Jahresvogel

27. September 2022

Mehr als 300 Vogelarten leben hierzulande. Die Vogelkundler*innen des NABU haben fünf Arten davon ausgesucht, unter denen für den Jahresvogel 2023  abgestimmt werden kann. gehen ins Rennen: Trauerschnäpper, Neuntöter, Teichhuhn, Braunkehlchen und Feldsperling. Jeder der fünf Vögel steht für ein Naturschutzthema, das dringend mehr Aufmerksamkeit braucht. Denn Klimakrise, Insektenschwund, intensive Landwirtschaft und Verlust von naturnahem Grün bedrohen die Bestände unserer Vogelarten.

Ganz Deutschland ist gefragt bis zum 27. Oktober einen Favoriten aus diesen fünf Arten zu bestimmen. Die digitalen Wahlkabinen des Bayrischen Landesverbandes für Vogelschutz (LBV) und des Naturschutzbundes Niedersachsen (NABU) sind somit wieder geöffnet: unter www.vogeldesjahres.de kann jeder mitbestimmen, wer das Rennen macht!

Der Trauerschnäpper: Schnappt zu für mehr Klimaschutz!
Anders als sein Name vermuten lässt, ist der Tauerschnäpper ein fröhlicher Luftakrobat. Er fängt sein Insekten-Futter im Flug. Doch Insekten gibt es immer weniger. Außerdem hat er ein Zeitproblem: Weil der Frühling durch die Klimakrise immer früher beginnt, geht der Trauerschnäpper oft leer aus bei der Suche nach Bruthöhlen. Wenn er aus seinem Winterquartier südlich der Sahara zurück ist, sind viele Baumhöhlen und Nistkästen schon besetzt. Sein Slogan: „Schnappt zu für mehr Klimaschutz!“ Der Trauerschnäpper steht in Niedersachsen als „gefährdet“ auf der Roten Liste. Die letzte Brutvogelzählung ergab für Niedersachsen einen Bestand von 12.000 Revieren. Er ist ein landesweit vorkommender Brutvogel, allerdings gibt es im Westen Niedersachsens inzwischen Bereiche, in denen die Art großflächig verschwunden ist. Da sein Lebensraum vor allem lichte Laub- und Mischwälder sind, kommt er zudem in den Watten und Marschen nur äußerst selten vor. Auch die Fichtenbestände des Harzes werden gemieden. Am häufigsten ist er in Wäldern mit Altholz und großer Baumhöhlendichte anzutreffen, etwa im Rotbuchenwäldern oder Eichenmischwäldern. Neben den Auswirkungen des Klimawandels machen dem Trauerschnäpper vor allem das abnehmende Angebot von höhlenreichen Wäldern und der Insektenschwund zu schaffen.

Der Neuntöter: Schnabel auf für mehr Insekten!
Der Volksmund hat dem Neuntöter das Image eines Serienkillers verpasst. Das liegt am speziellen Umgang mit seiner Beute. Er spießt Käfer, Heuschrecken und Hummeln an Dornen und Stacheln von Sträuchern und Hecken auf, um sie später zu verzehren. Leider hat der Neuntöter trotz dieser klugen Vorratshaltung immer weniger zu picken. Sein Wahlslogan: „Schnabel auf für mehr Insekten!“ Der Neuntöter steht auf der Vorwarnliste in Niedersachsen, aber seine Bestände haben sich in den letzten Jahren stabilisiert. Im Wendland und der Lüneburger Heide sowie der Weser-Aller-Flachland und der Diepholzer Moorniederung ist er wesentlich häufiger anzutreffen als in den übrigen Landesteilen. In den Watten und Marschen einschließlich der Inseln fehlt der Neuntöter, im Harz und in den Börden kommt er nur vereinzelt vor. Der Neuntöter bewohnt bevorzugt offene bis halboffene Landschaften mit strukturreichem, lockerem, möglichst dornigem Gehölzbestand. Er lässt sich in und auf Hecken und am Waldrand beobachten. Die letzte Vogelzählung ergab einen Revierbestand von 9.500 Revieren in Niedersachsen. Zu schaffen macht dem Vogel mit der schwarzen Augenmaske das Verschwinden von Kleinstrukturen wie Hecken in der Kulturlandschaft. Zudem dezimiert der Pestizideinsatz die Insekten, die seine Hauptnahrungsquelle bilden.

Das Teichhuhn: Lasst es wuchern an den Ufern!
Das Teichhuhn hält sich am liebsten im geschützten Uferdickicht stiller Gewässer auf. Aber leider gibt es immer weniger grüne Ufer. Schilf, Büsche und Bäume müssen oft zubetonierten oder kahlen Flächen weichen, Flüsse werden begradigt. Das Teichhuhn fordert darum: „Lasst es wuchern an Ufern!“ In Niedersachsen ist das Teichhuhn sehr häufig in den Watten und Marschen anzutreffen, westlich der Weser fast flächendeckend. Das Teichhuhn steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste in Niedersachsen, er ist in seinem Bestand (noch) nicht gefährdet. Strukturreiche Verlandungszonen von stehenden oder langsam fließenden Gewässern sind der bevorzugte Lebensraum des Teichhuhns in unserem Bundesland. Aber auch in Teichen, Kanälen oder auf überfluteten Wiesen fühlt sich die Ralle wohl. Die letzte Brutvogelzählung ergab einen Bestand von 11.000 Revieren in Niedersachsen.

Das Braunkehlchen: Wiesen wieder wilder machen!
Das Braunkehlchen baut als Wiesenbrüter sein Nest am Boden. Damit hat es leider schlechte Karten, wenn in der intensiven Landwirtschaft Wiesen häufig gemäht werden und Ackerflächen selten brach liegen. Ungemähte Blühstreifen könnte dieser Art sehr helfen. Es tritt mit dem Slogan an: „Wiesen wieder wilder machen!“ Das Braunkehlchen steht als „vom Aussterben bedroht“ auf der Roten Liste in Niedersachsen. Das bedeutet, dass das Braunkehlchen in absehbarer Zeit in Niedersachsen aussterben wird, wenn die Gefährdungsursachen nicht beseitigt werden. Vogelschützer sind in Sorge um den schönen Vogel: Seit den 1990er-Jahren ist sein Bestand in Niedersachsen um 83% zurückgegangen und der Negativtrend hält an. Vorkommen gibt es in Niedersachsen nur noch in den Marschen, entlang der Elbe und im Wendland. Die letzte Revierzählung ergab einen Bestand von 1.100 Paaren. Brachen und Grünland sind der bevorzugte Lebensraum des Braunkehlchens, er bewohnt aber auch Hochmoore und Äcker. In Niedersachsen sind die Vogelarten des landwirtschaftlich genutzten Offenlandes prozentual am stärksten gefährdet – das Braunkehlchen ist ein typischer Vertreter. Die Intensivierung der Landwirtschaft, der Umbruch von Grünland und die Nutzung von ehemaligen Brachflächen und Moorflächen machen ihm sehr zu schaffen.

Der Feldsperling: Wilder Garten für mehr Arten!
Der Feldsperling war bei der vergangenen Wahl auf Platz vier gelandet und geht nun noch einmal ins Rennen. Er hat sich wie auch der Haussperling den Menschen angepasst und lebt häufig auch in unseren Siedlungen, in Gärten und Parks. Der Feldsperling braucht bunte Grünflächen mit alten Bäumen und entspannte Gärtner, die es ein bisschen wilder im Garten mögen. Darum fordert er: „Wilder Garten für mehr Arten!“ Auch der Feldsperling steht in Niedersachsen auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Er ist landesweit verbreitet, die letzte Brutvogelzählung ergab eine Revieranzahl von 55.000 in Niedersachsen. Bestandslücken gibt es im Harz, auf den Inseln, in den Waldgebieten von Solling und der Lüneburger Heide. Lebensraum des Feldsperlings sind offene und halboffene Gebiete, die durch Landwirtschaft geprägt sind und im Umfeld von Siedlungen liegen. In Niedersachsen macht ihm vor allem die „Vermaisung“ der Landschaft, die Intensivierung der Landwirtschaft und die Strukturarmut seines Lebensraums zu schaffen.


Fotos:
Trauerschnäpper jggrz /Pixabay;
Teichhuhn, Braunkehlchen: © Dr. Erhard Nerger/NABU
Neuntöter  babilkulesi / pixabay ; Feldsperling: Canadian-Nature-Visions/ pixabay

 

Verspätung

18. September 2022

Bahnreisende aus dem Emsland, die in Rheine in die DB-Züge umsteigen, erleben seit Jahren, dass die Bahn auf dieser Ost-West-Achse immer noch alte Intercity-Züge aus den 1970ern einsetzt, inzwischen ein paar Mal renoviert. Gut ist anders.

Mitte der Woche hat jetzt die Deutsche Bahn in Berlin den neuen „ICE L“ vorgestellt. Das „L“ beim neuen ICE stehe für „low floor“, also „Niederflur“, erklärte Bahnvorstand Dr. Michael Peterson. Eingesetzt werden soll der im Normalbetrieb knapp 260 m lange Zug zuerst auf der Strecke zwischen Amsterdam und Berlin.

Angekündigt waren die neuen, unter dem Projektnamen ECx projektierten Züge bereits für das kommende Jahr. Aber es kommt wie so oft bei der Bahn – später: Erste, der vom spanischen Hersteller Talgo gebauten Komplett-Züge rollen wohl erst im Oktober 2024, also in zwei Jahren. Für alle Verbindungen stehen genügend Züge erst 2025 zur Verfügung. Dann soll auch der anachronistische Halt mit Lokomotivwechsel in Bad Bentheim (hier in Echtzeit) entfallen. Er ist der unterschiedlichen Stromversorgung der Lokomotiven in den Niederlanden und in Deutschland und wohl auch der bundespolizeilichen Grenzkontrolleritis geschuldet. Die ICE L-Lok soll künftig beide Stromsysteme „können“.

Der neue ICE-L-Zug besteht aus der „Mehrsystemlok“ und 17 Reisezugwagen inklusive Steuerwagen. Sie bieten insgesamt 562 Sitzplätze, davon 85 Sitzplätze in der 1. Klasse und 477 Sitzplätze in der 2. Klasse. Die ICE-L erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h. Diese Spitzengeschwindigkeit kann bisher nur auf dem Streckenabschnitt östlich von Hannover gefahren werden. Über den Ausbau der Bahnstrecken in NRW und Niedersachsen wird noch diskutiert; Beschlüsse fehlen, vom Ausbau selbst ganz zu schweigen. Es bleibt daher die Gesamtreisezeit von rd 6 Stunden, die vor allem die niederländische Bahngesellschaft NS seit langem für deutlich zu lang hält, um Reisende vom Flieger in den Zug zu bekommen. Aber solange in Bad Bentheim, Rheine, Ibbenbüren, Bünde, Bad Oeynhausen, Minden usw noch gehalten wird, bleibt es auch so.

Die neuen Züge setzen mit ihrem stufenlosen, niedrigen Zugang neue Bahn-Maßstäbe in Sachen Barrierefreiheit. Ältere und Gehinderte wird es zu recht freuen. Pro Zug gibt es allerdings nur drei Rollstuhlplätze und vor allem nur ein einziges rollstuhlgerechtes WC. Funktioniert dies nicht, können Rollstuhlfahrende sehen, wo sie bleiben. Die Sitze sollen noch entwickelt werden, lese ich. Insbesondere für groß gewachsene Niederländer:innen wäre dazu angesichts der wirklich unbequemen, schmerzenden Sitze für größere Menschen in neueren ICE auch dringend anzuraten; denn durch sie bekommt der Begriff 2. Klasse eine reale Bedeutung.

Übrigens: Wenn der Amsterdam-Berlin-Zug künftig an weniger Haltestellen stoppt und die Fahrzeit daher abnimmt, wird es für die umsteigenden emsländischen Reisenden keineswegs schneller. Im Gegenteil: Sofern der ICE L überhaupt noch in Rheine anhält, was keineswegs sicher ist, dürfen wir bei unveränderten Ankunftszeiten der Zubringerzüge aus und in Richtung Norden die beiden Bäckereicafés im Rheinenser Bahnhof deutlich länger frequentieren. Der Ost-West-Zug ist nämlich schon durchgefahren, wenn der Emsland-RE15 einläuft. Also muss man eher anfahren, und es droht so eine längere Gesamtfahrzeit; es könnten auf Bahnreisende solche Wartezeiten kommen wie gegenwärtig auf dem Weg nach Oldenburg in Leer(Ostfr). Das hat sich bei unseren so autoorientierten Entscheidungsträgern im Emsland noch nicht herumgesprochen. Noch wäre Zeit, aktiv zu werden. Spoiler: Auch die nach Hannover und Berlin reisenden MdB und MdL aus der Region könnten ureigenste Interessen haben, dass alles nur gut gemeint ist aber letztlich auf diese Weise schlechter wird.

Ich fasse zusammen:
Der Fortschritt kommt, allerdings einmal mehr als Schnecke, streift das Emsland nur ganz im Sünden und für den Umstieg in Rheine (Gleis 2 nach Osten oder Gleis 4 nach Westen), kann zu längeren Gesamtfahrzeiten führen und ist nicht redundant – aber man könnte besser sitzen als zurzeit. Das aber ist noch offen.

 

Aufruf!

13. September 2022

Also, da könnte unsere Stadtverwaltung ja mal wirklich, also, ich mein‘ ja nur. Oder habe ich den Aufruf aus dem Rathaus zur Teilnahme am Fahrradklima-Test 2022 übersehen?

Anders gesagt:

Der bundesweite Fahrradklimatest 2022 des ADFC ist wieder online. In den Vorjahren waren seine Resultate für unser am Auto ausgerichteten Mittelzentrum mit oberzentralen Teilaufgaben eher mau. Ganz im Gegensatz zum Vorbild Nordhorn. Fahrradwegemäßig hat sich 2022 leider nichts geändert; denn weiterhin wird zwar viel gesabbelt und versprochen aber wenig getan und umgesetzt.

Oder siehst du das anders? Klick rein.

 

Nordhorn: Straßenkulturfest

3. September 2022

31. Internationales Straßenkulturfest
Nordhorn – Innenstadt
Sa, 3. Sept. und So, 4. Sept., jeweils von 13-18 Uhr
Eintritt frei

Am ersten Septemberwochenende lädt das 31. Internationale Straßenkulturfest wieder zum Staunen und Lachen ein. Jede Menge Kleinkünstler:innen verwandeln die Nordhorner Innenstadt in eine trubelige Festmeile. Unerwartetes und Überraschendes geschieht hier vor den Augen des Publikums.

Wenn die ziemlich speziellen Pferde von „Les Goulus“ über die Nordhorner Hauptstraße reiten, ein Zwerg namens „Rudi“ Schabernack mit den Zuschauer*innen treibt und anmutige Artist:innen aus der ganzen Welt Groß und Klein den Atem stocken lassen, dann heißt es wieder „Nordhorn staunt und lacht“! Die Wasserstadt steht dann wieder ganz im Zeichen der internationalen Kleinkunst. In seiner mittlerweile 31. Auflage lässt das Fest die gesamte Nordhorner City zu einer großen Varieté-Bühne werden.

„Bunt, artistisch, poetisch, manchmal mit lautem Knall und gern urkomisch und vor allem immer wieder überraschend“, so beschreibt Kerstin Spanke (Stadtverwaltung Nordhorn) das diesjährige Programm, das Festivalleiter Marius Pohlmann zusammengestellt hat. Für seine „Manege unter‘m Himmelszelt“ holt er wieder die Besten der „street performing arts“ auf die fünf Innenstadt-Spielorte und -Bühnen. Diese befinden sich vor den „Vechte-Arkaden“, vor der „Sparkasse“ am Platz zur Alten Bleiche, auf der Bentheimer Torbrücke und auf der Bühne der Konzertmuschel im Stadtpark. Dort erzählen sie ihre wilden Geschichten, begeistern mit ihren grandiosen Einfällen die Zuschauerschaft und verzaubern mit ihrer Poesie.

Möglich wird das große Open-Air-Spektakel auch in diesem Jahr wieder durch das Engagement vieler regionaler Sponsor*innen aus der Wirtschaft. Allen voran tritt die Kreissparkasse Grafschaft Bentheim zu Nordhorn als Großsponsorin auf. Seit mehr als 20 Jahren unterstützt das Geldinstitut das Straßenkulturfest.

Hier ist das ganze Programm

 

Historischer Feldtag

11. August 2022

Der Historische Feldtag
Technik der 50er Jahre
Nordhorn, Am Tierpark
Samstag, 13. August: 09:00 bis 21:00 Uhr
Sonntag, 14. August: 09:00 bis ca. 20:00 Uhr

Der Treckerclub Nordhorn e.V. freut sich auf den Historischen Feldtag 2022 Das lange Warten auf den Historischen Feldtag in Nordhorn findet am 13. und 14. August 2022 ein Ende. Der Club bedauert sehr, dass der Feldtag die letzten Jahre, aufgrund der SARS Covid-19 Pandemie, nicht wie geplant
stattfinden konnte.

Janek Kesselhut, der zweite Vorsitzende des Cubs, sieht im zeitlichen Abstand zum letzten Historischen Feldtag 2017 auch eine Chance sein. „Bisher standen die Schwerpunkte auf einzelnen Schleppermarken. Nachdem sich nun der gesamte Treckerclub Nordhorn, neu organisiert hat, sollte ein Neustart des Feldtags  wieder Besucher in die Grafschaft locken“ erklärt der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Sebastian Maaß.

Die „Technik der 50er Jahre“ als Sinnbild für den Wiederaufbau der Nachkriegszeit, passt.
Die Nachkriegsjahre waren geprägt von maßgeblichen Erfindungen, die in der Landwirtschaft  auch heute noch Bestand haben. Verschiedene Traktorenhersteller nutzten den wirtschaftlichen Neubeginn – weit über 100 Hersteller alleine in Deutschland. Schmieden und Landmaschinenwerkstätten beschäftigten ihre Mitarbeiter damit, Gerätschaften, die noch am Ochsen oder Pferd gezogen wurden, auf den Schlepperanbau umzurüsten. Die Vorzüge von Maschinen überzeugten die Landwirte, so dass immer mehr Tiere aus dem Ackerbau verschwanden. Bauernschlepper, Tragschlepper und auch Einachser waren vielseitigere Helfer auf den Höfen. Später entwickelten mehrere Hersteller die ersten Geräteträger, die auf Grund ihrer Vielseitigkeit gerne gekauft wurden. Eine wahre Erleichterung für den damaligen Landwirt stellt die Entwicklung des Frontladers dar, der die Mistgabel ersetzte. Später kamen noch die Zapfwelle und die Dreipunkthydraulik hinzu, die heute zur Standardausstattung gehören. Gezogene Mähdrescher prägten die Kornfelder und selbstfahrende Mähdrescher waren auf Großbetrieben zu sehen, auch Dreschkästen standen noch häufig mit Riemenantrieb auf den Höfen.

„Diese Epoche bietet sehr viel Potenzial. Wir können einen interessanten Feldtag mit schönen Highlights zeigen“, erfreut sich Kesselhut. Die authentische Darstellung der Geräte im Einsatz wird in Nordhorn einen besonderen Stellenwert haben, abgerundet werden die Vorführungen durch die fachkundige Moderation von Experten.

Der Treckerclub Nordhorn e.V. freut sich auf einen Feldtag, der nicht mit seiner Größe, hoffentlich aber mit dem altbewährten Charme überzeugt!
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Text: Stadt Nordhorn

Vor knapp drei Wochen zeigte Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling (SPD, Foto lks) unserer Ratsfraktion „Die BürgerNahen“  die Nachbarstadt Nordhorn an der Vechte. In Erinnerung ist mir eine ungewöhnliche und geradezu entschleunigte Stadtführung per Boot über die Kanäle rund um das Zentrum und über den Vechtesee mit einem sachkundigen wie uneitlen Gastgeber; Berling ist seit 11 Jahren Nordhorner Bürgermeister und zeigte in allen Belangen Sachkunde. Der Abend klang mit einem Fachgespräch im Grafschafter Brauhaus aus und war rundum gelungen.

An jenen Juli-Abend musste ich denken, als man mich am Sonntag auf einen großen Artikel im Juni  in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hinwies; darin  ging es um eben unsere Nachbarstadt Nordhorn und wie sich aus schweren Zeiten und trostlosen Haushaltsdaten heraus gekämpft hat. Unter der Überschrift: Wie eine Stadt sich neu erfand“ las ich:

„Bis vor 40 Jahren war das niedersächsische Nordhorn einer der bekanntesten Textilstandorte Europas. Dann kam die Globalisierung.

Er könnte sie jetzt auch an­schmeißen, klar, die mehr als 20 Maschinen, eine nach der anderen, nur würde man dann kein Wort mehr verstehen. Also holt Gerhard Kock, 83  Jahre alt, sein Smartphone aus der Jacken­tasche, Whatsapp-Gruppe „Mu­seum“. Eine der – mittlerweile ja historischen – Webmaschinen hat er vor Kurzem aufgenommen, er startet das Video. Ton ist an, laut genug? Es dröhnt und hämmert, und Kock spricht nebenbei von Tourenzahlen, die einen ehemaligen Spinnereileiter wie ihn in offensichtlich augenweitende Begeisterung verfallen lassen. Nach zwei Minuten ist der Lärm vorbei oder auch: der Bass, der die Stadt Nordhorn über Jahrzehnte hinweg vibrieren ließ. Wenn die Ma­schinen der Textilfabriken stillstanden, erinnert sich Kock, dann fehlte etwas.

Ungefähr 40 Jahre ist es her, dass er und der Rest der Einwohner einstimmig sagen konnten, was „ihr Nordhorn“ sei: eine der bekanntesten Textilstädte Deutschlands, gar Europas. Nordhorn in Niedersachsen, das waren im Grunde drei Unternehmen – Povel, Rawe und NINO –, die gemeinsam mehrere Millionen Meter Stoff im Jahr produzierten und damit die Welt belieferten. Die ganze Stadt arbeitete hier, 80 Prozent der Einwohner, und es wurden immer mehr: angeworben aus Portugal, Italien, der Türkei. Die Zeitungen tauften Nordhorn damals „Klein-Amerika“….“

[weiter bei der faz]

Sagen wir es mal so: Es läuft, Nordhorn, und das hilft beiden Städten.


Foto: Bürgermeister Thomas Berling, Nordhorn. Foto: SPD Grafschaft Bentheim

Beim diesjährigen NABU-Insektensommer stehen vor allem die Hummeln im Vordergrund. Mit der Entdeckungsfrage „Kannst du Hummeln am Hintern erkennen?“ möchte der NABU die Menschen darauf aufmerksam machen, dass es nicht nur die eine „Hummel“, sondern eine Vielzahl verschiedener Arten gibt, die sich bei genauerem Hinsehen anhand ihrer unterschiedlichen Färbungen am Hinterteil differenzieren lassen. „Die Entdeckungsfrage erfreute sich bereits in der ersten Zählphase großer Beliebtheit. Viele Menschen haben sich mit den optischen Merkmalen der verschiedenen Hummeln auseinandergesetzt und dabei viel gelernt“, freut sich Hanna Clara Wiegmann von der NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/ Grafschaft Bentheim. Besonders häufig wurden dabei Erdhummel, Steinhummel und Ackerhummel gezählt. „Wir sind sehr gespannt, ob sich der Trend unter den Hummeln aus der ersten Zählphase fortsetzen wird. Aber auch die Meldungen hinsichtlich der Schmetterlinge werden spannend. Denn bereits in der ersten Zählphase wurden deutlich mehr Schmetterlinge als im Vorjahr gemeldet“, so Wiegmann.

Die Hummeln arbeiten den Sommer über durch und sind auch im August beim Sammeln von Pollen und Nektar gut zu beobachten. Die Hummelvölker existieren jedoch nur wenige Monate. Wer ihnen während ihrer Arbeitszeit helfen möchte, sollte seinen Garten oder Balkon möglichst naturnah und blütenreich gestalten. Für ein gutes Angebot an Pollen- und Nektarquellen kann jeder etwas tun.

Die zweite Zählphase vom Insektensommer findet gerade und noch bis zum 14. August statt: In diesem Zeitraum sind erneut alle Naturinteressierten dazu aufgerufen, eine Stunde lang an einem schönen Platz mit Blick in die Natur Insekten zu zählen. Das ist fast überall möglich, zum Beispiel im eigenen Garten oder auf dem Balkon, im Park, beim Wandern im Wald oder um den See. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Bei der Aktion sollen alle gesichteten Insekten gezählt und gemeldet werden. Mithilfe des NABU-Insektentrainers (www.insektentrainer.de) lassen sich die Sechsbeiner ganz einfach erkennen und unterscheiden. Und wer sich bei der Bestimmung nicht ganz sicher ist, kann auch einfach die Gruppe des Insekts, zum Beispiel Schmetterling oder Käfer, angeben.

Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder über die kostenlose Web-App „NABU-Insektensommer“. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de zum Aktionsstart abrufbar. Die Daten der Zählaktion werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah auf www.NABU.de/insektensommer-ergebnisse veröffentlicht.

Je mehr Menschen an der Aktion teilnehmen, desto besser. An der ersten Zählphase haben sich bundesweit fast 10.000 Naturinteressierte beteiligt. „Es ist schön, dass so viele Menschen Interesse an der Natur in ihrer Umgebung haben und sich hierfür Zeit nehmen“, sagt Hanna Clara Wiegmann.


Foto: Hummel  ykaiavu via pixabay 

NOZ schasst fupa

3. August 2022

Vor gut neuneinhalb Jahren, am 20. Februar 2013, startete FuPa auch in der Region Weser-Ems. Dank des damaligen Einstiegs der Neuen Osnabrücker Zeitung und mit viel Geld gelang es dabei, die emsländische KEI-Website aus dem Markt zu drängen. Doch jetzt zieht sich die NOZ weiter zurück – wie bereits in den ausgedünnten Lokalredaktionen, im regionalen Amateursport und in der Kulturberichterstattung: Am 31. Juli 2022 war nämlich Schluss und  der NOZ-Verlag beendete seine Zusammenarbeit mit FuPa, die gern noch weiter gemacht hätte. Trotz feiner Worte: „Die FuPa GmbH bedankt sich ganz herzlich für die Zusammenarbeit und wünscht den Kollegen, die das Portal mit viel Leidenschaft und Know-How vorangetrieben haben, alles Gute!“. Was aus diesen KollegInnen wird, erfährt man nicht.

Das Fußballportal FuPa (ehemals als Abkürzung für Fußball Passau) ist seit 2006  ein deutsches Internetportal, das sich der Berichterstattung aus den deutschen Amateurklassen verschrieben hat. Ursprünglich wurde nur über die vier niederbayerischen Fußballkreise Passau, Bayerwald, Straubing und Landshut berichtet. Seit rund zwei Jahren umfasst die redaktionelle Betreuung sämtliche Fußballverbände bundesweit und das Großherzogtum Luxemburg und die Schweizer Fußballregion Zürich als erste beiden ausländische Regionen. Gegründet wurde das Portal vor 16 Jahren von dem Hobbyfußballer Michael Wagner. Betreiber ist inzwischen die von ihm gegründete FuPa GmbH

Jetzt will FuPa in Bentheim, im Emsland und in Osnabrück für die Fans und Protagonisten des Amateurfußballs weitermachen. Gleich vier FuPa-Regionen im Verbandsgebiet Niedersachsen sind seit Montagvormittag zu FuPa Niedersachsen vereint „Eine junge Crew“ (FuPa) wird ab sofort vor allem den Mitmach-Charakter der FuPa-Community fördern und eigene Inhalte liefern, teilte Fupa gestern seinen registrierten Nutzern in einer E-Mail mit

Das Ziel: FuPa („Aus Liebe zum Fußball“) will fester Bestandteil im Amateurfußball der Region bleiben. Für die ehrenamtlich Mitwirkenden ändere sich nichts, betonten die FuPa-Macher, denn:

  • „Die Ligen werden weiterhin gepflegt. Hier wird sich unser Team weiterhin für euch ins Zeug legen. Großes Dankeschön geht an dieser Stelle an unsere fleißigen Ligaverwalter!
  • Auf die Pflege der Kader und Vereinsseiten haben die Vereinsverwalter weiterhin natürlich vollen Zugriff.
  • Vereinsnachrichten und Beiträge könnt Ihr weiterhin auf FuPa veröffentlichen.
  • Mit Fragen oder Anregungen könnt ihr euch jederzeit über das Kontaktformular direkt an FuPa wenden: https://support.fupa.net/support/tickets/new
  • Im FuPa Forum findet ihr außerdem viele Anleitungen und Hilfestellungen: https://support.fupa.net/support/home

Darüber hinaus gibt es schon jetzt neue Facebook-Seiten für die FuPa-News der Region:

➡ Osnabrück

➡ Emsland

➡ FuPa Bentheim

➡ Weser-Ems

FuPa bietet an, Vereinsnews jederzeit an die Redaktion zu schicken: damit können Vereine ihre Infos unkompliziert veröffentlichen – von der Vorstandswahl bis zum Vereinsfest oder der Nachwuchswerbung. Gleiches gilt für die vielen Spielberichte aus den unteren Klassen. Alle Infos sollen „einfach per Mail an niedersachsen@fupa.net“; auch bei Fragen oder Hinweisen, kann man sich „jederzeit“ gerne unter dieser E-Mailadresse melden. “

besondere Verantwortung

26. Juli 2022

Ein nicht gegen Corona geimpfter Zahnarzt aus dem Landkreis Grafschaft Bentheim darf keine Patienten mehr behandeln. Das Verwaltungsgericht Osnabrück (Foto lks) wies gestern einen Eilantrag des Mannes gegen ein angeordnetes Beschäftigungsverbot zurück. Das Verbot hatte der Landkreis nach Angaben des Verwaltungsgerichts im Juni ausgesprochen und  damit begründet, dass der Antragsteller als Zahnarzt bis zum 15. März 2022 einen Impf- oder Genesenennachweis nach dem Infektionsschutzgesetz habe führen müssen, den er nicht vorgelegt habe.

Der Zahnarzt hatte unter anderem geltend gemacht, Zahnärzte seien von der Pflicht zur Vorlage eines Immunitätsnachweises gar nicht erfasst, außerdem liege bislang kein nach dem Arzneimittelgesetz zulässiger Impfstoff gegen das Coronavirus vor.

Diesen Argumenten folgte die 3. Kammer des Gerichts nicht. Die Verpflichtung zur Vorlage eines Immunitätsnachweises, so das Verwaltungsgericht, gelte namentlich auch für in Zahnarztpraxen tätige Personen. Die aktuell vorliegenden Impfstoffe gegen das Coronavirus sei von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) anerkannt. Eine medizinische Kontraindikation gegen die Impfung habe der Antragsteller nicht dargelegt.

Ermessensfehler bei der Anordnung des Tätigkeitsverbotes seien nicht ersichtlich. Der Antragsgegner – also die Kreisverwaltung – habe auch den Eingriff in die Berufsfreiheit des Zahnarztes hinreichend gewichtet und „fehlerfrei mit der staatlichen Verpflichtung zur Aufrechterhaltung und Gewährleistung des öffentlichen Gesundheitsschutzes und dem Schutz vulnerabler Personen abgewogen“.

Das Gericht begründete die Entscheidung weiter damit, dass der Mann als Zahnarzt regelmäßig in unmittelbarem Kontakt zu den Mund- und Nasenöffnungen seiner Patientinnen und Patienten stehe. Dadurch sei das Infektionsrisiko für den Mediziner als auch das Übertragungsrisiko für Patienten erheblich erhöht, so die Richter. Wer in Heil- und Pflegeberufen arbeite, trage eine besondere Verantwortung gegenüber seinen Patienten, betonte das Gericht.

Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig und kann binnen zwei Wochen nach Zustellung mit der Beschwerde vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg angefochten werden.

(Verwaltungsgericht Osnabrück, Beschl. v. 25.07.2022, Az. 3 B 104/22, Pressemitteilung )


Foto: Fachgerichtszentrum Osnabrück CC s. Beitrag vom 10.06.22
(Quellen: NDR, GN, PM VG)

The Iron Maidens

22. Juli 2022

The Iron Maidens
Europa Tour 2022
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Freitag, 22.07.2022 – 20 Uhr
Karten: 27 Euro

Female, fantastisch und fetzig! The Iron Maidens mischen als einzige weibliche Iron Maiden Tribute-Formation auf dem Globus die Männer- und Metalwelt gehörig auf. Seit 2001 zeigt die Truppe aus Los Angeles die Zähne und zeigt, wie gut die Songs von Iron Maiden ein zusätzliches X-Chromosom vertragen können.

Wenn diese Frauen die Bühnen stürmen und Classics wie „Aces High“, „Die With Your Boots On“, „Wasted Years“. „The Trooper“, „The Number Of The Beast“ und „Phantom Of The Opera“ vom Stapel lassen, leuchten die Augen der Fans, strahlen die Rückenaufnäher auf den Kutten und gehen die Hände mit den Teufelshörnern nach oben.

Die Truppe um Sängerin Kirsten „Bruce Chickinson“ Rosenberg feuert die Gassenhauer am laufenden Band unter die Massen. Und das immer mit dem nötigen Respekt vor dem Original, eigener Note und vor allem der unerlässlichen Virtuosität und Musikalität. Das (dämonische) Damen-Quintett hat sowohl den Fanatismus als auch die Fingerfertigkeit, um Heavy-Highlights wie „2 Minutes To Midnight“ strahlen und krachen zu lassen. Linda „Nikki McBURRain“ McDonald am Schlagzeug, Wanda „Steph Harris“ Ortiz am Bass und die beiden Gitarristinnen Courtney „Adriana Smith“ Cox und Nikki „Davina Murray“ Stringfield lassen klanglich keine Wünsche offen. Wie stark diese Band immer wieder aufgestellt ist, zeigt auch, dass die ehemalige Gitarristin Nita Straus inzwischen erfolgreich für Alice Cooper unterwegs ist.Jetzt aber nichts da mit Alice, denn Maiden von der ersten bis zu letzten Sekunde ist angesagt, wenn es bald auf Tour geht. Natürlich kommt bei den Shows der „Maidels“ der Spaß nicht zu kurz und wie bei den großen Maiden hat das Maskottchen Eddie seinen Auftritt. Dazu ein Kracher wie „Number Of The Beast“ und alles ist genial und gut.

Erstklassig, mit viel Talent und Herzblut gespielt und mit weiblicher Note – Hammer! „Scream for me…“!

(Text: Alter Schlachthof)@TheIronMaidens@TheIronMaidens