Arte hat im Rahmen der Sendung Tracks die Künstlergruppe Rocco und seine Brüder (Rocco and his brothers) portraitiert. Mit klar erkennbaren Wurzeln im Graffiti arbeitet das Berliner Kollektiv an der Schnittstelle von Kunst und Aktivismus, um auf Missstände in der Stadt hinzuweisen und Menschen durch Kunst zum Nachdenken anzuregen. Rocco und seine Brüder gehören ohne Frage zum Kreis der zur Zeit interessantesten Künstler, die im Bereich urbaner Kunst und Aktivismus aktiv sind.

Für mehr von Rocco und seine Brüder besucht die Website des Künstlerkollektivs oder folgt auf facebook und Instagram.

(Quelle: Urbanshit)

unterschiedlicher

14. Mai 2017

Ok, heute ist Muttertag, und die beiden deshalb hier platzierten Gruß-Werbe-Videos könnten unterschiedlicher nicht sein. Guckst Du hier:

Und hier:

Übrigens: Tankstelle geht gar nicht, liebe Töchter und Söhne, wenn ihr den Tag vergessen haben solltet!

Am vergangenen Samstag wurden in Bielefeld auf einer großen Galaveranstaltung die diesjährigen Big-Brother-Awards verliegen. Die Auszeichnungen sind alljährliche Negativpreise für besondere Verdienste gegen den Datenschutz und in Politik und Unternehmen gefürchtet, weil sie kritische Berichterstattung über die jeweiligen Datenschutzvergehen auslösen können. 2017 ging der Datenschutznegativpreis an sechs Unternehmen, Organisationen und Personen, „die das Recht auf Privatsphäre mit Füßen treten“.

So kam es im Vorfeld der Preisverleihung schon zu einem Eklat, weil die mit dem Negativpreis geehrte türkisch-islamische Union DİTİB offenbar gerichtlich gegen den Veranstalter Digitalcourage vorgehen will. Die DİTİB wird dafür geehrt, dass sie für den türkischen Geheimdienst spioniert haben soll.

Weiterer Preisträger ist dieses Jahr verdient der Industrieverband Bitkom, der für sein beständiges Lobbyieren gegen den Datenschutz mit dem Negativpreis in der Kategorie „Wirtschaft“ ausgezeichnet wird. Bitkom fördere Big Data und „Datenreichtum“ und setze sich gegen Datensparsamkeit sowie eine Zweckbindung von Daten ein, heißt es in der Begründung der Jury. Als hätten die Herausstellung der datenschutzfeindlichen Positionen und des Lobbyeinflusses auf die Bundesregierung nicht gereicht, wird der Verband in der Laudatio etwas unglücklich als „Tarnorganisation großer US-Konzerne“ bezeichnet, obwohl dieser seine Mitglieder offenlegt.

Einen Preis bekommen dieses Jahr auch die Bundeswehr und die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Der Preis wird diesmal nicht für ein Datenschutzvergehen, sondern für die Militarisierung des Internets verliehen. Die Gefahr eines Cyberkrieges liege unter anderem in vorschnellen militärischen Selbstverteidigungsschlägen, die eine gefährliche und folgenschwere Eskalation auslösen könnten. Ursula von der Leyen erhält den Preis schon zum zweiten Mal. Sie wurde im Jahr 2009 für ihren Einsatz zur Einführung von Websperren („Zensursula“) geehrt.

Die BigBrotherAwards werden in Deutschland seit dem Jahr 2000 verliehen. Sie gehen auf die von Simon Davies (Privacy International und London School of Economics) im Jahr 1998 initiierten Preise in England zurück.

Alle Preisträger der BigBrotherAwards 2017:

CC-BY-SA 3.0 digitalcourage

Mannheims

6. Mai 2017

NEO MAGAZIN ROYALE mit Jan Böhmermann – ZDFneo:
„Vor zwei Wochen veröffentlichte Xavier Naidoo gemeinsam mit den Söhnen Mannheims das politisch korrekteste Album des Jahres. Entgegen den bösen Behauptungen der Presse, konnten wir absolut keine fremdenfeindlichen Texte auf “Mannheim” finden. Wer nach den 16 sehr guten politischen Werken Xaviers noch nicht genug hat, kann sich jetzt besonders freuen: Ab sofort ist nämlich sein bisher ehrlichstes Album mit den Hurensöhnen Mannheims im ganzen Reich erhältlich. “Death to Israel” ist garantiert nicht antisemitisch und 100%ig frei von Fremdenfeindlichkeit! Ein Album voller gefühlvoller Politballaden, mit denen jeden Tag Montagsdemo in eurem CD-Player ist.“

Und nun kommt Mannheims Truppe im August auch noch zum Open-Air in unser Städtchen und nette Menschen haben mir sogar Karten geschenkt. Vielleicht wäre ein Aluhut ja besser gewesen…

verkaufsoffen

5. Mai 2017

Lingen ist am Sonntag doch verkaufsoffen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen in Lüneburg (OVG) heute entschieden und einen anderslautenden Beschluss des Verwaltungsgerichts in Osnabrück aufgehoben. So ist es eben, wenn unsere Verfassung und ihre seit 1919 gültige Vorgängerin zwar bestimmen

Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.

doch dann drei OVG-Juristen meinen, auch eine Öffnung am Sonntag entspreche den verfassungsrechtlichen Vorgaben „noch“  Lege man, so das OVG, das Nieders. Gesetz über Ladenöffnungs- und Verkaufszeiten (NLöffVZG) verfassungskonform aus, so könne man es noch verfassungskonform interpretieren.

Voraussetzung für die Öffnung von Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen ist, dass der Verkauf nicht im Vordergrund steht…

Nun: In Meppen hat man eigens und erstmals daher die Maitage erfunden und in Georgsmarienhütte ein Cityfest. Das sollen dann Veranstaltungen sein, „die ihrerseits prägende Wirkung für den öffentlichen Charakter des Tages entfalten“ – was für eine Juristenlyrik, was für ein Unfug. So als ob die Petersilie den Braten ausmacht. Geöffnet wird nur, damit der Euro rollt, nicht wegen der Kirmes, der Maitage oder des Cityfestes. Faktisch macht die seltsam-schräge Auslegung eines Verfassungsrecht und eines Verfassungsgerichtsurteils durch das OVG aus dem grundsätzlichen Gebot der Sonntagsruhe das Gegenteil – aufgrund konstruierter Feierei. Man darf darüber getrost den Kopf schütteln, wie leicht das OVG eine kurzweilige Bühnenshow zum Dreh- und Angelpunkt stundenlangen Einkaufens macht..

Für manche Lingener Unternehmen kam die seltsame Shopping-Entscheidung aus Lüneburg allerdings zu spät. Famila in Lingen bleibt jedenfalls geschlossen und was mit Rewe ist, wird man am Sonntag sehen.

Wo wir also gerade über Lebensmittelgiganten reden. Da kommen sich just auf dem Werbeschlachtfeld Lidl und Edeka in die Quere. Lidl, dessen Obst und Gemüse zum wiederholten Male mit einem x-beliebigen Preis ausgezeichnet wurde, hatte bereits im Februar die ersten Rakete Richtung Blau-Gelb abgefeuert

Die Konkurrenz aus Hamburg reagierte so


und Lidl antwortete schnell, aber eher blöd.

re:publica 17

4. Mai 2017

Berlin, re:publica 17 vom 8. bis 10. Mai 2017

mehr…

Immer wieder tauchen bei Foto-Shootings der Sendung „Germanys Next Topmodel“ Paparazzi auf. Die Fotos, die sie von den meist nackten oder halbnackten Teilnehmerinnen schießen, verkaufen sie an Zeitschriften und Online-Portale. Heidi Klum und ProSieben tun danach gerne so, als fänden sie das ganz schlimm – aber ist das so? Wieso schlachten sie die Paparazzi-Fotos dann in der Sendung aus?
Über Leider, leider bei GNTM von uebermedien


Heute ist der Tag der Pressefreiheit. Aus diesem Anlass wird Reporter ohne Grenzen in Berlin und andernorts gemeinsam für die Freilassung der weltweit über 360 inhaftierten Medienschaffenden demonstrieren.

Journalisten und Medien stehen nämlich weltweit unter zunehmendem, großen Druck. Das zeigt nicht zuletzt die neue Rangliste der der ROG zur Pressefreiheit. Besonders erschreckend ist, dass auch Demokratien immer stärker unabhängige Medien und Journalisten einschränken, anstatt die Pressefreiheit als Grundwert hochzuhalten.

In den USA verunglimpft der Präsident Donald Trump systematisch kritische Medien, in Großbritannien weitet ein neues Gesetz die Überwachungsbefugnisse der Geheimdienste drastisch aus, und schützt Journalisten und ihre Informanten nur unzureichend.

Zur weltweiten Verschlechterung haben in besonderer Weise die Entwicklungen in der Türkei beigetragen. Das Land hat sich auf der Rangliste der Pressefreiheit erneut verschlechtert und steht nun auf Platz 155 von 180 Staaten. Seit dem Putschversuch im Juli 2016 hat die Repression gegen unabhängige Journalisten und Medien ein nie gekanntes Ausmaß erreicht. Die Untersuchungshaft des deutsch-türkischen Korrespondenten der Zeitung Die Welt, Deniz Yücel, bedeutet eine neue Qualität der Verfolgung, die deutlich über die bisherigen Schikanen gegen Auslandskorrespondenten hinausgeht. Auch der ROG-Mitarbeiter steht wegen Terrorpropaganda vor Gericht.

Heute demonstrieren Reporter ohne Grenzen und ihre Freunde in Berlin – am Mittag vor der türkischen Botschaft, am Nachmittag vor dem Brandenburger Tor und am Abend im Maxim Gorki Theater.

Hold my beer

1. Mai 2017

Sagt mal, fragt fefe gerade, „könnte eine Webseite wie Facebook nicht erkennen, in welchem emotionalen Zustand verwundbare Teenager sind, und dann entsprechend teurere Werbung nehmen? Also beispielsweise wenn es jemandem besonders gut geht?

Hold my beer, sagt Facebook!

According to the report, the selling point of this 2017 document is that Facebook’s algorithms can determine, and allow advertisers to pinpoint, „moments when young people need a confidence boost.“ If that phrase isn’t clear enough, Facebook’s document offers a litany of teen emotional states that the company claims it can estimate based on how teens use the service, including „worthless,“ „insecure,“ „defeated,“ „anxious,“ „silly,“ „useless,“ „stupid,“ „overwhelmed,“ „stressed,“ and „a failure.“

Ach du Armer, komm, hier, eine Palette Häagen Dasz und ein paar wertlose selbstwertsteigernde Bullshit-Produkte!“

AfD: First follower

30. April 2017

Die AfD ist auf Twitter nicht so stark wie auf Facebook. Anhänger der Partei betreiben allerdings ein inoffizielles Unterstützungsnetzwerk. Die AfD sagt auf Anfrage, dass es mit den Betreibern der entsprechenden Accounts keine regelmäßigen Absprachen gibt. Recherchen zeigen aber, dass das Netzwerk großen Einfluss auf die Kommunikation der AfD auf Twitter ausübt.

Seit Dezember 2016 hat netzpolitik.org zusammen mit Tagesspiegel DATA das Twitter-Netzwerk der AfD analysiert. Ausgangspunkt der Recherche war Balleryna, der vermeintlich reichweitenstärkste Account aus dem AfD-Umfeld, der sich bei näherer Betrachtung als Fake-Account und Scheinriese herausstellte. Im Laufe der Recherche konnten wir ein genaueres Bild davon zeichnen, worüber und wie genau die AfD twittert.

Bei der Recherche rund um Balleryna stießen wir auf ein gut organisiertes Netzwerk aus inoffiziellen Unterstützern der AfD. Balleryna ist dabei nur einer von etwa einem Dutzend inoffizieller Unterstützer-Accounts, die alle ähnlich agieren. Inhaltlich stehen die meisten dieser Accounts dem offiziellen Partei-Account @afdkompakt sehr nahe.

Wer folgt wem zuerst

Um die Nähe der Accounts zu belegen, haben wir jeweils die ersten zehn Follower der Accounts analysiert. In der Regel folgen Menschen denen zuerst, die sie kennen. Erfahrungswerte zeigen, dass Personen mit Zweit- und Drittaccount oder Fake-Accounts sich oft zuerst selbst folgen. Die Grafik „First-Follower-Twitter-Netzwerk der AfD“ verdeutlicht, wie eng die Unterstützer-Accounts beieinander liegen.

 

 

Es ist sichtbar, dass der Account @mundaufmachen jeweils zu den ersten Followern sowohl von @afdkompakt als auch den inoffiziellen Unterstützer-Accounts @AfdTweets, @IchwaehleAfD und @MutfuerWahrheit zählt.

Auf der Suche nach weiteren Indizien haben wir uns angeschaut, mit welchen Mailadressen die Accounts bei Twitter angemeldet sind. Die Mailadressen lassen sich durch eine „Passwort vergessen“-Abfrage teilweise rekonstruieren. Hierbei fiel uns auf, dass @Balleryna, @mundaufmachen, @2017_AfDwaehlen und @PinocchioPresse alle mit Mail-Adressen nach dem Muster twittername@gmail.com bei Twitter angemeldet sind.

Zeitanalyse des Unterstützer-Accounts @mundaufmachen: Es wird immer nur Montag bis Freitag zu Bürozeiten getwittert. Dass er von der Partei dafür angestellt sei, verneint der Betreiber des Accounts auf Nachfrage jedoch.

In anderen Punkten unterscheiden sich die Accounts stark. So twittert beispielsweise @mundaufmachen ausschließlich zu Bürozeiten von Montag bis Freitag zwischen 8:30 und 18 Uhr, während andere Accounts die ganze Woche über…

[weiter hier bei netzpolitik.org]

(Quelle: netzpolitik.org)