heimliche Kneipenmetropole

29. August 2020

Da waren selbst Michael Merscher und Andreas Eiynck vom Emslandmuseum baff: die heimliche Kneipenmetropole unter den Lingener Ortsteilen heißt: …

Hochstimmung in der Gaststube bei Schievink in Hanekenfähr

…Darme. Denn nirgendwo sonst war und ist eine solche Anzahl und Vielfalt gastronomische Betriebe zu finden wie hier. Der Ort verdankt dies nicht zuletzt seiner besonderen Lage an Ems und Kanal sowie wichtigen Fernstraßen.

Die Gaststätte Reinel an der Rheiner Straße mit der Schranke für die Wegezoll-Erhebungsstätte, um 1905

Schon vor 1830 ist an der Rheiner Straße die Gastwirtschaft Reinel belegt. Dort wurde ein Wegezoll für die Straßenbenutzung erhoben. Ein Lebensmittelgeschäft und eine Postnebenstelle kamen hinzu, später eine Kegelbahn. Seit über 200 Jahren wird an der Rheiner Straße 147 Gastronomiegeschichte geschrieben  – heute als Imbissbetrieb „Tommi’s food club“.

Die Gaststätte Schepergerdes, vormals Wehkamp, 1962

Der zweite wichtige Kneipenstandort in Darme war der Verkehrsknotenpunkt Hanekenfähr. Dort bestand schon 1845 die Gaststätte Wehkamp, aus der das heutige Hotel „Am Wasserfall“ hervorging. Zunächst in einer Scheune eröffnet, war das Lokal schon um die Jahrhundertwende ein beliebtes Ausflugsziel. Durch Einheirat übernahm Heinrich Schepergerdes 1942 die Gaststätte. Ein Campingplatz und ein Hotelbetrieb kamen hinzu und heute gehört das mehrfach ausgebaute Hotel „Am Wasserfall“ zu den gastronomischen Highlights im Emsland….

[weiter mit vielen Fotos im Blog des Emsland-Museum Lingen]


Ein Blogbeitrag des Emslandmuseums Lingen

Kneipenmetropole stimmt und Lokalgeschichte sowieso: Denn nachzutragen sind das Eiscafeé von Max Thiel an der heutigen Emsstraße, und wie hieß das Lokal gegenüber vom Kindergarten an der Bernhard-Lohmann-Straße?

Fotos: Emslandmuseum Lingen /Richard Heskamp

130 Jahre

30. Mai 2020

130 Jahre Kivelingsfeste im Bild zeigt das Emslandmuseum in seinem Museumsblog.

Mit den versammelten Kivelingen im Festjahr 1890 auf dem Lingener Marktplatz beginnt die Bildchronik des Emslandmuseums.

Jetzt wäre das große Ereignis schon fast auf dem Höhepunkt: Das lange geplante Kivelingsfest Anno Domini 2020. Aber Corona hat auch diesem Volksfest leider einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Für alle, die jetzt zwar nicht feiern können, aber gerne in der Erinnerung an frühere Fest schwelgen, hat das Emslandmuseum hier eine Bildchronik zu den Kivelingsfesten von 1890 bis 2020 zusammengestellt. Zu jedem Fest in diesem Zeitraum haben die Museumsmacher in ihrem Bildarchiv mindestens ein Foto gefunden, manchmal auch ganze Bilderserien und zu den letzen Festen natürlich jede Menge Datenträger mit unzähligen Bilddateien. So entstand ein einzigartiger Spaziergang durch 130 Jahre Festgeschehen. Und das ist nicht nur Kivelings-Historie, sondern Lingener Zeitgeschichte pur. Und für viele einfach auch eine schöne Erinnerung. mehr…

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Text und Bild: Emslandmuseum Lingen

Wegen des Corona-Virus bleibt das Emslandmuseum für Besucher und Veranstaltungen bis auf Weiteres  geschlossen. Alle angekündigten Veranstaltungen fallen aus. Dies betrifft alle Vorträge und Lesungen, Exkursionen und auch die Stadtführungen.
Die aktuelle Ausstellung „Das Kriegsende im Raum Lingen 1945“ ist ab sofort auf dem neuen Museum-Blog im Internet einsehbar. Alle Ausstellungstafeln werden dort im Laufe der nächsten Tage eingestellt und können dann von zu Hause aus genutzt werden. Bisher sind Teil 1 und Teil 2 (von insgesamt 8 Beiträgen) veröffentlicht.
Museumsdirektor Andreas Eiynck: „Wir danken allen Zeitzeugen und allen Leihgebern, die Fotos, Dokumente und Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt haben.“
Auf dem neuen Blog gibt es fortlaufend auch weitere Informationen aus dem Emslandmuseum Lingen und von der Baustelle für den Erweiterungsbau des Museums.
Die Adresse im Internet lautet: www.emslandmuseum.de

Das Kriegsende in Lingen 1945
Fotos, Dokumente, Erinnerungen
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 30a
vom 15.03.2020 bis 26.07.2020
Di.-So. 14.30 Uhr – 17.30 Uhr
Eintrittspreis: Erwachsene 4,00 €, Kinder 2,00 €, Familienticket 10,00 €

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Die Niederlage Deutschlands markierte gleichzeitig das Ende der Schrecken des Nationalsozialismus. Die Ausstellung schildert anhand von zahlreichen Fotos, Dokumenten und Erinnerungsstücken die Kampfhandlungen im Raum Lingen und das Kriegsende in der Stadt. Filmszenen und Zeitzeugenberichte von Soldaten und Zivilisten, Männer, Frauen und Kindern machen den Ausstellungsbesuch zu einer nachhaltigen Erfahrung.
Die Ausstellung schildert nicht nur die Kämpfe um Lingen Anfang April 1945, sondern berichtet auch vom Luftkrieg und den schweren Luftangriffen auf Lingen im Verlauf des Krieges. Dokumentiert wird der Einsatz von Jugendlichen aus Lingen als Kindersoldaten bei der Heimatflak, im Volkssturm und beim Kriegshilfsdienst. Auch das Schicksal der ausländischen Kriegsgefangenen in Lingen und der Lingener Kriegsdgefangenen im Ausland werden erläutert.
Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Kämpfe um die Brücken über Ems und Kanal. Durch die Einnahme der Wachendorfer Brücke  konnten die englischen Panzer rasch in das Stadtzentrum vorrücken. Die deutschen Truppen wurden dadurch überrascht und konnten keine systematischen Kampfhandlungen mehr organisieren. So wurde Lingen schneller als erwartet von den Alliierten eingenommen. Dadurch blieb der Stadt ein großer Bombenangriff in der letzten Phase des Krieges erspart.

📌 LIN-Update: COVID-19

12. März 2020

🔗Aktuelle Informationen aus Lingen (Ems) und dem Umland zu COVID-19-Krise auf meiner Spezial-Unterseite.

„75 Jahre Kriegsende“

3. Februar 2020

76 Jahre Kriegsende – Vortragsreihe im Emslandmuseum
Lingen im 2. Weltkrieg
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 28 b
Mi 5. Febr ’20 – 11, 16 und 19.30 Uhr
Fr 7. Febr ’20 – 11, 16 und 19.30 Uhr

Eintritt 5 Euro

Zu einer Präsentation über „Lingen im Zweiten Weltkrieg“ im Rahmen der Reihe „Mittwochs im Museum“ laden Heimatverein und Emslandmuseum ein. Das Thema bildet den Auftakt zu einer Vortragsreihe zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren.

Seit dem Bau der Kasernen 1934/35 Jahren war Lingen (Ems) Garnisonsstandort, das Reichsbahnausbesserungswerk zählte zu den kriegswichtigen Betrieben. Daher war die Stadt ab 1939 vom Zweiten Weltkrieg in besonderer Weise betroffen. Lingener Männer waren als Soldaten schon am Überfall auf Polen, an der Besetzung Dänemarks und Norwegens sowie am „Krieg im Westen“ gegen die Niederlande, Belgien und Frankreich im Frühjahr 1940 und dann später in ganz Europa beteiligt. Zahlreiche Fotos und Feldpostbriefe berichten von ihren Erlebnissen bei den Kampfhandlungen und der Besatzungszeit in diesen Ländern. Manche dienten bei der Luftwaffe in der sog. „Luftschlacht um England“, andere waren bei der Marine, insbesondere der U-Bootflotte eingesetzt. Alle diese Kriegseinsätze spiegeln sich in den Fotoalben und Nachlässen der Soldaten und ihrer Familien wieder.

In der Heimat machte sich der 2. Weltkrieg durch Rationierung und  Kriegswirtschaft in Betrieben wie Haushalten rasch bemerkbar. Mehrere hundert Eisenbahner aus Lingen wurden 1942 nach Saporoschje in die Ukraine verlegt, um dort hinter der Frontlinie den Eisenbahnverkehr auf den Nachschubwegen aufrecht zu erhalten. Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter übernahmen in Lingen die Arbeitsstellen deutscher Soldaten und Kriegstoter. Im Laufe des Kriegs gerieten auch immer mehr Lingener Soldaten in Kriegsgefangenschaft und meldeten sich aus Lagern in anderen Ländern. Sie hatten immerhin überlebt, mussten aber nach Kriegende noch jahrelang in Gefangenschaft bleiben.

Nach kleineren Luftangriffen während der ersten Kriegsjahre wurde Lingen 1944 Ziel von zwei großen Luftangriffen. Das Reichsbahnausbesserungswerk und die benachbarten Wohngebiete erhielten schwere Treffer, und es gab zahlreiche Tote. In Salzbergen zerstörten mehrere Bombenangriffe die Raffinerie und das Dorf vollständig. Auch hier gab es viele Tote. Die Luftwaffe hatte in Lünne und Drope Flugplätze eingerichtet, doch gegen die Übermacht der Alliierten konnten die Flugzeuge der Luftwaffe nur noch wenig ausrichten. In den Lingener Flugabwehrstellungen waren zahlreiche Lingener Oberschüler eingesetzt.

Nach der Landung der Alliierten in der Normandie im Sommer 1944 rückte unaufhaltsam die Front von Westen her vor. Im Herbst desselben Jahres begann der Bau der „Emsstellung“, ein System von Panzerabwehrgräben, das die Alliierten westlich der Ems aufhalten sollte. Tausende, darunter viele holländische Zwangsarbeiter mussten in monatelanger Handarbeit die Gräben schaufeln, die sich dann als militärisch völlig unwirksam erwiesen.

Am 6. April 1945 begann der zweitgige sog. „Endkampf um Lingen“, der von der deutschen Wehrmacht erbittert geführt wurde. Straßenkämpfe in der Innenstadt und schwerer Artilleriebeschuss von beiden Seiten richteten große Schäden an, und es gab viele Tote. Am 8. April war Lingen fest in der Hand der englischer Truppen der Royal Ulster Rifles, und die Schrecken des Krieges hatten in Lingen ein Ende. Woanders wurde bis zum 8. Mai weitergekämpft. Viele Kriegsgefangene kehrten erst Jahre später zurück.

Rund 60 Millionen Tote und weitere Millionen Opfer forderte der Zweite Weltkrieg in ganz Europa. Unter den Millionen toten Soldaten und Zivilisten waren auch Hunderte Lingenerinnen und Lingener. Millionen Deutsche und Polen verloren ihre Heimat im Osten. Europa lag in Schutt und Asche.

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Fotos: Einmarsch der britischen Armee (Royal Ulster Rifles) in Lingen. Bilder aus der Lookenstraße und unten- aus der Lookenstraße im Vordergrund der aus Nordirland stammende Hugh Brown.
Text unter Verwendung einer PM der Stadt Lingen

Bunt und schön und voller Leben
Naturgartenworkshop im Emslandmuseum
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 28b
Samstag, 17. Aug. von 11 – 16 Uhr
5 Euro (Eine Voranmeldung war unter Tel (0591) 47601 erbeten, aber vielleicht geht es ja auch ganz spontan…)

Gemeinsam mit der Naturschutzstiftung startet das Emslandmuseum Lingen am 17.8. (Sa., 11-16 Uhr) einen neuen Naturgartenworkshop. Eingeladen sind alle, die sich für Gärten und Natur interessieren. Als Mittagsimbiss präsentiert „Kräuterhexe“ Maike Hoberg von der Naturschutzstiftung Emsland Fingerfood aus Unkraut. Auch die Insektenausstellung im Emslandmuseum kann im Rahmen des Naturgartenworkshops besichtigt werden.

Das Programm beginnt mit einem kurzen Blick auf die kulturhistorische Dimension von Gartenbau und Gartenkunst. Einst ging es darum, der „wilden Natur“ durch Zäune und Hecken ein Stück Kulturland für die intensive Produktion von Nahrungsmitteln und Heilpflanzen abzuringen. Spätestens mit der Renaissancezeit erwachte auch die Begeisterung für Blüten und Früchte aus exotischen Ländern. Ziergärten entstanden, um sich an den Pflanzen zu erfreuen und die neuen Kenntnisse der Botanik zu dokumentieren. Heute dienen Naturgärten dazu, der Natur in einer hochentwickelten Kultur- und Stadtlandschaft Reservate für Pflanzen und Tiere zu bieten. Insofern hat sich die Idee des Gartens hier einmal komplett umgekehrt. Gleichzeitig bietet der Naturgarten aber auch wertvolle Lebensmittel und gesunden Umgang mit der Natur.

Bei einer kleinen Exkursion zu einem Naturgarten in der Innenstadt gibt es schon unterwegs am Wegesrand viele Wildkräuter zu entdecken. Sie bilden die Lebensgrundlage für Insekten, die dann selber wieder als Nahrung für Vögel und andere Tiere dienen. Solche ökologischen Zusammenhänge funktionieren nicht nur im Wald und in der offenen Landschaft, sondern auch in einem urbanen Umfeld. Gärten, Parks und Wegesränder, ja selbst kleine Vorgärten und Bauminseln bilden hier einen wertvollen Lebensraum – oder eben auch nicht. Eine erfahrene Naturgärtnerin berichtet vor Ort über die langjährigen Erfahrungen mit ihrem Garten. Außerdem gibt es noch Tipps für die Anlage von Naturgärten sowie den Bau von Nisthilfen und Insektenhotels. Und an einem Informationsstand kann man jede Menge Material rings um das Thema Naturgarten und Naturschutz erhalten.
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Text: Stadt Lingen, Foto: Naturgarten in Herbrum, Emsland, ein Foto von Frank Vincentz, GNU CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Vorgelegt hat jetzt der Heimatverein Lingen (Ems) eine kleine Broschüre mit seinem Programm für das zweite Halbjahr 2019. Es enthält Bemerkenswertes zur Lokalgeschichte unserer Stadt wie des Umlandes.

So geht am 28. August nachmittags eine Fahrt in das benachbarte Beesten, wo unter anderem im Ortskern das Töddenhaus Urschen (Foto lks) besichtigt wird, dessen vorbildliche Renovierung 2013 die verstorbene Lingener Architektin Petra Berning verantwortete.

In Lingen (Ems) wird am 11. September der Neue Friedhof vorgestellt; er entstand als Kriegsgefangenenfriedhof, als dort im Zweiten Weltkrieg fast 1000 Soldaten beigesetzt wurden. Reichlich euphemistisch heißt es dazu im Programmheft des Heimatvereins, die Soldaten seien „bei Flugzeugabstürzen, an Kriegsverletzungen und an Krankheiten“ gestorben. Tatsächlich hatten die russischen Kriegsgefangenen ein furchtbares Schicksal. und auch die verbliebenen  „Kriegsgräber“ auf dem Neuen Friedhof sind nicht immer nur ehrenvoll behandelt worden. Ich bin mir allerdings sicher, dass Benno Vocks dazu die richtigen klaren Worte finden wird; er führt nämlich über den größten Lingener Friedhof.

„Lingen im Nationalsozialismus“ war in diesem Frühjahr der Höhepunkt der von Museumsleiter Andreas Eiynck geprägten Reihe Mittwochs im Museum“. Er musste gleich mehrfach wiederholt werden; Hunderte Lingener nahmen teil. Am 22. Oktober widmet nun Lingens Stadtrchivar Mirko Crabus seinen Herbstvortrag demselben Thema: „Lingen im Nationalsozialismus“. Angekündigt ist ein „ebenso differenzierter wie facettenreicher Überblick“. Das verspricht -gerade im Vergleich mit Eiyncks Vortrag- einen spannenden Abend, auf dem sicher einmal mehr deutlich werden wird, welche gewalttätige Menschenverachtung, welchen Rassismus und welche Rechtlosigkeit die (Lingener) Nationalsozialisten in unserer Stadt praktizierten.

Am 26. November referiert Redakteur Manfred Fickers in derselben Reihe des Stadtarchivs über „Lingen und die französische Revolution 1789 bi 1802“. Beide Veranstaltungen finden im Professorenhaus statt.

Andreas Eiynck setzt im kommenden Halbjahr seine erfolgreiche Mittwochs-im-Museum-Reihe mit den 70er, 80er und 90er des vergangenen Jahrhunderts in Lingen fort, bevor Ulli Brinker -nach seinem Vortrag über Südafrika im vergangenen Jahr- jetzt am 19. Dezember mit einem Vietnam-Vortrag sowie dann am letzten Tag des Jahres die traditionelle Silvesterveranstaltung im Emslandmuseum mit einem fotografischen Rückblick „Lingen Abbruch und Neubau“ (Andreas Eiynck) und Kaffee, Glühwein und Neujahrshörnchen das Jahr 2019 zu Ende gehen lassen.

Die Vorträge des Stadtarchivs sind übrigens kostenfrei, bei den anderen Veranstaltungen wird ein Kostenbeitrag erhoben.


(Foto: Töddenhaus Urschen, Foto: © Stadt Freren)

Mittwochs im Museum
Stadt des Erdöls und der Viehmärkte
Lingen in den 1960er-Jahren
Eine Präsentation von Dr. Andreas Eiynck
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstr. 28b
Mittwoch 05.06.2017 und Freitag 07.07.
jeweils um 11.00 Uhr, 16.00 Uhr und 19.30 Uhr
Eintritt: 5,00 € / Heimatvereinsmitglieder 3,00 €

Mit „Lingen in den 60er Jahren“ geht die Mittwochs-im-Museum-Reihe über unsere Stadt im 20. Jahrhundert weiter. Dr. Andreas Eiynck präsentiert Fotos, Dokumente und Berichte aus der „Stadt des Erdöls und der Viehmärkte“, die sich in jenen Jahren zum Industriestandort und zum kulturellen Zentrum des Emslandes wandelte.

1960 sind die Kriegsschäden in Lingen beseitigt. Nach langjähriger Diskussion um Standort und Architektur entsteht das neue Rathaus im modernen Baustil mit einer Waschbetonfassade und markiert damit den Aufbruch in eine neue Zeit. Die Innenstadt präsentiert sich in neuzeitlichem Gesicht und die Erdölindustrie läuft auf Hochtouren. Nur beim Eisenbahn-Ausbesserungswerk geht die Auftragslage spürbar zurück, denn das Zeitalter der Dampfloks neigt sich unaufhaltsam dem Ende zu. Neue Arbeitsplätze bietet das Atomkraftwerk in Darme, dessen Bau damals allgemein bejubelt wird. Der relativ kleine Kernreaktor zeigt eine spezielle Konstruktionsweise, die sich im späteren Betrieb technisch nicht bewährt. Doch in den 60er Jahren sieht man in der Atomkraft eine neue, scheinbar unerschöpfliche Energiequelle.

In den Lingener Wohngebieten herrscht allgemeiner Wohlstand. Der Traum vom eigenen Heim, vom eigenen Auto und vom Urlaub geht für immer mehr Familien in Erfüllung. Überschattet wird die friedliche Atmosphäre vom „kalten Krieg“. Die Gefahr eines Atomkrieges ist allgegenwärtig und die Bundeswehr unterhält in Lingen eine große Garnison (Foto links: Reservisten in der Lookenstraße, ©Stadt Lingen) .

In der Kommunalpolitik ist die Dominanz der Christdemokraten unangefochten.

Die 60er-Jahre werden auch in Lingen zu einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Die Freizeit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Davon profitieren Vereine und Verbände, eine neue Unterhaltungs- und Freizeitindustrie entsteht.

Die Zeit der Dorfmusik geht zu Ende und die Beat-Musik erobert auch das Emsland. Legendäre Bands wie die „Beat Kings“ und die „Les Copains“ bringen die Lingener Jugend im Saal Pölker in Wallungen. In der Innenstadt eröffnen die ersten Diskotheken mit Namen wie „New Orleans“ oder „Vat 69“. Das kulturelle Leben wird breiter und offener. Eine junge Nachkriegesgeneration mit ganz neuen Lebensvorstellungen wächst heran.

Kleine Giganten
Insekten, Spinnen & Co
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstr.28 b
19. Mai – 31.12. 2019
geöffnet Dienstag – Sonntag von 14.30 bis 17.30 Uhr

Das große Krabbeln“ gibt es 2019 im Lingener Emslandmuseum bei der Ausstellung „kleine Giganten“ , die ab dem kommenden Wochenende bis um Jahresende präsentiert wird. In deren Mittelpunkt steht das Leben der Insekten. In 30 naturnah gestalteten Terrarien kann man die Welt der Insekten und Spinnen entdecken. Sitzgelegenheiten laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen und sich in Augenhöhe in aller Ruhe auf die Tiere und ihr Verhalten einzulassen.
Ein Experimentierlabor mit Mikroskopierstationen erlaubt Einblicke bis ins kleinste Detail. Dazu gibt es viele interessante Exponate – von der historischen Schmetterlingssammlung bis zu biologischen Modellen und Schaukästen von Käfern und Heuschrecken. Außerdem liefert die Ausstellung Informationen und Hintergründe zum dramatischen Insektensterben der Gegenwart

Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Exkursionen und Praxisseminaren vermittelt anschaulich Wissen und Fertigkeiten rund um die „kleinen Giganten“.

Für Schulklassen und Besuchergruppen gibt es Experimentierangebote und Programme, um aktiv die Welt der Insekten zu entdecken.