Prinzipalmarkt

10. Februar 2017

An diesem Abend unterstreicht uns Münster, was von rechtsradikal-völkischen Parolen zu halten ist. Gerade demonstrieren 8000 auf dem Prinzipalmarkt gegen den Neujahrsempfang der AfD. Und die Kaufleute an diesem traditionsreichen Platz haben die Beleuchtung ihrer Gesch#äfte ausgeschaltet und die Sandsteingiebel mit Europaflaggen geschmückt. Wohin Rechtspopulismus führen kann, zeigen uns derweil gerade kritische Menschen in Kalifornien. Sie erinnern an 1942, nachdrücklich und so:

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Symbolfoto

21. November 2016

weihnachtsmarktHeute eröffnet der Lingener Weihnachtsmarkt, von manchen kritischen Geistern auch treffend Glühweinkirmes genannt, weil täglich der Getränkekonsum und keineswegs Weihnachten im Mittelpunkt dieses Events (kleinstädtische LIN-Öffnungszeiten mo/di 12 – 21 Uhr; mi 11 – 21 Uhr; do/fr 12 – 22 Uhr; sa 10 – 22 Uhr; so 12 – 21 Uhr) stehen. Einmal mehr frage ich: Sollten wir nicht alle Geld sammeln, damit die Verantwortlichen einmal eine Fahrkarte nach Münster kaufen und sich einen der dortigen fünf ,wirklichen“ Weihnachtsmärkte (großstädtische MS-Öffnungszeiten so bis do: 11 – 20 Uhr fr und sa: 11 – 21 Uhr) ansehen?  

So zeigt denn das Symbolfoto vom letzten Wochenende den peinlichen Zustand dieser Veranstaltung zum Advent (LWT: „Was wäre die Adventszeit ohne den Weihnachtsmarkt in Lingen?“) oder zu Weihnachten (Stadtverwaltung: „Was wäre Weihnachten ohne einen Besuch des traditionellen Weihnachtsmarktes in Lingen?“) zwischen Pappkartons, umgestürzter Tannenbaumdeko und einem seitwärts geparkten Eingang, dessen verdreckte Betonständer mit Holzkeilen mein ganz persönliches gestalterisches Highlight darstellen.

Außerdem:  Es ist zwar nirgendwo in der dafür verantwortlichen Kommunalpolitik beratn worden, aber die  LWT-GmbH, die in der nächsten Woche ganz ohne Not vom Rat der Stadt den Freibrief für eigenmächtiges Handeln bekommen wird (mehr ..), hat mal eben die Standmieten deutlich erhöht. Die Rede ist von einem Drittel. Darüber erfährt der Rat dann mittels einer Powerpointpräsentation in acht Monaten. Auch das einzige öffentliche WC am Markt nimmt statt 20 Cent künftig 50 Cent. Wie gesagt: Besprochen oder gar beschlossen wurde diese Preistreiberei in keinem Ratsgremium. Die WC-Leidtragenden werden die Innenstadtbewohner sein, in deren Eingänge und vor deren Hauswände sich wieder gefüllte Blasen entleeren.

Übrigens:
Wenn man (zB die BN-Ratsfraktion) derartige Alleingänge der Stadtverwaltung und ihres LWT-Annex‘ kritisiert, schließt sich reflexartig und wie ein Schildkrötpanzer die CDU-Ratsmehrheit um die ihr genehme Verwaltung und nennt alles gut und richtig, was dort geschehen ist. Dazu gibt es einen Kommentar in der Lokalzeitung mit der Aussage: „Alles-halb-so-schlimm, Wir-wollen-doch-alle-nur-das-Beste und Teurer-wird-doch-irgendwie-alles. Und weiter geht’s…

(Foto: Weihnachtsmarkt Lingen CC BY 2.0 DE Robertsblog)

Schutzauftrag

19. November 2016

vgmuensterKlare Kante gegen alle, die den 7. Tag in der Woche mit aller kommerziellen Macht zum Tralala-Tag machen wollen, zeigt jetzt das Verwaltungsgericht Münster (Foto lks). Die Richter der 1. Kammer unter dem Vorsitz des VG-Präsidenten Manfred Koopmann bestätigten vorläufig das von der Bezirksregierung Münster an die Firma „flaschenpost GmbH“ gerichtete Verbot vorläufig bestätigt, an Sonn- und Feiertagen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit der Auslieferung von Getränken zu beschäftigen.

Die „flaschenpost GmbH“ (Slogan: Getränkelieferung in 90 Minuten) war gegen das Verbot vor Gericht gezogen. Sie betreibt in Münster einen Lieferservice für Getränke jeder Art. Bestellt werden können einzelne Flaschen bis zu einer großen Anzahl an Getränkekisten. Die Bestellung erfolgt dabei ausschließlich über die Internetseite der Firma, die kein Ladenlokal oder eine andere Verkaufsstelle unterhält, sondern lediglich ein Lager. Die flaschenpost-Kunden wurden bisher sowohl an Werktagen als auch an Sonn- und Feiertagen beliefert. Mit einer Ordnungsverfügung vom 7. November 2016 untersagte dann mit sofortiger Wirkung die Bezirksregierung Münster der Antragstellerin die Beschäftigung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit der Auslieferung von Getränken an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen.

flaschenpostHiergegen erhob die Klägerin Klage vor dem Verwaltungsgericht Münster und beantragte außerdem, die Anordnung vorläufig zu stoppen. Diesen Antrag auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes lehnte das Münsteraner Verwaltungsgericht gestern ab. In den Gründen des Beschlusses heißt es nach einer Presseerklärung des Gerichts unter anderem:

Die Untersagung der Sonn- und Feiertagsarbeit sei offensichtlich rechtmäßig. Nach dem Arbeitszeitgesetz könne die Bezirksregierung als zuständige Aufsichtsbehörde die erforderlichen Maßnahmen anordnen, die die Antragstellerin als Arbeitgeberin zur Erfüllung der sich aus diesem Gesetz ergebenden Pflichten zu treffen habe. Eine dieser Pflichten sei es, zu beachten, dass Arbeitnehmer an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0:00 Uhr bis 24:00 Uhr nicht beschäftigt werden dürften. Dieses Verbot verwirkliche den gesetzlichen Zweck, den Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung der Arbeitnehmer zu schützen.

Hinter dem Beschäftigungsverbot stehe der verfassungsrechtliche Schutzauftrag an den Gesetzgeber, dass grundsätzlich die typische „werktätige Geschäftigkeit“ an Sonn- und Feiertagen zu ruhen habe. Wie das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich festgestellt habe, sei dieser Schutz nicht auf einen religiösen oder weltanschaulichen Sinngehalt der Sonn- und Feiertage beschränkt. Die Regelung ziele in der säkularisierten Gesellschafts- und Staatsordnung auch auf die Verfolgung profaner Ziele wie die der persönlichen Ruhe, Besinnung, Erholung und Zerstreuung.

An den Sonn- und Feiertagen solle grundsätzlich die Geschäftstätigkeit in Form der Erwerbsarbeit, insbesondere der Verrichtung abhängiger Arbeit, ruhen, damit der Einzelne diese Tage allein oder in Gemeinschaft mit anderen ungehindert von werktäglichen Verpflichtungen und Beanspruchungen nutzen könne.

Diese Möglichkeit seelischer Erhebung solle allen Menschen unbeschadet einer religiösen Bindung zuteilwerden. Demgegenüber könne sich die Antragstellerin nicht auf die gesetzliche Ausnahmeregelung berufen, wonach in Gaststätten und anderen Einrichtungen zur Bewirtung und Beherbergung Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden dürften.

Denn bei der Antragstellerin handele es sich nicht um eine Gaststätte oder eine andere Einrichtung zur Bewirtung. Ihre Produkte unterschieden sich vielmehr nicht von sonstigen Produkten des Einzelhandels wie z. B. des Lebensmittelhandels, nach denen auch am Wochenende aus welchen Gründen auch immer ein spontanes Bedürfnis entstehen könne.

Die gesetzliche Ausnahmeregelung diene aber nicht dazu, dem Einzelhandel, zu dem auch der Getränkeeinzelhandel gehöre, die Sonntagsarbeit zu erlauben, auch wenn seitens der Konsumenten eine entsprechende Nachfrage bestehe. Unabhängig hiervon könne sich die Antragstellerin auch deswegen nicht auf die Ausnahmeregelung berufen, weil die Arbeiten auch an Werktagen vorgenommen werden könnten.

Es sei für die Kunden der Antragstellerin ohne weiteres zumutbar, ihre Getränkeeinkäufe, so wie andere Einkäufe auch, werktags zu tätigen. Das bloße wirtschaftliche Umsatzinteresse der Antragstellerin und das alltägliche Erwerbsinteresse („Shopping-Interesse“) ihrer Kunden genügten grundsätzlich nicht, um Ausnahmen von dem verfassungsunmittelbar verankerten Schutz der Arbeitsruhe und der Möglichkeit zu seelischer Erhebung an Sonn- und Feiertagen zu rechtfertigen.

Der Beschluss vom 18.11.2016 ist nicht rechtskräftig. Gegen ihn kann das Unternehmen noch Beschwerde an das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen eingelegt werden. Die Beschlussgründe werden in Kürze in der Rechtsprechungsdatenbank www.nrwe.de veröffentlicht. (Az.: 1 L 1701/16)

Das Unternehmen, das über 60.000 treue Kunden in Münster für sich reklamiert, reagierte noch am Freitag so: „Wir lassen uns die gute Laune nicht verderben und liefern nun eben von Montag bis Samstag bei Bestellung von 9 bis 21 Uhr innerhalb von 90 Minuten!“

konstantinIch finde die Entscheidung gut und richtig, dass in all‘ dem überdrehten Deregulierungsgerede noch Grundsätze praktiziert werden – zuvörderst die, die unser Gemeinwesen prägen. Zum Beispiel an § 9 Arbeitszeitgesetz, nach dem  Arbeitnehmer grundsätzlich an Sonn- und Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden. Das gilt auch in Lingen, wo inzwischen die Stadtverwaltung mit ihrem Ableger LWT ohne jede politische Verantwortung die sog. „verkaufsoffenen Sonntage“ beschließen

Übrigens gebot schon Kaiser Konstantin der Große (306–337, lks) die Sonntagsruhe, von dem hier ganz zu schweigen. Und wer es etwas direkter haben möchte: Das sagte das Bundesverfassungsgericht zur Sonntagsruhe. Sie sollte uns sehr wichtig sein.

(Fotos: Verwaltungsgericht Münster – CC BY 2.5; Konstantin der Große, Statue in den Kapitolinischen Museen Rom, Jean-Pol Grandmont CC BY-SA 3.0)

traumatisiert

4. Februar 2016

safe_place_oL-300x300Deutlich mehr Geld als bisher soll in diesem Jahr Refugio Bremen bekommen: Für den Betrieb des therapeutischen Behandlungszentrums für Flüchtlinge will die Bremer Landesregierung 178.000 Euro statt wie im Vorjahr 128.000 Euro ausgeben. Die Bremische Bürgerschaft muss noch zustimmen. 2014 lag die Fördersumme bei 74.000 Euro.

Damit reagiert Bremen auf den steigenden Bedarf an psychotherapeutischen Angeboten. Es sei „möglich, dass bis zu 40 Prozent der Flüchtlinge Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung aufweisen“, heißt es im kürzlich vorgestellten Integrationskonzept der Hansestadt. Viele ExpertInnen gehen davon aus, dass weit mehr als die Hälfte belastet sind. Die Anzeichen dafür sind nicht immer zu erkennen, weil die Betroffenen in der von vielen Unsicherheiten geprägten Ankunftszeit die Erlebnisse verdrängen müssen…. [weiter bei der taz]

Ähnliche Einrichtungen für traumatisierte Flüchtlinge im Emsland und der Grafschaft Bentheim sucht man hier vergebens. „Wir schicken sie nach Bremen“, hieß es auf meine entsprechende Frage vor einem Jahr. Dort aber ist man längst an der Kapazitätsgrenze angekommen. Danach müssen laut Refugio Bremen die meisten Hilfesuchenden drei bis sechs Monate warten, bis sie eine Therapie beginnen können. Im schlimmsten Fall beträgt die Wartezeit ein Jahr. Voll finanziert sei das Behandlungszentrum noch lange nicht, sagt  Marc Millies, Sprecher von Refugio: „Bisher haben die Zuschüsse 20 Prozent unserer Kosten abgedeckt, jetzt sind es etwas mehr.“ Weitere Behandlungszentren gibt es in Oldenburg, Münster und Bielefeld – doch alle sind überlaufen. Dasselbe gilt für die MediBüros; Anlaufstellen dieses Netzwerkes für Menschen, die sonst keinen Zugang zum Gesundheitswesen finden, finden sich -ausgenommen Oldenburg und Bremen-  ebenfalls nicht in Weser-Ems (Grafik lks).

Bildschirmfoto 2016-02-03 um 21.43.49Gleichzeitig schränken die im „Asylpaket II“ von der Großen Koalition geplanten Maßnahmen die Grund‐ und Menschenrechte von vor Krieg, Verfolgung und struktureller Diskriminierung geflohenen Menschen ein und verhindern faire Asylverfahren. Dies betrifft vor allem neue Aufnahmezentren, Aussetzen des Familiennachzugs und das Bagatellisieren von Traumatisierungen sowie die Abschiebung schwer erkrankter Menschen.

Die bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF e.V.) kritisiert denn auch den neuen Gesetzesentwurf deutlich: „Über die Asylanträge für bestimmte Gruppen von Geflüchteten soll innerhalb von einer Woche entschieden werden. Darunter fallen alle Menschen, die aus sicheren Herkunftsländern kommen, im Folgeverfahren sind oder ihre Papiere vernichtet haben sollen. „Insbesondere Asylsuchende, die durch Gewalterlebnisse in ihrem Herkunftsland psychisch schwer belastet sind, werden in Eilverfahren Probleme haben, ihre Bedarfe entsprechend vorzubringen“, sagt Elise Bittenbinder, Vorsitzende der BAfF e.V. 

„Es ist zynisch, davon auszugehen, dass sich Flüchtlinge so schnell Termine und Atteste vom Facharzt beschaffen können, wenn selbst langjährige Patient*innen wochenlang warten“ stellt Dr. Vera Bergmeyer vom MediNetz Bremen fest. Zudem sollen lebensbedrohlich erkrankte Flüchtlinge abgeschoben werden, wenn es in einem Landesteil des Herkunftslandes Behandlungsmöglichkeiten gibt, unabhängig davon, ob diese den Menschen auch zugänglich sind. „Psychische Störungen werden als unbedeutend hingestellt“ erklärt Björn Steuernagel, vom Refugio-Vorstand Bremen. Elise Bittenbinder: „Gerade traumatisierte Geflüchtete können erlittene Menschenrechtsverletzungen oftmals nicht sofort so zusammenhängend und ohne Zeitsprünge vorbringen, wie das der Gesetzgeber von ihnen erwartet. Das braucht Schutz und Zeit, die in dem beschleunigten Verfahren nicht gegeben ist.“

Bürgermeisterwahl: 33:4

13. September 2015

Landesweit kann die NRW-CDU mit den heutigen Wahl der Landräte und Bürgermeister zufrieden sein; die NRW-SPD musste dagegen deutliche Verluste einstecken. In Oberhausen verloren die Sozialdemokraten nach fast 60 Jahren den Oberbürgermeister-Posten. Der CDU-Kandidat Daniel Schranz entschied die Wahl mit 52,5 % der Stimmen für sich.

Auch in Bonn gewann der CDU-Kandidat und die SPD verlor nach mehr als 20 Jahren  das OB-Amt. Gewählt wurde der indischstämmige CDU-Kandidat Ashok-Alexander Sridharan mit 50,06 % der Stimmen.

In 37 Städten und Gemeinden im Münsterland wählten die Westfalen heute ihren Bürgermeister, im Kreis Coesfeld und im Kreis Steinfurt wurden außerdem neue Landräte gesucht. Nur wenige Überraschungen waren dabei, meist gab es klare Ergebnisse. Nur in sechs Kommunen wird in zwei Wochen eine Stichwahl über das neue Stadtoberhaupt entscheiden, nämlich in Ahaus, Ahlen, Billerbeck, Hörstel, Laer und Lengerich.

In Münster gewann Amtsinhaber Markus Lewe (CDU) sein Amt im ersten Wahlgang. Der CDU-Politiker erhielt 50,6 % der Stimmen und muss nicht in die Stichwahl. Auf Platz zwei kam Jochen Köhnke (SPD) vor der Grünen Maria Klein-Schmeink (Grüne).

Heinz Öhmann (CDU), in den 1990er Jahren kurzzeitig Kämmerer in Lingen (Ems),  bleibt mit 64,5 % der abgegebenen Stimmen Bürgermeister von Coesfeld. Sein Konkurrent Rainer Lagemann, den SPD, Pro Coesfeld, Grüne, Aktiv für Coesfeld und die Familienpartei gemeinsam auf den Weg geschickt hatten, bekam 35,5 %. Die Wahlbeteiligung in Coesfeld lag übrigens nur bei 47,6 %.

In Rheine gewann der schwarz-grüne Kandidat: Dr. Peter Lüttmann (aufgestellt von CDU und Grünen) setzte sich wie erwartet deutlich gegen zwei Einzelbewerber mit 76 % durch; die lokale SPD hatte es nicht geschafft, einen eigenen Kandidaten in der 80.000-Einwohner-Stadt zu nominieren…

Bei der Landratswahl im Kreis Steinfurt wurde CDU-Mann Klaus Effing (57,7 %) Nachfolger von Thomas Kubendorff (CDU). SPD-Kandidat Stefan Giebel kam auf 30 %. Auch bei der Landratswahl im Kreis Coesfeld siegte der CDU-Kandidat: Christian Schulze Pellengahr holte auf Anhieb  62 %, der SPD-Kandidat Carsten Rampe kam auf 38 %.

Insgesamt wurden -wenn ich es richtig ausgewertet habe- 33 Männer und lediglich vier Frauen in das Bürgermeisteramt gewählt -in Borken, Dülmen, Nottuln und in Steinfurt, wo die ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Claudia Bögel-Hoyer den langjährigen Bürgermeister Andreas Hoge ablöst.

Auch bei diesen Wahlen ist eine ausgesprochen schlechte Wahlbeteiligung zu beklagen. Sie ist erneut gesunken und hat sich gegenüber der Wahl im Mai 2014 (50 Prozent) nochmals verschlechtert hat.

Bei den Bürgermeister-Wahlen wurde bei etwa der Hälfte der Bezirke eine Beteiligung zwischen 40 und 50 Prozent gezählt. An wenigen Orten gingen über 60 Prozent der Berechtigten wählen, in Billerbeck waren es gar 68 Prozent. Lotte und Unna erreichten weniger als 30 Prozent, meldet der WDR.

Hier auf der Wahlkarte der Westfälischen Nachrichten per Doppelklick alle Ergebnisse aus Westfalen:

Bildschirmfoto 2015-09-13 um 22.32.57

Erklärung: Blau (CDU), Rot (SPD), Gelb (FDP), Orange (parteilos), Violett (Stichwahl)

[Mehr aus NRW…]

Lionel Ritchie

9. Juni 2015

Lionel Ritchie
All The Hits All Night Long
very special guest: Anastacia
Münster – Am Schloss
Fr 12. Juni – 19 Uhr

Das Konzert am nächsten Freitag könnte ein Grund sein, nach Münster zu fahren. Pop as its best mit Altmeister Lionel Ritchie. Aber, Freunde, mir sind Karten von fast 90 Euro (in der dritten Kategorie!) schlicht zu teuer.

800px-Fussball_01367 Jahre Westfälischer Friede und dann das: Traditionell (!) treffen das Münsteraner Gymnasium Paulinum und das Osnabrücker Carolinum jährlich aufeinander, um auf sportliche Weise den Besseren zu bestimmen und gleichzeitig zu regeln, wer sich ein Jahr lang als älteste Schule Deutschlands nennen darf. Was jung und unschuldig klingt, findet dieses Jahr nicht statt.  Der Grund sind übereifrige Pädagogen, die sich mit Grausen an das längst kultige 9:0 der Osnabrücker gegen die Münsteraner vor einem Jahr erinnerten, wo es für Münster nicht nur 9 Dinger sondern beim ersten Osnabrücker Erfolg seit sieben Jahren Böller und Pyro gab. Altschüler, die inzwischen zur »Osnabrücker Hooligan-Szene« (Paulinum) gehören sollen, hatten die Partie gestört.

Auch die unübersichtliche Lage des Sportplatzes habe dem Paulinum-Schulleiter Gerd Grave Sorgen gemacht. Während die Osnabrücker Illoshöhe über zwei Eingänge verfüge, die man kontrollieren könne, sei das Gebiet auf der Sentruper Höhe in Münster sehr unübersichtlich. So gebe es mehrere Eingänge, und auch Unbefugte könnten heimlich auf das Gelände gelangen. Eine Situation, die das Paulinum nach einigem Hin und Her zur Absage bewegte.

Daher jetzt die schulleiterliche Spielabsage. Die Neue Osnabrücker Zeitung nimmt sich des Derbydramas an. Leider hinter der Verlags-Paywall; versucht’s mal bei der Grafschafter GN.; bei mir funzte dieser Link.

(Quelle: FokusFussball; Foto Normanvogel CC)

ganz flott

5. Mai 2015

WestfalendampfTrotz Bahnstreik zum HSV?  Am kommenden Samstag (9.05.2015) fährt über Lingen(Ems) von der AG Westfalendampf ein Dampfzug nach Hamburg zum Hafengeburtstag. 

Die Tour beginnt in Münster (6:13 Uhr). Weitere Halte sind Emsdetten, Rheine, Lingen (ab 7:24 Uhr), Meppen (ab 7:53 Uhr), Leer (ab 8:48 Uhr). Die vorhandenen Karten sind für den Einstieg Lingen. Meppen oder Leer zugelassen. Die Ankunft in Hamburg ist um 12:30 Uhr und dort ist dann  Aufenthalt bis 19:02 Uhr, wenn die Rückfahrt auch wieder mit dem Dampfzug beginnt. Die Rückkehr in Lingen (Ems) ist um 23:58 Uhr. Philipp Bollmann, der mit seiner Familie die Dampfzugreise mitmachen wollte, hat jetzt ein Problem

„Aufgrund eines Krankheitsfalls in der Familie können wir diese Tour nicht mehr antreten. Wir haben bereits alles versucht. Der Veranstalter spricht zwar von einer Warteliste und Rücklauf von Tickets, weigert sich jedoch die Tickets „zurückzunehmen“. Über Ebay und Kleinanzeigen hatten wir bisher keinen Erfolg. Da die Tour bereits nächste Woche beginnt, bitte ich hier um Hilfe um den finanziellen Schaden von uns abzuwenden.

Wer Interesse hat an dieser Fahrt teilzunehmen oder jemanden kennt, der Interesse an der Fahrt haben könnte, bitte ich sich bei mir zu melden. Es sind noch 18 Tickets verfügbar für den Zustieg in Lingen, Meppen oder Leer.“

Ein Bollmann-Ticket (ab/bis Lingen, Meppen oder Leer) kostet hin und zurück 74,- Euro. Bei Interesse bittet Philipp Bollmann um eine Nachricht. Auf der Webseite der AG Westfalendampf findet sich übrigens auch seine Mobilfunknummer.

Wie gesagt, man hätte trotz Bahnstreik und unter Dampf zum Spiel des HSV gegen den SC Freiburg nach Hamburg kommen können. Allerdings spielt der Bundesliga-Dino schon Freitagabend im eigenen Stadion. Also bleibt wohl nur der Besuch des 826. Hamburger Hafengeburtstags. Aber das ist doch auch ganz flott.

Oerding

30. Januar 2015

Ab heute im Handel. Das neue Album von Johannes Oerding. Hier auf Wunsch meiner Leserinnen von diesem Album den Titelsong „Alles brennt“.

Psssst im Vertrauen: Stefan Epping verhandelt wegen eines Auftritts des Meisters in der EmslandArena in Lingen. Bei den ersten 43 Konzerten sind Osnabrück (2x), Münster und Emden dabei. Lingen kommt später. Bestimmt.

Leistung

19. September 2014

LWLDieser Freitag ist ein Festtag in Münster. Denn das Museum für Kunst und Kultur wird  heute wieder eröffnet. Das Landesmuseum Westfalen-Lippe („LWL“) ist nach einem Entwurf von Staab Architekten fünf Jahre lang vollständig umgebaut worden.

Vor 9 Jahren hatte Volker Staab den Wettbewerb für Neubau und Erweiterung des LWL-Museums gewonnen. Der Altbau am Münsteraner Domplatz von 1906 blieb erhalten, Erweiterungsbauten aus den 1970er Jahren dagegen abgerissen. Deren innere Disposition hätte das geforderte Raumprogramm nicht ermöglicht, sagt Volker Staab, außerdem wäre die Erhaltung teurer gewesen als ein Neubau. Zwei Wandkunstarbeiten aus den abgerissenen Bauteilen sind am Neubau wieder angebracht worden.

Die besondere städtebauliche Entwurfsidee:  Bisher lag der Haupteingang hinten am Domplatz, wo betuliche Ruhe herrscht und nichts geschieht – außer an Markttagen vielleicht.

Am Domplatz gibt es zwar noch einen Eingang – gelegen zwischen dem Altbau und einem spitz auf den Platz ragenden Neubauteil. Der Haupteingang zum Museum aber liegt künftig  direkt am Ägidiimarkt. Vom offenen Vorhof des Eingangs betreten Besucher zunächst einen ebenfalls offenen „Eingangspatio“, bevor sie das eigentliche Gebäude betreten.

Das gesamte Erdgeschoss des LWL-Museums ist als öffentlicher Ort konzipiert, der bis 22 Uhr und ohne Eintrittskarte zugänglich ist. Hier gibt es das – vom Blogbetreiber selbstlos getestete,  qualitativ wie preislich sehr empfehlenswertes – Café Lux. Mit der Neueröffnung kehrt auch die Buchhandlung Walther König in das Stadtzentrum zurück. Am Eröffnungswochenende ist die Buchhandlung über das Foyer des Museums zugänglich. Es ist gebäudehoch angelegt und wird von oben belichtet. Die Sammlung erreicht man über eine einläufige Treppe.

Die Museumsräume in den beiden Obergeschossen hat, schreibt BauNetz, Architekt Volker Staab so konzipiert: „Mit unterschiedlichen Raumproportionen entstehen abwechslungsreiche Raumsequenzen, die immer wieder – unterbrochen durch Ausblickräume – rhythmisiert werden. Diese Ausblickräume sind auf bestimmte städtische und innenräumliche Situationen ausgerichtet.“

„Die Außenfassaden reduzieren sich auf ortstypischen beige-grauen Sandstein und helle, beinahe weiße Beton- und Putzflächen. Auch im Inneren bleibt die Materialität zurückhaltend.“

Die Münsteraner Innenstadt wurde nach dem Krieg bewusst auf den alten Parzellen wiederaufgebaut, was damals bei vielen Architekten als rückständig galt. Doch längst ist man weit über die Stadtgrenzen hinaus froh über diese Entscheidung, sorgt sie doch für maßstäbliche Stadträume, besonders am großartigen Prinzipalmarkt. Volker Staabs Museums-Großbau fügt sich wie selbstverständlich in diese kleinteilige Kulisse ein. „Das ist eine große und eigenständige architektonische Leistung.“

Es ist nicht die einzige, die Münsters Innenstadt weiter an Profil gewinnen lässt und wieder setzen mit Staab Architekten Berliner Architekten die Maßstäbe. Im vergangenen Jahr sorgte der Berliner Max Dudler mit der wenige Meter entfernten Diözesanbibliothek nahe des Doms für Aufsehen.

Da wird man als Süd-Emsländer ganz klein, fragt sich, wann endlich die kulturellen Orte unseres Städtchens neuen, architektonischen Raum gewinnen. Zum Beispiel das Emslandmuseum an der Burgstraße, das längst eine großzügige, zeitgemäße Erweiterung gebraucht. Vielleicht erlebe ich ja auch noch einmal in Lingen etwas Ähnliches wie die Unterstützung, die sich die Münsteraner Kaufleute vom Prinzipalmarkt -stolz wie Oskar- für das neue Museum ausgedacht haben. Sie gestalten nämlich ihre Schaufenster mit Bannern und Plakaten, die die spektakuläre Architektur des Neubaus zeigen. Außerdem gibt es eine Tragetasche mit hochwertigem Fotodruck von der Gebäudespitze des Museums (s. Foto).

Übrigens lädt das LWL-Museum an diesem Wochenende dazu ein, die Neupräsentation der Sammlung auf eigene Faust oder in einer Führung zu erkunden – ein Wochenende, drei Tage, 51 Räume bei kostenlosem Eintritt. Hier das Programm.

(Foto: © LWL Museum für Kunst und Kultur, Münster/Facebook; Quelle: BauNetz, PM)