Erratisch

12. Dezember 2010

Spiegel-online, die Internetvariante des einstigen Nachrichtenmagazins, widmet sich aktuell den Thema „lokale Blogs“. Damit es nicht gar so dröge daher kommt, schreibt man natürlich Kiezblogs. Großartig! 12 soll es laut einem spiegelonline-empfohlenen Verzeichnis in Niedersachsen geben. Das ist eher lächerlich; denn tatsächlich werden es viel mehr sein. Mit Interesse lese ich:

„Und dann wären da noch die Kiezblogs, die ihre Macher vor allem als Hobby betreiben. Knapp 400 solche Websites listet ein Verzeichnis auf. Viele dieser Blogs widmen sich recht erratisch* ihren Themen, etlichen fehlt nach einem gelungen Start offensichtlich der Drive, die meisten kommen unregelmäßig mit neuen Inhalten. In den USA zeigen die „Huffington Post“ für ausgewählte Städte und TBD.com für Washington, wie man die Blog-Community geschickt einbindet….“

Guckst Du hier. Schreibst Du Hobby-Kommentar unten, wenn Du willst 😉

* ps: Erratisch = verstreut, vereinzelt, verirrt; Merke, der richtige professionelle Online-Dreif kommt erst mit einem unpassenden Fremdwort.

Ulanen 2

12. Dezember 2010

Die Lingener Initiative „Ulanenstraße“  hat  Oberbürgermeister Dieter Krone  in dieser Woche 1400 Unterschriften  übergeben. Sie stammen alle aus dem Stadtteil Damaschke. Stolz heißt es: „Aus jedem Haushalt hat folglich mindestens ein Bewohner unterschrieben.“ Alle Unterzeichner sprechen sich für den „sofortigen Ausbau der Ulanenstraße“ (Kartenausschnitt re.) aus, damit der Bundesstraßenverkehr von der B213 über die Ulanenstraße und die Straße Im Brooke bis zur Anschlussstelle an die Umgehungsstraße (B70) in Altenlingen fließt. Dadurch werde der Stadtteil Damaschke deutlich entlastet werden.

Dieter Krone nahm die Listen entgegen und sagte dabei, dass das Thema oben auf der Tagesordnung steht. In der kommenden Woche gibt es ein Treffen mit Experten. Laut Dieter Krone macht allein ein Ausbau zur Bundesstraße Sinn. Offen ist noch, wie das finanziert werden soll – mehr im Podcast der Ems-Vechte-Welle.

Das allerdings dürfte nicht der einzige  Hauptpunkt sein, der zu klären ist: Werden beispielsweise  Lastwagenfahrer überhaupt einen 6 km-Umweg über kleine Gemeindestraßen  fahren?  Und was muss bautechnisch und damit finanziell in die Ulanenstraße und den Anschluss Im Brooke  gesteckt werden, damit auch 40-Tonner oder gar die von unseren schwarzgelben Vorturnern  in Berlin „versuchsweise“ freigegebenen, sogenannten Gigalinern die Straße nicht binnen Jahresfrist in Grund und Unterboden fahren?

Der Brögberner CDU-Ratsherr Bernhard Teschke  hat ruhig und sachlich einen klugen Vorschlag gemacht, als der Rat vor drei Wochen das Regionale Raumordnungsprogramm diskutierte. Es legt raumordnerische Ziele fest. Teschke hat erkannt, dass  sein Ortsteil Brögbern nichts von einem Abknicken des Schwerlastverkehrs über die Ulanenestraße hat. Zu recht will er auch etwas für Lärmschutz in Brögbern tun und schlägt vor, die B 213 komplett in Richtung Norden zu verschwenken und  sie ab Wallheckenstraße nördlich an den Stadtteilen Brögbern und Damaschke vorbei zu führen. Das gehöre in die Raumordnung, sagte Bernhard Teschke, wo es aber bislang nicht zu finden ist. Außerdem, sage ich, wäre diese Trassierung der B 213  eine große Aufgabe für den Bundeshaushalt,  aus dem die Bundesstraßen finanziert werden. Die darin vorgesehenen Gelder sehen die Maßnahme auf mehr als ein Jahrzehnt Sicht nicht vor. Was also tun?

Die Lingener CDUSPDFDP-Lösung wird sicherlich trotzdem Geld in den Ausbau der Ulanenstraße investieren. Der flüchtige Beifall aus Damaschke ist den Protagonisten sicher und den wollen sie auch; schließlich sind am 11. September 2011 Kommunalwahlen.

Doch sollte man nicht weniger in Aktionismus machen und statt dessen eine langfristige Lösung verwirklichen? Wie wäre ein kluger Einsatz für die große Lösung einer Teschke-Trasse:

Zunächst einmal würde ich dazu ein Gutachten des Instituts für Verkehrswissenschaft der Westfälische Wilhelms Universität Münster einholen, um mit einer Kosten-Nutzen-Analyse die Machbarkeit aller Varianten  zu ermitteln. Käme die Expertise zum selben Ergebnis wie ich (Tangente statt Ulanen) könnte ein Bebauungsplan- oder Planfeststellungsverfahren  für eine B213-Nordtangente hin zur B 70 stattfinden und die Trasse  mit Hilfe eines Flurbereinigungsverfahrens  frei gelegt werden. Anschließend schlösse man die technischen Planungen für die Nordtangente ab. Mit diesem „Alles-fertig-geplant“-Gesamtpaket könnte dann Berlin vom Bau überzeugt werden –  vollends sicherlich, wenn -trotz Bedenken von CSU-Männern wie im Fall der A31- beispielsweise „die Region“ bereit ist, die Maßnahme ein paar Jahre vorzufinanzieren. Hermann Bröring sollte vielleicht bei unserer internet-freien* Initiative Ulanenstraße einen Vortrag darüber halten, wie das gehen kann. Heute sollte man außerdem in Damaschke den vom Lärm betroffenen Menschen praktisch dadurch helfen, dass man ihnen einen Zuschuss für Lärmschutzfenster zahlt oder Lärmschutzwände errichtet.

Nun, was meinen Sie?

*ps Oder haben Sie eine Internetseite gefunden?

(Quelle: Ems-Vechte-Welle)