#WeAreOne

31. Mai 2020

21 große Film-Festivals haben sich für ein virtuelles Filmfest auf Youtube zusammengeschlossen. „We are one“ heißt das globale Online-Event mit rund einhundert Filmen, organisiert vom New Yorker Tribeca Filmfestival mit Unterstützung unter anderem der Festivals in Cannes, Toronto, Venedig, London; Locarno, San Sebastian, Tokio und Berlin.

Auch Kurz- und Animationsfilm und Gesprächsrunden mit Star-Regisseuren sind bis zum 7; Juni mit dabei.

Das Online-Festival ist nur eine Antwort auf die Corona-bedingte Kinoabstinenz. Not macht erfinderisch. Auf der ganzen Welt entdecken Filmfans das gute alte Autokino neu, schreibt Euronews. Nun, nicht wirklich auf der ganzen Welt. In Lingen meint nämlich die Obrigkeit, das würde sich nicht rechnen…

In einigen Ländern in Europa beginnen auch die Kinos wieder zu öffnen, allerdings unter strengen Hygienemaßnahmen. Maske und Mindestabstand sind Teil der ’neuen Normalität‘, an die sich auch Kinogänger gewöhnen müssen.

Da muss ich noch etwas zur Lingener Kinolandschaft berichten. Bei uns ist in den letzten Wochen nämlich das Central Kino vollständig modernisiert worden. Es ist ein Schmuckkästchen geworden. Das hat die großzügige Unterstützung der HEH Stiftung ermöglicht. Sie wird das Überleben des nicht-kommerziellen Kinos sichern.

OL: Neuerwerbungen

31. Mai 2020

Vom Bildnis des Oldenburger Grafen Anton Günther über farbstarke Werke der Brücke-Künstler, die zeitlosen Entwürfe der Oldenburger Bauhäusler, den Ausbau der Sammlung Kunstgewerbe und Design bis hin zur zeitgenössischen Fotografie: Der jetzt vorgelegte  Band gibt einen Überblick über die wichtigsten Neuerwerbungen und Neuzugänge des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg aus den vergangenen 10 Jahren. Er lädt ein zu einer visuellen Reise durch knapp 400 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte und spiegelt das Engagement für die präzise Erweiterung der Sammlungen, die vor allem durch die großzügige Unterstützung zahlreicher Stifterinnen und Stifter ermöglicht wurde

Herausgeber: Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, bearbeitet von Gloria Köpnick und Rainer Stamm
Isensee Verlag, Oldenburg 2020
167 Seiten mit zahlreichen Abbildungen in Farbe, Hardcover
ISBN: 978-3-7308-1645-5
15 €, Ladenpreis plus Verpackung und Versand
Bestellung: Telefon (04 41) 40570 400 oder info(at)landesmuseum-ol.de

Goldenes Buch

28. Mai 2020

Nach 98 Tagen trat gestern erstmals wieder der Stadtrat in Lingen (Ems) zusammen. Getagt wurde wegen des zu wahrenden Corona-Abstandes untereinander in der Halle IV. Leider wurde die Sitzung nicht gestreamt. Das wäre -so denke ich- sehr informativ gewesen; denn der räumlich Abstand zwischen den Ratsmitgliedern stand in einem greifbaren Gegensatz zu den deutlichen werdenden inhaltlichen Gemeinsamkeiten.

Hinter dem Rat lag gestern jedenfalls eine lange Zeit der Abstinenz, in der ab Mitte März lediglich 14tägig der Verwaltungsausschuss unserer Stadt tagte und zwar nicht-öffentlich, wie es das Kommunalverfassungsrecht in Niedersachsen vorsieht. Dort gab es durchweg konstruktive Beratungen, wenn auch zu wenig nach vorn gerichtet. Die SPD hatte für die gestrige Ratssitzung einen Bericht des OB Krone zum Thema Lingen und Corona angefordert und dazu einen umfangreichen Fragenkatalog vorgelegt, der hier nachgelesen werden  kann. Nach dem Bericht des OB, der sicherlich zeitnah in der Lokalzeitung wiedergegeben und hier dann per Link nachgetragen wird, gab es dann eine kurze Debatte über das, was war, und das, was sein wird. Dabei habe ich für unsere Fraktion „Die BürgerNahen“ dies erklärt:

Die eben geäußerte Kritik trifft nicht zu, dass die Kommunalpolitik in der Corona-krise kaltgestellt war. Nicht nur die Union hat vielfach online beraten, auch wir in der BN haben acht Videokonferenzen geführt und dabei vielfältige Aspekte des Themas Corona und Lingen diskutiert.

Außerdem gab es die VA-Diskussionen der letzten Wochen. Allerdings waren sie –dies sei als Kritik gestattet- doch im der Rückschau zu beschreibend und zu statisch. Ich bin überzeugt: Wir müssen in der Krise grundlegende Diskussionen führen, wie es weiter gehen soll. Diskussionen wie sie im Projekt „Lingen 2030 „angekündigt war. Unsere Frage muss sein: Geht es so weiter wie bisher oder welche Dinge müssen wir ändern? Hat bspw. die Art, wie wir bisher die Dinge angegangen sind, auch etwas mit der Corona-Pandemie zu tun? 

Erste Ideen der BürgerNahen für einen solchen, grundsätzlicheren Blick sind:

  1. Lasst uns die Finanzen in den Blick nehmen:

Stefan Heskamp (CDU) hat Ende März darauf hingewiesen, dass wir jahrelang gespart haben, und jetzt investieren können und müssen, dass wir als kommunaler Auftraggeber unseren Beitrag leisten und in der Krise zuverlässig sind.

Oder wie es Uwe Hilling (CDU)  zu recht gesagt hat, wir müssen jetzt antizyklisch handeln. Das sehen wir genauso.

Zuschüsse vom Bund für Infrastruktur: Der „Rettungsschirm für die Kommunen“ muss kommen. Er wird in Berlin gerade leider von den C-Parteien blockiert. Das darf nicht sein. Die CDU-Fraktion ist aufgerufen, in der Frage aktiv zu werden.

Was auf keinen Fall passieren darf ist, dass die finanziell besser dastehenden Kommunen die anderen durch eine Umlage unter den Städten und Gemeinden finanzieren und die Kommunen den finanziellen Ausfall selbst ersetzen.

Wir haben anhand der Zahlen, die in den Medien kursierten, nachgerechnet und kalkulieren jedenfalls mit Einnahmeverlusten von etwa 11 Mio Euro in unserer Stadt.

Daher ist der Nachtragshaushalt unbedingt notwendig. Auch der ist von der Kämmerin bereits in der ersten VA-Sitzung während der Krise mit klaren Worten angekündigt worden. Unsere Bitte an die Kämmerin: Bitte nennen Sie bald Orientierungsdaten, auch wenn das schwierig ist. Doch wenn es einfach wäre, brauchten wir Sie ja nicht, Frau Kämmerin.

Eine wichtige Frage in dem Zusammenhang: Welchen Beitrag leisten unsere  Stadtwerke?!

 

2.1 Lasst uns die Infrastruktur modernisieren und ausbauen

Digitalisierung  voran bringen und dazu zum Beispiel Glasfaserkabel auch im Stadtzentrum verlegen, wo weiterhin nur  „Helmut-Kohl-Kupferkabel“ liegen.

2.2 Verkehrspolitik

Der OB hat eben leider nur über Autos und Parkhäuser gesprochen. Aber dabei zu wenig über den ÖPNV und  Zugverbindungen und gar nicht über Fahrradfahren

2.3 Klimapolitik. Der Begriff Klima ist heute nicht gefallen. Wir müssen ihn aber aufgreifen und bspw. über Flächenverbrauch  reden und fragen: Was hat das mit der jetzigen Krise zu tun.?

2.4  Schließlich dürfen wir auch lokal keine neue Probleme schaffen oder gar Blockaden zulassen:

Ein Beispiel, um Einfluss zu nehmen: Es darf keinen Sparkassenneubau am Markt mit einer fast 2 Jahre währenden Großbaustelle im Stadtzentrum geben, die Große Straße, Burgstraße und den Markt abhängen wird. Das geht nicht, und wir müssen von der regionalen Sparkasse eine andere Art des Bauens fordern, also Vorgaben machen, die weitere Schäden im Einzelhandel vermeiden, wie sie bei der jetzigen Planung zwangsläufig der Fall wären.

  1. Vor allem müssen wir die Menschen in den Blick nehmen:

3.1. Alte Menschen in Heimen  sind in einer besonders schwierigen, ernsten Lage: Da zeigt sich ein besonders großes Defizit; denn die Situation in den Altenheime ist absolut beschämend, wie Edeltraut Graeßner (SPD) es eben sinngemäß gesagt hat. Das Leben in einem Seniorenheim darf doch nicht so sein wie das Leben hier nebenan, also ein Haus weiter im Knast!

Unsere Bitte: Der OB sollte die Leitungen der Lingener Altenheime einladen und gemeinsam sollten wir alle nach Lösungen und Verbesserungen suchen.

3.2 Junge Menschen sind ebenfalls stark betroffen. Daher ist das vom Ministerpräsidenten angekündigte Öffnen des Regelbetriebs in den Kitas so wichtig und  wir brauchen im Sommer ein vielfältiges Ferienprogramm.

3.3 Bitte behaltet auch die Soloselbständige im Blick und wir müssen ihnen zB durch Aufträge durch die Stadt helfen.  Das sind dann

  1. a) Dozenten in VHS, in Kunstschule und Musikschule
  2. b) Kulturselbständige födern und damit die so wunderbar vielfältigen Kulturstrukturen erhalten
    Die Gelder stehen ja im laufenden Haushalt bereit.

3.4 Schließlich: Was ist mit unseren Vereinen? Im Kulturbereich gibt es seit gestern oder heute vom Land Niedersachsen über die NBank ein Förderprogramm für gemeinnützige Kulturvereine. Allerdings ist die federführende NBank bekanntlich ausgesprochen bürokratisch. Da müssen wir also genau hinsehen.

Und was ist mit den Sportvereinen in unserer Stadt? Im Sportausschuss nächste Woche sollte über die Folgen der Corona-Krise für die Lingener Sportvereine berichtet werden. Dann müssen wir sehen, was wir als Stadt da tun können.

  1. Und noch eine Idee, die der BN am Herzen liegt

und die Annette Wintermann (CDU) bereits in der ersten Corona-Sitzung des VA Ende Märzvorgeschlagen hat. Wir sollten sie umsetzen: Lasst uns Prof. Dr. Christian Drosten einladen, damit er sich in das Goldene Buch unserer Stadt einträgt. Das ist für uns eine Ehre, denn schließlich ist er hier geboren.“

(Foto: Giebel des Hist. Rathauses Lingen von © milanpaul via flickr)

 

 

Zeit zum Durchatmen: Die Kunsthalle Lingen öffnet wieder.

Ab morgen bis zum 16. August 2020:

Bettina von Arnim
Die Cyborgs und ihre Spuren
Helga Fanderl
KONSTELLATIONEN
Lingen (Ems) – Kunst-Halle IV, Kaiserstraße 10a

 

Bettina von Arnim
Bis zum 16. August 2020 präsentiert die Kunsthalle Lingen unter dem Titel „Die Cyborgs und ihre Spuren“ eine retrospektiv angelegten Einzelausstellung der in Deutschland geborenen Künstlerin Bettina von Arnim, die heute in Südwestfrankreich lebt. In den 1960er Jahren studierte sie in West-Berlin an der der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste und in Paris an der École des Beaux-Arts sowie bei dem Grafiker Johnny Friedländer. Bis heute arbeitet Bettina von Arnim vor allem in den Medien Malerei und Grafik. Sie präsentierte ihre künstlerische Arbeit in Einzelausstellungen u.a. im Kunstverein Augsburg, im Neuen Berliner Kunstverein sowie im Musée de Cahors und nahm an Gruppenausstellungen u.a. im Frankfurter Kunstverein und in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main teil. Heute sind ihre Werke in vielen renommierten Sammlungen und Museen wie der Neuen Nationalgalerie in Berlin, dem Museum Städel in Frankfurt am Main, dem Kunstmuseum Bonn und dem Museum der Stadt Göteborg vertreten.

Die Ausstellung „Die Cyborgs und ihre Spuren“ umfasst Bilder in Öl auf Leinwand und Radierungen aus den Jahren von 1960 bis 2020. In vielen ihrer Arbeiten reflektiert Bettina von Arnim das Thema „Mensch / Maschine“ auf phantasievolle Weise. Vor dem Hintergrund des Baus der Berliner Mauer 1961, der Mondlandung und des Wettrüstens im Kalten Krieg spiegeln die Bilder das Thema des Eingeschlossen-Seins in Metall und deuten darauf, dass die technische Hülle den Menschen ersetzt hat. Sie erzählen von der Zerstörung der Natur, der Tiere und Pflanzen durch die Technokraten.

Vor allem seit den 1990er Jahren mit der Erfindung des Internet leben wir in einer zunehmend digital strukturierten Welt. Cyborgs sind Mischungen aus Technik und Menschen, die nicht mehr nur in Vorstellungen oder in Zukunftsvisionen existieren. Wir sehen denaturierte Wesen in phantastischen Monturen, in Kostümen, die Einblicke in ihr Inneres geben: in labyrinthische Computerchips. Nach der Welt der Apparate und mechanisierten „Lebewesen“ entwirft die Künstlerin „Kulturlandschaften“, die unglaubliche Tiefe suggerieren. Wir sehen stereometrisch ausgeschachtelte Ordnungen, in denen hilflose Hünen liegen. Schliesslich bleiben nur noch die Spuren, die von den „Maschinenkerlen“ zerstückelten Landschaften, oder ein Relief aus Buchstaben bis zum Horizont. Zwar wirken die Bilder auf den ersten Blick amüsant, sie sind in ihrem analytisch-scharfsinnigen Gehalt hingegen erschreckend.

Die Kunsthalle Lingen dankt der Stiftung Niedersachsen für die großzügige Unterstützung der Ausstellung.

-.-.-

Helga Fanderl
Die Filmemacherin  wurde in Ingolstadt geboren und lebt heute in Berlin. Sie studierte von 1987 bis 1992 an der Hochschule für bildende Künste in Frankfurt am Main bei Peter Kubelka und anschließend an der Cooper Union School of Arts New York bei Robert Breer. Ihre Filme präsentierte sie u.a. bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen , sie sind u.a. in den Sammlungen des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main sowie in der Sammlung des Centre Pompidou in Paris vertreten. Pflasterzeichnen, Apfelernte, Mädchen oder Karpfen in Farbe schwimmend – die Titel aus ihrem inzwischen auf rund 1000 Filme angewachsenen Werk von Helga Fanderl bezeichnen wörtlich das jeweilige Motiv, oder besser: das Ereignis, das sie mit der Handkamera aufgenommen hat. Ihr geht es darum, ihre Wahrnehmung vorgefundener Realität bzw. ihren Gegenstand, die Figur im Moment des Filmens zu gestalten. Die Filme werden nicht nachbearbeitet, sondern sie charakterisiert das Unmittelbare und das Direkte der Aufnahme im Augenblick des Geschehens und des Schneidens in der Kamera. Die kurzen Sequenzen entstehen auf eine sehr körperliche Art in einer Filmsprache, die man vergleichen kann mit Bildauffassungen und Gesten in der Zeichnung und Malerei. Helga Fanderl stellt ihre Filme in wechselnden Programmen selbst vor; die Filmprojektion direkt im Zuschauerraum gehört wie das Surren des Vorführapparats zum Setting ihrer Präsentationen: Kino im Original.

Für die Ausstellung stellt Helga Fanderl ein Programm von 16mm Blowups ihrer originalen Super 8 Filme zusammen, das von Dienstag bis Sonntag täglich um 15 Uhr präsentiert wird.

Die Kunsthalle Lingen dankt der OLB Stiftung für die großzügige Unterstützung der Ausstellung.

 

(Quelle: Kunstverein Lingen)

Autokino! Mach hinne!

2. Mai 2020

Wohl kaum einen besseren Platz kann ich mir vorstellen, als in diesen Corona-Zeiten in ein Autokino zu ge.. pardon zu fahren. Die von Corona so heftig geschlagen Lingener Gastronomen haben sich vorgenommen, ab Mitte des Monats auf dem Festplatz an der EmslandArena Autokino zu veranstalten. Bloß gibt es da ein Problem. Das Problem ist der Landkreis Emsland, wo irgendein unbekannter, offenbar überbezahlter „Fachdienstleiter“ Nein sagt und sein ebenso unbekannter Dezernent „Ja zum Nein“. Am vergangenen Mittwoch tagte der Verwaltungsausschuss unserer Stadt, wo OB Krone über diese Blockade des Landkreises den Kopf schüttelte. Das sei Freizeit und verboten, habe man in Meppen gesagt.

Eine Ausnahme könne man nur erlauben, wenn es eine Traditionsveranstaltung sei, habe es beim Landkreis geheißen. Autokino in Lingen ist abe natürlich auch eine Traditionsveranstaltung und zwar eine langjährige, wie alle wissen, die in Lingen schon lange leben. Es gab schon 2013 das Autokino. Guckt mal hier! 

Jetzt mal ehrlich: Was kann es in Corona-Zeiten Besseres geben als einen Abend im Autokino, wo außerdem alles auf die Sicherheit abgestimmt ist? Wo man zu zweit blechgeschützt einen Film schaut, mit Social Distancing zu allen anderen Besuchern? Bis hin zu Popcorn, Pippi und Pepsi!

Deshalb gibt es in allen Bereichen unseres Bundeslandes, wo Behördenvertreter denken, auch keine Autokino-Probleme. In Hatten bei Oldenburg und in Stuhr-Brinkum, Lohne und Vechta sind Autokinos in Niedersachsen in Betrieb. Osnabrück, GM-Hütte und Aurich sollen folgen. Alles Orte in Niedersachsen und daher mit derselben gesundheitsministeriellen Rechtsgrundlage. die ein Autokino eben nicht verbietet. Also: Ganz legal.

Wir haben doch unseren engagierten Landrat Marc-Andre Burgdorf. Dem erlaube ich hiermit, unverzüglich einzugreifen und diese behördliche Posse seiner Kreisverwaltung  zu beenden. Damit wir einen Autokino-Abend so genießen können, wie das Erlebnis gerade so trefflich im Deutschlandfunk Kultur beschrieben wurde. Landrat, mach hinne mit dem Autokino auf dem Festplatz an der Lingener Lindenstraße, denn: „Das ist ein richtig gutes Gefühl.

Nachtrag:
Die Grünen haben sich meiner Forderung angeschlossen, oder ich mich den Grünen –  ist ja auch egal. Denn die Forderung ist richtig. In Hannover gab es übrigens ein Autokonzert und im Schüttorfer Index vor einer Woche einen Auto-Diskoabend. Und wenn das, geschätzter Marc-Andre Burgdorf, immer noch nicht reicht: In Düsseldorf trafen sich zu Ostern Gläubige zum Gottesdienst im Autokino und in Wietmarschen-Lohne gab es das heute auch.

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Foto: Autokino in Wolfsburger Prä-Corona-Zeiten, via Creative-Commons-Lizenz „ clubmotor in der Wikipedia auf Deutsch – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“

Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei ihrer Mutter wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien. Also: Wie geht man mit einem Kind um, das gewalttätig wird? Das Drama „Systemsprenger“ stellt sich diese Frage auf berührende Weise – und gewann damit den 70. Deutschen Filmpreis 2020.

in der Nacht zu Samstag holte „Systemsprenger“ bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises gleich acht Goldene Lolas ab, darunter auch den für den besten Spielfilm, und für die 11jährige Helena Zengel als Hauptdarstellerin in dem bereits bei der Berlinale im vergangenenen Jahr mit einem Silbernen Bären ausgezeichneten Film gab es eine Lola in der Kategorie beste weibliche Hauptrolle. „Alles anders diesmal“ kommentierte DIE ZEIT.

Wegen der Coronakrise gab es in diesem Jahr auch keine Preisverleihung-Gala, dafür eine live übertragene Fernsehshow. Der Präsident der Deutschen Filmakademie, Ulrich Matthes, mahnte bei der Online-Veranstaltung, trotz der Pandemie sollten die Menschen die Kultur nicht vergessen. „Das Kino, es soll leben.“ Die Preisverleihung solle auch „ein solidarisches Unterhaken mit anderen Künstlern sein“.

Als bester Dokumentarfilm wurde „Born in Evin“ von Maryam Zaree (4 Blocks, Tatort) ausgezeichnet. Die Schauspielerin und Regisseurin, die in einem berüchtigten Gefängnis im Iran geboren wurde, spürt darin ihrer eigenen Familiengeschichte nach.

Impuls zu Ostern 2020

13. April 2020

Klar, ich bin mit diesem Posting am Ostermontag einen Tag zu spät. Aber, finde ich, es geht noch, weil Orgel geht immer! Es ist 25 Jahre her, als die Orgel in der Lingener St. Bonifatius Kirche ihr 3. Manual bekam, gefördert auch durch kommunale Gelder. Das war ein wirklich guter kommunaler Impuls.

Jetzt zum Genießen: Balthasar Baumgartner spielt zu Ostern 2020 die Orgel in St Bonifatius. Das „Final“ aus der Symphonie Nr 3 fis-Moll, op. 28, von Louis Vierne.

Kauft lokal!

11. April 2020

Moin in die Runde!

In diesem kleinen Beitrag habe ich vor ein paar Tagen Tipps gegeben und Vorschläge gemacht, um gemeinsam den lokalen Einzelhandel und andere kleine Betriebe zu unterstützen – in Lingen (Ems), aber nicht nur hier in meiner Stadt. Die Resonanz war in unseren AllesFürAldiLidlReweNettoFamilaObi-Zeiten durchweg positiv.

In diesen Corona-Tagen, in denen Großkonzerne ihre Super- und Verbrauchermärkte mit allen, weit über den Grundbedarf hinausgehenden Waren weiter betreiben, aber die unverzichtbaren „kleinen“ Geschäfte unserer lokalen Unternehmen behördlich geschlossen gehalten werden, habe ich versucht, nicht nur dort zu kaufen. „Bei Holzberg“ (Buchhandlung Holzberg) bestellte ich neue Fachbücher (und Bilderbücher für meine Enkel), Robert Blanke (Blanke Buch + Kunst) hat mir zwei historische Stiche gerahmt (erstklassige Arbeit), bei Kathy von Kathy’s Wohnart habe ich eine österliche Blumenvase gekauft und während der ganzen Woche bei Ibrahim Remsi in seinem Appelhans Wein+ Tabak täglich SZ und taz erstanden, sofern denn die taz vom Grossisten in unsere norddeutsche Provinz überhaupt „mitgeliefert“ wurde oder die SZ nicht ausverkauft war. Schließlich: Annette und ich freuen uns zu Ostern auf ein Menu aus Markus Quadts Alte Posthalterei.

Alle fünf, nicht nur mir am Herzen liegenden Unternehmen haben dann mitgemacht, dass ich, wie versprochen, 20 Gutscheine aus der Lingener Innenstadt verlosen konnte. Dafür bedanke ich mich sehr bei ihnen.

Die Gutscheine sind inzwischen schon im Briefkasten oder unterwegs. Zu Ostern dürfen sich darüber freuen Peter, Karin, Astrid, Veronika, Elke, Jörg, Nicole, Christian, Jeanette, Tobias, Eleonore, Michael, Rainer, Sandra, Lukas, Tobi, Katrin, Frauke, Anton und Albijana. Ein freundlicher Leser hatte sich nur über FB gemeldet und ging deshalb leer aus. Aber da, Manfred, lasse ich mich nicht lumpen und liefere noch nach…

Leute, kauft lokal!

Disclaimer: Die Betriebe und ich haben uns die Kosten der Verlosung 50:50 geteilt. Weitere Vorteile gab es für mich nicht. Und das ist auch gut so.

 

Eure Aufgabe

10. April 2020

Karfreitag 2020. In diesem Jahr reden wir nicht aufgeregt über ein Tanzverbot. Dieser so ruhige Feiertag erscheint uns noch stiller, und wir fragen: Das alte deutsche Wort „Kar“ in Karfreitag heißt „kümmern“, „Kummer haben“ oder „sich kümmern um“. Wer ist derjenige, der bekümmert ist, und wer kümmert sich in  dieser Welt – um die die Trauernden zum Beispiel und ihre Erinnerungen an die, die gehen mussten? Das bewegt mich an diesem stillen und aktuell so traurigen Tag.

Heute früh veröffentlichte unser Landkreis Emsland die neuen Corona-Zahlen. Im Emsland sind es inzwischen 10 Corona-Infizierte, die gestorben sind. 10 Menschen, die nicht mehr leben. Es werden noch viele dazu kommen, fürchte ich und frage: Was wissen wir von diesen Menschen? Wie und für wen haben sie gelebt? Was haben sie gelebt? Wie trauern wir um die Verstorbenen?

Abgebrochene Leben, Verzweiflung, bleibender Schmerz. In Corona-Zeiten ist so vieles  anders. Gestern ist der Großvater von Lukas gestorben. Ich weiß, weshalb. Aber ich weiß kaum etwas davon, welcher Mensch er war. Nicht einmal die Trostreden helfen, wie wir sie früher hörten. Weil sie kaum jemand hören darf. Selbst Beerdigungen finden in diesen Zeiten der Corona-Krise nur im engsten Familienkreis, ohne kirchliche Messe und ohne Trauerfeier statt.

Längst ist es an der Zeit, dass wir gemeinsam derer gedenken, die diesem tödlichen Coronar-Virus nichts entgegensetzen konnten? Warum werden sie nicht genannt, warum wird über sie geschwiegen? Liebe Neue Osnabrücker Zeitung mit  Euren Emslandzeitungen: Bitte zeichnet das Leben dieser Verstorbenen bach. Bitte schreibt über die, die wegen COVID-19 nicht mehr leben und deren Tod vor nur sechs Wochen noch undenkbar war. Denn das gemeinsame Gedenken an die Corona-Opfer und die Erinnerung sind (auch) Eure Aufgabe.


Foto: Jüdischer Friedhof in Lingen © Forum Juden Christen

Wegen des Corona-Virus bleibt das Emslandmuseum für Besucher und Veranstaltungen bis auf Weiteres  geschlossen. Alle angekündigten Veranstaltungen fallen aus. Dies betrifft alle Vorträge und Lesungen, Exkursionen und auch die Stadtführungen.
Die aktuelle Ausstellung „Das Kriegsende im Raum Lingen 1945“ ist ab sofort auf dem neuen Museum-Blog im Internet einsehbar. Alle Ausstellungstafeln werden dort im Laufe der nächsten Tage eingestellt und können dann von zu Hause aus genutzt werden. Bisher sind Teil 1 und Teil 2 (von insgesamt 8 Beiträgen) veröffentlicht.
Museumsdirektor Andreas Eiynck: „Wir danken allen Zeitzeugen und allen Leihgebern, die Fotos, Dokumente und Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt haben.“
Auf dem neuen Blog gibt es fortlaufend auch weitere Informationen aus dem Emslandmuseum Lingen und von der Baustelle für den Erweiterungsbau des Museums.
Die Adresse im Internet lautet: www.emslandmuseum.de