Erinnerung an das Ghetto in Riga
Ausstellung
Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstraße 70
Eröffnung So, 14.11.2021 – 17 Uhr
Eintritt : frei

Viele emsländische Juden wurden in das sogenannte „Reichsjudenghetto“ in Riga/Lettland deportiert. Riga war bei fast allen eine Zwischenstation auf dem Weg zu ihrer Ermordung. Anlässlich des 80. Jahrestag der Riga-Deportationen erinnert diese Ausstellung des Kulturkreises Impulse daran.

Aus Freren wurden am 11. Dezember 1941 sechs Menschen verschleppt, darunter neben Simon Schwarz und dem Arbeiter Siegfried Meyberg das Frerener Ehepaar Martin und Erika Manne, ihr nicht einmal zweijährige Samuel und die Mutter von Erika, Emma Schwarz geb. von Geldern (geb. 1873) mit einem Lastwagen nach Osnabrück in die Viehhallen gebracht. Von dort aus wurden sie am 13.12.1941 mit dem ersten der sog. Bielefelder Transporte in einer 36-stündigen Zugfahrt in das Ghetto nach Riga in Lettland deportiert.

Bielefeld gehörte zu den Städten, in denen Menschen jüdischen Glaubens aus den benachbarten Regierungsbezirken zusammengeführt und dann in Ghettos und Konzentrationslager weitertransportiert wurden. Von 1941 bis 1945 verließen insgesamt neun Deportationszüge mit Menschen aus Ostwestfalen und den preußischen Regierungsbezirken Münster und Osnabrück  den Bielefelder Güterbahnhof. Im Einzelnen waren dies:
13.12.1941 nach Riga, 31.03. 1942 nach Warschau, 10.07.1942 nach Auschwitz, 31.07. 942 nach Theresienstadt, 02.03.1943 nach Auschwitz, 12.05.1943 nach Theresienstadt, 28.06.1943 nach Theresienstadt, am 19.09.1944 nach Elben und Zeitz und am 13.02.1945 nach Theresienstadt.

Erst 57 Jahre nach der Deportation wurde ein Mahnmal vor dem benachbarten Hauptbahnhof in Bielefeld errichtet, dass an die tausenden Einzelschicksale erinnert. Es trägt den Titel »Jede Ermordete, jeder Ermordete hat einen Namen«. Die Friedensgruppe der Altstädter Kirchengemeinde in Bielefeld hatte 1996 den Bau des vom Architekten Hartmut Falkenberg gestalteten  Mahnmals  ermöglicht: Auf zwei stilisierten Pulten aus Metall sind die Namen von 1.840 Juden aus Bielefeld, dem Regierungsbezirk Minden, aus Lippe und Schaumburg-Lippe eingraviert. Sie wurden vom Bielefelder Hauptbahnhof aus deportiert. Als weiterer Text steht auf den Tafeln auf hebräisch und deutsch der Psalm 78,6:

»Auf daß erkenne das künftige Geschlecht, die Kinder, die geboren werden, daß sie aufstehen und erzählen ihren Kindern«.

Insgesamt 1039 Menschen wurden am 13.12.1941 nach Riga deportiert. Darunter befanden sich 148 Kinder im Alter bis zu 15 Jahren. Samuel Manne wurde gemeinsam mit seiner Großmutter am 3. November 1943 nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet.

Martin und Erika Manne überlebten den NS-Mordterror. Mit Hilfe des schwedischen Roten Kreuzes gelangten sie 1945 nach Schweden und ließen sich in Lidingö vor den Toren Stockholms (Schweden) nieder. Sie  bekamen noch zwei Töchter: Renee und Eva. Martin Manne starb 1988, Erika Manne 2002.

 

Piano Pete Trio

12. November 2021

Piano Pete Trio
Lars Goebel, Alex Lex und Pete Budden
Freren – Alte Molkerei Bahnhofstr. 79
Samstag, 13.11. – 20 Uhr
Eintritt: 5 € [online bestellen]
Corona: 2 G

Was soll man in diesem kleinen Blog über die (über)regionale Musiklegende Pete Budden schreiben? Ihr kennt ihn und sein Facettenreichtum macht immer wieder Lust auf mehr.
Diesmal bringt Pete zwei hochkarätige Profis mit in die Alte Molkerei nach Freren: Am Schlagzeug Alex Lex, der in der Blues und Jazzwelt weit gereist ist und gerade für den German Blues Award vorgeschlagen wurde. Am Saxofon Lars Goebel, der in unterschiedlichsten Formationen unterwegs ist. Das Piano Pete Trio spielt bekannte Jazzstandards von Cole Porter über Frank Sinatra bis hin zu Louis Prima oder Nat King Cole.

Die Kulturkreis-impulse-Veranstaltung wird gefördert von

Old Blind Dogs

9. November 2021

Old Blind Dogs
High Energy from Scotland
Begleitet von einem WHISKY-TASTING mit „Vom Fass“ aus Lingen (Ems)
Freren  – Alte Molkerei, Bahnhofstraße 79
Donnerstag, 11. 11. 2021, 20 Uhr
Eintritt: 15 € – [online bestellen]
Corona: 2 G

Old Blind Dogs Die „Dogs“ sind eine der besten schottischen Bands. Vielfach ausgezeichnet gewannen sie auch den Titel „Best LiveAct“ bei den Scots Trad Music Awards völlig zu Recht. Seit mehr als 25 Jahren sind „die alten blinden Hunde“ inzwischen „on tour“ und bieten schottische Folkmusik mit Rock-Einflüssen vom Feinsten. „Prägend sind dynamische Percussions, intensiver Geigeneinsatz, Bagpipestücke, Gesangsstimmen und „schottische“ Bouzoukiklänge“

Wer denkt, er hätte schon alles gehört, was man mit einem schottischen Dudelsack anstellen kann, der wird von Ali Hutton, mit Sicherheit einem der besten Piper seiner Generation, eines Besseren belehrt. Jonny Hardie an Vocals und Fiddle ist tief in der schottischen Tradition verwurzelt und hat ein markantes, typisch schottisches Timbre in seiner Stimme, das sich hervorragend mit Aaron Jones‘ mehr von Singer-Songwritern wie James Taylor beeinflussten Vocals ergänzt. Jones ist an Bouzouki und Gitarre ein Virtuose und sorgt zusammen mit Fraser Stone an Drums und Percussion für einen treibenden Beat der garantiert in die Beine fährt. Die Besucher erwartet ein großartiger Abend in der Alten Molkerei.


ReCartney

21. Oktober 2021

ReCartney
>Coming Up Live! Tour<
Europe’s Finest Paul McCartney Tribute Show
Freren, Alte Molkerei, Bahnhofstraße 79
Samstag 23. Oktober 2021, 20 Uhr
Karten: 15 € (online bestellen)
Corona: 2 G

„ReCartney„Coming up live!“ So lautet die aktuelle Tribute-Show der Band ReCartney. In dieser einzigartigen Show verneigen sich die vier professionellen Musiker vor dem musikalischen Schaffen der lebenden Legende Sir Paul McCartney.

Wie beim Grandseigneur selbst besteht ein ReCartney Konzert neben bekannten Solo Meisterwerken zum Großteil aus Songs der legendären „Beatles-Ära“. Dabei ist ReCartney keineswegs eine angestaubte Oldie-Show, vielmehr eine energetische Rock-Show in modernem Soundgewand. Legendäre Songs aus den letzten fünf Jahrzehnten werden von den jungen Musikern von ReCartney auf höchstem Niveau präsentiert. Musikalische Überraschungsmomente gespickt mit „very british“ Entertainment sind dabei ebenso lebendig wie der Ex-Beatle selbst.

In einer rasanten Show verspricht ein dramaturgisch abgestimmtes Repertoire Abwechslung und Höhepunkte. Bekannte Songs von John Lennon und George Harrison runden das ReCartney Repertoire als Hommage an die beiden ab. Zu ihrer Show sagt die Band selbst: „Für Paul McCartney und Beatles Kenner ein Leckerbissen, für Interessierte eine musikalische Entdeckungsreise in eine der erstaunlichsten Discographien der Pop-Geschichte: Sir Paul McCartney! “

Text: PM

Peter Alexander Herwig

23. September 2021

Peter Alexander Herwig
„Christian Morgenstern und seine Zeit“
Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstr.
Samstag 25. September 2021  – 20 Uhr
Eintritt: 5,- € – online 

„Christian Morgenstern und seine Zeit“ – unter diesem Motto erinnern Heike Koschnike (Texte), Linda Moeken (Klavier) und Peter Alexander Herwig (Bariton) an Christian Morgenstern erinnern,dessen 150.Geburtstag in diesem Jahr wird feiern

Neben Vertonungen seiner Gedichte u.a. von Paul Graener (1872-1944) erklingen auch Kompositionen von Hugo Wolf (1860-1903), einem bedeutenden Komponisten aus dieser Epoche. Heike Koschnike rundet den Abend mit humorvollen Gedichten und phantastischen Geschichten von Christian Morgenstern und seine Zeit ab.

Morgenstern? Den Mann kennt man doch:

Die unmögliche Tatsache

Palmström, etwas schon an Jahren,
wird an einer Straßenbeuge
und von einem Kraftfahrzeuge überfahren.
„Wie war „(spricht er sich erhebend
und entschlossen weiterlebend)
„möglich, wie dies Unglück, ja -:
daß es überhaupt geschah?

Ist die Staatskunst anzuklagen
in bezug auf Kraftfahrwagen?
Gab die Polizeivorschrift
hier dem Fahrer freie Trift?
Oder war vielmehr verboten,
hier Lebendige zu Toten
umzuwandeln, – kurz und schlicht:
Durfte hier der Kutscher nicht -?“

Eingehüllt in feuchte Tücher,
prüft er die Gesetzesbücher
und ist alsobald im klaren:
Wagen durften dort nicht fahren!
Und er kommt zu dem Ergebnis:
„Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil“, so schließt er messerscharf,
„nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Meine Zugabe bereits hier:

Palmström

Palmström steht an einem Teiche
und entfaltet groß ein rotes Taschentuch:
Auf dem Tuch ist eine Eiche
dargestellt, sowie ein Mensch mit einem Buch.

Palmström wagt nicht sich hineinzuschneuzen –
er gehört zu jenen Käuzen,
die oft unvermittelt-nackt
Ehrfurcht vor dem Schönen packt.

Zärtlich faltet er zusammen,
was er eben erst entbreitet.
Und kein Fühlender wird ihn verdammen,
weil er ungeschneuzt entschreitet.

Las Migas

30. Januar 2020

Las Migas
Quartett aus Barcelona
Freren, Alte Molkerei, Bahnhofstraße 79
Samstag, 1. Februar 2020 – 20 Uhr
Kartem: 25 €

„In der Musik von Las Migas vermengt sich Flamenco mit lateinamerikanischen Elementen, Pop- und Folk-Klängen und einer jazzigen Note auf unnachahmbare Weise zu einem wohlklingenden Ganzen.“

Las Migas, das einzigartige Flamenco-Quartett aus Barcelona, ist der Beweis, dass beim Flamenco nicht nur der Tanz, sondern auch die Musik weiblich sein kann. Las Migas lassen sich vom traditionellen Flamenco inspirieren, lassen ihn aber frisch und avant-garde klingen.

Beim Flamenco spielen Frauen meist die Rolle der Tänzerinnen, den Ton geben sie eher selten an. Dabei kann Flamenco so weiblich sein. Las Migas sind der Beweis. Mit Marta Robles, Alicia Grillo, Roser Loscos und Bego Salazar setzt sich das Quartett ausschließlich aus Frauen zusammen. Das allein ist es aber nicht, was ihren Flamenco so frisch und avant-garde klingen lässt.

Las Migas lassen sich vom traditionellen Flamenco inspirieren, gehen aber über dessen Sprache hinaus. Die Musikerinnen aus Andalusien und Katalonien bringen zwei Gitarren, eine Geige, eine Cajón, außergewöhnliche Stimmen und ihre gesammelten Erfahrungen in die Musik ein. Marta, Roser und Alicia kommen vom Flamenco und der klassischen Gitarre, Bego von Fado, Jazz und Habaneras. Diese unterschiedliche Herkunft, die sie auf unterschwellige Weise durchschimmern lassen, macht Las Migas so faszinierend und zu einem gern gesehenen Gast auf den renommiertesten Bühnen Spaniens sowie auf Festivals in ganz Europa.

„Wir sind die Krümel (Las Migas) von dem Brot, welches Flamenco ist.“Migas heißt auch ein in ganz Spanien verbreitetes Gericht, ursprünglich ein Armeleuteessen, das je nach Region ziemlich deftig ist.“ (Las Migas) Ihre mediterrane Musikrezeptur lässt definitiv den nächsten großen Abend in der Alten Molkerei erwarten!

Yesterday (Jan 27th) in Herdecke, Germany, we began this new idea of recording homemade videos, in our dressing rooms, so you can see us close.
It was a great concert, and today we are in holidays-rehearsals, preparing new repertoire.
We are looking forward to showing you the new stuff…

(Quellen: youtube, Alte Molkerei)

Dietutnix

3. Dezember 2019

Dietutnix
„Scheinheilig ins Spritzgebäck“
Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstraße 79
Freitag, 6.12. – 20 Uhr

ausverkauft

Man nehme:Bretter, die die Welt bedeuten, möglichst auf Hochglanz poliert – dazu einen hochmotivierten, erfahrenen Licht und Tontechniker, eine talentierte, flotte Requisiteurin und 4 anmutige, weihnachtlich gestimmte Kabarettistinnen in scheinheiliger Laune.Diese beschwingten Zutaten vermengt mit einer ordentlichen Portion Wortwitz, mindestens einer Prise Selbstironie, 3 Teelöffeln Beweglichkeit, einem halben Pfund musikalischer Harmonie, ausgelegt auf ein freies Backblech aus Flexibilität und purem Spaß, das Ganze backen lassen in einem warmen Gefühl aus glänzender Erwartung und dann – zu Weihnachtszeiten einem Genießerpublikum präsentieren!

Kleiner Tipp: Denken Sie nicht erst in der letzten Minute an dieses klassische Gebäck. Im Gegenteil! Rechtzeitig vorbereitet bekommen Sie ganz sicher das beste Plätzchen.
Ein himmlischer Genuss.

(Quelle PM Alte Molkerei)

Butterfahrt 5

16. November 2019

Butterfahrt 5
Musikcomedy für Fortgeschrittene
Freren  – Alte Molkerei, Bahnhofstr. 79
Samstag, 16.11. – 20 Uhr
Karten: 15,-€ / erm.: 12,-€

butterfahrt5 pressefoto4Die Jungs von Butterfahrt 5 bieten Music-Comedy für Fortgeschrittene.
Sie schreddern Popsongs, hexeln Rock und streuen eine Prise Wahnsinn darüber. Bestens vertraute Hits aus 50 Jahren Musikgeschichte zerlegen die fünf Musiker in ihre Einzelteile und fügen sie auf aberwitzige Weise neu zusammen. Meistens bekloppt, meistens verblüffend, immer komisch.
Ihr Motto: MusikComedy für Fortgeschrittene. Denn wer die auf links gezogenen Klassiker wieder erkennt, hat doppelt Spaß: Die Glam-Rocker von Kiss schicken sie als peruanische Folklore-Kombo in die Fußgängerzone, Wolle Petrys „Wahnsinn“ landet als höllischer Mönchsgesang im Kloster, Barclay James Harvest verheiraten sie mit Nicoles „Ein bisschen Frieden“. Das alles verpacken sie in schräge Geschichten und Szenarien, angefangen bei der Selbsthilfegruppe bis zum Besuch beim Metal-Festival. Wenn dann auch noch die schnurrbärtige Tuba-Verwandtschaft aus Bukapest anrückt und zu Stadionrockmelodien eine Balkanorgie abreißt, bleibt kein Auge trocken – Umarmungsszenen mit Publikum inklusive.

Der Irrsinn hat System. Denn nichts bei Butterfahrt 5 verläuft so wie erwartet. Kaum hat Liedermacher Reinhard Mey begonnen, sich auf der Bühne wohl zu fühlen, schon überrollt ihn eine Techno-Lawine. Selbst Liebeslieder der Münchener Freiheit enden in einer Therapie-Sitzung mit Chi-Gong-Finale. Zur Freude des feixenden Publikums.

Das alles präsentieren Butterfahrt 5 mit Leichtigkeit und virtuoser Spielfreude. Ihr Geheimnis: der gemeinsame Humor. Der ist gerne leise, sogar charmant, oft aber auch skurril und manchmal zum Brüllen.

So wandlungsfähig die fünf Musiker sich in ihren Figuren zeigen, so vielfältig sind
sie in ihrem musikalischen Können. Rund 30 Instrumente kommen auf der Bühne zum Einsatz, immer passend zum neuen Gewand des Titels. Mit dabei sind Klassiker wie Gitarre, Schlagzeug und Akkordeon, aber eben auch Panflöte, Tuba, Kuhglocken, Ukulele, Charango oder Kalimba.

Chapeau Manouche

15. November 2019

Chapeau Manouche
Sintiswing aus Oldenburg
Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstraße 79
Heute, 15. Nov. – 20 Uhr
Eintritt: 15,- € / erm: 12,- €
Chapeau ManoucheZwei Gitarren, eine Geige und ein Kontrabass: In dieser für Jazzmusik ungewöhnlichen Instrumentation erklingt die Musik des Ensembles Chapeau Manouche.
Angelehnt an die Swingmusik Django Reinhardts der 20er und 30er Jahre umfasst das Repertoire der Band Chanson- und Swingklassiker dieser Zeit. Auch moderne Jazzstandards weiß die Gruppe zu interpretieren und lässt dabei die unterschiedlichen musikalischen Hintergründe der Bandmitglieder einfließen, um so zu einem unverkennbaren Klangbild zu finden.
Die Gitarristen Manolito Steinbach und Wilhelm Magnus verleihen mit ihrem energiegeladenen Rhythmus- und Solospiel dem Ensemble die charakteristische Prägung des Sintiswing. Die in der Jazzmusik selten zu hörende Geige – gespielt von Clemens Schneider – verfeinert den Klang der Oldenburger Gruppe, während Benjamin Bökesch
mit seinem erdenden Bassspiel das Fundament dieser mitreißenden und lebensfrohen Swingmusik gießt.

Chapeau Manouche lässt …Füße wippen, …Hüften wackeln, …Hände klatschen …Freude entstehen und Swing lebendig werden.

CM hier in einer früheren Besetzung:

Die Goldene Zeit der Ufa

17. Oktober 2019

DIE GOLDENE ZEIT DER UFA
Eine musikalische Revue

Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstraße 79
Samstag, 19.10. – 20 Uhr
Karten: 18 €, erm. 15€

Eine fröhliche und staatlich geförderte Kunst, die sich jedoch in einer dunklen Zeit entwickelt hat, so fein wie fies orchestriert von Joseph Goebbels, dem sogenannten Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Es war ihm bewusst, dass die Menschen von der täglichen Kriegshetze und Führer-Indoktrination Erholung brauchten, und dass unpolitische Unterhaltung dafür geeignet war. Musik-, Operetten- und Revuefilme erlebten deshalb in den Dreißiger- und Vierzigerjahren einen ausgesprochenen Boom. Lilian Harvey und Willy Fritsch, Marika Rökk und Johannes Heesters, Hans Albers, Ilse Werner und Zarah Leander boten den Zuschauern Glanz und Glamour. Sie ließen sie ihre in Trümmer fallende Welt für wenige Stunden vergessen. Aber wie passt das zusammen? Kann echte Musik und Kunst unter Zensur entstehen?

Manche Künstler wie Zarah Leander wussten geschickt die Waage zu halten: Auf einer Party traf sie den Nazi-Propagandaboss Joseph Goebbels. Der fragte sie gefährlich ironisch: „Zarah … Ist das nicht ein jüdischer Name?“ „Oh, vielleicht“, sagte die Schauspielerin, „aber was ist mit Josef?“ „Hmmm … ja, ja, eine gute Antwort“, antwortete Goebbels.

Auch ein Missbrauch, egal welcher Art, Motivation oder welchen Systems, vermag aber die Kunst weder ihres Charakters zu berauben noch ihren innersten Kern in seinem Sinne zu verderben. Und fest steht, dass die Filmmusik der UFA und ihre Lieder echte Kunst sind: Sie haben nichts von ihrem Glanz verloren und bleiben sehr beliebt.

Die Französin Marie Giroux und der Kanadier Joseph Schnurr bieten mit ihrer Begleiterin Jenny Schäuffelen (Foto) eine charmante und nostalgische musikalische Revue der Ufa-Ära und zeichnen das Porträt einer zwiespältigen Epoche …

Willkommen im Salon von Zarah Leander.

(Text und Foto: PM des Kulturkreis Impulse eV)