Codewort

4. Mai 2018

Es ist eine schockierende Statistik: Laut Bundeskriminalamt stirbt in Deutschland alle drei Tage eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. Das Hauptproblem: Betroffene können in ihrer Notsituation meist keine Hilfe rufen. Gemeinsam mit der Kreativagentur Grey will das deutsche UN Women Komitee jetzt eine öffentliche Debatte starten, die das Thema „aus der Tabuzone holt“, wie Geschäftsführerin Bettina Metz betont. Denn: „Frauen sollen wissen, wo und wie sie Hilfe bekommen.“

Zu diesem Zweck haben das UN Women Komitee und die Werbeagentur den Prototyp eines Sprachassistenten entwickelt, der auf den Bauteilen basiert, die Amazon anderen Unternehmen zur Verfügung stellt, damit diese die Alexa-Technologie in ihre Produkte integrieren können. Das Besondere an dem „Echo of Help“: Er kann über ein persönliches Codewort einen stillen Alarm an vordefinierte Kontakte senden – und Frauen so dabei helfen, sich aus Gewaltsituationen zu befreien.

Ob Alexa, Siri oder der Google Assistant: Sprachassistenten und smarte Lautsprecher sind eines der großen Hype-Themen 2018. Außer in Produktspots der jeweiligen Hersteller sind die Assistenten bislang selten Gegenstand von Werbekampagnen. Das ändert sich jetzt mit einer genauso cleveren wie wichtigen Idee von UN Women Deutschland und Grey Düsseldorf. Das Duo setzt mit einer simplen Weiterentwicklung von Amazons Echo-Gerät ein starkes Zeichen gegen häusliche Gewalt.

Alle Informationen zu dem Auftritt hält UN Women auf der Website Echo-of-Help.com bereit. Zudem verbreitet die Organisation die Kampagne unter dem Hashtag #EchoOfHelp in den sozialen Netzwerken. Zudem weist das Komitee auf das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen hin.Und es gibt auch berechtigte Kritik an digitalen Sprachassistenten.

(Quelle: Horizont.net)

Freunde, es ist in Englisch, und es ist wichtig. Es dauert eine Stunde. Viel Spaß!

Wie kommt es, dass Politiker 2008 einen Akt zur Bekämpfung von Online-Belästigung für Kinder verabschiedeten, obwohl es dafür wenig belastbare Zahlen gab und Kinder beispielsweise im eigenen Zuhause weitaus öfter sexuell belästigt oder missbraucht werden? Wie kann es sein, dass Teenager auf dem Imageboard 4chan Wege finden, Oprah Winfrey im Fernsehen Worte in den Mund zu legen?

Gestern, am ersten Tag der re:pulica nimmt Danah Boyd in ihrer Keynote diese und viele ähnliche Beispiele zum Anlass, einmal zu versuchen, die Frage nach der Verantwortung in zunehmend algorithmisierten Gesellschaften anzugehen. Sie erforscht sozio-politische und kulturelle Aspekte von sozialen Medien bei Microsoft und leitet das Forschungszentrum Data & Society in New York.

Doch zunächst, wie kommt es zu solchen Spektakeln? Auf den ersten Blick gibt es nur Motive: Sicherlich liegt es am Spaß daran, große Systeme zu manipulieren. Auch an den Kenntnissen, die Jugendliche sich über digitale Öffentlichkeiten und ihr Zusammenspiel mit traditionellen Medien aneignen. Oder, im Fall der Politiker, daran, alte Ängste auf das Internet zu projizieren, damit Mehrheiten zu bekommen und zu zeigen, dass man dieses Internet im Griff hat. Heute sehe man, so steht es in der Ankündigung ihres einstündigen Vortrags, dass „algorithmische, datenbasierte Technologie nicht notwendigerweise eine soziale Welt, in der viele von uns leben möchten, unterstützt“.

Die Kernfrage von Boyd war: „Was heißt es, nicht nur Nationalstaaten oder Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen, sondern große Netzwerke von Menschen, die mit verschiedenen Technologien arbeiten?“ Vor der Antwort nannte Boyd einige Beispiele, die die Tragweite dieser Frage zeigen sollten.

Ein amerikanischer Geistlicher stellt an einer Landstraße drei islamfeindliche Schilder auf und lässt sich mit ihnen fotografieren. Damit bekommt er die Aufmerksamkeit lokaler Medien. Als er aber ankündigt, dass er einen Koran verbrennen will, dauerte es nicht lange, bis er bei CNN dazu interviewt wird. Denn viele argumentieren dagegen, wollen ihn davon abhalten. Was er danach auch tut. Bis die Aufregung sich wieder legt und er mit einer Gruppe von Leuten wirklich einen Koran verbrennt. Woraufhin es in muslimischen Ländern Ausschreitungen gibt. Wer ist schuld? Der Initiator? Die Menschen, die sich aus gutem Grund dagegen aussprachen? Die Blogger und Journalisten? Die Idee vom Nachrichtenwert?

Über eine Stunde zeigte danah boyd viele Beispiele dafür, wie unsere algorithmische Welt derzeit untergraben wird. CC-BY-SA 2.0 netzpolitik.org

Wer mit Suchmaschinen nach Bildern sucht, wird mit Klischees beworfen: Der Suchbegriff „Baby“ spuckt weiße Neugeborene mit hellblauen beziehungsweise rosa Stramplern aus. Wer nach CEO sucht, bekommt einen männlichen Anzugträger im mittleren Alter, der vor einer verglasten Bürokulisse nachdenklich die Hände ineinander legt oder sich auf einem Bürostuhl abstützt. Das ist offensichtlich und auch den für die Suchinfrastruktur zuständigen IT-Unternehmen bewusst. Doch wenn sie daran etwas ändern, indem sie etwa Fotos von anderen Menschen in die Suchergebnisse spülen, hilft das laut boyd auch nicht wirklich. Denn die Nutzerinnen und Nutzer, die gerade ein Foto für ihre Präsentation suchen, klicken doch wieder auf die alten Stereotype und verstärken die Effekte damit wieder.

Anderes Beispiel: Ein Journalist schreibt über eine Verschwörungstheorie. Obwohl er sie im Text widerlegt, reproduziert er sie im Titel seines Erklärartikels. Eine andere Plattform greift die Überschrift auf, bricht sie aber nach den ersten sechs Wörtern ab. Stehen bleibt die Anschuldigung mit einem Link zu einer bekannten Nachrichtenseite. Auch wenn ein Richter die Entscheidung einer polizeilichen Vorhersage-Software revidieren kann, mag es aus seiner Sicht rationaler sein, ihr zu folgen, da das weniger Widerstand innerhalb des Justizsystems produziert.

Was diese Beispiele laut boyd zusammenhält, ist, dass sie zeigen, wie Unternehmen, Blogger, Jugendliche, Politiker und Aktivisten alle Teil eines digitalen Verstärkungsökosystems sind. Das mag neu klingen. Aber auch wenn wir die Mechanik, die Art und Weisen der Verstärkung noch nicht alle kennen: Die Situation, in der sich diese Menschen befinden, ist uns allen bekannt, so boyd.

Bei den digitalen, algorithmischen Verstärkungseffekten handele es sich um eine neue Form von Bürokratie. Wie die alte zeichnet sie sich dadurch aus, Verantwortung zu verwässern und auf das Ökosystem zu verteilen. Boyd sagt: „Wir haben über ein Jahrhundert Erfahrung mit Bürokratie“. Sie erstrecke sich von den absurden Episoden in Franz Kafkas Der Prozess bis zu Adolf Eichmann, der eine tragende Rolle in der Organisation des Holocaust spielte, und vor Gericht stumpf wiederholte, er habe nur Befehle befolgt.

In der neuen Bürokratie gebe es Akteure, die sich mehr auskennen und solche, die weniger wissen. Viele haben ökonomische Interessen. Heute sei es wichtig zu fragen, wie Äußerungen, Entscheidungen, Provokationen, Spektakel, ja menschliches Handeln, digital weitergetragen werden – „wie die Verstärkungseffekte sich auswirken und wem sie schaden“, so Boyd. Und dementsprechend auch strategisch zu handeln. Dafür braucht es neben Wissen über die bürokratischen Techniken und Technologien auch Reflexion. Hannah Arendt verurteile Eichmann genau dafür: nicht gedacht zu haben.


Ein Beitrag von Netzpolitik.org. CC-BY-SA 2.0
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re:publica XII

1. Mai 2018

Die 12. re:publica ist die re:publica 18. Oder andersrum. Daher jedenfalls der Hashtag #rp18. Die große Digitalkonferenz in Berlin ist weltweit eines der wichtigsten Festivals der digitalen Gesellschaft. Über 500 internationale Referenten aus über 40 Ländern tragen auf der Berliner re:publica ihre Sicht der Dinge zu verschiedenen aktuellen Themen aus den Bereichen Internet, Medien, Kultur, Politik, Technik sowie Wirtschaft und deren Wechselwirkung mit Individuen und der Gesellschaft. Die re:publica Berlin bringt Künstler und Künstlerinnen, Aktivisten, Geschäftsleute, Unternehmensvertreter und Menschen aus vielen anderen Lebens- und Schaffensbereichen zusammen.

Sie diskutieren von „Künstlicher Intelligenz“ über Blockchain und Smart Cities bis hin zu Fin Tech und Virtuelle Realität. Auch der Datenskandal um Facebook und Cambridge Analytica kommt zur Sprache, kündigte Mitgründer Markus Beckedahl an. Denn: „Es wird nicht das letzte Datenleck gewesen sein.“ Hier das Gesamtprogramm (pdf).

Die gemeinsame Eröffnungsrede von der re:publica und der Media Convention hält die Medienwissenschaftlerin und Sozialforscherin Dana Boyd. Die New Yorkerin will beleuchten, wie wir uns gegen eine von Algorithmen bestimmte Welt wehren können. Zu den weiteren Gästen der dreitägigen Veranstaltung zählen Physiker und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, Wikimedia-Direktorin Katherine Maher sowie die SPD-Minister Hubertus Heil und Katharina Barley. Die Autorinnen Sibylle Berg, Marc-Uwe Kling und Juli Zeh reden über «Digitale Selbstverteilung».

Journalist Richard Gutjahr berichtet über seinen Kampf gegen Verschwörungstheoretiker. Moderatorin Dunja Hayali und Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, sprechen über Journalismus im Netz. Bei der Media Convention stellt sich ZDF-Intendant Thomas Bellut der Frage, wie Journalismus in der digitalen Zukunft aussehen kann.

Ab morgen werden mehr als 9000 Besucher am Veranstaltungsort Station am Gleisdreieck kommen. Zu den hunderten Sprechern gehört übrigens auch US-Whistleblowerin Chelsea Manning, die vor einem Jahr aus der US-Militärhaft entlassen worden war. Sie werde «über ihr neues Leben als freier Mensch sprechen, über zivilen Ungehorsam, über radikale Politik und die Folgen von unkontrollierbarer Staatsmacht», teilten die Organisatoren mit. Erstmals gibt es am kommenden Samstag im Anschluss an die re:publica ein kostenloses Bürgerfest.

Mehr im Tagesspiegel-Pocast hier.

Wer nicht in Berlin sei  kann: Es gibt diverse Apps und auch eine, die die Veranstaltung au den heimischen Fernseher holt. Mehr…

Hier das re:publica Team – mit dabei (7. von lks) mein großartiger Wahlkampfmacher.

Legal

20. April 2018

Die Axel Springer AG ist gestern mit ihrem Versuch gescheitert, die Browsererweiterung Adblock Plus verbieten zu lassen. Der Bundesgerichtshof hat am Donnerstag entschieden, dass das Whitelisting genannte Geschäftsmodell der Firma EYEO nicht wettbewerbswidrig ist.

Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied heute im Rechtsstreit zwischen dem Axel-Springer-Verlag und EYEO, der Firma hinter der Browser-Erweiterung Adblock Plus. Dem BGH zufolge ist das Geschäftsmodell von EYEO nicht rechtswidrig, Adblock Plus darf also weiter am Markt bleiben.

Das Programm blockiert das Ausspielen von Werbung und lässt nur Anzeigen von Firmen zu, die dafür Geld bezahlen. Diese Praxis nennt sich Whitelisting. Die Anzeigen müssen zudem Kriterien für „akzeptable Werbung“ entsprechen, die von EYEO festgelegt werden. Mit dem Urteil wird die vorinstanzliche Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln aufgehoben. Nach dieser sind Adblocker zwar grundsätzlich erlaubt, das Geschäftsmodell Whitelisting aber nicht.

Wichtige grundsätzliche Fragen, wie etwa die nach der Verantwortung, die Verlage für Werbung auf ihren Webseiten tragen, spielten in den Verfahren keine Rolle. Weil die Medienhäuser kaum kontrollieren, was für Anzeigen auf ihren Seiten geschaltet werden, kommt es immer wieder zu Fällen, in denen betrügerische Werbung geschaltet wird oder Schadsoftware mit den Anzeigen geladen wird.

Ein paar grundsätzliche Erwägungen zum Einsatz von Adblockern hält der BGH aber doch fest. So etwa, dass Adblocker weder das Grundrecht auf Pressefreiheit bedrohen, noch die Bereitstellung kostenloser Inhalte im Internet verhindern. Gleichwohl sei es legitim, wenn Medienhäuser durch Adblocker-Detektoren Menschen ausschließen, die keine Werbung angezeigt bekommen wollen:

Der Klägerin ist auch mit Blick auf das Grundrecht der Pressefreiheit zumutbar, den vom Einsatz des Programms ausgehenden Beeinträchtigung zu begegnen, indem sie die ihr möglichen Abwehrmaßnahmen ergreift. Dazu gehört etwa das Aussperren von Nutzern, die nicht bereit sind, auf den Einsatz des Werbeblockers zu verzichten. Es liegt auch keine allgemeine Marktbehinderung vor, weil keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür bestehen, dass das Geschäftsmodell der Bereitstellung kostenloser Inhalte im Internet zerstört wird.

Der Streitwert wurde  auf 2,5 Millionen Euro festgelegt.

Übrigens In Deutschland wird bei etwa jedem vierten Seitenabruf von einem Desktop-PC die Werbung blockiert. Das stört die Verlage, die mit Werbeeinblendungen Geld verdienen. Bundesregierung und Bundesländer prüfen auf Branchenwunsch deshalb ein gesetzliches Verbot von Ad-Blockern.

( Grafik: CC-BY 2.0 Joe The Goat Farmer; Text 

Whats los?

15. April 2018

Der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp will – so Heise online, angeblich seine Nutzungsbedingungen ändern und das Mindestalter auf 16 Jahre heraufsetzen. Anlass dürfte die EU-Datenschutzgrundverordnung sein, die das Verarbeiten personenbezogener Daten Minderjähriger neu regelt. Das meldet das gewöhnlich gut unterrichtete Fan-Blog WABetaInfo per Twitter.

Aktuell setzt der zu Facebook gehörende und kostenlose Dienst ein Mindestalter von 13 Jahren voraus, „bzw. so alt, wie es in deinem Land erforderlich ist, damit du berechtigt bist, unsere Dienste ohne elterliche Zustimmung zu nutzen“ heißt es in dem genauen Wortlaut der Nutzungsbedingungen. Umgesetzt werden soll das neue Mindestalter laut dem Tweet spätestens bis zum 25. Mai.

Der Grund für dieses Datum dürfte die ab Mai gültige EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sein, in deren Artikel 8 die „Bedingungen für die Einwilligung eines Kindes in Bezug auf Dienste der Informationsgesellschaft“ geregelt ist. Danach ist die Verarbeitung von personenbezogenen Daten eines Kindes erst dann rechtmäßig, wenn es das 16. Lebensjahr vollendet hat.

Die Mitgliedsstaaten der EU können allerdings durch Rechtsvorschriften eine niedrigere Altersgrenze vorsehen, jedoch nicht unter 13 Jahren, was den aktuellen Nutzungsbedingungen von WhatsApp entspricht. Ob eine weltweite Anhebung des Mindestalters erfolgt oder ob nur bestimmte Länder betroffen sind, erwähnt WABetaInfo nicht. Bei der Verabschiedung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung war die Frage des Mindestalters insbesondere für die Nutzung sozialer Netzwerke heftig umstritten.

Falls es zu der Änderung kommt, bleibt abzuwarten, wie mit bereits registrierten Benutzern umgegangen wird, die das 16. Lebensjahr zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollendet haben. Da WhatsApp kein Alter abfragt, kann diese Aufgabe eigentlich nur vom Play- bzw. App-Store übernommen werden, sofern die dort gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen.

Heute organisieren sich aber bereits Kinder in der Grundschule, spätestens jedoch ab der fünften Klasse in WhatsApp-Gruppen und die Eltern haben kaum eine Möglichkeit die Zustimmung zu verweigern, soll das eigene Kind nicht als Außenseiter dastehen. Eine strengere Kontrolle, entsprechende Aufklärung und angebotene Alternativen müssten die EU-Datenschutzverordnung begleiten, um Kinder vor den möglichen Gefahren zu schützen, auch wenn diese Alternativen nicht immer kostenlos sind.

Ein deutsches Gericht stellte 2016 fest, dass WhatsApp für Kinder und Jugendlich unter 16 Jahren grundsätzlich eine Gefahr für ihre Privatsphäre und ihre Entwicklung darstelle. Das Gericht verurteilte einen Vater dazu, den Chat-Client von den Smartphones seiner damals minderjährigen Töchter zu entfernen.

Kürzlich hatten Verbraucherschutzorganisationen in den USA eine Beschwerde bei der US-Handelsaufsicht FTC gegen den Google-Videodienst YouTube eingereicht, weil dieser ein Mindestalter von 13 Jahren vorschreibe, aber Inhalte für deutlich jüngere Nutzer anbiete, entsprechend darauf zugeschnittene Werbung schalte und damit erheblich Einnahmen erziele. Zudem erhebe YouTube nutzerspezifische Daten von Minderjährigen ohne Zustimmung der Eltern. Beides verstößt nach Ansicht der Beschwerdeführer gegen das geltende US-Internet-Kinderschutzgesetz und könnte Strafzahlungen nach sich ziehen.

 

`(Quelle: Heise online)

Bürgermeisterwahl ’18

13. April 2018

Bei den Bürgermeisterwahlen in Tama nahe Tokio tritt ein Kandidat an, der politische Entscheidungen sowie Budgetberechnungen mithilfe einer künstlichen Intelligenz durchführen will. So sollen Betrug und Interessenkonflikte verhindert werden.

Das Wahlplakat des Kandidaten Matsuda Michihito
Das Wahlplakat des Kandidaten Matsuda Michihito (Bild: Matsuda Michihito)

Kurz vor den Bürgermeisterwahlen in der Stadt Tama in der Präfektur Tokio hat sich damit ein ungewöhnlicher Außenseiterkandidat angemeldet: Matsuda Michihito wirbt damit, als Bürgermeister eine künstliche Intelligenz (KI, engl. AI) die Entscheidungen treffen lassen zu wollen.

Entsprechend ist auf den Wahlplakaten keine menschliche Person zu sehen, sondern eine Art Roboter. Der Kandidat Matsuda selbst ist einem Bericht von Business Insider zufolge allerdings real, 44 Jahre alt und soll für ein großes IT-Unternehmen arbeiten.

Mit Hilfe der KI…

[…weiter bei Golem.de]

Mitlesen

7. April 2018

Facebook-Mitarbeiter können die Kommunikation der Nutzer in der Messenger-App mitlesen und sogar eingreifen. Das schreibt Netzpolitik.org aktuell. Für Aufsehen gesorgt hat ein entsprechender Bericht bei Bloomberg.

Facebook Messenger hat 1,3 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer weltweit. Nun ist bekannt geworden, dass Facebook Messenger dieselben automatisierten Tools zur Durchsuchung von Inhalten nutzt, wie die Hauptplattform Facebook. Bei Verdacht auf Verstoß gegen die Facebook-Regeln werden Mitarbeiter eingeschaltet. Im Interview mit dem Vox-Autor Ezra Klein sagte Gründer Mark Zuckerberg: „In diesem Fall [der Hetze gegen Rohingya in Myanmar], stellt unser System fest, was los ist. Wir blockieren solche Nachrichten“.

Verändern will Facebook daran nichts. Am Mittwoch schreibt das Unternehmen: „Messenger und Instagram werden von Facebook betrieben, es gelten dieselben Datenschutzrichtlinien“. Das umfasst auch die „Analyse der Inhalte, die NutzerInnen teilen“. Die Analyse von Inhalten kann zwar durchaus sinnvoll sein, um Schadprogramme zu erkennen, auf Grundlage der vage formulierten Gemeinschaftsstandards lässt sie jedoch Raum für Willkür.

Dass die Kommunikation über Facebook Messenger keineswegs privat ist, sondern von Mitarbeitern mitgelesen werden kann, dürfte vielen Nutzerinnen und Nutzern nicht klar gewesen sein. Dabei gibt es sogar innerhalb der Facebook Messenger App die Möglichkeit Nachrichten Ende-zu-Ende zu verschlüsseln, und somit den Zugriff durch Facebook zu verhindern, die ist jedoch standardmäßig deaktiviert.

Wer Facebook Messenger weiterhin nutzen möchte, sollte also die Einstellungen prüfen.

Das war gestern ein schöner Abend bei der FDP. Ich konnte mich und mein Programm im Lingener Oberbürgermeisterwahlkampf vorstellen. Knapp 70 Besucher waren da und haben mich mit zahlreichen Fragen „gelöchert“. Was soll ich sagen, ich fand’s gut, besonders auch, weil die Veranstaltung von meiner Wahlkampfcrew live im Internet gestreamt wurde. Danke dafür! Denn so konnten alle dabei sein, die nicht in den Räumlichkeiten von GeLingen sitzen konnten; es gab auch sowieso keine Stühle mehr.

Spannend und aufschlussreich finde ich auch die anschließenden Diskussionen in den Diskussionsgruppen „auf Facebook“ & Co. Klicken Sie einfach mal rein; die Diskussionen dort sollte man nämlich nicht nur lokalen Rechten überlassen, die sie dort gern an sich zu reißen versuchen.

Eine Aussage habe ich übrigens vergessen, weil Moderator Dirk Meyer (Foto, ©FDP Emsland) schon reichlich nervös wurde, als ich beim Eingangsstatement die 20 Minutengrenze erreichte, und ich deshalb quasi abgebrochen habe. Sie liegt mir aber sehr am Herzen und deshalb will ich Sie hier wiedergeben:

„Ich will für unsere Stadt einen neuen Aufbruch. Dies geht nur mit Ihrer Unterstützung – bei der Wahl am 22. April, aber auch weit darüber hinaus. Wie das geht? Wenn Sie mich künftig als Oberbürgermeister zur Diskussion um städtische Themen sprechen wollen und einladen, komme ich gern persönlich zu Ihnen nach Hause. Auch sonst wird meine Tür im Rathaus für jede und jeden offen sein. Versprochen!“

ps Sie finden mich heute Abend (wohl) hier, morgen Donnerstag bei BARDO in der Kunsthalle, Freitagabend beim Fußball in Meppen (SVM II vs. ASV Altenlingen)  und Samstagmorgen auf dem Marktplatz in Lingen (Ems). Sprechen Sie mich jedenfalls gern an (beim Fußball allerdings bitte erst  in der Halbzeitpause 😉 )!

 

In der Europäischen Union gibt es jedenfalls deutlich viel weniger Geoblocking. Denn gestern ist die Verordnung zur „grenzüberschreitenden Portabilität“ bezahlter Inhaltsdienste wie Netflix & Co in Kraft getreten. EU-Bürger können Online-Abonnements damit auch zeitweilig in anderen Mitgliedsstaaten nutzen. Die Briten dank ihres nationalistischen Brexit allerdings nur noch eine kleine Weile…

Vertreter der EU-Kommission, des europäischen Parlaments und des Ministerrats sprachen in seltener Einigkeit von einem großen Tag. Vom 1. April an müssten die EU-Bürger auf Reisen in andere Mitgliedsländer „nicht mehr auf ihre Lieblingsfilme, Fernsehserien, Sportsendungen, Spiele oder E-Books verzichten, die sie zu Hause digital abonniert haben“, freuten sich die Gremien über ihren im vorigen Jahr erreichten Gesetzeskompromiss. Die neuen Bestimmungen gelten für kostenpflichtige Dienste, aber auch Anbieter von Gratis-Inhalten „können sich beteiligen“. Alle Content-Provider müssten zudem innerhalb der EU „keine Lizenzen mehr für andere Hoheitsgebiete erwerben, in die ihre Abonnenten reisen“.

„Hintergrund ist eine Übereinkunft aus dem Februar 2017, wonach ungerechtfertigtes Geoblocking bei Streaming-Diensten beendet werden soll. … [weiter bei Heise.de]

Aber die EU hat Geoblocking nicht komplett abgeschafft: Wer in Deutschland für ein Abo von Netflix und Co. zahlt, kann dieses auch im EU-Ausland nutzen. In anderen Fällen gilt weiterhin: „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar“. Netzpolitik.org erklärt, was die Änderungen bringen und an welchen Stellen es weiterhin Geoblocking gibt.

Auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) spricht daher nur von einem ersten Schritt im Kampf gegen ungerechtfertigtes Geoblocking, dem weitere dringend folgen müssten. Im Osterurlaub etwa in Frankreich könnten Verbraucher nun zwar Netflix & Co. schauen, bei ARD und ZDF bleibe der Bildschirm aber nach wie vor häufig schwarz, beklagt der vzbv-Digitalreferent Martin Madej. „Das muss endlich ein Ende haben.“ Hinzu komme, dass Abonnements von Streaming-Diensten aus dem EU-Ausland von der Portabilitätsverordnung nicht erfasst würden.

Also: Ein Schritt in die richtige Richtung, aber weitere müssen folgen. Unser Ziel ist ja die völlige Abschaffung des Geoblocking…

(Quellen: netzpolitik.org, Heise.de; Foto: Streaming CC0 Parker Byrd)

„In-Image Ad“

29. März 2018

„Das Amtsgericht Meißen hat einen Mann wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung verurteilt. Er hatte auf seiner Facebook-Seite unter anderem ein Foto des Konzentrationslagers Auschwitz gepostet, mit dem Schriftzug „Asylantenheim“ über dem Eingang und dem Kommentar: „Kommt ihr Pack, es ist wieder offen.“

Andererseits ist am kommenden Wochenende Ostern, und bei Penny kostet das Zanderfilet nur 4,99 Euro.

Die „Sächsische Zeitung“ hat es Denstag geschafft, beide Ereignisse zu verbinden, sogar mit einer schwungvollen Animation, und fröhlich flatternden Schmetterlingen:


Das Foto zeigt den Schriftzug „Arbeit macht frei“ über dem Eingang des Konzentrationslagers Auschwitz. Bei der „Sächsischen Zeitung“ ist darüber das Logo der Penny-Marke „Best Moments“ eingeblendet: „Jeder Moment ein Genuss“.

„In-Image Ad“ heißt diese Werbeform, bei der automatisch eine halbtransparente Anzeige über ein redaktionelles Foto gelegt wird. Die Münchner Firma Recognified, die sie anbietet, verspricht „vielfältige und innovative Produkte, für ein Maximum an Ausmerksamkeit. Ein garantiert sichtbarer Mehrwert!“

Das „In-Image Ad“…“

gefunden und weiter bei Uebermedien…