Abifestival ’17

26. Juni 2017

Das Abifestival ’17 steht am kommenden Wochenende vor der Tür. Wie bisher findet es unter dem Motto „umsonst & draußen“ statt und bietet Rock, Hip Hop, Alternative und Punk. Dabei stehen sowohl etablierte Bands als auch derzeit noch unbekannte Künstler und Gruppen auf dem Programm. Hier das Line-Up (kursiv = Video):

Freitag:
16:00 – 16:30 Uhr Young Tree
16:55 – 17:25 Uhr The Road Home
17:45 – 18:25 Uhr KENSO
18:45 – 19:40 Uhr Sons of Settlers
20:05 – 21:05 Uhr Sauropod
21:30 – 22:25 Uhr BAUSA
22:55 – 00:25 Uhr MoTrip


Samstag:
13:55 – 14:25 Uhr Bright Nights
14:50 – 15:20 Uhr Liebe 3000
15:45 – 16:10 Uhr LUC VON MENSING
16:35 – 17:20 Uhr The Bloom
17:45 – 18:30 Uhr Leoniden
18:55 – 19:50 Uhr Smile And Burn
20:10 – 21:05 Uhr Nugat
21:35 – 22:30 Uhr Ali As
23:00 – 00:25 Uhr Maeckes & Die Katastrophen
00:50 – 02:00 Uhr Audio88 & Yassin

Beim Festival mit einer Mischung aus Rock, (viel) Hip Hop, Alternative und Punk treten neben etablierten Musikgruppen auch Neulinge und bisher unbekannte Acts aus der Region auf. In der Vergangenheit konnte das Abifestival bereits Acts wie Cro, K.I.Z., AnnenMayKantereit, Casper, Kraftklub und Die Sportfreunde Stiller präsentieren. Die Tatsache, dass das Abifestival neuen Acts eine Plattform in einem professionellen Rahmen bietet und allen Kulturinteressierten ein kostenloses Erleben von Musik ermöglicht, macht das Abifestival zu einer der besonderen Musik-Veranstaltungen im Nordwesten und weit darüber hinaus.

Das Abifestival gibt es seit 1981, als unweit Lünne an einem alten Flakturm das erste Abifest über die Bühne ging. Längst zählt es zu den großen Musikfestivals. Organisatoren waren bislang die jeweiligen Abschlussjahrgängen des Lingener Gymnasiums Georgianum, des Franziskusgymnasiums und der beruflichen Gymnasien sowie viele weitere ehrenamtliche Helfer.
Was einst locker begann, steckt inzwischen allerdings in handfesten Schwierigkeiten bei immer weniger aktiven Abiturienten; immer mehr interessieren sich nicht für das „AF“. Zugleich behindern ausufernde bürokratische Regeln das AF – beispielsweise mit Vorgaben zum Jugendschutz für Jugendliche, obwohl das Jugendschutzgesetz auf die Konzertveranstaltung gar nicht anwendbar ist. Außerdem werden die Bands immer teurer. Zu guter Letzt kommt dann noch die Polizei, die zwar -im Gegensatz zu NDR-gesponserten Veranstaltungen in Papenburg- in Sachen Verkehrsführung die Mithilfe verweigert, aber genügend Beamte hat, um stundenlang alle Anreisenden nach Zubereitungen der indischen Hanfsorte Cannabis sativa und ähnlichem zu kontrollieren.
Hinzu kommt ein Veranstaltungsetat von rund 150.000 Euro, den das AF inzwischen benötigt und der mehr als guten Willen verlangt. Skeptiker sehen daher schon das Ende des Lingener Abifestival drohen. Das aber, finde ich, wäre ein mehr als großer Verlust.

Tag der Architektur

24. Juni 2017

Der letzte Sonntag im Juni ist jedes Jahr Tag der Architektur. In ganz Niedersachsen (und bundesweit) sind an diesem Tag interessante neuere Gebäude und Anlagen geöffnet. Die Architekten führen hindurch, erklären ihre Baukunst, stellen sich den Fragen und Meinungen der Besucher. 2017 steht der „ag der Architektur unter dem Motto „Architektur schafft Lebensqualität“ und will dazu beitragen, Architektur als gebaute Umwelt, als Kunst für den alltäglichen Gebrauch im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.
Im Rahmen des Tages der Architektur bietet in Lingen (Ems) das Architekturbüro „Reindersarchitekten“ aus Osnabrück am 25. Juni Führungen durch die Zweifeld-Turnhalle der Matthias-Claudius-Schule an. Interessierte treffen sich dafür um 11, 12 oder 13 Uhr am Haupteingang der Turnhalle in der Birkenallee 21 in Lingen (Ems).
2013 hatte die Schule die Zweifeld-Turnhalle nach einem Jahr Bauzeit in Betrieb genommen. Sie kostete rund 3 Millionen Euro. Neben der Schule nutzen auch der Hort der Trinitatis-Kirchengemeinde sowie verschiedene Sportvereine das Gebäude. Die Matthias-Claudius-Turnhalle wurde nach neuestem energetischem Standard in Anlehnung an den Passiv-Haus-Standard errichtet und im Hinblick auf das Thema Inklusion zudem barrierefrei gebaut. Großflächige Verglasungen sowie farbig abgesetzte Wandflächen im Außen- und Innenraum tragen zum positiven Erscheinungsbild der Halle bei.
Reinders Architekten haben übrigens gerade den Architekturwettbewerb zur Erweiterung des Lingener Emslandmuseums gewonnen.
In der Region an Ems und Vechte präsentieren am Sonntag außerdem Nordhorn, Salzbergen, Meppen, Bersenbrück und Leer moderne Architektur. Mir persönlich gefällt besonders dieses Supermarkt-Projekt in Oldenburg, das vor eineinhalb Jahren Entwurfsverfasser Lars Frerichs („neun grad architektur“) im Rahmen der Lingener Architekturreihe „Lingen & Technik“ vorstellte (mehr…).
Im angrenzenden NRW werden am Tag der Architektur u.a. Projekte in Hörstel, Recke, Rheine und Steinfurt vorgestellt. Mehr
Weitere Informationen sind unter www.tag-der-architektur.de erhältlich.
(Foto: © Stadt Lingen)

Arcis Saxophon Quartett

14. Juni 2017

179. ‚pro nota‘-Konzert:
Arcis Saxophon Quartett
Claus Hierluksch (Sopransaxophon)
Ricarda Fuss (Altsaxophon)
Edoardo Zotti (Tenorsaxophon)
Jure Knez (Baritonsaxophon)
48527 Nordhorn – Kloster Frenswegen (Kapelle), Klosterstraße 9

Samstag, 17. Juni 2017, 20 Uhr

Eintritt: Erwachsene 20,- € (VVK 19.- € )
Schüler/in 5,- €, Schüler/innen der Musikschule Nordhorn erhalten freien Eintritt, wenn sie sich im Musikschul-Sekretariat vorher auf eine Liste setzen lassen.


Programm
Steve Reich
New York Counterpoint

Antonin Dvořák / arr. F. L. Hemke
Streichquartett Nr. 12 „Amerikanisches“

Leonard Bernstein
Westside Story für Saxophonquartett

Samuel Barber / arr. J. van der Linden
Adagio

George Gershwin / Sylvain Dedenon
„Porgy and Bess“-Suite

Am 17. Juni findet ein Kooperationskonzert zwischen °pro nota° und der Stiftung Kloster Frenswegen statt. Zu Gast ist das Arcis Saxophon Quartett. 2016 hat das ASQ den Bayerischen Kunstförderpreis erhalten.

Informationen
www.pronota.de

House am See – Festival 2017
Geeste – Speicherbecken
Do 25. Mai und Freitag 26. Mai 2017

Karten: 37,50 Euro

mehr…

 

Line-Up Tag Eins  – Himmelfahrt 25.5. (Vatertag)

(In einer früheren Version dieses Beitrags hatte ich den Himmelfahrtstag tatsächlich als Gründonnerstag bezeichnet. Blogleser  Wilfried Roggendorf, in einer früheren Version dieses Hinweises vertippt mit F geschrieben, (und Herrn Steve Jobs) sei gedankt, dass ich diesen Fehler – aus dem Badezimmer meines Urlaubshotels heraus – zu korrigieren vermochte… 😎 )

Fahrradklima

22. Mai 2017

Lingen - Radweg am DEK-.jpg

Eine deutliche Niederlage hat der jüngste Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) dem Hamburger Senat beschert: Auf Platz 31 von 39 deutschen Großstädten über 200.000 Einwohner ist die Hansestadt in puncto Fahrradkomfort und -sicherheit im Herbst 2016 gelandet. Und wäre nicht die Aufstockung der Leihfahrräder in die Wertung eingegangen, hätte Hamburg auf Platz 34 gelegen – beim Fahrradklimatest 2014 war es Platz 35.

Woran es hakt? Vor allem am Zustand der Radwege und am Sicherheitsgefühl; das geht aus der Beantwortung der 27 Fragen hervor, die mit Schulnoten zwischen eins (sehr gut) und sechs (ungenügend) bewertet wurden. Eine schwache 4,7 haben die Sicherheit sowie das Fahren auf Radwegen und -schutzstreifen trotz neuer, auf den Fahrbahnen verlaufenden Velorouten. Die aber, sagt ADFC-Sprecher Dirk Lau, seien zu schmal. Sie müssten nämlich drei Meter breit sein und 1,50 Meter Überholabstand für Autos ermöglichen, damit die nicht eng am Radler vorbeipreschen müssten.

In Lingen meint man, es sei eine gute Lösung, Radfahrer auch auf den Fahrbahnen der vielbefahrenen Innenstadtstraßen zuzulassen, sofern diese wollen. Das sei eine Frage der Gleichberechtigung. Ich frage mich, ob beispielsweise 12jährige so etwas „wollen“ und wie sicher es dann für sie ist. Oder anders: Wir erlauben uns ein gefährliches Experiment und es ist eine wirkliche Schnapsidee; davon bin ich überzeugt. Sie wird zu schweren Unfällen führen.

Bei den Städten ab 50.000 Einwohner belegt in der ADFC-Befragung Lingens Nachbarstadt Nordhorn bundesweit Platz 2 mit 2,6 Punkten (hinter Bocholt) und unser Lingen landete mit nur mäßigen 3,5 Punkten auf Rang 14. Allerdings haben in unserem Städtchen fast doppelt so viele Interviews stattgefunden als in der Nachbarstadt: 164 statt 83. Dies wirft doch Zweifel a la Roggendorf nach der Vergleichbarkeit der Resultate auf. Ein Stimmungstext eben…

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Der ADFC-Stimmungstest
An dem bundesweiten ADFC-Fahrradklima-Test im Herbst 2016 nahmen über 120.000 Viel- und Gelgenheitsradler in 539 Städten teil – 15 Prozent mehr als beim letzten Test 2014. Ähnliche Fahrradklima-Tests gab es 1988, 1991, 2003, 2005 und 2012. Bundesweit fahrradfreundlichste Stadt ist, fast möchte ich sagen: natürlich- Münster, gefolgt von Karlsruhe und Freiburg im Breisgau.
Auf den Plätzen vier bis sieben liegen Bremen, Hannover, Kiel und Braunschweig mit Noten zwischen 3,51 und 3,67. Lübeck liegt mit Note 4,04 auf Platz 20, Hamburg ist mit 4,19 Platz 31 klares Schlusslicht im Norden.

(Quelle: taz; Foto: Radweg am Dortmund-Ems-Kanal © milanpaul)

Heute findet bundesweit zum dritten Mal der Tag der Städtebauförderung statt. In Weser-Ems fällt er größtenteils leider aus (s. Kartenausriss links); denn nur Wilhelmshaven, Oldenburg und -man höre, staune und freue sich- Bad Bentheim sind engagiert. 2017 beteiligen sich bundesweit rund 450 Städte und Gemeinden mit über 600 Veranstaltungen. Neben Projektbesichtigungen, Ausstellungen und Führungen gibt es Baustellenrundgänge, Fußballturniere, Stadtspaziergänge und Gartenbauworkshops. Die Bürger sind eingeladen, sich über Projekte, Strategien und Ziele der Förderung zu informieren. Zugleich bietet die Veranstaltung den Kommunen die Möglichkeit, eigene Konzepte und Erfolge vorzustellen und somit auch die Bürgerbeteiligung zu stärken.

Die Städtebauförderung ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bund, Ländern und Kommunen. Sie hilft dabei nachhaltige, städtebaulichen Strukturen zu schaffen, soziale Missstände zu beheben. Zur Verwirklichung der Förderziele hat der Bund im Laufe der vergangenen 45 Jahre mehrere Programme geschaffen: darunter „Soziale Stadt“ mit rund 780 Maßnahmen in 441 Städten und Gemeinden und einem Budget von 124 Mio. Euro im Jahr 2016 (2014 und 2015 waren es je 150 Mio. Euro) oder „Stadtumbau Ost“ rund 1100 Stadtumbaugebieten und je ca. 105 Mio. Euro für die Jahre 2014 und 2015. Für das Jahr 2017 sind im Bundeshaushalt für alle Förderprogramme insgesamt 790 Mio. Euro vorgesehen. Das ist nicht viel, kann aber manches bewirken. In Lingen natürlich nichts, weil man sich nicht um zukunftsorientierter Stadtentwicklung kümmert.

Anders in Bad Bentheim: Dort arbeitet die Stadt noch bis Ende September an der Fortschreibung ihres Stadtentwicklungskonzeptes aus dem Jahre 2008. Das bildete die Grundlage und war Voraussetzung für die Aufnahme in die Städtebauförderung. Nunmehr werden erneut Leitlinien für „Bad Bentheim 2035“ entwickelt. Im Mittelpunkt der ersten von insgesamt vier sonnabendlichen Veranstaltungen steht die städtebauliche Entwicklung der Stadt mit besonderem Augenmerk auf das derzeitige mit der Städtebauförderung belegte Sanierungsgebiet. In der Zukunftswerkstatt werden die Schwerpunkte zur Ausschöpfung des avisierten aber noch nicht verausgabten Budgets ebenso diskutiert wie diejenigen für eine spätere mögliche Ausweitung des Gesamtkostenrahmens. Daneben wird das Programm „Zukunft Stadtgrün“ vorgestellt mit Ideen für den dafür vorgesehenen Schlosspark sowie die nördlich angrenzenden Bereiche des barocken Forstparks.

Sie merken angesichts dessen, weshalb Lingen sich nicht beteiligt. Bei uns gibt es kein Stadtentwicklungskonzept, das man weiterentwickeln könnte. Statt dessen überlässt der Oberbürgermeister Investoren die Stadtentwicklung und kümmert sich lieber um fair gehandelten Kaffee…

Nachtrag: Allerdings gab es heute in der Lokalpresse -wohl eher zufällig- einen Leserbrief von einem Fachmann, der als lokaler Lingener  Beitrag zum Tag der Städtebauförderung sein könnte. Lest selbst:

 

 

Ensemble Images

4. Mai 2017

Ensemble Images
Nordhorn – Manz-Saal im NINO HOCHBAU, NINO Allee 11,
Sa 6. Mai 2017 – 20 Uhr
Karten: ab 16 € im VVK, Schüler 5 €

Das Ensemble Images ist am kommenden Samstag bei °pro nota° zu Gast. Mitglieder des Ensembles sind Nora Hapca (Violine), Manuela Mocanu (Viola), Katarina Malzew (Violoncello) und Victor Nicoară (Klavier).

Das Ensemble Images wurde 2011 gegründet, um wenig bekannte Kammermusikstücke zu Gehör zu bringen – Werke, die aus verschiedenen Gründen selten gespielt werden oder als ”unzugänglich” missverstanden worden sind. Das Programm am kommenden Samstag:

Frank Bridge – “Phantasy Quartet” für Klavierquartett fis-Moll H. 94
Victor Nicoară – Klavierquartett “Castle”
George Enescu – “Andante mesto” aus dem Klavierquartett Nr. 1 D-Dur op. 16
Gabriel Fauré – Klavierquartett Nr. 1 c-Moll op. 15

Das Konzert wird vom Förderverein der Musikschule der Stadt Nordhorn – pro nota – veranstaltet. Schüler/innen der Nordhorner Musikschule erhalten freien Eintritt, wenn sie sich im Musikschul-Sekretariat vorher auf eine Liste setzen lassen.

schwere Sünde

5. April 2017

Niedersachsens Gesundheitsministerium weiß nach eigenen Angaben nur von einer Klinik, in der im Bundesland nicht abgetrieben werden kann. Das geht aus einer Antwort von Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) auf eine Anfrage der FDP im Landtag hervor.

Der Anlass: In Niedersachsen hatten kurz hintereinander zwei Kliniken – in Dannenberg und im Landkreis Schaumburg – für Schlagzeilen in überregionalen Medien gesorgt, weil sie Frauen Abtreibungen verweigerten. In beiden Fällen wurde diese Entscheidung rückgängig gemacht. Aber wie sieht es sonst in Niedersachsen aus? Das wollte die FDP von der Gesundheitsministerin wissen. Deren Antwort: Bekannt sei ihr nur noch eine Klinik, die keine Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Die in Rotenburg an der Wümme, die ebenfalls vom evangelikalen Agaplesion-Konzern betrieben wird.

Diese Aussage verblüfft, weil allgemein bekannt sein sollte, dass Kliniken in katholischer Trägerschaft generell keine Abbrüche nach der Beratungsregelung bis zwölf Wochen nach der Empfängnis an. Nach der katholischen Lehre gelten Schwangerschaftsabbrüche als „schwere Sünde“.

22 katholische Kliniken mit Gynäkologie-Abteilungen gibt es in Niedersachsen nach Auskunft des katholischen Krankenhausverbands Deutschlands. Noch mehr hat nur Nordrhein-Westfalen. Deshalb können Frauen in Niedersachsen gleich in mehreren Landkreisen nicht in die Klinik zum Schwangerschaftsabbruch.Zwar finden, wie die Gesundheitsministerin in ihrer Antwort auf die FDP schreibt, die meisten dieser Eingriffe bei niedergelassenen GynäkologInnen und in Tageskliniken statt. Im Jahr 2016 ist der Anteil von ambulanten Abbrüchen in Kliniken sogar noch einmal gesunken, auf 28,2 Prozent.

Doch es gibt nach Recherchen der taz in Niedersachsen fünf Landkreise, in denen auch niedergelassene FrauenärztInnen Abtreibungen entweder gar nicht oder nur in Ausnahmefällen und nur für eigene Patientinnen anbieten. Dies sind das Emsland, die Grafschaft Bentheim sowie die Landkreise Cloppenburg, Vechta und Diepholz.

Ungewollt Schwangere, die…

[weiter bei der/Quelle taz]

kleine Unterdeckung

10. März 2017

160.000 Euro fehlen den Handballern der HSG Nordhorn-Lingen im Etat der laufenden Saison. Wird die Lücke nicht „zeitnah“ geschlossen, gibt es für die neue Saison keine Lizenz und stattdessen einen Insolvenzantrag, also das Aus des Profihandballs an Ems und Vechte. Die HSG-Fans erinnern sich: Nach dem Erstligaabstieg infolge Insolvenz im Jahr 2009 gab es auch in den Jahren danach immer wieder Finanzprobleme und genauso oft Geldspritzen aus Steuermitteln. Versteckt und geteilt in vielen Töpfen sponsert beispielsweise jährlich die Stadt Lingen (Ems) direkt und indirekt die HSG Nordhorn-Lingen – direkt durch Überweisungen aus Stadtmarketingmitteln und Zahlungen städtischer Gesellschaften in Höhe von mehreren zehntausend Euro und indirekt beispielsweise dadurch, dass der Verein nur einen Bruchteil der Kosten für seine Spiele in der EmslandArena trägt.

Die aktuell der HSG Nordhorn-Lingen fehlenden 160.000 Euro müssen binnen „drei, vier Wochen“ für die laufende Saison beschafft werden – pro Tag also 7.500 Euro. HSG-Geschäftsführer Gerhard Blömers sagte dazu in einem ev1.tv-Interview ausgesprochen aufschlussreiche Sätze für Lingener Ohren:

Man arbeite „mit der Politik eng zusammen“ – wobei „mit der Politik“ die hauptamtlichen Bürgermeister gemeint sind. Man habe, so HSG-Geschäftsführer Blömers , „viele Gespräche geführt auch in den letzten Wochen und Monaten“. Auch der Lingener Oberbürgermeister sei „komplett informiert“ und ziehe auch mit. Da bin ich doch ausgesprochen verwundert: OB Dieter Krone hat sicherlich die Spitze der CDU-Fraktion informiert, aber mit keinem Wort die Gremien der Stadt. Weder über das aktuelle Finanzproblem noch über das, was kommt. Ist es ihm peinlich? Hält er kommunale Demokratie für hinderlich? Man ahnt es, denn eine wenig demokratische Handlungsweise – einschließlich wöchentlicher vertraulicher Freitagsgespräche mit CDU-Fraktionschef Hilling – ist mittlerweile fast schon ein  Markenzeichen dieses Oberbürgermeisters.

Verschwiegen hat Krone den Lingener Ratsgremien bisher auch, das im HSG-Budget auch für die kommende Spielzeit 2017/18 aktuell und zusätzlich um die 200.000 Euro fehlen, wie die Grafschafter Nachrichten melden. „Auch für diese zusätzlichen Mittel benötigen wir zeitnah verbindliche Zusagen unserer Partner“, teilte die HSG mit und „hier drängt ebenfalls die Zeit“. Also braucht die HSG binnen drei, vier Wochen rund 15.000 Euro Sponsorengelder und -zusagen pro Tag. Wie soll das gehen?

Spätestens bis Mitte April muss jedenfalls zunächst die 160.000-Euro-Defizitdeckung vorliegen. Denn „dieser Nachweis (ist( Voraussetzung für eine positive Entscheidung der Lizenzierungskommission der HBL, die für Mitte April erwartet wird“. Die HSG ergänzt in ihrer Presseerklärung: „Andererseits müssen diese zusätzlichen Gelder spätestens Ende März/Anfang April abrufbar zur Verfügung stehen, um die Liquidität und damit den Spielbetrieb bis zum Saisonende sicherzustellen.“ Der etwas verschwurbelte Satz bedeutet, dass die 160.000,- Euro binnen gut drei Wochen benötigt werden, um die laufenden Gehälter und Kosten zu zahlen. Sonst ist Insolvenz.

Im Gegensatz zu allen öffentlich beschworenen und blumigen Erklärungen -gerade auch von OB Dieter Krone- über einen ausgeglichenen HSG-Haushalt, hieß es gestern Abend auf der Pressekonferenz, schon vor zwei Jahren, also zu Beginn der Saison 2015/16 habe „eine kleine Unterdeckung“ vorgelegen. Hinzugekommen seien „Abgabennachbelastungen, so dass die Saison 2015/16 mit einem Fehlbetrag abgeschlossen werden musste“. Die Frage drängt sich auf: Warum kam es zu „Abgabennachbelastungen“? Wie hoch sind diese Nachforderungen an Steuer- und Sozialbeiträgen? Wie hoch war der Fehlbetrag im Sommer vergangenen Jahres? Warum hat OB Krone davon nichts berichtet? Nachgefragt hat beim Pressetermin am Donnerstagabend offenbar niemand.

In der aktuellen Saison, erklärten die Verantwortlichen, lägen die Einnahmen „deutlich unter Plan“, weil „Sponsoren abgesprungen oder mündliche Zusagen nicht eingehalten worden“ seien; zudem sei der Etat durch ein weiterhin hohes Kostenniveau belastet worden, „so dass sich kumuliert das oben genannte Defizit einstellt“.

Da erinnere ich mich lebhaft an den letzten Sommer:
Wie beschimpften und kritisierten doch die Spitzenkräfte im Lingener Rathaus den TuS Lingen, als dieser älteste Ballsportverein des Emslandes vor 10 Monaten bekannt gab, dass „Sponsoren abgesprungen oder mündliche Zusagen nicht eingehalten“ würden und man deshalb den Weg in die Insolvenz gehen müsse -bei 93.000 Euro Defizit. Da gab es „kein Verständnis für das kurzfristige und unverantwortliche Verhalten des TuS-Vorstandes“ (O-Ton). Während die Oberligamannschaft des TuS gestrichen wurde und wohl mit einer Ausfallbürgschaft über rund 90.000 Euro gerettet worden wäre, ersannen Krone, Altmeppen & Co die Schnapsidee, „höherklassigen Fußball in Lingen“ zu fordern und dafür den Namen FC Lingen für den TuS-Nachfolgeverein markenrechtlich zu blockieren. Mit ihrem vollmundigen Gerede flogen sie erst im vergangenen Dezember krachend auf die Nase, als sie die Lingener Ortsteilvereine von ihrem sport- und realitätsfernen Spielereien überzeugen wollten…

update:
OB Krone hat die Mitglieder des Rates am Freitag um 10.03 Uhr per E-Mail informiert. Also was er so darunter versteht: Er hat die Pressemappe der HSG übersandt und mitgeteilt, dass die „Sponsoring-Maßnahmen“ der Stadt erst nach Genehmigung des Haushalts ausgezahlt werden, wie dies der VA einstimmig am 13.12.2016 beschlossen hat. Sollte also gar die Stadt Lingen für ein Großteil der Etatlücke verantwortlich sein…?

(Quellen GN, ev1.tv)

Frauentag

8. März 2017

Heute ist Internationaler Frauentag. Nachdem die deutsche Sozialistin Clara Zetkin 1910 einen solchen Tag vorgeschlagen hatte, kamen 1911 zum ersten Frauentag in Dänemark, Österreich, Schweden, der Schweiz, Deutschland und in den USA Frauen zu Demonstrationen und Versammlungen zusammen. Im Mittelpunkt stand damals die Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen. Seitdem orientieren sich die Forderungen in jedem Jahr an der aktuellen politischen Lage des einzelnen Landes. Seit 100 Jahren geht es um Themen wie gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt und verstärkten Kampf gegen Diskriminierung. Der 8. März ist also ein frauenpolitischer Tag, den 1977 die Vereinten Nationen als Internationalen Frauentag anerkannten. Seit Mitte der 1980er Jahre wird er auch in Lingen (Ems) beachtet und ist seit einiger Zeit hier in eine „Frauenwoche“ eingebunden. Hier ein Überblick über die Frauentag-Veranstaltungen im Emsland und der Grafschaft Bentheim.

Das Lingener Programm 2017 zum Frauentag empfinde ich dabei als ausgesprochen dünne lokale Suppe. Allerdings nicht ganz so, wie es die Firma Netto meinte tun zu müssen (Quelle)…