„Permanent Record“

29. September 2019

Edward Snowden hat mit „Permanent Record“ seine Biografie vorgelegt. NMarkus Beckedahl (Netzpolitik.org) hat das Buch gelesen und findet es empfehlenswert. Es beschreibt Snowdens Enthüllungen als Making of und ist ein lesenswertes Plädoyer für Freiheit und gegen Massenüberwachung.

Sechs Jahre nach Start der von ihm initierten Enthüllungen des Systems der Massenüberwachung durch NSA und Co. gibt es damit einen umfassenderen Einblick in seinen Werdegang und letztendlich auch sein Entscheidungsfindung, zum Whistleblower zu werden und sein bisheriges Leben zu riskieren.

Viele Details waren bereits bekannt. Im Oskar-prämierten Dokumentarfilm „Citizenfour“ zeigte die Filmemacherin Laura Poitras, wie die Kontaktaufnahme und die Übergabe der von Snowden gesammelten Dokumente in Hongkong geschah und was in der Zeit darauf passierte. Stellvertretend für diverse andere Bücher sei hier noch „Der NSA-Komplex“ genannt: Die beiden damaligen Spiegel-Journalisten Holger Stark (jetzt bei der Zeit) und Marcel Rosenbach lieferten 2014 eine erste Einordnung und Übersicht der frühen Entwicklungen.

Edward Snowden selbst hatte sich in der Anfangszeit rar gemacht, auch mit der Begründung, er wolle die Enthüllungen für sich sprechen lassen und nicht durch eine Personality-Show über ihn davon ablenken. Das gelang nur zum Teil. Jetzt gibt es die ganze Story aus seiner Perspektive.

Zwischen Autobiografie und Politik

Der erste Teil von Permanent Record hat vor allem autobiografische Züge. Er beschreibt seine Familie, die seit Generationen im staatlichen Dienst beschäftigt war und dass er deshalb auch in der Nähe der Geheimdienstzentralen aufwuchs. Der Teil ist vor allem interessant, weil der Komplex industrieller Überwachung aus Sicht eines teilnehmenden Nerds anschaulich mit seinen vielen Schattenseiten beschrieben wird. Außerdem gibt es auch noch Anekdoten aus Snowdens CIA-Laufbahn, die nicht so glorreich war wie es Agentenfilme suggerieren.

Der zweite Teil ist deutlich politischer. Hier beschreibt er, wie er allmählich Zweifel an seiner Arbeit bekam. Er sammelte mithilfe seiner Adminrechte immer mehr Informationen, um sich ein anderes Bild der Gesamtsituation zu machen als es die US-Regierung der Öffentlichkeit und dem Kongress suggerierte. Das wird nicht nur zum Making of der Enthüllungen, sondern auch ein gutes Plädoyer für den Schutz der Privatsphäre und gegen Massenüberwachung.

Snowden beschreibt dabei auch die verschiedenen Überwachungspakete anschaulich und das ist die Stärke des Buches: Gerade Menschen, die nicht tief in der Materie stecken, bekommen einen guten Überblick, warum dieses System der Massenüberwachung für unsere Freiheit eine Gefahr darstellt.

Was haben die Enthüllungen gebracht?

Deutschlandfunk Kultur Markus Beckedahl, Gründer und Chefredakteur von netzpolitik.org, hat am vergangenen Dienstag interviewt, was sich durch die Enthüllungen verändert hat. Aus technischer Sicht gab es Fortschritte: Heute ist viel mehr unserer Kommunikation verschlüsselt und damit weniger leicht zu überwachen als vorher. Aber politisch gesehen haben viele Regierungen, inklusive der deutschen, die Enthüllungen als Wunschliste und Machbarkeitsanalyse gesehen und wir haben heute mehr staatliche Überwachung als vorher. Der Trend setzt sich leider fort.

Dagegen müssen wir weiter kämpfen: in der öffentlichen Debatte, um auf die Auswirkungen für unsere Grundrechte hinzuweisen und für mehr Freiheit zu argumentieren; als Nutzende, indem wir digitale Selbstverteidigung betreiben und uns durch Verschlüsselungs- und Anonymisierungstechnologien selbst schützen; vor Gericht, um dort zu klagen und viele der Überwachungsmaßnahmen wieder zu beschneiden.


Quelle Markus Beckedahl auf Netzpolitik.org,  CC BY-NC-SA 4.0.Foto Edward Snowden 2014,  Freedom of Press CCAttribution 4.0 International

Das Buch kann hier bestellt werden.

Kamala

29. Januar 2019

Die Präsidentschaftswahlen in den USA werfen ihren Schatten voraus. Sie sind in 21 Monaten, Anfang November 2020. Jetzt hat die US-Senatorin Kamala Harris ihre Kandidatur angemeldet. Sie erinnert in gewisser weise an Bernie Sanders. Klare Position, konsequentes Auftreten, doch ich fürchte (!) ohne wirkliche Chance gegenüber dem Mann, der seit zwei Jahren mit Fakenews und ausgesprochener Dummheit die US-Politik bestimmt (Sein Name ist mir gerade entfallen).

Vorgestern also hat die kalifornische Senatorin in Oakland (Ca) ihre Kandidatur als US-Präsidentin bekannt gegeben.

Denn sie redet ein bisschen so wie Barack Obama – oder? Also:

Harris formally announced her run for president on January 27, 2019 at campaign rally in Oakland.

Nun, es wird spannend jenseits des Große Wassers. Und das ist gut so.

Fidelio

13. Mai 2018

Few opera choruses are as moving as the one a group of prisoners sings in Act I of Beethoven’s “Fidelio.” Released temporarily from their cells, the inmates almost whisper a hymnlike paean to liberty: “Oh, what a joy to breathe freely again in the open air.”

The transformation from oppression to freedom is at the core of “Fidelio,” which the small, adventurous company Heartbeat Opera is presenting through May 13 at the Baruch Performing Arts Center in Manhattan. There, the recently recorded voices of choirs from Midwestern correctional facilities will join together in Beethoven’s soaring Prisoners’ Chorus.
Heartbeat Opera collaborates with 6 prison choirs in Iowa, Ohio, Kansas, and Minnesota for its new adaptation of Beethoven’s FIDELIO. More than 100 incarcerated singers and 70 volunteers raised their voices in a new SATB arrangement of the iconic „Prisoners‘ Chorus.“ Director/Adaptor Ethan Heard and Music Director/Arranger Daniel Schlosberg visited four choir rehearsals. (Quelle: New York Times)

Hotel California

1. Januar 2018

Aus gegebenem Legalize-Anlass heute dieses Video. Warum auch soll der Besitz einer Pflanze und ihrer Colitas strafbar sein, die auf Gottes weiter Erde wächst?

Vicente2020

11. September 2017

Kein Mexikaner kritisiert Donald Trump mit bissigerem Witz als Ex-Präsident Vicente Fox. Sein neuestes Video ist ein ganz großes Glanzstück beißenden Spots: Fox will für die US-Wahl 2020 kandidieren. Themen, Kampagne und Merchandising überzeugen.

Gestern berichtete u.a. DIE WELT und wie es sich für die gründlichen Zeigefinger-hoch-Leser dieses Blattes gehört, sind die Onlinekommentare ein absoluter Knaller. Man fasst es nicht: Viele nehmen den Gag der Humorfabrik Super Deluxe tatsächlich ernst und erläutern uns das amerikanische Präsidentschaftswahlrecht.

Hierzulande sieht es inzwischen so aus, als ob es die AfD-Dumpfbacken und -Schreihälse [hier zur Erinnerung an den Tag, als AfD-Gauland 1000 Lingener zu ’neuen Nazis‘ erklärte]  in den Bundestag schaffen – nach meiner Überzeugung auch wegen solch‘ kumpelhafter Printbeiträge, aber vor allem dank genauso platter Aussagen und tönender Sprüche wie Herr Trump. Die deutschen Kabarettisten und Comedians werden also ihre Freude dran haben. Die Menschen und unsere Gesellschaft leider weniger.

 

ps: Apropos Merchandising: Hier kann man die wunderbaren Putin-is-not-my-Papi-Caps kaufen.

 

Tweet des Tages

9. April 2017

und ein update mit einem historischen Rückblick des bolivianischen UN-Botschafters Sacha Llorenti vom vergangenen Freitag im UN-Sicherheitsrat:

Amy Goodman

17. Oktober 2016

amygoodmanThis Monday afternoon, as the sun hits its over Mandan, North Dakota, the award-winning journalist, and host of Democracy Now!, Amy Goodman will walk into the Morton County–Mandan Combined Law Enforcement and Corrections Center and turn herself in to the local authorities. Her crime: good, unflinching journalism.

Goodman had the audacity to commit this journalism on September 3, when she was in North Dakota covering what she calls “the standoff at Standing Rock”: the months-long protests by thousands of Native Americans against the Dakota Access Pipeline. The $3.8 billion oil pipeline is slated to carry barrel after barrel of Bakken crude through sacred sites and burial grounds of the Standing Rock Sioux tribe, and tribe members fear it could pollute the Missouri River, the source not only of their water but of millions of others’, should the pipe ever rupture. Their protests, which began in April and ballooned through the summer months, represent the largest mobilization of Native American activists in more than 40 years—and one of the most vital campaigns for environmental justice in perhaps as long.

Goodman’s arrival at the main protest site, the Sacred Stone Spirit Camp, was significant. At the time,…

[more…]

 

Sie werden diesen Donald zu recht nicht wählen. Und das ist gut so. Trotzdem ein
schöner Beitrag aus NL.

„3 a.m.“

1. August 2016

„Die Simpsons“ haben einmal mehr einen prominenten Politiker auf’s Korn genommen. In einem Kurzclip im Internet treibt Marge zu nächtlicher Stunde die Frage um, welchem US-Präsidentschaftskandidaten sie ihre Stimme geben soll. Die Antwort fällt eindeutig aus.

In dem zweiminütigen Clip, der auf die neuen Folgen der „Simpsons“ bei Fox (!) hinweist, werden zwei fiktive Szenen aus dem Weißen Haus geschildert: Was würde bei einem nächtlichen Notfall passieren, wenn Hillary Clinton Präsident ist, und was wenn Donald Trump an der Macht wäre?

Zuerst klingelt das Telefon bei den Clintons: Zunächst geht Bill an’s Telefon und will bereits ins Krisenzentrum eilen, als er realisiert, dass der Anruf seiner Frau gilt. „Es ist für Dich“, sagt er sichtlich enttäuscht und reicht Hillary den Hörer. „Ab jetzt ist es immer für mich“, entgegnet seine Frau. 

Als bei Donald Trump das rote Telefon klingelt, sitzt der mit Schlafmütze in seinem Himmelbett und tippt gerade eine Twitter-Nachricht. Als der Situation Room anruft, ignoriert er den Anruf zunächst, um sich unter anderem Rühreier auf einem goldenen Teller zu bestellen. Als das Krisenzentrum erneut anruft, geht Trump genervt ans Telefon: „Die Chinesen greifen an? Ich komme sofort!“. Bis Trump Stunden später von einem ganzen Team von Stylisten hergerichtet wurde, ist es allerdings zu spät: Die Chinesen sind bereits im Anmarsch. Doch selbst das bringt einen Donald Trump nicht aus der Fassung: „Baut einfach eine neue Mauer“, rät er seinem Stab. „Natürlich im Ozean, Loser!“.

Wie immer bei den „Simpsons“ lohnt sich ein genauer Blick auf die Details: So liegt neben Trump das Buch „Great Speeches“ von einem gewissen A. Hitler auf dem Bett. Und auch die Anrufliste auf Trumps Smartphone spricht Bände. Ganz nebenbei lüften die Macher der Simpsons auch noch das Geheimnis von Trumps berühmt-berüchtigter Frisur. Für Marge ist nach diesem Blick in die Zukunft natürlich klar, wo sie ihr Kreuz machen wird. Nur bei Homer dauert es mal wieder etwas länger, bis der Groschen fällt.

 

(gefunden bei Horizont.net)

Identitätskrise

30. Juli 2016

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