Kellerkönig-Finale

10. April 2018

Die vierte Runde des KellerKönig Bandcontest neigt sich dem Ende zu. 11 Bands aus der gesamten Region und darüber hinaus traten bei vier Vorentscheiden an. Im Halbfinale setzen sich dann die beiden Bands „Insanity Moments“ und „A Place to Fall“ durch und schafften den Einzug ins Finale. Wie auch schon im Halbfinale, wird im Finale neben dem Publikum auch eine Jury über die Platzierungen entscheiden, jeweils 50 %. Soweit, so gut. Dann diese Worte:

„Wir freuen uns sehr, dass wir sie für die Jury gewinnen konnten. Anbei erhalten sie nun weitere Informationen zu dem Abend und ihrer Funktion als Jurymitglied.“

So ein OB und dazu ein alter Rock n Roller. Obwohl es eigentlich andersrum war; denn es geht natürlich nicht, dass nur so ein Rock’n Roller wie der Blogbetreiber in der Jury sitzt. Da muss auch in Zeiten wie diesen ein OB dabei sein. Ich freu mich aber sehr, in die Fußstapfen von @tobiLingen zu treten und nehme Annette mit, damit ich auch alles richtig mache.

Einlass ist um 20 Uhr. Eingeladen sind Jugendliche und junge Erwachsene ab 14 Jahren. Es gelten die Regeln des Jugendschutzgesetzes. Eine Ausnahmeregelung gibt es jedoch: Besucherinnen und Besucher unter 16 Jahren dürfen diesen Samstag auch bis 24 Uhr bleiben.

Also:

Kellerkönig Runde 4 Finale mit Brett

Sa 20:00 · Alter Schlachthof · Lingen(Ems)

In der neuen Emslandliga für Fußballer mit und ohne Handicap geht es um Spaß und Punkte. Das inklusive Turnier gestern in Lingen war das erste seiner Art in Niedersachsen.
Die Nummer 10 des Teams Lucky Löwen vom SV Olympia Laxten (Foto) startet mit dem Ball auf der linken Seite durch, lässt zwei Gegenspieler der TuS Haren aussteigen und flankt nach innen vor das Tor, wo die Nummer 35 aus aussichtsreicher Position verpasst. Eine Szene, wie sie sich tausendfach auf Sportplätzen an jedem Wochenende abspielt. Doch sie ist nicht alltäglich. Der eine Spieler hat eine Behinderung, der andere nicht. Sie spielen gemeinsam in der neu gegründeten InduS-Emslandliga, die am Sonntag in Lingen an den Start ging. InduS steht für „Inklusion durch Sport“.

Seit Anfang der 2000er-Jahre setzt sich der Deutsche Fußballbund (DFB) mit seiner Sepp-Herberger-Stiftung dafür ein, dass Behinderte aktiv am Fußball teilnehmen können. Seit 2012 finanziert die Stiftung bundesweit in allen 21 DFB-Landesverbänden Ansprechpartner, so genannte Inklusionsbeauftragte, für Fragen des Behindertenfußballs…

[…weiter bei der HAZ, der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung]

 


Die Lucky Löwen sind eine Fußballmannschaft für Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap, die in der Jugendfußballabteilung des SV Olympia Laxten 1919 e.V. als eigene Sparte integriert ist. Dieses junge, dynamische Team wurde im Sommer 2008 ins Leben gerufen. Sie sind ein Teil der Lingener LinaS- Initative. Inzwischen besteht das Team aus ca. 35 Spieler/innen mit und ohne Behinderung. Sie werden von ca. 10 Trainer/innen und Betreuer/innen gecoacht. „Neue Spieler, Freunde, Trainer, Gönner sind immer herzlich willkommen.“

(Foto: Lucky Löwen Olympia Laxten)

Untätigkeits-Baustelle

8. April 2018

Noch so eine Lingener Untätigkeits-Baustelle.

Gerade hat im benachbarten Meppen die Montage einer neuen Fuß- und Radwegebrücke über die Ems begonnen. Sie wird den Schullendamm mit der Innenstadt verbinden. Auch den Radtouristen des Naturparks Moor ermöglicht sie eine attraktive Flussquerung. Für den EmsRadweg  entlang des Schullendamms ergibt sich eine neue Option, Meppen zu besuchen. Das Bauwerk kostet rund 1,1 Mio Euro. Da die Brücke nicht nur in Meppen, sondern auch im Rahmen des grenzüberschreitenden Tourismus im internationalen Naturpark Moor genutzt werden kann, übernimmt die Europäische Union im Rahmen des EU-Programms INTERREG 300.000 Euro. Jeweils 60.000 Euro zahlen die niederländische Provinz Drenthe (!) und das Land Niedersachsen. Der Landkreis zahlt und die Stadt Meppen investiert mit 300.000 Euro etwa ein Viertel der Kosten in den Brückenbau.

Weshalb ich das erwähne? Seit 25 Jahren wird in Lingen über den Brückenschlag über den Dortmund-Ems-Kanal geredet, der für Radfahrer und Fußgänger den Stadtteil Reuschberge mitsamt dem neuen Emsauenpark und die Innenstadt mit Kirmesplatz und EmslandArena verbinden soll. Vor knapp acht Jahren hab ich darüber mit OB Krone gesprochen und vorgeschlagen, einen international renommierten Architekten dafür zu finden, um eine repräsentative Brücke zu bauen und keine Technokratenbrücke. Ich hab ihm auch den Namen Santiago Calatrava genannt; er dürfte ihn allerdings, wie das Projekt insgesamt, vergessen haben. In seiner Amtszeit hat sich jedenfalls nichts getan. 

Statt dessen befürwortet er anderes:
Eine Kanalbehörde in Meppen will alle Bäume zwischen neuem Hafen und der Hafeneinfahrt abholzen. Trotz geplanter Spundwand am Kanalufer sei durch die Jahrzehntalten Bäume der Kanaldamm unsicher. Mit dieser Aussage versucht sie die Anlieger im Bereich Bögen vo ihrem Plan zu überzeugen. Der scheint mir ausgesprochen fragwürdig; denn erst wenn die Bäume abgeholzt werden, ist sog. Totholz im Damm und kann zu Problemen führen. Darüber diskutieren wir in der BN-Fraktion  auf unserer wöchentlichen Sitzung morgen Abend im Rathaus. Unser BN-Chef Roman Hoffmann berichtet über seinen Besuch bei dem Osnabrücker Professor Jürgen Bouillon [mehr…] und bringt, so ist es geplant, könglichen Besuch mit… Mal sehen, was da kommt und geht.

(Foto: Prof. Dr. Jürgen Bouillon, Osnabrück, © FH Osnabrück)

Selig

6. April 2018

Selig
„Kashmir Karma“ Tour
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Heute: Fr 06.04.18 – 20 Uhr
Karten ab 29 Euro – online ab 36,80  (eventim)

Special Guest: Tobi Mielke central hinter der Theke

Ihre Fans waren selig, kalauert es auf der Webseite des Alten Schlachthof in Lingen (Ems). Die gleichnamige Band bezeichnete ihre diesjährige „Kashmir Karma“ Tour als „die schönste ihres Lebens“. Kaum zurück im Alltag kündigen Selig 14 weitere Termine für 2018 an. Darunter: Hier bei uns!

Mit ihrem siebten Studioalbum „Kashmir Karma“ tritt die legendäre Hamburger Band Selig in eine neue Karrierephase ein. Aufgenommen haben sie das Werk in einer einsamen Hütte in Schweden. Dort fanden die Musiker nicht nur sich selbst und ihre Freundschaft wieder, sondern auch den rohen Kern ihrer eigenen Musik. „Kashmir Karma“ handelt von Leben und Tod, Lust und Einsamkeit, Freiheit und Gemeinschaft, von Liebe in allen Facetten, vom Umgang mit der Erde und von Gerechtigkeit. Dazu psychedelische Krautrock-Klänge, Beatles-artige Chöre, Hendrix-Rock und natürlich die einzigartige Stimme von Jan Plewka, der zu den wenigen Sängern zählt, die alles, was sie sind, eins zu eins in ihren Gesang transportieren.

Restkarten für die „Kashmir Karma“ Tour 2018 sind heute noch an den  Lingener VVK-Stellen und der Abendkasse erhältlich.

Deutsche Wertarbeit

5. April 2018

Constantin Naidin kommt nach Deutschland, um auf der Meyer-Werft in Papenburg Kreuzfahrtschiffe zu bauen. Er wird schlecht bezahlt und übel behandelt. Nils Klawitter erzählt auf Spiegel-Online Plus die Geschichte eines ausgebeuteten Werftarbeiters im Emsland.

„Sein Leben in Deutschland hat Constantin Naidin in eine gelbe, abgegriffene Plastiktüte gepackt. „Danke für Ihren Einkauf“, steht auf Rumänisch darauf. Fünfeinhalb Jahre in einer Tüte – Lohnabrechnungen, Kassenzettel, Kontoauszüge. Und ein kleines silbernes Notizbuch.

„Mit Unterlagen“, sagt Naidin, „ist man am sichersten.“

In das silberne Büchlein hat er die Stationen seines Arbeitslebens in Deutschland notiert. Eines Lebens als Arbeiter auf der Papenburger Meyer-Werft. Als „Fremdarbeiter“, wie sie in Papenburg heute noch sagen. Fünfeinhalb Jahre, in denen er behandelt wurde wie ein Mitarbeiter ohne Rechte, wie ein Mensch zweiter, oft auch dritter Klasse. Fünfeinhalb Jahre, in denen sein Traum von Deutschland zerstob.

Nun steht er zum letzten Mal vor dem Tor der Meyer-Werft, wo im November 2012 alles begonnen hatte. Bald soll der Bus kommen, der ihn zurück nach Rumänien bringen wird. 33 Stunden wird die Fahrt dauern.

Neben ihm wartet ein Wohnmobilbesitzer aus Altenburg auf das Auslaufen eines Schiffs, eines 20 Stockwerke hohen, blau lackierten Berges, der aus dem braungrünen Wasser der Ems ragt. Der Mann trägt Adiletten und führt seinen Dackel aus. „Deutsche Wertarbeit“, sagt er und nickt Naidin zu, der einen Kopf kleiner, aber ein gutes Stück breiter ist. Der Rumäne läch…“

Hier geht es weiter, die 39 Cent lohnen, die Sie SPON fürs Weiterlesen zahlen müssen. Ebenso wie der Kommentar in der taz.

Pasadena Roof Orchestra

27. März 2018

Pasadena Roof Orchestra
Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstr. 79
Sa 14.04.2018 – 20 Uhr

Karten: 34 € (VVK)

Wenn es um authentische Swingmusik geht, ist und bleibt das Pasadena Roof Orchestra unerreicht. Ihre Konzerte beinhalten so berühmte Titel wie Puttin‘ on the Ritz, Sweet Georgia Brown, The Lullaby of Broadway ebenso wie beliebte Duke Ellington Nummern wie z. B. Black and Tan Fantasy oder Truckin. Dieser Konzertabend ist jedoch durch die charmanten und mit einer kräftigen Brise britischen Humors gewürzten Moderationen von Sänger und Bandleader Duncan Galloway weit davon entfernt, eine reine „Geschichtsstunde“ zu sein.
Jetzt legen die „Philharmoniker unter den Swing Musikern“ erstmals einen Zwischenstopp in Freren ein. Gönnen Sie sich zwei Stunden gute Laune!

http://www.pasadena-roof-orchestra.com/

Vor dem Konzert bietet der Kulturkreis impulse Kulinarisches und Kultur.

Erleben Sie vor dem Pasadena Roof Orchestra ein köstliches Essen und die Geselligkeit in unseren Räumlichkeiten. Ein ganz besonderes Angebot, das Sie für 18€ pro Person zusätzlich zu dieser Veranstaltungen buchen können. Info: 05902 93920 (Mo.-Fr. 8-12 Uhr) – info@impulse-freren.de

Kraftklub

16. März 2018

Kraftklub
„Keine Nacht für Niemand“ Tour
Lingen (Ems) – EmslandArena
So 18. März – 19 Uhr

Rest-Stzplatzkarten: 34,90 € + VVK

Aufgrund der großen Nachfrage und zahlreicher ausverkaufter Konzerten setzen Kraftklub aus Chemnitz in diesem Frühjahr ihre „Keine Nacht für Niemand“ Tour fort: In insgesamt 17 Städten, darunter Wien, Graz und Zürich machen Kraftklub auch in München, Köln und 12 weiteren Städten in Deutschland Halt. Dabei ist Lingen (Ems), wo das letzte Kraftklub-Konzert am 23. Januar 2016 ausverkauft war. Jetzt also Keine Nacht für Niemand. Wirklich Niemand.

Steakhüfte vom Twist

13. März 2018

Heute geht’s um „Leckeressen“. Kennen Sie das Blog Urgeschmack von Felix Olschewski? 

Der Mann, auf dem Twist aufgewachsen und inzwischen wieder zurück gekehrt, ist nach eigenem Bekunden „freier Autor, Musiker und Reisender“. Er schreibt über Essen und Esskultur und ist sechsfacher Kochbuchautor. Seit 2009 hilft er mit der freien Internetseite urgeschmack.de täglich Tausenden Menschen auf dem Weg zu ihrer eigenen optimalen Ernährung. Olschewski sagt von sich: Ich liebe gutes Essen.

„Mit Urgeschmack möchte ich möglichst viele Menschen für eine schmackhafte, gesunde und nachhaltige Ernährung begeistern und ihnen helfen, ihre eigenen Ziele zu erreichen.

Jetzt hat er gerade drei Rezepte zur Steakhüfte veröffentlicht; Vegetarier müssen also tapfer sein. Das beste Fleisch aus Weidehaltung nützt nichts, wenn man nichts daraus zu kochen weiß. Soll es über Rinderfilet, Roastbeef und Rouladen hinausgehen, kennen viele Menschen keine passenden Rezepte. Anhand der Steakhüfte zeigt in diesem Video Helmut Backers vom Landgasthof Backers (Twist), wie viele Variationen sich ohne Mühe aus einem weniger bekannten Stück gewinnen lassen:

Zur Verfügung gestellt hat das Stück Steakhüfte Wolfgang Möllering vom Hof Möllering (Haselünne-Bückelte). Helmut Backers und Wolfgang Möllering waren bereits meine Interviewpartner in vorangegangenen Videos. Beide setzen sich ein für mehr Regionalität im Essen, für guten Geschmack und zugunsten besserer Bedingungen für Tiere und Menschen in der Landwirtschaft. Erwähnt wird daher auch der der Hof Fehnland Ziegenkäse aus Hebbelermeer 

Hier erfährt man mehr darüber:

Weidehaltung und Wertschätzung (Video)
Weidefleisch in Restaurants – Chancen und Herausforderungen (Video)

Das Blog Urgeschmack ist frei von Werbung. Auch dafür ist Olschewski verantwortlich und schreibt:. Gefällt Ihnen dieser Steak-Beitrag? Freuen Sie sich, etwas gelernt zu haben? Gründliche Recherche und Schreiben kosten Zeit. Ihre Unterstützung hilft beim Fortführen dieser Arbeit.

Weitere Ideen und Rezepte für gesundes Essen und zum Abnehmen finden Sie in Das Urgeschmack-Kochbuch: Jeden Tag gesund und lecker.

Bei den Nachfahren

4. März 2018

Mittwochs im Museum:
Bei den Nachfahren emsländischer Amerika-Auswanderer
Ein Reisebericht von Dr. Andreas Eiynck
Lingen (Ems) – Emslandmuseum, Burgstraße 30a
Mi 07.03.18 – 16 Uhr und 19.30 Uhr

Kosten: 5 € (erm. für Mitglieder des Heimatvereins 3€)

Zu Gast bei den Nachfahren der Amerika-Auswanderer aus dem Emsland ist am 7.3. (Mi., 16 und 19.30 Uhr) die Vortragsreihe „Mittwochs im Museum“. Dr. Andreas Eiynck hat im vergangenen Jahr die Familien Strodt, Kues und Rakers im Bundesstaat Illinois (USA) besucht. Er berichtet, was dort – zwischen emsländischen Traditionen und dem „american way of life“ – heute den Lebnsstil der Einwanderer ausmacht.

Viele emsländische Auswanderer träumten im 19. Jahrhundert von einer eigenen Farm. Doch erste Anlaufpunkte waren amerikanische Großstädte wie New York, Baltimore, Chicago und nicht zuletzt Cincinnati, dem wichtigsten Sammelpunkt für die Neuankömmlinge aus dem Lingener Raum. Nicht wenige stellten hier fest, dass es sich auch in den amerikanischen Städten gut leben ließ und bauten sich hier als Handwerker, Geschäftsleute oder Unternehmer eine neue Existenz auf.

Wem das großstädtische Leben nicht behagte, zog weiter Richtung Westen, etwa in die ländliche Industriestadt Quincy am Mississippi. Hier war die deutsche Bevölkerungsgruppe gespalten in evangelische Einwanderer aus dem Raum Herford, von der deutschen Großbrauerei Gebrüder Dick angeworben wurden, und katholische Familien aus dem Emsland und dem Münsterland, die in den zahlreichen Mühlenbetrieben ihr Auskommen fanden. Bis heute ist Quincy sehr stark durch deutsche Einwanderer geprägt, die ihre Traditionen auch bewusst pflegen.

Gutes Einkommen und sparsame Lebensweise ließen bei manchen Einwanderern nach ein paar Jahren den Traum von der eigenen Farm Wirklichkeit werden. Gerne knüpfte man dabei an Kontakte aus der alten Heimat an und so bildeten sich regelrechte deutsche Dörfer, in denen mit meisten Familien aus den gleichen Orten in Heimat stammten. Dies offenbart schon ein flüchtiger Blick in das örtliche Telefonbuch, die Annoncen in der Lokalzeitung oder die Grabsteine auf dem Dorffriedhof.

Noch über Generationen wurde hier vorwiegend deutsch gesprochen, es gab deutschsprachige Kirchengemeinden und Zeitungen. Am Beispiel der Gemeinde Aviston in Clinton County im Süden Illinois zeigt der Referent, wie die Nachfahren der Einwanderer aus dem Emsland dort heute leben und welchen Anteil die deutsche Herkunft an ihrer Identität bis heute hat.

Die mit zahlreichen aktuellen und historischen Fotos illustrierte Präsentation beginnt am kommenden Mittwoch um 16 und um 19.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 5 €, für Heimatvereinsmitglieder 3 €.

(Foto: Birgit Eiynck aus Lingen und Steve Wavering aus Quincy entziffern auf einem alten Friedhof in Illinois die Namen ihrer gemeinsamen Verwandten. √ Emslandmuseum)

Der Geschichte auf der Spur: In der Region laden das Landesarchiv und das NUSO-Archiv  in Osnabrück sowie das Stadtarchiv Lingen zum Besuch ein: am Samstag, 3. März 2018 ist von 10 bis 16 Uhr der Tag der Archive!

In Lingen verwandelt sich der Flur des Stadtarchives in die Lingener Burgstraße. Auf Fotos und Tafeln beleuchtet das Stadtarchiv gemeinsam mit dem Heimatverein Lingen (Ems) den alten Zustand der Häuser zwischen Markt und Promenade. Es werden historische Bewohner vorgestellt und die Baugeschichte wird verfolgt. Jeweils um 10.00, 12.00 und 14.00 Uhr führt Stadtarchivar Dr. Mirko Crabus durch Ausstellung und Magazine. Auch der Arbeitskreis Lingener Familienforscher steht mit Rat und Tat bereit und beantwortet Fragen zu Lingener Verwandtschaftsverhältnissen und zur Herkunft von Familiennamen. Zudem können Besucher in Geburtsregistern (1874-1905). Heiratsregistern (1874-1935) und Sterberegistern (1874-1985) Namen recherchieren.
Der Tag der Archive beginnt um 10 Uhr in der Baccumer Straße 22 (Gebäude der Stadtbibliothek). Der Eintritt ist frei und es ist keine Anmeldung erforderlich.

Eigentlich aber lautet das diesjährige Motto des bundesweiten Tags der Archive „Bürgerrechte und Demokratie“. Das scheint mir in Lingen nicht im Vordergrund zu stehen. Anders ist dies in Osnabrück.

Wie es zu den heute scheinbar selbstverständlichen Rechten für Männer und Frauen und zur Entwicklung einer demokratischen Gesellschaftsform gekommen ist, kann man dort aus den historischen Quellen erfahren, die das Niedersächsische Landesarchiv am Standort Osnabrück aufbewahrt.

Das Archiv in der Schloßstr. 29 ist ein offen und freundlich gestaltetes Haus. Hier befinden sich Unterlagen aus den staatlichen Institutionen in der Stadt Osnabrück und den Landkreisen Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim, aber auch Archivgut kommunaler Herkunft wie etwa der Stadt und des Landkreises Osnabrück sowie die Archive der Universität und der Hochschule Osnabrück. Guts-, Adels- und Wirtschaftsarchive sind ebenfalls wichtige Bestände.

„Demokratie und Bürgerrechte sind keine Selbstverständlichkeit. In unserer Gesellschaft müssen sie stets neu diskutiert, ausgehandelt und verteidigt werden. Die Archive sind dabei ein Fels in der Brandung. Sie bewahren das Geschehene für nachfolgende Generationen, sind eine verlässliche Informationsquelle und schützen somit aktiv unsere Demokratie“, so der VdA- Vorsitzende Ralf Jacob. „Am TAG DER ARCHIVE wollen wir das den Bürgerinnen und Bürgern in ganz Deutschland zeigen.“

Der Tag der Archive findet in zweijährigem Turnus bundesweit an einem Wochenende Anfang März statt. Das Landesarchiv in Osnabrück öffnet am 3. März, um zwischen 10.00 und 16.00 Uhr einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen und über seine Aufgaben zu informieren.

Neben den allgemeinen Magazinführungen gibt es auch spezielle Angebote: Unter dem Titel „Verbrecher, Mitläufer, stille Helden“ werden in zwei thematischen Führungen Fallbeispiele zur Entnazifizierung in Osnabrück und im Emsland demonstriert. Was Überlieferungsbildung für Bürgerinnen und Bürger bedeuten kann, soll der Versuch „Quellen von gestern, von heute, für morgen.  Eine Zeitkapsel für Osnabrück gestalten!“ zeigen. Daneben gibt es Einführungen in den Umgang mit dem archivischen Recherchesystem Arcinsys und kleine Ausstellungen mit Informationen über die Archivgeschichte und besondere Archivalien. Kinder können sich an das Gießen von Siegeln wagen oder Wappenmalerei ausprobieren.

Das Osnabrücker Programm:

  • Quellen von gestern, von heute, für morgen: Eine Zeitkapsel für Osnabrück gestalten
  • Verbrecher, Mitläufer, stille Helden. Fallbeispiele zur Entnazifizierung in Osnabrück und im Emsland um 12:00 und 14:00 Uhr
  • Magazinführungen stündlich zwischen 10:30 und 14:30 Uhr
  • Systematisch Forschen: Eine Einführung in die Recherche mit Arcinsys um 11:00 und 13:00 Uhr
  • Büchertisch und Blog des Historischen Vereins
  • Für unsere kleinen Besucher ist auch was dabei: Siegelgiessen und Wappenmalen

In Osnabrück steht Besuchern auch das NUSO-Archiv Kolpingstr. 7, Raum 01/201 offen. Das NUSO-Archiv (Nachhaltigkeit und Umweltbildung für die Stadt Osnabrück) präsentiert die Ausstellung „Hase – Fluß durch die Zeit“, was auch dem Motto „Bürgerrechte und Demokratie“  nicht gerecht wird. Mehr…

Auch der Landkreis Emsland unterhält ein Kreisarchiv, das sich aber -soweit ich sehe- nicht am Tag der Archive teilnimmt. Ob dies daran liegt, dass „Bürgerrechte und Demokratie“ nicht den Nerv der Institution treffen, erscheint mir gut möglich aber nicht sicher. Eher denkbar dürfte sein, dass an diesem 3. März in Meppen anderes ansteht: Der lokale SV Meppen tritt in der heimischen Arena gegen den FC Carl Zeiss Jena  an…

Mit dem Veranstaltungstermin des Tag der Archive  Anfang März möchte übrigens der Verband Deutscher Archivarinnen und Archivare auch an den Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 erinnern, dessen Verarbeitung noch längst nicht abgeschlossen ist. Darüber hinaus soll der Öffentlichkeit die Vielfalt des Archivwesens verdeutlicht werden: Große Staatsarchive beteiligen sich ebenso wie die örtlichen Kommunalarchive, Kirchenarchive finden sich im Veranstaltungskalender neben Universitäts-, Parlaments- und Wirtschaftsarchiven. Dazu kommen Adels-, Medien- und Parteiarchive sowie Archive von Verbänden, Stiftungen und wissenschaftlicher Institutionen. In einigen Orten kooperieren auch verschiedene Einrichtungen und bieten gemeinsame Veranstaltungen zu einem bestimmten Schwerpunkt an.

(Quellen: PM)