nebenan in NRW

14. September 2020

Ein montäglicher Blick nach Süden, wo gestern nebenan in NRW die Bürgerinnen und Bürger neue Landräte, Stadtoberhäupter und Kommunalvertretungen gewählt haben. Dabei gab es landesweit für die CDU und besonders die darbende SPD das schlechteste Kommunalwahlergebnis aller Zeiten. Die Grünen erzielten gleichzeitig ihr bestes. Weil es keine 5%- oder 3%-Klausel gibt, sind in den nächsten fünf Jahren in vielen Kommunen kleine und kleinste Parteien und Gruppen in den Räten vertreten, was die Rolle der hauptamtlichen Bürgermeister stärken dürfte. Die Verfassungsgerichte hatten entschieden, dass eine Sperrklausel verfassungswidrig sei – eine Position, die man nicht teilen muss…

Noch eine Entwicklung: Die Zahl der Briefwähler ist im Vergleich zur letzten Kommunalwahl deutlich gestiegen. So hatten im Kreis Borken schon 23 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme im Vorfeld abgegeben – doppelt so viele Briefwähler wie 2014. In der Stadt Münster und in den Kreisen Coesfeld und Warendorf lag ihr Anteil bei sogar 30 Prozent. Überhaupt lag die Wahlbeteiligung in ordentlichen Höhen.

Weil im ersten Wahlgang kein Bewerber die absolute Mehrheit erreicht hat, wird es am 27. September zahlreiche Stichwahlen geben. In der Landeshauptstadt Düsseldorf liegt dabei Amtsinhaber Thomas Geisel (SPD) hinter seinem CDU-Herausforderer Stephan Keller. Auch in Aachen, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Mülheim/Ruhr, Wuppertal und Köln kommt es zum zweiten Wahlgang.

Überraschung auch in Münster: Amtsinhaber Markus Lewe (CDU) muss am 27. September in der ehemaligen CDU-Hochburg gegen den grünen OB-Kandidaten Peter Todeskino antreten. Trotzdem sprach er im WDR von einem „großen Vertrauensbeweis“. Auch in den münsterländischen Kommunen Greven, Havixbeck, Warendorf, Emsdetten und Ochtrup, Neuenkirchen, Altenberge und Legde gibt es Stichwahlen.

Im Kreis Steinfurt liegen vor der Landrat-Stichwahl CDU-Mann Mathias Krümpel und der parteilose Martin Sommer fast gleichauf – 31 Prozent für Krümpel und 28,1 Prozent für Martin Sommer. Anders ist das bei Kai Zwicker (CDU) aus dem Kreis Borken, der mit 67,2% mit großem Abstand gewonnen hat; keine Chance hatte dort die Grünen-Kandidatin Susanne Trautwein-Köhler, die aus Clusorth-Bramhar stammt. Christian Schulze Pellengahr von der CDU gewann im Kreis Coesfeld mit 66,7 Prozent der Stimmen. Im Kreis Warendorf ist der Landrat Olaf Gericke von der CDU geblieben. 63,2 Prozent der Stimmen gingen an ihn.

Aus der Bürgermeisterwahl in Ibbenbüren ist Marc Schrameyer (SPD) als Sieger herausgegangen. Er konnte laut vorläufigem Endergebnis 14186 Wählerstimmen auf sich vereinen (61,1%) . Seinen Konkurrenten um das Bürgermeisteramt, Jürgen Bernroth (CDU, UWG IFI, FDP) wählten 9.044 Wähler/innen (38,9 %).

Bei der Stadtratswahl erlitt die SPD in Münster ein geradezu katastrophales Ergebnis. Im Vergleich zu 2014 verlor die SPD 9,4 Prozentpunkte. Die Grünen jubelten über ihre rund 30% und die gewonnenen 20 Sitze. Übrigens: Die VOLT-Partei zieht mit zwei Ratsmitgliedern in den Münsteraner Stadtrat ein, die AfD nur mit einem. Die Piraten sind in ihrer ehemaligen Hochburg weg vom Fenster.

In Ibbenbüren kam die SPD im Stadtrat auf knapp 39%. In Rheine liegt die CDU mit 47% vorn, hat aber keine absolute Mehrheit.

Leider verstecken die regionalen Zeitungen in Westfalen die Wahlergebnisse hinter Paywalls, die Seite des WDR ist zwar grafisch gelungen, verrät aber nicht die Zusammensetzung der Räte. Die jeweiligen Internetseiten der Kommunen sind unübersichtlich, wenn die Server überhaupt antworten. Sie teilen vor allem nicht die Veränderungen mit. Ich werde versuchen, die entsprechenden Resultate nachzutragen…

 

 

 

Tja

3. September 2020

In gut einer Woche wählen die NRW-Nachbarn neue Kommunalparlamente und Bürgermeister/innen. Auch nebenan in Rheine.

 

Hausnummer

27. Juli 2020

Die Meldung aus der schönen Sauerlandmetropole Winterberg ist zwar schon zwei Wochen alt, zeigt allerdings Handlungsmöglichkeiten „vor Ort“ auf, die eher selten praktiziert werden. Als ich sie jetzt las, habe ich mir überlegt,  wo man sie als Vorbild für Lingen einsetzen könnte. Vorschläge aus der Leserschaft? … und einen schönen Montag:

Seit mindestens zwei Jahren gefährdeten die seitlichen Auswüchse der Hecke entlang der Nuhnetalstraße – B 236 – (Höhe Hausnummer 77) die Fußgänger.

Im letzten Jahr blockierte der seitliche Austrieb den halben Gehweg. In diesem Jahr war der Gehweg an dieser Stelle völlig zugewachsen. Für Behinderte, ältere Menschen und Mütter mit Kinderwagen usw. war kein Durchkommen in diesem Bereich mehr möglich.

Seit über sechs Wochen bemühte sich Stadtratsmitglied Richard Gamm um die Beseitigung der seitlichen Austriebe. In dieser Zeit führte er drei Gespräche mit der Stadtverwaltung Winterberg.

Da die Gefahrenstelle immer noch nicht beseitigt wurde, hat Richard Gamm dann selbst Hand angelegt, und die Hecke zurück geschnitten.

Jetzt ist der Gehweg wieder gefahrlos von allen Bürgern zu nutzen.
(Quelle: Pressemitteilung SPD Winterberg)

 

Dankeschönmatjes

21. Juni 2020

58 niederländische Patienten wurden in der Coronakrise in deutschen Krankenhäusern aufgenommen und behandelt, davon allein 49 in Nordrhein-Westfalen. Vor 14 Tagen konnten die letzten der überlebenden Patienten wieder in die Niederlande verlegt werden. Als Dank für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wurden am Montag letzter Woche 4.000 Matjesfilets an die Mitarbeiter des Universitätsklinikums in Münster verteilt.

Das Fass mit dem ersten Hering der Saison wurde an Hugo van Aken, Direktor des Uniklinikums Münster, und an den nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) überreicht. Eigentlich ist es Tradition, dass dieses Fass versteigert wird, in Anbetracht der Coronakrise und der Leistungen des Krankenhauspersonals hat sich das Nederlands Visbureau (deutsch „Niederländisches Fischamt“) dazu entschieden, den ersten Matjes an Pflegepersonal und Krankenhausmitarbeiter zu stiften, darunter auch an das UKM. Zusammen mit dem Erasmus MC in Rotterdam hatte es die Koordination übernommen und die niederländischen Patienten den deutschen Krankenhäusern zugeteilt.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bedankte sich bei der Zeremonie für die Hilfsbereitschaft seitens der deutschen Krankenhäuser. Van Aken berichtete, dass 80 Krankenhäuser in den ersten 24 Stunden nach ihrem Aufruf Bereitschaft gezeigt hätten, niederländische Patienten aufzunehmen. Aufgrund der im Vergleich zu Deutschland geringen Zahl an Intensivstationsbetten fürchtete man in den Niederlanden, dass das Gesundheitssystem überlastet werden könnte. Ernst Kuiper, Leiter des Erasmus MC Rotterdam erklärte, ebenso wie Martin van Rijn (PvdA), Minister für Gesundheitsversorgung, dass die Niederlande im Gegenzug jederzeit bereit seien, NRW in ähnlichen Situationen zu unterstützen.

Betrachtet man die Traditionen rund um den ersten Hering des Jahres, so wird die Bedeutung dieser Geste besonders deutlich: Am jährlich stattfindenden vlaggetjesdag (dt. Fähnchentag) wird der erste Fang der Saison in Scheveningen an Land gebracht, wo ein großes Festival stattfindet. Wie bereits erwähnt, wird das erste Matjesfass dabei versteigert und der Erlös an gemeinnützliche Zwecke gespendet. 2019 wurden 95.500 Euro für dieses Fass bezahlt.

Soweit der Beitrag im Niederlande.Net. Weiß jemand aus der verehrten Leserschaft, ob unter den 80 Krankenhäusern, die helfen CoViD-19-Erkrankte aus den Niederlanden helfen wollten, auch niedersächsische Krankenhäuser diesseits der Grenze waren? Gelesen habe ich nichts darüber.

(Text: Niederlande.Net; Foto: Matjes frisch aus dem Fass, von Wolfgang Meinhart, Hamburg CC BY-SA 3.0 via wikipedia)

Niedersachsen abgehängt

14. Juni 2020

NiederlandeNet informiert: „In einem Brandbrief fordern die niederländische Provinze zusammen mit dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen, dass die grenzüberschreitenden Zugverbindungen zwischen Deutschland und den Niederlanden ausgebaut und optimiert werden.

Obwohl zu beiden Seiten der Grenze Pläne für den Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs bestehen (Toekomstbeeld OV 2040 und Deutschlandtakt), wird laut den Unterzeichnern des Brandbriefes dem internationalen Zugverkehr zu wenig Beachtung geschenkt, wodurch der Zug nicht mit dem Flugzeug konkurrieren könne.

Laut Bert Boerman, Mitglied des Provinzregierung in Overijssel, liege die Qualität des grenzüberschreitenden Zugverkehrs deutlich unter jener des nationalen Zugnetzes. Sowohl die geringe Anzahl an Verbindungen, deren Taktung als auch Hürden wie Tickets oder Tarifzonen stünden dem Fahrgast dabei im Weg. Dabei soll laut den Unterzeichnern des Briefes in Kurzstreckenprojekte wie Enschede-Dortmund, Eindhoven-Düsseldorf oder Heerlen-Aachen investiert werden. Auch müsse die Strecke Amsterdam-Berlin deutlich verbessert und zu einer Hochgeschwindigkeitsverbindung ausgebaut werden. Die derzeitige Reisedauer beträgt hier noch rund sechs Stunden, wodurch eine Zugreise in puncto Zeit keine Alternative zu einer Flugreise darstellt. Eine Idee der Unterzeichner sei es, die Verbindung zukünftig über Amsterdam, Utrecht, Arnhem und dann Duisburg laufen zu lassen. Dadurch könnten mehrere Stunden an Reisezeit eingespart werden.

Durch den Brandbrief ist diesem Thema erneut Nachdruck verliehen worden. Bereits in der Vergangenheit ist vor allem von niederländischer Seite aus der Wunsch geäußert worden, die Zuganbindungen über die Grenze hinweg zu optimieren und so effizienteren Zugverkehr zu gewährleisten (NiederlandeNet berichtete). Floor Vermeulen, Mitglied des Provinzregierung in Zuid-Holland, prangert die fehlende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Niederlanden auf diesem Gebiet. Die Programme beider Länder seien nicht aufeinander abgestimmt. Er hofft, dass die zuständige Staatssekretärin Stientje van Veldhoven (Infrastruktur und Waterstaat) Deutschland folgen wird, wo bis 2030 86 Milliarden Euro in das Schienennetz investiert werden soll.“

Niedersachsen zählt bezeichnenderweise nicht zu den Unterzeichnern des Briefes und hat sich damit abgehängt. Kein Wunder, so scheint mir, ist doch der CDU-Politiker Althusmann der dafür zuständige Minister und an Bahnverkehr offenbar nicht sonderlich interessiert. Beispielsweise hat er es in den vergangenen knapp drei Jahren Amtszeit nicht geschafft, für einen schnelleren Wiederaufbau der Ende 2015 durch ein Schiffsunglück zerstörte Friesenbrücke zu sorgen, die die Eisenbahnstrecke Groningen-Bremen über die Ems führte. Sie soll jetzt erst 2024, also 9 Jahre nach der Zerstörung, wieder aufgebaut sein – allerdings nur einspurig und nicht elektrifiziert. Mit anderen Worten nur so, wie die Eisenbahnbrücke 1950/51 gebaut wurde (Foto). 

——–
Foto: Friesenbrücke (2013) Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de

 

Es gab schon Bier-, Gin- und Weintasting online und vieles sonst im Netz dieser Corona-Zeiten. Heute schließen sich dem auch die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen an, die in ihrer 66. Auflage ausschließlich virtuell stattfinden. Gezeigt werden mehr als 350 Filme aus knapp 70 Ländern — was das tradiionelle Filmfestval zum bislang größten Online-Festivals seit Beginn der Corona-Krise macht. Das Rahmenprogramm besteht aus Gesprächen mit über 100 Filmemacher*innen, Live-Debatten zu weiteren Programmen, sechs DJ-Sets und zahlreichen Online-Fachveranstaltungen.

Neben den den Filmen aus den fünf Wettbewerben präsentieren die Kurzfilmtage in diesem Jahr drei Werkschauen, bei denen die Werke von Susannah Gent (Großbritannien), Philbert Aimé Mbabazi Sharangabo (Ruanda/Schweiz) und Maya Schweizer (Deutschland) im Fokus stehen. Zudem stellen Archive aus Polen und Russland ihre Sammlungen vor, im Länderfokus zeigt das Festival Kurzfilme aus Portugal. Das komplette Programm des Festivals, das bis zum 18. Mai läuft, findet sich auf der Webseite der Kurzfilmtage.

Die Eröffnungsfeier am 13. Mai sowie die Verleihung des Festivalpreise am 18. Mai werden frei verfügbar via Facebook gestreamt.  Der Online-Zugang von zuhause zu allen anderen Inhalten ist mit dem Festivalpass für 9,99 Euro unbeschränkt möglich, der ebenfalls auf der Webseite erhältlich ist.

Eine bemerkenswerte Youtube-Reihe Dr. Christian Eggersmann sagt, dass es sich hierbei nicht um einen Gesundheits-Podcast handelt. Der Arzt ist ärztlicher Direktor am Mathias-Spital in Rheine. Er führt seit dem 19. März ein Videotagebuch auf YouTube, in dem er vom Corona-Alltag erzählt. Er berichtet also darüber, wie es in „seinem“ Krankenhaus abläuft. Er hat inzwischen fast 1700 Abonnenten. Der Mann sagt: „Ich möchte […] ein Sprachrohr sein für die vielen, vielen Mitarbeiter, die sich im Moment unglaublich engagieren.“

Vielleicht klickt Ihr mal rein?

Kartoffeln

3. April 2020

Die beiden feinen Lingener Fachgeschäfte Kathy’s Wohnart und Prozellan Benner werden wohl neue Produkte in ihr Verkaufssortiment aufnehmen. Das werde ich ihnen dringend ans Herz legen.  Denn dann können sie wieder öffnen. Abgesehen davon, dass Kathy Hüllsieck schon immer Parfum und Körperpflegemittel („Hygieneartikel“) angeboten hat, wird sie künftig wohl Kartoffeln und Spargel  vom Biohof verkaufen, und Kaufmann Oliver Benner zwischen all den Pfannen, Töpfen und Küchenzubehör, Pastagrande-Nudeln aus Wietmarschen, Enkings Schwarzbrot und Settebernds Beschüte aus Emsbüren. Ich nehme an, dies wird mit einer Mitteilung an das städtische Gewerbeamt flankiert, man volle das Sortiment vergrößern. Dann nämlich können beide Einzelhändler aus der Lingen Burgstraße ihre Geschäfte wohl wieder öffnen. Das zeigen die letzten Tage.

Die Allgemeinverfügung des Landes Niedersachsen („zum Schutz der Bevölkerung“) wird sie schwerlich stoppen. Denn sie wird mehr und mehr zu einem Flickenteppich. Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) setzte die Öffnung von Baumärkten durch, um Kaufprozessionen in Baumärkte im benachbarten  NRW zu beenden. Inzwischen darf selbst wieder die Postenbörse geöffnet halten; dazu führte ein schlichter Brief des Firmeninhabers an den niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU); die Kommunen waren machtlos. Wir sehen:  Die großen Discounter und Supermärkte von Aldi, Edeka, Famila, Netto bis Rewe verkaufen ohne jede Scham und Zurückhaltung das ganze Warensortiment mit Hunderten Nonfood-Artikeln bis zu Fahrrädern und Fernsehapparaten. Es interessiert niemanden, schon gar nicht  die niedersächsische GroKo-Landesregierung, welche zerstörerische Wirkung diese Einseitigkeit auf den kleinen Einzelhändler hat – vor allem im Stadtzentrum. Wir erleben eine große Umverteilung.

Jede/r kann es sehen: Vorn im Discountermarkt mussten die Blumengeschäfte schließen; doch Blumen gibt es trotzdem zu kaufen, jetzt bloß hinter den Supermarktkassen vom Marktbetreiber. Die Einnahmen aus dem Verkauf gehen an diesen Großen, die kleinen Einzelhändler schauen in die Röhre. Das ist „bitter, hart und ungerecht“, sagte OB Krone gestern in einer Sitzung des Lingener Verwaltungsausschusses, und alle stimmten zu.

Wenn dem aber so ist, kommen jetzt eben Kartoffeln & Co. in den Einrichtungs- und Porzellan-Einzelhandel. 4-lagiges Klopappier als Hauptverkaufsartikel ginge sicher auch.


Foto: Giebel des Hist. Rathaus Lingen © milanpaul via flickr

Corona Diary

21. März 2020

Corona Diary (Corona-Tagebuch) ist ein aktuelles Projekt des Medienprojekt Wuppertal.

Während der Einschränkungen und den Veränderungen des Lebens aufgrund der Corona-Krise sollen viele junge Menschen aus Wuppertal und Umgebung mit der Kamera die Ereignisse in ihrem eigenen Leben, in ihrer Familie und in ihrem Umfeld dokumentieren und ihre Gefühle und Gedanken reflektieren. So entsteht ein digitales Tagebuch der Krise aus junger Perspektive mit den Fragen: Welche Geschichten ereignen sich unter diesen außergewöhnlichen Umständen? Was macht das mit ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung? Welche Probleme entstehen und was sind die positiven Seiten der Krise, wie z. B. solidarisches Verhalten, neue Freundschaften, Besinnung auf andere Werte oder gänzlich unerwartete Geschichten?

Die Filmaufnahmen können mit dem eigenen Handy oder mit Videotagebuchkameras vom Medienprojekt Wuppertal gemacht werden, die das Medienprojekt jetzt für den nächsten Monat verleiht. Die Aufnahmen sollen ohne großen Kontakt zu anderen Menschen gemacht werden und werden online an das Medienprojekt übermittelt. Das Material wird in kurzen Abständen auf YouTube und Instagram veröffentlicht. Darüber hinaus soll eine größere Doku entstehen, die die Ereignisse aus der Sicht junger Menschen reflektiert.
Die filmische Aufgabe für die Teilnehmer*innen des Projektes ist:

  • Tägliche Aufnahmen, Bildmaterial vom Drumherum machen (Orte, aus dem Fenster, interessante Sachen)
  • Menschen in der Umgebung filmen und interviewen
  • Selbstinterview mit Reden in die Kamera: Was war heute wichtig? Was war dein persönliches Highlight, Was war dein Downer? Welche Probleme hast du gerade? Wie geht es anderen und wie gehen die mit der Situation um? Was ist heute bei dir passiert? Was sind deine Empfindungen zu den Nachrichten, die du hörst? Was vermisst du? Worauf freust du dich?

Jede*r Teilnehmer*in soll möglichst täglich 3-5 Minuten produzieren und nach Absprache ans Medienprojekt zum Download schicken. Kleine Handkameras werden kurzfristig nach Anmeldung vom Medienprojekt übergeben, Teilnehmer*innen können aber auch mit dem eigenen Handy mitmachen. Minderjährige benötigen für die Teilnahme das Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten.

Das Filmprojekt soll ein Mittel gegen die Ohnmacht sein, eine positive künstlerische Selbstbeschäftigung, um jungen Menschen in ihrer Verschiedenheit eine Stimme zu geben, damit wir alle Oberwasser behalten in schwierigen Zeiten. Filme können bewegen!

Meldet euch schnell an:
Medienprojekt Wuppertal
E-Mail: info@medienprojekt-wuppertal.de
Insta: instagram.com/medienprojektwuppertal
Facebook: facebook.com/medienprojekt.wuppertal
WhatsApp: 0177-7391 405

Das Duisburger Theater am Marientor ist insolvent. Nun kündigt auch noch die Produktionsfirma Stage Entertainment an, ihre Häuser in Oberhausen und Essen schließen zu wollen. Ist das Musical am Ende? Honke Rambow hat die Hintergründe recherchiert:

„Fast wäre das Ruhrgebiet eine Region der Musicals geworden – dem Rollschuh sei dank. Denn schon seit 1988 dreht der »Starlight Express« in Bochum seine Runden. Hier begann, was einmal – nach dem Willen von Strukturwandel-Strategen – zum »Broadway Ruhr« hätte werden sollen. 1996 kam »Les Misérables« in Duisburg hinzu, im selben Jahr wurde das Colosseum in Essen mit »Joseph and his multicoloured dreamcoat« eröffnet. 1999 startete in Oberhausen »Tabaluga & Lilli«. Damals sah es kurzfristig so aus, als reihe sich das Ruhrgebiet tatsächlich zwischen den Musical-Hochburgen Hamburg und Stuttgart, vielleicht sogar Wien mit ein. Zehn Jahre später ist klar – die Entwicklung ist eine andere.

Denn im Oktober 2019 kündigte Stage Entertainment an, dass im Oberhausener Metronom Theater der Spielbetrieb eingestellt wird. Im Frühjahr 2020 ist Schluss, dann endet die Spielzeit von »Tanz der Vampire«. Zudem erwäge man, im Sommer 2020 das Essener Colosseum zu verkaufen, das ohnehin nur noch ein Gastspiel- und Event-Haus sei. Stattdessen wolle man sich künftig ganz auf sogenannte »stationäre Musicals« konzentrieren, teilte die Produktionsfirma in einer Pressemitteilung mit. Fast zeitgleich ging die Betreibergesellschaft des Duisburger Theaters am Marientor in die Insolvenz. Die angekündigte Premiere von »Wallace« nach der Braveheart-Geschichte wurde abgesagt.

»Stage Entertainment kann insgesamt wachsendes Interesse von Besuchern im gesamten deutschsprachigen Raum verzeichnen«, heißt es in einer Stellungnahme. Nur eben nicht im Ruhrgebiet. Gründe dafür…“

[weiter bei kultur.west]