Livio Gianola

15. September 2021

Livio Gianola
Flamenco in der Emsphilharmonie
Lingen (Ems) – Falkenstraße 17, bei Familie Löning
Samstag, 18. September 2021 – 19:00 Uhr und 20.30 Uhr

Eintritt: frei; eine Spende in die aufgestellte „Künstlersozialkanne“ wird erbeten.
Corona: 3G-Regeln

Eine frühzeitige Anmeldung ist sehr wünschenswert: hauskonzerte(at)emsphilharmonie.de

Livio Gianola spielt nicht nur fabelhaft auf seiner 8!!-saitigen Gitarre, er komponiert auch. Er ist der einzige nicht-spanische Gitarrist, der Flamenco-Musik für das renommierte Ballet Nacional de España geschrieben hat. Seine Werke erklangen weltweit in den renommiertesten Spielstätten: dem Concertgebouw in Amsterdam, dem Théâtre des Champs-Élysées in Paris, dem Teatro de la Zarzuela in Madrid, der Lope de Vega in Sevilla, dem Bunka Kaikan in Tokio, dem Teatro Colon in Buenos Aires, dem Großen Theater in Shanghai und dem Akropolis-Theater in Athen.
Als Solist und in verschiedenen Formationen nimmt er an wichtigen Veranstaltungen teil wie dem „Sopot Classic Festival“ in Polen, der „Biennale de Flamenco“ in Sevilla und dem „Festival von Sanremo“ und tritt in verschiedenen Fernsehsendungen für RAI 1, RAI 3 (Italien), RTSI (Schweiz), TVE (Spanien), VPRO (Niederlande), TVP (Polen) auf.
Er schrieb Musik für Film und Theater, die auf dem Filmfestival von Rimini (1998) und dem Mediterranean Film Fest in Syrakus (2018) ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus komponierte er auch größere Werke im klassischen Bereich, darunter das „Concierto para un alma noble“ für Gitarre und Orchester (2018) und die „Suite del Levantino“ (2003) für das gleiche Besetzung.
Livio Guanola veröffentlichte verschiedene Sammlungen von Studien und Übungen für klassische und Flamencogitarre und andere Kompositionen.
Es erschienen von ihm bislang fünf CDs mit den Titeln „Sombra“ (2001), „Bohemio“ (2009), „Otro Sitio“ (2014), „Solo a Poniente“ (2016) und „Ottocorde“ (2019).
Derzeit ist er damit beschäftigt, seine sechste CD seiner eigenen Gitarren- und Orchesterkompositionen zu machen.

Über 7.500 historische Stätten öffnen jedes Jahr kostenfrei beim Tag des offenen Denkmals und begeistern Millionen von Besuchern. Ganz nach dem Motto Kultur für alle erhaschen Jung und Alt, Experten und Laien, Familien und Einzelgänger Einblicke in sonst nicht zugängliche Innenräume. Tauchen auch Sie ab in Welten, die sich dem Alltag unterscheiden. Erkunden Sie ein Gebäude, das Sie sooft in der Eile links liegen lassen haben. Denn jedes Denkmal ist ein wahrer Wissensspeicher und birgt sein ganz eigenes Geheimnis. So schreibt es die veranstaltende Deutsche Gesellschaft für Denkmalschutz auf ihrer Webseite.

Geht man in diesem Jahr online auf die Suche nach „offenen Denkmälern“ in unserer Region, findet man (fast) keine. Im ganzen Emsland gibt es lediglich vier. Die Grafschaft Bentheim steht noch schlechter da. Es gibt dort heute gar kein offenes Denkmal zu besuchen.

Neben den Heimathäusern in Dörpen und Freren, der Hilter Mühle bei Lathen und in Papenburg das ehemalige Werk Höweler und Dieckhaus findet sich nichts. Lingen glänzt mit Abwesenheit. Daher erfährt das Motto des diesjährigen TdoD bei uns eine ganz besondere regionale Betonung; es lautet nämlich „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege„.

 

Lieber Herr Koop,

8. September 2021

Lieber Herr Koop,

wie Sie vielleicht bemerkt haben, hat die LT diesen Leserbrief nicht abgedruckt. Auf Rückfrage an Herrn Pertz hat dieser nicht reagiert. Wenn Sie Lust dazu haben, können Sie gern nachhaken. Ich finde, man darf der LT dies nicht durchgehen lassen. Zumal andere Mitstreiter/innen schon oft ähnliche Erfahrungen machen mussten.

Freundliche Grüße

Ihr

Christoph Frilling

Da kann geholfen werden. Gern: 

Sehr geehrte Damen und Herren, ich bitte um Veröffentlichung folgenden Leserbriefs:

Der Name Rosemeyer-Straße ist inakzeptabel

Nicht nur in Lingen wird über die Umbenennung von Straßen debattiert, die den Namen eines Nationalsozialisten tragen. Diese Diskussionen sind begrüßenswert, sie beleben die politische Kultur und schärfen unsere Wachsamkeit gegenüber dem Neonazismus.

Einen „Fall“ möchte ich hervorheben: In Ingolstadt sollte auf Antrag mehrerer Parteien der Name Ewald Kluge aus dem Stadtbild verschwinden. Kluge galt seinerzeit als der beste Motorradrennfahrer der Welt, aber er war Mitglied des NSKK (Nationalsozialistisches Kraftfahrer Korps) und fuhr wohl auch zuweilen mit Hakenkreuzarmbinde.

Nun meldete sich ein Jürgen Ehrhard im Auftrag der „Freunde des Historischen Motorradrennsports Ewald Kluge Weixdorf e.V. Dresden“ zu Wort. Der Name Ewald-Kluge-Straße müsse bleiben, so Erhard, denn „ohne ein Minimum an geforderter politischer Anpassung (…) ging es für Spitzensportler im Dritten Reich einfach nicht“, argumentierte er in einem Leserbrief im „Donaukurier“ (Nr. 177, 2021).

Doch dann trifft er eine feine Unterscheidung: „Anders kann man die Benennung einer Straße in Lingen nach dem Auto-Rennfahrer Bernd Rosemeyer beurteilen.“  Dieser sei „ohne Druck“ der SS beigetreten und „brachte es dort bis zum Hauptsturmführer“. Dies hätte er nicht nötig gehabt, so Erhard weiter, denn eine Mitgliedschaft im NSKK wäre ausreichend gewesen.  „Dies unterscheidet ihn von Ewald Kluge.“

Ich persönlich teile diese Unterscheidung zwischen „Nazis-light“ – wie womöglich dem Motorradfahrer Ewald Kluge –  und  SS-Männern wie Rosemeyer nicht. Beide haben im Straßenbild einer deutschen Stadt nichts zu suchen. Bemerkenswert ist jedoch, dass selbst unter den Gegnern von Straßenumbenennungen wie den „Freunden des Historischen Motorradrennsports“ Einigkeit darüber besteht, dass speziell ein Bernd Rosemeyer als Namensgeber für eine Straße untragbar ist.

Christoph Frilling
Georgstraße 66
49809 Lingen

Blau

7. September 2021

Alle blau oder was? So klapp’s auch mit dem Bücherkauf, lese ich bei Notes of Berlin. Bei der Gelegenheit grüße ich herzlich in die Clubstraße.

Räuberhände

3. September 2021

Mit „Räuberhände“ hat Regisseur Ilker Çatak den Erfolgsroman von Finn-Ole Heinrich verfilmt. Das Buch avancierte nach seiner Erstveröffentlichung 2007 zum Beststeller, gilt heute in vielen deutschen Schulen als Pflichtlektüre und wurde in seiner Bühnenfassung am Hamburger Thalia Theater bereits über 100 mal aufgeführt. Jetzt ist daraus ein gelungener Coming-of-Age-Film gedreht. Darin überzeugen nicht nur die Schauspieler, sondern auch große Themen werden angepackt. Das kann deutsches Kino. 

Janik und Samu sind seit Kindheitstagen beste Freunde und stehen kurz vor dem Abitur. Danach geht es zusammen in die Türkei, wo Samu hofft, seinen biologischen Vater zu treffen.

Das ist der Plan und davon kann die beiden nichts abbringen, weder Janiks Freundin noch die Eltern. Kurz vor der Abfahrt wird die Freundschaft der beiden durch eine sexuelle Eskapade Janiks im Rausch ernsthaft belastet.

Die Verfilmung des Romans „Räuberhände“ überzeugt durch die beiden natürlichen, jungen Hauptdarsteller und das gesamte Schauspielerensemble. Die etwas komplexere Coming-of-Age Geschichte unter zwei besten Freunden unterhält durch lebensnahe Dialoge und eine sehr mobile, fließende Kamera von Judith Kaufmann.

DLF Kultur schreibt:

„Ein ebenso kraftvoller wie sinnlicher Film um zwei große Jungs, die sich von ihren Elternhäusern abkapseln, aber nicht sofort erwachsen werden möchten. Dabei schwingt auch eine dramatische Komponente um Samuels Mutter mit, die Alkoholikerin ist, ihren Sohn durchaus liebt, aber von ihm auch immer wieder auf Distanz gehalten wird.

Und so sieht man endlich einmal eine deutsche Produktion, die ebenso spielerisch wie ernsthaft Themen wie das Erwachsenwerden, Migration, soziale Kluft und die Lust auf das Leben mit allen Irrungen überzeugend in großartige Kinobilder verpackt.“

Der Film läuft seit Donnerstag in Münster und Oldenburg, aber ich habe wirklich keine Ahnung, wann der Streifen in ein Lingener Kino kommt. Vielleicht kann Tobi Mielke, Macher des Centralkinos, uns das verraten…

 

ONYX PIANO DUO

31. August 2021

55. Hauskonzert in der Emsphilharmonie
ONYX PIANO DUO
Samstag, 4. September 2021 – 19 Uhr und 20.30 Uhr
bei Familie Löning, Lingen (Ems), Falkenstraße 17

Eintritt frei,
Spende in die aufgestellte Künstlersozialkanne erbeten

Marie-Thérèse Zahnlecker und Jonas Gleim sind das ONYX PIANO DUO. Es erwartet uns ein Abend mit Musik für Klavier vierhändig. Auf dem Programm stehen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Claude Debussy und Samuel Barber. Es finden wieder zwei einstündige Konzerte statt und zwar um 19 Uhr und um 20:30 Uhr. Eine Anmeldung ist dringend erforderlich.

Zum Duo:
„Erstaunlich ist ihre musikalische Übereinstimmung, das sind die perfekte Agogik, eine bruchlose Darstellung, eine vielsagende Klangrede. Bei Marie-Thérèse Zahnlecker und Jonas Gleim scheint die Musik aus einer kreativen Quelle zu kommen. Konflikte gibt es bei ihnen nur in der komponierten Musik, nicht in ihrer Interpretation.“ (Mainpost)
Das Onyx Piano Duo studierte in der Kammermusikklasse bei Prof. Denise Benda an der Hochschule für Musik Würzburg und gewann 2017 den Fischer-Flach-Wettbewerb für Kammermusik.

Über Marie-Thérèse Zahnlecker
Ein natürliches und unprätentiöses Spiel, in dessen Zentrum immer der musikalische Ausdruck steht, zeichnet Marie-Thérèse Zahnlecker aus.
Als Gewinnerin des Wolfgang Fischer und Maria Fischer-Flach Wettbewerbs, sowie Preisträgerin der Deutschen Stiftung Musikleben, der Bundesapothekerkammer, des Klassikpreises der Stadt Münster und des WDR konzertierte sie unter anderem in Hamburg, Karlsruhe und München. International gefragt gastierte sie unter anderem in St. Petersburg und Meran. Aufgewachsen im Süden Deutschlands gewann die junge Pianistin schon früh mehrere Bundespreise bei „Jugend musiziert“ sowohl solistisch wie auch als gefragte Kammermusikpartnerin. 2018 erhielt sie mit Christina Bernard, Saxofon, im Internationalen Wettbewerb für Verfemte Musik, Schwerin den 2.Preis.
Marie-Thérèse Zahnlecker spielte solistisch mit zahlreichen Orchestern wie der Badischen Philharmonie und dem Südwestdeutschen Kammerorchester, und brachte Klavierkonzerte von Mozart, Beethoven, Mendelssohn und Tschaikowsky zur Aufführung. Ihr Repertoire reicht von Bach bis in die zeitgenössische Moderne, im Mittelpunkt aber steht für sie die Beschäftigung mit Beethoven und Schumann.
Abseits der gängigen Repertoirepfade arbeitet sie regelmäßig mit dem Komponisten Henrik Ajax zusammen und spielte im Jahr 2015 die Uraufführung seines Stücks „Trialog“ für Klavier solo in München; ein Film zu diesem Stück wurde mit dem preisgekrönten Nachwuchsregisseur Anatol Schuster im selben Jahr gedreht.
Sie legte ihr Meisterklassendiplom bei Professor Bernd Glemser in Würzburg ab und erhielt wichtige musikalische Anregungen von weiteren bedeutenden Musikern wie Dmitri Bashkirov, Janina Fialkowska, Ragna Schirmer, Reto Bieri, Denise Benda, Markus Schirmer und Grigory Gruzman.

Über Jonas Gleim
„Jonas Gleim bringt alle Fähigkeiten mit, die ein Pianist braucht: brillante Technik mit einem perlenden Anschlag, der ihn auch in den schnellsten Passagen jeden Ton deutlich artikulieren lässt, und Sinn für die richtige Phrasierung.“ So beschreibt die RHEINPFALZ das Spiel des jungen Pianisten und lobt weiterhin „die Klarheit und Strukturiertheit seines Spiels, das für Stringenz und Straffheit steht, dabei stets elastisch bleibt.“
Jonas Gleim studierte an der HfM Würzburg bei Prof. Bernd Glemser, sowie in den Kammermusikklassen von Prof. Denise Benda und Prof. Reto Bieri.
Neben dem Klavier galt seine musikalische Leidenschaft schon früh auch dem Cellospiel, zuletzt als Schüler von Prof. Bernhard Schmidt, dem Cellisten des Mandelring-Quartetts.
Inzwischen kann er auf über 40 Wettbewerbspreise als Pianist und Cellist zurückblicken, darunter mehrere erste Preise des Wettbewerbs „Jugend Musiziert“ auf Bundesebene und ein Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben für Klavierbegleitung.
Besonders liegt Jonas Gleim die Kammermusik am Herzen: So gründete er mit Anna Wiedemann (Violine) und Jaromir Kostka (Cello) das Trio Condimento, welches unter anderem von „Yehudi Menuhin Live Music Now“ gefördert wird. Außerdem bildet er zusammen mit der Pianistin Marie-Thérèse Zahnlecker das Onyx Piano Duo. 2017 gewannen sie den Hauptpreis des Fischer-Flach Kammermusikwettbewerbs und konzertierten unter anderem beim Kissinger Winterzauber und beim Eröffnungskonzert des Karel-Kunc-Wettbewerbs. Solistisch trat er mit der Jungen Südwestdeutschen Philharmonie, der Kammerphilharmonie Mannheim und dem Kammerorchester Bad Dürkheim auf.
Jonas Gleim ist Bruno-Hermann-Preisträger der Pfälzischen Musikgesellschaft und wird von der Stiftung Concerto, von Yehudi Menuhin Live Music Now e.V., sowie durch ein Deutschlandstipendium gefördert. Wichtige musikalische Anregungen erhielt er u.a. von Prof. Grigory Gruzman, Prof. Josef Scherrer, Prof. Manfred Aust sowie kammermusikalisch von Prof. Wolfgang Redik, Eberhard Feltz, dem Cuarteto Casals sowie dem Mandelring-Quartett.

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur im westfälischen Münster lädt am nächsten Samstag, 4. September, zur Langen Nacht der Museen ein. Zu diesem Anlass hat das Museum von 10 bis 24 Uhr geöffnet, ab 16 Uhr ist der Eintritt frei. Zur aktuellen Ausstellung „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“ erwartet die Besucher den ganzen Abend lang ein Programm aus verschiedenen Führungen und Veranstaltungen.

Als Teil des „Schauraums“, dem Fest der Museen und Galerien, können die Besucher bei Rundgängen und Aktionen die Kunst des Hauses sowie die Sonderausstellungen entdecken. Den gesamten Abend lang führen Themen-Touren durch die Sammlung. Alle 30 Minuten bietet das Haus einstündige Touren durch die Ausstellung „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“ an.

Auch die Familienausstellung „August und das Zirkuspferd“ kann bei Erlebnisrundgängen von 18 bis 23.30 Uhr entdeckt werden. Alle 30 Minuten gibt es Epochen-Führungen durch die Sammlung des Museums des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Zweimal findet im Laufe des Abends – um 20 und um 22 Uhr – eine halbstündige Impulstour zu Joseph Beuys „Multiples“ statt.

Fester Programmpunkt der Langen Nacht ist der Bücherflohmarkt, der von 16 bis 22 Uhr in der LWL-Schleuse an der Rothenburg aufgebaut wird. Darüber hinaus sind die Ateliers den ganzen Abend geöffnet und können selbstständig entdeckt werden.

Die Teilnahme an den Rundgängen kostet zwei Euro pro Person und muss vorab im Ticketshop des Museums gebucht werden. Informationen erfolgen unter Telefon 0251 5907201 oder an E-Mail besucherbuero(at)lwl.org sowie auf der Homepage des Museums.

Programm:

16 bis 22 Uhr: Bücherflohmarkt
18 bis 23 Uhr: Tour „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“
18 bis 23.30 Uhr: Erlebnisrundgang durch „August und das Zirkuspferd“
18 bis 23.30 Uhr: Offene Ateliers
18.15 bis 23.15 Uhr: Epochentour durch die Sammlung
20 Uhr und 22 Uhr: Tour zu Joseph Beuys „Multiples“

„Puppen und Schuhe“

27. August 2021

„Puppen und Schuhe“
Claus Richter aus Köln und Werner Uhling-Wessel aus Lingen (Ems).
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV
Sonntag, 29. August 2021
Ab 14 Uhr: Werner Uhling-Wessel tritt auf als Toni, der Schuhputzer
15 und 17 Uhr: Aufführung des Theaterstücks „Hund“ von Claus Richter
Eintritt: frei

 „Hund“, ein Theaterstück des Kölner Künstlers Claus Richter, parallel tritt der Lingener Künstler Werner Uhling-Wessel als „Schuhputzer Toni“ aus den 1920er Jahren in Erscheinung.

Am kommenden Sonntag  bietet die Kunsthalle Lingen unter dem Titel „Puppen und Schuhe“  auf ihrem Vorplatz einen Tag mit zwei Veranstaltungen, konzipiert und durchgeführt von den Künstlern Claus Richter aus Köln und Werner Uhling-Wessel aus Lingen.

Jeweils um 15 und um 17 Uhr führt Claus Richter das ca. 15-minütige Stück mit dem Titel „Hund“ vor dem Wasserturm an der Kunsthalle auf.  Gesellschaftliche Hierarchien und das mühsame Streben nach Selbstverwirklichung sind in Claus Richters Installationen, Puppenspielen und Bühneninszenierungen genauso Themen wie soziale Isolation und die Flucht in befreiende Fantasiewelten. In dem Stück kommen Puppenspiel, Musik und Szenische Inszenierung zusammen und reflektieren die Schwierigkeiten „etwas zu bewirken.“ Wie beflissen hat man sich in der plötzlich scheinbar „freien“ Zeit der Pandemie vorgenommen, alles besser zu machen, sich neu aufzustellen, eine neue Sprache zu lernen, endlich aufzuräumen, mehr Ruhe zu finden. Die Zeit zu nutzen. Viele dieser guten Vorsätze und Pläne sind wahrscheinlich versandet und haben einem schlechten Gewissen Platz gemacht. In einem szenischen Set wird Richter als Erzähler und Puppenspieler einen so kritischen wie liebevollen Blick auf unser aller Unsicherheiten und Minderwertigkeitsgefühle werfen, um ihnen die bedrängende Kraft zu nehmen, ohne sie als Schwächen zu stigmatisieren.

Bereits um 14 Uhr startet der Künstler Werner Uhling-Wessel als Schuhputzer Toni und nimmt seine kleinen und großen Gäste während er ihm oder ihr die Schuhe putzt mit auf eine Reise in die 1920er Jahre. Toni unterhält auf glänzende Art und Weise und bietet eine unvergessliche und unterhaltsame Zeit, in der Corona keine Rolle spielte und die heute auch „Das Goldene Zeitalter“ genannt wird. Es entsteht eine erbauliche Kombination aus Glanz und Spaß, wenn Schuhputzer Toni auftritt.

(Quelle: PM)

Katharina Lorenz

18. August 2021

54. Lönings Hauskonzert
Katharina Lorenz
Lingen (Ems) – Falkenstraße 17
Sa, 21. 08. 19 Uhr und die
Spätvorstellung um 20.30 Uhr
eintritt: frei, Spende erbeten

Lönings kündigen an:
„Bereits 2017 bestritt Katharina Lorenz eines unserer frühen Hauskonzerte, singend am Klavier und begleitet von Raimund Focks-Müter am Saxophon. In diesem Sommer war die Sängerin im „Katharina Lorenz Jazz Quartett“ unter anderem in Lingen zu hören. Sie singt außerdem häufig auf Hochzeiten, Taufen usw.… Kennengelernt hatten wir sie viel früher und zwar als Frontfrau einer Meppener Heavy Metal Band. Schon hier waren wir von ihrer Stimme überaus begeistert. „Für euch habe ich mir ein ruhigeres Programm zusammengestellt“, verriet sie uns bereits im Vorfeld – mehr aber auch nicht, so bleibt es spannend!
Wir freuen uns also auf einen sommerlich gesungenen Konzertabend und auf ein hoffentlich volles Haus
Wegen der unsteten Inzidenzentwicklung möchte Katharina (wir hatten das mehrfach) lieber zwei Kurzkonzerte in Folge spielen, für die wir allenfalls genügend Platz anbieten können. Also kommt gern vorbei.
Es gibt zwei Konzerte an diesem Samstag, den 21. August, und zwar um
19 Uhr  bzw. um 20:30 Uhr (bitte bei der Anmeldung angeben)
Bitte meldet euch bald an: hauskonzerte(at)emsphilharmonie.de
Wir freuen uns auf euch und auf Katharina Lorenz.“

Philosophie in der Kunsthalle
Uli Krug: Krankheit als Kränkung
Kritische Überlegungen zur Negation von Körper und Naturnotwendigkeit
Lingen (Ems) – Kaiserstr. 10a/Kunst-Halle IV
Mittwoch, 18. August 21 – 19.30 Uhr

Materialismus, der die fundamentale Leiblichkeit seiner Impulse kleinredet, ja vergessen macht, ist keiner: Leiblichkeit, sei es in Form der Stillung der Bedürfnisse, der Vermeidung von Unlust, der Linderung von Schmerz, dem Heilen und Vorbeugen von Krankheit oder auch der Kontrolle des Impulses, ist es, die aller Gesellschaftlichkeit prinzipiell zugrunde liegt und die so zur Ausbildung des Geistes erst nötigt:

„Als Instrument der Selbsterhaltung, das der Realitätsprüfung, ist ratio überhaupt entstanden,“ notiert Adorno in „Theorie und Praxis“ prägnant.

Diese ratio ist somit ein Grenzfall der Naturgeschichte, die Ausbildung eines reflexiven Organs, das zwar Körper ist, sich aber ihm auch enthebt; eines, das meint, so souverän zu sein, einen Körper zu haben, ihn dienstbar zu machen zu mittlerweile jedem heteronomen Zweck, ohne mehr zuzulassen, dass es gerade die Schwäche, die Müdigkeit, der Schmerz und die Krankheit sind, die quasi als negative Statthalter der Utopie eines wirklich souverän führbaren Lebens fungieren – in dem Sinne, dass sie an die Einheit des Gattungswesen erinnern, die im wesentlichen durch körperliche Not und Notwendigkeit bedingt ist und gerade dadurch Einsicht gebiert , die diese Imperative abmildert und Freiheiten ermöglicht.

Kapitale Verwertung als Selbstzweck negiert diese Grundlage von Gesellschaft, die zugleich aber die ihre bleibt. Sie setzt den Leib und sein Wohl nicht als Zweck, sondern sich selber als Selbstzweck.

Jedes Hindernis erscheint nur als zu überwindende Schranke, was historisch durchaus ein überaus progressives Moment hatte. Der späte Kapitalismus aber hat dieses Moment längst verloren, die Anverwandlung der Leiber an seinen dynamischen Leerlauf treibt er zur  Konsequenz.

Der Leib erscheint als bloßes Werkzeug hoher Leistung und rascher Lüste, sein Versagen – und sei es nur der Prozess der Alterung und damit Funktionseinschränkung – und die Erinnerung an seine Anfälligkeit widersprechen diesen Bestimmungen: Sie kränken den Geist, der sich seiner körperlichen Genese nicht mehr bewusst wird oder werden will. Er tendiert dazu, das Gebrechen, die Gefahr, die Infektion kleinzureden, ja zu negieren, indem er Angst und Sorge zu bloßen Einbildungen erklärt (was nicht immer falsch sein muss, aber jede gesundheitliche Gefahr zu leugnen, ist umgekehrt nicht weniger verrückt als der Hypochonder, der jede Schwäche als Krankheit deutet).

So ergibt die merkwürdige Einheit, die sich als „Querdenker“-Bewegung zumindest kurzfristig formiert hat, psychoökonomisch da Sinn, wo jede politische Deutung nicht mehr hinreicht, wenn sie grübelt, was Anarchisten und Kaisertreue zum gemeinsamen Aufmarsch bewegt. Deren Rede von der Freiheit gilt nicht wirklicher Freiheit vom Naturzwang, sondern der Freiheit von Verantwortung für sich und andere, dem Primat persönlicher Obsession über die Reste gesellschaftlicher Kooperation. 

Diese wäre vernünftig zu gestalten und nicht schlicht aufzukündigen im Namen dieser Freiheit, die lediglich die Freiheit bedeutet, seinen Müll überall hinzuwerfen, zu rasen oder zu jeder Zeit nach Kräften zu lärmen: schlicht auf nichts und niemand Rücksicht zu nehmen.

Uli Krug, 11.8.1962 München, Studium (M.A.) Soziologie, Neue Geschichte und Philosophie. Essayist und Lektor (u.a. bei „Jungle World“). Regelmäßige VÖ, Buch: Der Wert und das Es. Freiburg 2016.