NullKommaAcht

19. November 2017

Lasst dies Leserbriefiges aus der Obergrafschaft auf Euch wirken. Ich habs gefunden auf der Facebook–Seite der staunenden Tatjana Abels Papadopoulos (via Elli Mantor).

Sometimes

16. November 2017

Das Unternehmen Briteside aus dem Bundesstaat Oregon (USA) hat da gerade einen charmanten Werbespot präsentiert: Der Cannabis-Bringdienst orientiert sich in Look and Feel 1:1 an allen Klischees der Pharma-Werbung und zieht das Prinzip auch in seinen Spots 100 Prozent durch. Das Ergebnis ist der sauberste Spot der Welt für ein Produkt, das zum Beispiel in Deutschland grundsätzlich verboten ist. Jenseits des großen Wassers längst eine ganz normale Sache. Wie Weißbier trinken in Bayern.

via Schlecky Silberstein

Vertical Video

14. November 2017

Junge Leute sind auch nicht mehr so kreativ, finde ich. Bernd zum Beispiel fordert immer, Fotos dürfe man nicht hochkant mit dem iPhone machen. Doch das war -im Vertrauen für die Leserschaft-  gestern.  Musikerin und Social-Media-Superstar Selena Gomez begeisterte ihr Fangemeinde vorige Woche mit einem Vertical Video für ihren neuen Hit „Wolves“, das bereits millionenfach geklickt wurde. Was sie kann, können deutsche Künstler allerdings mindestens genauso gut: Fast zeitgleich zu „Wolves“ ging ein Clip des deutschen Werbefilmers Johannes Schröder on Air, der das Thema Musikvideos auf vollkommen neue Weise interpretiert.

Jan Fincke, Geschäftsführer der vielfach preiskrönten Berliner Produktionsfirma Czar, ist begeistert von der Arbeit seines jungen Talents. „Das Video von Johannes zahlt zu 100 Prozent auf Vertical Use ein – und zwar in einer Weise, wie ich es bisher nirgends gesehen habe.“ Wer wissen will, was Fincke meint, sollte sich den Clip „Alpina Weiss“ der Berliner Indieband SIND – die sich nach all dem Hiphop der letzten Jahre auch gut beim Abifestival 2018 machen würde- unbedingt auf dem Smartphone anschauen.

ist schwierig

8. November 2017

Elbmetropole ideal

8. November 2017

Zahlen dürfen wir Kunden in der Provinz. Doch nicht im Emsland oder in Osnabrück sieht der NOZ-Verlag die mediale Zukunft, sondern ganz woanders. „Die Elbmetropole Hamburg ist ideal“, sagt ein NOZ-Verantwortlicher.   schreibt darüber im  Branchendienst Meedia 

„Bislang machen die Verlage auf Computern, Smartphones und Tablets ihre journalistischen Inhalte digital zu Geld. Jetzt will der Osnabrücker Regionalzeitungsverlag ein neues digitales Produkt entwickeln, das Lesern den Einstieg in den Alltag erleichtern soll. Dazu setzt die NOZ auf neue Abspielflächen wie Lautsprecher von Alexa oder Google Home. Co-finanziert wird das Vorhaben von Google.

Wenn Nicolas Fromm, Geschäftsleiter Digital der Zeitungshäuser NOZ Medien und mh:n Medien, über Hamburg als Digitalstandort für Medienhäuser spricht, findet er klare Vorzüge: „Hamburg verfügt über eine große Startup-Szene. Die Elbmetropole ist für uns ideal, geeignete Digitalexperten zu finden“, sagt der Geschäftsmann. Die Äußerung kommt nicht von ungefähr. Die NOZ Medien, die im vergangenen Jahr die mh:n Medien geschluckt hat, will in der Hansestadt eine eigene Digitaleinheit aufbauen….“

weiter hier

Beide Clips in diesem Posting sind genau das richtige für einen trüben Novembersonntag, finde ich. Sie stammen von Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg. Die 1991 gegründete Hochschule in Ludwigsburg zählt zu den international führenden Ausbildungseinrichtungen für Film und Medien. Als einzige deutsche Einrichtung setzte die renommierte Fachzeitschrift The Hollywood Reporter die Filmakademie 2010 auf die Liste der weltweit besten Filmhochschulen. Über die Jahre sind immer wieder erfolgreicher Filme im Rahmen des Studiums an der Filmakademie entstanden, die auf nationalen sowie internationalen Festivals Preise erhielten. In diesem kleinen Blog hab ich schon mehrfach Kurz- und Werbefilme der Filmakademie vorgestellt. Den noch nicht:

Vor zwei Jahren präsentierten Dorian Lebherz und Daniel Titz in „Dear Brother“ ihre Vorstellungen von Schottland und Whisky. Mit dem Werbeclip „Dear Brother“, der  im Rahmen des Studiengangs Werbefilm an der Filmakademie entstand, brach das Regieduo eine Lanze für emotionales Geschichtenerzählen: „Wir mögen die alte Werbebotschaft ‚Keep Walking‘ von Johnnie Walker sehr, die für schottische Tradition und Ursprung, Freundschaft und Ehrgeiz stand und sind der Meinung, dass eine Geschichte mit Zuneigung und Emotionalität eine Marke stets stärker auflädt, als schöne aber wenig einprägsame Vignetten.“

Und jetzt gibt es einen Scotland’s-Whisky-Nachfolgefilm von Studierenden der Filmakademie und zwar diesen:

Ohne offiziellen Auftrag entstand ein Werbefilm für die die schottische Whisky-Marke Ballantine’s ausgewählt wurde. Regie führte Thilo Gundelach, als Executive Producer zeichnet Madlen Folk verantwortlich, die schon „Dear Brother“ produzierte. Für die Cinematographie war Rafael Starman zuständig, der Editor ist David Jasim. In matten Farben inszenieren sie eine ältere, illustre Gesellschaft im Salon, deren Mitglieder auch im betagten Alter ihren Lieblingsbeschäftigungen nachgehen.
Mit dem Film wollen die Studenten, schreibt Horizont.net „charmant unterhalten, ohne aufdringlich zu werden“. Warum sich die Studierenden für Ballantine’s entschieden haben, erklären sie so: „Wir mögen die Markenwelt von Ballantine’s–Tradition, schottischer Eigensinn, das veredelte Produkt und eine Marke, die sich nicht ganz so ernst nimmt. Widersprüchliches, das in kleinen feinen Nuancen perfekt zusammengeht und einen eigenen Charakter, eine Einzigartigkeit ausmacht. Ein Gefühl, eine Stimmung – leiser, trockener Humor und eine passende Produktwelt, deren Geschichte auf das Markenversprechen einzahlt: Stay true.“
Mich hat’s angesprochen. Also viel Spaß beim Reinschauen.

REISE(L)UST

27. Oktober 2017

Über REISE(L)UST – Die Mutter aller Regional TV Parodien
Es kommt im Leben des modernen Deutschen nicht mehr oft, vor dass er Tränen lacht, daher ist die neue Reihe REISE(L)UST auch ein Gesundheits-Tipp. Die Reisemagazin-Parodie von Luksan-Wunder verneigt sich vor der hohen Kunst der niederen Unterhaltung und das so gut, dass Schlecky Silberstein „spontan den Webvideo Award“ aus der Taufe hob und direkt an REISE(L)UST verlieh. Die Moderatoren Lider Freadrich und Britt führen durch unterschiedliche Länder der Erde, befinden sich dabei aber stets in Berlin. Wenn man nicht genau hinhört, könnte es als beschissenes Regionalfernsehen durchgehen. Aber hört und seht genau hin, dann findet Ihr große Kunst. (Schönes Wochenende!)

(gefunden bei Schlecky Silberstein)

Banana

24. Oktober 2017

„Dies ist ein Apfel. Einige Leuten mögen dir erzählen, es sei eine Banane. Sie mögen immer wieder Banane, Banane, Banane schreien. Sie mögen BANANE in Großbuchstaben schreiben. Ihr fangt vielleicht sogar an zu glauben, dass dies eine Banane ist. Ist es aber nicht. Es ist ein Apfel“, lautet der Text des 30-sekündigen TV-Spots von CNN, der auf Donald Trumps rhetorisches Muster der Faktenverdrehung anspielt, ohne den US-Präsidenten zu nennen.

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Wahlplakate

22. September 2017

Der Bundestagswahlkampf ist in vollem Gange und die Städte hängen voller Wahlplakate. In Lingen fehlen zwar inzwischen die der SPD, aber wie vor jeder Wahl gehören auch Wahlplakat-Bustings dazu. Meist anonym, werden die Botschaften der Parteien modifiziert, Inhalte und Aussagen umgedreht und Plakate gehackt. Oder allein durch die Platzierung eines Wahlplakates an einem bestimmten Ort ergibt sich ein völlig neuer Sinn.

Das Hamburger Portal Urbanshit hat in einer fortlaufenden Sammlung eine Auswahl der kreativsten und besten Wahlplakat-Bustings zur bevorstehenden Bundestagswahl gesammelt. Nämlich die hier:

und mehr…

50 Kameras

13. September 2017

In Außenwerbetafeln in den benachbarten Niederlanden wurden Kameras mit Video-Scannern eingesetzt, um Passanten zu analysieren. Die Betreiberfirma hat die Praxis nach Protesten eingestellt. Doch auch in Deutschland werden Überwachungssysteme getestet, die Menschen automatisiert erkennen und lesen sollen.

Die britische Werbefirma „Exterion Media“ hat in den Niederlanden 50 Kameras deaktiviert, die sich in digitalen Außenwerbetafeln des Konzerns befinden. Das berichtet die niederländische Zeitung „NRC Handelsblad“ unter Berufung auf eine Pressemitteilung des Unternehmens.

Mit bloßem Auge sind die kleinen Kameras kaum zu erkennen. All rights reserved Screenshot Twitter (@Nsdefect)
Exterion, das nach eigenen Angaben auch in Frankreich, Spanien und Großbritannien aktiv ist, reagierte damit auf öffentlichen Protest gegen die ungefragte Analyse. Ausgelöst wurde der Widerstand durch einen Twitterpost: Ein Reisender hatte auf dem Bahnhof der Stadt Amersfoort eine Apparatur in einer Anzeigetafel entdeckt und ein Bild davon geteilt. Während die staatliche Bahngesellschaft als Betreiberin des Bahnhofs zunächst von einem „Sensor“ sprach, der keine Bilder erzeugen könne, bestätigte Exterion später, dass es sich um eine Kamera handele.

aut Bericht der Zeitung wurden die Kameras mit der Gesichtstracking-Software „VidiReports“ ausgestattet, um die Werbeanzeigen zu optimieren. Der Website des Herstellers „Quividi“ zufolge kann die Software sowohl erkennen, ob und wie lange eine Person die Werbeanzeige betrachtet, als auch biometrische Merkmale wie Geschlecht und Alter abschätzen. Diese Daten sollen in einer Datenbank gespeichert worden sein. Die Software kann zudem laut Hersteller auch die Gemütslage der Betrachter erfassen. In diesem Fall sei die Funktion allerdings nicht aktiviert gewesen, so Exterion.

Das Unternehmen betonte in seiner Pressemitteilung „dass die Kameras keine Videoaufnahmen in irgendeiner Weise machen.“ Das System erfasse und speichere lediglich die genannten Informationen über die Betrachter, aber keine Bilder. Ein Rückschluss auf einzelne Personen sei nicht möglich.

Auch in Deutschland wurden ähnliche Systeme bereits eingesetzt. So erregten etwa die Supermarktkette Real sowie die Deutsche Post Aufmerksamkeit durch den Einsatz von Werbebildschirmen mit visueller Tracking-Software in einigen Filialen. Ob solche Systeme überhaupt legal eingesetzt werden dürfen, ist umstritten. Fraglich ist insbesondere, ob eine Kennzeichnung durch einen allgemeinen Hinweis auf Videoüberwachung ausreicht, wie es bei Real der Fall war. Das Unternehmen hat die Tests inzwischen ebenfalls eingestellt.

Die Kapazitäten von Gesichtserkennungssoftware nehmen stetig zu. Wie The Guardian berichtet, kam zuletzt eine Studie der Stanford University zu dem Schluss, dass die Technik genutzt werden kann, um die sexuelle Orientierung eines Menschen mit hoher Trefferquote vorherzusagen. Auch für staatliche Akteure sind die Systeme interessant. Während ein Test des BKA mit automatischer Gesichtserkennung am Bahnhof Südkreuz noch läuft, träumt die CDU in ihrem Wahlprogramm bereits von einem flächendeckenden Einsatz der vernetzen Videoscanner an öffentlichen Gefahrenorten“.


gefunden bei netzpolitik.org  Creative Commons BY-NC-SA 4.0.