Erinnerung an das Ghetto in Riga
Ausstellung
Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstraße 70
Eröffnung So, 14.11.2021 – 17 Uhr
Eintritt : frei

Viele emsländische Juden wurden in das sogenannte „Reichsjudenghetto“ in Riga/Lettland deportiert. Riga war bei fast allen eine Zwischenstation auf dem Weg zu ihrer Ermordung. Anlässlich des 80. Jahrestag der Riga-Deportationen erinnert diese Ausstellung des Kulturkreises Impulse daran.

Aus Freren wurden am 11. Dezember 1941 sechs Menschen verschleppt, darunter neben Simon Schwarz und dem Arbeiter Siegfried Meyberg das Frerener Ehepaar Martin und Erika Manne, ihr nicht einmal zweijährige Samuel und die Mutter von Erika, Emma Schwarz geb. von Geldern (geb. 1873) mit einem Lastwagen nach Osnabrück in die Viehhallen gebracht. Von dort aus wurden sie am 13.12.1941 mit dem ersten der sog. Bielefelder Transporte in einer 36-stündigen Zugfahrt in das Ghetto nach Riga in Lettland deportiert.

Bielefeld gehörte zu den Städten, in denen Menschen jüdischen Glaubens aus den benachbarten Regierungsbezirken zusammengeführt und dann in Ghettos und Konzentrationslager weitertransportiert wurden. Von 1941 bis 1945 verließen insgesamt neun Deportationszüge mit Menschen aus Ostwestfalen und den preußischen Regierungsbezirken Münster und Osnabrück  den Bielefelder Güterbahnhof. Im Einzelnen waren dies:
13.12.1941 nach Riga, 31.03. 1942 nach Warschau, 10.07.1942 nach Auschwitz, 31.07. 942 nach Theresienstadt, 02.03.1943 nach Auschwitz, 12.05.1943 nach Theresienstadt, 28.06.1943 nach Theresienstadt, am 19.09.1944 nach Elben und Zeitz und am 13.02.1945 nach Theresienstadt.

Erst 57 Jahre nach der Deportation wurde ein Mahnmal vor dem benachbarten Hauptbahnhof in Bielefeld errichtet, dass an die tausenden Einzelschicksale erinnert. Es trägt den Titel »Jede Ermordete, jeder Ermordete hat einen Namen«. Die Friedensgruppe der Altstädter Kirchengemeinde in Bielefeld hatte 1996 den Bau des vom Architekten Hartmut Falkenberg gestalteten  Mahnmals  ermöglicht: Auf zwei stilisierten Pulten aus Metall sind die Namen von 1.840 Juden aus Bielefeld, dem Regierungsbezirk Minden, aus Lippe und Schaumburg-Lippe eingraviert. Sie wurden vom Bielefelder Hauptbahnhof aus deportiert. Als weiterer Text steht auf den Tafeln auf hebräisch und deutsch der Psalm 78,6:

»Auf daß erkenne das künftige Geschlecht, die Kinder, die geboren werden, daß sie aufstehen und erzählen ihren Kindern«.

Insgesamt 1039 Menschen wurden am 13.12.1941 nach Riga deportiert. Darunter befanden sich 148 Kinder im Alter bis zu 15 Jahren. Samuel Manne wurde gemeinsam mit seiner Großmutter am 3. November 1943 nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet.

Martin und Erika Manne überlebten den NS-Mordterror. Mit Hilfe des schwedischen Roten Kreuzes gelangten sie 1945 nach Schweden und ließen sich in Lidingö vor den Toren Stockholms (Schweden) nieder. Sie  bekamen noch zwei Töchter: Renee und Eva. Martin Manne starb 1988, Erika Manne 2002.

 

Piano Pete Trio

12. November 2021

Piano Pete Trio
Lars Goebel, Alex Lex und Pete Budden
Freren – Alte Molkerei Bahnhofstr. 79
Samstag, 13.11. – 20 Uhr
Eintritt: 5 € [online bestellen]
Corona: 2 G

Was soll man in diesem kleinen Blog über die (über)regionale Musiklegende Pete Budden schreiben? Ihr kennt ihn und sein Facettenreichtum macht immer wieder Lust auf mehr.
Diesmal bringt Pete zwei hochkarätige Profis mit in die Alte Molkerei nach Freren: Am Schlagzeug Alex Lex, der in der Blues und Jazzwelt weit gereist ist und gerade für den German Blues Award vorgeschlagen wurde. Am Saxofon Lars Goebel, der in unterschiedlichsten Formationen unterwegs ist. Das Piano Pete Trio spielt bekannte Jazzstandards von Cole Porter über Frank Sinatra bis hin zu Louis Prima oder Nat King Cole.

Die Kulturkreis-impulse-Veranstaltung wird gefördert von

Bernhard Fritze gestorben

10. November 2021

Bernhard Fritze ist am vergangenen Samstag gestorben. Der 1925 in Lingen geborene Pädagoge war einer der letzten Zeitzeugen der NS-Herrschaft. Sein Engagement gegen das Vergessen war beeindruckend. die Stadt Freren verlieh ihm die Ehrenbürgerschaft. Das Forum Juden Christen veröffentlichte jetzt diesen Nachruf:

„Im gesegneten Alter von 96 Jahren ist am 6. November unser langjähriges Mitglied, unser Freund, Förderer, Unterstützer des Forums Juden-Christen (früher: Arbeitskreis Judentum-Christentum) und wohl letzter örtlicher Zeitzeuge der NS-Herrschaft von 1933 – 1945, Bernhard Fritze, an seinem späteren Lebensort Freren gestorben. Bis zum Erreichen des Altersruhestands war Bernhard Fritze dort als Lehrer und Rektor der Franziskus–Demann-Schule tätig.

Geboren wurde Bernhard Fritze 1925 in Lingen. Am 30. Januar 1933 war er noch nicht acht Jahre alt, sollte danach aber bis zum Kriegsende 1945 zusammen mit seiner Familie zum Leben unter der NS-Herrschaft verurteilt sein. Hier war er Nachbar der jüdischen Familie Heilbronn, kannte die 3 Jahre ältere Ruth Heilbronn – die spätere Ruth Foster – gut, gehörte zu ihren Spielgefährten und erlebte im Dezember 1941 auch ihren Abtransport, zusammen mit ihren Eltern mit den „Bielefelder Transporten“ in das Ghetto Riga. Schon vorher hatte er unmittelbar in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938, also als 13-jähriger, den Brand und die Zerstörung der Synagoge in Lingen miterlebt. Er berichtete darüber immer wieder voller Erschütterung und voller Abscheu – zuletzt bei einer unserer Versammlungen im Frühjahr 2019.

Nach der Rückkehr Ruth Fosters anlässlich der Einladung der Stadt Lingen in ihre Geburtsstadt 1984, also vor inzwischen beinahe 40 Jahren, lud Bernhard Fritze seine Kindheits- und Jugendfreundin Ruth Foster schon bald in seine Frerener Schule ein, wo die Überlebende der Schoa als eine der ersten im Emsland den Kindern der Franziskus – Demann-Schule von der Geschichte und dem Schicksal ihrer Familie und dem Schicksal der Jüdinnen und Juden in Deutschland und ihrer Ermordung in den Todesfabriken der Nazis erzählte. Das dabei entstandene, überaus bewegende Tondokument ihres Berichts ist bis heute erhalten.

Bernhard Fritze wurde so zum Initiator, Mitbegründer und Pionier der Erinnerungsarbeit im damaligen Altkreis Lingen. Uns allen im späteren Forum Juden- Christen stand er engagiert und treu, aber auch immer sehr sachkundig zur Seite. Mit Bernhard Fritzes Tod hat das Forum Juden-Christen einen nimmermüden Erinnerer und Gefährten verloren.

Er möge ruhen in Frieden.“

Old Blind Dogs

9. November 2021

Old Blind Dogs
High Energy from Scotland
Begleitet von einem WHISKY-TASTING mit „Vom Fass“ aus Lingen (Ems)
Freren  – Alte Molkerei, Bahnhofstraße 79
Donnerstag, 11. 11. 2021, 20 Uhr
Eintritt: 15 € – [online bestellen]
Corona: 2 G

Old Blind Dogs Die „Dogs“ sind eine der besten schottischen Bands. Vielfach ausgezeichnet gewannen sie auch den Titel „Best LiveAct“ bei den Scots Trad Music Awards völlig zu Recht. Seit mehr als 25 Jahren sind „die alten blinden Hunde“ inzwischen „on tour“ und bieten schottische Folkmusik mit Rock-Einflüssen vom Feinsten. „Prägend sind dynamische Percussions, intensiver Geigeneinsatz, Bagpipestücke, Gesangsstimmen und „schottische“ Bouzoukiklänge“

Wer denkt, er hätte schon alles gehört, was man mit einem schottischen Dudelsack anstellen kann, der wird von Ali Hutton, mit Sicherheit einem der besten Piper seiner Generation, eines Besseren belehrt. Jonny Hardie an Vocals und Fiddle ist tief in der schottischen Tradition verwurzelt und hat ein markantes, typisch schottisches Timbre in seiner Stimme, das sich hervorragend mit Aaron Jones‘ mehr von Singer-Songwritern wie James Taylor beeinflussten Vocals ergänzt. Jones ist an Bouzouki und Gitarre ein Virtuose und sorgt zusammen mit Fraser Stone an Drums und Percussion für einen treibenden Beat der garantiert in die Beine fährt. Die Besucher erwartet ein großartiger Abend in der Alten Molkerei.


9. November 1938

8. November 2021

Die „Reichspogromnacht“ und damit der Jahrestag der Synagogenzerstörungen jähren sich morgen zum 83. Mal. Im Altkreis Lingen finden aus diesem Anlass auch in diesem Jahr Gedenk- und Mahnveranstaltungen in Lingen(Ems), Lengerich und Freren statt:

LINGEN(EMS)
Gemeinsam mit dem Forum Juden-Christen Altkreis Lingen e.V. lädt die Stadt Lingen auch in diesem Jahr zu Gedenkveranstaltungen am Dienstag, 9. November, ein.

Um 18.00 Uhr findet zunächst ein ökumenischer Gottesdienst in der Kirche St. Josef im Ortsteil Laxten (Josefstraße 19) statt.

Die traditionelle Gedenkfeier mit Kranzniederlegung findet anschließend ab 19.30 Uhr am Lern- und Gedenkort Jüdische Schule (Jakob-Wolff-Straße 1/Konrad-Adenauer-Ring) statt. Es spricht u.a. der amtierende Vorsitzende des Forum Juden-Christen Walter Höltermann.

LENGERICH
10.00 Uhr Gedenkveranstaltung am jüdischen Gedenkstein im Bürgerpark. Auf der dortigen, von der Gemeinde Lengerich durchgeführten Veranstaltung spricht Walter Höltermann für das Forum Juden Christen.

FREREN
10.15 Uhr Feierstunde am Gedenkstein in der Grulandstraße zur Erinnerung an das Geschehen in der Reichspogromnacht und zum Gedenken und zu Ehren der jüdischen Opfer Frerens. Als „Mahnung für die Zukunft“ findet diese Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Stadt Freren, der Jüdischen Geschichtswerkstatt Samuel Manne und dem Kulturkreis impulse e.V. statt. Leitung: Lothar Kuhrts (Jüdische Geschichtswerkstatt „Samuel Manne“).

Hinweis:
Die Teilnehmenden bei den Gedenkveranstaltungen werden gebeten, die Corona-Abstandsregeln zu beachten.

Foto: Zerstörte Lingener Synagoge, im Hintergrund die ehem. jüdische Schule, der heutige Lern- und Gedenkort

 

ReCartney

21. Oktober 2021

ReCartney
>Coming Up Live! Tour<
Europe’s Finest Paul McCartney Tribute Show
Freren, Alte Molkerei, Bahnhofstraße 79
Samstag 23. Oktober 2021, 20 Uhr
Karten: 15 € (online bestellen)
Corona: 2 G

„ReCartney„Coming up live!“ So lautet die aktuelle Tribute-Show der Band ReCartney. In dieser einzigartigen Show verneigen sich die vier professionellen Musiker vor dem musikalischen Schaffen der lebenden Legende Sir Paul McCartney.

Wie beim Grandseigneur selbst besteht ein ReCartney Konzert neben bekannten Solo Meisterwerken zum Großteil aus Songs der legendären „Beatles-Ära“. Dabei ist ReCartney keineswegs eine angestaubte Oldie-Show, vielmehr eine energetische Rock-Show in modernem Soundgewand. Legendäre Songs aus den letzten fünf Jahrzehnten werden von den jungen Musikern von ReCartney auf höchstem Niveau präsentiert. Musikalische Überraschungsmomente gespickt mit „very british“ Entertainment sind dabei ebenso lebendig wie der Ex-Beatle selbst.

In einer rasanten Show verspricht ein dramaturgisch abgestimmtes Repertoire Abwechslung und Höhepunkte. Bekannte Songs von John Lennon und George Harrison runden das ReCartney Repertoire als Hommage an die beiden ab. Zu ihrer Show sagt die Band selbst: „Für Paul McCartney und Beatles Kenner ein Leckerbissen, für Interessierte eine musikalische Entdeckungsreise in eine der erstaunlichsten Discographien der Pop-Geschichte: Sir Paul McCartney! “

Text: PM

Peter Alexander Herwig

23. September 2021

Peter Alexander Herwig
„Christian Morgenstern und seine Zeit“
Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstr.
Samstag 25. September 2021  – 20 Uhr
Eintritt: 5,- € – online 

„Christian Morgenstern und seine Zeit“ – unter diesem Motto erinnern Heike Koschnike (Texte), Linda Moeken (Klavier) und Peter Alexander Herwig (Bariton) an Christian Morgenstern erinnern,dessen 150.Geburtstag in diesem Jahr wird feiern

Neben Vertonungen seiner Gedichte u.a. von Paul Graener (1872-1944) erklingen auch Kompositionen von Hugo Wolf (1860-1903), einem bedeutenden Komponisten aus dieser Epoche. Heike Koschnike rundet den Abend mit humorvollen Gedichten und phantastischen Geschichten von Christian Morgenstern und seine Zeit ab.

Morgenstern? Den Mann kennt man doch:

Die unmögliche Tatsache

Palmström, etwas schon an Jahren,
wird an einer Straßenbeuge
und von einem Kraftfahrzeuge überfahren.
„Wie war „(spricht er sich erhebend
und entschlossen weiterlebend)
„möglich, wie dies Unglück, ja -:
daß es überhaupt geschah?

Ist die Staatskunst anzuklagen
in bezug auf Kraftfahrwagen?
Gab die Polizeivorschrift
hier dem Fahrer freie Trift?
Oder war vielmehr verboten,
hier Lebendige zu Toten
umzuwandeln, – kurz und schlicht:
Durfte hier der Kutscher nicht -?“

Eingehüllt in feuchte Tücher,
prüft er die Gesetzesbücher
und ist alsobald im klaren:
Wagen durften dort nicht fahren!
Und er kommt zu dem Ergebnis:
„Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil“, so schließt er messerscharf,
„nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Meine Zugabe bereits hier:

Palmström

Palmström steht an einem Teiche
und entfaltet groß ein rotes Taschentuch:
Auf dem Tuch ist eine Eiche
dargestellt, sowie ein Mensch mit einem Buch.

Palmström wagt nicht sich hineinzuschneuzen –
er gehört zu jenen Käuzen,
die oft unvermittelt-nackt
Ehrfurcht vor dem Schönen packt.

Zärtlich faltet er zusammen,
was er eben erst entbreitet.
Und kein Fühlender wird ihn verdammen,
weil er ungeschneuzt entschreitet.

Buren-Skandal

23. März 2021

Das Emslandmuseum berichtet just in seinem Blog über den Buren-Skandal vor drei Jahren und hat herausgefunden, dass der Skandal kein Skandal war. Eine wunderbare Emslandgeschichte:

Mit großem Widerhall in Presse und Medien wurde 2018 das große Ortsjubliäum „1200 Jahre Emsbüren“ kurzerhand abgesagt, weil sich die entsprechende Urkunde zum Jahr 819 als Fälschung des 10. Jahrhunderts herausgestellt hatte. Das hatten die Historiker zwar schon Jahre vorher herausgefunden, aber nun hatte es sich auch bis Emsbüren herumgesprochen.

Noch bevor man die Hintergründe dieser Fälschung auf sachlicher Ebene erst einmal diskutiert hatte – eine gefälschte Urkunde enthält in der Regel auch viele zutreffende Informationen, sonst wäre sie ja nicht glaubwürdig – fürchtete die Emsbürener Geistlichkeit um ihre eigene Glaubwürdigkeit beim Jubiläum und wandte sich in ihren Gewissensnöten an die vorgesetzte Dienststelle der Diözese, die sich mit solcherlei Anfragen wohl auch nicht jede Woche beschäftigt.

In erstaunlicher Geschwindigkeit kamen dabei Historiker des Bistumsarchivs in Osnabrück, die bislang nicht unbedingt durch Forschungen zum Mittelalter in Erscheinung getreten waren, zu dem aus kirchlicher Sicht – wen wunderts – unanfechtbaren Urteil, dass man auf Grundlage einer gefälschten Urkunde keinen echten Geburtstag feiern dürfe. Kirche ist ja bekanntermaßen stets um Wahrheit und Transparenz bemüht. Etwas erstaunt ist man da schon, denn wenn der Grundsatz, dass Dinge aus der Vergangenheit, für die man keinen urkundlichen Nachweis besitzt, nicht gefeiert werden dürfen, dann dürfte ja gerade in der katholischen Kirche, wenn man’s zu Ende denkt, so manches nicht gefeiert werde. In Emsbüren hielt man sich jedenfalls an die Ansage aus Osnabrück zur Absage des Jubiläums.

Unrecht – wie der namhafte Mittelalter-Historiker Prof. Dr. Manfred Balzer jetzt in einem umfangreichen Beitrag in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Nordmünsterland“ (Bd. 8, 2021) erläutert.

Balzer kommt nämlich zu dem Ergebnis, dass der im Mittelpunkt der gefälschten Urkunde von 819 stehende Abt Castus in Visbek identisch ist mit jenem Castus oder Gerbert, der als Schüler und Weggefährte des Heiligen Ludgerus schon lange bekannt ist. Auf breiter Quellenbasis stellt Balzer heraus, dass die in der Falschurkunde von 819 genannten Orte sehr wohl als Freren und Emsbüren identifiziert werden können und dass auch absolut wahrscheinlich ist, dass diese Orte um das Jahr 820 schon existierten und über eine Kirche verfügten.

Hat er oder hat er nicht ? – Ludgerus als Gründer der Kirche in Emsbüren am dortigen Kirchenportal

Im Verlauf seiner Darstellung kommt Balzer zu dem Ergebnis, dass der Diakon Castus zur Sippe des heidnischen Sachsenherzogs Widukind gehörte. Sein Familienzweig verfügte über erhebliche Besitzungen im heutigen Oldenburger Münsterland, im Osnabrücker Nordland sowie auch im Südlichen Emsland. Castus stiftete seinen Erbteil, das waren vor allem Bauernhöfe, zum einen für das Kloster Werden, das sein Lehrer Ludgerus gegründet hatte, und zum anderen für ein von ihm selber gegründetes kleines Kloster in Visbek, das später samt allem Zubehör in den Besitz des Klosters Corvey an der Weser gelangte.

Zu diesen Stiftungen des Castus gehörten auch zahlreiche Höfe und die Zehnteinnahmen in Freren, die später an Corvey fielen, sowie Höfe in Schale, die das Kloster Werden erhielt. In Schapen richtete dieses Kloster schon im 9. Jahrhundert einen Haupthof ein, der die zahlreichen Einnahmen der Mönche aus der Umgebung sammelte, und errichtete dort schon früh eine Kirche unter dem Patronat des Heiligen Ludgerus.

Emsbüren hat durch den vermeintlichen Skandal um die gefälschte Urkunde nicht nur sehr viel Staub aufgewirbelt, sondern sehenden Auges ein wichtiges Ortsjubiläum verstreichen lassen.

Die Herren vom Bistumsarchiv empfahlen seinerzeit ersatzweise ein Jubiläum zum Jahr 1181 – damals wurde die Pfarrei Emsbüren zum ersten Mal erwähnt. Das Jubiläum wäre dann 2081. Bis dahin ist ja noch Zeit und wer weiß denn, ob es in der Zwischenzeit bezüglich der Echtheit dieser Quelle nicht noch zu neuen Erkenntnissen kommt. Oder zu einem neuen Sturm im Wasserglas.


Quelle und Fotos: Emslandmuseum Lingen;  Literaturhinweis: Manfred Balzer: Abt Castus von Visbek. In: Nordmünsterland. Forschungen und Funde. Bd. 8, 2021.

Las Migas

30. Januar 2020

Las Migas
Quartett aus Barcelona
Freren, Alte Molkerei, Bahnhofstraße 79
Samstag, 1. Februar 2020 – 20 Uhr
Kartem: 25 €

„In der Musik von Las Migas vermengt sich Flamenco mit lateinamerikanischen Elementen, Pop- und Folk-Klängen und einer jazzigen Note auf unnachahmbare Weise zu einem wohlklingenden Ganzen.“

Las Migas, das einzigartige Flamenco-Quartett aus Barcelona, ist der Beweis, dass beim Flamenco nicht nur der Tanz, sondern auch die Musik weiblich sein kann. Las Migas lassen sich vom traditionellen Flamenco inspirieren, lassen ihn aber frisch und avant-garde klingen.

Beim Flamenco spielen Frauen meist die Rolle der Tänzerinnen, den Ton geben sie eher selten an. Dabei kann Flamenco so weiblich sein. Las Migas sind der Beweis. Mit Marta Robles, Alicia Grillo, Roser Loscos und Bego Salazar setzt sich das Quartett ausschließlich aus Frauen zusammen. Das allein ist es aber nicht, was ihren Flamenco so frisch und avant-garde klingen lässt.

Las Migas lassen sich vom traditionellen Flamenco inspirieren, gehen aber über dessen Sprache hinaus. Die Musikerinnen aus Andalusien und Katalonien bringen zwei Gitarren, eine Geige, eine Cajón, außergewöhnliche Stimmen und ihre gesammelten Erfahrungen in die Musik ein. Marta, Roser und Alicia kommen vom Flamenco und der klassischen Gitarre, Bego von Fado, Jazz und Habaneras. Diese unterschiedliche Herkunft, die sie auf unterschwellige Weise durchschimmern lassen, macht Las Migas so faszinierend und zu einem gern gesehenen Gast auf den renommiertesten Bühnen Spaniens sowie auf Festivals in ganz Europa.

„Wir sind die Krümel (Las Migas) von dem Brot, welches Flamenco ist.“Migas heißt auch ein in ganz Spanien verbreitetes Gericht, ursprünglich ein Armeleuteessen, das je nach Region ziemlich deftig ist.“ (Las Migas) Ihre mediterrane Musikrezeptur lässt definitiv den nächsten großen Abend in der Alten Molkerei erwarten!

Yesterday (Jan 27th) in Herdecke, Germany, we began this new idea of recording homemade videos, in our dressing rooms, so you can see us close.
It was a great concert, and today we are in holidays-rehearsals, preparing new repertoire.
We are looking forward to showing you the new stuff…

(Quellen: youtube, Alte Molkerei)

Dire S.

18. Januar 2020

Dire Strings
A Tribute to Dire Straits
Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstraße 70
Samstag 25. Jan 2020 – 20 Uhr

Wenige Restkarten an der Vorverkaufstelle in Lingen: 18 €

dIREsTRINGS

Wer erinnert sich nicht an den unverwechselbaren Gitarrensound und die markante Stimme von Mark Knopfler? An die große Zeit der Dire Straits sowie deren Hits „Sultans of Swing“, „Brothers in Arms“, „Money for Nothing“ oder „Telegraph Road“? Dann ist das die Gelegenheit, sich diese Erinnerungen einmal wieder zurückzuholen!
„Augen zu und Mark Knopfler in den Ohren“ und „Gänsehaut mit der Musik der 80er“ waren nur zwei der Pressestimmen zu den ersten Konzerten der Dire Strings.
Erleben Sie ein Livekonzert um den erst 23-jährigen Bandleader Alexander Moll, der getreu seinem Vorbild Mark Knopfler sowohl die Leadgitarre, als auch den Leadgesang gleichermaßen selbst übernimmt.dIREsTRINGS Alex Gitarre
Begleitet wird er dabei von seiner achtköpfigen Band, bestehend aus einem weiteren Gitarristen, einem Bassisten, zwei Keyboardern, einem Schlagzeuger, einem Percussionisten, einem Pedal Steel Gitarristen und einem Saxophonisten.
www.direstrings.de
Eintritt: 18,- €
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Text und Fotos: Alte Molkerei