Über den zivilen Ungehorsam

21. September 2019

Etwa 2200 vorwiegend junge Menschen haben sich gestern in Lingen (Ems) am Klimastreik beteiligt. Das ist mehr als gut. Allerdings müssen die lokalen Aktivisten aufpassen, dass der Klimastreik und F4F nicht Teil von Lehrplänen und Gut-gemeint-Events werden. So regten sich Lehrkräfte des Franziskusgymnasiums über Antiatom-Aktivisten auf, die „Veranstaltung zu missbrauchen“, als diese kleine Handzettel für die in einem Monat anstehende Antiatom-Demonstration verteilten.

Auch die donnerstägliche Einladung der Klimagruppe Emsland an OB Krone („Kommen Sie denn auch?“) habe ich als unpassend empfunden. Krone tut nämlich gemeinsam mit der CDU-Ratsmehrheit nichts für eine aktive Klimapolitik. Im Gegenteil: Der von beiden beispielsweise zu verantwortende, ungezügelte Flächenverbrauch für Einfamilienhaussiedlungen („Baugebiet“)  und überdimensionierte Gewerbeflächen produziert ein lokales Klimadefizit. Das wird auch nicht dadurch besser, dass nunmehr die lokalen Grünen die Pläne für mehr Bauland nicht mehr so schlimm finden – ein besonderer Beitrag der trendigen Partei an diesem gestrigen Klimaschutz-Freitag.

Derweil setzt, wie Markus Reuter auf netzpolitik.org berichtet, „die Klimabewegung zunehmend auf Blockaden und Aktionen des zivilen Ungehorsams. Doch was ist das überhaupt, welche Geschichte steckt dahinter – und warum hat ziviler Ungehorsam oftmals mehr Einfluss als eine klassische Demonstration?

Proteste des zivilen Ungehorsams haben derzeit Konjunktur: Rechtsextreme Aufmärsche werden mit Sitzblockaden gestoppt, Aktivist:innen tragen die Klimaproteste in Kohlegruben – und nun wird auch der Verkehr in zahlreichen Städten des Landes blockiert, um auf die Dringlichkeit des Klimawandels hinzuweisen und den Druck auf die Politik zu erhöhen.

Die Stärke von zivilem Ungehorsam liegt darin, dass die Teilnehmenden mit der meist öffentlich angekündigten Regelverletzung Staat und Politik gezielt herausfordern. Wer Regeln verletzt, sagt sehr deutlich: „Mir ist das hier so wichtig, dass ich dafür rechtliche Konsequenzen in Kauf nehme.“ Eine Demo mit 10.000 Menschen kann deutlich leichter ignoriert werden als eine gewaltfreie Blockade der Londoner Innenstadt mit der gleichen Anzahl von Teilnehmenden.

Rosa Parks, im Hintergrund Martin Luther King
Die Schwarze Rosa Parks wurde am 1. Dezember 1955 in Montgomery, Alabama festgenommen, weil sie sich – entgegen der Gesetze – geweigert hatte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen. Die Aktion des zivilen Ungehorsams gilt als Mitauslöser für die schwarze Bürgerrechtsbewegung in den USA. Foto: Gemeinfrei USIA

Ziviler Ungehorsam setzt mit gewaltfreien Mitteln auf Disruption, er will mediale Aufmerksamkeit für ein Thema erreichen und schafft dies auch durch den realen Druck, den solche Aktionen aufbauen können. Jede Stunde, die ein Kohlekraftwerk nicht läuft oder Pendler:innen mit Straßenblockaden von der Arbeit abgehalten werden, kostet Geld. Und so erzeugt ziviler Ungehorsam den nötigen Leidensdruck, wenn das Mittel der klassischen Demonstration nicht mehr ausreicht, um etwas zu bewegen.

Protestform mit langer Tradition

Ziviler Ungehorsam ist eine Protestform, die über das reine Demonstrieren hinausgeht. Als bekannte moderne Vertreter des zivilen Ungehorsams gelten Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Rosa Parks. Doch ziviler Ungehorsam als Protestform ist älter und wurde schon in vorchristlicher Zeit um 411 v. Chr. beschrieben: In der griechischen Komödie „Lysistrata“ blockieren die Frauen Athens in der vielleicht ersten Sitzblockade der Geschichte das Parthenon, und damit die Schatzkammer der Stadt, um den Krieg mit Sparta zu beenden.

Der Begriff  „Ziviler Ungehorsam“ tauchte erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts bei Henry David Thoreau auf, der als einer der Vordenker des zivilen Ungehorsams gilt. Thoreau geht von zwei Grundannahmen aus: Erstens basiere die Autorität einer Regierung auf dem Einverständnis der Regierten und zweitens sei Gerechtigkeit wichtiger als Gesetze. Das Individuum könne beurteilen, ob Gesetze gerecht sind.

In Kurzform sagt Thoreau:

Wenn das Gesetz so beschaffen ist, dass es notwendigerweise aus dir den Arm des Unrechts an einem anderen macht, dann, sage ich, brich das Gesetz. Mach‘ dein Leben zu einem Gegengewicht, um die Maschine aufzuhalten.

In der neueren Theorie des zivilen Ungehorsams geht es allerdings nicht nur um Gesetze, sondern auch um Pflichten, Befehle und Regeln.

Abwägung und Gewaltfreiheit

Damit die Aktion allerdings nicht nur ein simples Brechen von Gesetzen ist, gehört zum zivilen Ungehorsam ein sorgsamer Abwägungsprozess. Denn dem zivilen Ungehorsam liegt zugrunde, dass jemand zur Abstellung eines Unrechts oder zur Bekämpfung eines Unrechts seine Gewissensgründe und seine Moral über das Gesetz stellt. Dabei geht es um einen bewussten Prozess und eine bewusste Entscheidung, auch die Konsequenzen und die Bestrafung der Regelverletzung in Kauf zu nehmen.

Die tragende Säule von zivilem Ungehorsam ist die Gewaltfreiheit. Gewaltfreiheit meint hier, dass Aktionen niemals gegen die Würde des Menschen gerichtet sein dürfen. Ziviler Ungehorsam schließt Gewalt gegen Menschen kategorisch aus. Laut Gandhi hat die Gewaltfreiheit gleichermaßen moralische wie strategische Gründe.

Fester Bestandteil des demokratischen Protestarsenals

Aktionen des zivilen Ungehorsams finden immer im Spannungsverhältnis von Legitimität und Illegalität statt. Das führt dazu, dass sich ziviler Ungehorsam immer wieder aufs Neue rechtfertigen und legitimieren muss. Bei jeder Aktion wird es Leute geben, die sagen: „Was ihr macht, ist illegal. Ihr brecht Gesetze.“

Dennoch haben sich Aktionsformen des zivilen Ungehorsams wie Sitzblockaden als fester Bestandteil von demokratischen Protesten etabliert und werden auch von großen Teilen der Gesellschaft akzeptiert. Dazu beigetragen haben in Deutschland auch die Sitzblockaden namhafter Intellektueller beim Atomwaffenlager Mutlangen 1983.

Der Philosoph Jürgen Habermas definierte in den Achziger Jahren zivilen Ungehorsam in recht engen Grenzen:

Ziviler Ungehorsam ist ein moralisch begründeter Protest, dem nicht nur private Glaubensüberzeugungen oder Eigeninteressen zugrunde liegen dürfen; er ist ein öffentlicher Akt, der in der Regel angekündigt ist und von der Polizei in seinem Ablauf kalkuliert werden kann; er schließt die vorsätzliche Verletzung einzelner Rechtsnormen ein, ohne den Gehorsam gegenüber der Rechtsordnung im ganzen zu affizieren; er verlangt die Bereitschaft, für die rechtlichen Folgen der Normverletzung einzustehen; die Regelverletzung, in der sich ziviler Ungehorsam äußert, hat ausschließlich symbolischen Charakter, daraus ergibt sich schon die Begrenzung auf gewaltfreie Mittel des Protestes.

Ähnlich wie der Philosoph John Rawls sieht Habermas im zivilen Ungehorsam kalkulierte Regelverletzungen symbolischen Charakters. Die Illegalität der Aktion weist dabei auf die politische Dringlichkeit der Forderung hin. Die Öffentlichkeit der Aktion schützt davor, dass Menschen aus Partikularinteressen oder aus Eigennutz Regeln und Gesetze brechen. Habermas sieht im zivilen Ungehorsam ein „Element einer reifen politischen Kultur“ und damit ein Instrument zur Verbesserung des Staates.

Zu enge Definition

Die Definitionen von Rawls und Habermas verengen den zivilen Ungehorsam auf Symbolik innerhalb von Demokratien. Das kritisiert der Sozialwissenschaftler Alex Demirović: „Entsprechend sollten und könnten sehr viele der Proteste, die wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, zum Beispiel die Bewegungen in den arabischen Staaten oder die Proteste unter dem Titel „Empört Euch!“ und solche, die mit Forderungen nach wirklicher Demokratie verbunden waren, nicht in diesem Sinne als ziviler Ungehorsam aufgefasst werden.“

Demonstrierende graben auf der Reichstagswiese Gräber, um an das Sterben von Geflüchteten im Mittelmeer zu erinnern: eine Aktion des zivilen Ungehorsams. Alle Rechte vorbehalten Nick Jaussi / Zentrum für politische Schönheit

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele, warum die Definition von Habermas zu eng gefasst ist: Wenn ein Edward Snowden aus Gewissensgründen für die Öffentlichkeit die Gesetze der Geheimhaltung bricht, geht es beispielsweise nicht nur um Symbolik, sondern darum, andere aufzuklären. Auch hier haben wir es mit einem gemeinwohlorientierten Ungehorsam zu tun, der dem öffentlichen Interesse dient und einen Missstand abstellen will. Die in den Achtziger Jahren geprägte Definition ist also zu eng, um (zivilen) Ungehorsam in all seinen Facetten zu erfassen.

Ziviler Ungehorsam stärkt die Abwehrkräfte der Demokratie

Verschiedene Autor/innen sehen im zivilen Ungehorsam ein Instrument, um Demokratie zu beleben. Und da ist etwas dran: ziviler Ungehorsam kann Prozesse der emanzipativen Selbstermächtigung auslösen und andere Menschen für Proteste inspirieren. Gleichzeitig schaffen Proteste des zivilen Ungehorsams Situationen der Partizipation und Solidarität. Wer dies in einer Sitzblockade, eingehakt mit wildfremden, entschlossenen Menschen erlebt hat, bekommt ein neues Gefühl von gesellschaftlichem Zusammenhalt. Die Erfahrungen von Aktionen des zivilen Ungehorsams stärken letztlich die Abwehrkräfte der Demokratie und erweitern die Möglichkeiten des Protests.

Ziviler Ungehorsam ist aufgrund seiner gewaltfreien Ausrichtung anschlussfähig in weite Teile der Zivilgesellschaft. Dabei können politische Bündnisse schon mit dem Aufruf zum massenhaften zivilen Ungehorsam schon lange vor der Aktion selbst Öffentlichkeit schaffen, um Fenster für politische Veränderung zu öffnen.“


Markus Reuter auf Netzpolitik.org Creative Commons BY-NC-SA 4.0.Foto: Lingen Klimastreik, privat

Strohfeuer

19. September 2019

In Lingen berät der kommunale Schulausschuss  am kommenden Montag über den Digitalpakt Schule.  Für die 18 städtischen Schulen sollen in den nächsten fünf Jahren insgesamt 1.308.851 € fließen – pro Jahr also 261.770 Euro und 20 Cent. Das ist mehr als nichts, aber dann doch nicht genug. Das hat die „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)“ in einer Untersuchung ermittelt.

Zwischen den in Aussicht gestellten 5,5 Milliarden Euro aus dem Digitalpakt von Bund, Ländern und Kommunen und der erforderlichen Summe für die Mindestausstattung aller allgemein- und berufsbildenden Schulen bis 2024 klafft laut der GEW-Studie  eine riesige Lücke. Für die allgemeinbildenden Schulen werden demnach in den kommenden fünf Jahren eigentlich 15,76 Milliarden Euro benötigt, für die berufsbildenden Schulen 5,265 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich ein Gesamtbedarf von 21,025 Milliarden Euro.

Das ist mit Blick auf die bisher eingeplanten Mittel eine Differenz von rund 15 Milliarden Euro. Die GEW fordert daher eine Verstetigung des Digitalpaktes. Sonst sei er nur ein Strohfeuer. (mehr…)

Ein großer Anteil des Gesamtbedarfs fällt laut GEW-Studie dabei nicht für Hard- und Software an, sondern für Personalkosten wie den IT-Support. Dabei handelt es sich um laufende Aufwendungen: Die IT-Infrastruktur muss regelmäßig gewartet und aktualisiert werden. „Der nicht hinlänglich sichergestellte IT-Support könnte sich als Achillesferse des Digitalpakts erweisen“, bilanzieren die Experten. Der Verwaltungsvereinbarung zum Digitalpakt zufolge sind unmittelbare Personal- und Sachkosten für Betrieb, Wartung und IT-Support nicht förderfähig. Das muss sich ändern; denn die Hard- und software wird bereits in wenigen Jahren veraltet sein.

Auch in unserer Stadt wird man aus anderen Gründen genauer hinsehen müssen. So ist neben dem Sockelbetrag für die Schulen in Höhe von 30.000 euro der Pro-Kopf-Betrag für alle  Schülerinnen und Schülern  einstweilen noch zusammengefasst. Das aber darf nicht dazu führen, dass insbesondere die Friedensschule als einzige allgemein bildende Sekundar-Schule in städtischer Trägerschaft etwa weniger erhält als die privaten Schulen der bischöflichen Schulstiftung oder weiterführenden die Schulen des Landkreises.

Klimastreik!

18. September 2019


Am Freitag findet der dritte globale Klimastreik statt – weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Paris-Abkommen und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden. Auch in Lingen (Ems). Die Organisatoren informieren:

Wir treffen uns ab 7:30 Uhr am Freitag, 20.09.2019 am Bahnhof in Lingen:

Wenn du weitere Informationen benötigst melde dich gerne bei uns! Gern kannst du auch später dazukommen. Geplant sind Aktionen rund um den Klimaschutz. Um 10:00 Uhr findet eine Fotoaktion statt. Der NABU Emsland Süd, Foodsharing.de Emsland, Seebrücke Lingen, BUND Niedersachsen, Repair Café Lingen, die Kunstschule Lingen, Sieben und das Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) sind mit dabei. Es kommen weitere Aktionen dazu!

Um 11:55 Uhr werden die Glocken aller Lingener Kirchen läuten! Um 12:00 Uhr findet in der Kreuzkirche ein Gebet zu/um „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ (ca. 15 min.) statt. #ChristiansforFuture

Von 10:30 Uhr bis 12:00 Uhr läuft eine Müllsammelaktion, wir starten einen „Clean-Up-Countdown“! Bei Teilnahme bitte Handschuhe mitbringen! Wir starten außerdem eine Fahrraddemo mit dem ADFC! Bitte reist – wenn möglich – mit dem Rad an!

Gegen 12:30 Uhr räumen wir auf! WICHTIG: Alle mitgebrachten Plakate bitte aus Altpapier basteln und nach der Demo wieder dem Altpapier zuführen!

Ab 17:00 Uhr findest du uns auf dem Pferdemarkt in Lingen beim Rock am Pferdemarkt 2019 mit einem Infostand. Die VHS Lingen zeigt ab 17:00 Uhr im VHS-Forum, Zum Neuen Hafen, den Film Zusammenhalt Global – Auftakt FAIR FOR FUTURE !“

https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/
https://de.globalclimatestrike.net/
https://www.klima-streik.org/

 


Weitere Streikaktionen in der Region finden in Haselünne (Wasserturm 10 Uhr) , Meppen (Marktplatz 12 Uhr), Nordhorn (Kirche Am Markt 12 Uhr) und Papenburg (Rathaus 14 Uhr) statt.

Makoma Lekalakala

17. September 2019

Atomkraftgegner/innen aus Lingen, der Grafschaft Bentheim und dem Münsterland kritisieren scharf den Versuch des Lingener AKW-Betreibers RWE/Preussenelektra vom vergangenen Wochenende, durch einen „Polizeieinsatz auf den öffentlichen Verkehrsflächen vor dem AKW Lingen ihre Kritiker einzuschüchtern“. Auf Initiative der AKW-Betreiberin stellte die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim gleich mit fünf Einsatzfahrzeugen und einer Hundestaffel die Personalien von ganzen sechs Atomkraftgegner/innen fest. Darunter war mit Makoma Lekalakala auch eine renommierte südafrikanische Umweltschützerin und 2018 mit dem Goldman-Environmental-Prize ausgezeichnet, die am Samstagabend in Schepsdorf einen öffentlichen Vortrag über die Situation in Südafrika hielt.

Die regionalen Anti-Atomkraft-Initiativen hatten die angesehene Umweltaktivistin aus Johannesburg nach Gronau und Lingen (Ems) eingeladen. Am Samstagnachmittag zeigten sie ihr das Atomkraftwerk Lingen und befanden sich dort im öffentlichen Bereich vor dem AKW für einen Pressetermin. Außer einigen Erinnerungsfotos passierte nichts, als plötzlich zahlreiche Polizeibeamte auftauchten und einschritten. Wie widersinnig eine Personalienfeststellung war, zeigte sich auch daran, dass zwei Anwesende von der Polizei sofort mit korrektem Namen persönlich angesprochen wurden. Im Nachgang kam die Polizei laut eigener Pressemitteilung selbst zu dem Ergebnis, dass hier nichts Strafbares geschehen war.

Retourkutsche für Kritik an AKW-Rissen in Lingen?

Die Kritik am Vorgehen der Polizei folgte auf dem Fuße. „Wir haben den Eindruck, als sei dieses Vorgehen von RWE eine ziemlich fehlgeleitete Retourkutsche für die anhaltende Kritik an den beunruhigenden Rissefunden im AKW Lingen. Anstatt sich mit diesen gefährlichen Rissen im AKW zu beschäftigen, versucht RWE nun anscheinend über die Polizei Druck auf die Atomkraftgegner/innen auszuüben. Es wäre aber eigentlich die Aufgabe der Polizei, RWE klarzumachen, dass ihr „Hoheitsgebiet“ sich nicht auf den öffentlichen Raum bezieht. RWE ist offensichtlich nervös und kann mit sachlicher Kritik nicht umgehen. Warum lädt RWE nicht zu einer öffentlichen Diskussion über die Risse und die AKW-Sicherheit ein? Derartige Polizeieinsätze erhöhen nicht die AKW-Sicherheit,“ erklärte Alexander Vent vom örtlichen Bündnis AgiEL – Atomkraftgegner/innen im Emsland.

„Das von dicken Mauern umgebene AKW Lingen ist nicht der Hambacher Forst. Wenn RWE selbst in Lingen schon versucht, den öffentlichen Raum derart massiv für sich reklamieren, dann ist das ein echtes Warnzeichen. RWE will offensichtlich von den AKW-Rissen ablenken. Wir erwarten von RWE eine Entschuldigung für das überzogene Vorgehen und von der Polizei die umgehende Löschung der erhobenen Daten,“ forderte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Für den 26. Oktober ruft ein Bündnis von regionalen und überregionalen Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbänden zu einer neuerlichen Demonstration in Lingen für die sofortige Stilllegung der dortigen Atomanlagen auf. Die endgültige Abschaltung des Kernkraftwerks Emsland muss spätestens Ende 2022 erfolgen. Die umstrittene Betriebsgenehmigung für die ANF-Brennelementefabrik läuft weiter.


(Quelle: PM AgiEL; Foto: Makoma Lekalakala ©Goldman Environmental Prize)

MY’TALLICA

14. September 2019

My’tallica
Metallica Tribute Band aus Deutschland
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Heute Sa, 14. Sept. 20.30 Uhr
Karten 18 €

„Aus gutem Grund sind MY’TALLICA die meistgebuchte Metallica Tribute Band Deutschlands. Der erfahrene Live-Act liefert nach über einem Jahrzehnt in der europäischen Tribute-Szene ein Show-konzept, das der größten Metalband der Welt gerecht wird.Das Original-Equipment der Vorbilder Metallica, gewaltiger Live-Sound und ein abwechslungsreiches, zweistündiges Programm sind bei MY’TALLICA lediglich der Anfang. Denn das Quartett bietet in seinen Live-Shows noch mehr. Mit originalgetreuen Metallica Live-Visuals und bandeigener Projektionstechnik werten MY’TALLICA das Tribute-Erlebnis vor al-lem in geeigneten Clubs und Hallen auf. Für Open Airs, Stadtfeste und andere große Events sind professionell inszenierte Pyrotech-nik-Effekte inklusive der gesamten behördlichen Abwicklung hin-zubuchbar.Sogar Metallica-Schlagzeuger Lars Ulrich sowie der frühere Bassist Jason Newsted zeigten sich schon begeistert von dem au-thentischen Show-Konzept von MY’TALLICA. Bei MY’TALLICA bekommen drei Generationen Rock-Fans ein perfektes, 2stündiges Tribute-Erlebnis – selbstverständlich mit allen Klassikern aus 35 Jahren Metallica-Geschichte.“ (Quelle PM, Alter Schlachthof)

Lingener Marionettentheater

13. September 2019

19. Internationales Fest der Puppen
„Was ihr wollt“
Komödie von William Shakespeare
Lingener Marionettentheater
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz 5/6
Samstag, 14. Sept. – 18 Uhr

Karten 15 €, erm. 7,50 €

Das Marionettentheater ist ein „lebendiges Museum“: Auf seiner Bühne kann der Zuschauer erleben, auf welche Weise im 18. und 19. Jahrhundert die damals weit verbreiteten Marionettentheater ihre Stücke aufgeführt haben. Das Theater bemüht sich also um eine – vor allem bei den Marionetten, Bühnenbildern und den Requisiten – relativ historisch detailgetreue Wiedergabe der damaligen Aufführungspraxis.

Zum 19. Fest der Puppen in Lingen zeigt das Marionettentheater die beliebte Komödie von Shakespeare „Was ihr wollt“.

Viola hat ein Schiffsunglück vor der Küste Illyriens überlebt, bei dem ihr Zwillingsbruder Sebastian ums Leben gekommen zu sein scheint. Viola beschließt, als Knabe verkleidet in die Dienste des Herzogs Orsino zu treten, der über Illyrien herrscht. Orsino ist unsterblich verliebt in die Gräfin Olivia, die aber aus Trauer um ihren verstorbenen Bruder sieben Jahre lang ihr Gesicht verschleiern und die Gesellschaft von Männern meiden will. Die als Mann verkleidete Viola, die sich jetzt Cesario nennt, gewinnt rasch die Gunst Orsinos und wird von ihm beauftragt, seine Liebesbotschaften an Olivia zu übermitteln. Olivia verliebt sich jedoch in den „jungen Mann“ Cesario, während Cesario/Viola Gefallen am Herzog gefunden hat.

Auch Ritter Andreas Bleichenwang würde Olivia gerne heiraten und findet Unterstützung bei Olivias Onkel Tobias Rülps, der es auf das Geld seiner Nichte abgesehen hat, um seine Saufgelage zu finanzieren. Die nächtlichen Ausschweifungen der beiden werden jedoch von dem Verwalter Malvolio immer wieder gestört. Um sich an dem Widersacher zu rächen, beschließen Rülps und Bleichenwang zusammen mit der Zofe Mary und dem Narren Feste, Malvolio einen Streich zu spielen: Mary, deren Handschrift derjenigen Olivias gleicht, fälscht einen Brief der Gräfin an den Verwalter, der diesen glauben machen soll, Olivia habe ein Auge auf ihn geworfen. Malvolio fällt auf den Inhalt herein und handelt gemäß den Vorgaben des Briefes: Er trägt gelbe Strümpfe mit überkreuzten Strumpfbändern, benimmt sich seltsam und lächelt die ganze Zeit. Wegen dieses Verhaltens erklären Tobias und Mary Malvolio für verrückt und sperren ihn in einen dunklen Raum. Der Eingesperrte wird obendrein gepeinigt, als sich Feste ihm als Geistlicher vorstellt und behauptet, der Raum sei voller Fenster und hell.

Die Ereignisse überschlagen sich, als Sebastian – der den Schiffbruch überlebt hat – auftaucht und für Cesario gehalten wird. Olivia trifft auf Sebastian, verwechselt ihn mit Orsinos Boten und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Es kommt zum Showdown: Orsino droht, den vermeintlich untreuen Diener zu töten, was durch das Auftreten Violas jedoch verhindert wird. Am Ende wendet sich vieles zum Guten: Sebastian bleibt bei Olivia, die Zwillinge erkennen einander, Orsino verspricht Viola zu heiraten, Bleichenwang zieht unverrichteter Dinge davon, Sir Toby heiratet das Kammermädchen Mary und Malvolio wird aus seiner Gefangenschaft entlassen.

Mitwirkende:
Leitung: Michael Sänger, Laurenz Bäthke
Regie: Michael Sänger
Spiel: Frauke Kröger, Ulrike Bredenbröker, Brigitte Kohring, Marlene Siefke-Korte, Laurenz Bäthke
Ton, Beleuchtung: Moritz Bäcker, Christian Forsting
Figuren: Dagmar Hagel
Bühnenbild, Ausstattung: Michael Sänger/ Christian Forsting

Für Erwachsene und Jugendliche, Dauer ca. 90 Minuten

Karten für diese Veranstaltung gibt es im Professorenhaus am Universitätsplatz und in der Vorverkaufsstelle der Touristinformation.


Foto oben: Szenenausschnitt „Was ihr wollt“ © Stadt Lingen; unten: William Shakespeare publicDomain

Jugend Musik Kolleg Lingen eV
Wie freute ich mich heut‘ Morgen!
Konzert zum Gedenken an Elisabeth Menzel

Lingen (Ems) – Trinitatis-Kirche, Birkenallee 13a/Ecke Jägerstraße
So 15. Sept. 2019 – 17 Uhr
Eintritt: frei (Spende erbeten)

Das 90-minütige Konzertprogramm der 18 mitwirkenden Musiker/innen besteht überwiegend aus Werken der Klassik  von Ludovico Einaudi über Johann Sebastian Bach bis zu Clara Schumann und Francis Poulenc, außerdem gibt es etwas Pop und ein wenig Folk zuhören, wobei die akustische Gitarre im Vordergrund steht.

Wer möchte, ist herzlich zu einem anschließenden Umtrunk mit einigen Snacks eingeladen.

Die Musik- und Religionslehrerin Elisabeth Menzel wurde 1919 geboren, also vor genau 100 Jahren. Vor mittlerweile über 50 Jahren gründete sie in unserer Stadt das Jugend Musik Kolleg Lingen e.V.. Der Verein entstand damals aus einem Chorprojekt mit jugendlichen Sängern unter ihrer Leitung und mit dem Zweck, das Musizieren junger Menschen in Lingen (Ems) zu fördern. Über die Jahre ist dadurch der JMK-Verein gewachsen und bietet Interessierten aller Altersgruppen die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen, zu singen und Teil einer Band oder eines Ensembles zu sein. Wer will, kann sich mit kreativen oder organisatorischen Fähigkeiten in den musischen Bereich einbringen.

Iris und Carsten Lenz

11. September 2019

Konzertreihe „Phantasticus 2019“
Iris und Carsten Lenz (Wiesbaden)
„Orgelfeuerwerk mit 4 Händen und 4 Füssen“
Lingen (Ems) – Kreuzkirche, Universitätsplatz 1
Sonntag, 15.3. – 20 Uhr
Korrektur: Eintritt: 10 Euro

Die barock inspirierte Flentrop-Orgel (erbaut 1959) der Kreuzkirche ist an diesem Sonntag erstmals in einem vierhändigen Konzert zu hören und auch wegen der gleichzeitigen Übertragung der Orgel-Spielanlage auf eine große Leinwand im Kirchenraum zu sehen.

Die Organisten sind Iris und Carsten Lenz. Die beiden Virtuosen gelten zurzeit als eines der führenden Orgel-Duos in Europa. Ihr Konzert gibt einen spannenden Querschnitt durch die vierhändige und vierfüßige Orgelmusik.. Es erwarten die Konzertbesucher virtuose, melodiöse, heitere, humorvolle und überraschende Klänge, u. a.: Malerbi (Sinfonia), Thayer (Concert Variations), Bedard (Petite Suite), Lenz (Geburtstags-Tänze über „Happy Birthday“), Dinda (Charlie Dog Blues), Pédalier (Walzer für vier Füße).

Konzerte mit dem Orgel-Duo Lenz haben neben der Video-Übertragung auf die Leinwand  einige Spezialitäten. So gibt es eine für alle Altersgruppen geeignete und kurzweilige Programmgestaltung mit jeweils angenehm zu hörenden und auch humorvollen Kompositionen. Weiterhin wird die Orgel-Spielanlage per Video auf eine große Leinwand im Kirchenraum übertragen, so dass die Konzertbesucher von allen Plätzen der Kirche den Organisten beim Spielen auf die Finger und die Füße schauen können. Das Programm wird zusätzlich noch humorvoll moderiert und es gibt für die Besucher außer all dem  noch einige Überraschungen im Konzert.

Dauer: ca. 1 Stunde.

Markus Lager

11. September 2019

Architekturreihe
Markus Lager (Kaden + Lager)
Werkvortrag über Deutschlands höchsten Holzbau SKAIO
Lingen (Ems) – IT-Zentrum, Kaiserstraße 10b
Donnerstag, 12. September – 19 Uhr
Eintritt: frei

Im Rahmen der Architekturreihe unserer Stadt stellt der Architekt Markus Lager aus dem Berliner Architekturbüros Kaden + Lager in einem Werkvortrag Deutschlands höchstes Haus in Holzbauweise vor. Das Hochhaus SKAIO markiert aktuell den Eingang der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn. Das zehngeschossige Gebäude wurde als Hybridkonstruktion geplant. Der Werkstoff Holz macht dabei den überwiegenden Teil der Konstruktion aus. Lediglich die brandtechnisch sensiblen Bereiche wie Treppenhaus und Aufzugsschacht sind aus Stahlbeton. Mit seinen 34 Metern Höhe stellt SKAIO einen neuen deutschen Höhenrekord im Holzbau auf.

Kaden + Lager gelten als Wegbereiter des mehrgeschossigen Holz-Hybridbauses im innerstädtischen Bereich. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist der Wohnungsbau. Darüber hinaus hat das Büro erste Erfolge bei kuturellen Bauwerken zu verzeichnen. Kaden + Lager entwerfen, planen und bauen Mietwohnungen für Baugruppen und Wohnungsbaugenossenschaften in Berlin, Hamburg und München. Mit der Fertigstellung von SKAIO im März dieses Jahres stellen sie unter Beweis, dass Bauen mit Holz auch über die Hochhausgrenze hinaus möglich ist.

Architekt Markus Lager ist in Haren (Emsland) geboren. Der gelernte Zimmerer absolvierte sein Architekturstudium an der TU Braunschweig. Nach Stationen bei den Architekturbüros HTP – Hidde Timmermann Architekten in Braunschweig, GRAFT in Berlin, pbr Planungsbüro Rohling AG in Braunschweig, Léon Wohlhage Wernik in Berlin und Kaden Klingbeil Architekten gründete er in Berlin 2015 zusammen mit Tom Kaden das eigene Architekturbüro Kaden + Lager. Neben seiner Tätigkeit als Architekt hält Lager Vorträge und gibt Vorlesungen, Gastkritiken sowie interdisziplinäre Workshops an internationalen Hochschulen.

Mi dem Vortrag von Markus Lager wird die Architekturreihe der Stadt Lingen im zweiten Halbjahr 2019 wieder aufgenommen. 2019 steht sie unter dem Titel „Architektur & Urbanität“. In diesem Rahmen erhalten renommierten Architekten, Gestalter und Kulturschaffende die Möglichkeit, in ungezwungener Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. „Wir möchten Lust auf Architektur und Baukultur machen“, sagt Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee zu der Reihe. Angesprochen sind Architekten, Planer und alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region.

Fest der Puppen

10. September 2019

19. Internationales Fest der Puppen
New Experiences

Lingen (Ems) 
13. bis 19. September 2019

Das seit 1983 inzwischen  19. Internationale Fest der Puppen zeigt auf vier Bühnen in der Lingener Innenstadt ausgewählte Puppen- und Figurentheatertücke auf höchstem Niveau für alle Altersgruppen, die aktuelle Entwicklungen des Figurentheaters auf internationaler Ebene widerspiegeln. Zu sehen sind unter anderem Produktionen aus Ungarn, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland. Auch in diesem Jahr wird ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm geboten: von klassischen Spielformen wie Marionetten- oder Schattentheater bis zu spannenden zeitgenössischen und experimentellen Formen des Figurentheaters.

2019 gibt es zahlreiche Neuerungen wie z.B. die „Puppenroute“, eine geführte Tour an interessante Orte Lingens, die man selten im Alltag besucht und die im Rahmen des Festivals zu ungewöhnlichen Spielorten werden. Neben einem abwechslungsreichen Abendprogramm und dem Nachmittagsprogramm für Kinder, finden an allen Wochentagen des Festivals Vorstellungen für Schulen oder Kindergärten statt. Ergänzt und begleitet wird das 19. Internationale Fest der Puppen durch ein buntes Rahmenprogramm, ein Fachforum sowie verschiedene Gastspiele in der Region.

Das gesamte Programm finden Sie hier unter „Specials„!