Optimiert

8. Dezember 2010

In der gestrigen Ratssitzung sind auf meine Bitte die aktualisierten Pläne und  Vorschläge zur Emslandarena-Pläne vorgestellt worden. Die Ratskollegen und ich sahen eine Powerpoint-„Präsentation“ (warum das so heißt, weiß ich nicht)  der inzwischen wieder hinzu gezogenen Planer von Contech Real Estate Management und  VJC (Volker Jauch Consulting). Danach hat die Stadtführung sich offenbar für die „emsland-Arena optimiert“ entschieden und offenbar Abstand genommen von dem seltsam wirkenden Gedanken, zwischen die bisherigen EL-Hallen und die Fa BvL ein zusätzlich Emslaand-Arena-Parkhaus für bis zu 10 Mio Euro (brutto) zu bauen. Alsdann könne man mit 15 Mio Euro auskommen – Nettobaukosten; brutto kostet es natürlich 19 % Umsatzsteuer mehr. Die jährlichen Zuschusskosten für eine solche Arena, die gegenüber der jetzigen Hallen entstehen soll, belaufen sich den Prognosen zufolge auf rund 1 Mio Euro (alte + neue Hallen + Kreditzinsen). Es ist das Verdienst von Dipl.-Ing. Joachim Reul (Foto links mit Besucher), dies mit seinen präzisen Anmerkungen in der abendlichen  Bürgerversammlung herausgearbeitet  zu haben, die der Ratssitzung folgte. Die war zuvor etwas überstürzt zu Ende gegangen, als OB Dieter Krone mitteilte, er müsse jetzt weg – nämlich zur Bürgerversammlung in das IT-Zentrum an der Kaiserstraße. Mir schien dabei das Zeitmanagement der Stadt ausbaufähig.

Besonders bemerkenswert waren zuvor und nach der Powerpoint-Stunde die rund 30 demonstrativen Fragen, die CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling und seine neue Stellvertreterin Irene Vehring  im Rat stellten. Die Mehrheitsfraktionsfunktionäre quollen also geradezu über von beflissenem  Ausforschungsinteresse. Allerdings war klar, dass die CDU alle ihre Fragen schon vor zweieinhalb Jahren hätte stellen müssen. Und nebenbei: 90% davon müsste die CDU selbst beantworten können. Folglich wirkte das Szenario „CDUfragt, Verwaltung soll antworten“ auf mich nicht sonderlich aufrichtig.

Denn es gibt doch nur eine alles entscheidende Frage. Sie lautet:

Kann und will sich unsere Stadt  die  Emsland-„Arena optimiert“ (so der Arbeitstitel) leisten?

Dazu muss man sich über Chancen und Risiken informieren. 200 Besucher machten dies -wie erwähnt- gestern im IT-Zentrum. Dabei wurde zu Beginn von Beratern wie schon nachmittäglich ein „Powerpoint-Vortrag“ präsentiert. Sie können ihn hier komplett nachlesen (Achtung: 4,6 MB). Und dann freue ich mich auf Ihre Stellungnahmen und Kommentare. Hier und anderswo.

(Fotos: CC-BY-NC robertsblog)

38 Antworten to “Optimiert”

  1. Dierke said

    Die Präsentation der „neuen“ Arena Optimiert durfte ich mir gleich zweimal – und das insgesamt über 3 Stunden – anhören. Die Bürger im IT-Zentrum sollten eingelullt werden, um dann völlig willenlos der „Arena“ zuzustimmen. Hätte man die 10 Mio. Euro nicht als Riesenbockwurst an der Decke hängen, gäbe es mit Sicherheit keine überflüssigen Arena-Überlegungen.

    Die Folgekosten werden beiseite geschoben. Die Kosten insgesamt sind realitätsfern geschönt. Es ist keine 14 Tage her, da meldeten der OB Krone und Frau Dr. Haarmann die katastrophalen Einbrüche bei den Steuereinnahmen. Der Schuldenstand der Stadt Lingen sei derartig, daß man durchaus an Gebühren- /Steuererhöhungen denken müßte.

    Wir sind nicht bereit für so eine Arena mit einzustehen!! Bei augenblicklichen Gesamtschulden in Deutschland ( Bund, Länder, nicht zuletzt Kommunen ) von 1,7 Billionen € sollte Lingen die 10 Mio € zur Schuldentilgung zurückgeben und für dieses überflüssige Projekt keine zusätzlichen Schulden ( >10 Mio € )
    machen !

    Im Nds-Landtag hat laut CDU-Min.-Präs. Mac Allister der Schuldenabbau die höchste Priorität, also auch hier.

    • ulrike said

      Völlig d´accord! Schon für die alten Emslandhallen eine Million Zuschuss pro Jahr und dann noch für die neue Halle wieviel?Aber die lukrativen Stadtwerke konnten nicht übernommen werden.

      • Alan Shore said

        Ich kann dem auch nur zustimmen. Die Frage wurde zwar schon zu oft in den vergangenen Jahren, in denen diese Arena/Halle/… geplant wurde, gestellt, aber: Benötigt eine Stadt wie Lingen mit 50.000 Einwohnern wirklich so etwas?
        Wie Dierke schon anmerkte, das ganze Land sitzt auf einem riesigen Schuldenberg und da sollte man doch wirklich sparen, damit man zukünftig genug Gelder für wirklich wichtige Projekte hat, wie etwa im Bereich Bildung und Umweltschutz. Denn eines muss auch klar sein: Diese Halle Arena kostet der Stadt Geld, weil sie sich nicht selbst rentieren kann aufgrund von Veranstaltungsmangel.
        Nur, weil man jetzt zweckgebunden 10 Millionen zusätzlich erhält, zwingt es einen noch lange nicht dazu, ein unsinniges Projekt weiter zu verfolgen.
        Umdenken ist in den Tagen von Cancun gefragt.

    • „Wir sind nicht bereit für so eine Arena mit einzustehen!! Bei augenblicklichen Gesamtschulden in Deutschland ( Bund, Länder, nicht zuletzt Kommunen ) von 1,7 Billionen € sollte Lingen die 10 Mio € zur Schuldentilgung zurückgeben und für dieses überflüssige Projekt keine zusätzlichen Schulden ( >10 Mio € ) machen !“

      So einfach würde ich es mir volkswirtschaftlich nicht machen, weil das Geld ja aufgenommen wurde, um eben durch Infrastrukturprojekte die Volkswirtschaft zu beleben.

      Wäre das Geld von der Bundesregierung nicht bei Banken aufgenommen worden, sondern selbst durch die Bundesbank produziert worden, hätte man bei einer Zurückgabe-Kettenreaktion noch ganz andere volkswirtschaftliche Sorgen (Sprich: genau die Sorgen, die jetzt den US-Präsidenten plagen, eine riesige produzierte Geldmenge versus kein oder kaum Wirtschaftswachstum).

      In Deutschland kann man da eher auf der sicheren Seite sein und besser debattieren, wie man ein Klima schafft, dass die Einkommen durchschnittlich wieder steigen (Inflationsbereinigt), einschließlich „payback“ über Steuern an den Staat.

      Natürlich muss bei den Folgekosten genau hingeschaut werden, weil das Projekt sich nicht als finanzieller Bumerang für die Stadt entwickeln soll, und genau dort ist Bürgerbeteiligung (wie sie vom neuen OB praktiziert wird) wichtig.

    • Jörg Küster said

      Unser neuer Oberbürgermeister Dieter Krone hat es in den letzten Wochen sicherlich nicht leicht gehabt. Da ist auf der einen Seite die Mehrheitsfraktion der CDU im Stadtrat und zum Anderen, die ihn unterstützenden Parteien aus Sozialdemokraten und Grünen. Grüne haben Krone sogar die Zustimmung zum Vertrag mit der RWE verweigert. Und gleich dreimal darf man doch ins Grübeln geraten.

      Als erstes hat unser Oberbürgermeister eine „Verhandlung“ mit der RWE über die Anteile verloren! Das ist aus mehreren Gründen betrüblich. Zum einen sind logischerweise für die Restlaufzeit des AKW Emsland und damit die Stadtwerke fest verhandelt, zum anderen sind die Investitionen in erneuerbare Energien für 20 Jahre zu Gunsten des AKW auf Eis gelegt. Welcher halbwegs gescheite Unternehmer würde einen Weg begehen, der am Ende nicht den Hauch einer ökologischen und ökonomischen Chance hat. Schlimmer noch sind die Verluste, die bereits entstehen, wenn die Stadtwerke seine bisherigen Investitionen in erneuerbare Energien abschreiben muss weil es sich nicht rechnet und dem Kunden nicht vermittelbar ist, dass die Einspeisung von Oköstrom erstmal nur teuer, aber ein Schritt in die Zukunft ist. Muss denn da ausgerechnet der CDU-Ministerpräsident aus BWB, Stephan Mappus, schlauer sein? Der einen der größten Energieversorger EnBW gerade verstaatlicht! Wenn mir mal das G´schmäckle weglassen.

      Wichtiger noch die Emsland-Arena -und da schließt sich der Kreis- wären Investitionen in die wirkliche Zukunft und der Erwerb der RWE Anteile an unseren Stadtwerke gewesen, die sich auf wundersame Weise in Form einer Gewerbesteuerüberzahlung nun doch noch wieder einstellen kann. Aber es kann den Eindruck nicht mindern, dass hier zusätzliche Gelder, die nicht einmal auf Dauer gesichert sind in der Haushaltsrechnung schön gerechnet werden.

      Es ist gut, dass es so gekommen ist! Dass wir mehr Steuereinnahmen für dieses Fiskaljahr haben muss aber doch nicht zwangsläufig dazu führen, „Leuchtturmprojekte“ zu verfolgen, die kein Mensch braucht. Wir befinden uns in einer Finanz -und Wirtschaftskrise. Sicher es gibt Ökonomen, die das Ende dieser Krise sehen und gleichzeitig die höchste Inflationsrate seit zehn Jahren. Falsch wäre es, die Geldbörse zuzumachen und darauf zu warten, dass die Krise an uns vorbeizieht. Gleichzeitig sind wir in Lingen aber in einer Umbruchsituation in der mittelständischen Wirtschaft. Dort sind Investitionen eher angebracht. Den Mittelstand zu stärken, die heimischen Unternehmen zu unterstützen darf nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, es muss Stadtpolitik werden.

      Dass die Konsenspolitik im Moment so aussieht, dass Dieter Krone sich wohl erst mit der CDU besetzten Verwaltung und CDU-Ratsmehrheit als mit seinen politischen Ambitionen auseinandersetzen muss. Das ist tragisch für Dieter Krone und es tragisch für seine Wähler und Unterstützer! Aber keine wirkliche Überraschung. Weihnachten kommt jedes Jahr plötzlicher.

  2. Weltbürger said

    Wie schlecht es aktuell um die Finanzen der Stadt bestellt ist, haben wohl noch längst nicht alle Ratsmitglieder verstanden. Oder ist es unser neuer OB Dieter Krone, der sein „Ziehkind“ (war es irgendwie schon zu seinen Arenawahnzeiten, haben nur nicht alle mitbekommen) unbedingt als sein persönliches „Leuchtturmprojekt“ durchziehen möchte. Sich als finanzieller Hasadeur zeigen darf man sicherlich als Sprecher einen BI, jedoch keinesfalls als verantwortlicher Bürgermeister einer Stadt, der gerade und dauerhaft ein Großteil der Gewerbesteuereinnahmen weggebrochen ist. Gerade durch die vielen Investitionen der vergangenen Jahre wird es der Stadt in Zukunft kaum noch gelingen, nach Einführung der Doppik einen ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren. In Sitzungen des Finanzausschusses wurde doch schon von Ratsmitgliedern die Frage aufgeworfen, ob man sich eine finanzielle Unterstützung des Linus-Bades und des Theaters in bisheriger Art leisten kann.
    Wie passen dazu die Überlegungen für eine Arena mit Nettoinvestitionskosten von mindestens 15 Mio. Euro.
    Kostenüberschreitungen der öffentlichen Hand, die in der Regel anzutreffen sind, mal außen vor gelassen. Die von OB Krone vorgelegten Zahlen, was die Halle der Stadt künftig kosten wird, halten doch keiner ernsthaften Überprüfung statt. Und, hat in diesem Zusammenhang überhaupt schon jemand überprüft, ob bei einem verminderten Investitionsrahmen die Zusagen von Land und Landkreis in der Größenordnung eingehalten werden. Wenn ich micht recht entsinne, hat Landrat Bröring schon in diese Richtung etwas verlauten lassen.
    Fazit: Finger weg von der Arena, denn die verbrennen wir uns ansonsten garantiert. Und am eigenen Leib spüren wird das dann jeder einzelne Lingener Bürger

    • BN-Seitenleser said

      Ja, einfach wird es nicht. Aber zu viel Sack-und-Asche-Pessimismus ist auch nicht gut.
      Es gibt doch 10 Mio Euro Zuschuss vom Landkreis und vom Bund und -wenn ich das pdf-Dokument richtig lese- soll die EL-Arena netto 15 Mio Euro kosten. Verteilt man die offenen 5 Mio Euro auf zwei Haushaltsjahre Bauzeit, ist der Restbetrag nicht völlig außerhalb vernünftiger Etatwirtschaft.

      Dank der klugen und westerwellefreien Wirtschaftspolitik der großen Koalition (mit Kurzarbeiterregelung, Abwrackprämie, Konjunkturprogramm und mehr)wird die wirtschaftliche Erholung auch an Lingen nicht vorbei gehen. Man muss aber berücksichtigen, dass zwei große Lingener Gewerbesteuerzahler künftig deutlich weniger zahlen und vor allem sind die laufenden Kosten für die Emslandarena und die Emslandhallen sind nicht von Pappe (s. auch das pdf-Dokument).

      • Jochen S. said

        man sollte nicht die „offenen“ 5 Mios betrachten, sondern die dauerhaften Betriebskosten.

        Im verlinkten Dokument ist für den Idealfall von einem „Home-Team“ die Rede, was erstens erstmal gefunden sein will und zweitens ist sportlicher Erfolg nicht garantiert. Steigt das „Hometeam“ ab, kommen weniger Zuschauer und schon ist die schöne Kalkulation hinüber.

        Zudem bleibt fraglich, ob irgendeine Sportart außer Fußball (welcher in der Regel nicht inm der Halle stattfindet) überhaupt genügend Zuschauer findet.

        „Wetten dass“ als Hallenfüller scheidet voraussichtlich …

  3. Frank O. said

    @ Robert Koop

    Ich werde mal etwas zu ihrer Bildung beitragen. 😉

    Zitat Koop:
    „Die Ratskollegen und ich sahen eine Powerpoint-“Präsentation“ (warum das so heißt, weiß ich nicht)…“

    Was ist PowerPoint?

    PowerPoint ist von Microsoft und bietet einem eine einfache (im Sinne von leichte) Möglichkeit, Präsentationen zu erstellen und vorzuführen. Dabei bietet PowerPoint Vorlagen für verschiedene Inhalte wie z.B. Texte, Aufzählungen und Text mit Bildern, Diagramme und vieles mehr.

    (Bildungsseminar beendet.)

    • Aber warum „Präsentation“ ?

      • ulrike said

        Kommt vom Latein.Fremdwörter sind immer toll.

      • Frank O. said

        Für „Präsentation“ gibt es 3 Definitionen:

        1. Darstellung oder Darbringung von Informationen, Planungen oder Waren gegenüber einem Publikum.

        2. In der Mathematik ist die Präsentation einer Gruppe gegeben durch eine Liste von Elementen, die die Gruppe erzeugen, und eine Liste von Relationen, die zwischen diesen Erzeugern bestehen.(Klingt komisch,ist aber so. 😉 )

        3. Unter Präsentation wird ein Ernennungsverfahren verstanden, das aus einem verbindlichen Vorschlag besteht, den ein zuständiges Gremium nur entweder annehmen oder ablehnen kann. Das Präsentationsverfahren war historisch lange Zeit höchst bedeutend und darf als Vorläufer des heutigen republikanisch-demokratischen Wahlverfahrens angesehen werden.

        Nun liegt es an Ihnen, Herr Koop, die zu diesem Thema richtige Definition zu erahnen.

        Im übrigen frage ich mich, warum man nicht aus Fehlern lernt und hier erstmal einen Bürgerentscheid durchführt, bevor man überhaupt weiter plant und präsentiert. Sonst hat Lingen bald wieder etwas, was keiner haben wollte.

  4. lingentheo said

    Arena suboptimal

    Resultate, welche die Vorgaben oder Erwartungen des Optimums nicht erreichen, jedoch durchaus noch nicht als richtige Misserfolge bewertet werden sollen,wenn ein eigentlich katastrophales Ergebnis beschrieben werden soll.

    In Anbetracht der desolaten städtischen Finanzsituation und der mit RWE anvisierten 20-jährigen Verbundenheit empfehle ich die Umbenennung in RWE-Arena und Stellung folgenden Antrages:

    Hilf, RWE hilf doch mir, es fleht ne´arme Stadt zu dir, Du bist es, die ja helfen kann, nimm dich der armen Lingener an. Nein du kannst das heiße Flehen, unserer Nöte nicht verschmähen, hilf RWE, es ist Zeit, du Mutter der Barmherzigkeit…

  5. Frank O. said

    Frage und Antwort

    Auf der Homepage der Emslandhallen (http://www.emslandhallen.de) können wir alle folgendes lesen:

    Profil Emslandhallen

    Die Emslandhallen Lingen bieten seit 1991 mit ihrer Infrastruktur den angemessenen Rahmen für nationale und internationale Ausstellungen, Konzerte und vieles mehr für den Raum im nordwestlichen Niedersachsen, den angrenzenden Regionen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden.

    Frage:
    Wenn diese Hallen den angemessenen Rahmen bieten,was würde denn eine Arena oder ein Neu- bzw. Umbau für einen Rahmen bieten?

    Antwort:
    ?………?

    Zukunftsvision:

    Profil Emslandhallen

    Die RWE-Arena Lingen bietet seit 2013 mit ihrer Infrastruktur den unangemessenen Rahmen für nationale und internationale Ausstellungen, Konzerte und vieles mehr für den Raum im nordwestlichen Niedersachsen, den angrenzenden Regionen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden.

  6. otto h said

    1. Die Stadt kalkuliert mit Zuschüssen von 10 Mio., die es mit hoher Wahrscheinlichkeit in dieser Höhe nicht mehr geben wird.

    2. Die Stadt legt den Bürgern falsche Zahlen vor.

    Und jetzt wirds leider wieder lang:

    Um nur ja keinen Zweifel aufkommen zu lassen, dass man die Folgekosten des Arenabaues problemlos schultern kann, werden die wirtschaftlichen Eckdaten manipuliert.. Zunächst einmal werden die von der Stadt jährlich zu finanzierenden Verluste für die Emslandhallen klein gerechnet. Weniger als ein Drittel der tatsächlichen Verluste werden offen ausgewiesen in der Powerpoint Präsentation (R.K.: sic), zwei Drittel durch Taschenspielertricks weg gebügelt. Wie das gemacht wird, kann man im Abschlussbericht 2009 des RPA der Stadt Lingen nachlesen.

    Nur mit solchen Tricks wird für einen arglosen Bürger auch einigermaßen glaubhaft, dass die neue Arena nur unwesentlich höhere Verluste als die Emslandhallen einfahren wird. Obwohl bei der Arena nicht einmal die im Schlussbericht benannte Manipulationsmasse vorhanden ist. Immerhin wird jedoch eingestanden, dass die Arena ZUSÄTZLICHE Verluste bringt.

    Zudem wird wegen der wesentlich komplexeren und umfangreicheren Technik dieser Arena auch der Personalaufwand zum Betrieb ungleich höher sein als bei der Emslandhalle. Ob der überhaupt bei den Betrachtungen eingeflossen ist, erscheint im Lichte der Gesamtdarstellung überhaupt sehr zweifelhaft.

    Statt der bei der Präsentation im IT Zentrum dem staunenden Publikum vorgegaukelten jährlichen Verlustfinanzierung in Höhe von 700.000 Euro plus Finanzierungskosten von 335.000 Euro für beide Hallen zusammen, wird dieser gezeigte Gesamtaufwand von „nur“ ca. 1 Million bei realistischer Betrachtung bei deutlich über 2,5 Millionen liegen. Kostet die deutlich kleinere und technisch anspruchslose Emslandhalle alleine die Stadt doch heute schon im langjährigen Mittel laut Rechnungsprüfungsamt (RPA) rund 900.000 Euro im Jahr. Gezeigt werden davon in der Powerpoint Präsentation allerdings nur magere 215.000 Euro. Welch wundersame Kostensenkung. Nicht nur Papier ist geduldig, auch eine Powerpoint Datei kann sich nicht wehren.

    Woher die hohe Auslastung der Arena kommen soll, kann ebenfalls niemand ernsthaft beantworten. Sie wird einfach als gegeben angesetzt. Und oh Wunder, selbst die Emslandhalle wird zukünftig noch gut ausgelastet sein. Außer unserem OB und einigen Stadträten wird man einem auch nur mäßig intelligenten Menschen diese plötzliche Veranstaltungsflut wohl kaum glaubhaft machen können.

    Doch nicht nur hier wurde mit realitätsfernen Zahlen gearbeitet:
    So geht man davon aus, dass Land und Landkreis trotz einer deutlichen Veränderung der Planungen mit jeweils 5 Millionen Zuschuss dabei sein werden. Die neue Arena wird wesentlich kleiner und auch billiger(??) als die ursprünglich angedachte Variante. Sollten ursprünglich 25 Millionen investiert werden, die mit jeweils 5 Millionen von Land und Landkreis bezuschusst werden sollten, so werden jetzt „nur“ noch 16,5 Millionen investiert. Ob Land und Kreis diese Investition weiterhin mit zusammen 10 Millionen unterstützen, ist sehr fraglich. Betrugen doch die beiden Zuschüsse ursprünglich zusammen 40% der Investitionssumme, wären es heute bei der neuen Variante plötzlich über 60%.

    Wie man hört, hat Landrat Bröring schon darüber sinniert, ob diese Arena überhaupt noch der versprochene Leuchtturm sei . Man müsse daher über den Zuschuss des Landkreises noch einmal neu nachdenken. Und dem zuständigen Ministerium in Hannover hat man vorsichtshalber noch überhaupt nichts gesagt. Die wissen offiziell noch gar nicht, was in Lingen läuft.

    Man darf also mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass die avisierten Zuschüsse zumindest an die deutlich gesunkene Investitionssumme nach unten angepasst werden. Wenn sie denn überhaupt noch kommen. Denn zugesagt waren sie -wie Bröring bereits anmerkte- für einen Leuchtturm, gebaut wird jetzt aber eine Glockenboje. Da ist bei genauer Betrachtung schlicht die Geschäftsgrundlage entfallen. Aber das interessiert die größenwahnsinnigen Traumtänzer im Rat und den OB offensichtlich nicht. Unser in solchen Dingen wirklich völlig ahnungsloser OB folgt einfach den Wünschen von CDU und FDP und träumt insgeheim schon von einer großen, repräsentativen Bühne für seinen geliebten Chor.

    Durch die zu erwartende Anpassung der Zuschüsse an die gesunkene Investitionssumme wird sich die notwendige Kreditfinanzierung seitens der Stadt gegenüber den gezeigten Zahlen allerdings nahezu verdoppeln. Macht ja nichts. Die Stadt hat´s ja!

    Dann wäre da noch die Belastbarkeit der Kalkulation des Gesamtprojektes abzuklopfen. Alles basiert bisher auf einer ersten groben Kostenschätzung. Wer wüsste nicht, dass gerade bei kommunalen Bauvorhaben am Ende die tatsächlichen Kosten regelmäßig weit über der ursprünglichen Planung liegen. Dieses Risiko ist bekanntlich in Lingen besonders hoch, da unser Bauamt unter Leitung des Herrn L. in den Jahren unter seiner Führung mit schlafwandlerischer Sicherheit regelmäßig auf Unvorhergesehenes stößt. Und das ist genau so regelmäßig immer sehr, sehr teuer. Zuletzt war es der überraschend hohe Grundwasserstand auf dem Gelände der FH, der den Bau eines geplanten Kellers unmöglich machte. Und damit den Bau um 750.000 Euro verteuert. Ob`s reicht???

    Wollen wir hoffen, dass Herr L. mal auf den Stadtplan geschielt hat. Dabei ist ihm hoffentlich aufgefallen, dass der Bauplatz für die Arena sehr nah an dem Gebiet mit dem überraschend vielen Grundwasser liegt und zur anderen Seite der Kanal verläuft. Man darf mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass Herr L. zu unser aller Glück noch nicht auf die natürlich völlig abstruse Idee verfallen ist, den vorgesehenen Baugrund der Arena einmal vorab zu untersuchen. Hat er ja noch nie gemacht. Auch da könnte sehr viel Wasser sehr hoch stehen, auch da könnte erneut“ völlig überraschend“ kontaminiertes Erdreich gefunden werden. Wie kürzlich in Reuschberge. Mal probeweise gebohrt hat Herr L. weder hier noch dort jedenfalls nicht. Warum auch. Ist so doch viel spannender. Und der hohe Unterhaltungswert solcher Überraschungen sollte uns doch ruhig ein paar Milliönchen wert sein.

    Was mich allerdings vor dem Hintergrund des munteren Geld Ausgebens und Kredite Aufnehmens sehr irritiert, ist die Darstellung der finanziellen Lage der Stadt Lingen im Schlussbericht 2009 des RPA. Da wird mit deutlichen Worten auf die dramatisch gestiegene Verschuldung bei gleichzeitig extrem hohem Vermögensverlust (immerhin minus 75 Millionen in einem einzigen Jahr!!) durch notwendige Bewertungskorrekturen im Anlagevermögen und munteres Verfrühstücken von Rücklagen hingewiesen. Schlimmer noch ist jedoch der unübersehbare Verweis des RPA darauf, dass die Rechtsaufsichtsbehörde die Genehmigung zu weiterer Kreditaufnahme verweigern wird, wenn „die Gemeinde nicht mehr in der Lage ist die aus den Darlehen resultierenden Belastungen zu tragen.“ Und genau dieses baldige Unvermögen zeige der Finanzplan der Stadt Lingen laut RPA.

    Doch damit nicht genug weist das RPA darauf hin, dass spätestens 2012 mit Einführung der kommunalen Doppik weitere Erhebliche Belastungen auf die Stadt zukommen. Hört sich kryptisch an, ist aber einfach zu erklären: Die bisherige Buchführung kennt nur ausgaben- und einnahmewirksame Vorgänge, also Geld raus und Geld rein. Die Doppik verlangt jedoch auch die ergebniswirksame Berücksichtigung von Abschreibungen auf das Anlagevermögen und sogar die ebenfalls ergebniswirksame Bildung von Rückstellungen für bekannte Risiken. So muss die Stadt dann z.B. die voraussichtlichen Reparaturkosten für jedes Schlagloch und auch für eine marode Turnhalle an der Matthias Claudius Schule zurückstellen. Und ehe man sich versieht steht die Stadt unter Aufsicht und muss sich jeden Furz in Hannover erst einmal genehmigen lassen, bevor er überhaupt stinken kann.

    Durch die Doppik kommen auf die Stadt also Nachbuchungen bisher noch nie berücksichtigter Kosten in erheblicher Millionenhöhe zu. Weil man das bei den frühen Vorbereitungsarbeiten für die vorzeitig vorgesehene Umstellung auf die Doppik in 2008/9 sehr schnell erkannt hatte, hatte OB Pott die Arbeiten daran lieber auf einen Termin NACH der nächsten Kommunalwahl in September 2011 verschoben. Ihm war natürlich sofort klar, dass derartig schlechte Neuigkeiten aus dem Haushalt der Stadt die vorhandenen Mehrheiten seiner CDU extrem gefährden würden. Der Neue OB muss zwar keine Rücksicht auf CDU und deren Wasserträger in der FDP nehmen, aber er braucht wohl noch eine ganze Weile, bis er diese für einen Musiklehrer völlig exotischen Zusammenhänge durchschaut.

    Welch ein Glück für die Verantwortlichen, dass sie nicht persönlich für ihr Handeln verantwortlich gemacht werden können. Denn ans Portemonnaie kann man ihnen leider nicht. Und das wissen die auch sehr genau. Es ist doch nur das Geld anderer Leute, das die so hemmungslos verprassen.

    • Jürgen Dietrich said

      Wer soll das lesen. Soviel Zeit habe ich nicht.
      @ Robert, wieder Kommentar des Monats oder so?

      • Er ist aber mehr als lesenswert. Damit Du ihn leichter lesen kannst, Jürgen, habe ich versucht, die Textwüste optisch etwas aufzulockern. Ottoh mag es verzeihen.

        • Was mir bei wordpress genauso wie beim Studivz fehlt, ist eine zitier-Funktion, würde Kommentare-schreiben leichter machen….. 🙂

        • Jürgen said

          @Robert, Danke

          • kib said

            und Jürgen? „Kommentar des Quartals“?
            Die Verwaltung sollte sich die notwendige Zeit nehmen, um das „Projekt EL-Arena“ sorgfältigst zu planen und nicht der „Bockwurst“ hinterher zu hechten. Lässt man sich von dieser nicht verführen, hat Lingen alle Zeit der Welt. Ein gut durchdachtest Konzept, einer finanziell gut aufgestellter Stadt ist somit in drei bis fünf Jahren allemal durch Land und Landkreis förderungswürdig.

            Insbesondere über die These des Ottoh „Stärkung des Mittelstandes“ habe ich nachgedacht. Großkonzerne betreiben Fiskalpolitik grundsätzlich nicht unter Berücksichtigung kommunaler Belange. Derartige Entscheidungen werden in Essen, London oder Paris getroffen. Die Verwaltung wäre deshalb mehr als gut beraten, aus dem Warnschuss 2010 zu lernen, und lang- bis mittelfristig nicht mit „schnellem Geld“ zu planen. Ihre Maxime sollte grundsätzlich sein, nur Mittel auszugeben/verplanen, die sie (vermeintlich sicher) hat….

  7. kib said

    Kaufkriterien von Literatur mache ich nicht abhängig von der Anzahl der Seiten eines Buches …da schaut ich schon mal auf den Autor.
    Lang war der Kommentar des Otto h, dafür sehr treffend und – wie bei einem guten Buch- bedauerte ich das Ende. Herr h, wo darf ich unterschreiben? Die kontroverse Diskussion des Themas „EL-Arena“, die ich in diesem Blog bislang vermisst habe, war überfällig. Stattdessen erfuhr ich: in Heukampstannen gibt es eine marode Turnhalle.
    Die CDU befragt zu diesem Thema übrigens ihre Mitglieder, lässt Fragen hierzu durch die Verwaltung beantworten (ich hoffe Herr L. ist dabei und wird nach seiner Prognose zur Überschreitung der Baukosten zur Arena befragt)
    Es werden nämlich auch „interessierte Lingener Bürger“ geladen. Bitte nicht als Werbung verstehen, aber die Einladung in der letzten Woche durch die Verwaltung erfolgte sehr kurzfristig , die Besucherzahl (ca. 200 Personen) bestätigten die fehlende Vorbereitung zu dieser Veranstaltung (zumal zeitgleich ein Vortrag zur „Massentierhaltung“ im Rathaus stattfand- gute Organisation sieht anders aus). Und ich vermute, die Zeit drängt, weil ansonsten die von H. Dierke hier beschriebene „Bockwurst“ anderweitig verfrühstückt wird.
    http://www.cdu-lingen.de/index.php?con_cat=29&con_art=249&con_lang=1

    Vom vielen Nicken beim Lesen des Kommentars des Ottoh verabschiede ich mich zur ausgleichenden Halswirbel-Gymnastik.

  8. lingentheo said

    LOW FLY PRÄSENTATION DER CDU

    Zur Erinnerung: Nach der OB-Wahlschlappe hatte die CDU-Fraktion (damals noch unter Frau Vennegerts als Vorsitzende) die Verwaltung am 01. Okt. 2010 schriftlich aufgefordert, Pläne für die den Umbau, Erweiterung und Sanierung der Emslandhallen vorzustellen. Wörtlich: „Die zugesagten Zuschüsse müssen erhalten bleiben“.

    Nach der den Ratsvertretern und der Bevölkerung als „Powerpoint Präsentation“ und „Arena Optimiert“ präsentierten Planung kann ich von Umbau, Erweiterung und Sanierung nichts mehr erkennen. Von 2, parallel nutzbaren, multifunktionalen Hallen war mir bisher nichts bekannt. In der Schule würde man daher sagen „Thema verfehlt“ oder „Setzen! – 6 “.

    1. Was jetzt gemacht wird, ist wahnwitziger Irrsinn. Sollen in Lingen künftig wirklich 2 Veranstaltungshallen gegenüberliegend (Emslandhallen und Arena) – links und rechts einer innerstädtisch stark frequentierten Straße – betrieben werden? Ich bezweifle doch sehr, dass diese Planung mit der beschriebenen Kapazität noch dem letzten von Herrn Krone selbst initiierten Verkehrsgutachten entspricht. Mit gesundem Menschenverstand hat derlei Planung jedenfalls nichts mehr gemein.

    2. Die CDU-Fraktion hat Bedingungen gestellt, die sich weder Land noch Landkreis aufzwingen lassen. Wohlgemerkt, beide haben bei einer Anteilsfinanzierung von jeweils 20% von ehemals veranschlagten 25 Mio Gesamtkosten = insgesamt 10 Mio Zuschuss in Aussicht gestellt. Sind die Politiker so blöde oder sitzen im Rathaus nur Proleten? Öffentliche Förderbescheide haben, ohne dass ich den Bescheid inhaltlich kenne, immer zum Inhalt, dass von dem zugrundeliegenden Planungsentwurf nicht abgewichen werden darf, dies gilt ebenfalls für die Kostenschätzung bzw. Kostenberechnung, Lageplan und alle weiteren Planungsunterlagen. Dies ist jedem Bauherrn bekannt, nur den Lingener Entscheidungsträgern nicht.

    3. In der sogenannten „Powerpoint Präsentation“ wird mit Tabellen, Daten und Zahlen umgegangen, die völlig zu Recht von Otto H angezweifelt bzw. widerlegt werden. Hier wurde deutlich sichtbar zuerst der Preis vorgegeben und dann danach ein überdemensioniertes Projekt klein gerechnet. Es stellt sich daher zwangsläufig die Frage, ob für die verschiedenen Planungsentwürfe überhaupt detaillierte, belastbare Kostenberechnungen nach DIN 276 erstellt worden sind, oder nur grob geschätzt wurde nach m³ umbauten Raum. Wurden wichtige Kostenfaktoren wie Baugrundbedingungen, verkehrliche Erschließung, Einrichtung, Austausch unterschiedlicher Hallenböden, Baunebenkosten, Honorare etc. und nicht zuletzt die Folgekosten sorgfältig errechnet?
    https://pdf.form-solutions.net/servlet/com.burg.pdf.FillServlet?sid=g4hKjRXJxXPVz1ZkcHVg8aAAVfrRj3P&p=j.pdf
    Es scheint alles mit heißer Nadel gestrickt zu sein.

    4. Mit diesem Konzept nach dem Motto „ pi mal daumen“ werden sich Land und vor allem Landkreis nicht zu zufrieden geben können. Die Stadt wird die Powerpoint Vorlage „knicken“ und ein schlüssiges Umbau-/Erneuerungskonzept der bestehenden Emslandhallen mit seriösem Finanzierungsplan vorlegen müssen, das vorher und dringend im Einvernehmen mit den Geldgebern erstellt sein will. Als Empfänger öffentlicher Finanzzuwendungen sollte man das Pferd nicht immer wieder von hinten aufzäumen.

  9. Buggy said

    Nun finde ich als unmittelbarer Nachbar zu Lingen die Arenapläne durchaus gut, aber wie die Arena mit Leben gefüllt werden soll, ist immer noch sehr nebulös.

    Was wird kommen? Mehr Musikantenstadl durch Wöste? Mehr HeavyMetal-Konzerte via EMP? Handball (1/2 der Heimspiele?)? ein Fußballhallenturnier im Winter? PublikViewing bei WMs? Basketball?
    Wenn im Sportbereich etwas gemacht wird, muss eine Mannschaft/Lizenz gekauft werden, denn eine Lingener Mannschaft, die in der 1.Liga spielen könnte, gibt es in vielen Jahren nicht.

    Da ist doch noch gar nichts konkret und so kann man mMn auch gar nicht kalkulieren.

    Wenn die Arenapläne von der Stadt durchgezogen werden, ist das sehr mutig! Hier kann so mancher Schuss nach hinten losgehen…

  10. Parker said

    „Wessen Brot ich fress‘, dessen Lied ich sing“
    Während der Bürgerversammlung am 07.12.2010 erlebte ich ein Déjà-vu.
    Die Pläne für die Emslandarena wurden vorgestellt, anhand einer Präsentation, Kosten, Folgekosten, warum wieso weshalb, anschließend sollte eine rege Diskussion folgen. Wie bei Pott…Ein Hin und Her folgte. Dann stellte ein aufmerksamer Bürger die Frage, warum wird die Arena nicht zwischen den alten Emslandhallen und dem Möbelhaus gebaut, da ist Platz und man kann direkt anbauen und hätte so schon ein repräsentatives Foyer, welches dann für beide genutzt werden kann. Wie bei Pott….

    Die Antwort, die Oberbürgermeister Dieter Krone lieferte, erzeugte bei mir dieses Phänomen. Denn er zitierte wortwärtlich den ehemaligen OB Heiner Pott: „Weil es stinken könnte, denn die alten Emslandhallen sind Viehhallen…..usw.“

    Diese Worte zählten seinerzeit zu Pott’s ersten öffentlichen Ablehnungsgründen. Herr Krone hatte sich, seinerzeit noch aktives Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative Arenawahn, vehement gegen diese Gründe aufgelehnt und nannte sie abstrakt und grotesk. Herr Krone hatte sich weiter sehr aktiv dafür eingesetzt, dass die EL Arena am alten Standort, in einer akzeptablen Größenordnung gebaut wird – aber an die alten Hallen „angeflanscht“ Denn schon in der Machbarkeitsstudie aus dem Jahre 2008 warnte man, u.a. aus Kostengründen, vor einer Trennung der Bauten. Die BI präsentierte im November 2009 in einer Bürgerversammlung, zu der Herr Pott eingeladen hatte, das entscheidende Alternativkonzept. Dieses hatte eine Ingenieurgesellschaft aus Berlin erstellt. Herr Krone präsentierte dieses Konzept an diesem Abend sehr glaubwürdig und überzeugend. Herr Pott schien einlenken zu wollen.
    Als Herr Krone dieses Alternativkonzept präsentierte, stellte er den „Anbau“ der Arena an die alten EL Hallen vor. Wie groß war die Enttäuschung bei der BI als dann zwar der Standort wieder neu beschlossen war, aber wich doch der Plan, der in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses erörtert wurde, von den bisherigen Vorschlägen der Wenzel-Consulting und der Bürgerinitiative entscheidend ab. Die Trennung der Bauten sollte am alten Standort erfolgen. Die BI wollte sich damit eingehend beschäftigen.

    Herr Krone hatte sich scheinbar nicht mehr eingehend damit beschäftigt…..
    Er machte es sich an diesem Abend einfach und brachte mit Pott‘s Worten den fragenden Bürger zum Schweigen.
    Und auch das klein schön passend und notfalls kaputt rechnen , war das was Pott hinreichend konnte.
    Hier passt der viel zitierte Satz: „Was interessiert mich das (mein) Geschwätz von gestern“ Wie bei Pott…

    Vermutlich ist vieles an mir vorübergegangen, aber folgendes würde mich noch interessieren:
    Wer erstellt das nötige Verkehrsgutachten und ganz besonders das Schalltechnische Gutachten?

    Man kann sich folglich nicht auf die der BI Arenawahn vorliegende Schalltechnische Untersuchung stützen. Weil der schalltechnische Bericht der BI Arenawahn sich auf einen Anbau bezieht und nicht auf diese irrwitzige Idee, die OB Krone vorstellte.

    Oder zieht man die ortsansässige Ingenieurgesellschaft Zech wieder ins Boot?
    Dann sollte sich die BI Arenawahn wieder neu formieren und mit Argusaugen Gutachten lesen. Dies mal dann aber ohne Herrn Krone.

    Eins noch zum Schluss:
    Herr Krone stand in seinem Wahlkampf für eine solide und nachhaltige Finanzpolitik. Zu hören/lesen war, dass viele zurzeit angestrebten Projekte der jeweiligen Finanzierbarkeit unterliegen und ggf. gestrichen/verschoben werden müssen.
    Die Nachricht über die zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen war sicherlich erfreulich, aber reicht sie aus dieses „Monument“ (Denkmal) zu errichten UND sein Wort eines nachhaltigen und soliden Haushalts zu halten?
    Herr Krone, treten Sie nicht in Pott’s Fußstapfen, zeigen Sie Rückgrat!!

  11. Thomas said

    Heute müht sich Herr Reinhard Kaß erkennbar mittels Kurz-Leserbrief in der Lingener Tagespost (Seite 17) die Vorteile einer neuen Veranstaltungshalle zu formulieren. Neben dem allgemein bekannten CDU-Blabla oberzentrale Aufgabenerfüllung, Leuchtturmprojekt, (t)olles Angebot in den Bereichen Sport und Unterhaltung wird auch die Gewinnung bzw. der Erhalt von qualifizierten Arbeitsplätzen in unserer Region erwähnt.

    Ich frage mich gerade, welche Arbeitsplätze Herr Kaß meint und welche Firma wohl die Außenanlagen einer neuen Veranstaltungshalle ausführt. Sicherlich nicht die Galabau Emsland GmbH & Co. KG, deren Geschäftsführer Herr Kaß ist. Denn dann hätte sein oben genannter Leserbrief ja durchaus Geschmäckle.

  12. Buggy said

    09.03.11 / 17:25 Möglicherweise neue Diskussionen um Bau der Emslandarena
    Lingen. Um die Realisierung der Emsland-Arena in Lingen könnte es möglicherweise bald neue Diskussionen geben. Auf der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses der Stadt wurde am Nachmittag deutlich, dass es ein Baukonzept gibt, das offenbar deutlich günstiger ist, als das bisher verabschiedete. Dieser Vorschlag liegt anscheinend erst seit zwei Wochen auf dem Tisch und sieht einen Anbau an die bestehenden Emslandhallen vor. Der Ausschuss hat die Verwaltung beauftragt, dieses Konzept in einer der kommenden Sitzungen vorzustellen.

    http://emsvechtewelle.de/?p=regional&n=99995218

    • klaus said

      Bei diesem hin und her, hatte ich schon gedacht, dass da nichts mehr von kommt, obwohl es ja schon in der Zeitung stand, die Emslandarena…, weil die Bürger der Stadt Lingen vielleicht die Nase voll haben?
      Altenlingener Forst – wieder aufforsten, dann wieder nicht, dann neues Konzept und wieder von vorne…;
      Ulanenstraße ja oder nein, Umgehungsstraße bauen oder nicht;
      Emslandarena wird von Monat zu Monat kleiner, bis sie vielleicht nicht meht gebaut wird, wer weiß dass schon?
      Ehemaliges Kasenengelände, da werden jetzt mehr Grundstücke verkauft, damit das Geld der Entsorgung des verseuchten Bodens wieder reinkommt.
      Wer weiß, was noch alles so hin und her diskutiert wird, oder ist das das versprochene Mitnehmen des Bürgers zur Entscheidungsfindung? Wir bringen den Bürger richtig durcheinander- dann klappt es auch mit dem Geld ausgeben.
      Ich finde, da hatte der alte OB Pott einen Vorteil gehabt. Er wußte, was er wollte!!!

  13. kib said

    @Buggy: schau mal hier
    http://www.noz.de/lokales/51836023/emslandarena-wird-kleiner-von-4000-auf-2500-plaetze
    *
    Hier die Äußerung des Stadtbaurates G. Lisieki:

    „….Als wirtschaftlich nicht darstellbar wertete Stadtbaurat Georg Lisiecki eine seit Wochen (!) der Verwaltung und weiteren Ratsmitgliedern vorliegende Eingabe von Wilhelm-G. Meyerhoff, dessen Planungen keinen Neubau, sondern die Erweiterung der bestehenden Emslandhallen um ein Teilstück vorsehen.„Bei einer Verwirklichung dieser Planungen würden uns immense Kosten ins Haus stehen“, betonte der Stadtbaurat in diesem Zusammenhang.

    Diese Ausarbeitung liegt seit mehreren Wochen (im Kern seit ca. Mitte Dezember vor) und ist der Verwaltung (wie dem o.g. Zitat zu entnehmen) bekannt. Herr Meyerhoff ist -soweit ich weiß- mittlerweile pensioniert (erkundige Dich mal, wo & in welcher Funktion er beruflich tätig war). Der Vorschlag des H. Meyerhoff sieht vor, die bestehenden Hallen für rd. 10 Mio bedarfsgerecht umzubauen.
    Sein Alternativkonzept wird von einigen kompetenten Lingenern unterstützt (auch von solchen, die „wild entschlossen sind“ den Neubau der EL-Arena in jedem Fall zu verhindern).
    In wie weit dies bei einem bestehenden Ratsbeschluss möglich ist, kann ich nicht beurteilen (aber ist ja bald wieder Wahl und –Gerüchte zufolgend- formiert sich eine neue Bürgerbewegung).
    *oder hier (zur Verfolgung der „Historie EL-Arena“):
    http://www.noz.de/suche?q=Arena+Lingen+kleiner&commit=Suchen

    • Wir haben heute Abend bei den BürgerNahen genau das Meyerhoff’sche Konzept diskutiert, nachdem u.a. unser Vorsitzende Dr. Reinhard Rauscher mit dem Verfasser ausführlich gesprochen hatte. Ich glaube auch, dass das Thema Emsland-Arena noch nicht „durch“ ist. Denn der jetzige Plan ist eigentlich nur deshalb billiger als der alte, weil er deutlich (!) kleiner ist und auf das Parkhaus verzichtet. Oder?
      Es gibt zwar einen Ratsbeschluss für den „Wirbauengegenüberderemslandhallenneu“-Arena. Aber er steht unter dem ebenso kleinen wie feinen Vorbehalt, dass alles für 15 Mio bezahlbar ist. Und genau da mehren sich gerade die Zweifel…

      • klaus said

        Wird die BN denn mal das Meyerhoff`sche Konzept vorstellen? Oder kann das irgendwo mal eingesehen werden?
        Ich meine bei der kleinen Größe der neuen Halle sind sogar die Kosten für den Umbau der Emslandhallen, auch wenn es mehr ist, sinvoller als ein Leuchtturmprojekt ohne Größe.

  14. […] einer der Protagonisten der Bürgerinitiative pro Altenlinger Forst sein. Dipl.-Ingenieur Joachim Reul (Foto lks) aus dem Lingener Stadtteil Heuberge ist am vergangenen Dienstagmorgen plötzlich und […]

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