Flachdach

28. Dezember 2010

Gestrige Hiobsbotschaft seitens der Stadt Lingen (Ems). Das bis Donnerstag in der Sporthalle der Friedensschule an der Kiesbergstraße geplante Hallenturnier des TuS Lingen ist abgesagt worden. Die Stadt hat die  Halle gesperrt. Ob sie Einsturz gefährdet oder nur undicht ist, ist nicht bekannt (siehe jetzt aber den Nachtrag unten). Alle Versuche, das Hallendach von den Schneemassen zu befreien, seien „leider gescheitert und somit sah sich die Stadt genötigt, die Halle räumen zu lassen und bis auf weiteres zu sperren. Der TuS Lingen bedauert dies außerordentlich, hat jedoch auch Verständnis für diese Sicherheitsmaßnahme“, schreibt der Fußballverein auf seiner Internetseite.

Die Internetseite der Stadt schreibt vorsichtshalber nichts. Die LT informiert in ihrer online-Ausgabe bisher auch nicht (Ausriss lks.). Es sind ja auch nur knapp 200 Aktive und mehr als das Zehnfache an Zuschauern betroffen.

Also trauern wir mit dem TuS. Nicht nur, weil er in seinem 100. Jubiläumsjahr abgestiegen ist. Jetzt wird auch der krönende Abschluss gestrichen und damit „eine lieb gewonnene TuS-Tradition“ (wusste unsere LT). In diesem Jahr mit einem Höhepunkt: Das „TuS Lingen Mittendrin“-Team sollte Einlagespiele bestreiten. Man kann sich leicht vorstellen, wie sehr sich die Jungs auf diesen Auftritt vor großer Kulisse gefreut hatten.

Schade, es hätte das 25. Hallenfußball-Turnier um den Vitamalz-Cup in der Kiesberghalle werden sollen. Jetzt konnte der Schnee nicht beseitigt werden. Angeblich. Man muss eben Schwerpunkte setzen:

Zum Beispiel mit einer Diskussion über die Aufweitung des Foyers der Sporthalle für eine bessere Gastronomie. Erst später wies das Hallendach dann unverhofft  „einige Leckagen“ auf, die beseitigt werden sollten. Leider ist das nicht passiert.

 

Nachtrag:
Um jegliche Gefahr für Personen auszuschließen, bleiben  auch alle übrigen städtischen Sporthallen bis auf Weiteres gesperrt. Die vorhandene Schneelast liegt an der Grenze des Zulässigen. Sollte es wieder schneien, müssen die Dächer geräumt werden. Dies wird noch nicht ausgeführt, weil  zur Sicherung der Personen (abrutschen vom Dach bzw. Einsturz des Daches) keine Konstruktionen vorhanden sind. So müssten zur Sicherung der Personen Mobilkräne mit Sicherungsleinen bei der Räumung bereitgestellt werden. Auf diese Kosten möchte die Stadt Lingen verzichten und hofft, dass es taut und dass  es keine weiteren Schneefälle gibt.


Urheber

28. Dezember 2010

„Die Musiklizenzhalter wittern ein Geschäft in deutschen Kindergärten: Kitas sollen künftig zahlen, wenn sie Liederzettel kopieren und verteilen. Sozialverbände raten ihren Einrichtungen, die Forderungen zu ignorieren. 500 Liederzettel kosten 56 Euro – plus Mehrwertsteuer. Überall in Deutschland haben Kindertagesstätten Schreiben von dem Musikverwerter Gema bekommen. Darin werden sie aufgefordert, Lizenzverträge abzuschließen, das heißt: Sie sollen Gebühren für das Kopieren und Verteilen von Liederzetteln zahlen.

Neben dem Geld verlangt die Gema den Kita-Mitarbeitern eine Menge Verwaltungsarbeit ab. Sie sollen künftig jedes Lied aufschreiben, das sie mit den Kindern bei Aufführungen singen wollen – und dabei Titel, Komponist, Verleger und Beginn der Nutzung nennen. Für den Paritätischen Wohlfahrtsverband…“
(weiter bei SPIEGEL-online)

Es kommt bei solch durchgeknallten Urheberrechts-Entwicklungen  ja ein bisschen spät, aber es gibt  eine weihnachtliche Alternative hier und auch sonst ist da vieles zu finden.

Nachtrag vom 31.12.:
Stefan Niggemeier leuchtet in seinem Medienblog  das Problem grundsätzlicher aus.

Mehr zum Hintergrund hier