Nasenschild

11. Mai 2013

Nasenschilder

Aus der Marienstraße. Eine ungewohnte Perspektive Frühlingsaufnahme von milanpaul. Die Nasenschilder stören den Eindruck den das historische Rathaus macht, die schüttere Platane rettet ihn.

abgesägt

25. April 2013

„Im Zuge des Stadtumbaus wurden die Hochbeete zugunsten einer einheitlichen, offenen Gestaltung zurückgebaut.“

Auch in Lingen demnächst wieder dasselbe auf dem Markt, wenn fünf, 30 Jahre alte Platanen vor dem NDR-Studio am Markt samt Terrasse zugunsten einer einheitlichen, offenen Gestaltung zurückgebaut und abgesägt werden. Sie sollen -ganz in echt- zu nah vor dem Studio stehen, so die CDU.

Liebe Lingener CDU,  manche lernen es nie.

Schnur- und Blasenbäume

12. April 2013

früchte des SchnurbaumsWie man mit  Platanen nicht umgehen sollte, wissen Lingener seit fünf Jahren, sofern sie außerhalb des Rathauses aktiv sind. Die anderen haben’s wieder vergessen und planen sinnfrei das nächste Abholzen von fünf Platanen auf der Sparkassenterrasse am Markt. Auch wenn  in unserem Städtchen just wieder ein akuter Kreissägen-Rückfall auf dem Markt droht, brauchen solche dendrologischen Kahlschläge in Meppen offenbar ein paar Jahre mehr. Dort  erleben die Einwohner gerade dasselbe wie wir 2008 in Lingen. Sie verfolgen staunend bis empört, wie die Technokraten agieren. Dann nämlich fallen starke Platanen und es werden giftige Schnur- oder Blasenbäumchen aus Ostasien gepflanzt. Dazu wusste gestern der NDR zu berichten:

„Es lässt sich wahrlich darüber streiten, wann ein Baum gefällt werden muss. In den allermeisten Fällen kann man es so oder auch so sehen. In Meppen waren Stadtplaner der Meinung, dass die alten Bäume in der Innenstadt reif für die Früchte des BlasenbaumsKettensäge waren. Der willkommene Anlass für das Fällen der Platanen war die Umgestaltung der Fußgängerzone. Dass es anschließend massiven Protest aus der Bevölkerung gab, damit hatte die Verwaltung aber nicht gerechnet. Kundgebungen und die Gründung einer Bürgerinitiative waren die Folgen. Nun wollte die Stadt alles besser machen….“

[weiter beim NDR]

Ach ja: In Meppen will man nun doch im letzten Augenblick auf die geplanten, giftigen Schnur- und Blasenbäume aus Fernost (Stückpreis 500,- Euro) verzichten. Die Meppener Tagespost weiß über die geänderten Pflanzpläne:

„Statt der Blasenbäume werden nun Blumeneschen angepflanzt. Die Stadt entfernt die vier bereits gesetzten Blasenbäume in Höhe der Ladenlokale Müller und Vögele.“

An anderer Stelle im Meppener Zentrum werden übrigens nordamerikanische Sumpfeichen eingesetzt. Irgendwie waren wir vor 30 Jahren hierzulande schon deutlich weiter, als beispielsweise im Lingener Rat beschlossen wurde, nur einheimische Bäume zu pflanzen.

(Fotos: oben Früchte des Schnurbaumes CC ; unten Früchte des Blasenbaums CC Wouter Hagens)

Zurückbauen

8. März 2013

Bildschirmfoto 2013-03-07 um 22.47.43Wollen sie wirklich wieder sägen? Der Oldenburger, der noch Stadtbaurat ist, verkündet einen Marktplatz-Vorschlag der Rathausspitze, der noch nicht in den kommunalen Gremien diskutiert oder beschlossen worden ist: Der Marktplatz soll danach für knapp 1,2 Mio Euro total umgestaltet werden. Und die Terrasse vor der Sparkasse und hinter dem Fabeltierbrunnen soll weg. Was der Stadtbaurat nur verschwrubelt ankündigt: Auch alle Platanen dort (Foto) werden dann abgesägt. Er sagt das in diesem unverständlich-unehrlichen Verwaltungssprech, „die Terrasse an der Sparkasse mit den darauf stehenden Bäumen zurückzubauen, um hier auf das normale Straßenniveau zu kommen.“  Und:

 „Die Terrasse über der Tiefgarage ist damals nur gebaut worden, damit hier, in ein Erdkissen gebettet, überhaupt Bäume stehen können – sonst wäre das nicht möglich gewesen.“

Ach so! Bäume zurückbauen. Es soll alles weg, die Bäume, die Terrasse, vielleicht auch der Fabeltierbrunnen? Wer weiß. Am 11.08.2010 sollte die Reparatur der Pflasterschäden am Marktplatz 34.000 Euro kosten.  Der Antrag von Hajo Wiedorn (SPD), darüber hinaus einen Marktplatz-Maßnahmekatalog zu erstellen, überschlägig die  Kosten zu ermitteln sowie  eine Prioritätenliste mit Zeitplan zu erstellen wurde bei 3 Ja-Stimmen, 2 Enthaltungen und 5 Nein-Stimmen der CDU abgelehnt. Heute sind wir, wenn es nach dem Oldenburger geht,  wieder beim Totalumbau mit Platanensägen. Dies  kostet dann 35mal so viel.

Wer will das? Ex-OB Heiner Pott hatte schon zum geordneten Rückzug geblasen, als ihm nach der Abholzungsaktion in der Burgstraße die Empörung der Lingener um die Ohren flog. Daraufhin wurden alle Marktplatz-Platanen beschnitten. Nur die Heilemann-Terrasse sollte an der Nordostseite eingekürzt werden, weil dort der Zugang zum Markt von der Burgstraße/Clubstraße nun wirklich nicht so dolle ist. Doch alle  Marktplatz-Platanen sollten bleiben. Jetzt sollen fünf oder vier von ihnen also an der Südwestseite fallen. Und es sollen 14 Monate Bauzeit folgen.

Noch einmal, wer will das? In der Lingen-diskutiert-Gruppe bei facebook.com offenbar niemand. Nur Michael Ratza weist (zu recht) auf die Schäden am Pflaster hin und nicht wenige sind (zu recht) für den geplanten Fahrstuhl in die Marktplatz-Tiefgarage, den eigentlich wohl die Wirtschaftsbetriebe der Stadt bezahlen müssten, die die Tiefgarage betreiben. Der Oldenburger sieht ihn in einem angrenzenden Gebäude. Eigentlich keine schlechte Idee, bloß müsste man dazu die Betonwanne der Tiefgarage öffnen; das Risiko wird teuer und dauerhaft nass wohl auch.

OB Dieter Krone gilt als Verfechter des Totalumbaus, obwohl es im Verwaltungsvorstand auch kritische Stimmen gab. Denn tatsächlich könnten wir mit den 1 Mio Euro städtischer Gelder Sinnvolleres tun, als Bockhorner Klinker durch Bockhorner Klinker zu ersetzen. Zum Beispiel Schulden abbauen oder die Schäden am Marktplatzpflaster beheben nebst Aufzug durch die Wirtschaftsbetriebe oder das Kulturquartier um den Universitätsplatz nach dem Abriss des Hauses Oevermann wieder komplettieren.

Sicherlich fällt Ihnen auch noch etwas Besseres ein – oder?

(Foto: Marktplatz Lingen – Südwestseite aus der Vogelperspektive. Eingebaut wird übrigens gerade das Wasserspiel)

Gruß nach Meppen

1. März 2013

Jetzt sägen sie wieder – wie verrückt und besessen. Entlang der Straßen und Kanäle, in Parks, Gärten und manchmal auch mitten im Ort, vor dem Rathaus. Hier beispielsweise. Ein Grund für diesen Gruß nach Meppen. Das hatten wir auch bei uns schon, den „festen Bestandteil“, der „schon durch die Position der Leitlinien den Baum  tangiert“ – oder wie es sonst so wohlgefällig-sinnfrei heißt, wenn Kommunalpolitiker unkritisch der Verwaltung und  den Planern auf den Leim gehen, die hierzulande Schwierigkeiten mit dem Erhalt des Gewachsenen haben.

Hajo

8. Oktober 2009

faellt_was_auf_1

faellt_was_auf_2

Der freundliche Herr
auf den beiden Bildern des Lingener Andreasplatzes ist derselbe: Hans-Joachim („Hajo“) Wiedorn, Chef des sozialdemokratischen Fähnleins im Lingener Stadtrat wollte die fünf Platanen retten. Doch was ist die von der CDU-Mehrheit im Stadtrat beschlossene, seit heute aktuelle Realität. Na? Raten Sie doch mal!

Und vielleicht erinnern Sie sich auch an andere platanenmäßige Ereignisse, die in dieser Stadt  für gleichartige Furore gesorgt haben. Na? Raten Sie doch noch mal!

Zur Abrundung der Geschichte noch dies,
zur Historie jenes.

© Foto links: SPD Lingen, Foto rechts ebenso, jedenfalls zum menschlich wichtigsten Teil
Größere Ansicht:[linkes Bild] [rechtes Bild]

ratzekahl

21. Juni 2009

IMG_5694Und wieder kreischen die Sägen. Diesmal werden die Platanen in Lingen  am Andreasplatz  gefällt. Wieder setzt die CDU ebenso radikal wie unnötig Baumfällarbeiten durch. Auf der Internetseite der Stadt ist dazu zu lesen:

„22.06.2009
Ausbau der Lookenstraße beginnt

Nach der Neugestaltung der Großen Straße wird nun die Erneuerung der Fußgängerzone in der Lookenstraße fortgesetzt. Hier beginnen in dieser Woche die Bauarbeiten. Weil in der Lookenstraße ein neues Gebäude errichtet werden soll, wird der Ausbau der Straße in zwei große Abschnitte geteilt.

Der 1. Bauabschnitt umfasst den Bereich von der Marienstraße bis Lookenstraße Nr. 16 (ehem. Extra-Markt) und soll im September/Oktober 2009 fertiggestellt sein. Der 2. Bauabschnitt von der Lookenstraße 16 bis zum Konrad-Adenauer-Ring soll im April 2010 beginnen, nachdem das geplante neue Gebäude, das am Standort des ehemaligen Extra-Marktes entstehen soll, im Rohbau errichtet ist.

In dieser Woche beginnen die Arbeiten in der Lookenstraße zunächst im Abschnitt von der Marienstraße bis zum Andreasplatz. Um die unvermeidbaren Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, werden die Straßenseiten nacheinander ausgebaut. Alle Läden und Gebäude werden auch während der Bauarbeiten zugänglich sein. Dies gewährleistet die bauausführende Firma. Die Stadt Lingen sichert insgesamt eine zügige Bauabwicklung zu.

Weitere Informationen zum Aubau der Lookenstaße finden Sie auf unserer Internetseite in der Planen und Bauen.“IMG_5699
(und auch bei mir…)

Eine typische Lingener Pressemitteilung. Sie teilt nicht mit, dass auch die Platanen am Andreasplatz für den Ausbau beseitigt werden. Ratzekahl! Die CDU war zu keinem Kompromiss bereit. Nachdem die Stadtverwaltung bei einem Ortstermin keine pragmatischen sondern im wahrsten Sinne konstruierte Vorschläge unterbreitet hatte, setzte die Union am vergangenen Mittwoch mit ihrer Mehrheit den nächsten Kahlschlag durch. 6 dafür (ein CDU’ler war schon nach Hause) und 4 (SPD, FDP, Grüne) dagegen bzw. für einen Vorschlag von Ratsherr Jens Beeck, jedenfalls nicht alle Bäume am Andreasplatz zu fällen. Ich darf ja als „Einzelkämpfer“ nur mitberaten, aber nicht mitstimmen (§ 51 Abs. 4 NGO), habe aber zu Protokoll erklärt, dass ich den Beeck’schen Vorschlag unterstützt hätte, wäre ich stimmberechtigt gewesen.

Alle Bäume kommen also weg, obwohl der Baumschnitt auf der Marktplatzterrasse zeigt, dass man auch erhalten könnte, wenn man wollte. Schade für  die Andreasplatz-Platanen. Auch sie sagen Tschüss

(Fotos: © Majonaise)

Gelernt

31. Dezember 2008

koopsen2008 war ein ganz flottes Jahr, finde ich. Ich habe manches gelernt zum Beispiel,

dass die Privatbänker für Verstaatlichung sind, wenn es ihnen schlecht geht, und Gysi/Lafontaine dann dagegen,

dass in fast allen chinesischen Restaurants in Lingen vietnamesisch gekocht wird, nur im Schanghai in der Poststraße nicht, wo Speisen traditionell chinesisch entstehen,

dass es niemanden ernstlich interessiert, wenn die Scharnhorstkaserne mit modernisierten Häusern im Wert von 10 bis 12 Mio Euro abgerissen wird,

dass Stadtplanung in Lingen immer mehr darin besteht, ungeregelt das zuzulassen, was einzelne wollen,

dass Platanen und Bäume aller Art in Lingen gefällt werden, nur Plastikpalmen nicht,

dass die Fußballmannschaft des ASV Altenlingen gewinnt, seit ich nicht mehr zuschaue, und der TuS verliert,

dass man in Lingen als geduldeter Ausländer keine Aufenthaltserlaubnis bekommt, wenn die eigenen Kinder nur die  Pestalozzischule besuchen,

dass es im Kulturzentrum Alter Schlachthof das wohl beste Konzertprogramm für junge Leute in Niedersachsen gibt und die Stadt es nicht merkt,

dass  wir Sparkassen und Volksbanken haben, die der Krise trotzen, weil sie solide arbeiten, während andere spekulieren,

dass mein denkbarer Weg in die Reihen der SPD im Stadtrat immer mehr zugestellt wird,

dass wir grundsolide Stadtwerke haben, die dem Gemeinwesen gut tun, aber von Profiteuren mit Kampfpreisen und Gerichten mit Urteilen  gefährdet werden und sich damit unverständlich schwer tun,

dass ein Landrat seinen Landkreis in der Kunsthalle als Mäzen beklatschen lässt, obwohl der Landkreis der Kunsthalle die Zuschüsse gestrichen hat und der Kunstverein darüber fast insolvent geworden wäre….

und noch vieles mehr –  im Beruf wie ganz privat, das ich hier aber nicht zum Besten gebe. 😀

 

Ich wünsche ein frohes und gesundes neues Jahr.

 

Foto: Annette Bekel

Knirsch

17. August 2008

Die Maßnahme trägt den Namen „Initialprojekt“ im Rahmen der „Quartiersinitiative Niedersachsen„. Aber trotz des schillernden Wortgeklingels ist kein anderes städtisches Projekt zur Innenstadtgestaltung in den letzten 40 Jahren so versemmelt worden, wie der Auftakt der Neugestaltung der Fußgängerbereiche. Nicht einmal die peinliche „Stadtgraben(Bruchstück)promenade“ vor zehn Jahren hat das geschafft, zumal sie doch eigentlich, ehrlich gesagt, nur etwa zwanzig Straßenschilder kostete.

Jetzt aber zersägte man stadtbildprägende Platanen im zwielichtigen Morgengrauen, versenkte stattdessen Magnolien und Sträucher unfachmännisch im Grundschotter eines ungeeigneten Granitpflasters, richtete Werbebanner in der Sichtachse Marienstraße-historisches Rathaus auf, hatte kein Geld mehr für die vorgesehenen Brunnen, stellte bei den Straßenmöbeln zu kleine Mülleimerauf und eröffnete den platanenfreien Blick auf die Fassadensünde der ehem. Sparkasse. Diese Kritikpunkte kennen Sie alle; es ist aber noch nicht alles.

Gartenweg schreibt: „Pflastersteine niemals knirsch aneinanderlegen, da sonst die Kanten abplatzen und Fertigungstoleranzen nicht ausgeglichen werden können.“  3-5 mm sind die vorgeschriebene Fugenbreite gem. DIN. Sinn ist einerseits tatsächlich der Kantenschutz, denn selbst gefasstes Pflaster kann platzen, wenn bei fehlender Fuge der Rüttler zum Verdichten darüber läuft. Zum anderen „gewährleistet die Fugenbreite von 3-5 mm, dass der Fugensand (0/2 mm) sich beim Einschlämmen auch vollfugig in die Fuge setzt und somit dem Pflaster Halt gibt. So ist ein kraftschlüssiger Verbund der gesamten Pflasterfläche gewährleistet. Komplett ohne Fuge verlegte Steine, gerade Flächen im Anfahr- oder Kurvenbereich werden nach kürzester Zeit verschoben und ergeben ein hässliche Fugenbild.“ Das ist nicht etwa meine Meinung, sondern vor allem seine.

Wer sich weiter informieren will, kann die Wörter „Pflasterstein“ und „Abplatzen“ ausgoogeln, und er erhält 757 Antworten (jedenfalls heute) -sämtlich mit denselben technischen Aussagen. Wer google nicht glaubt, kann schließlich auch in Lingen sehen, dass die technischen Regeln beim Neupflastern des Bereichs Am Markt/Burgstraße unbeachtet blieben und jetzt von den Kanten der fugenfrei „knirsch“ verlegten Klinker abplatzt, was nur abplatzen kann.
Bleibt natürlich die Frage, wer die Verantwortung dafür übernimmt, ob neu gepflastert wird, was der Spaß kostet und wer zahlt. Die Antwort auf die letzte Frage kenne ich und Sie ahnen sie, weil sie so lautet wie immer. Deshalb will ich Sie Ihnen auch ganz im Vertrauen verraten:

Sie sind es selbst, der steuerzahlende Leser dieser Zeilen.

zuhause

10. August 2008

Nach ein paar Tagen Urlaub bin ich nach Lingen zurück. Es war wie immer: Bei der Einfahrt erwartete mich der „Kraut-und-Rüben“-Kreisverkehr an der Lindenstraße, der seit 18 Monaten vor sich hin gammelt. Offenbar kommt niemand auf die Idee, diesen Eingang in die Stadt, mit dem Besucher empfangen werden, zumindest mit ein paar Blumen zu bepflanzen und die Pflanzbeete um den Kreis herum von Unkraut und Dreck zu befreien und vielleicht auch endlich mal die Zufahrt aus dem Kreisverkehr zum benachbarten Parkplatz zu öffnen. Ein paar Meter weiter lag rechter Hand immer noch die unendliche Denkmal-Drecktankstelle an der Rosemeyer-Straße, über die auch seit Jahrzehnten nur lamentiert wird, aber nichts geschieht, obwohl es sich doch anbietet, dass die Stadtwerke dort eine Erdgastankstelle einrichten.
Am Markt war der Magnolien-Hain nebst „felsenbirnigen“ Betonkübeln weiterhin so großartig gescheitert wie vor meiner Abreise, und der Boden um die restlichen Magnolien ist immer noch aufgerissen (Motto: „Bloß keine Erde einfüllen!“), die Löcher waren aber inzwischen durch emsländisch-elegante Holzbretter abgesichert, und die von Freund Hein (wem der nichts sagt, der kann mit Blick auf  die abgesägten Großplatanen auch an Hein Blöd denken) heimgesuchte Magnolien-Pflasterfläche ist weiterhin ein Mahnmal für blinden und teueren Aktionismus.
Der heimische Kühlschrank sah dann ähnlich aus, weil der werte Nachwuchs absprachewidrig nicht eingekauft hatte. Also bin ich zum ALDI nach Altenlingen gefahren, wo es unverhofft so heftig nach Sch… stank, dass ich die freundliche Mitarbeiterin fragte, ob der Abwasserrohrbruch schon behoben sei. „An so etwas haben wir auch erst gedacht“, meinte die gute Frau. Es sei aber nichts dergleichen. Vielmehr hätten die Altenlingener Landwirte  ihre Gülle auf die benachbarten Felder geschüttet.
Da war mir schlagartig klar: Der Urlaub 2008 ist vorbei. Ich bin wieder zuhause.