Weihnachtstag

21. Dezember 2016

Was machen wir in Lingen (Ems) am ersten Weihnachtstag?

Da gibt es als Geheimtipp für die besonderen Momente („Weihnachten einmal anders!“) zunächst das Weihnachtskonzert in der Kreuzkirche am Universitätsplatz.
Es konzertiert das „Ensemble Alexandre“ mit
Ulrich Cordes, Tenor, Sarah Günnewig, Harfe, und  Christoph Lahme, Harmonium), das vor zwei Jahren schon einmal die Lingener begeisterte.  Der Eintritt beträgt 8 Euro (erm. 5 Euro). Ab 19 Uhr erwacht unter dem Titel „Noel au salon parisien“  das Paris des 19. Jahrhunderts zum Leben.

Aufgeführt wird ein deutsch-französisches Weihnachtsprogramm mit Werken von Faure, Dubois, Guilmant, Adam, Liszt und weiteren. Angefangen von archaisch klingenden Noels aus dem 16. Jh. bis zu spätromantischen Liedern von Fauré und Guilmant. Besonders hervorstechend ist ein Arrangement des Klassikers “Minuit, Chrétiens” von Adolphe Adam durch Louis Lefebure Wely. Dieser kannte die Möglichkeiten des Harmoniums wie kaum ein anderer.

bildschirmfoto-2016-12-20-um-22-28-20Lord Nelson Revival-Party – Die traditionelle Lingener Kult-Party am 1. Weihnachtstag ist wieder auf der Wilhelmshöhe – angesichts des bevor stehenden Pächterwechsels darf man sich fragen, wie lange noch. Der Einlass ist um/ab 21.00 Uhr:. Die Karten kosten an der Abendkasse 7 Euro und im Vorverkauf 5,00 € (bei Presse und Tabak Skubich, auf der Wilhelmshöhe und auf dem Weihnachtsmarkt am HOLA-Catering Stand)

Als emsländischere Variante gibt es dann in den Emslandhallen das COMING HOME 4 XMAS. Es wirbt mit dem Slogan „Der XXL Treffpunkt am ersten Weihnachtstag für Jung und Alt“ und startet um 22:00 Uhr. Der Eintritt kostet im Vorverkauf 6,00 € (nur bei Chocolate Bros Coffehouse, Konrad-Adenauer-Ring 13) und ist dann inklusive eines Freigetränks und schnellerem Einlass. An der Abendkasse kosten die Tickets 6 Euro (aber ohne die VVK-Vergünstigungen).

Mehr hab ich nicht gefunden. Die Leserschaft vielleicht?

rathaus1112Die, die sich gern als Heimat- und Brauchtumbeflissene feiern lassen, haben jetzt beschlossen, 1.000,.- aus dem städt. Etatentwurf für dieses Jahr zu streichen. Das Geld wurde für neue Notenrollen für das Glockenspiel im Hist. Rathaus benötigt werden. Sie bezeichnen diese Symbolpolitik als „Aufgabenkritik“ und nehmen zugleich einen beeindruckenden Schluck aus der Beförderungs- und Stellenvermehrungspulle; denn beim eigenen Personaletat wird nie gespart.

Gleichzeitig haben dieselben Verantwortlichen binnen eines Jahres mal eben 866.070,15 € verzockt, weil die städtischen RWE-Aktien in dieser Zeit mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren haben. Ein Rekordverlust von fast 100 Euro pro Stunde.

Zur Erinnerung: Die Stadt Lingen nennt 61.995 RWE-Stammaktien ihr eigen. Aus Steuergeldern hatte sie die 2000/2001 für ca. 2,58 Mio. € erworben und aus steuerlichen Gründen nach Beschluss des Rates der Stadt Lingen (Ems) vom 26.06.2001 auf den Eigenbetrieb Emslandhallen übertragen.

Der Kursverfall  RWE-Aktien war absehbar – spätestens seit der Katastrophe von Fukushima und angesichts des Alters der meisten RWE-Kraftwerke; trotzdem wollten CDU und ihr OB Dieter Krone dem Vorschlag der BürgerNahen (vor vier Jahren, vor drei Jahren , vor zwei Jahren und im letzten Jahr) nicht folgen, die RWE-Aktien zu verkaufen.

Jetzt zahlt der Steuerzahler die Rechnung:

Die RWE-Stammaktien sind gerade mal noch 726.000,- € wert und sie bringen überhaupt keinen Cent Dividende mehr. Daraus resultiert ein Rekordverlust des städtischen Eigenbetriebes Emslandhallen von mehr als 2,7 Mio € im vergangenen Jahr, nämlich neben dem städt. Zuschuss von 1,28 Mio weitere 1,44 Mio € Miese. Zum Eigenbetrieb  Emslandhallen zählen die EmslandArena, die daneben liegenden Hallen und die städtischen Liegenschaften Halle IV an der Kaiserstraße.

OB Krone und die CDU haben 1,8 Mio € Steuergelder verpulvert oder sogar 6 Mio €, wenn man den Höchstwert dieser Aktien vor 10 Jahren zugrunde legt. Hätte man 2001 die 2,58 Mio € damals so angelegt, wie die Stadt Lingen in ihren Gebührenhaushalten zulasten der Einwohner rechnet (nämlich immer noch mit 5 % Eigenkapitalverzinsung), lägen jetzt knapp 5,4 Mio € auf dem Konto.

Der RWE-Crash war seit langem absehbar; deshalb haben wir BürgerNahen auch immer wieder den Verkauf der RWE-Aktien gefordert. Da waren wir aber nur einsame Rufer in der Wüst. Auch die Lokalpresse hatte in dieser Frage ihren Prüf- und Kontrollauftrag als „4. Gewalt“ dankend an die Lingener Mehrheit zurückgegeben – wegen der Mitsprache in aller Gelassenheit, zu der LT-Chef Thomas Pertz damals kommentierend aufrief.

Übrigens: Ähnlich stümperhaft-dickköpfig wie beim RWE-Deal wird gerade mit einer anderen Lingener Aktienbeteiligung umgegangen. Aber darüber wird in anderem Zusammenhang noch zu berichten sein.

3 Euro

14. Juni 2015

220px-Euro_symbol.svgAn diesem Wochende findet in den Lingener Emslandhallen die Jobmesse Emsland statt – werbetypisch dargestellt ist es die  8. jobmesse emsland.
Auf der Veranstaltung sollen sich neben Existenzgründern insbesondere junge Menschen und Arbeitslose, zukünftige Azubis aber auch Leistungsempfänger nach dem SGB II über Jobchancen in Stadt und Umland informieren.

Für die Veranstaltung wird kräftig geworben: „Ganz gleich ob Handwerk, Handel, Dienstleistung oder Industrie: Die branchenübergreifende Veranstaltung präsentiert Karrierechancen für alle Altersstufen und Fachrichtungen – vom Schüler bis zum Ingenieur.
Auch das Rahmenprogramm entlang des roten Teppichs lohnt sich: Bewerbungsmappenchecks, Fachvorträge zu Karriere-Themen und Bewerbungsfoto-Shootings geben zusätzliche Karriere-Kicks.“

An der Jobmesse nehmen neben dem Landkreis Emsland auch die Stadt Lingen (Ems) und größere Privatunternehmen teil.

Was daran stört: Die Veranstaltende BARLAG nimmt erstmals Eintritt, nämlich 3 Euro pro Person. Derweil drehte am Samstag ein Motorflieger nebst Jobbörse-Banner seine teueren Runden über Lingen (Ems) und die angrenzenden Ortschaften. Ob das Eintrittsgeld etwa den Zweck hatte, dies zu finanzieren?

Es gibt Leute, die jeden Euro umdrehen (müssen). Abgesehen davon ist meines Wissens in den städtischen Gremien nicht über Eintrittsgeld  für Besucher entschieden worden. Oder sollte ich eine solche falsche Entscheidung übersehen haben…?

Happy Hour

16. Juni 2014

Na dann, viel Spaß ab heute Nachmittag. „Deutsche Beteiligung“ meint übrigens nur die Mannschaft, keine Schiris oder Funktionäre…

PublicViewingELArena

Pferdemarkt

11. April 2014

Großer Pferdemarkt
Lingen (Ems) – Emslandhallen
Morgen, Sa 12. April von 7.00 bis 13.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

logo-emslandhallenDer traditionelle „Große Pferdemarkt“ in den Lingener Emslandhallen findet zweimal jährlich (Frühjahr und Herbst) jeweils samstags in der Zeit von 07.00 bis 13.00 Uhr statt.

Durchschnittlich werden 300 bis 350 Pferde aller Rassen aufgetrieben, womit er zu den größten Märkten Deutschlands gehört. Daneben werden von zahlreichen Ausstellern Waren aller Art rund um das Thema Pferd angeboten.

„Der Besuch des Pferdemarktes erfolgt auf eigene Gefahr, Kinder unter 14 Jahren haben nur in Begleitung von aufsichtsberechtigten Personen Zutritt. Es gilt die ausgehängte Marktordnung.

Das Mitbringen bzw. Mitführen von Hunden ist untersagt. Der Pferdemarkt wird veterinäraufsichtlich überwacht. Es erfolgt eine Eingangskontrolle. Es dürfen nur offensichtlich gesunde und in ausreichendem Pflegezustand befindliche sowie entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen gekennzeichnete und von den entsprechenden Papieren (Equidenpass) begleitete Tiere aufgetrieben werden.

Am Eingang ist eine Anlieferungsliste*  abzugeben, die Auftriebsgebühr beträgt 10 € / Pferd.“

 

* Das hier ursprünglich vom Veranstalter verlinkte Formular trägt das Datum 13.08.2013. Der Tag ist also schon vorbei. Der Pferdemarkt findet trotzdem statt. Diesen Samstag.

Max Raabe

26. April 2013

Max Raabe
und das Palast-Orchester

„Für Frauen ist das kein Problem“
Lingen (Ems)  –  Emslandhallen
Samstag, 27. April  –  20 Uhr

(Der teure) Eintritt: 72,50 / 65,50 / 57,50 / 49,50 €
(noch an der Abendkasse)

Mia

31. März 2013

Mia
Tacheles Tour
Lingen (Ems)  –  Emslandhallen

Freitag 05.04. – 20 Uhr (Einlass 19 Uhr)
Karten 37,00 €

 

 

Ralf Schmitz

20. März 2013

Ralf Schmidt
Schmitzpiepe

Lingen (Ems)  –  Emslandhallen

Samstag, 23. März 2013  –  20 Uhr
Eintritt:  ab 28.60 €

 

Ein HSG

27. Februar 2013

Rohbau der Emslandarena von © milanpaul via flickrGestern Abend hat der Rat unserer Stadt dies beschlossen:

„Die Stadt Lingen (Ems) bzw. der Eigenbetrieb Emslandhallen wird mittels eines Sponsoringvertrages an die HSG Nordhorn-Lingen GmbH zur Sicherung der aktuellen Finanzierungslücke einen Betrag in Höhe von 80.000 € netto leisten. Im Gegenzug verpflichtet sich die HSG Nordhorn-Lingen 50% der Rückrundenheimspiele der Spielzeit 2013/14 in der EmslandArena auszutragen. Die konkreten Details sind noch abzu-stimmen.

Der Beschlussvorschlag erfolgt vorbehaltlich des Nachweises eines prüffähigen Sport- und Finanzierungskonzeptes bis zur Ratssitzung.“

Die zweistündige Debatte und Abstimmung über den neuerlichen Hilferuf aus Nordhorn erfolgten in nicht-öffentlicher Sitzung. Abgestimmt wurde auf meinen Antrag hin namentlich. Die anwesenden Mitglieder von CDU und SPD stimmten ausnahmslos für den Antrag, ebenso der Oberbürgermeister. Die BürgerNahen, Bündnis’90/Die Grünen und die Liberale Fraktion stimmten mit Nein.

Der Rat durfte den Beschluss gar nicht fassen, worauf ich vergeblich hingewiesen habe.

Der Beschluss greift nämlich in die Eigenverantwortlichkeit des Betriebsausschusses des kommunalen Eigenbetriebs Emslandhallen ein. In diesem Gremium sitzen nicht nur Ratsmitglieder. Auch drei Mitarbeiter der Verwaltung haben Sitz und Stimme. Das ist Ausdruck der betrieblichen Mitbestimmung. Der Rat ist über ihr Votum hinweg gegangen, weil er die kommunale Mitbestimmung wohl nicht für wichtig hält

Der Rat beschloss außerdem „vorbehaltlich des Nachweises eines prüffähigen Sport- und Finanzierungskonzeptes bis zur Ratssitzung“. Das Konzept sollte also bis zur Sitzung vorliegen, lag aber nicht vor. Die Ratsmehrheit beschloss die Zahlung trotzdem -auch sprachlich verquast- „zur Sicherung der aktuellen Finanzlücke“.

Zur Erinnerung: Es ist die dritte Zahlung binnen vier Jahren und es ist -bei allem Engagement einzelner Akteure der HSG- nicht erkennbar, wie sich der Finanz- und Zuschussbedarf ändern soll. Vor vier Jahren kündigten die Protagonisten der HSG Überschüsse von 50.000 €, 300.000 € und 200.000 € pro Saison an. Kurz danach war die Profi-GmbH pleite. Im letzten Jahr gab es ein Minus und in diesem Jahr auch. Mit anderen Worten: Es droht ein Fass ohne Boden. Außerdem steht der HSG die Euregium-Halle in Nordhorn kostenlos zur Verfügung und sie darf die Bewirtung dort in eigener Regie und mit entsprechenden Gewinnen durchführen. In Lingen wird die Gastronomie der Emslandarena gerade ausgeschrieben und die Emslandarena kostet pro Nutzungstag bis zu 10.000 €. Plus Einrichtung (s.u.). Die Handballspiele des „Hometeams“ HSG werden also ein richtiges Dauerzuschussunternehmen.

Ich fürchte daher, bei künftigen kommunalen Beratungen in Lingen wird die Währungseinheit „ein HSG“ angewendet. Diese neue Währungseinheit errechnet sich so:

Zur 2. Handballbundesliga zählen neben der HSG weitere 19 Vereine, also gibt es maximal 10 Heimspiele in der Rückrunde 2013/14. Die Hälfte davon sind 5. Die 80.000 € geteilt durch 5 ergibt 16.000 € pro Lingener Heimspiel. Das ist ein HSG. Pro Halbzeit errechnet sich ein halbes HSG = 8.000 €, pro Spielviertelstunde 4.000 €.

Das finde ich alles schon ausgesprochen teuer. Die neue Emslandarena soll außerdem, höre ich, nicht den notwendigen Sportboden vorhalten. Den wolle man pro Spiel anmieten, was ebenfalls sehr teuer ist, aber die Investitionskosten für die Emslandarena senkt. Das Anmieten soll dann jeweils, höre ich, einen halben HSG (s.o.) kosten. Also wird die Stadt pro HSG-Heimspiel in Lingen neben der kostenlosen Halle plus Verzicht auf Getränkeverkaufeinnahmen (?) mindestens 15.000 € bezahlen. Geld, das übrigens unseren Lingener Vereinen fehlt, wie auch die heute beschlossene 80.000 € Sponsorenzahlung an die HSG Nordhorn-Lingen.

(Foto: Rohbau der Emslandarena von © milanpaul via flickr)

Kappes

19. Dezember 2012

Kaufland_Logo.svgAus aktuellem Anlass (m)ein kurzer Kaufland-Zwischenruf:

Gründlich missverstanden hat die Lingener Tagespost das Stimmverhalten der BürgerNahen im gestrigen Planungs- und Bauausschuss. Sie berichtet, die CDU habe einen Beschlussvorschlag vorgelegt,  dass „die geplante Ansiedlung eines großflächigen Einzehandels an der Lindenstraße in der vorgestellten Form und Größe nicht weiter verfolgt wird.“ und schreibt:

„Nicht mitgetragen wurde dieser Beschluss durch die SPD, die FDP, die Grünen und die Bürgernahen (BN). Insbesondere machten diese Parteien geltend, dass ein Lebensmittler an dieser Stelle keine Schwächung für die Innenstadt bedeute. Im Gegenteil: Kaufland und BvL würden durch ihre Nähe zueinander neue Käuferströme akquirieren.“

Das ist -mit Verlaub- ein Missverständnis, oder kurz gesagt Kappes. Was sind die Fakten?

Die Vorlage 424/2012 der Verwaltung zur heutigen Sitzung besagt:

„Der Beschluss wird in der Sitzung formuliert.“

Aber nicht: „Der Beschluss wird in der Mehrheitsfraktion formuliert; die anderen dürfen dann zustimmen.“  Dann jedoch brachte die CDU einen Antrag in die Sitzung mit, der den anderen Parteien vorher nicht bekannt war. Wie ein Geschenk vom großen Onkel zu Weihnachten. Hierzu sagten unisono SPD, Grüne und BN-Ausschussvertreter Atze Storm, dass dieser Antrag erst in allen Fraktionen des Rates beraten werden muss, bevor darüber entschieden werde. Das jedoch lehnte die CDU-Mehrheit kurzerhand mit 6 gegen 5 Stimmen ab; deswegen hat die BN dann mit den anderen Fraktionen gegen den – im Übrigen unvollständigen und oberflächlichen- CDU-Antrag gestimmt. Eine richtige Entscheidung, die aber natürlich keine Zustimmung zum Projekt Kaufland durch die BürgerNahen bedeutet.

BN-LogoZur Erinnerung: Die BürgerNahen -zunächst zum Kaufland-Projekt nicht festgelegt- haben monatelang intensiv dessen Vor- und die Nachteile diskutiert. Immer mehr stellten sich dabei Fakten heraus, die den BürgerNahen eine Zustimmung zu dem Bauvorhaben nicht mehr möglich machten. Das waren im Besonderen:

  • Die deutlich zu große Einzelhandelsfläche gemäß Sachverständigengutachten Junker & Kruse und die negativen Auswirkungen auf den Einzelhandel im Innenstadtbereich;
  • das Aufdenkopfstellen der bisherigen Grundsätze der Stadtentwicklung („Tabubereich“ Lindenstraße);
  • Die viel (!) zu niedrigen (!) Verkaufspreise städtischer Flächen (!) an BvL und die damit verbundene verschleierte, möglicherweise europarechtswidrige Subventionierung des Projekts;
  • Der geplante Abriss des Baudenkmals Spitzbunker;
  • Letztendlich unsere Zweifel, dass an dieser Stelle dauerhaft tatsächlich nur ein Lebensmittelmarkt entstehen soll. Siehe auch das LT-Interview mit der BN;
  • Die Vermarktungsanzeige von BvL in einem Wirtschaftsmagazin, die im Widerspruch zu dem Bauvorhaben standen und eine zweite Mall wahrscheinlich werden ließ, was die Funktionsfähigkeit der Lingener Innenstadt mehr als gefährdet.

Im November sagte dann die CDU plötzlich Nein. Doch zu einer gemeinsamen Formulierung des Stopp-Kaufland-Beschlusses ist es gestern nicht gekommen, weil die CDU es verhindert hat. Sie wollte ihr früheres „Ja zu Kaufland“ nicht weiter öffentlich aufarbeiten. Der 180°-CDU-Schwenk reicht aber nicht. Lingen braucht mehr und das gleich in doppelter Weise:

Gerade angesichts des Kaufland-Irrwegs muss man zunächst völlig anders miteinander umgehen, als die CDU dies (auch) in der Kauflandfrage praktiziert hat.  Man darf nicht himmelhochjauchzend ein Projekt hochjazzen, das man nicht durchdacht hat, dem BvL-Inhaber in die Hand Zusagen machen (lassen), dann über Nacht das zweifelhafte Projekt wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, schließlich die anderen Ratsfraktionen ohne Diskussion wie dumme Jungs behandeln und von ihnen verlangen, den eigenen Beschluss, den man sich einen Tag vorher ausgedacht hat, nicht zu beraten, sondern 1:1 abzusegnen.

Gefordert ist ein demokratisches Miteinander im Rat. Dies fehlt (auch) in Sachen Kaufland total. Die intern zerrüttete CDU wollte offenbar das Thema nur noch vom Tisch haben, genauso wie sie es vor sechs Monaten auf denselben Tisch gepackt hatte. Nur denkt sie wieder einmal zu kurz – sowohl vom Verfahren wie auch von der Sache her. Schade.

Denn in der Sache ist neben dem inhaltlich richtigen „Nein zu Kaufland“ ein korrektes, sachliches Zugehen auf BvL notwendig; die Stadt muss sich mit BvL einigen – auch über die Kosten der von ihm verlangten Planungen  und die störenden Lärmimmissionen der Emslandarena. Gefordert sind außerdem nachhaltige Beschlüsse über die Entwicklung des Bereichs rund um die Emslandhallen. Dies alles geht nicht nach Gutsherrenart sondern eben gemeinsam viel besser. Wer diese Gemeinsamkeit aus parteipolitischen Gründen bislang nicht will, ist die CDU.