Fenna Wanink weiß noch genau, an welcher Stelle des Weges zwischen Emlichheim und Wilsum sie im Sommer 2009 die Nachricht im Autoradio gehört hat. Noch heute verspürt sie „ein Ziehen“, wenn sie dort vorbeifährt, so stark sei die Erinnerung. „Das ist mir so durch Mark und Bein gegangen“, sagt sie sichtlich berührt. Und das war die Nachricht: Zwei junge Frauen, die wenige Tage zuvor zusammen mit weiteren für Hilfsorganisationen tätigen Personen in der nordjemenitischen Provinz Saada entführt worden waren, hatte man erschossen aufgefunden. Sie hatten im Jemen als Praktikantinnen in einem Krankenhaus gearbeitet.

Im selben Sommer hält sich Fenna Waninks damals 28 Jahre alte Tochter für einige Monate im Jemen auf. Sie war dort als Krankenschwester tätig, hatte zuvor schon in Finnland und Israel in Krankenhäusern gearbeitet. „Als wir von der Entführung der anderen Deutschen erfuhren, war sie erst sechs oder sieben Wochen dort. Danach lebten wir in einer ständigen Spannung. Sie ist dann zum Glück gesund und wohlbehalten wiedergekommen“, sagt Wanink. Aber als sie die Nachricht im Autoradio hörte, da sei ihr durch den Kopf gegangen, wie es damals wohl der alten Frau Kortmann aus Waninks altreformierten Heimatgemeinde in Wilsum gegangen sei, als sie vom Tod ihrer 29-jährigen Tochter Hindrika Kortmann erfahren musste. Das war im Jahr 1969, als Hindrika, ebenfalls ausgebildete Krankenschwester, bereits einige Monate in Vietnam war. Sie wollte als Mitglied des Malteser-Hilfsdienstes dort vor allem Kindern und den Verletzten des Vietnamkriegs helfen.

Dass sich die Geschichten…

[weiter bei den Grafschafter Nachrichten]


Hindrika Kortmann wird am 4. Oktober 1940 in Großringe als Tochter von Johann und Everdine Kortmann geboren. Ihr Vater stirbt im Zweiten Weltkrieg, die Familie zieht 1941 nach Wilsum, wo ihre Mutter ab 1947 als Küsterin der altreformierten Gemeinde arbeitet.
Im März 1963 ist Hindrika examinierte Krankenschwester und arbeitet dann zunächst als Narkoseschwester im Stadt- und Kreiskrankenhaus in Nordhorn; Anfang 1968 wechselt sie zur Pieter-van-Foreest-Klinik nahe Amsterdam und lernt die Auslandsarbeit des Malteser Hilfsdienstes kennen.

Noch im selben Jahr bricht sie nach Vietnam auf, arbeitet dort im 120 Betten Malteser-Krankenhaus in Da-Nang, das sie mit aufbaut. Am 27. April 1969 wird sie zusammen mit vier anderen Deutschen bei einem Ausflug in die Umgebung von den Vietkong entführt; sie stirbt am 17. Juli in Gefangenschaft an Nahrungsmangel und Entkräftung.

Sie wird von us-amerikanischen Gefangenen begraben, die nach ihrer Freilassung im November 1969 von Hindrikas Tod berichten können. 1990 werden Kortmanns sterbliche Überreste durch eine forensische Untersuchung identifiziert und 1992 nach Wilsum überführt und begraben. Eine weitergehende Erinnerung an Hindrika Wilsum fehlt bisher in der Gemeinde.

(Quelle: Grafschafter Nachrichten (GN); die GN bieten ein preiswertes Online-Bezahlabo)

Accoustic Steel

9. Juni 2021

Acoustic Steel
Jonas Egbers

Schüttorf – Unabhängiges Jugendzentrum Komplex, Mauerstraße 56
Samstag, 19. Juni, 18 Uhr
Karten: 8 Euro  – Sitzkonzert
Corona-Zugangsbeschränkungen*

Zikadumda, die Konzertinitiative des Unabhängigen Jugendzentrums (UJZ) Komplex, veranstaltet am 19. Juni nach pandemiebedingt langer Zeit wieder ein Live-Konzert. Ein wenig Metal gefällig? Aber mal ganz anders:„Acoustic Steel“ spielen auf akustischen Instrumenten völlig neu arrangiert und humorvoll ihren Metal. Und als Support hat das Komplex noch Jonas Egbers obendrauf gepackt. Das Ganze findet im Biergarten des Komplex als Sitzkonzert statt. Beginn ist um 18 Uhr.

    • Acoustic Steel: Buddys aus der Grenzmetropolregion Emsland/Grafschaft Bentheim machen sich auf den Weg, dem Volk eine Geschichtsstunde in Sachen Heavy Metal darzubieten. Acoustic? Metal? Ja, aber nix leise, sondern laut Auf verschiedensten akustischen Instrumenten wird dem wahren Stahl gehuldigt. Umgebaut, völlig neu arrangiert und humorvoll von der Bühne gefeuert. Metal auf Holz sozusagen. Doch darf man so was? Was sagt die Metalpolizei dazu? Logo darf man das, der Spirit, die Attitüde und die Liebe zum Heavy Metal bleiben, und so trieb es die vier Bandmitglieder von der kleinen Kneipe in der Heimat quer durch’s Land bis zum Wacken Open Air.
    • Jonas Egbers: Der 23-jährige Singer-Songwriter Jonas kommt aus Meppen. Er wird auf der Bühne eine Mischung aus Coversongs und eigenen Liedern zum Besten geben. Dieses Jahr im Oktober wird auch sein erstes eigenes Studioalbum erscheinen.

* Es gibt drei Möglichkeiten, an diesem Konzert teilzunehmen: Entweder 14 Tage nach einer vollständigen Impfung, oder man ist genesen, oder man hat einen aktuellen negativen Corona-Test. An einem Tisch können Personen aus drei verschiedenen Haushalten plus geimpfte und genesene Personen sitzen.

Tickets sind über die Homepage www.komplex-schuettorf.reservix.de/events erhältlich.

 

(Quellen: UJZ, GN)

Das Endergebnis der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ beeindruckt erneut mit einer hohen Teilnahmezahl: mehr als 15.500 Vogelfreunde haben in Niedersachsen vom 13. bis 16. Mai an der großen wissenschaftlichen Mitmachaktion von NABU und LBV teilgenommen und aus über 10.500 Gärten und Parks Vögel gemeldet. Bundesweit haben sich mehr als 140.000 Menschen beteiligt, insgesamt wurden über 3,1 Millionen Vögel gezählt. Im Emsland und der Grafschaft Bentheim zählten über 600 Personen mehr als 15.000 Vögel.

„Die Rekord-Teilnahme während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr konnte zwar nicht erreicht werden, dennoch zeigt sich auch dieses Jahr ein hohes Interesse der Menschen an der natürlichen Vielfalt vor ihrer Haustür“, freut sich Hanna Clara Wiegmann, NABU-Regionalgeschäftsführerin Emsland-Grafschaft Bentheim.

Die Vogelschutzexperten des NABU haben die Rohdaten der Zählung nun analysiert und statistische Korrekturen vorgenommen. Bundesweit konnten pro Garten knapp 33 Vögel von 11,4 unterschiedlichen Arten entdeckt werden. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, in dem mit nur gut 30 Vögeln der bisher niedrigste Wert ermittelt wurde. Insgesamt erweist sich der Vogelbestand in Deutschlands Dörfern und Städten seit Beginn der Zählungen im Jahr 2005 als weitgehend stabil. Dennoch gibt es unter den 66 am häufigsten beobachteten Arten ein leichtes Übergewicht deutlich abnehmender Arten: 20 Arten mit sinkenden Beständen stehen 16 Arten mit zunehmenden und 30 Arten mit stabilen Zahlen gegenüber. Unter den größten Verlierern finden sich mit Mauersegler, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Grauschnäpper auffallend viele Fluginsektenjäger. Mit Hausrotschwanz, Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Zilpzalp, Kuckuck, Nachtigall und Klappergrasmücke sind weitere ausschließlich von Insekten lebende Vogelarten dabei.

Langfristig deutliche Zunahmen zeigen dagegen einige Vegetarier, darunter Ringeltauben, Stieglitz, Gimpel und Kernbeißer. Hanna Clara Wiegmann dazu: „Nicht umsonst rufen wir regelmäßig dazu auf, den eigenen Garten möglichst naturnah zu gestalten, damit sich Insekten dort wohlfühlen und Gartenvögel ausreichend Nahrung vorfinden. Es empfiehlt sich, heimische Laubgehölze zu pflanzen, Ecken mit Wildpflanzen anzulegen und selbstverständlich auf Umweltgifte zu verzichten.“

Wie auch in dem vergangenen Jahre, liegen auf den ersten drei Plätzen im Emsland und der Grafschaft Bentheim Haussperling, Amsel und Kohlmeise. Die Blaumeise lag in beiden Landkreisen auf Platz 4. Sie konnte sich im Vergleich zum Vorjahr wieder erholen, in dem die Art durch das Bakterium Suttonella ornithocola Verluste verzeichnen musste. Der erstmals öffentlich gewählte Vogel des Jahres, das Rotkehlchen, fliegt landes- und bundesweit auf Platz neun und erzielt damit – möglicherweise kraft Amtsbonus – seine bisher beste Platzierung. Auch im Emsland schafft es das Rotkehlchen auf Platz 9 und in der Grafschaft Bentheim liegt das Rotkehlchen sogar auf Platz 7.

Detaillierte Ergebnisse sind auf Bundes-, Landes- und Landkreisebene auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar.

Die nächste Mitmachaktion des NABU läuft schon vom 4. bis 13. Juni: Dann werden beim „Insektensommer“ wieder Sechsbeiner gezählt und gemeldet. Weitere Informationen zur Aktion unter www.insektensommer.de.


Quelle: PM des NABU

 

Ein Zeichen setzen

23. Mai 2021

Die Stadt Bad Bentheim lädt für morgen, Pfingstmontag, 24. Mai, zu einer Kundgebung gegen Antisemitismus in den Schlosspark ein. Beginn ist um 11.30 Uhr. „In den letzten Tagen häufen sich antisemitische Vorfälle in der ganzen Bundesrepublik. Diese gehen weit über einen rein verbalen Antisemitismus hinaus und schrecken auch vor Gewalt nicht zurück“, heißt es in einer Ankündigung. „Die Stadt Bad Bentheim und alle im Stadtrat vertretenen politischen Parteien haben sich dazu entschlossen, ein Zeichen gegen Antisemitismus und so auch gegen jegliche Form von Hass, Hetze und Gewalt zu setzen“, heißt es weiter. „Im Rahmen einer kleinen Kundgebung lädt die Stadt Bad Bentheim alle Mitbürger ein, sich zu beteiligen und zu zeigen, dass Antisemitismus in der Bentheimer Bevölkerung keinen Platz haben darf.“ Ein passender musikalischer Rahmen ist ebenfalls vorgesehen.

Abgehalten wird die Veranstaltung im Schlosspark auf der Freifläche am Eingang an der Bahnhofstraße gegenüber der Apotheke. Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass alle Teilnehmer eine medizinische Maske oder eine FFP2-Maske tragen und die vorgeschriebenen Abstandsregeln einhalten müssen, um die Veranstaltung sicher durchführen zu können.

(Grafik: Bistum Osnabrück; Text: PM/GN)

deutlich schneller

8. Mai 2021

Vor dem Hintergrund des aktuellen Urteils des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz (Beschl. v. 24.03.2021, Az. 1 BvR 2656/18 u.a.) hat jetzt der Naturschutzbund (NABU) den Verzicht auf die Hasetalautobahn von der niederländischen Grenze bis Cloppenburg/Emstek gefordert, die reichlich euphemistisch „vierstreifiger Ausbau der E233“  genannt wird. Ausgebaut wird die E 233 nämlich gar nicht, sie soll nämlich parallel zur jetzigen B 213 als völliger Straßenneubau entstehen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte bekanntlich in der letzten Woche entschieden, dass das Bundes-Klimaschutzgesetz zu kurz greift und die Politik dieses Gesetz nachbessern muss, um die Freiheitsrechte künftiger Generationen zu schützen. „In dem Zusammenhang ist es unverantwortlich, dass von den Landkreisen Emsland und Cloppenburg ein Straßenausbau weiter verfolgt wird, der laut den Planungsunterlagen zur Steigerung der Verkehrs um 100.000 Fahrzeugkilometer pro Tag führen wird,“ beklagt Katja Hübner, Mitarbeiterin des NABU-Regionalverbandes Emsland/Grafschaft Bentheim. Der Mehrverkehr entstünde insbesondere durch die wegfallenden Auf- und Überfahrten und die dadurch erforderlichen Umwege, erklärt die Landschaftsarchitektin. Besonders da beide Landkreise immer wieder erklärten, sich dem Klimaschutz verpflichtet zu fühlen, sei es nun einmal an der Zeit, diesen Klimaschutz auch im Rahmen des Straßenbaus zu leben. Dementsprechend müsse auf den vierstreifigen Ausbau verzichtet werden, fordert der NABU.

Stattdessen plädiert der Naturschutzverband für den den Bau von Überholstreifen, also den dreisuprigen Ausbau der bestehenden Bundesstraße, wie man es von der Ortsumgehung Lastrup kennt. Damit hat der Verband natürlich recht, zumal dieser tatsächliche Ausbau deutlich schneller erfolgen würde als die Autobahn quer durchs Hasetal. 

76.

6. Mai 2021


Anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung von Krieg und Faschismus am 8. bzw. 9. Mai 2021 hat mir aus Berlin Annedore Jakob (Pax Christi) diese Informationen geschickt:

  • In Nordhorn werden der AK Gedenken und die Stadt Nordhorn an öffentlichen Stellen eine Banneraktion zum 8. Mai durchführen. Ausgewählte Banner finden sich oben und unten in diesem Posting. Zur Nachahmung empfohlen!
  • Von Abgeordneten des Deutschen Bundestages um Jan Korte, MdB, gibt es das Bemühen eine Gedenkstunde zum 22. Juni abzuhalten. Eine Kleine Anfrage und ein Antwortschreiben von Dr. W. Schäuble nimmt die Berliner Zeitung zum Anlass, um zu berichten.
  • Die „Friedenswurzel“ ist ein Baumstumpf, den der Osnabrücker Künstler V.-J. Trieb von den Seelower Höhen holte, wo im April 1945 die letzte Schlacht um Berlin tobte.
  • Die Stiftung „Topographie des Terrors“ lud am heutigen 6. Mai um 19 Uhr zu einer thematischen Veranstaltung mit Livestream ein, der weitere 14 Tage abrufbar ist.
  • Am 9. Mai jährt sich der Geburtstag der Widerstandskämpferin Sophie Scholl zum 100. Mal.
  • Gestern vor 30 Jahren fand in Meppen eine besondere Gedächtnisfeier statt. Hier das Video über die Steinsetzung am 5. Mai 1991 für Jacob Cohen und seine Familie auf dem Jüdischen Friedhof.
  • In Osnabrück lädt am Samstag, 8. Mai um 18.30 Uhr die Gruppe „Omas gegen Rechts“ an der Kunsthalle Dominikaner Kirche zu einem Gedenken ein. Treffpunkt ist die Skulptur „Der Gefesselte“ von Gerhard Marcks, gewidmet den Opfern der Nationalsozialisten.
  • Am 7. Mai (12 Uhr) wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anlässlich einer Ordensverleihung eine Ansprache im Schloss Bellevue halten. Mehr unter: 
  • Am Sonntag, den 9. Mai überträgt der DLF von 10.05 – 11 Uhr einen katholischen Rundfunkgottesdienst mit Theo Paul aus der Inselkirche in Juist.

Feingewebliche Aufnahme der Lunge einer Meise. Die Pfeile markieren die deutliche Lungenentzündung bei Tieren, die mit Suttonella ornithocola infiziert waren. © LAVES

Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Blaumeisen zum Opfer fielen. Bis Jahresende wurden über ein daraufhin eingerichtetes Meldeformular über 24.000 Verdachtsmeldungen dieser Epidemie an den NABU gemeldet. Mehr als 400 tote Vögel wurden untersucht, ziemlich genau die Hälfte der beprobten Vögel ist an einer Infektion mit dem in Deutschland neuartigen Bakterium gestorben. Bei der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai 2020 wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Hotspots in Niedersachsen waren die Landkreise Ammerland, Oldenburg und Osterholz.

Erste Verdachtsmeldungen, die zu den typischen Symptomen der Krankheit passen, sind nun auch in diesem Frühjahr schon beim NABU eingegangen. Eine auffällige Häufung oder klare regionale Schwerpunkte sind jedoch noch nicht erkennbar. Verdachtsmeldungen kranker oder verstorbener Blaumeisen oder auch anderer Kleinvögel können unter www.NABU.de/meisensterben eingegeben werden. Nur so kann herausgefunden werden, ob die Epidemie des vergangenen Jahres ein einmaliges Ereignis war oder der Beginn eines jährlich wiederkehrenden Problems.

Neben Blaumeisen erkranken in einzelnen Fällen auch Kohlmeisen oder andere kleine Singvögel. „Die Tiere fallen dadurch auf, dass sie nicht mehr auf ihre Umwelt reagieren, apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen. Oft wirken die Vögel als hätten sie Atemprobleme. Augen, Schnabel und Teile des Federkleids sind häufig verklebt“, erklärt Hanna Clara Wiegmann von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim.

Grundsätzlich gilt, an Futter- und Wasserstellen auf Sauberkeit zu achten, „damit sich die Tiere beim Körnerholen oder Wassertrinken nicht gegenseitig mit Krankheiten anstecken können“, macht Wiegmann auf die notwendige Hygiene aufmerksam.

„In der Brutzeit holen sich die Vögel immer gern einen Leckerbissen zur Stärkung an der Futtersäule ab. Das ist auch kein Problem, solange das Futter sauber ist und die Vögel nicht mit dem gesamten Futter in Kontakt kommen können“, rät Hanna Clara Wiegmann. Naturnahe Gärten und Grünflächen unterstützen zudem ganzjährig die Vögel bei der Nahrungssuche. Wer im Garten und auf dem Balkon die Blüten- und Insektenvielfalt durch heimische Pflanzen fördert, trägt dazu bei, dass Gartenvögel zur Brutzeit ausreichend Insekten zur Jungenaufzucht sammeln können.

Suchmeldung

19. März 2021

Gesucht wird die Klimagruppe Emsland. Michael, Julie, Debora & Co.  – was ist los?

Auf Eurer Facebookseite ist der letzte Eintrag vom 20. November. Das ist enttäuschend. Es muss ja nicht jede/r so ganz lange durchhalten. Aber politisches Handeln und Verändern geht nun einmal nicht wie eine Silvesterrakete. Beherzigt man dies nicht, freuen sich nur diejenigen, denen die ganze Klimadiskussion eh‘ nicht in den Kram passt.

Nun, Lingener Klimaaktivisten (m/w/d): Wo seid Ihr, wann geht’s wie weiter?

Heute vermisse ich Euch besonders deshalb, weil an diesem 19. März globaler Klimastreik ist. Mit lokalen Veranstaltungen in Nordhorn (lokale Kreideaktion), Bad Bentheim (15 Uhr Parkplatz im Schlosspark) und sogar in unserer aktuellen emsländischen Inzidenz-Metropole Papenburg (15 Uhr, Stadtpark).

Mit dem siebten globalen Klimastreik steht diesen Freitag in ganz Deutschland, lese ich hier, „ein Tag voller kreativer Aktionen, geballter Aktivist:innenpower und klaren Botschaften bevor. Seit über zwei Jahren fordern wir Politik und Wirtschaft zum Handeln auf, um allen Menschen eine lebenswerte Zukunft zu sichern, doch die Klimakrise wird weiter befeuert. Es bleiben leere Worte der Entscheidungsträger:innen, die im Angesicht der bereits heute sichtbaren Auswirkungen absurd wirken. Die eindeutige Forderung lautet: #NoMoreEmptyPromises!“

Also, ihr lokalen Klimaaktivisten: Raus aus dem Winterschlaf. Es geht nicht ohne Euch.  #AlleFür1Komma5.

Brachvogelprojekt

10. März 2021

Er ist ein Charaktervogel der Grafschaft Bentheim – der Brachvogel. Früher ein weit verbreiteter Brutvogel im Nordwestdeutschen Tiefland, schrumpft seine Zahl von Jahr zu Jahr. Die Grafschaft Bentheim ist daher ein wichtiger Lebensraum für die vom Aussterben bedrohten Schnepfenvögel und auch einige Landwirte setzen sich bereits mit großem Engagement für den Schutz der auf ihren Flächen lebenden Vögel ein. Im Rahmen eines Niedersächsischen Forschungsprojektes sollen nun Brachvögel mit Sendern ausgestattet werden, um die Lebensweise weiter zu erforschen und damit den Schutz der Tiere in ihrem Lebensraum zu verbessern.

Der Tierpark Nordhorn bemüht sich als regionales Arten- und Naturschutzzentrum mit verschiedenen Projektpartnern bereits seit vielen Jahren um die Rettung dieser interessanten Vögel. „Wir wollen und an dem Forschungsprojekt beteiligen und suchen nun konkret Unterstützer für die Erforschung der Lebensweise unserer Grafschafter Vögel,“ so Zootierärztin und Kuratorin Dr. Heike Weber. „Um mehr Vögel retten zu können, müssen wir mehr über ihr Verhalten lernen!“

Als regionales Arten- und Naturschutzzentrum ist der Tierpark Nordhorn Anlaufstelle für die Aufzucht von verwaisten Brachvogelgelegen. Über 120 junge Brachvögel wurden durch die Mitarbeiter des Tierparks in den letzten Jahren so bereits aufgezogen. Sobald sie alt genug sind, werden die Vögel beringt und in der Region ausgewildert. Ziel ist es nun einen Teil dieser Jungvögel mit Sendern ausstatten, um so zukünftig mehr über den Vogelzug und die Vogelbewegungen zu erfahren. Nur wenn man mehr über das Verhalten und die Ansprüche der Vögel weiß, können Maßnahmen zum besseren Schutz und langfristigen Überleben der Vögel entwickelt werden.

Hier setzt das aktuelle Forschungsprojekt an, denn mit den entsprechenden Sendern können die Vögel präzise verfolgt und so viele Erkenntnisse über die Lebensweise gewonnen werden. Neben den Jungvögeln im Tierpark werden weitere Vögel durch die verschiedenen Projektpartner des Forschungsvorhabens besendert, um so eine größere Anzahl an Tieren verfolgen zu können. Da dies in der Regel Altvögel sind, kann der Tierpark mit seiner Jungvogelaufzucht eine weitere wertvolle Untersuchungsgruppe beisteuern.

„Leider hat uns Corona einen großen Strich durch die Pläne gemacht! Ein halbes Jahr ohne Besuchereinnahmen schränkt unsere Möglichkeiten leider sehr ein,“ so Heike Weber. Rund 1.500 Euro kostet ein Sender, da er eine sehr spezielle Anfertigung ist, um die Vögel nicht zu stören. Ziel ist es mindestens fünf junge Brachvögel mit Sendern auszustatten, um verwertbare Ergebnisse zu erzielen.

„Alle Spenden sammeln wir eigentlich für unser große Zukunftsprojekt, den Neubau der Leopardenanlage!“ so Weber. „Da wir aber bald mit ersten Jungvögeln rechnen, die besendert werden sollen, suchen wir auch für dieses Projekt finanzielle Unterstützer! Eine Firma hat bereits die Kostenübernahme von zwei Sendern zugesagt,“ freut sich die Zootierärztin.

Auf der Webseite des Tierparks ist eine eigene Rubrik eingerichtet, in der regelmäßig unter www.tierpark-nordhorn.de/brachvogelschutzprojekt-tierpark-nordhorn/ über den Fortgang des Brachvogelprojektes berichtet werden soll.

Wer dieses Projekt mit einer Spende oder gar der Übernahme eines kompletten Senders unterstützen möchte, kann dies auf folgende Weise tun:

Spendenkonto.
KSK Nordhorn, IBAN: DE54 2675 0001 0000 3434 34, BIC: NOLADE21NOH oder direkt im Onlineshop des Tierparks unter https://shop.tierpark-nordhorn.de/Spende-Vogelsender/10317.

(Foto: Gunnar Ries CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported).

Dann…

9. März 2021

…freuen wir uns doch mal richtig. Herzliche Glückwünsche in die Kivelingstraße und den Tipp, dass es am Gründonnerstag in der als No. 1 und auch sonst ausgezeichneten Kornblume alle Weine mit 20% Nachlass gibt.