Guercœur

2. Juli 2019

Das Theater Osnabrück hat Albéric Magnards 120 Jahre alte Oper „Guercœur“ inszeniert. Der Dreiakterr ist heute noch aktuell.

Es ist, so die taz, der Abend der starken Bilder: Die schwarze Bühne, auf der nur einzelne Gesichter zu sehen sind, fast den ganzen ersten Akt hindurch, und am Ende, als dem toten Guercœur im Himmel das Leben zurückgegeben wird, bildet sich ein riesiger Kopf aus Licht, durchbohrt uns mit leerem Blick. Die blutige Reanimations-Szene, in der der wiedergeborene Guercœur zum zweiten Mal stirbt, getötet von seinen eigenen Anhängern, die von Kämpfern für die Demokratie zu Kämpfern für die Diktatur geworden sind: Ein Rettungsassistenten-Team legt eine Infusion, gibt Defibrillator-Schocks, setzt Spritzen.

Es ist der Abend der gesanglichen Brillanz: Bariton Rhys Jenkins, als Guercœur, bewältigt seine große Rolle mit Kraft und Präzision. Sopranistin Lina Liu, als Himmelswesen Vérité, legt in ihren Hoffnungsmonolog, in ihre Vision einer gerechteren, friedvolleren Welt, so viel Leidenschaft, dass dieser hochemotionale Verheißungs- und Sehnsuchtsmoment des dritten Akts der Höhepunkt der über drei Stunden ist, die Albéric Magnards Oper „Guercœur“ in Osnabrück dauert.

Es ist der Abend der Symbole: Die drei…

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Eine Vielzahl selten gespielter Opern jenseits des Kernrepertoires harrt noch ihrer Wiederentdeckung, da zahlreiche Komponisten aus verschiedensten Gründen in Vergessenheit geraten sind. Dazu zählt auch Lucien Albéric Magnard, dessen Werke zu Lebzeiten noch regelmäßig gespielt wurden, wenngleich er in seiner französischen Heimat auch nicht unumstritten war. Tragische Umstände verhinderten eine größere Verbreitung seiner Werke: Als Magnard 1914 sein Haus gegen deutsche Soldaten verteidigen wollte, wurde er erschossen und das Haus, in dem sich viele seiner Kompositionen befanden, in Brand gesetzt. Unter den verbrannten Noten befanden sich auch zwei Akte seiner Oper GUERCŒUR.

Zu Beginn der Oper ist der gleichnamige Titelheld bereits tot. Im Jenseits bittet er aber darum, wieder auf die Erde gelassen zu werden. Der Wunsch wird ihm gewährt, doch in seiner ehemaligen Welt haben sich einige Dinge verändert: Seine Frau hat einen neuen Geliebten und die Korruption blüht. Als sich Guercœur auflehnt und die Zustände ändern will, wird er abermals getötet – diesmal von seinen eigenen Leuten. Desillusioniert kehrt er ins Jenseits zurück. Es ist Magnards Komponistenkollegen Ropartz zu verdanken, dass GUERCŒUR dem Publikum noch immer zugänglich ist. Er rekonstruierte die verlorenen Akte und setzte das Stück 1931 in Paris wieder auf den Spielplan. Die Musik, die in ihrer Ästhetik stark an die deutsche Spätromantik erinnert, beeindruckt über 100 Jahre nach ihrer Entstehung und nach dem Tod ihres Schöpfers.

Regisseur Dirk Schmeding ist erstmals zu Gast am Theater Osnabrück. Die von ihm inszenierte Oper KOMA von Georg Friedrich Haas brachte ihm eine Nominierung für die ‚Beste Regie‘ in der Umfrage des Magazins Opernwelt ein.

Die Inszenierung der Oper ist die erste szenische Aufführung seit der Uraufführung im Jahr 1931 in Paris und zugleich die deutsche Erstaufführung.

(Foto: Lucien Albéric Magnard (1865-1914), gemeinfrei)

Kontra K

29. Juni 2019

Kontra K
Die letzten Wölfe
Lingen (Ems) – EmslandArena Open Air
Heute – 18 Uhr

Karten: 44,95 € (inkl. Gebühren)

Mark Forster

28. Juni 2019

Mark Forster
LIEBE
Lingen (Ems) – EmslandArena, OpenAir
Heute  – 18.30 Uhr
Restkarten:
Erwachsene 55,15 € (inkl. Gebühren)
Kinder 44,75 € (6-12 Jahre)

Sting

26. Juni 2019

Sting
Lingen (Ems) – EmslandArena
Heute 20 Uhr

ausverkauft

 

 

SCHLUSS MIT REDEN, SPIELEN WIR!
Eine Gemeinschaftsausstellung
Lingen (Ems) – Kunsthalle, Kaiserstr. 10b

Samstag, 8. Juni bis Sonntag, 25. August 2019
Eröffnung Freitag, 7. Juni –  19 Uhr

Die Kunsthalle zeigt in der Sommerausstellung Arbeiten von Zuzanna Czebatul, Angela Fette, Sina Folwaczny, Parastou Forouhar, Kalin Lindena, Mona Mahall / Asli Serbest, Anne Pöhlmann, Rebecca Ann Tess, Anke Weyer, Adrian Williams

Die Formulierung „Schluss mit Reden, spielen wir!“ stammt von der Figur Billie Jean King aus dem 2017 entstandenen Film mit dem Titel „Battle of the Sexes“, sie äußert ihn gegenüber ihrem männlichen Gegner im Tennisspiel Bobby Riggs. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte und erzählt von dem Kampf um Gleichberechtigung der Geschlechter am Beispiel von ungleichen Siegprämien beim Tennisturnier. Auch heute noch verdienen Frauen in vielen Bereichen weniger als Männer, im Betriebssystem Kunst wird die Kunst von Künstlerinnen auf dem Kunstmarkt für weniger Geld angeboten, als diejenige von Künstlern. Vor diesem Hintergrund wie auch im Hinblick auf die aktuelle #metoo Debatte hinterfängt die Gruppenausstellung mit dem Titel „Schluss mit Reden, spielen wir!“ die Frage, ob feministische Themen heute in der Kunst nach wie vor relevant sind oder ob sie sich nach der feministischen Revolution in den 1970er Jahren Themen auf andere Aspekte verlagert haben. Eingeladen wurden neun Künstlerinnen und die Architektinnen Mona Mahall und Asli Serbest, deren Werk jeweils eine unterschiedliche Haltung bzw. eine eigene starke Position in Bezug auf das Medium, in dem sie jeweils arbeiten, und in Bezug auf das Thema, auf das ihre Werke jeweils verweisen, vermittelt.

Weltenanschauungen

6. Juni 2019

Im Kabinett der Kunsthalle:
Weltenanschauungen
Lingen (Ems) – Kaiserstraße 10 b 
Samstag, 8. Juni bis Sonntag, 25. August 2019
Eröffnung am Freitag, 07. Juni 2019 um 19 Uhr

Jetzt wird’s anspruchsvoll:
Denn die Ausstellung im Kabinett der Lingener Kunsthalle mit dem Titel „Weltenanschauungen“ wird die Systemtheorie des Bielefelder Soziologen Niklas Luhmann (1927 bis 1998) haptisch erfahrbar machen. Die Grundidee ist, eine Lehrausstellung auf hohem ästhetischem Niveau zu gestalten, die die komplexe Lehre des Sozialwissenschaftlers nahebringt. Kernaussagen Niklas Luhmanns sind z.B. „Soziale Systeme grenzen sich prinzipiell gegen ihre Umwelt ab“, „Die Grenze eines Systems zur Umwelt markiert ein Komplexitätsgefälle“ oder auch „Soziale Systeme sind nichts anderes als Kommunikation“.

Anspruch dieser Ausstellung ist, diese Luhmannschen Kernaussagen im Zusammenspiel dreier beispielhafter Sozialsysteme unserer Welt im Austausch miteinander darzustellen: Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft. Das Komplexitätsgefälle wird z.B. durch eine Wand zwischen den verschiedenen Systemen vermittelt, die einen ungehinderten Austausch zunächst verhindert. Wie trotzdem Kommunikation stattfinden kann, wie viel davon beim Gegenüber ankommt, und wie das den Blick aufeinander prägt, wird in der Installation erlebbar.

Die Aufgabe des Publikums wird es sein, die Gedanken Luhmanns dabei wiederzuerkennen.

Das konkrete Ziel besteht darin, eine immer komplexere und arbeitsteilige Welt als eine Art dreidimensionales und begehbares Venn-Diagramm in einem Raum darzustellen.

Die Kuratoren Prof. Dr. Till Albert (Professor für Unternehmensführung, Hochschule Osnabrück, Standort Lingen) und Peter Lütje (Künstler, Lingen) wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass jeder Mensch eine Wirkung zum Miteinander liefert, auch wenn nicht jeder das unmittelbar erkennen kann.

Die Ausstellung wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, den Landkreis Emsland, die Stadt Lingen( Ems) und die Kulturstiftung Heinrich Kampmann.

„Tschüss, Kulturforum, bis bald“
Umbau-Party mit Livemusik
Lingen (Ems) – Kulturforum Sankt Michael, Langschmidtsweg 66a
Samstag, 25. Mai – 19 Uhr
VVK im LWT Lingen und VVV Nordhorn: 20 € (erm. 15 €)
Abendkasse: 23 € (erm. 18 €)

Unter dem Motto „Tschüss, Kulturforum, bis bald“ veranstaltet das Kulturforum Sankt Michael an diesem Samstag eine bunte Abschiedsparty, denn der außergewöhnliche Konzert- und Theatersaal in der ehemaligen Kirche wird für viele Monate des Umbaus geschlossen.

Weil das Kulturforum ein großes Publikum anspricht, präsentiert es ein Programm für diese  Abschiedsfeier, das für jede und jeden etwas bietet und Freude garantiert.

Den Auftakt übernimmt das Salonensemble der Emsländischen Musikschule, das „ensemble ecco“, mit der beschwingten Klassik bezaubernder „Kaffeehausmusik“. Mitglieder der Tanzschule „TanzArt“ zeigen dabei Gesellschaftstänze, zu denen sich auch die Besucherinnnen und Besucher gern aufgefordert fühlen dürfen

Danach kommen die beliebten „Emsland Hillbillies“ auf die Bühne, die Country-Formation rund um Frontmann Hermann Lammers Meyer. Dass dabei ein Squaredance richtig Stimmung und Spaß bringt, beweist eine Tanzgruppe, die den Gästen auch gern ein paar einfache Schritte zum Mitmachen vermittelt!
Doch dann wird es schon karibisch, denn die kubanische Band „Havanna con Klasse“ (Foto lks) bringt alle in Bewegung! Wer dann noch Reserven hat, kann zum Blues und Boogie Woogie der Band „Bluesanova“ mitgrooven.
Mit Musik und Tanz möchten das Kulturforum und sein Förderer die emco Group Lingen, deren früherer Vorstandschef Harald Müller und seine Frau Ulrike Müller das Entstehen der kulturellen Veranstaltungen in diesem Gebäude überhaupt erst möglich gemacht haben, nochmals alle Gäste erfreuen.
Für pfiffige Cocktails und kalte Getränke ist natürlich auch gesorgt, bevor das Kulturforum dann zum Umbau des Gebäudes schließt und „auf Tour“ geht.
Mit seinem Programm wird das Kulturforum Sankt Michael in anderen Häusern Lingens gastieren, bis es seinen neuen, allerdings deutlich kleineren Saal im Gebäude der Michaelkirche in Lingen-Reuschberge hoffentlich wieder eröffnen will.

Reinbert Evers & Xingye Li
Klassische Gitarre
34. Hauskonzert bei Familie Löning
Lingen (Ems) – Falkenstraße 17
Samstag, 18. Mai – 19 Uhr

Kleine Giganten
Insekten, Spinnen & Co
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstr.28 b
19. Mai – 31.12. 2019
geöffnet Dienstag – Sonntag von 14.30 bis 17.30 Uhr

Das große Krabbeln“ gibt es 2019 im Lingener Emslandmuseum bei der Ausstellung „kleine Giganten“ , die ab dem kommenden Wochenende bis um Jahresende präsentiert wird. In deren Mittelpunkt steht das Leben der Insekten. In 30 naturnah gestalteten Terrarien kann man die Welt der Insekten und Spinnen entdecken. Sitzgelegenheiten laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen und sich in Augenhöhe in aller Ruhe auf die Tiere und ihr Verhalten einzulassen.
Ein Experimentierlabor mit Mikroskopierstationen erlaubt Einblicke bis ins kleinste Detail. Dazu gibt es viele interessante Exponate – von der historischen Schmetterlingssammlung bis zu biologischen Modellen und Schaukästen von Käfern und Heuschrecken. Außerdem liefert die Ausstellung Informationen und Hintergründe zum dramatischen Insektensterben der Gegenwart

Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Exkursionen und Praxisseminaren vermittelt anschaulich Wissen und Fertigkeiten rund um die „kleinen Giganten“.

Für Schulklassen und Besuchergruppen gibt es Experimentierangebote und Programme, um aktiv die Welt der Insekten zu entdecken.

„Frühlingsgefühle – Alles um Liebe“
Liederabend
mit Lisa Wittig (Sopran), Szymon Chojnacki (Bass-Bariton) und Lisa Wolfert (Rezitation)
Lingen (Ems) – Kulturforum St. Michael, Langschmidtsweg 68a

Sa 11. Mai – 20 Uhr
Karten VVK 20 € (erm. 15 € für Kinder, Schüler und Studenten)
Abendkasse: 23 € (erm. 18 € für Kinder, Schüler und Studenten)

„Die ersten Sonnenstrahlen, das junge Grün an den Bäumen, zarte Blumen, erstes Verliebtsein und hoffnungsvolle Lieder – so stellt man sich den Frühling vor, der Einzug bei uns gehalten hat!

Berühmte Komponisten, wie Clara und Robert Schumann, Johannes Brahms, Franz Schubert und Franz Liszt, haben sich mit viel Liebe und Sehnsucht diesem Thema gewidmet und Werke geschrieben, die über die Zeiten hinweg aktuell und beliebt geblieben sind.

Eine Auswahl ihrer Lieder stellen die Sopranistin Lisa Wittig, der Bass-Bariton Szymon Chojnacki, die Schauspielerin Lisa Wolfert und die Pianistin Lisa Wellisch im frühlingshaft geschmückten Kulturforum vor; alle Künstler haben ihr Fach studiert und sind Preisträger verschiedener Wettbewerbe.

Dazu berichten sie über manche Hintergründe, die diese wunderschönen Melodien entstehen ließen. Genießen Sie u.a. Schuberts „Leise flehen meine Lieder“ und Schumanns „Märzveilchen“ und sehen Sie fröhlich und beschwingt dem weiteren Verlauf des Jahres entgegen.“ (Quelle, Foto: pixabay)


Die Reuschberger Kulturkirche St. Michael schließt Ende Mai. Samstag ist daher die vorletzte Veranstaltung in diesem, von den Kulturmäzenen Harald Müller (†2015) und Ulrike Müller vor dem Abriss geretteten, ehemaligen Sakralbau der 60er Jahre. In dem Gebäude werden künftig Kindergartenkinder spielen.

Auch wenn nach dem Umbau im neuen Obergeschoss ein Raum für Veranstaltungen leiben soll, ist dieser gegenüber dem heutigen Saal nur halb so groß. Dies verhindert viele Veranstaltungen, die mehr Publikum als 199 Besucher benötigen. Daher habe ich Zweifel,  ob das Konzept des Kulturforums nach dem Umbau noch tragen wird. Das finde ich ausgesprochen schade; denn für die Kita-Kinder gab es andere Möglichkeiten auf dem Grundstück, das durch eine Grundstücksersteigerung durch die Stadt im vergangenen Jahr noch erweitert wurde. Dort entsteht allerdings ein Pkw-Parkplatz und die katholische Kirche wollte das Kirchengebäude nicht mehr als Veranstaltungsraum nutzen, obwohl sie es vor  20 Jahren abreißen wollte. 

(Foto: flickr/milanpaul)