Bezirksregierung nicht an Oldenburg oder Münster abgeben wollte und erreichte einen Beschluss aller Landkreise des Regierungsbezirks, dass sie auf jeden Fall zusammenbleiben wollten. Im Falle eines Anschlusses an Nordrhein-Westfalen befürchtete man, letztlich doch nur Randregion in einem zukünftigen vergrößerten „Ruhrstaat“ zu werden. So setzten die Emsländer im Zweifelsfall gemeinsam mit Osnabrück auf Niedersachsen.

Dort hatte es schon im Sommer 1945 den Vorschlag gegeben, die Provinz Hannover per Staatsvertrag mit Braunschweig und Oldenburg unter eine „gemeinsame Landesregierung in Niedersachsen“ zusammenzufassen. Die Militärregierung lehnte dies ab, weil die Leiter besetzter Länder keine Verträge miteinander schließen könnten. Sie bildete für die entsprechenden Gebiete aber einen „Gebietsrat Niedersachsen“.

Auch eine Umwandlung der Provinz Hannover in ein Land Hannover als Vorstufe für einen freiwilligen Zusammenschluss lehnten die Briten zunächst ab. Doch nach der Bildung von NRW lenkte die Besatzungsmacht ein. Am 4. Juli 1946 befahl sie dem Zonenbeirat die Bildung eines Sonderausschusses zur Neugliederung der Zone. Von den fünf dort vorgelegten Möglichkeiten erhielt der Vorschlag von Hinrich Wilhelm Kopf die meisten Stimmen. Er favorisierte ein Land Niedersachsen aus Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Schaumburg-Lippe und Lippe-Detmold sowie weiteren Gebieten im nördlichen Westfalen, wo seit dem Frühjahr bei Versammlung und Vorträgen für einen Anschluss an Niedersachsen geworben wurde.

Dieser war aber nach der Bildung von NRW nicht mehr durchsetzbar und Lippe-Detmold entschied sich für einen Anschluss an NRW. Der Nordstaat, das Land Weser-Ems und weitere Vorschläge fanden keine Mehrheit…


gefunden im  Blog des Emslandmuseum / Andreas Eiynck

Premiere

6. Juni 2021

 Seit gestern Abend 20 Uhr ist das Theaterstück Maria Magda von Viola Bungarten für 24 Stunden als Stream auf der Homepage des Theaters Münster kostenlos freigeschaltet. Wenn Sie sich an diesem Sonntag das knapp 90minütige Theaterstück anschauen, haben Sie wahrscheinlich eine sehr interessante, wenn auch eher weniger entspannte Zeit; denn darum geht es:

Die Titelheldin wird in ein Kloster-Internat für schwer erziehbare Mädchen geschickt. Eines dieser Mädchen ist verschwunden. Ein anderes hat Geheimnisse, das dritte eine verborgene Gabe. Und dann kommen noch Nonnen, Hexen und das Patriarchat vor. Schauen Sie am besten selbst. Und wenn Sie sehr neugierig sind, können Sie sich den gesamten Text des Stückes hier herunterladen.

Das Theater Münster hat übrigens seit Freitag (für eine Zwischenspielzeit) wieder geöffnet: „Vom 4. bis 26. Juni 2021 spielen wir wieder live für euch im Großen Haus.“

  • Den Auftakt machte der Tanzabend DER TURM zu Musik von Philip Glass, choreografiert von Hans Henning Paar, der am Freitag 4. Juni seine Premiere feiert (weitere, leider ausverkaufte  Vorstellungen am 5. und 6. Juni).
  • Freunde der Barockoper kommen mit der musikalischen Tragödie ARGENORE von Wilhelmine von Bayreuth auf ihre Kosten, die am 9., 11. und 13. Juni zu sehen ist.
  • Das Schauspiel Münster präsentiert sich mit zwei Klassikern der dramatischen Literatur: Anton Tschechows Komödie DIE MÖWE entführt am 15., 16. und 17. Juni in das zaristische Russland.
  • Den Ehekonflikt zwischen Martha und George kann man in Edward Albees Schauspiel WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF? am 19. und 20. Juni mitverfolgen.
  • Musikalisch klingt die Zwischenspielzeit mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Felix Mendelssohn Bartholdy im 10. Sinfoniekonzert am 23., 24., 25. und 26. Juni aus. Auch dafür sind allerdings gegenwärtig alle Karten ausverkauft…

Das Platzkontingent ist übrigens coronakonform begrenzt. Der zeitlich vorgegebene Einlass erfolgt in kleinen Gruppen maximal 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. Neben einer gültigen Eintrittskarte ist der Nachweis „Geimpft, Getestet oder Genesen“ erforderlich.

Tipp:
Nach Münster gelangt man mit dem Zug – bequem innerhalb von weniger als 1 h. Die Aufführungen beginnen überwiegend um 19.30 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Die Westfalenbahn fährt  stündlich, allabendlich zurück bis um 22.11 Uhr und 23.13 Uhr.  Vom Hauptbahnhof bis zum Theater sind es knapp 15 Minuten (900m) zu Fuß.

Nachtrag:
Auch das Theater Osnabrück startet in diesen Tagen neu. Darüber in Kürze mehr in diesem kleinen Blog.

33.333

23. Mai 2021

Der aus Berlin stammende Münsteraner Horst Eschler ist ein  großzügiger Mann. Als privater Spender ermöglicht er 33.333 Schülern und Kita-Kindern einen kostenlosen Besuch im Allwetter-Zoo Münster. Das entsprechende Ticketkontingent könnten Klassen und Kindertagesstätten abrufen, teilte der Zoo jetzt auf seiner Homepage mit. „Wahnsinn. Wir sind völlig überwältigt“, erklärte Zoodirektorin Simone Schehka zu der Zusage. Auch wenn Schul- oder Kindergartenausflüge auf Grund der Corona-Pandemie momentan noch nicht möglich seien. „Wir hoffen, dass wir nach den Sommerferien unsere Pforten auch für Schul- und Kindergartengruppen wieder öffnen dürfen“, sagte die Zoodirektorin.

Der Spender ist für den Zoo kein Unbekannter. Der Rentner hatte den Zoo bereits vor einigen Wochen mit der größten Einzelspende seiner Geschichte in Höhe von 750.000 Euro bedacht. Er bat damals nach Angaben des Zoos darum, das Geld den Tieren zugutekommen zu lassen. Vor wenigen Tagen habe sich Eschler aber erneut gemeldet und erklärt: „Es liegt mir sehr am Herzen, etwas für Kinder und deren Bildung zu machen.“

Der Kita-Stadtelternvertretung habe ich angeboten, für eine Kita-Gruppe aus Lingen (Ems) die Bahnfahrtkosten zum Zoo nach Münster zu übernehmen. Vielleicht macht die eine oder der andere mit, damit weitere Lingener Kitagruppen in den Allwetterzoo fahren können? 

In diesem Jahr wird es wieder kein übliches  Jazzfest Gronau geben. Darüber haben die Organisatoren jetzt informiert. Seit über 30 Jahren präsentiert das führende Jazzfestival Deutschlands die ganze Bandbreite des Jazz von internationalen Superstars bis hin zu regionalen Neuentdeckungen. Im ergangenen Jahr unterbrach dann Corona jäh die  Erfolgsgeschichte der großen Veranstaltung in der westfälischen Grenzstadt zu den Niederlanden.

„Erfolgreich konnten wir den Großteil der Veranstaltungen auf das Jahr 2021 verschieben, doch unsere Hoffnung, das Festival in diesem Jahr in gewohnter Form durchführen zu können und uns beim 33. Jazzfest 2021 alle gesund wieder zu sehen, wird nicht erfüllt werden“, erklärte Otto Lohle, musikalischer Leiter des Festivals.

Livekonzerte in gewohnter Form sind nämlich  weiterhin nicht möglich. Deshalb werden die Konzerte mit Jamie Cullum, Stefanie Heinzmann/Max Mutzke und Mothers Finest/My Brainbox erneut „auf das nächste Jazzfest verschoben“, die Tickets behalten ihre Gültigkeit. Die Ersatztermine sind am

  • 30. April 2022 – Jamie Cullum,
  • 3. Mai 2022 – Mothers Finest/My Brainbox feat. Jan Akkermann/ Bert Heerink,
  • 7. Mai 2022 – Stefanie Heinzmann/Max Mutzke.

Folgende Livekonzerte müssen für 2021 abgesagt werden: 1. Mai – Joscho Stephan Trio feat. Stochelo Rosenberg, 2. Mai – Inga Rumpf/Jocelyn B. Smith, 4. Mai – 4 Wheel Drive/Wolfgang Haffner, 6. Mai – Leo Betzl Trio/RoMi Band Karten können zurückgegeben werden, sowohl für die abgesagten als auch für die verschobenen Konzerte, falls ein Ersatztermin nicht wahrgenommen werden kann.

„Um unserem Publikum aber auch in diesem Jahr ein musikalisches Erlebnis zu bieten und als Marke bundesweit relevant zu bleiben, planen wir, das Konzert mit 4 Wheel Drive/Wolfgang Haffner am 4. Mai (Beginn etwa 20 Uhr) in einem ganz besonderen und einzigartigen Livestream aus der Bürgerhalle zu präsentieren. Aufgrund von Corona wird es zwar ohne Besucher vor Ort stattfinden. Durch ein Bühnenbild wie in einem Wohnzimmer, 3D-Sound und einer besonderen Kameraführung soll der Zuschauer das Gefühl bekommen, trotz der Distanz ganz nah an der Band zu sein“, beschreibt Geschäftsführer Thomas Albers das Vorhaben. Über einen Livechat bekommen die Zuschauer außerdem die Möglichkeit, Fragen an die Künstler zu stellen. „Natürlich ersetzt der Stream nicht das großartige Gefühl, mit Tausenden gemeinsam in einem Konzertsaal zu stehen, aber wir sind froh und glücklich, in diesem Jahr wenigstens ein kleines Stück Jazzfest bieten zu können“, ergänzt Otto Lohle, Musikalischer Leiter des Festivals.

Die 4 Wheel Drive Protagonisten Nils Landgren (Posaune), Michael Wollny (Piano), Lars Danielsson (Bass & Cello) und Wolfgang Haffner (Drums) zählen zu den Besten der Welt und das komprimiert in einer Bandformation.

Der kostenlose Livestream startet am Dienstag, 4. Mai um 20 Uhr, ab 19.15 Uhr ist Einlass im Chatroom auf http://www.jazzfest.de. Dort ist das Konzert auch nach der Liveübertragung weiterhin abrufbar.