TAG 8: EMSLANDARENA, LINGEN

17. Februar 2014

„Der junge Flensburger und Wahl-Hamburger Tom Klose schreibt und singt Songs mit englischen Texten, die sich nicht kategorisieren lassen wollen und sich deswegen durch Genres winden wie Folk, Rock, Pop, Country, Blues, Soul und Funk“, lese ich. Aktuell ist er mit Niklas Hardt als „Support“ (als ich noch Haare hatte, hieß das Vorgruppe) mit Tim Bendzko auf seiner Tour und war Samstag in Lingen (Ems). Über „TAG 8: EMSLANDARENA, LINGEN“ schreibt er dies in sein Tour-Blog:

„Es ist jetzt noch genau ein ganzer Monat bis zum Ende dieser Reise und Zeit für etwas Reflektion: Eigentlich reflektiere ich ja schon jeden Tag doppelt, einmal durch den Blog und wie immer vorm Einschlafen, aber man kann nicht genug reflektieren (solange es einen nicht vom Leben selbst abhält, sonst gibts ja nichts zu reflektieren).

20140215-165138.jpgFür mich geht hier gerade ein absoluter Musikertraum in Erfüllung und gestern Abend wurde mir überhaupt mal wieder der Moment ins Gedächtnis gerufen, in dem ich als Teenager beschlossen hatte, dass ich mal mit ner Gitarre auf der Bühne stehen und abrocken werde, denn wir haben “Zurück in die Zukunft” geguckt. Seit ich mit 14 diese Szene gesehen hab, in der Michael J. Fox mit ner 50er Jahre Schulballkapelle Chuck Berry’s zeitlosen Rock’n’Roll-Klassiker “Johnny B. Good” spielt und in einem 80er Jahre Eddie Van Halen-artigen Metalsolo endet, inklusive Verstärker umtreten und auf Knien und Rücken über den Boden rutschen (siehe Foto), hab ich diesen Traum, große Livekonzerte zu spielen.

20140215-164451.jpgSeit meinem ersten richtigen Auftritt am 22. April 2005 beim KTS Rockfestival in meiner alten Schule in Flensburg (siehe Foto) ist eine Weile vergangen, aber die Begeisterung und der Antrieb sind immer noch dieselben. Die bisher größten Auftritte hatte ich in den vergangenen 10 Tagen auf dieser Tour und wenn ich mir die Emslandarena mal so angucke, bekomme ich das Gefühl, dass das Größte erst noch kommt! Ich kann euch garnicht sagen, wie glücklich ich über diese Möglichkeit bin und bevor sich jetzt irgendwer beschwert, ich würde zu rührselig werden und solle gefälligst weniger schwafeln und mehr Bericht erstatten, höre ich lieber auf und komme kurz auf den Auftritt in der Weltmetropole Lingen zu sprechen.

20140215-164014.jpgErstmal muss ich feststellen, dass durch den Sturm um die Halle herum ein so starker Luftkreisel entstanden ist, dass das Wohnmobil im Minutentakt wild und bedrohlich hin und her wackelt. Desweiteren stelle ich fest, dass die Arena nicht nur riesig groß sondern auch nigel nagel neu ist! Alles is super stylish eingerichtet und voll automatisch. Und wir haben sicher gut 150 Autogramme geben dürfen, der Ansturm war wirklich nur krass! Wortspiele auf Städtenamen werd ich mir absofort übrigens verkneifen, mögen sie auch noch so nahe liegen wie in Lingen (singen, bringen, gelingen). Das ist nur in eurem Sinne!

Heute hab ich viel geschrieben, also Respekt und Danke an Jeden, der bis hier hin durchgehalten hat! Als Dankeschön gibts hier noch eine Akustik Session, die wir aufwendig im Backstageraum für euch aufgenommen, abgemischt und hochgeladen haben mit einem Song von der Band Mighty Oaks, die wir sehr abfeiern. Falls es euch gefällt, hört euch auch mal ihre neue Single ‘Brother’ vom bald erscheinenden Debutalbum an!

Euer Tom“

ps Tom Kloses Setlist auf der Tim Bendzko Tour:
1 Born A Lion
2 From Weeds To Woods
3 Wayfarer
4 To Hurt And To Be Hurt
5 Winter For Now

[Crosspost von Tom Klose]

Santiano

27. Juli 2013

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SANTIANO

„MIT DEN GEZEITEN“-Tour
Lingen (Ems) – Emslandarena

Samstag 22.02.2014 – 20 Uhr
Tickets ab 44,50 € zzgl. VVK

Santiano ist eine deutsche Band aus dem Raum Flensburg, die Musikgenres wie traditionelle Volkslieder, Schlager, Irish Folk und Seemannslieder mischt. Der Bandname leitet sich vom Shanty Santiano ab, auch bekannt als O Santianna (All on the Plains of Mexico), den der französische Sänger Hugues Aufray 1961 zu einem Hit gemacht hat. Die Idee zu Santiano stammt von Hartmut Krech, einem in Flensburg ansässigen Musikproduzenten und Inhaber des Labels Elephant Music.
Am 3. Februar 2012 erschien bei We Love Music, einem Kooperationslabel von Universal Music und ProSiebenSat.1 Media, das erste Album der Band mit dem Titel Bis ans Ende der Welt. Es erreichte Platz 1 der deutschen Albumcharts. Im gleichen Jahr absolvierte die Gruppe eine Tournee durch mehrere Städte im deutschsprachigen Raum, bei der sie auch auf dem Wacken Open Air auftraten. Im November 2012 erschien eine Dokumentation ihrer Tournee als Live-CD und Live-DVD. Santiano bekam 2013 den Echo in der Kategorie „Volkstümliche Musik“.

Unterstützung

14. Dezember 2010

Heute Abend trifft sich die Union, um ihre unklare Emsland-Arena-zweifeln-wir-oder-wollen-wir-den-Leuchtturm-doch-Haltung zu diskutieren. Schon traditionell bin ich bekanntlich unserer Ratsmehrheit gern dabei behilflich, schwierige Projekte zu lösen. Wenn sie unverständlicherweise auch oft nicht auf mich hört, soll sich das nicht ändern. Also gibt es hier die Antwort des Oberbürgermeisters bzw. der Stadtverwaltung zu den Emsland-Arena-Fragen, die in der letzten Ratssitzung gestellt aber aus Zeitgründen nicht mehr beantwortet wurden.  Dann weiß man schon mehr.

Guckst Du hier,  lädst runter und druckst aus, wenn Du willst.

Optimiert

8. Dezember 2010

In der gestrigen Ratssitzung sind auf meine Bitte die aktualisierten Pläne und  Vorschläge zur Emslandarena-Pläne vorgestellt worden. Die Ratskollegen und ich sahen eine Powerpoint-„Präsentation“ (warum das so heißt, weiß ich nicht)  der inzwischen wieder hinzu gezogenen Planer von Contech Real Estate Management und  VJC (Volker Jauch Consulting). Danach hat die Stadtführung sich offenbar für die „emsland-Arena optimiert“ entschieden und offenbar Abstand genommen von dem seltsam wirkenden Gedanken, zwischen die bisherigen EL-Hallen und die Fa BvL ein zusätzlich Emslaand-Arena-Parkhaus für bis zu 10 Mio Euro (brutto) zu bauen. Alsdann könne man mit 15 Mio Euro auskommen – Nettobaukosten; brutto kostet es natürlich 19 % Umsatzsteuer mehr. Die jährlichen Zuschusskosten für eine solche Arena, die gegenüber der jetzigen Hallen entstehen soll, belaufen sich den Prognosen zufolge auf rund 1 Mio Euro (alte + neue Hallen + Kreditzinsen). Es ist das Verdienst von Dipl.-Ing. Joachim Reul (Foto links mit Besucher), dies mit seinen präzisen Anmerkungen in der abendlichen  Bürgerversammlung herausgearbeitet  zu haben, die der Ratssitzung folgte. Die war zuvor etwas überstürzt zu Ende gegangen, als OB Dieter Krone mitteilte, er müsse jetzt weg – nämlich zur Bürgerversammlung in das IT-Zentrum an der Kaiserstraße. Mir schien dabei das Zeitmanagement der Stadt ausbaufähig.

Besonders bemerkenswert waren zuvor und nach der Powerpoint-Stunde die rund 30 demonstrativen Fragen, die CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling und seine neue Stellvertreterin Irene Vehring  im Rat stellten. Die Mehrheitsfraktionsfunktionäre quollen also geradezu über von beflissenem  Ausforschungsinteresse. Allerdings war klar, dass die CDU alle ihre Fragen schon vor zweieinhalb Jahren hätte stellen müssen. Und nebenbei: 90% davon müsste die CDU selbst beantworten können. Folglich wirkte das Szenario „CDUfragt, Verwaltung soll antworten“ auf mich nicht sonderlich aufrichtig.

Denn es gibt doch nur eine alles entscheidende Frage. Sie lautet:

Kann und will sich unsere Stadt  die  Emsland-„Arena optimiert“ (so der Arbeitstitel) leisten?

Dazu muss man sich über Chancen und Risiken informieren. 200 Besucher machten dies -wie erwähnt- gestern im IT-Zentrum. Dabei wurde zu Beginn von Beratern wie schon nachmittäglich ein „Powerpoint-Vortrag“ präsentiert. Sie können ihn hier komplett nachlesen (Achtung: 4,6 MB). Und dann freue ich mich auf Ihre Stellungnahmen und Kommentare. Hier und anderswo.

(Fotos: CC-BY-NC robertsblog)

Nicht-öffentlich

16. November 2010

1.) Die Vorlage

2.) Mein Antrag:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Diskussion um die „Emsland-Arena“ bewegt die Stadt seit mehreren Jahren. Zu meiner Überraschung lese ich jetzt die Vorlage Nr.  396/10, wonach aktuelle Varianten einer „Multifunktionshalle“  im Verwaltungsausschuss, im Werksausschuss Emsland-Hallen und im baubegleitenden Ausschuss Emsland-Arena vorgestellt und diskutiert werden sollen – sämtlich nicht-öffentlich.

Für eine nicht-öffentliche Beratung des Thema gibt es weder einen Anlass noch eine rechtlich tragfähige Grundlage. Ich beantrage daher, das Thema und die Vorstellung der „Multifunktionshalle“ auf die Tagesordnung der nächsten öffentlichen Ratssitzung zu setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Koop

Fehlersuche

5. Oktober 2010

Die „schwarzen“ Brüder und Schwestern im Lingener Stadtrat, kommentiert Hajo Wiedorn (SPD) heute in einer Rundmail, „müssen wohl noch lernen, wie man Anträge schreibt“. Denn sie haben am 01. Oktober den nachfolgenden Antrag an den Oberbürgermeister der Stadt Lingen (Ems) gerichtet. Hajo Wiedorn hat -wie meistens- recht, und ich rufe dazu auf, den Mehrheitskollegen zu helfen, in ihrem Schreiben alle Fehler zu entdecken und mit Hilfe der Kommentarfunktion dieses kleinen Blogs kenntlich zu machen.  Bitte schön:

Lächeln

27. September 2010

Ich möchte Hans-Josef Leinweber mit diesem Vergleich nicht persönlich verletzen: Die Strippenzieher der CDU um Bröring, Rolfes und Kues haben den Mann verheizt. Sie meinten, man könne den sprichwörtlichen Besenstil den traditionell konservativen Lingenern präsentieren und dann werde man es schon richten. Sie haben sich geirrt. Gründlich. Der Mann Hans-Josef Leinweber ist dabei auf der Strecke geblieben Ich fürchte, dass war den CDU-Granden letztlich egal.

Der neue Lingener Oberbürgermeister heißt seit Sonntag 18 Uhr Dieter Krone; wenn Sie es nicht glauben wollen, schauen Sie nach bei wikipedia und zwar  hier (Bildausriss re.) und hier . Der 47-jährige parteilose Oberstudienrat setzte sich deutlich gegen den Parteigänger Hans-Josef Leinweber durch. Auf Krone, unterstützt von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, entfielen 56,6 Prozent der Stimmen, (insgesamt 10539). Damit verdoppelte Dieter Krone sein Wahlergebnis der Ausscheidungswahl vom 12. September. Hans-Josef Leinweber, der nun weiter in Geeste Bürgermeister bleibt, bekam 43,4 Prozent der Stimmen (8075). Ein Desaster für die Union. Die Wahlbeteiligung lag noch etwas niedriger als bei der ersten Wahl vor zwei Wochen. Nur 43,8 Prozent der rund 43000 Wahlberechtigten gingen am Sonntag zur Wahl. Ein Desaster für jeden Demokraten.

Lingen debattiert heute über die Gründe der Abwahl des CDU-Kandidaten. Ich sehe eine Handvoll:

  • Bundesweit befindet sich die CDU in einer schweren Krise. Die von ihr geführte schwarz-gelbe Bundesregierung macht keinen guten Job. Sie präsentiert sich von den Hoteliers bis zu den Stromkonzernen als bloße Lobbyisten-Regierung und schröpft die kleinen Leute. Zuletzt an diesem Wahlsonntag die HartzIV-Empfänger mit einer arrogant-läppischen Neubemessung der monatlichen Sozialleistung. Dafür erteilt der Wähler die Quittung.
  • In Lingen hat die CDU die Wähler durch haarsträubende inhaltliche Fehler vor der Kopf gestoßen. Während in Schepsdorf die Bürgerinitiative -dank Lohnes Bürgermeister Eling- gerade noch eingefangen werden konnte, wurden die Gutsherren-Entscheidungen gegen den Altenlingener Forst oder für Klientelpolitik in Baccum zum Desaster. Die CDU hat die Menschen von oben herab erleben lassen, was sie von ihnen und ihren Sorgen hält: Nicht viel, meinen die Menschen, etwa die in Damaschke, die unter dem Verkehrslärm leiden.
  • Nach einer desaströsen Kandidatenkür präsentierte die Lingener CDU mit Hans-Josef Leinweber einen überforderten Kandidaten. Seine Arbeit, so der Eindruck der Wähler, mochte für Geeste ausreichen. Ihm Lingen anzuvertrauen, wollten sie nicht. Zuletzt offenbarte er dann noch in der Diskussion um den Standort für das Güterverkehrszentrum, dass er es auch mit der Wahrheit nicht so genau nahm.
  • Die CDU und folgerichtig ihr Kandidat konnten den Wählerinnen und Wählern nicht aufzeigen, wohin die Reise für Lingen und seine Menschen  gehen soll. Ein Musterbeispiel ist das Projekt Emsland-Arena. Es ist nicht nur finanziell gescheitert, sondern vor allem weil die Bauverwaltung unter dem Dezernenten L. grottenschlechte Arbeit abgeliefert hat. So etwas hätte es unter der Lingener CDU mit Karl-Heinz Vehring, Nikolaus Neumann, Bernhard Neuhaus oder Hans Klukkert niemals gegeben. Die CDU hat ihre inhaltliche Seriosität -für jeden, nur nicht sie selbst erkennbar- verloren. Und das trotz einer stets beflissen wirkenden Lokalpresse. Deutlich werden konnte der Verlust an Zuverlässigkeit für viele Lingener durch neue Medien, d.h. das Internet und so freundliche Einrichtungen wie diesen Blog, Twitter, Facebook usw.
  • Verloren hat die CDU auch, weil ihre moralische Überinstanz, die katholische Kirche, in diesem Frühsommer an sich selbst zerbrochen ist. Auch in Lingen lassen sich die Menschen nicht mehr von Moralwächtern und Strukturen gängeln und beeinflussen, die sich als amoralisch entlarvt haben. Die Kehrseite derselben Medaille: Auch in Lingen erkennen und stört es viele, dass einige gleicher sind als andere, wenn sie z.B. Baudenkmale zerstören oder Gestaltungssatzungen missachten dürfen, wenn sie überdimensionierte Biogasereien bauen  und  die CDU all dies billigt und wenn nicht einmal 800 Protestunterschriften in einem Stadtteil mit 3000 Einwohnern angemessen behandelt  sondern sie dem Anlagenbetreiber zugänglich macht, der dann Druck gegen Unterzeichner und ihre Familien aufbaut.

Der Musiklehrer Dieter Krone war in dieser Situation sozusagen der Gegenentwurf. Er war ein glaubwürdiger Kandidat, dem  die vielfach diskreditierte CDU nichts entgegenzusetzen vermochte, obwohl Dieter Krone inhaltlich eher unscharf blieb. Daher hat er diese OB-Wahl überzeugend und zu recht gewonnen. Trotz der (zu) niedrigen Wahlbeteiligung. Hoffen wir, dass er das hält, was sich die Lingener vom neuen Ehrenmitglied der Kivelinge versprechen. Das Schwerste, Dieter Krone, ist Glaubwürdigkeit. Sie gibt es nicht, wenn man nur in das Objektiv der Lokalzeitung lächelt. Aber ich glaube, das wissen Sie.

Delle III

13. Juni 2010

Wir dürfen jetzt nicht kopflos werden. Natürlich geht der laufende Betrieb weiter. Doch geplante Investitionen müssen erst einmal auf den Prüfstand gestellt werden. Dann werden wir mit allen Verantwortlichen und mit der nötigen Sorgfalt schauen, wie wir weiter vorgehen. Selbstverständlich informieren wir die Öffentlichkeit auch weiterhin.

Mit diesen Worten zitiert die Internetseite der Stadt ihren „Hauptverwaltungsbeamten“ Dr. Ralf Büring. Nach dem jetzt noch überstürzter wirkenden Abgang von Ex-Kapitän Heiner hat Ralf Büring als aktueller Steuermann im Rathaus angesichts einer unerwartet (?) dramatischen Finanzlage der Stadt eine allgemeine Haushaltssperre erlassen. Er will also im Einzelfall darüber entscheiden, ob geplante Ausgaben tatsächlich getätigt bzw. Verpflichtungen eingegangen werden. Dieses Haushaltsinstrument betrifft in Lingen den Gesamthaushalt und nicht nur bestimmte Teile des städtischen Etats. Ausgenommen hiervon sind vertragliche Verpflichtungen und unabweisbare Ausgaben (Pflichtaufgaben). § 30 der niedersächsischen Gemeindehaushalts- und -kassenverordnung – GemHKVO- sagt dazu:

1Wenn die Entwicklung der Erträge und Einzahlungen oder Aufwendungen und Auszahlungen oder die Erhaltung der Liquidität es erfordern, kann die Hauptverwaltungsbeamtin oder der Hauptverwaltungsbeamte die Inanspruchnahme der Haushaltsermächtigungen ganz oder teilweise sperren. 2Eine haushaltswirtschaftliche Sperre darf nur nach einer Verbesserung der Entwicklung aufgehoben werden. 3Der Rat wird über eine hauswirtschaftliche Sperre und deren Aufhebung unterrichtet.

Die Ursachen für die Lingener Haushaltsmisere liegen auf der Einnahmeseite mindestens in zwei Punkten: Der Weltwirtschaftskrise, die voll auf die städtischen Finanzen durchschlägt sowie zweitens strukturellen Änderungen („Umstrukturierung“) bei GdF/Suez, die die Stadt jährlich Millionen kosten sollen. Jetzt muss gespart werden. Vorschläge werden gern entgegen genommen: Direkt per E-Mail an r.buering(at)lingen.de oder hier in diesem kleinen Blog mit Hilfe der Kommentarfunktion.

Die Verwaltung hält sich (noch) bedeckt. Bürings Satz, man dürfe nicht kopflos werden, ist ähnlich nichts sagend, wie das Floskeln der SPD **.  Beides ist schade und kein Ausdruck sonderlichen Muts. Die CDU wird da schon konkreter und kündigt eine Haushaltsklausur an, bei der -zwar nicht der Personaletat- aber sonst „wirklich alle Projekte“ zur Diskussion stehen sollen. Die lokale FDP schweigt und gibt nur Artikel aus der LT zu anderen Themen wieder. Dasselbe gönnt sich auch Bündnis90/Grüne. Nur die Bürgernahen diskutieren in ihrem Blog das Thema intensiv, werden aber auch wenig konkret – mit Ausnahme der Ulanenstraße, auf die verzichtet werden soll.

Um die Finanzsituation klar zu stellen. Die Stadt hatte bisher rd. 30 Mio Euro zur (eigenen) Verfügung. Mehr als Zweidrittel davon kostet das eigene Personal. Das ist die Ausgangslage, und schon das kann sich niemand leisten. Meine Gedanken: An erster Stelle steht die Reduzierung  unangemessener Personalkosten, dann zweitens und zeitgleich der Abschied von nicht mehr Bezahlbarem. Dass dazu die Emsland-Arena gehören wird, liegt nahe. Sie gehört allemal dann auf die Streichliste, wenn sie weiterhin mit überflüssigem Technokraten-Schnickschnack belastet wird – wie beispielsweise einem 10-Mio-Euro Parkhaus, das niemand braucht.

** Nachtrag:  Die SPD wird inzwischen vorsichtig konkreter.
(Foto: Prüfstand – © C. Gommel, creative commons)

Arena

18. Mai 2010

Gerade erhalte ich eine E-Mail mit diesem ganz aktuellen Hinweis

Der Wunsch der Fans und des Klubs wurde erhört. Ab der Saison 2012/13 wird der VfL Gummersbach aller Voraussicht nach seine Heimspiele in einer neuen Halle austragen. Die neue multifunktionelle Arena soll etwa 4000 Besuchern Platz bieten. Bei einem Stadtratbeschluss fiel die Wahl mit 35:6 Stimmen klar für den Neubau aus. Die Halle soll rund neun Millionen Euro kosten. Baubeginn ist allerdings erst im kommenden Jahr.

Warum, frage Sie mich, muss so etwas in Lingen fast das Vierfache kosten? Ich kann es Ihnen sagen. Es gibt zwei Hauptgründe: Zum einen einen wenig kompetenten Stadtbaurat L., der schon den zeitweisen Planungsumzug des Projektes nach Laxten zu vertreten hatte und den eine überfordert wirkende CDU-Ratsmehrheit gewähren lässt. Zum andern ein total überflüssiges 10-Mio-Euro-Parkhaus.

Souverän

28. Oktober 2009

…ist anders. Am 11.11. will sich der Planungs- und Bauausschuss der Stadt treffen und das neue, von der BI Arenawahn eingeholte Gutachten zur geplanten 35-Mio-Projekt Emslandarena diskutieren. Offiziell dann mit dabei, ein Rechtsanwalt und der Lärmgutachter Dipl.-Ing. Christoph Blasius der lokalen Ingenieurgesellschaft Zech Gmbh; sie hatte errechnet, dass eine Emsland-Arena an den bisherigen Emslandhallen zu laut sei. Die von der BI Arenawahn beauftragte Berliner Ingenieurgesellschaft Hoffmann-Leichter kommt auf der Grundlage derselben Zahlen zu einem ganz anderen Ergebnis. Nach ihrem Gutachten ist eine Emsland-Arena  an den bisherigen Emsland-Hallen nicht zu laut.
Als wir im Planungs- und Bauausschuss der Stadt dazu heute diskutierten, meinte Stadtbaurat Georg Lisiecki ernstlich, man könne ja die Sitzung am 11.11. unterbrechen, und in der Sitzungspause der BI Arenawahn und, wenn sie wolle, auch ihrem Gutachter Gelegenheit zur Stellungnahme geben. Daraufhin habe ich vorgeschlagen, die BI Arenawahn und ihren Gutachter offiziell einzuladen und anzuhören und den Berliner Gutachter auch zu bezahlen. Schließlich würde es im Interesse der Sache sein, eine optimale und richtige Entscheidungsgrundlage zu erreichen.

Da hättet Ihr sie mal sehen sollen – die Bedenkenträger aus der CDU-Mehrheit! Das gehe ja gar nicht.  Den Gutachter habe man nicht beauftragt und müsse ihn auch nicht bezahlen. Das könne doch die BI tun. Es reiche, in einer Sitzungspause… Zur Erinnerung: Die CDU/FDP-Pläne, eine Emsland-Arena nahe der Hedonklinik zu bauen, verursachen gegenüber dem Standort an den Emslandhallen jährliche Mehrkosten von mehreren Hunderttausend Euro. Das Geld ist also da. Aber einige Hundert Euro für einen renommierten Gutachter aus Berlin? Wo kommen wir denn da hin!Img_2

Ganz seltsam schien mir die Ablehnung von FDP-Ratsherr Jens Beeck, das genaue Gutachten im Ausschuss auszuwerten. Er hielt jede Diskussion für überflüssig, weil alles entschieden sei. Dis Diskussion, so Beeck, sei in die Vergangenheit gerichtet. Es gebe doch bereits einen Beschluss, einen Baubegleitenden Ausschuss und außerdem den Werksausschuss des Eigenbetriebs Emslandhallen. In wie vielen städtischen Ausschüssen man das Projekt denn besprechen wolle, fragte der FDP-Mann. Meine Gegenposition war simpel: Die Stadt wolle einen Bebauungsplan aufstellen. Diese Planung habe im zuständigen Planungs- und Bauausschusses, erst danach der anschließende Bau im baubegleitenden Ausschuss und der sich anschließende Betrieb im Werksausschuss „Emslandhallen“ behandelt zu werden. Außerdem gebe es auch den Beschluss, für die Emsland-Arena den Bebauungsplan der Emslandhallen  zu ändern. Man solle doch alles tun, die beste Lösung zu erreichen. Dafür müsse der Ausschuss alle Informationen haben und auswerten.

Merke: Manchmal gibt es auch Ratskollegen, die sich standhaft weigern, schlauer zu werden. Die wissen dann auch nicht, dass der Landkreis Emsland zwar einen Zuschuss von 5 Mio Euro für das umstrittene Projekt zahlen will, dies aber nur in fünf jährlichen Raten a 1 Mio.  Bei 5 %iger Verzinsung entsteht durch die Ratenzahlung und die notwendige Zwischenfinanzierung ein Zuschussverlust von bis zu 600.000 Euro. Die 5 Mio Euro sind also bei ehrlicher Rechnung allenfalls rund 4,5 Mio Euro. Dieselben Kollegen hoffen auch tapfer, dass man über die wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen („Delle„) hinwegsehen möge, um das Prestigeprojekt doch noch zu realisieren.

Und das alles für eine Sitzung am 11.11.. Narhallamarsch!

Nachtrag und Korrektur: Es ist natürlich nicht ein Rechtsanwalt am 11.11. dabei, den die Stadt bestellt und bezahlt hat (Wer hat das eigentlich wo beschlossen?) . Nein, nicht einer – es werden voraussichtlich gleich drei sein. Und wie das gekommen sein dürfte,  erzähl ich später.

(Foto: © S. Hainz, pixelio)