Carl-Gustav Settelmeier und Stefanie Löning
Matinée für Cello und Klavier
Lingen (Ems) – Musikschule, Wilhelmstraße 49
Sonntag, 17. Februar 2019 – 11 Uhr

Kein Eintritt

Die Lingener Pianistin Stefanie Löning (Klavier) und der Wiesbadener Solocellist Carl-Gustav Settelmeier spielen ein Matineekonzert in der Aula der Musikschule in Lingen.
Auf dem Programm stehen Werke von Ernest Chausson, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Astor Piazzolla.
ps Tipp: Als Soirée spielen die beiden Musiker ihr Konzert bereits heute, am Samstag, 16.2., 20 Uhr im Klavierhaus Dausin in Meppen am Bahnhof.

Fahrradfrühling ’19

16. Februar 2019

Welovevelo ist eines dieser angesagten Radgeschäfte, die es -trotz des flippigen Moly mit seinem traditionellen Radgeschäft in Lingen- wirklich nur in Großstädten gibt. Welovevelo ist ein Einzelunternehmen von Ronald Mencke; es hat seinen Sitz in Hamburg in der Elbgaustraße 244, ausgangs Altona Richtung Lurup. Trotz der Ferne lohnt immer ein Blick die Webseite. Im Welovevelo-Blog heißt es -passend zu dem stabilen Februar-Hoch mit warmen Temperaturen über den Fahrradfrühling ’19:

„Gestern wurden mal wieder die aufregendsten Neuheiten und Trends rund ums Rad von Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad vorgestellt. Nachdem wir letztes Jahr den „Fahrradsommer 2018“ verpasst hatten, fanden wir uns also vormittags im Hamburger Musikclub „Knust“ beim „Fahrradfrühling 2019“ ein, um zu schauen was es Neues in der Fahrradwelt gibt. Neben brandneuen Rädern für Kinder und Laufrädern für die ganz Kleinen (u.a. ein Laufrad von Cannondale mit Lefty-Gabel) lag der Fokus auf verschiedenen neuen E-Bike-Modellen.

Es gibt tatsächlich immer mehr E-Mountainbikes wie das Enduro Uproc 7 4.10von Flyer oder das vollgefederte Haibike Sduro Fullseven LT 7.0. Aber auch neue Räder im Touren- und Reiserad-Bereich mit Elektroantrieb wie das Nevo GT von Riese & Müller mit Bosch-Mittelmotor und GPS-Diebstahlschutz oder dem Finder FD12E mit Nabenmotor und Pinion-Getriebe kombiniert mit Gates Carbon Drive von Velotraum.

Konzentrieren möchten wir uns aber wie gehabt auf das Zubehör und da gab es auch ein paar interessante Neuigkeiten. Los gehts mit der „Oi Luxe“ von Knog, welche ein edles Upgrade der ringförmigen „Knog Oi Classic“ Klingel ist. Die „Oi Luxe“ ist im Gegensatz zu dem über Kickstarter finanzierten Vorgänger fast komplett kunststofffrei. Luxus Fahrradklingel: Oi Luxe von Knog Quelle/Source [´www.cosmicsports.de | pd-f´]

Die verwendeten Materialien sind hier nun Messing, Edelstahl und Kunstleder. Oder wie der Hersteller wirbt: „veganes Leder“. Die neue Klingel sieht nicht nur richtig schick am Lenker aus, auch der Hauptkritikpunkt der „Oi Classic“, nämlich die Stärke des Klingeltons, wurde durch einen Messing-Klöppel deutlich gesteigert. Die Luxus-Fahrradklingel gibt es, wie die klassische Version, für 22.2 mm oder für 23.8 – 31.8 mm Lenkerdurchmesser. Farblich kann man zwischen einem matten Schwarz, Silber und Messing wählen. Preislich liegt die stylische Klingel bei 39,99€. Die „Oi Luxe“ steht bei uns schon ganz oben auf der Liste für neue Artikel!

Interessant fanden wir auch die Tasche „Vario“ von Ortlieb. Diese kann entweder als Rucksack verwendet werden oder Fahrradtache/Rucksack Ortlieb Vario Quelle/Source [´www.ortlieb.com | pd-f´]man nutzt sie als Fahrradtasche am Gepäckträger. Die Rucksackträger lassen sich dafür schnell und einfach entfernen. Sie bietet mit 23 Liter Stauraum genug Platz für Laptop, Kleidung oder Einkäufe und eignet sich gut für den Weg zur Arbeit oder zur Uni. Zu haben ab 139,99€.Spritzschutz

Wer keine festverbauten Schutzbleche mag und Ass Savers und Co für keine Lösung hält, um vor Nässe und Schmutz zu schützen, für den gibt es jetzt von SKS Germany das schnellmontier- und demontierbare Schutzblech-Set „Speedrocker„. Es ist gedacht für Hinter- und Vorderrad von Gravelbikes und Cyclocross-Rädern sowie Rennrädern mit bis zu 42mm Reifenbreite. Ja, solche schnellmontierbaren Schutzbleche kennt ihr schon? Eine Neuerung ist hier jedoch, dass der vordere Spritzschutz zweiteilig ist und über einen Doppelspoiler das Aufwirbeln von Spritzwasser verhindert und so das Gesicht des Fahrers trocken bleibt. Das hintere Blech ist nach unten ausziehbar um für maximalen Schutz zu sorgen.Lieferbar am März für 44,99€.Pannenschutzeinlage Tannus Armour Quelle/Source [´www.messingschlager.com | pd-f´]

Der Hersteller von luftlosen Fahrradreifen Tannus hat mit der Pannenschutzeinlage „Armour“ eine Neuheit entwickelt. Der verwendete Schaumstoff ist leicht und flexibel und verhindert mit einer 15mm dicken Schicht das Vordringen von Fremdkörpern bis zum Schlauch. Kostenpunkt: 29,90€.

Schlüsselfreies Bügelschloss: Abus SmartX

Quelle/Source [www.pd-f.de / Paul Masukowitz´]

Nachdem im letzten Jahr von ABUS das alarm-gesicherte Faltschloss „BORDO Alarm 6000A“ vorgestellt worden ist, geht ABUS nun noch einen Schritt weiter und bringt mit dem Bügelschloss „770A SmartX“ ein komplett schlüsselloses Schloss auf dem Markt, welches nur per Smartphone entriegelt werden kann. Hierfür muss lediglich eine APP auf dem Mobiltelefon installiert sein, die das Schloss per Blutooth öffnet sobald der Nutzer in der Nähe des abgeschlossenen Fahrrads ist. Dafür muss also nicht einmal das Smartphone aus der Tasche geholt werden.

Das Schloss ist aufladbar per USB am Computer, über eine Powerbank, Steckdose oder direkt über den Akku eines E-Bikes. Neben diesen technischen Spielerei ist hier ebenso eine akustische Alarmfunktion enthalten, die bei einem Diebstahlversuch einen Warnton mit 100 Dezibel abgibt.

Das Schloss basiert auf dem Abus Granit 540 mit der höchsten Sicherheitsstufe 15 und ist ab 199,95€ in verschiedenen Größen erhältlich. Wer also für ein Rad eh mehr als 5000€ ausgibt, wird wahrscheinlich auch noch 200€ für solchen Spielkram übrig haben.

Wir hoffen es dann auch zum diesjährigen „Fahrradsommer“ zu schaffen, wenn die Highlights der Eurobike 2019 vorgestellt werden.“

Alles kann auch bei welovevelo auch telefonisch oder onlibe bestellt werden.
Das nehm ich jedenfalls an…

[Herzlichen Dank an Ronald Mencke für das Crossposting!]

erst 2030…

8. Februar 2019

Zwischen niederländischen Großstädten sollen bis 2040 alle zehn Minuten Züge fahren und auch nach Deutschland soll es zukünftig bessere Verbindungen geben – diese Ziele übermittelt die niederländische Verkehrsministerin Stientje van Veldhoven am heutigen Mittwoch in Form ihres Plans Toekomstbeeld Openbaar Vervoer (dt. „Zukunftsbild öffentliche Verkehrsmittel“) der zweiten Kammer. Die ambitionierten Zukunftsziele sollen nicht nur die niederländische Infrastruktur verbessern, sondern auch dem Klimaschutz dienen: Das Zugfahren soll eine attraktive Alternative zum Fliegen werden.

Erst gestern debattierte die Koalition erneut über das Klimaabkommen und auch im Zukunftsplan van Veldhovens spielen der Klimaschutz und die Verringerung des CO2-Ausstoßes eine zentrale Rolle. Im Koalitionsabkommen haben die Parteien VVD, CDA, D66 und die ChristenUnie festgelegt, dass öffentliche Verkehrsmittel in den Niederlanden gefördert werden sollten. Aus diesem Grund erarbeitete van Veldhoven zusammen mit den Provinzen, den Ballungsräumen, den Transportunternehmen und ProRail Vorschläge, um das niederländische öffentliche Verkehrsnetz auf die Anforderungen abzustimmen, die in 20 Jahren auf das Land zukommen werden. Schätzungen zufolge wird die Zahl der Zugreisenden bis zum Jahr 2040 um 30 bis 40 Prozent steigen.

Um mit den voraussichtlichen Fahrgastzahlen umgehen zu können, hat van Veldhoven einen Ring bestehend aus neun niederländischen Großstädten erarbeitet – innerhalb dieses Rings und zwischen diesen Großstädten sollen 2040 alle zehn Minuten Züge fahren. Zu den betroffenen Großstädten gehören Amsterdam, Den Haag, Rotterdam, Breda, Eindhoven, Arnheim, Nimwegen, Zwolle und Utrecht. Mit diesem Plan möchte van Veldhoven auch eine möglichst hohe Flexibilität für die Fahrgäste erzielen – sie selbst weiß aus jahrelanger Pendlererfahrung, dass es lästig ist, eine halbe Stunde auf einen Zug warten zu müssen. Wenn der fragliche Zug allerdings alle zehn Minuten fährt, sei man fast so flexibel, wie mit dem Auto.

ProRail-Spitzenfunktionär Pier Eringa befürwortet den geplanten Ausbau des Schienennetzes van Veldhovens. Allerdings würde er anstelle des Jahres 2040 gerne schon das Jahr 2030 anpeilen. Bereits jetzt seien viele Züge völlig überfüllt, da große Firmen wie Philips, KPN und Unilever ihre Arbeitnehmer dazu ermutigen würden, den Zug anstelle des Autos zu nehmen und die Mitarbeiter mit Jahreskarten für die entsprechende Zugstrecke ausstatten.

Doch nicht nur der Nahverkehr, sondern auch der Fernverkehr soll deutlich ausgebaut werden. Van Veldhoven wünscht sich, dass das Zugfahren eine echte Alternative zum Fliegen wird, doch dafür müsse vor allem an weiteren und besseren Verbindungen zu deutschen Städten gearbeitet werden. Der Fokus soll dabei neben der deutschen Hauptstadt auf den deutschen Handelsstädten Düsseldorf, Frankfurt und München liegen. Die Möglichkeiten für bessere Verbindungen sollen jetzt von den Eisenbahngesellschaften NS und ProRail geprüft werden. Darüber hinaus möchte van Veldhoven die Europäische Kommission um Fördergelder bitten, damit das niederländische Schienennetz an das deutsche Hochgeschwindigkeitsnetz gekoppelt werden kann. Diese Maßnahme und der damit einhergehende Übergang vom Flugzeug zum Zug passen van Veldhoven zufolge zu den Klimazielen, die die EU vorgegeben hat.

Letzte Woche musste van Veldhoven jedoch zuerst eine schlechte Nachricht überbringen: Eine schnellere Verbindung zwischen Amsterdam und Berlin ist vorerst nicht realisierbar. Zurzeit dauert die Fahrt 6,5 Stunden und erst nach 2030 sei es möglich, die Fahrtzeit um eine Stunde zu reduzieren. Um die Fahrtzeit zu verkürzen, müssten eventuell einige Stationen auf dem Weg nach Berlin übersprungen werden – doch darauf konnten sich die beiden Länder bisher nicht einigen. Auch infrastrukturelle  Investitionen machen der Fahrtzeitverkürzung einen Strich durch die Rechnung.  

Das aktuelle Koalitionsabkommen sieht kein Budget für einen derartigen Ausbau des niederländischen Streckennetzes vor – der Zukunftsplan von van Veldhoven soll vor allem den zukünftigen Kabinetten dienen und ihre Haushaltspläne beeinflussen. Gleichzeitig hofft sie, dass der Plan auch von Immobilienmaklern finanzielle Unterstützung erfährt – denn der Wert eines Bürogebäudes steigt automatisch, wenn in der Nähe ein neuer Bahnhof gebaut wird. Ob die visionären Zukunftspläne von van Veldhoven wirklich umgesetzt werden, wird sich wohl erst in 10 bis 20 Jahren zeigen.

Soweit der Bericht von NiederlandeNet darüber, was im Nachbarland abgeht – allerdings ist auch in den Niederlanden wenig los, je weiter es nach Osten (also hin zu uns geht). Aber alles ist nichts gegenüber dieser unglaublichen Trägheit hierzulande. Da braucht es zehn Jahre, bis eine kaputte ostfriesische Brücke ersetzt wird, und ähnlich lange für ein paar Kilometer Bahnstrecke durch die Grafschaft. Ein Mehltau von fauler Bürokratie legt sich über alles.

Und so  fahren wir weiter auf Strecken die zu Zeiten von Georg V von Hannover gebaut wurden. Im Emsland garniert mit Funklöchern und ganz speziell bei uns in Lingen mit einem unglaublichen immerwiederundwiederundwiederundwiederundwiederundwieder kaputten Aufzug (auch gerade wieder!) und Baustellen. Ab dem 19.  Februar bis zum 25. März, also stramme fünf Wochen !!) ist die Emslandroute gesperrt. Dieses Mal zwichen Lingen und Meppen, wo sie doch nach meiner Erinnerung schon vor zwei Jahren wochenlang repariert wurde.

Es ist zum verzweifeln. 

Bienen

6. Februar 2019

Es geht um die Bienen, denen sich dieses kleine Blog auch bisweilen schon gewidmet hat. gerade macht in Bayern eine Initiative für ein Bürgerbegehren für die Artenvielfalt mobill und hat binnen nur fünf Tagen schon die Hälfte der notwendigen Unterschriften dafür gesammelt.I Lingen schiebt die Kommunalpolitik seit dem 13 Juli 2018 einen entsprechenden Antrag der BürgerNahen vor sich her, wobei die Stadtverwaltung ernsthaft behauptet alles sei gut.

Jetzt, am kommenden Samstag können Interessierte es bei uns in Lingen einen Vortrag hören:

Bienen in Garten, Feld und auf dem Balkon
Kies-Beet oder Bienen?
Lingen (Ems) – Heimathaus, Schepsdorf
Sa 9. Febr. – 15.00 Uhr
kein Eintritt

Wilfried Bollo, Imker und Gartenberater, spricht im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Lingen im Verband Wohneigentum Niedersachsen (VWE) darüber, wie sich die Lebensbedingungen für Bienen und andere Insekten dramatisch verschlechtert haben. Seine Forderung: „In unserem eigenen Interesse sollten wir uns dem Prozess entgegenstellen.“ Der Fachmann stellt praktische Hilfen vor, mit denen das Leben der kleinen Helfer gesichert werden kann. jede/r kann damit für sich selbst Gutes tun.

Nach dem knapp einstündigen Vortrag und einer Kaffeepause beginnt die Jahresmitgliederversammlung der Kreisgruppe Lingen im Verband-Wohneigentum Niedersachsen, zu der alle Mitglieder herzlich eingeladen sind. Der Verband mit dem nicht sehr bekannten, sperrigen Namen hieß früher übrigen Deutscher Siedlerbund. Vor fast genau 100 Jahren wurde er in Dresden als Freie Arbeitergemeinschaft für Kriegersiedlung e. V. und wollte Kriegsteilnehmern, deren Hinterbliebenen und Angehörigen die Möglichkeit des Siedelns und die eigenen vier Wände ermöglichen.

(Foto: André Karwath (Aka) Rote Mauerbiene CC BY-SA 2.5)

Kaiserreich

4. Februar 2019

Gebetbuch und Pickelhaube
Lingen im Kaiserreich
Lingen (Ems)
Mi 6. Februar 2019 16 Uhr und 19.30 Uhr

Eintritt 5 € (erm 3€)

Mit „Lingen im Kaiserreich“ wird am kommenden Mittwoch die Vortragsreihe „Mittwochs im Museum“ fortgesetzt. Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck zeigt Fotos, Dokumente und Objekte aus der zeitgeschichtlichen Sammlung des Emslandmuseums und aus privaten Archiven. Schwerpunktthema ist in diesem Jahr das 20. Jahrhundert, dessen wichtigste Epochen jeweils am ersten Mittwoch im Monat vorgestellt werden.

Die Zeit des deutschen Kaiserreiches war bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs eine Epoche des Wohlstands in unserer Stadt. Nie zuvor ging es breiten Bevölkerungsschichten wirtschaftlich so gut wie damals, auch wenn die sozialen Unterschiede zwischen Bauern und Adel, Arbeitern und Unternehmern riesig waren. Der Lebensstandard stieg spürbar an, die große Auswanderungswelle ebbte ab. Doch es gab auch Schattenseiten. Echte demokratische Rechte blieben den Deutschen weitgehend verwehrt, Frauen waren nicht einmal wahlberechtigt. Sozialdemokratie und Gewerkschaften wurden unterdrückt, Nationalismus und Militarismus wurden verherrlicht. Besonders der Bundesstaat Preußen, zu dem auch Lingen und das Emsland gehörten, galt als Musterbeispiel eines Obrigkeitsstaates.

Die Kirche und das religiöse Leben hatten zu Kaisers Zeiten einen hohen Stellenwert. Im sogenannten „Preußischen Kulturkampf“ entluden sich die Spannungen zwischen dem protestantischen Staat und der katholischen Kirche. Katholiken waren in Preußen lange Zeit nur Bürger zweiter Klasse. Doch in vielen Gebieten bildeten sie die Bevölkerungsmehrheit. Sie formierten sich in der Zentrumspartei sowie in katholischen Vereinen und Verbänden für alle „Stände“: Mütter und Jungfrauen, Handwerker und Kaufleute, Arbeiter und Bauern. In Lingen war besonders der Kolpingverband aktiv, auch im Bereich von Musik- und Theateraufführungen. Von evangelischer Seite gab es, quasi als Gegenstück, einen „Arbeiter-Bildungsverein“. Auch viele Freizeitvereine wurden damals gegründet: Chöre, Musikvereine, Kegelclubs und die ersten Sportvereine. Das Vereinswesen blühte in allen Bereichen.

Auch im Lingener Stadtbild gab es damals mancherlei Veränderungen. Die Bonifatiuskirche erhielt ihren hohen Turm und setzte damit eine weithin sichtbare Landmarke, die selbst die Schornsteine der Industriebetriebe überragte. Viele traditionelle Fachwerkhäuser wurden durch stattliche Neubauten im „Zuckerbäckerstil“ des Kaiserreiches ersetzt. Viele dieser Fassaden prägen heute noch das Stadtbild und sind damit wichtige Zeugnisse eine Epoche, die heute schon über ein Jahrhundert zurückliegt.

Die etwa einstündige Präsentation beginnt am Mittwoch  um 16 und um 19.30 Uhr. Eintritt: 5 Euro, Heimatvereinsmitglieder 3 Euro. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Entwicklung

31. Januar 2019

Dass das Internet immer kommerzieller wird, ist eine Binsenweisheit. Das heißt aber auch, dass es nicht durchgetaktete Angebote, die in den ersten Jahrzehnten das Netz prägten, immer schwerer haben. Wir sehen dies gerade auch in unserer Region. Es gibt da diese drei Beispiele:

Im vergangenen Sommer machte bspw. KEIFußball Schluss. Die Plattform war ganz nah dran an Spielern, Trainern und Vereinen im Fußball-Emsland und in der Grafschaft. Deutlich besser als Konkurrent fupa. Aber sie war betriebswirtschaftlich nicht so  aufgestellt wie der bisweilen aufgesetzt wirkende Konkurrent fupa, den NOZ-Medien in unserer Region trägt.

Dann hörte vor einigen Wochen lingen-ems.de auf. Die Seite brachte Gründer Jens Guschmann nämlich trotz aller Programmierkenntnisse viel Arbeit, aber dafür zu wenig Ertrag. Jetzt landet man auf einer Kommerzplattform, die mit Lingen so viel zu tun hat wie Lingens OB mit planvoller Stadtentwicklung. Also nichts.

Und heute nun ist nach knapp acht Jahren der letzte Tag für stadtblatt-lingen.de. Die Webseite (Logo links) hatte zwar mit dem historischen Stadtblatt nichts zu tun, das vor 40 Jahren zum ersten Mal eine, wenn auch nur monatlich erscheinende Gegenöffentlichkeit zur Lokalzeitung bot. Doch die stadtblatt-lingen.de-Internetseite kann den Verdienst in Anspruch nehmen, alle Presseerklärungen im Originaltext veröffentlicht zu haben. „Bei uns wird nicht gekürzt, gestrichen und verändert“, hieß es bislang auf der Stadtblatt-Webseite über das eigene Selbstverständnis. Daher lohnte sich mancher Vergleich mit dem, was dann zB die bereits erwähnte Lokalpresse daraus machte. Und jetzt liest man, dass die Energie der Macher erschöpft ist: „Noch eintreffende Meldungen werden wir bis zum 31.01.2019 einstellen. Am 31.03.2019 geht das Stadtblatt Lingen endgültig vom Netz.“

„Wir bedanken uns besonders bei allen Werbepartnern, Medienpartnern, Absendern von Nachrichten und Berichten für ihre Unterstützung. Unser Dank geht auch an die Leserschaft, die uns so lange die Treue gehalten hat. Ohne sie alle wäre das Stadtblatt nicht so lange lebensfähig gewesen.“

Wir alle nähern uns also nach Jahren der Alternative wieder dem Meinungsmonopol der Lingener Tagespost und ihrer Schwesterblätter. Das, so finde ich, ist keine gute Entwicklung…

Systembruch

30. Januar 2019

Rätselraten in der Bürgerrechte-Szene über eine neue Entscheid7ng des Bundesverfassungsgerichts. Udo Vetter schreibt in seinem LawBlog über einen Systembruch:

„Der E-Mail-Anbieter Posteo muss mit den Ermittlungsbehörden stärker kooperieren, als es das Unternehmen möchte. Posteo speichert grundsätzlich keine IP-Adressen, und zwar aus Datenschutzgründen, aber nach eigenen Angaben auch, weil Posteo die IP-Adressen gar nicht zur Erfüllung seiner Dienste benötigt.

Vor dem Bundesverfassungsgericht wehrte sich Posteo gegen ein Zwangsgeld von 500,00 €. Posteo hatte sich im Rahmen einer gerichtlich angeordneten Telekommunikationsüberwachung geweigert, die IP-Adressen in Bezug auf den überwachten Anschluss mitzuteilen. Zur Begründung wies Posteo ausdrücklich darauf hin, die IP-Adressen gar nicht festzuhalten. Es bestehe auch eine gesetzliche Verpflichtung nur zur Herausgabe derjenigen Daten, die beim Anbieter tatsächlich anfallen.

Die Verfassungsrichter sehen dies anders. Sie meinem zusammengefasst und vereinfacht ausgedrückt, Posteo müsse im Interesse einer funktionierenden Rechtspflege alle Daten festhalten, an denen die Ermittler üblicherweise Interesse haben und welche diese von anderen Anbietern auch problemlos erhalten. Posteo dürfe unter Berufung auf den Datenschutz nicht einfach die Speicherung von IP-Adressen unterlassen.

Posteo hat sich schon mit einer lesenswerten Stellungnahme zu Wort gemeldet. Das Unternehmen weist derauf hin, selbst der Bundesdatenschutzbeauftragte gehe bslang davon aus, dass sich die Herausgabepflicht nur auf Daten bezieht, die im Geschäftsbetrieb erhoben werden und somit schon vorhanden sind. Die aktuelle Entscheidung verpflichte E-Mail-Anbieter aber, alleine im Interesse der Strafverfolger Daten ohne jeder andere Notwendigkeit aktiv zu erheben.

Man kann hier auch mal auf die Grundsätze des Zeugenrechts hinweisen. Ein Zeuge muss zwar mitteilen, was er weiß. Er ist aber nicht von sich aus verpflichtet, sich aktiv Informationen zu besorgen, die er nicht hat und vielleicht auch gar nicht haben will. Insoweit kann ich gut verstehen, dass Posteo hier einen Systembruch beklagt (Aktenzeichen 2 BvR 2377/16).“

Entschieden haben die Verfassungsbeschwerde drei Verfassungsrichter, die im Emsland geborene, bei ihrer Wahl von der SPD vorgeschlagene Richterin Monika Hermanns, der Richter Peter Müller (früherer saarländischer Ministerpräsident, CDU) und die Richterin Christine Langenfeld. Sie bilden zusammen die Dritte Kammer des 2. Senats des höchsten deutschen Gerichts. In ihm haben mit Müller und Langenfeld zwei von der CDU/CSU vorgeschlagene, eher konservative Juristen die Mehrheit; die Kandidatin Langenfeld, deren Vater CDU-Ministerpräsident war, war seinerzeit allerdings auch von den Grünen nominiert worden und folgte übrigens auf den von der CDU vorgeschlagenen Herbert Landau, der mehr als ein Jahrzehnt zusammen mit den ebenfalls konservativen Verfassungsrichtern Udo di Fabio und -soweit ich mich erinnere- Verfassungsrichter Siegfried Broß mit ausgesprochen konservativer  Entscheidungspraxis zahlreiche Verfassungsbeschwerden über strafprozessuale Themen abgewiesen hatte. Von mir waren auch ein paar dabei…

Kay One

30. Januar 2019

Die Pommesschmiede McDonald’s hat Rapper Kay One engagiert –  für einen Tag als Mitarbeiter. Der empfing die Kunden – wie sollte es auch anders rein – mit einem auf den Burger-Riesen abgestimmten Rap-Song, in dem er Abläufe und Services in dem Fast-Food-Restaurant erklärt. Seit der Veröffentlichung am 11. Dezember zählt das Video bis heute rund  1,8 Millionen Aufrufe.

Sag mal, liebe Leserschaft, war der Berliner Rapper noch vor Bushido und Support nich ins emsland geflüchtet? Wie war das noch? Ich frage für einen Freund und der will auch wissen, wo der Spot gedreht wurde. Wer hilft?

Impfmüdigkeit

20. Januar 2019

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat jetzt Impfgegner und Impfmüdigkeit („Vaccine hesitancy„) zu den zehn aktuell größten Bedrohungen für die Weltgesundheit erklärt. Laut WHO verhindern Impfungen nämlich jedes Jahr weltweit zwei bis drei Millionen Todesfälle. Weitere 1,5 Millionen könnten vermieden werden – wenn die Impfbereitschaft besser wäre. Die Gründe für Impfmüdigkeit seien vielfältig. Nachlässigkeit, schwieriger Zugang zu den Impfstoffen oder mangelndes Vertrauen. Welchen Folgen das habe, zeige das Beispiel Masern: Die Zahl der Fälle ist 2017 weltweit um 30 Prozent gestiegen. Ein Grund sei die wachsende Zahl der Impfgegner in Industrienationen. Auch in Deutschland verdreifachte sich die Zahl der Masernfälle auf mehr als 900.

Ein Grund hierfür sind falsche Behauptungen. Gegner der Masern-Schutzimpfung haben immer wieder neue Nebenwirkungen der Schutzimpfung gegen Masern in den Raum gestellt. Die Mutmaßungen, dass Allergien, Asthma, Diabetes mellitus oder Morbus Crohn durch Impfungen ausgelöst würde, konnten allesamt nicht bestätigt werden.

Obwohl die Impfung gegen Masern als notwendig und sicher gilt, wurde in einzelnen Publikationen kritisiert, dass die Studien zur Untersuchung der Nebenwirkungen der MMR-Impfung nicht ausführlich genug und bezüglich des Studiendesigns teilweise inadäquat seien.[88] Dagegen hat Ende 2013 das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) alle vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2012 gemeldeten Verdachtsfälle ausgewertet. Es konnte kein neues Risikosignal entdeckt werden, damit bleibt das PEI bei einer positiven Risiko-Nutzen-Bewertung der monovalenten und kombinierten Masernimpfstoffe. Die WHO sagt kurz: Sicher!

Als größte globale Gesundheitsrisiken stuft die Weltgesundheitsorganisation auch Ebola, HIV, Dengue-Fieber, Antibiotika resistente Keime, Übergewicht, chronische Krankheiten – und die Luftverschmutzung ein: Neun von zehn Menschen weltweit atmen laut WHO Tag für Tag dreckige Luft. Sieben Millionen Menschen sterben vorzeitig an den Folgen – zum Beispiel an Krebs oder Herz-Lungen-Krankheiten.

Remondis-Nichtskönner

10. Januar 2019

Remondis hat die Entsorgung der Gelben Säcke im ganzen Landkreis emsland, u.a. vom solide und fehlerfrei arbeitenden Meppener Entsorger Augustin übernommen, in Werlte gleich die ganze Fa Klumpe. Die Remondis-Entsorgung sollte am 2. Januar starte,  ist aber völlig gescheitert. Nicht abgeholte gelbe Säcke fliegen seit Tagen sturmwindgetrieben durch die Lingener Stadtstraßen. Das eigene krachende Scheitern hindert die Remondis-Nichtskönner nicht daran, täglich und gegenüber jedermann anzukündigen und zu versprechen, dass es nun heute besser und der Rückstand erledigt werde. Zuletzt traf gestern um 8:46 Uhr im Lingener Rathaus die Nachricht ein, bis zum Ablauf des (gestrigen) Tages werde Remondis die gelben Säcke vollständig…blablabla. Ich stelle fest: Alles gelogen, alles falsch. Eine große PR-Klappe und nichts dahinter!

Über die 8:46-Uhr-Aussage berichtete Stadtbaurat Lothar Schreinemacher gestern im Verwqaltungsausschus, nach dem Stadtrat das höchste Beschlussgremium in unserer Stadt. Der Bramscher Ortsbürgermeister Martin Koopmann entgegnete sofort, das könne nicht sein. In ganz Bramsche hätten  „um 15.30 Uhr noch alle Säcke an den Straßen gelegen“. Ich habe daraufhin auf dem  Twitter-Account unserer unabhängigen Stadtratsfraktion Die BürgerNahen gefragt, wo sonst noch. Hier der Thread:

Die Antworten kamen prompt und belegen, die Remondis-Aussagen sind unwahr. Ortsbürgermeister Koopmann wusste in der Debatte übrigens, dass Remondis auf seiner Internetseite 773 Mitarbeiter suche, und OB Krone stellte die berechtigte Frage, weshalb denn die Kartellbehörden nichts unternehmen, wenn das  Unternehmen im September 2018  die Gruppe Duales System Deutschland übernommen habe, aber jetzt auch noch die Abholung der gelben Säcke in einer Hand konzentriere.

Den Anwohnern zu raten, „ihre“ gelben Säcke nach Tagen im frischen wind wieder ins Haus zu holen, klappt höchstens in Einfamilienhaussiedlungen. Wer sonst will bei Dutzenden durchsuppten und gerissenen Säcken die Grüne-Punkte-Verpackungen seiner Nachbarn hereinholen oder gar seine eigenen aus aus einem großen gelben Haufen heraussuchen. Krone kündigte an, so viele gelbe Säcke wie möglich durch den Sädt. Bauhof einsammeln zu lassen, und die Kosten dafür Remondis in Rechnung zu stellen. Gut so!


Nachtrag:
Jetzt kündigt Remondis-Sprecherin Anna Ephan an: „Bis Samstag!“ Mit dem einschränkenden Zusatz „sollte“ und der Entschuldigung schon mal vorab: „Dass vereinzelt Säcke liegen bleiben, können wir auf Grund der derzeitigen Situation nicht verhindern, es sollte bis Samstag allerdings alles nachgefahren sein.“ So ist es eben, wenn man fehlenden Einsatz und fehlende Vertragstreue durch flotte Sprüche ersetzt.

Nachtrag 2:
Inzwischen hat das Unternehen Remondis eine ganz andere, überraschende Lösung entwickelt. Es gibt keine gelben Säcke mehr…