Gestern

12. Februar 2021

Gestern vor 75 Jahren stand die Lingener Innenstadt 1,5 m hoch unter Wasser. Am Wasserstraßenknotenpunkt Hanekenfähr südlich von Lingen hatte sich vor dem Emswehr und den Kanalschleusen eine riesige Flutwelle gestaut, die sich schließlich ihren

Weg in den Dortmund-Ems-Kanal bahnte. Dafür waren die Kanaldämme aber nicht ausgelegt. Der Wasserpegel im Kanal stieg rasch an. Und während sich bei Lingen die Rettungskräfte noch auf die Sicherung der Emsdeiche mit tausenden von Sandsäcken konzentrierten, geschah das Unerwartete im Rücken der Helfer: der hoch aufgeschüttete Kanaldamm brach in Richtung Lingen. Innerhalb kürzester Zeit stand die gesamte Innenstadt etwa 1,5 Meter unter Wasser. Weil keine Warnung erfolgt war, hatte niemand die Keller und Erdgeschosse geräumt. Die Schäden waren entsprechend hoch.

Auch in Meppen, wo die Flutwellen von Ems und Hase aufeinandertrafen, soff die gesamte Innenstadt ab. Nur der Hügel mit der Kirche ragte wie eine Hallig aus den Fluten. In Haren, damals Maczkow, überraschte das Hochwasser die polnische Besatzung der Stadt, die zunächst an einen Sabotageakt der Deutschen glaubte. Aber es war „nur“ eine Naturkatastrophe. Weiter nördlich ergossen sich die Fluten kilometerweit in die Flächen des nördlichen Emslandes und Ostfrieslands. Das Wasser stand hier nicht so hoch, wollte dafür aber wochenlang nicht ablaufen, während weiter südlich die Welle rasch abflachte und das Wasser sich wieder zurückzog. Schnell wurde das Ausmaß der Schäden sichtbar, denn es war ja kein sauberes Quellwasser, das sich dort in Keller und Wohnräume, Geschäfte und Betriebe ergoss, sondern eine stinkende Brühe mit viel Schlamm und Gefahrenstoffen.

Trotz aller Schrecken markierte das Februarhochwasser 1946 einen ersten Wendepunkt in der Nachkriegszeit. Die britischen Besatzungsbehörden traten zum ersten Mal in einer großen Aktion als Helfer auf, retteten Menschen aus den Fluten und versorgten die Eingeschlossenen in ihren Häusern. Der frühere Feind übernahm die Verantwortung für die Bevölkerung in seiner Besatzungszone. Britisches Militär und deutsche Hilfskräfte arbeiteten angesichts der Katastrophe Hand in Hand.

Im Rückblick der Zeitzeugen bildet das Hochwasser von 1946 daher eine wichtige Erinnerungsmarke. Schon fünf Jahre nach der Katastrophe erschienen in den Lokalzeitungen die ersten Rückblicke, jedes weitere „runde Jubiläum“ wurde von Zeitzeugenberichten und Zeitungsbeiträgen begleitet. 50 Jahre nach dem Hochwasser erinnerten 1996 eine große Wanderausstellung, zahlreiche Aufsätze und ein eigenes Erinnerungsbuch an das katastrophale Ereignis.

75 Jahre nach der großen Flut stehen heute nur noch wenige Zeitzeugen zur Verfügung, etwa Karl-Ludwig Galle aus Nordhorn, der als 18jähriger mit seinem Faltboot durch die überfluteten Straßen von Lingen paddelte. Am alten Rathaus findet sich eine Wandplatte mit der damaligen Hochwassermarke; die allerdings war höher. der Marktplatz ist in den letzten 75 Jahren reichlich aufgepflastert worden.

Was bleibt nach 75 Jahren von der großen Naturkatastrophe? Zum einen die Hochwassermarken an einigen Rathäusern und Brücken, die an einem friedlichen Sommertag an der Ems unglaublich erscheinen. Dann die Fotos und Berichte der Zeitzeugen. Und all diese Zeugnisse erinnern daran, dass ein Jahrhunderthochwasser an der Ems sich jederzeit wiederholen kann.

(Text: Andreas Eiynck; Foto oben Marktplatz, unten Große Straße)

Vor 75 Jahren wurde aus dem emsländischen Haren das polnische Maczków. Am Pfingstsonntag 1945 mussten die Harener*innen auf Befehl der britischen Militärregierung ihre Stadt räumen. Am 21. Mai war die Räumung Harens abgeschlossen. Die ersten polnischen Familien trafen ein: Soldaten der polnischen Exil-Armee, aber auch Vertriebene und Befreite aus den Emslandlagern. Insgesamt lebten nach Ende des 2. Weltkrieges schließlich mehr als 4.000 Polinnen und Polen in Haren. Weil viele Polen aus dem heute in der westlichen Ukraine gelegenen, damals ostpolnischen Lemberg stammten, bekam Haren zunächst den Namen Lwów (=Lemberg)

Während eines Truppenbesuches am 24. Juni 1945 gab dann der polnische Oberbefehlshaber General Graf Tadeusz Bór-Komorowski der Stadt in einer Feierstunde ihren neuen Namen: Maczków. Dieser Name war eine Ehrenbezeugung gegenüber dem scheidenden Kommandeur der 1. Panzerdivision: Stanislaw Maczek. (mehr auf polnisch). Maczek hatte an der Universität Lemberg Philosophie und Polonistik studiert, bevor er im ersten Weltkrieg Soldat wurde.

Mazcków wurde das Zentrum des neu geschaffenen polnischen Besatzungsgebiets im Emsland und den angrenzenden Gebieten Ostfrieslands und Oldenburgs, in dem rund 50.000 Soldaten und Vertriebene („DP“ = Displaced Persons) lebten. Eine Besonderheit der emsländischen Geschichte, über das damals die britische Daily Mail berichtet:

Haren ist die Hauptstadt von einem kleinen Polen, um ein schwieriges Problem zu lösen. Das Problem von polnischen Zwangsarbeitern, die befreit wurden, und die entweder nicht nach Hause können oder nicht nach Hause wollen. Die Polen haben bereits ihre eigene Verwaltung gewählt. Sie pflegen die Pflanzungen der Deutschen und beginnen bereits mit der ersten Ernte. Daily Mail, 1945

Die Polen bauten in Maczków schnell ein funktionierendes Gemeinwesen auf: mit Bürgermeister, Stadtrat, Schulen und einem Krankenhaus. Im Sommer 1946 gab es dort Schuster, Schneider, Uhrmacher, Fleischer und Bäcker, die auch die umliegenden polnischen Lager belieferten. Sogar eine Spielzeugwarenfabrik schuf man. Es  gab zwei Theater, Kabarett und ein Kino. Der große Geiger Yehudi Menuhin gab hier im Sommer 1945 ein Konzert und nannte Mazcków eine fröhliche, „scheinbar unbeschwert lebende Stadt“.   Junge Polen wie der Künstler Joseph Scheiner hatten jahrelang in Konzentrationslagern gelitten. In einem Brief schreibt er, berichtet der NDR, über diese Zeit rückblickend: „Zum ersten Mal nach sechs Jahren wohnte ich in einem normalen Zimmer mit Küche und WC. Wir lebten sehr bescheiden. In Maczków liebten sich die Menschen, gründeten Familien.“

Nach zwei Jahren übergaben im September 1947 die Briten die Stadt zurück an die Deutschen und die mehr als 500 beschlagnahmten Häuser wurden sukzessive zurückgegeben. Großbritannien hatte nach dem Regierungswechsel und der Ablösung von Premierminister Winston Churchill der russischen Forderung nachgegeben die polnische Exilarmee und die polnische Besatzungszone im deutschen Nordwesten aufzulösen. Im August 1948 schließlich verließ die letzte polnische Familie Miasto Maczków – und die Stadt wurde am 10. September 1948 mit einer Feierstunde wieder zu Haren.

Mehr in der WELT, in diesem kurzen NDR-Beitrag, auf den Seiten von Porta Polonica (viele Fotos und Dokumente!) und der Stadt Haren. 

Besatzungszone

8. Mai 2015

PolinnenOberlangenKolja Mensing hat  am vergangenen Samstag im Berliner Tagesspiegel über die vor 70 Jahren im Emsland eingerichtete polnische Besatzungszone geschrieben. Die verdrängte Episode der Nachkriegszeit prägt individuelle Familiengeschichten bis heute. – auch die von Autor Mensing, der das Geheimnis seiner Großmutter erzählt und über Fürstenau und Haren schreibt, das damals Maczków hieß:

„Meine Großmutter sprach wenig über die Jahre nach dem Krieg. Eigentlich kannte ich nur die Geschichte von dem Unfall, der sich im Sommer 1945 im Garten ihres Elternhauses ereignet hatte, in Fürstenau, einer Kleinstadt im Nordwesten Deutschlands. Ein Nachbarsmädchen hatte in der Nähe des Bahnhofs eine flache Konservendose ohne Aufschrift gefunden, die sie zusammen mit einem Cousin meiner Großmutter zu öffnen versuchte. Die beiden Kinder stellten die Dose auf die steinerne Treppe am Hauseingang. Dann nahmen sie einen Hammer zur Hand…. “

[weiter zu Mensings beeindruckendem Beitrag im Tagesspiegel]

Mehr über die Polen im Emsland in diesen Büchern:
Prof. Dr. Jan Rydel: „Die polnische Besatzung im Emsland“ (fibre Verlag, Osnabrück 2003, das Buch ist vergriffen; als pdf-Datei auf CD aber hier erhältlich)

[Das Buch behandelt zum einen den hochpolitischen Kontext der Beteiligung der Polen, dieser „unbequemen“ Alliierten der Großmächte, an der Besatzung Deutschlands, zum anderen werden die unterschiedlichen Sichtweisen der Polen und der deutschen Bevölkerung auf diese „polnische Episode“ in der Nachkriegsgeschichte des Emslandes dargestellt.]

Kolja Mensing: „Die Legenden der Väter“ (überarbeitet und mit aktuellem Nachwort, im Verbrecher Verlag erschienen (277 S., 14,- €)).

[Rezension in der FAZ und von „Mara“ bei amazon: „Eines Tages, nach einem Besuch bei Oma und Opa, sagt der Vater zu Kolja: Opa ist nicht dein Großvater, er hat Deine Großmutter geheiratet, als ich schon geboren war. Mit diesem Tag beginnt eine Verschwörung zwischen dem Kind und seinem Vater. In gute Nachtgeschichten ensteht ein zweiter Opa. Ein Mythos. Ein Kriegsheld sei er gewesen, erzählt der Vater, ein polnischer Besatzungssoldat, der sich in die Großmutter verliebte und dann, als Deutschland zur Bundesrepublik wurde und die Allierten gingen, vom Hof gejagt wurde von den polenfeindlichen Urgroßeltern. Kolja Mensing hat sich auf eine spannende ebenso emotionale wie gründlich recherchierte Suche nach dieser Legende seines Vaters gemacht. Ein packendes Buch.“]

Und mehr in polnischer Sprache auf dieser Internetseite:

http://nowahistoria.interia.pl/

 

[Foto: Befreit. Kriegsgefangene der ponischen Heimatarmee 1945 im Emslandlager Oberlangen. – FOTO: CC WIKIPEDIA;
Danke für den Hinweis auf Kolja Mensings Artikel an @Quinten_36]

Echtes Geld

9. Januar 2014

Neues aus der Kreispolitik: Der Nordhorner Landrat Friedrich Kethorn, ein CDU-Parteifreund des Emsland-Landrats Reinhard Winter, hat seinen 60. Geburtstag gefeiert. Vor gut zwei Jahren lud er dazu viele Gäste in seine Kreisverwaltung ein. Die Kosten für diese Feier zahlte er nach eigenen Angaben seinerzeit aus seinem privaten Portmonee. Frau und Kinder halfen gar bei der Bewirtung der Gästeschar, so gestern die Nordhorner „Grafschafter Nachrichten“ (GN).

„Selbst das Porto für die Einladungen hat Friedrich Kethorn selbst bezahlt“, wusste der von GN-Redakteur Manfred Münchow recherchierte Bericht. Die „Vorteile“, die der Nordhorner CDU-Landrat für den Empfang in Anspruch genommen habe, seien einzig die Räumlichkeiten in der Kreisverwaltung gewesen und die Mithilfe einiger Kreisangestellter beim Bedienen der Gäste. „Echtes Geld“ aber, versichert man in Nordhorn, sei nicht geflossen und der Landrat habe auch kein Geschenk vom Landkreis bekommen.

Das war im Emsland ganz anders, als sich Landrat Winter vor zwei Monaten seine Fete einen Empfang zum 60. spendieren und vom Steuerzahler bezahlen ließ, was im Kreishaus in Nordhorn niemand so richtig kommentieren wollte. Wenn der emsländische Kreisausschuss „das so beschlossen“ habe, sagte man etwas verschämt, sei „das in Ordnung. Es ist aber wohl nicht Grafschafter Art, es so zu machen“. So hieß es dazu laut GN „in der Verwaltungsspitze“. Ich vermute, die Äußerung kam von Landrat Friedrich Kethorn selbst, der damit aber nicht öffentlich zitiert werden will.

Zur Erinnerung: Zu Emslandlandrat Reinhard Winters 60. wurde in das Harener Hotel Hagen eingeladen, wo NOZ-Mann Thomas Pertz die feiernde, illustre Schar und ein vom Jubilar empor gehaltenes SV-Meppen-Trikot fotografieren dufte. In der folgsamen folgenden Lokalpresse war zugleich diese, fast schon schelmenhafte Darstellung über den steuerbezahlten Empfang zu lesen:

Nein, mit Geschenken überhäuft wurde Reinhard Winter am Montagabend nicht. Aber genau das hatte sich der Landrat zu seinem 60. Geburtstag auch ausdrücklich gewünscht. So kamen denn die rund 150 Gäste im Hotel Hagen in Haren dem ausdrücklichen Wunsch des Chefs der Kreisverwaltung nach, zugunsten des emsländischen Fonds „Familie in Not“ zu spenden.

Und dann liest man die üblichen Jubelsätze von „Politik mit Augenmaß und Weitblick“ etc pp. Augenmaß ist da besonders schön. Der aus Steuern bezahlte Empfang sei die Idee von Lingenes CDU-Landtagsabgeordnetem Heinz Rolfes gewesen, wie er selbst sagt und dessen Augenmaß geradezu legendär ist.

Rolfes ist auch stellvertretender Landrat des Emslands und sagte zur GN, dass an dem Empfang „ausschließlich Personen teilgenommen haben, die dem Landkreis Emsland in offizieller Funktion verbunden sind“. Es seien außer der Ehefrau des Landrats weder seine beiden Töchter noch weitere private Gäste anwesend gewesen.

Der Empfang beruhte -so Heinz Rolfes- „auf einem Beschluss, den der Kreisausschuss des Landkreises Emsland gefasst hatte. Darin kamen alle Fraktionen in Abwesenheit des Landrats auf meinen Vorschlag hin einstimmig überein, dass es angemessen sei, dass der Landkreis Emsland aus diesem Anlass zu einem Empfang einlädt.“  Dieser angemessene Anlass war der private 60. Geburtstag Winters.

Im vergangenen Jahr feierte übrigens Lingens OB Dieter Krone seinen 50. auf dem Emshof  nahe Hanekenfähr. Niemand in den Gremien der Stadt ist (oder wäre) auf die Idee gekommen, dass die Stadt diese Feier ausrichtet und bezahlt. Hat Krone selbst bezahlt, wie sich das gehört.

[Übrigend: Über die Hintergründe des Winter’schen Empfangs informieren die GN – …ganz ohne NOZ-Paywall]

 

Angenehm würzig

5. August 2013

NDR Nordtour

„Hildegard und Christian Hemmen sind eine Frischkäse-Produzentin und ein Käsehändler aus Haren. Mutter und Sohn haben schon früh ihre Leidenschaft für Käse entdeckt.“
Hier geht’s zum ganzen Video.

Boot II

23. März 2012

Neues aus dem dynamischten Landkreis in Niedersachsen: Ungeachtet der Tatsache, dass das Boot übervoll ist, reißt der Strom an neuen Genehmigungsverfahren für Massentierställe im Emsland nicht ab. Erneut  befinden sich zwei große Stallbauten im emsländischen Genehmigungsverfahren:

Antragsteller Andreas Lammers in Haren, Gemarkung Altenberge
Hähnchenmaststall mit 84.000 Plätzen, Abluftanlage, Futtermittelsilos und Festmistplatte
Auslegungsfrist: 23.3. bis 23.4. Einwendungsfrist bis 7.5.12
Erörterungstermin am 27.6., 10 Uhr, Kreishaus, Ordeniederung, 49716 Meppen

Antragsteller Martin Hüsing in Emsbüren, Gemarkung Gleesen
Schweinemaststall mit knapp 3.000 Plätzen, Güllehochbehälter und Futtermittelsilos
Auslegungsfrist: 23.3. bis 23.4. Einwendungsfrist bis 7.5.12
Erörterungstermin am 20.6., 10 Uhr, Kreishaus, Ordeniederung, 49716 Meppen

Im Lingener Stadtrat habe ich für die Fraktion „Die BürgerNahen“ am Donnerstag  wegen der Aussagen in der Pressekonferenz von Bündnis’90/Die Grünen von der Verwaltung Aufklärung verlangt, ob die Zahl der in Massentiereinrichtungen in Lingen (Ems) gehaltenen Rinder, Schweine, Legehennen und Masthühner mit der Anzahl der Tiere übereinstimmt, die die Betreiber dieser Einrichtungen der niedersächsischen Tierseuchenkasse gemeldet haben. Meine Fragen:

  • Wieviele und welche Massentierhaltungen gibt es in Lingen für Rinder, Schweine, Legehennen und Masthühner?
  • Wieviele neue Massentierhaltungen sind in Lingen jeweils für diese Tiere beantragt, wie viele sind genehmigt?
  • Ist der Verwaltung bekannt, wieviele Tiere (Rinder, Schweine, Legehennen und Masthühner ) die jeweiligen Betreiber der Massentierhaltungen bei der Nieders. Tierseuchenkasse angemeldet haben und zwar a) Im einzelnen und b) in der Summe?
  • Besteht ein Unterschied zwischen der Zahl der in Lingen (Ems) genehmigten Massentierhaltungsplätzen einerseits und der Zahl der zur Tierseuchenkasse angemeldeten Tiere in diesen Haltungen andererseits?
  • Bei welchen Massentierhaltungen ist dies in welchem Umfang?
  • Wann gibt es dazu Ergebnisse?

Ich bin gespannt auf die Antworten.

Mietersuche

12. März 2012

Da hatte ich den Eindruck, dass der in Lingen ganz gut gelegene Schlecker bei mir im Hause läuft. WIr haben auch gerade erst im letzten Spätsommer den Vertrag neu abgeschlossen. Aber ich muss wohl trotzdem einen neuen Mieter für rd. 160 qm Ladenfläche suchen; denn Anton Schleckers Drogeriemarkt zieht „nach der vorläufigen Liste des vorläufigen Insolvenzverwalters“ auch aus der Bauerntanzstraße 10 aus. Hier die ganze (wie gesagt vorläufige) regionale Schlecker-Schließliste:

Bawinkel
Geeste-Groß Hesepe
Twist
Haren/Ems Erika
Haren-Wesuwe

Heede
Lathen
Rhede-Ems
Börger
Papenburg-Bokellesmoor

Lingen, Bauerntanzstraße
Lingen-Baccum
Lingen-Bramsche
Lingen-Gauerbach

Neuenhaus, Hauptstraße
Neuenhaus-Veldhausen
Nordhorn, Bentheimer Straße

9. November

9. November 2011

Gedenkfeiern

heute am 9. November
im Emsland zur Erinnerung an die Novemberpogrome von 1938 in
Lingen (Ems),
Lengerich,
Freren,
Haren,
Meppen,

Sögel,
Papenburg.

Noch ein Wort zu  Sögel. Dort werden heute erstmals Stolpersteine von dem Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt, zunächst in der „Alte Poststraße“ zum Gedenken an die Familie Bertha Jacobs und im Anschluss daran in der Straße „Am Pohlkamp 10“ zum Gedenken an die Familie Gottfried Grünberg und daran anschließend in derselben Straße bei der Haus-Nr. 6 zum Gedenken an die Familie Isidor Grünberg. Im Anschluss daran, lese ich auf der Webseite der Gemeinde im Gegensatz zur NOZ, ist die Gedenkveranstaltung anlässlich des Jahrestages der Reichsprogromnacht am Denkmal in der Straße „Am Pohlkamp“ vorgesehen. Dazu sei die gesamte Bevölkerung ebenso wie zu der anschließenden Kaffeetafel im Heimathaus eingeladen. Leider findet sich auf der Internetseite der Gemeinde Sögel keine Uhrzeit. Die Lokalzeitung meldet allerdings, dass die Veranstaltung um 15 Uhr beginnt.

Ähnlich gedankenlos präsentieren sich leider auch die Internetseiten der Stadt Freren und Lengerich. Noch peinlicher: Andere emsländische Orte, in denen noch Spuren jüdischen Lebens zu finden sind, ignorieren diese und verzichten gleich ganz auf  Gedenkveranstaltungen. Zu nennen sind Aschendorf, Haselünne, Herzlake und Lathen.

(Foto: Jüdischer Friedhof in Lingen (Ems) © Forum Juden – Christen, Altkreis Lingen eV)

Einmal mehr ist das Emsland ein (fast) weißer Fleck auf der interaktiven Landkarte, die die Architektenkammern Niedersachsen und Bremen zum Tag der Architektur 2011 erstellt haben. In 62 Orten sind am kommenden Sonntag insgesamt 133 Objekte von Architekten, Stadtplanern, Innen- und Landschaftsarchitekten zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet. Die Architekten stehen für Fragen der Besucher zur Verfügung.

Nachdem 2009 ein Haus am Lünner See und 2010 ein Wohnhaus in Lingen zu besichtigen war, finden sich dieses Jahr offenbar nichts Zeigenswertes im Lingener Raum. Auch sonst reduziert sich der Beitrag des Emslandes  Haren-Hüntel auf das Bürogebäude und die Werkhalle der Firma Stahlbau Menke (Foto lks; © Foto: Franz Schepers)  in Haren, nahe  des Euro-Hafens (heißt wirklich so pekuniär) . Entwurfsverfasser ist der lokale Architekt Christoph Becker (B&C Becker GmbH Architekten und Ingenieure). Führungen (ab Eingang9 finden um 11, 14 und 15.30 Uhr statt.

Gleich nebenan kann man den neuen Betriebskindergartens  der Firma Emsland-Frischgeflügel ansehen. Entworfen hat das Projekt die Architektengemeinschaft „Droste, Droste & Urban“, Oldenburg, betreut wurde das Projekt von Architekt Dipl.-Ing. Stefan Steinkamp. Das Freigelände der Tagesstätte wurde von den Landschaftsarchitekten Prof. Nagel und Prof. Schonhoff (nsp landschaftsarchitekten stadtplaner, Hannover) entworfen. Führungen dort finden um 11, 13 und 15 Uhr jeweils ab Haupteingang statt.

In der Nachbarschaft gibt es zwei Objekte gibt es in Nordhorn (Wohnhaus und Altes Rathaus) und eines in Neuenhaus (Schulmensa) sowie  ein weiteres im an der B 214 gelegenen Ankum (Kindertagesstätte) zu besichtigen.

Das Programmheft mit allen Informationen zum „Tag der Architektur 2011“ und mit der „ArchitekturZeit“  kann kostenlos bei der Architektenkammer Niedersachsen, Friedrichswall 5, 30159 Hannover,  per E-Mail bestellt werden. Das komplette Programm des TdA2011 findet sich aber auch im Internet.

8. März

2. März 2011

Die NOZ meldet zur Wochenmitte Neues zum modernen Bankenwesen im ländlichen Raum:

„Eigentlich ist der Vorgang nicht vorstellbar: In der Postbank-Filiale in Haren-Erika gibt es zurzeit kein Bargeld mehr. Erst am 8. März soll wieder welches zur Verfügung stehen. Rentnerin Ilse Becker ist Opfer des Geldengpasses. Die 71-jährige Rentnerin kann dort nicht, wie bisher gewohnt, ihre monatlichen Bezüge abholen.

Was sie bei der Postbank in Haren-Erika erlebt hat, ist ihr in den letzten knapp zehn Jahren noch nie widerfahren. So lange holt sie bereits Bargeld, das sie benötigt, in der Postbank in der Bäckerei Uhlen (Foto re.) ab.

„Ich wollte mir wie immer meine Rente dort abholen. Da erzählte man mir, dass…“

weiter auf der Seite der NOZ

Foto: © robertsblog