Sonntagsspaziergang

5. August 2017

Sonntagsspaziergang
der Bürgerinitiative „Pro Altenlingener Forst“.
Treffpunkt: Lingen (Ems) – Wertstoffhof „Schwarzer Weg“
Sonntag 6. August 2017, 14. 30 Uhr

„Mit Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Lingen (Ems) und des BUND, der Nieders. Landesforsten und der BP Raffinerie“ (Presseerklärung der BI) sollen die Entwicklungen der letzten Jahre sowie der Zustand des Altenlingener Forstes vor Ort in Augenschein genommen und ein Ausblick für die nächsten Jahre gegeben werden. Alle waren bisher nicht als Unterstützer der Ziele der Bürgerinitiative pro Altenlingener Forst bekannt oder engagiert.

Tipp: Wegen der teilweise sehr überwachsenen und unebenen Wege ist geeignetes Schuhwerk und Kleidung angeraten.

Nicht mehr beim Sonntagsspaziergang dabei sein kann tragischerweise einer der Protagonisten der Bürgerinitiative pro Altenlinger Forst. Dipl.-Ingenieur Joachim Reul (Foto lks) aus dem Lingener Stadtteil Heuberge ist am vergangenen Dienstagmorgen plötzlich und unerwartet verstorben.

Mein Vorschlag: Wir sollten für Achim alsbald im  Altenlingener Forst eine mächtige Eiche pflanzen!

 

Blaupause

12. Oktober 2015

BN-Ortsrat Joachim Reul (Altenlingen) hat recht. Zum Antrag der SPD, in Lingen 500.000 Euro städtische Steuergelder in Jahresraten a 100.000 Euro in den Bau von Wohnraum für wirtschaftlich Schwache zu stellen, sagt er: „Bezahlbarer Wohnraum ist angesichts der gültigen Vorschriften bzgl. Wärmeschutz, Heiztechnik etc. heute im Neubau kaum noch möglich. Die zu erfüllenden Kriterien sind inzwischen derartig hoch, dass eine für den Vermieter wirtschaftlich vertretbare Neubau-Miete nennenswert unter 10 Euro/m² kaum mehr möglich ist. Ein Förderprogramm von € 100.000/Jahr ist da in seiner Wirkung nicht einmal symbolisch messbar. Da die SPD Wohnraum schaffen will, sprechen wir also über Neubau. Was Neubaumieten angeht, kann man ganz gut in Reuschberge beobachten. Kaum vorstellbar, dass irgendein Bauherr sich für einen derartig überschaubaren Zuschuss dazu bewegen läßt, langfristig auf 10 bis 15 % Miete zu verzichten.“

Gibt es also Alternativen, d.h. andere, bessere Wege? Ja, sie gibt es und das ganz in unserer Nähe. Die Süddeutsche berichtete in der vergangenen Woche mit viel Anerkennung: “ Niemand soll in Containern oder Zelten schlafen müssen, das stand für die Gemeinde Sögel von Anfang an fest. Seit dem Sommer wohnen knapp 30 Flüchtlinge aus dem Sudan in der Stadt im Emsland, auf Dauer sollen hier 150 Menschen ein neues Zuhause finden. Dann wird das alte Backstein-Rathaus nicht mehr ausreichen, das vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft dient. Wo können langfristig die Menschen wohnen, die in diesen Tagen nach Deutschland kommen und zum großen Teil bleiben dürfen? Diese Frage stellen sich Verwaltungen im ganzen Land.

Bildschirmfoto 2015-10-12 um 00.34.52Die Bürger in Sögel haben eine eigene Antwort darauf gefunden. Mit Unterstützung von Stadt, Wirtschaft, Kirchen und Vereinen gründeten sie eine Baugenossenschaft. Für 800 000 Euro zeichneten sie Anteile, ein gefördertes Darlehen ist beantragt. Im Frühjahr soll das erste Mehrfamilienhaus stehen, dann können die Flüchtlinge einziehen. In ganz normale Wohnungen, so Stadtjuristin Cornelia Willigmann-Kassner, „in denen auf Dauer genauso gut eine alleinerziehende Mutter mit Kind leben kann“. Wie in einer Genossenschaft üblich, soll die Miet-Rendite an die Anteilseigner ausgeschüttet werden.

Mit dieser Mitmachlösung ist die Emsland-Gemeinde viele Schritte weiter als die meisten Städte in Deutschland. Getreu dem sogenannten… [weiter hier].“

Also, liebe SPD Lingen, Ihr habt das Problem erkannt, das beileibe eben nicht nur ein Flüchtlingsproblem ist. Da seid ihr auf dem richtigen Weg und zwar auf einem Weg, den die CDU in unserem Städtchen schon vor einem Jahr aufgezeigt hat: Mehr bezahlbaren Wohnraum in Lingen. Dass diese Forderung jetzt angesichts der 500 oder 2016 doppelt so vielen Flüchtlinge noch dringender ist, wissen wir alle. Die Idee aus Sögel, die den Weg bis in die Süddeutsche fand, passt da ganz hervorragend. Sie hat übrigens auch lokale Tradition, weil schon nach dem 2. Weltkrieg eine Lingener Wohnungsbaugenossenschaft gegründet wurde, die viele Hundert Wohnungen baute, bevor sie dummerweise nach sieben Jahrzehnten vor ein paar Jahren an eine Düsseldorfer Gesellschaft verkauft wurde. Es gibt also eine Blaupause für das jetzige Problem.

Der Lingener Stadtrat will am Donnerstag den SPD-Antrag beraten und ihn nicht beschließen, so hoffe ich. Denn weitere öffentlich Bedienstete lösen das Problem nicht. Aber er wird hoffentlich an Sögel denken und eine Finanzspritze [auch aus Hannover?] oder günstige Grundstücke für eine Wohnungsbaugenossenschaft und damit für bezahlbaren Wohnraum auf den Weg bringen; das könnte schnell helfen. 

 

(Foto: Baugebiet Lingen-Reuschberge, © milanpaul via flickr)

Aktuell

20. Mai 2012

Zusätzliche Abstellgleise für Eisenbahn-Kesselwagen benötigt die BP-Erdölraffinerie in Lingen, „um das Rohöl besser verarbeiten zu können“. Das sagte Peter Brömse (BP) im Interview mit der Lingener Tagespost. Auf dem Raffineriegelände, so der Diplom-Ingenieur, gebe es allerdings „keine Möglichkeiten zur Erweiterung der Gleiskapazitäten“. Steht ein neuerlicher Eingriff in den Rand des Altenlingener Forstes bevor?  Entschieden sei noch nichts, sagt Brömse und ergänzt: „Wie die Lösung aussehen wird, kann ich heute noch nicht sagen.“ Die BP sei „aber für alle Lösungen offen“, so Brömse, Vorsitzender der lokalen Geschäftsführung der Raffinerie.

Abstellgleise, um besser verarbeiten zu können? Das bedarf besonderer Erläuterung, finde ich. Nach einer Skizze in der LT (oben) soll die neue Gleisanlage den Forst im Bereich der Bahn in Anspruch nehmen. Ich erfahre, dass zwei Hektar Wald gefällt werden sollen. Das sind rd 300m mal 65m; Kollege Joachim Reul korrigiert gerade:“600 mal 35 Meter!“ was auch stimmt. Die LT-Skizze schönt also, tatsächlich ist der Eingriff merklich größer und berührt richtig schönen Mischwald, nicht etwa nur ein paar altersschwache Kiefern.

Heute veranstaltet beispielsweise die BI pro Altenlingener Forst einen Rundgang durch das bedrohte Waldgelände (Treffpunkt 16 Uhr, Hohenpfortenweg/Waldstraße; festes Schuhwerk!). Denn auch der Kahlschlag im nördlichen Altenlingener Forst  ist wohl weiterhin aktuell:  In Gesprächen erzählt man mir, dass der Wald südlich des Tanklagers zwischen heutiger Raffineriegrenze und geplanter Nordtangente fallen soll. Dorthin wolle die Raffinerie ihre Werkstätten verlegen – „schon bald“ formuliert mein Gesprächspartner.

Bei den BürgerNahen (BN) hat angesichts dessen die Diskussion über den BP-Vorstoß begonnen. Der BN-Blog weiß:

Wenn das Lingener „Ölwerk“ mehr Fläche für Bahnanschlüsse braucht, stehen die BürgerNahen dem grundsätzlich nicht im Wege: „Wir haben uns selber bei einer Betriebsbesichtigung davon überzeugen können, dass diese Raffinerie zu einer der effizientesten Anlagen Europas gehört,“ sagt Marc Riße.

Die BürgerNahen vertraten stets, dass im Altenlingener Forst „kein weiterer Baum mehr fallen darf“. Kompromissvorschläge haben sie bisher konsequent abgelehnt. Jetzt kommt nach Ansicht der Wählervereinigung endlich Bewegung ins Spiel. Riße betont: „Wenn die Gleisanlagen betrieblich nötig sind, tragen wir das gerne mit: Dann müssen die Bebauungspläne 19 und 20 sowieso geändert werden und die Nordtrasse ist damit endlich vom Tisch.“

„Wir brauchen aber exakte Informationen, Material von der BP, nicht von der Verwaltung“, sagt Robert Koop dazu. Er sieht das Vorhaben kritischer als Riße und fragt, weshalb nicht bei der Betriebsbesichtigung des Umweltausschusses kürzlich über diese Planungen gesprochen wurde. „Das schafft kein Vertrauen.“

Joachim Reul, Mitglied der BürgerNahen im Ortsrat Altenlingen (Foto re.), fragt, warum die Gleise nicht weiter nördlich angelegt werden können, dort seien nur Wiesen und Felder. Die ideale Lösung sieht nach Meinung der BürgerNahen so aus, dass die BP die Gleise erhält und die Altenlingener den Wald behalten. „Unterm Strich muss also kein Wald den Weichen weichen,“ meint Riße. „Das nenne ich einen tragfähigen Kompromiss für alle Beteiligten.“

Wie sich die BürgerNahen im Falle einer Abstimmung über das Vorhaben verhalten werden, liegt also ganz an den detaillierten Informationen und den Zugeständnissen der anderen Seiten. Bislang gäbe es nach Meinung der BürgerNahen nur Forderungen.

Weiter geht’s mit dem Thema bei der BN morgen Abend um 20 Uhr im Bürgerhaus Heukampstannen.

(Fotos: © Luftaufnahme © Lingener Tagespost; Portrait: © BN Lingen)

Nachrücker

5. Oktober 2011

Ungeplant  haben sich die BürgerNahen (BN) in den Tagen nach der Kommunalwahl ein Stück weit personell neu ausrichten müssen; denn zwei gewählte BN-Ratsmitglieder können ihr Ratsmandat nicht antreten: „Dr. Martin Oevermann aus dem Wahlbereich VI muss aus gesundheitlichen Gründen sein Mandat für den neuen Lingener Stadtrat ablehnen. Joachim Reul aus dem Wahlbereich III muss als Unternehmensberater einen Sanierungsfall in Süddeutschland annehmen und ist bis auf Weiteres unter der Woche nicht in Lingen“. So formuliert es eine Presseerklärung der BürgerNahen, die mich in den neuen Lingener Stadtrat entsenden.

Nachrücker der beiden sind Atze Storm (Foto oben) und Volker Becker.  Mit  ihnen und Marc Riße sind insgesamt vier Ratsmitglieder der BN im neuen Lingener Stadtrat vertreten. Die neue BN-Fraktion wird sich jetzt am 10. Oktober konstituieren. Wie es sich gehört im Lingener Rathaus. Die Fraktion wird u.a. beraten durch den Vorstand der BN, die gewählten Ortsratsmitglieder, die auf den Wahllisten der BN kandidiert haben und sachkundige Bürger sowie Mitglieder in einzelnen Gremien, die von der Fraktion benannt worden sind. In den letzten Tagen hat die BN ihre Fraktions(geschäfts)ordnung diskutiert und verabschiedet. Also: Die Ratsarbeit beginnt.

(Foto: Atze Storm © privat)

Weitermachen!

12. September 2011

Dankeschön – auch im Namen der anderen neuen BN-Stadtratsmitglieder Dr. Martin Oevermann, Joachim Reul und Marc Riße. Hier geht’s zu den Ergebnissen.

Und ein kleines ps:
Gestern und passend zum Kommunalwahltag hat das wordpress-Zählwerk für diese Seite die Zahl 1.000.000 überschritten.

Optimiert

8. Dezember 2010

In der gestrigen Ratssitzung sind auf meine Bitte die aktualisierten Pläne und  Vorschläge zur Emslandarena-Pläne vorgestellt worden. Die Ratskollegen und ich sahen eine Powerpoint-„Präsentation“ (warum das so heißt, weiß ich nicht)  der inzwischen wieder hinzu gezogenen Planer von Contech Real Estate Management und  VJC (Volker Jauch Consulting). Danach hat die Stadtführung sich offenbar für die „emsland-Arena optimiert“ entschieden und offenbar Abstand genommen von dem seltsam wirkenden Gedanken, zwischen die bisherigen EL-Hallen und die Fa BvL ein zusätzlich Emslaand-Arena-Parkhaus für bis zu 10 Mio Euro (brutto) zu bauen. Alsdann könne man mit 15 Mio Euro auskommen – Nettobaukosten; brutto kostet es natürlich 19 % Umsatzsteuer mehr. Die jährlichen Zuschusskosten für eine solche Arena, die gegenüber der jetzigen Hallen entstehen soll, belaufen sich den Prognosen zufolge auf rund 1 Mio Euro (alte + neue Hallen + Kreditzinsen). Es ist das Verdienst von Dipl.-Ing. Joachim Reul (Foto links mit Besucher), dies mit seinen präzisen Anmerkungen in der abendlichen  Bürgerversammlung herausgearbeitet  zu haben, die der Ratssitzung folgte. Die war zuvor etwas überstürzt zu Ende gegangen, als OB Dieter Krone mitteilte, er müsse jetzt weg – nämlich zur Bürgerversammlung in das IT-Zentrum an der Kaiserstraße. Mir schien dabei das Zeitmanagement der Stadt ausbaufähig.

Besonders bemerkenswert waren zuvor und nach der Powerpoint-Stunde die rund 30 demonstrativen Fragen, die CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling und seine neue Stellvertreterin Irene Vehring  im Rat stellten. Die Mehrheitsfraktionsfunktionäre quollen also geradezu über von beflissenem  Ausforschungsinteresse. Allerdings war klar, dass die CDU alle ihre Fragen schon vor zweieinhalb Jahren hätte stellen müssen. Und nebenbei: 90% davon müsste die CDU selbst beantworten können. Folglich wirkte das Szenario „CDUfragt, Verwaltung soll antworten“ auf mich nicht sonderlich aufrichtig.

Denn es gibt doch nur eine alles entscheidende Frage. Sie lautet:

Kann und will sich unsere Stadt  die  Emsland-„Arena optimiert“ (so der Arbeitstitel) leisten?

Dazu muss man sich über Chancen und Risiken informieren. 200 Besucher machten dies -wie erwähnt- gestern im IT-Zentrum. Dabei wurde zu Beginn von Beratern wie schon nachmittäglich ein „Powerpoint-Vortrag“ präsentiert. Sie können ihn hier komplett nachlesen (Achtung: 4,6 MB). Und dann freue ich mich auf Ihre Stellungnahmen und Kommentare. Hier und anderswo.

(Fotos: CC-BY-NC robertsblog)