DIMENSIONEN EINES VERBRECHENS. SOWJETISCHE KRIEGSGEFANGENE IM ZWEITEN WELTKRIEG

Am 22. Juni 1941 überfällt das Deutsche Reich die Sowjetunion. Bis Kriegsende nimmt die Wehrmacht etwa 5,7 Millionen Angehörige der Roten Armee gefangen. Ihre Behandlung ist verbrecherisch. Insgesamt kommen mehr als drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene um. Obwohl sie damit eine der größten Opfergruppen deutscher Massenverbrechen sind, wird bis heute kaum an sie erinnert.

Die zweisprachige Ausstellung des Museums Berlin-Karlshorst will die Geschichte der sowjetischen Kriegsgefangenen einem breiten Publikum nahebringen und bietet einen ersten Einstieg in das Thema. In neun Kapiteln wird ein thematischer Überblick bis in die Gegenwart gegeben, zwölf Biographien stellen individuelle Schicksale vor.

Die Wanderausstellung, die erstmals anlässlich des 80. Jahrestags des Überfalls auf die Sowjetunion 2021 im Museum Berlin-Karlshorst von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet wurde, möchte die vielfältigen Schicksalswege der sowjetischen Kriegsgefangenen thematisieren und einem breiten Publikum nahebringen. Damit wird eine der größten Opfergruppen von NS-Masseverbrechen in den Blick genommen, die in der Bundesrepublik Deutschland bis heute in der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird.

Auch in den Kriegsgefangenenlagern des Emslandes und der Grafschaft Bentheim und den zugehörigen regionalen und überregionalen Arbeitskommandos kamen zwischen 1941 und 1945 mehr als 20.000 sowjetische Kriegsgefangene um. Ein Gedenkbuch-Projekt der Gedenkstätte Esterwegen und der Gemeinde Geeste will zu möglichst vielen dieser Kriegsgefangenen detaillierte Angaben zur Biografie, zur Gefangenschaft und zur letzten Ruhestätte zusammen, die seit 2019 im werden befindliche Online-Publikation soll noch in diesem Jahr erfolgen.

„Die eindrucksvolle Ausstellung und der hierauf basierende, in zwei jeweils durchgängig zweisprachigen Fassungen (deutsch/englisch beziehungsweise deutsch/russisch) vorliegende Katalog tragen hoffentlich dazu bei, die sowjetischen Kriegsgefangenen weiter aus dem »Erinnerungsschatten« treten zu lassen.“ (Jörg Osterloh, Fritz Bauer Institut)

Die Eröffnung der Ausstellung „Dimensionen eines Verbrechens. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg“ findet am Sonntag, 26. Juni 2022 um 15 Uhr in der Gedenkstätte Esterwegen Hinterm Busch, statt. Den einführenden Vortrag hält die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Babette Quinkert (Museum Berlin-Karlshorst).

Es wird um eine verbindliche Anmeldung unter info@gedenkstaette-esterwegen.de bis zum 25. Juni 2022 gebeten. Es gelten die jeweiligen Pandemieschutzmaßnahmen des Landes Niedersachsen.

Die Eröffnungsveranstaltung findet im Rahmen der Aktionswoche des „Hilfsnetzwerks für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine“ statt, das aus mehr als 46 Gedenkstätten, Museen und Erinnerungsinitiativen gebildet wird, darunter auch die Gedenkstätte Esterwegen (hilfsnetzwerk-nsverfolgte.de).

Der Begleitband ist während der Laufzeit der Ausstellung zum ermäßigten Preis von € 15 in der Gedenkstätte Esterwegen erhältlich.

Die Ausstellung ist bis zum 14. Dezember 2022 während der Öffnungszeiten der Gedenkstätte Esterwegen (dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr) zu sehen. Der Eintritt ist frei.


The German Reich attacked the Soviet Union on June 22, 1941. By the end of the war the German Army made prisoners of about 5.7 million Red Army soldiers. More than three million of them perished in German custody. Although they are one of the largest categories of victims of German mass crimes, they are hardly commemorated to this day.

The catalogue (ISBN: 978-3-86331-582-5) documents the traveling exhibition of the same name, which aims to bring the history of the Soviet prisoners of war closer to a broad public. Essays also offer in-depth insights into individual topics.

22 июня 1941 г. Германия напала на Советский Союз. За время войны около 5,7 миллионов военнослужащих Красной Армии попали в германский плен. Более трех миллионов из них погибли. Хотя военнопленные являются одной из самых многочисленных групп жертв немецких массовых преступлений, о них до сих пор практически не вспоминают.

В каталоге (ISBN: 978-3-86331-583-2) представлена одноименная передвижная выставка, цель которой – познакомить широкую публику с историей советских военнопленных. Статьи предлагают углубленное рассмотрение отдельных тем.

Das Endergebnis der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ steht fest. „Wir haben inzwischen alle Meldungen ausgewertet und können nun das Endergebnis der Vogelzählung bekannt geben“, freut sich Hanna Clara Wiegmann von der NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/ Grafschaft Bentheim. Das Spitzenfeld ist wenig spektakulär; dennoch gibt es einige Veränderungen zu den Vorjahren.

Auf den ersten drei Plätzen liegen im Emsland und der Grafschaft Bentheim, Haussperling, Amsel und Kohlmeise, gefolgt von Blaumeise auf Platz vier. Auf dem fünften Platz liegt im Emsland die Ringeltaube und in der Grafschaft Bentheim die Dohle. Der zum ersten Mal öffentlich gewählte Vogel des Jahres im Jahr 2021, das Rotkehlchen, fliegt im Emsland auf Platz neun und in der Grafschaft Bentheim auf Platz sechs und ist im Vergleich zum Vorjahr seltener gezählt worden.

Die Top Drei in Niedersachsen sind ähnlich mit den Platzierungen dieser Region. Der einzige Unterschied besteht darin, dass in Niedersachsen der Star auf Platz drei ist. „Dies ist eine erfreuliche Überraschung, da dessen Bestände infolge des Verschwindens von Wiesen und Weiden, in denen der Star seine Nahrung findet, seit Jahren rückläufig sind“, so Wiegmann. Im Emsland schafft es der Star auf Platz sieben und in der Grafschaft Bentheim auf Platz zwölf.

Besonders auffällig in diesem Jahr sind die Zahlen für die Nachtigall. Im Vergleich zu den letzten Jahren wurde die Nachtigall deutlich häufiger gesichtet. Konkret erzielt sie bundesweit ein Plus an Sichtungen von 114 Prozent; in Niedersachsen sogar ein Plus von 253 Prozent. Die Nachtigallen waren in diesem Jahr etwa eine Woche früher aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück als im letzten Jahr. Entsprechend früher startete auch die Balz- und Brutaktivität. „Die Stunde der Gartenvögel ist in diesem Jahr offenbar in die Phase der größten Balzaktivität der Nachtigall gefallen. Viele Männchen waren noch auf der Suche nach einer Partnerin. Daher konnten so viele der variantenreichen und ausdauernden Sänger am zweiten Maiwochenende gehört und gesehen werden“, erklärt Wiegmann. Dass die Nachtigall in diesem Jahr so häufig zu sehen und vor allem noch mehr zu hören war, freut die Ornithologen des NABU besonders. „Nachtigallen gehören zu den wenigen Langstreckenziehern, die im Bestand zunehmen“, sagt die NABU-Mitarbeiterin. „Laut Nationalem Vogelschutzbericht hat sich ihre Anzahl allein zwischen 2004 und 2016 um 26 Prozent erhöht.“

Auch Mauersegler, Mehlschwalben und Rauchschwalben konnten in diesem Jahr insbesondere in Niedersachsen deutlich häufiger gesichtet werden. „Das liegt sicher auch an der stabilen Hochdruckwetterlage mit schönem Wetter am Zählwochenende, die eine Beobachtung dieser Tiere leichter machte“, nimmt Hanna Clara Wiegmann an.

Hinsichtlich der Teilnehmendenanzahl ist jedoch ein Rückgang zu verzeichnen: In Niedersachsen haben in diesem Jahr 7.381 Vogelfreunde vom 13. bis 15. Mai an der Mitmachaktion teilgenommen und aus über 5000 Gärten und Parks 182.929 Vögel gemeldet. Bundesweit haben sich fast 67.000 Menschen beteiligt. Insgesamt wurden über 1,6 Millionen Vögel gezählt. „Die Rekord-Teilnahme während der vergangenen zwei Jahre konnte leider nicht erreicht werden. Dies hängt sicherlich mit dem guten Wetter und den wegfallenden Einschränkungen der letzten zwei Jahre zusammen“, vermutet Hanna Clara Wiegmann. „Dennoch besteht nach wie vor ein großes Interesse der Menschen an der natürlichen Vielfalt vor ihrer Haustür.“

Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eine wissenschaftliche Mitmachaktion von NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) und findet seit 2005 jedes Jahr am zweiten Maiwochenende statt. Jeder kann mitmachen und die Vögel zählen, die er oder sie im Laufe einer Stunde sieht oder hört.

Die nächste Mitmachaktion des NABU läuft schon vom 3. bis 12. Juni: Dann werden beim „Insektensommer“ wieder Sechsbeiner gezählt und gemeldet. Weitere Informationen zur Aktion unter www.insektensommer.de.
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Sperling Bild von suju-foto auf Pixabay

9-Euro-Ticket

19. Mai 2022

Für 9 Euro fährt man einen Monat lang im Juni, Juli oder August im Nahverkehr durch ganz Deutschland. Der Verkauf bei der Deutschen Bahn und DB Regio Bus startet am 23. Mai 2022.

Die lokalen Anbieter in Lingen hingegen schweigen bislang zum großartigen 9-Euro-Ticket. Wie nicht anders zu erwarten, hüllt sich insbesondere die Verkehrsgemeinschaft Emsland Süd („VGE“) in Schweigen. Auf ihrer Website finden sich keine Informationen über das Tarifmodell.

Auch die Idee unserer BürgerNahen Wählergemeinschaft, beispielsweise den wirtschaftlich schlecht dastehenden LingenPass-Besitzer die Karte kostenlos zu geben -vor allem den Kindern in den betreffenden Familien würde das im Sommer sehr gut tun!- hat sich bislang nicht durchgesetzt. Dabei sind die Kosten bei etwa 1000 LingenPass-Besitzern ausgesprochen überschaubar. Der kommunale Anteil an dem Bauzaun rund um die Sparkassenbaustelle am Lingener Markt war jedenfalls mit 30.000,- Euro ein Stück weit teurer.

Klar ist: Die Deutsche Bahn wird das Ticket ab dem kommenden Montag, 23. Mai verkaufen. Ich ahne, dass dann zunächst die Systeme überlastet sind und alles erst in Wochen funktionieren wird. Also was kommt mit dem 9-Euro-Ticket?

Fest steht:

Flatrate:
Beliebig viele Fahrten in dem ausgewählten Monat im Nahverkehr

Deutschlandweit:
In allen Verkehrsmitteln des ÖPNV (wie RB, RE, U-Bahn, S-Bahn, Bus, Tram)

Spontan und mobil:
Online und über die DB-Apps buchbar
Längste Fahrstrecken
Die längste Strecke ohne umzusteigen geht bis Münster oder Norddeich Mole. Nach Bremen, Hannover oder Köln kommt man in etwa 3-4 Stunden.  Mit drei Umstiegen geht es von Lingen in 7:45 h bis nach Berlin. Selbst München ist für 9 Euro erreichbar. Dafür braucht man 12:20 .

Die VogelliebhaberInnen freuen sich schon auf das kommende Wochenende: Vom Freitag, 13. bis 15. Mai ruft der NABU  wieder zur „Stunde der Gartenvögel“ auf. „Die Stunde der Gartenvögel ist ein schöner Anlass sich mit der heimischen Natur zu befassen, die eigene Artenkenntnis zu erweitern und zu helfen, Daten über den Zustand der Vogelwelt zu sammeln. Das ist praktischer Naturschutz, bei dem jeder mitmachen kann“, sagte dazu jetzt Hanna Clara Wiegmann (NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim). Im vergangenen Jahr beteiligten sich über 140.000 Menschen in ganz Deutschland und meldeten dabei mehr als 3,1 Millionen Vögel aus über 95.000 Gärten und Parks.

Im Emsland und der Grafschaft Bentheim haben sich im vergangenen Jahr mehr als 600 Menschen beteiligt. Insgesamt gab es aus über 440 Gärten, Parks oder von Balkons und aus Fenstern Meldungen zu Vogelvorkommen. Die Top drei der häufigsten Gartenvögel in der Region waren dieselben wie in den Vorjahren: Auf Platz eins lag der Haussperling, gefolgt von Amsel und Kohlmeise.

Gespannt warten die Ornithologen des NABU auf die neuen Meldungen. „An ihnen können wir Trends bei den Beständen einzelner Arten ablesen. Möglich ist das, weil wir inzwischen auf Daten aus 17 Jahren zurückgreifen können“, erklärte Wiegmann. Gezählt werden auch Vögel, die nur gehört, aber nicht gesichtet werden können. „Jetzt sind Bäume und Büsche schon dicht belaubt, so dass sich unsere Gartenvögel gut verstecken können. Manchmal können wir nur ihren Gesang hören, sie aber nicht entdecken.“ Wer sich unsicher ist, wer da piept oder zwitschert, kann das Gehörte mit der Stimmenerkennung der NABU-App Vogelwelt überprüfen (mehr: vogeltrainer.NABU.de)

Wie  funktioniert die Stunde der Gartenvögel?
Von einem ruhigen Plätzchen im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet werden konnte. Die Beobachtungen werden am besten online unter www.stundedergartenvoegel.de gemeldet, aber auch per Post oder über die  kostenlose Rufnummer am 14. Mai von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157115. Gemeldet werden kann auch mit der kostenlosen NABU-Vogelwelt-App, erhältlich unter www.NABU.de/vogelwelt. Meldeschluss ist der 23. Mai.

Ein Infopaket zur Stunde der Gartenvögel mit weiteren Informationen samt Zählhilfe und Gartenvogelporträts   ist erhältlich gegen 5 Euro an: NABU Niedersachsen, Stichwort ‚Stunde der Gartenvögel‘, Alleestr. 36, 30167 Hannover.

Mit der „Schulstunde der Gartenvögel“ lädt die NAJU vom 16. bis 20. Mai 2022 alle jungen Vogelfreund*innen dazu ein, sich mit der heimischen Vogelwelt zu beschäftigen und vertraut zu machen. Hierfür kann ein Paket mit Lehrbegleitheft und Materialien für bis zu 20 Kinder für 5 Euro erworben werden bei: NAJU Niedersachsen, Stichwort ‚Schulstunde der Gartenvögel‘, Alleestr. 36, 30167 Hannover. Das dürfte für die Zählung an diesem Wochenende zu spät sein, aber auch im kommenden Jahr wird es die „Stunde der Gartenvögel“ wieder geben. Hier übrigens die Portraits der 40 häufigsten Gartenvögel: NABU.de/gartenvoegel


Text und Foto: NABU. Foto: NABU/ Sebastian Hennigs CC

 

 

Paul Panzer

11. Mai 2022

Paul Panzer
Lingen (Ems) – EmslandArena
Freitag, 13. Mai – 20 Uhr
Karten: 37,85 € 

Corona muss vorbei sein; denn Paul Panzer ist wieder zurück und ruft:

„… willkommen auf der dunklen Seite.“
Dass das Leben kein Ponyhof ist, scheint allgemein bekannt. Doch was die „goldene Mitte“ für uns alle bereit hält, damit konnte selbst Paul Panzer nicht rechnen. Denn sind die Kinder erst erwachsen und die Frau auf Weltreise, heisst’s auch für Paul:  Kleiner Mann was nun?

Begleiten Sie Ausnahmekünstler Paul Panzer auf seiner emotionalen Geisterbahnfahrt durch das Tal der Tränen, durch das wir alle einmal müssen. Paul Panzer in der Krise seinen Lebens … wahrlich zum Totlachen für jeden der nicht drinsteckt. Vor allem am Freitag, den 13.!

1. Mai

27. April 2022

„Gemeinsam Zukunft gestalten“ – unter diesem Motto ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB am 1. Mai wieder zur traditionellen Maikundgebung in Lingen (Ems) auf. Zum ersten Mal nach der Corona-Zwangspause organisieren die DGB-Kreisverbände Emsland und Grafschaft Bentheim am internationalen Kampftag der Arbeiterbewegung wieder eine Kundgebung mit anschließendem öffentlichem Maifest mit Live-Musik.

„Wegen der Corona-Pandemie war unsere Arbeit mehr als zwei Jahre lang sehr eingeschränkt. Jetzt wollen wir wieder Präsenz zeigen“, sagte dazu Bernd Mentgen, der Vorsitzende des DGB-Kreisverbands Grafschaft Bentheim gegenüber den Grafschafter Nachrichten. Gemeinsam mit den emsländischen Gewerkschaftern findet wieder eine Maiveranstaltung statt. Die beginnt am kommenden Sonntag um 10.15 Uhr auf dem Lingener Marktplatz beginnt. Dort wird Marion Hackenthal, Bezirksleiterin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) aus Ibbenbüren, die Anwesenden mit einer kurzen Rede begrüßen. Im Anschluss ziehen die Teilnehmer in einem Demonstrationszug durch die Innenstadt zum Veranstaltungszentrum Halle IV.

Die Festrede hält dort die Gewerkschaftssekretärin Laura Belt (IG Metall Rheine). Außerdem werden die DGB-Kreisvorsitzenden aus der Grafschaft und dem Emsland, Bernd Mentgen und Marcel Jungnickel, sprechen. Lokale Politiker sprechen Grußworte.

Großes Thema der Kundgebung in der Halle IV sind die Veränderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung und Klimaschutz sein. „Die Transformation müssen wir als Gewerkschaften begleiten und aktiv mitgestalten“, sagt die Geschäftsführerin der DGB-Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, Nicole Verlage. Gerade jetzt sei die betriebliche Mitbestimmung unverzichtbar, um in diesem tief greifenden Wandel der Arbeitswelt Arbeitnehmerrechte zu sichern.

Nach der Kundgebung sind alle Interessierten zu einem Maifest in und an der Halle IV eingeladen. Dort soll es Infostände, Getränke und Imbissstände geben. Für die musikalische Unterhaltung wurde das Duo Harp Mitch & Guitar Jakobs gewonnen. Die bekannten niederländischen Bluesmusiker wollen unter anderem Lieder der Arbeiterbewegung erklingen lassen. Mentgen und Verlage hoffen auf den Besuch vieler GewerkschafterInnen und ArbeitnehmerInnen zu dieser „bunten Veranstaltung“.


Quellen: PM DGB EL, DGB NOH, GN

Autokorrektur

16. Februar 2022

Es gibt da schon einiges, was in unserer Stadt für die Mobilität verbessert werden kann. Denken wir mal unerschrocken ( und teilweise auch sehr weit ) voraus:

Wann geht es los mit dem Bahnhofsumbau, der seit Jahren öffentlichkeitswirksam angekündigt wird und doch einfach nicht voran kommt?

Lingen soll und will sich inzwischen außerdem an das werdende S-Bahnnetz Münsterland anschließen; dann fahren Züge hier deutlich öfter nach Süden als zurzeit. Und es braucht eine Direktverbindung ohne Umsteigen nach Osnabrück. Außerdem braucht es einen barrierefreien zweiten Zugang zum Gleis 2 am Bahnhof, wo dann die S-Bahn-Züge starten und ankommen.

Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling hat in diesen Tagen die Entwicklung des Schienennetzes Richtung Niederlande also in die Provinzen Drenthe und Groningen ebenso als notwendig unterstrichen wie Richtung Süden nach Gronau. Warum wird nicht über eine schienengebundene Verbindung zwischen Lingen (Ems) und Nordhorn debattiert? Wie wäre es mit einer Machbarkeitsstudie? Nordhorn scheint mir dafür offen zu sein – und die „Macher“ im Emsland? Sie akzeptieren die eingleisigen Engstellen der Emslandlinie nördlich Dörpen und Papenburg. „Die Macher“ sind immer noch auf dem „Wir-bauen-lieber-Straßen“-Tripp und wollen mit inzwischen 1,4 Milliarden Euro eine 4-spurige Straße durch das Hasetal bauen, anstatt dort die Bahnstrecke Richtung Bremen zu schaffen. Ein gestriges Konzept, scheint mir.

Alles Hirngespinste? Wohl kaum. Dies zeigt ein Blick nach Osnabrück, wo sich etwas tut, schreibt gerade die taz:

„Es gibt ja Leute, die sagen: Früher war alles besser. Meist ist ein solches Lob der Vergangenheit verklärender Unsinn. Aber es gibt Fälle, da stimmt es ein wenig. Ein solcher Fall tritt derzeit in Osnabrück zutage.

Es geht um die Machbarkeitsstudie für den Bau einer Stadtbahn, in Auftrag gegeben und finanziert von Stadt und Landkreis Osnabrück. Bis Ende 2022 sollen die Dresdner Verkehrsplaner Köhler und Taubmann (VKT) ihre Potenziale bewerten, ihre Wirtschaftlichkeit, ihre Ausbaubarkeit zur Stadt-Umland-Bahn, die städtebaulichen Konsequenzen.

Ein großer Erfolg für die Osnabrücker Stadtbahn-Initiative (SBI). Seit Anfang der 1990er kämpft sie für ihre Idee einer neuen Straßenbahn. Mitentscheidend war eine Petition von Ende 2020, die über 3.100 Unterzeichner fand, an Infoständen, auf Wochenmärkten, über die Plattform openPetition. Auch AktivistInnen von Fridays for Future hatten Unterschriften gesammelt.

Osnabrück hatte schon einmal eine Stadtbahn. Eine elektrische Straßenbahn, ab 1906. Aber 1960 war damit Schluss. Das System wurde demontiert, die Stadt mehr und mehr zur Autostadt. „Heute sagen fast alle, dass das ein fataler Fehler war“, sagt Johannes Bartelt von der SBI zur taz. „Aber es ist noch nicht zu spät, den Erfolg von damals wieder aufzugreifen.“

Dass Osnabrücks Straßen primär Autoverkehrsraum sind, rächt sich: Staus, Lärm, Abgase, Stress, Feinstaub, zu­ge­parkter öffentlicher Raum, Unfallgefahr für Radfahrer. Eine Stadtbahn könnte das entzerren, meint die SBI. Zudem…“

[weiter hier]

Angesichts der Klimaprobleme kann jedenfalls nicht weiter auf den Individualverkehr gesetzt werden, auch nicht mit E-Autos. Es müssen Alternativen entwickelt werden.

Es geht hier vor allem um die Schiene, aber eine zentrale Alternative ist das Rad, das für kurze Strecken unschlagbar ist, allerdings auch ein Umfeld braucht, damit es gern benutzt wird. Einfache Frage: Warum beispielsweise stehen Kfz trocken in öffentlich finanzierten Garagen, aber Räder allermeist im Regen, wenn man mit ihnen in die Stadt fährt? Eine weitere Alternative ist der schienengebundene Transport von Menschen und Gütern auch in der Region. Ideen gibt es reichlich. Doch für die Umesetzung braucht es den Abschied der einseitigen, Verkehrsplaner sagen „sehr besonderen“ Autoorientiertheit in Lingen oder, um es mit Katja Diehl zu sagen, die Autokorrektur. Dazu müssen belastbare Untersuchungen und Machbarkeitsstudien her.

Bevor übrigens BN-Mann und Stadtplaner Manfred Kunst mit mir schimpft: Ja, es sollte auch untersucht werden, ob angesichts grundlegend geänderter Finanzierungen des Bundes die Bahnstrecke im Lingener Stadtgebiet eine Etage tiefer zu legen ist, um so die Zerteilung unseres „Mittelzentrums mit oberzentralen Teilaufgaben“ in Ost und West zu beenden und viele Hektar neuen Stadtraum zu bekommen.

Spoiler:
Bitte unabhängige Expert*innen fragen und keine Leute, die das zurecht biegen, was unser OB für richtig hält.


Foto: Bahnhof Lingen (Ems) vor rund 100 Jahren (1919)

 

StoffOS

15. Februar 2022

StoffOS ist ein grünes Start-up aus Bad Iburg im Osnabrücker Land, das mit wiederverwendbaren Stoffprodukten eine nachhaltige Alternative zu Wegwerfprodukten bietet. Die Vision: Stoffprodukte aus der Nische zu holen – und dadurch den Abfall zu reduzieren. 2021 startete die Gründerin Silke Kretzing mit Stofftaschentüchern in Bio-Qualität.

Sie sagt: „Jedes Jahr braucht es eine 53 Kilometer lange Schlange an Müllwagen, um unsere weggeworfenen Papiertaschentücher zu entsorgen.“ Dieser erklärt die Motivation für ihr Unternehmen. Mit wiederverwendbaren Stofftaschentüchern will Silke Kretzing das globale Müllproblem anpacken. Ihre Lösung: Waschbare Taschentücher aus weichem Bio-Baumwoll-Jersey, die mindestens fünf Jahre halten – statt nach einmal Schnäuzen in der Tonne zu landen.  Die Website informiert über die StoffOs. Sie sind:

  • Weich
    Dank Bio-Baumwolljersey fühlt sich das Naseputzen so herrlich weich an, als würdest Du von einer Wolke gekitzelt.
  • Langlebig
    Dein Taschentuch ohne Plastik begleitet Dich mindestens 5 Jahre lang – damit sparst Du rund 5 Kilogramm Papierrestmüll und Plastikverpackung.
  • Waschbar
    Statt unsere Wälder in den Restmüll, schmeißen wir das Stofftaschentuch einfach zur 60 Grad Wäsche. Unkompliziert und flusenfrei.
  • Alleskönner
    Das Taschentuch aus Stoff ist besonders saugfähig, hygienisch und im quadratischen 22,5cm-Format der perfekte Begleiter für unterwegs.

Damit die Stofftaschentücher nicht nur bei Bio-Überzeugten im Einkaufswagen landen, will Silke Kretzing ihre nachhaltige Alternative im Supermarkt verkaufen – direkt neben den Papiertaschentüchern. StoffOS ist bereits in ausgewählten Geschäften des Einzelhandels i Osnabrück und umzu; der Einzelhandel im Land an Ems und Vechte hält sich bisher noch zurück. Aber es gibt die StoffOS natürlich online.

raus

2. Februar 2022

Die Handballer der HSG Nordhorn-Lingen haben offenbar einen neuen Social-Media-Mann. Der hat gestern an seinem ersten Arbeitstag und fast nach drei Jahren HSG-Twitterabstinenz wieder getwittert. Es freute mich, dies zu lesen:

 

Allerdings fehlt mir etwas, das mich seit dem 7. Januar 2019 immer ein „Genau!“ hat sagen lassen. Schaut mal, wie es seit Anfang 2019 aussah:

Und jetzt frage ich, wo dieser Tweet hin ist. Genauer: Er ist offenbar völlig raus – warum?

Das, liebe HSG Nordhorn-Lingen, ist etwas schäbig. Denn „Nazis raus!“ ist in diesen Zeiten schon eine wichtige und notwendige Aussage – vor allem von einem -so hoffe ich doch – wahrscheinlichen Bundesliga-Rückkehrer zur Saison 2022/23. 

irgendwann später

13. Januar 2022

Ab Januar sollte es auch in Niedersachsen ein günstiges Azubi-Ticket geben. Jetzt stellt sich heraus: Vor dem Sommer wird das nichts und landesweit gilt es auch nicht.Es kommt eben irgendwann später, berichtet Nadine Conti in der taz.

Als „echten Meilenstein“ bezeichnete Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) das Vorhaben noch im Dezember. Ab Januar sollte das regionale Schüler- und Azubi-Ticket – gelegentlich auch 1-Euro-Ticket oder 365-Euro-Ticket genannt – dafür sorgen, dass Auszubildende nicht länger große Teile ihrer oft mickrigen Vergütung für Monatstickets ausgeben müssen. Die neue Landesmaßgabe heißt: Nicht mehr als 30 Euro pro Monat soll das Nahverkehrsticket kosten – und zwar für Schüler*innen, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende gleichermaßen.

Doch wer jetzt freudig zum Fahrkartenautomaten oder ins Kundencenter seines Nahverkehrsanbieters stiefelt, wird enttäuscht: Vielleicht im August, sagen die meisten. Das liegt daran, dass in Niedersachsen solche Meilensteine eher aus einem Sack Kieselsteine mit Ikea-Bauanleitung bestehen.

Das Verkehrsministerium hat nämlich lediglich die gesetzlichen Voraussetzungen und Mindestvorgaben für dieses Azubi-Ticket geliefert. Außerdem hat es 20 Millionen Euro in diesem und 30 Millionen im nächsten Jahr aus seinem Haushalt zusammen gekratzt, um das Vorhaben zu bezuschussen. Und jetzt dürfen sich die Kommunen und Landkreise, die für den ÖPNV zuständig sind, überlegen, wie sie das Ganze umsetzen und den Rest finanzieren.

Das hängt damit zusammen, dass Niedersachsen über ein unglaublich kleinteiliges Nahverkehrssystem verfügt, in dem es an die 50 verschiedene Tarifsysteme gibt. Daran wollte das Wirtschaftsministerium nicht rühren. Man…

[weiter bei der taz]