Rudolf Mideck

27. Mai 2022

Das Emslandmuseum berichtet:

„Drei Jahre lang haben wir im Vorfeld unserer neuen Ausstellung nach Bildern und Zeitzeugen für Rudolf Mideck gesucht, der von 1956 bis zu seinem Tod 1984 in der Kuckuckstraße in Lingen gewohnt hat. Lange suchten wir vergeblich.

Jetzt wurden wir durch einen Zufall fündig. Als wir kürzlich Klaus Redmann, einen Amerika-Auswanderer aus Lingen, als Besucher im Emslandmuseum begrüßen durfen, erzählte er beiläufig, dass er früher in der Kuckuckstraße gewohnt habe.

Wir hakten nach – mit Erfolg: natürlich hätte der den Maler Mideck gekannt, ihm als Junge beim Malen sogar oft über die Schulter geschaut. Redmann konnte sich an die Pastellmalerei und vor allem an die großen Bilder aus Strohintarsien erinnern, und daran, wie Mideck die Strohstreifen geschickt mit einem heißen Bügeleisen einfärbte.

Die standen mittlerweile schon als Leihgaben für unsere neue Ausstellung in unserem Depot bereit. Rasch war ein Paket geöffnet und Klaus Redmann gingen die Augen über.

Einige Bilder von Mideck, so berichtete der Deutschamerikaner weiter, habe er damals von Mideck zum Abschied geschenkt bekommen und 1978 mit nach Amerika genommen. Sie hängen dort in seinem Haus in Richland. Wir warten jetzt auf die Fotos…

Das Emslandmuseum eröffnet die Ausstellung mit den Bildern von Rudolf Mideck am kommenden Sonntag, 29. Mai.

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Quelle: Emslandmuseum

Ostereier etc

7. April 2022

Bastelspaß und Osterbräuche für Kinder im Emslandmuseum Lingen, Burgstraße 28b 49808 Lingen (Ems).

Einen kreativen Nachmittag für Kinder veranstaltet das Emslandmuseum an diesem Freitag, 8. April 2022 von 15:00 bis 17:00 Uhr in seiner neuen Museumswerkstatt.

Es werden Eier mit Naturfarben gefärbt und in Ätz- und Wachstechnik gestaltet. Dazu wird für die kleinen Kunstwerke ein Osternest in Origami-Technik gebastelt.

Auch der Frühlingsanfang, das Osterdatum und verschiedene Ostertiere werden besprochen. Ein paar Frühlingsspiele wie das traditionelle „Eierlaufen“ oder das „Eierkollern“ runden den Nachmittag ab.

Das Angebot richtet sich an Kinder von 6 bis 11 Jahren. Die Teilnahme kostet 7,00 Euro p. P. (Materialkosten inklusive)

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Daher ist eine telefonische Voranmeldung erforderlich: Tel. 0 591 476 01

Schatzsuche

25. März 2022

Schatzsuche im Emslandmuseum
Samstag, 26. März 2022 – 15 Uhr
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 30a
Teilnahmegebühr 6,00 € p. P.
Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 0 591 476 01

Eine Schatzsuche für die ganz jungen Museumsbesucher, gerne auch in Begleitung der Eltern oder Großeltern, findet am 26. März ab 15:00 Uhr im Kutscherhaus des Emslandmuseums statt. Die Museumspädagogin zes Emslandmuseums eigt den jungen Gästen, wo in den verwinkelten Räumen des fast 300 Jahre alten Gebäudes die geheimen Schätze verborgen liegen könnten. Dann können die Kinder in den Schubladen, Schränken und Kästen selber nachschauen. Eine spannende Zeitreise von 90 Minuten für Kinder im Alter von ca. 5 bis 7 Jahren.

 

 

wieder geöffnet

14. März 2022

Zwar knallen gerade die CoVid19-Infektionszahlen geradezu durch die Decke. Da aber die entwickelten Impfstoffe bisher eine Überlastung des Gesundheitswesens verhindern, wird landesweit die sog. Winterpause beendet. Auch das Lingener Emslandmuseum ist seit der letzten Woche wieder zu den gewohnten Zeiten (Di-So, 14.30 bis 17.30 Uhr) geöffnet.

Bastelprogramm in der neuen Museumswerkstatt

Besondere Anziehungspunkte sind die neue Dauerausstellung zur Lingener Geschichte sowie die Sonderausstellungen „Entscheidungen 1933 bis 1945“ über die Zeit des Nationalsozialismus. Hinzu kommt die Schaufensterausstellung „Lingen in den 60er-Jahren“ im Neubau des Museums mit der Diashow „Lingen 1968“.

Blick in die neue Dauerausstellung
Ausstellungsraum im Kutscherhaus

Auch die historischen Räume im Kutscherhaus mit vielen Antiquitäten und der Kinderausstellung „Emsland – Sagenland“ auf der oberen Etage sind wieder geöffnet. Im Kaminzimmer des Kutscherhauses finden weiterhin die standesamtlichen Trauungen statt.

Im April startet wieder die beliebte Vortragsreihe „Mittwochs im Museum“ mit einem Beitrag über die Anfänge der Erdölraffinerie in Holthausen. Auch die museumspädagogischen Programme können wieder gebucht werden. Hinfür steht jetzt ein moderner Gruppenarbeitsraum bereit, der neue Angebote möglich macht.

Es gilt derzeit die Regelung 3G, die Besucher müssen also eine vollständige Impfung, eine Genesung oder einen aktuellen negativen Test nachweisen.

Der Eintrittspreis beträgt unverändert 5,- Euro für Erwachsene und 2,- Euro für Kinder, Familienticket 10 Euro. Ermäßigt (Schüler, Studenten, Inhaber des Lingen-Passes) 3 Euro.

Weitere Hinweise gibt es auf unserer Homepage www.museum-lingen.de sowie im Museumsblog www.emslandmuseum.de und auf  Instagram unter @emslandmuseum.

Text und Fotos: Emslandmuseum

🔗Aktuelle Informationen aus Lingen (Ems) und dem Umland zu COVID-19-Krise auf meiner Spezial-Unterseite.

OK, Ostern ist vorbei, und es gab an diesen ungewöhnlich ruhigen Feiertagen manche Hinweise und Anregungen über kleine Ärgernisse im Bild unserer Stadt. Doch ich will an diesem Osterdienstag nicht darüber schreiben, dass auf dem kleinen Spielplatz hinter den Hochhäusern An der Marienschule und westlich des Neuen Friedhof zwei Bänke aufgestellt worden sind (gut!), bei denen die Stadt aber die Lehnen weggelassen hat (schlecht). Leute, wundert euch nicht! Denn das machen Verwaltungsleute eben so, weil sie im Leben noch nie auf einer Parkbank gesessen haben.

Nein, ich begehe heute  mit den LingenerInnen den Tag des Gedenkens an den plätschernden  Brunnen. Auf meinem Foto (oben)  seht ihr den ehedem rauschenden Mühlsteinbrunnen vor dem Amtsgericht. Der ist -samt Pflastersteinlöchern- der Beitrag unserer Stadtverwaltung zu dem rauschenden Gedenktag. Ich habe „Lasst den Brunnen plätschern“ einige Male in den städt. Gremien gefordert, damit die LingenerInnen mit Beginn des Frühlings die wenigen Brunnen auch in Funktion erleben. Doch es ändert sich nichts an ihrer Trockenheit; denn die Inbetriebnahme steht immer erst zum 1. Mai auf der Agenda der Verwaltung, so wie ihre Außerbetriebnahme jeweils am 15. Oktober, und da kann passieren, was will. Das sind eben die Verfassungsgrundsätze unserer engagierten öffentlichen Verwaltung.

Morgen möchte ich dann noch einen Beitrag über „Stiefmütterchen vers. Eisbegonien – die alternierende Bepflanzung städtischer Grünflächlein in Lingen in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts“ verfassen. Das notwendige Bild dazu (unten und nur 20m vom Mühlsteinbrunnen entfernt) gibt es schon mal heute vorab. Dass sich die Verantwortlichen nicht schämen, den Gästen unserer Stadt so einen gärtnerischen Mist zu präsentieren, wundert nicht. Denn Nicht schämen ist auch einer dieser ehernen Verfassungsgrundsätze unserer öffentlichen Verwaltung.

 

Handwagen

9. Februar 2021

Wieder einmal glänzt das Blog des Lingener Emslandmuseums mit besonders Aufschlussreichem, dieses Mal zu „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – ein denkwürdiges Jubiläum. Es hat etwas Paradoxes, doch das schadet nicht. Warum paradox? Vor 1700 Jahren gab es zwar zweifellos schon Juden, aber noch keine Deutschen und kein Deutschland. Es gab vielleicht Germanen – jedenfalls gab es Leute, die von anderen als solche bezeichnet wurden. Aber das waren keine Deutschen und schon gar keine Christen. Zu sagen hatten sie auch nichts, denn große Teile des heutigen Deutschlands waren damals eine römische Provinz. Darum war es auch der römische Kaiser Konstantin, der im Jahr 321 in einem Schreiben zum ersten Mal eine jüdische Gemeinde in Köln erwähnt, einer Stadt, die bekanntlich von den Römern gegründet wurde….

Die ersten jüdischen Stücke, die ich 1988 in Lingen entdeckte, war zwei Sabbatlampen aus dem 18. Jahrhundert. Sie hingen als Flurbeleuchtung bei zwei alten Damen im Strootgebiet. Eine der beiden war früher Haushälterin bei dem Lingener Kunstsammler, Carl Johannsen, gewesen. Sie hatte die beiden Lampen nach seinem Tod unerkannt geerbt und nichtsahnend als Flurleuchten eingebaut. Sollte der gute alte Carl Johannsen 1938 etwa… – hat er nicht! Denn schon 10 Jahre vorher, bei der Heimatschau der Kivelinge 1928, waren seine beiden „siebenstrahligen Schabbeslampen“ zum 650sten Stadtjubiläum als Zeugnisse der Lingener Geschichte ausgestellt. Ob sie bei der Wiederholung dieser Schau 1937 auch noch ausgestellt waren?

Besomimdose für die Sabbatfeier, aus einer Lingener jüdischen Familie

An dunkle Zeiten erinnert eine silberne jüdische Gewürzdose im Museum. Wir erhielten sie 1989 von einem früheren Lingener Arzt. Einer seiner Patienten hatte seine Arztrechnung damit bezahlt. Später hat ein anderer Patient dem Arzt erzählt, dass er diesen Mann am Abend des 9. November 1938 mit einem Handwagen voller Wertsachen aus den geplünderten jüdischen Haushalten nach Hause fahren sah.

Später einmal kam eine Lehrerin mit einer Schulklasse in die jüdische Schule. Sie sah dort eine ähnliche Silberdose und fragte ahnungslos, was das denn wohl sei, so etwas habe sie nämlich auch zuhause, ebenfalls aus Silber, von ihren Eltern geerbt. Aber die waren keine Juden. Auch nicht heimlich. Bei Nachfrage stellte sich nämlich heraus: die Lehrerin war die Tochter jenes Mannes mit dem Handwagen….“

(von Andreas Eiynck, Quelle: Emslandmuseum Lingen, mehr)

Vor 75 Jahren beherrschte der Mangel den Alltag, weiß das Emslandmuseum und berichtet über Tauschwirtschaft und Schwarzmarkthandel nach dem Ende des 2. Weltkriegs.

m Herbst 1946 wurden von der britischen Militärregierung die frühere preußische Provinz Hannover, das Land Oldenburg sowie die Länder Braunschweig und Schaumburg-Lippe zum Land Niedersachsen zusammengeschlossen. Auch das Emsland wurde Teil dieses neuen Bundeslandes. Mit einer neuen Serie blickt das Emslandmuseum in jedem Monat 2021 zurück auf das Jahr 1946 und besonders auf die damaligen Verhältnisse in Lingen und dem Emsland.

(links: Bezugsschein für einen Anzug oder Stoff und Zutaten dafür; Wirtschaftsamt Lingen, 7. Januar 1946)

Im Januar 1946 ist es kalt in Lingen, denn schon der erste Nachkriegswinter ist ungewöhnlich hart und Brennstoffe sind knapp. Doch die Kälte ist nicht die einzige Sorge bei den Einheimischen und den vielen Flüchtlingen, die von ihrer Heimat ins Ostdeutschland abgeschnitten sind. Es mangelte an allem, besonders aber an Lebensmitteln. Wer sich nicht zusätzlich aus der eigenen Landwirtschaft oder dem Garten versorgen konnte, musste mit den kargen Rationen der Lebensmittelkarten auskommen, die kaum zum Überleben reichten. Oder die Sache selber in die Hand nehmen und sich auf dem Schwarzmarkt und im Tauschhandel zusätzliche Nahrungsmittel organisieren. Das war natürlich illegal, aber dafür war bei den sogenannten „Kompensationsgeschäften“ zu überhöhten Preisen fast alles irgendwie zu bekommen.

Verhaftungsbuch Lingen 1946

(links: Verhaftungsbuch, Polizei Lingen, 1946)

Es mehrten sich aber auch Berichte über Einbrüche in Vorratskeller und Warenlager, Feld- und Gartendiebstähle. Die „Nordwest-Nachrichten“, eine Zeitung der Britischen Militärbehörde, berichtete in ihrer ersten Ausgabe 1946 am 4. Januar von dunklen Geschäften in der Grafschaft Bentheim, wo sich Schieber aus dem Ruhrgebiet mit schwarz geschlachtetem Fleisch eindeckten. Sie hatten mit Stahlwaren auf dem Schwarzmarkt Zucker und Mehl organisiert. Dieses tauschten sie bei den Bauern gegen Schweine-, Kälber- und Hammelfleisch. Sogar ein ganzer Schinken verließ die Grafschaft in Richtung Ruhrgebiet. Doch die Sache flog auf und die Haupttäter wurden zu Zuchthaus und 5.000 Reichsmark Geldstrafe verurteilt. Ausdrücklich wird berichtet, dass dieses Urteil abschreckende Wirkung entfalten sollte, was angesichts des Hungers wohl illusorisch war. Hunderte ähnliche Verfahren waren in der Provinz Hannover anhängig.

Die Polizei konzentrierte sich auf die Bahnhöfe, denn privater Autoverkehr war stark eingeschränkt und irgendwie musste die heiße Ware ja transportiert werden. Der Bahnhof Lingen spielte dabei eine wichtige Rolle. Im Januar 1946 stockte die Militärregierung die Polizeitruppe in Lingen deutlich auf. Hilfspolizisten,…

[weiter und zahlreiche Bilder auf dem Blog des Emslandmuseum]

heimliche Kneipenmetropole

29. August 2020

Da waren selbst Michael Merscher und Andreas Eiynck vom Emslandmuseum baff: die heimliche Kneipenmetropole unter den Lingener Ortsteilen heißt: …

Hochstimmung in der Gaststube bei Schievink in Hanekenfähr

…Darme. Denn nirgendwo sonst war und ist eine solche Anzahl und Vielfalt gastronomische Betriebe zu finden wie hier. Der Ort verdankt dies nicht zuletzt seiner besonderen Lage an Ems und Kanal sowie wichtigen Fernstraßen.

Die Gaststätte Reinel an der Rheiner Straße mit der Schranke für die Wegezoll-Erhebungsstätte, um 1905

Schon vor 1830 ist an der Rheiner Straße die Gastwirtschaft Reinel belegt. Dort wurde ein Wegezoll für die Straßenbenutzung erhoben. Ein Lebensmittelgeschäft und eine Postnebenstelle kamen hinzu, später eine Kegelbahn. Seit über 200 Jahren wird an der Rheiner Straße 147 Gastronomiegeschichte geschrieben  – heute als Imbissbetrieb „Tommi’s food club“.

Die Gaststätte Schepergerdes, vormals Wehkamp, 1962

Der zweite wichtige Kneipenstandort in Darme war der Verkehrsknotenpunkt Hanekenfähr. Dort bestand schon 1845 die Gaststätte Wehkamp, aus der das heutige Hotel „Am Wasserfall“ hervorging. Zunächst in einer Scheune eröffnet, war das Lokal schon um die Jahrhundertwende ein beliebtes Ausflugsziel. Durch Einheirat übernahm Heinrich Schepergerdes 1942 die Gaststätte. Ein Campingplatz und ein Hotelbetrieb kamen hinzu und heute gehört das mehrfach ausgebaute Hotel „Am Wasserfall“ zu den gastronomischen Highlights im Emsland….

[weiter mit vielen Fotos im Blog des Emsland-Museum Lingen]


Ein Blogbeitrag des Emslandmuseums Lingen

Kneipenmetropole stimmt und Lokalgeschichte sowieso: Denn nachzutragen sind das Eiscafeé von Max Thiel an der heutigen Emsstraße, und wie hieß das Lokal gegenüber vom Kindergarten an der Bernhard-Lohmann-Straße?

Fotos: Emslandmuseum Lingen /Richard Heskamp

130 Jahre

30. Mai 2020

130 Jahre Kivelingsfeste im Bild zeigt das Emslandmuseum in seinem Museumsblog.

Mit den versammelten Kivelingen im Festjahr 1890 auf dem Lingener Marktplatz beginnt die Bildchronik des Emslandmuseums.

Jetzt wäre das große Ereignis schon fast auf dem Höhepunkt: Das lange geplante Kivelingsfest Anno Domini 2020. Aber Corona hat auch diesem Volksfest leider einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Für alle, die jetzt zwar nicht feiern können, aber gerne in der Erinnerung an frühere Fest schwelgen, hat das Emslandmuseum hier eine Bildchronik zu den Kivelingsfesten von 1890 bis 2020 zusammengestellt. Zu jedem Fest in diesem Zeitraum haben die Museumsmacher in ihrem Bildarchiv mindestens ein Foto gefunden, manchmal auch ganze Bilderserien und zu den letzen Festen natürlich jede Menge Datenträger mit unzähligen Bilddateien. So entstand ein einzigartiger Spaziergang durch 130 Jahre Festgeschehen. Und das ist nicht nur Kivelings-Historie, sondern Lingener Zeitgeschichte pur. Und für viele einfach auch eine schöne Erinnerung. mehr…

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Text und Bild: Emslandmuseum Lingen