endlich eine Position

14. Januar 2020

Am vergangenen Samstag fand das 7. Benefiz-Konzert der regionalen Musikbands in der Emslandarena statt. Es war ein wirklich grandioser Musikabend mit  Acoustic Steel, Hörbar, Revoice, Dirty Fingers und NOBC. Veranstalter war zum siebten Mal der Round Table, einer parteipolitisch und konfessionell neutralen Vereinigung junger Männer im Alter von 18 bis 40 Jahren, wie  wikipedia erklärt. 2018 waren rund 60.000 Euro beim 6. Benefizkonzert zugunsten des Meppener und Lingener Kinderschutzbundes zustande gekommen. Dieses Ergebnis dürfte 2020 getoppt werden. Also darf man durchaus kritisch auf den Empfänger des ganzen Geldes schauen:

Vor einigen Tagen beklagte nämlich Stefan Ulrich in der ‚Süddeutsche(n) Zeitung‘ das Schicksal der geschundenen Kinder in den Flüchtlingslagern Griechenlands und in Idlib. Er beklagte, dass es das „Schweigen (ist), dass zivilisatorische Fortschritte zunichte macht.“

Mir fiel zum Kommentar von Stefan Ulrich auf, wie viele auch in unserer Stadt schweigen – trotz der Grausamkeiten, die den Kindern in den EU-Flüchtlingslagern der Ägäis wie in Syrien angetan werden. Es schweigen leider auch die, die den Kinderschutz auf ihre Fahnen geschrieben haben. Der SZ-Zeitungsmann steht mit seiner Argumentation auf Seiten derer, die sagen, dass niemand sich hinter dem anderen verstecken darf, wenn er erst einmal begriffen hat, was da in Syrien und nebenan passiert (ist) – auch nicht, wenn die Katastrophe nicht in Lingen (Ems). Stefan Ulrich fordert deshalb jede Stimme, auch die eines einzelnen, auch die einer einzelnen Gruppe – selbst wenn sie denn die erste wäre in einem hoffentlich immer mächtiger werdenden Chor.

Warum also schweigt der Deutsche Kinderschutzbund zum brutalen Schicksal der Kinder in Syrien und in den Lagern in Griechenland? Und muss etwa der Kinderschutzbund ebenso zur Jagd getragen werden wie der Lingener Stadtrat, als es um  den „Sicheren Hafen“ der „Aktion Seebrücke“ ging? Ohnehin: Geht es bei all dem nicht auch stets um den Anspruch der Glaubwürdigkeit der eigenen Kinderschutz-Arbeit und um deren Wahrung, vielleicht ja auch um deren Bewährung?

Deutlich gesagt: Das Schicksal der Kinder und Jugendlichen in den schrecklichen Flüchtlingslagern der griechischen Ägäis-Inseln und im noch schrecklicheren Bombenhagel in Syrien muss doch alle Kinderschützer berühren! Daher wünsche ich mir bei all dem wunderbaren Benefiz doch und endlich eine klare Position der Kinderschutzbünde in Lingen und Meppen zu den geschundenen Kindern und ihre solidarisch-helfende Hand. Ich wünsche mir also einen Aufschrei und den konsequenten Einsatz für die gequälten Kinder des Nahen Ostens , wenn die starke regionale Musikszene benefizmäßig dem Lingener wie dem Meppener Kinderschutzbund zehntausende Euro „einspielt“. Ich wünsche mir die klare Antwort der lokalen Kinderschützer im #Emsland auf die Frage: Wann und wie unterstützt ihr  die Forderungen des Nieders. Innenministers Boris Pistorius (SPD) und des Vorsitzenden von Bündnis’90/Die Grünen Robert Kinder, Flüchtlinge

, minderjährigen Flüchtlingen Zuflucht und menschenwürdige Rettung zu geben?

ps. Die weitere, auch nötige Kritik, dass der lokale Kinderschutzbund an familiären Krisentagen in unserer Stadt wie bspw. vom vergangenen 24.12. bis 3. Januar nicht erreichbar war, schenk ich mir…

 

100 Jahre Stadtbibliothek Lingen
Franziska Walser und Edgar Selge
lesen Texte von Rainer Maria Rilke aus den „Duineser Elegien“

„Jeder Engel ist schrecklich“
Lingen (Ems) –  Foyer des Theaters an der Wilhelmshöhe,
Willy-Brandt-Ring 44
Fr 10. Jan 2020 – 20 Uhr
Karten: 22 €, erm 18 €
Vielen Menschen sind sie aus zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen bekannt: das Schauspielerpaar Franziska Walser und Edgar Selge. An diesem Freitag werden sie im Foyer des Theaters an der Wilhelmshöhe zu Gast sein und die „Duineser Elegien“ von Rainer Maria Rilke unter dem Titel „Jeder Engel ist schrecklich“ vortragen. Mit dieser Lesung werden sie das Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag der Stadtbibliothek Lingen eröffnen.
Rainer Maria Rilke verfasste die „Duineser Elegien“ im Zeitraum von 1912 bis 1922. Sie stellen den Höhepunkt seines Schaffens dar und gehören zu den schönsten, komplexesten und vielschichtigsten Schöpfungen deutscher Lyrik. Der Engel ist ein Leitmotiv der Duineser Elegien. Doch zugleich ist die Existenz des Engels überhaupt fraglich, die Beziehung zwischen Mensch und Engel ist hypothetisch. „Der Engel der Elegien ist dasjenige Wesen, das dafür einsteht, im Unsichtbaren einen höheren Rang der Realität zu erkennen. Daher „schrecklich“ für uns, weil wir, seine Liebenden und Verwandler, doch noch am Sichtbaren hängen.“, so Rilke selbst in einem Brief an Witold Hulewicz.

Im Januar 1912 war Rainer Maria Rilke zu Gast bei der Fürstin Marie von Thurn und Taxis in deren Schloss Duino an der Adria. Auf einem Spazierweg dort soll Rilke die Duineser Elegien „gehört“ haben, bevor er sie zu Papier brachte. Der Sinn menschlichen Daseins ist das Thema der Elegien: Klagegesänge, deren Musik die Sprache ist, Verse von betörender Schönheit, ein lyrisches Meisterwerk, das zum Vollkommensten gehört, was in deutscher Sprache geschrieben wurde. „Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?“, so der einleitende Vers dieser Rezitation von Franziska Walser und Edgar Selge, die weit mehr ist als eine Lesung: eine freie Gestaltung in Gedanken, Worten und Bildern.
Franziska Walser (Schauspielerin), Absolventin der Otto-Falckenberg Schule München, erhielt ihr erstes Engagement am Staatstheater Stuttgart. Ein Jahr später wechselte sie an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. 1976 bis 2001 gehörte sie fest dem Ensemble der Münchner Kammerspiele an. Seit 2002 arbeitet sie frei und hatte Engagements in Köln, Zürich und am Maxim Gorki Theater Berlin. Seit der Spielzeit 2013/2014 tritt sie verstärkt am Schauspiel Stuttgart auf, wo sie sehr erfolgreich die Hauptrolle in Samuel Becketts „Glückliche Tage“ spielte. Die Filmschauspielerin Franziska Walser wurde 1991 mit dem Bayerischen Filmpreis für die Beste Schauspielerin in der Literaturverfilmung von Lion Feuchtwangers „Erfolg“ ausgezeichnet. Für „Ein halbes Leben“ von Nikolaus Leytner bekam sie 2010 den Adolf-Grimme-Preis.
Edgar Selge (Schauspieler), wurde 1948 in Brilon geboren, studierte Philosophie und Germanistik in München und Dublin sowie klassisches Klavier in Wien bevor er seine Schauspielausbildung an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München absolvierte. Neben Auftritten auf den großen Bühnen des Landes ist Edgar Selge in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen zu sehen, darunter in Helmut Dietls „Rossini“, in der Komödie „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“, in dem Film „Poll“, in dem Thriller „Das Experiment“, als Richard Wagner in „Ludwig II“, an der Seite von Benedict Cumberbatch und Daniel Brüh sowie im US-amerikanischen Kinofilm „Inside Wikileaks – Die fünft Gewalt“, in der Komödie „Miss Sixty“ mit Iris Berben oder zuletzt 2016 in „Bach in Brazil“ an der Seite von Franziska Walser.
(Text: PM Stadt Lingen, Foto: Walser und Selge, von
Karin Rocholl (c) Stadt Lingen)

für alle gratis

30. Dezember 2019

Bei den Etatberatungen zum Lingener Haushalt 2020 gab es abenteuerliche Aussagen. CDU-Ratsmitglied Günter Reppien meinte beispielsweise, die öffentlichen Lili-Busse seien besonders große Umweltverschmutzer.. Damit begründete er die CDU-Ablehnung des Antrags unserer BürgerNahen, den LiLi-Busverkehr werktags künftig halbstündlich und auch am Sonntag fahren zu lasse  Das lassen wir kopfschüttelnd mal so stehen.  

Andernorts ist man weniger ignorant aber dafür weiter, in Augsburg beispielsweise, wo ab 2020 jedenfalls im Stadtzentrum Busfahren kostenlos ist. Auch das Oberallgäu will zum 1. April 2020 ein Nahverkehrsticket einführen, das einheitlich für alle Bus- und Bahnlinien im Landkreis gilt und nur 100 Euro im Jahr kosten soll.  Oder eben in Luxemburg.

Die machen jetzt nämlich ernst mit der Verkehrswende: Ab März 2020 sollen Fahrten in Bus und Bahn landesweit und für alle gratis sein. Zahlen muss man nur noch in der ersten Klasse.

Den öffentlichen Personennahverkehr in Luxemburg kann man bald kostenlos nutzen. Ab dem 1. März braucht man für Busse und Bahnen keine Fahrkarten mehr. Fahrkartenschalter werden geschlossen, Kontrolleure bekommen neue Service-Aufgaben. „Das steht uns einfach gut zu Gesicht und trägt enorm zum Image und zur Attraktivität Luxemburgs bei“, sagt der liberale Premierminister Xavier Bettel zu der Neuerung. Nur die erste Klasse der Bahn bleibt kostenpflichtig.

Autofahrern soll damit der Umstieg auf Bus und Bahn schmackhaft gemacht werden. Der Plan der Regierung: weniger Verkehr auf der Straße. Durch Steuererhöhungen für Autopendler wird das Modell gegenfinanziert.

Und ich hätte das hier gerne auch.“

(Quellen: Ronny Kraak, Das KFMW; Süddeutsche; Foto: Flagge Luxemburger Löwe)

Service

23. Dezember 2019

Vorgestern informierte die Wochenend-taz auf ihrer Seite 3 über die „Dinge, die wir jetzt wissen müssen„. Darunter diese, in der Tat notwendige! Information über

Bahnsprache verstehen.

Sie machen sich auf den Weg zu den Lieben daheim und reisen in Zügen der Deutschen Bahn, zum ersten Mal. Wegen Greta. Im ICE stehen komische Sachen, die man nicht sofort versteht. Wir helfen: „ggf. freigeben“ heißt „gegebenenfalls freigeben“. Das sind Plätze von Luten, die es geschafft habe, so kurzfristig zu reservieren dass selbst der schnellste Bahncomputer nicht damit hinterherkam das auch anzuzeigen.

Richten Sie sich dort also nicht gleich häuslich ein. Es kann immer noch jemand kommen und den Sitzplatz beanspruchen. mit „bahn.comfort“ sind Plätze bezeichnet die vielfahrenden Punktesammlern gehören. Auch die können sie wegschicken. Und mit dem deutschen Anrechtsbewusstsein bezüglich solcher Plätze ist nicht zu spaßen.“

Das will ich gern im Detail ergänzen: Liest man nämlich die Hinweise in kleinen Buchstaben, ist alles ok. Stehen Sie auf den Displays aber in GROSSBUCHSTABEN, bedeutet das, dass die gesamte Platzreservierung-Anzeige ausgefallen ist.

Und wenn ich schon dabei bin, habe ich Sie noch eine Service-Meldung in diesem kleinen Blog: Denn vom 26. Februar bis zum 20. März 2020 wird es ausgesprochen schwierig, überhaupt auf der Emsland-Strecke Reservierungsanzeigen oder auch nur Züge zu sehen. 

Die Westfalenbahn informiert:
Aufgrund von Bauarbeiten der DB Netz AG (Gleiserneuerungen) kommt es zu Teilausfällen und Schienenersatzverkehr (SEV) zwischen Rheine und Lingen(Ems).

Wichtig: Fahrgäste aus Münster in Richtung Norden mit zielen weiter als Salzbergen steigen bereits in Rheine in den Schienenersatzverkehr. In Lingen(Ems) kann daraufhin in die Züge der WestfalenBahn umgestiegen werden.

Fahrgäste aus Emden in Richtung Süden mit Zielen weiter als Lingen(Ems) steigen in Lingen(Ems) in den Schienenersatzverkehr (SEV). In Rheine kann daraufhin in die Züge der WestfalenBahn umgestiegen werden.

Wichtig für Fahrgäste mit Ziel Salzbergen: Fahrgäste aus Emden nutzen ab Lingen(Ems) den Schienenersatzverkehr bis Rheine und steigen dort in den Zug in Gegenrichtung bis Salzbergen.

Eine Übersicht über alle betroffene Verbindungen finden Sie im Ersatzplan.

Und jetzt noch tapferer, bitte; denn die Deutsche Bahn informiert über ihre IC-Linie 35:

Von Mittwoch, 26. Februar bis Donnerstag, 19. März 2920, jeweils montags bis samstags, ganztägig -Schienenersatzverkehr Norddeich Mole/Emden Hbf <> Münster (Westf) Hbf

Die IC-Züge werden zwischen Norddeich Mole/Emden Hbf und Münster (Westf) Hbf durch Busse ersetzt. Für jeden ausfallenden Zug fahren jeweils zwei Ersatzbusse, welche unterschiedliche Haltestellen bedienen. Beachten Sie die erheblich frühere Abfahrt/spätere Ankunft der Busse in Norddeich Mole/Emden Hbf.

Hinweise:
Bitte beachten Sie, dass die Haltestellen des Schienenersatzverkehrs nicht immer direkt an den jeweiligen Bahnhöfen liegen.

Grund: Bauarbeiten Salzbergen – Leer – Bad Zwischenahn

Fahrpläne … zu dieser Meldung.

Alle geänderten Zeiten stehen online unter bahn.de sowie in allen DB Informations- und Auskunftssystemen zur Verfügung.

Was bei der DB leider nicht zu finden ist:
Durch den Schienenersatzverkehr verlängert sich die IC-Fahrzeit von Emden bis Münster auf stolze 6 (in Worten sechs) Stunden., also etwa die Flugzeit zwischen deutschen Flughäfen und New York City.

Im Rat unserer Stadt habe ich am vergangenen Donnerstag dieses -offenbar gar nicht bekannte- Problem erwähnt und darauf hingewiesen, dass vor knapp 20 Jahren die erste Etappe des 85. Giro d’Italia über 215 km vom niederländischen Groningen bis Münster führte. Die Entfernung Emden – Münster ist etwa gleich weit. Ich meine mich zu erinnern, dass die Radfahrer damals schneller waren…

Nachtrag: Im Rat zeigten sich OB und Verwaltungssoitze nicht informiert. Man will aber etwas tun…

 

 

Das Theater in Osnabrück bekommt einen neuen Intendanten. Mit der Spielzeit 2021/22 soll Ulrich Mokrusch den Chefsessel der Städtischen Bühnen Osnabrück übernehmen, wie die Stadt Osnabrück am Dienstag mitteilte. Mokrusch  löst den scheidenden Ralf Waldschmidt ab, der das Theater am Osnabrücker Domhof seit 2010 leitete, aber m vergangenen Jahr angekündigt hatte, weil er während der anstehzenden Sanierungsphase nicht mehr Intendant in Osnabrück sein und seinen Vertrag über 2021 hinaus nicht verlängern wollte.

Die Sanierung wird jetzt Aufgabe des 1963 geborenen Mokrusch; dieser leitet seit knapp 10 Jahren das Theater in Bremerhaven. Mokrusch ging nach der Schauspielausbildung in Paris zunächst für drei Jahre als Regisseur und Schauspieler an das Rheinische Landestheater Neuss. Als freier Regisseur arbeitete er an diversen Bühnen in Deutschland insbesondere für Oper und Schauspiel. Parallel zu seinen künstlerischen Arbeiten studierte er Kulturmanagement und Betriebswirtschaftslehre, die er mit dem Diplom beendete. Später unterrichtete er als Dozent nebenberuflich Theatermanagement u.a. in München und Leipzig.

2001 wechselte er an das Theater Bielefeld, wo er als stellvertretender Intendant bis Sommer 2005 engagiert war. Von 2005 bis Ende 2009 war er dann stellvertretender Generalintendant am Nationaltheater Mannheim. Ulrich Mokrusch ist seit August 2010 Intendant des Stadttheaters Bremerhaven. Bereits nach dem ersten Jahr seiner Intendanz wurde das Stadttheater Bremerhaven in der Kritikerumfrage der Deutschen Bühne 2011 als bestes Theater abseits der Zentren ausgezeichnet. 2015 erhielt das Theater den erstmals verliehenen Theaterpreis des Bundes. 2019 wurde das Theater nominiert für den International opera award in London, für die Wiederentdeckung des Jahres „the lodger“ von Phyllis Tate.

Mokrusch setzte sich in Osnabrück unter 38 Bewerbern durch und zeigte sich jetzt  sicher, trotz der bevorstehenden Sanierung des Hauses auch künstlerisch neue Akzente zu setzen: „Ich freue mich, in Osnabrück ein Theater für und mit der Stadt zu gestalten, die Öffnung des Theaters weiter voran zu treiben und mit einem künstlerisch abwechslungsreichen Programm auch neue, diverse Besuchergruppen zu erreichen.“

Für die Auswahl  „des Neuen“ war eigens eine 18köpfige Findungskommission unter Vorsitz der Aufsichtsratsvorsitzenden Brigitte Neumann (CDU) gebildet worden, darunter als externe Experten Intendantin Nicola May vom Theater Baden-Baden und Intendant Markus Dietze (Theater Koblenz). Unterstützt wurde die Findungskommission durch Prof. Dr. Uwe Kanning, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Osnabrück. Neumann über Mokrusch‘ Wahl: „Sein Interesse auch spezifische Osnabrücker Themen in seine künstlerischen Pläne aufzunehmen, hat mich besonders überzeugt. So seine Idee ein Werk von Preisträgern des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis in regelmäßigen Abständen in den Spielplan aufzunehmen oder auch seine Überlegungen für das Jahr 2023 und damit die 375-Jahrfeier Westfälischer Frieden“.

Mich würde freuen, wenn die Verbindung  des  Städt. Theater Osnabrück in den Nordwesten allgemein und nach Lingen im Besonderen jetzt verbessert und ausgebaut würde. Nicht neu ist die Idee, im Lingener Theater an der Wilhelmshöhe  einen zweiten ständigen Spielort für eines der Theater der Region zu schaffen, also  Osnabrück, Oldenburg, Münster, Bielefeld, Bremen oder die Landesbühne Nordwest . Eine dadurch mögliche künstlerische Kontinuität  würde das Theater in unserer Region an Ems und Vechte aus der Singularität bisheriger darstellender Kunst hinaus führen können; dadurch könnte sich eine intensivere kulturelle Identität der Region entwickeln.

Märchenwege

9. Dezember 2019

Auf dem Lebensweg von Wilhelm Busch sind sie bereits durchs Weserbergland gewandert, Walter Kempowski und Arno Schmidt sind sie durch die Lüneburger Heide gefolgt, nun haben sie Hessen auf den Spuren der Brüder Grimm von Süd nach Nord zu Fuß durchmessen: Abermals erweisen sich der Schriftsteller Gerhard Henschel und der Fotojournalist Gerhard Kromschröder als Spezialisten für literarische Wanderungen.

Ausgehend von Hanau am Main, dem Geburtsort von Jacob und Wilhelm Grimm, folgen sie den Lebensstationen der Brüder gut 300 Kilometer bis ins nordhessische Kassel, wo diese fast 30 Jahre lang wirkten und wo ihre weltberühmte Märchensammlung entstanden ist.
Während ihrer zweiwöchigen Wandertour erleben Henschel und Kromschröder Land und Leute aus nächster Nähe. Sie zeichnen in Wort und Bild das Porträt eines Landstrichs, der durchaus exemplarisch steht für viele Gegenden der deutschen Provinz. Zugleich liefert ihr opulent bebildertes Wandertagebuch kulturhistorische Details aus der Wirkungsgeschichte der Grimmschen Werke und gibt ungewöhnliche Einblicke in die Arbeitsweise der Brüder, ihr Verhältnis zueinander und ihre bislang nur wenig bekannten Obsessionen.

Ich erwähne dieses Werk, weil ich „Kromo“ Kromschröder dringend den Vorschlag machen muss und will, auf dem Ems-Wanderweg das angrenzende Westfalen und unseren Nordwesten (vulgo: Das Emsland) zu durchwandern – und zwar auf den Spuren von Ferdinand Freiligrath und Levin Schücking. Beide veröffentlichten 1841, also in der Hochzeit der deutschen Romantik, ein einzigartiges Buch über das Malerische und romantische Westphalen, einen frühen Reiseführer, der Jahrzehnte und mehrere Auflagen erlebte (Neuauflage). Beide darf man also bei uns  im Nordwesten kennen: 

Der Lyriker und Übersetzer Hermann Ferdinand Freiligrath (1810 -1876 ) war zunächst eher ein Schöngeist, schloss sich dann aber in den 1840er Jahre nder demokratischen Opposition an, wurde 1848 wegen des offenen Appells zum Umsturz verhaftet, aber  freigesprochen und war dann auf Einladung von Karl Marx Redakteur der legendären  »Neuen Rheinischen Zeitung« in Köln. Nach deren Verbot 1849 ging e , steckbrieflich gesucht wegen neuer Gedichtbände (!), dann als Angestellter nach London.  Christoph Bernhard Levin Matthias Schücking (1814-1883) gilt als Erfinder des deutschen Feuilletons. Zu seiner Zeit war er ein sehr bekannter Autor, Journalist und Literaturkritiker. Vor allem verbrachte er, in Meppen geboren, seine Kindheit in Sögel; dort gab es bis vor einigen Jahren sogar ein wertvolles Schücking-Museum, was allerdings keine Gnade vor den Augen des damaligen Landrats Hermann Bröring (CDU) fand  – ich vermute stark, weil man Feuilleton nicht mit C schreibt-  und aus finanziellen Gründen schließen musste. Er weiß selbst, dass er damit daneben lag wie sonst selten.  Also: Freiligrath und Schücking sind schon hochinteressante Leute aus unserer Region.

Also Kromo, nimm Dir bitte den Henschel und wandere los. Zu Annette von Droste Hülshoff dürft ihr gern einen Abstecher machen und der zunehmend altersmilde Hermann Bröring trinkt sicherlich am Lingener Marktplatz einen Kaffee mit Euch beiden, wenn ich ihn  bitte, höflich. Dann wäre ich gern dabei.


Gerhard Henschel / Gerhard Kromschröder
Märchenwege
ISBN: 978-3-8378-5037-6
224 S., 262 Abb.,  24,90 €
Erhältlich (zu Weihnachten!)  im lokalen Buchhandel und hier

Dietutnix

3. Dezember 2019

Dietutnix
„Scheinheilig ins Spritzgebäck“
Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstraße 79
Freitag, 6.12. – 20 Uhr

ausverkauft

Man nehme:Bretter, die die Welt bedeuten, möglichst auf Hochglanz poliert – dazu einen hochmotivierten, erfahrenen Licht und Tontechniker, eine talentierte, flotte Requisiteurin und 4 anmutige, weihnachtlich gestimmte Kabarettistinnen in scheinheiliger Laune.Diese beschwingten Zutaten vermengt mit einer ordentlichen Portion Wortwitz, mindestens einer Prise Selbstironie, 3 Teelöffeln Beweglichkeit, einem halben Pfund musikalischer Harmonie, ausgelegt auf ein freies Backblech aus Flexibilität und purem Spaß, das Ganze backen lassen in einem warmen Gefühl aus glänzender Erwartung und dann – zu Weihnachtszeiten einem Genießerpublikum präsentieren!

Kleiner Tipp: Denken Sie nicht erst in der letzten Minute an dieses klassische Gebäck. Im Gegenteil! Rechtzeitig vorbereitet bekommen Sie ganz sicher das beste Plätzchen.
Ein himmlischer Genuss.

(Quelle PM Alte Molkerei)

Beanstandet

30. November 2019

Update in Sachen SS-Rosemeyer: Vor etwa einem Jahr wurde im Jugendhilfeausschuss des Landkreises Emsland die Legende bzw. das Foto des aus Lingen stammenden Audi-Rennfahrers Bernd Rosemeyer in der Reihe der „Portraits bedeutender Emsländer“ beanstandet, die im Kreishaus in Meppen die Besucher informiert. Erfolglos war damals zwar die Idee, das Foto zu entfernen. Wenigstens aber ist heute die textliche Erläuterung mit einer halbwegs sachgerechten Information und Erklärung versehen, die es bis dahin nicht gab (Klickt auf’s Foto und vergrößert so den Text!)

Critical Mass Lingen

29. November 2019

Auch in Lingen engagieren sich jetzt Radfahrer mit einer  Critical Mass. CM ist eine flashmobartige Demonstration, die heute erstmals um 17 Uhr am Bahnhof startet. Mit ihrer Aktion protestieren Radfahrer/innen gegen ihre systematische Benachteiligung im Straßenverkehr.

Die Aktionsform startete 1992 in San Francisco (USA). Sie findet einmal pro Monat in Städten rund um den Globus statt, traditionell am letzten Freitag. Im benachbarten Nordhorn gab es die erste CM vor fünf Monaten, jetzt also auch bei uns. Wenn ich‘ es richtig sehe, ist Lingen damit die erste CM-Gemeinde im Emsland. Die aus der Klimagruppe Emsland stammenden Aktivisten erläutern die Aktion auf ihrer Facebook-Seite. Auf twitter sind sie bislang nicht vertreten

„An jedem letzten Freitag im Monat fahren Menschen bei der Critical Mass gemeinsam mit dem Fahrrad. Niemand organisiert die Critical Mass. Die Critical Mass organisiert sich selbst. Wer vorne fährt, bestimmt die Route.

Mehr als 15 Radfahrer*innen dürfen nach § 27 StVO einen sogenannten Verband bilden. Sie dürfen nebeneinander fahren und eine Spur einnehmen. Sie gelten dabei als ein langes Fahrzeug. Passiert der Verband eine grüne Ampel, die während der Durchfahrt auf Rot springt, so fährt der gesamte geschlossene Verband über die Kreuzung.

Die Geschwindigkeit wird angepasst, so dass alle mitkommen. Wenn Lücken entstehen, wird aufgeschlossen. An Kreuzungen wird die Masse abgesichert, damit keine anderen Fahrzeuge in die CM fahren. Verkehrssicherheit steht an erster Stelle.

Critical Mass ist das, was jede*r für sich und alle zusammen am Freitag daraus machen. Für manche ist es einfach nur ein lebensfrohes Straßenfest, das sich durch die Stadt bewegt. Andere sind es leid, dass sie mit dem Rad nicht sicher durch die Stadt kommen.

Verrückte Fahrräder? Seifenblasen? Verkleiden? Kekse? Irgendwas Kreatives? Ja gern! Alles ist drin, solange es positiv ist und für eine lebenswertere Stadt stehen kann.

Wir treffen uns am 29.11.2019 um 17:00 Uhr am Bahnhof!“

Also: Das ist heute. Organisation? Es gibt keine! Critical Mass organisiert sich von selbst. Jede/r mit einem Fahrrad ist willkommen!

Feine Sahne Fischfilet

29. November 2019

Feine Sahne Fischfilet treten übermorgen, Samstag, 30.11.2019, 20:00, in der EmslandArena, Lingen (Ems) auf, und es gibt noch Karten. Heute spielen sie im hessischen Wetzlar. Ältere Semester der Leserschaft kennen noch den legendären SPD-Spruch: wetzlar, emslandArena“Wetzlar muss wieder Wetzlar und Gißen muss wieder Gießen werden!“. Aber die CDU ist schon viel weiter vorne, wie die thüringische Landtagsabgeordnete der Linken, Katharina König-Preuß, herausgefunden hat:

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