DAMME – Heidi Specker

10. Dezember 2021

DAMME

Heidi Specker
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a
Die Ausstellung findet vom 11.12.21 bis zum 06.03.2022 statt.

Soft Opening:
An diesem Wochenende eröffnet die nächste Ausstellung im Kunstverein Lingen. Der  Eintritt in die Kunsthalle ist am 11. und 12. Dezember frei. Heidi Specker ist am Samstag von 11 bis 17 Uhr anwesend und steht gemeinsam mit der Direktorin der Kunsthalle Meike Behm für Gespräche zur Verfügung.

„DAMME heißt die heute starende Ausstellung  der Künstlerin Heidi Specker. 1962 in der gleichnamigen Stadt geboren, lebt sie heute in Berlin und leitet als Professorin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig die Fotoklasse. Nach einem Studium der Visuellen Kommunikation an der Fachhochschule Bielefeld und war sie Meisterschülerin von Joachim Brohm an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Das Kunstmuseum Bonn und die Berlinische Galerie richteten ihr u.a. Einzelausstellungen aus und sie nahm u.a. an Gruppenausstellungen in der Kunsthalle Wien und im National Museum of Art in Kyoto teil.

Heidi Specker arbeitet im Medium Fotografie. Die 2019 entstandene Arbeit „DAMME“ besteht aus 70 Fotografien, die auf intensive Art und Weise das Leben auf dem Land ebenso reflektieren wie auch kommentieren. In Damme herrscht Normalität, isolierte Momentaufnahmen einer Landschaft von Asphalt, Beton und Backstein verweisen auf Anonymität und Ödnis; Monokulturen von Maisfeldern und Windräder charakterisieren die Landschaft. Im ländlichen Großraum sorgt nicht der Späti oder der Kiosk, sondern der Getränkemarkt für alkoholische Versorgung. Im Fokus stehen Jugendliche, privilegiert in ihrem Zustand zwischen Träumerei und Erwartung des Zukünftigen. Die Aufnahmen erzählen vom Aufbruch teilweise aus der Nähe, teilweise mit Distanz, halten Rückschau und spiegeln Lebensstationen. Ein Videofilm enthält die Episoden „Landstraße“ und „Glückauf“ und ergänzt die Fotografien.

Weiterer Bestandteil der Ausstellung ist das Projekt „CORNFELD“, zu dem Heidi Specker Künstler*innen dazu einlud, einem historischen Kupferstich mit der Nutzpflanze Mais, veröffentlicht 1895 im Hausschatz des Wissens: „Das Pflanzenreich“, etwas hinzuzufügen. Entstanden sind individuelle Blätter der national und international bekannten Künstler*innen von Andrea Büttner, Anna Haifisch, Antje Majewski, Beate Terfloth, Daniela Burger, Dragutin Banic, Erik Swars, Florian Merkel, Gerd Grüneis, Isabelle Fein, Kerstin Drechsel, Laura Horelli, Lina Ehrentraut, Lutz Braun, Marcus Weber, Martin Städeli, Maximilian Kirmse, Olivier Guesselé-Garai, Peter Herrmann, Raaf van der Sman, Sebastian Hammwöhner, Stefan Vogel, Sunah Choi, Susanne Bürner, Tatjana Doll, Ulrike Kuschel, Wilhelm Klotzek und Wawrzyniec Tokarski.

Inhaltlich vermitteln die Arbeiten „DAMME“ und „CORNFELD“ an einem Ort wie Lingen Fragen, die auch Menschen und Landschaft rund um diese Stadt betreffen. Auch hier blicken junge Menschen erwartungsvoll in die Zukunft, auch hier gibt es begrenzte Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, auch hier bestimmt Massentierhaltung teilweise eine agrareffizient ausgerichtete Landwirtschaft. Von daher verhandelt die Ausstellung in Lingen gesellschaftlich relevante Aspekte, die über diesen Ort hinaus viele ländliche Regionen betreffen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der das Projekt CORNFELD vermittelt.“


Text/Grafik: Kunstverein Lingen

Holger Blüder

23. November 2021

60. Hauskonzert bei Familie Löning
Holger Blüder,
Beethoven-Klavierabend

Lingen (Ems) – Emsphilharmonie, Falenstraße 17
Samstag, 27.11.2021 – 19 Uhr
Eintritt: frei, Spende erbeten
Corona: 2 G

Holger Blüder studierte Klavier zusammen mit Stefanie Löning. Nach Musiklehrerprüfung und Diplomstudium schloss er sein Studium mit dem Meisterklassendiplom ab.
Bei mehreren nationalen und internationalen Klavierwettbewerben wurde Holger Blüder als Preisträger ausgezeichnet. Er nahm an Meisterkursen für Klavier und Kammermusik im In- und Ausland teil.
Seit 1991 gestaltet Holger Blüder vielseitige solistische und kammermusikalische Programme.

Seit 2016 leitet Holger Blüder die Schule für Musik im Kreis Warendorf.
Auf dem Programm für sein Konzert bei uns stehen unter dem Titel „Durch die Nacht zum Licht“ Beethovensche Leckerbissen mitsamt „Pathétique“ und „Waldstein-Sonate“.
Bereiten wir Holger Blüder einen angenehmen Aufenthalt und freuen wir uns auf ein großartiges 60. Hauskonzert. Dies ist dazu die herzliche Einladung.

Es ist zwingend notwendig, sich zuvor anzumelden: hauskonzerte(at)emsphilharmonie.de

Kultur hintenan

11. November 2021

Die Kultur in Niedersachsen steht hintenan. Während die Große Koalition in Hannover die Theater nicht so fördert, wie dies möglich und notwendig wäre, gibt es dafür jetzt einen weiteren Beleg.

Die Festivals Niedersächsische Musiktage und Literaturfest Niedersachsen wird es nämlich nicht mehr geben. Sie werden mit sofortiger Wirkung abgeschafft. Hintergrund ist, dass sich zwei große, quasi öffentlich-rechtliche Stiftungen, die die beiden einzigen landesweiten Festivals ausrichteten, aus der Finanzierung verabschieden:  Niedersächsische Sparkassenstiftung und die VGH Stiftung. Sie wollen, hieß es gestern in diesem glatt-modernen PR-Slang, vom nächsten Jahr an „noch stärker als fördernde Stiftungen agieren“.

Die etwa vierwöchigen Musiktage mit größtenteils klassischen Konzerten im ganzen Land existierten bereits seit 1987; sie waren als niedersächsische Antwort auf das Schleswig-Holstein Musikfestival gedacht, erreichten aber nie dessen Bekanntheit. Das Festival war dabei eigenen Angaben zufolge das flächengrößte Festival Deutschlands. Jährlich traten international renommierte Künstler bei 60 bis 70 Konzerten auf, die an vielen – gerade auch kleinen – Orten des Landes (Politikersprech: „Ländlicher Raum“) veranstaltet wurden. 2020 mussten die Musiktage zwar pandemiebedingt abgesagt werden. In diesem Jahr fand das Festival aber vom 28. August bis 2. Oktober unter der Überschrift „Rituale“ statt. Im September 2022 hätte die 35. Ausgabe stattfinden sollen, als Motto war „Nachbarn“ geplant. Das fällt jetzt aus.

Das Literaturfest Niedersachsen der VGH Stiftung fand als Themenfestival alljährlich an zahlreichen besonderen Schauplätzen, gerade auch im ländlichen Raum, statt. Autorinnen und Autoren, Schauspielerinnen und Schauspieler, Sprecherinnern und Sprecher schufen außergewöhnliche Literaturerlebnisse mit speziell für das Festival konzipierten Themen-Programmen.

Zwei große Stiftungen, die beide der öffentlichen Hand zuzurechnen sind, ziehen sich also aus der Finanzierung zurück und plötzlich ist es für beide Festivals mit unzähligen Veranstaltungen in allen Regionen des Landes vorbei. Es zeigt: Der Blick auf Kunst, Kultur und ihre Traditionen verändert sich in unserer Gesellschaft schnell.

Die Sparkassenstiftung will künftig nach eigenen Angaben ihr „Engagement für andere niedersächsische Musikfestivals“ verstärken, die VGH Stiftung möchte „andere Literaturveranstaltunge“ fördern. Auch das blumig und unverbindlich. Beibehalten werden soll das Format „Aufm Platz“ mit Musik und Literatur auf öffentlichen Plätzen in Niedersachsen an einigen Wochenenden im Sommer.

Die VGH Stiftung wird künftig ihr Engagement bei der Förderung renommierter Literaturveranstaltungen, bei Literaturhäusern, Bibliotheken und weiteren Initiativen und Institutionen ausbauen, die sich für die Vermittlung von Literatur einsetzen. Dieser Text auf der Website klingt wohlfeil aber wenig verbindlich.

In den Stiftungsräten, den Ministerien und Kulturämtern sitzen offenbar, lese ich beim NDR, immer mehr Menschen, die in der Förderung der „Exzellenzkultur“ nicht mehr das wichtigste Ziel ihres Engagements sehen. In Wahrheit bedeutet dies: Sie sind vor allem dem PR-Gedanken verbunden und damit viel kulturferner, als sie sich öffentlich geben. Niedersachsen. Klar.

9. November 1938

8. November 2021

Die „Reichspogromnacht“ und damit der Jahrestag der Synagogenzerstörungen jähren sich morgen zum 83. Mal. Im Altkreis Lingen finden aus diesem Anlass auch in diesem Jahr Gedenk- und Mahnveranstaltungen in Lingen(Ems), Lengerich und Freren statt:

LINGEN(EMS)
Gemeinsam mit dem Forum Juden-Christen Altkreis Lingen e.V. lädt die Stadt Lingen auch in diesem Jahr zu Gedenkveranstaltungen am Dienstag, 9. November, ein.

Um 18.00 Uhr findet zunächst ein ökumenischer Gottesdienst in der Kirche St. Josef im Ortsteil Laxten (Josefstraße 19) statt.

Die traditionelle Gedenkfeier mit Kranzniederlegung findet anschließend ab 19.30 Uhr am Lern- und Gedenkort Jüdische Schule (Jakob-Wolff-Straße 1/Konrad-Adenauer-Ring) statt. Es spricht u.a. der amtierende Vorsitzende des Forum Juden-Christen Walter Höltermann.

LENGERICH
10.00 Uhr Gedenkveranstaltung am jüdischen Gedenkstein im Bürgerpark. Auf der dortigen, von der Gemeinde Lengerich durchgeführten Veranstaltung spricht Walter Höltermann für das Forum Juden Christen.

FREREN
10.15 Uhr Feierstunde am Gedenkstein in der Grulandstraße zur Erinnerung an das Geschehen in der Reichspogromnacht und zum Gedenken und zu Ehren der jüdischen Opfer Frerens. Als „Mahnung für die Zukunft“ findet diese Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Stadt Freren, der Jüdischen Geschichtswerkstatt Samuel Manne und dem Kulturkreis impulse e.V. statt. Leitung: Lothar Kuhrts (Jüdische Geschichtswerkstatt „Samuel Manne“).

Hinweis:
Die Teilnehmenden bei den Gedenkveranstaltungen werden gebeten, die Corona-Abstandsregeln zu beachten.

Foto: Zerstörte Lingener Synagoge, im Hintergrund die ehem. jüdische Schule, der heutige Lern- und Gedenkort

 

Eine Veranstaltung auf der Wilhelmshöhe spürt dem Leben des Lingener Ehrenbürgers Bernhard Grünberg nach, der als 15-Jähriger in einem Kindertransport die Shoa überlebte. In Lingen im Emsland, schreibt die Website 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland,  stellen die Autoren ein packendes Biografieprojekt vor: „Bernhard Grünberg – Allein in die Freiheit. Wie ein emsländischer Junge Hitler überlebte.“

Bernhard Grünberg, später Bernard Grunberg, entkam als 15-Jähriger dem Naziterror als Teilnehmer eines Kindertransports. In England, wo er unter Einsamkeit und Ungewissheit über das Schicksal seine Familie litt, arbeitete er in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben. Seit den 1980er-Jahren kam er regelmäßig in seine Geburtsstadt Lingen, wo er erfuhr, dass seine Eltern und seine Schwester ermordet worden waren.

Das neu erschienene Buch über Bernhard Grünberg wird in einer Matinee mit 300 Gästen, vor allem Lehrerinnen- und Schülerinnenvertreter*innen, vorgestellt. Die musikalische Begleitung übernehmen der Kantor der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, Baruch Chauskin, sowie das jüdische Duo NIHZ aus Nordhorn.

Nach der Begrüßung durch den amtierenden Vorsitzenden des Forum Juden Christen Walter Höltermann sprechen die Autoren der Lebensbeschreibung, Angela Prenger und Dr. Friedhelm Wolski-Prenger, über ihre Begegnungen mit Bernhard Grünberg und lesen aus ihrem Buch. Eine Rezension erfolgt durch eine Schülerin. 2.000 Exemplare der Biografie übergibt Heribert Lange, ehem. Vorsitzende des Forum Juden-Christen, in Klassensätzen an Vertreter*innen von Schulen. Ermöglicht wurde dies durch die HEH Essmann Stiftung und ihre Vorsitzende Eva Essmann.


Bernhard Grünberg – Allein in die Freiheit
Wie ein emsländischer Junge Hitler überlebte
von Angela Prenger und Dr. Friedhelm Wolski-Prenger,
Edition Virgines (7. November 2021)
352 Seiten, 18,- Euro.
ISBN-10 ‏ : ‎ 3948229198
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3948229191

Das Buch kann lokal   hier bestellt werden sowie bei den bekannten Grossisten und Versendern.


Crosspost von bnlingen.wordpress.com / Quelle: JLID

Roman Viazovskiy

2. November 2021

Roman Viazovskiy
Gitarre
Lingen (Ems) – Emsphilharmonie, Falkenstraße 17
Samstag, 6. November – 19 Uhr
Eintritt frei, Spende erbeten
Corona: 2 G
Bitte per E-Mail anmelden: hauskonzerte(at)emsphilharmonie.de

Gastgeber Peter Löning schreibt: „Roman Viazovskiy lernte ich 1990 kennen als junges sowjetisches Nachwuchstalent. Wenig später studierte der gebürtige Ukrainer bereits in Deutschland (Münster und Aachen). Es folgte eine Zeit, die ihn mit zahllosen Auszeichnungen und Preisen bedachte. Einer davon (GWK) brachte ihn bereits vor Jahren in die Lingener Kunsthalle, wo er ein grandioses Konzert spielte. Konzertengagements führten Roman in fast alle Länder Europas, den Nahen Osten, die USA, Südamerika, China, Thailand und Japan. In seinem Heimatort Heinsberg organisiert er seit langem ein vielbeachtetes internationales Gitarrenfestival und tüftelt unentwegt an Weiterentwicklungen für sein Instrument. Darüber hinaus ist er ein sehr gefragter Lehrer.

In den letzten Jahren musste er aus gesundheitlichen Gründen das Konzertieren vorübergehend einstellen. Jetzt arbeitet er an einem Comeback, und wir sind hierzu die erste Station!! Wir freuen uns so sehr darauf.

Die Zeit des letzten Lockdowns nutzte Roman Viazovskiy, um neben einigen Videos vor allem, eine neue CD zu produzieren. Diese wird er uns bei seinem Besuch vorstellen.
Auf dem Programm stehen Werke von: Nikita Bogoslowski, Francis Kleynjans, Alexandre Tansman, Heitor Villa-Lobos, Nuccio D’Angelo, Leo Brouwer, Thelonius Monk und Konstantin Vassiliev.“

Corona:
„Solange uns das Leben keine neuen Striche durch unsere Pläne zieht, bleiben wir bei 2G, seid also geimpft oder genesen, dafür fallen Maske und Abstand, und es gibt eine Pause und mit Glück die ein oder andere Zugabe!! Kommt gern und mit Freu(n)den, dies ist die Einladung dazu.“

 

 

Wolfgang Trepper

20. Oktober 2021

Wolfgang Trepper
Nordhorn – Alte Weberei, Vechteaue3
Heute, Mi 20.10.2021 – 20 Uhr
Restkarten 30,85 €

Wenn Kabarettist Wolfgang Trepper loslegt, gibt es kein Halten mehr: Er poltert und regt sich auf, analysiert Politiker und Fernsehmoderatoren, Serien und Fußballdramen – und natürlich Schlagertexte. Für sein Publikum hat er sich wieder stundenlang vor die Glotze gesetzt, um einen schnellen Überblick zu geben, was man alles nicht sehen muss. So kriegen alle ihr Fett weg und ordentlich den Marsch geblasen, die es sich verdient haben – an Typen und Themen mangelt es da nicht. Neben seiner brachialen Art kann Wolfgang Trepper aber auch die ganz leisen Töne. So erlebt der Besucher alles: Weinen vor Freude und Weinen vor Besinnlichkeit.

Max Balanowsky

14. Oktober 2021

Lönings 58. Hauskonzert
Max Balanowsky
Gitarre

Lingen(Ems) – Lönings Emsphilharmonie, Falkenstraße 17
Samstag, 16. Okt. 2021 – 19 Uhr
Eintritt: frei, Spende erbeten
Corona: 2 G
Bitte per E-Mail anmelden: hauskonzerte(at)emsphilharmonie.de

Max Balanowsky studierte Gitarre in Argentinien, in Darmstadt, Frankfurt und Italien. Er ist gerade auf dem Weg zu seinem Konzertexamen (der höchst mögliche Abschluss) am Mozarteum in Salzburg. Peter Löning: „Was wir von ihm bisher hören konnten, hat uns sehr gefallen, und daher freuen wir uns, dass er die lange Reise von Salzburg zu uns auf sich nehmen will.“
Im Gepäck hat der Musiker seine frisch erschienene Debüt-CD sowie Programm mit edler Gitarrenmusik von Giulio Regondi, Mario Castelnuovo-Tedesco, Mauro Giuliani, Edino Krieger und Alexandre Tansman.
Mehr:
https://business.facebook.com/maxbalanowskyguitar
Eduardo Falú – Suite Argentina, Malambo
Max Balanowsky plays Capriccio 15 by Luigi Legnani

 

 

 

 

MON COEUR MIS À NU

5. Oktober 2021

MON COEUR MIS À NU
Marlies Behm, Anne Bellinger, Ferencz Borbàla, Laura Gerte, Angela Geisenhofer, Anouk van Kampen Wieling, Théo Lalis, Florentina Leitner, Taner Tümkaya
Kuratiert von Meike Behm und Taner Tümkaya
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstraße 10a
9. 10. – 28. 11.2021
Corona: 3 G

Über die Ausstellung:
Das Verhältnis von Kunst und Mode ist komplex, und oft auch von Komplexen geprägt. „Der Kunstdas Ewige, der Mode die Vergänglichkeit“ lautete lange Zeit das Unverträglichkeitsparadigma. Die Erweiterung des Kunstbegriffs und die Entauratisierung des Kunstwerks durch seine technische Reproduzierbarkeit wie sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Angriff genommen wurden, haben wesentlich dazu beigetragen, dass sich Mode und Kunst gegenseitig miteinander auseinandersetzten. Dadaist*innen, Vertreter*innen des Suprematismus und Künstler*innen im Bauhaus, um nur einige Beispiele aus der klassischen Moderne zu nennen, haben nicht nur die Auflösung der Grenze zwischen angewandter und hoher Kunst vorangetrieben, sondern die Mode und das Modische im Kunstbetrieb tief verankert. Seither ist die Zeitgenossenschaft als Kriterium künstlerischer Qualität aus der Kulturökonomie ebenso für Mode als auch für Kunst nicht mehr wegzudenken. Beide Bereiche reflektieren aktuelle Aspekte wie Identität, Genderfragen, Rollenspiel, die Grenze zwischen freier und angewandter Kunst auf ebenso gemeinsame wie unterschiedliche Art und Weise.

Die Ausstellung „Mon coeur mis à nu (Mein Herz entblößt)“ besteht aus mehreren Elementen, die sich formal und inhaltlich auf einander beziehen, um vor allem eine Offenheit für verschiedenste Lesarten zu eröffnen, die sich um die Komplexe „Mode“ und „Kunst“ drehen. Den Auftakt des Projekts bildet eine theatralisch inszenierte Modenschau, innerhalb derer sieben Modedesigner*innen Teile ihrer Arbeit präsentieren.

Beteiligt sind Anne Bellinger und Laura Gerte aus Berlin, Florentina Leitner aus Wien, Ferencz Borbàla aus Lissabon, Anouk van Kampen Wieling aus Amsterdam und Théo Lalis aus London. Ihre Mode ist jeweils individuell und basiert teilweise auf dem Prinzip nachhaltiger Produktion. Diese Show wird von dem Künstler und Modefotograf Taner Tümkaya gefilmt, dieser Film sowie von ihm gefertigte Fotografien sind Bestandteil der Ausstellung und werden gemeinsam mit den vorgeführten Kleidungsstücken präsentiert. Ebenfalls wird Schmuck von den Goldschmiedinnen Marlies Behm aus Lübeck und Angela Geisenhofer aus München präsentiert.

Während der Laufzeit der Ausstellung bieten die Designer*innen und Marlies Behm jeweils einen öffentlichen Wochenendworkshop an, an dem jede*r teilnehmen kann. Die Woche nach dem Workshop kann genutzt werden, wenn begonnene Kleidungsstücke nicht vollendet werden konnten, entstandene Kleidungsstücke werden im Rahmen einer Abschlussshow öffentlich präsentiert. An einem Abend wird das inhaltlich komplexe Thema „Mode versus Kunst“ öffentlich durch Expert*innen aus beiden Bereichen verhandelt. Zur Ausstellung erscheint ein Booklet. Die Ausstellung wird großzügig gefördert durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Emsland, die Durchführung der Workshops großzügig durch den Sonderfonds des Kunstfonds Bonn.


Quelle: KV Lingen

Peter Finger

28. September 2021

Peter Finger
Akustikgitarre
57. Hauskonzert bei Familie Löning
Lingen (Ems) – Emsphilharmonie, Falkenstraße 17
Samstag, 2. Oktober 2021 – 19 Uhr
Eintritt frei, aber Spende erbeten
Corona: 2 G

Peter Finger, ein fantastischer Künstler auf Stahlsaiten, hat in der Gitarrenwelt in vielen Jahren so etliches bewegt. Peter Finger baut immer schon seine Gitarren selbst und entlockt diesen mehr als beeindruckende Musik.

„Wer sich je für Gitarrenmusik oder, noch besser, für akustische Gitarrenmusik interessiert, kommt um diesen Namen kaum vorbei. Bereits in den siebziger Jahren genießt Peter Finger international einen hervorragenden Ruf als Akustikgitarrist, und die Musikpresse hat ihn in das Pantheon der weltbesten Gitarristen aufgenommen. Wer auch nur eine seiner Albumproduktionen gehört hat, wird dieser Einschätzung gerne zustimmen. Unzählige Tourneen führten den erfolgreichen Musiker rund um den Globus: Gefeierte Auftritte in Europa, Nord- und Südamerika, Asien etc. markieren nur einige der musikalischen Meilensteine dieses außergewöhnlichen Künstlers. Peter Finger hat etwas erreicht, was heute nur wenigen Menschen gelingt: die perfekte Harmonie von Virtuosität, Musikalität und Komposition. Sein musikalischer Kosmos ist grenzenlos und zeigt profunde Kenntnisse sowohl der Musikgeschichte als auch des zeitgenössischen Stands der Technik.

Der aufmerksame Zuhörer wird so immer wieder auf die Tonsprache von Debussy, Ravel oder Strawinsky stoßen – und sich im selben Atemzug vielleicht im Reich des Rock wiederfinden. Oder er bestaunt Fingers fast orchestralen, manchmal atemberaubenden, experimentellen Wandteppich aus Rhythmus, Harmonie und Melodie. Es sollte auf jeden Fall erwähnt werden, dass all dies organisch miteinander verschmilzt, anstatt nur nebeneinander ohne Verbindung zu stehen. Deshalb ist Peter Fingers Musik immer ein großer sinnlicher Genuss, fernab jeglicher intellektueller Coolness – fordernd und anregend zugleich. Dass Peter Finger „nebenbei“ mehrere erste Preise bei Kompositionswettbewerben gewinnen und ein Studio mit exzellentem Ruf betreiben konnte, ist angesichts seiner abwechslungsreichen künstlerischen Biografie kaum verwunderlich. Andererseits verdient Peter Finger auch Anerkennung als engagierter Verleger und Labelchef: Neben seiner Tätigkeit als Herausgeber der Zeitschriften AKUSTIK GITARRE und ACOUSTIC PLAYER hat er auch eine Gruppe von Musikern höchster Qualität auf seinem mehrfach ausgezeichneten Label Acoustic Music Records versammelt.“
(Kai Schwirzke)