Geschenk

24. Dezember 2010

Freunde, Ihr müsst versprechen, dass Ihr es erst heute Nachmittag „aufmachen“ werdet  – dieses kleine, wunderbare Weihnachtsgeschenk. Der  Dalumer Pädagoge Norbert Knape will die Ausgaben des  – darf ich’s sagen? –  ‚legendären‘- „Lingener Stadtblatt“ (pdf, 14,2 MB) veröffentlichen. Er war einer der Protagonisten des Lokalblatts, das vor 30 Jahren monatlich in unserer Stadt  erschienen ist. Norbert Knape erinnert :

„Googelt man „Lingener Stadtblatt“, so findet man … nichts. Das sollte sich ändern lassen. Denn für eine kurze Zeit war das Stadtblatt ein durchaus belebendes Element in der politischen Szenerie Lingens.  Der Begriff ‘politisch’ ist kein Versehen an dieser Stelle, denn wir verstanden uns von Anfang an nicht als ‘neutrale Presseinstanz’ sondern als Gegensatz zur CDU-freundlichen Lingener Tagespost. Dort fand Gegenöffentlichkeit nicht statt. Und wo die Tagespost Dinge verschwieg, Leserbriefe nicht veröffentlichte, Termine nicht abdruckte, wollten wir etwas entgegensetzen.Im Herbst 1979 setzten sich daher einige Leute aus den Bereichen Jusos, Bürgerinitiative etc. zusammen und fingen an zu planen. Das Ergebnis waren 24 (?) Ausgaben, die immer wieder für Gesprächsstoff in der Stadt sorgen sollten. Nach diesen 24 Ausgaben ging es durchaus noch weiter, allerdings mit anderen Leuten und zum Teil auch anderer Grundlage. Da wären dann aber andere Personen zuständig.“

Ach, welch Reminiszenz an alte Tage – oder junge, ganz wie’s beliebt. Und viele Beiträge mit Informationen, die immer noch ganz aktuell sind, aber  längst vergessen -„gesichts- und geschichtslos“, wie viele Lebenskünstler eben sind. Und mit ebenso rührenden  Appellen wie mutig-schrecklichen Tipp-, Grammatik- und Layoutfehlern. Mit dem herausgebenden „Verein für soziale Bildung eV“  – geradezu selbstverständlich „iG“, also „in Gründung“ (ist er überhaupt je gegründet worden?), dem „Redaktionskollektiv“ und offset-gedruckt im AJZ Bielefeld. (Hallo, Peter !). Und vor allem mutig ohne Ende. Ich bezweifle, dass heute noch jemand die Courage für die  ungeschminkten Enthüllungen und Darstellungen hätte.

Zu Weihnachten 2010 erscheint also das „Lingener Stadtblatt“ aus der Prä-Internetzeit, die es nämlich wirklich gibt, Ihr lieben Facebook-User! Es ist für mich ein Geschenk! Hoffentlich dürfen wir bald die zweite „Stadtblatt“-Ausgabe nachlesen, Norbert. Jedenfalls freue ich mich sehr auf das Wiedersehen mit der eigenen Vergangenheit.

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