HOLLYWOOD VAMPIRES
ALICE COOPER – JOHNNY DEPP – JOE PERRY 

„LIVE 2020“
Lingen (Ems) – EmslandArena Open Air
23. August 2020

Exklusiver Presale: Heute, Dienstag, 19.November 2019, seit 10:00 Uhr bei allen Reservix- Vorverkaufsstellen und auf http://www.reservix.de
Ticketpreis: Ab 78,75 € inkl. aller Gebühren
Allgemeiner Vorverkaufsstart: Freitag, 22. November, 10:00 Uhr. Tickets dann bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, auf www. Reservix.de und auf http://www.eventim.de,
sowie über die Hotlines 0591/ 912950 & 0591/ 9144-144.

„Zugegebenermaßen mit ein wenig Stolz kündigen wir heute das Gastspiel der US Weltklasse Band Hollywood Vampires an. Mit Johnny Depp, Alice Cooper und Joe Perry (Aerosmith) wird die wohl am prominentesten besetzte Rockband der Welt im kommenden Jahr für sechs Termine auch nach Deutschland kommen. Neben dem Gastspiel in Hamburg wird der Auftritt in Lingen das einzige Konzert der Superstar-Rockband in Norddeutschland sein.“  (PM)

Hetze

13. November 2019

Die NPD mobilisiert in Hannover zu einer Demonstration gegen einen kritischen Journalisten. In sozialen Netzwerken suchen Neonazis nach weiteren Namen.

Die Neonazis der NPD wollen, informiert die taz, „in Hannover gegen den Journalisten Julian Feldmann demonstrieren. Mit der Aktion gegen den freien Mitarbeiter des NDR erreicht der Hass und die Hetze gegen die vermeintliche Lügenpresse eine neue Qualität. Erstmals mobilisieren die Neonazis direkt gegen einen Journalisten. Unter dem Motto „Schluss mit steuerfinanzierter Hetze – Feldmann in die Schranken weisen!“ wollen sie am 23. November auf die Straße gehen. Weitere Anfeindungen werden bereits vorbereitet.

In ihrem Aufruf wettert die NPD Niedersachsen über den „zwangsfinanzierten Staatsrundfunk“, der die Bürger „indoktriert“. Die Kritik an den Rundfunkgebühren ist nicht bloß in rechten Kreisen verbreitet. Die NPD um den Landesvorsitzenden Manfred Dammann beklagt aber zudem, dass vermeintliche „Linksextremisten eine Bühne oder sogar Anstellungen und Aufträge vom öffentlichen Rundfunk bekommen“ würden. „Prominentestes Beispiel“ sei Feldmann.

Seit einigen Wochen wird Feldmann, der auch für das Politikmagazin „Panorama“ arbeitet, von der NPD und ihrer Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ angefeindet. Die Szene nimmt dem Journalisten übel, einerseits dass er regelmäßig über aktuelle Entwicklungen im rechten Milieu berichtet sowie andererseits auch, dass er angeblich „ehemalige Soldaten“ aus dem Zweiten Weltkrieg „als Monster und Verbrecher“ darstelle. Dabei geht es um den NS-Kriegsverbrecher Karl Münter aus dem niedersächsischen Nordstemmen.

In einem Interview, das Feldmann mit zwei Kollegen im November 2018 mit Münter führte, hatte der damals 96-Jährige den Holocaust relativiert und die Opfer eines SS-Massakers verhöhnt. Die NPD behauptete nun…

[weiter bei der taz]

 

Grün

12. November 2019

Belit Onay hat es geschafft: Der Grüne wird neuer Oberbürgermeister von Hannover. Mit 52,9 Prozent der Stimmen konnte sich der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Niedersächsischen Landtag am Sonntag in der Stichwahl gegen seinen Kontrahenten Eckhard Scholz (CDU) durchsetzen, wie die Stadt Hannover am Sonntagabend auf ihrer Website bekannt gab. Scholz kam auf 47,1 Prozent.

Onay bedankte sich am Abend bei seinen UnterstützerInnen. Es sei ein harter Wahlkampf gewesen.

Das Ergebnis war absehbar. Umfragen bescheinigten Onay stets einen Vorsprung vor Scholz. Zwar war der Abstand zwischen beiden Kontrahenten durchaus unterschiedlich. Während sich knapp drei Viertel der Wähler*innen einem Stimmungsbild der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zufolge im Vorfeld für Onay aussprachen, ermittelte eine Forsa-Umfrage 56 Prozent für Onay und 44 Prozent für Scholz.

Die Stichwahl…

[weiter bei der taz]


update:

Der SV Wilhelmshaven spielt Bezirksliga – wie bei uns Olympia Laxten oder der ASV Altenlingen. In der Fußballwelt gilt der SV Wilhelmshaven (SVW) aber seit Jahren nicht nur deshalb als gallisches Dorf, weil die Stadt wie das literarische Vorbild links oben auf der Landkarte liegt. Der Klub hat sich seinen Ruf dadurch verdient, sich wie kein anderer dem Imperium des Fußballweltverbands Fifa zu widersetzen. Der Kampf endete zwar mit einem juristischen Teilerfolg vor dem Bundesgerichtshof – wurde aber mit dem Zwangsabstieg aus der Regional- und anschließender Talfahrt in die Bezirksliga teuer bezahlt.

Um sportlich den Weg wieder nach oben zu gehen, hat der Verein einen Spieler verpflichtet, der wie die gallischen Helden eine Spezialbegabung besitzt: die Schnelligkeit. Als es bei der Heim-WM 2006 im zweiten Gruppenspiel gegen Polen nach 90 Minuten und 46 Sekunden noch 0:0 stand, erlief der eingewechselte Rechtsaußen David Odonkor einen langen Ball, servierte präzise in die Mitte, wo Oliver Neuville zum Siegtreffer einschoss. Das Tor gilt als Initialzündung zum darauf folgenden „Sommermärchen“ und machte Odo, wie er von den Teamkollegen genannte wurde, zum Shooting-Star.

Am vergangenen Mittwoch kamen diese beiden Geschichten im niedersächsischen Ammerland zusammen. Kurz vor dem Bezirksliga-Spiel beim FC Rastede, wo Odonkor als Zuschauer auftauchte, hatten die Wilhelmshavener dessen Verpflichtung bekannt gegeben. „Wir haben aufgrund unserer relativ dünnen Personaldecke noch nach Verstärkungen gesucht“, sagte SVW-Manager Christian Schütze zur taz.

Über einen befreundeten Spielerberater habe er Odonkors Kontaktdaten erhalten und ihn angerufen. „David, bitte nicht lachen, wir brauchen dich“, habe er gesagt….

…. [bei der taz ist dieser kleine Beitrag weiterzulesen]

Odonkor hatte seine Karriere beendet und stellte gegenüber den Medien klar: „Ich möchte mit Freunden kicken. Ich wurde gefragt, ob ich aushelfen möchte. Das tue ich gerne.“

Hannover

29. Oktober 2019

Die SPD stellt erstmals seit mehr als 70 Jahren nicht mehr den Oberbürgermeister von Hannover. Im ersten Wahlgang am Sonntag setzten sich der Grünen-Kandidat Belit Onay und der CDU-Bewerber Eckhard Scholz fast gleichauf für die Stichwahl in zwei Wochen durch. Dies stand am Abend nach Auszählung eines Großteils der Wahlbezirke fest. Der Sozialdemokrat Marc Hansmann kam auf Rang drei.

Auslöser der vorzeitigen Wahl in Hannover war die Rathausaffäre. Wegen seiner Verstrickung in die Affäre um unzulässige Gehaltszuschläge für Spitzenbeamte war der bisherige Oberbürgermeisters Stefan Schostok (SPD) Ende April zurückgetreten.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Anklage wegen schwerer Untreue gegen Schostok, seinen damaligen Bürochef und den suspendierten Kultur- und früheren Personaldezernenten erhoben. Es geht um…

[hier geht’s weiter]

 

 

Festveranstaltung 
150 Jahre Jüdische Syngagogengemeinde Lingen
Lingen (Ems) – Wilhelmshöhe
Donnerstag, 31.10. – 11:30 Uhr

Veranstaltet von der Jüdischen Ge­meinde Osna­brück, der Stadt Lingen (Ems) und dem Forum Judentum – Christentum Altkreis Lingen

Den Festvortrag hält Prof. Dr. Andreas Nachama, Vorsitzender der Allgemeinen Rabbi­nerkonferenz Deutsch­lands (ARK), Vor­sitzender des Gesprächskreises Christen und Ju­den beim Zentralkomitee der Katholiken, zum Thema „Judentum in Deutsch­land heute – das Projekt „House of One“ in Berlin.“

Eichhörnchen

9. Oktober 2019

Cécile Lecomte -in der AKW-Gegner-Szene als „Eichhörnchen“ bekannt – stand gestern Nachmittag vor dem Lingener Strafrichter Andreas Hofmeier. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück warf ihr Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor. Sie hatte am 19. Januar dieses Jahres in ihrem Rollstuhl an einer Protestaktion teilgenommen, bei der zwei Anti-AKW-Aktivisten auf das Dach des Rathauseingangs geklettert waren – aus Sicht der Polizei eine Straftat – welche auch immer. Mit ihrem Rollstuhl soll die Lüneburgerin anschließend einen Polizeiwagen blockiert haben, mit dem die Vordach-Kletterer abtransportiert werden sollten. Gegen den entsprechenden Strafbefehl hatte Lecomte Einspruch eingelegt.

Am Ende wurde die gestrige Verhandlung ausgesetzt. Da die Osnabrücker Staatsanwaltschaft unbedingt eine Verurteilung erreichen will und ihre Zustimmung zur allemal gebotenen Einstellung verweigert, wird der Prozess irgendwann neu angesetzt, voraussichtlich erst Anfang 2020.

Schon zuvor hatte es Probleme gegeben: Weil die Deutsche Bahn es mit der Barrierefreiheit nicht so wirklich drauf hat, verzögerte sich, schrieb Lecomte in ihrem Blog, ihre Ankunft mit dem Zug in Lingen. Krankheitsbedingt ist die 37jährige auf einen Rollstuhl angewiesen, und die Deutsche Bahn verweigerte ihr die gebotene (und vorgeschriebene) Hilfe beim Ausstieg auf dem Lingener Bahnhof. Daher musste Lecomte in Münster in die Westfalenbahn wechseln, die im Gegensatz zu den IC der Deutschen Bahn barrierefreie Züge vorhält.

Die Aktivistin erreichte Lingen also  erst eine Stunde später, und der Strafprozess begann erst um 14:30 Uhr. Die erschienenen, gut zwei Dutzend Unterstützer/innen blieben während der Wartezeit nicht untätig und stiegen dem Gericht quasi aufs Vordach (Foto, (c) privat ). Lecomte später: „Danke für die Bilder und die solidarische Unterstützung in Form von Bannern und Anwesenheit im Saal. Denn es war für mich wegen der langen stressigen Anreise und der Tatsache sehr anstrengend, dass ich gerade erkältet bin.“

Noch vor dem Verlesen des Strafbefehls beantragte Lecomte, dass alle Polizisten in Zivil den Sitzungssaal verlassen sollten. Als Richter Hofmeier fragte, meldete sich tatsächlich ein Polizist in Uniform im Saal. Gefragt behauptete er, „rein privat“  anwesend zu sein. Kurze Zeit später meldet sich dann noch ein zweiter Polizist, der auch im Saal saß – natürlich auch rein privat.

Das war genau das, was die Angeklagte schon in früheren Strafprozessen selbst erfahren hatte, dass nämlich Informationen aus dem Saal nach außen gelangen. Allemal bemerkenswert, finde ich, wie sehr sich Polizeibeamte in ihrer Freizeit bzw. „privat“ für Gerichtsprozesse interessieren. Richter Hofmeier ließ jedenfalls beide Polizeibeamten im Saal, untersagte ihnen aber jede Kontaktaufnahme mit den Polizei-Zeugen vor dem Saal.

Nach einer längeren Prozesserklärung der Angeklagten führte ein Rechtsgespräch zwischen Christian Woldmann, dem Hamburger Verteidiger der Angeklagten, und Strafrichter Hofmeier zu keiner Lösung. Lecomte anschließend: „Ich verstehe immer noch nicht so wirklich, was mir vorgeworfen wird, außer dass ich dort mit dem Rollstuhl gestanden haben soll, wo es der Polizei nicht lieb war und dieser Ungehorsam bestraft gehört. Die Staatsanwaltschaft will unbedingt eine Verurteilung, also wird der Prozess irgendwann von Neuem starten.“

Geladen hatte der Vorsitzende zum gestrigen Verhandlungstag nur die Belastungszeugen der Staatsanwaltschaft. Die Verhandlung endete deshalb ohne Vernehmung dieser Zeugen. Denn Fortsetzungstermine konnten nicht gefunden werden. Für die Antiatom-Aktivistin ist „nun klar, dass es ein aufwändiger Prozess sein wird, mit langer Beweisaufnahme, zu einem späteren Zeitpunkt.  Der Richter hat versucht mich zu einer Aussage zu bewegen, er hätte gerne eine verkürzte Beweisaufnahme. Es ist aber mein Recht aus der StPO zum Tathergang zu schweigen, es ist auch mein Recht auf eine ausführliche Beweisaufnahme zu bestehen, wenn ich der Meinung bin, dass ich mich so besser gegen den Vorwurf verteidigen kann.“

„Dies wurde mir aber zum Vorwurf gemacht, als ich die die gesundheitliche Belastung durch die stressige nicht barrierefreie Anreise ansprach und erklärte, nicht jede Woche nach Lingen fahren zu können, wenn der Prozess wieder aufgenommen werde; Fortsetzungstermine müssen nicht innerhalb einer Woche festgelegt werden, sondern innerhalb von 21 Tagen. Dass es belastend sei, sei meinem Prozessverhalten geschuldet.“

Cécile Lecomte: „Dürfen nur gesunde Menschen ihre Rechte aus der StPO wahrnehmen?“

(Quelle)

———

update: hier via twitter ein weiterer Prozessbericht

Klammer Klein-Airport

4. Oktober 2019

Wir müssen über den Flughafen Münster Osnabrück, kurz FMO, reden. Ein Projekt des vergangenen Jahrhunderts mit aktuell 20 Fliegern am Tag. Der braucht frisches Geld. Das soll von den Gesellschaftern kommen, also vor allem die regionalen Gebietskörperschaften, kurz gesagt vom „Staat“. Die EU-Beihilferichtlinie erlaubt aber ab 2024 keine Betriebsbeihilfen durch den Staat mehr, also Geld für den laufenden Betrieb; nur noch Investitionsbeihilfen sind dann erlaubt.

„Damit sind Hahn, Dortmund, Calden, Saarbrücken, Karlsruhe, Münster, Paderborn, Rostock, Friedrichshafen und Weeze praktisch pleite, das Problem erledigt sich also von selbst“, erklärt taz-Leser Sven Günther, listet dabei die betroffenen deutschen Kleinflughäfen auf und weist aber doch vorsichtshalber darauf hin, dass in Brüssel ein sogenannter „Fitness-Check“ läuft, ob man die Beihilfen nicht doch erlauben will. Jedenfalls die taz informiert -im Gegensatz zu anderen Medien der Region- über die neuerlichen Finanzprobleme des FMO und titelt „Klammer Klein-Airport“:

„Billige Tickets, neue Destinationen: Der stark defizitäre Flughafen Münster/Osnabrück sucht nach Reisenden.

Es gibt Augenblicke, da denkt man, die Flugscham ist Realität. Allen Passagierzuwächsen zum Trotz, die uns das Statistische Bundesamt vorrechnet: Wer den Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) besucht, erlebt solche Augenblicke. Rund 20 Maschinen am Tag heben hier derzeit ab, oft sind die Terminals fast menschenleer. 2018 hatte der Airport 1,017 Millionen Passagiere, das waren weniger als im Jahr 1997.

Da sind die FMO-Gesellschafter, zu über 95 Prozent Kommunen aus dem Umland, froh um jeden Anbieter, der Traffic generiert. Schließlich müssen sie Bilanzen verdauen, in denen Millionendefizite stehen. Die Folge: Urlauber werden von Billigfluglinien mit Tickets zum Schleuderpreis geködert. Für Geschäftsreisende werden Inlands-Kurzstrecken maßgeschneidert.

So startet ab Anfang November die niederländische AIS Airlineszweimal an jedem Werktag nach Berlin. „Wünschenswert ist solches Kurzstreckenfliegen natürlich nicht“, sagt Michael Hagedorn, Ratsmitglied der Grünen in Osnabrück, spezialisiert…

hier gehts weiter bei der taz

von der CDU getragen

22. September 2019

Apropos F4F. Einen großen Anteil an der Klimakrise hat die Massentierhaltung. „Massentierhaltung wird in Niedersachsen vor allem von der CDU getragen, deren Vertreter auch in den Bauernverbänden sitzen. Niedersachsen ist das Land der Massentierhaltung und Deutschlands größter Fleischproduzent: Jedes dritte Schwein aus Deutschland wird hier gemästet. Damit das so bleibt, setzen sich Agrarfunktionär/innen für die Interessen der Big-Player ein, also der wenigen Großkonzerne wie zum Beispiel die Geflügelriesen Wiesenhof und Rothkötter. Dabei werden sie vom Deutschen Bauernverband (DBV) und der CDU massiv unterstützt. Kleine Höfe gehen hingegen leer aus, was nicht nur Landwirt*innen, sondern auch Umweltschützer*innen Sorge bereitet.

Eine im April veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Uni Bremen legt offen, dass wenige Funktionär*innen an Schlüsselpositionen in Politik und Wirtschaft sitzen und dort Verordnungen gegen wissenschaftliche Empfehlungen treffen. Ein Beispiel sind die lange lasch gehaltenen Düngeregeln, die zur Nitratverseuchung des Grundwassers führen. Ein anderes staatliche Subventionen für Agrariesen, wie den größten Schlachthof Europas in Wietze bei Celle, der mit 6,5 Millionen Euro EU-Geldern gefördert wurde.

Ein bekanntes Gesicht der Agrarlobby in Niedersachsen ist Franz-Joseph Holzenkamp, der nicht nur bis 2017 CDU-Bundestagsabgeordneter war, sondern auch wichtige Gremienposten in der Agrarindustrie bekleidet. Während der Debatte zur Gülleverordnung setzte er sich vehement gegen eine von Wissenschaftler/innen geforderte Verschärfung der Grenzwerte ein.

Kein Zufall, dass…

 

weiter be der

Kulturhauptstadt 2025

17. September 2019

Seine Bewerbung verschickt Hannover in Romanform. Gegen die Mitbewerber Chemnitz, Dresden, Magdeburg, Nürnberg, Zittau und Hildesheim will die niedersächsische Landeshauptstadt mit neuen Ideen im Rennen um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ mit Lösungen für lokale Probleme punkten. Denn in sechs Jahren hat Deutschland, turnusmäßig nach 2010, neuerlich die Ehre – übrigens gemeinsam mit einer slowenischen Stadt.  Wer es wird, entscheidet sich im Herbst nächsten Jahres.

Beim Pressetermin vor einer Woche im Neuen Rathaus enthüllte das Team Hannover schon mal vorab einige zentrale Themen aus dem Bewerbungsbuch („Bid Book“) zur Kulturhauptstadt Europas 2025. Das 60-seitige Bid Book hat Hannover vom Schriftsteller Juan S. Guse als Roman schreiben lassen – und das ist einzigartig in der Geschichte der Bewerbungen zur Kulturhauptstadt Europas! Dabei ist der Titel des Romans auch Programm: „Hannover 2025 – Agora of Europe“. Ausgangspunkt für Hannovers Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 ist dabei die aktuelle Situation Europas.

Guse greift in seinem Roman das Szenario des existenziell gefährdeten Europas auf und erweckt zwei der berühmtesten Hannoveraner Gottfried Wilhelm Leibniz und Kurt Schwitters zum Leben. Die beiden setzen sich in einer ihnen charakteristisch skeptisch und kritischen Art mit Hannovers Bewerbung auseinander. Im Laufe des Romans lassen sich Gottfried und Kurt davon überzeugen, dass Hannover nicht nur die Möglichkeiten hat, anhand lokaler Bezugspunkte die großen europäischen Themen zu bearbeiten. Sie stellen auch fest, dass die Stadt für diesen bevorstehenden Diskurs auf die beste Form der partizipativen Demokratie zurückgreift: die Agora. Damit bezieht sich Hannover auf die Anfänge der europäischen Demokratie. In der griechischen Antike war die Agora die Versammlungsstätte des Volkes, das demokratische Zentrum, das Marktplatz, politisches Zentrum und Theater vereint hat.

Hannover wolle, so heißt es auf der Internetseite der Kommune, mit seiner Bewerbung zeigen, dass Städte, aus sich selbst, aus der Stadtgesellschaft heraus, mit Kunst und Kultur eine Kraft und Macht entwickeln können, um den europäischen Gedanken, den Zusammenhalt der Menschen, das gemeinsame historische Fundament zu stärken und das einmalige Friedensprojekt fortzusetzen.

Der Weg zum nächsten Titel ist aber, so die taz, „hürdenreich. Zum 30. September ist das sogenannte Bid Book, die schriftliche Bewerbung, bei der Kulturstiftung der Länder einzureichen. Sie nimmt die Bewerbungsunterlagen aller deutschen Kandidaten entgegen und leitet sie an eine europäische Expertenjury weiter. Bislang sind sieben weitere Städte mit im Rennen, so auch Hannovers unmittelbarer Nachbar Hildesheim.

In einer Vorauswahl, Mitte Dezember in Berlin, wird das Teilnehmerfeld dann auf zwei bis vielleicht auch vier Bewerber eingedampft, sagt der niederländische Kulturmanager Oeds Westerhof, der als „strategischer Berater“ Hannovers verpflichtet wurde. Er ist in Sachen Kulturhauptstadt erfahren, war Chefmanager in Leeuwarden, Provinz Friesland (NL), 2018 Kulturhauptstadt Europas. Die Teilnehmer der zweiten Stufe müssen ihre Bewerbung bis Sommer 2020 substantiieren, bevor im Herbst dann die Entscheidung fällt.

Auch schon für eine allererste Vorstellung der Bewerbungsabsichten im Oktober 2018 ließ man nicht, wie es die Konkurrenz tat, nur den Bürgermeister zum Rapport in Berlin antreten, sondern sorgte mit einem Poetry Slam „für Furore“, so Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf.“  (weiter bei der taz und mehr bei der Stadt Hannover, der Kulturstiftung der Länder, und beim NDR)


Foto: Oeds Westerhof © Stadt Hannover/twitter