Nachhilfe

27. September 2020

Gestern hat Anke Domscheit-Berg in ihrem Twitter-Account über die ganz persönlichen Erfahrungen mit der Corona-App und den geschrieben. Aktuell sind es rund 30 Tweets in ihrem Thread. Lest mal nach, bitte – vor allem

  • die Lingener CDU, die meinte, mit einem negativen Corona-Test sei alles geregelt, und
  • das Gesundheitsamt des Landkreises Emsland, das nach einem negativen Test schon Entwarnung gab, als die CDU-Ratsmitglieder in Lingen meinten, drei, vier auf Kipp stehende Fenster würden den Sitzungsraum ausreichend entlüften – auch wenn sich in diesem Raum längere Zeit ein hoch infektiöser CoViD-19-Infizierter aufgehalten hat.

Hier gibt es kostenlose Nachhilfe:

Den kompletten „Thread“, also eine abfolge von einzelnen Twitter-Einträgen, können Sie gebündelt hier oder nach einem Klick auch hier lesen:
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„Meppen-Dalum“

23. September 2020

In Niedersachsen könnte es zu einem weiteren Prozess gegen einen ehemaligen KZ-Wächter kommen: Das Justizministerium­ in Hannover hat die Generalstaatsanwaltschaft in Celle mit den Ermittlungen gegen den 94-jährigen Karl Friedrich Berger beauftragt. Er soll als Wachposten im Außenlager des Konzen­trationslagers Neuengamme, das sich in „Meppen-Dalum“ -so die taz- befand, Beihilfe zum Mord an Gefangenen geleistet haben. Der Mann lebt seit 1959 in den USA, soll dort aber abgeschoben werden.

Berger war von Januar bis März 1945 Aufseher im Außenlager des KZ Neuengamme. Dort mussten die Gefangenen Strafarbeiten verrichten. Auch bewachte er die Häftlinge im März 1945 nach der Auflösung des Außenlagers während des Marsches nach Neuengamme. Während dieses Marsches sollen rund 70 Häftlinge gestorben sein.

„Der Vorwurf, Beihilfe zur Tötung von Gefangenen geleistet zu haben, bezieht sich insbesondere auf die Bewachung des Marsches zur Evakuierung der Nebenlager“, sagt der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Celle. Für seine Arbeit im KZ erhält B. bis heute eine Rente. Seinen Kriegsdienst verrichtete er ursprünglich bei der Marine.

Derzeit lebt der Mann noch im US-Bundesstaat Tennessee. Nach dem Krieg war er mit seiner Frau und seiner Tochter zunächst nach Kanada ausgewandert, 1959 dann weiter in die USA. In diesem März ordnete ein Gericht in Memphis seine Abschiebung an.

B. war erst in die USA ausgewandert, als eine Vergangenheit als NS-Verbrecher nicht mehr von den amerikanischen Behörden verfolgt wurden. Allerdings können mit einem 1978 eingeführten Bundesgesetz NS-Verbrecher neuerlich abgeschoben werden. Laut dem US-Justizministerium geschah dies seither mit 67 Personen.

Das US-amerikanische Justizministerium konnte den Dienst im KZ durch die Auswertung von Karteikarten nachweisen, auf denen seine Diensttätigkeiten notiert waren. Diese befanden sich 1945 auf den Schiffen Cap Arcona und Thielbek, auf die die KZ-Häftlinge des Neuengammer Außenlagers gebracht wurden, nachdem sie vor den vorrückenden Alliierten evakuiert worden waren. Aufgrund einer versehentlichen Bombardierung durch die Alliierten sanken sie in der Ostsee. Tausende Häftlinge starben.

Einige Jahre später wurden die Schiffe geborgen, die Karteikarte mit den Informationen über B. blieb erhalten. Durch zusätzliche Nachforschungen des U.S. Holocaust Memorial Museum konnten die Vorwürfe erhärtet werden.

Laut  Generalstaatsanwaltschaft ist unklar, wann es zu einer Abschiebung kommen wird. Ohnehin ist laut US-Medien über die Berufung Bergers noch nicht entschieden worden.

Ob es in Niedersachsen zu einem Verfahren kommt, ist auch angesichts des Alters von B. fraglich. Dabei dürfte es noch Monate dauern, ehe die Generalstaatsanwaltschaft im Fall Berger Anklage erhebt. „Wir sichten derzeit noch die vorliegenden Unterlagen“, sagt der Sprecher der Behörde.

(Foto: CC s. Arvhiv vom, 08.03.2020; Text: taz)

Klimastreik am Freitag

22. September 2020

Die Klimakrise macht keine Pause! Für entschlossenes Handeln gegen die Klima- und Artenkrise geht es mit Fridays for Future auf die Straßen! Komm zum globalen Klimastreik am 25. September 2020 – natürlich Corona-konform. Gegenwärtig gibt es -glaubt man der FFF-Website- in unserer Stadt Lingen (Ems) allerdings keinen Streik, sondern nur in Nordhorn (12 Uhr) und Papenburg (15 Uhr). Aber dies sollte vielleicht noch zu ändern sein

Globaler Klimastreik am 25.09. 

Nicht nur die Corona-Krise stellt uns vor nie dagewesene Herausforderungen, sondern erst recht die Klimakrise: Wälder leiden unter häufigen Dürreperioden und selbst die Arktis erreicht Hitzerekorde von bis zu 38 Grad. Hier gilt wie bei Corona: Die Bundesregierung muss auf die Wissenschaft hören und endlich handeln.

Diesen Herbst hat sie die beste Gelegenheit dazu: Beim EU-Gipfel im Oktober wird über die europäischen Klimaziele als Beitrag zum Pariser Klimaabkommen entschieden. Deutschland hat den Vorsitz und steht deshalb in der Verantwortung, dass die EU-Staaten beschließen, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65 Prozent zu reduzieren.

Eine Kunstaktion zum letzten Klimastreik am 24. Aril 2020. - Foto: Fridays for FutureEine Kunstaktion zum letzten Klimastreik am 24. April 2020. – Foto: Fridays for Future

Macht mit bei den Klima-Demos von Fridays for Future zu beteiligen: Seid am 25.September beim Klimastreik dabei und trag euch schon jetzt auf der Streikenden-Karte unter www.klima-streik.org ein! Auf der Website könnt ihr euch über unser Demo-Bündnis aus Umwelt- und Klimaschutz-Organisationen informieren. Nutzt die Hashtags #KeinGradWeiter und #FridaysForFuture für eure sozialen Netzwerke. Informiert eure Familien, Freund*innen und Nachbar*innen damit wir richtig viele werden! Gebraucht wirdeure Unterstützung online wie offline im gesamten Bundesgebiet!

Der Klimastreik ist darauf angewiesen, dass viele Leute mitmachen: Plakate aufhängen, Flyer auslegen, Posts auf Social-Media – wenn das Hunderte machen, erreichen wir Tausende. Mehr Infos hier!

Protestiert wird natürlich Corona-konform mit Alltagsmaske, Abstand und Anstand. Der NABU mobilisiert mit und hat deshalb gemeinsam mit dem ARD-Meteorologen Karsten Schwanke  ein Info-Video passend zum Thema „Corona vs. Klimakrise“ gedreht:

 

End of Summer Open Air 2020

18. September 2020

End of Summer Open Air 2020
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof,

Konrad-Adenauer-Ring 40
Samstag, 19. Sept. – ab 20 Uhr
Karten: 5 € + VVK

Die Open Air Saison bei uns am alten Schlachthof geht in die nächste und auch letzte Runde, bevor uns der Herbst wieder in geschlossenen Räumlichkeiten schwinden lässt.

Dazu holen wir nochmal zwei bekannte und einen „neuen“ Singer/Songwriter bei uns auf die Bühne und feiern das „End of Summer – Open Air“

Auf der Bühne stehen u.a. „Syd Berliner“, der vielen u.a. auch als Sänger und Frontmann von Big Tennis bekannt sein dürfte. Als neuer im Bunde ist KLiFF dabei. Er präsentiert an diesem Abend sein Debütalbum „Some Songs“. Als dritter im Bunde ist Christian Holt aus Meppen mit dabei, der ebenfalls seine selbstgeschriebenen Stücke mit der Akustik Gitarre präsentieren wird.

Rettet die Bäume

17. September 2020

In Holsten-Bexten, östlich Salzbergen gelegen, wollen die Dorfbewohner ihre 200 Jahre alte Buche retten, die seit fast 40 Jahren, Naturdenkmal ist. Hier der kleine Film des NDR von gestern Abend dazu:

Keinen Film gibt es aus Lingen. Vor dem Amtsgericht stehen zum Beispiel zwei Kastanien und neben der Bonifatiuskirche eine Blutbuche. Sie sind keine Naturdenkmale, aber diese Bäume prägen das Stadtbild Lingens in der Burgstraße und verbessern dort das Kleinklima. Doch sie kämpfen -eingezwängt in sinnfreie Parkplatz- und Fußgängerpflaster- ums Überleben. Man erkennt dies sofort bei einem Blick in ihre Baumkronen. Da gibt es viel Totholz. Kann man durch eine Baumkrone hindurchsehen, sieht es schlecht mit dem Baum aus. Leider gab es im Rathaus bisher nur Desinteresse und Achselzucken, wenn ich auf das Sterben dieser Bäume hinwiesen.

Tag des offenen Denkmals

13. September 2020

Heute findet der alljährliche Tag des offenen Denkmals statt. Trotz Corona, aber deshalb natürlich unter besonderen Bedingungen. Das diesjährige Motto lautet: „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ Im Jahr 2020 rückt die veranstaltende Deutsche Stiftung Denkmalschutz damit ein Thema in den Fokus, das uns alle betrifft: „Den bewussteren Umgang mit unserem Planeten, unseren Ressourcen und unserem eigenen Handeln. Ausgehend von der Forstwirtschaft prägt der Begriff Nachhaltigkeit die Politik, die Lebensmittelindustrie, Energie- und Kosmetikbranche und stellt sie vor neue Herausforderungen. Welche Rolle nimmt in dieser Gesellschaftsdebatte die Denkmalpflege ein?

Dank geistiger, technischer, handwerklicher und künstlerischer Maßnahmen erhält Denkmalpflege historische Bauten und wahrt Erinnerungen. Gleichzeitig schont die Instandsetzung von Denkmalen wertvolle Ressourcen und macht sie zukunftstauglich.“ Die Veranstaltung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sagt: „Gemeinsam mit Ihnen möchten wir uns der Frage nähern: Wie nachhaltig ist Denkmalpflege tatsächlich? Das Thema des Jahres „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ ist dabei ganz unterschiedlich auslegbar und umfasst, so die Stiftung, mehrere Themenschwerpunkte:

  • Bauweisen von Denkmalen: Verwendung beständiger und regionaler Baumaterialien, ressourcenschonender Baukonzepte oder energetischer Sanierungen
  • Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit von Denkmalen: Traditionelle handwerkliche Techniken für die Zukunft
  • Neue Nutzungskonzepte von Denkmalen: Umnutzung bestehender Räumlichkeiten als Zukunftspotential und Vorbeugung von Leerstand
  • Natur trifft auf Kultur: Grünflächen, Parkanlagen oder Friedhöfe als landschaftliche Freiräume und moderne Naturoasen

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz alle Veranstalter aufgerufen, den Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr auf neuen Wegen zu begehen: wir möchten mit Ihnen gemeinsam Denkmale digital erleben. Mehr Informationen findet man hier. 

Neue Wege ist natürlich ein Stichwort. Und Digitalisiserung auch. Denn nun raten Sie mal, wieviele dieser neuen Wege im Westen Niedersachsens gegangen werden, im Land von Ems und Vechte, den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim oder gar in Lingen (Ems), unserer Großen Selbständigen Stadt mit oberzentralen Teilfunktionen? Na, eine Idee?

Weil dies angesichts des ausgesprochen zurückhaltenden Umgangs unserer lokalen Behörden mit Baudenkmalen natürlich eine schwierige Frage an die geschätzte Leserschaft ist, gibt es als Hilfestellung eine digitale Karte aus der diesjährigen Online-Präsentation der Stiftung. Sie finden darauf in unserem Landstrich: Nichts.

Stutzen Sie auch wie ich und denken an die Rahmenbedingungen in Zeiten, in denen viele Selbständige in der IT, Fotografen, Gestalter und Designer händeringend nach Aufträgen suchen und sogar viel Geld vorhanden ist, ihnen Arbeit zu geben. Ich halte allerdings die Nichtteilnahme auch für ehrlich: Denkmalschutz nämlich spielt bei uns eben keine wesentliche Rolle.

Empfehlen kann ich übrigens Besuche auf der TdOD-Internetseite oder bei Facebook. Die Bilder und Informationen entschädigen ein wenig für die kulturelle Leere unserer Region. Ansonsten muss man halt nach Bunde (Ostfr.), Bramsche (OS) und Rheine (NRW) fahren. Dort nämlich befinden sich in diesem Jahr die nächsten offenen Denkmäler. Schaut bitte selbst.

»
Einen ganz persönlichen Wunsch habe ich noch: In der Lingener Burgstraße 28 befindet sich das Amtsgericht. Sein Altbau ist ein Palais, das im 17. Jahrhundert von Sylvester von  Danckelman errichtet wurde und seither ununterbrochen Gericht ist. Vor rund 30 Jahren hat sich dann jemand Behördliches des Gebäudeerhalts angenommen. Einerseits baute man Fenster im Stil des 17. Jahrhunderts ein, aber andererseits wurde eine hellgraue Bauchemie-Pampe auf den Bentheimer Sandsteinsockel geschmiert, vorgeblich um diesen zu schützen. Dieses wunderschöne historische Gebäude ist dadurch schrecklich verunstaltet worden. Wann sorgt der Denkmalschutz dafür, dass dieser Chemiemist wieder entfernt wird?

in Wirklichkeit

6. September 2020

Wenn die Partei, die hier alles seit Jahrzehnten bestimmt, zeigt, was sie in Wirklichkeit von unserer Stadt Lingen hält.

(Sorry, die Detail-Informationen stecken leider hinter der HAZ-Paywall, obwohl bekanntlich jede/r, d. die HAZ_Seite anklickt, durch die Abgabe seinen Daten bezahlt…)

 

Endlagerentscheidung

6. September 2020

Die Suche nach einem Standort für ein tiefengeologisches Lager für hochradioaktiven Atommüll betrifft das Emsland. Sechs Standorte sind in die Vorauswahl genommen. Hier nämlich gibt es weit unter der Erdoberfläche Gesteinsvorkommen, die grundsätzlich für das vom Bundestag beschlossene Suchverfahren infrage kommen. Schon vor mehr als 40 Jahren war beispielsweise der Salzstock in Wippingen als Topadresse auserkoren, bevor die damalige niedersächsische CDU-Regierung Albrecht dann nach Gorleben umschwenkte. Seit 2017 läuft jetzt die neue Suche für ein langfristiges bundesdeutsches Atommüll-Lager. Man will aus den vergangenen Versuchen gelernt haben und verspricht einen wissenschaftlich basierten Prozess mit ausreichender Bürger/innenbeteiligung.

Doch damit ist es bisher nicht weit her: Auf Einladung des Bündnis AgiELAtomkraftgegner*innen im Emsland wird Helge Bauer von der Anti-Atom-Organisation  .ausgestrahlt die aktuelle Entwicklung zur Standortsuche beleuchten und der Frage nachgehen, wie sich ein schlechtes Lager verhindern lässt?

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 16. September ab 19 Uhr  in Form einer Videokonferenz statt, kann aber auch am Telefon verfolgt werden. Sie dauert zwischen 60 bis 90 Minuten.

Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich. Alle Angemeldeten bekommen die Zugangsdaten, technische Hinweise und Informationen zum Ablauf der Veranstaltung.

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Grafiken: oben: AgiEL; unten: Endlagerstandorte im Emsland auf .ausgestrahlt.

 

Lingener Bierkultur Karussell

4. September 2020


Lingener Bier Kultur Karussell
Heute ab 16 Uhr

Auch 2020 gibt es die von Markus Quadt erdachte Traditionsveranstaltung Lingener Bierkultur, allerdings coronaspezifisch sicher, also digital.

Insgesamt werden 16 Bieren verkostet, und im Livestream präsentiert werden die handwerklichen Brauer (m/w/d) und was auf dem diesjährigen Lingener Bier Kultur Karussell vor Ort passiert. Immer zur vollen Stunde! Hier der Ablauf:

16.00
Brauhaus Riegele
Feines Urhell

17.00
Landhaus Brauerei Borchert
Pils

18.00
Uthoka Brouwstudio
Petrus Weizen

19.00
Mashsee Brauerei
Mashine IPL

20.00
La Trappe
Puur

21.00
Kraft Bräu
Pale Ale

22.00
Überquell
Supa Dupa IPA

23.00
Rodenbach
Original

Das Samstagsprogramm findet die geneigte Leserschaft auf der Facebookseite der Lingener Bierkultur.

 

Aussichtslosigkeit

4. September 2020

In den benachbarten Niederlanden ist die Situation der Diskotheken und Nachtclubs zunehmend aussichtslos. Sie müssen in den Niederlanden weiterhin geschlossen bleiben. Dies machte Ministerpräsident Mark Rutte am Monatsersten auf der allwöchentlichen Pressekonferenz zur Corona-Entwicklung bekannt. Trotzdem wird zurzeit ein Plan erarbeitet, mit dessen Umsetzung die für die Branche bitter nötige Wiederaufnahme des Regelbetriebs ermöglicht werden könnte.

Jorn Lukaszczyk bemüht sich nun bereits seit Monaten um eine Lösung für den Sektor, in dem das Abstandhalten, gekoppelt mit einem nicht trunkenen Organismus, in der Regel eher die Ausnahme darstellt. Er ist selbst Besitzer eines Clubs in Utrecht und Gründer der Interessensvereinigung Nachtbelang, mit der er versucht, der eigenen Lobby ein Gehör zu verschaffen.

Dazu arbeitete Nachtbelang, das hundert Nachtclubs, 4500 Betriebe und 75000 Mitarbeiter repräsentiert, einen Plan aus, womit der Organisation von Veranstaltungen das Risiko genommen werden soll, indem die Infektionsgefahr minimiert wird. Darin enthalten sind beispielsweise Konzepte zur optimierten Ventilation, Abstandsregeln und eventuelle Altersbeschränkungen.

Auch wenn das Konzept bisher noch wenig Anklang gefunden hat, konnte die Vereinigung immerhin einen Erfolg erzielen, indem sie zu einem Gespräch durch das Ministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten, Sicherheit und Justiz eingeladen wurde, an dem auch der niederländische Hotel- und Gaststättenverband teilnahm. „Das war sehr wichtig für uns und ein Lichtblick“, sagt Lukaszczyk, der aber auch meint: „Es hat ein halbes Jahr gedauert, bevor wir ein erstes Gespräch gehabt haben. Nun darf es alles etwas schneller gehen.“

Damit meint er die Öffnung der Diskotheken zum ersten Oktober. Sowohl Rutte als auch Gesundheitsminister Hugo de Jonge (CDA) nahmen dieser Bestrebung allerdings bereits mehrmals Wind aus den Segeln, zuletzt gestern Abend. Erst wenn ein Impfstoff vorhanden sei, wäre ein Regelbetrieb wieder möglich, sagte de Jonge. Für die Branche eine katastrophale Zukunftsaussicht: „Gerade, weil wir uns nicht nach einem neuen Datum richten können. Wenn das noch lange andauert, wird ein ganzer Sektor hinweggefegt“, so Lukaszczyk. Für den Moment bleibt ihm und Nachtbelang wohl nur die Hoffnung auf eine weitere Maßnahme zur finanziellen Unterstützung.

In den letzten Wochen hatten sich einige Clubs zwar nach Alternativen umgesehen und veranstalteten ein „sitzendes Ausgehen“, jedoch wurde damit nur ein kleiner Teil des Verlustes gedeckt und das Hauptklientel der jungen Menschen konnte damit kaum angelockt werden. Deshalb haben mehrere Betreiber ihre Türen bereits wieder geschlossen.

Es sei laut Lukaszczyk höchste Zeit, eine Lösung zu finden – nicht nur aus ökonomischen Gesichtspunkten. Der Rückhalt der Jüngeren für die Corona-Beschränkungen sei vollständig vergangen, wenn man all die illegalen Feiern betrachte, die zurzeit stattfinden. „Warten wir aber noch bis zum Winter: Dann gehen die illegalen Partys nach drinnen und zum Beispiel in Scheunen, die überhaupt nicht überprüft sind.“


Quelle: Niederlande.net